12. Juni 2021

Kickls Lektion: Identitäre sind „unterstützungswürdig“!

Martin Sellner / 18 Kommentare

Seit wenigen Tagen ist Kickl designierter FPÖ-Obmann.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Nach Norbert Hofers überrschendem Rücktritt hat er, den viele als geheimen Kopf hinter dem Parteierfolg bezeichnen, selbst das Steuer übernommen. In diesen wenigen Tagen zeigte Herbert Kickl bereits eine großartiges Musterbeispiel für die Einstellung zum rechten Vorfeld und das Verhalten gegenüber linken Journalisten. Jeder FPÖ- und  AfD-Politiker sollten sich das zum Vorbild nehmen.

Was ich von Herbert Kickl halte, dürfe klar sein. Seit ich die Entwicklung der FPÖ konstruktiv-kritisch begleite, war er immer das Lehrbuchbeispiel des idealen Politikers. Bisher hat Kickl diese hohe Wertschätzung nie enttäuscht. Sei es sein mutiger Auftritt am Kongreß „Verteidiger Europas“, oder seine klare Haltung am Höhepunkt der „Identitärenverfolgung“ in Österreich - seine Linie war stets mutig und stringent.

Es zeichnet ihn aus, daß er dabei auch nie übertrieb oder sich zu großspurigen Äußerungen und Versprechungen verleiten ließ, die er später nicht einhalten und von denen er nachher abrücken mußte. Wie ich in einer Analyse seiner Politik und Persönlichkeit im Jahr 2019 vermutete, ist Kickls Kommunikation stets kontrolliert, strategisch und folgt einem langfristigen Plan. Wir wollen nun seine Reaktion auf den „IB-Keil“ analysieren, der von der linken Presse sofort nach Kickls Amtsantritt angelegt wurde.

Als eine der ersten Fragen konfrontierte man ihn mit dem ominösen „Unvereinbarkeitsbeschluß“ gegen die Identitäre Bewegung. Dieser Beschluß hat wenig inhaltliche Substanz, sondern war vor allem eine symbolische Abgrenzung gegen die IB in der Hochzeit der Repression. Als seine Väter können Strache, Hofer und Haimbuchner gelten. Letzterer verfolgte ihn gerade in Oberösterreich konsequent und ließ Berichten zufolge sogar kontrollieren, was einzelne FPÖ-Mitglieder auf Facebook anklickten.

Konkret läßt der Beschluß einen großen Interpretationspielraum. Man kann ihn als emphatische inhaltlich und moralisch aufgeladene Distanzierung verstehen, die bis ins kleinste gegen jeden Sympathisanten der IB vollstreckt werden muß. Oder man kann ihn als nüchterne und sachliche Trennung zwischen zwei Organisationen verstehen, die nichts über weltanschauliche Gemeinsamkeiten oder Diskrepanzen aussagt.
Kickl tat Dienstagfrüh im ORF-Report genau das, indem er den Beschluss als eine" technische Notwendigkeit“ bezeichnete. Anders als Hofer, der bei solchen Gelegenheiten sofort eilfertig seine tiefempfundene Abneigung gege die IB im allgemeinen und mich im besonderen zur Schau stellte, lobte Kickl im selben Atemzug, die „patriotische Gesinnung“ und den vorpolitischen Aktivismus.

Dennoch lautete die erste Schlagzeile: „FPÖ-Beschluss zu Abgrenzung von Identitären bleibt“, was bereits zu erstem Unmut im idealistisch-rechtsaktiven Lager führte. Ich war davon kaum irritiert und äußerte mich dazu erstmal gar nicht, da ich vermutete, daß Kickls Kommunikation einem Plan folgte. Ich wurde nicht enttäuscht.

Als ersten Akt seiner Obmannschaft den Beschluß vor den sensationslüsternen Augen der Presse aufzuheben, wäre taktisch äußerst unklug. Es hätte Kickl in der Auseinandersetzung mit den instabileren Teilen der Partei geschwächt. Es hätte sogar jene Protest- und Spaltungswelle entfachen können, welche die Presse jetzt herbeischreiben will.

