Sachsen: Zerrst Du noch oder fragst Du schon?

Der sächsische Landesverband der AfD hat am Wochenende seine Kandidatenliste für die Bundestagswahl im September aufgestellt.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Freund und Feind sind sich dar­in einig, daß es schlecht lief für die Anhän­ger des Meu­then-Kur­ses. Nament­lich Alex­an­der Gau­lands Reden­schrei­ber, der im säch­si­schen Bad Schle­ma gebo­re­ne Micha­el Klo­n­ovs­ky, schei­ter­te mit sei­ner Kan­di­da­tur auf Platz 2 gegen den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jens Mai­er und zog gleich danach im Ren­nen um Platz 3 wie­der­um den Kür­ze­ren, dies­mal gegen Sieg­bert Droese, der eben­falls bereits im Bun­des­tag sitzt.

Klo­n­ovs­kys Weg­ge­fähr­te Mat­thi­as Moos­dorf, der sich ursprüng­lich rund um Platz 5 posi­tio­nie­ren woll­te, trat gar nicht mehr an, und das war ver­mut­lich eine wei­se Ent­schei­dung: Nach­dem ein vier­sei­ti­ges Pam­phlet Moos­dorfs gegen die eige­ne Par­tei und vor allem gegen deren Ehren­vor­sit­zen­den Gau­land bekannt­ge­wor­den war, war er im Grun­de unwähl­bar, und ver­mut­lich hat auch sein Freund Klo­n­ovs­ky auf­grund die­ser Ver­öf­fent­li­chung Stim­men verloren.

War­um aus­ge­rech­net eine lin­ke, eine aus­drück­lich gegen die säch­si­sche AfD gerich­te­te Sei­te den Moos­dorf-Text noch vor der Lis­ten­wahl ver­öf­fent­lich­te, gibt Anlaß für einen eben­so nahe­lie­gen­den wie beun­ru­hi­gen­den Gedan­ken: Hält der Geg­ner eine Meu­then-AfD, zu deren Vor­trieb Klo­n­ovs­ky und Moos­dorf zwei­fel­los gehö­ren, für gefähr­li­cher als eine klar über den Ex-Flü­gel mar­kier­te? Ist ihnen Jens Mai­ers Keu­le lie­ber als Klo­n­ovs­kys Flo­rett oder Moos­dorfs Cellobogen?

Ja, und die­se Denk­wei­se ist das Spie­gel­bild der Denk­wei­se Meu­thens und sei­ner Anhän­ger. Man rech­net hier wie dort mit drei­er­lei (und macht sich drei­fach etwas vor) :

Ers­tens wer­de mit einer “bür­ger­li­chen” AfD der Ein­bruch in bür­ger­li­che­re Wäh­ler­mi­lieus mög­lich sein. Klo­n­ovs­ky ver­wies in sei­ner Bewer­bungs­re­de genau aus die­sem Grund auf eine INSA-Umfra­ge, die das Maga­zin Tichy in Auf­trag gege­ben hat­te. Gefragt wur­de nach den Erfolgs­aus­sich­ten einer neu­en Par­tei, die sich zwi­schen CDU und AFD zu klem­men in der Lage wäre. Man kön­ne, so das Ergeb­nis, damit über zwan­zig Pro­zent der Wäh­ler anspre­chen. Außer­dem könn­ten sich über fünf­zig Pro­zent der AfD-Wäh­ler vor­stel­len, dann lie­ber die­se gemä­ßig­te (viel­leicht noch nicht mar­kier­te) Par­tei zu wählen.

Zwei­tens: Man geht im Meu­then-Lager davon aus, daß es eine Rest­neu­tra­li­tät, eine Rest­fair­ness in den Ver­fas­sungs­schutz­äm­tern auf Bun­des- und Lan­des­ebe­ne gebe. Durch die Säu­be­rung der Par­tei von den “Spin­nern”, den bereits so mar­kier­ten “Rechts­ex­tre­mis­ten”, kön­ne es gelin­gen, die AfD aus der Beob­ach­tung und dem Ver­dacht wie­der her­aus­zu­lö­sen. Die­se Auf­fas­sung beinhal­tet unaus­ge­spro­chen, es gäbe tat­säch­lich kla­re Kri­te­ri­en, nach denen der Ver­fas­sungs­schutz beur­tei­le und ein­stu­fe. Die blo­ße Geg­ner­schaft zu den Alt­par­tei­en gehö­re nicht dazu.

Der drit­te Punkt ist die Über­schät­zung der Bedeu­tung von Wort und Rede im poli­ti­schen Raum. Intel­lek­tu­el­le und Publi­zis­ten wie Moos­dorf und Klo­n­ovs­ky nei­gen dazu, der fun­keln­den Stel­lung­nah­me gro­ßes Gewicht bei­zu­mes­sen, und sie hat in der Tat ihr Gewicht – nur eben nicht dort, wo es um die Auf­ga­ben geht, die eine Par­tei im poli­ti­schen Raum zu erfül­len hat. Auch ich höre lie­ber Klo­n­ovs­ky beim Den­ken zu als ande­ren beim Kot­zen, aber die­se Vor­lie­be ist für den Auf­bau einer Par­tei von unten her ohne Belang.

Klo­n­ovs­ky hat den Befund, es kön­ne dem Geg­ner nur recht sein, wenn er es nicht auf die Lis­te schaf­fe, unmit­tel­bar nach sei­ner Nicht-Wahl bestä­tigt, als er in sein Netz-Tage­buch, sei­ne acta diur­na, notier­te: “Es läuft. Für die Spin­ner wie für die Mer­kel­trup­pe”. Das mag aus frus­trier­ter Lage her­aus in die Tas­ten gehäm­mert wor­den sein, man mag sich selbst ja auch nicht in einer Hal­le sit­zen sehen, in der man gera­de in zwei Wahl­gän­gen hin­ter­ein­an­der weg ohne Chan­ce war. Aber die eige­nen Leu­te als Spin­ner bezeich­nen? Immer­hin hal­ten die­se Spin­ner noch immer den ein­sa­men Ergeb­nis­re­kord von über 27 Pro­zent bei einer Lan­des­wahl und mit Direkt­man­da­ten von über 30 Pro­zent bei der letz­ten Bundestagswahl.

Aus mei­ner Sicht irren sich Meu­then und Klo­n­ovs­ky und die oben erwähn­ten lin­ken Geg­ner: Die mus­ter­gül­ti­ge Säu­be­rung der Par­tei ent­lang von Kri­te­ri­en, die man aus den Ora­kel­sprü­chen des VS her­aus­deu­ten oder den Geg­ner­emp­feh­lun­gen der Sor­te Pat­z­elt ent­neh­men soll­te, taugt für Sach­sen eben­so­we­nig wie für Thü­rin­gen oder Sach­sen-Anhalt, Bran­den­burg oder Mecklenburg-Vorpommern.

Und auch in der ein oder ande­ren west­li­chen Hoch­burg, dort, wo das gan­ze expe­ri­men­tel­le Regie­rungs­cha­os aus­ge­ba­det wer­den muß, wird es den Leu­ten herz­lich egal sein, ob die ein­zi­ge Oppo­si­ti­on einer Gesin­nungs­prü­fung stand­hielt oder nicht: nur, sie muß Oppo­si­ti­on sein, muß als Oppo­si­ti­on sicht­bar sein, wahr­nehm­bar anders, ganz anders.

