Anja Reschke unterzeichnet eine Unterlassung

Letzte Woche feierte die Journalistin Anja Reschke den 60. Gründungstag der Sendung Panorama, die sie selbst seit 20 Jahren moderiert.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die­se Jubi­lä­en waren der Anlaß für ein Inter­view mit Reschke, in dem sie sich selbst als kri­ti­sche, unab­hän­gi­ge und gewis­sen­haf­te Jour­na­lis­tin dar­stell­te und unter ande­rem mich als Gegen­bild auf­bau­te. Sie behaup­te­te, ich hät­te wört­lich fol­gen­de Losung ausgegeben:

Wir möch­ten nicht am Dis­kurs teil­neh­men, wir möch­ten ihn zerstören.

Nor­ma­ler­wei­se hal­ten wir es hier ja mit Gott­fried Benn, dem es völ­lig egal war, ob ihm einer “Sex mit Stu­ben­flie­gen” (so sei­ne Wort­wahl!) andich­te­te. Aber die Behaup­tung, ich wol­le nicht am Dis­kurs teil­neh­men, son­dern ihn zer­stö­ren (und hät­te dies sogar als Losung aus­ge­ge­ben, also Men­schen, die schon etwas län­ger oder auch erst seit kur­zem in die­sem Land leben, dazu auf­ge­for­dert, nicht mehr mit­ein­an­der zu spre­chen, schon gar nicht öffent­lich): Dies mir zu unter­stel­len (dem nach allen Sei­ten offe­nen Dorf­brun­nen der Neu­en Rech­ten), schlug dem Faß den Boden aus.

Unter­las­sungs­auf­for­de­rung also: Anja Reschke (die­se leben­de Iko­ne jour­na­lis­ti­scher Äqui­di­stanz, unab­hän­gig bis auf die paar Krö­ten, die aus dem öffent­lich-recht­li­chen Säckel ihr aus­be­zahlt wer­den) sol­le fort­an so Schlech­tes, mich Ver­ken­nen­des nicht mehr über mich behaup­ten dür­fen und habe dafür zu sor­gen, daß es dort, wo es schon hun­dert­tau­sen­de Leser gefun­den habe, getilgt wür­de, ver­bun­den mit einer Richtigstellung.

Alles in allem kein unge­wöhn­li­cher Vor­gang, jeder kann sich mal irren, kann einen raus­hau­en, ohne noch­mal genau nach­ge­schaut zu haben, ob Dis­kurs­zer­stö­rung oder Kon­sens­stö­rung gemeint war, ob also der Dis­kurs (ab jetzt: die Aus­ein­an­der­set­zung, das Gespräch, der Streit) abge­lehnt oder eben nur in sei­ner um echt alter­na­ti­ve Mei­nun­gen erwei­ter­ten Form für inter­es­sant befun­den werde.

Letz­te­res natür­lich, dar­auf wie­sen wir Frau Reschke anwalt­lich höf­lich hin, bloß: Sie sah es nicht so. Die bei­den Zei­tun­gen, die das Reschke-Inter­view auch online gebracht hat­ten, lenk­ten sofort ein und tilg­ten das Falsch­zi­tat, indem sie es durch eine schwam­mi­ge For­mu­lie­rung ersetz­ten. Der Hin­weis, daß da zuvor eine mie­se Unter­stel­lung gestan­den hat­te, unter­blieb freilich.

Dafür kam ein Anwalts­schrei­ben, in dem die seit 2007 empört zitier­te Pas­sa­ge aus mei­nem Büch­lein Pro­vo­ka­ti­on (zum Glück ver­grif­fen) erneut her­hal­ten mußte:

Und so sind denn auch die Pro­vo­ka­tio­nen vie­ler Künst­ler, Quer‑, In- und Vor­den­ker von der Sor­te Pro­vo­ka­ti­on, über die wir spre­chen, zu unter­schei­den. Für jene ist Pro­vo­ka­ti­on der Ver­such, eine Ein­la­dung an die Fut­ter­trö­ge zu erhal­ten. Für uns ist Pro­vo­ka­ti­on kei­ne Ver­kaufs­stra­te­gie, und die Hoff­nung auf den Ein­bau in den sat­ten Dis­kurs gäbe all unser Tun der Lächer­lich­keit preis. Unser Ziel ist nicht die Betei­li­gung am Dis­kurs, son­dern sein Ende als Kon­sens­form, nicht ein Mit­re­den, son­dern eine ande­re Spra­che, nicht der Steh­platz im Salon, son­dern die Been­di­gung der Party.

