24. Februar 2021

Hundert Sezessionen

Götz Kubitschek / 30 Kommentare

Die 100. Sezession ist bei unseren 4120 Abonnenten und bei 3000 Abonnement-Geeigneten eingetroffen, wir merken das am Rücklauf. Der sieht so aus:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Glückwunschkärtchen, Gruß-Mails, lobende Worte im Rahmen telefonischer Bestellungen, vor allem aber: zehn bis fünfzehn neue Abonnements pro Tag und etliche Aufstockungen von der Normal- auf die Fördererstufe (fünfundzwanzig Euro mehr pro Jahr für sechs Hefte, bedeutet für uns: mehr Spielraum).

Die 100. Sezession erscheint in rat- und wehrloser Zeit und fragt "Wo stehen wir?" Wir stehen - wie schon immer - wahrnehmend an unseren Fenstern, die unserem Blick, unserer Wahrnehmung einen Ausschnitt präsentieren. Ihn im Rahmen unserer Möglichkeiten zu beschreiben, seinen Zuschnitt aus der Vergangenheit her zu erläutern und aus ihm etwas für morgen und übermorgen abzuleiten, ist die Aufgabe, an der unsere Autoren arbeiten.

Es ist je nach Gemüt und Lage ein Aus- und Angreifen, ein Zurechtkommen, Hinnehmen und Protokollieren, eine Vereinnahmung und eine Abwendung. Hundert Hefte sind der Ausdruck dieser Mühe. Hundert Hefte sind aber auch ein Archiv. Dessen Auswertung würde unter anderem eines zeigen: freier und breiter angelegt kann man in keinem Denkmilieu denken.

Wir können rücksichtslos über alles schreiben, polemisieren, nachgrübeln und urteilen, was uns interessant genug erscheint. Unsere Leser kündigen uns danach nicht auf oder fordern gründlichere geistige Hygiene. Sie lesen weiter oder brechen ab, schreiben mal ein kritisches Wort oder stöbern weiter.

So viel Ambivalenz, Offenheit, geistige Freiheit, Aneignungskraft paßt natürlich nicht ins Feindbild. Also auch das kann man rund um unsere ersten hundert Hefte ablesen: Es gibt keine einzige andere Zeitschrift in Deutschland, deren Lage- und Zeitanalysen Gegenstand so vieler Feindbeobachtungen, Auswertungen, Verfälschungen und Denunziationen geworden wäre.

Mir ist für diesen Umstand nie ein besserer Begriff eingefallen als "Zeigerpflanze": In der Tat, wir verweisen auf etwas, auf einen Zustand, eine Hysterie, eine bedrohliche Enge, auf Macht- und Hygienephantasien, wie sie in den Mittelebenen blühen, dort, wo die wissenschaftlich und behördlich banalen Handlanger nach einfachen Rastern vorgehen.

Für Ellen Kositza, Erik Lehnert, Benedikt Kaiser und mich war die Arbeit am 100. Heft nicht zugleich die Vorbereitung eines runden Geburtstags. Wir hätten mit Ihnen, liebe Leser, feiern mögen, mit 250 Leuten im Saal, dicht gedrängt. Aber das geht nun nicht, und virtuell kann man es einfach nicht ersetzen.

Dank also für Karten, Wein, Blumen und Schokolade. Lehnert, Kaiser und ich saßen zusammen, stießen an und betrieben ein bißchen Werkschau. Das Ergebnis ist unser Jubiläumsfilm, und hier können Sie die 100. Sezession bestellen oder dort gleich den Jahrgang 2021 abonnieren. (Daß wir im Film etwas über die Arbeit schon am 101. Heft zeigen, meint: Auch auf 100 kann man sich nicht ausruhen.)


