18. Mai 2021

Schweigen

Heino Bosselmann / 60 Kommentare

Schweigen ist Stärke.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Wenn es nicht aus Feigheit oder Anpassung heraus erfolgt. Im Motto der „Sezession“ „Etiam si omnes ego non.“ ist das letzte Wort wichtiger als das vorletzte. Ein Negationspartikel. Mehr nicht. Aber wichtig. Vom „ego“ kommt ohnehin keiner los; aber je mehr er dies mindestens im Zustande des Als-ob versucht, um so freier wird er sein.

Wer schon sprechen muß, spreche zuerst mit sich selbst. Ruhige Selbstverständigung im Sinne des Denkens und Nachdenkens also. Ansonsten: Tief ein- und ausatmen. Das können die meisten schon nicht mehr; allein deswegen fehlt es an Kraft. Daß Corona den Atem verschlug, paßt auf unheimliche Weise zu unseren Schwächen.

Folgerichtig, daß die unmittelbare Gegenwart ein Bedürfnis Richtung Neo-Stoizismus und nach buddhistischen Übungen erkennen läßt, wobei Letzteres oft nachgeahmt und allzu modisch wirkt. Aber die Peilung stimmt: weniger Anhaftung, Gelassenheit, Konzentration, andererseits neue Bescheidenheit, Zugewandtheit, Aufmerksamkeit, Zurücktreten der Konjunkturgründe gegenüber dem eigenen Heil – nicht zuletzt so im Vermögen, anderen helfen zu können. Dort, wo es wirklich notwendig ist. Man vergeude nichts, gerade nicht die eigene Kraft.

Zu seinem Wort stehen zu können, das heißt auch: Möglichst wenig Worte brauchen, ansonsten kann man sie nicht halten. Bescheidenheit kommt von „sich bescheiden“, also von der Trennung und Abgrenzung, dem Vermögen, die Triebe und Affekte regieren und regulieren zu können – im Sinne der Impulskontrolle, die heute bereits Kindern aberzogen wird, indem man ihnen einbleut: Du bist wichtig! Sag was! Misch dich ein! Setz dich durch im Geblöke der anderen.

Geschwätz gehört zur Gattung. Aber wie vieles andere inflationiert es. Die erste Gutenbergsche Revolution wuchs in ihre digitale Phase hinüber. Worte, Mitteilungen und Texte sind allgegenwärtig und daher umgehend vergessen. Was eben getwittert wurde, interessiert schon jetzt niemanden mehr; es verschwindet im neuen Gezwitscher und Gekrächz.

Die guten und schönen Stimmen herauszuhören, die Beiträge von Belang, setzt aufmerksame Auswahl voraus. Beides wird immer wichtiger: Aufmerksamkeit, um gerichtet das Substantielle zu erfassen, und dafür krasse Selektion. Fehlt dazu die Kraft, kann man nur abschalten. Abschalten, sich abwenden, Umkehr als Abkehr praktizieren, das ist stets richtig.

Wer eine Tastatur bedienen kann, erzeugt sogleich „Print“. Zwischen der „Verlautbarung“ und der „Veröffentlichung“ sind längst keine kulturellen Institutionen mehr geschaltet. Alles wird rausgehauen; das soll man demokratisch finden.

Die Demokratie kann auch als ein Inflationsraum von Gedanken und Beweggründen gelten. Damit schwand eine aristokratische Art des Daseins – die Haltung. Haltung besteht nicht zuletzt im Vermögen, etwas aushalten zu können, bei sich zu bleiben und eben nicht außer sich zu sein. Beharrlichkeit, Widerständigkeit, Bewahrung der Fähigkeit zum Trotzdem: Ich nicht!

Die Demokratie verheißt: Ihr sollt eben nicht bei euch bleiben. Ihr sollt sämtlich gehört werden. Jeder ist es wert, reden zu dürfen, weil jedem gleichermaßen Wert und Würde zukommen. Per se. Ohne daß beides erst erworben werden müßte. Wer diese Voraussetzung, diese Setzung in Frage stellt, wird an dem ihm entgegenschlagenden Gegeifer der Demokraten spüren, daß er bei einem entzündlichen Thema ist, also genau richtig liegt.

Nur wer zu schweigen versteht, kann in Ruhe beobachten. Redet er mit, mischt er sich ein, engagiert er sich (Was als so tugendhaft gilt!), ist er involviert, verstrickt, zwangsvereinnahmt und zudem gezwungen, sich zu behaupten, also den Kopf höher zu heben in der Masse. Nur vermag er von dort nicht besser zu beobachten. Das gelingt lediglich von außen. Nicht abgehoben, nein, aber konzentriert, aus der eigenen Mitte und Festigkeit heraus.

Abständig zu bleiben heißt nicht unbedingt, kalt oder gar arrogant zu sein. Dem Irrsal und Wirrsal, dem sich die anderen hingeben, weil der Jahrmarkt der Eitelkeiten als Tummelplatz der Narzißten eben zwangsläufig Trubel erzeugt, diesem Klamauk also distanziert zuzusehen, um sich ein Urteil zu bilden, das sollte mit Freundlichkeit und Wohlwollen und nicht "abgehoben" geschehen. Wir alle sind eitel. Es gehört Übung zur Selbstbeherrschung. Reifung!

Die Rechte steht gut, weil sie gezwungen ist, dem Irrsinn der „bunten Gesellschaft“ vom Rande her zuzusehen. Sie wird zurückgewiesen, ausgegrenzt, verächtlich gemacht. Damit aber ist der Glücksfall einer günstigen Perspektive verbunden. Wir müssen nicht mitrennen. Statt dessen: Einatmen und ausatmen, sich üben, konzentrieren, vorbereiten, die Kraft bewahren.