Das fett mar­kier­te ist jener unvoll­stän­di­ge Satz, den die Kanz­lei zitier­te, um Reschkes Unter­stel­lung zu recht­fer­ti­gen. Bloß wäre selbst dann, wenn man Sät­ze ganz zu lesen und zu ver­ste­hen nicht fähig ist, die rich­ti­ge Zitier­wei­se eben die­se gewe­sen und nicht die erfun­de­ne “Losung” aus dem Inter­view. Man soll­te aber als kri­ti­sche, tol­le Jour­na­lis­tin auf sen­si­blem Feld über­haupt nicht ver­kürzt zitie­ren. Für die Doo­fen die­ses Berufsstands:

Ich trin­ke nie Alkohol

ist etwas ande­res als

Ich trin­ke nie Alko­hol vor dem Mittagessen.

oder? Gut. Und weil hier einer nicht nie Alko­hol trinkt, son­dern zum und ab dem Mit­tag­essen viel­leicht sogar jede Men­ge, ist die aus drei Wör­tern bestehen­de Ein­schrän­kung “vor dem Mit­tag­essen” eigent­lich eine Aus­wei­tung viel­leicht sogar ins Exzes­si­ve hinein.

Zurück zum Dorfbrunnen:

Unser Ziel ist nicht die Betei­li­gung am Dis­kurs, son­dern sein Ende

ist etwas völ­lig ande­res als

Unser Ziel ist nicht die Betei­li­gung am Dis­kurs, son­dern sein Ende als Konsensform.

Und vor allem: Es könn­te sogar die Aus­wei­tung des Gesprächs­be­darfs bis ins Exzes­si­ve hin­ein sein, denn stel­len wir uns ein­mal vor, es gäbe plötz­lich ech­te Debat­ten. Die Kon­sens­dis­kur­se, die­ses 4 gegen 0 bei Maisch­ber­ger oder Will, die­ses Gere­de mit nur einer Mei­nung, die­ses Dis­kurs-Gespie­le, Debat­ten­vor­täu­schen, Mün­dig­keits­thea­ter – es wäre abge­löst. Das ist es, des­sen Ende nicht nur ich mir wün­sche, son­dern die vie­len Mil­lio­nen Leu­te eben­so, die trotz des Dau­er­feu­ers aus den Pan­ora­ma­ka­no­nen von Reschke und Co. ihr Kreuz­chen dort gemacht haben, wo sie die drin­gend not­wen­di­ge Ergän­zung und Auf­mi­schung des “Dis­kur­ses” vermuten.

Leu­te wie Reschke betrei­ben, was sie uns unter­stel­len: Dis­kurs­ver­hin­de­rung. Indem sie die Lüge ver­brei­ten, wir hät­ten kein Inter­es­se an einem Gespräch, einer Aus­ein­an­der­set­zung, einem Wort­ge­fecht, in dem sich tat­säch­lich ein­mal zwei oder vier Leu­te mit ganz unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen duel­lie­ren, ste­hen sie selbst als die Wäch­ter der Demo­kra­tie, der Mei­nungs­fin­dung, der offe­nen Gesell­schaft und der Gesprächs­be­reit­schaft da. Dabei sind sie vor allem eines: Umbau­hel­fer und Sturm­ge­schüt­ze der Can­cel Culture.

Ich saß ja nun ges­tern mit mei­nem Anwalt vier Stun­den über dem Schrift­satz, der am Don­ners­tag unse­ren Sieg vor Gericht in Hal­le an der Saa­le hät­te her­bei­füh­ren sol­len. Aber dann flat­ter­te auf den Abend die gericht­li­che Nach­richt ein, daß Frau Reschke nun doch den Rechts­streit nicht mehr fort­set­zen wol­le, son­dern die Unter­las­sung unter­zeich­net habe.

Damit die Arbeit an unse­rem Schrift­satz nicht ganz umsonst war, hier die ent­schei­den­den Auszüge:

– – –

Der Antrag­stel­ler wird zum Beleg für sei­ne mög­li­cher­wei­se man­geln­de Bereit­schaft zum Dis­kurs mit fol­gen­der Aus­sa­ge aus sei­nem Buch “Pro­vo­ka­ti­on” (2007) zitiert:

Unser Ziel ist nicht die Betei­li­gung am Dis­kurs, son­dern sein Ende als Konsensform.

