23. Juni 2021

Steinmeier in Berlin, Chrupalla in Moskau

Erik Lehnert / 74 Kommentare

Merkwürdig: Wenn man Götz Aly glauben darf, verneigte sich erstmals „ein deutscher Bundespräsident vor den gefallenen Soldaten der Roten Armee“,

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

vor Soldaten, die „ihr Leben für ihr Mutterland, für die Freiheit Europas und für das Glück von uns heutigen Deutschen“ opferten.

Merkwürdig ist nicht, daß Steinmeier das tut, sondern daß es bislang noch nicht vorgekommen sein soll. Also wieder ein geschichtspolitischer Tabubruch, der dazu dient, geschichtsklitternd die Unterschiede zwischen Siegern und Besiegten zu verwischen. Daß Stalins Soldaten für die „Freiheit Europas“ gefallen seien, ist eine Formel, die aufgrund ihrer völligen Haltlosigkeit vor zwanzig Jahren noch Anstoß erregt hätte.

Vielleicht erinnert sich noch jemand an das Jahr 2004, als Kanzler Schröder erst an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Landung in Normandie teilnahm, um wenig später den Gedenkfeiern zum Warschauer Aufstand beizuwohnen.

Die Junge Freiheit wähnte den Kanzler auf der „Sonnenseite der Nachkriegsordnung“ und schrieb damals:

Erst Normandie, dann Warschau: Gerhard Schröder ist bei Feiern der einstigen Kriegsgegner ein gerngesehener Gast. Sein Auftritt in Warschau auf der Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag des Warschauer Aufstandes hat die Erwartungen der Gastgeber voll erfüllt: Der Kanzler hat sich in allen strittigen Fragen den polnischen Standpunkt zu eigen gemacht. Die Heimatvertriebenen stellt diese neue deutsch-polnische Eintracht auf Regierungsebene vor eine ungewohnte Situation. Sie stehen jetzt ganz allein auf politischer Flur – auch die Union als einstige Schutzmacht versagt ihnen die Unterstützung.

Helmut Kohl hatte während seiner Amtszeit eine Teilnahme an den D-Day-Feierlichkeiten noch mit dem Satz abgelehnt, es sei

für einen deutschen Bundeskanzler kein Grund zum Feiern, wenn andere ihren Sieg in einer Schlacht begehen, in der Zehntausende Deutsche elend umgekommen sind.

Die Junge Freiheit sah in diesem Paradigmenwechsel

ein deutliches Zeichen, daß Deutschland dabei ist, ein voluntaristisches Geschichtsbild zu verinnerlichen, in dem es als die mythisierte Verkörperung des Bösen fungiert, das von gütigen Siegern erlöst werden mußte.

Das kommt – drastisch gesprochen – einem geistigen und geschichtspolitischen Nachvollzug der bedingungslosen Kapitulation von 1945 gleich. Natürlich kann ein Kanzler die Mystifikationen der Sieger nicht unwirksam machen. Er könnte aber dazu eine Position beziehen, die deutlich zu erkennen gibt, daß geschichtliche Wahrheit und politische Kräfteverhältnisse nicht dasselbe sind.

Nun hat nicht nur Steinmeier einen Kranz in Berlin niedergelegt, sondern auch der Co-Chef der einzigen deutschen Oppositionspartei hat das getan, allerdings in Moskau „zum Gedenken an die Opfer des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion“.

Die Pressemitteilung der AfD zitiert Chrupalla mit den Worten:

Es hat mich tief bewegt, dass ich am 80. Jahrestag des Überfalls des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten niederlegen konnte, um der unzähligen Opfer zu gedenken, die dieser furchtbare Krieg nicht zuletzt auf russischer Seite gefordert hat. Ich bin davon überzeugt, dass eine wirkliche Versöhnung als Grundlage für eine gemeinsame Zukunft unserer beider Völker nur gelingen kann, wenn wir uns vorbehaltslos den Schrecken der Vergangenheit stellen.

Auch hier müssen wir  das bereits vom Co-Fraktionschef Gauland gebrauchte Narrativ vom Überfall auf die (friedliebende) Sowjetunion vermerken, das nicht zuletzt Putin selbst in recht umtriebiger Weise propagiert.

„Vor genau 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfielen die Nationalsozialisten, nachdem sie ganz Europa erobert hatten, die UdSSR“, schreibt Putin in der Zeit. Weiter heißt es:

Wir sind stolz auf den Mut und die Standhaftigkeit der Helden der Roten Armee und der Arbeiter daheim, die nicht nur die Unabhängigkeit und Würde ihres Vaterlandes verteidigten, sondern auch Europa und die ganze Welt vor der Versklavung retteten. Ungeachtet jüngster Versuche, die Kapitel der Vergangenheit neu zu schreiben, lautet die Wahrheit, dass der Sowjetsoldat seinen Fuß nicht auf deutschen Boden setzte, um sich an den Deutschen zu rächen, sondern um seine edle und große Befreiungsmission zu erfüllen.

Für die Bild-Zeitung war diese Geschichtsklitterung Anlaß genug, auf ihren Seiten ausnahmsweise einmal der historischen Wahrheit etwas Platz einzuräumen, wenn sie auf den Kriegsbeginn hinweist.:

Der begann für Moskau am 17. September 1939, als die Rote Armee nur wenige Tage, nachdem die deutsche Wehrmacht Polen überfallen hatte, von Osten her in Polen einmarschierte. Es war der Hitler-Stalin-Pakt (den man in Putin-Land nicht ungestraft nennen darf), mit dem die Sowjetunion in den Zweiten Weltkrieg eintrat. Nach Polen (die Ostgrenze ist noch immer die, auf die sich Hitler und Stalin geeinigt hatten) war noch Finnland dran und dann das Baltikum.

Auch wenn es nicht die Liebe zur Wahrheit, sondern der Haß auf Putin ist, der dem Bild-Autor die Feder führt, ist dieser Hinweis doch beachtlich, weil damit deutlich wird, daß die Mitschuld der Sowjetunion am Zweiten Weltkrieg keine rechte Verschwörungstheorie ist. Gleichzeitig wird damit noch einmal der geschichtspolitische Paradigmenwechsel deutlich, den nicht nur die BRD-Eliten vollzogen haben, sondern mittlerweile auch Teile der Rechten.

Diejenigen, die nicht vom „Überfall“ sprechen und sich kritisch gegenüber solchen Anbiederungsversuchen verhalten, gelten dann nicht nur als Ewiggestrige, als Geschichtsrevisionisten oder schlimmeres, sondern müssen sich von den neuen rechten Pragmatikern vorhalten lassen, die außenpolitischen Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben und mit dem Beharren auf ihrer Position den Transatlantikern in die Hände zu spielen.

Nun ist es für eine Oppositionspartei, zumal eine wie die AfD, zweifellos schwer, ein außenpolitisches Profil aufzubauen. Es steckt daher eine gewisse Logik darin, sich quer zur offiziellen Außenpolitik der Bundesrepublik zu bewegen, weil die ausgefahrenen Wege von den Mächtigen kontrolliert werden und dort maximal der berühmte Platz am Katzentisch bleibt.

So hatte und hat Trump in der AfD eine große Fangemeinde, die sich spätestens bei der Frage der Nord Stream 2-Gasleitung in Widersprüche verstricken mußte. Die Regierung von Polen erfreut sich großer Zustimmung, obgleich Polen in penetranter Weise Reparationsforderungen gegen Deutschland erhebt und dessen Vasallenstatus gegenüber den Amerikanern eigentlich jedem Nicht-Transatlantiker Zurückhaltung auferlegen müßte. Letztere sehen in Putins Rußland die Gelegenheit aus der amerikanischen Gefangenschaft auszubrechen und bemühen sich daher, einen Fuß in die Tür Moskaus zu bekommen.

Daß diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, ist nahezu ausgeschlossen. Daß eine geschichtspolitisch so konsequent handelnde Regierung wie die Rußlands jemanden ernst nehmen könnte, der seine eigene Geschichte derart flexibel handhabt, wie es die Deutschen tun, ist unwahrscheinlich. Daß man als willfähriger Statist den Russen Avancen machen und damit den Transatlantikern Paroli bieten könnte, ist eine Vorstellung, die ihren Platz in der Paartherapie hat, aber nicht in der Weltpolitik.

Muß man also unbedingt am 80. Jahrestag des Kriegsbeginns zwischen Deutschland und der Sowjetunion nach Moskau fahren, wohl wissend, daß man dort keine deutsche Sicht der Dinge wird vortragen können? Kann man nicht irgendwann anders reisen? Wie interpretieren Polen, Ungarn, Rumänien, die baltischen Staaten undsoweiter diesen Besuch und diese Wortwahl?

Es ist zu befürchten, daß die Verwässerung der geschichtspolitischen Haltung in Bezug auf Stalin und die Sowjetunion als ein Signal verstanden wird: Mit der AfD sei außenpolitisch im Sinne deutscher Interessen nicht mehr zu rechnen. Um so leichter dürfte den Gegnern die Einhegung fallen, innen- und außenpolitisch.


Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.


Kommentare (74)

kikl

23. Juni 2021 11:35

Die Geschichte des zweiten Weltkrieges ist das heilige Dogma der Bundesrepublik Deutschland. Das Dogma lautet - ohne starke Übertreibung: Deutschland und die Deutschen sind an Allem schuld. Wer dieses Narrativ in Frage stellt, dem wird das Leben in Deutschland zur Hölle gemacht.

 Es ist kein Zufall, dass genau dieses Narrativ von den Siegermächten im Wege der "Umerziehung" bzw. "reeducation" den Deutschen eingetrichtert wurde, ist es doch genau das, was jeder Sieger in die Geschichtsbücher schreibt. Der Besiegte ist schuldig und hat seine gerechte Strafe erhalten. So lange wir aus diesem Gedanken-Gefängnis nicht ausbrechen, sind wir geistig versklavt.