Und wenn wirklich notwendig etwas zu sagen ist, dann mit Prägnanz und Gewicht – substantiell, kurz gefasst, essentiell.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (60)

Gelddrucker

18. Mai 2021 10:00

Wenn wir keine Fehler machen und in sinnlose Drohungen und Gewalt verfallen, werden wir automatisch Zulauf bekommen.

 

Soll natürlich kein Aufruf zu Tatenlosigkeit sein.

 

Worauf ich mal die Aufmerksamkeit lenken möchte: Es wäre an der Zeit, die Auswanderwilligen wieder einzufangen, denn das würde vor allem im Falle einer grünen Kanzlerin deutlich mehr werden.

 

Als "Rechter" oder Patriot sich über Einwanderer beklagen und dann selbst woanders einwandern. Selbst dem Dümmsten müsste klar werden, wie perplex und feige das ist, vor allem wenn man bedenkt, dass die einen aus Drittweltländern auswandern und die angeblichen Patrioten aus Wohlfahrtsstaaten wie Deutschland, wo man abseits von ein paar Großstadtvierteln ein völlig sorgenfreies Leben führen könnte.

Ein gebuertiger Hesse

18. Mai 2021 10:17

Angesichts der aktuell laufenden Mega-Verschwörung gegen den normalen Menschen an sich halte ich Schweigen nicht eben für angebracht. Freilich, auch dieses kann eine Setzung sein und häufig weiter und tiefer ausstrahlen als Reden. Aber immer der Reihe nach: solange da draußen gefühlte 80 % sich selbst noch im zweiten Carola-Verarschungs-Jahr bereitwillig dem unwürdigsten und durch nichts gerechtfertigten Freiheitsraub beugen, sollte unser Maul besser weit aufgesperrt sein.

Solution

18. Mai 2021 10:41

Das sehe ich genau umgekehrt. Diese Kapitulationshaltung höre ich seit Jahrzehnten. Wie oft noch? Wie oft wurde in der Vergangenheit gerufen: "Zurückhalten!", "Kräfte sammeln", "bereit sein", "Nicht vorschnell agieren" oder "Unser Tag X kommt". Von alleine tut sich jedoch nichts. Es wird immer schlimmer, bis gar keine Handlungsmöglichkeiten mehr bestehen. Qui tacet consentire videtur. 

Nur wer sich selbst aktiv einbringt, kann etwas bewirken. Manchmal habe ich den Eindruck, daß bei zunehmend schlimmerer Lage, das Wunschdenken auf einen großen Umschwung eher zunimmt.

Wer es will und dazu in der Lage ist, sollte auf totalen politischen Widerstand umschalten. Jeder nach seinen Möglichkeiten und so intensiv, wie er will. Irgendwas kann jeder tun und wenn er nur spendet. Kampf bedeutet Leben. 

RMH

18. Mai 2021 10:51

@geb. Hesse,

Ich bin gegenteiliger Auffassung. Gerade beim Thema Covid ist Schweigen eine Stärke, eine Selbstbeschreibung im Sinne dessen, was HB beschreibt. Das Tun, was man kann, die Themen weiter konsequent bearbeiten, die der eigene "Markenkern" sind, kein Gelabere über Verschwörung. Anprangern, was passiert ist, dass die Corona Überlastung der Kliniken eben vor allem Folge gescheiterter Integration und Migrationspolitik ist, dass sich Politiker -Cliquen an den Hilfsmitteln wie Masken etc. knallhart bereichert haben, dass im letzten Jahr in Kliniken Desinfektionsmittel Kanisterweise geklaut wurden (offenes Geheimnis, worum die MSM einen Bogen machten), um sie teuer andernorts zu verscherbeln etc. Das ist die Spielwiese eines Rechtspopulisten, nicht ihr pauschales "Alles Verarsche" Gerede. Das interessiert nur die eigene Echoblase.

paterfamilias

18. Mai 2021 11:07

War der Auslöser für diese Meditation über das Schweigen der kommentarlos gelöschte Intifada-Beitrag?

Waldgaenger aus Schwaben

18. Mai 2021 11:13

Es gibt eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden. In der Corona-Krise hätte die deutsche Rechte besser geschwiegen. Jetzt da andernorts eintritt, was vorhersehbar war und vorhergesehen wurde, mit Millionen von Moslems holt man sich hunderttausende von Antisemiten ins Land, die die deutsche Staatsräson "Nie wieder Auschwitz" in Frage stellen, ist es Zeit zum Reden. Ist das anfängliche Rumeiern der Links-Grünen in der Stellungsnahme zum Nahost-Konflikt nicht auch der Angst um Wählerstimmen von Paßdeutschen geschuldet? Wenn weitere Millionen von solchen Wählerstimmen geschaffen werden, lässt sich dann die genannte Staatsräson aufrecht erhalten?

Volksdeutscher

18. Mai 2021 11:21

1.

"Statt dessen: Einatmen und ausatmen, sich üben, konzentrieren, vorbereiten, die Kraft bewahren."

Ja, das stimmt im Allgemeinen, die Frage ist nur, wie lange man die Kraft bewahren kann und soll, wo sie doch dafür da ist, eingesetzt zu werden. Auf diesen Aspekt spielt womöglich die Vorstufe Vorbereiten an, d.h. die Kraft wird für eine in der Zukunft liegende Handlung gesammelt und aufgespart, man wartet nur ab, man wartet auf die günstige Gelegenheit. Kaum etwas ist so widerlich im gesellschaftlichen Leben, wie der verschwitzte deutsche protestantische Aktionismus, der den "Geist" der Bundesrepublik seit Kriegsende bis zum heutigen Tag bestimmt. Also schweige und handle man erst, wenn der Tag gekommen ist, denn: "Wo alle mitreden dürfen, da hört keiner mehr zu."