Das voll­stän­di­ge Zitat, immer noch ohne den davor und danach gan­ze Buch­sei­ten umfas­sen­den Kon­text lautet:

Unser Ziel ist nicht die Betei­li­gung am Dis­kurs, son­dern sein Ende als Kon­sens­form, nicht ein Mit­re­den, son­dern eine ande­re Spra­che, nicht der Steh­platz im Salon, son­dern die Been­di­gung der Party.“

Das ent­schei­den­de, vom Antrag­stel­ler auf Nach­fra­ge stets erläu­ter­te, von poli­ti­schen Geg­nern stets unter­schla­ge­ne Wort lau­tet “Kon­sens­form”. Der Antrag­stel­ler ist der Auf­fas­sung, daß über wesent­li­che The­men öffent­lich nicht debat­tiert wer­den soll­te, indem man bei­spiels­wei­se in einer Talk­run­de vier Teil­neh­mer mit grund­sätz­lich der­sel­ben Auf­fas­sung spre­chen las­sen soll­te. Das Mot­to der Dis­kurs­be­tei­li­gung des Antrag­stel­lers ist “Kon­sens­stö­rung”, also das Ein­brin­gen alter­na­ti­ver, streit­ba­rer, nicht von vorn­her­ein auf den Kon­sens aus­ge­rich­te­ter Auf­fas­sun­gen und Stand­punk­te. Daß es ihm dar­um geht und nicht um die Zer­stö­rung des Dis­kur­ses, zei­gen die fol­gen­den drei (von noch viel mehr mög­li­chen) Punkten.

1. Der Antrag­stel­ler hat im August des ver­gan­ge­nen Jah­res den Erlös aus dem Ver­kauf einer Fest­schrift für eine Ver­an­stal­tung bereit­ge­stellt, auf der er und eini­ge sei­ner Mit­ar­bei­ter dezi­diert mit welt­an­schau­lich links ver­or­te­te Wis­sen­schaft­lern ins Gespräch kom­men wol­len. Bis­her ist es dem Antrag­stel­ler nicht gelun­gen, geeig­ne­te Gesprächs­part­ner auf­zu­trei­ben. Die Absa­gen wei­sen im Tenor stets auf das Phä­no­men der soge­nann­ten Can­cel Cul­tu­re hin, das in den ver­gan­ge­nen Mona­ten in der poli­ti­schen Kul­tur kon­tro­vers dis­ku­tiert wur­de: Man wol­le sich durch eine Zusa­ge zur Dis­kus­si­on mit dem Antrag­stel­ler nicht den Mecha­nis­men der Can­cel Cul­tu­re aus­set­zen. Can­cel Cul­tu­re herrscht dort, wo Ver­tre­ter abwei­chen­der Mei­nun­gen nicht mehr am Dis­kurs betei­ligt wer­den sol­len. Pro­mi­nen­te Bei­spie­le der jün­ge­ren Zeit, die zu Dis­kus­sio­nen über die Legi­ti­mi­tät der Can­cel Cul­tu­re führ­ten, sind:

+ die Aus­la­dung des Malers Axel Krau­se von der Leip­zi­ger Jah­res­aus­stel­lung 2019,

+ die Löschung eines Bei­trags von Die­ter Nuhr zum 100. Jah­res­tag der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft im Früh­jahr 2020 und

+ die Aus­la­dung der der Kaba­ret­tis­tin Lisa Eck­hart vom Har­bour-Lite­ra­tur-Fes­ti­val in Ham­burg, eben­falls 2020.

Can­cel Cul­tu­re als Dis­kus­si­ons­ver­hin­de­rungs­stra­te­gie lehnt der Antrag­stel­ler nicht zuletzt des­halb ab, weil er selbst, wie soeben aus­ge­führt, Leid­tra­gen­der die­ser Macht­tech­nik wurde.

+ So hat auf Druck von Poli­tik und Medi­en der ehe­ma­li­ge Innen­mi­nis­ter des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Hol­ger Stahl­knecht, sei­ne Zusa­ge zu einer öffent­li­chen Debat­te mit dem Antrag­stel­ler in Mag­de­burg im Novem­ber 2016 wie­der zurück­zie­hen müssen.

+ Eben­so konn­te eine Dis­kus­si­on des Antrag­stel­lers im Rah­men der Stu­di­en­stif­tung des Deut­schen Vol­kes im Febru­ar 2019 nicht durch­ge­führt wer­den. Unter dem Titel “Dis­kurs(-), Feind­schaft und das Poli­ti­sche” soll­te der Antrag­stel­ler sich in einer Arbeits­grup­pe den Fra­gen von Stu­den­ten stel­len und danach an einer Podi­ums­dis­kus­si­on teil­neh­men. Der öffent­li­che Druck, medi­al insze­niert von der Frank­fur­ter Rund­schau, war so groß, daß sich die Stu­di­en­stif­tung zuletzt sogar für die Ein­la­dung entschuldigte.

