23. März 2021

Wie der Lockdown erfunden wurde (4/4)

Martin Lichtmesz / 24 Kommentare

4. und letzter Teil des Gastbeitrags von Eugyppius.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

d. Das Masseneindämmungsmodell setzt sich durch

Es gab etliche Versuche, die Masseneindämmung wissenschaftlich zu fördern und zu rechtfertigen. Eine zentrale Rolle spielten hier Modellstudien; eine der ersten und berüchtigtsten stammte von Neil Ferguson und seinem Team vom Imperial College in London erstellt und wurde am 16. März veröffentlicht. Ferguson und seine Kollegen prophezeiten beispiellose Sterbezahlen, sollte sich das Vereinigte Königreich nicht für die Masseneindämmung entscheiden.

Subtiler und bisher kaum bemerkt ist die erfolgreiche Kampagne, klare saisonale Einflüsse auf Corona-Infektionen zu verleugnen. Sie hat sowohl eine chinesische als auch eine westliche Seite, analog zu den chinesischen Panikvideos vom Januar und ihrem westlichen Gegenstück, dem Beatmungsmythos vom März.

Mitte Februar hatte Hubei einen dreiwöchigen Lockdown hinter sich, und neue Corona-Infektionen waren rückläufig. Doch Mitte Februar ist in der Regel auch der Höhepunkt der chinesischen Grippesaison vorbei (siehe die zweite Abbildung hier). Waren die chinesischen Fallzahlen also nur wegen des Wetters rückläufig?

Bevor jemand diese Frage auch nur stellen konnte, wurde sie schon von Wissenschaftlern aus dem Umfeld des Harvard-Epidemiologen Marc Lipsitch verneint, in einer Vorab-Publikation, die am 18. Februar erschien:

Veränderungen des Wetters allein ... werden wohl nicht zu einem Rückgang der Fallzahlen führen, wenn nicht umfangreiche Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ergriffen werden (S. 5f.).

Eine umfassendere Studie, die für Entwicklung der Pandemie im Westen direkter relevant ist, folgte am 6. März. Hier argumentierten Lipsitch und seine Kollegen, daß die erste Welle im Sommer weitgehend ungebremst verlaufen würde. Ähnliche Aussagen tätigte Lipsitch etwa zur gleichen Zeit auf seinem Blog:

Der Wechsel der Jahreszeiten und die Schulferien können helfen, werden aber die Übertragung wahrscheinlich nicht stoppen.

Lipsitchs Urteil, inzwischen durch die allgemeine Erfahrung völlig widerlegt, fand weltweiten Widerhall und verhärtete rasch zum Dogma. Innerhalb weniger Tage erklärte Christian Drosten, daß der saisonale Einfluß „relativ klein“ sein würde und „ein Maximum der Fälle“ in Deutschland „in der Zeit von Juni bis August auftreten wird“, was offensichtlich nicht zutraf.

Die kategorische Verneinung der Saisonalität des Coronavirus hatte zweierlei Folgen: Sie entkräftete Forderungen, den Frühling abzuwarten; und mit ihrer Hilfe konnte jeder Rückgang der Infektionen eher den Lockdowns als dem Wetter zugeschrieben werden.

Spätestens am 15. April hatte sich das bereits erwähnte meinungsführende Magazin Vox zum totalen Lockdown-Verfechter gemausert: „Wir flachen die Kurve ab. Können wir sie vernichten?“ Einen Monat nach Aufbau der geistigen Basis für die Abschaltung unseres sozialen und wirtschaftlichen Lebens, hatten die Journalisten von Vox endlich die Bedeutung der Masseneindämmung verstanden und verinnerlicht.

Als die Fallzahlen im April sanken, war dies ohne Zweifel dem Frühlingswetter und nicht irgendwelchen Maßnahmen zu verdanken. Da Lipsitch die Saisonalität des Virus Anfang März angezweifelt hatte, hatte sich unsere Realitätswahrnehmung jedoch auf seltsame Weise verändert.

Alles, was „Corona“ tat, wurde nun als Folge politischer und individueller Entscheidungen interpretiert: Wenn „die Zahlen“ steigen, dann waren unsere Maßnahmen nicht harsch genug oder wurden nicht konsequent genug umgesetzt; wenn sie sinken, ist das ein Beweis für ihren Erfolg.

