9. Juni 2021

Anmerkungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Götz Kubitschek / 60 Kommentare

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Duell "Alle gegen Einen" mit geringen Abstrichen dasselbe Ergebnis geholt wie 2016.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Sie ist mit 23 Abgeordneten im Landtag vertreten. Das sind zwei weniger als bisher, aber da man in der ersten Legislaturperiode Abgänge verkraften mußte, kann man quantitativ unverändert weiterarbeiten. Groß ist der Unterschied dort, wo es um die Eroberung von Direktmandaten ging. Nur im Wahlkreis Zeitz verteidigte man es, alle anderen gingen an die CDU verloren.

Das hat Vorteile: Die Kandidatenliste, die dieser nicht einfache Landesverband ausgehandelt hatte, ist nicht durch Überraschungssieger aus dem Gleichgewicht geraten. Die Verhältnisse sind klar - man kennt sich, keine Seite kann unzufrieden sein.

Es hat der AfD, die einen sehr engagierten Straßenwahlkampf führte, geschadet, daß man sie in den Wochen vor der Wahl zu einem Kopf-an-Kopf-Konkurrenten der CDU hochgeschrieben und zugleich als extremistisch gebrandmarkt hat. Der kleine Zwerg, der jedem Wähler in der Wahlkabine auf der Schulter sitzt, hat nicht zu Mut und Veränderung geraten, sondern das geflüstert, was CDU-Ministerpräsident Haseloff wie ein Mantra wiederholte: keine Experimente.

Experimentierfreudig waren die Männer und unter ihnen die jüngeren. In der Altersgruppe der 18 bis 44jährigen ist die AfD die stärkste Kraft. Das war bereits bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im Herbst 2019 so.

Die Angst vor einem historischen Ereignis, nämlich erstmalig die AfD zur stärksten Kraft in einem Bundesland gemacht zu haben, ließ zigtausend Wähler zur CDU wechseln. Daß die Parteien, die aufgrund dieser panischen Wanderung verloren, der CDU dennoch gratulierten und ihren Wählern demokratische Reife attestierten, ist ein weiterer Beleg für die Einheitsfront der Altparteien gegen den einzigen echten Opponenten der wiederum einheitlichen Politik der anderen.

Der CDU gelang es außerdem im Verbund mit den angstpolitisch tätigen Medien, Nichtwähler zur Wahl zu motivieren. Der AfD, die sich auf Augenhöhe mit der CDU wähnte und damit kokettierte, gelang das nicht.

Und noch ein paar Punkte: Die Grünen - bedeutungslos in den kleineren Städten, auf dem platten Land sowieso - fuhren Achtungserfolge nur in den linksspießigen und studentischen Vierteln in Halle und Magdeburg ein. Die Linke - im Niedergang, auf verlorenem Posten konkurrierend mit den Grünen im städtischen Milieu - mußte bereits 2016 an die AfD einen Teil ihrer Wähler abtreten und gewann ihn nicht zurück.

Prozentanteile CDU/AfD: in manchen Wahlkreisen zwischen 60 und 70 Prozent, stets verbunden mit dem Votum, daß die CDU federführend bleiben müsse. Einen klareren Regierungsbildungsauftrag gibt es kaum, er erinnert an Zeiten einer großen Koalition, die zwei Drittel der Wähler abdeckte.

Bloß wird es für diejenigen, die "keine Experimente" wählten, nun leider so kommen, daß die im Anti-AfD-Konsens gefangene CDU extrem experimentierfreudige Kleinparteien (SPD, GRÜNE, FDP) mit in die Regierung holen und damit dem Wählerwillen gerade nicht entsprechen wird.

Diesen Vorgang, der in grotesker Form vor allem in Sachsen zu beobachten war und ist, hielt die Wähler indes nicht davon ab, die CDU so stark zu machen, wie sie jetzt abschnitt. Auch auf Bundesebene setzt sich ja der Trend fort, mit Laschet jemanden zum Kanzler zu machen, der vermeintlich Stabilität und Mitte verkörpert, jedoch eine Partei ins Rennen führt, die unter Merkel dieses Land stärker umgebaut und destabilisiert hat als jede andere Regierung zuvor.

Die AfD hat trotz dieses für sie günstigen Umstands ihr Wählerpotential auf starken 22 Prozent zwar halten, es aber nicht ausbauen können. Es ist ihr nicht gelungen, diejenigen Wähler zu gewinnen, die das AfD-offene Viertel der CDU ausmachen und gegen die oben als Wählerauftrag angesprochene schwarz-blaue Koalition nichts einzuwenden hätten.

Warum haben diese Wähler dennoch wieder CDU gewählt?

These: Die Instabilität, die Unruhe, die Unordnung, in die Deutschland gerät, wird durch eine verschwenderische Betreuungs- und Sozialpolitik so abgefedert, daß sich die Durchschnittsbürger noch nicht in der Substanz bedroht sehen. Selbst dann, wenn sie den großen Umbau wahrnehmen, hat weder eine nennenswerte Anzahl Abstriche in der Lebensplanung und -gestaltung zu machen noch fallen die Abstriche dort, wo sie gemacht werden müssen, existentiell spürbar aus.

Der als Möglichkeit wahrnehmbare Verlust an Sicherheit, Ordnung und Stabilität hat noch keine Entsprechung dort, wo fast jeder mit staatlicher Unterstützung sogar über die Wellen, Einschränkungen und Lockdowns hinweggehoben wurde.

Es gibt nicht nur auf der linken Seite, sondern auch von rechts formuliert einen Opferpopulismus, der kurzfristig erfolgreich sein mag, langfristig aber eine Falle ist und schlechte Eigenschaften weckt: Leuten einzureden, sie seien Opfer und hätten einen Anspruch darauf, daß mit staatlicher Hilfe und Regelung im Grunde alles so bleibe, wie es ist, zerstört das Selbstbewußtsein, die Selbstrettungskraft und die Widerstandsbereitschaft.

Die Kreativität beschränkt sich dann nämlich auf den Ruf nach dem Staat und auf die Suche nach Opferanwälten. Man fordert ausgleichende, abmildernde, absichernde, fütternde Institutionen, setzt auf den Staat als den Betreuer, der im Großen zwar experimentieren mag, aber diejenigen, die die Opfer seiner Experimentierfreude sein könnten, ins betreute Leben, Arbeiten, Wohnen, Konsumieren und Denken mitzunehmen habe.

Daß man auf diese Weise die Macht der Betreuer über die Betreuten noch steigert, ist evident. Wer wählt schon seine Betreuer ab? Und welcher Betreuer würde sich selbst abwählen? Andersherum gesagt: Ist nicht am Ende derjenige an der Wahlurne und in der politischen Auseinandersetzung widerständig, der kein Betreuungsverhältnis eingegangen ist oder wenigstens das daraus entstehende Abhängigkeits- und Bändigungsverhältnis durchschaut?

Kurzum: Den Leuten geht es unter den Maßnahmen einer CDU-geführten Regierung nicht schlecht. Man ahnt wohl den großen Umbau, aber man kann sich abgesichert, konsumierend, maulend darin einrichten, kann einen inneren und äußeren Zaun um das eigene Leben ziehen, hat Handlungsspielräume, kriegt die Mittel in die Hand, um sich abzulenken und zurechtzukommen. Das ist extrem klug eingrichtet, das mag auf Kosten der Zukunft geschehen, aber im Moment verfängt es eben.

Da die AfD es an einem engagierten und wahrnehmbaren Wahlkampf nicht hat fehlen lassen, darf man konstatieren: Sie hat mit ihrer Protesterzählung ausgereizt, was möglich war.

