Sammelstelle für Gedrucktes (28)

Der letzten »Sammelstelle« ein Nachtrag: In Thüringen bleibt alles beim alten, der vom Volk abgewählte Ministerpräsident bleibt im Amt.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Dazu ver­mel­det Chris­toph Prant­ner in der NZZ (v. 26.7.2021):

Der Thü­rin­ger Land­tag hat am Frei­tag den von der AfD gestell­ten Miss­trau­ens­an­trag gegen Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low abge­lehnt. Weil der Antrag gemäss Ver­fas­sung des Frei­staa­tes ein soge­nann­tes kon­struk­ti­ves Miss­trau­ens­vo­tum sein muss­te, hat­te die AfD ihren Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den im Land­tag, Björn Höcke, als Kan­di­da­ten für das Amt des Minis­ter­prä­si­den­ten nominiert.

Erwar­tungs­ge­mäss ging das Votum gegen Höcke aus. Links­par­tei, SPD, Grü­ne und FDP lehn­ten den Antrag der gröss­ten Oppo­si­ti­ons­par­tei in Erfurt ab, die 22 Abge­ord­ne­ten der AfD votier­ten dafür. Die CDU boy­kot­tier­te die Wahl wie angekündigt,

was sich inso­fern gegen­ständ­li­cher dar­stel­len lie­ße, als daß man den Abstim­mungs­saal zwar nicht ver­ließ, aber geschlos­sen sit­zen blieb, um zu ver­hin­dern, daß ja kein Man­dats­trä­ger am Ende dann doch lie­ber eine – gleich­wohl: sym­bo­li­sche – Stim­me für den Kan­di­da­ten Höcke abge­ben könnte.

Die Frak­ti­on der Christ­de­mo­kra­ten scheint mitt­ler­wei­le kein beson­de­res Gott­ver­trau­en mehr in die Lini­en­treue aller ihrer Ange­hö­ri­gen zu besitzen.

Was die meis­ten inter­es­sie­ren dürf­te, ist indes: Wie geht es wei­ter in Erfurt?

Prant­ner faßt zusammen:

Vor­ge­se­hen waren die Land­tags­wah­len zunächst für April 2021 und schliess­lich für den 26. Sep­tem­ber zeit­gleich mit den Bun­des­tags­wah­len. Doch auch die­ser Plan schei­ter­te zuletzt, weil sich die Par­tei­en nicht bin­nen der erfor­der­li­chen Frist auf eine Auf­lö­sung des Land­tags eini­gen konn­ten. Weder Links­par­tei, SPD, Grü­ne noch CDU woll­ten das Risi­ko ein­ge­hen, noch ein­mal mit der AfD abzu­stim­men. Das Bestre­ben, die Demo­kra­tie zu beschüt­zen, ging so weit, die Wäh­ler schon wie­der nicht an die Urnen zu las­sen. Wann es nun Neu­wah­len in Thü­rin­gen geben soll, ist unge­wiss. Wie Rame­low ohne Mehr­heit und CDU-Unter­stüt­zung regie­ren wird, ebenso.

Ein­zu­wen­den wäre: Wie­so eigent­lich ohne CDU-Unter­stüt­zung? Wenn es bis dato dar­auf ankam, ist tat­säch­li­cher Mut, Rame­low jed­we­de Unter­stüt­zung zu ent­zie­hen, sei sie direkt oder indi­rekt, nun wahr­lich nicht in schwar­zer Par­tei­far­be dahergekommen.

Der Frak­ti­ons­chef einer lin­ken Par­tei sprach derweil

von einer von der AfD orches­trier­ten «Far­ce und Schmie­re». Die­se Par­tei und Björn Höcke per­sön­lich sei­en «eine Schan­de für Thü­rin­gen». Das Land ste­he für Demo­kra­tie, Frei­heit, Offen­heit und eine his­to­ri­sche Tra­di­ti­on zwi­schen «Wart­burg und Wei­mar». Die Far­be der AfD sei nicht Blau, son­dern Braun – «und die­ses brau­ne Gift brau­chen wir nicht in Thüringen»,

wobei ich mich direkt kor­ri­gie­ren muß: Es han­delt sich bei dem Urhe­ber die­ser Zita­te nicht um einen lin­ken Frak­ti­ons­chef, son­dern just um den christ­de­mo­kra­ti­schen, nament­lich Mario Voigt. Allein, was sagt das noch aus in einer Epo­che, in der »brei­te Bünd­nis­se gegen rechts« nicht nur poli­tisch, son­dern auch sprach­lich kei­ne Gren­ze mehr kennen.

Björn Höcke, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der AfD, ent­geg­ne­te indes­sen über­aus gelas­sen und ange­mes­sen auf die Anwür­fe; man kann es sich selbst ansehen.

– –

Geschichts­po­li­tik prägt auf ver­schie­de­ne Art und Wei­se das aktu­el­le Zeit­ge­sche­hen, und es gibt ent­spre­chen­de Debat­ten, die nicht ver­ge­hen wol­len und für emo­tio­na­le Zuspit­zung sor­gen: Das ist kei­ne deut­sche Beson­der­heit. Auch daß Bau­vor­ha­ben dis­ku­tiert wer­den, ist es nicht, wenn­gleich die deut­sche Far­ce der 600 (!) Mil­lio­nen Euro für den Anbau (!!) des Bun­des­kanz­ler­am­tes nicht zu top­pen ist.

