9. Februar 2021

Sachsen: Zerrst Du noch oder fragst Du schon?

Götz Kubitschek / 51 Kommentare

Der sächsische Landesverband der AfD hat am Wochenende seine Kandidatenliste für die Bundestagswahl im September aufgestellt.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Freund und Feind sind sich darin einig, daß es schlecht lief für die Anhänger des Meuthen-Kurses. Namentlich Alexander Gaulands Redenschreiber, der im sächsischen Bad Schlema geborene Michael Klonovsky, scheiterte mit seiner Kandidatur auf Platz 2 gegen den Bundestagsabgeordneten Jens Maier und zog gleich danach im Rennen um Platz 3 wiederum den Kürzeren, diesmal gegen Siegbert Droese, der ebenfalls bereits im Bundestag sitzt.

Klonovskys Weggefährte Matthias Moosdorf, der sich ursprünglich rund um Platz 5 positionieren wollte, trat gar nicht mehr an, und das war vermutlich eine weise Entscheidung: Nachdem ein vierseitiges Pamphlet Moosdorfs gegen die eigene Partei und vor allem gegen deren Ehrenvorsitzenden Gauland bekanntgeworden war, war er im Grunde unwählbar, und vermutlich hat auch sein Freund Klonovsky aufgrund dieser Veröffentlichung Stimmen verloren.

Warum ausgerechnet eine linke, eine ausdrücklich gegen die sächsische AfD gerichtete Seite den Moosdorf-Text noch vor der Listenwahl veröffentlichte, gibt Anlaß für einen ebenso naheliegenden wie beunruhigenden Gedanken: Hält der Gegner eine Meuthen-AfD, zu deren Vortrieb Klonovsky und Moosdorf zweifellos gehören, für gefährlicher als eine klar über den Ex-Flügel markierte? Ist ihnen Jens Maiers Keule lieber als Klonovskys Florett oder Moosdorfs Cellobogen?

Ja, und diese Denkweise ist das Spiegelbild der Denkweise Meuthens und seiner Anhänger. Man rechnet hier wie dort mit dreierlei (und macht sich dreifach etwas vor) :

Erstens werde mit einer "bürgerlichen" AfD der Einbruch in bürgerlichere Wählermilieus möglich sein. Klonovsky verwies in seiner Bewerbungsrede genau aus diesem Grund auf eine INSA-Umfrage, die das Magazin Tichy in Auftrag gegeben hatte. Gefragt wurde nach den Erfolgsaussichten einer neuen Partei, die sich zwischen CDU und AFD zu klemmen in der Lage wäre. Man könne, so das Ergebnis, damit über zwanzig Prozent der Wähler ansprechen. Außerdem könnten sich über fünfzig Prozent der AfD-Wähler vorstellen, dann lieber diese gemäßigte (vielleicht noch nicht markierte) Partei zu wählen.

Zweitens: Man geht im Meuthen-Lager davon aus, daß es eine Restneutralität, eine Restfairness in den Verfassungsschutzämtern auf Bundes- und Landesebene gebe. Durch die Säuberung der Partei von den "Spinnern", den bereits so markierten "Rechtsextremisten", könne es gelingen, die AfD aus der Beobachtung und dem Verdacht wieder herauszulösen. Diese Auffassung beinhaltet unausgesprochen, es gäbe tatsächlich klare Kriterien, nach denen der Verfassungsschutz beurteile und einstufe. Die bloße Gegnerschaft zu den Altparteien gehöre nicht dazu.

Der dritte Punkt ist die Überschätzung der Bedeutung von Wort und Rede im politischen Raum. Intellektuelle und Publizisten wie Moosdorf und Klonovsky neigen dazu, der funkelnden Stellungnahme großes Gewicht beizumessen, und sie hat in der Tat ihr Gewicht – nur eben nicht dort, wo es um die Aufgaben geht, die eine Partei im politischen Raum zu erfüllen hat. Auch ich höre lieber Klonovsky beim Denken zu als anderen beim Kotzen, aber diese Vorliebe ist für den Aufbau einer Partei von unten her ohne Belang.

Klonovsky hat den Befund, es könne dem Gegner nur recht sein, wenn er es nicht auf die Liste schaffe, unmittelbar nach seiner Nicht-Wahl bestätigt, als er in sein Netz-Tagebuch, seine acta diurna, notierte: "Es läuft. Für die Spinner wie für die Merkeltruppe". Das mag aus frustrierter Lage heraus in die Tasten gehämmert worden sein, man mag sich selbst ja auch nicht in einer Halle sitzen sehen, in der man gerade in zwei Wahlgängen hintereinander weg ohne Chance war. Aber die eigenen Leute als Spinner bezeichnen? Immerhin halten diese Spinner noch immer den einsamen Ergebnisrekord von über 27 Prozent bei einer Landeswahl und mit Direktmandaten von über 30 Prozent bei der letzten Bundestagswahl.

Aus meiner Sicht irren sich Meuthen und Klonovsky und die oben erwähnten linken Gegner: Die mustergültige Säuberung der Partei entlang von Kriterien, die man aus den Orakelsprüchen des VS herausdeuten oder den Gegnerempfehlungen der Sorte Patzelt entnehmen sollte, taugt für Sachsen ebensowenig wie für Thüringen oder Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern.

Und auch in der ein oder anderen westlichen Hochburg, dort, wo das ganze experimentelle Regierungschaos ausgebadet werden muß, wird es den Leuten herzlich egal sein, ob die einzige Opposition einer Gesinnungsprüfung standhielt oder nicht: nur, sie muß Opposition sein, muß als Opposition sichtbar sein, wahrnehmbar anders, ganz anders.

Wir haben es also nicht mit Ausgrenzungsmechanismen zu tun, die man durch Wohlverhalten oder Säuberungsaktionen aushebeln könnte. Und natürlich wissen Klonovsky und Moosdorf ganz genau, daß jemand wie Andreas Kalbitz nicht deswegen ausgebootet wurde, weil er politisch nicht tragbar war oder mit seinen Auffassungen nicht zur AfD paßte. Er mußte gehen, weil er die Schlüsselfigur der strukturellen Flügelmacht innerhalb der Partei war, ein politisches Ausnahmetalent, aus Meuthens Sicht auf der falschen Seite, punktum.

Zurück also zur Listenwahl in Sachsen. Wir feiern das Ergebnis nicht, und die immer selben blöden Tweets, bei uns würden nach solchen Erfolgen die Sektkorken knallen, sind schematisch und hohl. Wir betrachten solche Vorgänge nüchtern, es sind ja nicht "unsere" Erfolge, und eine AfD mit Klonovsky oder Meuthen am richtigen Platz ist besser als eine ohne die beiden.

Eines ist aber klar: In Sachsen ist eine Chance gewahrt worden. Diese Chance kann mit denen, die aussichtsreiche Plätze erobert haben, besser genutzt werden als mit denen, die einflogen und unterlagen. Denn es mußten Politiker gewählt werden, keine Redenschreiber.