Zwei Wege: Entweder denkt die AfD darüber nach, wie sie die Bindung der Wähler an den bemutternden Maßnahmenstaat gelockert kriegt. Das ist nur über Aufklärung und Erlebnisse möglich, kaum jedoch im Sommer der Dankbarkeit für die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit. An jedem Badestrand, in jedem Biergarten wird sich die Erzählung durchsetzen, daß dieses Land so recht eigentlich gut durch die "Pandemie" gesteuert worden ist. Keine Experimente also!

Oder: Abwarten. Die AfD hat in manchen Bundesländern ein Viertel aller Wähler und starke Fraktionen weit über die Protestjahre 2015 bis 2017 hinaus als Fundament. Es sind Strukturen entstanden, die einen erneut aufflammenden Protest und einen echten Veränderungswillen auffangen und fruchtbar machen könnten.

Die AfD hat in Sachsen-Anhalt nämlich das beste aus einer schwierigen Lage gemacht: Sie hat die in den Sommer hinein aufatmenden Wähler gegen das konzentrierte Medienfeuer und gegen den großen Krisenmanager CDU in großer Zahl überzeugt und bei der Stange gehalten. Das darf sie sich von niemandem kleinreden lassen, vor allem nicht von denjenigen aus den eigenen Reihen, die von solch einem Ergebnis nur träumen können.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (60)

Mitleser2

9. Juni 2021 09:07

Volle Zustimmung. Abwarten. Ich denke, der Kipppunkt könnte Energie/Klima werden. Schon heute der höchste Energiepreis in Europa. Ohne günstige Energie kein Wohlstand. Und dazu wird noch die De-Industrialisierung kommen, die besser bezahlte Arbeitsplätze kosten wird. Die EZB wird natürlich weiter unbeschränkt Geld drucken, aber irgendwann wird das zu Inflation führen, bei Nullzinsen. Ein explosives Gemisch.

RMH

9. Juni 2021 09:11

Ich hatte eigentlich eine Wahlnachlese von Benedikt Kaiser erwartet und nicht vom Chef, so wie B. K. es bei den Wahlen zuvor sehr fundiert gemacht hat. Ist er im Urlaub oder kommt von ihm auch noch etwas?

Mitleser2

9. Juni 2021 09:37

... und noch eine Ergänzung: auf die Nichtwähler zu hoffen, ist wohl tatsächlich ein Irrweg. Wenn es bei dieser Polarisierung nicht gelingt, wann dann?

Laurenz

9. Juni 2021 09:37

Ja, finde auch, hervorragende Analyse.

Ein Teil der Merkel-Partei-Wähler rekrutierte sich vielleicht auch aus einer Angst vor Rot-Rot-Grün mit der Option FDP, oder zumindest einem erlebten Koalitionszwang mit 2 extrem linken Kräften für Hasele.

In einem Punkt mag ich Zweifel anführen, nicht an der Aussage, sondern in der Konsequenz. Da ja vor allem die Älteren nostalgisch wählen & am ehesten an Ängsten leiden, vielleicht auch noch DDR-sozialisiert sind, kann man dort die Merkel-Partei mit ihren eigenen Mitteln schlagen & den im betreuten Denken lebenden Rentnern eine bessere Betreuung versprechen. Bei der Streichung von linken Projekten kann man viel Geld sparen.

Der_Juergen

9. Juni 2021 09:41

Ich bin, natürlich ohne es beweisen zu können, absolut überzeugt, dass massiv gefälscht wurde. Der plötzliche Absturz der AFD in den Umfrageergebnissen legt diesen Schluss nahe, zumal ähliche Entwicklungen ja schon öfters zu beobachten waren. Vermutlich hat die AFD dreissig oder mehr Prozent erhalten. Nach dem gigantischen Wahlschwindel in den USA im letzten Herbst halte ich (beinahe) alles für möglich. 

Dass angesichts der rasanten Entwicklung der Weltlage - nicht nur Deutschland, nicht nur Europa, sondern die Welt steht jetzt an einem Scheideweg wie nie zuvor in der Geschichte - Wahlen ohnehin praktisch irrelevant sind, kommt noch dazu.

Heinrich Loewe

9. Juni 2021 09:57

Ich würde noch einen dritten Punkt hinzufügen. Nicht für die AfD, aber für Leute, die überlegen, sich doch parteipolitisch zu engagieren.

Tretet in die CDU ein! Massenhaft. Verändert und übernehmt diese!

Dieser Punkt scheint mir wenig beachtet, wobei er doch auf der Hand liegt. Der Kulturmarxismus hat vor langer Zeit festgestellt, daß der Kapitalismus nicht frontal von außen abgeschafft werden kann. Die Leute wollen einfach nicht die proletarische Revolution.  Somit hat man angefangen, die bürgerlichen Institutionen von innen auszuhöhlen und zu übernehmen. Mit welch außerordentlichem Erfolg, das sehen wir heute.

Sekundant

9. Juni 2021 10:01

Eine das Wesentliche treffende Analyse mit einer Einschränkung. Wenn Götz Kubitschek im ersten Drittel schreibt, "Das war bereits bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im vergangenen Herbst so.", ist das falsch. In den genannten drei Bundesländern fanden die letzten Landtagswahlen        n i c h t im vergangenen Herbst statt, sondern 2019. Es waren deshalb keine "Carola"-Wahlen.

kommentar kubitschek:
ja, korrigiert. ändert an der tatsache nichts, daß die jüngeren wähler afd-näher sind.

Franz Bettinger

9. Juni 2021 10:08

Wie? Man traut der Merkel-Clique jede Schandtat zu, aber nicht Wahlfälschung? Ist uns mit der gestohlenen Wahl in den USA nicht gerade vorexerziert worden, wie unverfroren, ja tollwütig deep state's Marionetten geworden sind? Wir hinterfragen auf SiN ja (fast) alles, aber Wahlfälschung? Nein, das halten wir für unmöglich. Seit Jahren predige ich, dass man sich mit den Möglichkeiten der Wahlfälschung beschäftigen und Wege ersinnen muss, diese zu erkennen und zu unterbinden. Was sollen nur immer diese Analysen gefälschter Wahlen?

 

Franz Bettinger

9. Juni 2021 10:08

Auch Reitschuster glaubt an Wahlfälschung und begründet das gut: https://reitschuster.de/post/was-war-los-in-sachsen-anhalt/ Der Trick besteht doch offensichtlich darin, Nichtwähler (die ja den Behörden von der letzten Wahlliste her bekannt sind, in diesem Fall) zu CDU-Wählern umzufrisieren. Wie das? Man gibt wie in Sachsen-Anhalt, 2 Stunden vor Wahllokal-Schließung, rund 90% der Nichtwähler als CDU-Wähler aus (mit vorbereiteten anonymisierten Stimmzettel, die unterm Tisch oder von sonst wo hervor geholt werden) und hebt auf diese Weise die Wahlbeteiligung von 41% auf 61% und die CDU von 20% auf 37% an. 

Wie das verhindern? Indem man allen registrierten Wählern (nicht Wahlberechtigten) nach der Wahl eine Benachrichtigung zuschickt, aus der hervorgeht, dass sie in der Tat ihre Stimme abgegeben haben. Damit würden, Betrug vorausgesetzt, die Nichtwähler erfahren, dass sie angeblich gewählt hätten, und könnten intervenieren. Es gibt noch andere Möglichkeiten, Wahlfälschung zu verhindern. Darüber müsste die AfD nachdenken. Wieso tut sie’s nicht? 

