12. Juli 2021

Tatkraft statt Therapie

Heino Bosselmann / 100 Kommentare

Wir kommen aus der Natur, wir wuchsen aus ihr heraus, benötigen sie als Lebensgrundlage, aber wir leben nicht eigentlich darin.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Die Schulung und Ausbildung ihrer Heranwachsenden ist für die menschliche Gesellschaft essentiell, weil sie – inmitten der Natur – einer künstlichen und daher aufwendig zu erhaltenden und permanent weiterzubauenden technischen Kunst-Welt bedarf, die eben ihre eigene und die ihr einzig zuzumessende Welt ist. Arnold Gehlen (1904 – 1976) begründete das eindrucksvoll.

Jede Folgegeneration hat daher von der vorhergehenden alles zu lernen, was das materielle und geistige Überleben sichert. Dies stellt eine enorme Herausforderung dar – kognitiv, sprachlich und physisch fit zu sein, um das Ererbte an Wissen, Know-how und Kultur zu bewahren, zu sichern und zu gestalten.

Menschliche Leistungen lassen die unser Leben sichernden Institutionen entstehen, die wiederum uns als Handelnde in Dienst nehmen. Gehlen meinte im Aufstand des intellektuellen Denkens und im Drang nach dem Wohlleben eine Verderbnis seiner Gegenwart zu erkennen. Er sah davon die Institutionen infrage gestellt, die er als Bastionen unserer Sicherheit verstand.

Überhaupt fürchtete er, eine zu selbstverständlich gewordene Kultur könnte zur Lässigkeit verleiten, zur gefährlichen Illusion, der Mensch dürfe sich gehenlassen und auf die Strenge von Form und Führung verzichten, die jedoch für die Weiterexistenz unerläßlich sind.

Er behielt Recht. Der Mensch, mindestens der europäische, wurde gerade wegen der durch Institutionen und Technik ermöglichten Entlastungen lässig und vergaß die enorme Wichtigkeit der Kultur, die ihm einzige Lebenssphäre ist. Der Niedergang der Schulbildung in Deutschland beweist es.

Hinzu kam: Techniken und Arbeitsvorgänge, mit denen wir wichtige Existenzmitteln einst selbst schufen, sind längst global ausgelagert, "outgesourct", liegen nicht mehr in unserer Hand; wir setzen sie aber immer noch als vorhanden voraus. In der sogenannten Corona-Krise etwa fiel plötzlich auf, daß wichtige Medikamente nur noch in Indien hergestellt werden, geringerer Kosten wegen.

Lernen galt ganz selbstverständlich nicht zuerst als Spaß, sondern als ehrenwerte Anstrengung, weil die nächste Generation es einfach hinbekommen mußte, insofern sich nichts von allein machte, die Herausforderungen stets wuchsen, die Technik immer bessere Qualifikationen verlangte und weil der Mensch sicherer und besser leben wollte.

Ein solche Lern-Arbeit wird allerdings nur noch in aufstrebenden Nationen betrieben, beispielsweise in Fernost. Insbesondere die fernöstlichen Schulen werden indessen von unseren „Bildungsforschern“ als autoritäre Paukschulen kritisiert. Was sie praktizieren, das passe nun gar nicht zu unserem neuen Menschenbild.

Sich zusammennehmen, sich konzentrieren, Ausdauer erwerben und Kraft, um sich ausprobieren und bewähren und schließlich sagen zu können „Ich habe es jetzt drauf!“, das zeichnete das Schulerlebnis und die Lehre von Handwerk und Beruf aus. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, sagte die Alten: Leiste anständig was, dann bist du was, erwirb dir Achtung, indem du selbst für dich sorgen kannst und für andere – gegen guten Lohn – nützlich bist. Du mußt nicht Professor werden, aber redlich sollst du arbeiten, gründlich und so, daß du Qualität lieferst. Ein guter Dachdecker hat ebensoviel Respekt verdient wie ein Ingenieur.

Dieser Ansatz scheint in der „Abstiegsgesellschaft“ (Oliver Nachtwey) verloren. Das liegt an weltökonomischen Veränderungen, aber ebenso am zunehmenden Unvermögen vieler Heranwachsender, sich selbst zur Leistung aufzuraffen. Dies mißlingt im Unterricht etwa ebenso wie im Sport. Sich gegen den inneren Schweinehund durchzubeißen, das wollen immer weniger. Stattdessen wird gechillt, sediert von der über das Netz und die sogenannten sozialen Medien zugereichte armselige Unterhaltung.

Leistung gibt es da und dort eher noch als Fitneß, als narzißtisch erfolgende Arbeit am eigenen Outfit. Man ist gewissermaßen der Schmied seines eigenen Körpers. Damit kann man Influencer werden, dessen Erfolg aber wiederum von Algorithmen bestimmt wird, nicht aber ein Leistungsträger, der substantiell seinem Land oder seinen Leuten nützt.

Vielmehr als um angestrengte Lernarbeit und fleißiges Üben geht es der Schule neuerdings um eine Art Therapie. Alles, was zu sehr fordert, was anstrengt und Unterschiede in den Talenten offenbart, galt seit den Neunzigern zunehmend als Überforderung, mittlerweile aber gilt es bereits als Diskriminierung.

War es früher der Leistungsträger, der als vorbildlich galt, immer in Verbindung mit seiner Erziehung zu Maß und Benehmen, sind es heute die Benachteiligten mit ihren „Handicaps“, denen die ganze Aufmerksamkeit der Schule gehört. Auf sie ist das System ausgerichtet; es nivelliert nach unten und findet sich auf die Schwachmaten zugeschnitten, ganz so, wie im Gesundheitswesen eher der Kranke als der Gesunde die Logik der Verfahrensweisen erfüllt. Die Stärkeren gelten hingegen als Problem, werden gebremst, vermissen Erlebnis und Bewährung, langweilen sich und lassen das eigenen Bemühen schleifen. Fehlt erst der Wille, versagen auch sie. Die als Segen beschworene Ganztagsschule ist gerade nichts für intelligente und robuste Naturen, die ihre Abenteuer nicht in inszenierten Projekten im Schulhaus suchen.

Um Mißverständnisse auszuschließen: Selbstverständlich bedürfen die Schwachen, die durch Krankheit Benachteiligten, die Verhaltensgestörten und die Unwilligen einer speziellen Förderung. Dies ist hierzulande durchweg geschehen, innerhalb eines pädagogischen Schutzraumes, der früher Hilfs- und dann Sonderschule hieß und wo universitär ausgebildete und hochprofessionelle Sonderpädagogen die Pflege und Förderung Benachteiligter übernahmen. Deutsche Sonderschulen waren weltweit anerkannt und pädagogisch besonders erfolgreich.

In der speziellen und gesonderten Ausbildung und Erziehung Lernbehinderter hätte noch in den Neunzigern und in den Nullerjahren kaum jemand eine Diskriminierung erkennen wollen, sondern, im Gegenteil, den besten Weg, das Optimum für die biographische und berufliche Entwicklung von Kindern mit Besonderheiten zu ermöglichen.

Aber mit der Umsetzung der verkürzt verstandenen UN-Behindertenkonvention begann linkspolitisch grundiert die Inklusionskampagne, die argumentierte, Sonderschüler an konzeptionell eigens auf sie zugeschnittenen und besonders qualifizierten Schulen zu betreuen, das käme einer Art Selektion gleich. Man zerschlug prompt die bewährten sonderpädagogischen Einrichtungen und verteilte deren erfahrene Pädagogen an die Regelschulen, wo Bildung und Erziehung aller miteinander nun inklusiv erfolgen sollte.

Weil man sich die schlechte Improvisation auf dem Papier „wissenschaftlich“ schönzureden wußte und die Messungen so vornahm, daß ein Erfolg erweislich schien, feierte man diese Verschlimmbesserung als Bravourstück. Im Stich gelassen finden sich jene, die man inkludieren wollte.

Die Inklusionskampagne verschlechterte die Situation der einstigen Sonderschüler, passte jedoch ins politische Programm wie überhaupt in die zunehmende Ideologisierung der Schulen: Gerechtigkeit, Antidiskriminierung, Diversität.

Die Fehlentscheidung zur „Inklusion“ verstärkt in den Regelschulen eine Tendenz, die seit den Siebzigern begann: Nicht der Erwerb von umfassendem Wissen und die Ausbildung praxisrelevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten ist das Ziel, sondern Wohlbefinden, Wertschätzung und Spaß. Jeder Schüler soll sich angenommen und geschätzt fühlen, auf daß sich sein Selbstvertrauen stärke.

Alles wichtig. Aber eher Grundlage als Ziel. Es darf mindestens an Standardschulen nicht darum gehen, frühtherapeutisch oder primär sozialpädagogisch zu betreuen, sondern es muß aktiv herausgefordert werden und erlebbar sein, daß Aufgeschlossenheit und Fleiß, Konzentration auf die Aufgaben, tief ins Weltwissen eindringendes Lernen und ausgiebiges Üben und Erproben der Fertigkeiten das Selbstwertgefühl stabilisieren und einen tatkräftigen Absolventen heranbilden – als professionellen Facharbeiter oder Handwerker, als verantwortungsvollen Angestellten oder Beamten, als klugen Wissenschaftler.

Schüler erwerben sich Anerkennung und Lob kaum mehr im Zuge eines herausfordernden und Haltungen ausprägenden Unterrichts. Nein, sie gelten per se als toll, wertvoll und einmalig – einerseits eine Banalität, insofern jeder natürlich besonders ist, anderseits ein falsches und voreiliges Kompliment, das den ausgeprägten Individualismus und die narzißtischen Empfindlichkeiten weiter verstärkt, nicht aber auf das Leben vorbereitet, das letztlich doch jeden belehrt.

Nur halten dann viele die vorprogrammierten Krisen und Einbrüche nicht aus und scheitern daran. Obwohl die Schule angeblich so schülerfreundlich wie nie verfährt, sind die Kinder- und Jugendpsychiatrien überfüllt. Resilienz wurde zum Modewort, weil es sie nicht gibt. Die Schule vollbrachte das zweifelhafte Kunststück, einerseits Inhalte und Anforderungen zu reduzieren und die Benotung zu inflationieren, andererseits aber mit Formalien zu stressen.

Außerdem: Wenn früher nur maximal zwanzig Prozent ein Abitur ablegten, war das die Garantie für einen einträglichen Beruf. Fahren aber immer mehr zum höchsten Schulabschluß hinauf, herrschen dort oben Gedränge und Konkurrenz.

Heranwachsende sollten nicht einerseits als höchstbegabte Wunderkinder verklärt, andererseits nicht als trost- und hilfebedürftige Behinderte pathologisiert werden, sondern als junge Menschen gelten, in denen immense Möglichkeiten angelegt sind, die durch hohe Anforderungen und interessanter Unterricht entwickelt werden müssen.

Wir wachsen tatsächlich mit unseren Herausforderungen und gerade nicht im Vermeiden von Anstrengung. Es tut uns nicht gut, wenn wir uns als der Mittelpunkt und als Hauptsache der Welt wähnen, uns für einen „Volltreffer“ Gottes halten, sondern wir müssen uns Anerkennung erst selbsttätig erwerben, anstatt sie für nichts geschenkt zu bekommen, zugereicht nur dafür, daß wir auf der Welt sind und Stoffwechsel betreiben.

Jeder von uns muß über seine Befindlichkeiten hinaus, hat sich zu entwerfen und sich in Mühe und Anstrengung darüber zu belehren, ob Verstand und Mumm nun ausreichen oder nicht. Wenn nicht, dann hilft die Verbesserung der Haltung und die Steigerung des Bemühens; wenn immer noch nicht, dann kann man an Förderungen denken, allerdings nur für jene, die tragischerweise über ein fortwährendes Scheitern nicht hinauskommen. Das sind wenige. Ihnen muß geholfen werden, jenen, die nicht können, weniger denen, die nicht wollen, obwohl ihnen alle Möglichkeiten zur eigenen Entwickelung rechtlich längst garantiert sind.

