12. August 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (30)

Benedikt Kaiser / 120 Kommentare

Liegt die NZZ vom 11. August auf dem Schreibtisch und blättert man erstmal auf Seite 2, wird das ganze Elend europäischer Migrationspolitik sichtbar.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Besser gesagt: das Elend bundesdeutscher Migrationspolitik.

Denn auf der Titelseite heißt es »London will Asylgesetz verschärfen«, während es auf der Rückseite, besagter Seite 2, in der Überschrift lautet: »Droht Deutschland eine weitere Migrationswelle aus Afghanistan?«

Die Zusammenstellung mag dem tagespolitischen Zufall geschuldet sein; sie zeigt aber, was die Brexit-eigene Formel Take back control in kleinster Bedeutungsdosis ausrichten mag, während Deutschland weiter im Modus der geöffneten Gesellschaft vor sich hin deliriert.

Über die britische Situation schreiben die Auslandskorrespondenten Nina Belz und Niklaus Nuspliger:

Der vergangene Mittwoch hat alle Rekorde geschlagen: Mindestens 482 Migranten haben in kleinen Schlauchbooten den Ärmelkanal überquert. Noch nie hat das britische Innenministerium so viele Ankünfte auf dem Seeweg an einem Tag gezählt. Möglicherweise waren es noch einige mehr, die von den Behörden nicht erfasst wurden. Gleichentags sollen französische Grenzbeamte acht Boote mit insgesamt 246 Personen an der Überfahrt gehindert haben.

Im Schatten der »Corona-Pandemie« geht der Ansturm auf Europas Nationen weiter, sie kommen

aus Iran, Afghanistan und dem Irak, aber auch aus Afrika, die unbedingt auf die Insel wollen, oft weil sie da bereits jemanden kennen.

Die Reise von Frankreich nach England erfolgt für die Migranten auf dem Wasserweg, aber nun zeigt die Macronsche Politik in Frankreich wohl Härte:

Die zuständige nordfranzösische Präfektur Pas-de-Calais versicherte, sie tue alles, um die Überfahrten zu verhindern.

Alles? Das klingt nach einiger Anstrengung, und dann liest man, daß die Behörden

kürzlich in den am meisten betroffenen Gemeinden der Verkauf von Benzin in Kanistern eingeschränkt

haben, um es den Schlepperbooten so richtig schwer zu machen, auszufahren. Da wird es fortan keiner mehr wagen, die Insel Her Majesty heimzusuchen. Oder?

Hatten es 2019 noch 1844 Migranten irregulär über den Ärmelkanal geschafft, kamen 2020 über 8400 an. Bis in der ersten Augustwoche des laufenden Jahres verzeichnete das britische Innenministerium bereits fast 11 000 Ankömmlinge in mehr als 4040 Booten,

was ja andeuten könnte, daß Benzinverknappung in Pas-de-Calais oder Boulogne-sur-Mer das Migrationsproblem des Globalen Südens eher wenig beeinträchtigen dürfte und daß Großbritannien andere Wege wird finden müssen, als sich auf Frankreichs Küstenschutz zu verlassen, zumal die NZZ-Autoren festhalten:

Bis anhin zeigen Paris und die anderen EU-Hauptstädte nur wenig Interesse daran, mit Brexit-Britannien bilaterale Rückübernahmeabkommen auszuhandeln.

Ein kleiner Revanchehaken für den EU-Austritt oder nur die Mühen der institutionellen Ebenen? Vielleicht auch beides.

Sicher dürfte zumindest sein: Wenn die Tories in London keine dauerhafte Lösung zur Eindämmung des Migrationsansturms finden, wird die rechte parlamentarische Ecke in England nach der Pulverisierung von Farage und Co. nicht länger im 0,x-Segment isolierbar sein – der Druck kommt dann nicht länger von links bzw. Labour, sondern von rechts bzw. jenen konservativen Brexiteers, für die eine verfehlte EU-Migrationspolitik immerhin einer der Hauptbeweggründe für das entsprechende Votum gewesen ist.

-- --

In Deutschland kommt auf die parlamentarische Rechte einige Arbeit zu. Denn im bereits erwähnten Beitrag »Droht Deutschland eine weitere Migrationswelle aus Afghanistan?« von Oliver Maksan und Jonas Hermann wird einigermaßen klar, was uns im Laufe der kommenden Monate erwarten dürfte, wenn die beiden Autoren fragend an die Leser herantreten:

Droht insbesondere Deutschland gar eine neue Flüchtlingskrise wie 2015?

In der Fraktion der Union heißt es, sei man »alarmiert«:

«Wir beobachten die Lage genau. Dabei kommt es entscheidend auf die Entwicklung der Sicherheitslage an», sagt der CDU-Abgeordnete Thorsten Frei. Er geht davon aus, dass zurzeit wöchentlich etwa 30 000 Afghanen aus ihrem Land fliehen. «Die EU erreichen bis jetzt aber nur wenige», so der stellvertretende Fraktionschef der Union.

Und wenn schon, so kann der Merkel-Loyalist alle deutschen Leser beruhigen, denn

ein erhöhtes Flüchtlingsaufkommen würde Deutschland heute gut meistern können, so Frei. Anders als 2015 seien Bund, Länder und Kommunen bei Registrierung und Unterbringung diesmal auf alles vorbereitet. «Und anders als 2015 haben wir inzwischen eine Reihe von Gesetzesänderungen im Sinne des ‹Ordnen, Steuern und Begrenzen› verabschiedet.»

Das heißt was in Praxis, in Zahlen? Es gibt allein 25 000 ausreisepflichtige Afghanen in Deutschland, und wie viele wurden abgeschoben? Knapp über 1000. Allein diese absurden Relationen muß man sich in Erinnerung rufen, wenn Grüne, Rote, Schwarze, Gelbe oder die obligatorischen Dunkelroten wieder über die vermeintlich inhumane »Abschiebepolitik« klagen oder wenn Horst Seehofer allen Ernstes Abschiebungen nach Afghanistan aussetzt, egal ob die Illegalen straffällig geworden sind oder nicht.

Die AfD kann hier im Wahlsommer ihr ureigenes Primärthema wieder stark machen, denn alle anderen Parteien würden die Probleme nur verschärfen. CDU/CSU und SPD haben »2015« überhaupt erst ermöglicht, sind also verantwortlich für den Sommer der Massenmigration. Und die Grünen sind einfach mal gänzlich

dagegen, Europas Aussengrenzen härter gegen illegal Einreisende zu sichern und fordern neben dem Familien- auch den Geschwisternachzug. Sie wollen mehr Migranten aufnehmen, die humanitäre Fluchtgründe vorbringen können,

wobei für letzteres sicherlich willfährige NGOs bereitstehen, die den Afghanen erklären, was sie bei welchem Amt auszusagen haben, um einen entsprechenden »Fluchtgrund« geltend machen zu können.

Auch die NZZ muß implizit einräumen, daß lediglich eine Partei eine alternative Migrationspolitik fahren würde:

Nur die AfD will die Migration im grossen Massstab grundsätzlich beenden,

was spätestens dann zu einem polarisierenden Thema wird, wenn es Zehntausenden Afghanen gelingt, auf EU-Territorium im allgemeinen und nach Deutschland im besonderen vorzudringen.

Ihre konkrete Zahl bleibt auch Experten einstweilen noch ein Rätsel:

Niemand weiss, wie viele von ihnen den weiten Weg nach Deutschland antreten werden. Klar ist aber, dass sich die Situation von 2015 diesen Sommer allein schon deshalb nicht wiederholen dürfte,

weil sie schlecht für die ihre Heimat verlassenden Afghanen wäre, die zum einen katastrophal entwurzelt und in eine fremde Welt geworfen wären und deren Land andererseits dann endgültig in die Fänge radikalsunnitischer »Gotteskrieger« gelangte, wenn man seine noch gut 30.000 Mann starke Armee aus Spezialkräften alleine gegen Hunderttausende Fanatiker kämpfen läßt?

Oder weil es schlecht wäre für die längst an ihre Kapazitätsgrenzen angelangten Deutschen, denen noch jede materielle Zuspitzung ihrer Lebensverhältnisse damit begründet wird, daß »kein Geld da sei« und deren Sicherheitsgefüge seit 2015 ein anderes ist als vor dieser Zäsur?

Nein,

weil sie für den Wahlkampf der Regierungsparteien Gift wäre – und der AfD Wähler zutreiben würde.

Achso.

-- --

Eines der am häufigsten genannten Argumente für Massenmigration ist die demographische Katastrophe des deutschen Volkes. Und tatsächlich ist die BRD-Bevölkerung zahlenmäßig die drittälteste der Welt nach Monaco und Japan.

Dieses Negativranking darf freilich nicht den Blick darauf verstellen, daß politisch »besser« regierte Länder ähnliche demographische Probleme aufweisen, darunter Tschechien, Rußland oder eben auch Polen und Ungarn.

Der Unterschied: In letztgenannten Nationen fährt die etablierte Politik, was immer man im einzelnen an ihr auszusetzen haben möge, eine natalistische Kampagne, das heißt sie strebt im Rahmen einer aktivierenden Familienpolitik vor allem danach, Einheimische dazu zu bewegen, eine Familie zu gründen oder eine bestehende zu vergrößern:

Gegen das »Europa der leeren Babybetten«

ist demzufolge auch ein Report Ivo Mijnssens in der NZZ (v. 11.8.2021) überschrieben.

Die Regierung Viktor Orbán

will mit ihrer Familienförderung, die inzwischen für Europa rekordhohe 4,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts verschlingt, explizit keine Armutsbekämpfung betreiben. Sie will die Ungarn dazu animieren, Kinder zu zeugen,

was beim Leser zu keinem Schockmoment, sondern eher zu verstärktem Interesse führen sollte, insbesondere dann, wenn für deutsche Leseraugen etwas völlig Fernes thematisiert wird: eine Lust auf das Gedeihen des eigenen Volkes, die ökonomische Kennziffern und anderes überstrahlt:

Ministerpräsident Viktor Orban positioniert sich dabei als Kämpfer gegen den angeblichen europäischen Mainstream. Der Rest des Kontinents setze auf Migration, um Alterung und Entvölkerung zu begegnen, Ungarn auf eigene Kinder. «Wir wollen nicht nur Zahlen, wir wollen ungarische Babys», verkündet Orban,

und

«Europa ist zum Kontinent der leeren Babybetten geworden, während Asien und Afrika vor den gegenteiligen demografischen Herausforderungen stehen»,

sekundiert ihm Familienministerin Katalin Novak. Eine Erklärung parat hat Mijnssen für diese Argumentation:

Die Angst vor dem Niedergang ist im ehemaligen Ostblock besonders ausgeprägt. Manche Politiker sehen ihre Völker gar als vom Aussterben bedroht,

was man freilich nur dann als realexistierendes Problem wahrnehmen kann, wenn man das eigene Volk wertschätzt, verteidigen und erhalten möchte.

In Ungarn und Polen entspricht dies explizit dem Regierungsauftrag.

In Ungarn kamen 1991 pro Frau noch 1,9 Kinder auf die Welt, zehn Jahre später lag die Zahl bei 1,3. Dass sie seither auf 1,6 angestiegen ist, sieht die Regierung als Folge ihrer Förderpolitik. Ähnlich präsentiert sich die Entwicklung in Polen, das wie Ungarn auf eine natalistische Familienpolitik setzt: Hier war der Absturz der Geburtenrate im Jahr 2001 sogar noch dramatischer: Sie fiel von 2,1 auf 1,3. Seither hat sie sich leicht erhöht, auf 1,4,

wobei das noch keine Zahlen für Jubelstürme sein dürften, da die rechnerisch notwendige Reproduktionsrate von 2,1 Kindern pro Frau in Ferne ist und selbst die BRD auf 1,57 Geburten pro Frau kommt. Aber, und das ist eben das Entscheidende: In Warschau und Budapest kämpft man auf diesem Terrain und weiß um die Bedeutung eigener Kinder und versucht, wo es nur geht, realpolitische Akzente zu setzen.

2017 beispielsweise

führte Polens rechtsnationale Regierung das Programm «500+» ein, das jeder Familie ab dem zweiten Kind umgerechnet 120 Franken [ca. 110 Euro, B.K.] pro Monat garantierte. Es wurde seither auf Erstgeborene ausgeweitet. 6,7 Millionen Eltern haben vom ebenso populären wie teuren Zustupf profitiert: Die Kosten allein für das Kindergeld werden auf bis zu 1,7 Prozent des BIP geschätzt. In Ungarn gibt es ebenfalls eine noch aus der Zeit vor Orban stammende Prämie für jedes Kind.