2. Der Antrag­stel­ler war im April 2019 neben Hen­ryk M. Bro­der und zwei wei­te­ren Dis­kus­si­ons­teil­neh­mern zu Gast in der Talk­show “Han­gar 7” des öster­rei­chi­schen Sen­ders Ser­vus TV. Er nahm die­se Ein­la­dung so selbst­ver­ständ­lich an, wie er auch Ein­la­dun­gen zum Talk in deut­schen Fern­seh­sen­dern anneh­men würde.

3. Der Antrag­stel­ler hat vor weni­gen Wochen ein Buch ver­öf­fent­licht, das zwei Brief­wech­sel mit den Pro­fes­so­ren Armin Nas­sehi und Claus Leg­ge­wie doku­men­tiert: Nas­sehi, ich und Leg­ge­wie, kapla­ken 75. Die­se Brief­wech­sel mit eher links­ste­hen­den Per­sön­lich­kei­ten sind in den Medi­en viel­zi­tier­te Bele­ge für die Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft des Antrag­stel­lers. Und mehr: Gera­de an die­ser Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft wur­de von den poli­ti­schen Geg­nern schar­fe Kri­tik geübt: Man warf Nas­sehi und Leg­ge­wie wie­der­um ihre Bereit­schaft zur Dis­kus­si­on vor, weil man im Dia­log eine Form von Öff­nung für die Denk­wei­se des Antrag­stel­lers sah und sieht.

Zusam­men­ge­faßt: Die Behaup­tung der Gegen­sei­te, der Antrag­stel­ler habe die Losung aus­ge­ge­ben, den Dis­kurs zu zer­stö­ren, ent­behrt jeder Grund­la­ge. Erschwe­rend kommt hin­zu, daß “Losung” mehr ist als eine per­sön­li­che Mei­nung. Die Gegen­sei­te hat damit behaup­tet, der Antrag­stel­ler habe nicht nur selbst kein Inter­es­se am Dis­kurs, son­dern habe dar­über hin­aus sei­ne Leser und Zuhö­rer dazu auf­ge­for­dert, den Dis­kurs zu zerstören.

Die­se Unter­stel­lung hat vor dem Hin­ter­grund der Mecha­nis­men der Can­cel Cul­tur, auf­grund der Pro­mi­nenz und der media­len Reich­wei­te der Gegen­sei­te und der bis­her nicht erfolg­ten Gegen­dar­stel­lung die Dis­kurs­wil­lig­keit des Antrag­stel­lers öffent­lich ins Gegen­teil ver­kehrt – ein Bei­spiel für die sub­ti­le Zer­stö­rung des Diskurses.

– – –

Dem ist nicht viel hin­zu­zu­fü­gen, es steht hier wie immer fürs Protokoll.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (25)

Laurenz

29. Juni 2021 14:19

Interessant, daß in 2007 Querdenker noch als Teil der linken Meinungsdiktatur galten. Wie sich die Zeiten & Begrifflichkeiten ändern (können).

Zu 2. Bei der Hangar-7-Sendung in 2019 waren 5 Gäste geladen. 3 namenlose linke Pseudo-Intellektuelle gegen Broder & Kubitschek. "Bessere" ließen sich damals wohl nicht auftreiben, da kein namhafter (Salon-) Linker sich die Blöße geben wollte, die Debatte zu verlieren. Den linken Hanswursten in der Sendung fiel ja auch nichts besseres ein, als Kubitschek zum einzigen Thema zu machen oder sich bei Broder über dessen Verrat indirekt zu beschweren. Die Debatte fand also abseits jeglicher Sachthemen statt, was ganz sicher nicht die Schuld von Broder oder Kubitschek war. Mehr als Inquisition ist eben bei der Linken nicht vorhanden.   

Zu Panorama läßt sich sagen, daß sich, abseits einer politischen Richtungsbestimmung im Inland, durchaus qualitativ hochwertige Berichterstattungen in der Geschichte der Sendung festzustellen waren, wie die us-amerikanische Industrie-Spionage Nummer in der Windkraft-Technologie oder auch das Haverbeck-Interview kann man vielleicht nicht als gelungen bezeichnen, aber sie hatten es zumindest gemacht.

Daß Reschke im innenpolitischen Bereich mit gezinkten Karten spielt, ist wohl mutmaßlich ihr Auftrag. Persönlich frage ich mich immer, wie solche Mitmenschen ein solch unaufrichtiges Leben, welches sie führen, ertragen können, ohne sich jeden Morgen beim ersten Blick in den Spiegel übergeben zu müssen.

limes

29. Juni 2021 14:53

Großer Respekt gebührt GK für schöpferische, schöne, treffende Sätze und Begriffe, die präzise sind, stets präzise sein müssen, in einer Situation gnadenloser Überwachung.