Die meisten werden ihren Ort finden und eine Aufgabe, die ihnen liegt und die Anerkennung einträgt. Dafür aber müssen sie Herausforderungen annehmen lernen und dürfen nicht verzärtelt werden. Ihnen alle Hindernisse wegräumen und Förderpläne erstellen, die einen Minimalismus bei Gewährung besonderer Boni ermöglichen, das genau deformiert und verzwergt junge Menschen zu infantilen Erwachsenen, die zwar weiterhin Forderungen stellen, sich diese aber selbst nicht erfüllen können und also in ihren „Maßahmekarrieren“ weiterhin der Fürsorge bedürfen. Sie werden ihre Rechte kennen, aber von Pflichten nichts wissen wollen, weil sie nie in die Pflicht genommen wurden.

Arnold Gehlen warnte davor, die Kultur könne sich kraft der technisch möglichen Entlastungen dazu hinreißen lassen, die Institutionen zu vernachlässigen und vom wieder vernatürlichten Menschen zu träumen.

Das Gegenteil rettet, nämlich die stabilisierte „zweite Natur“, die der Mensch aus sich heraus entfaltet und der er sich selbst unterwerfen muß, wenn er nicht in eine „fürchterliche Natürlichkeit“ zurückfallen will. Die Institutionen sind mithin für Gehlen identisch mit dem Mensch-Sein überhaupt oder, anders ausgedrückt, identisch mit der menschlichen Kultur.

Gehlen warnte: „Wenn die Disziplin der gelernten Arbeiter und der beruflichen Körperschaften zerfällt, der Juristen, Gelehrten, Beamten, der Regierungen und Kirchen, wenn das Ideologische und Humanitäre sich verselbständigt und diese Formen von außen her aufweicht, dann ist die Kultur am Ende ...“

Werden die lang gewachsenen und bewährten kulturellen Standards und die Institutionen abgetragen, so erscheinen als ihr Zerfallsprodukt der Subjektivismus und die „Ichbetontheit des Durchschnittsmenschen“ – und als deren Folge Ratlosigkeit, Begehrlichkeit, Triebhaftigkeit.

Gehlen argumentiert nicht politisch, sondern moralisch. Ihm geht es um die „Stabilisierbarkeit“, den dauerfähigen Bestand von Handlungen, Gesinnungen und Gedanken.

Diese Stabilität ist gefährdet, wenn der Mensch zur Beliebigkeit ermutigt wird. Genau dies geschieht hierzulande. Deswegen geraten wir nicht nur im Wettbewerb mit den hart arbeitenden Asiaten ins Hintertreffen, sondern lösen unsere Nation und Kultur überhaupt im Amorphen des „Alles ist möglich!“ und „Jeder ist willkommen!“ auf.

Längst scheinen Geschlechterbefindlichkeiten und irre Gerechtigkeits-, Integrations- und Gleichheitsphantasien im politischen Diskurs wichtiger als die Rettung eines kulturellen Minimums. Unsere Kultur droht zu sterben; übrig bleiben die leeren Phrasen von Buntheit, Diversität und vermeintlicher Weltoffenheit.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (100)

Gelddrucker

12. Juli 2021 21:29

Der Bunt-Unsinn tangiert die meisten Deutschen nicht im geringsten.

Man sollte endlich mal aufhören, es so darzustellen, als seien diese Spinnereien einer medialen Elite das, was das deutsche Volk und andere europäische Völker wirklich bewegt.

Ich kenne Wähler aller Parteien, aber keinen einzigen, der aktiv Buntheit und Diversität oder ähnlichen Quatsch unterstützt.

 

AmazonBesteller

13. Juli 2021 00:13

Nichts Neues. Der alltägliche Trauergesang der Renten- und Pensionsanwärter. Sie bewerten Menschen anhand ihres Berufes. Ich habe fast 40 Jahre gebraucht um von dieser Denke wegzukommen. Ich lasse mich auch nicht per Peer Review von anderen bewerten und einstufen. Zu viel Neid und Hass. 

Gehlen liegt falsch. Die Kultur zerstört sich, wenn sie die Krise nicht aushält und übersteht und nicht bereits mit dem Eintreten der Krise. Dieser Zirkelschluss aus Fortschritt, institutioneller Grundsicherung an Know-How und Kultur zur Nachhaltigkeit (Stabilisierung) kann nicht auf Dauer funktionieren. Irgendwann kommt es zur Störung. Hätten wir gute Führer, wäre man darauf vorbereitet.

Zu den provokanten Texten von Herrn Bosselmann kann man seitenlange Korrekturen schreiben. Am Ende wird dann doch wieder im Lehrerzimmer über die Schüler gelästert. Die Lehrer waren und sind nie schuldig. Wenn ich so einen Text mit null Komma null Selbstkritik lese, reicht es mir schon. Eigentlich kann man jetzt schon Badeschluss machen. 

Moment: Jetzt kommt Maiordomus und bläst uns den Marsch... 

Andreas Walter

13. Juli 2021 02:55

Es liegt nicht an der deutschen Jugend. Ein junger Mensch ist ein junger Mensch, so wie eine Rose eine Rose ist, und das sind sie beide schon seit hunderten von Jahren.

Es ist vielmehr immer das gleiche Problem in Deutschland, das eben auch die Jugend bremst und auch sie fehlleitet, ihr Sand in die Augen streut.

Eine perverse Mischung aus Kulturmarxismus (heutzutage Ökologismus), "Reeducation" und bewusste psychische Kastrierung (Einschüchterung).

To keep Germany (the Germans) down.

Motivierte Jugendliche lernen nämlich ausgesprochen gern', doch wie es das Wort eben schon sagt, braucht es dazu die richtige Motivation. Da es aber kein Richtig im Falschen geben kann ist auch die deutsche Jugend einfach nur auf dem falschen (sinkenden) Dampfer.

Selbst viele Junge Rechte hier bei der Sezession sind doch fast alle nur Männer des Geistes, Studenten und/oder "Papiertiger" (Medienaktivisten), wissend, dass sie jeden anderen Kampf eh sofort verlieren würden, ihn gar nicht gewinnen können (dürfen). Das ist doch die demotivierende Scheiße, nicht die deutsche Jugend.

 

RMH

13. Juli 2021 07:11

Ein Text, mit dem ich ausnahmsweise (lese bekanntermaßen die Texte von Bosselmann sehr gerne) einmal nicht viel anfangen kann. 

Spontan möchte ich mit einem Hinweis auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg antworten.

Den ganzen Tag ackern muss nicht zu besserem Lohn führen, als nur 1 Stunde und darin liegt dann auch nicht immer zwingend eine Ungerechtigkeit.

tearjerker

13. Juli 2021 08:21

Wenigstens 50% des Personals haben die Geschichte vom Leistungsträger nie gekauft. Sie bevorzugten schon immer ihre Ansprüche durch Status statt Leistung zu befriedigen.

Ein gebuertiger Hesse

13. Juli 2021 08:27

Exzellenter Aufsatz. Es ist wichtig, an das Wesentliche erinnert zu werden.

RMH

13. Juli 2021 09:08

@tearjerker,

Im Zusammenhang mit Status ist auf den aktuellen Fall des Show & Shine von Frau Baerbock hinzuweisen. Nun sind gepimpte Lebensläufe nun wahrlich nichts Neues (gerade in der Politik gilt hier, wer ohne Sünde ist, der werfe ...) und Thomas Bernhard prägte schon vor Jahrzehnten den Begriff des Dissertations Diletantismus, aber eines wird daraus erkennbar: in dieser Gesellschaft ist Leistung alleine nichts, es muss auch noch eine Garnitur dazu kommen. Sei es durch Herkunft oder irgendwas zum auf die Visitenkarte schreiben. Jeder, der aus den berühmten kleinen Verhältnissen stammend, die Bildungsmühlen durchlaufen hat, ein paar Jahrzehnte das Spiel der sog. "Leistungsgesellschaft" mitgemacht hat, wird einen gehörigen Grad an Desillusionierung erfahren haben. Nicht umsonst ist die größte Sehnsucht des sog. "Boomers" die nach dem Urlaub und der Pensionierung. Daran alleine wäre noch nichts verwerfliches, wenn damit nicht allzu oft eine Heuchelei und Doppelmoral, gerade gegenüber der Jugend einhergehen würde (Wasser predigen, aber ...). Glaubwürdiges Vorbild zu sein, ist die größte Herausforderung, insbesondere, wenn man selber nur in einer Kulissengesellschaft gelebt hat. Am Ende ist Ehrgeiz immer noch die letzte Zuflucht des Versagers und im Bestreben, gute Eltern zu sein, formt man die nächste Generation von Sklaven für den Globalismus. Es ist wahrlich nicht einfach, heutzutage. Der Bauch ist voll, aber die Seele nicht nur leer, sondern ausgebrannt.

Franz Bettinger

13. Juli 2021 10:32

@Bosselmann schreibt: "Wir kommen aus der Natur, sind Teil von ihr, aber leben nicht in ihr.“ - Das liegt doch allein an uns. Ich lese gerade (zum ersten Mal und mit großem Genuss) Dieter Nolls Die Abenteuer des Werner Holt. Die Jungs und Mädchen damals lebten in und aus und mit der Natur (und waren gar nicht prüde). So zu leben ist unsere Natur; auch heute noch. Ich sehe aus der Ferne den kleinen Großneffen auf einem öffentlichen Spielplatz halbnackt (weil’s heiß ist) und voller Freude in einer Springbrunnen-Pfütze spielen. Nur ein anderes Kleinkind tut es ihm nach. Die anderen Mütter achten darauf, dass sich ihre Kleinen nicht dreckig machen. Tja. Damit beginnt das Desaster. 

tearjerker

13. Juli 2021 10:34

@RMH: Vor 30 Jahren hielt ich noch so Einiges für unmöglich: dass sich Arbeitnehmer ihre Zeugnisse selbst schreiben, dass jemand seine Promotion durch Kopieren fremder Texte erwirbt, dass die Staats- und Partei-Nomenklatur der Allgemeinheit feindlich gesonnen ist. Klarer Fall von Übersozialisierung in den von Bosselmann angeführten Institutionen, die ein weltfremdes und unrealistisches Menschen- und Gesellschaftsbild vermitteln.

Franz Bettinger

13. Juli 2021 10:41

Wer seine Träume aufgibt, ist selber schuld. Meist geschieht dies recht bald nach der Pubertät. Meine Devise war (und ich bin damit gut gefahren), den Beruf ums Leben aufzubauen, nicht umgekehrt. „Während du in Amerika rumpaddelst und die Zeit verschwendest, werden hier (in D) die Felle verteilt,“ tadelte mein Vater. Da hatte der Gute ausnahmsweise unrecht. Ich habe, während ich umprofitablen Unsinn tat, noch viele Felle die Bach runter gehen lassen. Am Ende fand ich sie alle hübsch nebeneinander in einem Kehrwasser - zum Aufsammeln. Mutlosigkeit (und Scheu vor dem Risiko) heißt das Problem so vieler.

Gustav

13. Juli 2021 10:45

@ AmazonBesteller

"Gehlen liegt falsch"

Die von Konrad Lorenz und seinen Schülern, vor allem von Irenäus Eibl- Eibesfeldt , begründete moderne humanbiologische Verhaltensforschung bestätigt im Kern die Erkenntnisse Arnold Gehlens: Philosophische und biologische Anthropologie führen zu den gleichen Resultaten.“ (Ulrich March, Dauer und Wiederkehr - Historisch-politische Konstanten, 2005, S. 24). Richtig!