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (30)

Gotlandfahrer

24. Februar 2021 12:56

Auch ich möchte hier meinen Dank und Respekt für Ihr Schaffen und den Freiraum in und unter Ihren Beiträgen hinterlassen.  Es ist wie ein Stein, gegen den ich mich erschöpft zur Erholung lehne, während vor und nun bereits auch in den Räumen die „Luzi“ abgeht. Wenn auch das aktuelle Zwischenfazit nach Hilflosigkeit aussieht, so ist doch selbst eine solche Erkenntnis heilsam, da sie desillusioniert und damit Vergeudung in falschen Chancen vermeiden hilft.  Und wir wissen ja:

https://www.youtube.com/watch?v=WHr46pyUa50

Möge es Ihnen und uns vergönnt sein, die 111. Ausgabe angemessener zu feiern.

Alles Gute!

starhemberg

24. Februar 2021 16:28

Dazu fällt mir doch das "Zaungebet" des Michail Prischwin ein - "Herr, hilf mir, alles zu verstehen, alles zu ertragen, nichts zu vergessen und nichts zu vergeben."

Das hat man wohl über unglaubliche 100 Hefte hinweg hinbekommen. Man ist noch immer da, man wich nicht aus, gab nicht klein bei und fand zu seiner eigenen, geistig autarken Sprache. 

Darüber freue ich mich sehr, bedanke mich und gratuliere recht herzlich. 

Klatsch, Klatsch, Klatsch, Beifall, Jubel!

Der_Juergen

24. Februar 2021 16:47

Die neuste Ausgabe von Sezession ist die bisher niederschmetterndste - niederschmetternd angesichts der Präzision, mit der die Autoren die gegenwärtige Situation analysieren. Unter den - mit einer einzigen Ausnahme - durchwegs hervorragenden Artikeln hat mich neben demjenigen Caroline Sommerfelds vor allem der von Thomas Hoof beeindruckt.

Laurenz

24. Februar 2021 17:05

Hab mir die Gesprächs-Stunde angesehen. War doch sehr lebendig, etwas Alkohol löst auch die Stimmen von Intellektuellen.

Über 4.000 Abos ist für so ein kleine Redaktion doch eine herausragende Leistung, was aber trotzdem ein Nischen-Produkt bleibt.

Auch in Anbetracht dessen, daß locker 100 Exemplare an den politischen Gegner raus gehen, findet der literarische Kampf der Sezession um Politik, Bildung und Kultur auf einer Ebene statt, auf der auch der politische Gegner, trotz finanzieller Best-Ausstattung, mangels Masse doch nur mit beschränkter Klasse antritt, wenn überhaupt.

Was in mir selbst zurückbleibt, ist die Frage, ob eine zusätzliche verkürzte, volksnahe Schrift mehr Reichweite oder Auflage erzielen würde oder nicht.

Freude hatte ich daran, daß die "Verknappung" von Texten im Stil von GK auch mir, ganz ohne erklärende Hilfe, schon vor längerer Zeit offenbar wurde und ich will exakt dieses Stilmittel nicht missen.

Die viele Arbeit kann man den 3 Gesichtern ablesen. Ist noch Geld für einen lokalen Maskenbildner über?

Auf Sehrohrtiefe

24. Februar 2021 17:34

Mein Dank sowie meine Hochachtung gehen an alle, die an dieser einzigartigen und brotnotwendigen Erfolgsgeschichte mitgearbeitet haben, in welcher Form auch immer. Ja, es ist eine Erfolgsgeschichte, was ich jedes Mal empfinde, wenn ich in meiner stets wachsenden Sezession/Institut für Staatspolitik/Antaios-Bibliothek schmökere und feststelle, daß hier ein Kanon wächst, der über die Gegenwart hinaus wirken wird.