Doch wäh­rend hier­zu­lan­de die Kri­tik am prot­zi­gen Anbau nur ver­ein­zelt tröp­felt, wird bei unse­ren Nach­barn leb­haft dis­ku­tiert. »Auf Polens Pil­sud­ski-Platz ver­men­gen sich Tra­gik, Poli­tik und Geschich­te«, ver­mel­det die NZZ (v. 28.7.2021).

Ivo Mijns­sen weiß über die­sen her­aus­ra­gen­den Ort im Her­zen War­schaus zu vermelden:

Benannt ist er nach dem Begrün­der des moder­nen Polen, Mar­schall Jozef Pil­sud­ski. Vor ihm inspi­zier­te hier schon Napo­le­on sei­ne Trup­pen, und wäh­rend des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror­re­gimes erhielt der Platz den Namen des «Füh­rers» des Deut­schen Reichs, Adolf Hit­ler. Heu­te fin­den die wich­tigs­ten natio­na­len Fei­er­lich­kei­ten und Staats­emp­fän­ge auf dem Platz statt. Sein Zen­trum bil­det das Grab des Unbe­kann­ten Sol­da­ten: Dort brennt die ewi­ge Flam­me, eine Ehren­gar­de bewacht das Andenken an die Gefal­le­nen. An den Wän­den der vier frei­ste­hen­den Säu­len sind die Namen der wich­tigs­ten Schlach­ten im letz­ten Jahr­tau­send verewigt.

So weit, so beschrei­bend. Der Streit beginnt, als es um die Kolon­na­de geht, denn die­se war Teil des soge­nann­ten »Säch­si­schen Palais«.

Mijns­sen:

Das Barock­schloss aus dem frü­hen 18. Jahr­hun­dert dien­te in der Zwi­schen­kriegs­zeit als Haupt­quar­tier des pol­ni­schen Gene­ral­stabs. Dort befand sich etwa das Büro jener Code-Kna­cker, wel­che die deut­sche Chif­frier­ma­schi­ne Enig­ma ent­schlüs­sel­ten. Damals wur­de auch das Grab erst­mals errich­tet. 1944 zer­stör­te die Wehr­macht das Palais bei ihrem Abzug – zusam­men mit dem Gross­teil der War­schau­er Altstadt.

Die Regie­rung um die füh­ren­de Par­tei Recht und Gerech­tig­keit (PiS) will die­ses Schloß neu errich­ten. Seit fast 20 Jah­ren bemüht man sich in PiS-Krei­sen um ent­spre­chen­de Anstö­ße; finan­zi­el­le und denk­mal­schüt­ze­ri­sche Aspek­te ver­hin­der­ten es bis­lang – ein neu­er Anlauf wur­de Anfang Juli gestartet.

Der PiS-nahe Prä­si­dent Andrzej Duda sieht dar­in »ein gewal­ti­ges Werk sym­bo­li­schen Cha­rak­ters, das den Wie­der­auf­bau der Haupt­stadt krö­nen soll«, nicht zuletzt sei der Palais ein Sym­bol für die pol­ni­sche Unab­hän­gig­keit, die Neu­errich­tung wür­de das heu­ti­ge Land mit jenem zwi­schen den Welt­krie­gen verbinden.

Wie so oft ist die Situa­ti­on bei PiS ambi­va­lent: Respek­ta­ble Fami­li­en- und Sozi­al­po­li­tik einer­seits, natio­nal­po­li­ti­sches Koket­tie­ren mit deut­schen Ver­bind­lich­kei­ten aus his­to­ri­schen Grün­den andererseits:

Stem­men will die Regie­rung die Aus­ga­ben im Rah­men des pol­ni­schen «New Deal», eines gros­sen sozi­al­po­li­ti­schen Inves­ti­ti­ons­pro­gramms, in das auch erheb­li­che EU-Mit­tel flies­sen. Sie hofft auch, dass Deutsch­land sich an der Finan­zie­rung betei­ligt, um ein Zei­chen zu set­zen in der hoch­emo­tio­na­len Debat­te um Resti­tu­tio­nen für die Zer­stö­run­gen der Besetzer.

Dis­ku­tiert wird in Polen aber nun nicht nur der Kos­ten­fak­tor des Wie­der­auf­baus, son­dern auch die his­to­ri­schen Ana­lo­gien und Ver­bin­dungs­li­ni­en, die gezo­gen wer­den. Am Pil­sud­ski-Platz, weiß Mijns­sen zu berichten,

steht seit 2018 eine Sta­tue von Lech Kac­zyn­ski neben jener von Pil­sud­ski. Nur weni­ge Meter wei­ter liess Jaros­law Kac­zyn­ski im glei­chen Jahr ein Denk­mal für den Flug­zeug­ab­sturz von Smo­lensk errich­ten. Die­ser hat­te 2010 sei­nem Zwil­lings­bru­der und fast hun­dert wei­te­ren Spit­zen­ver­tre­tern des Staa­tes das Leben gekos­tet. Bei­de Gedenk­stät­ten wer­den als Kulis­se für Aktio­nen sowohl oppo­si­tio­nel­ler Akti­vis­ten als auch der Regie­rungs­par­tei benutzt.