Interessant ist die unterschiedliche Detailauslegung: Während in Polen neben der klassischen Familienkonstellation auch Alleinerziehende und Unverheiratete vom Kindergeld profitieren, bleiben die unter Orbán fortgeführten und modifizierten Programme standesamtlich Verheirateten vorbehalten:

Die Zahl der Eheschliessungen hat in den letzten Jahren denn auch stark zu-, jene der Scheidungen abgenommen,

was Kritiker wohl eher als taktische Maßnahme mancher Eheleute denn als neuerliche Liebesbeweise relativieren dürften.

Ein weiterer Unterschied ist die Klientelorientierung in Ungarn und Polen. Während Polens Regierungspartei PiS traditionell sozialrechte Elemente stark macht und das ganze Volk im Blick hat, ist Ungarns Fidesz – ihrer marktwirtschaftlich-christdemokratischen EVP-Wurzeln gemäß – lange Zeit stärker »klassenbewußt« gewesen, wobei ihre Gegner diesen Aspekt größer machen als er in der Praxis wohl ausfällt.

Ivo Mijnssen erklärt es jedenfalls so:

Während Warschau das Kindergeld unabhängig vom Einkommen ausbezahlt und beansprucht, eine Sozialpolitik für alle Polen zu betreiben, hat Budapest Programme für Arme gekürzt und die Sozialhilfe auf sehr tiefem Niveau belassen. Die Gründe sind weltanschaulich: Ungarn solle eine «auf Arbeit basierende Gesellschaft» sein, so Orban. Entsprechend richtet er die Familienförderung auf die Mittel- und die Oberschicht aus,

was auch damit zusammenhängen dürfte, daß man so die mehrheitlich den Unterschichten angehörenden, ohnehin kinderreichen Roma nicht noch weiter durch staatliche Alimentierung begünstigen möchte (bereits jetzt leben über 700 000 im Land, bei einer Einwohnerzahl von unter zehn Millionen) – ein taktischer Schachzug, der bedauerlicherweise im selben Zuge zu Lasten der Arbeiter, kleinen Angestellten und Soloselbständigen des Landes geht.

Diese Ambivalenz der Orbánschen Realpolitik ist aber kaum präsent in den Vorwürfen, die aus dem Westen gen Budapest geschleudert werden, weil es eben unpopuläre soziale Fragen sind, keine immateriellen, ideologischen.

Dementsprechend wird Ungarns Familienministerin vielmehr vorgeworfen, eine »antifeministische Rhetorik« zu verwenden:

So erklärte sie in einem poppig aufgemachten Video, Frauen sollten als Mütter glücklich sein und nicht versuchen, mit Männern mitzuhalten und gleich viel zu verdienen. «Geben wir doch unsere Privilegien nicht für einen falsch verstandenen Kampf um Emanzipation auf!», rief Novak den Ungarinnen zu. An gesellschaftsliberale, urbane Frauen waren diese Worte nicht gerichtet. Sie stimmen aber auch nicht für den Fidesz,

und auch nicht für die AfD, für das Rassemblement National oder die FPÖ – ein Signum der Zeit.

-- --

Als – zugegebenermaßen – relativer Laie im ökologischen Feld bin ich besonders erfreut über Jonas Schicks Erfolgsstart mit der Zeitschrift Die Kehre. Jede der bisherigen fünf Ausgaben (alle lieferbar bei antaios.de) konnte Wissen vermitteln, unerwartete Themenfelder beackern und zum Nachdenken anregen.

Das neue Heft (Nr. 6/Sommer 2021), das ab morgen bundesweit auch an allen relevanten Bahnhofskiosken verfügbar sein wird (ein Debüt, ein weiterer Schritt des Ausgreifens in neue Leserschichten), enthält aufs neue unkonventionelle Perspektiven und ökologisch-rechte Standpunkte, die ansonsten im politischen Tagesgeschäft völlig ausgeblendet werden.

Ob Björn Höckes sehr persönliches, sehr kluges Interview, Jörg Dittus' Aufsatz über den Fachwerkbau in Geschichte und Gegenwart oder Carlo Clemens' profunder Aufriß einer konservativen »Wohnraumoffensive« – bei jedem Beitrag »nimmt man etwas mit«, lernt, und wird nicht zuletzt angespornt, über die behandelten Themen weiter nachzudenken.

Besonders hervorzuheben ist dabei ein durchaus unkonventioneller Beitrag aus der Feder Jörg Seidels, den viele Sezession-Leser auch als Blogger »Seidwalk« kennen dürften. Es geht um das gar nicht mal so »grüne« Thema Vegetarismus.

Rein instinktiv: Abneigung, Assoziation mit moralpolitischen Eiferern, Lob des Fleischgenusses? Ja, auch. Aber das sollte nicht daran hindern, den Text unvoreingenommen und aufgeschlossen zu lesen.

Seidels Einstieg sind zwei Bücher: Einmal Peter Singers Werk Animal Liberation, zum anderen Upton Sinclairs The Jungle. Beide behandeln den menschlichen Umgang mit Tieren:

Was für Singer schon Prämisse, war für Sinclair 70 Jahre zuvor noch Konklusion. Er läßt am Ende seines rasanten Romans, in dem er die Massentierhaltung und Fleischverarbeitung im Chicago-Kapitalismus darstellt, einen Mediziner sagen:

»Und dann betrachten Sie neben dieser Tatsache einer unbegrenzten Nahrungsmittelversorgung die jüngste Entdeckung der Physiologen, daß die meisten Erkrankungen des menschlichen Körpers aufs Überfressen zurückgehen! Und auf der anderen Seite wurde nachgewiesen, daß Fleisch kein notwendiges Nahrungsmittel ist; außerdem ist Fleisch offensichtlich schwieriger zu produzieren als pflanzliche Nahrungsmittel, weniger angenehm zuzubereiten und zu handhaben sowie mit höherer Wahrscheinlichkeit verunreinigt. Aber was soll’s, solange es der stärkere Gaumenkitzler ist?«

(Upton Sinclair (2004): The Jungle (Erstveröffentlichung 1906). New York/London (Simon & Schuster), S. 417f.; Übersetzung durch »Die Kehre«)

In diesem zitierten Erfolgsroman sind bereits vor 115 Jahren Hauptargumente für eine vegetarische Lebensweise enthalten, die heute potenziert auftreten und längst breite Gesellschaftsschichten erreicht haben.

Seidel gelingt es auf eine bemerkenswerte Weise, das »menschliche Mitgefühl« ohne moralpolitische Zuspitzung als das zu beschreiben, was es ist: die Empfindung, das Leid eines anderen lebendigen Leibes mit mehr oder weniger Verstand wahrzunehmen und zu reflektieren:

Ein empfindender Mensch kann nicht emotionslos zusehen, wenn tausenden Haien im Akkord die Flossen abgeschnitten werden, wenn Millionen Fische in einem einzigen Treibnetz an Bord riesiger Tanker gespült und industriell in Windeseile verarbeitet werden, wenn ganze Schwärme an Singvögeln sich in Netzen verfangen oder auf Leimruten verenden, wenn Rinder, Schweine oder Schafe mit aller Gewalt in Schlachthäuser getrieben, wenn männliche Küken nach der Geburt vergast werden, wenn hunderttausende Hühner eng an eng unter einem einzigen Dach dahinvegetieren, und vielleicht noch nicht mal, wenn ein einzelner Fisch »verzweifelt« am Haken zappelt …

Seidel stößt dann zum Tötungsproblem vor. Man kennt das aus dem Alltagsgebrauch: »Ich esse nur, was ich auch selbst töten und verarbeiten könnte«, sagte mir mal ein junger rechter Vegetarier (mittlerweile: Veganer).

Der Autor dazu:

Der Schlacht- und Verarbeitungsprozeß wird nur von wenigen Menschen aktiv begleitet, er findet zwar im großen Stil, aber dennoch fast geheim statt. Kein Wunder, daß viele Menschen Ekel und Abscheu empfinden, wenn sie ihm dennoch einmal beiwohnen. Auch Kinder scheinen eine natürliche Abneigung zu spüren. Kurz: Wir fühlen bereits, daß etwas nicht stimmen kann,

was ohne Zweifel in besonderem Maße die zeitgenössische Form der Massentierhaltung, der industriellen Tötung und Verarbeitung anbelangt. Seidel gelingt es, Roger Scrutons Affirmation des Jagens und Schlachtens kritisch einzuordnen, wobei seine Schlußfolgerung, daß ethisches Handeln von tierischer Nahrung, sofern sie nicht tatsächlich zur unmittelbaren Lebenserhaltung notwendig sei, Abstand zu nehmen habe, sicherlich zur Diskussion reizt.

Aber auch wenn man die ethische Komponente beiseite wischt, verbleiben, stellt Seidel dar, ausreichend Argumente für eine fleischlose Ernährung. Das Argument, wonach Fleischkonsum zwingend für den menschlichen Körper sei, verwirft er:

Allein die Tatsache, daß hunderte Millionen Menschen im hinduistischen und buddhistischen Kulturraum seit vielen Jahrhunderten fleischlos leben, sollte genügen, dieses Argument zu widerlegen. Die moderne Wissenschaft komplementiert die Empirie auf überzeugende Art und Weise. Es ist dem Menschen nicht nur möglich, sondern in fast allen Fällen auch bekömmlich, auf tierische Nahrungsquellen zu verzichten. Das im Westen besonders beliebte rote Fleisch von Schwein und Rind gilt sogar als gesundheitlich bedenklich, wenn es regelmäßig genossen wird. Da Fleisch in der Regel erhitzt werden muß, unterliegt es zudem chemischen Veränderungen, die zunehmend als gesundheitsabträglich erkannt werden.

Auch die Wissenschaft empfiehlt mittlerweile eine vornehmlich vegetabilische, gemüseorientierte und oft rohe Kost, um etwa Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, viele Krebsarten, Adipositas, Hypertonie etc. zu verhindern,

wenngleich ich intuitiv zurückschrecke vor Aussagen wie »die Wissenschaft empfiehlt«, da sie auch im ernährungsspezifischen Bereich ganz und gar kein Monolith darzustellen pflegt.

Zweifellos richtig liegt Seidel aber mit dem Hinweis auf diverse

Antibiotika, Hormone, Medikamente, Umweltgifte, die sich im Gewebe der Tiere in geringen Mengen ansammeln,

und

sich bei langjährigem Verzehr auch im Menschen summieren –

mit entsprechenden gesundheitlichen Folgeproblemen.

Seidel untersucht hernach ergiebig biologische, ökonomische, psychologische und umweltrelevante Aspekte des Vegetarismus; sein Zwischenfazit ist schonungslos:

Die Menschheit muß, will sie überleben, wohl weitflächig auf Pflanzennahrung umstellen.

Eine linke, eine grüne, eine linksgrüne Haltung? Nein, meint Seidel:

Die gesamte Ökologiebewegung steht aus ihrem Urimpuls heraus rechts, ist per definitionem konservativ, sie ist ein natürlicher Verbündeter des Vegetarismus.

Wie Jörg Seidel diese These begründet, ob er selbst Vegetarier (oder gar Veganer) ist, und welche Schlüsse er aus seinen vielschichtig angelegten Darlegungen zieht – das sollte jeder Leser selbst in Erfahrung bringen qua vergnüglicher und lehrreicher Lektüre der sechsten Ausgabe der Kehre.

(Einzelheft bestellen bei antaios.de oder abonnieren, vier Hefte pro Jahr, bei der Zeitschrift.)


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (120)

Mitleser2

12. August 2021 16:25

Die Rechte sollte Migration, Familienpolitik und Energieversorgung thematisieren.

Ob ausgerechnet die These, Vegetarismus sei eigentlich rechts, neue Wählerschichten erschließt, scheint mir sehr zweifelhaft. Hört sich eher nach Eigentor an. Man sollte nicht auf die Abschaffung der Currywurst in der VW-Kantine aufspringen.

Volksdeutscher

12. August 2021 16:33

Von unseren Politverbrechern muß man das Allerschlimmste annehmen: daß sie die Zerstörung des deutschen Volkes in wirtschaftlicher, politischer, ethnischer und kultureller Hinsicht absichtlich betreiben. Die sogenannte "Pandemie" ist gleichzeitig Vorwand und Ablenkung, die ihnen dabei gelegen kommt, und sie nutzen diese Gelegenheit schamlos aus. Das Kanzleramt ist der mögliche Synchronisationsort dieser Verschwörung gegen die deutsche Nation. Aber man muß an dieser Stelle auch die AfD schelten: das, was sie bis jetzt getan und so, wie sie es getan hat, reicht nicht (mehr). Wer will schon die spitzfindigen, rethorisch ausgefeilten Analysen Curios oder Höckes und anderer über sich ergehen lassen? Wenn man mich fragt: ich muß gähnen. Erreicht die Zerstörungswut alles Deutschen eine höhere Stufe, muß man die Kampfeslust in Rede und Taten ebenfalls auf eine höhere, aber mindestens auf dieselbe Stufe stellen. Wer möchte schon von Politikern intellektuelle Unterhaltung und wenn sie noch so gut gemacht ist? Denn wenn sie nicht so reagieren, muß man ihnen vorwerfen, daß sie die Konfrontation mit den zerstörerischen Kräften bewußt meiden.

eike

12. August 2021 17:04

Das übervölkerte Deutschland zum Einwanderungsland zu machen - das mit Abstand wahnsinnigste Projekt des letzten Jahrhunderts - wird ja mit dem 'Generationenvertrag' begründet, dessen Notwendigkeit wiederum z.T. mit den Kriegsfolgen.