Denn Gehlen ging ja „davon aus, daß der Mensch im Unterschied zum instinktsicheren Tier ein »Mängelwesen« darstellt und deswegen »aus ernster Not«, um zu überleben, »handelnd« der Umwelt begegnen muß und dabei entsprechende Kulturtechniken entwickelt. Damit der Mensch - so der Gedankengang Gehlens - die jeweils notwendigen Entlastungshandlungen nicht immer wieder neu entwickeln muß, ist er auf dauerhafte Institutionen angewiesen, die zwar einerseits seine individuelle Freiheit einschränken (nicht-biogenetisch gesehen ist der Mensch eh kein Individuum! ), andererseits aber die »Außenstabilisierung« menschlicher Gruppen sichern, ja überhaupt erst ermöglichen. Solche Institutionen - Familien, Kultverbände, soziale Hierarchien, staatliche Ordnungen - sind überlebensnotwendig, grundsätzliche Kritik an ihnen und die damit hervorgerufenen Auflösungstendenzen lebensfeindlich.

Franz Bettinger

13. Juli 2021 11:00

"In der Corona-Krise fiel auf, daß wichtige Medikamente nur noch in Indien hergestellt werden.“ Ich kann Sie beruhigen. Es gibt nur sehr wenige wichtige Medikamente, 1 Dutzend vielleicht (mehr bräuchte ich nicht auf dem Mars), und sie alle sind altbekannt, altbewährt und spottbillig (und deshalb bei Big Pharma verhasst). Zudem helfen sie auch. Welche das sind? Ibuprofen, Valium, Morphium, Procain o.ä. (Ampullen + Tropfen-Form), Valium, Haloperidaol, Lasix, Kortison (spritzbar, inhalativ und Salbe), Amoxicillin, Cotrim forte und (wer’s braucht noch) die Antibabypille; nein, Insulin und auch Betablocker gehören nicht dazu. Stimmt, Medizin könnte gut und so billig sein. 

Franz Bettinger

13. Juli 2021 11:17

Es sind die ehemaligen Schul- und Sportversager, die Faulenzer und Leistungsverweigerer, die auf krummen Touren und Umwegen (per Härteantrag, Beziehungen, Berlin-Umzug oder Parteibuch ...) später in Positionen gelangten, die ihnen erlaubten, (etwa als Saarländischer Kulturminister) das Niveau an Gymnasien mehr und mehr zu senken. Sie konnten ihr altes Trauma nie überwinden, Versager (gewesen) zu sein. Wenn ich sie heute antreffe, vermeiden sie meinen Blick - oder werden rot (vor Scham, hoffe ich). 

Franz Bettinger

13. Juli 2021 11:36

Die UN-Behinderten-Konvention ist ein Orwelleskes Machwerk des tiefen Staates zur fortschreitenden Debilisierung der Bevölkerungen, nichts anderes. - Nun man kann heute sagen: Mission accomplished. Die Inklusion (Minder- und Mindest-Begabter) findet statt - überall, bis zu den Kanzlerkandidat*innen und bis in die Spitze der Staaten.

Monika

13. Juli 2021 11:47

Geraten wir ob „ der hart arbeitenden Asiaten ins Hintertreffen?“ Dazu ein erweiternder Blickwinkel: Die NZZ berichtet über das Phänomen „Tangping“  in China, wonach insbesondere junge Männer sich der Leistung verweigern und nur das Minimum tun. https://www.nzz.ch/international/stiller-protest-junge-chinesen-trotzen-der-leistungsgesellschaft-ld.1629500 Ob es sinnvoll ist, das chines. Wirtschaftswachstum mit dem westdeutschen Wirtschaftswunder zu vergleichen ? Zumindest demographisch gibt es Unterschiede. China überaltert, während Deutschland nach dem Krieg auch bei den Kindern boomte.  

 

RMH

13. Juli 2021 11:47

@F.B.,

Was halten Sie vom uralten Aspirin oder Paracetamol?

Im übrigen teile ich die These von den Faulenzern, die Karriere machten, nicht unbedingt. Unser System verlangt nach wie vor eine gewisse Grunddisziplin, einen Grundfleiß und eine, nennen wir es einmal "Anpassungsfähigkeit", um zu so etwas wie einem Abitur zu kommen (der individuelle IQ oder die Abschlussnote seien dabei einmal bewusst ausgeklammert). Geschenkt wird da gar nichts (zumindest für Bayern kann ich das so aussagen) und aktuell bemühen sich die Lehrkräfte durch entsprechende Nach- Corona -Tests zu beweisen, dass alle Schüler durch Homeschooling selbstredend verblödet seien, es also ohne sie live und in echt nicht geht. So viel Selbsterhaltungstrieb ist also auch in diesem Berufszweig noch vorhanden. Ebenso wie der Drang, möglichste viele Arbeitsblätter (meist von kommerziellen Vorlagen entnommen) zu verteilen, da man damit Produktivität heucheln kann, wo effektiv keine ist.

Franz Bettinger

13. Juli 2021 11:49

"Resilienz wurde zum Modewort, weil es sie nicht gibt.“ Volltreffer, Herr Bosselmann! Man kann den Lyssenko’schen Phantom-Begriffen und links-grünen Wunsch-Konzerten noch das Wort Nachhaltigkeit hinzufügen. Die gibt es nämlich auch nicht mehr. Im Gegenteil, alles existiert nur noch für kurze Zeit. Die Grundlagen unserer Zivilisation gehen verloren. Wer weiß noch, wie man Eisen findet und schmilzt, und wie man einen Magneten baut und Strom erzeugt? 

Franz Bettinger

13. Juli 2021 12:02

Nie war der Ausdruck Elitioten für unserer Anführer treffender als heute. Darauf einen Asbach Uralt! Werter Herr Bosselmann, was Sie heute schrieben, kann ich alles unterschreiben. Im Lego-Baukasten-Schatten-Kabinett meiner Wunsch-Regierung habe ich Sie soeben zum Bundes-Bildungs-Minister gemacht. Halten Sie sich bereit. Große Aufgaben liegen vor uns. 

Ein gebuertiger Hesse

13. Juli 2021 12:06

Ach, Bettinger, Ihre Kommentare zu lesen, tut mal wieder wohl. Sie attackieren die Wirklichkeit, indem Sie mit Verve in sie reinbeißen, das können wenige Rechte.

Gracchus

13. Juli 2021 12:19

@Bettinger 10:41 ist zuzustimmen. Es fehlt an Mut. Und mit daran schuld ist eine Überinstitutationalsierung. 

Mutig finde ich, dass Bosselmann mit Gehlen das Lob der Institutionen anstimmt, wo man in der "Pandemie" doch sehen kann, dass diese Institutionen versagen. Das gilt für Parlementarier, Ärzte, Juristen - und für Lehrer. Ich weiss nicht, was im Kopf, aber vor allem im Herzen von Lehrern vor sich geht, wenn sie mit Maske eine maskierte Schulklasse unterrichten. Was fehlt, ist m. E. nicht Leistungswille, sondern etwas, was man einst Herzensbildung genannt hat. (Das sind keine Sentimentalitäten: Wenn jemand mit dem Herz bei der Sache ist, stellen sich Konzentration und Disziplin von allein ein. Ja, Lernen kann Lust und Freude bereiten, wenn daraus ein Spiel wird.)

Ich habe mir auf Bosselmanns Beitrag hin nochmals ein Streitgespräch zwischen Adorno und Gehlen angesehen und muss sagen: Im Lichte (oder besser: Dunkel) der jetzigen Situation macht Adorno wesentliche Punkte.

 

Franz Bettinger

13. Juli 2021 12:36

@RMH: Ibuprofen ist eindeutig besser als Aspirin und Paracetamol. Es ist stärker analgetisch bei weniger Nebenwirkungen. Zur Not tut’s natürlich auch Aspirin oder Paracetamol. 

Danke an den @Hessen. Tut gut.

Old Linkerhand

13. Juli 2021 13:25

Möchte mal für unsere wohlstandsverwahrloste Jugend eine Lanze verbiegen. Die Glukosebabies wissen einfach nicht was sie tun und ihre Eltern, Verwandte, Lehrer etc. sind auch keine Hilfe. So wie der Mensch geistiger Nahrung bedarf um zu wachsen, sollte auch die materielle Versorgungskette funktionieren. Millionen von Jahren hat sich Mensch von hochwertigen Fetten und Proteinen ernährt und er war perfekt. Kohlenhydrate und Zucker ( außer Honig und Waldfrüchte) sind Produkte von Ackerbau und Viehzucht, heute Nahrungsmittelindustrie genannt. Kohlenhydrate werden in Glukose umgewandelt und mit dem körpereigenen Hormon Insulin in die Zellen transportiert, das gibt Energie. So weit, so gut. Wenn nun aber der Mensch zuviel dieser minderwertigen Kohlenhydrate und Zuckerderivate in Glukose umwandelt, entwickelt sich eine Insulinresistenz. Die Glukose bleibt im Blut und erreicht nicht mehr die Zellen. Sichtbar wird das an fetten und antriebslosen Kindern, die ständig, wie Drogensüchtige, rumjammern, wenn ihr Blutzuckerspiegel sinkt.

Deshalb: Mehr Bildung und weniger Medikamente oder wie der alte Lenin schon sagte: Die Menschheit muss in Ketose! (das mit dem Kommunismus war ein Übersetzungsfehler)

Ohne Energie keine Tatkraft und ohne Terpene keine Therapie.

Carsten Lucke

13. Juli 2021 13:30

@ Bettinger und Hesse

Freilich - so machen wir's !

Bettinger für Propaganda und Weibsen, Hesse für Außen (wir sind hier in Mitteldeutschland !) , Bosselmann  Kanzler - so einfach könnt's geh'n.

Spahn für Familie ? (Tschuldschung !)

Ich werde wählen gehen.

tearjerker

13. Juli 2021 15:31

@„Lob der Institutionen“: Schulen und auch Universitäten gehören zu den gesellschaftlich schädlichsten Institutionen. Sie zerstören gewachsene soziale Gemeinschaften und hindern die Masse daran, etwas Besseres mit ihrer Zeit anzufangen. Deren Disfunktionalisierung im Zuge des Trauerspiels der letzten 1,5 Jahre ist eine der besseren Nachrichten.

Utz

13. Juli 2021 16:21

>>Ich sehe aus der Ferne den kleinen Großneffen auf einem öffentlichen Spielplatz halbnackt (weil’s heiß ist) und voller Freude in einer Springbrunnen-Pfütze spielen. Nur ein anderes Kleinkind tut es ihm nach. Die anderen Mütter achten darauf, dass sich ihre Kleinen nicht dreckig machen. Tja. Damit beginnt das Desaster. <<

Ich hätt' da eine Idee, die ziemlich viel verbessern würde: Quoten!
Kindergarten: 70 - 80 %
Grundschule: 40 - 60 %
weiterführende Schulen: 20 - 30 %
maximale Frauenquote.

Charlemagne

13. Juli 2021 21:01

Als ich jung war, hatte ich ein Mädchen kennengelernt, das kein Englisch konnte, was ich seltsam fand. Irgendwann hat sie mir verschämt erzählt, warum sie kein Englisch kann: Nämlich weil sie auf eine „Doof-Schule“ geht. So krass hat sie es genannt. Unsere Wege hatten sich danach getrennt. Schade. Vielleicht hat sie geglaubt, dass ich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte, weil sie auf eine „Doof-Schule“ geht? Was aber nicht der Fall war. Ganz im Gegenteil. Meine Gymnasiasten-Freunde, die fleißig die Latein-Vokabeln auswendig lernten, fand ich viel langweiliger als dieses Mädchen von der „Doof-Schule“.

Ich will euch nicht mit Jugendlieben langweilen.

Die Inklusion ist falsch, da hat Bosselmann recht.

Andererseits ist es in unserer Leistungsgesellschaft für Menschen, die diesen Ansprüchen nicht genügen, extrem schwierig, Boden unter den Füßen zu bekommen. Lebenslängliche Scham und Minderwertigkeitsgefühle begleiten sie.

limes

13. Juli 2021 22:11

»Leiste anständig was, dann bist du was, erwirb dir Achtung, indem du selbst für dich sorgen kannst und für andere – gegen guten Lohn – nützlich bist«, dieses Lebensmodell ist Sand im Getriebe der Weltenlenker bei Zentralbanken und WEF. Betreutes Konsumieren statt Eigenvorsorge wird vorangetrieben.