Der_Juergen

18. Mai 2021 11:29

Teil 1

@Gebürtiger Hesse  @Solution

Zustimmung!

@RMH

Nein, nein und abermals nein. Abzulehnen ist zunächst der von Ihnen verwendete Begriff der "Verschwörung". Es gibt keine Corona-Verschwörung, weil die Verantwortlichen überhaupt kein Hehl aus ihren Absichten machen. Vom Event 21, bei dem das ganze Covid-Sezenarium im Herbst 2019 durchexerziert wurde, werden Sie schon gehört haben, und wenn nein, machen Sie sich bitte kundig.Auch dass J. Attali, führender Ideologe der NWO, schon vor über einem Jahrzehnt "eine kleine Pandemie" als wünschenswerten Auslöser für deren Errichtung bezeichnet hat, können Sie im Netz herausfinden, wenn Sie wollen.

 

Der_Juergen

18. Mai 2021 11:30

Teil 2

 

@RMH

Was Sie vorschlagen, ist ein Herumreiten auf unwichtigen Details wie der Veruntreuung von Desinfektionsmitteln. Damit spielen Sie dem System in die Hände, weil Sie impllizit dessen Lüge von der brandgefährlichen Pandemie. Die nächste Welle könnte freilich schon sehr gefährlich werden, und zwar als Folge der Massenimpfungen. 

Wer nicht kapieren will, dass ein Mann wie Gates, der seit Jahrzehnten die Werbetrommel für eine massive Reduzierung der Weltbevölkerung rührt, nichts Gutes im Schilde führen kann, wenn er die ganuze Menschheit impfen will, an dem ist Hopfen und Malz verloren, und ich frage mich, ob es sich überhaupt noch lohnt, mit ihm zu debattieren. Wobei ich Ihnen unter keinen Umständen Unehrlichkeit unterstellen will, sondern lediglich selbstgewählte Unmündigkeit. Wie übrigens auch in einer anderen kardinalen Frage.

 

Volksdeutscher

18. Mai 2021 11:37

2.

Aus eigener Erfahrung

Mein Gegenüber erzählt mir begeistert von seinem Erlebnis. Am Ende seiner Erzählung schaut er mir freudig und erwartungsvoll in die Augen. Es ist ihm anzusehen, daß er von mir erwartet, daß ich seine Ausführungen mit der gleichen Begeisterung aufnehme und mit mindestens demselben Wortschwall erwidere. Ich schweige und nicke stoisch mit dem Kopf, um ihm zu bedeuten: Alles verstanden. Sekunden vergehen. Er schaut mich hilflos an und fragt mit Unsicherheit in der Stimme: "Aber Sie verstehen doch deutsch, nicht?"

 

Volksdeutscher

18. Mai 2021 11:43

@Waldgänger aus Schwaben

Sie sagen "Nie wieder Auschwitz". Das kann man getrost ergänzen mit "Nie wieder Balfour-Deklaration". Wenn Sie verstehen, was damit gemeint ist....

Gotlandfahrer

18. Mai 2021 11:51

"Und wenn wirklich notwendig etwas zu sagen ist, dann mit Prägnanz und Gewicht – substantiell, kurz gefasst, essentiell." - Zum Beispiel: Wer nicht hören will, muss fühlen. 

Nordlicht

18. Mai 2021 11:52

Herr Bosselmann: Danke.

"Nordlicht" - in den Süden, über die Grenze, umgezogen.

Maiordomus

18. Mai 2021 11:56

Über das mit der "günstigen Perspektive" hat sich in der 2. Jahrhunderthälfte, wo es zwar noch mehr ihm wohlgesinnte Publizisten gab, Ernst Jünger einmalig weise und geschickt geäussert, in welchem Punkt ihm aber der weit umstrittener Carl Schmitt nicht gleich kam. Dabei liess sich Jünger nie dazu verleiten, zu allem und jedem, zumal nicht was die Niederungen der Parteipolitik betrifft, sich zu äussern. Er blieb, bei richtiger Anwendung der Kunst sich zu äussern und der Kunst zu schweigen, nun mal langfristig!

Niekisch

18. Mai 2021 12:00

Schweigen auf serviert Unwichtiges, nachdenken und dann reden über das wichtig- Gefährliche, weil Verbotene.  

Nordlicht

18. Mai 2021 12:05

@Gelddrucker:

>Als "Rechter" oder Patriot sich über Einwanderer beklagen und dann selbst woanders einwandern. Selbst dem Dümmsten müsste klar werden, wie perplex und feige das ist ...<

Wer im ersten Drittel seines Lebens in der DDR den Mund halten, sich ducken musste, von Familie her als "Staatsfeind" bedrängt wurde; dann im zweiten Drittel - zunächst aufblühend, dann unter Merkel mehr und mehr den übergriffigen Staat und die Blockwarte erlebend - im Gesundheitswesen seinen Dienst machte (- und einiges gespart hat, ja) - 

- der sollte das Recht haben, im letzen Drittel, so Gott will, ohne die Propagandatrommel und die Mitläufer-Deppenchöre leben zu dürfen. Ich spreche von meiner Frau, die sich für ihre, für unsere "Restlaufzeit" ein Leben ausserhalb DIESES Deutschlands wünscht.