Ich würde mich freuen, wenn es einen Sonderdruck für die hundertste Ausgabe der Sezession sowie ausgewählte Werke wie beispielsweise die Staatspolitischen Handbücher geben würde. Dies ist doch ein guter Anlaß, Bücher an die örtlichen Bibliotheken zu spenden oder einfach mal zehn Exemplare an zehn Freunde und Bekannte zu senden.

heinrichbrueck

24. Februar 2021 20:24

@ Laurenz

Ich sehe keine Müdigkeit. Topfit. Maskenbildner? Tuntige Sänftenträger oder „Deutsche Passion“? Nein, die Leute müssen sich schon bewegen.

limes

24. Februar 2021 21:03

Glückwunsch auch von mir.

Einen gewundenen Weg habe ich hinter mir, von völlig unpolitisch über den Impuls „mehr links hilft“ nach den globalistischen Eingriffen Schröders zu Lasten der Arbeitnehmer, die mich zunächst in die Arme der Gewerkschaften trieben, bis ich die Widersprüche nicht mehr ausgehalten habe. Anlässlich der unfairen Behandlung der Bürgerbewegung PEGIDA durch die Qualitätsmedien stutzig geworden, nach zensierten Kommentaren bei T-Online, WELT, ZEIT gewechselt zu Epoch Times, Tichys Einblick, Philosophia Perennis - schließlich bei EinProzent, Compact und hier gelandet, nebenbei auch ein ganzes Paralleluniversum weiterer kritischer Stimmen und Medien entdeckt. Werde nie unkritisch sein, auch nicht Schnellroda und allen anderen gegenüber.

Passt. Alles Gute!

H. M. Richter

24. Februar 2021 22:15

Gratulor tibi - vos gratulor!

Glückwunsch und Dank!

Möge es Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach ...!

Gracchus

24. Februar 2021 22:27

Glückwunsch & vielen Dank! 

Heft 100 lohnt die Lektüre. Sezession findet ja Aufmerksamkeit durch den Feind, aber keine nennenswerte intellektuelle Auseinandersetzung. Zu unrecht - auch in dem Sinne, dass Feind-Lektüre hilft, den eigenen Standpunkt zu klären und ggf. besser darzustellen. 

Ich habe eine nicht geringe Schnittmenge zu meinem eigenen Denken festgestellt, auch dort, wo ich's nicht vermutet hätte, auch Dinge, die ich nicht als genuin rechts verortet hätte (ob etwas rechts oder links ist, ist für das Denken nicht entscheidend). Primärer Anknüpfungspunkt ist die Romantik und ein romantischer Volksbegriff. Abgesehen davon, dass die Wiederbelebung eines solchen Volksbegriffs politisch unerwünscht ist (abgesehen in ethnologischen Kontexten zwecks folkloristischer Musealisierung) stellt sich die Schwierigkeit, dass ein solcher Begriff kritisch-rationalen Denken nicht zugänglich ist. V. Waldsteins Glossen sind insoweit sehr anregend. Wo ich widerspreche: Vergangenheitsbewältigung ist nicht zu beenden, soweit damit nicht nur leere politische Rituale gemeint sind. Der Diskurs müsste nur eine Ergänzung und Verschiebung dahin gehend erfahren, was die beiden Diktaturen im Inneren des Volks angerichtet hat. Zu reflektieren ist also über Verrat und Denunziantentum zugunsten einer Ideoligie oder Partei.  

Laurenz

24. Februar 2021 22:56

@heinrichbrueck @Laurenz

Persönlich habe ich nichts dagegen, wenn das Leben welche Spuren auch immer in Gesichtern hinterläßt. Immerhin macht das ja den jeweiligen Menschen aus. Viele Spuren sind sogar mit Ehre beladen.

Nur, wenn auch die Schnellroda-Videos auf einer intellektuellen Ebene ablaufen, zB im Gegensatz zu "Laut gedacht", welches auf einer komödiantischen Ebene abläuft, so gehört, sobald künstliches Licht im Spiel ist, Theater-Schminke oder schlichter Puder einfach zum abtupfen dazu.