Die Partei braucht nun aber vor allem Stabilität. Der „IB-Keil“, den die linken Medien 2019 mit williger Billligung der ÖVP in die schwarzblaue Koalition getrieben haben, sollte nun die FPÖ selbst in zwei Lager spalten. In seiner ersten Reaktion wirkte der neue Obmann hier beruhigend und stabilisierend, auch wenn es vermutlich nicht die Antwort war, die sich viele im Vorfeld wünschten. Dennoch wurde ein große Fokus auf die „IB-Frage“ und damit die Spaltungstaktik der Presse erst einmal vereitelt.

Am nächsten Tag, als mit OE24 und Puls4 zwei weitere Sender auf den Zug aufsprangen und den „IB-Keil“ ansetzten, überraschte Kickl wiederum viele, als er sagte:

„Die Identitären sind für mich so etwas wie eine NGO von rechts. So eine echte NGO die diesen Namen auch verdient, weil sie nämlich kein Geld vom Staat bekommt. Ich halte das zum Beispiel für ein interessantes und unterstützenswertes Projekt, so wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist, wenn hier eine Gruppe auftritt und sich gegen die Wahnsinnigkeiten des UN-Migrationspaktes ausspricht. Da gibt es ja eine inhaltliche Überschneidung – ja warum denn nicht?“

Auf die Frage ob er sich vom „rechten Rand abgrenzen“ würde, tat er das seinzig Sinnvolle und attackierte die Prämissen dieses Verhörs. „Was ist der rechte Rand?“, hielt er dem Befrager entgegen und bestärkte erneut seinen Standpunkt: rechte Aktivismus und rechte NGOs sind völlig legitime Bestandteile einer demokratischen Gesellschaft. Wenn sie kriminalisiert und dämonisiert werden, schafft sich die Demokratie selbst ab und entlarvt sich als von linken Kräften gesteuerte Simulation.

Die neue Schlagzeile „Identitäre für Kickl unterstützenswert“, sorgte für Begeisterungsstürme im idealistischen Kern des rechten Lagers. Die „vermittelnden Instanzen“ in die bürgerlich-liberale "Mitte", welche für die FPÖ in den Talkshows der Mainstreams die Prügelknaben geben, können sich aber immer noch gegen die linke Entrüstungswelle auf Kickls Aussage vom 8.6. und den „bestehenden Beschluss“ beziehen. Damit ist die Grundlage des Verhältnisses von Partei und Bewegung geklärt: „unterstützenswert aber außerhalb“ ist eine stabile Haltung, mit der man bei gegenseitigem Respekt getrennte Wegn in eine gemeinsame Richtung gehen kann.

Ebenso wie „Greenpeace“ und „Die Grünen“ logischerweise unterschiedliche Struktur und eine sachliche Trennung aufweisen, können sie für gemeinsame Ziele arbeiten. Die teils radikalen Aktionen von "Greenpeace" unterschieden sie auch von der Grünen Parteijugend und machen eine direkte Zusammengehörigkeit untunlich und schädlich. Trotz der Ähnlichkeiten und Überschneidungen fiele aber keinem Mainstreamjournalisten ein, die Grünen zu einer Rechtfertigung zu nötigen, wenn „Greenpeace“ wieder einmal ein Banner auf einem Gebäude hißt, Hektoliter an Farbe auf eine Kreuzung gießt oder hunderte Autoschlüssel „entwendet“.

Der Grund dafür ist klar: linke oder umweltpolitische NGOs passen in die Agenda der globalen Eliten, rechte NGOs und patriotischer Aktivismus nicht. Diesen Doppelstandard, der ein wichtiges Beweismittel für die Abschaffung der Demokratie ist, gilt es vonseiten rechter Politiker anzusprechen, wenn sie zu einer „Distanzierung“ genötigt werden. Kickl gibt in seinen Antworten, die jeder Jung-, vor allem aber die Altpolitiker in der AfD auswendig lernen sollte, die richtige Technik vor.

Ich taufe sie hiermit den „Kicklschen Dreischritt“: Nach einem nüchternern Verweis auf eine sachliche Trennung (1), eine Betonung der gemeinsamen Werte und ein Anerkennung der vorpolitischen Arbeit an sich (2), um im selben Atemzug zur Attacke gegen die Heuchelei und den undemokratischen Doppelstandard anzusetzen (3). Diese simplen drei Schritte sind von jedem, der in der rechten Politik etwas darstellen will zu verinnerlichen.

