6. Mai 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (18)

Benedikt Kaiser / 45 Kommentare

Der Austrittsprozeß des Vereinigten Königreichs aus der EU, der am 1. Januar seinen Abschluß fand, belebt neu-alte Streitigkeiten in Schottland.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Natürlich ist das keine schottische Sondersituation; auch in Nordirland wächst die Wut auf allen Seiten, dazu bei anderer Gelegenheit Grundsätzliches.

Doch zunächst zum Brexit-Fall: Als Vehikel zur Rückerlangung nationaler Souveränität und selbstverantwortlicher Politik ist er spätestens seit der Dexit-Forderung vom AfD-Bundesparteitag auch in unseren Zusammenhängen wieder virulenter.

Interessant dabei ist, daß das Brexitvotum einmal mehr soziale und nationale Widersprüche zusammenbrachte. Für Sahra Wagenknecht war die »Migrationsfrage« sogar die »Schlüsselfrage« per se, weil die Briten die Kontrolle über Zuwanderungsbewegungen zurückerlangen und damit nicht dem EU-Markt überlassen wollten – vor allem in den unteren Einkommenssegmenten konkurrierten Einheimische zunehmend mit Ausländern aus der EU und darüber hinaus; der Lohndruck war bzw. ist immens.

Auch Paul Mason, ein undogmatisch linker Denker, sah die Frontstellung so, daß ein »Remain« (in der EU) bei vielen Briten wahrgenommen wurde als Bekenntnis zu unbegrenzter Einwanderung, sinkenden Löhne und kulturellen Spannungen.

»Die Verhältnisse in Deutschland«, so artikuliert es wiederum Wagenknecht in ihrem neuen Buch Die Selbstgerechten,

mögen mit den britischen noch nicht vergleichbar sein. Aber die Entwicklung geht in eine ähnliche Richtung. Immerhin ist der deutsche Niedriglohnsektor einer der größten in ganz Europa. Jeder fünfte Beschäftigte arbeitet heute in diesem Bereich. (...) Dass die Löhne in vielen Branchen um bis zu 20 Prozent sanken und selbst ein jahrelang anhaltendes Wirtschaftswachstum daran nichts ändern konnte,

– und jetzt begibt sich Wagenknecht auf vermintes Terrain –

das war allein wegen der hohen Migration nach Deutschland möglich. Denn nur sie stellte sicher, dass die Unternehmen die Arbeitsplätze zu den niedrigen Löhnen unverändert besetzen konnten.

Wagenknecht tut gut daran, diese beiden Ebenen – Lohnentwicklung/Sozialstaat einerseits, Migrationsproblematik andererseits – zu verbinden, so wie es das sozialpatriotische Lager ja bereits viel länger und nachdrücklicher praktiziert. Wer dabei aber nicht mitgeht, ist nicht nur die Mehrheitslinke in der Bundesrepublik, sondern auch die schottischen »Nationalisten«, die so zu benennen ebenso widersprüchlich scheint wie im Fall ihrer katalanischen Freunde.

Denn der schottische »Nationalismus«, verkörpert in der regierenden Scottish National Party (SNP) und ihrem vorpolitischen Netzwerk, hat sich einem »grünen« und »integrativen« Konzept verschrieben, das im Kern besagt, daß ein jeder in Schottland lebender Mensch – mag er geboren und sozialisiert sein, wo er möchte – als schottischer Citoyen anzusehen ist, wobei sich die schottische Gesellschaft als »progressive« und »weltoffene« Nation aus der Dominanz des englisch dominierten »konservativen« Vereinigten Königreiches zu lösen hätte.

Aus diesem Grund ist Beat Bumbacher zu widersprechen, wenn sie die SNP in der NZZ (v. 5.5.2021) als »schottische Version der Sozialdemokratie« labelt. Das eigentliche kontinentaleuropäische Pendant zur SNP sind vielmehr die Grünen, »Nationalismus« als Markenzeichen hin oder her.

Denn den zeitgemäß-grünen Entwurf einer schottisch-multikulturellen Staatsbürgeridee, der auch in der deutschsprachigen Presse als »schottischer Nationalismus« firmiert und damit begriffliche Assoziationen wecken kann, die in die Irre führen, sollte der Leser fortan mitdenken. Mainstream-Nationalismus in Schottland heißt eben schlicht und ergreifend: Abkehr von der Union mit dem Vereinigten Königreich, keineswegs jedoch mit der EU. (Ähnliches gilt für Kataloniens Separatisten: Abkehr von Spanien heißt nicht Abkehr vom EU-Apparat).

Diese Aspekte helfen womöglich, größere Beiträge über schottische Entwicklungen besser einzuordnen. Ein Beispiel hierfür bietet der Artikel »Die pragmatischen Rebellen« aus der NZZ (v. 30.4.2021), in dem es heißt, daß

in Schottland eine neue Generation von Nationalisten auf die Unabhängigkeit drängt.

Wir wissen nun grob, welche Politik die SNP vertritt, die, angeführt von Nicola Sturgeon, bei den heutigen Regionalwahlen vom 6. Mai auf eine Mehrheit hofft,

um bei Boris Johnson ultimativ ein zweites Unabhängigkeitsreferendum einzufordern.

Niklaus Nuspliger berichtet einleitend über die Umkehrung der Pole:

Im Schottland der fünfziger Jahre galten die schottische Kultur oder die gälische Sprache als rückständig, das imperiale Grossbritannien hingegen verkörperte Weltoffenheit und Fortschritt.

Heute ist es die SNP, die Weltoffenheit und Fortschritt zu verkörpern beansprucht. Sie erreichte realpolitisch indes tatsächlich einiges:

Schottland erhielt vor der Jahrtausendwende politische Autonomie und ein eigenes Parlament, in der Regionalregierung sitzt die Scottish National Party (SNP) seit 2007 an den Schalthebeln der Macht. (...) Wenn die SNP der Regionalpräsidentin Nicola Sturgeon am 6. Mai eine Parlamentsmehrheit erringt, will sie in der ersten Hälfte der nächsten Legislatur über die Unabhängigkeit abstimmen lassen – zum zweiten Mal nach der Volksabstimmung von 2014, bei der die Nationalisten mit einem Ja-Anteil von 45 Prozent einen Achtungserfolg erzielten.

Seitdem hat sich viel geändert. 16jährige dürfen seit Jahren wählen, und Jugendliche tendieren überwiegend noch stärker zur Unabhängigkeit und gegen London. Nuspliger trifft einige von ihnen, zum Beispiel Charlotte Armitage, eine 23jährige Studentin, die als Vizepräsidentin der Jugendorganisation der SNP aktiv ist. Bereits 2014 votierte sie gegen die Unionisten und für die Unabhängigkeit – und würde heute wieder so handeln.

Die konservative Regierung in London bremst uns, als unabhängiges Land könnten wir eine viel progressivere Sozial- oder Klimapolitik haben,

so umschreibt Armitage das zentrale Momentum der SNP-Jugend. Sie fügt hinzu:

Und wir könnten wieder der EU beitreten,

die nach Ansicht der jungen Schottin wohl bekannt für ihre progressive Sozialpolitik zu sein scheint, was nicht zuletzt in Wagenknechts Buch anhand der entsprechenden Wegmarker Lohndruck, Migrationswellen und unternehmerischer Gewinnmaximierungsstrategien konsequent widerlegt wird.

Armitage, so wird deutlich, steht aber nicht alleine:

Demoskopen haben erhoben, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel der 16- bis 34-jährigen Schotten die Unabhängigkeit befürworten, während sich in der gesamten Bevölkerung Befürworter und Gegner eines Bruchs mit London über die letzten Monate hinweg gesehen etwa die Waage hielten.

Armitage gibt gegenüber der NZZ zu Protokoll:

Der nationalistische Traum ist viel älter als ich. Aber meine Generation hat nun die Chance, ihn auch wirklich zu realisieren.