Gracchus

24. Februar 2021 22:58

Vorher dürfte eine Einung nicht möglich sein. Es wiederholt sich derzeit beim Kampf gegen jedwede Opposition ja.  

Hervorzuheben sind m. E. (ganz habe ich das Heft noch nicht durch): natürlich (für einen Sommerfeld-Fanboy wie mich): Sommerfeld, dann Kisoudis und Hoof. Sommerfelds Artikel ist garniert mit einem Foto, wo ein linker Demonstrant ein das Gesicht verdeckendes Schild hochhält, mit dem Slogan: Impfpflicht für alle = kollektive Verantwortung. Besser ist der Zustand linker Lemmings-Intellektualität (falls man da noch von Intellektualität sprechen kann) zu illustrieren. Kisoudis trifft meinen Einwand gegen Bosselmanns letzten Beitrag: der Kommunismus ist nicht das Feindbild. Hoofs Schlaglichter: Lasst alle Hoffnung fahren. Nicht ganz. Wie Sommerfeld sagt: Am Unglück sei zu lernen, dass der Mensch auf Gnade angewiesen sei. 

Schön auch die Rezensionen Kubitscheks: Ullrich gibt ein dankbares Spottobjekt ab; Houellebecq ist m. E. auch zu empfehlen. Auch das kann Hoffnung machen: Wäre Houellebecq so erfolgreich, wenn er keinen Nerv träfe. 

Nemo Obligatur

25. Februar 2021 07:07

Mein Heft wird keinesfalls den Weg ins Antiquaritat oder zu ebay finden, wie Dr. Lehnert im Video gescherzt hat.

Ich bin dazu übergangen, beim Lesen Anstreichungen und Anmerkungen vozunehmen. Längst nicht allen Texten und Teilen stimme ich zu, in vielen Dingen bin ich gegenteiliger oder doch anderer Ansicht. Dennoch freue ich mich schon jetzt auf die Nr. 101.

Amos

25. Februar 2021 08:43

Also and dieser Stelle auch erstmal: Danke für das Heft!

Laurenz

25. Februar 2021 09:04

@Nemo Obligatur

"Längst nicht allen Texten und Teilen stimme ich zu, in vielen Dingen bin ich gegenteiliger oder doch anderer Ansicht."

So gehört sich das für Deutsche. Wir führen hier facettenreiche Debatten.

Der links-liberale Mainstream nicht. Der schaut nur inquisitorisch, wer aus dem gesetzten Rahmen fällt.

Fragt man sich da nicht manchmal, ob die sich nicht selbst mit ihrem langweiligen BB-Programm auf den Sack gehen?

RMH

25. Februar 2021 10:30

Glückwunsch zu 100 Ausgaben!

100 Hefte über ca. 18 Jahre zeigen aber auch, wohin das Meinungsklima in unserem Lande sich gedreht hat. Wenn man bedenkt, wer alles in den Anfangsjahren auch einmal in der Zeitschrift einen Artikel gerne veröffentlichen ließ und wie sich mittlerweile viele nicht mehr trauen, bei der Sezession einen Artikel einzureichen. Für die Herausgeber drohte recht schnell die Gefahr, des im eigenen Saft schmorens. Sie hat sich mit etablierten Feindzuschreibung "Schnellroda"" zu einer  Dauergefahr entwickelt. Zum Glück stießen immer wieder auch Autoren dazu. Frau Sommerfeld als regelmäßige Autorin zu gewinnen, war bspw ein Glücksfall für die Zeitschrift. Von den langjährigen Autoren der Sezession möchte ich, ohne dass dies eine Kritik an den anderen regelmäßig dort Schreibenden sein soll, Erik Lehnert hervorheben. Resepekt vor dessen konstant hohem Niveau.

Heft 100 war übrigens das erste seit langem, bei dem ich wieder mit Seite 1 begonnen habe. Zuvor habe ich seit Jahren stets zuerst mit den am Ende des Heftes kommenden Rezensionen begonnen.