Ich hoffe, er nimmt es mir nicht übel, wenn mich die Situation an ein Lied erinnert, das einen ganz anderen Charakter preist: Billy The Kid. Bob Dylans Lied »Billy 1« beginnt mit dem Vers:

»There’s guns across the river aimin’ at ya
Lawman on your trail, he’d like to catch ya
Bounty hunters, too, they’d like to get ya
Billy, they don’t like you to be so free.«

Ein gebuertiger Hesse

29. Juni 2021 14:55

Schöner Punktgewinn. Gratulation!

MARCEL

29. Juni 2021 15:01

Anja R. hat erreicht, was sie wollte: Wirbel und Stress machen, nach der Devise: Irgendwas wird schon hängenbleiben. Die Arbeit blieb an GK und Co hängen. Das ist kein Sieg.

Vier Stunden beim Anwalt: Welch eine Zeitverschwendung! Der schreibt jetzt seine Rechnung.

Lernt, anders zu kämpfen! Würzburg und die offiziellen (Nicht-)Reaktionen sind Menetekel (nicht nur an den Kampfhund, sondern an seine Halter muss man ran)

Wer sich für die Neue Rechte engagiert, wird damit nicht in Rente gehen können! Das ist kein Lebensentwurf sondern Notwehr!

Der Verteidigungsfall ist längst schon eingetreten

Beowulf

29. Juni 2021 15:49

Glückwunsch für den Erfolg. 

Es wird leider für Frau Reschke eine Fußnote bleiben, wenn sie sich überhaupt damit richtig auseinander setzen muss. Die Kosten zahlt wahrscheinlich der Arbeitgeber und beim nächsten Mal wird halt etwas anders behauptet.

Oder man inszeniert sich gleich als Opfer und wirft den anderen Meinungsbeschränkung von rechts vor. Das kann man auch gleich mit einer Spendensammlung kombinieren.

Taktisches Ziel scheint zu sein bestimmte Aussagen in den Medien zu platzieren. Ob ein Widerruf ggf. nötig wird, ist m. E. von vorne herein einkalkuliert.

Isarpreiss

29. Juni 2021 16:14

Dialoge zwischen Rechten und Linken oder Liberalen sind meine Lieblingstexte unter den Veröffentlichungen in Sezession und bei Antaios. Derjenige zwischen Kubitschek und Nassehi wurde ja in Nassehis Buch "Die letzte Stunde der Wahrheit" 2015 bereits veröffentlicht. Da ich dafür damals kein Geld ausgeben wollte, habe ich es in der Bibliothek ausgeliehen und alle 344 Seiten abfotografiert - auch, weil die darin erwähnte Veranstaltung, bei der Nassehi sich nicht mitzudiskutieren traute (in München im Januar 2011, wenn ich mich richtig erinnere, mit Felix Menzel und Alexander Kissler), mich überhaupt erst zur Sezession gebracht hat (Ihr habt da jedem Besucher ein kostenloses Exemplar geschenkt). Kommt mir jetzt vor, als wäre es eine Ewigkeit her... Was ist seitdem alles geschehen!

Carsten Lucke

29. Juni 2021 16:20

@ MARCEL

Doch - es ist ein Sieg ! Und schon gar keine "Zeitverschwendung" !

Auch bei den Rechten sind die "Mühen der Ebene" (B.B.) zu bewältigen.

Wollen Sie denn diesen Typen der anderen Seite alles durchgehen lassen ?!

Sie sprechen Würzburg an und belehren imaginäre Adressaten, "anders kämpfen zu lernen" - wie denn bitte !? Machen Sie doch mal einen konkreten, praktischen Vorschlag !

Wenn der gut ist, folge ich Ihnen gern. Aber bitte nicht von "Kampfhunden und deren Haltern" schwätzen !

 

 

Laurenz

29. Juni 2021 17:13

@Limes

Robert Dylan hin oder her .... Sie wissen Selbst, der Vergleich hinkt, da Wilhelm der Jungspund, ein Schwer-Krimineller war, auch wenn das wohl in seinem damaligen Lebensraum viele waren. Wenn Sie die angedachten Rollen vertauschten, würde eher ein Schuh daraus.

@Marcel

Diese Großmaul-Nummer haben wir schon ausführlichst mit der Schlußfolgerung debattiert, daß Gewalt in das Reich der Psychopathen gehört. Selbst die Polizei macht sich keine Freunde, wenn Gewaltanwendung ihrerseits völlig unangemessen stattfindet, wie das die letzte Zeit häufig der Fall war. 