Wir haben es also nicht mit Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men zu tun, die man durch Wohl­ver­hal­ten oder Säu­be­rungs­ak­tio­nen aus­he­beln könn­te. Und natür­lich wis­sen Klo­n­ovs­ky und Moos­dorf ganz genau, daß jemand wie Andre­as Kal­bitz nicht des­we­gen aus­ge­boo­tet wur­de, weil er poli­tisch nicht trag­bar war oder mit sei­nen Auf­fas­sun­gen nicht zur AfD paß­te. Er muß­te gehen, weil er die Schlüs­sel­fi­gur der struk­tu­rel­len Flü­gel­macht inner­halb der Par­tei war, ein poli­ti­sches Aus­nah­me­ta­lent, aus Meu­thens Sicht auf der fal­schen Sei­te, punktum.

Zurück also zur Lis­ten­wahl in Sach­sen. Wir fei­ern das Ergeb­nis nicht, und die immer sel­ben blö­den Tweets, bei uns wür­den nach sol­chen Erfol­gen die Sekt­kor­ken knal­len, sind sche­ma­tisch und hohl. Wir betrach­ten sol­che Vor­gän­ge nüch­tern, es sind ja nicht “unse­re” Erfol­ge, und eine AfD mit Klo­n­ovs­ky oder Meu­then am rich­ti­gen Platz ist bes­ser als eine ohne die beiden.

Eines ist aber klar: In Sach­sen ist eine Chan­ce gewahrt wor­den. Die­se Chan­ce kann mit denen, die aus­sichts­rei­che Plät­ze erobert haben, bes­ser genutzt wer­den als mit denen, die ein­flo­gen und unter­la­gen. Denn es muß­ten Poli­ti­ker gewählt wer­den, kei­ne Redenschreiber.

Die­se Chan­ce ist die Posi­tio­nie­rung der AfD als Alter­na­ti­ve zum Ein­heits­block der Alt­par­tei­en, und sie ist nicht bes­ser oder schlech­ter als vor zwei, drei oder sie­ben Jah­ren. Sie ist nach wie vor die Infra­ge­stel­lung der gro­ßen Beu­te­ge­mein­schaft aus Par­tei­en, “Zivil­ge­sell­schaft”, allem Öffent­lich­recht­li­chen, die­ser gan­zen staats­fi­nan­zier­ten Umer­zäh­lung des nor­ma­len Lebens.

Eines hat der säch­si­sche Lan­des­ver­band über die Kan­di­da­ten, die nun gewan­nen, gleich deut­lich gemacht: Er hält den Ein­fluß der VS-Stig­ma­ti­sie­rung auf das Wahl­ver­hal­ten für ver­nach­läs­sig­bar und ins­ge­samt für empö­rend. Das ist ein sou­ve­rä­ner Stand­punkt und der ein­zi­ge Weg, die­se wider­li­che Waf­fe des Geg­ners stumpf wer­den zu lassen.

Ob den nun gewähl­ten, dem ehe­ma­li­gen Flü­gel eher nahe­ste­hen­den Kan­di­da­ten der säch­si­schen (und jeder ande­ren) Lis­te der Umfang des Auf­trags und die Grö­ße der Hoff­nung klar ist, den sie zu erle­di­gen und die sie zu erfül­len haben? Es reicht hin­ten und vor­ne nicht aus, als gewähl­tes Mit­glieds des Bun­des­tags zu funk­tio­nie­ren und den Appa­rat bedie­nen zu kön­nen. Auf­ga­be ist es, den Kul­tur­kampf um die Deu­tungs­ho­heit zu füh­ren und die dafür not­wen­di­gen Struk­tu­ren ent­we­der zu unter­stüt­zen oder erst ein­mal aufzubauen.

Was das bedeu­tet, ist nicht nur auf Sei­ten wie die­ser hier, son­dern auch in der Par­tei selbst aus­rei­chend breit auf­ge­fä­chert und beschrie­ben wor­den. Grund­sätz­li­che Vor­aus­set­zung ist jeden­falls immer: nicht ver­liebt in Ber­lin zu sein (oder in Erfurt, Mainz, Dres­den, Mün­chen, Kiel und­so­wei­ter), son­dern ver­in­ner­licht zu haben, daß man nicht dort ist, weil man es geschafft, son­dern weil man einen (Wähler-)Auftrag erhal­ten hat.

Die­sen Wäh­ler darf man nicht ver­ach­ten, wenn man Poli­ti­ker sein will. Man muß ihn und das Vor­feld der eige­nen Par­tei und Aus­rich­tung als das begrei­fen, was es ist: als ein Geflecht, das es schon gab, als es die AfD noch nicht gab, und das unab­hän­gig von Wähl­bar­keit und Stim­mung arbei­tet und die Gesell­schafts­durch­drin­gung wie neben­bei erle­digt: das Kom­mu­na­le, das Regio­na­le ist der eigent­li­che Anker jeder Par­tei, und das gilt es mit allen Mit­teln zu stärken.

Kann das jemand, der wie ein Ufo lan­det und die Spra­che des Ortes nicht spricht? War­um trat Klo­n­ovs­ky nicht in Bay­ern an, in Mün­chen oder in Ber­lin? War­um Moos­dorf nicht in Leip­zig? Er hat ja vor Wochen die Auf­stel­lungs­wahl für das Direkt­man­dat in Zwi­ckau für sich ent­schie­den, Klo­n­ovs­ky die für das Man­dat in Chem­nitz. Es ist uner­heb­lich, ob die bei­den beson­ders geschickt oder sogar fies vor­gin­gen, die andern hät­ten sich das ein­fach nicht aus der Hand neh­men las­sen dür­fen. Aber die Fra­ge bleibt: War­um wol­len die­se bei­den über­haupt Poli­ti­ker wer­den? Sie sind doch gar kei­ne! Sie sind doch dort am rich­ti­gen Platz, wo sie jetzt sind.

Zwi­ckau, Chem­nitz! Eine Bege­ben­heit: Ich erleb­te Klo­n­ovs­ky ein­mal in der säch­si­schen Pro­vinz, als er auf Ein­la­dung eines Ver­bunds aus loka­len Unter­neh­mern, Hand­wer­kern, bür­ger­li­chen Fami­li­en und AfD-Lokal­ma­ta­do­ren vor­trug. Bes­ser: Er las vor, er las Tex­te über ita­lie­ni­schen Wein und Münch­ner Fein­schme­cker­lo­ka­le, über Stö­ckel­schu­he und das Fahr­rad­fah­ren vor, und in der Pau­se, als Fett­bemme und Sekt gereicht wur­den, frag­ten mich eini­ge der Zuhö­rer mit dem unnach­ahm­li­chen Zun­gen­schlag der Regi­on, “ob der Klo­n­ovs­ky nun end­lich mal über das spricht, womit wir nicht zurecht kommen.”

Kam er nicht, auch im zwei­ten Teil nicht, da ging es dann um die DDR-Unter­klas­se und um Schnaps, aber die Leu­te sind eben so höf­lich, daß ihn kei­ner unter­brach oder etwas ande­res ein­for­der­te. Klar war danach eben: Publi­kum ver­fehlt. Aber nun das ent­schei­den­de: Irgend­ein Pol­ter­han­nes, der den Leu­ten Paro­len vor die Füße gespuckt hät­te, wäre noch viel weni­ger gut ange­kom­men. Lese­stü­cke über die Ver­fei­ne­rung des Gau­mens und die Ele­ganz von High-Heels abzu­leh­nen, weil der Abend als ein poli­ti­scher ange­kün­digt war, heißt noch lan­ge nicht, die unte­ren Schub­la­den zu bevorzugen.

