31. März 2021

Klar zur Wende?

Heino Bosselmann / 27 Kommentare

In dem Maße, wie die Angst der Menschen weicht, die erleben, daß sich gerade keine Naturkatastrophe ereignet, wird das Problem der Regierungen offenbar.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Deren kraß dystopische Prognosen ließen sie in die Falle der eigenen Prophezeiungen laufen; ihr nervöser Aktionismus steigert sich ins Manische. Wir sind mit einer politischen Krise, nicht mit einer Naturkatastrophe konfrontiert. Zum Glück nicht das große Sterben, allerdings die übergriffige Staatswillkür. Neuer Ukas: Vor jedem Einkauf im Einzelhandel, vor jedem Friseurtermin ein Test, obwohl dazu die Sicherstellung fehlt. Die Frustration wächst.

Die Bundes- und die Länderregierungen können nicht mehr hinter ihre eigenen Horror-Orakel zurück in eine Liberalität, die sie radikal auflösten. Nachdenklichere Vertreter der Exekutive werden befürchten, eine Korrektur der Zwangsmaßnahmen könnte die Maßregelungspolitik selbst Lügen strafen. Also experimentieren sie angestrengt in einer Art Scheinsouveränität weiter.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg wurden 400 Kinder "als Kontaktpersonen" in Quarantäne geschickt. Eine Schule schloß komplett, weil ein einziges Kind positiv getestet wurde. Alle Schüler sollen die gesamten Osterferien isoliert zu Hause bleiben. Ihre Eltern sind konsterniert.

Historisch opferreich erstrittene Freiheitsrechte abzuschaffen, das ist - angstbegleitet - schnell getan; sie wieder aufzurichten verlangt Courage und Anstrengung. Von unten! In der Rückschau wird das Durchregieren als staatskriminell gelten. Zumal fast alles mißlang, was für Sicherheit gesorgt hätte: die Maskenversorgung, der Schutz der Pflegeheime, das Beschaffen oder Produzieren des Impfstoffes, ein unbürokratisches und flächendeckendes Durchimpfen und das Organisieren diskriminierungsfreien Testens.

Vorm Hintergrund des Staatsversagens, das sie selbst personifiziert, rief Merkel in Vorwärtsverteidigung während der regierungstreuen Show Anne Wills nach einer Art Reichsexekution. Das Infektionsschutzgesetz, im Jahr 2000 allzu schnell unter völlig anderen Bedingungen und Erwartungen erlassen, will Merkel als Grundlage des Durchregierens mit Notverordnungen herbeiziehen. Es ermächtigt aber gerade die Länder und eben nicht den Bund zu eigenen Rechtsverordnungen. Der Führung der Berliner Republik geht es aber um eine "Schleifung der Länder", wie Jasper von Altenbockum es in der F.A.Z.  formulierte.

Wer Wirtschaft, Kultur und Bildung monatelang abschaltet und Grundrechte in exekutiven Kungelrunden außer Kraft setzt, wird nicht kritisch-einsichtig revidieren wollen, daß dies aus panikgeleiteten Fehlannahmen oder gar kraft Herrschaftszynismus geschah. Von den "neuartigen" Infektionswellen schienen die Regierungen wie vitalisiert; sie fühlten sich endlich wieder wichtig und schwammen mit der Infektions- auf die eigene Propagandawelle auf, die von exekutiv bestallten "Experten" kräftig verstärkt wurde.

Begründet wurde stets mit der Zahlenmystik der Testergebnisse, die aber nur Relevantes anzeigen, wenn sie in mathematische und sachliche Relation gestellt werden. Was kaum geschieht. So daß es bei der Fixiertheit auf bloße Zahlen blieb.

Nein, die vom Experten-Areopag geleitete Exekutive muß zunächst um den Preis der Selbstglaubwürdigkeit bei ihrer finsteren Erzählung bleiben, uns allen hätte unmittelbar der Seuchentod gedroht, vor dem allein die Entschlossenheit der Regierungen rettete. Und sie wird neue Argumente und Mythen benötigen, um ganz in eigener Sache den Ausnahmezustand aufrecht zu erhalten. Die Verweise auf Weltregionen vermeintlich großen Sterbens – jetzt Brasilien und Mexiko, vorher noch Tschechien – werden fortgesetzt, auf daß Deutschland weiterhin als Hort der guten Fürsorge gelte.