Volksdeutscher

18. Mai 2021 12:13

@Waldgänger aus Schwaben - "...mit Millionen von Moslems holt man sich hunderttausende von Antisemiten ins Land...."

Tja, es gibt eine Menge Semiten, wie wir wissen, die keine bessere Erfahrung mit anderen Semiten machen konnten, als daß es ihnen nur noch der "Antisemitismus" übrig bleibt, was man auch von Christen behaupten kann. Der Begriff ist dermaßen abgegriffen, daß man ihn lieber nicht mehr ernstnehmen sollte. Und wenn man ihn doch ernstnehmen möchte, dann überlege man, ob die seit Kriegsende in der BRD praktizierte Anbiederung an Juden in Form eines ekelerregenden Philosemitismus im Zeichen einer vorauseilenden Unterwürfigkeit ein besserer Weg sei. Wäre ich ein Jude, würde ich mir verbitten, daß man sich bei mir mit dem Spruch Nie wieder Auschwitz anbiedert, um mir den Hintern einzurennen. Übrigens, es ist keine Sünde, andere Menschen zu hassen und keine Tugend, sie zu lieben: es ist eine private Angelegenheit, wen man liebt oder haßt. Den Staat oder andere Personen geht es rein gar nichts an, außerdem sind beide Gefühle oft nicht voneinander unterscheidbar. Übrigens, auch Juden sind nicht ohne Haß auf andere Völker, nur bei anderen Völkern füllt es nicht die Abende, daß sie von anderen gehaßt werden.

frdnkndr

18. Mai 2021 12:21

'Herr Bosselmann: Danke.' 

 

Dem möchte ich mich ausdrücklich anschließen; viel mehr gibt es nicht zu sagen.

RMH

18. Mai 2021 12:22

@Der_Juergen,

Dass ein Krankheitsbild politisch schamlos ausgenutzt wird, widerlegt nicht dessen Existenz. Ich kenne leider zu viele Ärzte und Mitarbeiter von Kliniken, die mir bspw. bestätigen, dass ein hoher Anteil von Migranten die Abteilungen belegen, dass Masken aus der Notaufnahme, Desinfektionsmittel wo greifbar geklaut wurden etc., die mir aber alle nicht bestätigen können, dass es so etwas wie eine ansteckende z.T. auch tödlich verlaufende Krankheit namens Covid nicht gibt. 

Auf dem Gebiet des Politischen gibt es Kompetenzen und Machbares und dies führt auch zwangsläufig zu einer Selbstbescheidung (H.B.), und da ist Schweigen zu manchen Punkten ein konkretes Ergebnis einer solchen Scheidung. Dafür kann man über das andere um so reger reden.

Ein gebuertiger Hesse

18. Mai 2021 12:26

@ Niekisch

Sie nennen eine sehr gute Vorgehensweise. Das Moment der Setzung (also das Gegenteil von bequem-willkürlicher Plapperei) ist darin enthalten. Sollten wir alle dieser Tage mal adaptieren.

Gelddrucker

18. Mai 2021 12:30

@Nordlicht: Nein, finde ich ehrlich gesagt nicht.

quarz

18. Mai 2021 12:53

Das funktioniert nur, wenn die Souveränität des Schweigenden in den Raum ausstrahlt und die Menge aus einer gewissen Scheu vor der vulgären Verletzung der Autoritätssphäre an sich hält. Andernfalls aber entsteht durch das Schweigen ein Machtvakuum, das alsbald von den lautesten Kläffern gefüllt wird.

"Funktionieren" setzt freilich ein Ziel voraus, das mit dem Mittel des Schweigens erreicht werden soll. Möglicherweise hat Bosselmann ja auch äußere Ziele aufgegeben und verfolgt nur noch die innere Veredelung. Dann braucht ihn natürlich die äußere Wirksamkeit wenig zu kümmern. Ich jedenfalls will noch was für meine Kinder.

Sekundant

18. Mai 2021 13:12

Glauben Sie, Nordlicht, ernsthaft, die Migranten aus dem Süden/Osten hätten nicht ebenso wohlklingende Gründe für die Wanderei anzuführen wie Sie oder Ihre Frau?! Nix da, Wandern gehört ins freie Wochenende oder in den Urlaub!

MARCEL

18. Mai 2021 14:10

Schweigen ist gut, Verschwiegenheit ist besser

Waldgaenger aus Schwaben

18. Mai 2021 14:17

@Volksdeutscher

Sie sagen "Nie wieder Auschwitz".

 

Nein, das sage ich nicht! Jedenfalls nicht im Bezugs-Beitrag. Ich sage, dass "Nie wieder Auschwitz" Staatsräson Deutschlands ist. Ich sage nichts darüber, jedenfalls nicht in im Bezugs-Beitrag, ob dies richtig oder falsch ist.

Jedem Reden muss ein Hören vorausgehen und zuhören kann nur, wer selber schweigt. Jedem Schreiben muss  ein verständiges Lesen vorausgehen, und lesen kann nur, wer nicht nach einem Triggerwort sofort in die Tasten zu hauen beginnt.

Ich glaube darauf können wir uns alle einigen.

Gracchus

18. Mai 2021 15:22

Sehr beherzigenswert, was @Herr Bosselmann empfiehlt.

@Nordlicht hat mein volles Verständnis. Vermutlich würde ich mir das auch überlegen, hätte ich die Möglichkeit. 

"Nie wieder Auschwitz" heißt ja nicht, irgendwem in den Arsch zu kriechen. 

nom de guerre

18. Mai 2021 16:15

Wer nur für sich selbst zuständig ist und u.U. glaubt, sein Leben so weit reduzieren zu können, dass ihm auch ein Klimalockdown und andere Nettigkeiten, die uns mglw. bald bevorstehen, nichts anhaben können, für den mag es sich um die richtige Methode handeln. Für alle anderen halte ich schweigen für weniger sinnvoll.