Heino Bosselmann

9. Juni 2021 10:12

„Die Instabilität, die Unruhe, die Unordnung, in die Deutschland gerät, wird durch eine verschwenderische Betreuungs- und Sozialpolitik so abgefedert, daß sich die Durchschnittsbürger noch nicht in der Substanz bedroht sehen. (…) Daß man auf diese Weise die Macht der Betreuer über die Betreuten noch steigert, ist evident. Wer wählt schon seine Betreuer ab? (…)“

Mich wunderte, daß die Regierung in der Wahl nicht für die deklarierte Pandemie, die damit verbundenen Einschränkungen von Rechten und Freiheiten einerseits und die wiederum dafür gewährten verschwenderischen Schweigegelder andererseits zur Verantwortung gezogen wurde.

Aber GK hat Recht:

Geschröpft wurden nur die wenigen echten Arbeiter und die selbständigen Leistungsträger, der ausufernde Hofstaat und der öffentliche Dienst machte ganz „casual“ Zusatzurlaub im Home-Office.

Überhaupt geht die Zuwendung der Mittel mehr denn je mit Loyalitätsbekundungen der satten „Anständigen“ gegenüber dem „bemutternden Maßnahmestaat“ einher. Darin zeigt sich die quasisozialistische Kultur der Spät-BRD, in der die Linken und Ökos feste Bündnispartner der sogenannten Christdemokraten sind, ohne daß ihnen der Verlust ihrer einst intellektuell-kritischen Potenz selbst auffiele.

Kompliment für die couragierte AfD-Landtagsfraktion in Magdeburg. Sie setzt markante Unterscheidungsmerkmale und agiert souverän, kraftvoll und gewitzt.

Caroline Sommerfeld

9. Juni 2021 10:13

Hier findet sich ein äußerst ausführliches Dossier mit allen Ungereimtheiten: https://t.me/oliverjanich/63115

Laurenz

9. Juni 2021 10:16

@Heinrich Loewe

"Tretet in die CDU ein! Massenhaft. Verändert und übernehmt diese!"

Das ist völlig utopisch, ein Hirngespinst.

Die AfD hatte in 2020 um die 32.000 Mitglieder, die SPD 404.000, die CDU 399.000, die CSU 137.000, die Grünen 107.000, die Linke 60.000 & die FDP 66.000.

Hierbei ist noch anzumerken, daß vor allem die CDU-Mitglieder in ihrer Partei nichts zu melden haben. Wieso sollte man in eine Partei eintreten, in der man keinen Einfluß gewinnen kann? 

AfD-Mitglieder leisten pro Wähler wohl am meisten im Engagement, wenn, sollte man also diese unterstützen, anstatt, wie Sie das vertreten, in der CDU seine Lebenszeit zu verschwenden. Die AfD hat einfach nicht genug aktive Sympathisanten, die man als trojanische Pferde bei den anderen einschleusen kann, umgekehrt, ist das, wie Sie an den Zahlen ablesen können, sehr wohl der Fall.

Sekundant

9. Juni 2021 10:20

Nach einer rationalen Wahlanalyse schlagen nun die Mystiker im Kommentarbereich zu. Was soll dies?!

Kommentar Sommerfeld: Mit der Erfahrung der US-Wahl im Hinterkopf rational für möglich halten, daß Wahlen in einem Ausmaß manipulierbar sind, das Wahlbeobachtung nur gering korrigieren kann.

Laurenz

9. Juni 2021 10:22

 

@Franz Bettinger

Natürlich sind in der Analyse GKs die Wahlfälschungen längst eingepreist.

Als ob die Redaktion in Schnellroda nicht wüßte, daß 1% grundsätzlich um Wahlhelfer & Wahlbeobachter wirbt.

Jeder kann eben nur so viele Wählerstimmen sichern, wie er Wahlbeobachter/Wahlhelfer ins Rennen schicken kann. & falls tatsächlich eine BTW stattfindet, bringt es nichts, wenn Du im Ausland weilst, anstatt im Oskar-Land Dienst zu tun.

RMH

9. Juni 2021 10:25

Die Wahlbeteiligung ist bei der Wahl nicht gestiegen, sondern geringfügig zurück gegangen. 2016 war sie hingegen um fast 10% gestiegen, die AfD hat damals davon profitiert (quasi aus dem Nichts, ohne sozialen Themenschwerpunkt). Diesesmal war es dann wohl eher eine Konsolidierung. Die AfD hat nach den veröffentlichten Analysen 6000 Stimmen von Nichtwählern und 3000 von den Linken gewonnen, musste aber 11000 an die CDU abgeben sowie 4000 an die FDP und sogar 2000 an die SPD (die Zahlen stammen aus dem, was SPON vor 2 Tagen veröffentlicht hat).

Der Versuch, über soziale Themen insbesondere Zuwächse bei den Nichtwählern zu gewinnen, wie es B.K. immer wieder in seinen letzten Wahlanalysen forderte ist offenbar an seine Grenzen gestoßen, bei gleichzeitiger nicht klein redbarer Abwanderung "bürgerlicher" Stimmen an Union und FDP, denen das soziale vermutlich nicht so wichtig war.

Im Ton des Kommentars von G.K. meine ich auch zu hören, dass der soziale Nannystaat evtl. zu viele einlullt.

Wie geht's also weiter, mit dem Projekt sozialen Patriotismus?

Laurenz

9. Juni 2021 10:43

@CS

"Mit der Erfahrung der US-Wahl im Hinterkopf rational für möglich halten, daß Wahlen in einem Ausmaß manipulierbar sind, das Wahlbeobachtung nur gering korrigieren kann."

Das ist nicht ganz richtig & ich kann mir nur schlecht vorstellen, daß das Wahlrecht in Klein-Habsburg (ich weiß es nicht) anders ist, als in Buntland. 

Wenn der Wahlbeobachter penetrant genug ist, kann nicht einmal der Landes- oder Bundeswahlleiter Wahlbeobachtung vermeiden.

An der Wahl in Sachsen-Anhalt ist auch festzustellen, daß Linke, FDP & Grüne auch nur wenig Möglichkeiten zum Wahlbetrug hatten. Nur die Wahlhelfer der CDU, auch auf höherer Ebene konnten, wenn, massiv fälschen.

RMH

9. Juni 2021 10:44

Auch wenn man berücksichtigt, dass es eine große Erstimmenkampagne der anderen Parteien zu Gunsten der CDU gab, ist es aus meiner Sicht schon enttäuschend, wenn Wahlkreisgewinner der AFD in den letzten 5 Jahren sich offenbar keinen Mandatsbonus erarbeiten könnten. Nur noch 1 Direktmandat. Was lief da schief, in der "Kümmerer-Partei"?

Es fehlte offenbar auch an Persönlichkeiten in der AfD. Das Wahlergebnis in SA war aus meiner Sicht kein Untergang für die AfD, aber schon ein blaues Auge für die Blauen, aus dem sie Lehren für die Zukunft ziehen darf.

PS: Das Fass der Wahlfälschung braucht man nun wahrlich nicht aufzumachen, oder haben Wahlbeobachter wie von 1% hier Anzeichen feststellen können?

Gotlandfahrer

9. Juni 2021 10:47

1 von 2

These: Die Instabilität (…) wird (…) so abgefedert, daß sich die Durchschnittsbürger noch nicht in der Substanz bedroht sehen.

Dies möchte ich ergänzen zu: Selbst, wenn sie es sähen - solange es ALLEN so geht, man sich also nur absolut und nicht relativ verschlechtert, scheint es ihnen vorteilhaft, nicht auszuscheren.  Und was ist angesichts der Gesundheit schon staatsrechtliche Haarspalterei?  Im MoMa sagen die ja auch, das muss so.