Es reichte auch nicht mehr aus, die Krankenhäuser zu entlasten. Nun ging es um viel mehr: Die größtmögliche Eindämmung des Virus bis hin zu seiner völligen Ausrottung. Egal, wie sehr man die Kurve abgeflacht hat, sie muß geradezu zerquetscht werden, so lange, bis man „Zero Covid erreicht hat.

Das Endziel lautete nun totaler Sieg, was jede Infektion zu einer kleinen Niederlage macht. Das ist ein sicheres Rezept für ewige Lockdowns, ein Alptraum, dem zu entrinnen uns bis dato nicht gelungen ist.

Die Propaganda-Kampagne, die wir hier nur skizzenhaft darstellen konnten, bekehrte eine nationale Gesundheitbürokratie nach der anderen zur Religion des Alarmismus und Masseneindämmung. Allein Schweden und Weißrußland blieben weitgehend immun.

Auch in Deutschland war zunächst wenig Lockdown-Freudigkeit zu spüren. Am 28. Februar sagte Drosten, er erwarte, daß sich 60-70% der deutschen Bevölkerung früher oder später anstecken würden. Er hoffe lediglich, die Übertragungsrate verlangsamen zu können, vor allem wegen der Krankenhäuser. Er könne sich vorstellen, daß die Viruserkrankung auf diese Weise abgemildert und in einigen Jahren kaum von einer normalen Erkältung zu unterscheiden sein werde.

Zwei Wochen später sorgte Angela Merkel für internationale Schlagzeilen, als sie Drostens statistische Prognosen wiederholte. Die Idee der Masseneindämmung fand erst am 19. März Eingang in die deutsche Politik, am 22. März trat der erste Lockdown in Kraft; Österreich war bereits am 16. März an der Reihe.

Obwohl Italien das erste westliche Land war, das sich zur Masseneindämmung entschieden hatte, traf es diese Entscheidung keineswegs aufgrund der schweren Folgen des Virus. Dergleichen ist niemals der Grund, weshalb Lockdowns verhängt werden. Stattdessen scheint Italien eher zufällig in die Politik der Masseneindämmung gestolpert zu sein.

Italienische Gesundheitsbeamte hatten den Cluster um „Patient 1“ aus Codogno entdeckt, und damit die ersten Spuren gemeinschaftlicher Übertragung in Norditalien. Als die WHO am 24.2. die chinesische Strategie der Masseneindämmung propagierte, waren die italienischen Gesundheitsbehörden noch dabei, die Kontakte von „Patient 1“ aufzuspüren. Sie glaubten zu diesem Zeitpunkt immer noch, daß es sich um einen kleinen und begrenzten Ausbruch handelte.

Walter Ricciardi, der Italien auf dem Exekutivrat der WHO vertrat, wurde am 24.2. von der italienischen Regierung offiziell mit der internationalen Koordination der Pandemie betraut. Damit wurde er zum ersten „Corona-Zaren“ des Westens. In Norditalien wurden Labore für Massentests organisiert, um die Eindämmungsmaßnahmen zu unterstützen. Damit standen alle Elemente bereit, die man für ewige Lockdowns braucht – wenn auch zunächst nur für die lokale Eindämmung.

Um den 27. Februar tauchte ein aus heutiger Sicht kurioser Bericht auf: Ricciardi war der Meinung, Italien habe zu viele PCR-Tests durchgeführt. Im Zeitraum von einer Woche, in dem Frankreich nur rund 1.000 Menschen getestet habe, habe man rund 11,000 Menschen getestet. Menschen ohne Symptome würden als „aktive Fälle“ an die WHO gemeldet. Etliche italienische Beamte erklärten, daß sie zwar Massentests zur Identifikation von „Hotspots“ durchgeführt hätten, nun aber zum „normalen“ diagnostischen Gebrauch des PCR-Tests zurückkehren würden.

Offensichtlich war auch Ricciardi zu diesem Zeitpunkt unter dem Eindruck, daß er es mit einem auf Teile Norditaliens begrenzten Ausbruch handelte. Die frühen prototypischen Quarantänen in den italienischen „roten Zonen“ sind zur Gänze in diesem Licht zu betrachten. Als er dann das wahre Ausmaß der Pandemie in der Lombardei erkannte, war es zu spät. Seuchenstatistiken haben eine eigene politische Macht, und die Masseneindämmung in Italien wurde somit zur vollendeten Tatsache.

Die Folge war ein beispielloses Experiment, denn Italien erlebte die erste Quarantäne Europas, die zugleich eine der härtesten war. Chinesische Berater trafen ein und bekrittelten, daß auf den Straßen Roms zu viele Italiener herumlaufen.

