30. Juli 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (28)

Benedikt Kaiser / 27 Kommentare

Der letzten »Sammelstelle« ein Nachtrag: In Thüringen bleibt alles beim alten, der vom Volk abgewählte Ministerpräsident bleibt im Amt.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Dazu vermeldet Christoph Prantner in der NZZ (v. 26.7.2021):

Der Thüringer Landtag hat am Freitag den von der AfD gestellten Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Bodo Ramelow abgelehnt. Weil der Antrag gemäss Verfassung des Freistaates ein sogenanntes konstruktives Misstrauensvotum sein musste, hatte die AfD ihren Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Björn Höcke, als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten nominiert.

Erwartungsgemäss ging das Votum gegen Höcke aus. Linkspartei, SPD, Grüne und FDP lehnten den Antrag der grössten Oppositionspartei in Erfurt ab, die 22 Abgeordneten der AfD votierten dafür. Die CDU boykottierte die Wahl wie angekündigt,

was sich insofern gegenständlicher darstellen ließe, als daß man den Abstimmungssaal zwar nicht verließ, aber geschlossen sitzen blieb, um zu verhindern, daß ja kein Mandatsträger am Ende dann doch lieber eine – gleichwohl: symbolische – Stimme für den Kandidaten Höcke abgeben könnte.

Die Fraktion der Christdemokraten scheint mittlerweile kein besonderes Gottvertrauen mehr in die Linientreue aller ihrer Angehörigen zu besitzen.

Was die meisten interessieren dürfte, ist indes: Wie geht es weiter in Erfurt?

Prantner faßt zusammen:

Vorgesehen waren die Landtagswahlen zunächst für April 2021 und schliesslich für den 26. September zeitgleich mit den Bundestagswahlen. Doch auch dieser Plan scheiterte zuletzt, weil sich die Parteien nicht binnen der erforderlichen Frist auf eine Auflösung des Landtags einigen konnten. Weder Linkspartei, SPD, Grüne noch CDU wollten das Risiko eingehen, noch einmal mit der AfD abzustimmen. Das Bestreben, die Demokratie zu beschützen, ging so weit, die Wähler schon wieder nicht an die Urnen zu lassen. Wann es nun Neuwahlen in Thüringen geben soll, ist ungewiss. Wie Ramelow ohne Mehrheit und CDU-Unterstützung regieren wird, ebenso.

Einzuwenden wäre: Wieso eigentlich ohne CDU-Unterstützung? Wenn es bis dato darauf ankam, ist tatsächlicher Mut, Ramelow jedwede Unterstützung zu entziehen, sei sie direkt oder indirekt, nun wahrlich nicht in schwarzer Parteifarbe dahergekommen.

Der Fraktionschef einer linken Partei sprach derweil

von einer von der AfD orchestrierten «Farce und Schmiere». Diese Partei und Björn Höcke persönlich seien «eine Schande für Thüringen». Das Land stehe für Demokratie, Freiheit, Offenheit und eine historische Tradition zwischen «Wartburg und Weimar». Die Farbe der AfD sei nicht Blau, sondern Braun – «und dieses braune Gift brauchen wir nicht in Thüringen»,

wobei ich mich direkt korrigieren muß: Es handelt sich bei dem Urheber dieser Zitate nicht um einen linken Fraktionschef, sondern just um den christdemokratischen, namentlich Mario Voigt. Allein, was sagt das noch aus in einer Epoche, in der »breite Bündnisse gegen rechts« nicht nur politisch, sondern auch sprachlich keine Grenze mehr kennen.

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD, entgegnete indessen überaus gelassen und angemessen auf die Anwürfe; man kann es sich selbst ansehen.

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Geschichtspolitik prägt auf verschiedene Art und Weise das aktuelle Zeitgeschehen, und es gibt entsprechende Debatten, die nicht vergehen wollen und für emotionale Zuspitzung sorgen: Das ist keine deutsche Besonderheit. Auch daß Bauvorhaben diskutiert werden, ist es nicht, wenngleich die deutsche Farce der 600 (!) Millionen Euro für den Anbau (!!) des Bundeskanzleramtes nicht zu toppen ist.

Doch während hierzulande die Kritik am protzigen Anbau nur vereinzelt tröpfelt, wird bei unseren Nachbarn lebhaft diskutiert. »Auf Polens Pilsudski-Platz vermengen sich Tragik, Politik und Geschichte«, vermeldet die NZZ (v. 28.7.2021).