Auch das konn­te man an Sach­sen wahr­neh­men (und kann es an Thü­rin­gen oder Bran­den­burg oder Sach­sen-Anhalt eben­so): Die pola­ri­sie­ren­de Auf­tei­lung in einen niveau­vol­le­ren Meu­then- und einen pol­tern­den Ex-Flü­gel darf man sich nicht auf­schwat­zen las­sen. Es geht nicht um Stil­fra­gen, die AfD wird nicht des­we­gen abge­lehnt und bekämpft, denun­ziert und kri­mi­na­li­siert, weil sie Vogel­schiß, Kopf­tuch­mäd­chen oder aus­ge­schwitzt gesagt hat.

Die AfD wird aus­ge­grenzt, weil sie an der Beu­te der Beu­te­ge­mein­schaft zerrt und zeigt, daß die­se Beu­te eigent­lich kei­ne sein soll­te. Daß man das mit mehr oder weni­ger Niveau tun kann, ist uns hof­fent­lich allen klar. Bloß: Wer damit anfängt zu fra­gen, unter wel­chen Bedin­gun­gen er nicht mehr weg­ge­bis­sen wer­den wür­de, zerrt schon nicht mehr.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (51)

quarz

9. Februar 2021 15:49

"die Überschätzung der Bedeutung von Wort und Rede im politischen Raum."

Es kommt darauf an, auf welcher Bühne des politischen Raumes das Wort verkündet wird. Ich weiß nicht, wie gut Klonovsky die freie Rede beherrscht. Aber wenn er wenigstens annähernd seine schriftlichen Qualitäten umsetzen kann, dann wäre er in TV-Auftritten ein effektives Geschütz.

Mentale Souveränität wittert auch der "kleine Mann", selbst wenn er nicht jeder ironischen Andeutung zu folgen vermag. Und wenn sie nicht im Gewand der Arroganz daherkommt, dann wird sie auch ihre Wirkung auf ihn nicht verfehlen - das ist durch bis ins Tierreich hinein altetablierte Dominanzstrukturen in Sozialverbänden verbürgt. Wer als intellektuelles Alphatier bei Will und Plasberg brilliert, der zwingt seine Talkgegner zu nervösen Aggressionen, die Sympathiepunkte kosten.

Mir täte es jedenfalls leid, wenn sich Klonovsky jetzt beleidigt zurückzöge und seine Fähigkeiten nicht mehr für die gemeinsame Sache, die über Stil- und Strategiefragen stehen sollte, zur Verfügung stellen würde.

 

Gotlandfahrer

9. Februar 2021 15:52

Danke für die Auftragsklärung!

Klonovsky ist aus meiner Fernsicht kein erdiger Gemeinschaftskrieger, sondern ein hochintelligenter, humorvoller, wenngleich wohl nachvollziehbar gekränkter, Individualist, der inneres Gleichgewicht durch Kultivierung seines Unterschiedes zur bräsig-brutalen Idiokratie herzustellen sucht.  Er spielt mit dem Snobsein, ich glaube aber, er ist gar keiner, sondern nutzt sein Können nur, um seinem Angewidertsein durch explizite Antithese des Herrschenden Ausdruck zu verleihen. Sein Vortragsstil ist unsicher, was nicht mit seinen brillianten Gedanken korrespondiert. Das ist mir sympathisch, auch wenn er damit in der Tat nicht die Rolle eines Tribuns erfüllen kann.  Trotzdem sehe ich ihn in unserer Phalanx, wozu gehörte, dass er die erdigen Gemeinschaftskrieger hochleben ließe, sich nicht ihnen unglücklich vorsetzte.  Offenbar ist die Not noch nicht groß genug, doch das ist nur eine Frage der Zeit.

Ein gebuertiger Hesse

9. Februar 2021 16:05

Der letzte Absatz sollte für jeden, den er betrifft. zu einem sehr dicken Knoten im Taschentuch werden, das er am besten in die Hinterteiltasche steckt, auf daß es ihn noch auf den Bundestagssesseln nicht aufhören möge zu piesacken.

Rausmachen dürfte er den Knoten erst, wenn er selbst mit Zerren weitermacht oder überhaupt erst anfängt.

Nordlicht

9. Februar 2021 16:34

Herr Kubitschek,

das haben Sie wunderbar auf den Punkt gebracht: Die AfD wird dafür gewählt, dass sie Opposition macht, nicht für Anbiederungen an die CDU.

Die Erwartung einiger Herren, eine "weiche" AfD würde von den Verfassungs ... Beuteparteien-Schützern einen TÜV-Stempel erhalten und fürderhin ans Öffentlich-Rechtliche Büffet eingeladen werden, ist wirklich naiv.

So sehr ich die gepflegten Sottisen des Klonovksy geniesse und auch seine pointierten politischen Reden (- doch, die gab es vor 2, 3 Jahren durchaus) gut finde, so traurig finde ich seine Spalter-Bemühungen in diesem Kandidaten-Wettbewerb. Er möge in Chemnitz einen guten Wahlkampf führen und erfolgreich sein. 

Dazu wäre es sicherlich notwendig, schon jetzt damit anzufangen und die Zweifel an seiner Eignung (- siehe zB https://www.chemnitz24.info/2020/11/bundestagswahl-parteiinternes-lob-aber-auch-laute-kritik-an-nominierung-des-afd-ueberaschungskandidaten-michael-klonovsky/) zu beseitigen. Es gilt, den Direktkandidaten der CDU (2017 bei 26%, AfD 24%) zu überholen.

 

 

Gustav Grambauer

9. Februar 2021 16:39

Es geht doch nicht um Wein, Rennräder oder Stöckelschuhe. Es geht darum, die Hayek-Klüngel als "Transmissionsriemen" (Lenin) der Herrschaftsausübung wieder einbinden zu können und ihnen dafür Plattformen zu erschaffen. Dafür war die AfD vom System ja auch installiert worden. Es ist simpel: die Scharte des "Betriebsunfalls" (des Endes von Lucke) soll ausgewetzt werden, weiter nichts.

- G. G.

Hartwig aus LG8

9. Februar 2021 16:41

"" Ich weiß nicht, wie gut Klonovsky die freie Rede beherrscht. Aber wenn er wenigstens annähernd seine schriftlichen Qualitäten umsetzen kann, dann wäre er in TV-Auftritten ein effektives Geschütz. ""

@quarz

Nein, das kann er nicht. Jedenfalls ist Klonovsky nicht der Mann des gesprochenen Wortes. Selbst in "Aufgeblättert, Zugeschlagen" mit Kositza und Dagen lässt er allen Esprit vermissen. Ich befürchte, er hätte bei einem TV-Auftritt (Talkshow) keine Chance. Klonovsky gehört hinter den Schreibtisch. Fast alles, was er geschrieben hat, ist lesenswert, wenn auch hin und wieder jenseits meiner Meinung. Auch seine beiden Romane kann man ohne Langeweile lesen. Sein "Held", eine Art Lang-Essay, ist ebenfalls trefflich geraten.

Gelddrucker

9. Februar 2021 17:50

Ich möchte davor warnen, den "Anderen" permanent Spaltung vorzuwerfen und dann das gleiche zu tun. Permanenten Schimpfen auf Liberale und Gemäßigte wird uns nicht weiterbringen. Oft sind es Leute mit lauteren Absichten, die aber die demographische Lage und Prozesse wie die ethnische Wahl nicht verstanden oder davon einfach noch nicht gehört haben.