Selbst, wenn dem so wäre, hätte man in den letzten 75 Jahren Zeit gehabt, auf Kapitaldeckung umzustellen, was den Einwanderungsdruck stark vermindert hätte.

Die BRD mit 50-60 Millionen wäre immer noch ein dichtbesiedeltes Land, aber eines, in dem man sich noch ein Einfamilienhaus leisten könnte.

Den im Artikel positiv kommentierten 'Wettkampf der Bäuche' werden "die schon immer hier Lebenden" jedenfalls verlieren.

 

Volksdeutscher

12. August 2021 17:33

1.

Ich möchte den Satz "denn wenn sie nicht so reagieren, muß man ihnen vorwerfen, daß sie die Konfrontation mit den zerstörerischen Kräften bewußt meiden" aus meinem vorigen Kommentar etwas spezifizieren. Damit ist gemeint: wenn die Politiker der AfD ihre Reden und Taten qualitativ den neuen Herausforderungen nicht anpassen, wenn sie neue Erkenntnisse ignorieren, wenn sie in ihren Aussagen sogar hinter diese zurückfallen, werden sie spürbar von der Wirklichkeit eingeholt und ihre Reden werden fahl klingen. Das ist bereits der Fall. Dann ist aber die dem Verdacht entsprungene Frage, warum sie auf der Stelle treten und die tief eingefahrene Bahn nicht verlassen, berechtigt.

 

Laurenz

12. August 2021 17:37

Naja die Briten wissen genau, daß die Kanal-Inseln schon immer vom Schmuggel leben, heute natürlich vom virtuellen Schmuggel. 

Ich verstehe immer noch nicht, wie man sich das Demographie-Problem einerseits auf's Brot schmieren lassen kann & andererseits überhaupt die Traute hat, solch eine hohle Statistik in die Debatte zu werfen. In 30 Jahren gehören Japan & Deutschland auch ohne Massen-Invasion zu den jüngeren Völkern, ganz einfach deswegen, weil die vielen Alten sterben, also dann TOT sind.

Ok, das ist schon ganz was Neues in einer Zeit, wo man sich angeblich gegen den Tod impfen lassen kann.

@Volksdeutscher

Wenn Ihnen Höcke & Curio nicht passen, dann hier Kickl https://youtu.be/c8HJl4qbFJk

oder hören Sie Sich die vielen Tritschler-Reden an. Ich gehe davon aus, Sie sind einfach nur von Staats-Medien informiert. Abonnieren Sie einfach die vielen AfD-Kanäle.

 

Volksdeutscher

12. August 2021 17:41

2.

Sich ständig den Herausforderungen anderer anzupassen ist freilich ein recht passives Verhalten. Der situative Vorteil einer Oppositionspartei wie der AfD ist jedoch, die regnierende Macht ohne Rücksicht herausfordern, bedrängen und zwingen zu können. Von der gut klingenden, aber hohlen Frase "wir werden sie jagen" ist für heute nichts mehr geblieben. Devaluiert. Im Gegensatz - es wird hübsch und artig analysiert. Wäre ich böse, würde ich mich nicht einmal vor dem böse klingenden, aber in der Sache zutreffenden Wort "klugscheißern" hüten. In diese Kategorie fällt meines Erachtens so Vieles, was z.B. der ehrenwerte Herr Dr. Wizenz von sich gibt. Was er inhaltlich so sagt, fällt hinter die Erkenntnisse zurück, die wir bereits seit langem durch die Aufarbeitung der wissenschaftlich und juristisch Mitwirkenden vom Corona-Untersuchungsausschuß kennenlernen durften. Die AfD traut sich nicht einmal, jene Erkenntnisse und Wissen auch nur in einer Frage verpackt im Bundestag vorzutragen.... Und das soll die Alternative für Deutschland sein? Wäre es ein Witz, würde ich darüber lachen.

Volksdeutscher

12. August 2021 17:48

@Laurenz

Gott segne Sie für Ihre Anmerkung und Ihren Hinweis, aber ich lese, schaue und höre wirklich keine Staatsmedien, sondern nur die Alternativmedien. Es ist nur so, daß Sie und ich dabei zu verschieden Schlußfolgerungen und Erkenntnissen kommen.

Laurenz

12. August 2021 17:51

"Fleischlos"

Auch bei uns lebten 90% der Bevölkerung im Mittelalter bis in die Neuzeit von Getreidegrütze & später Kartoffeln. Das machte aber keiner freiwillig.

In der Tötungsfrage liegen alle veganen Philosophen falsch. Auch Pflanzen müssen meist vor dem Verzehr getötet werden & sind genauso in Massenhaltung mit Giften kontaminiert, wie Tiere auch.

Gerade die vegetarischen Asiaten, die hier ungerechtfertigter Weise in die Argumentation gezogen wurden, wollen alle lieber Fleisch essen, und jeder dort, der es sich leisten kann, tut es. Einfach mal hinfahren & erfahren.

Was die Tierhaltung angeht, so sind die Asiaten noch weniger zimperlich als wir. Denn bei der Tierhaltung stellt sich immer die Frage, wie wir Menschen uns selbst "halten". Wer selbst in Tokio in einem Kaninchenstall lebt, träumt nicht von Eiern von Freilandhühnern.

Solange die veganistischen Idioten nicht das Kernproblem, unsere Überbevölkerung des Planeten angehen, erübrigt sich jede Debatte über Massenhaltung von Tieren & Pflanzen. Wir leben selbst in einer Massenhaltung.

Hajo Blaschke

12. August 2021 18:22

Die Tour mit fleischloser Ernährung gehe ich nicht mit. Fleischlose Ernährung ist über lange Zeiträume nur möglich, wenn man körperliche Einschränkungen in Kauf nimmt. Z.B. Proteinmangel.

Ich erinnere mich immer mit Freude an die früher zweimal im Jahr durchgeführten Schlachtfeste. Es gab dabei natürlich immer ein totes Schwein, das wir aber fast 12 Monate bestens gepflegt hatten. Und die geräucherte Bratwurst entschädigte uns danach für den Verlust des Schweinchens.

Laurenz

12. August 2021 20:29

@Volksdeutscher @L. 

Es gibt genügend Ärzte & sonstige der AfD, die das Corona-Gehabe der Regierungen auf allen Ebenen geißeln. Es gibt natürlich auch Holzköpfe, wie den Kreisvorsitzenden & seine Handlanger (der AfD) hier im Hochtaunuskreis, der/die sich impfen läßt/lassen. Blödheit ist kein Grund für ein Partei-Ausschlußverfahren. Das ist ein Problem, was vor allem die Alt-Parteien betrifft, aber auch die AfD hat hier ihr Scherflein zu tragen.

Von daher verstehe ich nicht, was Sie wollen.

Der Gehenkte

12. August 2021 21:12

Ungarns Kreditprogramm für Kinderwillige funktioniert - ich selbst kenne Paare, die sich ermutigt fühlen, mindestens drei Kinder zu bekommen. Den ersten Kredit von 10 Mio Forint (ca. 30000 Euro) bekommt man schon bei der Absichtserklärung. Voraussetzung ist die regelmäßige Steuereinzahlung, was jene Bevölkerungsgruppe weitgehende ausschließt, die per se im Ø fünf Kinder pro Frau zeugt. Nach dem ersten Kind ist der Kredit zinslos, nach dem dritten wird er erlassen. Nach weiteren Kindern gibt es weitere Unterstützung. Damit kommt ein junges Paar fast automatisch auf die Eigenheimleiter, zumindest im ländlichen Gebiet. Allerdings sind die aktuellen Auswirkungen noch gering, ein Fazit noch nicht möglich. Ob es bezahlbar bleibt ist eine andere Frage. Im Moment rutscht Ungarn in eine bedenkliche Inflation hinein - der Kredit entspricht nur noch 28000 Euro). Auch ist noch vollkommen offen, wie die Wahl im nächsten Jahr ausgehen wird.

Volksdeutscher

13. August 2021 01:13

@Laurenz

Sie wollen nicht verstehen.... Dann sage ich es Ihnen deutlicher: daß die AfD mit ihrer Kritik an der Regierung auf der Stelle tritt, daß ihr Widerstand "just for show" ist und daß sie sich echte Kritik nicht zutraut oder sie nicht will. Was sie auch immer an Kritik vorträgt, ist schwach und fällt hinter bereits bekannte Erkenntnisse zurück: ihre Kritik ist inhaltlich und formal nicht mehr aktuell (in schlechtem Deutsch/Englisch: nicht mehr up to date). Was hindert die Politiker der AfD daran, sich die Erkenntnisse des Corona-Untersuchungsausschusses anzueignen und vorzutragen, sofern es sich dabei um gesicherte Erkenntnisse und Fakten handelt und nicht nur um Annahmen? Warum betreibt die AfD statt dessen ein pompöses Schattenboxen?

RMH

13. August 2021 07:18

Corona hat den steten Tropfen oder besser, den voll aufgedrehten Wasserhahn der andauernden Immigration, perfekt verdeckt (wie es auch sonst so vieles verdeckt hat, wie bspw. Staatsverschuldung, Inflation etc.). Die aktuelle Afghanistan Krise könnte es ein kleines bisschen wieder beleuchten, diesen bewusst in den Schatten gestellten Vorgang. Die AfD sollte versuchen, ihre Kernkompetenz der Migrationskritik wieder stärker zu lancieren.

Was befremdet: Kurz vor einer Wahl wird auch hier immer und immer wieder an der AfD herum genölt, während man ansonsten gerne jeglichen innerparteilichen Zoff als Spalterei und fehlende Geschlossenheit moniert.

Also: Spart Euch das Genöle bis nach der Wahl. Dank Corona sind die liberalen Themen aktuell bei einem Wählerpotential von ca. 25% und davon greift die notorische Umfallerpartei FDP locker 12% ab und wenn der Aiwanger auf Kurs geblieben wäre, hätte er weitere 5-6% holen können.

Die AfD und ihr natürliches Umfeld haben jetzt noch einmal alles zu geben, damit aus ca. 10% , mit Wahlfälschungen dann 8,5 %, wieder 12-13% werden (dazu brauchen sie real fast 15%). Das Ding ist noch nicht verloren.

Benedikt Kaiser

13. August 2021 08:06

Hajo Blaschke

Die Tour mit fleischloser Ernährung gehe ich nicht mit. Fleischlose Ernährung ist über lange Zeiträume nur möglich, wenn man körperliche Einschränkungen in Kauf nimmt. Z.B. Proteinmangel.

Als Fleischesser würde ich hier widersprechen: Es ist hinlänglich bekannt, daß die Proteine aus Erbsen, Bohnen, Käsegerichten und Co. sogar explizit gesünder sind als jene im Fleisch enthaltenen. Bei Veganern fallen Käsesorten weg, dann wird es etwas schwieriger, ja. 

 

Benedikt Kaiser

13. August 2021 08:06

RMH

Die AfD und ihr natürliches Umfeld haben jetzt noch einmal alles zu geben, damit aus ca. 10% , mit Wahlfälschungen dann 8,5 %, wieder 12-13% werden (dazu brauchen sie real fast 15%). Das Ding ist noch nicht verloren.

Wenn man von einem (bundesweiten) Stammwählerpotential von rund 8 Prozent ausgeht, und man als realistisches Minimalziel im September die 10 Prozent anvisiert, ist das am Ende tatsächlich nachrangig ob man 10,5 oder 12,5 holt. Meines Erachtens muß es primär vielmehr darum gehen, die Professionalisierung von Personal, Programm und PR  voranzutreiben und die baldige Post-Meuthen-Partei in ihrer Gesamtheit einheitlicher auszurichten, damit man in eventuellen Krisenschüben direkt als volkspopulistische Partei authentisch und einigermaßen professionell gegen die große Malaise auftreten kann; diese Vorbereitung ist essentieller als die Frage, wie man nun 11,6 statt "nur" 10,6 erreichen kann. 

Der Gehenkte

13. August 2021 08:31

@ Hajo Blaschke

Ich zitiere aus dem Artikel in der "Kehre":

"Oft wird der Fleischverzehr nahrungsphysiologisch gerechtfertigt. Allein die Tatsache, daß hunderte Millionen Menschen im hinduistischen und buddhistischen Kulturraum seit vielen Jahrhunderten fleischlos leben, sollte genügen, dieses Argument zu widerlegen. ..."