Der Vorspann zum schottischen Nationalismus machte wohl schon deutlich, daß dieser »nationalistische Traum« wenig zu tun hat mit dem, was originäre Nationalisten darunter verstehen dürften. Die SNP steht eben für Klimaideologie, Multikulturalismus, Gender und Co. – nur eben bitte ohne Bevormundung aus London, was die einigende Klammer aller SNP-Strömungen ist.

ein rechtskräftiges Unabhängigkeitsreferendum nur nach Zustimmung der Regierung in Westminster abhalten, und Premierminister Boris Johnson hat angekündigt, dass er keinen Urnengang erlauben wolle.

ob sich diese Position halten lässt, wenn die SNP eine Mehrheit der 129 Sitze im Regionalparlament erringt – was ihr gemäss Umfragen knapp gelingen könnte. Der Politologe John Curtice von der Strathclyde University verweist im Gespräch auf zwei Präzedenzfälle: 2011 habe der Wahlsieg der SNP zum ersten schottischen Unabhängigkeitsreferendum geführt, und nach der Unterhauswahl von 2015 hätten die Konservativen das Wahlversprechen eines Brexit-Referendums umgesetzt.

Just dieser Brexit helfe nun der SNP, den die Schotten mit 62 Prozent ablehnten. Der sogenannte harte Brexit habe den Eindruck verstärkt,
das eher linksgerichtete Schottland und das konservativere England strebten immer weiter auseinander. Genau dies nutzt die talentierte Nicola Sturgeon aus: Sie argumentiert, der Brexit habe Tatsachen geschaffen, die ein zweites Unabhängigkeitsreferendum erforderten. Und sie setzt sich in Szene als Antipodin von Boris Johnson, der bei vielen Schotten antienglische Abwehrreflexe auslöst und in der Corona-Krise einen weniger souveränen Eindruck hinterliess als Sturgeon.

Aber es gibt auch gegenläufige Tendenzen. Nuspliger lernt im Verlauf seiner Reportage Ross Newton (25) kennen. Der stimmte als 18jähriger für die Unabhängigkeit, ist unterdessen aber zum strikten Gegner derselbigen geworden:

Schottland habe erhebliche soziale Probleme, darunter die höchste Zahl von Drogentoten in Europa, doch stehle sich die SNP-Regierung mit dem Argument aus der Verantwortung, ohne Unabhängigkeit fehlten ihr zur Lösung der Probleme die Kompetenzen. Ross bezeichnet Sturgeon als Populistin, die komplexe Fragen mit Schlagworten vereinfache. «Sie sagt, ein unabhängiges Schottland werde der EU beitreten. Aber wo ist der konkrete Plan dafür? Und was genau soll mit der Grenze zu England geschehen?» Die Unabhängigkeit wirke auf viele seiner Altersgenossen trendig, und die SNP positioniere sich als progressive Kraft. Wer aber auf Social Media gegen die SNP Stellung beziehe, bekomme die ausgrenzende Seite der Nationalisten zu spüren.

Wir erinnern uns an dieser Stelle erstens erneut, daß mit »Nationalisten« linksgrüne EU-Befürworter gemeint sind und zweitens, daß es ein ehernes Gesetz in der Mehrheitslinken seit Rosa Luxemburg gibt: Bei der Freiheit, die man gemäß ihrer populären Maxime Andersdenkenden gewähren sollte, ging es im Kontext um die Meinungsfreiheit innerhalb des (oft zerstrittenen) linken Lagers, nicht um Meinungsfreiheit per se. Das ist auch in Glasgow und Edinburgh offensichtlich nicht anders, wo der »Nationalismus« dem linksgrünen Zeitgeist subordiniert ist.

Passend dazu zitiert Niklaus Nuspliger den 22jährigen Italo-Schotten Nico Matrecano, den künftigen Präsidenten des »Nationalistischen Verbandes« an der Universität Glasgow:

Natürlich liebe ich das romantische Bild der Highlands, aber Schottland ist nicht nur das Land der Einheimischen, sondern aller, die hier leben wollen.

Angela Merkel und Annalena Baerbock wären erfreut.

-- --

In Frankreich gibt es derweil neue Widerstände gegen die Ansicht derer, die Europas Nationen zum Siedlungsobjekt »aller, die hier leben wollen« umfunktionieren.

In der NZZ (v. 30.4.2021) berichtet dazu Rudolf Balmer in seinem Bericht über den »Krieg gegen die ›Horden der Banlieu‹«:

In einem Brandbrief haben zwanzig pensionierte Generäle und mehr als tausend weitere Militärs kaum verhohlen mit einem Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Regierung gedroht, um den «Zerfall» Frankreichs abzuwenden. Letztlich könne nur eine «Intervention» der Streitkräfte Ordnung schaffen und mit dem «Islamismus und den Horden der Banlieue» aufräumen, heisst es in dem offenen Brief, der am 21. April vom Wochenmagazin «Valeurs actuelles» publiziert wurde.

Valeurs actuelles, wer es nicht kennt, ist ein traditionsreiches Nachrichtenmagazin der französischen Rechten, das seit 1966 erscheint; politisch bewegt es sich zwischen christlichem Konservatismus und klassischem französischen Nationalismus und stellt so – ausnahmsweise tatsächlich – eine Art »Scharnier« zwischen gemäßigter und grundsätzlicher Rechte dar, im parteipolitischen Sinne ferner zwischen den etablierten Konservativen und dem Rassemblement National Marine Le Pens (RN, ehemals Front National, FN).

«Die Situation ist ernst, und die Aufgabe ist kolossal», schreiben die Autoren im traditionellen Stil der extremen Rechten in dem Brief, der in Frankreich viel Wirbel verursacht, weil er als Ultimatum und Aufruf zu einem Militärputsch interpretiert wird. Weder das rassistisch angehauchte Feindbild noch der Tag der Veröffentlichung sind zufällig gewählt: Am 21. April vor exakt 60 Jahren organisierten die Militärs im damals noch französischen Algerien einen Putsch gegen die Staatsführung von General Charles de Gaulle.

Die Beschreibung, was dann in Nordafrika und Frankreich geschah, liest man lieber bei Dominique Venner nach, obschon Das rebellische Herz derzeit vergriffen ist. Venner beschrieb die Aufstandsepisode 1961 im Gespräch mit Karlheinz Weißmann für die 34. Sezession übrigens so:

Unsere Ideen waren kurzlebig, unsere Instinkte aber tief. In tollkühnen Aktionen riskierten wir Kopf und Kragen. Dieses Engagement hatte wenig mit dem gemein, was man landläufig als »politisch« bezeichnet. Wir träumten weniger davon, eine »Partei« zu gründen als vielmehr einen mystisch-militärischen Orden. Unsere Vorbilder waren die spanischen Falangisten von 1936 oder ein Mann wie Oberst Nasser 1952.

Aber weiter mit Balmer:

Wie die Putschisten 1961 sehen die selbsterklärten «Patrioten» in Uniform, die den Brief verfasst haben, die Nation wegen der «Laxheit» der Regierung in Gefahr. Sie sehen heute nicht ein Kolonialreich am Untergehen, sondern sie wähnen die «Grundwerte unserer Zivilisation» vom «Zerfall» bedroht, weil die Staatsführung nichts unternehme gegen den «Rassenkrieg, den die hasserfüllten und fanatischen Anhänger eines bestimmten Antirassismus führen». Wenn nichts geschehe, drohe Frankreich in ein Patchwork von «Parzellen» zu zerfallen, in denen «Dogmen herrschen, die in Widerspruch zu unserer Verfassung stehen», schreiben die Ex-Militärs warnend. In ihrem Brief geben die Unterzeichner Präsident Emmanuel Macron eine letzte Chance zur «strikten Anwendung der bestehenden Gesetze», um den Islamismus zu bekämpfen.

Alles andere, so die größtenteils pensionierten Akteure, könnte zu »Tausenden von Toten« führen, wofür man der Regierung die Verantwortung zuweisen würde. Le Pen, man ahnt es, hat die Initiative euphorisch begrüßt (sie teile »ihre Analyse und ihre Besorgnis«), und tatsächlich haben manche der Unterzeichner eine eigene RN- bzw. FN-Vergangenheit.