Geschichtspolitik besteht im Regelfall darin, die Geschichte derart umzuschreiben, dass das Narrativ den Interessen der Mächtigen entspricht. So handhaben es die Russen aber auch die Polen, Briten, Franzosen und Amerikaner.

Erstaunlich an der deutschen Geschichtspolitik ist nicht, dass sie verlogen ist, sondern dass sie die Geschichte im Sinne der Siegermächte des zweiten Weltkrieges umschreibt. In einem souveränen Staat wäre das unmöglich.

Ich wünsche mir jetzt nicht, dass im Interesse Deutschlands Geschichtslügen verbreitet werden, so wie es Putin, Biden, Macron,... in aller Regel tun. Ich wäre schon zufrieden, wenn die historische Wahrheit über den zweiten Weltkrieg ausgesprochen würde von unseren Politikern. Wenn die Wahrheit zu Heikel ist, dann mögen sie schweigen anstatt sich zu unterwerfen.

Ein gebuertiger Hesse

23. Juni 2021 11:39

Ins bodenlos Schwarze treffende Lagebeschreibung - leider!

RMH

23. Juni 2021 11:41

Auch hier wäre Chrupalla mit der Befolgung der Maxime von G.K. aus dem vorherigen Beitrag gut beraten gewesen, alternativ sein, heißt manchmal auch schweigen.

Der Mumm zur aktuellen, kompletten geschichtspolitischen Entblödung quer durch alle Parteien bis hin zur AfD hängt vermutlich auch damit zusammen, dass die Generation der aktiven Kriegsteilnehmer mittlerweile fast komplett weggestorben ist oder in vernachlässigbarer Zahl in Pflegeheimen vor sich hin dümpelt und daher kein Widerspruch mehr zu erwarten ist (die Zunft der Historiker hat man ja schon länger im Griff).

Wer das noch das Glück hatte, Erzählungen erster Hand zu hören, der kann solche, Einseitigkeiten, wie sie jetzt aus Opportunismus abgegeben werden, nicht goutieren. 

RMH

23. Juni 2021 12:07

"vor Soldaten, die „ihr Leben für ihr Mutterland, für die Freiheit Europas und für das Glück von uns heutigen Deutschen“ opferten."

Und das Ganze auch noch in eigener, kompletter Unfreiheit vollbrachten. Man erinnere sich: Die Sowjetsoldaten zogen in den Kampf mit dem Befehl, dass sie die letzte Patrone für sich selber aufzuheben haben und diejenigen, die dann doch in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten und diese überlebten, wurden danach noch jahrelang erheblichen Schikanen ausgesetzt, wenn man sie nicht gleich direkt vom deutschen Kriegsgefangenenlager via weiterbetriebenen KL in den Gulag deportierte. Stalin lässt man heutzutage einfach immer mehr "durchgehen", gerade auch seit Putin das Sagen in Russland hat.

tearjerker

23. Juni 2021 12:27

„Daß man als willfähriger Statist den Russen Avancen machen und damit den Transatlantikern Paroli bieten könnte, ist eine Vorstellung, die ihren Platz in der Paartherapie hat, aber nicht in der Weltpolitik.“

In Deutschland überschneiden sich die Interessen der Grossmächte, zu denen wir Russland wohl noch zählen dürfen. Es liegt daher im deutschen Interesse, neben den USA auch die Russen im Boot zu halten und sich um Ausgleich zu bemühen. Solche Überlegungen sind in der Weltpolitik und Geopolitik stets präsent, in Deutschland scheint man sie erst wieder zu entdecken.

Marc_Aurel

23. Juni 2021 12:32

Was Putin da in der Zeit geäußert hat, wenn es denn auth./korrekt übersetzt ist, wird natürlich spätestens abenteuerlich ab hier: „ …sondern auch Europa und die ganze Welt vor der Versklavung retteten … um seine edle und große Befreiungsmission zu erfüllen.„

Russland als pot. strat. Partner zu betrachten, heißt natürlich nicht, dafür Deutschland in den Dreck zu ziehen und auch nicht, dass man die Geschichte vom guten Väterchen Stalin dafür mitfressen muss. Wer dort den Weg beschreitet, sich der fremden Deutung zu unterwerfen, geht zu weit, Partnerschaft heißt nicht Unterwerfung, sich „nicht zu isolieren“ heißt auch nicht Unterwerfung. So etwas ist auch unnötig, denn ich glaube nicht, das gewisse Differenzen in der Geschichtsdeutung einer Zus.-arb. in der Zukunft zwingend im Weg stehen müssen.

Es ist eben, wie bei vielen Dingen auch hier eine Gratwanderung, wenn patr. Kräfte länderübergreifend zus.-arbeiten wollen: es besteht die Gefahr sich auf die neg. Dinge zu konz. und sich in Grabkämpfen darüber zu verlieren, man findet überall Haare in der Suppe, wenn man mag, auch in der Koop. mit einem Le Pen-Frankreich z.B. böten sich genügend Mögl. in Minenfelder zu geraten. Die jeweils eig. Leute wollen nat. das eig. Land möglichst hochleben lassen, den anderen schmeckt das nicht, schwierig, aber nicht unlösbar. Formeln mit der beiden Seiten leben können, wie „gem. Tragödie“ wären ein Anfang. Fingerspitzengefühl nötig

Heinrich Loewe

23. Juni 2021 12:49

Nur als side-kick: Die BILD ist eine richtig gute populistische Zeitung geworden! Schreibt seit 2 Jahren gegen Merkel, benennt die Propaganda der Öffentlich-rechtlichen, stellt "unbequeme" Fragen zur Corona-Politik, macht wokeness und damit den Kulturmarxismus zum Thema undundund. Die Russophobia wird man ihr nicht abgewöhnen.

RMH

23. Juni 2021 13:27

@M._Aurel,

Gemeinsame Tragödie stimmt doch nicht. Für die einen war es ein großartiger Sieg, für die anderen eine Niederlage fast biblischen Ausmaßes, die rein aus dem Grund am Ende nicht ganz so verheerend geworden ist, weil sich die Sieger nach dem Ende des  Krieges selber in die Wolle bekommen haben und die Besiegten ein Stück weit wieder brauchten. Tragödien erlitten nationenübergreifend lediglich nur konkrete Personen und deren Familien.

Aber immerhin: Noch vor wenigen Jahren brachten nach offiziellem BRD-US- Narrativ nur die Westalliierten die Freiheit nach Europa und Deutschland. Jetzt zumindest auch die Sowjets. Total unfrei = also deutsche Besatzung und NS Regime, frei, aber mit nicht auszusprechenden Einschränkungen = Bolschewismus und Stalinismus. So sieht die Verschiebung der Skala aus. Das da auch ehemalige DDR Bürger wie T.C. mitmachen, löst leichtes Erstaunen aus. Wie ich anderen Ortes schon schrieb, zu Steinmeier braucht man gar nicht mehr erst etwas zu sagen. Nicht mein Präsident.

MARCEL

23. Juni 2021 14:07

Richtig, zum Jahrestag hätte man sicher nicht nach Moskau fahren sollen. Nur sehe ich 2021 ff. außer Russland keinen Verbündeten für das, was der Neuen Rechten am Herzen liegt. Ohne ein starkes Bündnis wird es aber nicht gehen, Bismarck wusste das, Hans von Seeckt auch (Polens Nationalismus ist anti-deutsch, Ungarn ist uns seit den Münchener Stadionfarben wohl auch nicht mehr wohlgesonnen etc.)

firenzass

23. Juni 2021 15:10

Statt hier historische "Wahrheiten" und geopolitisches Fuer und Wider zu betrachten wuerde ich eher ein ganz anderes Fass aufmachen wollen:
Stehen die Russen denn nicht selbst mit einem Bein in der NWO ?
Die Russen bespielen die UNO rauf und runter.
Die Russen sind dem New Yorker Fluechtlingspakt und dem Global Compact beigetreten.
Die Russen machen auf Klima.
Die staatliche russische Sberbank arbeitet gemeinsam mit dem WEF des talentierten Klaus Schwab an einem Project zu Cybersicherheit.
Die Russen machen voll auf Korona.
....und und und..

Marc_Aurel

23. Juni 2021 15:33

@RHM

Der Blutzoll für diesen Sieg war aber enorm...schlagen Sie ein besseres Wort vor.

Der_Juergen

23. Juni 2021 16:46

Guter Artikel und sehr guter Kommentar von @Kiki

Zum Stalinbild in Russland: Kritik an Stalin wird in den letzten Jahren praktisch nur noch von Leuten, die uns sonst fern stehen - den Liberalen und Prowestlern. Unter den russischen Nationalisten, die mit dem Marxismus-Leninismus nichs am Hut haben und die erste Phase der bolschewistischen Herrschaft oft als "antirussisch" und "fremd" (im Klartext: "jüdisch", auch wenn das kaum einer sagt) anprangern, wird Stalin allgemein bejubelt.

Das ist in manchen Punkten verständlich: Er war ein ungemein erfolgreicher Staatsmann, hat das Land in schwindelerregendem Tempo industrialisiert (wenn auch um den Preis enormer Opfer) und hat  den Krieg gewonnen (wenn auch grossenteils dank dem Unverstand der deutschen Führung; wären die Deutschen als Befreier statt als Eroberer aufgetreten, hätte sich Stalin kaum zu retten vermocht. Doch Verbrecher a la Erich Koch in der Ukraine, der das Land bis aufs Blut ausbeutete, trieben die Bevölkerung scharenweise in die Arme der Bolschewisten.)