Denn bewirken wird dieses Schweigen nichts. Das System, das sich gerade entwickelt, wird keine bürgerliche Gesellschaft mehr sein, die auf ein Grundmaß an Zustimmung des überwiegenden Teils ihrer Mitglieder angewiesen ist. Ihm ist es m.E. egal, ob sich jemand voll Verachtung abwendet und eben schweigt, solange er nur gehorsam ist. Für die Teilnahme an Bekundungen à la „Tag des Soundso“ finden sich genügend Freiwillige und Überzeugte, sodass sie auf die Schweigenden verzichten können. Die derzeit Mächtigen machen sich vermutlich nicht einmal die Mühe, das Schweigen als Zustimmung zu deuten. Dagegen wird derjenige, der nicht schweigt, das sehr wohl tun. Für ihn drängt sich der Eindruck auf, er stehe mit seiner abweichenden Meinung alleine.

Niekisch

18. Mai 2021 16:36

@ Ein gebuertiger Hesse 12:26: Sollten wir das Mein Volk, was bist Du?…VIII. | Metapolitika (wordpress.com)  zur Adaption hinzunehmen?

Maiordomus

18. Mai 2021 17:54

@Marcel. "Sei standhaft, duldsam und verschwiegen!" . Steht das nicht so im Text der Zauberflöte und insofern der bedeutendsten Oper nebst Beethovens Freiheitsopus "Fidelio". Was Sie indes oben über die Verschwiegenheit schrieben, trifft den Nagel aber wohl auf den Kopf. 

Laurenz

18. Mai 2021 18:49

@HB

Denke, man muß Ihren Artikel auf 2 Ebenen betrachten. Philosophisch gesehen, könnten Sie bei Castaneda abgeschrieben haben & ich stimme Ihnen zu. Aber das sehe ich mehr auf der persönlichen Ebene. Was die gesellschaftliche Ebene angeht, so bin ich nachwievor davon überzeugt, daß GK Recht hat, & die eigenen politischen Aussagen auf ein Minimum beschränkt sein sollten, was aber nichts mit den Angriffen gegen den politischen Gegner - & dessen Aussagen zu tun hat. Sie haben natürlich mit der mangelnden Wahrnehmung des Menschen Recht, wir sind überflutet. Aber hier liegt eben die Kunst darin, Aufmerksamkeit zu erhalten & Reichweite zu generieren. Die SiN bekommt deshalb bei allen politischen Gruppierungen Aufmerksamkeit, weil sie intelligent ist & Intelligenz ist immer gefährlich für die Amtierenden. Auch "Laut gedacht" ist intelligent & gefährlich, deshalb wurde "Laut gedacht" abgeschaltet. Tim Kellner machte aus sich eine Kunstfigur & ist damit bis jetzt intelligenter als "Laut gedacht". Alleine diese beiden Protagonisten widersprechen Ihrer These auf gesellschaftlicher Ebene.

Laurenz

18. Mai 2021 19:02

@alle Debattenteilnehmer (1)

@Der_Juergen liegt natürlich richtig, es gibt keine Verschwörung. Der angeblichen Verschwörer veröffentlichen alles, somit ist es keine Verschwörung & indirekt hätte HB Recht, da diese Veröffentlichungen keinen interessieren, weil alle mit Infos überflutet sind. Aber ist das wirklich so? Denke nicht. Der Hintergrund liegt einfach darin begründet, daß diese Veröffentlichungen von @Franz Bettingers "garnichtsoTiefenStaat" nicht in der Macht um 8 präsentiert werden. Das Gegenteil ist der Fall, dort wird diesen Leuten eine Werbeplattform geboten, als ob die für uns alle die GEZ-Gebühren zahlen würden. Die Entwicklung in den USA oder eine echte Analyse der RKI-Zahlen, Fehlanzeige. Wer die Medien-Szene letzte Zeit auch nur leicht verfolgt hat, weiß, daß auch jetzt die privaten Konzerne in die "seriöse" Info-Welt einbrechen wollen. Der Kampf um Reichweite ist gnadenlos. Wir Normalisierungspatrioten oder einfacher, wir Oppositionellen, haben einfach nicht genügend Reichweite um hier Einfluß zu nehmen. Die AfD hatte sich wohl aus internen Problemen zurückgehalten, vor 3 Wochen war ich auf der ersten Anti-Corona-Maßnahmen-AfD-Demo in Wiesbaden, die erste bundesweit überhaupt. 

Gracchus

18. Mai 2021 19:07

Bitte: Bosselmann hat nicht dazu aufgerufen, Kartäuser zu werden. 

Die Initierten wissen um Macht und Kraft des Schweigens. M. E. sollte der magische Leitsatz besser mit dem Schweigen beginnen. 

Das Schweigen der Wälder aufsuchen!

Gracians Handorakel baut auch auf dem Wissen auf, wann es zu schweigen und wann es zu reden gilt. 

Sich mit dem Schweigen tarnen. Wenn der Gegner nicht weiss, wo er mit einem dran ist, beunruhigt ihn das womöglich. Sich immer zu erkennen geben, ist unklug. 

