Netzfundstücke (88) – Maschke, Nahost, Guthmannshausen

Im Grunde ist alles schon gesagt worden.

Ob man nun in der Cri­ticón, dem Jun­gen Forum, den Staats­brie­fen oder alten Sezes­si­on-Aus­ga­ben blät­tert, vie­le Dis­kus­sio­nen und poli­ti­sche Pro­blem­stel­lun­gen, mit denen wir uns heu­te her­um­schla­gen und die uns als unheim­lich aktu­ell und ein­zig­ar­ti­ge Phä­no­me­ne des Jetzt erschei­nen, wur­den bereits in der Ver­gan­gen­heit akri­bisch ana­ly­siert und breit ausdiskutiert.

Lei­der sind die­se Ana­ly­sen und Wort­mel­dun­gen nur zu schnell ver­ges­sen und »ver­stau­ben« in digi­ta­len und im bes­ten Fall noch ana­lo­gen Archi­ven. Dort har­ren so eini­ge ber­gungs­wür­di­gen Tex­te ihrer Wie­der­ent­de­ckung. Eines die­ser ber­gungs­wür­di­gen Stü­cke ist ein Inter­view, das der »ein­zi­ge ech­te Rene­gat der 68er-Bewe­gung« Gün­ter Masch­ke der Jun­gen Frei­heit im Okto­ber 1997 gege­ben hat.

Masch­ke hält dar­in der deut­schen Rech­ten den Spie­gel vor und bringt poin­tiert auf den Punkt, was auch heu­te noch eine wesent­li­che Bruch­li­nie in eben­je­ner Rech­ten dar­stellt und nicht zuletzt die AfD-inter­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen befeuert:

MASCHKE: Die Rech­te ist ein rein mikro­sko­pi­sches Phä­no­men, man muß sich sogar fra­gen, ob es über­haupt noch eine Rech­te gibt. Ich glau­be, Ernst Jün­ger hat ein­mal gesagt, daß es seit der Affä­re Drey­fus kei­ne Rech­te mehr gibt.

Auch die Rech­te glaubt heu­te an die Volks­sou­ve­rä­ni­tät und sie ist sogar vul­gär-rous­se­auis­tisch: das Volk ist gut. Bei ihr ist aber nicht der Kapi­ta­lis­mus schuld, son­dern die Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gungs­in­dus­trie oder die Alli­ier­ten oder das kor­rup­te Fernsehen.

Doch muß man wohl zuge­ben, daß das deut­sche Volk see­lisch und intel­lek­tu­ell völ­lig ver­krüp­pelt und her­un­ter­ge­kom­men ist; es ist um kei­nen Deut in einem bes­se­ren Zustand als die poli­ti­sche Klas­se. Das wagt die Rech­te auch nicht zu sagen.

Vie­le Din­ge, die als rechts gel­ten, sind es kei­nes­wegs – man den­ke nur an die selt­sa­me Lie­be vie­ler Rech­ter zu unse­rem Grund­ge­setz, an die Fata Mor­ga­na eines rech­ten Ver­fas­sungs­pa­trio­tis­mus! Die Rech­te bei uns spricht ger­ne über Meta­po­li­tik, lan­det aber nur in einer sehr kurz­at­mi­gen Bildungshuberei.

Man begnügt sich mit einer Col­la­ge des rech­ten und kon­ser­va­ti­ven Bil­dungs­gu­tes der Ver­gan­gen­heit – aber zu Dis­count­prei­sen. Drei Sei­ten hier­über, zwei Sei­ten dar­über, da ist eine wirk­li­che rech­te Häpp­chen­kul­tur entstanden.

Man sieht nicht den Sinn ambi­tiö­ser, stren­ger theo­re­ti­scher Arbeit, man will rasch zu Pot­te kom­men und wird es nicht, weil kei­ne Aus­mes­sung der Kri­se, der wahr­haft furcht­ba­ren see­li­schen und spi­ri­tu­el­len Situa­ti­on des moder­nen Men­schen geleis­tet wird, die alles Poli­ti­sche übersteigt.

JF: In letz­ter Zeit ist es in Mode gekom­men, zu behaup­ten, daß immer mehr Lin­ke angeb­lich nach rechts gewan­dert wären, zum Bei­spiel – um mal Namen zu nen­nen – Klaus Rai­ner Röhl. Kann man davon über­haupt reden?

MASCHKE: Bei Röhl sehe ich, daß er anti­kom­mu­nis­tisch wur­de, anti­to­ta­li­tär, aber als Rech­ten wür­de ich ihn nicht bezeich­nen. Im Gegen­teil, bei ihm gibt es eine Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem bestehen­den System.

Die­se Art von Rechts­li­be­ra­len, von Natio­nal­li­be­ra­len glaubt ja, daß die­se Repu­blik im Grun­de gut wäre, daß man selbst die­se Repu­blik ver­tei­di­gen müs­se gegen links. In Wirk­lich­keit wür­den sie eher von die­sen Lin­ken depos­se­diert als umgekehrt.

Ein füh­ren­der rech­ter Intel­lek­tu­el­ler, des­sen Namen ich jetzt mal nicht nen­nen will, der reg­te sich ein­mal über Josch­ka Fischer auf, und ich sag­te ihm, daß dies eher der Staat Josch­ka Fischers sei als der sei­ne. Es gibt genü­gend Eta­blier­te, die noch nicht begrif­fen haben, daß sie nur noch gedul­det wer­den. Sie appel­lie­ren an eine bun­des­deut­sche Sub­stanz, die sich längst in ande­ren Hän­den befindet

Mit einer gewis­sen Kon­ster­na­ti­on muß man fest­stel­len, daß sich über die seit die­sem Inter­view ver­gan­ge­nen 24 Jah­ren schlu­ßend­lich nichts getan hat und Masch­kes Ana­ly­se auch anno 2021 Gül­tig­keit bean­spru­chen kann: Die Schief­la­gen sind die­sel­ben geblieben.

Hier geht es zum gesam­ten Inter­view im JF-Archiv:

“Die Genuß­sucht wird mit Zer­knir­schung bezahlt”


Ein wei­te­rer Kon­flikt – jedoch einer, der inten­si­ver mit Waf­fen­ge­walt geführt wird –, der über die letz­ten Jahr­zehn­te hin­weg gefühlt der­sel­be blieb, ist der rund um den Staat Isra­el schwe­len­de Kampf um Auto­no­mie, Vor­herr­schaft und Domi­nanz in Nahost.

In den letz­ten Tagen ist aus dem Schwe­len wie­der ein­mal ein Brand gewor­den. Dem Rake­ten­be­schuß aus dem Gaza­strei­fen und den Bom­bar­de­ments der Israe­lis auf eben­je­ne iso­lier­te Zone waren hef­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen israe­li­scher Poli­zei und Paläs­ti­nen­sern rund um die al-Aqsa-Moschee auf dem Jeru­sa­le­mer Tem­pel­berg vorausgegangen.

Auf­grund der deut­schen Geschichts­be­wäl­ti­gungs­po­li­tik strahlt jedes in Nah­ost gezün­de­te Fünk­chen zwangs­läu­fig auf die deut­sche Innen- und Außen­po­li­tik ab. Wenn der Staat Isra­el (ver­meint­lich) bedroht ist, dann muß in Deutsch­land Stel­lung bezo­gen wer­den – die »Guten« ste­hen dabei logi­scher­wei­se auf der Sei­te Israels.