Festhalten muss man auch, dass die Opfer des Stalin-Terrors im Westen häufig enorm übertrieben werden; Mitschuld daran trägt Solschenizyn, der die absurdesten Ziffern auftischte (60 Millionen). Doch rund 10 Millionen waren es schon, darunter ein grosser Teil der Besten des Landes.

Dreiste Geschichtsfälschung betrieben wird in Russland besonders, wenn es um die horrenden Verluste der Roten Armee in der ersten Kriegsphase geht. Diese werden teils damit erklärt, dass die UdSSR nicht auf den Krieg vorbereitet gewesen sei (als ob die Kriegsvorbereitungen nicht schon lange fieberhaft gelaufen wären) oder damit, dass man nicht nur gegen Deutschland, sondern gegen "halb Europa" gekämpft habe. Mit Verlaub, die sowjetische Luftwaffe wurde in den ersten beiden Kriegstagen nicht von "halb Europa" zerstört, sondern von der deutschen Luftwaffe, weil die Sowjets ihre Flugzeuge auf grenznahen Flugplätzen aufgestellt hatten, mit dem Ergebnis, dass sie wie lahme Tauben abgeschossen wurden. 

Solche Fakten werden von russischen Geschichtsrevisionisten, von denen etliche im Sammelband "Überfall auf Europa? Russische Historiker belasten Stalin" zu Wort kommen, beim Namen genannt. Deren Thesen sind nicht verboten, ihre Bücher können offen verkauft werden, doch in den offiziellen Medien kommt keiner von ihnen zu Wort und in den nationalistischen, die Putin als zu weich kritisieren, natürlich auch nicht.

Niekisch

23. Juni 2021 17:47

"Wer das noch das Glück hatte, Erzählungen erster Hand zu hören, der kann solche, Einseitigkeiten, wie sie jetzt aus Opportunismus abgegeben werden, nicht goutieren."

@ RMH 23.6. 11:41: Von Gebirgs- und Fallschirmjägern bis zu Einmann-torpedofahrern habe ich mit mehreren Dutzend Kriegsteilnehmern und Menschen der "Heimatfront" gesprochen, mir die Fotoalben angesehen und Tagebücher gelesen. Die Information war ein Glück, ebenso der persönliche Kontakt, zumeist nicht die Tatsachenschilderungen, die in ihrer Grausamkeit für Heutige nicht nachvollziehbar und traumatisierend sind. Mein Fazit:

Die Wehrmacht war höchst beliebt, kaum nationalsozialistisch, höchst organisiert und kampfkräftig, ahndete in aller Regel jeden Mißgriff der eigenen Leute sofort und hart, hat ewige Verehrung jedes anständigen Deutschen mehr als verdient. 

Laurenz

23. Juni 2021 18:46

Der Grund für den brutalen Kampf im Osten ist historisch eindeutig, auch wenn die Deppen von der Berliner Zeitung nicht recherchiert haben, was sie hätten tun sollen, damit man sie nicht so bezeichnen muß. Es ist völlig unverständlich, wie man solch einen Artikel schreiben kann, ohne den geringsten Plan zu haben....

Lenin war direkt nach seiner Machtergreifung aus den Genfer Konventionen & der Haager Landkriegsordnung, wie ähnlichen anderen Abkommen, ausgetreten. Für die Rote Armee galt also kein Völkerrecht & kein internationales Kriegsrecht, was sich schon im Bürgerkrieg an Brutalität abzeichnete.

RMH

23. Juni 2021 19:20

@Niekisch,

"ewige Verehrung jedes anständigen Deutschen mehr als verdient."

Sehe ich auch so, aber auf jeden Fall mindestens Respekt und keine Besserwisserei von Nachgeborenen. Es sollen ca. 17,3 Mio. Deutsche in der Wehrmacht gedient haben (ohne Waffen SS). Diese werden alle in einen Topf geworfen und zum Teil einer "Verbrecherorganisation" gemacht. Da war man ja selbst bei den Nürnberger Prozessen differenzierter. Was für eine Schande ... aber das wurde hier schon oft genug diskutiert.

Halten wir fest:

In punkto Historie ist von der AfD, nachdem man sich dort in Bezug auf die bekannten 12 Jahre blutige Nasen geholt hat ("Vogelschiss", "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" etc.), nichts mehr zu erwarten. Wobei wir damit wieder bei der Kubitschek´schen Maxime vom Schweigen wären ... wenigstens dass sollte man dann noch erwarten dürfen.

Andrenio

23. Juni 2021 19:21

Was hätte man in Moskau wohl gesagt, wenn auf dem Kranz gestanden wäre:

Den Soldaten der Roten Armee, die Opfer der NKWD-Sperrdivisionen wurden, die mit der Pistole der politischen Kommissare in den Rücken geschossen wurden, deren Generäle in Moskau hingerichtet wurden, die wie die Wlassow-Armee in aussichtsloser Lage für ein freies Russland kämpfen wollten?

Flaneur

23. Juni 2021 23:50

Wir haben seit 2014 massive geopolitische Verschiebungen erlebt. Deren Realisierung spiegelt sich möglicherweise in den hier eher  kritisch gesehenen Handlungen und Aussagen Gaulands und Chrupallas (wie auch Steinbachs). Da alle jüngeren Versuche nicht wirklich erfolgreich gewesen sind,  Deutschland bzw. die EU als ernst zu nehmenden eigenständigen geopolitischen Akteur zu etablieren (von Deutschland braucht man in diesem Kontext nicht  zu reden), könnte man in Gauland und Chrupalla also weitsichtige Realpolitiker sehen, die um die begrenzten geopolitischen Möglichkeiten Deutschlands und der EU in einer veränderten Welt wissen.

Raskolnikow

24. Juni 2021 07:43

Russische Jugendliche,

in Königsberg kleben stolz "Königsberg"-Aufkleber auf die Heckscheiben ihrer tiefergelegten Schigulis, eine beliebte Klamottenladenkette heißt "U495", die russische Flagge trägt die Farben der Wlassow-Armee, die Deutschen sind die mit Abstand die beliebtesten Ausländer, das nobelste Antiquitätengeschäft auf der Twerskaya nennt sich "Leibstandarte"....

Der politisch skrupulöse Mensch stirbt zum Glück aus...

Seneca

24. Juni 2021 07:51

Treffend ! Dennoch wird man Chrupalla eine gewisse Portion Realpolitik attestieren müssen. Ein gemeinsamer Besuch der AfD-Spitze auf einem deutschem Soldatenfriedhof zum diesjährigen Volkstrauertag wäre das Mindeste an Ehrerbietung gegenüber den Gefallenen des eigenen Volkes. Man kann um die eigenen Trauern und zugleich das Leid der anderen anerkennen. Dies ist kein Widerspruch sondern moralische und seelische Größe.

Lessgustoi

24. Juni 2021 09:46

Chrupalla hatte völlig recht, einen Kranz in Moskau niederzulegen. Er hat sich ja damit nicht die Geschichtssicht Putins zu eigen gemacht. Sondern die Soldaten geehrt, die ihr Vaterland verteidigt haben. Deutschland hat schließlich den Krieg angefangen. 

 Schließlich und endlich: wäre die Welt eine bessere geworden, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte? Mit Sicherheit nicht. Dann wären nur andere gestorben. Die Diktatur wäre aber die gleiche geblieben. Die Wahl zwischen Hitler und Stalin war die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die jungen Kerle, die auf beiden Seiten in den Krieg gezogen und gestorben sind, wußten von alledem nichts. Chruppalla hatte völlig recht.

Niekisch

24. Juni 2021 10:28

@ Lessgustoi 9:46: Besten Dank für Ihre meine Entscheidung, nie mehr AfD zu wählen, befestigenden Äußerungen,  Ich will vor meinen Vorfahren bestehen, nicht sie noch nachträglich schänden, wie Sie es tun. Pfui Teufel!

RMH

24. Juni 2021 11:31

"Schließlich und endlich: wäre die Welt eine bessere geworden, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte?"

@Lessgustoi,

stellen Sie diesen Gesslerhut bitte woanders auf, aber nicht in diesem Forum. Darum geht es in der Diskussion nicht und das hat bislang auch keiner behauptet.

Im Übrigen ist der Kranz von Chrupalla nicht das Thema, sondern seine Presseerklärung dazu. Dass man bei einem Besuch eines Landes dessen Opfer ehrt, ist das legitime eine und über das andere wurde/ wird hier diskutiert.

Laurenz

24. Juni 2021 11:34

 

@Lessgustoi

Der Krieg begann doch gar nicht im Juni '41. Was erzählen Sie da?

Der II. Weltkrieg ließ quasi alle Kolonialreiche zusammenbrechen, auch wenn die Vietnamesen noch weitere 30 Jahre um eine gewisse Freiheit vom kolonialen Joch kämpfen mußten, die Niederländer sich auch noch in der Nachbarschaft daneben benahmen.

Millionen Deutscher starben für die Freiheit aller unterdrückten Völker, ganz vorne Indien. Der einzige Staat, der reale Gebietsgewinne tätigte, war die Sowjetunion, der größte Kriegs-Aggressor in den 30er und 40ern.

t.gygax

24. Juni 2021 12:04

@niekisch

 

Sie haben vollkommen Recht, man sollte sich einen Rest Würde und Ehre in diesen jammervollen Zeiten nicht nehmen lassen.

brueckenbauer

24. Juni 2021 14:02

Soso, Chrupallas Auftritt in der UdSSR stellt also "deutsche Interessen" in Frage.

Mit der Formel "deutsche Interessen" würde ich vorsichtiger hantieren. Sind hier wirklich konkrete Wünsche und Bedürfnisse des ethnodeutschen Restvolkes gemeint? Hat dieses deutsche Restvolk nicht vor allem gegen einen neu/alten Weltbürgerkrieg und die neu/alte Vision einee Weltdiktatur zu kämpfen - und sind nicht die europäischen Völker (alle!) hier die unausweichlichen potentiellen Verbündeten?