Ebensowenig können die gesetzten Marken für "Inzidenzwerte" weggewischt werden. Daß es sich dabei um verdächtig glatte Zahlen handelt, zeigt eben deren willkürliche Setzung: "Der Landkreis X hat den Inzidenzwert von 100 überschritten! Lockdown! Harte Notbremse! Dichtmachen!" Und dies, weil einhundert Menschen von einhunderttausend positiv getestet wurden, also nicht zwingend infektiös, vielleicht nicht mal im eigentlichen Sinne infiziert sind: 0,1 Prozent!

Ebenso werden immer neue Gespenster-Viren in Gestalt monströser Killer-Mutanten aufgerufen, die als Update der bereits wie domestiziert wirkenden „Wildform“ des Corona-Virus nun eine nächste, ja noch viel verheerendere "Pandemie" ausgelöst hätten, die nur über einen permanenten Ausnahmezustand, die "harte Notbremse", einzuhegen wäre. Sonst wären künftig vor allem die Kinder dran! Wer denn wollte das zulassen?! Die neuste Gefahr kommt, wie wir hören, aus dem amazonischen Dschungel – ein Monster aus den Sümpfen also.

Selbst mit Blick auf die Historie wird es als staatstragend gelten, noch im nachhinein jene Lockdown-Dekrete zu rechtfertigen, die funktionierende Strukturen und Abläufe und zudem grundgesetzliche Sicherheiten aufgelöst haben. Es wird heißen, sie wären unabdingbar notwendig gewesen, ebenso wie die Haushaltsverschuldung, über die man mit Unsummen zwangsabgesperrte Unternehmen und mit Berufsverbot belegte Selbständige alimentierte, um sie übers Jahr zunächst mal ruhigzustellen. Dazu die Finanzierung all der hysterischen Kampagnen, mit denen man die eigene Politik im Akt des „Wir tun was!“ legitimierte. Hätte man nicht radikal durchgegriffen, so wird die Legende fortzuschreiben sein, wäre genau jene biblische Finsternis über uns gekommen, die im Frühjahr 2020 prophezeit war: Massensterben, Wirtschaftszusammenbruch, Bürgerkrieg.

Man wird weiter kopfschüttelnd beklagen, daß wir Bürgern nun mal zu dumm wären, uns exponentielle Verläufe vorstellen zu können. Man wird immer wieder von Bergamo, von weißen Zelten in New York, von Hekatomben an Toten irgendwo in der Welt reden, von zulaufenden Intensivstationen, von Intubationen und Triagen, die dort zu erleiden wären, wo weniger vorausschauende Regierungen mit minder versierten Experten es nicht im Griff hätten und allzu lax verfuhren, während bei uns dank Weitsicht, Lockdown und Uneigennutz die Regierung und ihre wissenschaftlichen Berater in heldenhaften Nachtsitzungen segensreich zu aller Wohl wirkten.

Wer wollte denn da den verlorenen Milliarden an öffentlichen Geldern nachweinen! Ach, sie wären doch nicht verloren, wird suggeriert, sondern genau richtig investiert, sonst hätten wir jetzt auf den Friedhöfen kaum mehr Platz für die an mittlerweile nebensächlichen Erkrankungen Versterbenden. Und die in die Pleite geratenen Unternehmen, das wären nun mal die Opfer, die man doch bitte mindestens bringen mußte. Man bedauere das und bedanke sich für das Verständnis, aber besser doch etwas bedauern als auch nur einen Toten zu viel betrauern. Oder?

Die Regierung will um jeden Preis Recht behalten. Ebenso wie die Kritiker nicht aufhören werden, ihr vorzuwerfen, sie hätte das Land ruiniert und die Leute kujoniert, und dies wegen einer Erkältungskrankheit mit gelegentlich komplizierten Verläufen. Die Regierung wird in die Lehrbücher schreiben lassen, es wäre eben nur so glimpflich abgegangen, weil genau so zu handeln war, wie gehandelt wurde.