Ivo Mijnssen weiß über diesen herausragenden Ort im Herzen Warschaus zu vermelden:

Benannt ist er nach dem Begründer des modernen Polen, Marschall Jozef Pilsudski. Vor ihm inspizierte hier schon Napoleon seine Truppen, und während des nationalsozialistischen Terrorregimes erhielt der Platz den Namen des «Führers» des Deutschen Reichs, Adolf Hitler. Heute finden die wichtigsten nationalen Feierlichkeiten und Staatsempfänge auf dem Platz statt. Sein Zentrum bildet das Grab des Unbekannten Soldaten: Dort brennt die ewige Flamme, eine Ehrengarde bewacht das Andenken an die Gefallenen. An den Wänden der vier freistehenden Säulen sind die Namen der wichtigsten Schlachten im letzten Jahrtausend verewigt.

So weit, so beschreibend. Der Streit beginnt, als es um die Kolonnade geht, denn diese war Teil des sogenannten »Sächsischen Palais«.

Mijnssen:

Das Barockschloss aus dem frühen 18. Jahrhundert diente in der Zwischenkriegszeit als Hauptquartier des polnischen Generalstabs. Dort befand sich etwa das Büro jener Code-Knacker, welche die deutsche Chiffriermaschine Enigma entschlüsselten. Damals wurde auch das Grab erstmals errichtet. 1944 zerstörte die Wehrmacht das Palais bei ihrem Abzug – zusammen mit dem Grossteil der Warschauer Altstadt.

Die Regierung um die führende Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) will dieses Schloß neu errichten. Seit fast 20 Jahren bemüht man sich in PiS-Kreisen um entsprechende Anstöße; finanzielle und denkmalschützerische Aspekte verhinderten es bislang – ein neuer Anlauf wurde Anfang Juli gestartet.

Der PiS-nahe Präsident Andrzej Duda sieht darin »ein gewaltiges Werk symbolischen Charakters, das den Wiederaufbau der Hauptstadt krönen soll«, nicht zuletzt sei der Palais ein Symbol für die polnische Unabhängigkeit, die Neuerrichtung würde das heutige Land mit jenem zwischen den Weltkriegen verbinden.

Wie so oft ist die Situation bei PiS ambivalent: Respektable Familien- und Sozialpolitik einerseits, nationalpolitisches Kokettieren mit deutschen Verbindlichkeiten aus historischen Gründen andererseits:

Stemmen will die Regierung die Ausgaben im Rahmen des polnischen «New Deal», eines grossen sozialpolitischen Investitionsprogramms, in das auch erhebliche EU-Mittel fliessen. Sie hofft auch, dass Deutschland sich an der Finanzierung beteiligt, um ein Zeichen zu setzen in der hochemotionalen Debatte um Restitutionen für die Zerstörungen der Besetzer.

Diskutiert wird in Polen aber nun nicht nur der Kostenfaktor des Wiederaufbaus, sondern auch die historischen Analogien und Verbindungslinien, die gezogen werden. Am Pilsudski-Platz, weiß Mijnssen zu berichten,

steht seit 2018 eine Statue von Lech Kaczynski neben jener von Pilsudski. Nur wenige Meter weiter liess Jaroslaw Kaczynski im gleichen Jahr ein Denkmal für den Flugzeugabsturz von Smolensk errichten. Dieser hatte 2010 seinem Zwillingsbruder und fast hundert weiteren Spitzenvertretern des Staates das Leben gekostet. Beide Gedenkstätten werden als Kulisse für Aktionen sowohl oppositioneller Aktivisten als auch der Regierungspartei benutzt.

Wenn man diesen hochpolitischen, hochsymbolischen Ort bereits hat – wozu dann noch das Palais? Das ist bisher im unklaren:

So war bei der Ankündigung der Gesetzesvorlage nur die Rede davon, es solle «ein Raum für kulturelle Institutionen und Initiativen» werden. Oppositionelle Medien spekulieren nun, ob damit ein Lech-Kaczynski-Museum gemeint sein könnte. Sollte es sich tatsächlich gegen alle Widerstände durchsetzen lassen, würde der verstorbene Präsident symbolisch auf die gleiche Ebene gehoben wie die Gefallenen, deren am Grab des Unbekannten Soldaten gedacht wird.

Der Brückenschlag wäre damit von den 1930ern und 1940ern ins 21. Jahrhundert erfolgt. Wie in Deutschland emotionalisiert in Polen die Geschichte vor allem die politische Rechte; Ausgang beiderseits ungewiss.