"Geschichtspolitik" ist für das Überleben eines Volkes nie entscheidend - aber für die Freundschaft zu anderen Völkern kann "Geschichtspolitik" geradezu zur Blockade werden..

Brandolf

24. Juni 2021 17:42

Laurenz,

nein, Sie irren sich, denn der größte Profiteur des Zweiten Weltkrieges und der einzig wahre Erbe des Dschingis Khan, sind die Patchwork-Nation USA, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem modernen Imperium aufgestiegen sind und seit dem 30 Millionen Menschen getötet haben!

Brandolf

24. Juni 2021 18:11

In Russland begreift man die Rote Armee allein als Befreier Europas vom Nationalsozialismus und der deutschen Besatzungsherrschaft sowie den Klientelregimes der Achsenmächte und eben nicht als Überbringer der Demokratie (die es übrigens mit Ausnahme der Tschechoslowakei nirgendwo in Osteuropa gab).

Irritation und Befremden ruft bei mir die Verehrung von Nazi-Kollaborateuren als Freiheitkämpfer in den baltischen Staaten und der Ukraine sowie die Glorifizierung der Diktatur von Pilsudski und seiner Nachfolger im Polen der Zwischenkriegszeit durch die derzeitige polnische PiS-Regierung hervor. Die ukrainischen und baltischen (insbesondere lettischen und estnischen) Faschisten waren übrigens auch oder sogar dezidiert deutschfeindlich. Allerdings ist es naheliegend, dass v.a. die Balten jede historische Person verehren, die Russland Schaden zugefügt hat, was sich exemplarisch darin äußert, dass es in den baltischen Staaten Straßen, öffentliche Plätze und Gebäude gibt, die nach Dudajew und Jelzin (der Russland mit seiner marktradikalen Politik mehr geschadet hat als Stalin und Hitler zusammen) benannt sind.

Das Polen der Zwischenkriegszeit war übrigens außenpolitisch sehr aggressiv und innenpolitisch, insbesondere gegenüber Minderheiten sehr repressiv. Die Beteiligung Polens an der Zerschlagung der Tschechoslowakei wird geschichtspolitisch nie hinreichend zur Kenntnis genommen.

Niekisch

24. Juni 2021 18:31

@ brueckenbauer 14:02: Ja, Chrupallas Auftritt dient einerseits deutschen Interessen, weil er die Blockade gegen Rußland durchbricht. Andererseits weiß Putin sehr genau um die Lügen zur Vorgeschichte des 22.6.1941, um alle deutschen und russischen Imperialismen und Vergehen gegen die Menschlichkeit. Einem Mann wie ihm muss wahrhaftig, offen und konsequent gegenübergetreten werden. Das versteht ein Mann wie er, erwartet es sogar. Auf dieser Basis lässt sich zusammenarbeiten und das ist auch bitter nötig, damit es nicht zu einem neuen 22.6. kommt, der dann allerdings nicht von uns, sondern von unseren Herren ausgehen wird.

 "Geschichtspolitik" ist für das Überleben eines Volkes nie entscheidend" Doch, das ist sie sehr wohl, sie  war schon immer und wird immer sein eine notwendige Begleiterin der Außenpolitik. Ist nicht gerade aus dem Missachten dieses Grundsatzes in Versailles 1919 die Grundlage für die Fortsetzung des ersten Weltkrieges durch den zweiten Weltkrieg gelegt worden?

Der_Juergen

24. Juni 2021 18:37

@Lesegustoi

"Schließlich und endlich: wäre die Welt eine bessere geworden, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte? Mit Sicherheit nicht."

Hätte Deutschland den Krieg gewonnen, wären die Deutschen (und die Franzosen, und die Engländer und andere europäische Völker) nicht von afrikanischen und islamischen Immigranten überschwemmt worden. Es gäbe in Deutschland keine Schulklassen ohne ein einziges deutsches Kind. Es gäbe keinen Genderwahn, keinen Schwulenkult;  Kinderschänder und andere Perverse sässen nicht in den Regierungen und Medien. Und die Welt wäre nicht unter dem Vorwand einer erfundenen Pandemie in ein Gefängnis verwandelt worden. Schluss, Punkt.

Nebenbei, wenn die Sowjets den Krieg gewonnen und bis zum Atlantik vorgestossen wären, hätte sich das alles ebenso wenig ereignet. Dass die Anglo-Amerikaner (mit ihrer nicht-angelsächsichen Führungselite) den Krieg schlussendlich gewannen  (denn die Sowjets verloren ihn nachträglich ja auch), war die grösste Katastrophe, welche die Welt je ereilt hat. Schluss, Punkt. 

Lessgustoi

24. Juni 2021 18:44

@Brückenbauer Sehr richtig. 

@RMH. Mich würde sehr interessieren, was Sie an der Erklärung Chrupallas als diskussionswürdig empfinden. Ich kann da nichts von Steinmeierschem Blödsinn lesen. Nur der allerschlichteste Menschenverstand.

Und was Gaulands "Überfall" angeht: ja was denn sonst? Überfall bedeutet jemanden angreifen, der nicht damit rechnet. Man mag durchaus der Meinung sein, dass andernfalls die SU angegriffen hätte. Hat sie aber nicht und wenn Sie auf irgendeinen Friedhof in Russland gehen, sehen Sie, wieviel junge Männer gestorben sind. Im Übrigen möchte ich gerne das Tagebuch meines Großonkels zitieren, der ein absoluter deutscher Nationalist war. 1943 schreibt er, dass das schrecklichste an dem Krieg ist, dass man nicht mehr einen deutschen Sieg wünschen kann. Und als nach dem Krieg ihm ein Freund schrieb, hätte Deutschland den Krieg gewonnen, dann hätte man mit der Partei abgerechnet, da notierte mein Großonkel: Nein, dann hätte die Partei gewonnen und die hätte dann alle Abweichler an die Wand gestellt. So wie man es in Stalins Russland nach dem Krieg mit kritischen Offizieren gemacht hat. Lesen Sie Solschenizyn.

Laurenz

24. Juni 2021 18:49

@Brückenbauer

Bestechende Logik!

Allerdings sind die Deutschen, die in Ihrer, wie sagten Sie .. "Geschichtspolitik",  Brückenbauer-taktisch wieder mal sehr einsam. Denn nur Ihr ethno-deutsches Restvolk schreibt Feind-Geschichte in die eigenen Geschichtsbücher. Und was meinen Sie, warum der hyper-intelligente Putin Ihre bestechende Chrupalla-Logik nicht anwendet & veröffentlicht, die Deutschen gezwungen waren, die Sowjetunion anzugreifen, obwohl Er es besser weiß?

Brandolf

24. Juni 2021 19:02

Heinrich_Loewe

die Bild-Zeitung ist nicht nur wegen ihrer transatlantischen Euphorie suspekt, sondern auch ihrer Propaganda für die sogenannte Homo-Ehe. Wokeness kritisieren, aber die sogenannte Ehe für alle loben, zeugt nicht gerade von einer kritischen Haltung zur Identitätspolitik.

Brandolf

24. Juni 2021 19:15

Niekisch,

das Deutsche Reich ist mit seinem Angriff auf die UdSSR keinem sowjetischen Überfall auf Deutschland zuvorgekommen, folglich haben die deutschen Wehrmachtssoldaten auch nicht Europa vor dem Kommunismus gerettet, sondern sind für die megalomanen Ziele eines von den angelsächsischen Machteliten durch klandestine finanzielle Unterstützungsleistungen mit dem Ziel der Zerstörung Deutschlands an die Macht gebrachten selbstzerstörerischen Diktators (mit Migrationshintergrund) sinnlos gestorben.

Die AfD ist nach wie vor wählbar, zumal die Rotarmisten ebenso wie die Wehrmachtssoldaten in ihrer Mehrheit anständig und nicht ideologisiert waren. Der Schlachtruf der Rotarmisten lautete zwar "Für das Vaterland und für Stalin", aber sie haben nicht etwa, wie später Che Guevara und seine Anhänger, für die Ausbreitung des Kommunismus gekämpft, sondern für die Vertreibung und Niederringung von Invasoren und Okkupanten und das physische Überleben ihrer jeweiligen Völker (selbst Balten kämpften in der Sowjetarmee).

Cugel

24. Juni 2021 19:19

@Lessgustoi

"Deutschland hat schließlich den Krieg angefangen."

Sie hätten gut in die alliierten Delegationen in Versailles gepaßt. Einseitige Respektbekundungen bleiben Bußrituale, solange sich die Sieger nicht zu ihren Kriegsverbrechen bekennen. Die AfD hätte das  besser den Blockparteien überlassen, die darin Übung haben.

Laurenz

24. Juni 2021 19:22

@Lessgustoi

@Brückenbauer

Sehr falsch

@RMH

Lessgustoi, die Sowjetunion befand sich doch schon längst im Krieg mit deutschen Verbündeten & bedrohte ihre alle Nachbarn. Und der deutsche Angriff kann auch nicht so schlimm gewesen sein. Denn bereits im August '41 marschierte die Rote Armee in Persien ein, das war ganz gewiß nicht im vaterländischen Sinne gemeint. Und eines nicht natürlichen Todes in der Sowjetunion zu sterben, war auch ohne deutschen Angriff etwas ganz alltägliches. Ein deutscher Sieg wäre eher Garant dafür gewesen, daß diese Lubjanka-Mentalität aufhört.

Aber die Nationalsozialisten glaubten auch nicht wirklich daran, daß man das gewinnen kann. Aber in der Not klammert sich der Mensch immer an Hoffnungen, auch Nationalsozialisten.