Erst im Frühjahr begannen die Infektionen zurückzugehen. Seltsamerweise entsprach das Verschwinden des Virus mit wärmerem Wetter genau der Voraussage Ricciardis, die er Mitte März tätigte. Offenbar war ihm Lipsitchs Angriff auf die Saisonalität von Corona nicht bekannt. Andere wussten es besser, und erklärten den Journalisten, daß Ricciardis Hoffnungen auf eine Verbesserung bei wärmerem Wetter unbegründet waren.

 

e. Das "Panikpapier" der deutschen Regierung und der chinesische Einfluß

Was die tieferen Ursprünge und Zwecke der Lockdown-Politik anbelangt, bringt uns an die Grenzen des Bekannten. Auch wenn hier das Weltwirtschaftsforum und der von Klaus Schwab erträumte „große Umbruch“ nicht näher erörtert werden können, muß angemerkt werden, daß die Kräfte des Globalismus zweifellos eine zentrale Rolle spielen. Hinter den Kulissen erblickt man immer wieder sowohl China als auch internationale Institutionen wie die WHO.

So auch in Deutschland: Einem Bericht der Welt am Sonntag zufolge sollen Christian Drosten und RKI-Chef Lothar Wieler zu Beginn des deutschen Lockdowns den Bundesinnenminister Horst Seehofer vor einer verfrühten Rückkehr in die Normalität gewarnt haben. Danach habe der Staatssekretär Markus Kerber „führende Wissenschaftler mehrerer Forschungsinstitute und Universitäten zusammen“ damit beauftragt, ein katastrophisierendes Rechenmodell zu konzipieren. Dieses sollte helfen, weitere, so der Originalton, „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ planen zu können.

Einerseits klingt das alles wie eine bloße Nachahmung des Modells des Imperial College vom 16. März, von dem damals viel die Rede war. Andererseits wurde der Schriftverkehr, aus dem dieses Zitat stammt, von der Regierung stark geschwärzt, an markanten Stellen, die Rückschlüsse auf weitere Einflüsse zulassen.

Einer der Juristen, der den Einblick in diese E-Mails erstritten hat, findet es etwa „auffällig,“ daß dort „viel von ‚China‘ die Rede“ ist. Angeblich „ist das Wort ‚China‘ jeweils geschwärzt worden“ mit der Begründung, diese Stellen könnten „nachteilige Auswirkungen auf internationale Beziehungen haben.“ Es ist eine Tatsache, daß sich chinesische Wissenschaftler tief in die wissenschaftlichen Kreise des Westens eingedrungen sind. Der Chef der chinesischen Seuchenschutzbehörde ist seit Juli 2020 sogar Mitglied der Leopoldina.

Das ergibt Anhaltspunkte für viele Theorien. Klar bleibt nur folgendes: Der Corona-Alarmismus, der auf einer Reihe von phantastischen, sich ständig ändernden Behauptungen über die Natur des Virus und der von ihm verursachten Krankheit fußt, entstand zum Zweck der politischen Rechtfertigung und Förderung der epidemiologischen Strategie der Masseneindämmung.

Vor dem März 2020 waren westlichen Gesundheitsbehörden Maßnahmen wie landesweite Quarantänen, Massentests oder nationale Kontaktverfolgungen unbekannt. Es war die chinesische Regierung, die zum ersten Mal versuchte, diese Art von Eindämmung durchzuführen, und es war die WHO, die ihren Ansatz befürwortete und diese Maßnahmen der Welt auferlegte.

Nach einem Jahr wird jedoch deutlich, daß diese Masseneindämmungsstrategie nirgends auf der Welt „funktioniert“ hat. Vergleiche mit Staaten, die keinen Lockdown hatten oder ihn früher als andere aufgehoben haben (Schweden, Weißrußland, Japan, Florida...) zeigen sehr ähnliche Verläufe wie Länder, die auf Masseneindämmung setzten. Wissenschaftliche Studien, etwa von John Ioannides et al. (Stanford Universität, USA) und R. F. Savaris et al. (Brasilien) kamen zu dem Ergebnis, daß Lockdowns nur einen sehr geringen Effekt auf die Ausbreitung des Virus haben.