-- --

Bei Olympia ist die deutsche Fußballnationalmannschaft bereits ausgeschieden; der nächste peinliche Tiefpunkt nach der Europameisterschaft im Juni. Noch peinlicher war indes das Verhalten von Politik, Medien und Zivilgesellschaft in der BRD gegenüber der ungarischen Nation.

Wir erinnern uns: Familienschutzmaßnahmen und LGTBQ-kritische Gesetzgebung in Budapest sorgten nicht nur für eine moralpolitische Sturzflut des Gedruckten, sondern auch für Politikerstatements, Regenbogenfahnen allerorten und den neuerlichen Schulterschluß von Antifa bis Großkapital. Wer sich wirklich mit der ungarischen Thematik auseinandersetzen wollte, gar den ungarischen Standpunkt zu erfahren beabsichtigte – ging in der Regel leer aus. Die Budapester Zeitung beziehen zu wenige Leser, ihr Resonanzraum ist im deutschsprachigen Raum einstweilen gering.

Dem Compact-Magazin ist es daher hoch anzurechnen, daß es in der aktuellen Ausgabe (8/2021) Viktor Orbán selbst zu Wort kommen läßt, also jene Person, die spätestens mit Beginn der Europameisterschaft zur Persona non grata wurde. Alleine für diesen O-Ton lohnt sich der Erwerb des Magazins (wo das möglich ist, erfährt man hier oder direkt bei Compact, die Schnellrodaer Versandbuchhandlung – antaios.de – führt nur noch Spezials, Sonderausgaben etc.).

Orbán ist in diesem Fall wenig diplomatisch – erfrischend greift er seine Kritiker in Westeuropa an:

Jetzt lassen sie die europäischen Alarmglocken wegen der die Pädophilen radikal bestrafenden und unsere Kinder auf radikale Weise beschützenden neuen Gesetze erschrillen. Wie auch immer, die Bewegung ist eine ewige, die neue Losung lautet nicht mehr «Proletarier aller Länder vereinigt euch», sondern «Liberale aller Länder vereinigt Euch». Das bestärkt natürlich jene mitteleuropäische Überzeugung, dass heute der Liberale im Grunde der Kommunist mit Hochschulabschluss ist,

wobei hinzuzufügen wäre, daß Orbán bei »mitteleuropäisch« primär an Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei denkt; »Osteuropa« beginnt nicht nur für ihn weiter östlich.

Die offensive Kampagne gegen Ungarn ist für Orbán ein

erneuter Beweis dafür, dass heute die Linke der Feind der Freiheit ist, denn statt der Meinungsfreiheit wollen sie die durch sie definierte politische Korrektheit, und statt der Pluralität der Meinungen wollen sie für sich die Meinungshegemonie.

Jenen, die Orbán vorwerfen, er würde »die Freiheit« einschränken, in dem er LGTBQ-Propaganda einhegt, antwortet er unumwunden:

Die ungarische Freiheit umfasst nicht nur die politische Freiheit, die Möglichkeit der Wahl, Rede-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, sondern auch das Recht, unsere Familien nach unserem eigenen Ermessen zu schützen und unsere Kinder nach eigenem Ermessen zu erziehen. Unser Gesetz ist eine würdige Fortsetzung der europäischen Freiheitstraditionen. Gerade jetzt hat die Debatte über die Zukunft Europas begonnen, das heißt über die Zukunft unserer Kinder. Wir sind hier, zur Diskussion bereit.

Bemerkenswert ist, daß Orbán immer wieder den Begriff der »Liberalen« für die westeuropäischen Herrschenden verwendet, wohingegen er sich und die Seinen als die »nicht liberalen Demokraten« bezeichnet. Für diese sei

die sexuelle Erziehung des Kindes das Recht der Eltern, und hierbei dürfen ohne ihre Zustimmung weder der Staat noch die Parteien sowie auch die NGOs und Regenbogenaktivisten eine Rolle spielen,

was in Ungarn durchgesetzt wird, während in Deutschland ein Schulbuch nach dem anderen durch Gender-Ideologen »modifiziert« wird.* Schon allein aus diesem Grund erscheint es folgerichtig, daß Orbán auch Deutschland in die Phalanx der »Regenbogenländer« einreiht, deren Recht es ist, Familienpolitik und Kindererziehung anders als die »nicht liberalen Demokraten« zu gestalten.

Dieses ihr Recht kann ein anderer Staat nicht in Frage stellen. Besonders, da Deutschland die Rolle des Flaggschiffs auf sich genommen hat. Ob es klug ist, erneut mit Armbinde zu demonstrieren und im Münchner Fußballstadion während der ungarischen Nationalhymne mit einer Regenbogenfahne auf das Spielfeld zu rennen, darin bin ich mir nicht sicher. Doch bin ich mir darin sicher, dass über die Erziehung der deutschen Kinder die Deutschen entscheiden müssen,

womit Orbán zweifellos recht hat, was im Jahre 2021 indessen nicht zwingend angemessene Entscheidungen hervorbringen würde.