Leider ist es nach wie vor nötig, auch Leute im eigenen Lager zu rotpillen.

Dietrichs Bern

9. Februar 2021 18:24

Ach nein, lieber Götz Kubitschek, so schnell sollten wir aber bitte beim zumessen von Anteilen an der Halbierung des AFD-Ergebnisses zur letzten Bundestagswahl nicht über kurzbehoste Brillenträger mit schütterem Haupthaar und unappetitlichen Zeltgewohnheiten hinweggehen.

Und: Für mich sind die Hauptrepräsentanten der AFD alle in ihren Ämtern geschrumpft, die Petry war doch die einzige und letzte, die in den öffentlich rechtlichen Tribunalen keinen bedauernswerten Eindruck hinterlassen hat.

Beowulf

9. Februar 2021 19:30

Interessant finde ich auch, dass jemand, der sich wie Klonovsky auf seiner Homepage als parteilos darstellt, sich wundert wenn er keinen Listenplatz einer Partei erhält.

Ich bin zwar kein Mitglied in einer Partei, würde mich als Delegierter aber über so einen Kandidaten sehr wundern und mich fragen warum ich eigentlich Mitgliedsschaftsbeiträge für die Partei bezahle.

Glast

9. Februar 2021 19:40

@Nordlicht

"Die Erwartung einiger Herren ... ist wirklich naiv." 

Will keine Haare spalten, aber diese Haltung ist mitnichten naiv; sie ist grotesk, geradezu debil. Dem Establishment geht es um die totale Vernichtung der AfD! Es wird nicht ruhen bis diese Partei zerstört und von den Fressnäpfen vertrieben worden ist. 

RWDS

9. Februar 2021 21:03

@quarz

"Aber wenn er wenigstens annähernd seine schriftlichen Qualitäten umsetzen kann, dann wäre er in TV-Auftritten ein effektives Geschütz."

Wohl wahr. Jetzt müsste er sich nur noch selbst einladen können...

HartwigBenzler

9. Februar 2021 21:07

1a. 

AndreasausE

9. Februar 2021 21:46

So wirklich durchschauen tut das einfach gestrickter Simpel wie ich ja nicht.

Ich lese fast täglich hier, Klonovsky, Tichy, Danisch, Reitschuster - und jeden für sich gern. Aber stelle fest: Setzte man alle an einen Tisch, wäre binnen zehn Minuten veritable Wirtshausschlägerei zugange, und das noch vor Publikum.

Exakt das ist es, was "links" von "rechts" unterscheidet.

Mag nun mancher Stratege drüber nachsinnen - er vergesse es. Genau dieser Individualismus ist doch das "Rechte". Alldiweil werden die linksgrünbolschewikenherdentieiere immer Mehrheit stellen.

Ich persönlich hätte übrigens gern einen Kaiser.

anatol broder

9. Februar 2021 22:25

@ kubitschek

[…] aber die Leute sind eben so höflich, daß ihn keiner unterbrach oder etwas anderes einforderte.

@ glast 19:40

[…] diese Haltung ist […] grotesk, geradezu debil.

ich wette, hätte sich jemand anderes für klonovsky ausgegeben und denselben unpassenden text vorgelesen, wäre das publikum genauso bis zum schluss geblieben. das sind meistens dieselben leute, die stundenlang vor der glotze hocken, ohne den kanal zu wechseln.

quarz

9. Februar 2021 22:25

@Andreas

"Individualismus ist doch das "Rechte""

Aber auch Disziplin im Dienste einer höheren Zielsetzung. Dass ausgerechnet in dieser Hinsicht das amorphe Bündnis aus Linken und Wirtschaftsglobalisten derzeit klar überlegen ist, ist verblüffend und wäre, wär's nicht so tragisch, sogar irgendwie komisch.

RMH

9. Februar 2021 22:48

Aus meiner reinen Wählersicht ziemlich normale innerparteiliche Vorgänge. Lediglich die Linke und manchmal auch die Grünen haben es in der Vergangenheit geschafft, mehr oder weniger Externe im Sinne einer öffentlichen Wirksamkeit auf erfolgversprechende Listenplätze oder Direktmandate zu lancieren. Für die Linke wäre hier als positives Beispiel Wolfgang Nešković zu nennen.

Das die AfD es nicht schafft, im Sinne eines potentiellen Wahlerfolges einen überregional bekannteren Autor chancenreich zu positionieren, spricht dann doch dafür, dass es eine recht normale Partei ist, bei der sich Leute mit lokaler Hausmacht eben doch nicht so leicht die Butter vom Pfründe-Brot nehmen lassen. 

Insofern: Ich freue mich auf die nächsten metapolitischen Beiträge hier auf SiN und vor allem auf das nächste Autorenportrait im Live-Stream. Das ist deutlich erbaulicher als das Parteiengezänk, welches aber zugestandenermaßen auch seine Notwendigkeit hat.

Gracchus

9. Februar 2021 22:56

Klonovsky im Bundestag fände ich ganz witzig - auch wenn mir unklar bleibt, was ihn persönlich dazu treibt (und warum sein Kumpel Moosdorf Gauland angreift, für den Kl. doch Reden schreibt). Mündlich, bei spontaner Rede ist Klonovsky nicht so gut, weshalb er für Talkshow-Auftritte weniger geeignet ist. In vielen Punkten bin ich auch nicht seiner Ansicht. Das Problem ist, dass man nicht genau weiß, wofür die AfD derzeit steht bzw. was ihr Programm ist ausser Protest. 

centurio

9. Februar 2021 23:15

Besser kann man es wohl nicht zusammenfassen. Herr Klonovsky hat sich entzaubert, seine bisweilen so dreisten wie erratischen Invenktiven besitzen fortan keine Schärfe mehr.

Dem linken "Informationsdienst zur AfD in Sachsen" ist übrigens für seinen Beitrag "Moosdorfs Welt" vom 3.2. zu danken - wird doch klar, auf wessen Gesshwurbel die dubiose Positionierung der Partei zu Corona gewachsen ist. Moosdorfs Erbe ist die Außergefechtsetzung der AfD, wo es eigentlich darum ginge, im Wahljahr Merkels letztes und kardinales Versagen zu geißeln.

Arkadier

10. Februar 2021 02:24

Als ich von Klonovskys Kandidatur las, da dachte ich im ersten Moment an einen Scherz; dann wunderte ich mich über eine derart falsche Selbsteinschätzung. Ein Mann, der immer und überall seine Individualität und seine Verachtung - oder zumindest Ablehnung - der Masse betont will von der Masse gewählt werden? Ich mag seine Texte, vor allem die über Musik, aber wählen würde ich ihn nicht. Genauso wenig wie ich die Bundes/Meuthen-AfD wählen würde. Über die Naivität, gar politische Dummheit, haben die Kommentatoren hier bereits das Nötige geschrieben. Ein ausgeklügeltes 8D-Unterwasserschach führt niemals zur politischen Einflussnahme man säuft ab bevor man den ersten Zug gesetzt hat. Wir brauchen keine weitere Systempartei, wir brauchen eine Alternative dazu. 

Solution

10. Februar 2021 10:09

Klonovsky ist zweifellos ein talentierter Schreiber. Doch inhaltlich leider ein Musterbeispiel für einen Cuckservativen und bestimmt kein Rechter. Klonovsky steht übrigens auch für die grundsätzliche Befürwortung von Einwanderung sowie für die grundsätzliche Ablehnung eines ethnischen Volksbegriffes. Daher begrüße ich seine Nichtaufstellung. 