Die dortige Argumentation ist keine absolute, sondern eine graduelle. Sie geht davon aus, daß es bessere und schlechtere Varianten gibt. Es ist besser, wenig Fleisch zu essen, als viel. Es ist besser, keines zu essen, als wenig ... Es ist besser, auf Produkte der Massentierhaltung zu verzichten, als nicht. Es ist besser, individuell Geschlachtetes zu essen, als industriell Geschlachtetes. Es ist besser kein Fleisch zu essen, als ...

Wer sich mit Eiweiß oder B12 substituieren oder auf tierische Eiweiße nicht verzichten will, kann das auf andere Art tun, als durch Massentierhaltung. Es wäre z.B. besser, die Proteine aus Insekten, Schnecken, Muscheln, Würmern, Maden zu gewinnen, als aus Rindern und Schweinen etc.

Die Frage Kulturgut (Schlachtfest, Stierkampf o.ä.) vs. Vegetarismus wird auch angeschnitten.

Der Gehenkte

13. August 2021 08:44

@ Laurenz

"In der Tötungsfrage liegen alle veganen Philosophen falsch. Auch Pflanzen müssen meist vor dem Verzehr getötet werden & sind genauso in Massenhaltung mit Giften kontaminiert, wie Tiere auch."

Peter Singer argumentiert präferenzutilitaristisch. Demnach ist die Frage nach der Schmerzempfindsamkeit maßgeblich. Wie stark kann ein Lebewesen seine Präferenzen - Schmerzvermeidung - kenntlich machen, wie stark kann es Schmerz empfinden, gegen seine eigene Tötung reflektierend einschreiten, Angst haben. Man kann davon ausgehen, daß eine Kuh oder ein Schwein mehr unter seinem Tod/Schmerz leidet, als eine Weizenpflanze. Das Gift akkumuliert sich im Endverbraucher.

Frage: Auf welche "veganen Philosophen" beziehen Sie sich?

Ein Unrecht läßt sich nicht dadurch rechtfertigen, daß andere noch unrechter handeln. Weil "Asiaten" angeblich grausamer sind, müssen wir nicht grausam sein. Haben Sie schon mal gesehen, wie "Spanier" oder "Rumänen" mit Hunden umgehen? Auch "wollen" nicht alle "vegetarischen Asiaten" Fleisch essen, sondern vornehmlich jene, die wohlstandsverlumpt und religionslos geworden sind ... Buddhismus und Hinduismus haben Hochkulturen hervorgebracht, weitgehend ohne Fleischnahrung.

RMH

13. August 2021 09:01

@B.K.

Grundätzlich richtig.

Ich halte es aber aktuell, wenige Wochen vor der Wahl, für eminent wichtig, dass die AfD mit einem guten Wahlergebnis vom Mem, "die sind auf dem absteigenden Ast", wegkommen. Damit hat man dann eine gute Basis für alles weitere. Jetzt sollte man kurze Zeit sich vorbehaltlos hinter die AfD stellen, was besseres mit Chance auf Parlamentseinzug haben wir nicht.

PS: @all,

Ist schon jemandem die frappierende Ähnlichkeit der aktuellen SPD Wahlplakate mit den 1984, Ingsoz, Big Brother etc. Plakaten, wie wir sie aus Filmen und Büchern kennen, aufgefallen?

Mitleser2

13. August 2021 09:06

Die AFD wird erstmal Oppositionspartei bleiben. Da kann sie sich ohne Meuthen neu aufstellen (ist das denn sicher?) Die Frage ist eher: Kommt CDU/SPD/FDP, oder eine Regierungsbeteiligung der Grünen? Was ist für die Rechte taktisch besser, eine "moderate" Regierung, oder eine mit Einschluß der Grün-Stalinisten? (BK mag den Begriff nicht, ich bleibe dabei, es sind Stalinisten)

Benedikt Kaiser

13. August 2021 09:56

Mitleser2

13. August 2021 09:06

Was ist für die Rechte taktisch besser, eine "moderate" Regierung, oder eine mit Einschluß der Grün-Stalinisten? (BK mag den Begriff nicht, ich bleibe dabei, es sind Stalinisten)

Ob ich den Begriff mag oder nicht, ist ja völlig irrelevant; Fakt ist halt, daß er einfach grotesk verwendet wird. Stalin und seine subordinierten Stalinisten waren nach heutigen Maßstäben (u.a.): »kollektivistisch, homophob, xenophob, heteronormativ, ultranationalistisch«, ja sogar »antisemitisch« und was weiß ich noch mehr. Was davon trifft auf die Grünen zu? Eben. 

 

Volksdeutscher

13. August 2021 10:00

@Der Gehenkte

Im Moment komme ich nicht dazu, aber wenn bis Sonntag kein "Badeschluß" ist, werde ich Ihnen und allen interessierten Kommentatoren ein Fördergeldprogramm für Familien vorstellen, das das beste von allen ist, das ich kenne. Daneben ist das Förderprogram von der Fidesz eine Lächerlichkeit. Um die Spannung zu mildern: es handelt sich dabei um das Fördergeldprogramm für Familien nebst Rentenversicherung aus dem Programm der alten nationalkonservativen Jobbik (d.h. bevor sie sich gespalten hat).

Gustav

13. August 2021 10:07

@ Mitleser2

"Die Rechte sollte Migration, Familienpolitik und Energieversorgung thematisieren."

Nö, wir Deutsche sollten unsere Politiker nach Afghanistan exportieren...

Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.

Antoine de Saint-Exupéry

RMH

13. August 2021 10:26

Beim Thema Ernährung treffen gerne mechanistische/materialistische Anschauungen auf animistische und vereinigen sich, obwohl eigentlich sich ausschließend. Derjenige, der den Körper wie eine Maschine ansieht, der will vermeintlich "gute" Treib- und Betriebsstoffe, denn gut geschmiert, läuft die Maschine besser. Der Animist denkt, er können sich mit der Nahrungsaufnahme auch noch irgendwelche Kräfte und Eigenschaften aneignen. Erstaunlicherweise ist letzteres trotz allem Materialismus und Kommunismus in China noch weitverbreiteter Glaube. Man nimmt ein Pülverchen vom Horn des Nashorns und glaubt, danach steht er einem besser etc. - ich vermute, die halbe sog. "TCM" basiert auf solchen Vorstellungen.

Von beiden Neigungen sollte man sich trennen. Der Magen löst verdammt viel auf und nur, was die Säure des Magen übersteht, kann noch etwas im Körper anstellen. Vegetarismus und rechts bringt einen schnell in den Verdacht des esoterischen Hitlerismus - dennoch sollte man ihn nur deswegen nicht ablehnen. Am Ende ist eine individuelle Entscheidung. Sinnlos und ohne Nachdenken etwas ins sich nur wegen Appetits hineinstopfen, kann es in einer Gesellschaft, die zumindest hier noch ein Stück weit wählen kann, lagerübergreifend sicher nicht sein. Nur missionarisch würde ich nicht vorgehen wollen.

RMH

13. August 2021 10:34

@Mitleser2,

aus oppositioneller Sicht ist das meiste ohnehin Jacke wie Hose. Ich persönlich würde mich am meisten darüber freuen, wenn es der AfD in den sog. "neuen Ländern" wieder einmal gelänge, der Linken (ex SED), den Rang als Volks- und mitteldeutsche Identitätspartei abzulaufen bzw. diesen Trend schön zu konsolidieren. 

Die Grünen (Trotzkisten und Maoisten) dürfen gerne wieder mit in Regierungsverantwortung. Wenn dann wieder Hartz-IV und Bomben auf Belgrad dabei heraus kommen, wunderbar (die aktuellen Wähler erscheinen mir ziemlich vergesslich zu sein).

Aktuell wird der angeblich so ruhige, gelassene Herr Scholz massiv nach vorne gepuscht, was bei den Trends der letzten Landtagwahlen zur Wahl von vermeintlichen "Landesvätern (und Müttern)" bedenklich stimmt.

Der_Juergen

13. August 2021 10:53

Frage an die Ungarn-Kenner (Kaiser, Gehenkter, Volksdeutscher):

Warum macht Orban den Covid-Irrsinn stramm mit? Dies beweist für mich klar, dass er zum Klub gehört. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass die vielen positiven Aspekte seiner Poliik, namentlich auf den Gebieten Einwanderung und Familie, nur taktische Winkelzüge sind. Wenn sich sogar das ultraliberale Schweden einen abweichenden Kurs in der Corona-Frage leisten kann, weshalb denn nicht auch Ungarn?

 

Gustav

13. August 2021 11:31

@ Der_Juergen

Orban und Ungarn gehören zu dem Einflußbereich Chinas und Israels. Die Zusammenarbeit findet auf allen Gebieten statt. Die Trasse Belgrad-Budapest gehört zum  Seidenstraßenprojekt und wurde mit chinesischen Finanzmitteln fertiggestellt. Die westlichen und östlichen Oligarchen arbeiten in Ungarn aber auch zusammen. In den letzten drei Jahren ist wahnsinnig viel Technik samt Firmen aus dem Westen hier angesiedelt worden. Infrastrukturprojekte in Tat und Planung soweit die Augen reichen. Die nationalsozialistische Politik Chinas wird auch in Ungarn umgesetzt, es findet eine klare Abgrenzung zum Westen statt, der ganz offentsichtlich  zum Abwracken bestimmt worden ist.

Die alten Seilschaften der Oligarchen des Kommunismus sind noch sehr lebendig.

Das Sozialkredit-Punktesystems Chinas wird hier in seinen Anfängen sehr schlau eingeführt. Fahrzeugführer können sich mit einer App überwachen lassen, ob sie die Verkehrsregeln einhalten. Dafür gibt es Bonuspunkte, z.B. verbilligte Eintrittskarten usw. Alles ist ziemlich hoffnungslos, aber leben kann man bis jetzt natürlich viel besser hier, als im Westen.

Laurenz

13. August 2021 11:52

@Nahrungs-Debattierenden

Manche Asiaten unterstellen ihre Ernährung religiösen Vorstellungen, wie auch die Semiten, Juden oder Moslems. Diese Debatte wurde schon unter den frühen Christen geführt. Darf man heidnische Opfertiere essen oder nicht. Die Aussage, daß Asiaten freiwillig weniger Fleisch essen, ist durch nichts unterlegt, eine völlig obskure Behauptung. Asiaten fahren statt Fahrrad auch Moped & statt Moped auch Auto. Das ist rein eine Wohlstands-Frage & nicht eine Frage irgendeiner hanebüchenen Überzeugung. Die Missionare sollten hier einfach mal runter kommen. Der peinliche Versuch an unserer Überbevölkerung in der Debatte (christlich) vorbeizukommen, hat am Ende keine Daseinsberechtigung.

Die Japaner stellten einst die ältesten Menschen, aber auch nur dann, wenn sie statt Hirse, Reis & Salzwasser-Fisch zu essen bekamen, was aber bei der Masse an Menschen heute nicht mehr darstellbar ist. Die einzige Pflanze die genügend Eiweiß produziert, ist die Soja-Bohne. Im Vergleich zu derer Anbaumethoden, lebt jede Sau noch wie ein Fürst. Was das Schmerzempfinden angeht, so ist die Debatte eine egozentrische, man könnte auch sagen, eine identifizierende. Tiere stehen uns als Säugetiere einfach näher, was impliziert, hier geht es nur um projiziertes Selbstmitleid. Pflanzen warnen sich vor Angriffen & ihr Lebenswillen steht unserem in keiner Weise nach.

Laurenz

13. August 2021 12:06

@AfD-Debattierende

"Die Meuthen-Frage"

ist keine. Das liberale Potenzial wird von RMH zu hoch angesetzt. Hier ist der Wunsch nur Vater des Gedankens. Die Mehrheit der AfD-Wähler ist nicht liberal & wählt, trotz Meuthen, AfD. Mit Meuthen führt kein Weg in irgendeine Zukunft. Bei der Gestaltung unserer näheren Zukunft, geht es nicht um Überzeugungen, egal wo diese verortet sein wollen. Das haben auch hier die Holzköpfe, wie Tearjerker, einfach nicht begriffen & werden es wohl auch niemals begreifen. & ich komme hier auch an der Beleidigung nicht vorbei. Diese Mit-Foristen, wie die meisten unserer Mitbürger müssen durch uns Denkende im Denken mit betreut werden. Es geht vordergründig um die Erlangung von Gestaltungsspielraum, also um die Erlangung von Macht. Dem sind Überzeugungen unterzuordnen. Und da müssen wir auch für Monika & Limes mitdenken & überlegen, was wir dem Kapital anbieten können, da auch wir an diesem nicht vorbeikommen. Das wurde wohl noch nicht wirklich in Angriff genommen & ist auch nicht so einfach, wenn wir zB mit der Pharma-Lobby keine oder andere Geschäfte als üblich machen wollen.