In Schnell­ro­da ver­wehrt man sich der­weil die­sem Schwarz-Weiß-Den­ken und reflek­tiert »Am Ran­de der Gesell­schaft« die ver­schie­de­nen Ebe­nen deut­scher Par­tei­nah­men im Kon­text Isra­el-Paläs­ti­na. Außer­dem beschäf­tigt man sich mit der zuneh­men­den Gewalt von links und ver­mißt den Zustand der Amts­kir­chen anhand des Jeru­s­ale­ma Dance.

Hier geht’s zum Hör­stoff fürs Pfingstwochenende:


Der­weil wird für den Wie­der­auf­bau der Gedenk­stät­te für die 12 Mil­lio­nen zivi­len deut­schen Toten im und nach dem Zwei­ten Welt­krieg im thü­rin­gi­schen Guth­manns­hau­sen Spen­den gesam­melt. Am 23. April hat­ten Links­ex­tre­me einen schänd­li­chen Brand­an­schlag auf die Gedenk­stät­te verübt.

Der Scha­den ist beträcht­lich – nur die Außen­mau­ern ste­hen noch fest. Fol­gen­des Video gibt einen Ein­druck von der Zer­stö­rung, das Spen­den­kon­to ist im Film hinterlegt:

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Kommentare (55)

Laurenz

22. Mai 2021 18:25

@JS

Sie täuschen Sich. Das Interview/der Artikel mit Günter Maschke ist keinesfalls lesenswert. Maschke begeht denselben Fehler, wie HB & kann nicht zwischen elitärer Intelligenz & Klugheit unterscheiden, ein grundsätzlicher narzißtischer Fehler. Und Beide, Maschke, wie HB, zählen Sich Selbst zur intellektuellen Elite, was auch durchaus sein kann. Unsere Elite in Jüngers Jugend war vielleicht intelligent, aber dafür, durchgängig die letzten 100 Jahre genauso blöd wie heute. Und in der Blödheit unterscheiden sich Eliten, Bürgertum & Proletariat keineswegs. Was nutzte also die Abschaffung der Demokratie, wenn dadurch die politischen Entscheidungen exkremental bleiben? In einer Basis-Demokratie kann Sich keiner mehr beschweren. Die Mehrheit muß die Fehlentscheidungen verantworten, was eine ganz andere politische Kultur bedeuten würde.

Die Chor-Musik im Rittergut-Video ist mega-perfekt. Der Schutz des provokanten Ritterguts war es wohl weniger.....

anatol broder

22. Mai 2021 19:35

in dieser woche wurde mitten in frank­furt am main (hessen) eine welt­kriegs­bombe gefunden. vor der kontrollierten sprengung mussten 25 000 men­schen evakuiert werden, weil sie im um­kreis von 700 metern zum fund­ort wohnten.

wie viele bomben müsste man inner­halb einer woche finden, um ganz hessen zu bedrohen?

Niekisch

22. Mai 2021 19:46

"keine Ausmessung der Krise, der wahrhaft furchtbaren seelischen und spirituellen Situation des modernen Menschen geleistet wird, die alles Politische übersteigt."

Es fällt schon auf, dass Günter Maschke wie ein paar andere Ex -68iger auch quasi mit Außenblick die Dilemmata der sog. Mosaikrechten brutal deutlich beschreibt: Wir stehen wirklich vor der biologisch und geistig-seelischen Ausrottung der Deutschen und zählen damit zu den von Maschke genannten modernen Menschen.

"Ausmessung"?  Wir klappen den Zollstock doch nun wirklich nicht weit genug auf.

Mitleser2

22. Mai 2021 20:41

" Die Chor-Musik im Rittergut-Video ist mega-perfekt. Der Schutz des provokanten Ritterguts war es wohl weniger..... "

Das ist sicher richtig, auch wenn es im Nachhinein leicht ist, das zu kritisieren. Aber leider sind solche Symbole automatisch Ziele der Antifa. Hoffentlich lernen andere Betreiber sich besser zu schützen. Das geht ja mit vertretbarem Aufwand mit der heutigen Technik (Überwachungssysteme mit Bewegungsmeldern und Bildspeicherung auf einem Server außerhalb des Gebäudes, gekoppelt mit Halogenstrahlern bei Alarm, automatische Mails bei definierten Vorgängen, etc.). Kostet vielleicht ein paar Tausend Euro, aber was ist das im Vergleich zu solchen Schäden.

 

Nordlicht

22. Mai 2021 21:24

Betr. "Verfassungspatriotismus"

Das GG und Deutung wesentlichr Teile des GG haben sich so weit verändert, dass jemand, der 1966 achzehnjährig das GG als richtig und stützenswert erachtete, neben dem "Boden des FDGO" steht.

(Damit soll nicht gesagt werden, dass alles in der Version von 1966 richtig war. Es bedeutet nur: Der damalige Verfassungspatriot, der nicht alle Volten des Bundestages und vor allem des Bundes-Verfassungsgerichts mitgemacht hat, sondern sich treu geblieben ist, wäre heute ein Fall für den VS.)

Laurenz

22. Mai 2021 21:28

@Anatol Broder

Sie haben Ihren Gedanken nicht bis zum Ende gedacht. Das ganze urbane Hessen & die relevanten Bahnknotenpunkte sind! bedroht, nur Wiesbaden nicht.

@Niekisch

Wenn Sie nur das Zitierte Maschkes lesen, kommt Ihnen da nicht der Gedanke, daß Sie die Worte eines Vollidioten verfolgen?

Die Bürger sind dann mehrheitlich rechts konservativ, wenn es ihnen notwendig erscheint. Solange irgendwer den politischen Hedonismus bezahlt, verbleibt man in diesem.

@Mitleser2

Also diese Nummer, ein solches Mahnmal hinzustellen, was wir, in meinen Augen, über ganz Deutschland verteilt bräuchten, ist per se eine persönliche Einladung an die Antifantasten, & quasi die programmierte Chance, diese zu überführen. Hier wird wieder mal meine These über unsere völkische Naivität, bzw. Arglosigkeit bestätigt.

limes

22. Mai 2021 21:32

Gedenkstätte Guthmannshausen

Es ist für mich erstaunlich, eine Liebe (wieder?) zu finden, der ich den größten Teil meines Lebens keinen Platz einräumen wollte, und die von (Wieder-)Beginn an mit Trauer verbunden ist.

Laurenz

22. Mai 2021 22:03

@limes

Besser spät als nie. Manche hatten diese Liebe nie verloren, wärmend mit ins kalte Grab genommen & mit Glück auch an vorhandene Kinder vererbt. Denn Liebe ist ohne Verluste teilbar. Mit Trauer sollte man immer offen umgehen. Schubladen zuzumachen, kostet unendlich Lebensenergie.

limes

22. Mai 2021 22:37

@ Laurenz

Danke!

Gracchus

22. Mai 2021 22:37

Was @Laurenz stört Sie denn an dem Maschke-Interview? Mir gefällt der etwas kauzige Maschke. Nicht ganz klar wird, was ihm für eine staatliche Ordnung vorschwebt. Vermutlich ist er reaktionär. Geht die heutige Linke von einem rosseauistisch-guten Menschenbild aus? Das behauptet auch Bosselmann, stimmt aber nicht, sonst würde es so Dinge wie das Demokratiefördergesetz nicht geben, das heißt, das Volk muss erst noch fit gemacht bzw. gehirngewaschen werden für die Demokratie. Dem Volk gefällt's; es findet das normal.

Nicht alles war schlecht in der alten BRD. Verfassungspatriot war wohl niemand, aber man konnte es sich vergleichsweise gut gehen lassen, und es ging vergleichsweise liberal zu.