Diese Chance ist die Positionierung der AfD als Alternative zum Einheitsblock der Altparteien, und sie ist nicht besser oder schlechter als vor zwei, drei oder sieben Jahren. Sie ist nach wie vor die Infragestellung der großen Beutegemeinschaft aus Parteien, "Zivilgesellschaft", allem Öffentlichrechtlichen, dieser ganzen staatsfinanzierten Umerzählung des normalen Lebens.

Eines hat der sächsische Landesverband über die Kandidaten, die nun gewannen, gleich deutlich gemacht: Er hält den Einfluß der VS-Stigmatisierung auf das Wahlverhalten für vernachlässigbar und insgesamt für empörend. Das ist ein souveräner Standpunkt und der einzige Weg, diese widerliche Waffe des Gegners stumpf werden zu lassen.

Ob den nun gewählten, dem ehemaligen Flügel eher nahestehenden Kandidaten der sächsischen (und jeder anderen) Liste der Umfang des Auftrags und die Größe der Hoffnung klar ist, den sie zu erledigen und die sie zu erfüllen haben? Es reicht hinten und vorne nicht aus, als gewähltes Mitglieds des Bundestags zu funktionieren und den Apparat bedienen zu können. Aufgabe ist es, den Kulturkampf um die Deutungshoheit zu führen und die dafür notwendigen Strukturen entweder zu unterstützen oder erst einmal aufzubauen.

Was das bedeutet, ist nicht nur auf Seiten wie dieser hier, sondern auch in der Partei selbst ausreichend breit aufgefächert und beschrieben worden. Grundsätzliche Voraussetzung ist jedenfalls immer: nicht verliebt in Berlin zu sein (oder in Erfurt, Mainz, Dresden, München, Kiel undsoweiter), sondern verinnerlicht zu haben, daß man nicht dort ist, weil man es geschafft, sondern weil man einen (Wähler-)Auftrag erhalten hat.

Diesen Wähler darf man nicht verachten, wenn man Politiker sein will. Man muß ihn und das Vorfeld der eigenen Partei und Ausrichtung als das begreifen, was es ist: als ein Geflecht, das es schon gab, als es die AfD noch nicht gab, und das unabhängig von Wählbarkeit und Stimmung arbeitet und die Gesellschaftsdurchdringung wie nebenbei erledigt: das Kommunale, das Regionale ist der eigentliche Anker jeder Partei, und das gilt es mit allen Mitteln zu stärken.

Kann das jemand, der wie ein Ufo landet und die Sprache des Ortes nicht spricht? Warum trat Klonovsky nicht in Bayern an, in München oder in Berlin? Warum Moosdorf nicht in Leipzig? Er hat ja vor Wochen die Aufstellungswahl für das Direktmandat in Zwickau für sich entschieden, Klonovsky die für das Mandat in Chemnitz. Es ist unerheblich, ob die beiden besonders geschickt oder sogar fies vorgingen, die andern hätten sich das einfach nicht aus der Hand nehmen lassen dürfen. Aber die Frage bleibt: Warum wollen diese beiden überhaupt Politiker werden? Sie sind doch gar keine! Sie sind doch dort am richtigen Platz, wo sie jetzt sind.

Zwickau, Chemnitz! Eine Begebenheit: Ich erlebte Klonovsky einmal in der sächsischen Provinz, als er auf Einladung eines Verbunds aus lokalen Unternehmern, Handwerkern, bürgerlichen Familien und AfD-Lokalmatadoren vortrug. Besser: Er las vor, er las Texte über italienischen Wein und Münchner Feinschmeckerlokale, über Stöckelschuhe und das Fahrradfahren vor, und in der Pause, als Fettbemme und Sekt gereicht wurden, fragten mich einige der Zuhörer mit dem unnachahmlichen Zungenschlag der Region, "ob der Klonovsky nun endlich mal über das spricht, womit wir nicht zurecht kommen."

Kam er nicht, auch im zweiten Teil nicht, da ging es dann um die DDR-Unterklasse und um Schnaps, aber die Leute sind eben so höflich, daß ihn keiner unterbrach oder etwas anderes einforderte. Klar war danach eben: Publikum verfehlt. Aber nun das entscheidende: Irgendein Polterhannes, der den Leuten Parolen vor die Füße gespuckt hätte, wäre noch viel weniger gut angekommen. Lesestücke über die Verfeinerung des Gaumens und die Eleganz von High-Heels abzulehnen, weil der Abend als ein politischer angekündigt war, heißt noch lange nicht, die unteren Schubladen zu bevorzugen.

Auch das konnte man an Sachsen wahrnehmen (und kann es an Thüringen oder Brandenburg oder Sachsen-Anhalt ebenso): Die polarisierende Aufteilung in einen niveauvolleren Meuthen- und einen polternden Ex-Flügel darf man sich nicht aufschwatzen lassen. Es geht nicht um Stilfragen, die AfD wird nicht deswegen abgelehnt und bekämpft, denunziert und kriminalisiert, weil sie Vogelschiß, Kopftuchmädchen oder ausgeschwitzt gesagt hat.

Die AfD wird ausgegrenzt, weil sie an der Beute der Beutegemeinschaft zerrt und zeigt, daß diese Beute eigentlich keine sein sollte. Daß man das mit mehr oder weniger Niveau tun kann, ist uns hoffentlich allen klar. Bloß: Wer damit anfängt zu fragen, unter welchen Bedingungen er nicht mehr weggebissen werden würde, zerrt schon nicht mehr.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (51)

quarz

9. Februar 2021 15:49

"die Überschätzung der Bedeutung von Wort und Rede im politischen Raum."

Es kommt darauf an, auf welcher Bühne des politischen Raumes das Wort verkündet wird. Ich weiß nicht, wie gut Klonovsky die freie Rede beherrscht. Aber wenn er wenigstens annähernd seine schriftlichen Qualitäten umsetzen kann, dann wäre er in TV-Auftritten ein effektives Geschütz.

Mentale Souveränität wittert auch der "kleine Mann", selbst wenn er nicht jeder ironischen Andeutung zu folgen vermag. Und wenn sie nicht im Gewand der Arroganz daherkommt, dann wird sie auch ihre Wirkung auf ihn nicht verfehlen - das ist durch bis ins Tierreich hinein altetablierte Dominanzstrukturen in Sozialverbänden verbürgt. Wer als intellektuelles Alphatier bei Will und Plasberg brilliert, der zwingt seine Talkgegner zu nervösen Aggressionen, die Sympathiepunkte kosten.

Mir täte es jedenfalls leid, wenn sich Klonovsky jetzt beleidigt zurückzöge und seine Fähigkeiten nicht mehr für die gemeinsame Sache, die über Stil- und Strategiefragen stehen sollte, zur Verfügung stellen würde.

 

Gotlandfahrer

9. Februar 2021 15:52

Danke für die Auftragsklärung!