Bei Börse Online setzt ein Gastautor die entsprechende Motivation der Politik voraus: »Mit negativen Zinsen auf den Digital Euro könnten die Währungshüter direkt die Nachfrage der Konsumenten anregen. Mit negativen Leitzinsen gelingt dies offensichtlich nicht.«

So werden aus wirtschaftlichen Interessen die Traditionen einer selbstbestimmten, freien Existenz abgeräumt. Tatkraft der Untertanen stört nur. Von Negativzinsen getrieben, sollen »Konsumenten« für den flüchtigen Konsum leben. Die Existenzform des »Konsumenten« erfordert auch keine bemerkenswerten Qualifikationen in einer automatisierten Welt.

limes

13. Juli 2021 22:16

@ Franz Bettinger (13. Juli 2021 11:49): "Man kann den Lyssenko’schen Phantom-Begriffen und links-grünen Wunsch-Konzerten noch das Wort Nachhaltigkeit hinzufügen. Die gibt es nämlich auch nicht mehr.«

Die Existenzform des »Konsumenten« ist alles andere als nachhaltig und wird den Zivilisationsmüll weiter vermehren. Dennoch wird die Verwandlung selbstverantwortlicher, im eigenen Interesse nachhaltig handelnder Leistungsträger in abhängige Konsumenten von denselben Kreisen vorangetrieben, die uns mit dem Argument der »Klimarettung« die Butter vom Brot nehmen.

limes

13. Juli 2021 22:16

»Jede Folgegeneration hat daher von der vorhergehenden alles zu lernen, was das materielle und geistige Überleben sichert«. Wenn wir es nicht verhindern, wird die KI die letzte Generation sein.

Pit

13. Juli 2021 22:23

Der Freie Markt beantwortet m.E. all diese Fragen. Starke Nachfrage bedeutet hohe Bezahlung. Wenn Nachfrage nach Leuten da ist, die imstande sind, unsere technische Zivilisation aufrecht zu erhalten, so werden sich diese Leute finden, ganz egal welche Verdummungsbemühungen von irgendjemand betrieben werden.
Nebenbei gesagt regelt der Freie Markt auch das Problem mit Status und Eitelkeit: wenn jeder sich für körperliche Drecksarbeit zu schade ist, so ist der Lohn für einen Müllmann eben 100 eur / h und für einen Akademiker 15 eur / h (natürlich ist es ein nationaler Arbeitsmarkt, kein globaler, denn wir wollen als Nation zusammenleben auf unserem Territorium, nicht als globale Gesellschaft... die unglaubliche Lächerlichkeit, daß es sich unsere so kämpferischen linken Gewerkschafter bieten lassen, daß ihre Angebotsmacht ausgehebelt wird mit dümmlichen moralischen Parolen...).

Aber... Freier Markt ist... nicht autoritär genug für "rechts"?

Cugel

14. Juli 2021 00:11

@Charlemagne

"Andererseits ist es in unserer Leistungsgesellschaft für Menschen, die diesen Ansprüchen nicht genügen, extrem schwierig, Boden unter den Füßen zu bekommen. Lebenslängliche Scham und Minderwertigkeitsgefühle begleiten sie."

Mein Respekt vor Akademikern hat sehr gelitten in den letzten Jahren, und ich fühle mich den sogenannten einfachen Leuten sehr viel stärker verbunden als früher. Ein schwacher Trost, daß infolge der von der unseligen Reform der  gymnasialen Oberstufe induzierten Akademikerschwemme der Handwerkerberuf an Stellenwert gewonnen hat.

Insbesondere Lehrer rangieren bei mir im Ansehen nicht weit über der Journaille. Sie träufeln den Blödsinn in Kinderhirne. Die meisten auch von ihnen sind Ergebnis einer  Negativauslese.

Cugel

14. Juli 2021 00:13

@Gelddrucker

"Ich kenne Wähler aller Parteien, aber keinen einzigen, der aktiv Buntheit und Diversität oder ähnlichen Quatsch unterstützt."

Das ist wahr, und es wirft die Frage nach dem Grund der Wahlentscheidung dieser Leute auf.

Cugel

14. Juli 2021 00:17

Franz Bettinger        13. Juli 2021 11:49

"Man kann den Lyssenko’schen Phantom-Begriffen und links-grünen Wunsch-Konzerten noch das Wort Nachhaltigkeit hinzufügen. Die gibt es nämlich auch nicht mehr. Im Gegenteil, alles existiert nur noch für kurze Zeit."

Ja, nachhaltig ist an diesem Programm nur die Zerstörung. Gut für den Profit, im Gegensatz zur wahren Nachhaltigkeit.

Volksdeutscher

14. Juli 2021 00:23

Wo es Menschen gibt, leben sie nicht in der Natur, sondern in Gesellschaften. Das betrifft sogar die primitivsten, auf der untersten Zivilisationsstufe lebenden Eingeborenen in Südamerika oder Afrika: Bevor sie ihre Hütten aufbauen, roden sie ringsherum die Natur ab. Zivilisation kommt ergo durch Einschränkung und/oder Zerstörung der Natur hervor. Dieses Bild dürfte vor den Augen Ernst Jüngers erschienen sein, als er festhielt, daß die Natur die menschliche Gesellschaft kreisförmig umschließe und mit obiger Aussage verwandt ist: "Wir kommen aus der Natur, wir wuchsen aus ihr heraus, benötigen sie als Lebensgrundlage, aber wir leben nicht eigentlich darin."

Cugel

14. Juli 2021 00:28

@Old Linkerhand

"Ohne Energie keine Tatkraft und ohne Terpene keine Therapie."

Der selige Forist Meyer (lang ist's her) würde nun wieder Klimmzüge empfehlen, aber sportliche Bewegung oder körperliche Arbeit sind ebenso gut. Leider sehe ich immer mehr Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene unterhalb des Rentenalters sich auf Elektrofahrrädern durch die Lande bewegen. Man fühlt sich beinahe veranlaßt, nichtmotorisierten Radlern Anerkennung auszusprechen.

Cugel

14. Juli 2021 00:37

@Gracchus

"Ich habe mir auf Bosselmanns Beitrag hin nochmals ein Streitgespräch zwischen Adorno und Gehlen angesehen und muss sagen: Im Lichte (oder besser: Dunkel) der jetzigen Situation macht Adorno wesentliche Punkte."

Die Institutionen waren damals noch nicht so korrupt wie heute. Der Frankfurter hat nach Kräften zur Misere beigetragen. Seine Besorgnis nehme ich ihm nicht ab, und sein manirierter Duktus nervt.

RMH

14. Juli 2021 07:25

"Aber... Freier Markt ist... nicht autoritär genug für "rechts"?"

Um überhaupt erst einen freien Markt errichten und dann erhalten zu können, bedarf es Autorität. Was wir heute haben, ist ein vielfach verzerrtes Bild vom freien Markt - auch durch falsche Linke und falsche Arbeitnehmervertreter.

RMH

14. Juli 2021 07:25

Ein Beispiel: Ein Kern der Arbeiterbewegung war immer die Forderung nach gerechter Entlohnung in GELD. Arbeitgeber hatte immer das bestreben, Arbeitnehmer möglichst in Abhängigkeit zu halten und das wurde von Anfang an sozial verbrämt. Wohnen in der Werkswohnung, Einkaufen im Werksladen, Auszahlung der Vergütung in Naturalien, Waren, Werksarzt, Werkskindergarten etc. Das sog. "Truckverbot", welches in § 107 GewO geregelt ist, hat aber schon bereits in dieser Norm seine eigenen Aufweichungen, die aktuell immer mehr ausgeweitet werden. Dienstwagen, jetzt Dienstfahrrad, Diensthandy, alles natürlich vermeintlich bequem mit privater Nutzung. Dann geht es außerhalb des konkreten Arbeitsverhältnisses weiter: Alles soll nur noch geleast, gemietet oder zumindest finanziert werden. Software als Eigentumsähnlich? Ab sofort alles nur noch zeitlich befristet lizenziert, Zugang nur noch wie VPN, Clouds etc., denn wo ein Eingang bzw. Zugang zu etwas erforderlich ist, dann kann man diesen auch jederzeit versperren (= Macht). Die Bsp. lassen sich beliebig fortsetzen.

RMH

14. Juli 2021 07:26

Rechte Sozialpolitik ist: Gebt dem Arbeitnehmer GELD, welches einen echten Wert hat. Verbietet Leasing- und Lizenzierungsmodelle bei wesentlichen Bereichen des modernen, privaten Lebens. Brecht - alter Slogan des NS - die moderne Form der Zinsknechtschaft, die darin besteht, dass jeden Monat von der Lohnüberweisung erst einmal ein dutzend "Lastschriften" abgehen. Ändert die gesetzlichen Tilgungsbestimmungen des § 367 BGB. Macht den Arbeitnehmer wieder zum echten Herrn über seinen Lohn, macht ihn zu Eigentümern!

Gustav

14. Juli 2021 08:36

@ Gracchus

Die für die Zerstörung der Institutionen Verantwortlichen (Frankfurter Schule) als Zeugen für schlechte Institutionen anzuführen, ist ein geistiges Armutszeugnis.

Vor dieser Zerstörung hatte Gehlen ja gewarnt! Wenn sie einen notorischen Brandstifter zum Feuerwehrhauptmann machen, müssen sie sich nicht wundern, wenn anschließend die halbe Stadt in Flammen steht!

Und zuletzt: teuflisch ist, wer das Reich der Lüge aufrichtet und andere Menschen zwingt, in ihm zu leben. Das geht über die Demütigung der geistigen Abtrennung noch hinaus, dann wird das Reich der verkehrten Welt aufgerichtet, und der Antichrist trägt die Maske des Erlösers, wie auf Signorellis Fresco in Orvieto. Der Teufel ist nicht der Töter, er ist Diabolos, der Verleumder, ist der Gott, in dem die Lüge nicht Feigheit ist, wie im Menschen, sondern Herrschaft. Er verschüttet den letzten Ausweg der Verzweiflung, die Erkenntnis, er stiftet das Reich der Verrücktheit, denn es ist Wahnsinn, sich in der Lüge einzurichten.“

Arnold Gehlen, Moral und Hypermoral

Gustav Grambauer

14. Juli 2021 08:54

RMH

"Gebt dem Arbeitnehmer GELD ..."

Ihre Vorschläge in allen Ehren, aber denken Sie mal darüber nach, welche Gehässigkeit an Verdrehung Sie hier reproduzieren. Das BGB in seiner Ursprünglichkeit ist davon frei, es kennt weder "Arbeitgeber" noch "Arbeitnehmer" als Rechtsbegriffe, erst die Regierung Schmidt hat es (1980) überhaupt gewagt, die Dogmatik des BGB bei der Regelung der Arbeitsverhältnisse mit dieser Verdrehung contre l'esprit zu vergewaltigen, und zu einem Arbeitsgesetzbuch hat es die BRD in mehr als 70 Jahren nicht gebracht.

--->

Arbeitgeber: der Erbringer der Arbeitsleistung, d. h. der Arbeiter bzw. Angestellte oder Handwerker.

Arbeitnehmer: der Begünstigte der Arbeitsleistung, i. d. R. der Käufer der Ware Arbeitskraft auf dem sogenannten Arbeitsmarkt.

- G. G.

Sekundant

14. Juli 2021 09:29

Die Feststellungen RMH's 07:25/26 Uhr treffen den Nagel auf den Kopf; daß sie diesbezüglich nicht abschließend sind weiß er selbst. Zwei Ergänzungen:
Der Arbeiter/Bauer/Angestellte/Akademiker hat überhaupt wieder Geld zu bekommen. Seit dem Ende der Lohntüte in den 70/80er Jahren - was ohne "gewerkschaftliche" Zustimmung unmöglich gewesen wäre - bekommt eine Bank das Entgelt für die Arbeit.
An wen richtet sich die Forderung "Gebt"? Frau Zeitschnur wird es eher nicht sein.