Am Ende wird Orbán noch einmal offensiv und verknüpft zwei wichtige Stränge der Liberalen:

Die Migration ist kein Menschenrecht und die Art und Weise der sexuellen Erziehung des Kindes ist auch nicht das Menschenrecht des Kindes. So ein Menschenrecht gibt es nicht. Stattdessen gibt es Artikel 14 der Charta der Grundrechte über das Recht der Eltern, ihren Kindern die entsprechende Erziehung zu sichern.

Dem Realpolitiker Orbán wäre lediglich vorzuwerfen, daß er sich – jedenfalls formell – einigen Illusionen ob der Reformierbarkeit der EU zu machen scheint. Er postuliert nämlich:

Wenn wir die Europäische Union zusammenhalten wollen, müssen die Liberalen die Rechte der nicht Liberalen respektieren. In Vielfalt geeint. Das ist die Zukunft.

Und das dürfte ein doppelter Trugschluß sein:

Erstens werden die EU-Liberalen aller Couleur die Nichtliberalen in keiner Weise respektieren, weil bereits die bloße Existenz nichtliberaler Entitäten die ideologischen Grundlagen der Herrschenden herausfordern muß.

Zweitens ist es zwar tatsächlich so, daß die originäre »Vielfalt« Europas »Zukunft« sein sollte – nur versteht die politmediale Klasse Westeuropas unter Vielfalt gerade nicht die organisch gewachsene Vielheit europäischer Nationen, sondern die Aufhebung bisheriger Identitäten und ihre Überführung in einen neuen Zustand der Diversity. »Europa« ist für EU-Eliten als Markt und Siedlungsgebiet relevant, nicht als Idee, nicht als Vergegenständlichung einer jahrtausendealten Schicksalsgemeinschaft der autochthonen Völker.

Orbán dürfte dies ahnen, aber der Diplomatie geschuldet spart er es aus, was am positiven Gesamteindruck freilich wenig ändern sollte.

(* Wer sich für den Themenkomplex Regenbogenideologie und Co. interessiert, wird im Augustheft von Compact auf eine weiteren bemerkenswerten Beitrag stoßen: Martin Müller-Mertens erläutert nämlich, wie Homosexualität in der DDR zwar früher als in der BRD legalisiert, aber eben nie propagiert wurde).


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (27)

RMH

30. Juli 2021 09:25

Nüchtern betrachtet bleibt damit zumindest die große AfD Fraktion in Thüringen ungeschmälert erhalten. Ein Teil des Kalküls der Etablierten beim Plan, die Landtagswahl mit der Bundestagswahl zusammenzulegen war ja, dass im Sog der BT Wahl auch der starken AfD in Thüringen ein paar Sitze im Landtag verloren gehen. Insofern danke an die CDU. Ich denke, die AfD wird bei einer reinen Landtagswahl besser abschneiden, als bei einer kombinierten.

Von daher gilt jetzt für die ganze AfD: voller Einsatz für den BT-Wahlkampf.

Laurenz

30. Juli 2021 10:16

Vielleicht sollten wir das Kanzleramt zukünftig Bundeskanzlei nennen.

 

Wie die Polen auf die Idee kommen, einem kriminellen Diktator & Militaristen ein Denkmal zu setzen oder gar als Namens-Spender zu nutzen, ist unbegreiflich. Das wäre in etwa so, wie, wenn der Potsdamer Platz Adolf-Hitler-Platz hieße. Die Polen haben es eben nicht so mit der Demokratie als solche, auch wenn ihr Rechtswesen, gegen deutsche Verlautbarungen, unabhängiger als unseres ist.

 

Zu Orban noch mal die hörenswerte Sven-Tritschler-Rede im Landtag zu Düsseldorf.  https://youtu.be/d8YYYCzvABM

Niedersachse

30. Juli 2021 10:45

@RMH

 

Richtig, genau den Gedankengang hatte ich auch vor einer Woche, bei der letzten "Sammelstelle für Gedrucktes". Mein Bauchgefühl sagt mir, dass bei einem erneuten Urnenegang die AfD etwas schlechter abschneiden könnt (muss aber nicht sein) und das wäre nun wirklich - sehr schade, da die Altparteien mit ihrem schäbigen und demokratiefeindlichen Verhalten sogar noch belohnt würden. Man erinnere sich an den Blumenstrauß, der Kemmereich vor die Füße geworfen wurde. Exakt dieses Verhalten spiegelt das Wesen und den Charakter der parteiübergreifenden Neo- Feudalclique wieder. Darum, für die AfD gilt: Weiter Strukturen ausbauen, vernünftige Mitglieder dazugewinnen und einen entschlossenen und positiv aggressiven Wahlkampf machen. Dann könnten 2024 noch bessere Ergebnisse erzielt werden.