In den vielen Monaten, die seither vergangen sind, ist es unseren Lockdowns im Gegensatz zu China nicht gelungen, die Verbreitung des Coronavirus in Europa und Nordamerika in der gewünschten Form einzudämmen, auch wenn die Virushysterie zu einer dauerhaften kulturellen und politischen Fixierung geworden ist.

Warum „glauben“ wir also immer noch an die Wirkung von Lockdowns? Das einzige Land, in dem diese Strategie angeblich funktioniert haben soll, und dies innerhalb eines Zeitraums von nur drei Monaten (Januar bis April 2020), ist China, ein totalitär regiertes Land, das nun nicht gerade für seinen unkontrollierten Informationsfluß nach außen bekannt ist.

Wir können also annehmen, daß die Ideologie des Lockdowns und der Masseneindämmung im Wesentlichen auf chinesischer Desinformation beruht. Diese hätte allerdings ohne die Kollaboration westlicher globalistischer Organisationen keine derartige Wirkung entfalten können, und hier gilt es vor allem sich die Rolle des Weltwirtschaftsforums und der WHO anzusehen.

Der Einfluß Chinas auf die WHO ist wohlbekannt, immens und gut dokumentiert. Am 19. 4. 2020 bemerkte ein Autor des Spiegels:

Eine wachsende Zahl von Belegen deutet darauf hin, daß die Corona-Pandemie samt drohender Weltwirtschaftskrise auch deshalb nicht verhindert wurde, weil ein wichtiges Organ der Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), zeitweise Chinas Interesse der politischen Gesichtswahrung priorisiert hat, statt seiner ureigenen Aufgabe nachzugehen: die Weltgemeinschaft bestmöglich vor Gesundheitsrisiken zu schützen.

War es ganz anders? Wurde die „Corona-Pandemie samt drohender Weltwirtschaftskrise“ erst durch den chinesischen Einfluß auf die WHO erzeugt? Wie tief reicht die Täuschung? Gibt es hier noch mehr bislang unverstandene Spuren, die zu verfolgen wären, hier, hier und hier?


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (24)

Niklaus

23. März 2021 10:34

Danke für diese sehr aufschlussreiche Artikelserie, die sich v.a. mit der Durchsetzung der Masseneindämmung auseinandersetzt. Warum wurden alle herkömmlichen Therapieansätze gegen diese Grippe derart bekämpft. In der Schweiz zum Beispiel wurde schon vor einem Jahr Hydroxycloroquin ohne Begründung aus allen Verkaufskanälen entfernt. Hier geht es zum Artikel, in dem eine Frau Stückelberger eine passende Antwort darauf gibt:

https://www.lifesitenews.com/opinion/who-insider-blows-whistle-on-gates-and-gavi?utm_source=LifeSiteNews.com&utm_campaign=4770c72c63-Daily%2520Headlines%2520-%2520U.S._COPY_998&utm_medium=email&utm_term=0_12387f0e3e-4770c72c63-403744025

Imagine

23. März 2021 11:18

1/2

Dass die Corona-Pandemie von den herrschenden Eliten in den konkurrierenden Großsystemen – US-Empire und China – für ihre Ziele und Zwecke genutzt wird, ist keine großartige Erkenntnis, sondern aus soziologischer Perspektive trivial.

Die Ziele und Zwecke beider Systeme weisen sowohl Gemeinsamkeiten wie auch grundlegende Unterschiede auf.

Beide Systeme sind Klassengesellschaften, in beiden herrscht eine totalitäre Politik des System- und Herrschaftserhalts, „totalitär“ im Sinne von „alternativlos“ und mit konsequenter Unterdrückung von Systemopposition und Systemveränderung.

Beide Systeme stehen Konkurrenz zueinander, es geht jeweils darum, welches System zukünftig die Welt bestimmen wird, ein kriegerisch-aggressives, kapitalistisch-imperialistisches System oder ein friedliches, sozialistisches System.

Ziele und Zwecke der sozialistischen Eliten in China sind national und sozial ausgerichtet, den kapitalistischen Eliten im Empire geht es vor allem um Selbstbereicherung.

Imagine

23. März 2021 11:19

2/2

Chinas listige Strategie war, die Gier der kapitalistischen Eliten auszunutzen, indem sie diesen großartige Profite in China ermöglichen. Damit lockten sie die Inverstoren mit ihren modernsten Technologien ins Land und förderten damit die wissenschaftlich-technologische Entwicklung Chinas in einem Ausmaß, welches sie nie aus eigener Kraft geschafft hätten.
 