Le Pen distanzierte sich also nicht von der impliziten Androhung eines militärischen Eingreifens, plädierte aber für die entscheidende Weichenstellung an den Wahlurnen. Le Pen muß einen schmalen Grad begehen:

Einerseits sind die pensionierten Soldaten aller Hierarchiestufen ihr ureigenes Wählerklientel, der alte FN konnte seine besten Ergebnisse immer im Süden holen, und zwar vor allem dort, wo sich viele Algerienfranzosen ansiedelten, die mit der Republik und seinen Eliten fremdelten nach dem glanzlosen Abgang aus Algier und Co.

Andererseits schreckt sie damit konservative Wähler ab, denen die Revolte-in-spe Angst einjagt. Sie wurden parlamentspolitisch heimatlos, nachdem die Sarkozy-Reste sich pulverisierten. Le Pen will ihnen seit Jahren mittels »Entdiabolisierung« näher kommen wollte. (Entdiabolisierung in Frankreich heißt nicht Abschwächung der eigenen Programmatik, sondern ein Hintanstellen der historisch »rechtsradikalen« Bezüge, d. h. unter anderem die Wurzeln in der militanten Parteinahme für Algérie française.)

Für Le Pen heißt es also einmal mehr: Wer wählt wie bei welcher Reaktion, und wer bliebe fern?

Das Forschungszentrum Cevipof schätzt, dass rund die Hälfte der Angehörigen der Streitkräfte und der Polizei in Frankreich bei Wahlen extrem rechts stimmt.

Rudolf Balmer setzt seine Beschäftigung mit dieser »Problematik« an selbem Publikationsort (v. 4.5.2021) fort. In seinem informativen Beitrag mit der sperrigen Überschrift »Putschdrohungen sind in Frankreich nichts Neues« konkretisiert er die Sympathieerklärungen von Militärs und Polizei:

Laut dem Forschungszentrum Cevipof erklärten 2016 zwischen 52,5 und 55 Prozent (je nach Ausgangslage) der Soldaten und Polizisten, sie würden 2017 bei den Präsidentschaftswahlen im ersten Durchgang Marine Le Pen wählen. Vergleichbare Zahlen lieferte 2019 die linke Stiftung Jean Jaurès, die sich auf die Auswertung der Wahlergebnisse in mehreren Garnisonsstädten stützt. Dass sich Marine Le Pen mit den Verfassern des Appells solidarisiert und diese dazu aufgerufen hat, sich ihrer politischen «Schlacht» anzuschliessen, ist da wenig überraschend. Das RN hofft, bei den Präsidentschaftswahlen in einem Jahr vom Gefühl vieler Wähler (unter ihnen viele Angehörige der Streit- und Ordnungskräfte) zu profitieren, wonach die gewählte Führung der Aufgabe der Verteidigung der Interessen und der Unabhängigkeit der Nation nicht mehr gewachsen ist.

Frankreich also vor einem neuen Putsch, exakt 50 Jahre nach der gescheiterten Erhebung von 1961? Wohl kaum.

Daraus den Schluss zu ziehen, dass letztlich nur eine militärische Intervention und die Errichtung eines autoritären Regimes eine Lösung darstellen können, bleibt aber die Ansicht einer kleinen Minderheit, auch in den Streitkräften.

Man darf ergänzen: auch im Rassemblement National.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (45)

Laurenz

6. Mai 2021 17:46

(1)

Sahra Wagenknecht erzählt weißgott im Westen nichts Neues. Das ist doch alles seit Schröder/Fischer offensichtlich. Auch ein Meuthen, will, wie Merkel & Koboldbock arme Neger, kniend, unsere Böden putzen sehen, um Aktiengesellschaften reicher zu machen. Wagenknecht führt den Kampf Oskars, aber Wagenknecht sieht einfach besser aus als Oskar, Der Sexus ist immer ein Verkaufs-Argument.

Was die Schotten angeht, so ist das doch eine einfache Geschichte, die SNP wurde längst übernommen. Und die indigenen Nationalisten machen mit, weil alles andere die politische Schlagkraft halbieren würde. Auch die extrem nationalistischen Serben wollen in die EU, die Ukrainer auch, die Frage, wer will in die EU, ist leichter zu beantworten, als die Frage wer nicht? Und dafür gibt es nur einen einzigen Grund: Deutschland. Solange bei uns auch nur ein Centavo zu holen ist, bleibt die EU en vogue. Ein Dexit käme einer Kriegserklärung an ganz EU-Land gleich. Das möge Gott Marx im roten Himmel mit grünen Wolken verbrämt, verhindern. Bei einem Dexit bricht das ganze Kartenhaus EU von einem Tag auf den anderen zusammen.

Laurenz

6. Mai 2021 17:50

(2)

Ihre pensionierten Franzmann-Generäle da, die machen doch nur Papperlapapp. Ein echter Putschist labert nicht, sondern putscht. Hier handelt es sich doch nur um verzweifeltes & haltloses Gequatsche. Marine Le Pen mag das für den Wahlkampf nutzen können, aber mehr bleibt davon nicht übrig.

RMH

6. Mai 2021 18:13

Schotten, ein Volk, welches sich von Engländern hat kolonisieren lassen, will jetzt EU-Kolonie werden.

Im Film Trainspotting (nach dem Buch von Irvine Welsh) sagt ein Akteur dazu das wesentliche:

Trainspotting - Schottland - YouTube

 

Glast

6. Mai 2021 20:24

@RMH

Genau an diese Sequenz musste ich auch augenblicklich denken. 

Fredy

6. Mai 2021 20:59

Schottland ist ohne Whisky nicht zu ertragen. Das ist das ganze Geheimnis des Whiskys.

Und mittlerweile gilt das für die ganze EU.

Waldgaenger aus Schwaben

6. Mai 2021 22:19

Beim erste Referendum wurde von unserer Lückenpresse noch daraufhin gewiesen, dass die EU Schottland wahrscheinlich nicht aufnehmen würde. Wenn nur ein Land dagegen ist, kommt ein Beitritt nicht zustande.

Und Spanien wird wegen Katalonien und den Basken nicht zustimmen, Belgien wegen Flandern, Frankreich wegen Korsika und so weiter. Das Fass, dass allerorts Regionen sich abspalten und als eigenständige Staaten in die EU eintreten wollen, wird die EU nicht aufmachen.

Wahrscheinlich will die EU-Kamerilla Schottland aus GB heraus lösen um GB zu schaden, wird das Land dann aber nicht aufnehmen.

Sekundant

6. Mai 2021 22:30

Werter Laurenz, woher wollen Sie wissen, daß die (extrem nationalistischen) Serben in die EU wollen? Bei meinen jährlichen mehrwöchigen Aufenthalten dort ergaben meine Gespräche mit den Serben bisher Anderes; ungefähr die Hälfte will das, die andere Hälfte nicht. Man verbindet dort, z.B. in Novi Sad, die EU zurecht mit der NATO und hat (noch) nicht vergessen, wer im Frühjahr 1999 Bomben zum Schichtwechsel - damit sich das auch richtig lohnt - nicht nur aufs Dach der Industriebetriebe warf. Kann in einigen Jahren natürlich leider anders ausschauen....

Nordlicht

7. Mai 2021 00:29

Nett, mal von denen auf der anderen Seite der Nordsee etwas zu hören.

Alles, was GB und die EU schwächt, ist mir willkommen.

--------

Der Brandbrief der Militärs und Polizisten ist verständlich, aber nach der französischen Politik-Struktur ist der Präsident, auch wenn er so eine Weichling wie Macron ist, nicht zu stürzen. Und Frankreich ist zu sehr von der EU abhängig (- via mit deutscher Finanzstütze), dass grundlegende Maßnahmen gegen die muselmanische Machtexpansion nicht zu erwarten sind.. Das EuGH hat nicht nur D, sondern auch F in der Hand. Die Migration wird weiterlaufen, und es wird keine Reduzierung der so reizvollen Sozialleistungen für "Asylbewerber" geben.

Was die Islamisierung mit der ständigen Zuströmen angeht, sind das demokratische Frankreich und das demokratische Deutschland strukturell nicht in der Lage, den Knoten zu durchschlagen. 