Mir scheint, neben dem in der Tat intern noch von niemandem überflügelten patriotischen Selbstverständnis, dass die AfD aber selbst im dadurch erfolgreich gehaltenen Osten die Chance nicht genutzt hat, das Gut-Böse-Schema, das der Gegner eingeführt hat, anzunehmen und gegen ihn zu wenden.  Stattdessen wird nur versucht, es zu widerlegen, sich über ein paar krumme Gestalten, unfaire Verfahren und Anschläge zu beschweren.  Was alles, ähnlich dem Anmelden von Demonstrationen, mit einer Anerkennung der Autorität des Gegners einhergeht. 

Man mag von den US-Patrioten halten was man will, aber ihr „Wir-die“ hat nicht nur Schmiss, es konfrontiert den Durchschnittsbürger mit genau dem fundamentalen Zusammenhang, den man hierzulande intuitiv verdrängt.  Nämlich: „Die“ nicht anerkennen, heißt nicht, das „wir“ unser System nicht anerkennen, sondern, dass „die“ unser System missbrauchen. 

...

Gotlandfahrer

9. Juni 2021 10:50

2 von 2

Unser System, die FDGO, unsere Republik, unser Rechtsstaat, wird nicht dadurch gerettet, dass wir uns Missbrauch beugen, nur, weil „die“ ihre Befehle mit den Mitteln unseres Systems erteilen.  Nur weil Kaperer die Bordlautsprecheranlage in ihrer Hand haben, werden sie nicht zu Kommandanten, selbst wenn sie sich womöglich formal korrekt, aber entgegen dem Geist und Auftrag unseres Systems, den Zugang verschafft haben.  Es gilt daher zu benennen, was sie sind: Gegner unserer Republik.

die AfD (…) hat mit ihrer Protesterzählung ausgereizt, was möglich war.

Hier stimme ich nur insoweit zu, als dass „Protest“ eben nur gegen jemand gerichtet sein kann, dessen Autorität man anerkennt.  Erneut zum Vergleich die US-Patrioten:  Die rufen auch nicht zur bewaffneten Revolution auf, ganz im Gegenteil, sie benennen die obige Tatsache, dass der Gegner ein Gegner des Volkes ist und nicht einfach nur „falsche“ Politik betreibt.  Wenn ich sehe, wieviel außerparlamentarischer Widerstand mit Elan und Leidenschaft auch hierzulande betrieben wird, wieviel „Content“, auch viel Blödsinn, aber immer kraftvoll, ungebündelt und ohne politischen Fluchtpunkt durch Telegram-Kanäle etc. gespült wird, dann frage ich mich:  Wer nimmt das auf, gibt dem einen Ort, ein Gesicht? Die AfD bislang nicht. Es gibt keinen AfD-Warroom, kein AfD-TV, keine Exilanten, die aufgebaut werden, nur viele mutige Einzelkämpfer und ja: -innen.  Germanien.

Ein gebuertiger Hesse

9. Juni 2021 10:54

Eine Wahlanalyse, wie sie weitblickender kaum sein kann, und dennoch findet Bettinger die Lindenblatt-Stelle und legt den Finger darauf: Glauben wir denn tatsächlich, nach dem weltweit orchestrierten Corona-Betrug, daß es bei einer kleinen Landtagswahl aktuell überhaupt mit rechten Dingen zugehen kann? Und glauben wir denn auch, daß unsere Volksgenossen SO DUMM sind, daß sie dem Vasallen-Regiment um Merkel, das ihnen anderthalb Jahre Freiheitsentzug zugemutet hat, erneutes und sogar noch größeres "Vertrauen" ausspricht? Wenn letzteres der Fall sein sollte, dürfen wir uns fragen ob die tausend Aufklärungsperlen, die die Neue Rechte seit 20 Jahren ausstreut, nicht (zumindest AUCH) vor die sprichwörtlichen Säue geworfen werden und jedes Weitermachen ein bloß idealistisches sein kann.

Dietrichs Bern

9. Juni 2021 10:55

Guten Morgen Schnellroda, da seid ihr ja endlich,

ich mutmaße mal, dass dieses Ergebnis schwer verdaulich gewesen ist, trotz allem, was man da jetzt an positiven Punkten für die AFD herauszog.

Ganz ehrlich: Das Personal der AFD, dass da am Wahlabend vor den Kameras zu sehen war (wer war eigentlich noch mal dieser Jörg Meuthen) - tut mir leid, aber das waren leider alle Vorbehalte, die man gegen diese Partei schürt in persona gegossen, wenn der Landesverband so aussieht, ist der Verlust der Direktmandate erklärlich, klar das die Leute dann froh sind doch wieder CDU wählen zu können - und landesweit ist man ja auch eher wieder einstellig.

Daraus folgt: Nach ihrem Einzug in den Bundestag leidet die Partei unter der Verzwergung ihres Spitzenpersonals (gerade was TV-Auftritte angeht, konnte man den Weggang von Petry nie ausgleichen), sowie unter dem Auseinanderbrechen zwischen Parteifunktionären, Radikalen und konstruktiven Kräften, der intensivierten Medienhetze - gegen die es scheinbar kein Mittel gibt und natürlich vor allem auch Corona.

Eine Chance besteht nur darin, dass sich mit ausschleichen von Corona, Thema Nummer eins im Sommer wieder deutlich zurückmeldet und das Führungspersonal sich mal zusammenreißt.

Vielleicht kann man dann das letzte BTW-Ergebnis wiederholen.

Monika

9. Juni 2021 10:55

Sehr gute Analyse. Auch die Stimmung ist gut getroffen. Was die Abfederung durch Sozial- und Betreuungspolitik betrifft, verweise ich auf den Beitrag von Claudia Wirz in der NZZ

https://www.nzz.ch/wirtschaft/der-wohlfahrtsstaat-ist-eine-tragische-figur-ld.1628832

Die CoranaPolitik der CDU war wohl auch erfolgreich. In der Fußgängerzone oder im Supermarkt hört man oft Wortfetzen wie: „ Ich habe/kriege die 2. Impfung und darf/kann dann wieder ins Café.“ Die Wähler ( Rentner) sind dankbar für die kleinsten Freiheiten. Dass die Rente auf Dauer nicht mehr bezahlbar ist, wurde noch nicht zum Thema.Bis zur Bundestagswahl im Herbst kann man die Leute mit einer neuen Mutation oder der indischen Deltavariante wieder einschüchtern und disziplinieren und von den wirklichen Problemen ablenken. Die Themen, für die die AfD steht, könnten zur Not   auch vom linken Establishment bearbeitet werden . Siehe Kamala Harris zur Migration: „Kommen Sie nicht. Bleiben Sie in ihrem Land.“

quarz

9. Juni 2021 11:10

Mir fehlt es in parteipolitischen Angelegenheiten an analytischer Kompetenz. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass sich die AfD im Westen bei 10% und im Osten bei 20% festgefahren hat. Mehr scheint auf diesem Weg gegen die geballte öffentliche Diskursmacht des Gegners nicht drin zu sein (so lange nicht wirklich für jeden unübersehbare Katastrophen den Wähler bis in die Refugien seines Alltagslebens verfolgen).