Klonovsky ist aus meiner Fernsicht kein erdiger Gemeinschaftskrieger, sondern ein hochintelligenter, humorvoller, wenngleich wohl nachvollziehbar gekränkter, Individualist, der inneres Gleichgewicht durch Kultivierung seines Unterschiedes zur bräsig-brutalen Idiokratie herzustellen sucht.  Er spielt mit dem Snobsein, ich glaube aber, er ist gar keiner, sondern nutzt sein Können nur, um seinem Angewidertsein durch explizite Antithese des Herrschenden Ausdruck zu verleihen. Sein Vortragsstil ist unsicher, was nicht mit seinen brillianten Gedanken korrespondiert. Das ist mir sympathisch, auch wenn er damit in der Tat nicht die Rolle eines Tribuns erfüllen kann.  Trotzdem sehe ich ihn in unserer Phalanx, wozu gehörte, dass er die erdigen Gemeinschaftskrieger hochleben ließe, sich nicht ihnen unglücklich vorsetzte.  Offenbar ist die Not noch nicht groß genug, doch das ist nur eine Frage der Zeit.

Ein gebuertiger Hesse

9. Februar 2021 16:05

Der letzte Absatz sollte für jeden, den er betrifft. zu einem sehr dicken Knoten im Taschentuch werden, das er am besten in die Hinterteiltasche steckt, auf daß es ihn noch auf den Bundestagssesseln nicht aufhören möge zu piesacken.

Rausmachen dürfte er den Knoten erst, wenn er selbst mit Zerren weitermacht oder überhaupt erst anfängt.

Nordlicht

9. Februar 2021 16:34

Herr Kubitschek,

das haben Sie wunderbar auf den Punkt gebracht: Die AfD wird dafür gewählt, dass sie Opposition macht, nicht für Anbiederungen an die CDU.

Die Erwartung einiger Herren, eine "weiche" AfD würde von den Verfassungs ... Beuteparteien-Schützern einen TÜV-Stempel erhalten und fürderhin ans Öffentlich-Rechtliche Büffet eingeladen werden, ist wirklich naiv.

So sehr ich die gepflegten Sottisen des Klonovksy geniesse und auch seine pointierten politischen Reden (- doch, die gab es vor 2, 3 Jahren durchaus) gut finde, so traurig finde ich seine Spalter-Bemühungen in diesem Kandidaten-Wettbewerb. Er möge in Chemnitz einen guten Wahlkampf führen und erfolgreich sein. 

Dazu wäre es sicherlich notwendig, schon jetzt damit anzufangen und die Zweifel an seiner Eignung (- siehe zB https://www.chemnitz24.info/2020/11/bundestagswahl-parteiinternes-lob-aber-auch-laute-kritik-an-nominierung-des-afd-ueberaschungskandidaten-michael-klonovsky/) zu beseitigen. Es gilt, den Direktkandidaten der CDU (2017 bei 26%, AfD 24%) zu überholen.

 

 

Gustav Grambauer

9. Februar 2021 16:39

Es geht doch nicht um Wein, Rennräder oder Stöckelschuhe. Es geht darum, die Hayek-Klüngel als "Transmissionsriemen" (Lenin) der Herrschaftsausübung wieder einbinden zu können und ihnen dafür Plattformen zu erschaffen. Dafür war die AfD vom System ja auch installiert worden. Es ist simpel: die Scharte des "Betriebsunfalls" (des Endes von Lucke) soll ausgewetzt werden, weiter nichts.

- G. G.

Hartwig aus LG8

9. Februar 2021 16:41

"" Ich weiß nicht, wie gut Klonovsky die freie Rede beherrscht. Aber wenn er wenigstens annähernd seine schriftlichen Qualitäten umsetzen kann, dann wäre er in TV-Auftritten ein effektives Geschütz. ""

@quarz

Nein, das kann er nicht. Jedenfalls ist Klonovsky nicht der Mann des gesprochenen Wortes. Selbst in "Aufgeblättert, Zugeschlagen" mit Kositza und Dagen lässt er allen Esprit vermissen. Ich befürchte, er hätte bei einem TV-Auftritt (Talkshow) keine Chance. Klonovsky gehört hinter den Schreibtisch. Fast alles, was er geschrieben hat, ist lesenswert, wenn auch hin und wieder jenseits meiner Meinung. Auch seine beiden Romane kann man ohne Langeweile lesen. Sein "Held", eine Art Lang-Essay, ist ebenfalls trefflich geraten.

Gelddrucker

9. Februar 2021 17:50

Ich möchte davor warnen, den "Anderen" permanent Spaltung vorzuwerfen und dann das gleiche zu tun. Permanenten Schimpfen auf Liberale und Gemäßigte wird uns nicht weiterbringen. Oft sind es Leute mit lauteren Absichten, die aber die demographische Lage und Prozesse wie die ethnische Wahl nicht verstanden oder davon einfach noch nicht gehört haben.

Leider ist es nach wie vor nötig, auch Leute im eigenen Lager zu rotpillen.

Dietrichs Bern

9. Februar 2021 18:24

Ach nein, lieber Götz Kubitschek, so schnell sollten wir aber bitte beim zumessen von Anteilen an der Halbierung des AFD-Ergebnisses zur letzten Bundestagswahl nicht über kurzbehoste Brillenträger mit schütterem Haupthaar und unappetitlichen Zeltgewohnheiten hinweggehen.

Und: Für mich sind die Hauptrepräsentanten der AFD alle in ihren Ämtern geschrumpft, die Petry war doch die einzige und letzte, die in den öffentlich rechtlichen Tribunalen keinen bedauernswerten Eindruck hinterlassen hat.

Beowulf

9. Februar 2021 19:30

Interessant finde ich auch, dass jemand, der sich wie Klonovsky auf seiner Homepage als parteilos darstellt, sich wundert wenn er keinen Listenplatz einer Partei erhält.

Ich bin zwar kein Mitglied in einer Partei, würde mich als Delegierter aber über so einen Kandidaten sehr wundern und mich fragen warum ich eigentlich Mitgliedsschaftsbeiträge für die Partei bezahle.

Glast

9. Februar 2021 19:40

@Nordlicht

"Die Erwartung einiger Herren ... ist wirklich naiv." 

Will keine Haare spalten, aber diese Haltung ist mitnichten naiv; sie ist grotesk, geradezu debil. Dem Establishment geht es um die totale Vernichtung der AfD! Es wird nicht ruhen bis diese Partei zerstört und von den Fressnäpfen vertrieben worden ist. 

RWDS

9. Februar 2021 21:03

@quarz

"Aber wenn er wenigstens annähernd seine schriftlichen Qualitäten umsetzen kann, dann wäre er in TV-Auftritten ein effektives Geschütz."

Wohl wahr. Jetzt müsste er sich nur noch selbst einladen können...

HartwigBenzler

9. Februar 2021 21:07

1a. 

AndreasausE

9. Februar 2021 21:46

So wirklich durchschauen tut das einfach gestrickter Simpel wie ich ja nicht.

Ich lese fast täglich hier, Klonovsky, Tichy, Danisch, Reitschuster - und jeden für sich gern. Aber stelle fest: Setzte man alle an einen Tisch, wäre binnen zehn Minuten veritable Wirtshausschlägerei zugange, und das noch vor Publikum.