Dies ermöglichte China, zur führenden Exportmacht der Welt zu werden, was zugleich bedeutet, dass die importierenden Länder von der Produktion in China abhängig geworden sind, d.h. nach wie vor primär von der Produkten von Unternehmen im Eigentum kapitalistischer Investoren (wie z.B. Apple), aber auch zunehmend von Produkten aus chinesischen Unternehmen (wie z.B. Huawei).

Für die Eliten in den Nationalstaaten Europas gibt es nur zwei Alternativen, entweder sie unterwerfen sich total den Interessen der Herrschenden im US-Empire und machen deren Anti-China-Politik mit Sanktionen und anderen feindlichen Handlungen mit oder sie versuchen – im Rahmen des Möglichen – im nationalen Interesse mit China zu kooperieren.

Laurenz

23. März 2021 11:56

 

@Imagine

Sie vergessen immer die beste Option. 

Die beste Option ist, die Export-Artikel Chinas selbst zu produzieren.

Imagine

23. März 2021 12:52

@Laurenz   23. März 2021 11:56
„Die beste Option ist, die Export-Artikel Chinas selbst zu produzieren.“

Sehr gute Idee, da bin ich sofort dafür. Die Frage ist, wie das umgesetzt werden soll? Die Kapitalisten investieren lieber in China, weil dort die Profite wesentlich höher sind. Sie verlagern dazu – nach wie vor - ihre Produktion ins Ausland.

Fazit: Auf kapitalistisch-marktwirtschaftliche Weise wird das also nichts.

Der Staat hätte – wenn er national orientiert wäre - dazu zwei Möglichkeiten:
a) Er investiert in eigene Staatsbetriebe.
b) Er gibt Privatunternehmern Kredite und Investitionshilfen.
Beides hat China gemacht. Ein kleiner Haken ist dabei. Wenn der Staat dies machen will, dann muss er dazu Geld haben, also Steuern erhöhen und/oder sich verschulden bzw. Geld drucken (was im Prinzip identisch ist, weil es zur Geldentwertung führt). Beides wollen die Vermögenden logischerweise nicht. weil es nicht in deren Interesse liegt.

Und selbst die angeblich national und patriotisch Gesinnten – bis auf seltene Ausnahmen wie B.K. – wollen dies nicht. Im Gegenteil, die ganz überwiegende Mehrheit ist für Kapitalismus und Marktwirtschaft, also gegen „Staatswirtschaft“ bzw. echte Volkswirtschaft, und wollen keine Steuererhöhungen.

MARCEL

23. März 2021 13:22

Die heillose Panik bezüglich Mutationen könnte darauf hindeuten, dass das Virus aus dem Labor in Wuhan stammt (was ich ohnehin glaube) und entsprechend präpariert wurde, nur so ein Gedanke...

Zwischen USA-GB und China stünde noch ein Verbund Europas mit Russland, auch das nur so ein Gedanke...Beim gegenwärtigen Zustand (und dem Veto Polens) wohl eher eine Illusion - schade, das wäre ein starkes Europa.

Kriemhild

23. März 2021 14:06

@ Laurenz: "Die beste Option ist, die Export-Artikel Chinas selbst zu produzieren."

Die Gesellschaft, die sich unter unseren Augen in Deutschland bildet und versammelt, ist allerdings keine produzierende Potenz mehr, sondern eine Masse von Individuen, die nur noch eines im Sinne hat: vom Staat versorgt zu werden. Schon das römische Reich war ein "empire of consumption", wozu auch wir uns zielstrebig entwickeln ... eine Masse von Hörigen, die nach staatlichen Transferleistungen gieren: einst das kostenlose Brot und Getreide, heute das bedingungslose Grundeinkommen.

Gustav

23. März 2021 14:33

@ Imagine

Dann dürfen wir sie ja sicher bald in China willkommen heißen!

"Yī huà shèng qiān yán."

Laurenz

23. März 2021 14:53

@Imagine @Laurenz

Man braucht beides nicht, Imagine. Die Produktions-, vor allem Umwelt-Auflagen für Produktionsbetriebe sind in China wesentlich liberaler, als billiger als bei uns. Dem können Sie, wie Trump, mit Sanktionen begegnen, oder Zöllen oder nicht-tarifären Handelshemmnissen. 

 

@Kriemhild @Laurenz

"Empire of Consumption"

Das ist rein eine Frage des politischen Willens. Das, was Sie da analysieren, ist, wenn dem so sein sollte, das Resultat eines politischen Willens.