Dieses Dilemma bestand von Anfang an, und die verschiedenen Interpretationen - gut gelaufen, weil die Regierung beherzt handelte, sowie andererseits die Auffassung, es wäre ohnehin undramatisch vorübergezogen wie andere Infektionswellen - werden auf Jahrzehnte streiten können, falls wir überhaupt je zum bewährt Normalen zurückkehren dürfen und nicht beständig Mikroben und ihre Mutationen immer neue Exekutionen seitens der Exekutive legitimieren.

Indessen findet der Protest zu wirksamen Ausdrucksformen und Symbolen. Damit wandelt sich die Frustration in gesellschaftliche Dynamik, die Lähmung der Depression löst sich, das Land bewegt sich - erst gedanklich, dann politisch. Die Leute stellen Kindersachen und Spielzeug vor die Rathäuser der Kommunen, um auf ihre vom Staat im Stich gelassenen Töchter und Söhne hinzuweisen. Weil diese Symbole unmittelbar erlösend und aufregend wirken, werden sie sogleich als antisemitisch und antirassistisch verunglimpft, indem etwa unterstellt wird, mit der „Aktion Kinderschuhe“ würde das Andenken an hundertausende in den Konzentrationslagern ermordeter Kinder entehrt und geschändet.

Abgesehen davon, daß die protestierenden Eltern weder Antisemiten noch Rassisten sind noch je an eine symbolische Parallelität von Bildern auch nur gedacht haben, die hier semantisch überhaupt nicht herzustellen ist, funktioniert die Denunziation des Protestes, indem er als nazistisch zu markieren versucht wird.

Genau das offenbart die entstandene Polarisierung der Gesellschaft, die jene Spannung erzeugt, mit der politische Bewegung entsteht. Der Wind dreht. Immer mehr Menschen umgehen die Gängelungen; die „Richtlinien“ sind ihnen spürbar egal. Dies erinnert an die Endphase der DDR. Dazu paßt auch die Forderung nach einem Runden Tisch, die der Delitzscher Bürgermeister Dr. Manfred Wilde erhob. Als einstiger Bürgerrechtler und Zeitgenosse der Wende in der DDR entwickelte er ein Gespür für bevorstehende Veränderungen.

Der Frühling wird vielleicht für Erfrischung sorgen. Es gibt ja nicht nur den Prager Frühling, sondern vielleicht mal einen in Berlin.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (27)

Franz Bettinger

31. März 2021 13:51

Und es geht weiter: Sie "üben" (wie bei dem 9/11- und dem Pandemie-Schwindel) offiziell die Abwehr; hier einer Cyber-Attacke auf die Wirtschaft. Das heißt, sie üben in Wahrheit nicht die Abwehr, sondern selbstverständlich den Angriff auf die Finanzwirtschaft und leiten ihn wohl in diesem Jahr noch ein. - Ich sage voraus, dass als erstes der Aktienmarkt über Nacht massiv einbrechen und wenig später komplett als Finanzmarkt-Instrument verboten werden wird. Somit sind die Aktionäre schon mal enteignet. Sie wären ohnehin bei der bestehenden Blase nie mehr zu bedienen gewesen. - Ja, das Jahr 2021 wird ein ganz besonderes werden. Dem dummen Wähler wird "geliefert wie bestellt".  Nomaské, Franz 

Quelle: https://www.epochtimes.de/technik/digital/cyber-polygon-2021-finanzsystem-am-ende-great-reset-scheint-unausweichlich-russland-mit-an-bord-a3480479.html

Ein gebuertiger Hesse

31. März 2021 13:58

Mit Verlaub: Die Regierenden machen mit dem Dreck nicht deshalb weiter, weil sie glauben, hinter ihre Prophezeiungen nicht zurück zu kommen, sondern weil sie es so und voraussichtlich bald noch viel schlimmer WOLLEN. Auf wessen Geheiß auch immer (die Gates-Mafia, die Corona der nicht nur ehemaligen Besatzer, der Satan höchstpersönlich). Es geht hier um nicht weniger als eine Verschwörung gegen UNSERE Welt und UNSERE Völker, wie wir (und zig Generationen vor uns) sie bislang kannten. Was gerade geschieht, ist aus Tiefen Staaten heraus orchestriert.