Exakt das ist es, was "links" von "rechts" unterscheidet.

Mag nun mancher Stratege drüber nachsinnen - er vergesse es. Genau dieser Individualismus ist doch das "Rechte". Alldiweil werden die linksgrünbolschewikenherdentieiere immer Mehrheit stellen.

Ich persönlich hätte übrigens gern einen Kaiser.

anatol broder

9. Februar 2021 22:25

@ kubitschek

[…] aber die Leute sind eben so höflich, daß ihn keiner unterbrach oder etwas anderes einforderte.

@ glast 19:40

[…] diese Haltung ist […] grotesk, geradezu debil.

ich wette, hätte sich jemand anderes für klonovsky ausgegeben und denselben unpassenden text vorgelesen, wäre das publikum genauso bis zum schluss geblieben. das sind meistens dieselben leute, die stundenlang vor der glotze hocken, ohne den kanal zu wechseln.

quarz

9. Februar 2021 22:25

@Andreas

"Individualismus ist doch das "Rechte""

Aber auch Disziplin im Dienste einer höheren Zielsetzung. Dass ausgerechnet in dieser Hinsicht das amorphe Bündnis aus Linken und Wirtschaftsglobalisten derzeit klar überlegen ist, ist verblüffend und wäre, wär's nicht so tragisch, sogar irgendwie komisch.

RMH

9. Februar 2021 22:48

Aus meiner reinen Wählersicht ziemlich normale innerparteiliche Vorgänge. Lediglich die Linke und manchmal auch die Grünen haben es in der Vergangenheit geschafft, mehr oder weniger Externe im Sinne einer öffentlichen Wirksamkeit auf erfolgversprechende Listenplätze oder Direktmandate zu lancieren. Für die Linke wäre hier als positives Beispiel Wolfgang Nešković zu nennen.

Das die AfD es nicht schafft, im Sinne eines potentiellen Wahlerfolges einen überregional bekannteren Autor chancenreich zu positionieren, spricht dann doch dafür, dass es eine recht normale Partei ist, bei der sich Leute mit lokaler Hausmacht eben doch nicht so leicht die Butter vom Pfründe-Brot nehmen lassen. 

Insofern: Ich freue mich auf die nächsten metapolitischen Beiträge hier auf SiN und vor allem auf das nächste Autorenportrait im Live-Stream. Das ist deutlich erbaulicher als das Parteiengezänk, welches aber zugestandenermaßen auch seine Notwendigkeit hat.

Gracchus

9. Februar 2021 22:56

Klonovsky im Bundestag fände ich ganz witzig - auch wenn mir unklar bleibt, was ihn persönlich dazu treibt (und warum sein Kumpel Moosdorf Gauland angreift, für den Kl. doch Reden schreibt). Mündlich, bei spontaner Rede ist Klonovsky nicht so gut, weshalb er für Talkshow-Auftritte weniger geeignet ist. In vielen Punkten bin ich auch nicht seiner Ansicht. Das Problem ist, dass man nicht genau weiß, wofür die AfD derzeit steht bzw. was ihr Programm ist ausser Protest. 

centurio

9. Februar 2021 23:15

Besser kann man es wohl nicht zusammenfassen. Herr Klonovsky hat sich entzaubert, seine bisweilen so dreisten wie erratischen Invenktiven besitzen fortan keine Schärfe mehr.

Dem linken "Informationsdienst zur AfD in Sachsen" ist übrigens für seinen Beitrag "Moosdorfs Welt" vom 3.2. zu danken - wird doch klar, auf wessen Gesshwurbel die dubiose Positionierung der Partei zu Corona gewachsen ist. Moosdorfs Erbe ist die Außergefechtsetzung der AfD, wo es eigentlich darum ginge, im Wahljahr Merkels letztes und kardinales Versagen zu geißeln.

Arkadier

10. Februar 2021 02:24

Als ich von Klonovskys Kandidatur las, da dachte ich im ersten Moment an einen Scherz; dann wunderte ich mich über eine derart falsche Selbsteinschätzung. Ein Mann, der immer und überall seine Individualität und seine Verachtung - oder zumindest Ablehnung - der Masse betont will von der Masse gewählt werden? Ich mag seine Texte, vor allem die über Musik, aber wählen würde ich ihn nicht. Genauso wenig wie ich die Bundes/Meuthen-AfD wählen würde. Über die Naivität, gar politische Dummheit, haben die Kommentatoren hier bereits das Nötige geschrieben. Ein ausgeklügeltes 8D-Unterwasserschach führt niemals zur politischen Einflussnahme man säuft ab bevor man den ersten Zug gesetzt hat. Wir brauchen keine weitere Systempartei, wir brauchen eine Alternative dazu. 

Solution

10. Februar 2021 10:09

Klonovsky ist zweifellos ein talentierter Schreiber. Doch inhaltlich leider ein Musterbeispiel für einen Cuckservativen und bestimmt kein Rechter. Klonovsky steht übrigens auch für die grundsätzliche Befürwortung von Einwanderung sowie für die grundsätzliche Ablehnung eines ethnischen Volksbegriffes. Daher begrüße ich seine Nichtaufstellung. 

Laurenz

10. Februar 2021 10:57

Roland Tichy ist doch ganz gewiß kein Idiot. Der Artikel bezüglich der INSA-Umfrage war eindeutig in der Information.

Was Roland Tichy hier offensichtlich gemacht hat, ist der reine Selbstbetrug konservativer Politiker und konservativer Wähler.

Welche politischen Positionen zwischen Nationaler Einheitsfront 2.0 und deren erlaubtem "Meinungsspektrum/Framing" und der AfD soll es denn bitte geben?

Wenn hier einer eine deutliche politische Position nennen kann, spendiere ich demjenigen eine Flasche Schampus.

Sobald eine konservative Partei in den gesetzten Haltungs-Rahmen springt, also historisch dem Weg der CDU zur Neo-SED folgt, wird sie überflüssig. Da dürfte dann, wie in der DDR, auch die NPD im Berliner Sandkasten als Schmuddelkind mitspielen.

Der Druck im Kessel ist hoch. Wenn die AfD die Rolle der einzigen parlamentarischen Oppositionspartei verläßt, wird sie von einer neuen politischen Kraft ersetzt werden. Und dann werden die ganzen Hayek-Schnarchnasen mit dem Mal der politischen Niederlage behaftet sein.

Fritz

10. Februar 2021 11:13

Ich frage mich nur, welche Perspektive der Flügel-nahe Teil der AfD denn zu bieten hat? Meint man wirklich, wenn man die Meuthen-Wähler vergrault hat, könne man in absehbarer zeit irgendwelche politischen Veränderungen herbeiführen? Und man könne die überhaupt herbeiführen ohne Kompromissbereitschaft?

Wohl kaum; absolute Mehrheiten für die AfD sind auch im Osten nicht zu erwarten, und selbst wenn würde man einer AfD-Landesregierung (oder auch nur einem von ihr Landrat) das Leben unmöglich machen und jeden Erfolg unterbinden.