Der_Juergen

23. März 2021 15:21

Danke, Martin Lichmesz, für diese ausgezeichnete Dokumentation, die einem das Recherchieren sehr erleichtert. 

Imagine

23. März 2021 15:55

@Kriemhild …23. März 2021 14:06

„Die Gesellschaft, die sich unter unseren Augen in Deutschland bildet und versammelt, ist allerdings keine produzierende Potenz mehr, sondern eine Masse von Individuen, die nur noch eines im Sinne hat: vom Staat versorgt zu werden.
Schon das römische Reich …“

Dabei sollte man eines nicht übersehen:
Der Sozialstaat benötigt nicht nur den Nationalstaat, sondern auch eine Überschuss-Ökonomie.

Ziel der Grünen ist, den Konsum und Energieverbrauch der Massen zu reduzieren, und zwar auf Basis einer Massenverarmung durch Niedriglöhne, Inflation und „Öko-Aufschläge“ auf die Konsumgüter und Energie.

Man wird die vom Staat alimentierten Sozialfälle vermutlich nicht verhungern lassen, aber im Rahmen des allgemeinen ökonomischen Niedergangs – auch in Deutschland - werden sie wie in der Dritten Welt in bitterer Armut leben.

Vergessen Sie das bedingungslose Grundeinkommen!

Wenn es dieses jemals geben sollte, wird es so niedrig sein, dass man sich damit gerade am Leben halten kann.

Gotlandfahrer

23. März 2021 16:00

Erneut eine wertvolle Arbeit, Danke! Folgendes stelle ich unabhängig hierzu fest:

  • Wir werden in der verbleibenden Zeit nie genug Wahrheit erfahren, um auf ihrer Basis zu gesellschaftlichen Übereinkünften zu kommen
  • „Sie“ können dies bislang mit uns tun, gemäß verhaltenspsychologischer Prognosen auf absehbare Zeit auch weiterhin
  • Forensisches Indiziensammeln hinkt hinterher, hält vom Handeln ab und birgt die Gefahr des Wahnsinnigwerdens
  • Beantragte Demonstrationen sind als Signalposten unverzichtbar, stabilisieren aber die Herrschaft, denn sie finden unter Anerkennung des Regimes statt, Regimemitläufer werden dadurch bestätigt
  • Abfall der Mitläufer wird nicht durch Verarmung und Entrechtung stimuliert, sondern nur durch spürbaren Machtverlust der Herrschenden, mithin aussichtsreicher Herrschaftsalternativen
  • Dies wird niemals durch weiteres Anmelden von Demonstrationen über die Signalposten hinaus geschehen können
  • Bei ungebrochener Macht ist es zwecklos, sich argumentativ an Mitläufer zu wenden, es scheitert am Willensverschluss
  • Wenn es niemanden gibt, der sich zutraut, die Macht an sich zu reißen und über eine für Heilungsschritte hinreichende Zeit zu halten, wird es keine absichtsvolle und kontrollierbare Absetzung geben können, wenn überhaupt eine
  • Soll dies innerhalb der institutionellen Bahnen geschehen, bräuchte es einen Gorbatschow

Es ist traurig, aber wahr, nehme ich an.

Imagine

23. März 2021 16:07

@Gustav   23. März 2021 14:33
Dann dürfen wir sie ja sicher bald in China willkommen heißen!“

Ja, als Tourist. Ich bin gespannt wie sich China nach meiner letzten Reise verändert hat.

Ob es so bald sein wird, da bin ich skeptisch. Zu befürchten ist, dass die Sklavenhaltung im Rahmen des Corona-Regimes noch ein paar Jahre andauern wird. Denn so schnell wird man dieses Geschäftsmodell nicht aufgeben.

Selbstverständlich werden auch die Flugkosten gravierend erhöht werden.

Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Man reduziert den Energieverbrauch der Massen und Otto Normalo kann sich kein eigenes Bild über die Situation in China machen, weil er sich die Reise nicht mehr leisten kann.