 

@Beowulf

"Es wird leider für Frau Reschke eine Fußnote bleiben"

Für Reschke vielleicht. Aber irgendwelche linken Holzköpfe müssen die Bücher GKs bestellen, kaufen & komplett auf der Suche nach Schwachstellen durcharbeiten. Und wenn man sich dann das Ergebnis dieser Mühen auch noch in Anbetracht einer nicht statthaften Reduktion betrachtet, ist das Ergebnis nicht nur als dürftig zu bezeichnen, es ist kein Ergebnis vorhanden, alles nur Schall & Rauch, die miserable Inszenierung einer illusionären Rechten, die es in diesem Komödiantenstadl gar nicht gibt..

Einsiedler

29. Juni 2021 18:16

Gratuliere zum Erfolg! 

Leider muß ich ansonsten @Beowulf  vollkommen zustimmen.

Vielleicht sollte man allerdings in dem Satz "Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform."  Konsens durch Nonsens ersetzen.

Nichts für ungut.

micfra

29. Juni 2021 19:18

Sehr gut gemacht, Herr Kubitschek. Ihr großes Talent zum offenen Diskurs ohne sich vorführen zu lassen, haben Sie ja in Ihrem letzten Kaplaken der Öffentlichkeit vorgelegt. Ein Lesegenuss, der seinesgleichen sucht.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich auf den Tag der offenen Tür!

Ihr

mf

kikl

29. Juni 2021 19:43

Lese ich die Kommentare hier, dann beschleicht mich Folgendes: Wenn Reschke die Unterlassung erklärt, hat sie gewonnen, weil sie dann Opfer ist, wenn sie es nicht tut, dann hat sie auch gewonnen, weil sie dann Sieger ist. Eigentlich hat Reschke immer gewonnen. Der Defätismus hier nervt nur noch.

Nein, das ist keine Niederlage sondern ein Sieg. Reschke weiß, dass sie keine Chance hat. Aber zu dieser Erkenntnis hätte sie schon vor langer Zeit kommen können. 

Solution

29. Juni 2021 19:56

Gratuliere. Wer sich nicht wehrt...

MARCEL

29. Juni 2021 20:10

Die meisten, die hier kommentieren, habe ich auch nicht gemeint.

Einen wunden Punkt habe ich wohl getroffen? Anja R, hat den Punkt auch getroffen, das war ihr Ziel.

Hand aufs Herz: In welchen Hirnhälften gibt es wohl keine Vorstellungen von Gewalt (von der ich übrigens gar nicht sprach)?

 

 

Laurenz

29. Juni 2021 23:53

@Marcel

"Die meisten, die hier kommentieren, habe ich auch nicht gemeint."

Ihre wenig konkreten Äußerungen nerven etwas. Gehen Sie bitte mehr in medias res. Warum soll hier jemand darüber nachdenken müssen, ob Sie ihn gemeint haben oder nicht? Wir sind hier nicht bei einer Quiz-Sendung.

"Einen wunden Punkt habe ich wohl getroffen? Anja R, hat den Punkt auch getroffen, das war ihr Ziel."

Tim Kellner, der schon mehrere fruchtlose Hausdurchsuchungen, teils mit SEK-Einsatz hier sich hat, war tatsächlich Sieger in einem Gerichtsverfahren gegen Chebli. Natürlich ist das ein Sieg. Da Reschke, aufgrund ihrer Herkunft, 5 IQ-Punkte mehr als Chebli hat, wollte sie eben nicht den Arsch vom Dienst, wie Chebli, machen & hat vorher klein beigegeben. Das ist eine gewonnene Schlacht & kein gewonnener Krieg. Die Nummer war einfach nur dämlich. Von daher kann ich Ihre persönliche Wahrnehmung in keiner Weise nachvollziehen, Marcel.

"In welchen Hirnhälften gibt es wohl keine Vorstellungen von Gewalt"

Gewalt ist immer dann legitimiert, wenn man am Ende gewinnt. & bevor man nicht weiß, ob man gewinnt, ist dringend von Gewalt-Vorstellungen, von mir aus auch im Gesäß, abzuraten.

"Gewalt (von der ich übrigens gar nicht sprach)?"

Von was sprachen Sie denn? S.o.

EddyNova3122

30. Juni 2021 03:36

WAS juckt es den Baum wenn die Hunde dagegen pinkeln ?! Was bringen Pyrrhussiege ,am Ende werden die Volksvernichter den Fall als Beleg für "Rechtsstaat & Meinungsfreiheit" nutzen. Schaut her selbst der Rechtsaussen Kubitschek kann im BRD Stadl sein Recht einklagen.