Wenn man die­sen hoch­po­li­ti­schen, hoch­sym­bo­li­schen Ort bereits hat – wozu dann noch das Palais? Das ist bis­her im unklaren:

So war bei der Ankün­di­gung der Geset­zes­vor­la­ge nur die Rede davon, es sol­le «ein Raum für kul­tu­rel­le Insti­tu­tio­nen und Initia­ti­ven» wer­den. Oppo­si­tio­nel­le Medi­en spe­ku­lie­ren nun, ob damit ein Lech-Kac­zyn­ski-Muse­um gemeint sein könn­te. Soll­te es sich tat­säch­lich gegen alle Wider­stän­de durch­set­zen las­sen, wür­de der ver­stor­be­ne Prä­si­dent sym­bo­lisch auf die glei­che Ebe­ne geho­ben wie die Gefal­le­nen, deren am Grab des Unbe­kann­ten Sol­da­ten gedacht wird.

Der Brü­cken­schlag wäre damit von den 1930ern und 1940ern ins 21. Jahr­hun­dert erfolgt. Wie in Deutsch­land emo­tio­na­li­siert in Polen die Geschich­te vor allem die poli­ti­sche Rech­te; Aus­gang bei­der­seits ungewiss.

– –

Bei Olym­pia ist die deut­sche Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft bereits aus­ge­schie­den; der nächs­te pein­li­che Tief­punkt nach der Euro­pa­meis­ter­schaft im Juni. Noch pein­li­cher war indes das Ver­hal­ten von Poli­tik, Medi­en und Zivil­ge­sell­schaft in der BRD gegen­über der unga­ri­schen Nation.

Wir erin­nern uns: Fami­li­en­schutz­maß­nah­men und LGTBQ-kri­ti­sche Gesetz­ge­bung in Buda­pest sorg­ten nicht nur für eine moral­po­li­ti­sche Sturz­flut des Gedruck­ten, son­dern auch für Poli­ti­ker­state­ments, Regen­bo­gen­fah­nen aller­or­ten und den neu­er­li­chen Schul­ter­schluß von Anti­fa bis Groß­ka­pi­tal. Wer sich wirk­lich mit der unga­ri­schen The­ma­tik aus­ein­an­der­set­zen woll­te, gar den unga­ri­schen Stand­punkt zu erfah­ren beab­sich­tig­te – ging in der Regel leer aus. Die Buda­pes­ter Zei­tung bezie­hen zu weni­ge Leser, ihr Reso­nanz­raum ist im deutsch­spra­chi­gen Raum einst­wei­len gering.

Dem Com­pact-Maga­zin ist es daher hoch anzu­rech­nen, daß es in der aktu­el­len Aus­ga­be (8/2021) Vik­tor Orbán selbst zu Wort kom­men läßt, also jene Per­son, die spä­tes­tens mit Beginn der Euro­pa­meis­ter­schaft zur Per­so­na non gra­ta wur­de. Allei­ne für die­sen O‑Ton lohnt sich der Erwerb des Maga­zins (wo das mög­lich ist, erfährt man hier oder direkt bei Com­pact, die Schnell­ro­da­er Ver­sand­buch­hand­lung – antaios.de – führt nur noch Spe­zi­als, Son­der­aus­ga­ben etc.).

Orbán ist in die­sem Fall wenig diplo­ma­tisch – erfri­schend greift er sei­ne Kri­ti­ker in West­eu­ro­pa an:

Jetzt las­sen sie die euro­päi­schen Alarm­glo­cken wegen der die Pädo­phi­len radi­kal bestra­fen­den und unse­re Kin­der auf radi­ka­le Wei­se beschüt­zen­den neu­en Geset­ze erschril­len. Wie auch immer, die Bewe­gung ist eine ewi­ge, die neue Losung lau­tet nicht mehr «Pro­le­ta­ri­er aller Län­der ver­ei­nigt euch», son­dern «Libe­ra­le aller Län­der ver­ei­nigt Euch». Das bestärkt natür­lich jene mit­tel­eu­ro­päi­sche Über­zeu­gung, dass heu­te der Libe­ra­le im Grun­de der Kom­mu­nist mit Hoch­schul­ab­schluss ist,

wobei hin­zu­zu­fü­gen wäre, daß Orbán bei »mit­tel­eu­ro­pä­isch« pri­mär an Ungarn, Polen, Tsche­chi­en und die Slo­wa­kei denkt; »Ost­eu­ro­pa« beginnt nicht nur für ihn wei­ter östlich.

Die offen­si­ve Kam­pa­gne gegen Ungarn ist für Orbán ein

erneu­ter Beweis dafür, dass heu­te die Lin­ke der Feind der Frei­heit ist, denn statt der Mei­nungs­frei­heit wol­len sie die durch sie defi­nier­te poli­ti­sche Kor­rekt­heit, und statt der Plu­ra­li­tät der Mei­nun­gen wol­len sie für sich die Meinungshegemonie.