Laurenz

13. August 2021 12:16

@BK

Der Begriff des Stalinismus ist natürlich aus der Zeit gefallen. Aber das ist der Begriff des Faschismus auch. Das ist ähnlich den antiquierten Religionen. Das haben die Pseudo-Grünen begriffen & gestalten neue Rahmenbegriffe, auch wenn Hofreiter alte Framings noch gerne benutzt. Noch funktioniert es, wenn Curio den Hofkriecher im Reichstag provoziert. Und hier muß ich Mitleser2 etwas beispringen. Was sind denn die Pseudo-Grünen nun? Sie sind auf jeden Fall Rassisten, anti-germanisch vordergründig & anti-humanistisch im weiteren Sinne. Die türkische Putze ist eben billiger als eine deutsche oder polnische. Und natürlich ist der Machtanspruch der Pseudo-Grünen globalistisch, weltrevolutionär, totalitär. Und wenn Stalin grundsätzlich alle verfolgte, so verfolgen die Pseudo-Grünen zumindest Mehrheiten, um über diese elitär zu herrschen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Nennen Sie uns doch bitte einen schlagkräftigen Begriff, mit dem wir diese Figuren klassifizieren können.

heinrichbrueck

13. August 2021 12:25

Zuwanderungszahlen.  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/28347/umfrage/zuwanderung-nach-deutschland/ Rot-Grün im Vergleich. Mit Stalinisten und Hitleristen im Hinterkopf, werden die Bewertungsfaktoren etwas komisch. 

Franz Bettinger

13. August 2021 12:59

Anekdote @Vegetarier und ihre Defizite

„Serotonin beeinflusst unsere Stimmung, den Schlaf, ja das ganze menschliche Verhalten. Chemisch ist S mit der Hippie-Droge LSD verwandt; es wird aus Tryptophan gebildet, einer essentiellen Aminosäure, die in Pflanzen kaum vorkommt.“ Die Oberärztin sah zur Seite; sie war bekannt dafür, ihre jungen Assistenzärzte vor versammelter Mannschaft zu prüfen, bloßzustellen und mit witzigem Zynismus fertig zu machen. „Herr Sowieso, was sind essentielle Aminosäuren?“ 

ff (Irgendetwas stimmt nicht mit den 1500 Zeichen)

Franz Bettinger

13. August 2021 13:00

ff

„Das sind Aminosäuren, die heterotrophe Organismen wie der Mensch zum Überleben brauchen und die durch die Nahrung zugeführt werden müssen, weil der Mensch sie nicht selbst herstellen kann.“ „Da hat ja mal jemand seine Hausaufgaben gemacht. Gut, und warum nennt man sie essentiell?“ „Weil sie fürs Überleben wesentlich sind. Wenn sie in der Nahrung nicht ausreichend vorkommen, wird man krank und kann am Ende nicht überleben.“ „Wer hat das Ende schon je überlebt, Herr Stationsarzt?“ Die OÄ landete einen Lacher. „Wie viele gibt es?“ Sie meinte essentielle AS. „20?“ Er lag richtig. „Essentielle?“ „20 insgesamt. Alle Aminosäuren zusammen genommen.“ „Ich fragte nach der Zahl der essentiellen.“ „8?“ „Nein. 10!“ sagte die OÄ. „Denn es gibt außerdem 2, die nur in bestimmten Situationen mit der Nahrung aufgenommen werden müssen und die daher als halb-essentiell bezeichnet werden. Was meine ich, Sowieso? Welche Lebenslagen?“
„Stress, Sport, Krankheit und beim Heranwachsen? Meinen Sie das?“ „Ich stelle die Fragen, aber es stimmt. Serotonin kommt kaum nennenswert in Pflanzen vor. Besonders unsere Kranken sind darauf angewiesen. Daraus ergibt sich?“ Franz antwortete mit einer Gegenfrage. „Dass Vegetarier depressiv sind?“ Er erzeugte eine Stockung bei seiner OÄ, aber es war eine ernst gemeinte Frage. Sie konnte sie nicht übergehen. ff

Franz Bettinger

13. August 2021 13:01

ff

„Stress, Sport, Krankheit und beim Heranwachsen? Meinen Sie das?“ „Ich stelle die Fragen, aber es stimmt. Serotonin kommt kaum nennenswert in Pflanzen vor. Besonders unsere Kranken sind darauf angewiesen. Daraus ergibt sich?“ Franz antwortete mit einer Gegenfrage. „Dass Vegetarier depressiv sind?“ Er erzeugte eine Stockung bei seiner OÄ, aber es war eine ernst gemeinte Frage. Sie konnte sie nicht übergehen.

„Vegetarier sind noch viel grundsätzlicher krank!“ sagte die OÄ. Sie war offenbar angetan davon, in dem Neuen einen würdigen Sparrings-Partner gefunden zu haben, der dumm genug war, eigene Gedanken zu formulieren, die den ihren widersprachen, und den sie nach Herzenslust coram publico blamieren konnte. „Veganer und Vegetarier sind nicht nur depressiv, sie sind auch alibidinös, unterernährt, verletzlich, reizbar, blutarm und neigen zu Sonnenbrand.“ ff

kikl

13. August 2021 13:02

Es wird spannend zu beobachten sein, wie man aus Corona-Risikogebieten einreisende Deutsche ohne negativem Corona-Test die Einreise verwehrt, während man die "Flüchtlinge" ungetestet durchwinkt. Diese Dreistigkeit ist diesem System durchaus zuzutrauen. 

Franz Bettinger

13. August 2021 13:02

ff

„Sonnenbrand?“ „So ist es, Sowieso. Sagen Sie, quatschen Sie eigentlich dauernd dazwischen, und ist das eigentlich ihr richtiger Name?“ Sie erwartete keine Antwort, aber Lacher, die sie auch reichlich bekam. Die OÄ war ganz anders als der Chefarzt. Sie war nicht wirklich neugierig, schon gar nicht auf Assistenzärzte. Sie war wer, stellte was dar, zeigte es, und sie wollte dafür bewundert werden. Ehrfürchtiges Schweigen war das Mindeste, die übliche Gunst, die man ihr zu erweisen hatte. Dass Franz bereits mehrere Jahre Arzt war, wenn auch nicht in der Psychiatrie, das interessierte nicht.

„Ja Sonnenbrand. Tryptophan ist unter anderem eine Vorstufe des Melatonins,“ fuhr die OÄ fort: „Veganer leiden einen Mangel an essentiellen AS und außerdem an Eisen und an den Vitaminen B6, B12, D, A, K und E. Wahrscheinlich fehlt denen noch viel mehr im Oberstübchen. Wenn sie wenigstens Eier vertilgen würden.“ Die Assistenzärzte lächelten, manche lachten auch, sogar die Veganer unter den Studenten, die in der Traube mitzogen, ein unterwürfiges Publikum. Die Schwestern lachten nicht. Sie hofften, die Visite würde bald zu Ende sein. 

Franz Bettinger

13. August 2021 13:31

@Gehenkter: Wenn Gott uns Menschen Reißzähne gegeben hat, dann wollte er, dass wir Tiere reißen. Wenn er Raubtiere erschuf (obwohl die in der Genesis gar nicht vorkommen, dort kommen nur Pflanzenfresser vor), dann wollte er, dass Tiere gegessen werden. Wie kommt man dazu, hier von Unrecht zu sprechen? Hat Gott unrecht?

Mitleser2

13. August 2021 13:40

@Gustav: "...wir Deutsche sollten unsere Politiker nach Afghanistan exportieren..."

Was hat das mit Wegen zu tun, die noch niemand ging? Die Wege sollten dann wenigstens realistisch sein. Was sollen also solche Vorschläge bringen? Natürlich ist es derzeit schwierig, noch umsonst schrieb GK "Schulterzucken und Müdigkeit: Das stellen wir bei unseren Autoren insgesamt fest." Es ist leider abzusehen, dass es erst noch schlechter werden muss, bevor es besser werden kann.

@BK: "Stalinismus". Es geht doch nicht darum, was Stalin tatsächlich war, sondern um Assoziationen. Die Grünen/FFF etc. würden, wenn sie denn wirklich könnten, agieren wie Mao und Stalin. Was wäre denn die geforderte Deinustrialisierung anders als Maos Großer Sprung?

Der_Juergen

13. August 2021 14:03

@Gustav

Danke fürden Hinweis auf die enge Kooperation Ungarns mit China und Israel, aber mir erschliesst sich der Zusammenhang mit dem Corona-Terror in Ungarn nicht. Haben die Chinesen und die Israelis von Orban verlangt, sein Volk abzuspritzen? Wenn ja,weshalb?

Benedikt Kaiser

13. August 2021 14:06

Da haben wir es doch schon alleine: Deindustrialisierung. Stalin war Industrialisierungsfanatiker.

Grüne sind: Linksliberale Missionare, Multikulturalisten, besonders extreme Globalisten, grün ummantelte Links-Kapitalisten, Vaterlandsverächter, volksgegnerisch und vieles vieles mehr (selbst über trotzkistische Einflüsse läßt sich streiten), aber eben keine Sozialisten/Stalinisten/Faschisten/Grüne Nazis und sonst welcher ahistorischer Unfug, der heute noch so zur Dämonisierung verwendet wird. 

AmazonBesteller

13. August 2021 14:18

@ Franz Bettinger

Danke für Ihre ja doch persönlichen Geschichten. Ich lese die sehr gerne. Erstens sind sie unterhaltsam geschrieben und zweitens sind ihre Anmerkungen aus der Erzählerperspektive recht erleuchtend. Kleine Weisheiten, die man unabhängig vom eigenen Beruf kennt. Nur leider kann man sich selbst nicht beobachten und so bleibt man tumb.

Bitte mehr davon.

 

Ein gebuertiger Hesse

13. August 2021 15:03

@ Benedikt Kaiser

"Grüne sind: Linksliberale Missionare, Multikulturalisten, besonders extreme Globalisten, grün ummantelte Links-Kapitalisten, Vaterlandsverächter, volksgegnerisch und vieles vieles mehr (selbst über trotzkistische Einflüsse läßt sich streiten), aber eben keine Sozialisten/Stalinisten/Faschisten/Grüne Nazis und sonst welcher ahistorischer Unfug, der heute noch so zur Dämonisierung verwendet wird."

Aber erstgenannte Begriffe knallen halt nicht so probat wie letztere (und eigentlich überhaupt nicht). Solange sich unser Seite keine besseren Schmähworte einfallen läßt, die nicht nur inhaltlich stimmen, sondern auch provokative Stiche setzen, die den anderen wehtun, wird man die aus schlechter Umerziehungstradition stammenden Begriffe wohl weiter bemühen. 

Mitleser2

13. August 2021 15:08

@BK: Dann lassen wir eben Stalin weg. Wieso sprechen Sie aber von "Dämonisierung der Grünen"? Diese Dämonisierung ist doch völlig berechtigt. Die Grünen wollen eine andere Welt. Ich will die nicht.

Benedikt Kaiser

13. August 2021 15:16

Natürlich ist Dämonisierung angebracht und legitim. Nur eben nicht mit sinnfreien Begriffen. 

Mitleser2

13. August 2021 17:50

Afghanistan aktuell - kompletter Zusammenbruch:

https://www.politico.eu/article/afghanistan-crisis-war-taliban-europe-problem/

Vielleicht passiert eine Explosion der Migration schon was vor der Wahl im September? Ob's der AFD bei der indoktrinierten Bevölkerung hilft, ist natürlich offen.

Lucius de Geer

13. August 2021 18:19

Vegetarismus natürlich, nun ja….

https://edubily.de/evolution/der-mensch-ist-ein-karnivore/

Eo

13. August 2021 18:47

 

@ Benedikt Kaiser  13. August 2021 14:06

Grüne sind: Linksliberale Missionare, Multikulturalisten, besonders extreme Globalisten, grün ummantelte Links-Kapitalisten, Vaterlandsverächter, ...

 

            . : | : .

Valleicht sollten wir alle
einmal hier sammeln, wie man diese GrünInnen, die zumindest indirekt so lang schon die politische Marschrichtung vorgeben, am besten definieren, titulieren, adressieren oder sonstwie knapp und knackig in ihrem verderblichen  Wirken auf den Punkt bringen könnte.

Hier mal meine Kurzfassung:
Hochgefährliche Vollidiologinnen und brandgefährliche Vollidiologen mit antideutschem Sendungsbewußtsein und von eim ausgeprägt totalitären wie missionärrischen Eifer getragen -- kurzum schräge und nur zu oft knalligbunte und fette Sumpfblüten der Dekadenz.

Alles in allen also
Offiziere der Fremdsteuerung, Zyniker der Macht und somit Erfüllungsgehilfen und Nutznießer in einem, sowie in der Masse linksalternativ verstrahlte und ebenso sozialisierte Mitläufer und Rinnen, die den größten Teil der grünen bunten Multikulti-, Klima- und EineWelt-Parolen auch noch glauben und sich auf der guten, der richtigen Seite zu stehen wähnen.