Brandolf

24. Juni 2021 19:37

Der_Jurgen,

Den straffällig gewordenen Pädophilen in Amt und Würden hat der deep state einzig aus machiavellistischen Motiven heraus politische Ämter und Funktionen überantwortet, denn Erpressung ist ein effizientes Führungsinstrument, wie der Fall Edathy gezeigt hat, weil man sich sehr leicht dieser aufgrund ihrer pathologischen erotischen Präferenz erpressbar- oder diskreditierbaren Politiker entledigen kann. Edathy hätte sonst womöglich irgendwann festgestellt, dass die für die Verbrechen des sogenannten NSU verantwortlich gemachten Neonazis unschuldig waren und nur vom deutschen Inlandsgeheimdienst für eine Operation instrumentiert worden waren.

Die Türken haben den Kinderschänder Dennis Hastert ja auch mit seiner Vergangenheit erpressen können, weshalb er sich als Lobbyist mit der Blockierung der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch sein Veto als Mehrheitsführer im Kongress bei ihnen erkenntlich zeigen musste. Ihm wurden auch hohe Summen Schweigegeldes aus Erlösen aus dem Handel mit Heroin, bei dem die Türkei die Rolle eines Transitlandes einnimmt und an der von der türkischen Mafia vorgenommenen Veredelung des in Afghanistan von armen Bauern unter der Regie von al-Quaida aus dem von ihnen angebauten und geernteten Opiums verarbeiteten und in die Türkei ausgeführten Heroin, mitverdient.

Laurenz

24. Juni 2021 19:38

@Brandolf @L.

"Profiteur sind die Patchwork-Nation USA"

Sie verwechseln hier etwas.

Wissenschaftler, wie Geheimnisträger deportiert & Patente geklaut, der Sinn dieses Krieges, hatten beide Weltmächte. Und wenn Sie richtig gelesen hätten, ich schrieb (formale) Gebietszuwächse.

Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, die USA haben den Planeten zur Kolonie gemacht, da ist sicher was dran.

Aber das beruhte nicht auf dem II. Weltkrieg direkt, sondern ist eine Systemfrage, denn nach dem II. Weltkrieg hatte die Sowjetunion das bessere Blatt. Es handelt sich hier um ein intellektuelle Schwäche Stalins. Das Polizei-Genie Stalin kannte nichts anderes als das Zarenreich, die georgischen Mafiosi & Kriminellen, wie das, was ihm seine Partei-Kumpels erzählten, für die er das Geld beschaffte. Der Marxismus, wie bereits Trotzki & später Orwell erkannten, funktioniert ökonomisch nur nach der vollendeten Welt-Revolution, aber nicht vorher. Hätte sich ein intellektueller Stalin an Hitler ein Beispiel genommen & den Nationalsozialismus eingeführt, hätte er die Amis schon längst in den Abgrund gestürzt. Das hat selbst heute die von den Neo-Liberalen gekaufte struntzblöde Linke verstanden.

Laurenz

24. Juni 2021 19:45

@Brandolf @Heinrich_Loewe

Ein us-amerikanischer Großinvestor hat jetzt bei BILD das Sagen. Der verkürzte auch sofort das Personal. Da ist ganz sicher auch noch viel Luft nach unten.

Dieser Investor wird sich vor allem an Reichweiten & Profiten orientieren.

Wenn die Schwulen- & Lesben-Hochzeiten keine Verkaufserlöse bringen, werden sie gestrichen werden. Aber ich ich denke, Homo-Ehen bringen Profite, weil jeder Voyeur im Mob lesen will, welche Promis schwulen - oder keinen echten Sex haben.

Lessgustoi

24. Juni 2021 19:56

@Laurenz Gezwungen ist Blödsinn. Die alten königlich-bayrischen Offiziere, die in München den Generalstabsverein gegründet hatten, wußten bereits 1933, Hitlers Politik könne nur wieder in der Einkreisung und einem neuen Weltkrieg enden. Genau deswegen hat Kurt von Hammerstein auch verzweifelt versucht, Hitler zu verhindern. Und deswegen musste von Schleicher in der Nacht der langen Messer sterben. Hitlers Politik erst hat zu der Kette von Ereignissen geführt, die dann den "Zwang" auslösten, den Krieg gegen die Sowjetunion zu beginnen. Das man immer zwei zum Tanzen braucht, ist bekannt. Aber man muss sich erst einmal zum Tanzen entschließen.

Cugel

24. Juni 2021 20:01

@Brandulf

"Das Polen der Zwischenkriegszeit war übrigens außenpolitisch sehr aggressiv und innenpolitisch, insbesondere gegenüber Minderheiten sehr repressiv. Die Beteiligung Polens an der Zerschlagung der Tschechoslowakei wird geschichtspolitisch nie hinreichend zur Kenntnis genommen."

Vom Schicksal der Stadt Oderberg habe ich erst durch Schultze-Rhonhof erfahren; mein Schulgeschichtsbuch schwieg sich dazu aus, ebenso wie zum polnischen Antisemitismus. Ostjuden sind ja nicht grundlos massenhaft ins Reich geströmt. Schließlich böten die Krise von 1939 an der deutsch-polnischen Grenze und erst recht die Pogrome nach dem Krieg (mir ist mehrfach die im Wortsinn unglaubliche Zahl von 1 Million Opfern untergekommen; Haben Sie hierzu nähere Info?) genügend Anlaß zu polnischer Reue, aber man spielt eben doch lieber Opfer und entblödet sich nicht, auch drei Generationen nach Kriegende noch absurde Reparationsforderungen zu stellen.

Cugel

25. Juni 2021 01:13

@Elvis Pressluft

"Ich will menschenwürdige, d.h. hier – im linken Jargon – „homophobe“ Politik in (Rest-) Deutschland; ich will nicht nach Budapest oder Moskau blicken müssen, um Elemente davon anzutreffen."

Das ist verständlich, aber gegenwärtige Lage und Tendenz sprechen doch sehr dafür, daß Ihrem Willen nicht entsprochen werden wird. Es war nicht zuletzt der Eiserne Vorhang, der die Slawen vor der Auflösung aller Dinge zumindest in ihrer ungehemmten Rasanz bewahrt hat. Mit Trotzki wäre das mit Sicherheit anders gelaufen; insofern war Stalin das geringere Übel. Was Putin betrifft, so behauptet niemand, er sei Christus. Der der Mann ist intelligent, gebildet und hat Format. Nichts davon trifft auf seine westlichen Gegenstücke zu. Sehen Sie sich NATO und EU an. Da unsere Lage ein Ergebnis von 76 Jahren "Westpolitik" ist, halte ich den Blick nach Osten für ein Gebot der Stunde, solange er über Polen und die Ukraine hinwegreicht.

Cugel

25. Juni 2021 01:39

@Lessgustoi
"Die alten königlich-bayrischen Offiziere, die in München den Generalstabsverein gegründet hatten, wußten bereits 1933, Hitlers Politik könne nur wieder in der Einkreisung und einem neuen Weltkrieg enden. "

Diese Einschätzung war auch im Volk anzutreffen, es bedurfte dazu nicht unbedingt militärischer Expertise, die allerdings das Verhalten aller Beteiligten zu berücksichtigen hat, denn wie Sie anmerkten, bedarf es des Streites zum mindesten zweier. Stalin jedenfalls hat bei seinem Gang durch die zerstörte Reichskanzlei auf eine beglückwünschende Frage oder Anmerkung unwirsch erwidert, daß Alexander bis Paris gekommen sei, und Churchills hat bekanntlich vom zweiten Dreißigjährigen Krieg gesprochen. Der Sieger schreibt die Geschichte.

Laurenz

25. Juni 2021 04:29

@Lessgustoi @L. (1)

"Gezwungen ist Blödsinn"

Waren Sie dabei oder sind Sie eingelesen? Oder plappern Sie nur Ihre Geschichtslehrer & sonstige Honorar-Langweiler nach?

In den ersten 6 Wochen des Ostfeldzugs (also nach dem Überschreiten der Demarkationslinie aus den Aufmarschräumen der Wehrmacht, welches verzögert & im Prinzip nur improvisiert war) zerstörte, erbeutete die Wehrmacht mehr Panzer & Flugzeuge als ihr selbst zu Verfügung standen. Und auch die Zahl an Gefangenen aus den Kesselschlachten näherte sich schnell der eigenen Truppenstärke im Osten (3 Mio. Mann). In Stalingrad sah das bereits ganz anders aus. Die ca. 1 Mio. Rotarmisten, die den Kessel um die VI. Armee schlossen, waren zum größten Teil aus Sibirien rangekarrt worden (Japanisch-Sowjetischer Nichtangriffspakt).

Wenn Sich Sich den Hitler-Monolog vom Besuch bei Mannerheim in Finnland (42) anhören, wird Ihnen klar werden, daß die Aufklärung Ost so schlecht war, daß man die eruierten Zahlen der Roten Armee noch weit unterschätzt hatte. & wie Hitler sagt, umso "entschlossener" war der Angriff, wenn man auch nur den Hauch einer historischen Chance haben wollte. Schätzungsweise lag die Chance, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen bei 1:100.

Laurenz

25. Juni 2021 04:31

@Lessgustoi @L. (2)

Sie, Lessgustoi, sind so schlecht über die Kriegsereignisse & Zahlen informiert, daß es mir beim Schreiben vorkommt, als müßte ich Ihnen das Lesen & Schreiben, also hier das Grundlegende erst beibringen. Aus demselben Grund sind auch viele Zeitungsartikel einfach nur schlecht, weil nur bereits vorgegebene Geschichtsbilder ohne eigene Recherche nacherzählt werden, genauso wie Sie das machen.