Der Podcast enthält treffende Analysen. Das Land ist - wieder mal - politisch völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Wie sich gegen die Antifa schützen? Ohne dass die potentielle Zielobjekte ebenfalls Gewaltstrukturen aufbauen? 

Jerusalema-Dance - ich musste mir das erst anschauen. Das ist so infantil, dass es fast schon wieder witzig ist. Dafür, dass Dr. Erik Lehnert evangelisch ist und also der deutschen Anomalie namens Reformation folgt - Tipp: Hugo Ball: Kritik der deutschen Intelligenz -, sagt er ganz kluge Sachen. Ich bin aus der katholischen Kirche zwar noch nicht ausgetreten, erwarte mir fast nichts mehr von ihr. Wenn die Kirche derzeit so dem Zeitgeist verfallen ist, fragt sich doch, ob sie das nicht schon früher war. 

Der_Juergen

23. Mai 2021 11:36

@Gracchus

Zustimmung zu Ihrem Kommentar, v. a. in Bezug auf Maschke, der hier zu Unrecht attackiert wurde.

Dietrichs Bern

23. Mai 2021 12:00

Also ich mag Maschke-Interviews ganz gerne, seit ich eines in der Eigentümlich-Frei gelesen habe und ich würde @Laurenz hier widersprechen, wenn hier von elitärer Intelligenz gesprochen wird - ich als eher schlichter Mensch fühle mich dabei nie überfordert und ich finde hier eine Art von Einblick fußend auf tiefer Lebenserfahrung, wie sie in alten Scholl-Latour Interviews zum Ausdruck kommt. Danach ist der heutige Dumpfblubber noch weniger erträglich.

Ich finde den "das Volk ist gut" Ansatz auch merkwürdig, der immer unterstellt, man müsse denen nur mal die Wahrheit sagen, dann...  Dann nix, gar nix. 

 

 

Laurenz

23. Mai 2021 12:06

@Gracchus @ u.a. L.

War das nicht klar oben ersichtlich? Mich stört der Narzißmus von Maschke. Weiß natürlich (ganz deutsch) auch alles besser als alle anderen, aber trotzdem wäre es vermessen, nur meine politischen Befindlichkeiten in die Waagschale zu werfen. Die Rechte mit der Abschaffung des Wahlrechts zu identifizieren, ist einfach nur eine selten dämliche Frechheit & wird auch durch nichts unterlegt oder begründet. Lesen Sie den Artikel einfach nochmal.

Auch Ihre Bemerkung zu EL erachte ich nicht als passend. Luther war im Grunde gerne Katholik, störte sich nur am damals ca. 500 Jahre alten Zölibat & der Degeneration der Kurie, das heißt, die Katholiken waren ihm nicht katholisch oder christlich genug. Luther war eben nicht dafür, Wasser zu predigen & Wein zu saufen, sondern beides zu predigen & beides zu trinken. Mittlerweile sind die Protestanten natürlich längst gegen den Sinn von Luther gegen-reformiert, sprich käuflich. Dem Zeitgeist zu verfallen, liegt an Hitler. Der kaufte die Kirchen, & bis zum heutigen Tage bleiben Kirchen Regierungs-konform, um die Schmiergeldzahlungen nicht zu riskieren.

https://www.spiegel.de/panorama/deutschlands-katholiken-fallen-vom-glauben-ab-skandale-richtungskaempfe-massenaustritte-a-a52af057-0002-0001-0000-000177604417

Roman

23. Mai 2021 12:17

Günter Maschke gehört sicherlich zu den interessantesten Renegaten der 68er-Bewegung, ist aber sicherlich nicht der einzige „echte“. Auch Leute wie Frank Böckelmann, Werner Olles, Bernd Rabehl, Rolf Stolz u.a. dürfen getrost zu ihnen gesellt werden. Und der leider viel zu früh verstorbene Rudi Dutschke befand sich auf dem Weg ins Renegatentum, als er in Folge des Attentats auf ihn Weihnachten 1979 in der Badewanne in Dänemark verstarb. ...

Gustav Grambauer

23. Mai 2021 14:02

I

Hamas: es geht um Rußland. Rußland ist inzwischen die Schutzmacht Israels. Rußlands Kräfte sollen gebunden werden, es soll in einen Vielfrontenkrieg hineingezogen, sogar möglichst von überall her in Brand gesteckt werden. Das ist der Kern.

Nie vergessen: lt. Kissinger wurde das Projekt Israel nur für eine Existenz von etwa 70 Jahren konzipiert, sollte eigentlich 2019 schon nicht mehr bestehen, nur durch Putin besteht es noch, und der zweite, diesmal global-dimensionierte und damit für jeden einzelnen auch Diaspora-Juden unentrinnbare Holocaust ist beschlossene Sache.

Verzeihung bitte, die Palästina-Sympathisanten- bzw. Philosemiten-Ranschmeißer-Debatte in "Am Rande der Gesellschaft" ist m. E. insofern eine Geistefahrerdebatte. Man sollte nicht von Leifsteil-Kriterien her auf die Tiefentektonik globaler Steuerungsprozesse schließen, zumal sich der Leifsteil-Trend bereits drastisch ändert, und gerade nicht in Richtung Beach-Party in Tel Aviv. Würde auch nichts auf das Hypermoralgezwitscher von Politdarstellern wie diesem, wie hieß er noch, ..., geben, mir stattdessen lieber anschauen, wie der Westen inzwischen längst - vorerst noch leise - effektiv seine Fahnen und seine Realpolitik gegen Israel wendet.

Gustav Grambauer

23. Mai 2021 14:02

II

(Mit diesem neuen Blick wird man auch die Positionierung der AfD nicht mehr als "Ranschmeißerei" oder "Krücke" sehen. Ob man sie daraufhin für gut befindet oder nicht ist eine andere Frage, für meinen Teil: werde ganz sicher hierbei nicht Partei ergreifen, da bleibe ich (!) am Rande der Gesellschaft, "nichts Bessres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen ..." auch wenn heute nicht Ostern sondern Pfingsten ist.)

Kleines Detail: G. K. wird es viel besser wissen als ich - nach meinen Recherchen gehört das Palituch (Kufiya oder Shemag) nicht nur längst zur Uniform der US-Streitkräfte (halboffiziell) sondern seit 1995 / Bosnien auch zur Uniform der Bunten Wehr. Hat aber alles nichts mit nichts zu tun, "wir tragen es einfach nur, weil es praktisch ist, Wüstensand und Sonne - ihr versteht ...". - Dann aber die Frage: warum tragt ihr es exakt in dem archaisch-martialischen Muster (Schwarz und Weiß - Leben und Tod), in dem es palästinensisches Nationalsymbol ist und durch die Fatah in der Welt bekannt wurde? D. h. warum hat die Bundeswehr den Egregor des Kampfes der Araber gegen die Juden in sich aufgenommen?! Antwort: siehe oben ...

Außerdem: Karma wirkt! Auf allen Ebenen, mit verblüffender Wucht und Präzision, z. B. muß die BRD, wenn sie die DDR 2.0 sein will, das Vermächtnis der DDR 1.0 ja auch auf der Schiene der Freundschaft Honeckers mit Arafat antreten und vollenden!

- G. G.

Gustav Grambauer

23. Mai 2021 14:03

Volljährigkeit ab 18 oder 21? - Siehe ab 22:23!

- G. G.

brueckenbauer

23. Mai 2021 14:53

Tut mir leid, aber -

Maschke scheint einer von diesen zahllosen Möchtegern-Anführern zu sein, denen keiner folgt und die deshalb auf "das Volk" schimpfen.

"Das Volk" ist weder gut noch schlecht, sondern "es ist, wie es ist", spricht die Liebe.