 

 

 

 

 

 

 

heinrichbrueck

13. August 2021 19:32

Die Grünen sind Demokraten. Sie wollen eine demokratische Welt. Im Bundestagswahlprogramm das Wort Demokrat in Suchfunktion eingeben (105). Klima (285). Mensch (397). Die Grünen entscheiden nicht, sie kündigen an (fordern). Und wenn die Grünen Opposition spielen, übernehmen die gewählten Koalitionen. Eine große demokratische Parteienfamilie. 

Laurenz

13. August 2021 19:53

"Grüne Stalinisten"

In die heutige Zeit übersetzt sind Pseudo-Grüne totalitär. Wer will sich schon vorschreiben lassen, ein Lagerfeuer anzuzünden oder nicht. Die Frauen, die meinen wegen des Klimaschutzes keine Kinder bekommen zu müssen, brauchen auch keine, die sollten am besten Suizid begehen. Damit ist in ihrem Sinne dem Klima am meisten gedient. Diese Auswüchse sind vielleicht stalinistisch im industriellen Sinne, aber im mordenden Komplex. Für Mao oder Kim interessiert sich heute keine Sau mehr & auch die Nationalsozialisten sind weitestgehend ausgelutscht. Viel spannender wäre es vielleicht Obama aus der Kiste zu holen, aber ich weiß es nicht. Diesen Massenmörder hat man immerhin auf den evangelischen Kirchentag eingeladen. Ich frag mich, wie damit 20 Mio. Mitglieder in Deutschland klarkommen.

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Mitleser2

13. August 2021 20:45

Monika Herrmann (Grüne) - Bürgermeisterin Xhain aka Friedrichshain-Kreuzberg: "60 Jahre Mauerbau - die Folge eines faschistischen, kriegerischen und mörderischen Deutschlands."

Aber Die Grünen sind keine Stalinisten ...

Mir fehlt echt, was das mit "Linksliberale Missionare, Multikulturalisten, besonders extreme Globalisten, grün ummantelte Links-Kapitalisten, Vaterlandsverächter, volksgegnerisch, ..." zu tun hat. Oder reicht Vaterlandsverächter, volksgegnerisch dafür?

herbstlicht

13. August 2021 21:07

»ökologisch-rechte Standpunkte«, »Ökologiebewegung«

Was soll das hier überhaupt bedeuten?  Der Vater hat mir schon vor 60 Jahren erklärt, was Ökologie --- im Sinne von Ernst Haeckel --- bedeutet; umgangssprachlich war das Wort damals unbekannt.  Heute wird es meist für vage, dumme, Friede-Freude-Eierkuchen-Im_Einklang_mit_der_Natur Vorstellungen verwendet, wie ich meine.  Genauso dumm, wie man damals Naturschützer bestenfalls für bedauernswerte Zurückgebliebene hielt --- Fortschritt!

Als änlich dumm --- und ebenso Vokabel des Feindes --- sehe ich übrigens "Umweltschutz"; hierzu eine Anekdote:  gehörte in den Siebzigern einer "Truppe" an, welche sich dem Schutz der letzten wenigen Dutzend Brutpaaren des Wanderfalken in der BRD widmete; bedroht waren diese insbesondere durch menschliche Horsträuber.  Einmal war meine Wachablösung zum Wochenende --- ein etwas g'schaftiger Rheinländer, wenn ich recht erinnere --- bereits angereist und einer der Chefs inspizierte Horst (per Fernrohr) und Bewachung.

f

 

herbstlicht

13. August 2021 21:09

Der Rheinländer hatte ein Plakat seiner "Ortsgruppe" ausgebreitet: "Umweltschutz ist Menschenschutz"; das Wort U. war da gerade allgemein bekannt geworden.  Kommentiert der Chef: "Also, was treiben wir hier?  Umweltschutz, Menschenschutz, Naturschutz?  Wenn ich in's Bordell gehe, dann besteht meine Umwelt aus den Sofas und den Mädchen --- war noch nicht dort, stelle mir das halt so vor --- soll ich diese Umwelt schützen?"

Wo der Mensch in größerer Anzahl auftritt, hat dies schwere Folgen für viele andere Arten; häufig vernichtende.  "ökologisch-rechte Standpunkte" sollte wohl heißen, daß man auf Basis von Naturwissenschaften, Technik und Sozialwissenschaften überlegt, welchen Naturschutz man sich hier und jetzt leisten will und kann.

 

limes

13. August 2021 22:04

@ herbstlicht

Ihre Abneigung gegen den Begriff »Umweltschutz« glaube ich zu verstehen. Die grünen »Klima-« und »Umweltschützer« stehen für die Zerstörung der Natur.

Politik im Sinne der Klimalobby zerstört die Natur und verwandelt unsere schöne Landschaft mit Windkraft- und Solarwüsten in eine Ökoindustrie-Brache. Ganz zu schweigen vom Tod von Millionen Vögeln und Fledermäusen und der tonnenweisen Vernichtung von Insekten durch Windkraftanlagen.

Um dies zu bemänteln, bindet man gutgläubige Menschen in Projekte zum Insektenschutz ein, mit denen ein paar Bienchen hier und ein paar Käfern dort geholfen wird. Wenn andererseits aber im großen Stil Insekten vernichtet werden, so wird das bei fortgesetzter »grüner« Politik früher oder später Hungersnöte verursachen. Denn ohne bestäubende Insekten ist kein menschliches Leben auf der Erde möglich.

@ Laurenz

Auch wenn ich mich nicht zu Wort melde, versuche ich mitzudenken 😊

Nath

13. August 2021 22:11

@Franz Bettinger

"Wenn Gott uns Menschen Reißzähne gegeben hat, dann wollte er, dass wir Tiere reißen. Wenn er Raubtiere erschuf (obwohl die in der Genesis gar nicht vorkommen, dort kommen nur Pflanzenfresser vor), dann wollte er, dass Tiere gegessen werden. Wie kommt man dazu, hier von Unrecht zu sprechen?"

Um mit Loriot, besser gesagt, mit Herrn Müller-Lüdenscheid zu antworten: "Das ist Ihre ganz persönliche Meinung, aber man wird ja wohl noch anderer Auffassung sein dürfen."

Als jemand, der seit seinem 18.Lebensjahr vegetarisch lebt, ohne unter Depressionen zu leiden, erlaube ich mir, auf das Raubtier Boris Becker, den mehrfachen Wibledon-Sieger, hinzuweisen, der sich als Spitzensportler des Fleischkonsums enthielt und dennoch kaum unter Blutarmut gelitten haben dürfte. Außerdem möchte ich Sie auf seriöse Studien verweisen, die Vegetariern eine eindeutig höhere Lebenserwartung bescheinigen. Dennoch lägen Sie falsch, wenn Sie bei mir auch nur eine Spur von moralischem Sendungsbewusstsein vermuten würden, Wer sich als Huhn oder Schwein inkarniert, muss - kosmischer Ethos hin oder her - auf Unannehmlichkeiten gefasst sein.

Ich schätze Ihre Beiträge normalerweise sehr, aber hier haben Sie, wir mir scheint, doch etwas zu sehr in die Klischee-Kiste gegriffen, - Wie hieß er doch gleich, der war auch Vegetarier?  Komme jetzt nicht auf den Namen, der hat auch Autobahnen gebaut.

Der Gehenkte

13. August 2021 22:18

@ Der_Jürgen

"Warum macht Orban den Covid-Irrsinn stramm mit? Dies beweist für mich klar, dass er zum Klub gehört. "

Ihre Frage ist - so, wie sie gestellt ist - ja nur eine rhetorische: sie enthält die von Ihnen intendierte Antwort bereits. Nämlich daß es sich um "Irrsinn" und um einen "Klub" handelt.

Covid ist aber real und gerade Ungarn leidet unter einer überproportionalen Sterberate. Die Gründe dafür, konnte mir noch niemand sagen - vielleicht liegt es am relativ schwachen Gesundheitssystem? Immerhin haben die Ungarn zu Beginn fleißig gespritzt und auch russisches und chinesisches Material ... was sich jetzt als Problem herausstellt.

Den Klub, den Sie sich vorstellen, den gibt es vielleicht nicht. Orbán ist Machtpolitiker, hochbegabt in dieser Hinsicht. Seine Ungarn zu schützen und den Erfolg politisch umzumünzen war ihm wichtig. Die Zahlen sind nun leider so, daß die Opposition den Umgang mit Covid als Scheitern interpretieren kann.

Auch Orbáns Annäherung an China halte ich für machtbegründet als eine direkte Reaktion auf die Entfremdung zur EU. Im Covid-Fieber konnte er so als Macher auftreten.

 

Hajo Blaschke

13. August 2021 23:15

Meiner Meinung nach gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem in verschiedenen Ethnogruppen im Laufe ihrer Entwicklung entwickelten IQ, der für das Überleben in unwirtlichen Gegenden notwendig war und dem Verzehr von Schweinefleisch. Japaner, Chinesen, Koreaner mit dem höchsten durchschnittlichem IQ (105) und Europäer (100) sind Schweinefleischfresser. Schweinefleisch ist im Gegensatz zu Rindfleisch wesentlich energiereicher und vom menschlichen Verdauungssystem besser verwertbar als Rindfleisch. Das ist ein unbestreitbarer Fakt. Und daran ändern weder vegetarische noch vegane Ernährungsideologien.

Gracchus

14. August 2021 00:01

Nanu, dachte, es sei Sommer- und Sendepause. 

Vegetarismus: Ich sehe weniger im Fleischessen das Problem als in der Massentierhaltung - die sollte schnellstmöglich verboten werden. Als Animist stimme ich Laurenz zu: Auch Pflanzen sind Lebewesen. Also dankbar sein, dass sich Tiere und Pflanzen opfern. 

Grüne Stalinisten: kommt auf das tertium comparationis an - und das liegt darin, wie @Laurenz sagt, dass die Grünen totalitäre Gelüste haben. Sie sind vor allem charakterlos und korrupt. Schamlos. Verlogen. Doppelzüngig. 

Franz Bettinger

14. August 2021 01:21

@Lucius schreibt: "Die Hadza (Menschen mit den ältesten Genen) antworten auf die Frage, was die wichtigste Sache im Leben sei, plump: 'Fleisch + Jagen. Wir Menschen brauchen Fleisch um glücklich zu sein'." Das ist eine nette Bestätigung und erinnert mich stark an jene ungeliebte, aber informative Oberärztin, die (in Übereinstimmung mit der Wissenschaft auch von heute) meinte: "Fleisch = Serotonin = Glück bzw. Glücks-Droge.“ Anders: „Der Mensch kann vielleicht (denn das ist umstritten) ganz ohne Fleisch auskommen, aber er ist unglücklich dabei. Mit Fleisch lebt es sich viel gesünder und lebendiger. - Nebenbei: Es ist eine gute alte Tradition und es wird medizinisch gerechtfertigt (denn "Fleisch motiviert, es macht aggressiv + potent"), der deutschen Fußball-National-Mannschaft vor jedem Spiel Steaks zu servieren. Übrigens gibt es bei Pflanzen und Tieren Eiweiße (Proteine), aber alle werden bei der Verdauung in ihre Bestandteile zerlegt, eben in jene 20 Aminosäuren, und als solche Kleinmoleküle (nicht als Makromoleküle) durch die Darmwand zur Pfortader und von dort zur Leber geschleust. Auf die Aminosäuren kommt es an, nicht auf "Proteine".

ALD

14. August 2021 01:26

"Menschen" vom hannoverschen Sprechgesangsartisten Nedal bringt das Problem der Massentierhaltung radikal auf den Punkt. (Freigegeben ab 18 J.)

eike

14. August 2021 02:28

Ich weiß nicht, ob's am Alter der Kommentatoren liegt, daß beim Thema Einwanderungsmisere, Vegetarier- und andere Schwänke zum Besten gegeben werden und gestritten wird, wie man Grüne zu benennen hat, aber die zentrale These des Artikels scheint mir doch zu sein, daß durch Anreize zur Kopulation ebendieser Misere beizukommen ist.

Was mir höchst fragwürdig erscheint.

Abgesehen vom moralischen Aspekt, daß Kinder nicht materieller Vorteile wegen in die Welt gesetzt werden sollten, ist die niedrige Fortpflanzungsrate in Europa nicht wirtschaftlich begründet, sondern in einer fundamental anderen Einstellung zur Zukunft, zur Erziehung und der Verantwortung, die damit verbunden ist, als sie unsere Goldstücke haben.

Auch lassen sich Fortpflanzungsanreize schwerlich auf die Zielgruppen beschränken, die man im Auge hat. Orban's steuerliches Feigenblatt hilft da wenig: wenn sich in Afrika herumspricht, daß nach dem dritten Kind 30 000 € Kredit erlassen werden (@Gehenkter), dann kommt der Henker zu uns allen ...