RMH

14. Juli 2021 10:03

@G.G.,

Das BGB hat den sog. Dienstvertrag ausdrücklich geregelt und die Regelung zum Dienstvertrag sind das Grundgerüst des gesamten Arbeitsrechts in Deutschland. Das es keine einheitliche Kodifizierung des Arbeitsrechts, obwohl im Rahmen der Wiedervereinigung zugesagt, gibt, ist kein echtes Problem für den Rechtsanwender. Ich wollte mit meiner Forderung nach dem Universaltauschmittel Geld für Arbeit zum Ausdruck bringen, dass mit einer harten Währung, die ein Arbeitnehmer für seine Arbeit erhält, der grundlegende Eckstein des sozialen Bogens gesetzt wird. Wenn man Arbeitnehmern mit der einen Hand gibt, um ihnen mit der anderen sogleich in die Tasche zu langen, dann sind alle sozialen Ausgleichstransfers, die über den Kern der klassischen Sozialversicherungsbereiche hinausgehen, nur Milchmädchen- Rechnungen, die verschleiern, was wirklich beabsichtigt wird, nämlich dem Arbeitnehmer Feseln mit rosa Plüsch- Verzierung anzulegen. Eine Sozialdemokratie, die seit Helmut Schmidt selig keine Probleme mit Inflationsraten hat, solange man bei vermeintlich "Reichen" hohe Steuern dem Grunde nach fordert, die diese dann mit allen Gestaltungsmitteln wiederum vermeiden, ist eben keine Arbeiterpartei mehr. Das will in diesem Land aber offenbar keiner mehr begreifen.

limes

14. Juli 2021 10:09

@ Pit (13. Juli 2021 22:23)

Auf dem Freien Markt lässt sich Geld in Macht ummünzen. Das wurde der Freiheit zum Verhängnis.

Volksdeutscher

14. Juli 2021 10:27

Ich verstehe nicht, warum man sich von dieser feudalen Begrifflichkeit wie "Arbeitgeber" und "Arbeitnehmer" nicht trennen kann oder will. Das Begriffspaar suggeriert ein Schuldverhältnis, d.h. derjenige, der etwas von dem anderen nehme, stehe in dessen Schuld, was trotz Zustandekommens eines Arbeitsvertrages zu keinem Zeitpunkt besteht. Faktisch wahr ist jedoch: Der Arbeitgeber gibt keine Arbeit. Wie könnte er, wo er doch desalb jemanden einstellt, damit überhaupt erst Arbeit verrichtet werden könne. Und der Arbeitnehmer nimmt keine Arbeit, da er bei seiner Einstellung lediglich die Möglichkeit bekommt, Arbeit zu verrichten. Man müßte für dieses Verhältnis eine andere Begrifflichkeit erfinden und einführen, um andere Bewußtseinsverhältnisse bei den Vertragspartnern zu schaffen.

Gracchus

14. Juli 2021 10:33

@Cugel @ Gustav 

Sie weichen aus. Ich habe von dem Versagen der Institutionen in der Pandemie gesprochen. Dafür kann Adorno: nullkommanull. Auch sonst gibt es keine Belege für Ihre Beihilfe-Brandstifter-These. Das erscheint mir so sinnig wie die AfD für Hanau und Halle verantwortlich zu machen. 

Adorno tritt für Mündigkeit ein. Was man derzeit m. E. erleben kann, ist die Rückkehr autoritärer Charaktere.

Ich bin im Übrigen kein Anhänger Adornos. Ich stimme Gehlens anthropologischen Ansatz grundsätzlich zu. Nur scheint mir - ich kenne das Gesamtwerk nicht - darin keine Lösung für den Fall  enthalten, dass die Institutionen versagen. Es scheint auch nicht vorgesehen, dass die Institutionen die Menschen in seiner Entwicklung zu Mündigkeit und Selbständigkeit unterstützen. Das wehrt Gehlen als utopisch ab. Anscheinend sollen sie in Abhängigkeit gehalten werden.

Diejenigen Rechten, die sich auf Gehlen berufen, haben daher einen blinden Fleck. Lichtmesz und GK haben darauf schon reagiert, indem sie "temporär libertär" ausrufen.

 

Sekundant

14. Juli 2021 10:43

Auch Gustav Grambauer hat es vörzüglich auf den richtigen Nenner gebracht, die Welt vom Kopf wieder auf die Füße gestellt! In keiner (!) anderen Sprache werden die Begriffe "Arbeiter/Unternehmer" durch Idiotenbegriffe "Arbeitnehmer/Arbeitgeber" ersetzt.

Gustav

14. Juli 2021 10:49

„Daß eine Gesellschaft auf diese Weise die eigenen Existenzgrundlagen untergräbt”, schreibt der Philosoph Ernst Topitsch zum Thema Wohlfahrtsstaat, „bleibt [...] hinter einem dichten Schleier ideologischer Phrasen verborgen. Wenn aber dieser Schleier zerreißt, dann steht man wieder Aug in Aug mit der großen Lehrmeisterin [...]: Der Not. Dann wird man das Steuer jäh herumreißen wollen, aber es könnte zu spät sein [...] Es lebt gefährlich, der zwischen Vollkommenheit und Verkommenheit nicht mehr zu unterscheiden vermag.” Und weil die ideologisch verblendete Welt wohl nur von ihr, der „großen Lehrmeisterin”, belehrt werden kann, konstatiert Topitsch lapidar: „Wenn keine Speise mehr auf dem Teller, kein Treibstoff mehr im Tank ist, wenn der Patient tot auf dem Operationstisch liegt [...] dann ist eben Feierabend.”

Niekisch

14. Juli 2021 11:38

""Er verschüttet den letzten Ausweg der Verzweiflung, die Erkenntnis, er stiftet das Reich der Verrücktheit, denn es ist Wahnsinn, sich in der Lüge einzurichten.“"

@ Gustav 8:36: Liegt nicht das allertraurigste Moment gerade darin, dass selbst die geborenen Widerständler über Gegenstände parlieren, die bereits von der Lüge erfasst sind, ohne das zu berücksichtigen? Leben sie nicht wie selbstverständlich mit kariösen Zähnen, die nur provisorisch überkront sind, aber nie wirklich saniert werden? 

Eo

14. Juli 2021 11:40

Gustav Grambauer  14. Juli 2021 08:54

Arbeitgeber: der Erbringer der Arbeitsleistung, d. h. der Arbeiter bzw. Angestellte oder Handwerker.

Arbeitnehmer: der Begünstigte der Arbeitsleistung, i. d. R. der Käufer der Ware Arbeitskraft auf dem sogenannten Arbeitsmarkt.

...........

Schmarrn.
Wenn schon, sollte man es so aufdröseln:

Arbeit(an)bieter     und    Arbeitleister.

Die vorgeschlagene Rückdrehung
ist Kindergartenkommunismus bzw. Zitronenfalterei.

Gustav

14. Juli 2021 12:01

@ Gracchus

1.) Der Versuch, Marxismus von der Ökonomie auf die Kultur zur übertragen, begann nicht mit den Studentenaufständen in den 1960er Jahren. Er geht zurück in die 1920er Jahre und die Schriften des italienischen Marxisten Antonio Gramsci. In Deutschland gründete dann im Jahre 1923 eine Gruppe Marxisten ein Institut, welches sich der Entwicklung dieser Übertragung widmen sollte, das „Institut für Sozialforschung“ (später bekannt als Frankfurter Schule).

Die Frankfurter Schule kombinierte Marx mit Freud, und spätere Einflüsse (einige faschistische genauso wie marxistische) fügten Sprachwissenschaft hinzu, um die „Kritische Theorie“ und „Dekonstruktivismus“ zu entwickeln. Dies wiederum beeinflußte die Lehrtheorie sehr stark und über höhere und Hochschulen führte es zum Entstehen von dem, was wir heute als „Politische Korrektheit“ bezeichnen. Die Abstammung ist vollkommen klar, und sie kann bis zu Karl Marx zurückverfolgt werden.

Diese Studien kombinierten Marxistische Analyse mit Freudscher Psychoanalyse, um die Grundlagen der Westlichen Kultur zur kritisieren, unter anderem Christentum, Kapitalismus, die in der Gesellschaft verwurzelten Vorstellungen von Autorität, Familie, Patriarchat, Hierarchie, Moral, Tradition, sexueller Enthaltung, Loyalität, Patriotismus, Nationalismus, Vererbungslehre, Ethnozentrismus, Konventionen und Konservativität.

Gustav

14. Juli 2021 12:05

@ Gracchus

2.) Die Kritik an all diesen Dingen, zusammen als Kritische Theorie bekannt, wurden in Werken der Frankfurter Schule, wie z.B. Erich Fromms „Die Furcht vor der Freiheit“ und „Das Christusdogma“, Wilhelm Reichs „Die Massenpsychologie des Faschismus“ und Theodor Adornos „Die autoritäre Persönlichkeit“ entwickelt.

Die Kritische Theorie beinhaltet verschiedene untergeordnete Theorien, die spezifische Elemente der existierenden Kultur verändern sollten, indem sie Teile entfernten; dies waren die „Matriarchalische Theorie“, die „Androgyne Theorie“, die „Persönlichkeitstheorie“, die „Autoritätstheorie“, die „Familientheorie“, die „Sexualtheorie“, die „Rassentheorie“, die „Rechtstheorie“ und die „Literaturtheorie“. Diese Theorie wurden nach dem Umsetzen in die Praxis dazu genutzt, die vorherrschende soziale Ordnung zu überwinden und eine gesellschaftliche Revolution herbeizuführen.

Sind das Belege genug?

 

Gustav

14. Juli 2021 12:14

@ Gracchus

3.) Wenn die Verfechter der Politischen Korrektheit – oder des kulturellen Marxismus, wenn man den richtigen Namen verwenden will – die allgemeine Öffentlichkeit ansprechen, dann präsentieren sie ihre Ansätze sehr attraktiv. Sie sagen, daß alles nur eine Frage der „Sensibilität“ gegenüber anderen sei. Sie nutzen Worte wie „Toleranz“ und „Vielfalt“ und fragen: „Warum können wir nicht alle miteinander auskommen?“

Die Realität aber sieht komplett anders aus. In der Politischen Korrektheit geht es nicht nur darum, „nett zu sein“, jedenfalls nicht, ohne daß man denkt, Gulags seien nette Einrichtungen. Politische Korrektheit ist Marxismus, und zwar mit allem, was daraus folgt: Verlust der Meinungsfreiheit, Gedankenkontrolle, Umsturz der Gesellschaftsordnung und letztendlich ein totalitärer Staat. Überhaupt, der von der Frankfurter Schule erzeugte kulturelle Marxismus ist weitaus beängstigender, als der alte, ökonomische Marxismus, der Rußland ruiniert hat. Zumindest verherrlichten die ökonomischen Marxisten nicht sexuelle Perversion und versuchten ein Matriarchat zu etablieren, so wie dies die Frankfurter Schule und ihre Jünger tun.

Gustav

14. Juli 2021 12:16

@ Niekisch

Ja, bei manchen scheint das Brett vor dem Kopf dicker zu sein, als der Kopf selber..

Gracchus

14. Juli 2021 12:54

@Gustav

"Sind das Belege genug?" Die Frage ist wohl eher rhetorisch gemeint. Also: nein. Das sind reine Behauptungen.

Bitte beim Thema bleiben! Es geht nicht um das Gesamtwerk Adornos und dessen Rezeption. Ich bezog mich allein, auf Adornos Kritikpunkte an Gehlen. Die treffen. Bezeichnenderweise verteidigen Sie auch Gehlen gar nicht. Wenn die Institutionen wie jetzt in der Pandemie versagen, ist das nach Gehlen eben hinzunehmen. Bitte - diesen Standpunkt kann man vertreten. Dann aber bitte nicht jammern!

 

Laurenz

14. Juli 2021 12:55

@Gustav @Gracchus

Danke, Gustav, ich (Minderbemittelter) hätte das in keiner Weise so kurz und dezidiert formulieren können. Und in dieser prägnanten Schlüssigkeit habe ich sowas auch noch nicht gelesen, obwohl mir die meisten Fakten durchaus bekannt waren. Ihren Beitrag müßten wir eigentlich einrahmen.