Man soll das Leben anderer Leute durch Politik nur soweit verbessern (wollen), wie die Leute das auch selber wollen. Im übrigen soll man sein eigenes Leben verbessern. Man kann anderen Leuten auch raten, wie sie ihr Leben verbessern können und sich dazu auch selbst bessern müssen. Aufgabe der Politik ist das nicht, und ob man das noch "Metapolitik" nennen sollte, scheint mir zweifelhaft.

Alles das kann sehr wohl im Rahmen einer freiheitlichen Demokratie getan werden, und zwar sogar besser als anderswo.

In der AfD gibt es noch einen Rest von frommer Staats- bzw. Systemgläubigkeit. Das ist schade. Aber man sollte das nicht mit der Verfassungsfrage vermischen. Die Deutschen haben pripnzipiell unterschiedliche Verfassungsideen, die in den Text hineinintepretiert werden, daher kann es einen gemeinsamen Verfassungspatriotismus gar nicht geben. Aber  der heutige Staat leidet nicht so sehr daran, dass er die ursprünglich konzipierte Verfassung verwirklich hat - er leidet stärker daran, dass er so weit von ihr abgeglitten ist.

Jan

23. Mai 2021 15:14

Teil I

Sehr interessantes Interview aus der JF, welches das bundesrepublikanische Grundproblem genau erfasst. Sollten jene Leute mal lesen die meinen, unter Kohl und Genscher wäre das Land noch in Ordnung gewesen und man müsse doch nur die Uhr ein bißchen zurückdrehen und ein paar Korrekturen durchführen. Ich spreche hier vor allem unzufriedene CDU-Leute an, welche die Zwangsläufigkeiten der Entwicklungen leugnen, die sich aus Strukturen ergeben, die gegen Deutschland errichtet worden sind und welche die Union seit 70 Jahren in treuer Knechtschaft ergeben mitträgt. Die anti-deutschen Strategien von GB und den USA nahmen spätestens ab 1871 Fahrt auf, als sich die Westmächte durch ein demographisch, wirtschaftlich und militärisch erstarkendes Deutschland in ihrer globalen Vormachtstellung bedroht sahen. Ich weiß nicht mehr genau, ob George Friedman oder Paul Wolfowitz, aber einer der beiden bekannte mal, dass seit der Reichsgründung Deutschland zum Problem für die USA wurde. 

Jan

23. Mai 2021 15:15

Teil II

 Das Roosevelt-Zitat ist natürlich sehr entlarvend. Von Churchill laß ich mal eine Aussage, es gäbe 20 Millionen Deutsche zu viel in Europa, getätigt irgendwann vor dem 1. WK. Später dann im 2. WK: Es gehe nicht gegen Hitler und den NS, sondern gegen Deutschland. Aber das konditionierte deutsche BRD-Hirn flüchtet sich in kognitive Dissonanz bzw. Ignoranz und glaubt, ohne Adolf & Auschwitz wären die Thommys und Yankees immer Germany's best Friends gewesen. Man hat die Geschichtsschreibung der Sieger zu 100% übernommen und damit auch deren Sichtweise auf Deutschland. Die Niederlage war eben total und schon gar keine Befreiung. Am lächerlichsten und falschesten übrigens der Vorwurf eines sogenannten deutschen "Militarismus", vorgetragen ausgerechnet von hochgerüsteten Großmächten mit weltweiten Kolonien oder militärischen Stützpunkten im Ausland. Pure Projektion, sowohl von der UdSSR als auch den Westalliierten.

 

Jan

23. Mai 2021 15:18

Teil III

Treffend auch Maschkes Hinweis auf gewisse Parallelen von BRD und DDR in der Sicht auf Deutschland. Es sind eben beides - wie ich sie nenne - "alliierte Kolonialstaaten", welche gegründet wurden, um die besetzten Teile Deutschlands nach eigener Interessenlage zu gestalten und dafür wurden nach 1945 genehme Politiker aus der Insolvenzmasse des Weimarer Parteienstaats installiert, vor allem aus Zentrum, DVP, SPD und KPD. Daher eigentlich wenig erstaunlich, dass sich im Laufe der Jahrzehnte nach 1990 Union und ex-SED in einem Parteienkartell wiederfinden und eine ehemalige FDJ-Funktionärin diesen opportunistischen Haufen von schein-konservativen, US-hörigen Anti-Kommunisten auf Ökosozialismus drehen konnte. 

Was sie alle eint, ist die Verhinderung eines Deutschlands, das eigene Interessen hat und diese auch formuliert und verfolgt. Darin liegt das Dilemma der Deutschen und ihrer Regierung.   

Gracchus

23. Mai 2021 15:31

@ Laurenz 

Ich empfinde Maschke nicht als narzisstischer als mich oder Sie. Der Satz betreffend EL war ironisch gemeint; es ist hier nicht der Platz, um sich über die Reformation auszulassen; meine Ansichten sind dazu - wie üblich - differenziert; im Ergebnis ist für mich der Protestantismus aber eher Teil der deutschen Krankheit.

Die deutschen Katholiken sind über Laien-Gremien und Hilfsorganisationen sehr stark und zu ihrem Schaden mit der Politik verflochten. Hauptsächlich liegt es aber wohl daran, dass das Personal BRD-sozialisiert ist. 

 

anatol broder

23. Mai 2021 15:37

maschke (54) imaginiert:

«doch muss man wohl zugeben, dass das deutsche volk seelisch und intellektuell völlig verkrüppelt und heruntergekommen ist; es ist um keinen deut in einem besseren zustand als die politische klasse. das wagt die rechte auch nicht zu sagen.»

man müsse also zugeben, das goldene zeitalter sei vorüber; wer es nicht so sehe, sei ein feigling. ja, die «schieflagen» in der wahrnehmung eines mittfünfzigers «sind dieselben geblieben» (schick), nur wird das gepolter des «erfolglosen belagerers» (kubitschek) heute «boomeresk» (kaiser) genannt.

die antifa spielt übrigens die rolle der erfolglosen befreiers.

bleiben wir bei hormonen. ist schicks kehre der ort, wo testosteron oder oxytocin besprochen werden?

Laurenz

23. Mai 2021 17:15

@Gracchus @L.

Was den Protestantismus angeht, so ist Deutschland quasi der Erfinder aller weltweiten Protestanten. Das als Krankheit zu bezeichnen, kann man, ist aber als Christ hanebüchen. Die evangelische Mission ist sogar imperialistischer als die katholische -. Ich kann als Heide leicht behaupten, daß alle Christen von einem auf das Hirn wirkenden Virus befallen sind, die Muslime & Juden gleich mit derselben Symptomatik dazustecken. Wegen der paar lapidaren Unterschiede in derselben Soße ein Faß aufzumachen, ist verschwendete Lebenszeit. Ich hatte meine Sicht auf Ihren Beitrag begründet, aber Sie antworten nicht begründet, sie behaupten nur & beschreiben Ihre Gefühlswelt, legitim, aber fruchtlos.

Was Maschke angeht, so gehen Sie einfach auch nicht darauf ein, was ich Ihnen schreibe. Warum fragen Sie mich dann überhaupt? Oder Sie haben aktuell Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung von Gelesenem?

@Anatol Broder

Sind die Schopenhauer-Freunde heute auch blöder als vor 100 Jahren?

Laurenz

23. Mai 2021 17:30

@Jan

Sie & @brueckenbauer schreiben sehr gut, @Gustav Grambauer nur bedingt, weil Er historisch zu wenig belegt.