Fazit: Ohne drastische Begleitmaßnahmen geht dieser Schuß wohl eher nach hinten los.

 

 

Mboko Lumumbe

14. August 2021 08:08

@ BK 13.08.2021/15:16
"Natürlich ist Dämonisierung angebracht und legitim. Nur eben nicht mit sinnfreien Begriffen."

Das mag ehrenhaft sein, doch es wird auch deutlich, dass das politische "Spiel" nicht verstanden wurde und warum Linke und Grüne ständig gewinnen und selbst CDU/FDP mitspielen.

Es sind doch eben genau Grüne + Linke, die seit Jahren, ja Jahrzehnten, genau diese "Dämonisierung mit sinnfreien Begriffen" betreiben im Kampf gg rächtz. Mittlerweile als Einheitsparteienfront. Das ist doch wahrlich eine offensichtliche Binsenweisheit.

Nazis waren nun mal NationalSOZIALISTEN und sind es bis heute oder auch InternationalSOZIALISTEN.
Grün + Rot = Braun.
Schlichte Wahrheiten.

Nazis raus.

Es ist höchste Zeit, denen deren eigene "Dämonisierung mit sinnfreien Begriffen" jeden Tag um die Ohren zu hobeln. Man muss deren Methoden übernehmen und überdehnen, so wie die es seit vielen Jahren machen. Nehmt ihnen ihre Begriffe und Methoden oder verliert eben immer weiter. Die Aktion gruener-mist.de ist perfekt und trifft im Kern. Bravo.

Wer glaubt, es ginge um die Wahrheit (der Begriffe), der irrt und verliert weiter.

Regenbogenfarben für alles und jeden. Vermischung der Begriffe, Farben und Symbole bis zur Unkenntlichkeit und damit Kenntlichkeit.

Volksdeutscher

14. August 2021 08:25

Wenn auch ich mich kurz in die Debatte um die fleischlose Ernährung einklinken darf... Veganer- und Vegetarierbewegungen sind pseudoreligiöse Bewegungen, die deshalb den Abkehr von der fleischlosen Ernährung predigen, weil wir Menschen, so ihr Credo, nicht das Recht hätten, Tiere zu töten, denn wenn wir das tun, Schuld auf uns laden. All jene, die kein Fleisch äßen und ihnen nachfolgten, würden die Seligkeit paradiesischer Unschuld erreichen und göttliche Gefilde betreten. So oder so ähnlich reden alle Erlösungsreligionen.

Wenn man sie dann fragt, welches Recht denn Tiere hätten, andere Tiere zu töten, erntet man schweinchenschlaues Schweigen. Von den Mutigeren, aber Dümmeren von ihnen bekommen wir dann die Antwort, daß Tiere nicht wüßten, was sie täten und deshalb unschuldig bei ihrem Tun seien. Klar, darum geht es also: unschuldig, unschuldiger, unschuldigst zu werden - und nicht um die zum Vorwand genommene Ernährung.

Der_Juergen

14. August 2021 10:33

@Mitleser 2

Natürlich sind die Grünen keine Stalinisten; sie sind vom Stalinismus fast ebenso weit entfernt wie vom Nationalsozialismus. Von einem "mörderischen Deuschland" hätte Stalin, zumindest in der Nachkriegszeit, nicht gesprochen. 

Pathologischer Hass auf das eigene Volk war den Kommunisten der alten Schule fremd. Ja, viele der frühen Bolschewisten hassten das russische Volk von ganzem Herzen, aber diese Bolschewisten waren eben keine Russen.

Andreas Walter

14. August 2021 13:39

Und ich sage/schreibe weiterhin, Roboter und Technik sollen die Drecksarbeit verrichten, einschliesslich beim Grenzschutz. Führt langfristig betrachtet nämlich zu weniger Toten als Dauerbürgerkrieg und Krieg durch Überbevölkerung und damit immer mehr Kampf um Ressourcen. Maschinen sind auch in ihrer Ernährung nämlich wesentlich anspruchsloser als Menschen und brauchen zudem weniger bis sogar gar kein Phosphor (Peak Phosphor).

Was Fleisch als Nahrungsmittel betrifft liefert Seidel (Sinclair) bereits selbst das beste Argument, das ihn widerlegt:

“es der stärkere Gaumenkitzler ist“

Eben. Das wäre es nämlich nicht, ein besonderes Leckerli, wenn es die Natur nicht als sinnvoll erachten würde. Es hat ja einen Grund, warum selbst Tieren manche Dinge gut, Andere wiederum gar nicht schmecken.

Aus dem Grund haben auch schon Indianer Affen und Bisons gejagt und töten selbst Menschenaffen Buschbabys (Galagos, Primaten), um sie zu essen. Dazu spitzen vor allem die Weibchen der Schimpansen extra kleine Stöcke, Äste an, mit denen sie die Galagos in ihren Baumhöhlen töten, bevor sie sie rausholen.

Verspeist werden sie natürlich raw, nicht medium und auch nicht well done, so wie auch frisches Schweinemett oder Tatar - wie bei den Tataren. Bei den Tataren, vermute ich, traditionell aus Mangel an Feuerholz in der Steppe, das man bereits für andere, wichtigere Dinge braucht. Also zum Heizen und für Nahrungsmittel, die man tatsächlich kochen muss.

Laurenz

14. August 2021 17:06

@Nath @Franz Bettinger

Vegetarier/Veganer sterben weder früher noch später als normale Menschen. Ich habe das mehrere Jahre aus erster Hand bei einem früheren Freund, Veganer, miterlebt & bei Ihm auch regelmäßig vegan gegessen. Auf dem Weg zu Ihm ins Studio habe ich auch oft per WasAffe einen veganen Einkaufszettel abgearbeitet. Die veganen Produkte, die angeboten werden, sind noch billigerer Dreck, als das, was wir sonst zu kaufen kriegen. Eine weitgehend vegane Ernährung macht nur dann Sinn, wenn man tatsächlich aus dem eigenen Garten leben kann. Und ich esse als reiner Fleischesser auch gerne Salat aus dem Garten meiner Mutter. Mein früherer Kumpel aß auch nicht vegan, weil er moralische Bedenken hatte, Fleisch zu essen, sondern Er war der Auffassung, es ginge Ihm ohne Fleisch besser, weil Er Fleisch nicht vertragen würde. Übrigens ähnlich wie Hitler.

Die eigentliche Frage ist, wer wir sind. Wir sind Prädatoren. Und eine artgerechte Haltung steht auch Menschen zu. Jeder sollte also das essen, was er essen will. Und wenn das zu einem frühen Exitus führt, geht davon die Welt nicht unter. Aber PETA-Missionare, die Nachfolger der Nationalsozialisten, braucht wirklich niemand.

Laurenz

14. August 2021 17:16

@Limes @L.

Ich weiß Ihre sympathische Gegenwart hier sehr zu schätzen. Aber nur deswegen, weil Sie zum schönen Weibsvolk gehören, gibt es bei mir keinen Debattenschutz. Waren nicht Sie es gewesen, die ein Unterhandeln mit dem Kapital als unlauter oder unanständig bezeichnet hat? Diese Aussage zeugte eben für mich von einer gewissen Weltfremdheit. 

@Der_Juergen & Mitleser 2

Die Kommunisten hassen alle diejenigen, die sich ihrer Identität bewußt sind. Aber explizit Stalin spielte die vielen Volksgruppen in der Sowjetunion gegeneinander aus. Sonst sind Identitäten hinderlich um über alle zu herrschen. Das ist des Pudels Kern. 

Laurenz

14. August 2021 17:28

@Der Gehenkte, Der_Jürgen & Orban-Debattierende

Orban ist so korrupt, wie alle anderen europäischen Politiker auch. Der Unterschied, also der Grund, warum er von seinen europäischen Kollegen gehaßt wird, ist, daß Orban, ähnlich wie Putin, bei der Ausbeutung des Ungarischen Volkes (12 unterschiedliche Stämme übrigens, davon ein viertel Magyaren) nicht mit den europäischen Kumpels teilen will. Und Orban will auch dabei nicht mit den Invasoren, sogenannten Migranten, teilen. Dazu ist Er einfach zu geizig.

Die Übersterblichkeit der Ungarn in der Corona-Frage ist nicht existent. Hier liegt Der Gehenkte falsch. Was sind schon 30 Tote mehr oder weniger pro Tag? Exakt, statistisch 0. 

@ Der_Jürgen ist einfach ignorant, wie meist. Hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, daß alle Regierungen von 193 Staaten auf den Medikamenten-Import angewiesen & daher erpreßbar sind. Putin, Orban etc. versuchen eben die heimische Pharma-Lobby zu pämpern. Die Ungarn sind noch verängstigter als die deutschen Lutscher & haben auch eine höhere Impfquote als wir, aber das geschieht freiwillig. Ich hatte im Frühjahr sogar den Arzt persönlich kennengelernt, der in Ungarn für die Organisation der Impfungen zuständig ist. Der ist selbst geimpft & das merkt man.

herbstlicht

14. August 2021 17:34

"Fleischlos"

Der FB scheint sich damit zu vergnügen, die Vegetarier auf die Palme zu bringen: stellt klar, daß es nur um die Aminosäuren geht, tut dann aber so, als fänden sich diese nur im Fleisch.  Leute, wovon leben junge Säugetiere?  Vor 100 Jahren waren Schweizer oder Schweden fast alle laktosetolerant und auch heute wird der durchschnittliche Tagesverbrauch pro Kopf in Schweden mit dem Äquivalent von etwa 1 Liter Milch angegeben.  Man braucht wirklich nicht nach Asien zu schauen um fleischarme Ernährung zu finden; auch in Deutschland gab's bei den Ärmeren wohl bis in die Dreißiger selten oder nie Fleisch.  Im kargen Oberpfälzerwald --- wo ich wurzle --- reichte aber die Milch kaum für die Kinder, und da griff man zur Kartoffel.  Vielleicht erklärt uns FB, ob sich in diesen alle notwendigen Aminosäuren finden; aber sicher muß man erhebliche Mengen verzehren --- die Armen, zumal die Kinder, hatten den "Kartoffelbauch".  Womit wir beim Problem der Veganer sind: der vergleichsweise niedrige Proteingehalt, selbst in den proteinreichsten Pflanzen.

Die deutschen Wanderschäfer hatten früher Ziegen bei der Herde, um Milch für die Hunde zu haben.  Daran erinnerte ich mich, als ich nach Jahrzehnten, in welchen ich Blättermägen vom Schlachthof geholt hatte, dort plötzlich wegen BSD nichts mehr bekam: gestöckelte Kuhmilch auf frisch geschrotetem Getreide hielt seitdem die Burschen genaus gesund und leistungsfähig: 70 Kilometer neben dem Fahrrad war kein Problem.

 

Laurenz

14. August 2021 19:33

@Herbstlicht

"Fleischlos"

Milcheiweis vertragen wir Weißen, wie auch Alkohol noch am besten. Das liegt wohl in der Natur der Sache unserer Herkunft begründet. Junge Säugetiere sind kein Argument. Auch Katzen & Schimpansen sind Säugetiere, die Mutter gibt die Inhaltsstoffe über die Milch weiter. Viele Pflanzenfresser können Zellulose verarbeiten, wir nicht. Allerdings, das muß man Ihnen entgegen halten, sind wir nur ein paar tausend Jahre seßhaft. Die Asiaten können Sie haken, die essen immer mehr Fleisch. Und warum schauen Sie nicht nach Südamerika oder zu den Inuit/Eskimos? Im 19. Jahrhundert waren die USA die am besten ernährte Nation, eben weil die Einwohner den höchsten Fleischkonsum hatten. Und da beißt die Maus keinen Faden ab, in Grünzeugs sind so gut wie keine Vitamine. Die meisten Vitamine befinden sich im Brot & im Fleisch.

Es hält Sie niemand davon ab, von Milch & Käse zu leben.

PS: Übrigens fressen auch Pflanzenfresser Fleisch, wenn sie es bekommen können. Und sie fressen es sehr gerne. Einfach weniger dummes Zeug quatschen, liebe Vegetarier/Veganer.....

https://youtu.be/BEGLsJlcSqs

Volksdeutscher

15. August 2021 11:06

1.

Wie in diesem Strang bereits angekündigt will ich mein Versprechen einlösen. Ich habe daher die Kernpunkte des Sozialen Programms der ehemaligen Jobbik Magyarországért Mozgalom (Rechte Jugendbewegung für Ungarn) übersetzt. Das Programm besteht aus 88 Seiten, ich habe mich bei der Auswahl einzelner Punkte auf das Wesentliche beschränkt. Diese Punkte berühren das demografische Problem und dessen Lösung über die Veränderung des Rentensystems. Da das Problem nicht spezifisch ungarisch ist, könnten die Lösungsvorschläge auch auf deutsche Verhältnisse (ev. in abgewandelter Form) übertragen werden und Anwendung finden.