Laurenz

31. März 2021 14:38

@HB

Wieder ein top-süffisanter Artikel. Man könnte das nur insoweit steigern, daß die Inzidenz-Zahlen auch dann nicht sinken werden, wenn "alle" geimpft sind, und klar wird, daß wie bei der Grippe-Impfung, Corona-Impfungen völlig nutzlos sind. Bei einem Punkt täuschen Sie sich, HB, der Alimentierung von Selbständigen. Kennen Sie welche, die alimentiert wurden? Was ist, wenn man dummerweise nicht die eigene Wähler-Klientel gepämpert hat, sondern hängen ließ? Minus 7% für die CSU in Bayern.

Wahrheitssucher

31. März 2021 14:46

Herr Bosselmann,

Ihre Worte, Ihre Zuversicht und Ihre Hoffnungen in Gottes Ohr!

Möge er Ihnen weiterhin die Kraft und das Vermögen geben, sich in dieser Form

auszudrücken...

Laurenz

31. März 2021 14:52

@Franz Bettinger

"Ich sage voraus, dass als erstes der Aktienmarkt über Nacht massiv einbrechen und wenig später komplett als Finanzmarkt-Instrument verboten werden wird."

Hier liegt ein grundsätzliches Miß- oder Unverständnis von Geld & Aktien Deinerseits vor. Der Aktienkurs beschreibt nicht den "Wert" eines Unternehmens. Der Aktienkurs beschreibt nur, bei welchem Preis Aktien gerade umgesetzt wurden.

Das sind 2 völlig unterschiedliche Sachverhalte.

Kurse werden bei heftigen Marktbewegungen nicht deshalb ausgesetzt, weil einzelne leiden, sondern um volkswirtschaftliche Schäden zu vermeiden.

Und Deine völlig unbegründete bärische Haltung wird Lügen gestraft werden. Die Geldmittel-Aufnahme von Scholz & Co., nicht von Arbeit unterlegt, wirkt inflationär in einer 0-Zins-Phase. Das heißt, die Aktienkurse werden noch viel höher steigen, einfach deshalb, weil nur Aktien & Immobilien als "inflationssicher" gelten. Steigende Aktienkurse stellen also, mehr oder weniger, nur die Geschwindigkeit & die Höhe der Inflation fest.

Auch im Falle einer Währungsreform, das alte Wort für Reset, bei der die Geldvermögen draufgehen, bleiben die Unternehmen dieselben, nur die Zahl in der Kursfeststellung, also der Preis, verändert sich.

Falls Du jemals wieder im Lande weilst, kannst Du bei Interesse gerne eine Veranstaltung organisieren, bei der wir solche Geldfragen erörtern und debattieren können.

Dieter Rose

31. März 2021 15:22

Ich habe gerade vor meinem inneren Auge den arte-Bericht über die Massai nochmals ablaufen lassen, und zwar leicht variiert: Nämlich wie die Deutschen dafür gelobt werden, wie sie ihre alten Bräuche und Lieder am Leben halten ... - Und die Filmemacher sind voller Bewunderung - wie bei den Massai!

limes

31. März 2021 16:41

Wie wird es sich politisch auswirken, wenn die Impfungen tatsächlich – wie von kritischen Medizinern und Pharmakologen prophezeit – gefährliche Virus-Mutationen verursachen, die auf eine Bevölkerung mit geschwächtem Immunsystem treffen?

Professor Bhakdi hat darauf hingewiesen, dass gerade die Kleinen ihr Immunsystem durch zahllose Infekte aufbauen und stärken, die sie in der Kindergartenzeit durchmachen. Auch wir Erwachsene brauchen wohl regelmäßig die vielen kleinen Alltagskontakte mit Erregern, die durch Desinfizierungswahn und Isolation verhindert werden, um unsere Abwehrkräfte fit zu halten.

Niemals werden die Verantwortlichen ihre Schuld eingestehen. Dann kommt es darauf an, wie viel Vertrauen ihnen noch entgegengebracht wird. Bilder und Zahlen werden in bewährter Weise dank willfähriger Presse im Sinne der Regierenden interpretiert werden.

Die Entscheidung, AstraZeneca – alias Vaxzevria – nun der Alterskohorte Ü60 reinzudrücken, sorgt aktuell für höhnische Reaktionen der Betroffenen. Es ist jedoch die Frage, ob eine tatsächliche Verschlimmerung der Situation durch die erwähnten schädlichen Maßnahmen zu einer noch verstärkten Unterwerfung der kirre gemachten Masse führen könnte.