Identitärer Aktivismus liegt somit selbstverständlich nicht im Verantwortungsbereich der FPÖ, auch wenn sie sich zu ungerechtfertigter Repression äußern kann und muß. Daß eine Person während und solange sie Sprecher oder offizieller Leiter einer NGO ist, nicht gleichzeitig ein Amt in der Partei bekleiden kann, versteht sich von selbst.

Auch von unserer Seite gibt es hier einen Konsens. Wir wollen als Aktivisten frei bleiben und dazu gehört auch die Möglichkeit, die Partei zu kritisieren, wenn das angebracht ist. Diese impliziert aber keine moralische Ächtung oder inhaltliche Ablehnung der Werte unserer "patriotischen NGO". Wenn Personen ihre Amtszeit als Vertreter derselben beendet haben, sollte ihnen hingegen auch ein Parteiamt offen stehen, wie das auch bei "Greenpeace" und den "Grünen" der Fall ist .

Ebenso ist jede andere Art von Unterstützung, wie Teilnahme an Demos, öffentliches Lob, Spenden oder Einladungen zu Veranstaltungen, natürlich nicht als Verstoß gegen diesen Beschluß zu verstehen. Eine Revision und Klarstellung in diese Richtung wird in den nächsten Jahren wohl noch erfolgen.

Wenn Kickl diese einfache Linie hält, und beharrlich den "Dreischritt" weitergeht, wovon ich ausgehe, wird der „IB-Keil“ mit jeder Thematisierung und jedem Ansatzversuch abstumpfen, bis er am Ende wirkungslos ist. Kickl hätte damit auch den von Hofer und Co. ersehnten Zustand erreicht, nämlich, daß man als FPÖ-Politiker nicht mehr ständig mit dem IB-Keil konfrontiert wird.

Das taten die Journalisten bisher vor allem, weil diese Technik beim "Typus Hofer" perfekt funktionierte und jedesmal Unruhe und Spaltung in die freiheitlichen Reihen brachte. Wie bitter nötig es ist, den „Kicklschen Dreischritt“ im Ungang mit dem „IB-Keil“ der Presse zu erlernen, zeigt auch ein neues Presseerzeugnis gegen die AfD, in dem Meuthen sich wie ein ertappter Schulbub verhören läßt.

Unter Kickl dürfte es so etwas nicht mehr geben und das ist gut so! Er hat es die letzten Tage vorgemacht, der Rest muß es ihm nur gleichtun.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (18)

Nath

12. Juni 2021 15:50

Zunächst einmal erlaube ich mir, auf folgendes aktuelles Sellner-Video hinzuweisen, das thematisch mit obigem Artikel in engem Zusammenhang steht. Es anzuschauen ist meines Erachtens sehr empfehlenswert:

https://www.bitchute.com/video/2kOmCCrwgjhx/

Kickl scheint sich immer mehr zu einem der bedeutendsten patriotischen Protagonisten im gesamten deutschsprachigen Raum zu entwickeln. Souverän hält er (bis jetzt) die Mitte zwischen dem Cuckservative-Syndrom (z.B. Meuthen)  und dem Stammtisch-Klischee (z.B.Poggenburg), das man immer noch mit rechten Politikern zu assoziieren pflegt. Wie man hört, hat er auch, was das intellektuelle Reflexionsniveau anbetrifft, "einiges drauf". Das kann, was das Anforderungsprofil eines Politikers angeht, der sich anschickt, die Dogmen der Woke-Linken zu "dekonstruieren",  nur von Vorteil sein.

Der_Juergen

12. Juni 2021 16:13

Ja, Kickl hat Format, ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Haltung nur ein taktisch bedingtes Manöver ist. Wir dürfen nun gespannt sein, ob er bald - denn die Zeit drängt -das Notwendige zu Corona sagt, und ob er in ebenfalls nicht allzu ferner Zeit die Abschaffung des skandalösen Verbotsgesetzes fordern wird. 

AlexSedlmayr

12. Juni 2021 18:15

Kickl schätze ich als nüchternen Menschen ein, dem geistig schon zu widder ist, etwas das offenkundig nicht miteinander in Zusammenhang steht, auch noch zu bewerten, nur weil andere Leute da ZUuammenhänge konstruieren wollen. Ansonsten durchschaut er anders als Politiker, die meinen mit einer Boulevard-Zeitung regieren zu können, diesen sehr einfachen Trick und erkennt die Presse als Teil der Gegnerschaft.