Der_Juergen

25. Februar 2021 10:59

@Laurenz

"Was in mir selbst zurückbleibt, ist die Frage, ob eine zusätzliche verkürzte, volksnahe Schrift mehr Reichweite oder Auflage erzielen würde oder nicht."

Das ist nicht die Aufgabe des IFS oder der Sezession. Volksnahe nationale Publikationen von hohem Wert gibt es ja schon. Ich denke in erster Linie an Compact und Zuerst. Natürlich sind auch Tichys Einblick und andere, gemässigt patriotische Zeitschriften lesenswert. Für mich genügen die vier Publikationen, die ich abonniert habe. Es sind dies Sezession, Compact, Zuerst sowie die in der Schweiz erscheinende Express Zeitung. Dazu als Internetforen Sezession, National Journal und gelegentliche Besuche bei PI, Mannheimer und Tichy. 

 

Ein gebuertiger Hesse

25. Februar 2021 12:03

Die Sezession zu entdecken, ist eins der letztverbliebenen geistigen Wagnisse, das man als Heutiger ganz und gar auf die eigene Kappe nimmt. Entsprechend fundamental und persönlich ist der Gewinn, den man aus dem fortgesetzten Dialog mit dieser - im besten Sinne - Aufklärungsschrift erfährt. Man ist nach Jahren der Lektüre (aber vielleicht auch schon nach einem ersten Heft) ein anderer als zuvor, und zwar mehr man selbst - als Denkender in einen tiefer führenden Kontext (man hatte ihn vorher zu verkennen gelernt). Es gibt nichts besseres.

Laurenz

25. Februar 2021 12:46

@Der_Juergen @Laurenz

"Das ist nicht die Aufgabe des IFS oder der Sezession."

Das ist mir bewußt. Und natürlich haben Sie Recht.

(Ich selbst gehöre eher zu den Konsumenten volksnaher Schriften, mag schon gar nicht gerne Zeitungen, Journale, Zeitschriften offline/analog lesen, seit es Online-Welten gibt.)

Aber teilen Sie mir bitte mit, wer popularisiert das Werk von BK? Wir können das weder von Tichys noch von der AfD erwarten. Und ich bin der festen Überzeugung, GK kann volksnah schreiben, wenn Er denn wollte.

Old Linkerhand

25. Februar 2021 16:30

Die leckersten Pilze in meiner märkischen Sandbüchse sind die Speisemorcheln (Morchella esculenta). Und so wie alle guten Sachen, stellen sie höchste Ansprüche, nicht nur am Habitat sondern auch an den Sammler. Sie sind selten und schwer zu finden. Kalkreiche Böden sind ein Muss und als Zeigerpflanzen gelten unter anderem Bärlauch, Schuppenwurz, Schlüsselblume und das schöne  Leberblümchen. Wie oft schon habe solche Stellen im Frühling aufgesucht, meistens nada, und mit Frust und Gedanken der Aufgabe. Aber was soll`s - der Weg ist das Ziel -. Für mich ist Sezession wirklich eine politische Zeigerpflanze, vergleichbar mit den blauen Blüten des Leberblümchens, welche schon im Märzschnee ihren Weg zur Sonne finden. Sie sind da aber der eigentliche Erfolg zeigt sich noch nicht. Aber unsichtbar im Erdreich verborgen, breitet sich das Myzel des Pilzes unaufhaltsam aus und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fruchtkörper ihren Weg zum Licht finden.