Imagine

7. Mai 2021 01:24

Die Frage ist, warum es Le Pen mit ihrer RN gelingt, eine patriotische Sammlungsbewegung jenseits des Links-Rechts-Schemas zu bilden und so etwas in Deutschland nicht möglich ist?

Meine These ist, dass die nationale Rechte in Deutschland nach wie vor noch in vormodernen, tribalistischen Deutungsmustern denkt, also in Abstammungsgemeinschaften und Völkern.

Historisch gab es die Kriege zwischen Stämmen und Völkern. Die Spartaner kämpften gegen die Perser und für die Deutschen waren bis Ende des WKII die Franzosen der „Erbfeind“.

Aber der Jugoslawien-, der Irak-, der Libyen- und der Syrienkrieg waren keine Kriege zwischen Völkern, sondern dort führte die NATO Angriffskriege gegen Systeme und Regimes, die ihren Interessen entgegenstanden.

In der modernen Welt werden Kriege nicht in nationalem Interesse geführt, sondern im Interesse von bestimmten Machtgruppen, meist aus ökonomischen Motiven und zum Zwecke des Erhalt oder der Ausweitung ihrer Herrschaft.
 

Es geht um das Interesse von Klassen, von Unternehmen, von mafiösen Organisationen und Interessengruppen, im Grunde entsprechen diese Kriege von der Grundstruktur den Bandenkriegen, es geht um Ausbeutung, Betrug, Raub sowie System- und Herrschaftserhalt, so es der Soziologe Wolfgang Pohrt in „Brothers in Crime“ ausführte.

Völkische oder rassistische Motive spielen keine oder nur eine nachrangige Rolle.

Imagine

7. Mai 2021 01:25

2/2

Die völkischen Rechten in Deutschland denken in historisch obsoleten völkischen und rassistischen Kategorien.

Tatsächlich sind moderne Gesellschaften hoch arbeitsteilig und in globale Wirtschaftskreisläufe integriert. Alle Großunternehmen sind auf den Weltmarkt ausgerichtet und sie beschäftigen Mitarbeiter aus der ganzen Welt. So hatte beispielsweise Google Schweiz im Jahr 2019 4000 Mitarbeiter aus 75 Nationen.

Sehr deutlich wird der Wandel vor allem im Sport. In Top-Fußballmannschaften finden sich Spieler aus allen Teilen und Nationen dieser Welt. Kein Verein und keine Top-Mannschaft wurde auf einen ausländischen oder andersfarbigen guten Spieler zugunsten eines nicht so guten „Volksgenossen“ verzichten. Das wäre anachronistisch und würde zudem als „rassistisch“ angesehen werden.

Im heutigen Verständnis der Mehrheit der Bevölkerung wird ein völkisches und abstammungsorientiertes Denken nicht als patriotisch und gemeinwohlorientiert angesehen, sondern als anti-humanistisch, nationalistisch und Nazi-affin.

Damit komme ich auf die Eingangsfrage zurück. In Deutschland war die nationale Rechte anti-bürgerlich und anti-liberal, sie kämpfte gegen die Republik und hat nie ihr tribalistisch-rassistisches sowie autoritäres Führer-Denken aufgegeben.

Natürlich ist dieses vormoderne Denken mit linkspatriotischen Positionen völlig inkompatibel. Deshalb kann und wird es in Deutschland keine nationale Sammlungsbewegung geben.

Laurenz

7. Mai 2021 05:55

@RMH

Danke für den Film-Tipp!

https://de.wikipedia.org/wiki/Ewan_McGregor ist vielleicht nicht umsonst ein Hollywood-Stern. Die Nummer in der Pampa der Hochlande kommt jedenfalls gut rüber.

Die Römer sahen jedenfalls Schottland & seine Bewohner als nutzlos an, was so heutzutage nicht mehr ganz stimmt. Schottland besitzt Erdöl & gute Flottenhäfen an strategisch wichtiger Stelle.

Aber ganz richtig ist, der Freiheitsgeist der Schotten ist gebrochen. Robert de Bruce ist auch schon fast 700 Jahre tot. Ich habe in Schottland eine akademische Nichts & einen Neffen. Und die sind, wie der Artikel sagt, grün. Das macht keinen wirklichen Unterschied zu unseren pseudo-grünen Kaschberln hier.

Franz Bettinger

7. Mai 2021 07:13

Off topic? - Als Kind habe ich mir manchmal den Weltuntergang vorgestellt, mit Gott und Gewittern und so, und dass ich zu jener letzten Generation zählen und also nicht sterben, sondern dem letzten Richter lebend zur Beurteilung vorgeführt würde. Das war kein übler Gedanke. Immerhin war man irgendwie auserwählt, zur dieser letzten Mischpoke zu gehören. Ich sah im Beiwohnen und Mit-Gestalten des Weltuntergangs das letzte große, ultimative Abenteuer. Seit kurzem kommt dieser Gedanke zurück und wird immer größer. Er erscheint mir viel weniger unwahrscheinlich als vor 50 Jahren. Die Menschen sind in großer Zahl verrückt und unrettbar geworden. Daran gibt es keinen Zweifel. Auch nicht daran, dass wir von Lügen umstellt sind. Nichts als Verachtung habe ich für diese letzte, denkfaule Generation übrig, die sich sogar mit dem Teufel irgendwie noch arrangieren will. Selbst ein Zurück ins grade noch Normale der Jahre 2001 oder 2014 würde an meiner Verachtung nichts ändern. Denn ich habe sie jetzt kennengelernt, meine Zeitgenossen, und wie erbärmlich sie sind. Vielleicht wird die Fahrt in den Orkus noch ganz nett. Nomaské! 

Gelddrucker

7. Mai 2021 11:52

 @Imagine:

 

Diese Umfrage zeigt wie "völkisch" Europäer trotz jahrezehntelanger Umerziehung denken und widerlegt Ihre These ziemlich eindeutig:

 

https://wewereneverasked.co.uk/survey

 

 

Maiordomus

7. Mai 2021 13:01

@Imagine, der viele hier widersprechen, sieht als Denkerin von Strukturen, vgl. Imagine (1) vieles richtig. Sie kritisiert Denken in "tribalistischen" Deutungsmustern. Letzteres scheint mir kritisierbarer als das auch genannte "Vormoderne", von dem ein Yorck von Wartenburg, ich glaube der aus dem weiland "Widerstand", mal zu bedenken gegeben hat: "Der moderne Mensch, das heisst, der Mensch seit der Renaissance, ist fertig zum Begrabenwerden". Gemeint war zumal der moderne europäische Mann, heute mit der Formel "Alte weisse Männer" denunziert. Dabei bietet aber das Mittelalter, von dem Novalis schwärmte,  nicht gerade eine Alternative. Bin aber bei der Lektüre von Nominalisten (Roger Bacon, Duns Scotus) sowie sogar bei Schriften des Oberschwaben Albertus Magnus (zum Beispiel über das Gewissen, wo bereits alles formuliert ist, was vom gesunden Menschenverstand her klar sein müsste) immer wieder überrascht. Es gab bei uns eine Geburt des Kritischen Denkens ausgerechnet mit arabisch-persischem Einfluss. Nur sind jene damaligen Denker, wie mir ein heutiger Repräsentant der iranischen Schia deutlich sagte, nicht mit dem Islam zu verwechseln, wie heute islamophile Schwätzer annehmen. Die Aufklärung via Averroes erfolgte nicht mit Koran-Zitaten. Dies ist Alberts Schüler Thomas v. Aquin schon aufgefallen. 