Der_Juergen

23. März 2021 16:32

Dieses Kurzvideo sagt zwar nicht alles, aber doch sehr viel.. Wer da noch meint, es gehe nur um ein "Geschäftsmodell",  hat nichts, aber auch gar nichts kapiert.

https://www.bitchute.com/video/I7oJtL5wOCDx/

Imagine

23. März 2021 17:27

@Laurenz   23. März 2021 14:53
„Man braucht beides nicht … Die Produktions-, vor allem Umwelt-Auflagen für Produktionsbetriebe sind in China wesentlich liberaler, als billiger als bei uns. Dem können Sie, wie Trump, mit Sanktionen begegnen, oder Zöllen oder nicht-tarifären Handelshemmnissen.“

Sie übersehen etwas ganz Entscheidendes.

China ist nicht nur Exportland, sondern auch Importland. Und noch wichtiger aus Sicht der westlichen Kapitalisten ist der wachsende Binnenmarkt mit riesiger Kaufkraft.

So gehen heute vier von zehn deutschen Neuwagen nach China.

„VW und Audi seien ohne das China-Geschäft nicht mehr vorstellbar, sagte Dudenhöffer. Auch für BMW wachse die Bedeutung. „Der Erfolg und das Wachstum der deutschen Autoindustrie wird ebenso wie das Wirtschaftswachstum in Deutschland von China mit geprägt.“ (wiwo 23.01.2021)

Darum baut die deutsche Autoindustrie ständig neue Werke in China.

In Deutschland wird sich aufgrund der fortschreitenden Prekarisierung die Mehrheit in absehbarer Zeit kein Auto mehr leisten können, sondern wie in der Nachkriegsära das Rad benutzen müssen.

AndreasausE

23. März 2021 17:43

Ich sag einfach mal nur Danke! für diese Artikelserie.

Idee: Alle vier Links zu einem vereinen (oder am Ende des 4. Teils die Teile 1-3 per Link anführen), dann ließe sich das besser verbreiten.

Laurenz

23. März 2021 17:50

@Gotlandfahrer

Könnten Sie Ihren Rundumschlag bitte etwas mehr strukturieren?

Mehr als die Hälfte Ihrer Feststellungen können Sie weglassen, weil vollkommen belanglos. Regime-Wechsel ohne Unterstützung von außen, können Sie in den letzten 100 Jahren kaum an einer Hand abzählen. In unserem Falle hat das mehr oder weniger mit der Eminenz des politischen Zwecks (Clausewitz) für die Amis zu tun. Solange die Eminenz so groß ist, daß die Amis militärisch eingreifen, muß! jede Aktivität systemkonform bleiben, außer, man sucht sich eine neue Schutzmacht. Das ist aber nicht abzusehen.

Gotlandfahrer

23. März 2021 18:25

@ Laurenz

Ich gehe sogar noch weiter und attestiere vollkommene Belanglosigkeit, was wiederum täglicher Antrieb meines Herumirrens in dieser Katakombe ist. Während ich Struktur als Anti-Dekonstruktivist zu überwinden suche möchte ich Ihnen in Ihrer Schlussfolgerung überhaupt nicht widersprechen.  Ich habe mich ja nicht festgelegt, in welchem Land Gorbatschow dieses mal auftauchen müsste.

Pferdefuss

23. März 2021 21:48

Sollte es dem Bademeister entgangen sein, dass @ Laurenz und @ imagine die Vorgabe von 1500-m-Schwimmen durch ihre regen, aber unberufenen Co-Referenten-Schwimmübungen dauerhaft in unbegrenzte Bahnen gelenkt haben und damit etliche gestandene Schwimmer ins Nichtschwimmerbecken, als Zuschauer an den Beckenrand oder unter die Warmdusche vertrieben haben?    

Andreas Walter

23. März 2021 23:01

Eine denkbar schlechter-e Informationslage kann es also kaum geben:

- Wir selbst sitzen in der platonischen Höhle, im Tal der Ahnungslosen “Deutscher Sonderfall“

- Eindeutige, klare Informationen sind aus China traditionell wegen Gesichtswahrung nicht zu erwarten

- und die WHO unterstützt das, macht das, was für sie selbst am günstigsten ist

Eine Art Mischung also wie Nachrichten von the Daily Worker über Tschernobyl empfangen in Dresden.