Maiordomus

25. Februar 2021 18:16

Die Mehrheit meiner Bekannten aus dem in der Regel durchaus nichtlinken, aber wohl allzu traditionellen Akademikermilieu sind nicht zu den "3000 Abonnement-Geeigneten" einzustufen. Rechnete für das gedruckte Heft ehrlich gesagt eher von einem Schritt von 7000 auf 10 000 als nächstes Ziel denn von 4120 auf 7000, wobei wohl die einstigen Criticon-Leser allenfalls durch Alter oder Ableben mittelfristig wegfallen werden; selber stehe ich gegenüber allen, die mich ansprechen, auf meiner Einschätzung als intellektuell anspruchsvollstes Organ der Rechten im westlichen Teil des europäischen Kontinents mit Hinweisen auf ein noch realexistierendes intellektuelles Leben, die andernorts so nicht einzuholen sind. Dies nicht zuletzt im Bereich des mit geistigen Ansprüchen Gedruckten einschliesslich Buchbesprechungen, die eine Alternative zum Mainstream-Feuilleton darstellen. Ich vermute übrigens, dass, weil dieses Heft kaum irgendwo aufliegt und die Ansprüche hoch sind, die Mehrheit der abonnierten Exemplare - wohl gerade auch von den Lobrednern derselben hier auf SiN - nur von einem Leser/Leserin gelesen, dafür aber in der Regel gründlich, so dass beinahe von einem Studium des Heftes gesprochen werden kann. Eine Familienlektüre liegt wohl definitiv nicht vor. 

Nordlicht

25. Februar 2021 23:03

Ein schönes und anregendes Heft. Respekt!

Harschen Widerstand erregte bei mir der Beitrag von Thomas Hoof, aber nicht wegen grundsätzlicher Ablehnung seiner Sichtweise, sondern bei den Thesen zu dem energetischen Bilanzen.  

Aber dazu ist ja die Sezession da.

 

Florian123

26. Februar 2021 07:09

Herzlichen Glückwunsch zur 100sten Ausgabe!

Das Heft, aber auch der Blog sind unglaublich bereichernd im Leben.Weg vom Konsum, hin zum Denken wird hier vorgemacht. Es ist wie eine Schule zum Erwachsenwerden, raus aus den gefühlsdusseligen betreuten Strukturen. Ich bin dankbar dafür, dass ich die Kurve rechtzeitig bekommen habe, so dass ich meine Kinder zu geraden Menschen erziehen kann. Ich bin auch der Antifa dankbar, die den Antaios-Stand auf der Buchmesse verwüstet hat, was dann in den Nachrichten so oft kam, dass ich irgendwann bei Google nach dem für mich bis dahin völlig unbekannten Verlag "Antaios" gesucht habe. Die Sucht kam dann von alleine.

Konkret zur 100sten Ausgabe: Hoof mit seiner Analyse! Als Peak-Oil Adept, der EROEI nachts um drei erklären kann und bestimmt das halbe oildrum.com Archiv gelesen hat muss ich sagen, dass ich niemals eine so umfangreiche und brilliante Schrift zu diesem Thema gelesen habe (nur den Titel habe ich nicht verstanden...)

Also weiter so!

Der_Juergen

26. Februar 2021 12:23

@Nordlicht

Komisch, dass Sie Anstoss am Beitrag von Thomas Hoof nehmen, denn gerade diesen empfand ich als absolut brillant. Kurz, aber vernichtend demoliert er zu Beginn drei zentrale Lügen unserer Zeit, und seine Darlegungen zur Energiefrage fand ich, wie offenbar auch @Florian 123, ebenfalls sehr bemerkenswert.

Falls Hoof schon früher in Sezession geschrieben hat, muss mir sein Name entfallen sein, oder er schrieb, als ich noch nicht Abonnent war. 

Der_Juergen

26. Februar 2021 12:29

@Laurenz

Sie werden Kubitschek nicht dazu bringen, "volksnah" zu schreiben, denn das kann er nicht, ebenso wie Elsässer auf dermassen hohem intellektuellen Niveau und in dermassen glänzenden Deutsch schreiben kann wie Kubitschek. Dafür ist Elsässer ein charismatischer Redner, was Kubitschek keinesfalls ist. Die beiden ergänzen sich, soll Deutschland gerettet werden, benötigen wir populäre Volkstribune wie Elsässer und hochgebildete Metapolitiker wie Kubitschek gleichermassen.