Das heißt nun einerseits, dass sich ein standhafter und somit stabiler Kern der Bevölkerung nicht einschüchtern lässt, andererseits aber auch, dass die Menge der Eingschüchterten, die sicherheitshalber unter die Decke der Machthaber schlüpfen, allein parteipolitisch anscheinend nicht zu gewinnen ist. Gegen die Macht der Kontrolleure der öffentlichen Informationsflüsse und Deutungsangebote scheint parteipolitisch in dieser Situation nicht mehr drin zu sein.

Was bleibt, sind zwei Möglichkeiten: 1. alle Kraft in den Kampf um die Diskurshoheit investieren oder 2. darauf warten, dass der Bedrohungscharakter der gesellschaftlichen Situation keine Vogel-Strauß-Politik mehr zulässt. Tertium datur? Helfen könnten bedeutsame politisch Veränderungen in anderen Ländern wie Frankreich. Das würde auch den Untertanen-Michel verunsichern.

tearjerker

9. Juni 2021 11:15

Ich habe selbst lange Jahre Wahlen auf Wahllokalebene bis hin zur Leitung Wahlen begleitet und halte systematische Fälschung, die bei Landtags-, Bundestags- oder Europawahlen signifikant die Ergebnisse verzerrt und nicht identifiziert wird auf dieser Ebene für unwahrscheinlich. Oberhalb dieser Ebene, also bei der Wahlleitung und der Sammlung aller Ergebnisse ist der Prozess allerdings weitgehend intransparent und Manipulation könnte natürlich das Gesamtergebnis betreffen.

Mitleser2

9. Juni 2021 11:41

Wahrscheinlich kann man es so zusammenfassen: Ohne größere Wohlstandsverluste breiter Kreise keine Änderung. Ob und wann die eintreten, weiß halt keiner. Jedenfalls nicht bis September.

Franz Bettinger

9. Juni 2021 11:45

@RMH: Lesen Sie erst mal den verlinkten Reitschuster-Artikel. Der erklärt das mit den Nichtwählern und der Wahlbeteiligung. (1) Die Wahlbeteiligung 2 Stunden vor Wahlende lag sie bei 40%; und 2 Std. später lag sie plötzlich bei 61%. Das ist (ähnlich wie beim Biden-Jump) schlicht unmöglich. Es hätte zwischen 16 und 18 Uhr riesige Menschenschlangen vor den Wahllokalen geben müssen, von denen aber nicht berichtet wurde. (2) Die Nichtwähler müssten theoretisch zu >90% CDU gewählt haben. Wer so etwas glaubt, glaubt auch, dass Biden die US-Wahl in einer wahnsinnigen Aufholjagd in den Stunden der Nacht (als die Wahllokale leer waren, weil die Auszähler wegen was noch mal, einem Wasserschaden?, nach hause geschickt worden waren) anständig + legal gewonnen hat. Das Fass nicht aufmachen? Bei wie vielen Themen wollen sie die Fässer noch nicht aufmachen? Weil klar ist, was drin ist, oder? So viel Gott- oder System-Vertrauen - das ist wirklich zum Totlachen! - Wahlbeobachter bringen fast nichts. Ich war selbst mal Beobachter, habe schnell gemerkt, dass ich kaum was überprüfen konnte. Ich hätte 4 Stunden lang dicht hinter einem Auszählenden stehen müssen, um jeden seiner Sortier-Vorgänge zu beobachten. Es gab 20 Auszählende in dem Wahllokal. Nein, so geht es nicht. 

Jan

9. Juni 2021 11:51

Meiner Ansicht nach spielt die AfD ihr thematisches Alleinstellungsmerkmal - die demographischen Veränderungen zum Nachteil der Noch-Mehrheitsbevölkerung - nicht konsequent genug aus. Wahrscheinlich aus Angst vor dem Verfassungsschutz. Dass aber genaus dieses Thema für die junge Generation von größter Wichtigkeit ist, zeigen die Wahlerfolge bei jungen Ostdeutschen. Wer muss denn noch die nächsten 40-50 Jahre in diesem Land leben? Sicher nicht die behäbigen CDU-Rentner. 

Im Westen haben das die jungen Leute noch nicht geschnallt und laufen der Klimareligion nach. Würde man die "Klimakrise" bemerken, wenn nicht ständig multimedialer Großalarm darum gemacht würde? Nein. Was viel über die angebliche Krise des Klimas aussagt. Stattdesssen ist Migration überall sichtbar und ihre Konsequenzen sind spürbar, aber die Klima-Kids flüchten sich in dramatisierte Naturprobleme, die keinen Afrikaner, Araber oder Asiaten interessieren.

Ulrich von Hutten

9. Juni 2021 12:14

@RMH Die AfD ist im Osten gerade wegen ihrer sozialen Ausrichtung erst so stark geworden wie sie ist. Der Verlust mancher Anhänger des Stabilitätsmythos and CDU und FDP ist bei einer solch enormen und vielseitigen Propagandamaschinerie keine Überraschung. Meiner Meinung nach hat die AfD Liberalkonservative stimmen verloren da ihr in Osten und Westen der Zusammenhalt abhanden gekommen ist. Menschen ticken nicht allerorts gleich. Nur eine geeinte Rechte Partei kann daher stark sein. Leider hat das Meuthen nicht begriffen. Hätte die AfD in SA mit Steuersenkungen für Reiche geworben und Weidel statt Höcke eingeladen wären Ihnen wohl viele ins Nichtwähler-Lager oder gar noch mehr zu SPD oder der Linken abgewandert. Die falschen Konservativen vom Schlage Tichy's sind anglo-amerikanisch ausgerichtete Liberale die gegen eine echte Rechte arbeiten. Der CDU wurde von linksliberalen Kräften in SA massiv geholfen. Wie Benedikt Kaiser schon erklärt hat muss Deutschland zu seinem natürlichen und echten Konservatismus mit sozialer Ausrichtung zurückkehren. Die Anti-Staatshaltung ist eine üble Falle der viele in der AfD auf dem Leim gegangen sind. Weniger Staat = mehr Freiheit? Wohl eher nicht. Diese infantile Position ist ein Furchtreflex, ein schlechtes Ausweichmanöver. Zusammen mit Antifa die Abschaffung staatlicher Organe zu fordern wird gerade den Leuten helfen, die die AfD als antidemokratische Staatsfeinde inszenieren.

AndreasausE

9. Juni 2021 12:40

Eben hier kleinen Mittagsspaziergang "um Pudding". Wen getroffen? Nicht viele, aber, so aus Gedächtnis: Deutschen - Schwarze - Deutsche2 - Schwarze2- Syrer (mutmaßlich) - 2x Deutsch - schwarzes Kind- Deutscher - 2x Syrer (wieder mutmaßlich) - 1 Undefinierbar - 1 Deutschen.

Sicher alles nette Leute, aber das binnen knapp 30 Min. in einem Viertel hier in Schleswig-Holstein, das (noch) alles andere als Brennpunktviertel ist.

MP hier Günther, Union, quasi so ein Haselhoff. Wer immer in Sachsen-Anhalt Union gewählt hat, sollte sich das hier mal ansehen.
Neben der Umvolkungsproblematik ließe sich hier auch Verspargelung bewundern.