Warum aber immer noch so viele angeblich oder tatsächlich an Corona im Altenheim sterben kann mir keiner erklären. Sind die doch mittlerweile (angeblich) auch fast so sicher und gut geschützt wie ein S4-Labor. Lockdown bringt daher (zumindest medizinisch betrachtet) gar nichts, auch nicht diese schwachsinnigen Masken.

https://youtu.be/wYQZHNwIUq8

 

Andreas Walter

23. März 2021 23:21

P.S.:

Auf folgendem Bild, etwas schwer zu erkennen, sieht man Merkel, Drosten und Spahn auf der Flucht nach Timbuktu:

https://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/politik/ausland/835073354/1.7100567/mmobject-still_full/drei-migranten-auf-dem.jpg

 

Imagine

24. März 2021 00:57

@Der_Juergen   23. März 2021 16:32
„Dieses Kurzvideo sagt zwar nicht alles, aber doch sehr viel. Wer da noch meint, es gehe nur um ein "Geschäftsmodell", hat nichts, aber auch gar nichts kapiert.“

Nein, umgekehrt.

Das kapitalistische System, welches ein arbeitsfreies Einkommen für die Vermögenden ermöglicht, ist das Geschäftsmodell, um das es geht.

Systemerhalt und Herrschaftserhalt bilden eine Einheit. Das System kann nur noch mit diktatorischen und totalitären Mitteln aufrechterhalten werden. Das Corona-Regime und der Corona-Terror haben die Funktion einer Dressur, mit der angstgesteuerte, gehorsame Untertanen hergestellt werden sollen.

Das Ganze wird verstärkt von Paranoikern mit Massenmord-Wahnvorstellungen durch Impfungen. Durch Videos, wie die von Frau Elsa Mittmannsgruber, werden die Ängste und daraus resultierende kollektive Psychosen angeheizt.

Wir wissen nicht, wie hoch die Langzeitrisiken bei den neuen, gentechnischen Impfstoffen tatsächlich sind, niedrig oder hoch.

Unter diesem Video aus dem VT-Milieu
https://www.bitchute.com/video/tgtJVDRAm6ki/
findet sich folgender Text:
„Es tobt der galaktische Kampf gegen die Menschheit unter dem Lügenbanner „Corona-Pandemie“. In Wirklichkeit wird zugegeben, dass die Menschheit bis 2045 ausgerottet sein soll – spätestens. Die Gen-Impfung, angeblich gegen das Coronavirus,…“

Das sind paranoide Psychotiker, die so etwas in die Welt setzen.

Andreas Walter

24. März 2021 01:00

Ad absurdum II

Oh Gott, Horror! Die meisten Menschen infizieren sich zuhause! Verlasst sofort eure Wohnungen und Häuser!

Erste umfassende Studie bla bla bla ...

https://israelzwischenzeilen.com/2020/07/erste-umfassende-studie-zu-corona-in-israel/

Alle Kinder daher ab in streng überwachte, staatliche Internate, auch Frauen und Männer trennen, alle in Einzelhaltung. Befruchtung nur noch künstlich und erst nach umfassenden Untersuchungen. Einzelunterricht, Spielverbot, Sexverbot. Heimarbeit wo immer möglich, der Rest in isolierte Arbeitslager, nach Geschlechtern getrennt. Isolation ist Nächstenliebe.

https://youtu.be/UsZWxN0c5fU

 

 

heinrichbrueck

24. März 2021 01:28

@ Kriemhild

„keine produzierende Potenz“ - kleiner Scherz?

Der Staat sollte wirklich zumachen. Hundert Jahre staatenlos. Keine Finanzämter, keine Polizei, kein Militär. Kein „bedingungsloses Grundeinkommen“. Wer sich Brot erarbeiten kann, bleibt am Leben. „Für die Schwachen gibt es keinen Platz. Die Schwachen zerfallen, werden abgeschlachtet und aus der Geschichte ausgelöscht, während die Starken, ob gut oder schlecht, überleben.“ B. Netanjahu

Doch Scherz beiseite, wie soll die Richtung denn aussehen? Das Ziel ersichtlich: global keine homogenen Völker mehr, besonders die Auslöschung der weißen Völker.

Die Geschäfte sind voll, es muß fast niemand verhungern, wo ist das Problem? Man stelle sich vor, acht Milliarden vermehren sich, alle in der Sklavenproduktion des Systems gefangen, um den individuellen Lebensunterhalt erstreiten zu müssen. Diese fleißigen Bienen werden die Welt abwracken, sie in eine Wüste verwandeln.

Der alttestamentarische Gott ist tot, hilft auch nicht gegen Antirassismuskampagnen, also was denken? Die Wahrheit bildet eine Kampfgemeinschaft, Wissen, nicht Glaube. Ende der Streitereien, zumindest in den wichtigsten Punkten. Osterbotschaft und Lockdown passen zusammen. Oder: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Johannes 4,24

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