Marc_Aurel

31. März 2021 16:44

"Abgesehen davon, daß die protestierenden Eltern weder Antisemiten noch Rassisten sind noch je an eine symbolische Parallelität von Bildern auch nur gedacht haben, die hier semantisch überhaupt nicht herzustellen ist, funktioniert die Denunziation des Protestes, indem er als nazistisch zu markieren versucht wird. "

Man versucht das, aber wenn man sich umhört, haben viele von den ewigen Nazivergleichen mittlerweile die Nase voll, weil dieses Mittel inflationär gegen alles und jeden eingesetzt wird, so dass es sich mehr und mehr abnutzt und an Wirkung verliert. Das gilt im Übrigen auch für andere Diffamierungsphrasen.

"Genau das offenbart die entstandene Polarisierung der Gesellschaft, die jene Spannung erzeugt, mit der politische Bewegung entsteht. Der Wind dreht. Immer mehr Menschen umgehen die Gängelungen; die „Richtlinien“ sind ihnen spürbar egal. "

Das sehe ich auch so, insgesamt gelungener Artikel!

 

Auf Sehrohrtiefe

31. März 2021 17:23

In Belgien hat heute ein Richter ein erstinstanzliches Urtiel gefällt, wonach sämtliche Corona-Maßnahmen mangels Rechtsbasis ungetzlich sind und binnen 30 Tagen beendet werden müssen; ansonsten werden Zwangsgelder fällig. Experten verlautbaren, dies hätten sie kommen sehen; Minister verkünden, das Urteil sei "zu studieren"; politische Kommentatoren erwarten einhellig, entweder komme halt innerhalb der 30 Tage irgendeine neue Gesetzgrundlage, oder das Urteil werde einfach ignoriert. Das Zwangsgeld beträgt übrigens 5.000 Euro am Tag, maximal 200.000 Euro insgesamt. Dann wohl aus der Portokasse zu bezahlen. Peanuts.

Rechtsgrundlage? Egal. Gerichtsurteil? Egal. Im allerschlimmsten Fal wird rückwirkend der Gesetzesrahmen der erwünschten Realität angepaßt. Wem dieser Ansatz nicht gefällt, der wird vom Verfassungsschutz eingenordet werden, denn das Recht und die Verfassung, der es entwächst, sind gaaaanz hohe zivilsatorische Güter, ja ja.

Das sind Zustände, die in Deutschland natürlich undenkbar sind, ja ja.

 

Flaneur

31. März 2021 17:38

Bosselmanns optimistischen Ausblick auf einen möglichweise kommenden Berliner Frühling mag ich nicht teilen. Meine Alltagswahrnehmung gibt das nicht her. Ansonsten nicht nur volle, sondern vollste Zustimmung.

anatol broder

31. März 2021 19:52

eine fliege hält mich wach.
ich erschlage sie.
karl ist laut wie ein bach.
das ist poesie.

Solution

31. März 2021 20:24

Ich sehe das so: Merkel steht für einen eher harten Kurs, die CDU-Länder überwiegend eher für einen weichen. Egal was passiert: Entweder sagt Merkel, daß man auf sie hätte hören sollen oder aber die Länder sagen es. Indem man sich auf beide Seiten aufteilt, ist das System immer auf der "richtigen" Seite.

Simplicius Teutsch

31. März 2021 21:02

Wirklich gut und klug geschrieben, Herr Bosselmann. - Aber Wind of Change?

Die gesellschaftlichen Handlanger der Lockdown-Exekutive haben, so mein Eindruck, auf der öffentlichen und beruflichen Ebene immer noch die unangefochtene Hoheit.

Gerade auch in den relativ sicheren Büro-Jobs. Gerade da, wo Betriebsräte und -Innen in die betriebliche Lockdown-Umsetzung maßgeblich eingebunden sind und eifrig mitreden, wird die Regierungspropaganda für bare Münze verkauft und oft wörtlich bis zum erlösenden Super-Lockdown vorgebetet.

Und etliche haben ja echte, volle Angst vor Covid 19 und seinen ausländischen Killer-Mutanten. Interessanter Weise sind das meist die alten Säcke und Säckinnen, für die das Berufs- und das private Leben bereits weitgehend gelaufen ist (SZ-Leser und CSU-Wähler), - und nicht die angstlosen Jüngeren.