Volksdeutscher

30. Juli 2021 11:17

Mein Ekel vor den C-Parteien überholt langsam, aber sicher meinen Ekel vor den Bolschewiken von der Linke und den Grünen. Diese C-Parteien sind weder christlich noch konservativ: bieder, hirnlos, hinterhältig, deutschfeindlich, kurzsichtig, unterwürfig, großmäulig, impotent. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Volksdeutscher

30. Juli 2021 11:35

"Dem Realpolitiker Orbán wäre lediglich vorzuwerfen, daß er sich – jedenfalls formell – einigen Illusionen ob der Reformierbarkeit der EU zu machen scheint. Er postuliert nämlich: Wenn wir die Europäische Union zusammenhalten wollen...."

Ja schon, aber das ist in Bedingungsform geschrieben - "Wenn", d.h. "wenn wir das nicht wollen, dann nicht". Ich denke jedoch, daß Ungarn nicht die EU halber in der EU bleibt, sonder des Überlebens halber. Und daß diese Geste seitens Orbáns nur ein aus der Not geborenes strategisches Manöver ist: Solange Ungarn nämlich in der EU bleibt, kann auf die Entwicklungen einwirken, an Informationen teilhaben und Verbündete für Projekte gewinnen (Zusammenarbeit mit Meloni und Salvini in Wirtschafts- und Flüchtlingsfragen), damit es nicht von irgendwelchen Entscheidungen überrumpelt werden kann, schließlich sitzen lauter Feinde der freien Nationen an den Rudern der EU. Ungarn könnte seine Flüchtlingspolitik ohne in der EU zu sein nicht wirklich verwirklichen und könnte leicht und schnell politisch isoliert werden.

Dieter Rose

30. Juli 2021 15:07

Soviel zum Sandkastenspiel "Demokratie".

 

Gelddrucker

30. Juli 2021 16:56

@Volksdeutscher

 

Mein Ekel vor CDU und FDP ist sowieso größer als vor Links.

Bei Links sind wenigstens noch einige dabei, die das ganze aus EIGENTLICH guten Motiven betreiben (Weltfrieden, Menschen helfen), auch wenn sie dabei Chaos anrichten.

CDU und FDP betreiben Volksaustausch aus ökonomischen Gründen. Widerwärtig.

Gracchus

30. Juli 2021 21:30

Wenn Martin Sellner in seinem aktuellen Artikel von "Demokratiesimulation" spricht, ist das ja noch geschmeichelt angesichts der Thüringer und sonstigen Verhältnisse in diesem unseren Land. Bei einer Simulation müsste ja noch eine täuschende Ähnlichkeit bestehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Wie verquer das demokratische Verständnis hierzulande ist, zeigt schon der Titel "Demokratiefördergesetz". 

Volksdeutscher

30. Juli 2021 21:33

@Gelddrucker

Aus ökonomischen Gründen? Ist nicht noch etwas davor? Zum Beispiel aus Charakterlosigkeit, die dann durch ökonomische Gründe getarnt werden?

MARCEL

30. Juli 2021 21:50

Nehmt euch bitte einmal die aktuelle Hetze auf Impfunwillige vor! Hier entgleitet der Staat gerade und fördert nichts weniger als Progromstimmung. 

limes

31. Juli 2021 22:58

Dem Link zu Gunnar Schupelius‘ BZ-Kolumne »Wo bleibt die Kritik am geplanten 600-Millionen-Anbau des Bundeskanzleramts?« sollte man folgen. Die Haupstrommedien gehen pflichtschuldigst über diese Impertinenz und Hybris hinweg. Geld – Steuergeld – spielt hier offensichtlich keine Rolle mehr.