Irgendwie kommen sie mir vor wie die Leute, die immer noch von der Vergesellschaftung der Produktionsmittel oder der Zerschlagung des Imperialismus träumen. Träumt weiter. 

 

Glast

10. Februar 2021 12:08

@Fritz

Da haben Sie sogar recht denke ich. Eine Afd, die maßgeblich von Höcke geprägt ist, wird nicht wirklich was reißen im Westen. Und im Osten ist vielleicht bei 40% das Ende der Fahnenstange erreicht. Eine 'liberale' AFD wird im Westen nicht über 15 % hinaus kommen und wäre im Osten überflüssig. Etwas simplifizierend dargestellt. 

Bede Seiten gemeinsam wären zweifelsohne natürlich stärker. Aber auch da sehe ich auf parlamentarischem Wege schwarz für die Muttererde. Uns Deutschen geht es einfach (noch) zu gut. Und wenn es uns weiterhin so gut geht, dann sehen Gera und Cottbus (jetzt schon) und Leipzig und Schwerin in nur 10 Jahren genauso aus wie Worms oder Bad Cannstatt. 

 

Heinrich Loewe

10. Februar 2021 12:39

@Fritz

100% Zustimmung. Wenn man Wahlen gewinnen will, muß man -mehr als den politischen Gegner- den Wähler im Blick haben. Die Umfrage von Tichy finde ich auch stimmig. Ich kenne viele, gerade ältere, Leute, die die Einheitsfront-Politik eigentlich ablehnen, denen die AfD aber doch zu "polterig" ist.

 

Eldor

10. Februar 2021 12:48

Kristallklare Analyse, vor allem auch richtig und fair Klonovsky gegenüber. Dessen spitze Feder und Mut, sich dem System entzogen zu haben, schätze ich auch. Nicht aber sein Sich-Ausliefern an den Herrn Prof. Meuthen. Und sein Boehemien-Gehabe hat in der Politik nichts verloren; das gibt es unterhaltsamer von Joseph von Westphalen, einem genuin Linken.  

Neben dem Versagen in der sog. Corona-Krise waren es Selbstzerstöreritis und Listenplatzgerangel von fein bis polternd, weshalb ich in Baden-Württemberg aus der AfD ausgetreten bin. Damit wird wohl im März das für ein "Westland" sensationelle Wahlergebnis von 15,5% verspielt werden. Nicht zufällig ist Meuthen von dort nach Straßburg desertiert.

Imagine

10. Februar 2021 13:17

Bin gespannt, wie viele AfD-PolitikerInnen – und zwar von beiden Flügeln – die Petry machen werden, nachdem sie ins Parlament gewählt wurden und nun für 4 oder 5 Jahre luxuriös alimentiert werden.

Laurenz

10. Februar 2021 14:57

 

@Fritz & Heinrich Loewe & Glast

100% Ablehnung!

Es geht einzig und alleine darum, in die riesige Lücke zu stoßen, welche die frühere SPD und der CDU-Arbeitnehmerflügel hinterlassen haben. Es geht darum, Volkspartei zu werden.

Mit einer Meuthen-Ersatz-FDP bleibt das unmöglich. Lesen Sie BK.

Laurenz

10. Februar 2021 15:14

@Imagine

Haben wir doch jetzt schon. Ist im Parlamentarismus etwas ganz normales. 

Das einzige, was man dagegen tun kann, ist zB Abgeordnetenwatch zu unterstützen oder Bürgerbewegungen, die für mehr bürgerliche Teilhabe eintreten.

RMH

10. Februar 2021 15:29

@Laurenz,

Volkspartei? Als utopisches Fernziel gerne, kurzfristig bis zur nächsten BT Wahl bleibt Protestpartei das realistischere. Und als klassischer "Protestwähler" ist es bspw. mir komplett wumpe, ob Klonovsky jetzt ein Meuthen oder Höcke Mann ist. Er ist ein eleganter Spötter und das alleine hätte sicher vielen genügt. 

Solution

10. Februar 2021 15:30

Schon beginnen die Abgesänge auf die AfD, wie sie heute ist. Die beim IfS erschienene Broschüre sowie diverse Kaplaken-Bände haben bereits eine wohl letzte und anscheinend vergebliche Warnung ausgesprochen. Nun habe ich heute im Briefkasten die Werbung für ein in den nächsten Tagen erscheinendes Buch aus dem HJB-Verlag von W. D. Eisenheim "Warum die AfD im Westen scheitern wird" gefunden. Schon nach dem Scheitern der Republikaner war es keine Genugtuung, wenigstens dabeigewesen zu sein und vergeblich gewarnt zu haben.  

Glast

10. Februar 2021 15:32

@Laurenz

Lesekompetenz?

Wo bitteschön hab' ich geschrieben, dass eine liberale Meuthen-AFD irgendetwas gewinnen könnte?! Das differenzieren fällt Ihnen manchmal schwer. Ich schrieb, dass die AFD weder als Meuthen-Ulkus noch als Höcke-Partei noch als Doppeladler noch viel reißen wird. Klar, es gibt Gegenden in Hamburg-Harburg, Gelsenkirchen und Mannheim da wäre mit bisschen mehr Dampf und Klartext mehr drin. Aber im Großen und ganzen war es das dann. 

Selbst die FPÖ in Regierungsverantwortung und mit gewaltiger Basis hat substanziell wenig bis nichts geleistet. Oder hab' ich da was verpasst? Rückführungen etwa? 

Ordo

10. Februar 2021 15:34

Letztlich geht es nicht um Anbiederung oder Defätismus,sondern um die Frage, auf welche Wählerschichten sich die Partei primär konzentrieren will, um irgendwann Mehrheiten zu bekommen. Bürgerliche Mitte oder Nichtwähler und untere Mittelschicht/Unterschicht? Wo ist das größere Potenzial? Klonovskys Überzeugung wird vermutlich dieselbe wie die Patzelts sein, dass es unmöglich sein wird, Mehrheiten zu erzielen, wenn es nicht gelingt, zumindest einen Teil des Bürgertums dazu zu bringen, politische Gewohnheiten abzulegen und die Seiten zu wechseln. Ob man nur über die verstärkte Mobilisierung der Nichtwähler und abstiegsbedrohten Mittelschicht, in jene Prozentbereiche kommt, die Regierungsansprüche legitimieren, ist zumindest zweifelhaft. Allerdings dürfte die gesamte gesellschaftliche Statik und Stratifikation in den nächsten Monaten und Jahren nochmal in Bewegung kommen. Die Nach-Corona-Zeit wird auf jeden Fall spannend. 

Imagine

10. Februar 2021 15:37

Soziologisch betrachtet, kann die AfD aus den gleichen Gründen nicht Volkspartei werden, die dazu führten, dass die SPD keine Volkspartei mehr ist.