Laurenz

25. Juni 2021 04:37

@Cugel @Brandulf

"Das Polen der Zwischenkriegszeit war übrigens außenpolitisch sehr aggressiv und innenpolitisch, insbesondere gegenüber Minderheiten sehr repressiv."

Ihre Ausführungen bezüglich der sogenannten Tschechei sind nur ein extrem kleiner Teilaspekt. Ab 1920 war Polen eine quasi -, ab 1926 eine formale Militär-Diktatur. Nach der Staatsgründung griff Polen quasi jeden Nachbarn an. Auch die hier auf der SiN neulich behandelte Schlacht am Annaberg ist nur ein ganz kleiner Teilaspekt der polnischen Aggression.

Gustav

25. Juni 2021 07:45

„Was das Stalin-Regime wert ist, wurde 1941 offenbar: Von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer wich die Rote Armee trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit und ihrer hervorragenden Artillerie wie vom Sturm getrieben zurück, in einer Weise, wie es Rußland tausend Jahre lang nicht erlebt hatte und wie es die Kriegsgeschichte der Menschheit überhaupt nicht kannte. Innerhalb weniger Monate gingen rund drei Millionen Soldaten in die Gefangenschaft! Das war ein klarer Beweis, daß unser Volk das Ende des Kommunismus herbeisehnte.“ — Alexander Issajewitsch Solschenizyn

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1981664-alexander-issajewitsch-solschenizyn-was-das-stalin-regime-wert-ist-wurde-1941-offenba/

Der_Juergen

25. Juni 2021 07:52

@Cugel

Woher haben Sie bloss die "Information", durch Pogrome sei in Polen nach dem Krieg eine Million Juden umgekommen? Einige hundert könnten es höchstenfalls gewesen sein. Als intlligenter Mensch müssten Sie doch  begreifen, dass die von Ihren "Gewährsleuten" genannte Ziffer Irrsinn ist. Hingegen stimmt es, dass vor dem 2. Weltkrieg polnische Juden massenhaft ins Reich strömten und grossenteils auch nach 1933 dort blieben. Das Attentat auf einen deutschen Diplomaten in Paris, dass den Anstoss zur berüchtigten "Kristallnacht" gab, erfolgte, weil ein junger polnischer Jude, Grünspan, Verbitterung darüber empfand, dass seine Eltern nach Polen abgeschoben worden waren.

Laurenz

25. Juni 2021 08:33

@Cugel @Lessgustoi

Die krasse Fehleinschätzung Lessgustois basiert grundsätzlich auf der ewig gestrigen Hitler-Kriegschuld-Nummer.

Als ob es ohne Hitler keinen Krieg gegeben hätte.

Das ist völlig absurd, wenn man sich die von Ihnen, Cugel, benannten Churchill-Zitate zu Gemüte führt.

Desweiteren sind zuhause mit vollem Bauch auf der Couch getroffenen Fehlurteile auch insofern unverzeihlich, weil man sich den ökonomischen Zustand der Weimarer Republik in der Weltwirtschaftskrise ab '29 lieber nicht vorstellen mag & sie daher schlicht ignoriert. Die Wahlbürger hatten, nach dem permanenten Versagen der bürgerlichen Parteien, nicht umsonst & einfach so linksextrem gewählt. Hitler war für die bürgerlichen Koalitionspartner nur annehmbarer, weil er nicht am Eigentumsrecht kratzte, wie Thälmann. Er wußte, am Kapital kommt man nicht vorbei. Mit einer weiteren, rein bürgerlichen Reichsregierung wären auch viele jüdische Physiker nicht abgewandert & der Krieg wäre bei einer schnelleren Entwicklung der Bombe durch Deutschland noch dringender für die Entente-Mächte geworden.

Laurenz

25. Juni 2021 08:36

@Der_Juergen @Cugel

Die meisten Juden strömten aus Rußland ins II. Reich.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/antisemitismus-im-zarenreich-von-der-anfeindung-zum-pogrom/26717690.html

Lessgustoi

25. Juni 2021 08:56

@Laurenz

Ich plappere überhaupt nichts nach. Ich folge hier den Aufzeichungen meines Großonkels, die übrigens nächstes Frühjahr in einem namhaften Verlag erscheinen werden. Mein Großonkel war Landesführer des Stahlhelm und sein Bruder einer der höchstdekorierten Offiziere der Wehrmacht. Ein weiterer Bruder wurde nach dem 20. Juli zum Tode verurteilt.  Mein Großonkel hat Deutschland heiß geliebt und die Nazis tödlich gehaßt. Er befand sich in einem schweren Dilemma, da ein Sieg Deutschlands zu wünschen, gleichzeitig hieß, den Sieg Hitlers zu wünschen. Mein Großonkel hatte wichtige logistische Aufgaben und was er zum Beispiel in Polen 1939 sah, ließ ihn an der deutschen Sache verzweifeln. Nach dem Krieg arbeitete er mit Männern wie Halder, um deutsche Heeresakten vor der Beschlagnahme durch die Westalliierten zu bewahren. Er verabscheute den Materialismus Westdeutschlands und baute bis ins hohe Alter sein eigenes Gemüse an.  

Wie einer der obigen Kommentatoren schrieb: es ist Zeit von Deutschland zu retten, was zu retten ist. Im Nachhinein den Überfall auf die SU zu rechtfertigen, bringt uns gar nichts. Tempi passata. Das heißt noch lange nicht, dass man in die Generalverdammnis der Wehrmacht oder den Schuldchor einstimmen muss. 

 

Valjean72

25. Juni 2021 09:35

Zunächst einmal vielen Dank an die Sezession, dass dieses Thema aufgegriffen und kritisch betrachtet wurde.

Erik Lehners Artikel finde ich exzellent geschrieben. Am Ende stellt sich mir allerdings die grundsätzliche Frage, wie ich Hoffnungen in diese AFD setzen soll, wenn sich Vertreter der Parteispitze wiederholt unpatriotisch, unwahrhaftig und unterwürfig präsentieren. Ein jämmerliches Bild, welches da abgegeben wird.

 

---

@Lessgustoi: Ich nehme Ihnen Ihre Ausführungen nicht ab.

 

RMH

25. Juni 2021 10:42

@Lessgistoi,

Ich kann hier von niemandem Rechtfertigungen für irgendetwas erkennen. Ich erkenne aber genug Debattenteilnehmer, die den offiziellen schwarz-weiß Narrativen kritisch gegenüber stehen. Und das ist gut.

Lesen Sie Orwells mein Katalonien und sie werden erkennen, dass die vermeintliche sozialistische Internationale lieber ein faschistisches Spanien im Rücken von Frankreich U. Britannien haben wollte, als ein bolschewistisches, die Gründe dafür dürften klar sein. Die Bestrebungen deutscher Generäle, Hitler schon bei der sog. "Sudetenkrise" den Stecker zu ziehen, wenn das Ausland eingreift, sind bekannt. Gewisse Länder zogen es aber vor, Hitler zu halten und mit ihm nette Abkommen zu schließen. An einem freien, demokratischen Deutschland war damals keiner außerhalb von Deutschland interessiert und bis 45 ging es nie um die Befreiung oder gar "Demokratisierung" Deutschlands, sondern um dessen definitive Zerschlagung und Eliminierung als Konkurrent und "Störfaktor". Zusammengefasst sind alle Haltungen die in die Richtung gehen, wir Deutschen sollten doch am Ende froh sein, dass es so gekommen ist, wie geschehen, falsch. Natürlich war es das einzig Positive an der Niederlage, dass das Verbrecherregime des NS damit erledigt war. Aber wenn man an Krebs stirbt, kann man nicht sagen, na gut, wenigstens ist damit mein Krebs auch tot.

Laurenz

25. Juni 2021 10:56

@Lessgustoi @L.

Was bringen schon die berühmten Verwandten? Ein entfernter Ur-Großonkel war Brillanten-Träger, Berufssoldat & Gutsverwalter, der Verteidiger von Kowel, ein anderer, direkter Großonkel Kommunist (wie die meisten Schriftsetzer) & später Gefreiter, ein enger Freund des damals verfemten Malers Mathias Barz, von dem ich sogar ein Porträt meines Großonkels besitze. Das ist aber für unser Thema völlig wumpe.

Wenn die Vergangenheit, die Sie, Lessgustoi, gerade relativieren wollen, keine Rolle spielte, müßte Chrupalla nicht gerade den Kotau vor Putin machen, oder? Das Problem ist nämlich, daß sich geo-strategisch & geopolitisch an unserer Situation nichts wirklich geändert hat, abgesehen davon, daß Rußland als Partner annehmbarer ist, als die Sowjetunion & mit China ein zusätzlicher großer Spieler auf der Szenerie erschienen ist. Aber diese historische Dimension versteht man nur, wenn man die Vergangenheit begreift, & zwar die tatsächliche & keine frei erfundene. Letztere führt nämlich zu falschen Schlußfolgerungen für die Zukunft.

Der_Juergen

25. Juni 2021 10:57

@Valjean @Lessgustoi

Ich wäre an Valjeans Stelle vorsichtig, einem Mitforisten Unaufrichtigkeit vorzuwerfen, so lange es keine klaren Beweise dafür gibt (was auf diesem Blog äusserst selten der Fall ist). Etwas ganz anderes ist die durch ideologische oder sonstige Verbohrtheit bedingte Ignorierung von Fakten.