Laurenz

10. Februar 2021 10:57

Roland Tichy ist doch ganz gewiß kein Idiot. Der Artikel bezüglich der INSA-Umfrage war eindeutig in der Information.

Was Roland Tichy hier offensichtlich gemacht hat, ist der reine Selbstbetrug konservativer Politiker und konservativer Wähler.

Welche politischen Positionen zwischen Nationaler Einheitsfront 2.0 und deren erlaubtem "Meinungsspektrum/Framing" und der AfD soll es denn bitte geben?

Wenn hier einer eine deutliche politische Position nennen kann, spendiere ich demjenigen eine Flasche Schampus.

Sobald eine konservative Partei in den gesetzten Haltungs-Rahmen springt, also historisch dem Weg der CDU zur Neo-SED folgt, wird sie überflüssig. Da dürfte dann, wie in der DDR, auch die NPD im Berliner Sandkasten als Schmuddelkind mitspielen.

Der Druck im Kessel ist hoch. Wenn die AfD die Rolle der einzigen parlamentarischen Oppositionspartei verläßt, wird sie von einer neuen politischen Kraft ersetzt werden. Und dann werden die ganzen Hayek-Schnarchnasen mit dem Mal der politischen Niederlage behaftet sein.

Fritz

10. Februar 2021 11:13

Ich frage mich nur, welche Perspektive der Flügel-nahe Teil der AfD denn zu bieten hat? Meint man wirklich, wenn man die Meuthen-Wähler vergrault hat, könne man in absehbarer zeit irgendwelche politischen Veränderungen herbeiführen? Und man könne die überhaupt herbeiführen ohne Kompromissbereitschaft?

Wohl kaum; absolute Mehrheiten für die AfD sind auch im Osten nicht zu erwarten, und selbst wenn würde man einer AfD-Landesregierung (oder auch nur einem von ihr Landrat) das Leben unmöglich machen und jeden Erfolg unterbinden.

Irgendwie kommen sie mir vor wie die Leute, die immer noch von der Vergesellschaftung der Produktionsmittel oder der Zerschlagung des Imperialismus träumen. Träumt weiter. 

 

Glast

10. Februar 2021 12:08

@Fritz

Da haben Sie sogar recht denke ich. Eine Afd, die maßgeblich von Höcke geprägt ist, wird nicht wirklich was reißen im Westen. Und im Osten ist vielleicht bei 40% das Ende der Fahnenstange erreicht. Eine 'liberale' AFD wird im Westen nicht über 15 % hinaus kommen und wäre im Osten überflüssig. Etwas simplifizierend dargestellt. 

Bede Seiten gemeinsam wären zweifelsohne natürlich stärker. Aber auch da sehe ich auf parlamentarischem Wege schwarz für die Muttererde. Uns Deutschen geht es einfach (noch) zu gut. Und wenn es uns weiterhin so gut geht, dann sehen Gera und Cottbus (jetzt schon) und Leipzig und Schwerin in nur 10 Jahren genauso aus wie Worms oder Bad Cannstatt. 

 

Heinrich Loewe

10. Februar 2021 12:39

@Fritz

100% Zustimmung. Wenn man Wahlen gewinnen will, muß man -mehr als den politischen Gegner- den Wähler im Blick haben. Die Umfrage von Tichy finde ich auch stimmig. Ich kenne viele, gerade ältere, Leute, die die Einheitsfront-Politik eigentlich ablehnen, denen die AfD aber doch zu "polterig" ist.

 

Eldor

10. Februar 2021 12:48

Kristallklare Analyse, vor allem auch richtig und fair Klonovsky gegenüber. Dessen spitze Feder und Mut, sich dem System entzogen zu haben, schätze ich auch. Nicht aber sein Sich-Ausliefern an den Herrn Prof. Meuthen. Und sein Boehemien-Gehabe hat in der Politik nichts verloren; das gibt es unterhaltsamer von Joseph von Westphalen, einem genuin Linken.  

Neben dem Versagen in der sog. Corona-Krise waren es Selbstzerstöreritis und Listenplatzgerangel von fein bis polternd, weshalb ich in Baden-Württemberg aus der AfD ausgetreten bin. Damit wird wohl im März das für ein "Westland" sensationelle Wahlergebnis von 15,5% verspielt werden. Nicht zufällig ist Meuthen von dort nach Straßburg desertiert.

Imagine

10. Februar 2021 13:17

Bin gespannt, wie viele AfD-PolitikerInnen – und zwar von beiden Flügeln – die Petry machen werden, nachdem sie ins Parlament gewählt wurden und nun für 4 oder 5 Jahre luxuriös alimentiert werden.

Laurenz

10. Februar 2021 14:57

 

@Fritz & Heinrich Loewe & Glast

100% Ablehnung!

Es geht einzig und alleine darum, in die riesige Lücke zu stoßen, welche die frühere SPD und der CDU-Arbeitnehmerflügel hinterlassen haben. Es geht darum, Volkspartei zu werden.

Mit einer Meuthen-Ersatz-FDP bleibt das unmöglich. Lesen Sie BK.

Laurenz

10. Februar 2021 15:14

@Imagine

Haben wir doch jetzt schon. Ist im Parlamentarismus etwas ganz normales. 

Das einzige, was man dagegen tun kann, ist zB Abgeordnetenwatch zu unterstützen oder Bürgerbewegungen, die für mehr bürgerliche Teilhabe eintreten.

RMH

10. Februar 2021 15:29

@Laurenz,

Volkspartei? Als utopisches Fernziel gerne, kurzfristig bis zur nächsten BT Wahl bleibt Protestpartei das realistischere. Und als klassischer "Protestwähler" ist es bspw. mir komplett wumpe, ob Klonovsky jetzt ein Meuthen oder Höcke Mann ist. Er ist ein eleganter Spötter und das alleine hätte sicher vielen genügt. 

Solution

10. Februar 2021 15:30

Schon beginnen die Abgesänge auf die AfD, wie sie heute ist. Die beim IfS erschienene Broschüre sowie diverse Kaplaken-Bände haben bereits eine wohl letzte und anscheinend vergebliche Warnung ausgesprochen. Nun habe ich heute im Briefkasten die Werbung für ein in den nächsten Tagen erscheinendes Buch aus dem HJB-Verlag von W. D. Eisenheim "Warum die AfD im Westen scheitern wird" gefunden. Schon nach dem Scheitern der Republikaner war es keine Genugtuung, wenigstens dabeigewesen zu sein und vergeblich gewarnt zu haben.  

Glast

10. Februar 2021 15:32

@Laurenz

Lesekompetenz?

Wo bitteschön hab' ich geschrieben, dass eine liberale Meuthen-AFD irgendetwas gewinnen könnte?! Das differenzieren fällt Ihnen manchmal schwer. Ich schrieb, dass die AFD weder als Meuthen-Ulkus noch als Höcke-Partei noch als Doppeladler noch viel reißen wird. Klar, es gibt Gegenden in Hamburg-Harburg, Gelsenkirchen und Mannheim da wäre mit bisschen mehr Dampf und Klartext mehr drin. Aber im Großen und ganzen war es das dann. 

Selbst die FPÖ in Regierungsverantwortung und mit gewaltiger Basis hat substanziell wenig bis nichts geleistet. Oder hab' ich da was verpasst? Rückführungen etwa? 