Wenn es interessiert:
Ein Interview mit Frauke Petry zur Zukunft der AfD.
https://www.luzernerzeitung.ch/international/interview-mit-ex-afd-chefin-frauke-petry-die-afd-kann-keine-gemassigte-kraft-mehr-werden-ld.1213790

Ein gebuertiger Hesse

10. Februar 2021 15:48

Aber bei allem: Was ist von einer Gesamtpartei zu halten, die es unterläßt, das seit einem Jahr heißeste Eisen schlechthin, nämlich die globale Corona-Lüge, als genau diese zu entlarven und zu brandmarken? Ein Angstschisser ist, wer diesen Joker nicht ausspielt.

Gotlandfahrer

10. Februar 2021 15:59

@Imagine:

Soziologisch betrachtet, könnte die AfD aus genau den Gründen, die dazu führten, dass die SPD keine Volkspartei mehr ist, Volkspartei werden.

Soziologisch betrachtet haben bornierte Bobos in Nachfolge der Jutesackträger in Jesuslatschen die Befreiungsmoralanstalten des "kleinen Mannes" gekapert und die Moral gegen diese gewendet, ohne dass diese es in der Mehrzahl erfassten oder daran so frustrierten, dass sie bis heute der politischen Willensbildung fernbleiben.

heinrichbrueck

10. Februar 2021 16:07

Die Alternative wird auch als antideutsche Framingkampagne genutzt; das Narrativ eines deutschen Deutschlands nicht mehr denken zu können. Der Wähler soll keinen Terrorismus wollen, also keine AfD denken. Die Medien ignorieren die AfD nicht. Dem AfD-Wähler wird dann aufgebunden, er würde antidemokratischen Rechtsextremismus fördern, obwohl ein AfD-Demokrat mit Altparteienablehnung. Die AfD klein genug zu halten, für die Medien kein Problem, schaffen die Vergangenheitsbewältiger, deren Vergangenheitsaufarbeitung Deutschland seit Jahrzehnten terrorisiert. Der Wähler wird manipuliert, die AfD als Prügelknabe gegen ihn eingesetzt, ein deutsches Deutschland als rassenterroristischen Zuwanderungsgegner geframed. Ich möchte eine AfD sehen, die aus dieser Nachkriegsfalle ausbrechen kann. Wurde sie dafür geschaffen?

Kanada stuft „Proud Boys“ als Terroristen ein. Framing Trump. Die Amis brauchen Vergangenheitsaufarbeitung: https://foreignpolicy.com/2021/01/30/germany-confronting-racist-past-history-nazis-united-states-vergangenheitsaufarbeitung-susan-neiman/

Laurenz

10. Februar 2021 16:10

@RMH & Glast & Imagine

"Volkspartei werden" ist Futur.

Volkspartei-werden geht nur mit einer bestimmten Programmatik, welche die Interessen von Mehrheiten vertritt. Aktuell wird diese Programmatik von der Meuthen-Fraktion verhindert, welche nur die Interessen einer sehr überschaubaren Minderheit vertritt. Und solange diese Fraktion existiert, wird sie ein Volkspartei-Programm verhindern oder zu verhindern suchen.

Es gibt also  2 Optionen, 1. die Meuthen-Pazderski-Option ... als eine von 2 pseudo-liberalen Parteien, zwischen 4 und 10% luxuriös vegetierend, auf irgendeine Bettler-Koalition hoffend, sich in Parlamenten den Hintern breit zu sitzen....

oder 

Option 2 

Ein Volkspartei-Programm mit Höcke- oder Sander-Färbung, welches Familien, Rentner, Kinder, Arbeitnehmer privilegiert und Unternehmer/Mittelstand nicht überstrapaziert.

Werte SiN-Freunde, ich weiß mich nicht besser verständlich zu machen. Aber ich verstehe, tatsächlich nicht, warum eine Mehrheit auf diesem Forum den einfachen Weg zur Macht nicht sieht?

Mit welcher PR wurden jemals Sozis Kanzler? Aktuell gibt es keine Volksparteien mehr, nur Minderheiten.Vertretungen, siehe Lars Klingbeil  https://youtu.be/_iXZJSKMMj4

Im Nachkriegsdeutschland war die gesellschaftliche Situation noch nie günstiger als jetzt, außerhalb der CDU oder SPD legal an die Macht zu kommen.

sok

10. Februar 2021 16:25

Die AfD wird nicht deswegen abgelehnt und bekämpft, denuziert und kriminalisiert, weil sie Vogelschiss, Kopftuchmädchen und ausgeschwitzt gesagt hat.

Für die Wahlerfolge der AfD wäre es aber besser, wenn man die Schüsse aus der Hüfte, die grob  in die richtige Richtung weisen, durch gezielte Schüsse ersetzen würde.

Schmidt-Denter hat als Psychologe die richtigen Fachkenntnisse, um die Folgen der Umerziehung zu analysieren. Außerdem  hat er in einer gigantischen eropaweiten Idenditätsstudie, deren Ergebnisse in 35 Büchern niedergelegt sind, Eltern und Schüer befragt.

Schnmidt-Denter kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeitgige Erziehung dazu führt, dass die deutschen Schüler kein positiv besetzten Nationalbewusssein haben. Es ist desahallb nicht verwunderlich, dass sie die Eroberer ihres Landes so begeistert empfangen als ob es Befreier wären.

Schmidt-Denter verlangt eine Evaluation der Erziehung, da weder Schüler noch Eltern die derzeitge Erziehung gut finden. Beide würden ein durchschnittliches Nationalbewusstsein bevorzugen.

Wenn die AfD die Forderungen von Schmidt-Denter aufgreifen würde, könnte sie die Schüsse aus der Hüfte durch gezielte Schüsse ersetzen, die zumindest bei Eltern und Schülern ein deutliche Mehrheit hinter sich hätten. Die Forderung nach einem normalen deutschen Nationalbewusstsein ist mehrheitsfähig.

bb

10. Februar 2021 20:05

Sämtliche politischen Entscheidungen müssen vor diesem Hintergrund betrachtet werden:

  1. Das zentrale Thema unserer Zeit ist die Masseneinwanderung. Schreitet sie weiter fort, wird es kein Deutschland und keine deutsche Politik mehr geben.
  2. Alles, was die Masseneinwanderung verlangsamt, stört, lenkt, unterbindet oder umkehrt zögert erhöht Deutschlands Überlebenswahrscheinlichkeit.
  3. Sämtliche Parteien im Bundestag, bis auf die AfD, sind nicht fähig oder willens, gegen die Masseneinwanderung vorzugehen.
  4. Die AfD hat im Bundestag keinen Handlungsspielraum, da alle anderen Parteien sich in der Fundamentalopposition zur AfD befinden. 
  5. Alle Handlungen der AfD im Bundestag müssen nach genau zwei Kriterien bewertet werden: a) Bindet sie mehr Wähler an die AfD? b) Fördert sie (in)direkt die Masseneinwanderung?
  6. Alle (in)direkt einwanderungsfördernden Handlungen sind zu unterbinden. Nur Handlungen, die Wählerstimmen bringen, sind überhaupt relevant.
  7. In der gesamten Rechten gibt es einen Konsens: Migration muss gesteuert, bestenfalls umgekehrt werden.