Vielleicht sollte der Spieß umgedreht werden - wenn schon GEZ Zwang dann auch Proportz,Sendezeit exakt gemäß Wählerwillen verteilt. Macht bei rd. 75% Wahlbeteiligung knapp 10% Sendezeit allein für die AfD. Ergibt allein bei ARD ,ZDF ,Phoenix rund 100 Stunden Sendezeit pro Monat oder anders ausgedrückt minimum 2 Sendungen im Panorama Format für "A Pünktchen Klientel",

Gleiches gilt für Sendelizenzen - per se ein antifreiheitlicher Irrsinn , aber jede zehnte steht gemäß Wählerwille der AfD zu. Öffentlicher Rundfunk schimpft sich der Staatsfunk -die Definition "öffentlich" scheint das Problem.

Unlogisch ,ARD ,ZDF und Co rühmen sich politisch unabhängig zu sein - dazu paßt dann allerdings keine politisch erzwungene Zwangsgebühr. 

Maiordomus

30. Juni 2021 05:24

@Kubitschek. Las dieser Tage im Buch "Das Schweigen der Mitte" von Ulrike Ackermann als Beispiel für ein Denken, das von Reschke nicht weit entfernt zu sein scheint; eine Autorin, die sich für eine Liberale hält, sich auf John Stuart Mill beruft, aber geistig weit unter dem Durchschnitt von "Sezession" anzusiedeln ohne die nötigen Grundlagen deutscher Geistesgeschichte, mit der allenfalls auch die Rechte kritisiert werden könnte. Es genügt natürlich nicht, in Steinbach eine"Betonkonservative" zu sehen oder in Nicolas Fest und Michael Klonovsky "hitzige Charakterköpfe", in Matussek, einen fürwahr mittelmässigen Geist eine "professionelle Krawallschachtel". Ich glaube nicht, dass man mit dieser Ackermann über Jochen Klepper oder Hans Fallada diskutieren könte, auch nicht, dass sie Frau Kositza als Publizistin annähernd das Wasser reicht. Wer da von "diffusem Unbehagen an den Zuständen in diesem Land" schwafelt, grenzt an politisch korrekten Analphabetismus, es liegt auch reine Dummheit vor, sich mit "Mitte" verwechselnd.

Maiordomus

30. Juni 2021 05:34

PS. Ab 1954 habe ich über 50 Jahre lang die deutsche Fussballnationalmannschaft mit meiner Sympathie unterstützt, bei der schweizerischen war Schluss, als sich Protagonisten des Teams mit Bekenntnissen zu innerbalkanischen nationalistischen Auseinandersetzungen hervortaten. Aber eines ist klar: bei Niederknien, und zwar nicht für Leute, die in Deutschland auf offener Strasse gemetzget werden, sondern als Bekenntnis zu einer neuen Zivilreligion: hier kann man als nicht Gleichgesinnter nur noch beten, dass diese Mannschaft so schnell wie möglich ausscheidet. Was glücklicherweise geschehen ist. Ich hätte es auch als unangemessen empfunden, was zwar undenkbar gewesen wäre, hätte die deutsche Elf die Gelegenheit benützt, sich mit den Opfern von "Würzburg" zu solidarisieren. Es gehörte so wenig hierher wie seinerzeit der Hitlergruss noch auch unter Trainer Herberger, der freilich wohl nicht schlechthin freiwillig erfolgte, wiewohl vermutlich bei den meisten damals noch aus Überzeugung. Letzteres zu demonstrieren gehört aber nicht in den Sport, wiewohl ich für Demonstrationen einzelner Schwarzer etwa bei Olympia 1968 Verständnis hatte; es war keine Kollektivhandlung politischer Korrektheit!

Laurenz

30. Juni 2021 08:27

 

@Maiordomus

Die Einführung von Internationalmannschaften im Fußball ist so offensichtlich dämlich, selbst in der Schweiz, daß Selbst Ihnen das irgendwie ziemlich spät aufgefallen ist.

Wenn man mit einheimischen Spielern verliert, verliert man eben.

Aber gekaufte Söldner haben mit Frankreich oder Deutschland, wie auch der Schweiz, nur so viel zu tun, daß sie von dort ihren Sold beziehen.

Man würde besser auslosen, welche Spieler für welches Land spielen. Das wäre ehrlicher.

Und klären Sie uns bitte auf, welche/r/s Blog/Zeitung/Forum liegt denn nicht unter Sezessions-Niveau, sondern darüber?