Ordo

10. Februar 2021 15:34

Letztlich geht es nicht um Anbiederung oder Defätismus,sondern um die Frage, auf welche Wählerschichten sich die Partei primär konzentrieren will, um irgendwann Mehrheiten zu bekommen. Bürgerliche Mitte oder Nichtwähler und untere Mittelschicht/Unterschicht? Wo ist das größere Potenzial? Klonovskys Überzeugung wird vermutlich dieselbe wie die Patzelts sein, dass es unmöglich sein wird, Mehrheiten zu erzielen, wenn es nicht gelingt, zumindest einen Teil des Bürgertums dazu zu bringen, politische Gewohnheiten abzulegen und die Seiten zu wechseln. Ob man nur über die verstärkte Mobilisierung der Nichtwähler und abstiegsbedrohten Mittelschicht, in jene Prozentbereiche kommt, die Regierungsansprüche legitimieren, ist zumindest zweifelhaft. Allerdings dürfte die gesamte gesellschaftliche Statik und Stratifikation in den nächsten Monaten und Jahren nochmal in Bewegung kommen. Die Nach-Corona-Zeit wird auf jeden Fall spannend. 

Imagine

10. Februar 2021 15:37

Soziologisch betrachtet, kann die AfD aus den gleichen Gründen nicht Volkspartei werden, die dazu führten, dass die SPD keine Volkspartei mehr ist.

Wenn es interessiert:
Ein Interview mit Frauke Petry zur Zukunft der AfD.
https://www.luzernerzeitung.ch/international/interview-mit-ex-afd-chefin-frauke-petry-die-afd-kann-keine-gemassigte-kraft-mehr-werden-ld.1213790

Ein gebuertiger Hesse

10. Februar 2021 15:48

Aber bei allem: Was ist von einer Gesamtpartei zu halten, die es unterläßt, das seit einem Jahr heißeste Eisen schlechthin, nämlich die globale Corona-Lüge, als genau diese zu entlarven und zu brandmarken? Ein Angstschisser ist, wer diesen Joker nicht ausspielt.

Gotlandfahrer

10. Februar 2021 15:59

@Imagine:

Soziologisch betrachtet, könnte die AfD aus genau den Gründen, die dazu führten, dass die SPD keine Volkspartei mehr ist, Volkspartei werden.

Soziologisch betrachtet haben bornierte Bobos in Nachfolge der Jutesackträger in Jesuslatschen die Befreiungsmoralanstalten des "kleinen Mannes" gekapert und die Moral gegen diese gewendet, ohne dass diese es in der Mehrzahl erfassten oder daran so frustrierten, dass sie bis heute der politischen Willensbildung fernbleiben.

heinrichbrueck

10. Februar 2021 16:07

Die Alternative wird auch als antideutsche Framingkampagne genutzt; das Narrativ eines deutschen Deutschlands nicht mehr denken zu können. Der Wähler soll keinen Terrorismus wollen, also keine AfD denken. Die Medien ignorieren die AfD nicht. Dem AfD-Wähler wird dann aufgebunden, er würde antidemokratischen Rechtsextremismus fördern, obwohl ein AfD-Demokrat mit Altparteienablehnung. Die AfD klein genug zu halten, für die Medien kein Problem, schaffen die Vergangenheitsbewältiger, deren Vergangenheitsaufarbeitung Deutschland seit Jahrzehnten terrorisiert. Der Wähler wird manipuliert, die AfD als Prügelknabe gegen ihn eingesetzt, ein deutsches Deutschland als rassenterroristischen Zuwanderungsgegner geframed. Ich möchte eine AfD sehen, die aus dieser Nachkriegsfalle ausbrechen kann. Wurde sie dafür geschaffen?

Kanada stuft „Proud Boys“ als Terroristen ein. Framing Trump. Die Amis brauchen Vergangenheitsaufarbeitung: https://foreignpolicy.com/2021/01/30/germany-confronting-racist-past-history-nazis-united-states-vergangenheitsaufarbeitung-susan-neiman/

Laurenz

10. Februar 2021 16:10

@RMH & Glast & Imagine

"Volkspartei werden" ist Futur.

Volkspartei-werden geht nur mit einer bestimmten Programmatik, welche die Interessen von Mehrheiten vertritt. Aktuell wird diese Programmatik von der Meuthen-Fraktion verhindert, welche nur die Interessen einer sehr überschaubaren Minderheit vertritt. Und solange diese Fraktion existiert, wird sie ein Volkspartei-Programm verhindern oder zu verhindern suchen.

Es gibt also  2 Optionen, 1. die Meuthen-Pazderski-Option ... als eine von 2 pseudo-liberalen Parteien, zwischen 4 und 10% luxuriös vegetierend, auf irgendeine Bettler-Koalition hoffend, sich in Parlamenten den Hintern breit zu sitzen....

oder 

Option 2 

Ein Volkspartei-Programm mit Höcke- oder Sander-Färbung, welches Familien, Rentner, Kinder, Arbeitnehmer privilegiert und Unternehmer/Mittelstand nicht überstrapaziert.

Werte SiN-Freunde, ich weiß mich nicht besser verständlich zu machen. Aber ich verstehe, tatsächlich nicht, warum eine Mehrheit auf diesem Forum den einfachen Weg zur Macht nicht sieht?

Mit welcher PR wurden jemals Sozis Kanzler? Aktuell gibt es keine Volksparteien mehr, nur Minderheiten.Vertretungen, siehe Lars Klingbeil  https://youtu.be/_iXZJSKMMj4

Im Nachkriegsdeutschland war die gesellschaftliche Situation noch nie günstiger als jetzt, außerhalb der CDU oder SPD legal an die Macht zu kommen.

sok

10. Februar 2021 16:25

Die AfD wird nicht deswegen abgelehnt und bekämpft, denuziert und kriminalisiert, weil sie Vogelschiss, Kopftuchmädchen und ausgeschwitzt gesagt hat.

Für die Wahlerfolge der AfD wäre es aber besser, wenn man die Schüsse aus der Hüfte, die grob  in die richtige Richtung weisen, durch gezielte Schüsse ersetzen würde.

Schmidt-Denter hat als Psychologe die richtigen Fachkenntnisse, um die Folgen der Umerziehung zu analysieren. Außerdem  hat er in einer gigantischen eropaweiten Idenditätsstudie, deren Ergebnisse in 35 Büchern niedergelegt sind, Eltern und Schüer befragt.

Schnmidt-Denter kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeitgige Erziehung dazu führt, dass die deutschen Schüler kein positiv besetzten Nationalbewusssein haben. Es ist desahallb nicht verwunderlich, dass sie die Eroberer ihres Landes so begeistert empfangen als ob es Befreier wären.

Schmidt-Denter verlangt eine Evaluation der Erziehung, da weder Schüler noch Eltern die derzeitge Erziehung gut finden. Beide würden ein durchschnittliches Nationalbewusstsein bevorzugen.