Für uns Deutsche, wie übrigens für Türken auch, müssen wir feststellen, daß sich im letzten Jahrhundert die sogenannten Palästinenser 2x für Britannien entschieden hatten & die Zionisten 1x. Beide semitischen Fraktionen wurden von den Briten, auf deutsch gesagt, verarscht. Tja, so ist das halt. Wer sich mit Sykes & Picot schlafen legt, wacht mit den Flöhen auf. Uns geht es nicht viel anders, wir existieren, weil wir als Feindstaat Tribut für Nicht-Krieg leisten. Wem das nicht paßt, braucht andere starke Verbündete. Aber momentan ist eben eine Mehrheit mit den Tributzahlungen zufrieden oder bildet sich, wie @limes irrend ein, wir säßen mit dem Franzmann oder den Polen in einem Boot.

Und in dieser historischen Betrachtung ist die Beachtung von Maschke Ablenkung vom wesentlichen.

Uwe Lay

23. Mai 2021 18:18

Gibt es noch eine Rechte? Kurze Thesen zur Diskussion

A) In den Zeiten des Kalten Krieges griffen auch "Rechte" in das Arsenal der liberalen Ideologie, um den Sozialismus zu bekämpfen. Damit wurde aber das "Rechte-Denken" selbst konfundiert.

B) Man kann nicht gleichzeitig patriotisch (rechts) sein und neoliberal die Auflösung aller den freien Markt begrenzenden Ordnungen bejahen, isb den National- und Sozialstaat. (Vgl dazu B. Kaiser: Sozialer Patriotismus). Aber die Begeisterung für die Marktwirtschaft führte eben auch unter Rechten zur Verkennung dieses Zusammenhanges.

C) Die Rechte zeigt sich auch negativ durch eine gewisse Theoriemüdigkeit aus. Die Linken eroberten die Universitäten eben auch durch die intellektuelle Ausstrahlung unorthodoxer marxistischer Theorien, dem Rechte zu wenig entgegen zu setzen hatten seit 1945. Die Blütezeit rechten Denkens war in der Weimarer Republik. Aber theorielos (überspitzt formuliert) muß die Rechte auch ihre eigene Identität verlieren, sie integrierte sich als liberal-conservativ in den herrschenden Diskurs, aus dem sie jetzt aber exkommuniziert wird.

Kommentar Sommerfeld
: Bitte, Herr Lay, keinen Fettdruck - ich muß das jedesmal händisch löschen. Ihren Kommentar findet man auch so.

Der_Juergen

23. Mai 2021 19:23

@Jan

Ihre Bemerkungen sind sehr treffend. Ich habe in früheren Debatten ebenfalls dezidiert die Ansicht vertreten, dass die Verklärung der Kohl- oder auch der Adenauer-Zeit sehr naiv ist, weil der Horror, den wir heute erleben, im BRD-System immanent programmiert war. Die sklavische Übernahme der westalliierten Geschichtsschreibung, die Förderung der Immigration - die unter Adenauer und seinen ersten Nachfolgern noch moderat und mit wirtschaftlich teils sogar plausiblen Argumenten betrieben wurde - all das ist im Verlauf der Jahrzehnte einfach sehr viel schlimmer geworden, aber es kam nicht aus dem Nichts. Da schlimmer immer geht, dürfte der Merkel-Horror unter einem Bärbock-Regime noch grösser werden. 

Nein, es wird kein Zurück zu Kohl und Genscher geben. Entweder stirbt dieser Staat, oder es stirbt das deutsche Volk. Dasselbe gilt mutatis mutandis anderswo, z. B. in Frankreich, wo es auch kein Zurück zu Pompidou oder Giscard geben kann und wird. Nicht einmal ein Zurück zu dem hochrespektablen General de Gaulle, denn wenn in Franreich noch ein Retter in dreizehnter Stunde erscheint, wird er unvergleichlich radikaler für Ordnung sorgen müssen als Grand Charlie.

 

 

Der_Juergen

23. Mai 2021 19:35

@G. G.

Ohne Zweifel verfügen Sie über Insiderkenntnisse, aber nachdem nichts von alle dem, was Sie im März letzten Jahres über Corona prophezeiten, in Erfüllung gegangen ist, würde ich Ihnen doch raten, weniger apodiktisch zu formulieren.

Was sich in und vor allem Israel tut, ist für mich nicht erklärlich. Weder begreife ich, weshalb Netanjahu seine Juden massenhaft giftspritzen lässt, noch habe ich eine Erklärung für den plötzlichen israelkritischen Ton sogar in der US-Mainstreampresse. Unter Biden wäre im Gegenteil noch eine Steigerung der von Trump betriebenen israelfreundlichen Politik zu erwarten gewesen. Wie soll  Israel denn zerstört werden, und von wem? Wenn der Iran ein paar Atombomben bauen kann, kann er den zionistischen Staat in der Tat auslöschen, muss aber dann seine eigene Vernichtung in Kauf nehmen. Und ohne Atomwaffeneinsatz kann man Israel militärisch nicht beikommen.

Und von wem soll der von Ihnen angekündigte "weltweite Holocaust" denn ausgehen? 

Richtig ist, dass Russland neben den USA zur Schutzmacht Israels geworden ist. Der Grund dafür dürfte in Putins Wurzeln sowie in dem auch in Russland extrem starken jüdischen Einfluss zu suchen sein. 

Eine Antwort Ihrerseits ist sehr erwünscht. Nachdem die Hausherren Ihren hochbrisanten ersten Kommentar zu diesem Thema freigeschaltet haben, ist zu hoffen, dass sie auch einen weiteren freigeben werden.

 

Gracchus

23. Mai 2021 20:30

@Laurenz

Sie schrieben etwas von Abschaffung des Wahlrechts. Dergleichen habe ich bei Maschke nicht gelesen. Es hat mich auch nicht so interessiert, was Sie damit meinen. 

Geben Sie zu: Sie fühlen sich von Maschke beleidigt, weil Ihnen ankreidet, kein Carl Schmitt oder de Tocqueville gelesen zu haben. 

limes

23. Mai 2021 21:08

@ Laurenz (»der Franzmann«, »die Polen« und das Boot)

Sie spielen auf unsere Meinungsverschiedenheit an, die aus meiner Sicht den Gegensatz zwischen den Leidtragenden von Kriegen (Völkern) einerseits und andererseits Machthabern, die Völker um Macht und Reichtum willen gegeneinander ausspielen, betrifft. Darüber hinaus gibt es – wie aktuelle  Konflikte zeigen – weltanschauliche Unvereinbarkeiten zwischen »Gruppen«, die zu benennen politisch schwierig ist.

Es kommt darauf an, wer heute an unserer Seite steht. Ohne Verbündete wird es nicht gehen.

Bei der Liebe zu Deutschland sind wir uns einig. Das ist unabdingbar.

Laurenz

23. Mai 2021 22:16

@limes @L.

Spreche nicht von der Begegnung von Bürger zu Bürger. Die ist in politischen Fragen nur am Rande interessant, insofern sich zB in einem Nachbarland Bürgerproteste formieren, sonst aber meist politisch belanglos. Oder kennen Sie Franzmänner, die sich für die Rückgabe unser gestohlenen Gebiete einsetzen oder unsere in der EU verschütteten Milliarden grämen oder uns die gar zurückgeben wollen? Ich nicht.

@Gracchus @L.

"Auch die Rechte glaubt heute an die Volkssouveränität und sie ist sogar vulgär-rousseauistisch: das Volk ist gut."

Nicht quatschen, Gracchus, mir ist vollkommen egal, was jemand meint, was ich gelesen oder nicht gelesen haben sollte. Was heißt dieser Satz aus dem JF-Interview? Erklären Sie es mir bitte.