Was sollen Geschäftsleitung, Manager, Abteilungsleiter da machen? Sie halten sich mit Gegenrede gegen die von oben vorgeschriebenen bzw. empfohlenen „Schutz“-Maßnahmen, auch wenn sie anderer Meinung sind, tunlichst zurück, sondern sind heilfroh, wenn sie den Shutdown der Firma vermeiden können, wenn der Betrieb trotzdem weiterläuft und diese Corona-Zeit möglichst schadlos überstanden wird, weil man Angst hat, dass im Fall eines schrecklichen Inzidenz-Falles, also eines einzigen positiv getesteten Mitarbeiters, alle möglichen Kontaktpersonen in die Quarantäne müssen und nach Schuldigen gesucht wird.

tardigrade

31. März 2021 21:28

Nun, als "antirassistisch" können die Kindersachen ja wohl kaum beschimpft werden, diese Logik-Implosion schaffte nicht mal die Antifa. Aber vom kleinen semantischen Fauxpas abgesehen: Schon wieder eine brillante Analyse von Ihnen, Herr Bosselmann! Als Stimme der Vernunft im politischen Irrenhaus Deutschland werden Sie mehr und mehr zu meinem Lieblingsautor auf SiN. Auch Ihr trotz allem gewahrter Optimismus ist wohltuend, obwohl ich ihn meinem Naturell gemäß nicht teilen kann. Zu bedrückend ist die Flut der politisch Untoten und Angsthasen, der Panikmacher und Schaumschläger, der Profiteure und Speichellecker. Dieses Volk hat, mindestens im Westen, nie die Verteidigung der Grundwerte gelernt. Von Wirtschaft hat es ebenso keinen blassen Schimmer. Und der letzte Rest Allgemeinbildung und gesunder Menschenverstand kommen ihm gerade abhanden. In meinen Augen ist es damit leider hoffnungslos. Trotzdem danke für Ihre Arbeit! 

Laurenz

31. März 2021 22:47

 

@Solution

Merkel will maximal einmal oder gar nicht wiedergewählt werden, bei den Ministerpräsidenten sieht das ganz anders aus.

Franz Bettinger

31. März 2021 23:53

Noch eine Antwort auf die Frage, warum gerade Migranten zu 90% (auch in der Schweiz) zu den Schwerkranken zählen und die Kliniken überschwemmen. Es ist wohl so, dass die Migranten bei uns im Norden, dessen nasskaltes Klima sie nicht gewöhnt sind, viel häufiger krank werden und deshalb (oft gar intubiert) die Intensivstationen belegen; aber NICHT, weil sie wegen einer angeblichen Kommunikationsblockade die (wirkungslosen) Masken verweigern und Abstandsregeln nicht einhalten würden. Migranten aus dem warmen Süden sind anfälliger für die Erkältungen des Nordens. So einfach. 

Eo

31. März 2021 23:58

Schätze mal, mit dem  
nun mit Macht hereinbrechenden Frühling setzt jetzt auch so etwas wie ein Zweikampf bzw.  Machtkampf ein; und zwar zwischen dem Frühling mitsamt den von dessen holdem, belebendem Blick mehr und mehr beseelten Menschen auf der einen und  den absurden Zwangsmaßnahmen und Merkelschikanen, die allen auferlegt werden, um den heiligen Virus Covid Corona gnädig zu stimmen, auf der anderen Seite.

Oder etwas knapper
und knackiger ausgedrückt -- der Frühling ist dem Cocorona sein ärgster Feind, wenn nicht gar sein Tod.

 

Dietrich Egon

1. April 2021 08:15

Den "Wind of Change" sehe ich in der Breite nicht. Nicht nur die Puppenspieler wollen es so; da sind doch eine ganze Menge Puppen, die bislang in der Mottenkiste lagen und nun endlich bespielt werden. All die Sicherheitsbeauftragten, die "Corona-Manager" in den Betrieben, all die neu eingestellten, oft minderqualifizierten Hilfspolizisten der Ordnungsämter, die Provinzpolitiker, der unscheinbare Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitsamtes... all diese Hinterbänkler stehen nun nach Jahren in der Bedeutungslosigkeit endlich einmal im Rampenlicht, haben "Befugnisse" und mehr oder weniger Macht über andere Menschen erhalten. Sie werden viel dafür tun, daß das so bleibt.