Gustav

14. Juli 2021 13:47

@ Gracchus

"Wenn die Institutionen wie jetzt in der Pandemie versagen, ist das nach Gehlen eben hinzunehmen. "

Wo soll ich das denn geschrieben haben? Was ich schreibe und durch die Machenschaften der Frankfurter Schule auch belege, ist die bewußte Zerstörung der Institutionen. Dies war und ist das Ziel dieser "Schule" und ihrer Jünger. Die Institutionen sind ja nicht erst jetzt in der Plandemie zu nichts mehr zu gebrauchen, sondern auch schon vorher systematisch zerstört worden. Was verstehen sie daran nicht?

Gehlen hat die Notwendigkeit von funktionierenden Institutionen nachgewiesen und davor gewarnt, diese mutwillig zu zerstören. Was verstehen sie daran nicht?

Adorno und weitere Zerstörer sind dafür verantwortlich. Kann man alles nachlesen, wenn man nur will. Verstehen sie vermutlich aber auch nicht!

Gustav

14. Juli 2021 13:51

@ Laurenz

Alles irgendwo mal gelesen und als Notizen abgespeichert. Da waren andere schon viel klüger als ich...

Gracchus

14. Juli 2021 15:43

"Wo soll ich das denn geschrieben haben?" Das hat Gehlen gesagt bzw. impliziert. 

Was die "Frankfurter Schule" anbetrifft, zu deren Verteidiger ich mich nicht bestellt habe, haben Sie sich in etwas verbissen. Einen Nachweis für den kausalen Einfluss von Adorno et al bleiben Sie schuldig und werden Sie auch nicht liefern können. Das ist so sinnig, wie der AfD die Schuld für Hanau zuzuschustern. Adorno wurde bekanntlich selbst von den 68ern angegriffen (Busenattentat). Das ist aber nicht das Thema. 

Das autoritäre Auftreten von Regierungskritikern und RKI und der Autoritätshörigkeit ist ein Problem für Gehlens Theorie, nicht für Adornos. Was verstehen Sie daran nicht? 

 

Cugel

15. Juli 2021 02:58

@Gracchus

Daß die 68er Revolte völlig entgleiste, hat Adorno schockiert, zuletzt öffentlichkeitswirksam im von Ihnen erwähnten Busenattentat dokumentiert. Auch Horkheimer war nicht angetan von den Folgen des Wirkens vorrangig von Marcuse und Löwenthal, auf welche die Eskalation der Revolte maßgeblich zurückzuführen ist. Daß aber die Sache so aus dem Ruder lief, ist doch wohl ein Beleg dafür, daß die Anleitung zur Mündigkeit ihre Tücken hat. Gehlen wird sich darüber im Klaren gewesen sein, und auch Adorno kann das unmöglich übersehen haben. Allein auf seine Aussagen wie z.B. im von Ihnen referenzierten Fernsehgespräch bezogen, und darum geht es Ihnen ja allein, haben Sie recht. Es ist die Einbeziehung des Hintergrunds, den Gustav dargestellt hat, der die Frankfurter ins Zwielicht setzt. Insofern trifft Ihre Hanau-Analogie nicht (zumal der mutmaßliche Täter irre war und seine Opfer meines Wissens zumindest nicht primär aus Ausländerfeindlichkeit, sondern nach maximaler medialer Resonanz ausgewählt hat, woraus sich Mitverantwortung der MSM ableiten läßt): Die Frankfurter haben tatsächlich an der Korrumption der Institutionen mitgewirkt, z.B. indem sie akademische Laufbahnen zerstörten.

Cugel

15. Juli 2021 03:11

@Gracchus

"Es scheint auch nicht vorgesehen, dass die Institutionen die Menschen in seiner Entwicklung zu Mündigkeit und Selbständigkeit unterstützen. Das wehrt Gehlen als utopisch ab. Anscheinend sollen sie in Abhängigkeit gehalten werden."

Nein, vielmehr soll die Institution erhalten bleiben. Da Sie auf die Covid-Propaganda und das RKI rekurrieren: Aus der Zurückhaltung bei den Impfungen und den skurrilen Vorschlägen zur Anreizschaffung ist zu ersehen, daß die Propaganda beim Volk nicht recht durchschlägt. Der gesunde Menschenverstand ist in der Breite noch vorhanden. Es ist vornehmlich die Intelligenzija, die den Karren in den Dreck fährt.

Laurenz

15. Juli 2021 05:24

@Gracchus, Cugel & Gustav (1)

Muß mich hier entschuldigen, daß ich mich als Minderbemittelter bei Cugel, Gustav & Ihrer Debatte mit unserem intellektuellen Giganten melde. Mir ist es im Grunde vollkommen egal, ob Adorno oder Gehlen Recht hat, gepaart mit der Frage, ob die Debatte dieser beiden Großmeister tatsächlich von Relevanz ist, wenn ich mir die Bezüge des Titanen zur Wirklichkeit, in diesem Falle Hanau, zu Gemüte führe.

1. Wie kann man der AfD die Schuld an Hanau geben, wenn es zwischen Opfer & Täter, laut Institution, gar keinen Unterschied gibt? Gibt es jetzt nun doch einen institutionellen Unterschied zwischen Täter & Opfer?

2. a) In meinen Augen ist die Institution schuld an Hanau, die Fremde, deren Eltern oder Großeltern ins Land ließ. Das waren im Falle des Italien- & Türkei-Vertrages eindeutig zu identifizierende Politiker. Auch ein Helmut Schmidt, der sich später gegen Massenzuwanderung aussprach, handelte in seinen 8 Jahren als Kanzler nicht entsprechend.

b) Es handelte sich hier also um einen politischen Konflikt zwischen schwacher deutscher Institution & starker us amerikanischer Institution. Um dem Volke die eigene Schwäche zu verbergen, suchte man für die Veröffentlichkeit nach an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, wie dem Arbeitskräfte-Mangel.

Laurenz

15. Juli 2021 05:25

@Gracchus, Cugel & Gustav (2)

c) Ob die us amerikane Institution nun durch philosophisch ideologische Argumentation bestimmt war oder pragmatisch dem Nato-Beitritt der Türkei, spielt im Ergebnis keine Rolle.

3. Ob die Alt68er & ihre Kinder sich als Institution, wie ihre einstigen Gegner, den Amis beugen oder diesen ideologisch philosophisch zustimmen, spielt was für eine Geige?

Meine persönliche minderbemittelte Schlußfolgerung ist, Philosophen werden überbewertet. Philosophie ist zwar eine nette Freizeitbeschäftigung, aber in der rein politischen Betrachtung bleibt diese Zeitverschwendung.

Gustav Grambauer

15. Juli 2021 11:09

Zum Thema zurück. Habe gerade etwas zu Therapie statt Tatkraft zugeschickt bekommen.

Mir gehen die Augen über, der Kanal ist ein Knaller, soviel kann ich sagen nachdem ich stichprobenhaft in die "Geheimnisse des ewigen Könnens" und in zwei, drei andere Beiträge reingeschaut habe. Fazit ebenfalls zum Thema: Lehrer Köhler ist in seiner - durchaus sehr wachen und ausgiebigen - Kritik an den Zuständen eher beobachtend, dafür umso mehr Schlußfolgerungen für seine eigene Arbeit in seiner "Soliden Schule" ziehend. Klebrige (linkstypische) "Gesellschaftskritik" à la 70er, Großankläger- und Bußpredigerhabitus, Lehrjahre-sind-keine-Herrenjahre-Gedöns und bis hin Durchbeißer- und Schweinehundüberwinderstandpauken sozusagen gleich mit Trillerpfeife liegen ihm fern. Stattdessen setzt er einfach auf Köpfchen bei der Didaktik, ist dabei ganz offenbar um Längen erfolgreicher als die anderen (und dabei ganz offenbar auch im, neudeutsch, "Standing" als Lehrer) und bietet seine Zugänge zu seiner Köpfchen-Didaktik, - welche auch starke Züge der Manifestationsmagie bzw. Erschaffungsmagie in sich trägt -, öffentlich an. So geht Pragmatismus! 

- G. G.

Gracchus

15. Juli 2021 12:40

"Es ist vornehmlich die Intelligenzija, die den Karren in den Dreck fährt." - was ohne Institution, z. B. Uni, Schule, nicht möglich wäre. Wobei ich, wenn irgendwelche Theorien im breiten öffentlichen Diskurs wirksam werden, noch andere Interessen dahinter vermute. 

Charlemagne

15. Juli 2021 17:44

Inklusion ist ein kompliziertes Thema.

Ich war als Gymnasiast nicht inkludiert, sondern habe in meiner Jugend meine Freizeit mit Haupt- und Sonderschülern verbracht. Mit Schulversagern, Rabauken und Schlägertypen. Prügeln konnten die Leute sich und sie hatten auch keine Angst sich mit Rockergruppen auseinander zu setzen, die kampfsportlich nicht trainiert waren, sondern nur blödsinnige Abzeichen trugen.

Komischer Weise hatte ich damals die Autorität in der Gruppe, nicht weil ich komplizierte Bücher über Gruppendynamik las, sondern weil ich instinktiv handelte.

Selten hat mich mal jemand zum Zweikampf herausgefordert und wenn, so hat ein loyaler Freund für mich die Angelegenheit geregelt.

Vielleicht rede ich auch am Thema vorbei? Ich bin aber der Meinung, dass man die Menschen nicht separieren sollte. Ein zart besaiteter Mathe-Freak und ein brutaler Kampfsportler können sich gegenseitig etwas geben.

Laurenz

15. Juli 2021 21:40

@Charlemagne

Habe nicht den Eindruck, daß HB eine soziale Differenzierung, wie noch in der Kaiserzeit wünscht.

Nur, jede Klasse, egal in was für eine Schule, kann auch Berufsschule "Schreinerei" sein., der schlechteste bestimmt das Lerntempo. Die langsamen können ja ein Jahr mehr machen, aber in das jeweilige Lerntempo wird kein Geld investiert.

Laurenz

16. Juli 2021 09:07

@Gracchus

"Es ist vornehmlich die Intelligenzija, die den Karren in den Dreck fährt." - was ohne Institution, z. B. Uni, Schule, nicht möglich wäre. Wobei ich, wenn irgendwelche Theorien im breiten öffentlichen Diskurs wirksam werden, noch andere Interessen dahinter vermute."

Was soll denn das heißen? Nachts ist es kälter als draußen?

(Die deutsche Wirtschaft leidet vor allem an Überregulierung. Das ist extrem deutsch. Das wissen auch unsere europäischen Freunde & inszenieren die Überregulierung, wissend, daß nur die blöden Deutschen sie auch 1:1 umsetzen. Das ist asymmetrischer Krieg auf intelligentem Niveau. Und wie immer, verlieren wir ihn.)

Und jetzt kommen Sie bitte nicht wieder damit angeschissen, daß wir alle zu blöd sind, Sie zu verstehen. Vielleicht brauchen Sie ja ein paar Priester, welche die Aussagen des Orakels von Bottrop zu deuten wissen.....