Marc_Aurel

7. Mai 2021 13:33

@Benedikt Kaiser
Ist etwas darüber bekannt, wie sich die SNP finanziert, wie sie vernetzt ist, wer dort Idee einspeist? …die Gesinnung dort, kommt sicher nicht von ungefähr…

@Franz Bettinger
Sie haben schon Recht, aber vergessen Sie bei Ihrem Urteil über die „denkfaule Generation“ aber nicht, dass die Manipulationsmaschinerie noch nie so raffiniert war, wie heute. Durch die Auswertung der aus den sozialen Medien gesammelten Daten, kann man ganz wunderbar die Wirksamkeit der Propaganda einschätzen, feinabstimmen und man kann auch sehr dynamisch auf Trendwenden reagieren. Die Reaktion auf politische und/oder mediale Vorstöße ist nach Bevölkerungsschicht, Altersgruppen- und Berufsgruppen, Region etc., auswertbar. Dazu werden die Köpfe permanent aus allen Richtungen mit einem Singsang aus wohlklingenden Schlagworten wie Vielfalt, Toleranz, Weltoffenheit usw., ähnlich den Techniken der „Pick-Up-Community“, eingelullt bis die „guten Menschen“ anfangen sanft mit dem Kopf zu schwingen und ins Lied des Schwarms einzustimmen. Gerade Unbedarfte haften schnell an diesem klebrigen Film und kommen da wohl ohne fremde Hilfe kaum heraus.

Gustav

7. Mai 2021 14:04

@ Franz Bettinger

Du sprichst mir aus dem Herzen. Liebe Grüße an die Golden Bay, einen besonderen Gruß an den Abel Tasman Coast Track, den ich vor dreißig Jahren unsicher gemacht habe!

AmazonBesteller

7. Mai 2021 14:13

@ Benedikt Kaiser

Sehr schöner und präziser Artikel. Mir gefällt, dass Sie sich nicht so leicht einlullen lassen. Vielen Dank.

 

Er bezeichnet etwas, was ich schon als Kind in der Schule erleben musste.

Komischerweise war mir sofort klar um was es geht. Und das als Kind in der 7. Klasse.

Meine Instinkte haben mich nie getäuscht.

Eine Lehrerin wollte, dass wir die deutsche Nationalhymne singen, aufstehen und die rechte Hand aufs Herz legen. Obwohl ich schon als Kind national eingestellt war (ganz natürlich eben), kam mir das verlogen vor. Ich sang also nicht mit und legte die Hand nicht aufs Herz.

Jetzt stand ich da, um mich herum quietschendes Singen. Mal laut, mal leise:

„EINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT… hmmm….hmmmm….hmmm…. BLÜHHHHHH IM KLAAAHANZE DIESES GLÜHÜCKES, PLÜH …hmmm…LAND!“

Lehrerin kommt auf mich zu und ermahnt mich mitzusingen. Hätte was mit Anstand und Pflicht zu tun… jeder hier ist deutsch und muss da mitsingen, so ein Lied wirkt da schon verbindend, mit meiner Verweigerungshaltung würde ich andere ausgrenzen.

Letztlich war/ist die Lehrerin eine grüne Überzeugungstäterin. Der Civic-Nationalism ist ja nichts anderes als die totale Umwidmung der Werte und Wörter um uns dann für deren Zwecke einzuspannen. Plötzlich fordert man nationale Solidarität, eine gemeinsame Kraftanstrengung damit man dann endlich selbst abgeschafft ist.

anatol broder

7. Mai 2021 14:26

brigitte woman, 05/2021, gesellschaft

«andrea barie, 63, schult zivilcourage und gibt argumentationstraining. sie ist schulsekretärin aus leidenschaft und hat vier kinder.

***

andrea barie. aussagen, wie ‹ja, ich kann gut verstehen, dass dich das verunsichert oder dass dir das angst macht› sind meist ein guter türöffner.

brigitte woman. ist das nicht gefährlich? wenn man zu viel verständnis zeigt, unterstützt man doch die thesen.

andrea barie. nein. man kann dann trotzdem noch gegenargumente bringen oder zum perspektivwechsel einladen. meine mutter war zum beispiel mal sehr besorgt, als 2015 so viele geflüchtete zu uns kamen. sie dachte allen ernstes, dass man sie wegen ihrer grossen wohnung enteignnen würde. ich habe verständnis für ihre sorge gezeigt, habe ihr aber deutlich machen können, dass diese unbegründet ist, und habe sie gebeten, sich in die lage der geflüchteten hineinzuversetzen: hast du das auch mal anders betrachtet? was würdest du denn machen, wenn du in einem land leben würdest, in dem deine kinder nicht sicher aufwachsen können? da wurde sie nachdenklich.

***

das argumentationstraining gegen stammtischparolen wurde vor über 20 jahren von dem bildungswissenschaftler klaus-peter hufer entwickelt. oft werden die trainings in zusammenarbeit mit landeszentralen für politische bildung oder volkshochschulen angeboten.»

AmazonBesteller

7. Mai 2021 14:32

@ Imagine

Meine These ist, dass die nationale Rechte in Deutschland (...)  in vormodernen, tribalistischen Deutungsmustern denkt, also in Abstammungsgemeinschaften und Völkern.

Ja und? Modern ist nicht immer gleich besser. Außerdem machen das nicht nur Rechte, sondern auch sehr erfolgreiche Religionsgemeinschaften. 

Aber der Jugoslawien-, der Irak-, der Libyen- und der Syrienkrieg waren keine Kriege zwischen Völkern, sondern dort führte die NATO Angriffskriege gegen Systeme und Regimes, die ihren Interessen entgegenstanden.

Ist Ihnen eigentlich klar, dass eben genau das ehem. Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Vielvölkerstaaten waren/sind? Diese werden nur durch Diktaturen zusammengehalten. Fällt diese Diktatur weg, brechen automatisch die inneren, ethnischen Konflikte aus. Das ehem. Jugoslawien ist genau in die ethnischen Bruchstücke zerfallen und genau daraus wurden die jetzigen Staaten. In Bosnien und Herzegowina gibt es immer noch ethnische Konflikte. Warum? Weil Serben und Moslems unter einer Regierung leben müssen. Dürfte doch nach Ihrer Theorie kein Problem sein.

In der modernen Welt werden Kriege nicht in nationalem Interesse geführt, sondern im Interesse von bestimmten Machtgruppen, meist aus ökonomischen Motiven und zum Zwecke des Erhalt oder der Ausweitung ihrer Herrschaft.

Auch die Gliederung in ethnische Organisationseinheiten (Nationalstaat) hat ökonomische Ziele. Diese Ziele hängen von den darin lebenden Menschen ab. Ihre Aussage ist trivial. 

Niekisch

7. Mai 2021 15:21

 "für die Deutschen waren bis Ende des WKII die Franzosen der „Erbfeind“."

@ imagine 1:24: So generell - apodiktisch stimmt es nicht. In den 30iger Jahren gab es bereits intensive Kontakte zwischen Veteranen des I. Weltkrieges und Jugendaustausch, wovon ich aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis Kenntnis habe. Übrigens wurde 1945 der Reichstag auch von Angehörigen der "Charlemagne" verteidigt. 

Darf ich Sie fragen, was uns Deutschen noch bleibt, wenn der Weltstaat BRD außer dem Fußball alle restlichen Lebensbereiche durchwebt hat? 

Etwas off-topic schiebe ich dem Artikel von Götz Kubitschek "Deutschland. Aber normal" mit dem Kampfbegriff "Normalisierungspatriotismus" den vielleicht treffenderen Begriff "Deutsche Überlebenspolitk" nach, da "Der_Juergen" mich mit seiner völlig richtigen Lagebeurteilung dazu angeregt hat.

Dieter Rose

7. Mai 2021 15:25

" verrückt und unrettbar", so empfinde ich das auch. Ich frage mich, woher diese Massenbewegung ins Verrückte und Unrettbare rührt.

Dass alles so in die gleiche für uns falsche Richtung läuft. 

Gibt es einen Weltenlenker? In's Falsche?

anatol broder

7. Mai 2021 19:37

venner macht im angeführten gespräch (2010) die rechnung ohne den wirt: «entgegen den vorstellungen der antifaschisten ist der faschismus weder räumlich noch zeitlich übertragbar. eine wiederkehr des faschismus wird es genausowenig geben wie eine neue reformation.»

Eo

7. Mai 2021 20:42

Dieter Rose
7. Mai 2021 15:25

"Gibt es einen Weltenlenker? In's Falsche?"