Das könnte doch nur ein/e Zeitung/Blog sein, wo Sie alle Artikel & Kommentare Selbst schreiben.

RMH

30. Juni 2021 09:19

Da war ein schöner kleiner Erfolg für G.K., wobei er und seine Familie vermutlich mittlerweile einen Anwalt alleine mit solchen Sachen beschäftigen könnten, bei all dem Müll, der über sie verbreitet wurde/wird.

Einen Schlag ins Kontor gab es hingegen für die IB, die mit ihrer Klage gegen die Nennung im VS Bericht vor dem OVG B-B scheiterte. Das Gericht bestätigte damit die voll auf Linie des 2. NPD Verbotsurteils liegende Auffassung der Vorinstanz, dass eine Forderung nach ethnisch-kultureller Homogenität gegen die Menschenwürde verstoßen würde, selbst wenn die Forserung nicht absolut gelten soll.

Das eigentlich klar egalitäre Prinzip des Ethnopluralismus geht offenbar nicht in die Normopathen-Juristenschädel (Fall von Apperzeptionsverweigerung). Dagegen dürften auch Freiexemplare von M.L.s Verteidigung des E.P. nichts ändern. Also, gewöhnen wir uns daran, "gesichert rechtsextrem" genannt zu werden.

Maiordomus

30. Juni 2021 09:28

@Falsch! Von den Schweizer Spielern, die gegen Frankreich gewonnen haben, spielte aus der einheimischen Liga nur einer von Anfang an mit, ein zweiter kam in der Verlängerung dazu. Wahr ist aber, dass sie in der Schweiz zu Fussballern ausgebildet wurden. Was die Deutschschweiz betrifft, akzeptiere ich jeden, der schweizerdeutsch spricht; hingegen keineswegs nationalistische Balkan-Gesten während eines Spiels gegen Serbien; so einer ist schlicht kein Schweizer, so wie Niederknieende mir so wenig nahe stehen wie Islamisten.

PS. Der Schweizer Captain, Klasse-Spielmacher, ein Balkan-Nationalist, reklamierte beim Stand von 1 : 3 wohl weil er ehrlich nicht mehr ans Weiterkommen glauben wollte. Nun muss er gegen Spanien zuschauen, wo es vermutlich ein 0 : 3 absetzt, womit ich gut werde leben können. 

 

Laurenz

30. Juni 2021 10:39

@RMH

Wenn dem so wäre, wie Sie schreiben, RMH, was ich auch gar nicht bezweifle, dann müßte sofort jedes Reservat geschlossen werden & die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein müßte stante pede ihre garantierten Sitze im Landesparlament zu Kiel verlieren.

Dietrichs Bern

30. Juni 2021 11:55

Glückwunsch, zum Erfolg und vor allem zu der Bereitschaft sich nicht alles bieten zu lassen.

Aus meiner Sicht der größte Fehler, dass man sich von der Seite, die umgekehrt alles und jeden wg, Kleinigkeiten verklagt, alles bieten lässt, zumal rechts jawohl genug juristischer Sachverstand vorliegen sollte.

Ja ich weiß, die "bringt nix, bringt nix" Rufe folgen dann immer, dabei haben wir hier eine der wenigen Möglichkeiten, praktisch gegen Unrecht vorzugehen.

 

heinrichbrueck

30. Juni 2021 15:15

Das Niederknien ist die Präsentation des eigenen Kopfes auf dem Silbertablett. Die Europäischen denken an Demutsgeste, die Bunten sehen das Schuldeingeständnis. Es scheint kein konkretes Wissen vorhanden zu sein, welche Mentalitätsunterschiede zu berücksichtigen wären, wollte man das gemeinte Ergebnis erzielen. Natürlich wird das gewünschte Resultat erzielt: Gewalttaten gegen Europäer. Unterschiedliche Wahrnehmung, ungleiches Konzept von Realität. Das Schuldeingeständnis zeigt dem Bunten das eigentliche Geschehen, dagegen ohne Zustimmung keine Schuld und keine Aufforderung Rache ausüben zu dürfen. Wieder einmal Fremdeinflüsse, anstatt eigenes Steuerungsdenken. 

Andreas Walter

30. Juni 2021 20:53

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/attentaeter-von-wuerzburg-lka-prueft-verbindung-zu-krawallen-in-chemnitz-17415121.html

Der_Juergen

30. Juni 2021 22:40

Man freut sich ja über diesen Erfolg Kubitscheks, aber ist dieser Punktgewinn gegen eine erbärmliche Vertreterin der Schmutz- und Lügenpresse wirklich den Aufwand, und die vermutlich anfallenden Anwaltskosten, wert gewesen? 

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