Wenn die AfD die Forderungen von Schmidt-Denter aufgreifen würde, könnte sie die Schüsse aus der Hüfte durch gezielte Schüsse ersetzen, die zumindest bei Eltern und Schülern ein deutliche Mehrheit hinter sich hätten. Die Forderung nach einem normalen deutschen Nationalbewusstsein ist mehrheitsfähig.

bb

10. Februar 2021 20:05

Sämtliche politischen Entscheidungen müssen vor diesem Hintergrund betrachtet werden:

  1. Das zentrale Thema unserer Zeit ist die Masseneinwanderung. Schreitet sie weiter fort, wird es kein Deutschland und keine deutsche Politik mehr geben.
  2. Alles, was die Masseneinwanderung verlangsamt, stört, lenkt, unterbindet oder umkehrt zögert erhöht Deutschlands Überlebenswahrscheinlichkeit.
  3. Sämtliche Parteien im Bundestag, bis auf die AfD, sind nicht fähig oder willens, gegen die Masseneinwanderung vorzugehen.
  4. Die AfD hat im Bundestag keinen Handlungsspielraum, da alle anderen Parteien sich in der Fundamentalopposition zur AfD befinden. 
  5. Alle Handlungen der AfD im Bundestag müssen nach genau zwei Kriterien bewertet werden: a) Bindet sie mehr Wähler an die AfD? b) Fördert sie (in)direkt die Masseneinwanderung?
  6. Alle (in)direkt einwanderungsfördernden Handlungen sind zu unterbinden. Nur Handlungen, die Wählerstimmen bringen, sind überhaupt relevant.
  7. In der gesamten Rechten gibt es einen Konsens: Migration muss gesteuert, bestenfalls umgekehrt werden.

Also war es ein Fehler, Jens Maier et al. als Abgeordnete vorzuziehen. Zwar verkünden diese wie kein Dritter die reine Lehre aus Schnellroda, allerdings werden für den Kampf auf der Bundesebene Charismatiker wie Klonovsky gebraucht, um das Potential der gesamten Rechten abzurufen.

Volksdeutscher

10. Februar 2021 20:28

@Solution - "Schon nach dem Scheitern der Republikaner war es keine Genugtuung, wenigstens dabeigewesen zu sein und vergeblich gewarnt zu haben."

Hätte Schönhuber sein Buch "Ich war dabei" nicht geschrieben, wären die Republikaner glimpflicher davongekommen, selbst wenn seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS später doch hervorgekramt worden wäre. Aber seine Bekenntnis zu einer Episode seiner Vergangenheit wurde ihm als Prahlerei ausgelegt, während in solchen Fällen "offiziell" händeringende Reue- und Sühneübungen vorgesehen sind. Günther Grass schwieg darüber und wurde erfolgreich. Es ist auch nicht einzusehen, warum man das deutsche Volk mit der Frage nötigt, warum es keinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hatte. Warum hätte es auch müssen? Ich habe noch nie davon gehört oder gelesen, daß man die Russen mit der Frage genötigt hätte oder daß Russen sich selbst mit der Frage nötigen würden, warum sie keinen Widerstand gegen Lenin oder Stalin geleistet hatten. Dieser perversen Anklage gehörte längst entschieden entgegengetreten zu werden.

heinrichbrueck

10. Februar 2021 20:28

@ Laurenz

Sie meinen also, wenn Twitter Trump sperren kann, war Trump an der Macht? Merkel ist wohl die mächtigste Frau Europas, auch wenn Merkel nicht daran glaubt. Der mächtigste Mann der Welt, gesperrt von Twitter oder Biden, in beiden Fällen eine Machtdemonstration. Mehr Offenheit und Wählerverachtung geht nicht. Obwohl, Corona als Gesslerhut war auch nicht schlecht. 

Imagine

10. Februar 2021 21:02

@Gotlandfahrer   10. Februar 2021 15:59
„Soziologisch betrachtet, könnte die AfD aus genau den Gründen, die dazu führten, dass die SPD keine Volkspartei mehr ist, Volkspartei werden.“

Nein, die AfD ist bei den Schichten, die von der SPD, vom Sozial-Flügel der CDU sowie auch von der Linkspartei verraten wurden, unglaubwürdig.

Die aktiven Mitglieder der AfD und die BerufspolitikerInnen kommen vor allem aus abstiegsbedrohten Mittelschichten.

Wie kann man ernsthaft glauben, dass die neoliberale Ex-Lucke-Partei, die wirtschaftsliberale Petry-, Gauland-, Meuthen-, Weidel-Partei nun von Pauperisierung und Prekarisierung bedrohten oder betroffenen Schichten als „Sozial-Partei“ gewählt wird?

Never ever.

Imagine

10. Februar 2021 21:03

2/2

Die Linken haben als Gallionsfigur eine Sahra Wagenknecht. Die positioniert sich ganz klar für Sozialpolitik und sozialen Wandel. Das ist eine Intellektuelle, die in der akademischen Welt einen hohen Status genießt.

Wen hat die AfD?

Ein Benedikt Kaiser und ein Florian Sander sind nur Insidern vor allem aus dem Bereich der „Neuen Rechten“ bekannt. In der AfD haben sie keine ideologische Führungsposition inne.

Sieht man vom Osten ab, so sind es vor allem die Protestwähler gegen die Merkel-Politik, insbesondere gegen die Massenimmigration, welche die AfD über die 5%-Hürde bringen.

Skeptiker

10. Februar 2021 21:37

Die AfD hat in der Zeit der Corona-Pandemie erheblich an Wählerzuspruch verloren und nicht etwa, weil sie nichts gegen die "globale Corona-Lüge" unternommen hat, sondern weil auch viele AfD-Sympathisanten diese Darstellung geradezu grotesk finden. Auch in diesem Forum haben sich zahlreiche Foristen seit dem zurückgezogen. Einige mögen hier sehr wortgewaltig auftreten und Andersdenkende mit zum Teil hanebüchenden, zusammengegoogelten und teilweise aus befremdlichen Quellen stammenden Fehlinformationen überzeugen wollen ... Es überzeugt dennoch nicht. Großen Zuspruch hätte sicherlich erfahren, Corona/Covid 19 als das zu akzetieren, was es ist: Eine ernstzunehmende Krankheit, aber Alternativen zur Strategie der Bekämpfung zu entwickeln! Der Freiburger AfD-Bundestagsabgeordnete T. Seitz hat wochenlang um sein Leben gekämpft. Ich weiß, dass auch er es nicht mehr lustig findet, das Virus einer Grippe gleichzutun, wie einige hier nicht müde werden. So nun dürfen wieder einige über mich herfallen!

Eo

10. Februar 2021 22:29

Das Problem der AfD
ist nun einmal – und dies von Anfang an, daß gewisse einflußreiche Stichwortgeber unmißverständlich zu verstehen gegeben haben, was von dieser Alternative zu halten ist, nämlich nichts und sie folglich auszugrenzen und deren Mitglieder und Anhänger wie Aussätzige zu behandeln.

Und weiterhin weil die AfD
sich, wenigstens zu eim erheblichen Teil tatsächlich als echte Alternative betrachtet und folglich einen Kurswechsel hin zu eim Deutschland, das seinen deutschen Markenkern zu bewahren versucht, auch anstrebt, doch mit eim solchen Bestreben den globalistisch auf Kurs gebrachten Parteien (Einwanderungsland Deutschland, Bunte Republik, Deutschland neu denken usw.) logischerweise ein Dorn im Auge sein muß; schließlich ist der Weg in den Globalstaat, wie die Kanzlerine schon vor Sarrazin mal apodiktisch kundtat, alternativlos und auf gut deutsch gesagt unabänderlich.

Tja, und als drittes kommt
noch hinzu, daß bislang keine wirklich überragende Gestalt von ausgesprochen kämpferischem Charakter dazu gestoßen ist, der ähnlich wie Trump den Fehdehandschuh der Feindschaft des Polmedkomps aufnimmt und wie ein stolzer Ritter gegen die Herrschaft der Heuchler und notorischen Lügner, der Mittelmäßigen und Minderwertigen mit offenem Visier zufelde zieht.