Und nein - ich werbe hier nicht für Tourismus ;-)

Sekundant

9. Juni 2021 12:51

Natürlich kann jede Wahl - vielleicht mit Ausnahme einer auf der Thingstätte - gefälscht werden. Das ist doch eine Binse! Und gut, daß es Wahlanalysten gibt, die nicht darauf warten, daß Frau Sommerfeld, Herr Bettinger oder Herr Reitschuster den Wahlen das Gütezertifikat "ungefälscht" verliehen haben. Der üblen Falle "Anti-Staatshaltung" gehen nicht nur viele in der AfD auf den Leim; auch andere Bewohner und Baumeister des Wolkenkuckuksheims können nicht begreifen, daß was der Staat nicht regelt von Anderen geregelt wird. Oder sie sind die Anderen.

tearjerker

9. Juni 2021 13:06

@Bettinger: Die Zahlen zur Wahlbeteiligung vor 18 Uhr sind grobe Schätzungen, die durch telefonische Abfrage bei einigen Wahlvorständen ermittelt werden. Nicht so ernst nehmen. Nach meiner Erinnerung in den Wahllokalen, die ich selbst betreut habe, werden allerdings 30%+ der Stimmen nach 15 Uhr abgegeben. Die von Ihnen genannten Zahlen sind daher durchaus nicht ungewöhnlich..

RMH

9. Juni 2021 13:19

@F.Bettinger,

Der Reitschuster Gastartikel ist unseriös. Es gibt in SA 1788990 Wahlberechtigte. 60,3% sollen Ihre Stimme abgegeben haben, macht 1078761. Briefwahl Stimmen gab es 314223. Es sind also nur 764538 Wähler direkt wählen gegangen oder 42,74% der Wähler. Damit ist schon die Angabe die Wahlbeteiligung sei zwischen 16.00 und 18.00 Uhr von 40% auf 60% gestiegen falsch, da nur 42,74% überhaupt zur Wahl gegangen sind. Die Frage ist doch eher, ab wann wurden die Briefwähler dazu gezählt. Ferner ist bei einem Flächenland wie SA mit vielen Wahllokalen die Behauptung, es hätten sich Schlangen vor den Wahllokalen bilden müssen, ziemlich steil. Zudem: Wir alle wissen nicht, ob bspw. im Wahllokal Schnellroda wirklich alle Stunde pünktlich eine Wasserstandsmeldung nach oben gegeben wurde.  Fazit: Heiße Luft.

Ralph

9. Juni 2021 13:19

@ Ulrich v. Hutten

Das ist ja eben die Crux. Gegen mehr Staat haben sicher die wenigsten Bürger etwas, sofern der Staat dem Volke dient und nicht umkehrt. Da hier aber unter staatlicher Mithilfe eine Umvolkung stattfindet, um nur ein zentrales Beispiel zu nennen, kann ich mit der Losung „mehr Staat“ wenig anfangen.  

RMH

9. Juni 2021 13:24

Nochmals zum Thema Wahlfälschung:

Man tut der Alternative keinen Gefallen, wenn man sie ständig zum Opfer irgendwelcher Machenschaften erklärt. Die Leute wählen keine Opfer, sondern Macher. Wenn man die schlechte Quote beim Halten von Wahlbezirksmandaten betrachtet, wurde wohl weniger gemacht und mehr geredet in den letzten 5 Jahren bzw. wenn gemacht wurde, dann scheint es den Wählern nicht groß aufgefallen zu sein.

Seneca

9. Juni 2021 13:26

Es ist der konservative Volkscharakter der Deutschen den aktuell herrschenden bis zum bitteren Ende bei der Stange zu bleiben. Wo ist die Deutsche die Merkel öffentlich eine klatscht? Und die Ur-Deutschen in Mitteldeutschland haben noch im März 1989 zu über 85% die Blockparteien gewählt. Da sind über 20% aktuell für die AfD fast schon undeutsch. 

MARCEL

9. Juni 2021 13:35

Zustimmung.

Meine Taktik für die AfD: Weg Nr. 2 mit punktgenauen, gut durchdachten Ausfällen nach Weg 1

Keinesfalls anbiedern, keine Wählerschelte, keine Schmoll-Ecke, konsequente Milieu-Pflege und Nerven behalten. Die Realität ist der beste Verbündete, auch wenn er, wie ehedem Blücher, noch nicht ganz aufmarschiert ist. Den Stress soll die Regierung haben, die Fehler auch.

Die Jüngeren im Osten merken es, Politik wird nur noch für Alte gemacht. Bei allem Respekt sei es gestattet: Diese Alten/Älteren sind mittlerweile keine Kriegs- oder Nachkriegsgeneration mehr, sondern die Generation einer "grandiosen Selbstbezüglichkeit" (Gerd Koenen Das rote Jahrzehnt)

paterfamilias

9. Juni 2021 13:42

"Die Grünen - bedeutungslos in den kleineren Städten, auf dem platten Land sowieso - fuhren Achtungserfolge nur in den linksspießigen und studentischen Vierteln in Halle und Magdeburg ein."

Linksspießig! Genau so muss die Botschaft landauf, landab lauten, vor allem aber stadtauf, stadtab. Das ist das psychologische Moment, das es weiter zu nutzen, zu penetrieren und auszubauen gilt. Den Spieß endlich herumdrehen, aus Defensive Offensive machen. Avantgarade ist rechts, Boheme ist rechts, Wagemut und Kühnheit sind rechts, Sex ist rechts. Links ist Biedermeier, Muff und Klimawahn, Maskenpflicht und Birkenstock. Links ist Mutlosigkeit, Prinzipienreiterei, Klappehalten und natürlich das gute, alte Denunzieren. Ja, selbst "Studierende" sind spießig in ihrer Berechenbarkeit und geistigen Enge.

Wenn das erst in den Köpfen angekommen ist, wird vieles möglich, auch in der Breite der Gesellschaft. Und das Schönste daran: Sie haben es mit ihrem ohne Not angenommenen Neo-Jakobinertum selbst heraufbeschworen. 

Dieter Rose

9. Juni 2021 14:15

Mich würde interessieren, wie groß die Stimmendifferenz zwischen den direkt Gewählten und den zweit platzierten AfD- Kandidaten ist, bevor über die bisherigen Direktkandidaten geschimpft wird.

 

Ein gebuertiger Hesse

9. Juni 2021 15:05

@ Seneca

"Und die Ur-Deutschen in Mitteldeutschland haben noch im März 1989 zu über 85% die Blockparteien gewählt."

Na, aber nur, wenn sie den OFFIZIELLEN Wahlergebnissen von damals immer noch glauben. Der Vorteil der Mitteldeutschen war damals doch der, daß sie durch die Bank wußten, daß die Wahlergebnisse eh hammerhart gefälscht sind. Diesen Vorteil haben wir Heutigen blöderweise nicht mehr. Auch fehlt uns das als positiv imaginierte "Jenseits der Zonengrenze". Ein solches kann heute wohl nurmehr transzendental sein, und zwar mehr denn je und wenn, dann wirklich ernsthaft, sprich, wenn es persönlich etwas KOSTET.

HagenAlternat

9. Juni 2021 16:09

G.K. hat wie fast immer recht. Allerdings scheint mir ein Aspekt nicht genügend beachtet: Es ist die hier oft hervorgehobene METAPOLITIK, die (nach Thor v. Waldstein, Metapolitik; THEORIE – LAGE – AKTION - kaplaken 48) im Wesentlichen besteht: I. Mut zur Setzung eigener Themen, 2. Kampf um die Sprache, 3. Kampf um die Köpfe, 4. Mut zur Provokation und 5. Ende der Distanzeritis.

Über die genannten Punkte mag man streiten, aber der Zusammenhang zwischen "Eroberung des metapolitischen Raums" und > Wählerstimmen kann es doch keine unterschiedlichen Meinungen geben. Dem steht mMn entgegen die (ökonomisch begründete) These "Es muss alles noch viel schlimmer kommen". Das ist Marxismus pur: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Wenn G.K. schreibt "Es sind Strukturen entstanden, die einen erneut aufflammenden Protest und einen echten Veränderungswillen auffangen und fruchtbar machen könnten" scheint mir das Ausdruck eines Fatalismus zu sein, der die metapolitischen Aufgaben nicht in den Vordergrund stellt.