Mich stört vielmehr, dass wir hier eigentlich über Selbstverständlichkeiten reden, so als bestünde ein Großteil der Parteipolitiker diesseits wie jenseits der Donau aus politischen Analphabeten. Am Ende sind wir in Österreich jetzt wieder dort, wo wir vor drei/ vier Jahren waren, wo Strache auch noch der Meinung war, dass die IB eine legitime NGO sei. Drei bis vier Jahre um den Status Quo wiederherzustellen.... Und das gilt eben nur für Österreich und Kickl ist hier auch nur ein Anfang, denn wie Haimbuchner ja zeigt ist die Parte immer noch anfällig, für Gefälligkeitsdistanzierungen.

Ich will jetzt nicht über Gebühr rumningeln aber sowas ist doch schon ein erschreckender Gradmesser dafür, mit welcher Bräsigkeit sich die ganze Opposition mühsam voranwälzt, wie eine Schnecke, die in Zeitlupe ihre Fühler einzieht, während die progressiven Kräfte praktisch alle paar Wochen neue Fakten schaffen und Debatten eröffnen oder aufleben lassen.

Nath

12. Juni 2021 20:12

Teil 2

Ich würde Sellners Gedankengang gerne noch etwas vertiefen. Der "kicklsche Dreischritt", von dem er oben spricht, so plausibel er anmutet, trägt gleichwohl nur ein Stück weit. Ein linker Opponent könnte, so er nicht völligem Stumpfsinn verfallen ist, Folgendes entgegnen:

Rechtem Denken, in welchen historischen und systematischen Varianten es auch immer auftauche, sei die Inhumanität gleichsam auf die Stirn geschrieben. Immer gehe es für Rechte darum, im Hinblick auf das menschliche Glücks- und Freiheitsbedürfnis Beschränkungen, ja eigentlich Unmöglichkeiten (physische, anthropologische usw.) geltend zu machen, die alle auf einen wie auch immer gearteten Autoritarismus bzw auf ein gesellschaftliches oder naturales Hierarchiekonzept hinausliefen. ("Der Mensch braucht eine harte Hand über sich.") D e s h a l b gehe es nicht an, ihnen freien Zutritt zum gesellschftlichen Diskurs zu gewähren, sie seien nämlich a priori antidemokratisch. Es liege eben kein "heuchlerischer Doppelstandard" vor, denn durch ihren repressiven Anti-Individualismus separiere sich die Rechte selbst von allen Anderen (liberale, sozialistische, christliche Parteien usw.) Diese sähen bei allen Unterschieden doch die grundsätzliche Perfektibilität, Harmonisierbarkeit der Natur und damit auch des Menschen als gegeben an. Rechte aber frönten theoretisch wie praktisch einem kruden Naturalismus, der den "Kampf ums Dasein" als animalisches Urprinzip begreife. 

(Teil 3 folgt)

 

Nath

12. Juni 2021 21:58

Teil 3

Dass Sellner die positivistische offene Flanke rechten Denkens erkannt hat, beweist das Thema eines anderen Videos "Neuer rechter Materialismus?", ebenfalls bei bitchute. In seiner Einleitung schreibt er:

"Wie wirkt ein unhinterfragter Wissenschaftsbegriff, eine kritiklose übernommene Epistemologie, ein Kult des Gegebenen, Faktischen und Empirischen auf das Rechte Lager? Wie hängt die Übermacht der Linken in der Geisteswissenschaft mit dem IQ-Rassematerialismus und dem "volkstümlichen Sensualismus" der meisten Patrioten zusammen?"

 