Ansonsten: wieder ein gelungener Artikel von Herrn Bosselmann. Als halbgebildeter Nichtakademiker habe ich sogar wieder einige neue Begriffe gelernt. Lesen bildet also doch. ;)

 

Laurenz

1. April 2021 09:05

@Dietrich Egon

>>Den "Wind of Change" sehe ich in der Breite nicht<<

Das ist einfach nur die Frage der Schmerzgrenze eines jeden einzelnen. Sobald eine kritische Masse Schmerzen fühlt, vor allem die materieller Natur, ist Ende Geländer. Auch die Finanzspritzen, welche sicherlich, wie üblich, die Falschen begünstigen, sind irgendwann wertlos, weil das Geld, inflationiert, wertlos sein wird. Und irgendwann merkt auch der Dümmste, daß er nicht jeden Tag 3 tote Nachbarn zum Krematorium fährt. Der Artikel, welcher auf der SiN exakt dieses Phänomen immer noch am besten analysiert, ist dieser hier von CS https://sezession.de/63878/demos-in-wien-system-und-lebenswelt

Der_Juergen

1. April 2021 12:34

Abermals ein vortrefflicher Beitrag von Bosselmann; allerdings hat @Gebürtiger Hesse recht, wenn er darauf hinweist, dass es für die Herrschenden nicht nur darum kein Zurück mehr gibt, weil es ihnen sonst an den Kragen geht. Sie befolgen, wie die meisten Regierungen der Welt, augenscheinlich die Befehle einer Zentrale. Es ist damit zu rechnen, dass im Herbst eine neue Welle kommt, die vielleicht wirklich gefährlich sein wird, denn um die Panik jahrelang aufrechtzuerhalten, bedarf es mit der Zeit echter Leichenhaufen und nicht nur virtueller. 

 

Hartwig aus LG8

1. April 2021 12:36

@Bettinger: "" Migranten aus dem warmen Süden sind anfälliger für die Erkältungen des Nordens. So einfach.  ""

Ich nutze diese Bemerkung zusammenhanglos, um der SiN-Szene, der ich zugeneigt bin, nahezulegen, sich mit Vitamin D3 zu befassen. Mehr OT hier nicht!

Der_Juergen

1. April 2021 12:36

Ein neuer Prager Frühling, vielleicht ein Berliner Frühling, wie Heino Bosselmann hofft? Oder, um es realistischer auszudrücken, eine Revolution? Erfolgt eine solche nicht, geht die Menschheit in den Orkus; dies ist ganz wörtlich zu nehmen, denn die angestrebten Zwitterwesen zwischen Mensch und Roboter, von denen Strippenzieher wie Schwab schon ganz offen schwärmen, werden keine Menschen im herkömmlichen Sinne mehr sein. Wir stehen am schicksalhaftesten Scheideweg der Geschichte.. Verglichen mit der Frage, ob der Great Reset gelingt oder nicht, war z. B. die Frage, welche Seite sich im 2. Weltkrieg durchsetzte, geradezu nebensächlich. Damals hatte keine Seite die Möglichkeit, die Welt in ein gigantisches Konzentrationslager zu verwandeln und gar noch die Spezies Mensch genetisch zu zerstören.

Allen Autoren und Kommentatoren sei ein frohes Osterfest gewünscht.

zeitschnur

1. April 2021 12:41

Teils wahr, teils eine Verkennung. Insgesamt eine gute Beschreibung. Ich kenne inzwischen massenhaft Menschen, die entweder die Regierenden für gefährliche und darum auch einsichtsunfähige Psychopathen halten oder für echte Täter, die einer Agenda folgen. Ich denke an eine Mischung aus beidem ...

Aber dennoch versuchen erstere durch Anpassung an den Schwachsinn irgendwie durchzukommen. Und das verstärkt die Problematik ins Unermessliche.

Aus meiner Sicht hilft nur konsequente Verweigerung und Aufrichtung. Man sollte nichts, aber auch gar nichts von dem Unfug mitmachen, keinerlei Zugeständnisse machen.