Patreon

9. Juni 2021 16:17

Ich prophezeihe hier und jetzt, dass die Restauration der alten Verhältnisse scheitern muss. Zu viele Veränderungsimpulse und Affekte warten darauf, ausagiert zu werden. Die derzeitige Ordnung steht auf tönernen medialen Krücken und es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand diese Krücken wegkickt. Obwohl ich es gewohnt bin, weit in die Zukunft zu blicken, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt schwer absehen, was da noch alles auf uns zukommt. 

EddyNova3122

9. Juni 2021 16:26

Auf Dauer wird das "Wahl System Ost" der Merkel Bande nicht gut gehen - in Thüringen alle für die SED Linke , in Sachsen Anhalt alle für die SED CDU , in Brandenburg alle für die SED SPD - da erkennt doch der "Dümmste" das es nur noch die "A Pünktchen" und die "Einheitspartei" gibt.

De facto wäre das ein an US Amerika orientiertes "Zwei Parteien System" - Rechts oder Links. Hätten die "A Pünktchen" besseres Personal könnten sie hier einen riesen Vorteil ziehen.

Nur wie viele "Elfmeter auf ein leeres Tor" wollen sie nach verschenken ?! 2014 - 2016 hätten sie gar nichts machen müssen ! "100% TRUMP" wäre das kürzeste und beste Wahlprogramm der Welt gewesen ,ab März 2020 wäre es noch einfacher gewesen - 100% contra zum Corona Wahn.

Ausgehend von % rund 30% PRO TRUMP und minimum 40% Covid Skeptiker gelang es ja nicht einmal die hinter sich zu sammeln. Real erhielten die "A Pünktchen" grade einmal 14 % aller Stimmen in Sachsen Anhalt ,grade einmal jede 7 Stimme - die "Einheitspartei" lag summiert allerdings auch nur bei 40%.

A V

9. Juni 2021 16:36

R M H, auch wenn es Ihre Vorstellungskraft und logisches Denken scheinbar übersteigt. Natürlich gab es auch in SA wieder Wahlfälschung.

Dazu braucht es auch keine großen Rechenübungen. Wahlbeobachtung ist eigentlich Zeitverschwendung, da die Manipulation überwiegend nicht beim Auszählen erfolgt, sondern ganz komfortalbel, im stillen Kämmerlein, beim Übermitteln der Stimmen.

Die Briefstimmen werden erst am nächsten Tag ausgezählt und da gab es in SA auch kaum Veränderungen zum Vorabend. Kaum! Denn nur die CDU ging noch höher und die AfD runter. Man muss kein Mathematiker sein. Es reicht schon gesunder Menschenverstand um das zu erkennen.

 

 

 

Rainer von Lankau

9. Juni 2021 16:40

Weiter so, keine Experimente auch in der AfD. In dieser Hinsicht sind die "Konservativen" so selbstzufrieden wie die Etablierten.

Die Wahrheit ist, dass die Wähler der AfD die Regierungsfähigkeit nicht zutrauen. Es fehlt an seriösem Personal, an konzeptioneller Kreativität und an der intellektuellen Offenheit, eigene Dogmen zu hinterfragen. Tatsache ist, dass die AfD sich mit ihrer defacto Fundamentalopposition in Sachen Corona ins Abseits gestellt hat. Und das sinnfreie Geschwätz zum Thema Klimawandel macht die Partei in akademischen Kreisen vollends unmöglich.

Jeder Versuch, die Partei programmatisch und stilistisch weiterzubringen wird innerparteilich abgetötet von Patrioten, die an längst Überlebten hängen, von "Ganzen", die nicht einsehen, dass ein Patriot das Ganze Deutschland wollen muss - und folglich auch diejenigen gewinnen wollen muss, die jetzt anderen Idealen anhängen.

 

Herr K aus O

9. Juni 2021 16:54

Abwarten. Mehr geht nicht. Nachdem Bertelsmann letztens schon mit der Rente mit 70 vorgeprescht ist, ziehen sie jetzt mit der Rente mit 68 nach. Natürlich aus demographischen Gründen :) Das betrifft natürlich nicht die Glücklichen, die bei der Commerzbank jetzt mit 50 in die Frührente gehen dürfen/müssen und auch nicht die normalen Jetzt-Rentner, könnte aber die Jungen zum Nachdenken bewegen. Betrifft natürlich nur die Jungen, die noch in produktive Arbeit gehen. Diejenigen, die ich kenne, sage ich: Geht ins nichtsozialistische Ausland! Schweiz, USA, egal. Man kann es drehen, wie man will: Die verantwortlichen Politiker gehen All-In und viele haben durchaus Vorteile dadurch ( z.B. die Kollegen von der Commerzbank, Macron usw.) Die paar Jungen, die das stemmen müssen, fallen von den Wählerzahlen nicht ins Gewicht. 

anatol broder

9. Juni 2021 17:01

die afd macht ein politisches angebot. dieses wird am stärksten von den wählern mit dem höchsten testosteronspiegel angenommen. die «konsequente milieu-pflege» (marcel) sollte daher mindestens die erhaltung dieser werte gewährleisten.

Valjean72

9. Juni 2021 17:12

Nun, das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt finde ich jetzt nicht gerade berauschend, halte aber Wahlfälschung für durchaus möglich.

Bei der Landtagswahl 2016 zog die AFD mit André Poggenburg als Spitzenkandidat in den Wahlkampf und erreichte ein fulminantes Wahlergebnis. Poggenburg wurde 2018 vom Bundesvorstand der AFD ausgebootet.

Als AFD-Wähler in diesem Bundesland hätte mich dieser Vorgang womöglich von der Wahl der AFD dieses mal abhalten können.

 

Seneca

9. Juni 2021 17:12

@ein gebürtiger Hesse: nein, es ist wirklich so gewesen. Als nach der Wende die Bürgerrechtler eine Neuauszählung vornahmen, kam man zwar nicht auf die offiziellen 97,xx% aber eben auf 85%+. Unglaublich, aber wahr. In einem Land was wirklich komplett heruntergewirtschaftet gewesen ist. Keine schönen Aussichten für unsereiner einerseits, andererseits kam es TROTZDEM zur Wende...

Beowulf

9. Juni 2021 17:13

Solange die AfD eine Mischung aus dem liberal (-konservativen) Meuthen Lager und dem sozial-patriotischen "Flügel" ist an eine inhaltliche Positionierung und an konkrete alternative Politikentwürfe nicht zu denken. Das einzige was gelingt ist die unzufriedenen Protestwähler einzusammeln, die mal mehr (2016) und mal weniger von der AfD angesprochen werden.

Solange dieser Richtungsstreit sich nicht geklärt hat wird es m. M. von Seiten der AfD nur im sehr begrenzten Rahmen möglich sein Wähler mit politischen Inhalten zu überzeugen.

Mitleser2

9. Juni 2021 17:25

Am Marxismus ist fast alles falsch. Und die Sache auf "Das Sein bestimmt das Bewusstsein" zu reduzieren ist zu eindimensional. Aber jede ökonomische Entwicklung hat unvermeidlich Folgen für die Wertvorstellungen einer Gesellschaft. Deswegen würde ein wirtschaftlicher Niedergang natürlich Wahlverhalten ändern. Und nicht alleine die Eroberung des metapolitischen Raums, so wünschenswert das auch wäre.