Nath

12. Juni 2021 22:06

Teil 4

Wenn also, um auf auf den "kicklschen Dreischritt" zurückzukommen, die Rechte ihren selbstverständlichen Platz im demokratischen Diskurs beansprucht und Doppelstandards beargwöhnt, dann ist man insofern in der Beweispflicht, darzulegen, dass man nicht nur gezwungenermaßen, aufgrund des geänderten Zeitgeistes, entscheidende Positionen, die man Jahrhunderte lang vertrat, geräumt hat (z.B. nicht mehr pro-monarchistisch, pro-kolonialistisch, pro-militaristisch etc. zu sein), sondern einem wirklichen Paradigmenwechsel Rechnung trägt und alle "Interessenpolitik" des 19. Jahrhunderts und auch allen "volkstümlichen Sensualismus" hinter sich gelassen hat. Um das an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen, wenn Patrioten heute für eine Einwanderungsbegrenzung, überhaupt für eine positive Neubewertung des Nationalstaates eintreten, dann im Sinne einer Dezentralisierung der Welt-Innenpolitik, als ein notwendiges Korrektiv gegen die globalistische Weltgesellschaft, die nicht mehr von „Staaten“, sondern von anders gearteten Imperien beherrscht wird, die aber nicht weniger repressiven Charakter tragen. Wäre aber ein solcher Patriotismus (sofern man die Worte beibehalten will) nicht eher „links“ als „rechts“ zu verorten, bliebe er nicht eher dem Projekt Aufklärung verpflichtet, also jenem seinerzeit beschworenen Aufbruch des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit – individuell wie kollektiv? Dies jedoch wäre gerade eine Abkehr vom "Kult des Gegebenen" (Sellner).

Der Starost

12. Juni 2021 22:53

Nicht nur die historische Vergangenheit und die deutsche Sprache verbinden uns mit den Österreichern aufs innigste, sondern auch die Bruchlinien und Verwerfungen bis tief in den Volkskörper und in die aktuelle Politik hinein. Die ernsthafte Bedrohung unserer Demokratie durch Kräfte von außen ist in beiden Ländern in ihren Kernmerkmalen nahezu identisch. Nur beispielhaft sei jeweils auf die fremdgesteuerte Zerschlagung der österreichischen Bundesregierung infolge des auf Ibiza gedrehte Strache-Videos und den durch Christian Lindner auf Veranlassung der Kanzlerin in ähnlicher Form erzwungenen Rücktritt des thüringischen Ministerpräsidenten verwiesen. Als Patrioten sehen wir uns eben nicht nur einer volksfeindlichen Regierung gegenüber, sondern auch von Seiten machtvoller Strukturen außerhalb der Politik unter Druck gesetzt.

Der Starost

12. Juni 2021 22:54

(Fortsetzung)

Es nimmt daher nicht Wunder, dass eine restaurative, national grundierte Politik in beiden Ländern vor sehr ähnlichen Herausforderungen steht. Also sollte die AfD als immer noch recht junge Partei nicht stets „das Rad neu erfinden“, sondern sich auf den hier umrissenen Politikfeldern die von dem Autor zutreffend herausgeschälte Maxime des in langjährigen, politischen Auseinandersetzungen gestählten Herbert Kickl zu Herzen nehmen und zügig umsetzen. Auch wenn die Identitäre Bewegung bei uns momentan nicht (mehr) die Rolle spielen dürfte wie in Österreich, könnte man etwa der immer wieder von unseren politischen Gegnern und den „fortschrittlichen“ Journalisten geforderten Abgrenzung der Partei, der „Distanzeritis“ von der PEGIDA Bewegung frech und machtvoll den „Kicklschen Dreischritt“ entgegenhalten.

Der_Juergen

13. Juni 2021 07:53

I

@Nath

Ihr inhaltsreicher Kommentar stellt richtige Fragen, etwa die:

"Wie hängt die Übermacht der Linken in der Geisteswissenschaft mit dem IQ-Rassematerialismus und dem "volkstümlichen Sensualismus" der meisten Patrioten zusammen?"

Zu den Foristen, die gern auf die markanten Unterschiede in den IQ-Werten verschiedener Rassen verweisen und diese als wichtiges (aber nicht einziges) Argument gegen die afro-orientalische Einwanderung anführen, gehöre auch ich. Ich betrachte mich aber mitnichten als biologischen Deterministen; dies ist der Hauptpunkt, der mich vom NS trennt. Ein konsequenter biologischer Determinismus oder, um Ihren Begriff zu verwenden, "Rassematerialismus" hat ironische Folgen, auf die u. a. schon Evola hinwies: Wenn ein Jude, nach Vorstellung der Rassematerialisten Verteter einer genetisch bösen Rasse, sich gegenüber Nichtjuden ehrlich und human verhält, ist er eine abnorme Erscheinung, gewissermassen ein Verräter an seinen Mitjuden!