Jenen, die Orbán vor­wer­fen, er wür­de »die Frei­heit« ein­schrän­ken, in dem er LGTBQ-Pro­pa­gan­da ein­hegt, ant­wor­tet er unumwunden:

Die unga­ri­sche Frei­heit umfasst nicht nur die poli­ti­sche Frei­heit, die Mög­lich­keit der Wahl, Rede‑, Ver­samm­lungs- und Ver­ei­ni­gungs­frei­heit, son­dern auch das Recht, unse­re Fami­li­en nach unse­rem eige­nen Ermes­sen zu schüt­zen und unse­re Kin­der nach eige­nem Ermes­sen zu erzie­hen. Unser Gesetz ist eine wür­di­ge Fort­set­zung der euro­päi­schen Frei­heits­tra­di­tio­nen. Gera­de jetzt hat die Debat­te über die Zukunft Euro­pas begon­nen, das heißt über die Zukunft unse­rer Kin­der. Wir sind hier, zur Dis­kus­si­on bereit.

Bemer­kens­wert ist, daß Orbán immer wie­der den Begriff der »Libe­ra­len« für die west­eu­ro­päi­schen Herr­schen­den ver­wen­det, wohin­ge­gen er sich und die Sei­nen als die »nicht libe­ra­len Demo­kra­ten« bezeich­net. Für die­se sei

die sexu­el­le Erzie­hung des Kin­des das Recht der Eltern, und hier­bei dür­fen ohne ihre Zustim­mung weder der Staat noch die Par­tei­en sowie auch die NGOs und Regen­bo­gen­ak­ti­vis­ten eine Rol­le spielen,

was in Ungarn durch­ge­setzt wird, wäh­rend in Deutsch­land ein Schul­buch nach dem ande­ren durch Gen­der-Ideo­lo­gen »modi­fi­ziert« wird.* Schon allein aus die­sem Grund erscheint es fol­ge­rich­tig, daß Orbán auch Deutsch­land in die Pha­lanx der »Regen­bo­gen­län­der« ein­reiht, deren Recht es ist, Fami­li­en­po­li­tik und Kin­der­er­zie­hung anders als die »nicht libe­ra­len Demo­kra­ten« zu gestalten.

Die­ses ihr Recht kann ein ande­rer Staat nicht in Fra­ge stel­len. Beson­ders, da Deutsch­land die Rol­le des Flagg­schiffs auf sich genom­men hat. Ob es klug ist, erneut mit Arm­bin­de zu demons­trie­ren und im Münch­ner Fuß­ball­sta­di­on wäh­rend der unga­ri­schen Natio­nal­hym­ne mit einer Regen­bo­gen­fah­ne auf das Spiel­feld zu ren­nen, dar­in bin ich mir nicht sicher. Doch bin ich mir dar­in sicher, dass über die Erzie­hung der deut­schen Kin­der die Deut­schen ent­schei­den müssen,

womit Orbán zwei­fel­los recht hat, was im Jah­re 2021 indes­sen nicht zwin­gend ange­mes­se­ne Ent­schei­dun­gen her­vor­brin­gen würde.

Am Ende wird Orbán noch ein­mal offen­siv und ver­knüpft zwei wich­ti­ge Strän­ge der Liberalen:

Die Migra­ti­on ist kein Men­schen­recht und die Art und Wei­se der sexu­el­len Erzie­hung des Kin­des ist auch nicht das Men­schen­recht des Kin­des. So ein Men­schen­recht gibt es nicht. Statt­des­sen gibt es Arti­kel 14 der Char­ta der Grund­rech­te über das Recht der Eltern, ihren Kin­dern die ent­spre­chen­de Erzie­hung zu sichern.

Dem Real­po­li­ti­ker Orbán wäre ledig­lich vor­zu­wer­fen, daß er sich – jeden­falls for­mell – eini­gen Illu­sio­nen ob der Refor­mier­bar­keit der EU zu machen scheint. Er pos­tu­liert nämlich:

Wenn wir die Euro­päi­sche Uni­on zusam­men­hal­ten wol­len, müs­sen die Libe­ra­len die Rech­te der nicht Libe­ra­len respek­tie­ren. In Viel­falt geeint. Das ist die Zukunft.

Und das dürf­te ein dop­pel­ter Trug­schluß sein:

Ers­tens wer­den die EU-Libe­ra­len aller Cou­leur die Nicht­li­be­ra­len in kei­ner Wei­se respek­tie­ren, weil bereits die blo­ße Exis­tenz nicht­li­be­ra­ler Enti­tä­ten die ideo­lo­gi­schen Grund­la­gen der Herr­schen­den her­aus­for­dern muß.

Zwei­tens ist es zwar tat­säch­lich so, daß die ori­gi­nä­re »Viel­falt« Euro­pas »Zukunft« sein soll­te – nur ver­steht die polit­me­dia­le Klas­se West­eu­ro­pas unter Viel­falt gera­de nicht die orga­nisch gewach­se­ne Viel­heit euro­päi­scher Natio­nen, son­dern die Auf­he­bung bis­he­ri­ger Iden­ti­tä­ten und ihre Über­füh­rung in einen neu­en Zustand der Diver­si­ty. »Euro­pa« ist für EU-Eli­ten als Markt und Sied­lungs­ge­biet rele­vant, nicht als Idee, nicht als Ver­ge­gen­ständ­li­chung einer jahr­tau­sen­de­al­ten Schick­sals­ge­mein­schaft der auto­chtho­nen Völker.