Also war es ein Fehler, Jens Maier et al. als Abgeordnete vorzuziehen. Zwar verkünden diese wie kein Dritter die reine Lehre aus Schnellroda, allerdings werden für den Kampf auf der Bundesebene Charismatiker wie Klonovsky gebraucht, um das Potential der gesamten Rechten abzurufen.

Volksdeutscher

10. Februar 2021 20:28

@Solution - "Schon nach dem Scheitern der Republikaner war es keine Genugtuung, wenigstens dabeigewesen zu sein und vergeblich gewarnt zu haben."

Hätte Schönhuber sein Buch "Ich war dabei" nicht geschrieben, wären die Republikaner glimpflicher davongekommen, selbst wenn seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS später doch hervorgekramt worden wäre. Aber seine Bekenntnis zu einer Episode seiner Vergangenheit wurde ihm als Prahlerei ausgelegt, während in solchen Fällen "offiziell" händeringende Reue- und Sühneübungen vorgesehen sind. Günther Grass schwieg darüber und wurde erfolgreich. Es ist auch nicht einzusehen, warum man das deutsche Volk mit der Frage nötigt, warum es keinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hatte. Warum hätte es auch müssen? Ich habe noch nie davon gehört oder gelesen, daß man die Russen mit der Frage genötigt hätte oder daß Russen sich selbst mit der Frage nötigen würden, warum sie keinen Widerstand gegen Lenin oder Stalin geleistet hatten. Dieser perversen Anklage gehörte längst entschieden entgegengetreten zu werden.

heinrichbrueck

10. Februar 2021 20:28

@ Laurenz

Sie meinen also, wenn Twitter Trump sperren kann, war Trump an der Macht? Merkel ist wohl die mächtigste Frau Europas, auch wenn Merkel nicht daran glaubt. Der mächtigste Mann der Welt, gesperrt von Twitter oder Biden, in beiden Fällen eine Machtdemonstration. Mehr Offenheit und Wählerverachtung geht nicht. Obwohl, Corona als Gesslerhut war auch nicht schlecht. 

Imagine

10. Februar 2021 21:02

@Gotlandfahrer   10. Februar 2021 15:59
„Soziologisch betrachtet, könnte die AfD aus genau den Gründen, die dazu führten, dass die SPD keine Volkspartei mehr ist, Volkspartei werden.“

Nein, die AfD ist bei den Schichten, die von der SPD, vom Sozial-Flügel der CDU sowie auch von der Linkspartei verraten wurden, unglaubwürdig.

Die aktiven Mitglieder der AfD und die BerufspolitikerInnen kommen vor allem aus abstiegsbedrohten Mittelschichten.

Wie kann man ernsthaft glauben, dass die neoliberale Ex-Lucke-Partei, die wirtschaftsliberale Petry-, Gauland-, Meuthen-, Weidel-Partei nun von Pauperisierung und Prekarisierung bedrohten oder betroffenen Schichten als „Sozial-Partei“ gewählt wird?

Never ever.

Imagine

10. Februar 2021 21:03

2/2

Die Linken haben als Gallionsfigur eine Sahra Wagenknecht. Die positioniert sich ganz klar für Sozialpolitik und sozialen Wandel. Das ist eine Intellektuelle, die in der akademischen Welt einen hohen Status genießt.

Wen hat die AfD?

Ein Benedikt Kaiser und ein Florian Sander sind nur Insidern vor allem aus dem Bereich der „Neuen Rechten“ bekannt. In der AfD haben sie keine ideologische Führungsposition inne.

Sieht man vom Osten ab, so sind es vor allem die Protestwähler gegen die Merkel-Politik, insbesondere gegen die Massenimmigration, welche die AfD über die 5%-Hürde bringen.

Skeptiker

10. Februar 2021 21:37

Die AfD hat in der Zeit der Corona-Pandemie erheblich an Wählerzuspruch verloren und nicht etwa, weil sie nichts gegen die "globale Corona-Lüge" unternommen hat, sondern weil auch viele AfD-Sympathisanten diese Darstellung geradezu grotesk finden. Auch in diesem Forum haben sich zahlreiche Foristen seit dem zurückgezogen. Einige mögen hier sehr wortgewaltig auftreten und Andersdenkende mit zum Teil hanebüchenden, zusammengegoogelten und teilweise aus befremdlichen Quellen stammenden Fehlinformationen überzeugen wollen ... Es überzeugt dennoch nicht. Großen Zuspruch hätte sicherlich erfahren, Corona/Covid 19 als das zu akzetieren, was es ist: Eine ernstzunehmende Krankheit, aber Alternativen zur Strategie der Bekämpfung zu entwickeln! Der Freiburger AfD-Bundestagsabgeordnete T. Seitz hat wochenlang um sein Leben gekämpft. Ich weiß, dass auch er es nicht mehr lustig findet, das Virus einer Grippe gleichzutun, wie einige hier nicht müde werden. So nun dürfen wieder einige über mich herfallen!

Eo

10. Februar 2021 22:29

Das Problem der AfD
ist nun einmal – und dies von Anfang an, daß gewisse einflußreiche Stichwortgeber unmißverständlich zu verstehen gegeben haben, was von dieser Alternative zu halten ist, nämlich nichts und sie folglich auszugrenzen und deren Mitglieder und Anhänger wie Aussätzige zu behandeln.

Und weiterhin weil die AfD
sich, wenigstens zu eim erheblichen Teil tatsächlich als echte Alternative betrachtet und folglich einen Kurswechsel hin zu eim Deutschland, das seinen deutschen Markenkern zu bewahren versucht, auch anstrebt, doch mit eim solchen Bestreben den globalistisch auf Kurs gebrachten Parteien (Einwanderungsland Deutschland, Bunte Republik, Deutschland neu denken usw.) logischerweise ein Dorn im Auge sein muß; schließlich ist der Weg in den Globalstaat, wie die Kanzlerine schon vor Sarrazin mal apodiktisch kundtat, alternativlos und auf gut deutsch gesagt unabänderlich.

Tja, und als drittes kommt
noch hinzu, daß bislang keine wirklich überragende Gestalt von ausgesprochen kämpferischem Charakter dazu gestoßen ist, der ähnlich wie Trump den Fehdehandschuh der Feindschaft des Polmedkomps aufnimmt und wie ein stolzer Ritter gegen die Herrschaft der Heuchler und notorischen Lügner, der Mittelmäßigen und Minderwertigen mit offenem Visier zufelde zieht.

 

anatol broder

10. Februar 2021 23:56

braucht die afd einen parlamentarischen spötter? wird seine feder nach zermürbenden sitzungen spitz bleiben? sind die gegner nicht schon lächerlich genug?

wie viele wähler nehmen unplatten humor überhaupt wahr? ich darf erinnern, dass die meisten deutschen das lied katzeklo von helge schneider wörtlich verstehen.

daher rate ich auf der deutschen politischen bühne mittelfristig von jedem humor ab. das zieht einfach nicht.

bei bedarf kann man zugeschnittene kampagnen extern bestellen. sogar ganz extern, denn ausländische werbeagenturen haben meistens keine repressionen aus deutschland zu befürchten.