Ich empfehle ein sehr sehr gutes Interview mit Dr. Lanka: https://www.bitchute.com/video/dMuUsq8EZKMA/

Darin wird die ganze Krise als der absurde Kulminationspunkt einer völlig abstrusen antiwissenschaftlichen "Wissenschafts"-Entwicklung beschrieben, in die seit Jahrzehnten verbissen Milliarden investiert und erfolglos versenkt wurden.

Von daher, Herr B. - Sie argumentieren in manchem antiquiert, viel zu wenig wissenschaftskritisch, der Wind dreht sich, aber wegen des unhaltbaren Modells von Krankheit, Gesundheit, Zentralisierung und Hierarchie. Ich weiß - die Rechten (und beileibe nicht nur sie!) hören das nicht gern, ist aber dennoch so. Eine erneute Lektüre Ivan Illichs wäre sicher ein Aha-Erlebnis.

Waldgaenger aus Schwaben

1. April 2021 14:01

@ Hartwig aus LG8

Dem Rat kann ich mich nur anschließen. Obwohl ich viel draußen und viel Fisch esse war mein Wert bei 20ng/ml an der Untergrenze, Ich nehme jetzt Vitamin D ein.

Mehr dazu von Prof. Dr. Spitz

 

https://www.youtube.com/watch?v=xEU7Hb8KrpM

 

Zum Thema: Es wäre interessant den Vitamin D Spiegel von Patienten mit ernsten COVID-19 Verläufen zu erfassen und mit dem des Durchschnitts zu vergleichen. Ich vermute, dass da eine grasse Unterversorgung heraus käme. Eine umfassende Vitamin D Nahrungsergänzung würde vermutlich mehr bringen als die ganze Lockdownerei

 

Laurenz

1. April 2021 14:52

@zeitschnur

"Von daher, Herr B. - Sie argumentieren in manchem antiquiert, viel zu wenig wissenschaftskritisch, der Wind dreht sich, aber wegen des unhaltbaren Modells von Krankheit, Gesundheit, Zentralisierung und Hierarchie."

Das behaupten Sie einfach so. Wer will schon Wissenschaftlern glauben, solchen oder solchen, die das, was sie erforschen noch nie gesehen haben?

Also hält man sich zurück und bleibt bei den realen Ergebnissen, nämlich den Toten, und die sind an der Zahl dieselben, wie zuvor.

Beim Gesundheitswesen haben Sie natürlich Recht, aber das liegt an den Armen. So, wie eine schöne Kirche der eigene Anteil am Reichtum war, will bis heute jeder wegen einer leichten Erkältung, ob nun Grippal oder Corona sei dahingestellt, wie George Washington, von seinen teuren Ärzten umgebracht werden.

Waldgaenger aus Schwaben

1. April 2021 21:18

Der Autor möge mir das OT verzeihen, aber es ist mir sehr wichtig.

 

Die von mir vorgeschlagene Studie wurde bereits durchgeführt und zeigt IMHO einen klaren Nutzen von Vitamin D in der COVID-19 Behandlung und wahrscheinlich auch Vorbeugung.

Vitamin D zur Behandlung

 

Solche Ansätze ausserhalb seuchenpolitischer Maßnahmen, die schon im Mittelalter angewendet wurden, werden viel zu wenig erforscht und verfolgt. Das bestätigt den Verdacht, dass COVID-19 ganz gelegen kommt zum großen Umbau.

 

Arrow

2. April 2021 21:54

In der Natur gibt es kein "exponentielles Wacstum". Jeder Wachstumsprozess wird frûher oder später durch Knappheit an Wachstumsfaktoren eingebremst. Daher werden Wachstumsmodelle auch nicht mit Exponentialfunktionen, sondern mit logistischen Funktionen (sigmoidaler Verlauf) modelliert.

Dass man uns immer wieder vom exponentiellen Wachstum erzählt, dürfte juristische Gründe haben. Ohne den Teufel an der Wand, bekäme man die epidemische Gefahrenlage nicht gerichtsfest dargelegt. Es fehlt eigentlich nur an Richtern mit naturwissenschaftlichen bzw. mathematischen Grundkenntnissen, die kraft derselben die Absurdität der behaupteten Szenarien durchschauen.

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