Valjean72

9. Juni 2021 18:24

Ein kleines Zahlenspiel, um das dann doch unter den gegebenen Voraussetzungen gute Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt einzuordnen.

In Baden-Württemberg fiel die AFD bei der letzten Landtagswahl von 15,1% auf 9,7 %. Dies entspricht einem Verlust von 35,8%.

In Sachsen-Anhalt fiel die AFD von 24,3% auf 20,8%. Das entspricht einem Verlust von 14,4%.

RMH

9. Juni 2021 19:13

"Deswegen würde ein wirtschaftlicher Niedergang natürlich Wahlverhalten ändern."

Die Frage ist dann aber immer noch, ob die hier präferierten Vorstellungen bzw. Parteien dann tatsächlich gewählt werden bzw. profitieren würden. Aktuell gehts bereits bergab und die Leute klammern sich an den Strohhalm des "erfahrenen" Berufspolitikers. Keine Experimente in der Krise, kein Wechseln der Pferde im Fluss - so der entstandene Eindruck.

Ich war daher noch nie ein Freund einer vulgärmarxistischen Übertragung der Verelendungstheorie ins rechte und konservative Lager. Das heißt noch lange nicht, dass ich dem sozialen Patriotismus Konzept nichts abgewinnen könnte. So, wie das bspw. B.K. vorträgt, ist das auch schlüssig, manch einer hingegen scheint das falscherweise in eine Art neue DDR, nur ohne Mauer umzuinterpretieren. Nur: Wie ich oben schon ausgeführt habe, dieses Blatt der AfD mit sozialen, heimatnahen Auftritt etc. scheint aktuell ausgereizt zu sein, insbesondere, wenn der bisherige AfD-Effekt, der sich darin zeigte, dass die Wahlbet. seit Antritt der AfD an Wahlen gestiegen war, ausgeblieben ist. Für die nächsten paar Prozent mehr, braucht es dann evtl. doch "Persönlichkeiten". Darauf setzten ja aktuell die Altparteien, seitdem fast jeder MP einen ziemlichen Amtsbonus zu haben scheint und entgegen Trends dann doch oft Wahlen gewinnen kann. Ja selbst die scheintote SPD schafft mit ihren alten Schlachtrössern in den Ländern dann noch Erfolge (siehe Rhl-Pflz).

Laurenz

9. Juni 2021 19:21

Hier das 1% Resümee 

https://youtu.be/4o_0fE9-gX0

Fredy

9. Juni 2021 19:45

Die meisten die Wahlfälschung für möglich halten, ich durchaus auch, gehen im Gegenteil davon aus, dass Umfragen stets korrekt sind. Letzteres sehe ich anders. Wenn man die AfD in den Umfragen hochtreibt, lullt man ihre Unterstützer ein und mobilisiert die Gegner und eigentlich Unbeteiligte, Nichtwähler, die nur zu mobilisieren sind, wenn das 4. Reich droht.

tearjerker

9. Juni 2021 19:51

Die Alternative polarisiert zu wenig. Sie zieht ihr Kernpublikum, verrennt sich in die Idee, die bei der CDU sich gut aufgehoben fühlende Wählerschaft gewinnen zu können, lässt die Riesengruppe der Nichwähler wachsen und versteht nicht, warum sie unter jungen Leuten beliebt ist. Der politische Gegner führt derweil Kampagnen gegen Personen, schützt den militanten linken Flügel wie einst die Sinn Fein die IRA, wälzt absurde Pläne und Vorschläge und die Antwort darauf ist der solidarische Patriotismus. Alter.

Uwe Lay

9. Juni 2021 20:22

Wie legitimiert sich Herrschaft?

Ein Herrschaftslegitimitätsnarrativ: Der König erklärt, daß ihm zu gehorchen sei, weil er wie ein guter Hirte regiere. Diese Legitimationsformel setzt aber auch ein Anspruchsdenken des Volkes aus sich heraus: Wenn du unser König bist, hast du uns wie ein guter Hirte zu regieren., wenn nicht, parieren wir nicht mehr. Warum sollte es nun die Aufgabe einer Oppositionspartei sein, dem Volke vorzuwerfen, zu hohe Ansprüche an die Staatsregierung zu stellen, es zur Selbstverantwortlichkeit aufzurufen, statt zu sagen, daß die Regierung eben den legitimen Ansprüchen  nicht genüge?

Der liberal sich verstehende Staat senkt ja gerade das Anspruchsniveau der Regierten, um so nicht den Ansprüchen  Genüge leisten zu müssen: Wir regieren euch, aber um alles Wichtige müßt ihr selbst sorgen.

Jan

9. Juni 2021 20:31

@Beowulf

Ich glaube, das grundsätzliche Problem ist, dass alles, was in der Bundesrepublik rechts der Union ist, automatisch politisch in der Tabuzone landet und als "unwählbar" eingestuft wird. Das sah man schon bei der bürgerlichen Lucke/Henkel-AfD und das wäre jetzt auch bei einer 100%-Meuthen-AfD so, selbst wenn es Höcke als Berufspolitiker nie gegeben hätte. Die Ursachen für dieses Problem liegen im Selbstverständnis der Bundesrepublik als Hitler 2.0-Verhinderungsrepublik, die hochgradig allergisch auf alles reagiert, was nur entfernt nach nationalen und ethnischen Interessen riecht. ("nationalistisch und völkisch"). Dazu kommt auch die mittlerweile zur Staatsdoktrin erhobene Kampagne "Kampf gegen rechts", die immer gefräßiger wird, je mehr Steuergeld man ihr in den Schlund schmeißt. Diese Fressmaschine braucht immer neue Nazis und wenn sie keine findet, wird der verbotene Kreis von rechts immer weiter in die Mitte gezogen, bis wieder jemand drin steht. Keine Chance, diesem Mechanismus zu entkommen, um mit "politischen Inhalten zu überzeugen".     

Volksdeutscher

10. Juni 2021 08:44

"These: Die Instabilität, die Unruhe, die Unordnung, in die Deutschland gerät, wird durch eine verschwenderische Betreuungs- und Sozialpolitik so abgefedert, daß sich die Durchschnittsbürger noch nicht in der Substanz bedroht sehen."

Das dürfte tatsächlich zutreffen, dafür gibt es statistische wie empirische Beweise. Eben deshalb fahre man dem unhaltbaren Vorwurf  des "Keine Experimente!" die Retourkutsche des "Keine Improvisationen!" Jetzt nach den Wahlen kann man mit diesem Vorwurf die C-Parteien so richtig traktieren.

Im Übrigen finde ich gleich Dem_Jürgen, Valjean72 und anderen, daß Wahlfälschungen mit im Spiel sein dürften. Am glaubhaftesten kann man Wahlen fälschen, wenn man die Prozente des Gegeners nicht nach unten manipuliert, so daß kein großer Verdacht entsteht, sondern nur seine eigenen nach oben drückt. Es wäre höchste Zeit, eine riesige Campagne für die Überprüfung der Herkunft und Funktionsweise der Prüfgeräte durch die AfD anzustrengen. Noch vor den Bundestagswahlen!!!

Der_Juergen

10. Juni 2021 09:20

@Jan

Ihre Antwort an Beowulf bringt es auf den Punkt. Meuthen und Konsorten können noch so eifrig über jedes Stöckchen hüpfchen und hysterisch auf "Rechtsextremisten" schimpfen, sie werden trotzdem selber als solche bezeichnet werden. Anbiederung an die Ideologie des deutschfeindlichen Systems wird von diesem nur mit Verachtung quittiert.

Götz Kubitschek

10. Juni 2021 09:27

dank an alle. badeschluß.

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