Wer wejß ?!
Aber im konkreten Fall würde ich eher auf Gottspieler tippen ...

 

Eo

7. Mai 2021 20:51

PS.
Da fällt mir
noch so'n Kalenderspruch ein:

Teuflische Pläne lassen auf teuflische Planer schließen.

https://neue-spryche.blogspot.de/2014/10/teuflische-plane.html

 

 

 

Maiordomus

7. Mai 2021 21:19

@AmazonBesteller: "Schlecht und modern", brachte es Goethe auf den Punkt. Das  Argument "modern" genügt überhaupt nicht, auch wenn ich @Imagine bezüglich ihrer Kritik des "Tribalismus" recht geben muss; selbst wenn dies, wie immer in der Logik, nicht auch schon die Richtigkeit des Gegenteils beweist, den universalistischen Weltstaat, wobei ich dessen Ablehnung, wie hier mehrmals festgehalten, nicht mit dem philosophischen Universalismus bzw. dem Universalienproblem verwechselt haben wollte. Es gab im Einzelfall vernünftige Platoniker so wie es verhängnisvolle Vorschläge auch von Nominalisten gab. So wie es eine Hegelsche Rechte und eine Hegelsche Linke gab, welch letztere nicht vollständig, nur teilweise, im Marxismus und Neomarxismus aufgegangen ist. Unter den Hegelschen Rechten war z.B. der Deutsche Friedrich Albert Lange nicht nur theoretisch, als Mitglied des Verfassungsrates des Kantons Zürich (1868/69), sogar praktisch für eine radikal dezisionistische direkte Demokratie, sogar für Volksabstimmungen über alle Gesetze, was auf kleinstaatlicher Ebene praktikabel ist, das Gegenteil von Weltgeist-Rechthaberei.  

Imagine

7. Mai 2021 22:10

@Maiordomus  7. Mai 2021 13:01
„Sie kritisiert Denken in "tribalistischen" Deutungsmustern. Letzteres scheint mir kritisierbarer als das auch genannte "Vormoderne" …“

„Vormodern“ meint vor-bürgerlich.

Das bürgerliche Denken durchbricht auf gesellschaftlicher Ebene das Abstammungsprinzip und damit auch die durch Geburt vorgegebene feudale Hierarchie, die sich in Ständen organisiert.

Die bürgerliche Gesellschaft ist keine Abstammungsnation mehr, sondern ist eine Willensnation aus freien und gleichen Bürgern auf Basis von „LIBERTE EGALITE FRATERNITE“ (vgl. Gesellschaftsvertrag).

Die bürgerliche Gesellschaft stellt eine neue Evolutionsstufe der Menschheit dar:

Die vorbürgerlichen, religiös-gläubigen Menschen waren noch in einem infantilen Stadium (vgl. OESTERDIEKHOFF).

Das völkische Verständnis von Nation als Abstammungsgemeinschaft steht im Widerspruch zum bürgerlichen. Es handelt sich um unterschiedliche Stufen menschlicher Evolution.

Der vorbürgerliche Mensch – und dies ist der psychische Entwicklungsstand der Massen - braucht die Führung und die Führer. Er ist deshalb anti-liberal und anti-bürgerlich. Er erreicht nicht die Stufe individueller Autonomie und benötigt die autoritäre Ordnung zur Orientierung und zur Verhaltensstabilität. Insofern ist Arnold Gehlen zuzustimmen.

links ist wo der daumen rechts ist

7. Mai 2021 23:20

Normalisierung 1

 

Schade, daß der „Normalisierungspatriotismus“-Strang gleich wieder abgedreht wurde (mit den Schotten sind wir ja nicht weit vom Thema entfernt).

Die Crux besteht darin, daß im Verlauf der 90er tatsächlich ein Normalisierungsdiskurs stattfand, in dem ein neutraler „Normalisierungspatriotismus“ zwischen den Kampfbegriffen „Normalisierungsnationalismus“ und „Verfassungspatriotismus“ durchaus seinen Platz hatte.

Was dann Ende der 90er versäumt wurde, war der Brückenschlag zwischen rechtem Regio-Nationalismus und linker Globalisierungskritik. Es hätte sich eine ähnlich einheitliche Ablehnungsfront der Vernünftigen gegen einen wildgewordenen Wirtschaftsliberalismus bilden können wie weiland 1914.

Während die einen von ihrer „Wiedervereinigungsfreude“ in einen veritablen Katzenjammer taumelten, wurden die anderen Steigbügelhalter für einen rot-grün getarnten Neoliberalismus. Betrogen waren beide. Und Gauweiler und Lafontaine noch Gegner.

Was heute nottäte:

Ein Burgfriede wie 1914.

Die C-Krise trennt endlich die Spreu vom Weizen, man weiß nun, wer wie tickt. Burgfriede heißt aber v.a. Zurückhaltung, wenn sich die Gegenseite offenbart. Dann da tut sich ein Normalisierungskorridor auf, und das ist das beste, was auf dem Weg einer allgemeinen Normalisierung passieren kann. 

Danach dann kommen altbekannte Themen wie Heimat, Nation, Muttersprache, Tradition auf den Tisch – und deren Hege und Pflege.

Franz Bettinger

7. Mai 2021 23:57

@Nordlicht: Mit Mikado-Stäbchen als Brecheisen versuchen einige Unentwegte (wie Dr. Fuellmich) das Kartenhaus der Erzgauner zum Einsturz zu bringen; aber der Gordische Knoten, der uns (per EuGH, EU…) knebelt, ist nicht demokratisch zu lösen; wohl nur auf die Art Alexanders. 

Franz Bettinger

8. Mai 2021 00:07

@Imagine: Ich wundere mich immer wieder über Sie. Sie sind ein guter 100m-Läufer und kommen doch immer als letzter an. Es liegt daran, dass Sie diese Eisenkugel am Fußgelenk mit sich rumtragen. Bedauerlich, so ein Ballast.

Franz Bettinger

8. Mai 2021 01:04

@Analto Broder glaubt: "Entgegen den Vorstellungen der (Antifa) Linksgrünen ist der Faschismus nicht in unsere Zeit übertragbar. Eine Wiederkehr der faschistischen Idee wird es so wenig geben wie eine neue Reformation. Das sind abgelaufene Epochen. Finito.“

Ich bin mir da bei beidem (sic) nicht sicher. Sehen wir nicht gerade schwarze Schimmel kotzen? Dinge, die wir für nie mehr vorstellbar hielten? Sind Gulags, KZs, Maoistische Umerziehungslager, ja eine Maoistische Kulturrevolution mit all ihren Abscheulichkeiten heute oder morgen wirklich nicht vorstellbar? Doch, ich kann mir das gut vorstellen. Ich glaube gar, dass es so kommen wird. Und wie immer wird „für ein höheres Gut“, "für die Menschheit", „nur zum Besten aller“ denunziert, benachteiligt, weggesperrt, gefoltert und gemordet werden. Mit weniger als diesem hohen Anspruch lassen sich Kapital-Verbrechen dieser Größenordnung nicht machen; und es wird wieder die Linke sein, die sie begeht.

Franz Bettinger

8. Mai 2021 01:17

@Dieter Rose fragt "Gibt es einen Weltenlenker? Ins Falsche?“ - Bis vor kurzem hatte ich darauf keine Antwort. Denn besteht der deep state nicht vorwiegend aus Weißen? Nun antworte ich: „Ja, es gibt ihn, diesen (jenseitigen) Weltuntergangs-Lenker, und die Satanisten sind dessen Wegbereiter.

@Gustav: Sind Sie zufällig jener, mit dem wir vor 30 Jahren zum Erstaunen der prüden Briten + Kiwis, weil wir nicht warten wollten, bei ablaufender, aber immer noch hoher Tide nackt durch das noch nabelhohe Awaroa Inlet gewatet sind? Ach, waren das Zeiten! Falls ja, kontaktieren Sie mich! Wär ja doll. 

anatol broder

8. Mai 2021 14:24

@ franz bettinger

ich merke eine phasen­verschiebung. dein not­fall­koffer scheint heute ganz schön mit­teilungs­bedürftig zu sein. sobald wieder ruhe im karton herrscht, hörst du auch fremde stimmen:

dominique venner über die faschistische phase;

rene descartes über die dämonische phase;

sigmund freud über die anale phase.