 

 

 

Laurenz

18. Mai 2021 19:10

@alle Debattenteilnehmer (2)

Man hat in der AfD wohl erkannt, daß mit der Meuthen'schen Strategie der Zug für die meisten AfD-Mandatsträger zukünftig abgefahren ist. Robert Lambrou hat das klar zum Ausdruck gebracht, warum Er & Seine Kollegen zur Sitzungszeit eine Demo veranstalten. Bei AfD-Anträgen im Parlament spricht ein AfDler, ein FDPler, das war's. Auch in den Parlamenten wird der Debatte ausgewichen, deswegen entschloß man sich, auf die Straße zu gehen. Insofern erachte ich es als falsche Entscheidung, daß sich die AfD, bis auf einzelne Abgeordnete, nicht auf ihre Fachleute verließ & sich in der Fakedemie-Debatte zurückhielt. Die Fakedemie war die eine Scheißhausnummer zuviel & ihre frei erfundene Disney-Geschichte wird auf kurz oder lang zusammenbrechen & dann bleibt kein Auge trocken. Also Opposition sollte man Opposition machen & nicht im Hinterzimmer mitmunkeln wollen.

Laurenz

18. Mai 2021 19:15

@Der_Juergen

Gegen eine Reduzierung der Erdbevölkerung ist nichts einzuwenden. Die Frage ist nur, wie diese Reduzierung vonstatten gehen soll......  

In dieser Frage ist Wilhelm Heinrich Tore vielleicht nicht unbedingt der talentierteste Protagonist.

Niekisch

18. Mai 2021 19:36

"Sei standhaft, duldsam und verschwiegen!" . Steht das nicht so im Text der Zauberflöte?"

@ Maiordomus 17:54: Die Verschwiegenheitspflicht ist in der Freimaurerei die Wichtigste. Darauf bezieht sich der Operntext. 

Niekisch

18. Mai 2021 20:25

Korrektur zu 16:36

diskuswerfer.wordpress.com/2021/05/18/mein-volk-was-bist-du-viii/

Dietrichs Bern

18. Mai 2021 21:32

Naja, Schweigen ist auf jeden Fall zum Selbsterhalt nicht verkehrt.

Wenn man die Situation auf real existierenden deutschen Straßen gerade sieht und realistisch einschätzt, dürfte der Tag nicht fern sein,da die "erlebnisorientierten Jugendlichen" für deren Nachschub in Heeresstärke seit Jahren alles getan wird, einmal nicht friedlich nach Hause gehen.

Dann, im Erdloch,hinter der Kellertür, auf dem Baum und unter dem Bett, wird Schweigen Leben retten. Oh, natürlich nur, bis SiN lesende Heroen mal so richtig... 

anatol broder

18. Mai 2021 21:43

wenn ich es richtig verstehe, folgt aus dem lichtmesz-sommerfeld-gesetz, dass kollektivisten kaum schweigen können.

(der jürgen: nein, nein, event 21 impllizit das ganze covid-sezenarium für die ganuze menschheit.)

Volksdeutscher

18. Mai 2021 22:50

@ Waldgaenger aus Schwaben

Sie haben meinen Kommentar leider auf sich selbst bezogen, ich meinesteils bezog mich jedoch nur auf diesen von Ihnen zitierten bundesrepublikanischen "Gründungsslogan".

Laurenz

18. Mai 2021 23:42

@Dietrichs Bern

"Naja, Schweigen ist auf jeden Fall zum Selbsterhalt nicht verkehrt."

Sie kennen die Linke nicht.

Bei den Nationalsozialisten durfte mein kommunistischer Großonkel, eng befreundet mit dem Maler Matthias Barz, nachdem Er sich zum Schweigen bereit erklärte, aus dem Lager raus, wurde zur Wehrmacht eingezogen & zur nicht wirklich relevanten Insel Rhodos geschickt. Bei den Sowjets konnte man das als Links- oder Rechtsabweichler haken. Der Terror Stalins basierte auf der Bestrafung Unschuldiger. Auch die vielen tausende Morde, welche die Kommunisten Ende der 20er & Anfang der 30er vor allem in Berlin begingen, waren doch zum größten Teil mit zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort begründet. 

Ihre Haltung ist die der CDU/CSU-Wähler, die darauf hoffen, daß man ihnen läßt, was sie noch besitzen. Welch ein dämlicher Irrglaube dieser geistig maroden Urnen-Gänger....

Volksdeutscher

19. Mai 2021 07:39

@Laurenz - "Insofern erachte ich es als falsche Entscheidung, daß sich die AfD, bis auf einzelne Abgeordnete, nicht auf ihre Fachleute verließ & sich in der Fakedemie-Debatte zurückhielt."

Das sehe ich auch so, es war eine verheerende Entscheidung, sich aus der Debatte zurückzuziehen und das Feld anderen zu überlassen, die nichts außer ihren kleinen Doktor (?) Drosten haben. Man könnte sagen, sie haben zum falschen Zeitpunkt geschwiegen. Die AfD hätte wenigstens in Frageform all das vortragen und die Regierung herausfordern können, was andere schon an Gegenargumenten erwirtschaftet haben (zu dem Zeitpunkt hatte der Corona-Untersuchungsausschuß um den Rechtsanwalt Dr. Reiner Füllmich schon etliche Beweise und Argumente von international anerkannten Fachleuten zusammengetragen). Aber nein, nicht einmal das. Die AfD sprang mit vollem Ernst auf die sterilen Diskussionen um die unwissenschaftliche, falsch angewandten und willkürlich festgesetzten "Inzidenzwerten" auf. Gauland betonte sogar voller Leutseligkeit, sie seien keine Leute vom Fach in Fragen "Pandemie". Das war laienhaft. Mit dieser typischen Haltung von Leuten, die in der alten Rebublik sozialisiert worden sind, kommen wir nicht weiter.