Franz Bettinger

16. Juli 2021 11:42

Seien wir dankbar dafür, dass das Ungeheuer unserer Epoche nicht mehr heimlich seine Strippen zieht, sondern sich den Menschen endlich zeigt. Nach den vielen Jahren der Vermutungen kann es jetzt jeder, der sehen kann, sehen. Es ist tatsächlich vorhanden. Wir können sogar erkennen, was das Ungeheuer mit uns vorhat. Es ist wahrlich nicht mehr kompliziert, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft vorherzusagen: Die Geschichte mit dem Virus wird weitergesponnen, und daneben wird die Geschichte des Klimawandels als Waffe gegen uns eingesetzt werden, nebst anderen Absurditäten, die geeignet sind, unsere Freiheit immer weiter einzuschränken, bis der Großteil der Menschen diese neue Art des Lebens für Normal hält. Endlich sehen wir die Feigheit und schiere Verkommenheit von Wissenschaftlern.

ff

Franz Bettinger

16. Juli 2021 11:42

ff

Endlich erkennen wir den wahren Nullwert unserer Grundrechte, die Doppelzüngigkeit angeblicher Rechtsprechung, die Gnadenlosigkeit, mit der selbst Kinder physisch und psychisch beschädigt werden. Wir wollen dankbar sein dafür, dass wir den Opportunismus sehr vieler Mediziner zu spüren bekommen, denen unsere Gesundheit am Arsch vorbeigeht, solange es ihnen nur gut geht. Dankbar auch dafür, dass wir nun endlich den wahren Wert der Bildungs-Reformen vorgeführt bekommen, eine Ver-Bildung, die nicht mal in der Lage ist, kritische Bürger hervorzubringen, die der grotesken Vorführung des Regimes widerstehen. In was für einem Land leben wir bloß?  In einem, in der die Ignoranz und Feigheit Vieler sich anmaßt, über die Minderheit der Wachen, Mutigen, Klugen und Freiheitsliebenden zu herrschen. Bei H. J. Geese weiterlesen: https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/wie-man-revolution-richtig-macht-teil-iii/ 

Franz Bettinger

18. Juli 2021 05:16

Bei Hannah Arendt durchzieht der Gesunde Menschenverstand als roter Faden ihr ganzes Werk. Modernen verdorbenen Gemütern mag das anstößig erscheinen. Einst als Synonym für Erkenntnisfähigkeit gewertet, widerfuhr aber auch diesem schönen Begriff eine teuflische Drehung ins Negative. Die Links-Grünen diffamierten den Gesunden Menschenverstand als Nazi-Vokabular. Warum wohl?, fragt Eva Rex in ihrem Büchlein 'Rettet den gesunden Menschenverstand' aus der Exil-Reihe des Buchhauses Loschwitz. Wie kommt's, dass treffende Begriffe verschwinden und verrückte Ideen (wie Gender, Pandemien bei ganz und gar Gesunden, Klimawandel...) massenhaft für plausibel gehalten werden? Voraussetzung ist die Isolation des Individuums, die Atomisierung der Gesellschaft. Deep state wollte ein bindungsloses gesellschaftliches Vakuum herstellen und hat diesen Zustand heute so gut wie erreicht. Sogar die Rechten werden ! in sich zersplittert. Ein ungeheuerlicher Mangel an Urteilskraft ist die Folge. Ich habe selten ein dichteres Buch gelesen als dieses kleine von Eva Rex. Vieleicht nimmt sich SiN mal diesem Thema an. Es trifft den Kern der Sache, unter der die ganze Welt heute leidet.

Charlemagne

18. Juli 2021 21:45

@Bettinger

Hannah Arendt ist phänomenal, ich gehöre auch zu ihren Fans.

Zwei Bücher sind interessant:

- Das über Eichmann, von der Banalität des Bösen

www.amazon.de/s?k=arendt+eichmann&__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&ref=nb_sb_noss_2

- Ihr Hauptwerk: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft

antaios.de/antaios-liefert-jedes-buch/98350/elemente-und-urspruenge-totaler-herrschaft?number=9783492210324

- Weiter ihr Gespräch mit Gaus von 1964:

www.youtube.com/watch?v=J9SyTEUi6Kw

- Und letztendlich der Film: Hannah Arendt - Ihr Denken veränderte die Welt, von Margarethe von Trotta mit Barbara Sukowa, zugegeben alles linke Typen, der Film ist aber sehr gut. Da sollten auch mal Rechte über ihren Schatten springen.

www.amazon.de/Hannah-Arendt-Denken-ver%C3%A4nderte-Welt/dp/B00HUZYJBE/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=arendt+film&qid=1626636272&sr=8-1
 

Laurenz

19. Juli 2021 12:42

@Charlemagne @Franz Bettinger

Ihrer Beider Betrachtung von Hannah Arendt kann ich in keiner Weise teilen. Damit meine ich nicht einmal das Werk. Politisch agierte Arendt doch nicht anders als ihre Kollegen, die sich für sie enttäuschend dem NS-Regime zugewendet hatten. Sie selbst machte sich eben zum Büttel des Westens, wo ist der Unterschied? Und Sie konnte auch nicht über den Schatten der Sieger-Geschichtsschreibung springen. 7 oder 8 Mio. tote Deutsche spielen auch bei Arendt keine Rolle.

Interessant ist hierbei eher die aktuelle Haltung der Juden in Deutschland zu den Massen-Menschen-Versuchen mit unerprobten Impfstoffen. Ich höre hier keinen Aufschrei & Israel schreitet im am meisten vorauseilendem Gehorsam voran. Was läuft da bei unseren jüdischen Freunden gerade schief?

Franz Bettinger

19. Juli 2021 13:21

@Charlemagne: in dem von Ihnen verlinkten, insgesamt sehr sehenswerten Interview mit Hannah Arendt (1964) gibt es hoch interessante 4 Minuten (31’ bis 35’), in denen die Frau über die freiwillige Gleichschaltung u. Treulosigkeit der ehemaligen intellektuellen Freunde, und nur der intellektuellen, nur dieser Typen, redet. Diese Erkenntnis erklärt, meine ich, gut das elende Verhalten unserer treulosen „Freunde“ heute.

https://www.youtube.com/watch?v=J9SyTEUi6Kw 

Charlemagne

20. Juli 2021 20:01

@Laurenz

Es ist richtig, dass Frau Arendt selten über die unzähligen Kriegstoten sprach.

Aber der industrielle Massenmord war eine andere Geschichte. Obwohl Genozid keine deutsche Erfindung ist. Wenn man beispielsweise an Ruanda denkt, einem sehr viel kleineren Land als Deutschland, wo prozentual auf die Bevölkerung umgerechnet, sogar mehr Menschen aus Rassenhass ermordet wurden, ... na ja, darüber will heute niemand mehr sprechen. Und wie sie dort ermordet wurden ... mit Knüppeln und Macheten auf der Straße ... was für eine Barbarei!

Ich kenne 3 grausame Filme, die sich mit dem Genozid in Ruanda beschäftigen:
1. Hotel Ruanda
2. Shooting Dogs
3. Sometimes in April 

Der letzten Film (zwar nicht so populär) ist der beste, weil er die Geschehnisse aus der Sicht der betroffenen schildert und nicht aus der europäischen.

---------

@ Bettinger

Der Satz von Frau Arendt über die "freiwillige Gleichschaltung" ist absolut richtig. Sie geschieht ja auch heute und zwar ganz ohne Gestapo, SA oder SS.

 

Laurenz

20. Juli 2021 21:01

@Charlemagne @L.

Lager sind in einem symmetrischen Krieg etwas ganz normales. Es geht Arendt nur um die eigene Identität, alle anderen fallen hinten runter. Dabei werden sogar die historischen Hintergründe von einer Politikwissenschaftlerin in keine Debatte einbezogen. Schauen Sie Sich einfach die "Studentenbude" von Arendt in Marburg an. Dann wissen Sie, daß sie, außer der Sprache, mit dem Deutschen Volk nie etwas zu tun hatte. Sie war ein Anywhere.

Charlemagne

21. Juli 2021 09:52

@Laurenz

Hannah Arendt hat nie behauptet eine deutsche Patriotin zu sein. Wieso sollte sie das bei ihrer Geschichte gewesen sein? Das wäre absurd.

Shakespeare war auch kein deutscher Patriot und dennoch ein genialer Schriftsteller.

Laurenz

21. Juli 2021 10:17

@Charlemagne @L.

Man kann moralisieren, aber einseitige Moral bleibt bigott.

Charlemagne

21. Juli 2021 11:42

@Laurenz

Ich glaube, dass Sie was Hannah Arendt angeht, voreingenommen sind.

Warum lesen Sie nicht ihr Buch "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen"?

Ich habe es gelesen: Es ist nicht nur ausgesprochen unterhaltsam, sondern teilweise sogar humorvoll geschrieben (und das: bei dem Thema). Mit dem Buch hat sie ihre engsten jüdischen Freunde verloren.

Natürlich wirkt sie in ihrem Gespräch mit Gaus etwas arrogant. Das ist aber ganz normal bei außergewöhnlichen Menschen.

Oder kennen Sie sonst noch jemanden, der im Alter von 14 Immanuel Kant gelesen hat.

Laurenz

21. Juli 2021 14:44

@Charlemagne @L.

Wir alle verlieren Freunde. Ohne ohne Betthasentum Heideggers wäre Arendt ein nichts.

Charlemagne

21. Juli 2021 16:17

@Laurenz

Das stimmt doch gar nicht.

Hannah Arendt hat sich schon im Alter von 14 und 15 mit Kant, Kierkegaard und Jaspers beschäftigt. Heidegger trat viel später in ihr Leben.  

Was soll der vulgäre Ausdruck Betthasentum? Vermutlich hatte sie eine Liaison mit Heidegger - na und. Heidegger, der sich auf Abwegen (in Richtung Nazis befand) hat von ihr sicher mehr gelernt als umgekehrt.

Ich finde, dass sie Eichmann in ihrem berühmten Buch genau richtig porträtierte. Als ein Nobody, einen Mitläufer des damals herrschenden Systems (heute würde man NPC sagen), als ein Mensch, der nicht in der Lage war selbständig zu denken.

Volksdeutscher

21. Juli 2021 22:02

2.

@Charlemagne

Damals, als Heidegger im NS Karriere machte, befand er sich nicht auf "Abwegen", genauso wenig, wie wenn Sie sich heute im demokratischen System eine Karriere aufbauen. Niemand kann eine Karriere machen, der keine Zugeständnisse an das jeweils herrschende System macht. Das war schon in der Antike so. Deswegen ist es intellektuell unergiebig, im Namen der Gegenwart die Vergangenheit zu richten. Oder machten Sie Ihre Karriere in "unserem" System als Systemfeind etwa? Hätten Sie außerdem nichts von Nietzsche gelernt?

Volksdeutscher

21. Juli 2021 23:03

3.

@Charlemagne

Ihre Anbetung Arendts wird diese deshalb noch lange nicht bedeutsamer machen. Menschen in aller Welt beschäftigen sich mit Heideggers Philosophie, und das werden sie auch noch 500 Jahren tun, nicht jedoch mit Arendts zeitlich beschränkten Thesen und Themen. Für alles, was Arendt jemals erreicht hat, kann sie sich bei Heidegger bedanken. Nur seinetwegen beschäftigt man sich - wer freilich das unbedingt nötig hat - mit Hannah Arendt. Niemand interessiert sich für Eichmann. Sich an ihm abzuarbeiten ist eine banale Herausforderung.

Volksdeutscher

21. Juli 2021 23:05

4.

Charlemagne

Das Böse ist niemals banal. Arendt hat sich geirrt. Und Sie als ihr Gläubiger ebenfalls, falls Sie das glauben.

Volksdeutscher

21. Juli 2021 23:14

5.

Charlemagne - "...industrielle Massenmord..."

Das ist eine Behauptung. Und dazu eine bombastische. Solche Formulierungen benutzen Intellektuelle nicht, denen es um die genaue Erforschung von Geschichte geht. Solche Begriffe sind aber dazu gemacht, Auseinandersetzung einzurahmen (nur für Sie: zu "framen") und Sachlichkeit ad acta zu legen und den Betroffenheitsmodus bei den Zeitgenossen in Dauermodus zu versetzen.

Volksdeutscher

21. Juli 2021 23:25

5.

Charlemagne - "Heidegger..... hat von ihr sicher mehr gelernt als umgekehrt."

"Sicher mehr"....   Das ist eine recht unsichere Formulierung. Also auch Sie wissen das eigentlich nicht wirklich, behaupten das aber. Wenn Sie jedoch darauf bestehen, dann verraten Sie uns bitte Ihr Geheimnis, was dieses "mehr" überhaupt darstellt. Sie kehren einfach den Lehrer-Schüler-Verhältnis um. Denn es ist ja üblich seit eh und jeh, zu allen Zeiten und wo auch immer auf der Welt, daß der Lehrer zum Schüler geht, um von ihm zu lernen.... Also: Bitte Beweise auf den Tisch legen. Ihr Dafürhalten und Ihre Glaubensbekenntnisse gelten nicht als solche.