Laurenz

23. Mai 2021 22:24

@Uwe Lay

Denken Sie doch einmal an die berühmte Worte unseres letzten Kaisers zu Beginn des 1. Weltkriegs: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche"

Das ist zB bei Franzosen immer so, nicht nur im Krieg. Bei uns gibt es, außer uns, nur noch bedingte & formale Deutsche. Wir Rechtskonservativen würden immer unser Deutschsein vor unsere politische Einstellung setzen & zwar deswegen, weil wir über uns selbst hinaus empfinden. Das tut eine Mehrheit momentan nicht. Die Mehrheit wird erst dann wieder deutsch & danach rechtskonservativ, wenn sonst nichts mehr außer Mangel zu empfinden ist, wie zB in der ehemaligen DDR. Noch wird das nicht als notwendig erachtet & man empfindet anderes. Mit Mehrheiten meine ich wählende Mehrheiten.

@Der_Juergen @G.G.

Bei der Corona-Maßnahmen-Opposition existieren 2 Fraktionen. Die 1. Fraktion erachtet das Impfen als massen-tödlich. Die 2. Fraktion erachtet Impfungen "nur" als mehr oder weniger nicht gesund. In spätestens 2 Jahren wissen wir, wer richtig liegt.

Israel ist noch dichter besiedelt als Deutschland & Israel ist genauso von multi-nationalen Pharma-Konzernen erpreßbar, wie die meisten Staaten auf den Planeten. Trump hat das konservative Israel unterstützt, Biden unterstützt das links-liberale Israel, ein gewisser Unterschied.

Laurenz

23. Mai 2021 22:54

@Der_Juergen @Jan

Das, was Sie hier an @Jan schreiben, betrifft vordergründig unsere arg eingeschränkte Souveränität. Unser Staat würde nie, wie die USA oder Israel zugeben, aus Staatsräson gezielt Menschen umzubringen. Aber viele von uns gehen doch davon aus, daß genau das vom BND oder VS gemacht wird. Das Bekenntnis zu Moral-freier Staatsräson mit Toten passierte bei uns immer nur indirekt, zB wenn Helmut Schmidt den Massenmörder Henry Kissinger, welcher zB für die Liquidierung der Allende-Admin verantwortlich war, seinen persönlichen Freund nannte, oder wenn Genscher zB den größten Kriminellen Rußlands, Chodorkowski, persönlich vom Flughafen abholte.

Von daher braucht man auch gar nicht mehr zur Bonner Republik zurückwollen, das ist doch klar. Das es schlimmer wird, war immer abzusehen & es ist für einen Paradigmenwechsel noch nicht schlimm genug. Heute gab es in Berlin wieder gute Szenen unserer Faschozei. Das ist nur der Anfang. Meine Mutter vergegenwärtigt schon regelmäßig beim Bauhof dieselbe Truppe, um sich maßregeln zu lassen. Sir sehen doch, selbst in Israel ist es nicht schlimm genug, damit eine Mehrheit dort zur Vernunft kommt.

Gustav Grambauer

23. Mai 2021 23:17

Der_Juergen

I

(Vorab: Sie wissen ja, daß ich davon ausgehe, daß es eine Weltregierung längst gibt, die allerdings nicht, wie sich Lieschen Müller das womöglich vorstellt, per ordre de mufti exekutiert sondern lediglich per Softpower lenkt; ausserdem, daß die Globalisierung ein objektiver Prozeß ist.)

Sie fragen: "Wie soll Israel denn zerstört werden, und von wem?"

Sie denken viel zu sehr in militärischen Schlag- und Gegenschlag-Kategorien. Allein die Infrastruktur, allein die Wasserversorgung von Israel ist hochempfindlich! Da Sie mit dem FKT vertraut sind: die militärische Ebene ist ja nur die allerunterste Prioritätsebene der Steuerung und zumal erfolgt die Steuerung solcher Prozesse - wie gerade gesagt - strukturlos, völlig jenseits von Befehlsketten, wiederum zumal ja keine Eile besteht. (Ich rede hier nicht von Wochen, Monaten oder Jahren sondern von Jahrzehnten und Jahrhunderten.)

Sie wissen doch selbst, wieviele Israelis einen BRD-Paß in der Schublade haben - haben Sie sich nie gefragt, wozu eigentlich? Und Ihnen dürfte doch klar sein, daß etwa das Medinat Weimar kein Kunsthappening sondern eine hegemoniale Ansage respektive ein Provokationstest für die Mustopf-Eliten hierzulande war. Warum hat denn Prag vorige Woche demonstrativ die Israel-Flagge gehißt - könnte es sein, daß das neue Habsburgerreich / Intermarium als Siedlungsgebiet für Israelis aufgebaut wird, wie es längst als Gerücht herumgeht?

Gustav Grambauer

23. Mai 2021 23:17

II

Weiterhin schreiben Sie: "Richtig ist, dass Russland neben den USA zur Schutzmacht Israels geworden ist. Der Grund dafür dürfte in Putins Wurzeln sowie in dem auch in Russland extrem starken jüdischen Einfluss zu suchen sein."

Sie werden es wahrscheinlich nicht gern hören, aber - weit über den Ethnopluralismus, den Putin ja auch pflegt, hinaus - liegt der Grund für sein Engagement zum Schutze Israels vielmehr in zivilisatorischen Standards, deren Unterschreitung er nicht duldet, und zwar ohne Ansehen irgendeiner Ethnie mit Sympathie oder Antipathie und ohne Ansehen von Wurzeln.

Gustav Grambauer

23. Mai 2021 23:18

III

Und letzlich fragen Sie: "Und von wem soll der von Ihnen angekündigte 'weltweite Holocaust' denn ausgehen?"

Dieser weltweite Holocaust ist lt. FKT ein Plan, ein Beschluß, aber nicht jeder Plan geht auf, nicht mal jeder Beschluß wird umgesetzt. (Dies zugleich zu meinen Ausführungen vor Ostern letztes Jahr.) Stellen Sie sich diesen - nach sich immer mehr verdichtenden Anzeichen à la "der Mohr (der Jude) hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen" offenbar geplanten weltweiten Holocaust bitte nicht als ein isoliertes Ereignis vor - sondern eingebettet in einen Paradigmenwechsel hin zu einer globalen Friedhofsruhe, zu einem allgemeinen Pflanzendasein der Menschen, in dem ein am Schlaf der Zivilisation rührendes, für die Schlafenden provokativ-wirkendes Ferment wie es viele - und sogar viele orthodoxe - Juden nun mal mit sich bringen, nicht mehr geduldet werden soll oder wird. Die ersten Anzeichen für diesen Paradigmenwechsel sehen wir bereits überall (die antiautoritäre Zeit ist zu Ende ...), sein Modell wäre der Aufstieg der Nazis aus den Wirren der Weimarer Republik, die von denselben angerichtet wurden, die aus dem Hintergrund auch Hitler finanziert haben, man muß hierzu nur z. B. Anthony C. Sutton lesen. Und daß der FKT die Scientology-Sekte als potentielle Hauptträgerin dieses Paradigmenwechsels als vorgesehen bzw. in Bereitschaft gehalten erkennt, halte ich - nach meinen Einblicken dorthinein und so wie ich das Gesamtmosaik sehe - für plausibel.

Gruß!

- G. G.

Laurenz

23. Mai 2021 23:38

@JS

Es entspricht vielleicht nicht ganz unseren Maßstäben, ist auch kein Meisterwerk, aber doch bemerkenswert. Von daher wundere ich mich, daß Sie, JS, es nicht gefunden haben.....