Gustav Grambauer

19. Mai 2021 08:30

Gruß vom evangelischen Kirchentg in der DDR:

https://www.youtube.com/watch?v=Lf9yMzC-fPs

Würde auch heißen:

"Wenn ich rede rede ich /
Wenn ich schweige schweige ich".

"Ganz einfach".

Vorsicht: es gibt den echten Stoiker und den Vulgärstoiker. Letzterer staut den Fluß des Lebens in sich, wodurch er allein schon zum verhärmten und verhärteten, neudeutsch, Cluster wird - er verweigert sich auch dem Lernprozeß (der durchaus sehr diskret sein kann) und erlangt infolge eben nicht die vielgerühmte Resilienz, welche ja gerade auf Auseinandersetzung und Verarbeitung beruht.

- G. G.

H. M. Richter

19. Mai 2021 10:09

@Grambauer: Danke für die Erinnerung. Kirchentag 1983 in Dresden; zum abendlichen Konzert von Schöne auf der Freilichtbühne im Großen Garten, die 5.000 Zuschauer faßte, waren noch deutlich mehr gekommen, d. h. über die Zäune gestiegen ...

Jahre zuvor hatte Maxi Wander in ihren Tagebüchern die "Ganz einfach"-Worte, die als ZEN-Geschichte gelten, bereits einen Hiddenseer Pfarrer sprechen lassen und auf diese Weise vieltausendfach ins Ländle gestreut.

tearjerker

19. Mai 2021 10:25

„Das sehe ich auch so, es war eine verheerende Entscheidung, sich aus der Debatte zurückzuziehen und das Feld anderen zu überlassen“ (Volksdeutscher).

Die Alternative ist nunmal keine Alternative, da sie noch jeden Holzweg mitgeht und den Absturz lediglich etwas kommoder gestalten will. Gerade die letzte Einlassung der Partei zum Thema Israel gesehen, ein Thema, das ausser zu hysterischen Sympathie- oder Antipathiebekundungen zu gar nichts taugt und auch niemanden wirklich interessiert oder für diese Partei einnimmt. Das kann nur besser werden.

Franz Bettinger

19. Mai 2021 11:15

Schweigen?  Was für eine Frage!  Solange ihr den Mund aufmachen dürft, macht ihn auf.  Zum Schweigen bringt man euch ohnehin bald.

heinrichbrueck

19. Mai 2021 13:30

Perspektivenwechsel. Die Wahrnehmung eines alten Juden, in einem jüdischen Witz verdeutlicht (Internetfund):

Ein alter Jude schleppt zwei schwere Koffer durch einen großen Bahnhof irgendwo in Europa. Er bleibt stehen und spricht einen Passanten an: „Entschuldigen Sie, was halten Sie von Juden?“
„Juden haben eine großartige Religion voller Weisheit, aus der unser Heiland hervorgegangen ist.“ kommt die Antwort.
„Danke“, sagt der alte Jude, geht weiter und spricht den nächsten Passanten mit der gleichen Frage an.
„Juden sind eine Bereicherung für jedes Volk und haben eine Vielzahl großer Künstler und Wissenschaftler hervorgebracht.“
Wieder bedankt sich der alte Jude, geht weiter und stellt seine Frage einem dritten Passanten.
„Also eigentlich“ sagt dieser “ kann ich Juden nicht ausstehen.“
„Sie sind ein ehrlicher Mann“, sagt der alte Jude. „Würden Sie bitte auf meine Koffer aufpassen, während ich zur Toilette gehe?“

Niekisch

19. Mai 2021 14:54

@ Laurenz 18.5. 23:42: In der Tat, das Sowjetsystem war von ganz anderem Kaliber. Der dezidiert protestantische Schriftsteller Jochen Klepper, im Rahmen der Sezession schon besprochen, lebte in "Mischehe" mit seiner jüdischen Frau und wollte Familienangehörigen die Ausreise nach Schweden ermöglichen. Es war ihm trotzdem möglich, sowohl mit dem Reichsinnenminister Dr. Frick als auch noch 1942 mit Adolf Eichmann persönlich zu verhandeln, als schon die Deportationszüge in die Lager rollten. ( vgl. Thalmann, Rita, Jochen Klepper, Ein Leben zwischen Idyllen und Katastrophen, Kaiser 1977 )

In der Sowjetunion hätte sein Bemühen wohl sofort in einer Zelle der Lubjanka geendet.

Der_Juergen

19. Mai 2021 15:27

@teajerker

"Gerade die letzte Einlassung der Partei zum Thema Israel gesehen, ein Thema, das ausser zu hysterischen Sympathie- oder Antipathiebekundungen zu gar nichts taugt..."

Genau aus diesem Grund schrieb ich auf dem gelöschten Intifada-Strang, ich vertrete heute eine Politik der Äquidistanz gegenüber Israel und den Palästinensern. Der waffenstarrende Zionistenstaat, der Deutschland ohnehin nur als Milchkuh und Fussabwischlappen betrachtet, bedarf unserer Solidarität nicht.

Auch den Palästinensern ist mit Solidaritätsbekundungen nicht geholfen. Deutschland ist nicht dafür verantwortlich, dass sie unter Fremdherrschaft leben müssen (bei der UN-Abstimmung von 1947 gaben übrigens die Stimmen der UdSSR mit ihren Teilstaaten Ukraine und Weissrussland sowie ihrer Satelliten Polen und Tschechoslowakei den Ausschlag; Stalin wähnte damals aufgrund der kommunistischen Sympathien eines Grossteils der Juden, Israel werde zum sowjetischen Stützpunkt im Nahen Osten werden; damit hat er sich gründlich verrechnet).