Wenn Lessgustoi unbeirrt von einem deutschen Überfall auf die UdSSR spricht, ohne die von Kubitschek gestreiften und von Historikern wie Meljtuchow, Wipper, Scheil etc. dokumentierten Tatsachen auch nur zur Kenntnis zu nehmen, verharrt er zwar in "selbstverschuldeter Unmündigkeit", kann aber trotzdem subjektv ehrlich sein und darf nicht voreilig als Lügner abgestempelt werden. Sollte es sich freilich herausstellen, dass sich hinter Lessgustoi ein früher auf diesem Blog unter zwei Namen äusserst aktiver, seit kurzer Zeit jedoch unter beiden Pseudonymen schweigender Forist verbirgt (vorläufig bloss ein unbewiesener Verdacht von mir), würde dies alles ändern. 

 

Laurenz

25. Juni 2021 11:03

@RMH @Lessgistoi

Das kann man so sehen, wie Sie, das meiste teile ich auch.

Aber die Chinesen zB, sehen das völlig anders. Und deren Meinung ist aktuell relativ eminent & man wird sich in Beijing totlachen, wenn man der Stadt Trier eine Karl-Marx-Statue schenkt. Wie man sich sehenden Auges so verarschen lassen kann, ist unglaublich.

Brandolf

25. Juni 2021 16:43

Laurenz,

hat nicht Stalin mit der Proklamation der von ihm entwickelten Doktrin des Sozialismus in einem Land, bereits einen nationale Sozialismus eingeführt?

Im Gegensatz zu der Volksrepublik China oder Kuba sowie später Che Guevara als revolutionärer Söldner hat die UdSSR, insbesondere nach der Verkündigung des Systemwettbewerbs im Rahmen einer friedlichen Koexistenz durch Chruschtschow, die Weltrevolution formell endgültig aufgegeben. Der an Chruschtschow adressierte Vorwurf des Revisionismus durch Mao lag u.a. in der faktischen Aufgabe der Weltrevolution begründet, wobei China dieses Konzept mit dem faktischen Zweckbündnis mit den USA seit Präsidentschaft Nixons selbst aufgegeben hatte.

Stalin hat übrigens mehr Kommunisten ermordet als Hitler, Mussolini, Franco und Chaing kai-shek zusammen, weshalb die Angst in Europa der 1920er und 1930er Jahre vor einer den Kommunismus durch gewaltsamen Revolutionsexport ausbreitenden und invasionsbereiten Rote Armee, wie sie etwa von den Verfechtern der längst widerlegten Präventivkriegsthese verbreitet wird, blanker Unsinn ist. Alle Aggressionen die UdSSR waren revanchistisch, irredentistisch oder imperial aber nicht kommunistisch motiviert.

Die Mär vom kommunistischen Expansionismus diente den USA im Kalten Krieg nur als Vorwand zur Herbeiführung von Umstürzen missliebiger, ausnahmslos kommunistischer und zumeist nationalistischer Regime durch verdeckte Operationen, wie im Falle von Guatemala 1954. 

 

Brandolf

25. Juni 2021 16:55

Laurenz,

meinen Sie dieses Zitat Churchills?

Ich habe immer gesagt, dass ich, wäre Großbritannien im Krieg geschlagen worden, gehofft hätte einen Hitler zu finden, um uns zurück zu unserer rechtmäßigen Stellung unter den Völkern zu führen.

 

Lessgustoi

25. Juni 2021 17:24

@Laurenz Ich wollte nicht mit meinen Verwandten angeben. Sondern zeigen, dass ein so stockkonservativer Mann wie mein Großonkel eine Niederlage Deutschlands einer weiteren Herrschaft Hitlers vorzog. Auch wenn ihm das Herz geblutet hat. Ich glaube auch kaum, dass es etwa bringt, im Nachhinein der moralische Sieger des zweiten Weltkriegs bleiben zu wollen, in dem man zum Beispiel Barbarossa rechtfertigt. Das nehmen uns zum einen die europäischen Nachbarn nicht ab, die sicher auch ihr Recht auf einen nationalen Standpunkt haben und zum anderen läßt dies völlig den Charakter des NS Regimes außer Acht. Hier ein Ausschnitt aus einem Memorandum, mit dem er und sein Kreis 1936 die Wehrmacht zum Putsch bewegen wollten:"Eine schlimme Sache für die Wissenschaft ist auch, dass die jetzige Richtung gewisse Arbeitsrichtungen und ihre Ergebnissee in ihrer Bedeutung gewaltig überschätzt, wie die Vererbungslehre. Dies hat zur Folge, dass auf diesem Gebiete jedermann der sich hervortun zu müssen glaubt, publiziert. Es werden teils unbewiesene, oft geradezu alberne, teils ganz gleichgültige Dinge mit Lärm in grosser Aufmachung ausgestreut in der richtigen Erwartung, das damit an jetzt massgebenden Stellen ein günstiger Eindruck gemacht werde. Man schämt sich oft, wenn man die früher ernsten Zeitschriften durchliest oder durchblättert, wohin die deutsche Wissenschaft geraten ist."

 

Cugel

25. Juni 2021 20:29

@Der_Juergen

Ich denke schon durchaus selbst, keine Sorge. Wiewohl ich die Zahl nicht aus Jux als im Wortsinn unglaublich bezeichnet habe, hätte ich besser "unglaubwürdig" schreiben sollen. Ich habe das gerade wegen der hohen Zahl in Erinnerung, die Quellen (als Gewährsleute würde ich sie auch in Anführungszeichen keinesfalls bezeichnen) dazu aber nicht parat. Darum meine Frage nach weiterer Info. Ich werde dazu nochmal recherchieren (hätte das zuvor tun sollen).

Cugel

25. Juni 2021 20:33

Der_Juergen 25. Juni 2021 10:57

 

Die Schweigsamkeit der bpb ist mir auch aufgefallen. Das von Lessgustoi angekündigte Buch wird die Sache erhellen.

Cugel

25. Juni 2021 20:37

@Brandolf

"Die Mär vom kommunistischen Expansionismus diente den USA im Kalten Krieg nur als Vorwand zur Herbeiführung von Umstürzen missliebiger, ausnahmslos kommunistischer und zumeist nationalistischer Regime durch verdeckte Operationen, wie im Falle von Guatemala 1954."

Und die ganz offizielle Aggression wie in Vietnam, Chile, Kuba, etc., die Liste ist lang.

Cugel

25. Juni 2021 20:40

@Brandolf

"...wie sie etwa von den Verfechtern der längst widerlegten Präventivkriegsthese verbreitet wird..."

Von wem wann wie widerlegt?

Cugel

25. Juni 2021 20:45

@Laurenz

"Die meisten Juden strömten aus Rußland ins II. Reich.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/antisemitismus-im-zarenreich-von-der-anfeindung-zum-pogrom/26717690.html"

Sicher, denn Polen gab es bis Ende WK I nicht. Deshalb habe ich "Ostjuden" geschrieben.

Laurenz

25. Juni 2021 21:19

@Brandolf @L.

Nein.

"Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands."

"Wir haben sechs oder sieben Millionen Deutsche umgebracht. Möglicherweise werden wir eine weitere Million oder so töten, bevor der Krieg zu Ende ist."

"Wir hätten, wenn wir gewollt hätten, ohne einen Schuß zu tun, verhindern können, daß der Krieg ausbrach, aber wir wollten nicht."
 

„Vielleicht wird es sich im nächsten Krieg darum handeln, Frauen und Kinder oder die Zivilbevölkerung überhaupt zu töten. Und die Siegesgöttin wird sich zuletzt voll Entsetzen mit dem vermählen, der dies im gewaltigsten Ausmaß zu organisieren versteht“

Wenn wir die Industrie zerstören, bauen die Menschen sie wieder auf, also müssen wir die Menschen vernichten.

1935 begann die englische Aufrüstung in einem außergewöhnlichen Ausmaß. Die Strategie Englands war, nicht die Front, sondern das Hinterland um die Zivilbevölkerung zu bombardieren, Frauen und Kinder so lange zu vernichten, bis Deutschland gezwungen sein würde, zu kapitulieren.

Laurenz

25. Juni 2021 21:21

@Brandolf @L.

Sozialismus in einem Land, ist wie im Winter säen. Einige Autoren sehen das als eine erzwungene Formalie an, auch durch einem gewissen Ärger mit der Komintern. Militärisch sah Stalin nie davon ab, gewaltsam die Welt zu revolutionieren.

Laurenz

25. Juni 2021 21:36

@Lessgustoi @L.

Es gibt keine Zweifel an dem, was @RMH schreibt, daß es in unseren Zeiten des Nationalsozialismus viele Verbrechen gab. Allerdings, was RMH ausläßt, ist, daß dies der Zeitgeist war & nicht nur in dieser Ära, sondern generell.

Haben Sie Sich nie die Frage gestellt, wer Hitler bekämpfte? Gute Menschen? Oder seinesgleichen? In den 20ern & 30ern ging es innenpolitisch überall hart zur Sache.

Hitler besaß keine Kolonien, die Gegner sehr wohl.

Britannien verursachte in 300 Jahren über 20 Holodomor mit über 80 Mio. Opfern, alleine eine halbe Mio. Deutsche im I. Weltkrieg, Über 20 Mio. Opfer in China direkt oder indirekt durch die Opiumkriege. Die Ausrottung der Tasmanier. Ob spanisch-amerikanischer Krieg 1898 oder der letzte bewaffnete Indianer-Konflikt 1903... Die USA sind seit ihrer Gründung permanent in Angriffskriege verwickelt. Schauen Sie, wann die Franzosen den Chinesen Indochina abnahmen.

Das ist die Alternative Ihres Onkels zu Hitler? Hitler spielt nicht wirklich eine Geige, das hat Churchill desöfteren gesagt. Interessant ist auch, was Hitler über Stauffenberg & Co. bemerkte. Lesen Sie einfach mehr & nicht nur Ihren Onkel.