 

anatol broder

10. Februar 2021 23:56

braucht die afd einen parlamentarischen spötter? wird seine feder nach zermürbenden sitzungen spitz bleiben? sind die gegner nicht schon lächerlich genug?

wie viele wähler nehmen unplatten humor überhaupt wahr? ich darf erinnern, dass die meisten deutschen das lied katzeklo von helge schneider wörtlich verstehen.

daher rate ich auf der deutschen politischen bühne mittelfristig von jedem humor ab. das zieht einfach nicht.

bei bedarf kann man zugeschnittene kampagnen extern bestellen. sogar ganz extern, denn ausländische werbeagenturen haben meistens keine repressionen aus deutschland zu befürchten.

Imagine

11. Februar 2021 00:05

@Skeptiker   10. Februar 2021 21:37

„Großen Zuspruch hätte sicherlich erfahren, Corona/Covid 19 als das zu akzetieren, was es ist: Eine ernstzunehmende Krankheit, aber Alternativen zur Strategie der Bekämpfung zu entwickeln!“

Nur ein paar wenige Irre bestreiten, dass Covid19 eine ernstzunehmende Krankheit ist.

Auch Kritiker des „Pandemie-Regimes“ wie Paul Schreyer vom „multipolar-magazin“ sehen dies so. Zugleich klärt er über „Pandemie Planspiele – Vorbereitung einer neuen Ära“ im Video auf.

Die von Ihnen geforderten „Alternativen zur Strategie der Bekämpfung“ existieren bereits.

Die Corona-Pandemie lässt sich innerhalb weniger Monate unter Kontrolle bringen und zuverlässig unter Kontrolle halten.

Die empirischen Beweise liegen vor. Die Methoden sind bekannt und sind weniger beeinträchtigend und schädigend als der Lockdown und die praktizierten Freiheitseinschränkungen.

Warum geschieht im US-Imperium keine effektive Bekämpfung der Corona-Pandemie? Obwohl die gesellschaftlichen Schäden offensichtlich sind.

Warum konfrontieren die AfD-Politiker nicht die Regierung und das Parlament damit, dass – wenn man will – die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bringen ist?

RMH

11. Februar 2021 07:15

Von der sog. Corona Krise profitieren aktuell liberale Ideen mehr, als soziale, denn die Freiheit wird massiv beschränkt, die Subventions- und Umverteilungsmaschine auf Schuldenbasis hingegen brummt, wenn auch mit Stottern im Einzelfall.

Die FDP verkauft sich hier besser, als die vermeintlich "liberale" AfD, die zu Beginn des letzten Jahres mit ihrer Forderung nach umfassenden Grenzschließungen erst einmal richtig lag (jedoch damit keine Aufmerksamkeit erzielen konnte), dann aber doch deutlich überfordert von dem ganzen Geschehen war und während der Krise kein einheitliches Bild mehr abliefern konnte und kann.

Und hier wird über sächsisch-provinzielle Perspektivlosigkeit fabuliert (wer bitteschön sind schon so klangvolle Namen wie Jens Maier oder Siegbert Droese?). Perspektiven können durch die Beimengung von einigen Quereinsteigern auf aussichtsreichen Plätzen bei einem Wahlvorschlag geöffnet werden, bzw. kann dadurch die Attraktivität des gesamten Wahlangebots an den Wähler gesteigert werden. Gut, dass will man in Altparteien-Manier offenbar auch bei der AfD allenfalls nur bei der Bundesversammlung zulassen. Alternativ ist das dann aber nicht zwingend. 

Eine Partei sollte immer auch eine gewisse Offenheit für Quereinsteiger, Charakterköpfe, Parteilose, Externe haben. Jetzt darf man sich bei Klonovsky aussuchen, was davon überhaupt noch zutrifft, denn er verdient ja sein Geld schon via AfD und ist kein Parteiloser. 

 

Laurenz

11. Februar 2021 08:17

@bb

Warum sollte man sich überhaupt zur Massen-Invasion äußern. Ich erinnere Sie an einen GK-Artikel, (habe den Titel vergessen,) vor ein paar Wochen oder Monaten, in dem GK anmahnt, sich in politischen Äußerungen auf wesentliches zu beschränken. Einfach nur auf die anderen deuten, zB die Kosten der Massen-Invasion gegen die Kosten für Unis oder Schulen stellen. Wenn man sich zur Massen-Invasion anders äußert, wird man von den Profiteuren (zB den Kirchen) schon mal nicht gewählt werden. Lieber den Profiteuren noch einen Weg aufzeigen, wie man den Bürger weiter ausnehmen und knechten kann. Und da die anderen dran sind, sind die anderen dann auch schuld an der wachsenden Misere.

Nordlicht

11. Februar 2021 08:25

@Skeptiker:

Die Merkel-CDU hat während der Corona-Krise Stimmen gewonnen, weil jede Krise die Stunde der Exekutive, der Herrschenden, der jeweiligen Regierung ist. Und natürlich hat die AfD auch deswegen an Aufmerksamkeit (=Stimmen) verloren. Über den weiteren Grund "innere Zerwürfnisse" diskuteiren wir ja hier.

Und, ja, das Virus hat schwere Erkrankungen, auch solche zum Tode, verursacht; das ist bei vielen Krankheiten so. Das RKI nennt für die Grippesaison 2017/2018 für Deustchland 25.000 Tode. Die Erwähnung einzelner Erkrankter und Gestorbener sagt NICHTS über die Frage, ob Corona eine Epidemie ist und die Suspendierung der Bürgerrechte und die Zerstörung ganzer Wirtschaftsbereiche rechtfertigt.

In D gab es 2020, berücksichtigt man die Alterskategorien, keine Übersterblichkeit. In einer alternden Gesellschaft steigt die Zahl der jährlichen Toten. Am 1.1.2020 gab es 109.345 Über-85-Jährige mehr als am 1.1.2019 . Mit 85 hat man/frau eine Lebenserwartung von 5,5 Jahren, die Sterblichkeit beträgt also 0,18.  Bei 109.345 mehr Über-85-Jährigen als im Jahr zuvor gibt es - ohne jede Seucheneffekte - rd. 20.000 mehr Tote mit >85 Jahren als im Vorjahr.

Das Merkel-Regime regiert mit Angstmachen und Manipulation.

Laurenz

11. Februar 2021 08:33

@Anatol Broder @Glast

"das sind meistens dieselben Leute, die stundenlang vor der Glotze hocken, ohne den Kanal zu wechseln."

Sich mit Arroganz gegenüber dem Mob zu äußern, ist leicht und billig. Auch wenn der Mob es vielleicht nicht weiß, so sitzen wir in einem Boot mit ihm. Und was haben wir dazu beigetragen, daß der Mob anfängt, auf 2 Kanälen zu schauen oder was anderes als Arzt-Romane zu lesen? Und überhaupt, in Anbetracht unserer Sterblichkeit ist es vollkommen egal, ob wir Schopenhauer lesen oder Prol-TV schauen. Das einzig wichtige am Ende eines Lebens ist, werter Anatol Broder, möglichst oft den eigenen Leidenschaften gefolgt zu sein und sie gelebt zu haben.

Der Mob hat schon häufig den eigenen Henker oder zumindest Blutsauger gewählt. Läge es nicht an uns, die Henker und Blutsauger in der Debatte zu schlagen, anstatt sich leichtens über den Mob zu erheben?

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.