Imagine

8. Mai 2021 15:51

Leider argumentiert B. Kaiser in diesem Artikel nicht sozialwissenschaftlich, sondern parteipolitisch im Sinne der AfD, die in ihrem Wahlprogramm den Austritt aus der EU fordert.

Denn tatsächlich ist der politische Spielraum der einzelnen EU-Staaten weitaus größer, als es Politik und Medien in der BRD suggerieren.

In der BRD spielt die Merkel-Regierung „über Bande“: In Geheimverhandlungen werden von Merkel & Co. auf EU-Ebene vorvertragliche Vereinbarungen getroffen. Danach wird verkündet, „die EU habe beschlossen“. Diese Beschlüsse werden zu Gesetzesvorlagen. die vom Parlament, das aus Ja-Sagern und Abnickern besteht, durchgewinkt.

Durch dieses Spiel „über Bande“ wird der Eindruck erweckt, die EU habe dies beschlossen und die nationalen Parlamente hätten keine andere Wahl, als diese Beschlüsse in Gesetze umzusetzen.

Jedoch besitzen in der EU die Parlamente nach wie vor in entscheidenden Fragen weitgehende nationalstaatliche Souveränität, Das zeigt sich z.B. in den unterschiedlichen Höhen der Mindestlöhne, die in fünf anderen EU-Staaten höher als in der BRD sind, oder an einer anderen Migrationspolitik mit anderen Reglungen usw.

Insofern ist objektiv festzustellen, dass Schottland bei einem Austritt aus dem U.K. an nationaler Souveränität gewinnen würde.

Gracchus

8. Mai 2021 21:03

Die Frage von @imagine, den @maiordomus für ein weibliches Wesen erachtet, ist berechtigt. Wenn in konservativen Kreisen die bürgerliche Gesellschaft heraufbeschworen wird, sollte man sich fragen, ob das mit den eigenen Zielen einer - ich nenn's mal so - Kulturrechten vereinbar ist; zu fragen ist also, ob man's bei den Bürgerlichen nicht eigentlich mit den Kulturverwesern zu tun hat. Kommt Kultur von Ackerbau und - so könnte man sagen - und bezeichnet etwas, was den Alltag prägt und durchdringt, und hochkulturelle Schöpfungen diesen Ursprung oder Humus keineswegs verleugnen, sind Erwerbsleben und Kultur beim Bürger getrennt. Kultur ist für ihn etwas Äusserliches, ein Freizeitvergnügen, und oft genug ein zu anstrengendes. 

Wenn nun in der großen Krise, Kultur als nicht systemrelevant eingestuft, sagt dies kein Barbar, sondern der Bürger.

Gracchus

8. Mai 2021 21:30

Der Bürger ist eben der Knecht, dem der Erhalt seines Lebens das höchste Gut ist (dagegen Schiller: Das Leben ist der Güter höchstes nicht). 

Zwar gab es, weil der Bürger eben auch nicht glauben oder beten kann, kunstreligiöse Anwandlungen, diese wirken auch noch heute nach, aber wiederum verschwiemelt - "Bayreuth"; entgegen Walter Benjamin lebt die gegenwärtige Kunst von Ausnahmen abgesehen von dieser quasireligiösen Aura, ohne noch grosse Werke hervorzubringen, die dergleichen rechtfertigten - oder ohne Bewusstsein, ja geradezu lächerlich, wenn kulturindustrielle Produkte mit offenkundiger Gewinnerzielungsabsicht als (Pop-)Stars bezeichnet werden. 

Die bürgerlichen Feuilletons - jetzt Kulturteil geheißen - sind ganz in ihrem Element, wenn sie Trash-TV oder den Tatort behandeln; es ist immer verstörend, durch diese Seiten zu scrollen. Alles ist gleich. So differenziert wie ein PCR-Test, der anschlagen kann, ob derjenige nun im Koma liegt oder gerade quitschfidel durch die Gegend läuft. 

Imagine

9. Mai 2021 08:49

1/3
@Franz Bettinger   7. Mai 2021 23:57
Mit Mikado-Stäbchen als Brecheisen versuchen einige Unentwegte (wie Dr. Fuellmich) das Kartenhaus der Erzgauner zum Einsturz zu bringen; aber der Gordische Knoten, der uns (per EuGH, EU…) knebelt, ist nicht demokratisch zu lösen; wohl nur auf die Art Alexanders.

Rechte haben generell eine Affinität zur Lösungen mittels physischer Gewalt, selten bringen sie wirklich hochintelligente Lösungen hervor. Daher auch die Affinität der Rechten zu Militär, zu Waffen und physischer körperlicher Überlegenheit.

Aber so funktionieren moderne Gesellschaften nicht mehr. Offene physische Gewalt ist hier die Ausnahme.

Hingegen hatten die Nazis noch einen eigenen Militär- und Terrorapparat, nämlich die SA, ein Millionenheer, bestehend aus weltkriegserfahren Soldaten und Offizieren. Damals waren die Menschen auf absoluten Gehorsam und blinde Befehlsausführung konditioniert.

Das ist heute anders. Die Gesellschaft hat sich liberalisiert. Die Menschen sind konsumverwöhnt und verweichlicht. Polizisten und Soldaten verstehen sich als „Bürger in Uniform“, die wollen keinen Bürgerkrieg.

Moderne Systemsteuerung basiert nicht mehr auf primitiver Gewalt wie im Mittelalter oder in offensichtlichen Diktaturen. Sondern das Verhalten der Menschen wird mit Informationen, mit Psychologie und Rechtskonstruktionen manipuliert.

 

Imagine

9. Mai 2021 08:49

Die Thinktanks der herrschenden Klasse bestehen aus einer Elite von Wissenschaftlern, alles Spitzenleute, viele Nobelpreisträger sind dabei. Die entwerfen die Strategien und machen die „hidden Plans“. Die Ausführenden in Politik und Medien sind  korrupte, intellektuell mittelmäßige Figuren. Die werden – meist unbewusst - wie Marionetten gesteuert.

Die Gesetze werden von Starjuristen im Sold der großen Unternehmen und der Superreichen gemacht, in die Bürokratie eingebracht und von den Ja-Sagern und Abnickern in den Parlamenten durchgewinkt. Häufig wissen die „Volksvertreter“ gar nicht, worum es sich handelt. Das Abstimmungsverhalten wird von den Parteiführungen, insbesondere von den Fraktionsvorsitzenden, vorgegeben. Wer nicht mitmacht, in den Parteien nicht mehr auf einen Listenplatz, was das Ende seines privilegierten Jobs ist. Und in den Medien werden sie als „Abweichler“ diskriminiert.

Martin Luther King warnte: „Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.”:

Es ist die Aufgabe einer freiheitlichen Opposition, die Schein-Legitimität  formal-legal zustanden gekommener Gesetze, wie z.B. des Infektionsschutzgesetzes mit seinen Grundrechts- und Freiheitseinschränkungen, in Frage zu stellen.
Ein Musterbeispiel dafür sind die Ausführungen von Prof. Murswiek dazu (s. Video 51 des Corona-Ausschusses ab 2:04:20).

 

Imagine

9. Mai 2021 08:50

3/3
Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sind die zivilisatorischen Kräfte in der Gesellschaft noch stark genug, um dem Rechtsstaatsverlust entgegenzuwirken oder es kommt zu einer erneuten Zivilisationskatastrophe mit Barbarei, wie es diese wiederholt im letzten Jahrhundert gab.

Gelingt der „Great Rest“ mit der Etablierung eines faschistischen System neuen Typs, dann ist es mit Rechtsstaatlichkeit, individuellen Freiheitsrechten und der liberalen Gesellschaft vorbei.

Dann entsteht ein System einer totalitären Terrorherrschaft mit extremem Konformitätsdruck.