Der aktuelle Newsletter des helvetischen Blogs »Corona Transition« schlägt einen Bogen vom Schweizer Freiheitskampf, der am 1. August gefeiert wird, zum Freiheitskampf der Völker unter dem Joch der »Corona« - Maßnahmen:

»Es geht darum, das komplett verschuldete globale Finanzsystem durch Negativzinsen, Enteignung und Inflation – oder eine Kombination davon – zu entschulden. Die globalen Schulden liegen zur Zeit bei 290 Billionen Dollar, dreieinhalbmal das globale BIP. Die Geldmenge M1, die zu ihrer Bezahlung zur Verfügung steht, beträgt  35,2 Billionen. Kein Mensch weiss, wie man mit so wenig Geld auf ordentlichem, rechtmässigem Weg so hohe Schulden bezahlen kann.«

Wenn das so ist, können Regierende scheinbar ungeniert auf Pump prassen. Wer sollte ihnen die Rechnung ausstellen?

Maiordomus

1. August 2021 13:08

Ehrlich gesagt wirkt für mich der Titel "Sammelstelle für Gedrucktes" als täglicher Liebhaber für solches und anderes Gedrucktes seit 1955 etwas containerhaft und wenig motivierend. Derzeit lese ich nebst dem Original die besten Übersetzungsversionen und Kommentare zu dem dieses Jahr zu feiernden wirklich grossen europäischen Schriftsteller Dante. 

Cugel

1. August 2021 20:45

@Gelddrucker, Volksdeutscher    30. Juli 2021 16:56
"Mein Ekel vor CDU und FDP ist sowieso größer als vor Links."

Mit Ausnahme von Die Linke besteht der Block aus charakterlosen Opportunisten, während dieser Typus bei den Knallroten infolge eines größeren Anteils komplett Durchgeknallter etwas vermindert ist. Die Dynamik des Verfalls von Politik und Gemeinwesen ist doch erschreckend. Entgegen besseren Wissens hat man eine eher lineare Erwartung, zumindest meinem Empfinden nach.

Volksdeutscher

2. August 2021 04:39

@Cugel

Ihrer Analyse kann man im Großen und Ganzen zustimmen. Aber die Entartung ist meiner Einschätzung nach nicht linear sondern strukturell flächendeckend. Wäre sie linear, könnte man sie leichter gleich einer Bahn verlassen.

Da ist z.B. das berüchtigte Video auf You Tube mit dem "Auserwählten" und kommunistischen Hardliner Gregor Gysi, der Deutsche mit Nazis gleichsetzt und in der Vorstellung schwelgt, daß sie immer weniger würden und wie gut das sei. Oder das Video mit der Szene auf dem Bahnhof von Saalfeld, wo der andere Bolschewik Ramelow bei der Ankunft von muslimischen Arabern bekundet, dies sei der schönste Tag seines Lebens. Was würde "Teddy" dazu wohl sagen? Von der nationale wie internationale Gesetze brechenden CDU-Kanzlerin ganz zu schweigen, die Deutschland mit illegalen Flüchtlingen zu flutete, worauf die CDU - das Flaggschiff des Volksverrats - in Wuppertal gleich eine Scharia-Polizei aufstellen ließ. Wie können Deutsche nach solchen Aussagen und Handlungen diese Parteien noch wählen? Sind sie Masochisten? Psychisch Kranke? Oder sind sie einfach lebensmüde und ihrem Schicksal gegenüber gleichgültig geworden?

Koek Boeri

2. August 2021 06:15

"Sein Zentrum bildet das Grab des Unbekannten Soldaten: Dort brennt die ewige Flamme, eine Ehrengarde bewacht das Andenken an die Gefallenen. An den Wänden der vier freistehenden Säulen sind die Namen der wichtigsten Schlachten im letzten Jahrtausend verewigt."

 

Ja, schön gemacht mit viel Andacht. Ich selbst habe mich da fotografieren lassen vor der Aufschrift zur Schlacht bei Liegnitz (Legnica) von 1241, da es einer der grossen Siege meiner Vorahnen war.

RMH

2. August 2021 06:47

"Die Dynamik des Verfalls von Politik und Gemeinwesen ist doch erschreckend."