Imagine

11. Februar 2021 00:05

@Skeptiker   10. Februar 2021 21:37

„Großen Zuspruch hätte sicherlich erfahren, Corona/Covid 19 als das zu akzetieren, was es ist: Eine ernstzunehmende Krankheit, aber Alternativen zur Strategie der Bekämpfung zu entwickeln!“

Nur ein paar wenige Irre bestreiten, dass Covid19 eine ernstzunehmende Krankheit ist.

Auch Kritiker des „Pandemie-Regimes“ wie Paul Schreyer vom „multipolar-magazin“ sehen dies so. Zugleich klärt er über „Pandemie Planspiele – Vorbereitung einer neuen Ära“ im Video auf.

Die von Ihnen geforderten „Alternativen zur Strategie der Bekämpfung“ existieren bereits.

Die Corona-Pandemie lässt sich innerhalb weniger Monate unter Kontrolle bringen und zuverlässig unter Kontrolle halten.

Die empirischen Beweise liegen vor. Die Methoden sind bekannt und sind weniger beeinträchtigend und schädigend als der Lockdown und die praktizierten Freiheitseinschränkungen.

Warum geschieht im US-Imperium keine effektive Bekämpfung der Corona-Pandemie? Obwohl die gesellschaftlichen Schäden offensichtlich sind.

Warum konfrontieren die AfD-Politiker nicht die Regierung und das Parlament damit, dass – wenn man will – die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bringen ist?

RMH

11. Februar 2021 07:15

Von der sog. Corona Krise profitieren aktuell liberale Ideen mehr, als soziale, denn die Freiheit wird massiv beschränkt, die Subventions- und Umverteilungsmaschine auf Schuldenbasis hingegen brummt, wenn auch mit Stottern im Einzelfall.

Die FDP verkauft sich hier besser, als die vermeintlich "liberale" AfD, die zu Beginn des letzten Jahres mit ihrer Forderung nach umfassenden Grenzschließungen erst einmal richtig lag (jedoch damit keine Aufmerksamkeit erzielen konnte), dann aber doch deutlich überfordert von dem ganzen Geschehen war und während der Krise kein einheitliches Bild mehr abliefern konnte und kann.

Und hier wird über sächsisch-provinzielle Perspektivlosigkeit fabuliert (wer bitteschön sind schon so klangvolle Namen wie Jens Maier oder Siegbert Droese?). Perspektiven können durch die Beimengung von einigen Quereinsteigern auf aussichtsreichen Plätzen bei einem Wahlvorschlag geöffnet werden, bzw. kann dadurch die Attraktivität des gesamten Wahlangebots an den Wähler gesteigert werden. Gut, dass will man in Altparteien-Manier offenbar auch bei der AfD allenfalls nur bei der Bundesversammlung zulassen. Alternativ ist das dann aber nicht zwingend. 

Eine Partei sollte immer auch eine gewisse Offenheit für Quereinsteiger, Charakterköpfe, Parteilose, Externe haben. Jetzt darf man sich bei Klonovsky aussuchen, was davon überhaupt noch zutrifft, denn er verdient ja sein Geld schon via AfD und ist kein Parteiloser. 

 

Laurenz

11. Februar 2021 08:17

@bb

Warum sollte man sich überhaupt zur Massen-Invasion äußern. Ich erinnere Sie an einen GK-Artikel, (habe den Titel vergessen,) vor ein paar Wochen oder Monaten, in dem GK anmahnt, sich in politischen Äußerungen auf wesentliches zu beschränken. Einfach nur auf die anderen deuten, zB die Kosten der Massen-Invasion gegen die Kosten für Unis oder Schulen stellen. Wenn man sich zur Massen-Invasion anders äußert, wird man von den Profiteuren (zB den Kirchen) schon mal nicht gewählt werden. Lieber den Profiteuren noch einen Weg aufzeigen, wie man den Bürger weiter ausnehmen und knechten kann. Und da die anderen dran sind, sind die anderen dann auch schuld an der wachsenden Misere.

Nordlicht

11. Februar 2021 08:25

@Skeptiker:

Die Merkel-CDU hat während der Corona-Krise Stimmen gewonnen, weil jede Krise die Stunde der Exekutive, der Herrschenden, der jeweiligen Regierung ist. Und natürlich hat die AfD auch deswegen an Aufmerksamkeit (=Stimmen) verloren. Über den weiteren Grund "innere Zerwürfnisse" diskuteiren wir ja hier.

Und, ja, das Virus hat schwere Erkrankungen, auch solche zum Tode, verursacht; das ist bei vielen Krankheiten so. Das RKI nennt für die Grippesaison 2017/2018 für Deustchland 25.000 Tode. Die Erwähnung einzelner Erkrankter und Gestorbener sagt NICHTS über die Frage, ob Corona eine Epidemie ist und die Suspendierung der Bürgerrechte und die Zerstörung ganzer Wirtschaftsbereiche rechtfertigt.

In D gab es 2020, berücksichtigt man die Alterskategorien, keine Übersterblichkeit. In einer alternden Gesellschaft steigt die Zahl der jährlichen Toten. Am 1.1.2020 gab es 109.345 Über-85-Jährige mehr als am 1.1.2019 . Mit 85 hat man/frau eine Lebenserwartung von 5,5 Jahren, die Sterblichkeit beträgt also 0,18.  Bei 109.345 mehr Über-85-Jährigen als im Jahr zuvor gibt es - ohne jede Seucheneffekte - rd. 20.000 mehr Tote mit >85 Jahren als im Vorjahr.

Das Merkel-Regime regiert mit Angstmachen und Manipulation.

Laurenz

11. Februar 2021 08:33

@Anatol Broder @Glast

"das sind meistens dieselben Leute, die stundenlang vor der Glotze hocken, ohne den Kanal zu wechseln."

Sich mit Arroganz gegenüber dem Mob zu äußern, ist leicht und billig. Auch wenn der Mob es vielleicht nicht weiß, so sitzen wir in einem Boot mit ihm. Und was haben wir dazu beigetragen, daß der Mob anfängt, auf 2 Kanälen zu schauen oder was anderes als Arzt-Romane zu lesen? Und überhaupt, in Anbetracht unserer Sterblichkeit ist es vollkommen egal, ob wir Schopenhauer lesen oder Prol-TV schauen. Das einzig wichtige am Ende eines Lebens ist, werter Anatol Broder, möglichst oft den eigenen Leidenschaften gefolgt zu sein und sie gelebt zu haben.

Der Mob hat schon häufig den eigenen Henker oder zumindest Blutsauger gewählt. Läge es nicht an uns, die Henker und Blutsauger in der Debatte zu schlagen, anstatt sich leichtens über den Mob zu erheben?

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