Denn Sie finden ja sonst immer so viel....

Heimat - Die Konferenz

https://youtu.be/t1b94lrU24M

 

Schwarzseher

24. Mai 2021 09:50

@Uwe Lay

Ja die Blütezeit des Rechten Denkens war sogar 1933 vorbei würde ich sagen, da sind die großen Denker still geworden. Was hat Jünger nach 1933 noch nennenswertes geschrieben? Ein Teil von ihnen wurde ganz kalt gestellt wie Niekisch. Obwohl es Leute wie Heidegger, Schmitt oder Haushover gab, haben sie in der "NS" Theorie keine Rolle gespielt. Auch nach dem Krieg konnten die Deutschen nicht wieder an die eigenen Denker anknüpfen. Da muss man wohl in erster Linie Benoit und Dugin nennen. Mit der vierten politischen Theorie.

Und diese Theorieschwäche der deutschen Rechten sieht man daran, dass das rechte Wählerpotential mit billigster rechtspopulistischer Rhetorik von absoluten Liberalen ausgeschöpft wird. Die AfD Ideologie kommt von Broder, mit der Achse des Guten, oder Tichy u.ä.. Leute aus dem Hayek Club. Und nicht etwa von deutschen Rechten. Die NPD konnte aus der Flüchtlingskriese nichts gewinnen. In anderen Ländern jedoch haben die alten rechten Partei gewonnen. Da stimmt etwas nicht. Ich denke das war und ist die Theorieschwäche der deutschen Rechten.

Der_Juergen

24. Mai 2021 11:02

@Schwarzseher

"Was hat Jünger nach 1933 noch Nennenswertes geschrieben?"

Selbstverständlich gar nichts mehr, nur ein paar windige Machwerke wie die Marmorklippen, Heliopolis, Gläserne Bienen, Eumeswil etc. - Dinge also, die Sie, Schwarzseher, schon mit Ihren Aufsätzen in der Grundschule mühelos in den Schatten gestellt haben.

Der_Juergen

24. Mai 2021 11:05

@GG

Danke für Ihre Antwort. Inwiefern diese stimmt, sei dahingestellt; in ein paar Jahren, oder womöglich schon viel früher, wissen wir mehr.

RMH

24. Mai 2021 11:15

@Laurenz,

das Heimat Lied fand ich auch erstaunlich.

Noch erstaunlicher das Projekt Rapbellions, bei welchem X.N. auch dabei ist und welches den deutsch Rap aus dem mainstream-gehtto-gangsta-nutten-koks-Geldbündel-drückt-im-Schritt- Genre endlich einmal soweit heraus katapultiert, wie man es dem patriotischen Rap schon eher gewünscht hätte.

RAPBELLIONS - ICH MACH DA NICHT MIT (OFFICIAL VIDEO) (odysee.com)

Laurenz

24. Mai 2021 11:48

@Schwarzseher @Uwe Lay & Co.

Wenn doch auf der rechten Seite viel gedacht wurde, wie Sie bemerkten, zB in der Weimarer Zeit, warum sollte man dann noch weiter dasselbe Feld umgraben, irgendwann ist alles gesagt. Desweiteren kann man getrost behaupten, daß Deutsche Politik, ganz egal welcher Couleur, die letzten 120 Jahre nicht gerade erfolgreich war, also war auch die Theorie unter aller Sau oder Sie hat keine weitere Sau interessiert. Und gescheiterten politischen Projekten braucht man bis zum heutigen Tag & zum heutigen Projekt nicht nachtrauern. Gescheiterte politische Projekte scheinen nun mal unser Schicksal zu sein. Von daher betrachtet, bin ich ganz zufrieden, was von BK & GK, etc., entworfen wird, denn es sieht nicht nach Wiederholung aus, auch eingedenk dessen, daß bei uns keiner das Rad neu erfinden muß. Von daher wäre etwas weniger undeutsches Jammern nicht von schlechten Eltern.

Laurenz

24. Mai 2021 12:10

@RMH @L.

Auch wenn ich mit Rap & Hiphop wenig anfangen kann, und auch hier nicht ganz mein Maßstab getroffen wird, find ich die Nummer echt geil, weil man den Interpreten anmerkt, daß Sie auch meinen, was Sie erzählen oder singen. Es ist absolut authentisch. Vor allem geht man ganz bewußt aus dem politisch gesetzten Meinungsrahmen raus. Dagegen sehen die Antifantasten eher wie ein MDax-Unternehmen aus.

Niekisch

24. Mai 2021 13:02

@ Jan 23.5. 15:15: Meines Wissens stammt das Zitat nicht von Churchill, sondern von Raymond Poincare´.

limes

24. Mai 2021 13:17

@ Laurenz

Es war einmal ein Land, das von so vielen Nöten geplagt wurde, dass seine schöne Regentin Annalena die Erste gar viel zu grübeln hatte. Da fügte es sich, dass aus der Mitte der Bevölkerung der Stratege Laurenz die Szene betrat und der Regentin zurückeroberte Gebiete und Milliarden zu Füßen legte.

Nun kannte der Jubel keine Grenzen, und die frohe Botschaft #wirHabenNochMehrPlatz und #nochMehrGeldZurKlimarettungImAlleingang verbreitete sich in aller Herren Länder. Der große Regenbogenorden mit gekreuzten Rotorblättern war angemessene Belohnung für die Heldentaten, die Laurenz vollbracht hatte, ohne angesichts akuter nationaler und globaler Krisen mit der Wimper zu zucken.

Schwarzseher

24. Mai 2021 14:16

1.

@Laurenz

Ging es bei der Konservativen Revolution, dem rechten Denken, nicht darum eine Alternative zum Liberalismus und Marxismus zu entwerfen? Wenn man diesen Weg nicht gehen möchte, wählt man eine Variante des Liberalismus oder Marxismus. Und beide haben nicht das Volk als Subjekt im Blick. Worum es den "Rechten" doch eigentlich geht.

Der heute als einzige Ideologie übergebliebene Liberalismus betrachtet sogar geziehlt das Volk und alle anderen kollektiven Identitäten wie das Geschlecht als "Feind". Feind der "Offenen Gesellschaft" und Einschränkung der "Freicheit". Innerhalb des liberalen Paradigmas,  oder des Marxismus kann mann keine politischen oder  ökonomischen "Theorien" bzw. Konzepte entwerfen in denen das Volk positiv bewertet wird. Da benötigt man etwas eigens Theoretisches auf dem alles aufbauen könnte. Politik, Ökonomie usw. Man kann nicht auf Marx und der Klassentheorie eine Politik mit dem Volk im Mittelpunkt aufbauen.

Schwarzseher

24. Mai 2021 14:19

2.

Ja und die Neue Rechte, wie Benoist geht eben den Weg der Konservativen Revolution weiter, unter Berücksichtigung dessen warum der "Dritte Weg" gescheitert ist, wie später der "Marxismus" auch,  und entwirft eine paradigmale Alternative zum übergebliebenen Paradigma des Liberalismus. Eine Vierte Politische Theorie, auf der eben völkische, volkssozialistische oder sozialpatriotische Politik und Ökonomie aufgebaut werden kann. Eine Multipolare Therie der IB. Als alternative zur universellen Globalisierung. Aber das muss alles noch konkret ausgearbeitet werden.

Schwarzseher

24. Mai 2021 14:55

@ Der Jürgen

Da hätte man Schmitt als Gegenbeispiel anführen können. Aber sie kommen mit Romanen? Die Rede war von "Rechter Theorie".