Und die Hauptverantwortung dafür tragen Generationen, die es eigentlich noch anders erlebt haben und merken sollten, was schief läuft. Ich spreche hier vor allem die Generationen an, die heute so um 55 Jahren beginnen. Es ist schrecklich zu erleben, wie gerade in diesen Generationen die gesamte Corona-Politik gut geheißen wird, ja gefühlte 80% würden sich noch schärfere Maßnahmen wünschen. Migration hingegen betrifft diese Kreise, mit ihren Häusern in den Speckgürteln, nicht direkt persönlich, aber zumindest müssten sie sehen, dass es ihre Kinder und Enkel betrifft, aber da wird auf Wunschdenken, notwendig falsches Bewusstsein gemacht. Diese Gen. werden vermutlich die höchste Wahlbeteiligung aller Altersgruppen ausmachen. Das ist der Grund, warum Opportunisten, wie bspw. Söder, so um diese Kreise werben. Ich schäme mich fremd, für all diese arrivierten Leute, die eigentlich das Polster hätten, sich unbequem zu verhalten. Aber die Komfortzone zu erreichen, dass war eben ihr Lebensziel. Und zur Wahrung der Komfortzone gehört es offenbar, dass ca. 80tsd  ihre Privatneigungen, die der Öffentlichkeit eigentlich egal sind, auf die Straßen via Demonstrationen tragen können und 25tsd, die das politische und damit öffentl. Anliegen der Freiheitsrechte auf die Straßen Berlins bringen wollen, bekommen dies untersagt und werden von der Polizei z.T. zusammengeknüppelt - unter dem Vorwand des Infektionsschutzes.

Koek Boeri

2. August 2021 09:45

@ Laurenz

Wie die Polen auf die Idee kommen, einem kriminellen Diktator & Militaristen ein Denkmal zu setzen oder gar als Namens-Spender zu nutzen, ist unbegreiflich.

 

Nein, Pilsudski war kein KRIMINELLER Diktator, er war ein Diktator, der sein Volk von der bolschewistischen Aggression gerettet hat und somit die Einführung des kommunistischen GULAGs in Polen für 25 Jahre verschoben hat (und auch dann war das System in PL viel sanfter und humaner, als in der SU war und als es 1920 gewesen wäre). Dass J.P. dabei "undemokratische" Methoden und Praktiken benutzt hat, damals, wie später, ist verständlich. Aber auch alle andere Staatsführer vom Mitteleuropa in dieser Zeit waren keine "Demokraten". Oder nehmen wir den Retter und den grossen Reformer der Türkei - Mustafa Kemal Paşa Atatürk, dann sehen wir, er war auch kein liberaler "Demokrat", er war auch ein autoritärer Führer und "Militarist". Was nun? Er ist jedoch der grösste Türke des 20. Jahrhunderts. Wäre er ein "Demokrat" gewesen, hätte es keine unabhängige Türkische Republik gegeben. Unter den gewissen Umständen funktioniert dieser ganze freimauererische Quatsch von "Freiheit", "Demokratie"; "Toleranz", "Menschenrechte" usw. einfach nicht. Besonders wenn es um Leben und Tod eines Volkes geht, wie es für die Polen im Jahre 1920, für die Türken in 1921-1922 galt.

***

Koek Boeri

2. August 2021 09:48

Die Polen haben es eben nicht so mit der Demokratie als solche

Genau, Sie haben recht. Aber warum ist es dann schlecht? Für Polen und alle anderen noch gesunden Völker der Welt ist das Überleben der Nation wesentlich wichtiger, als fremde, von Globalisten aufgezwungene Begriffe wie "Demokratie" oder "Liberalismus". Jeder versteht heute, dass solche Begriffe den nativen Völkern Eurasiens total fremd sind und von den Globalisten mindestens seit 1789 ständig dafür benutzt werden, um natürlich aufgewaschsene Nationen Eurasiens, egal ob indogermanische, oder altaische, oder finnische, oder auch Japaner, Vietnamesen und andere, zu unterminieren, zu versklaven, zu zerstören und endgültig ins ein entwürzeltes Gemengsel der Verbraucher, billiger Arbeitskraft und Kanonenfutters zu verwandeln. (Die Demokratie der alten Griechen und Römer, alten Germanen und Kelten, Slawen und Türken hatte mit der heutigen "liberalen" Demokratie nichts gemeinsames. Nur der Name ist geklaut und missbraucht.)

Laurenz

2. August 2021 12:57

@Koek Boeri

Die Alliierten wären nie auf die Idee gekommen, in Versailles Polen zu etablieren, wenn nicht die Deutsche Führung 1917 selbst ein Kunst-Polen implementiert hätte. Man hätte Polen, wie historisch üblich, ins Deutsche Reich einfügen sollen. Sobald wir ins 19. Jahrhundert zurückgehen, sind Herrscherhäuser historisch noch akzeptabel, aber im 20. Jahrhundert haben ich weder für die Hitlers, Pilsudskis, Stalins, Roosevelts & Churchills Verständnis. Das neue Kunst-Polen überfiel nach seiner Gründung in Versailles jeden Nachbarn. Pilsudskis Truppen standen schon hinter Kiew. Was soll der Scheiß? Das ist auch nicht zu rechtfertigen, denn die Russen, wie die Sowjets waren im Bürgerkrieg engagiert & somit bestand auch keine Gefahr eines Angriffs aus dem Osten. Und die polnische Handhabe gegen andere Volksgruppen im Land war verbrecherisch. Von daher, nur ein toter Pilsudski ist ein guter Pilsudski & ihm gehört kein Denkmal.

heinrichbrueck

2. August 2021 15:38

@ RMH
Eine Bekannte würde sagen: "Der Unmündige, der weiß, daß er unmündig ist, und es auch akzeptiert, stellt kein großes Problem dar. Übel hingegen sind Unmündige, die sich für Mündige halten." 