Franz Bettinger

22. Juli 2021 10:30

@Charlemagne u. @Volksdeutscher: Sie beziehen sich (u.a.) auf die 40. Minute im oben erwähnten Interview (https://www.youtube.com/watch?v=J9SyTEUi6K), ab der Hannah Arendt ganz kurz über die Shoa spricht. Konnte H.A. 1964 nicht wissen, was in KZs wirklich geschah? Nein, das konnte sie nicht. Die Revisionisten sind erst nach 1964 tätig und fündig geworden. Auch in dem Buch Die Abenteuer des Werner Holt will auf S. 183 eine Offiziersfrau schon 1943 von der Shoa gewusst haben. Das Buch wurde 1960 geschrieben. Das Datum erklärt alles. Wir können den Menschen nicht vorwerfen, dass sie der Sieger-Propaganda auf den Leim gingen. Ich halte H. A. für eine kluge und ehrenwerte Frau, und sie hatte etwas zu sagen.

Charlemagne

22. Juli 2021 17:26

@Volksdeutscher Nr. 4

Das Böse ist niemals banal. Arendt hat sich geirrt. Und Sie als ihr Gläubiger ebenfalls, falls Sie das glauben.

Mit dieser Aussage zeigen Sie (ob bewusst oder unbewusst), dass Sie zu den Anhängern der Schuld-Religion gehören, die in 500 Jahren noch Kränze ablegen möchten.

Das Thema wird heute noch diskutiert und zwar hier auf der Welt von Alan Posener (der meiner Meinung nach, ausschließlich Quatsch absondert):

Posener über Arendt

Zwei Sätze möchte ich aus dem Artikel zitieren:

1. Die großen Verbrechen der Moderne werden von Idealisten begangen. 

2. Klar ist hingegen, dass die Mär von der 'Banalität des Bösen' im Land der Täter dankbar aufgegriffen wurde.

Beide Aussagen sind falsch.

Ich bin der Meinung, dass sich die Menschen unter gleichen Bedingungen in der ganzen Welt ähnlich verhalten. Deswegen halte ich nichts von der Kollektivschuld oder dem abgeschwächten Begriff Kollektivscham (der Begriff wurde von einem Bundespräsidenten, dessen Namen ich nicht nennen möchte, in Umlauf gebracht).
 

Volksdeutscher

22. Juli 2021 20:13

@Charlemagne

Sie haben sich ein zweites mal geirrt: Ich bin kein Vertreter der Schuld- und Sühnekult. Hätten Sie meine bisherigen Beiträge verfolgt oder zumindest äthetisch gedacht, wären Sie nicht auf diesen Gedanken gekommen.

Ahrendt hätte lediglich Rosencrantz´ (den sie bestimmt kannte) bekanntes Werk "Ästhetik des Häßlichen" hervorholen müssen, um sich Klarheit über die Verhältnisse in den ästhetischen und moralischen Kathegorien zu verschaffen. Demnach gibt es eine Hierarchie der Phänomene in Bezug auf ihre Wirkung, es geht also um Wirkungsästhetik: Mit dem Bösen hat man mit einem der höchsten negativen Phänome zu tun, dem Banalität (eine untere Kategorie) zu bescheinigen geradezu auf dessen Verharmlosung und Herabsetzung hinausläuft. Daß die in permanenten Betroffenheitsgestus versetzten Adepten Ahrnoldts es wiederholen, macht Ahrnoldts Aussage noch lange nicht wahr.

Ich möchte von Ihnen jedoch Beweise oder zumindest Belege für Ihre Behauptung, daß Heidegger mehr von Ahrendt gelernt hatte als diese von ihm. Oder daß Heidegger überhaupt etwas von Ahrendt annahm. Lassen Sie uns bitte an Ihrer intellektuellen Redlichkeit teilhaben.

Charlemagne

23. Juli 2021 09:38

@Volksdeutscher

Dass Heidegger mehr von Arendt lernte als umgekehrt bezog sich ausschließlich auf den Nationalsozialismus. Da hatte Arendt ja wohl eindeutig den besseren Instinkt. Heidegger hatte sich zeitweise politisch verirrt, was aber seine philosophischen Leistungen nicht schmälert.

Arendt hielt Eichmann nicht für einen Mephistopheles, noch nicht einmal für einen Antisemiten, womit sie sich keine Freunde machte. Ich teile ihre Auffassung.

Wenn alle Deutschen, die im 3. Reich mitwirkten, beispielsweise die eingezogenen, einfachen, tapferen Wehrmachtssoldaten, die glaubten für eine richtige Sache zu kämpfen, böse Menschen gewesen wären, worauf würde diese Auffassung dann wohl hinauslaufen?

Charlemagne

23. Juli 2021 18:28

@Volksdeutscher

Nachtrag:

Zugegeben, ich habe Sie intellektuell unterschätzt. Rosencrantz und Güldenstern aus Hamlet kannte ich nicht, weil ich Shakespeare nie gelesen habe.

"Die Banalität des Bösen" ist natürlich auch ein Marketing-Begriff.

Ich glaube nicht, dass sie dem eigentlichen Bösen den Wert entziehen möchte, dafür ist sie viel zu gebildet.

Soweit ich sie verstehe, will sie mit dem Titel des Buches andeuten, dass im Grunde auch nicht böse Menschen durch Gleichgültigkeit, Gedankenlosigkeit und einfaches Mitmachen zu unheilvollen Ergebnissen beitragen können.

Volksdeutscher

23. Juli 2021 21:46

Ich meinte Karl Rosenkranz (manchmal auch als Rosencrantz geschrieben) und sein Buch "Ästhetik des Häßlichen" von 1853. Ein bedeutendes und lesenswertes Buch für alle, die daran glauben, daß es eine Wertehierarchie gibt und daß unsere Kultur und Zivilisation einer bedarf.

Ich teile nicht Ihre Ansicht, daß Arendt den besseren Instinkt gehabt hatte. Heidegger schlecht(er)en Instinkt zu bescheinigen würde bedeuten, ihn dafür zu verurteilen, daß er im NS Karriere gemacht hatte. Im Sinne der verspäteten, aber schwer schuldgebeugten Widerständler von Nachkriegsdeutschland  hätte eigentlich ein jeder vor 1945 Widerstand leisten müssen...

Als Jüdin hatte Arendt wohl eine andere Einstellung/Auffassung/Meinung zu den Dingen, die von ihrem Volk in Deutschland und Europa zu verschuldet waren und welche in der Folgezeit von den Nationalsozialisten politisch erfolgreich ausgeschlachtet wurden. Kurz und gut: sie hatte nur eine jüdische und keine deutsche Identität. Sie stand zu ihrem Volk wie Heidegger zu dem seinen.

Laurenz

23. Juli 2021 22:14

@Charlemagne @Volksdeutscher

1931 litt die halbe Weimarer Republik Hunger, vor allem Kinder & Alte. Das ist kein Problem, mit welchem Arendt jemals konfrontiert war.

Volksdeutscher

24. Juli 2021 21:32

@Laurenz

So ist es. Aber das hatte seine Gründe, die auch mit Ahrendts Volk zu tun hatten. Zumindest , wenn es sich dabei um Großindustrielle, Beamte und Politiker in Spitzenposition handelte. Das interessiert jedoch nicht die charaktergewaschenen Nachkriegshistoriker, die durch Verschweigen von Fakten, Gründen und Zusammenhängen nach wie vor Gehirnwäsche und Umerziehung betreiben und vielleicht denken, daß das ihre Bringschuld gegenüber der jüdischen Gemeinde wäre.

Charlemagne

25. Juli 2021 01:23

Die Kommentatoren haben sich inzwischen weit von dem ursprünglichen Artikel entfernt.

Deswegen wäre mein Vorschlag: einen neuen Artikel zu starten mit dem Titel:

Persönliche Verantwortung und Schuld in einem totalitären Regime

Natürlich wäre das schwer, weil schon unendlich viel darüber geschrieben wurde. In 2 -3 Tagen ließe sich so was nicht machen. Man müsste recherchieren, Ergebnisse zusammentragen um es in einem 4-Seitigen Artikel zu komprimieren. Bosselmann, der beste SIN-Autor könnte das.

Ich halte das Thema für wichtig. Posener hat in meinem oben verlinkten Artikel von dem Tätervolk gesprochen. Er hat damit ein ganzes Volk zu Tätern erklärt. Was ja gar nicht stimmt. Nach meinen Erkenntnissen waren an den Verbrechen in den Konzentrationslagern 200000 Deutsche und 200000 Nicht-Deutsche beteiligt.

Laurenz

26. Juli 2021 01:21

@Charlemagne

"Tätervolk"

Ja, man hat uns dazu zwar gemacht, aber es ist auch in der völlig offiziellen Geschichtsschreibung ein schlechter Witz, über den, zumindest kein Deutscher, lachen kann. Der mangelnde Witz ist immer der spirituelle Beweis für Unwahrheiten. Bin nicht Ihrer Meinung, daß wir hier das Thema diskutieren müßten, denn auch die Nachkommen der "Täter" sind genauso diktatur-affin wie ihre Altvorderen, das haben wir doch aus der Fakedemie gelernt.

Und um sich einen Überblick über die politischen Tatsachen im Jahre 1933-39 zu verschaffen, reicht ein Blick auf den damaligen Weltatlas, um uns den historischen Schwachsinn, der uns dauernd um die Ohren fliegt, zu evaluieren. Gerade die momentan aufgeschäumte Kolonialpolitik böte genug Gelegenheiten um unsere Geschichte gerade zu rücken. Gerade im Bezug zu Deutschland ist koloniale Erinnern der Mächtigen zur aktuellen Botmäßigkeit unserer Freunde im Westen gefährlich.

Franz Bettinger

26. Juli 2021 02:23

@Charlemage schlägt für die häufigen Fälle, in denen sich wichtige Nebenthemen zu weit vom Hauptthema entfernen, vor, einen neuen Haupt-Artikel zu starten, um das Nebenthema zum Haupthema zu machen - aktuell mit dem Titel "Persönliche Verantwortung und Schuld in einem totalitären Regime". Ich bin ganz dafür. Der neue Haupt-Artikel bräuchte auch nicht lang zu sein, sondern könnte als Aufhänger für das Kommentariat dienen. Dort erst würde sich, wie ja so oft, die Debatte entwickeln.

heinrichbrueck

26. Juli 2021 12:42

Jedes Regime ist diktatorisch. Ohne Gewaltherrschaft (Gewaltandrohung) keine Herrschaft (Macht). Aber wir sind kein totalitäres Volk. Verleumdungen bieten auch keine Themengrundlage. Es gibt keine richtige Diskussion in der falschen. 

Volksdeutscher

26. Juli 2021 21:49

@Charlemagne

Es macht mir keine große Freude, schon zum dritten Mal zu versuchen, hier mit meinem Kommentar durchzukommen, da ich meine Zeit auch für andere Aktivitäten brauche, aber ich versuche es ein drittes Mal.

Nun, ich halte nichts von dem Thema, weil immer nur die Diktaturen (das sind die von Demokratien so genannten Staatsformen) im Visier sind. Weit interessanter wäre das Thema mit dem Titel: "Persönliche Verantwortung und Schuld in einem nichttotalitären Regime". Damit wäre der Selbstkritik Tür und Tor geöffnet, denn vor der eigenen Tür kehrt es sich am besten....

Charlemagne

28. Juli 2021 16:31

Nachtrag zu den Zahlen, die ich oben nannte.

Diese Zahlen hat mir ein linker Historiker genannt, der sich mit dem Thema beschäftigte. Er hat mir seinerzeit auch die Quelle mitgeteilt, die ich leider vergaß. 

Wenn man will, kann man eine Meinungsäußerung auch gewollt missverstehen: Natürlich habe ich mit den beteiligten 200000 Nicht-Deutschen nicht die Zahl der Opfer gemeint.

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