Zunächst sei die banale Tatsache in Erinnerung gerufen, dass die für verschiedene Rassen ermittelten IQ-Werte stets nur Durchschnittswerte sind und die IQ-Werte innerhalb jeder Rasse enorm schwanken. Zudem ist Intelligenz ja nur einer von mehreren Faktoren, nach denen wir einen Menschen beurteilen.

Der_Juergen

13. Juni 2021 08:05

Teil 2

Wer ist uns Rechten wohl lieber, ein anständiger Hilfsarbeiter mit einem IQ von 80 (unabhängig von seiner Rasse) oder Leute wie Attali, Soros, Gates und Schwab, deren IQ möglicherweise doppelt so hoch ist und die ihre hohe Intelligenz dazu nutzen, der Menschheit Unheil zu bringen?

Bischof Williamson meint, die verschiedenen Rassen seien wie Musiker in einem Konzert, die sich gegenseitig ergänzten. Gewiss, die Geige trägt mehr zum Konzert bei als das Glockenspiel, aber es braucht auch dieses.

Die weisse Rasse hat ungleich mehr kulturelle und geistige Grosstaten geschaffen als die anderen Rassen. Auch die Nordostasiaten, deren durchschnittlicher IQ etwas über dem europäischen liegt, haben insbesondere auf dem Feld der Musik nichts hervorgebracht, was mit der europäischen Tonkunst auch nur im entferntesten vergleichbar wäre. Die moderne Technik - zugegebenermassen ein zweischneidiges Schwert - wurde von Weissen begründet und von den Japanern, Chinesen und Koreanern lediglich sehr erfolgreich weiterentwickelt.

All dies gibt den Weissen, die neben zahllosen grossen Denkern, Künstlern und Wissenschaftlern auch jede Menge Schwerverbrecher wie z. B. die vier oben erwähnten hervorgebracht haben, nicht das geringste Recht, auf andere Rassen herabzusehen und einem "biologischen Determinismus" zu huldigen, dem zufolge der eine aufgrund seiner Abstammung gewissermassen auserwählt und der andere verdammt ist.

Laurenz

13. Juni 2021 09:16

@Der Starost

Das, was Sie schreiben, ist nicht wirklich einen Beitrag wert. Was glauben Sie, was die Deutsch sprechenden Bevölkerungsteile im Vielvölkerstaat Groß-Habsburg bei Volkszählungen für eine Nationalität angegeben haben? Das stand Österreicher gar nicht zur Auswahl.

@Der_Juergen

Sie beschreiben ja ganz gut, allerdings ist das Thema auch irgendwie durch. Mich interessieren auch keine Wertungen von Rassen, Identitäten & Kulturen. Man stellt die Unterschiede einfach fest. Und derjenige, also die globale Linke, der Unterschiede auf die Hautfarbe reduziert, ist respekt- & achtungslos, als ein rassistischer Verein. Das war die Linke nicht nur seit Karl Marx, sondern auch schon 2.000 Jahre früher. Auch der Liberalismus ist hier grenzwertig. Sucht der "Markt" doch global immer die billigsten Lohnkosten, was im Prinzip auf nicht-tarifärer Sklaverei beruht. Allerdings, stellt sich die Frage, wie man mit den Kulturen, zB Juden & Turk-Völker, umgeht, die eine rassische Wertung vornehmen.

Sonst würde ich eher die Debatte um das Recht auf Heimat & Reservat präferieren. Das ist auch mehrheitsfähiger.

heinrichbrueck

14. Juni 2021 00:50

1. Naziparteien sind verboten. Es ist unmöglich, entsprechende Ziele verwirklichen zu können. 
2. Der AfD wird unterstellt, auch wenn es nicht im Parteiprogramm steht, verbotene Handlungen praktizieren zu wollen. Stichwörter: Extremismus u. Radikalismus. 
3. Propaganda (für die Wähler): AfD verheimlicht ihre Ziele. 
Die Medien und die Wählermehrheit. Oder: Propaganda trifft superschlaue Mehrheit. Ergebnis: Kickl wird medial gedeutet, als Fassade gesetzt, unwählbar gemacht; seine Radikalität von potentiellen Wählern sogar noch übertroffen werden darf, die Intelligenzbestie Wählermehrheit schluckt die Propagandawirkung. 
Logik: AfD und Kickl sind nicht Nazis / Nazis wählen wir nicht. Wo liegt der Fehler? 