Laurenz

2. August 2021 16:56

@HeinrichBrück

Nüchtern betrachtet (Sokrates) gibt es als nur Unmündige?

Niekisch

2. August 2021 18:21

"nur ein toter Pilsudski ist ein guter Pilsudski & ihm gehört kein Denkmal."

@ Laurenz 2.8. 12:57: Diese Wertung überlassen wir am besten den Polen. Ist es nicht interessant, dass in Berlin zu Ehren des Verstorbenen ein Gedenkgottesdienst gehalten wurde und Hitler an seiner Grabstätte im besetzten Polen lange Zeit eine Ehrenwache der Wehrmacht aufziehen ließ?

Laurenz

2. August 2021 22:23

@Niekisch

Warum sollten wir diese Wertung den Polen oder Hitler überlassen? Die Polen freuen sich sicherlich diese fehlerhafte Einschätzung Pilsudskis durch Hitler.

Überlassen die Polen uns den Bau unserer russischen Erdgasleitung durch die Ostsee? Oder überlassen uns die Polen wieder unsere Ostgebiete? 

Sie quatschen unüberlegt, Niekisch.

Maiordomus

3. August 2021 08:58

@Kaiser. Dass sie auf einem wohlverstanden etwas anders gelagerten rechten Blog aus dem Umfeld von David Berger ziemlich giftig kommentiert werden, ist typisch dafür, wie die sog. Auseinandersetzung nun mal läuft. Selber habe ich an jeder der diversen Richtungen aus meiner Erfahrung einiges zu beanstanden, bemühe mich aber um einen respektvollen Ton und vor allem auch Respektierung unterschiedlicher "Heimatbahnhöfe", die es nun mal gibt, seien es Rechtsliberale, Rechtsschwule, Rechtskonservative, Rechtsliteraten, Rechtszionisten (wie Broder), Rechtsreligiöse und halt auch Rechtsnationale. Zu meinem Landsmann Mohler hatte ich immer Distanz, aber seine Lebensleistung und auch gewisse nun mal nicht falsche Erkenntnisse verdienen nun mal zum Beispiel Anerkennung, selbst wenn er seine Schlagseiten hatte, diese noch offensichtlicher auch noch beim alten Carl Schmitt.. 

Maiordomus

3. August 2021 09:12

PS. Dabei gibt es in jeder einzelnen Spielart der Rechten, die man ohnehin nicht legitim als "Familie" bezeichnen kann, Dummschwatz, sowohl in der allgemeinen politischen Kritik und Gesellschaftskritik als auch in den Aussagen übereinander. Wer seine Aussagen nicht überprüft oder auch nur wie ein Meinungscomputer immer die gleichen Ladenhüter rauslässt, muss an das "Erhaltumgsgesetz der Dummheit" erinnert werden. Davon darf man auch sich selber nicht ausnehmen, wenn man sich und wenn ich mich auf meiner bisherigen Sicht ausruhe oder davon ausgehe, dass der andere sowieso ein Trottel oder charakterlich oder politisch oder bildungsmässig ein Defizitärer sei (was es natürlich gibt).  

heinrichbrueck

3. August 2021 15:15

Sinnlos. Erhaltungsgesetz der Demokratie: Schumanns "Träumerei" https://www.youtube.com/watch?v=nrqT2uUJWXY
Unterschied zwischen Irrtum und Lüge. 

Niekisch

3. August 2021 17:46

"selbst wenn er seine Schlagseiten hatte, diese noch offensichtlicher auch noch beim alten Carl Schmitt.."

@ Maiordomus 3.8.8:58: Es freute mich, wenn Sie hinsichtlich Carl Schmitt präzisieren. Für mich liegt die stärkste Schlagseite im Freund - Feind- Antagonismus, den er völlig ohne nähere Begründung in seinem Aufsatz "Hugo Preuß - Sein Staatsbegriff und seine Stellung in der deutschen Staatslehre" manifestiert.  

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