Orbán dürf­te dies ahnen, aber der Diplo­ma­tie geschul­det spart er es aus, was am posi­ti­ven Gesamt­ein­druck frei­lich wenig ändern sollte.

(* Wer sich für den The­men­kom­plex Regen­bo­ge­nideo­lo­gie und Co. inter­es­siert, wird im August­heft von Com­pact auf eine wei­te­ren bemer­kens­wer­ten Bei­trag sto­ßen: Mar­tin Mül­ler-Mer­tens erläu­tert näm­lich, wie Homo­se­xua­li­tät in der DDR zwar frü­her als in der BRD lega­li­siert, aber eben nie pro­pa­giert wurde).

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (27)

RMH

30. Juli 2021 09:25

Nüchtern betrachtet bleibt damit zumindest die große AfD Fraktion in Thüringen ungeschmälert erhalten. Ein Teil des Kalküls der Etablierten beim Plan, die Landtagswahl mit der Bundestagswahl zusammenzulegen war ja, dass im Sog der BT Wahl auch der starken AfD in Thüringen ein paar Sitze im Landtag verloren gehen. Insofern danke an die CDU. Ich denke, die AfD wird bei einer reinen Landtagswahl besser abschneiden, als bei einer kombinierten.

Von daher gilt jetzt für die ganze AfD: voller Einsatz für den BT-Wahlkampf.

Laurenz

30. Juli 2021 10:16

Vielleicht sollten wir das Kanzleramt zukünftig Bundeskanzlei nennen.

 

Wie die Polen auf die Idee kommen, einem kriminellen Diktator & Militaristen ein Denkmal zu setzen oder gar als Namens-Spender zu nutzen, ist unbegreiflich. Das wäre in etwa so, wie, wenn der Potsdamer Platz Adolf-Hitler-Platz hieße. Die Polen haben es eben nicht so mit der Demokratie als solche, auch wenn ihr Rechtswesen, gegen deutsche Verlautbarungen, unabhängiger als unseres ist.

 

Zu Orban noch mal die hörenswerte Sven-Tritschler-Rede im Landtag zu Düsseldorf.  https://youtu.be/d8YYYCzvABM

Niedersachse

30. Juli 2021 10:45

@RMH

 

Richtig, genau den Gedankengang hatte ich auch vor einer Woche, bei der letzten "Sammelstelle für Gedrucktes". Mein Bauchgefühl sagt mir, dass bei einem erneuten Urnenegang die AfD etwas schlechter abschneiden könnt (muss aber nicht sein) und das wäre nun wirklich - sehr schade, da die Altparteien mit ihrem schäbigen und demokratiefeindlichen Verhalten sogar noch belohnt würden. Man erinnere sich an den Blumenstrauß, der Kemmereich vor die Füße geworfen wurde. Exakt dieses Verhalten spiegelt das Wesen und den Charakter der parteiübergreifenden Neo- Feudalclique wieder. Darum, für die AfD gilt: Weiter Strukturen ausbauen, vernünftige Mitglieder dazugewinnen und einen entschlossenen und positiv aggressiven Wahlkampf machen. Dann könnten 2024 noch bessere Ergebnisse erzielt werden.

Volksdeutscher

30. Juli 2021 11:17

Mein Ekel vor den C-Parteien überholt langsam, aber sicher meinen Ekel vor den Bolschewiken von der Linke und den Grünen. Diese C-Parteien sind weder christlich noch konservativ: bieder, hirnlos, hinterhältig, deutschfeindlich, kurzsichtig, unterwürfig, großmäulig, impotent. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Volksdeutscher

30. Juli 2021 11:35

"Dem Realpolitiker Orbán wäre lediglich vorzuwerfen, daß er sich – jedenfalls formell – einigen Illusionen ob der Reformierbarkeit der EU zu machen scheint. Er postuliert nämlich: Wenn wir die Europäische Union zusammenhalten wollen...."

Ja schon, aber das ist in Bedingungsform geschrieben - "Wenn", d.h. "wenn wir das nicht wollen, dann nicht". Ich denke jedoch, daß Ungarn nicht die EU halber in der EU bleibt, sonder des Überlebens halber. Und daß diese Geste seitens Orbáns nur ein aus der Not geborenes strategisches Manöver ist: Solange Ungarn nämlich in der EU bleibt, kann auf die Entwicklungen einwirken, an Informationen teilhaben und Verbündete für Projekte gewinnen (Zusammenarbeit mit Meloni und Salvini in Wirtschafts- und Flüchtlingsfragen), damit es nicht von irgendwelchen Entscheidungen überrumpelt werden kann, schließlich sitzen lauter Feinde der freien Nationen an den Rudern der EU. Ungarn könnte seine Flüchtlingspolitik ohne in der EU zu sein nicht wirklich verwirklichen und könnte leicht und schnell politisch isoliert werden.

Dieter Rose

30. Juli 2021 15:07

Soviel zum Sandkastenspiel "Demokratie".

 

Gelddrucker

30. Juli 2021 16:56

@Volksdeutscher

 

Mein Ekel vor CDU und FDP ist sowieso größer als vor Links.