Als politischer Entscheidungsträger in einem nationalen Staat wäre Kubitschek schon darum nicht geeignet, weil er, obwohl Offizier, viel zu weichherzig ist.

Lotta Vorbeck

26. Februar 2021 15:14

@Der_Juergen - 26. Februar 2021 - 12:29 PM

Des Deutschen größtes Glück soll ja angeblich darin bestehen, geführt* zu werden (und sich dabei frei zu fühlen).

Deshalb ist und bleibt es völlig unerheblich wie jemand schreibt, welchen Stil der Autor verkörpert.

Es besteht kein Mangel an Lektüre.

Es besteht kein Mangel an Information und Informationsmöglichkeiten.

Wer das Gefängnis partout nicht verlassen will, wird auch dann drinnen bleiben, wenn man ihm einen goldenen Schlüssel durch die Futterluke in der Zellentür schiebt.

Die ärgsten Feinde der Freiheit sind glückliche Sklaven.

 

* führen ---> abführen ---> Führungskette

 

Laurenz

26. Februar 2021 15:23

@Der_Juergen @Laurenz

"obwohl Offizier, viel zu weichherzig ist"

Will Ihren Beitrag nicht in Abrede stellen. Das kann schon so sein, wie Sie schreiben. Auch

Nicht nur Elsässer, auch Ken Jebsen hat das Zeug für mehr Politik.

Die Stimme von GK mag ich am liebsten alleine (also nicht im Gespräch), wenn Er vorliest ..... wenn Er Seinen vorher überdachten Zeilen menschlichen Ausdruck verleiht, wirkt die Stimme fast hypnotisch.

Weichherzigkeit kann auch aus der Vaterrolle herrühren. Kinder nehmen Eltern den Schneid.

Wahrheitssucher

26. Februar 2021 15:51

@ Der_Jürgen

Teile Ihre Einschätzung zu Thomas Hoof und verweise auf dessen Verleger-Blog:

https://blog.manuscriptum.de/thomas-hoofs-verleger-blog/

anatol broder

26. Februar 2021 16:57

@ florian123

die antifa ist auch nur eine menschenfressende zeigerpflanze. kleine korrektur: the oil drum findet sich unter der adresse «theoildrum.com».

@ kubitschek

laut der übersicht kostet das abo 40 € pro jahr. das förderabo ist dort bei 75 € gelistet. die «fünfundzwanzig euro mehr pro jahr für sechs hefte» sind in diesem zusammenhang nicht klar.

@ gotlandfahrer

welche ausgabe der sezession ist numerologisch besser: 100, 111, 123?

gracchus 

michel houellebecq trifft den nerv durch schopenhauers gegenwart (2017).

Der_Juergen

26. Februar 2021 18:03

@Nordlicht

Seltsam, dass Sie Anstoss am Beitrag von Thomas Hoof nehmen. Ich empfand ihn als absolut brillant, vor allem den Anfang, in dem er drei zentrale Lügen unserer Zeit kurz, aber vernichtend demoliert, jedoch auch seine Ausführungen zur Energiefrage.

Hartwig aus LG8

26. Februar 2021 19:34

Ein tolles Heft. Rundum.

Und endlich mal wieder ein Aufsatz von Thomas Hoof. Einige seiner Thesen sind altbekannt, aber dennoch immer wieder eine Offenbarung.

@Nordlicht

Es gibt auf yt ein (Werbe-)Video über die Installation einer Windkraftanlage. Wenn man das sieht, fragt man sich, wie lange sich das Ding drehen muss, bevor der energetische Aufwand hereingemüllert wird; oder ob überhaupt.

https://www.youtube.com/watch?v=0vE6QkvcV-s

 

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