Lessgustoi

26. Juni 2021 10:06

@Laurenz Ob es im Ausland jetzt besser oder schlechter war, hat ihn nicht interessiert und unsere heutige Globalmoral war ihm fremd. Meinem Großonkel ging es um das deutsche Volk und das Leben in Deutschland. Das Dritte Reich war ein Land der Gewaltherrschaft und der Heuchelei, wie er es formuliert hat. Wir machen uns heute keine Vorstellung mehr davon, wie total die Herrschaft der Partei war und wie wehrlos ein einzelner Bürger. Einige Beispiele aus seinen Erinnerungen: ein protestantischer Pfarrer bezweifelt in einer Predigt, dass sein Bischof, wie in der Presse behauptet, wirklich solche Einkünfte hat. Folge einige Wochen Konzentrationslager. SA Leute schlagen einen Stahlhelmführer in einer kleinen Stadt in Bayern tot. Bei der Trauerfeier darf dies nicht erwähnt werden, um die Anwesenden nicht zu gefährden. Der Ruin der Justiz und des Beamtentums, die reine Willkür der Parteibonzen und die Störung von katholischen Prozessionen. In Warschau verkündet der Ley offen, die polnische Intelligenz müsse ausgerottet werden. Etc.etc. Als die Niederlage absehbar war, war es die Absicht von Leuten wie meinem Verwandten, die Rote Armee so lange wie möglich aufzuhalten, um von den westlichen Alliierten besetzt zu werden. 

Der_Juergen

26. Juni 2021 13:18

@Lessgustoi

Dass es schon vor dem Krieg viele Exzesse gab, bezweifelt keiner, aber halten Sie sich vor Augen, dass Anfang 35 bei der Abstimmung über die Rückkehr des Saarlands zu Deutschland 90% der Saarländer ja stimmten. Die NS-Regierung hatte nicht die geringste Möglichkeit, die Abstimmung zu manipulieren, weil diese unter französischer Kontrolle stattfand. Da die Grenze offen war, waren die Saarländer sehr gut über die Verhältnisse im Reich unterrichtet. Der einzig mögliche Schluss lautet, dass eine überwältigende Mehrheit der Deutschen hinter Hitler stand, was nicht zu heissen brauchte, dass sie alles und jedes guthiess.

Und Sätze a la "Wir machen uns heute keine Vorstellung mehr davon, wie wehrlos ein einzelner Bürger war" können Sie sich sparen. Sie wirken angesichts der heutigen Realität in Deutschland nur noch komisch. Neben den Verbrechen, die das heutige Regime am deutschen Volk begeht, waren die Willkürakte und Grausamkeiten der Jahre 1933-1939 nur unbedeutende Episoden.

Lessgustoi

26. Juni 2021 15:32

@Der-Juergen Wollen Sie ganz im Ernst Kontokündigungen und Shitstorms mit KZ´s im 3. Reich vergleichen? Adolf Morsbach, Chef des DAAD und einer der international angesehensten Deutschen wurde nach einer Reihe von "Fehltritten" wie weiterer Vermittlung jüdischer Wissenschaftler oder der Propagierung einer "gemäßigten" Kulturpolitk1934  ins KZ Dachau gebracht. Dort steckte man ihn in eine Hundehütte am Eingang und prügelte ihn so lange, bis er völlig gebrochen zu bellen begann. Er starb zwei Jahre später.Seine Tochter Annemarie wuchs völlig einsam auf, denn keiner ihrer Altersgenossen verstand ihre Abneigung gegen Hitler. Die Erwachsenen schwiegen am Familientisch. Sie, Herr Jürgen, erinnern mich mit ihrem überzogenen Opfergehabe an die Jammerei der Safe Spacelerauf der Gegenseite. Wir sind weit entfernt von den Verhältnissen in der DDR und noch viel weiter von denen im 3. Reich. Unsere Probleme sind ganz andere. 

Was das Saarland angeht: es war kein Vergnügen ein Deutscher in Frankreich zu sein. Die meisten zogen die Cholera Hitler der Pest Frankreich vor. 

 

Max

26. Juni 2021 19:29

Zur Außenpolitik für Rechte: Hier ist, egal was man von den konkreten geschichtlichen Ereignissen hält, Russland der ideale Bündnispartner.

Warum? Der wichtigste Wert in der Außenpolitik ist für Putin die Souveränität. Russlands natürlich - aber auch allen anderen wird Souveränität zugebilligt. Weder EU noch USA wollen deutsche Souveränität - Russland will sie.

Die Feinde für Russland - das Baltikum und die Ukraine - sind Feinde weil sie der USA hörig sind und die USA das so will. Dass sie nebenbei auch ganz offen die jeweiligen lokalen faschistischen Hiwis (Bandera und Co) unterstützen störte die USA nie, und noch weniger störte es die Grünen, die die heute transatlantischste Partei überhaupt sind. In D nennen sie jeden Nazi, der auch nur ein bisschen rechts von ihnen steht, ohne jede Basis, in der Ukraine unterstützen sie ganz offen die, die mit "Sieg Heil" Rufen demonstrieren. (Was so häufig vorkommt, dass die Russen nach dem Maidan das Wort "sigowatj" geprägt haben.)

Sollten diese schon von den Grünen umworbenen offenen Faschisten die außenpolitischen Bündnispartner sein? Nein. Im Gegensatz zu Russland stehen sie nämlich nicht für Souveränität - ihre Staaten sind US Protektorate, und das stört sie nicht, genauso wenig wie es ihre Vorfahren gestört hat, dass sie bestenfalls als Führungspersonal für deutsche Protektorate akzeptabel waren, nicht als eigenständige, souveräne faschistische Staaten.

Der_Juergen

26. Juni 2021 21:19

1. Teil

@Lessgustoi

Die von Ihnen erzählte Anekdote halte ich für einen klassischen Fall von Greuelpropaganda, aber dass es viele Grausamkeiten gab, bestreitet keiner. Was Leute wie Sie partout nicht kapieren wollen, ist, dass ab 1933 eine ungeheure Aufbruchstimmung herrschte. Man sah, wie die Arbeitslosenzahlen stetig und rasch sanken; es wurde enorm viel für die einfachen Menschen getan; man glaubte wieder an die Zukunft. Eine solche Aufbruchstimmung gab es übrigens auch in der UdSSR der dreissiger Jahre, wo der Terror um ein vielfaches grösser war als in den Friedensjahren des NS: Die Wirtschaft entwickelte sich rasant, überall schossen neue Betriebe aus dem Boden; Kultur und Wissenschaft wurden (innerhalb der ideologischen Limiten) emsig gefördert.

Und was, bitte, hat das heutige, elende Regime an Zukunftsperspektiven zu bieten? Richtig - den ewigen Lockdown, verkörpert durch den Maulkorb, die immerforte Impfung, zweimal pro Jahr, weil ja "ständig neue Virenstämme" auftauchen, so lange, bis das Immunsystem der Menschen kaputt ist und ein Grossteil von ihnen verendet. Dazu der rund um die Uhr betriebene Psychoterror wegen der "schlimmen Vergangenheit", die pausenlose Berieselung durch Propagierung von Irrsinn und Perversionen, der Krieg bis aufs Messer gegen alles, was normal, was gesund, was schön ist.

 

Laurenz

26. Juni 2021 21:20

 

@Max

"Weder EU noch USA wollen deutsche Souveränität - Russland will sie."

Das wissen Sie nicht. Da ist nur der Wunsch der Vater der Gedankens. Natürlich wäre es logisch. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist maximal 50-50. Denn wählbare Macht ist immer knapp auf Kante genäht. Und die Russen zaubern dafür alles aus dem Hut sowjetischer Geschichtsklitterung, was in diesem alten Hut zu finden ist. Der Preis für eine Partnerschaft bestünde natürlich in einem Ende dieser ewigen Märchenstunde. Und ob dazu irgendein starker russischer Staatsmann bereit ist, bleibt zweifelhaft.

Laurenz

26. Juni 2021 21:22

@Lessgustoi @L.

Es macht überhaupt keinen Sinn, wenn Sie hier nur Knopp zitieren. Da sind selbst die meist französisch produzierten ARTE-Dokus besser.

Der Wahlkampf der Nationalsozialisten am Anfang der 30er wurde im wesentlichen durch Ford finanziert. Durch den Young-Plan war die Weimarer Republik hoch im Ausland, vor allem in den USA verschuldet & nach dem schwarzen Freitag wurden die auslaufenden Anleihen nicht mehr wie üblich durch neue refinanziert. Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung war durch Arbeitslosigkeit betroffen & hungerte, vor allem Frauen & Kinder. Das ist quasi ein asymmetrischer Kriegszustand, ein Holodomor im Anfangsstadium. Die Nationalsozialisten bekamen das, im Gegensatz zu den Bürgerlichen, in den Griff. Da beißt die Maus keinen Faden ab & dafür wurden sie wie Pop-Sterne gefeiert. Auch daran besteht kein Zweifel. Dieser Erfolg ging sogar soweit, daß man es für die anderen Wirtschafts- & Machtsysteme als Gefahr ansah. Auch das III. Reich lebte vom Export, aber eben nicht mehr in Britischen Pfund Sterling abgerechnet, sondern in sogenannten Joint-Ventures. Von daher hatte jeder mit etwas zu Essen auf dem Tisch Verständnis dafür, daß mit oppositionellen Störkräften aufgeräumt wurde. Wir werden ja auch aufgeräumt. Nichts anderes hat Der_Juergen geschrieben.

Der_Juergen

26. Juni 2021 21:23

2. Teil

Dass die BRD noch keine klassische Diktatur ist, weiss ich auch, denn sonst könnte dieser Blog nicht mehr erscheinen, und es gäbe keine oppositionellen Zeitschriften wie Compact oder Zuerst mehr. Doch wenn die Pläne des Systems aufgehen, werden diese Zitadellen der Meinungsfreiheit bald geschleift. 

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