Bei Links sind wenigstens noch einige dabei, die das ganze aus EIGENTLICH guten Motiven betreiben (Weltfrieden, Menschen helfen), auch wenn sie dabei Chaos anrichten.

CDU und FDP betreiben Volksaustausch aus ökonomischen Gründen. Widerwärtig.

Gracchus

30. Juli 2021 21:30

Wenn Martin Sellner in seinem aktuellen Artikel von "Demokratiesimulation" spricht, ist das ja noch geschmeichelt angesichts der Thüringer und sonstigen Verhältnisse in diesem unseren Land. Bei einer Simulation müsste ja noch eine täuschende Ähnlichkeit bestehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Wie verquer das demokratische Verständnis hierzulande ist, zeigt schon der Titel "Demokratiefördergesetz". 

Volksdeutscher

30. Juli 2021 21:33

@Gelddrucker

Aus ökonomischen Gründen? Ist nicht noch etwas davor? Zum Beispiel aus Charakterlosigkeit, die dann durch ökonomische Gründe getarnt werden?

MARCEL

30. Juli 2021 21:50

Nehmt euch bitte einmal die aktuelle Hetze auf Impfunwillige vor! Hier entgleitet der Staat gerade und fördert nichts weniger als Progromstimmung. 

limes

31. Juli 2021 22:58

Dem Link zu Gunnar Schupelius‘ BZ-Kolumne »Wo bleibt die Kritik am geplanten 600-Millionen-Anbau des Bundeskanzleramts?« sollte man folgen. Die Haupstrommedien gehen pflichtschuldigst über diese Impertinenz und Hybris hinweg. Geld – Steuergeld – spielt hier offensichtlich keine Rolle mehr.

Der aktuelle Newsletter des helvetischen Blogs »Corona Transition« schlägt einen Bogen vom Schweizer Freiheitskampf, der am 1. August gefeiert wird, zum Freiheitskampf der Völker unter dem Joch der »Corona« - Maßnahmen:

»Es geht darum, das komplett verschuldete globale Finanzsystem durch Negativzinsen, Enteignung und Inflation – oder eine Kombination davon – zu entschulden. Die globalen Schulden liegen zur Zeit bei 290 Billionen Dollar, dreieinhalbmal das globale BIP. Die Geldmenge M1, die zu ihrer Bezahlung zur Verfügung steht, beträgt  35,2 Billionen. Kein Mensch weiss, wie man mit so wenig Geld auf ordentlichem, rechtmässigem Weg so hohe Schulden bezahlen kann.«

Wenn das so ist, können Regierende scheinbar ungeniert auf Pump prassen. Wer sollte ihnen die Rechnung ausstellen?

Maiordomus

1. August 2021 13:08

Ehrlich gesagt wirkt für mich der Titel "Sammelstelle für Gedrucktes" als täglicher Liebhaber für solches und anderes Gedrucktes seit 1955 etwas containerhaft und wenig motivierend. Derzeit lese ich nebst dem Original die besten Übersetzungsversionen und Kommentare zu dem dieses Jahr zu feiernden wirklich grossen europäischen Schriftsteller Dante. 

Cugel

1. August 2021 20:45

@Gelddrucker, Volksdeutscher    30. Juli 2021 16:56
"Mein Ekel vor CDU und FDP ist sowieso größer als vor Links."

Mit Ausnahme von Die Linke besteht der Block aus charakterlosen Opportunisten, während dieser Typus bei den Knallroten infolge eines größeren Anteils komplett Durchgeknallter etwas vermindert ist. Die Dynamik des Verfalls von Politik und Gemeinwesen ist doch erschreckend. Entgegen besseren Wissens hat man eine eher lineare Erwartung, zumindest meinem Empfinden nach.

Volksdeutscher

2. August 2021 04:39

@Cugel

Ihrer Analyse kann man im Großen und Ganzen zustimmen. Aber die Entartung ist meiner Einschätzung nach nicht linear sondern strukturell flächendeckend. Wäre sie linear, könnte man sie leichter gleich einer Bahn verlassen.

Da ist z.B. das berüchtigte Video auf You Tube mit dem "Auserwählten" und kommunistischen Hardliner Gregor Gysi, der Deutsche mit Nazis gleichsetzt und in der Vorstellung schwelgt, daß sie immer weniger würden und wie gut das sei. Oder das Video mit der Szene auf dem Bahnhof von Saalfeld, wo der andere Bolschewik Ramelow bei der Ankunft von muslimischen Arabern bekundet, dies sei der schönste Tag seines Lebens. Was würde "Teddy" dazu wohl sagen? Von der nationale wie internationale Gesetze brechenden CDU-Kanzlerin ganz zu schweigen, die Deutschland mit illegalen Flüchtlingen zu flutete, worauf die CDU - das Flaggschiff des Volksverrats - in Wuppertal gleich eine Scharia-Polizei aufstellen ließ. Wie können Deutsche nach solchen Aussagen und Handlungen diese Parteien noch wählen? Sind sie Masochisten? Psychisch Kranke? Oder sind sie einfach lebensmüde und ihrem Schicksal gegenüber gleichgültig geworden?