Doch der Sieg der „Systemerhalter“ wird nicht ewig währen.

Denn in der Evolutionsgeschichte der Menschheit haben sich langfristig immer die überlegenen polit-ökonomischen Systeme durchgesetzt. Das kapitalistische System war der Subsistenzökonomie überlegen. der Liberalismus den Formen mittelalterlicher Herrschaft. So ist die Frauenemanzipation selbst in finstersten Gottesstaaten von den Klerikalfaschisten nicht aufzuhalten.

 

Niekisch

9. Mai 2021 18:24

"Damals waren die Menschen auf absoluten Gehorsam und blinde Befehlsausführung konditioniert."

@ imagine 8: 49: Das trifft auf die Wehrmacht nicht zu. Jeder Fachmann bestätigt, dass das deutsche Militär zumindest ab 1943 auf flexible Kampfführung weitgehend autonom agierender Kleinkampfgruppen ausgerichtet war, weswegen zumindest die Bodentruppen weit effektiver kämpften als die der alliierten Kreuzzügler.

Franz Bettinger

10. Mai 2021 08:21

Nach dem WW2 wurde eine gigantische Lügenindustrie entwickelt, welche u. a. die Politiker der NATO in der neuen hohen Kunst der Volksverdummung ausbildete. Denn das Volk konnte die Lügen nur fressen, wenn es entsprechend verblödete. Die Verblödung des Volkes war eine große Herausforderung, aber, wie man heute sieht, hat das großartig geklappt. Und jetzt, heute, haben die Mächtigen der Welt beschlossen, das letzte Kapitel einzuläuten. Mit der größten Lügen-Geschichte aller Zeiten, der Corona-Pandemie. Man musste aber wie in einem echten Krieg unbedingt erst einmal Chaos schaffen. Da wir momentan diese Situation erleben, kann man davon ausgehen, dass uns nach der gigantische Corona-Lüge gigantische Veränderungen bevorstehen. Nach über einem Jahr Corona müsste doch selbst dem Ahnungslosesten auffallen, dass wir mit den größten Absurditäten zu unbedingtem Gehorsam erzogen werden. C ist ein Dressurakt. Es ist erschreckend, Zeuge dieses Wahns zu werden. Wer die Lüge nicht zu durchschauen in der Lage ist, ist der überhaupt noch ernstzunehmen? Wir reden auch von Doktoren, Professoren + Hochgebildeten, die vor nackten Königen in die Knie gehen. Diese geistigen Armleuchter, sie kapitulierten einfach. Sie, unser aller Hoffnung, sie ließen die ganze Gesellschaft im Stich! Ja, auch Sloterdijk und Enzensberger zähle ich dazu. Mehr dazu von unserem Freund Hans-Jürgen Geese. Nomaské.

links ist wo der daumen rechts ist

10. Mai 2021 09:58

Normalisierung 2

 

@ Niekisch

Das Thema Wehrmacht wird uns nicht ausgehen, keine Bange.

Empfehle dazu wieder einmal das relativ ausgewogene Standardwerk von Philippe Masson, Die deutsche Armee. Geschichte der Wehrmacht 1935-1945.

Und: Hört den Zeitzeugen zu (dazu ist Youtube gerade gut genug).

Apropos:

Nachgetragen zum 8. Mai, als dieses Video eingestellt wurde, und eine nachträgliche Sonntagheldin, die damals ca. 98jährige Paula Krupp, die die Bombardierung Hamburgs in einem Gartenhäuschen überlebt hat. Ihr Verlobter fiel 1944 24jährig – und sie berichtet, wie sie ihm in Gedanken „jetzt immer noch“ erzählt, „was er alles nicht mehr hat erleben können“.

https://www.youtube.com/watch?v=PJrqF4FMszE  (5:42, 17:40, 42:00 u.a.)

Eine ruhige, gelassene Dokumentation. Fast eine Spur von Johann Peter Hebel.

So geht Normalisierung.

Und das genaue Gegenteil zu diesem ewigen schmallippigen Aufrechnen, Anschwärzen, „Aufdecken“, Zündeln, Bürgerkrieg-Spielen (das man ja sonst gern am Gegner verachtet) wie hier:

https://www.klonovsky.de/2021/05/haltungsjournalismus-live-mitgeschnitten/

Imagine

10. Mai 2021 11:16

„Nun ist es so weit: Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat einen neuen Phänomenbereich mit dem Namen „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ eingerichtet. Innerhalb dieses Bereichs gibt es als erstes Sammelbeobachtungsobjekt „Demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates“, dem die relevanten Akteure aus der „Querdenker“-Szene zugeordnet werden. Wie viele Menschen in diese neue Kategorie fallen, ist noch unklar.“ (FAZ 28.4.2021).

Kritik am Regierungshandeln wird als „demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates“ klassifiziert.

Der kritische mündige Bürger wird so zum Demokratie- und Verfassungsfeind gemacht.

Die Gesellschaft ist kollektiv im „Drei Affen-Modus“. Die wirklich relevanten Zukunftsfragen werden in der Öffentlichkeit nicht mehr thematisiert und diskutiert, nur Oberflächenphänomene.

Aber auch durch einen modernen Faschismus 2.0 werden die Systemerhalter allerhöchstens Zeit gewinnen, aber sie werden ihr historisch antiquiertes System in der Systemkonkurrenz auf Dauer nicht halten können.

Franz Bettinger

10. Mai 2021 14:00

Potpourri:

Wer sich eine Maske anzieht, zeigt sein wahres Gesicht. 
Wer Logik im Chaos sucht, ist auf einem einsamen Posten. 
Es steht geschrieben An ihren Taten wird man sie erkennen
Schwarm-Intelligenz ist selten, Schwarm-Dummheit häufig!

Ach, wie viele Freunde sind alt geworden, aber nicht erwachsen. 
Wer zu viel Logik im Chaos sucht, ist auf einem einsamen Posten.
Lieber einen Castor im VorGarten als einen Grünen im Kanzleramt. 
Wenn Ungeimpfte Geimpfte gefährden, wozu hilft dann die Impfung?
Die Lüge wird mit der Wahrheit kaum einen gepflegten Dialog führen. 
Welche Verschwörungstheorie ist eigentlich noch nicht wahr geworden?
Das Establishment exekutiert die Grüne Forderung Deutschland verrecke!
Das Schlimmste in einem 3-wöchigen Lockdown sind die ersten 6 Monate. 
Beginne mit einem Erdbeben, und steigere allmählich. Monika Hausamman. 
Die Linken kommen sich vor wie Stauffenberg, wenn sie AfD-Rentner anpöbeln. 
Es wird geimpft, als gäbe es kein Morgen mehr. Für Geimpften trifft das sogar zu.

qvc1753

10. Mai 2021 14:23

Nur ein paar Anmerkungen zum Thema Schottland: 
​​​​​Der schottische Nationalismus hat deutlich andere historische Quellen als in anderen Ländern. Im Kern ist es der Erhalt dessen, was man durch die englische Übermacht innerhalb der bestehenden Verfassung in Gefahr sieht. Dies ist nach dem Verständnis nur im Gegensatz zum Ansatz der Konservativen zu sehen, die in Schottland eben als englisch dominiert verstanden werden. Und die Konservativen vertreten Ansichten, die in Schottland nicht mehrheitsfähig sind.
Damit versteht man das "Eigene" als etwas, das sich nur im Kontrast zu England erhalten lässt. 
Kernproblem ist, das die gegenwärtige Verfassung einerseits den Randnationen (aber eben nicht England) signifikante Selbstverwaltungsrechte zubilligt - aber es keine Ebene gibt in der die Randnationen - analog zu einem Bundesrat oder Senat - ihre Interessen äußern können.
Nationales Interesse in Schottland ist eben eine enge Anbindung an Europa, eine egalitäre Sozialpolitik und die Betonung der eigenen Traditionen. Und diese Traditionen sind meist so, das sie schneller Fremdes integrieren als anderswo.  

Laurenz

14. Mai 2021 01:51

@Anatol Broder @Franz Bettinger

Und Anatol Broder über die nasale Phase.