Laurenz

24. Mai 2021 16:28

@LIMES @L.

Sie haben, im Gegensatz zum Baerbock, Humor.

Allerdings ist die Projektion eher unwahrscheinlich, denn der Baerbock, der besser englisch spricht als deutsch & dessen Englisch katastrophal ist, hat bereits fertig. https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/gruene-umfragewerte-gehen-zurueck/

und überholt recht flott den Schulz-Zug. Das, was Sie zur Hommage an L. veranlaßt hat, wird in der Mosaik-Rechten zu verorten sein. Gesamtgesellschaftlicher Widerstand ist nie ein Fehler, aber am Ende muß man sich natürlich durchsetzen, wie dies die Schiiten im Iran taten. Und ob Jemand, der einfach Elsaß-Lothringen & Süd-Tirol verschenkt hat & Sich mit dem Weltkulturerbe einer Invasionsmacht schmückt, mit Regenbögen um Sich schmeißen darf, steht nicht einmal auf einem anderen Blatt geschrieben.

Niekisch

24. Mai 2021 16:30

 "Gescheiterte politische Projekte scheinen nun mal unser Schicksal zu sein."

@ Laurenz 11:48: Wir sind eben ein geopolitisch benachteiligtes Land, durch eine Vielzahl militärischer Niederlagen traumatisiert, durch Zusammendrängung zu dicht besiedelt, mit Neigung zu Fremdenfreundlichkeit, übertriebener Individualität und Verratsneigung pp.

1933 spätestens hätte in Deutschland die klassische Politik aufgrund Erfolglosigkeit ihr Ende finden müssen. Die Person Hitler, welche wie nie zuvor deutsche Kraft in sich spiegelte, hätte auch ohne Panzerfaust in der Hand die Deutschen zum Glauben an ein Höheres als die schlechte Seite des Darwinismus, das Überleben in Charakterstärke durch Ausweichen vor den Fallen des Feindes nämlich, bewegen können. Stattdessen hat er den wohlwollenden Brief Mahatma Gandhis schnöde unbeantwortet gelassen und später eingestanden, zum Imperialisten mit Untergangsgarantie geworden zu sein. 

Es war die größte der verpassten Chancen, die das deutsche Volk je hatte. 

Laurenz

24. Mai 2021 16:45

@Schwarzseher @L.

"Ging es bei der Konservativen Revolution, dem rechten Denken, nicht darum eine Alternative zum Liberalismus und Marxismus zu entwerfen?"

Welche konservative Revolution?

Und die Neue Rechte mit "Rechtem Denken" ist bereits auch vom politischen Gegner als Terminus akzeptiert. Ziehen Sie Sich mal das Video rein, als BK, im Gespräch mit GK, alle Ihm bekannten Bücher des politischen Gegners auf dem üblichen "Studio-Tisch" stapelt, in denen Schnellroda benannt ist. Der politischen Gegner hat nichts zu tun oder besser, er weiß nicht, was er schreiben soll, denn Liberalismus & Marxismus haben doch bereits fertig, denn es ist für jeden denkenden Bürger doch offensichtlich, daß beide im Totalitarismus enden. Ohne uns wäre literarisch der Feind schon arbeitslos. Weder ich brauche irgendeine (völlig nutzlose) Theorie, noch brauchen wir oder Sie sie. Vielmehr hat in meinen Augen GK völlig Recht, wenn Er für (den politischen Arm) darauf hinweist, alle eigenen Standpunkte auf ein Minimum zu reduzieren. Anstatt Theorie zu erschaffen, ist es viel dringender angeraten, Praxis-orientiert kreativ zu sein.

Schwarzseher

24. Mai 2021 18:59

@ Laurenz

Ja der Marxismus ist erledigt. Obwohl die marxistische Theorie weiter entwickelt wurde. Der Liberalismus ist als einziges Paradigma übrig geblieben. Daher sprach Fukuyama vom Ende der Geschichte. Das liberale Paradigma ist die Grundlage für sämmtliche Lehrbücher die herausgegeen werden. Er mag sich jetzt beim Übergang zur Postmoderne für den Bürger als etwas anderes entpuppen, als Totalitarismus usw., es ist aber dieses eine selbe liberale Paradigma. Ein Volk als Subjekt kommt dort in keiner Disziplin vor. Auf Grundlage des liberalen Paradigmas werden meterweise Lehrbücher in Ökonomie, Politologie usw. herausgegeben. Genderpolitik ist etwas das logisch daraus hervorgeht. Volk oder Nation geht daruas nicht hervor, nur dessen Auflösung.

Sie reden über Parteipolitik, sich parteipolitisch auf die wesentlichen Standpunkte zu reduzieren usw. mag doch richtig sein. Und was weiter? Ich denke nicht das GK die Meinung vertritt, es würde genügen die Unzufrieden mit einigen Standpunkten zu gewinnen, um etwas an der weiteren Entwicklung in Deutschland zu ändern. Natürlich braucht die Rechte eine Theorie. Und der "Solidarische Patriotismus" ist ein Teil dieser, oder er ist nur eine Spielart des Liberalismus. Und da geht es eben um das Individuum und seine Freiheiten. Da geht es nach den Vorstellungen der Geldelite. 

Laurenz

24. Mai 2021 19:08

@Niekisch @L.

"in Charakterstärke durch Ausweichen vor den Fallen des Feindes nämlich, bewegen können."

Sehe das ganz anders als Sie. Die Situation war geo-strategisch schlechter als heute. Außer den europäischen Feindstaaten, gab es nur die USA oder die Sowjetunion, die als Weltmacht-Partner in Frage gekommen wären, eine Wahl zwischen Scylla & Charybdis. Der ökonomische Erfolg der Nationalsozialisten basierte auf der Grundlage dessen, daß der internationale Kapitalmarkt ausgeschlossen wurde, (gut in der von mir häufig zitierten Rede 02/38 im Reichstag zu hören,) was dazu führte, daß man diese Zins-Tribute aus dem Young-Plan (1927), welcher die USA vom größten Schuldner- zum größten Gläubiger-Staat mutierte, in den eigenen Deutschen Staat investierte. Genau das hatte Churchill moniert & ihm war es dabei völlig egal, wer Deutschland regierte. Desweiteren war es ein Wettrennen. Deutschland war in der Souveränität spendenden A-Bombe in der Spitzengruppe. Diese Entwicklung lief schon längst vor 1933 an. Der Krieg wurde deswegen notwendig, um die deutsche Souveränität zu verhindern. Was ich Ihnen als eklatanten Fehler zugestehe, ist der spanische Bürgerkrieg. Ein stalinistisches Spanien hätten den Westen zum Umdenken gezwungen.

Gracchus

24. Mai 2021 20:29

@Laurenz 

So weit kommt's noch, dass ich Ihnen Maschkes Aussagen erkläre.

@Jan hat das Ziel genannt - eine Politik im Interesse des gesamten Volks, was die Erlangung von Souveränität bedingt. 

Offenkundig fehlt aber sowohl der herrschenden politischen Klasse als auch der Mehrheit des Volkes der Wille dazu. 

Den fehlenden Willen kann keine Theorie ersetzen. 

Meine Hinwendung zum konservativen Denken hat auch damit zu tun, dass konservatives Denken wenig mit Theorie am Hut hat. Natürlich schadet es nicht, sich mit Theorie auseinanderzusetzen. Es gibt keine Großtheorie, die alles erklärt; die Großtheorien haben nur noch heuristischen Wert. 

Es lebe die Wirklichkeit!

Götz Kubitschek

24. Mai 2021 20:42

Pfingstdebatte beendet. Dank an alle.

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