Koek Boeri

2. August 2021 06:15

"Sein Zentrum bildet das Grab des Unbekannten Soldaten: Dort brennt die ewige Flamme, eine Ehrengarde bewacht das Andenken an die Gefallenen. An den Wänden der vier freistehenden Säulen sind die Namen der wichtigsten Schlachten im letzten Jahrtausend verewigt."

 

Ja, schön gemacht mit viel Andacht. Ich selbst habe mich da fotografieren lassen vor der Aufschrift zur Schlacht bei Liegnitz (Legnica) von 1241, da es einer der grossen Siege meiner Vorahnen war.

RMH

2. August 2021 06:47

"Die Dynamik des Verfalls von Politik und Gemeinwesen ist doch erschreckend."

Und die Hauptverantwortung dafür tragen Generationen, die es eigentlich noch anders erlebt haben und merken sollten, was schief läuft. Ich spreche hier vor allem die Generationen an, die heute so um 55 Jahren beginnen. Es ist schrecklich zu erleben, wie gerade in diesen Generationen die gesamte Corona-Politik gut geheißen wird, ja gefühlte 80% würden sich noch schärfere Maßnahmen wünschen. Migration hingegen betrifft diese Kreise, mit ihren Häusern in den Speckgürteln, nicht direkt persönlich, aber zumindest müssten sie sehen, dass es ihre Kinder und Enkel betrifft, aber da wird auf Wunschdenken, notwendig falsches Bewusstsein gemacht. Diese Gen. werden vermutlich die höchste Wahlbeteiligung aller Altersgruppen ausmachen. Das ist der Grund, warum Opportunisten, wie bspw. Söder, so um diese Kreise werben. Ich schäme mich fremd, für all diese arrivierten Leute, die eigentlich das Polster hätten, sich unbequem zu verhalten. Aber die Komfortzone zu erreichen, dass war eben ihr Lebensziel. Und zur Wahrung der Komfortzone gehört es offenbar, dass ca. 80tsd  ihre Privatneigungen, die der Öffentlichkeit eigentlich egal sind, auf die Straßen via Demonstrationen tragen können und 25tsd, die das politische und damit öffentl. Anliegen der Freiheitsrechte auf die Straßen Berlins bringen wollen, bekommen dies untersagt und werden von der Polizei z.T. zusammengeknüppelt - unter dem Vorwand des Infektionsschutzes.

Koek Boeri

2. August 2021 09:45

@ Laurenz

Wie die Polen auf die Idee kommen, einem kriminellen Diktator & Militaristen ein Denkmal zu setzen oder gar als Namens-Spender zu nutzen, ist unbegreiflich.

 

Nein, Pilsudski war kein KRIMINELLER Diktator, er war ein Diktator, der sein Volk von der bolschewistischen Aggression gerettet hat und somit die Einführung des kommunistischen GULAGs in Polen für 25 Jahre verschoben hat (und auch dann war das System in PL viel sanfter und humaner, als in der SU war und als es 1920 gewesen wäre). Dass J.P. dabei "undemokratische" Methoden und Praktiken benutzt hat, damals, wie später, ist verständlich. Aber auch alle andere Staatsführer vom Mitteleuropa in dieser Zeit waren keine "Demokraten". Oder nehmen wir den Retter und den grossen Reformer der Türkei - Mustafa Kemal Paşa Atatürk, dann sehen wir, er war auch kein liberaler "Demokrat", er war auch ein autoritärer Führer und "Militarist". Was nun? Er ist jedoch der grösste Türke des 20. Jahrhunderts. Wäre er ein "Demokrat" gewesen, hätte es keine unabhängige Türkische Republik gegeben. Unter den gewissen Umständen funktioniert dieser ganze freimauererische Quatsch von "Freiheit", "Demokratie"; "Toleranz", "Menschenrechte" usw. einfach nicht. Besonders wenn es um Leben und Tod eines Volkes geht, wie es für die Polen im Jahre 1920, für die Türken in 1921-1922 galt.

***

Koek Boeri

2. August 2021 09:48

Die Polen haben es eben nicht so mit der Demokratie als solche

Genau, Sie haben recht. Aber warum ist es dann schlecht? Für Polen und alle anderen noch gesunden Völker der Welt ist das Überleben der Nation wesentlich wichtiger, als fremde, von Globalisten aufgezwungene Begriffe wie "Demokratie" oder "Liberalismus". Jeder versteht heute, dass solche Begriffe den nativen Völkern Eurasiens total fremd sind und von den Globalisten mindestens seit 1789 ständig dafür benutzt werden, um natürlich aufgewaschsene Nationen Eurasiens, egal ob indogermanische, oder altaische, oder finnische, oder auch Japaner, Vietnamesen und andere, zu unterminieren, zu versklaven, zu zerstören und endgültig ins ein entwürzeltes Gemengsel der Verbraucher, billiger Arbeitskraft und Kanonenfutters zu verwandeln. (Die Demokratie der alten Griechen und Römer, alten Germanen und Kelten, Slawen und Türken hatte mit der heutigen "liberalen" Demokratie nichts gemeinsames. Nur der Name ist geklaut und missbraucht.)