Das kriecherische Pro-Israel-Getue der AFD stösst einen ab, und extreme antiisraelische Parolen hört man in Deutschland praktisch nur von jenen Muslimen, für deren Einwanderung sich der Zentralrat mit Zähnen und Klauen einsetzt. 

Der_Juergen

19. Mai 2021 16:02

@Laurenz

"Auch die vielen tausende Morde, welche die Kommunisten Ende der 20er & Anfang der 30er vor allem in Berlin begingen..."

Viele tausend Morde durch die deutschen Kommunisten Ende der zwanziger und Anfang der dreissiger Jahre? Darf ich Sie um eine Quelle bitten?

Dietrichs Bern

19. Mai 2021 16:53

@Laurenz: Ich bin zwar nicht immer Ihrer Meinung, aber ich verstehe Sie. Mit Ausnahme Ihrer heutigen Antwort.

Gut, meine zynischen Ausführungen auf das Lob des Schweigens waren vielleicht mißverständlich, Sie waren nicht als Handlungsaufforderung gemeint.

Niekisch

19. Mai 2021 17:00

"Viele tausend Morde durch die deutschen Kommunisten Ende der zwanziger und Anfang der dreissiger Jahre? Darf ich Sie um eine Quelle bitten?"

@ Der_Juergen: Das wird Laurenz nicht gelingen. Über die Fälle Lenk, Anlauf, Horst Wessel und einige weitere hinaus müsste er schon in die Zeit ab November 1918 zurückgehen, um einigermaßen fündig zu werden. Richtig schlimm war es unter Bela Kun in Ungarn und in der Ukraine, da kommen leicht Tausende zusammen.

Laurenz

19. Mai 2021 23:07

@Der_Juergen @L.

Hatte das meines Wissens schon mehrmals gepostet, für Sie gerne wieder. 30, 31, 32 erinnere ich mich an die Zahlen von Berlin, ca. 8.500 pro Jahr, davon 2/3 oder mehr durch die Kommunisten. Sie finden es im letzten oder vorletzten Band (weiß ich nicht mehr exakt ) der Propyläen Geschichte Deutschlands

@Niekisch

Auch hier wäre ich mit Ihren gewagten Thesen vorsichtig. Sie lehnen Sich momentan echt zu weit aus dem Fenster.

Laurenz

20. Mai 2021 11:22

@heinrichbrueck 

Der jiddische Witz ist noch besser:

Ein Schiff mit jüdischen Auswanderern bekommt den Hafen von Haifa in Sicht. Alle umarmen sich, springen, tanzen, lachen, singen, "endlich, endlich zuhause". Ein junger Mann sieht plötzlich einen alten Rabbiner, der sich auf Knien vor Wut die Haare rauft & mit den Fäusten auf das Deck trommelt & dauernd "Ihr Idioten, Ihr Idioten" brüllt. Der junge Mann geht auf den Rabbiner zu & fragt, "Rebbe, Rebbe, sag mir bitte, warum freust & tanzt Du nicht mit uns?". Der Rabbiner antwortet:"Das fragst Du? Wenn die Engländer haben uns schon geschenkt ein Land, warum haben sie uns nicht geschenkt die Schweiz?"

Pferdefuss

20. Mai 2021 14:33

s. a.:

- Elisabeth Neumann-Noelle 'Schweigespirale'

- Shakespeare, Hamlet 'Der Rest ist Schweigen'

- Film 'Das Schweigen der Lämmer'

- Die Freiheit der Freimaurer beruht auf der 'Schweigepflicht', dem Geheimnis. Der Inhalt des Geheimnisses ist völlig egal! Die Geheimnistuerei zählt. 

 

Niekisch

20. Mai 2021 16:44

"Sie finden es im letzten oder vorletzten Band (weiß ich nicht mehr exakt ) der Propyläen Geschichte Deutschlands"

@ Laurenz 19.5. 23:07: Nein, es ist nicht zu finden. Ich habe vorliegen Pleticha, Heinrich, Hrsg., Deutsche Geschichte Bd. 11 Republik und Diktatur 1918-1945. Dort findet sich auf S. 51: "Zwischen 1919 und 1922 wurden von Linksradikalen 22, von Rechtsradikalen 354 politische Morde verübt... 4 Straftaten extrem Linker entgingen der gerichtlichen Verfolgung." S. Sonstige Hinweise gibt es nicht. Zweifellos forderten die Spartakistenaufstände 1918/19, die Tätigkeit der "Roten Ruhrarmee 1920 und der Endkampf 1932/33 zwischen Rot und Braun erhebliche Opfer, aber nicht mit den von Ihnen genannten Zahlen. Auf Wunsch lege ich sie später vor.

Laurenz

20. Mai 2021 21:56

@Niekisch

Also, Sie wollen mich zwingen nachzuschauen. Aber bei der Größe der Bände dauert das etwas.

Volksdeutscher

21. Mai 2021 01:17

@Laurenz

Das würde mich ebenfalls interessieren, einschließlich die von Ihnen verwendeten Quellen.

Niekisch

21. Mai 2021 11:05

@ Laurenz 20.5. 21:56: Ich kann und will hier niemanden zu etwas zwingen. ihre Zahlen sind aber trotz der bekannten Brutalität der Kommune ganz einfach zu phantastisch. Ca. 400 Nationalsozialisten wurden durch Kommunisten getötet - Mord-Totschlag-, woraus sich alleine schon vermuten lässt, dass Ihre Zahlen falsch sind. 

Laurenz

21. Mai 2021 12:12

@Niekisch @L.

Nee, das geht so nicht, ich kümmere mich.

Götz Kubitschek

22. Mai 2021 09:26

badeschluß.

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