Volksdeutscher

14. Juni 2021 11:11

Martin Sellners Analyse ist für mich einleuchtend und nachvollziehbar. Allerdings habe ich das Gefühl, daß seiner rationalen Analyse eine große Proportion Wunschdenken unterliegt. Wenn ich ihr meinerseits zustimme, unterliegt freilich auch meiner Zustimmung das Wunschdenken, denn letzten Endes weiß ich nicht, kann ich nicht wissen, wie Kickl sich entwickeln wird, sollte er jemals der höchste politische Führer Österreichs werden, wünsche jedoch einen Deutsch-Österreicher wie ihn an der Spitze seiner Partei und des österreichischen Staates. Wir können ihm aufgrund seiner Aussagen und seines Verhaltens heute nur einen Vertrauensvorschuß geben, da wir, im Besitz von Erfahrungen und Erkenntnissen, wissen, was alles in der Politik möglich war und ist und immer sein wird. Der Vertrauensvorschuß kann also nur für jetzt und bis auf Widerruf gelten.

Der_Juergen

14. Juni 2021 11:45

@HeinrichBrueck (00.50)

 

Ihr Kommentar zeichnet sich leider nicht durch Verständlichkeit und Logik aus...

Laurenz

14. Juni 2021 12:14

@Volksdeutscher

Immer diese absoluten Erwartungshaltungen. Kickl ist ein Mensch & kein Messias. Und Mensch darf Er auch bleiben. Natürlich ist Er auch nicht, wie Kronprinz Basti I, ein idealer Schwiegersohn. Das träfe viel mehr auf MS zu, der allerdings auch schon eine Schwiegermutter hat.

Allerdings sind die Schwiegermütter in Österreich als Wähler jetzt arg enttäuscht worden, was die Sehnsucht nach einem nüchternen, klaren Kopf, wie Kickl, erhöhen mag. Wenn's schon nicht der Kronprinz ist, vielleicht eher der (blaue) Hofkapellmeister.

Volksdeutscher

14. Juni 2021 22:12

@Laurenz

Nein, nicht um das Absolute ging es es mir, sondern um das Grundlegende, d.h. ausszusprechen, daß man auf Politiker keine allzu große Erwartungen stellen soll. Schon aus dem Grund nicht, weil sie, wie Sie es auch richtig betonen, Menschen sind und damit fehlbar wie wir alle.

Laurenz

19. Juni 2021 20:03

Hier der Kommentar des Relotius

https://www.spiegel.de/ausland/herbert-kickl-neuer-parteichef-der-fpoe-in-oesterreich-a-54676511-4711-4bf2-ac35-0a3598fb7f39

links ist wo der daumen rechts ist

22. Juni 2021 07:05

Meiner Seel‘!

Kickl ist zweifellos derzeit der beste Oppositionspolitiker Österreichs.

Und nicht wenige Leute aus meinen Corona-kritischen Umfeld, die irgendwann einmal Grün gewählt haben, können sich ihren Respekt nicht versagen. Rhetorisch ist er ohnehin oftmals brillant (das abgebrochene Philosophie-Studium scheint sich bezahlt zu machen).

Also ein rechter Saint-Just, den Linke bewundern, der aber für diese unwählbar bleibt.

Die FPÖ kann mit ihm bei den nächsten Wahlen eine ähnliche Situation erreichen wie 1999: drei etwa gleich große Parteien SPÖ, ÖVP und FPÖ (die Grünen taumeln zwischen Absturz und Regeneration).

Es wird sich also für die FPÖ nichts grundlegend ändern; man betrachte die Geschichte von FPÖ/BZÖ seit Regierungsantritt im Jahr 2000.

Aber v.a.: Wen kümmert, was sich in Ö, diesem Fliegendreck auf der Landkarte, abspielt?

Warum dieser österr. Hurra-Patriotismus – wenn es doch um Deutschland geht?

Die EU in ihrer heutigen Form wird irgendwann kollabieren – und Deutschland ist der natürlich Hegemon Europas (v.a. in Richtung Osten und Südosten).

Also wieder einmal: beginnt über das Vermächtnis der „Ideen von 1914“ nachzudenken und vergesst diesen Ösi-Schmus, meine lieben neurechten Freunde. Es steht mehr auf dem Spiel als der verquaste Ahnenstolz auf die Babenberger et al. eines Martin Sellner.