Laurenz

2. August 2021 12:57

@Koek Boeri

Die Alliierten wären nie auf die Idee gekommen, in Versailles Polen zu etablieren, wenn nicht die Deutsche Führung 1917 selbst ein Kunst-Polen implementiert hätte. Man hätte Polen, wie historisch üblich, ins Deutsche Reich einfügen sollen. Sobald wir ins 19. Jahrhundert zurückgehen, sind Herrscherhäuser historisch noch akzeptabel, aber im 20. Jahrhundert haben ich weder für die Hitlers, Pilsudskis, Stalins, Roosevelts & Churchills Verständnis. Das neue Kunst-Polen überfiel nach seiner Gründung in Versailles jeden Nachbarn. Pilsudskis Truppen standen schon hinter Kiew. Was soll der Scheiß? Das ist auch nicht zu rechtfertigen, denn die Russen, wie die Sowjets waren im Bürgerkrieg engagiert & somit bestand auch keine Gefahr eines Angriffs aus dem Osten. Und die polnische Handhabe gegen andere Volksgruppen im Land war verbrecherisch. Von daher, nur ein toter Pilsudski ist ein guter Pilsudski & ihm gehört kein Denkmal.

heinrichbrueck

2. August 2021 15:38

@ RMH
Eine Bekannte würde sagen: "Der Unmündige, der weiß, daß er unmündig ist, und es auch akzeptiert, stellt kein großes Problem dar. Übel hingegen sind Unmündige, die sich für Mündige halten." 

Laurenz

2. August 2021 16:56

@HeinrichBrück

Nüchtern betrachtet (Sokrates) gibt es als nur Unmündige?

Niekisch

2. August 2021 18:21

"nur ein toter Pilsudski ist ein guter Pilsudski & ihm gehört kein Denkmal."

@ Laurenz 2.8. 12:57: Diese Wertung überlassen wir am besten den Polen. Ist es nicht interessant, dass in Berlin zu Ehren des Verstorbenen ein Gedenkgottesdienst gehalten wurde und Hitler an seiner Grabstätte im besetzten Polen lange Zeit eine Ehrenwache der Wehrmacht aufziehen ließ?

Laurenz

2. August 2021 22:23

@Niekisch

Warum sollten wir diese Wertung den Polen oder Hitler überlassen? Die Polen freuen sich sicherlich diese fehlerhafte Einschätzung Pilsudskis durch Hitler.

Überlassen die Polen uns den Bau unserer russischen Erdgasleitung durch die Ostsee? Oder überlassen uns die Polen wieder unsere Ostgebiete? 

Sie quatschen unüberlegt, Niekisch.

Maiordomus

3. August 2021 08:58

@Kaiser. Dass sie auf einem wohlverstanden etwas anders gelagerten rechten Blog aus dem Umfeld von David Berger ziemlich giftig kommentiert werden, ist typisch dafür, wie die sog. Auseinandersetzung nun mal läuft. Selber habe ich an jeder der diversen Richtungen aus meiner Erfahrung einiges zu beanstanden, bemühe mich aber um einen respektvollen Ton und vor allem auch Respektierung unterschiedlicher "Heimatbahnhöfe", die es nun mal gibt, seien es Rechtsliberale, Rechtsschwule, Rechtskonservative, Rechtsliteraten, Rechtszionisten (wie Broder), Rechtsreligiöse und halt auch Rechtsnationale. Zu meinem Landsmann Mohler hatte ich immer Distanz, aber seine Lebensleistung und auch gewisse nun mal nicht falsche Erkenntnisse verdienen nun mal zum Beispiel Anerkennung, selbst wenn er seine Schlagseiten hatte, diese noch offensichtlicher auch noch beim alten Carl Schmitt.. 

Maiordomus

3. August 2021 09:12

PS. Dabei gibt es in jeder einzelnen Spielart der Rechten, die man ohnehin nicht legitim als "Familie" bezeichnen kann, Dummschwatz, sowohl in der allgemeinen politischen Kritik und Gesellschaftskritik als auch in den Aussagen übereinander. Wer seine Aussagen nicht überprüft oder auch nur wie ein Meinungscomputer immer die gleichen Ladenhüter rauslässt, muss an das "Erhaltumgsgesetz der Dummheit" erinnert werden. Davon darf man auch sich selber nicht ausnehmen, wenn man sich und wenn ich mich auf meiner bisherigen Sicht ausruhe oder davon ausgehe, dass der andere sowieso ein Trottel oder charakterlich oder politisch oder bildungsmässig ein Defizitärer sei (was es natürlich gibt).  

heinrichbrueck

3. August 2021 15:15

Sinnlos. Erhaltungsgesetz der Demokratie: Schumanns "Träumerei" https://www.youtube.com/watch?v=nrqT2uUJWXY
Unterschied zwischen Irrtum und Lüge. 

Niekisch

3. August 2021 17:46

"selbst wenn er seine Schlagseiten hatte, diese noch offensichtlicher auch noch beim alten Carl Schmitt.."

@ Maiordomus 3.8.8:58: Es freute mich, wenn Sie hinsichtlich Carl Schmitt präzisieren. Für mich liegt die stärkste Schlagseite im Freund - Feind- Antagonismus, den er völlig ohne nähere Begründung in seinem Aufsatz "Hugo Preuß - Sein Staatsbegriff und seine Stellung in der deutschen Staatslehre" manifestiert.  

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