Volksdeutscher

15. August 2021 11:14

2.

Das Programm erschien 2010 unter dem Titel "Radikale Veränderung / Das Wahlprogramm der Jobbik für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Gerechtigkeit"

Absatz "Familien- und Bevölkerungspolitik"

Die sozialpolitische Auffassung der Jobbik beruht auf dem alten christlich-sozialen Grundsatz: Der Staat greift unmittelbar nur dann ein, wenn die Möglichkeiten des Individuums, bzw. der Familie erschöpft sind. Wenn das Eingreifen jedoch notwendig ist, wird ein starkes staatliches Engagement erforderlich sein. Es handelt sich um eine solche Hilfe, die die Eigeniniziative des Einzelnen gegenüber auf höherer gesellschaftlicher Stufe befindlichen Institutionen, bzw. gegenüber deren Hilfe zur Erreichung des Gemeinwohls begünstigt. Das starke staatliche Engagement bedeutet nicht, daß der Staat sein Versorgungssystem unmittelbar unterhält, sondern daß der Staat über die normative Unterstützung städtischer Selbstverwaltungen, geschichtlicher Kirchen sowie ziviler Berufsgenossenschaften für das sichere Funktionieren des Netzwerks von Institutionen sorgt.

Volksdeutscher

15. August 2021 11:16

3.

IV.1.1. Die Umgestaltung des Familienförderungssystems und die familiäre Besteuerung

Der Kernpunkt dessen ist, daß der Staat die Lasten der Aufzucht von Kindern dermaßen zu lindern sucht, daß er den Einkommenssteuersatz der in der Familie lebenden Steuerpflichtigen um die Anzahl in derselben Lebenden im gleichen Verhältnis senkt.

Im Interesse der Zeugung von Kindern wollen wir den Familien sowohl die GYED (Hilfe für die Kinder staatlich Versicherter) als auch die GYES (Unterstützung für die Kinder aller Versicherten) bis zum dritten Lebensjahr des Kindes/der Kinder bei bedeutender Erhöhung des Betrages zukommen lassen.

Das Kindegeld – bis zur Einführung der familiären Besteuerung – gestalten wir ab dem dritten Kind zur Steurbegünstigung um. Für die Familienmitglieder ohne Arbeit oder mit niedrigem Einkommen sichern wir die Lebnssicherheit in Form von Negativbesteuerung.

 

Volksdeutscher

15. August 2021 11:20

5.

Sozialhilfe aufgrund von Bedürftigkeit wollen wir mittels des Einsatzes der Szialen Karte zukommen lassen (Materielle Leistungen anstelle von Geldzahlungen, Anm. des Übersetzers). Das Kriterium derartiger Unterstützungen wird es sein, daß ihre Inanspruchnahme überprüfbar sein muß, und wir fordern die Eltern zur Zusammenarbeit mit den sozialen Einrichtungen, den Gesundheitsbeauftragten sowie den Mitarbeitern von Kindergärten und Schulen auf.

Unser Ziel ist es, daß das komplizierte System des gegenwärtigen Unterstützungssystems mittelfristig durch das System der Hauptberuflichen Mutter/HM (ab dem dritten Kind, Anm. des Übersetzers) abgelöst werde. Nach der Vorstellung von Jobbik könnten diejenigen für die Inanspruchnahme den Unterstützungstypus der HM berechtigt sein, die vor der Geburt des dritten Kindes über ein Arbeitsverhältnis mit einer bestimmten Dauer verfügen. Die Unterstützung HM könnte bis zum achten Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden und würde mindesten 80 Prozent des zuletzt gezahlten Arbeitslohnes ausmachen. Die Höchstgrenze dieser Unterstützung planen wir, vorbehaltlich anderer Bedingungen, auf das Zweifache des Minimallohnes anzuheben.

Volksdeutscher

15. August 2021 11:22

6.

Anbetracht bevölkerungspolitischer Ziele denken wir das Rentensystem hinsichtlich der sich vertiefenden demografischen Krise neu. Wie bekannt kann das für Wohlstansgesellschaften typische Rentensystem grundsätzlich nur bei demografischen Gleichgewicht und hohem Beschäftigungsniveau funktionsfähig sein, d.h. nur dann, wenn die Zahl der Versorger sich der Zahl der Versorgten annähert.

Das obligatorische Rentensystem schaffen wir ab und führen es in das staatliche System derweise zurück, daß die individuelle Kontoführung beibehalten bleibt.

Volksdeutscher

15. August 2021 11:27

7.

Die Rente der politischen Funktionäre des Parteienstaates sowie die grundlos oder unbegründet erhaltenen Altersvergünstigungen und Unterstützungen für Invaliden werden wir überprüfen und für die Erhöhung von Kleinrenten umdisponieren.

Nach umsichtigen Vorbereitungen werden wir die Einführung der Elterlichen Leibrente/EL vorschlagen, die eine neue ergänzende Quelle des Rentensystems sein wird. Die Essenz des Vorschlages ist die, daß einen Teil der Einkommenssteuer erwachsener Kinder unmittelbar auf die Eltern und Erziehenden übertragen wird, um auch auf diese Weise die Bereitschaft der Bevölkerung für Familiengründung anzuspornen.

Der nützlichen Opferbereitschaft Kinder erziehender und gleichzeitig arbeitender Mütter muß auch der Staat Anerkennung zollen, weshalb wir den Müttern Rentenaltersbegünstigung (d.h. frühere Verrentung, Anm. des Übersetzers) zusichern.

Volksdeutscher

15. August 2021 11:43

1.

@Der_Jürgen - "Warum macht Orban den Covid-Irrsinn stramm mit?" "Wenn sich sogar das ultraliberale Schweden einen abweichenden Kurs in der Corona-Frage leisten kann, weshalb denn nicht auch Ungarn?"

Ja, er gehört mit zum Club wie Putin auch. Er tänzelt hin und her, betreibt eine Schaukelpolitik wie sein Vorbild, Miklós von Horthy in den 30-40-er Jahren. Geben wir zu, Ungarn hat gegenwärtig gar keine andere Wahl: mal heiße Bekundungen der Bündnistreue zu Amerika, mal ein bißchen Kumpelei mit Putin. Ich verfüge nicht über die Informationen, die er hat, daher kann ich seine Taten nur im Vergleich mit bereits gemachten Analysen deuten.

Volksdeutscher

15. August 2021 12:16

2. @Der_Jürgen - "Warum macht Orban den Covid-Irrsinn stramm mit?" "Wenn sich sogar das ultraliberale Schweden einen abweichenden Kurs in der Corona-Frage leisten kann, weshalb denn nicht auch Ungarn?"

Orbán muß verschiedene Dinge beachten: das Verhältnis zwischen Amerika und Russland - das Verhältnis zwischen Rechtsiberalen und Konservativen in seiner Partei - das Verhältnis zwischen seiner Partei und der sich neu formierenden radikalen Rechte (MHM-Bewegung) - das Verhältnis seiner Partei zu den vereinten Oppositionsparteien aus Sozialisten und Linksiberalen (MSZP, LMP, DK, Jobbik).

Die letzte Manschaft scheint eine ernstzunehmende Gefahr für die ungarische Nation zu bedeuten, da sie sich nach dem Muster der bei uns bereits bekannten Kartellparteien formiert, sich auch als eine solche versteht und anpreist. Unterstützung kann Orbán teilweise nur von den radikalen/nationalkonservativen Rechten bekommen, was ihm freilich nicht behagt (die hat gegenwärtig nur einen Vertreter im Parlament).

 

 

Volksdeutscher

15. August 2021 12:20

2.

@Der_Jürgen - "Warum macht Orban den Covid-Irrsinn stramm mit?" "Wenn sich sogar das ultraliberale Schweden einen abweichenden Kurs in der Corona-Frage leisten kann, weshalb denn nicht auch Ungarn?"

1. Was den Covid-Irrsinn betrifft: Selbst die radikale/nationalkonservative ungarische Rechte hat ihn mitgemacht: wenn unter linksgerichteten Regierungen jeder ein böser Rechter ist, wenn er sich als Gegner der verhängten Maßnahmen ist, so ist unter rechtsgerichteten Regierungen jeder ein Linker, der dieselben Maßnahmen ablehnt (so primitiv wird übrigens auch auch in Israel unter der zionistischen Regierung argumentiert, darüber berichtete unlängst eine Jüdin aus Israel in einer Videokonferenz mit Dr. Füllmich). Der Unterschied besteht also nur in der Richtung der Ächtung... was aus meiner Sicht ein typisch liberales und globalistisches Gehabe ist: sich nach beiden Richtungen hin absichern, um sich mit seinen eigenen irrsinnigen Maßnahmen zu behaupten.

Volksdeutscher

15. August 2021 12:36

3.

@Der_Jürgen - "Warum macht Orban den Covid-Irrsinn stramm mit?" "Wenn sich sogar das ultraliberale Schweden einen abweichenden Kurs in der Corona-Frage leisten kann, weshalb denn nicht auch Ungarn?"

2. Was den Covid-Irrsinn betrifft: Unter dem Link ist das nämliche Video erreichbar, auf das ich vorhin hingewiesen habe, in dem die attraktive Volksgenossin aus dem Ostmark, Dr. Silvia Behrendt, die früher für die WHO arbeitete, dem Covid-Untersuchungsausschuß die Kernpunkte des Vertrages zwischen WHO und Europas Nationalstaaten auseinandersetzt. Mir standen die Haare zu Berge, als ich ihren Worten lauschte, aber es wird einem danach Vieles verständlicher, warum diese und jene Maßnahmen erfolgten, die uns nach wie vor mit Wut und Entsetzen erfüllen.

https://www.youtube.com/watch?v=fvy3JJFROfo

 

Volksdeutscher

15. August 2021 13:07

3. Der_Jürgen - "Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass die vielen positiven Aspekte seiner Politik, namentlich auf den Gebieten Einwanderung und Familie, nur taktische Winkelzüge sind."

Nein, das sind sie nicht. Aber es dauerte eine gewisse Zeit, bis jene uns bekannten Schritte erfolgten, die unsere Liberalbolschewiken in ganz Europa so in Angst und Schrecken versetzten. Die Iniziative zu jenen Gesetzen kamen nämlich nicht aus seiner Partei, sondern gehen zurück auf Thematisierung durch die ungarische nationalkonservative/radikale Rechte, die sich nach dem Zerfall der Jobbik unter der Flagge der MHM-Bewegung neu formiert. Auslöser dafür war nicht nur die im Alltag zu spürende Unterminierung bestimmter Einrichtungen durch Linksliberale und ihr Flaggschiff LMBTQ, sondern auch ein besonderer Fall aus Amerika. Dort wurde ein 10 jähriger Junge auf gerichtliches Ersuchen seiner "Mutter" kastriert und zum "Mädchen" umoperiert. Den Einspruch des leiblichen Vaters hatte das Gericht abgewiesen, dem Ersuchen der Mutter stattgegeben. Soviel über "Freiheit" und "Rechte von Kindern" in westlichen Gesellschaften. Auch der türkische Präsident griff den Fall auf, um gegen Amerika auszuholen.

Volksdeutscher

15. August 2021 13:25

4. Der_Jürgen - "Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass die vielen positiven Aspekte seiner Politik, namentlich auf den Gebieten Einwanderung und Familie, nur taktische Winkelzüge sind."

Jenes Drama kann man nicht abtun als ein individuelles. Es zeigt allzu deutlich, wie tief die Degeneration westlicher Gesellschaften inzwischen fortgeschritten ist. In Ungarn sorgte der Fall für Ekel und Entsetzen (möglicherweise auch in anderen europäischen Ländern). Hinzu kam noch der etwa zeitgleiche Vorfall, daß der linksliberale Bürgermeister von Budapest die Regenbogenflagge auf dem Budapester Rathaus heißen ließ. Orbán mußte handeln. Die von ihm ergriffenen Maßnahmen sind jedoch auch ein politischer Erfolg für die nationalkonserevative Rechte und bestätigen sie in ihrer Kompetenz.

Die verbrecherische Genderideologie zeigt deutlich, in welche Richtung die Reise gehen soll. Das Thema müßte deshalb auch die AfD im Bundestag erörtern und Maßnahmen zum Schutze der Kinder ausarbeiten, deren Schutz vor Willkür ein Menschenrecht sein müßte. Maßnahmen gegen sie gerichtete Aggressionen wie ihre körperliche Verstümmelung müßten jetzt schon im Vorfeld ergriffen werden, um nicht amerikanische Verhältnisse zu haben. Darauf ließen sich weitere Maßnahmen gegen gesellschaftliche Entartung aufpfropfen.

Der_Juergen

15. August 2021 22:39

@Volksdeutscher

Danke für die nützlichen Informationen.

Franz Bettinger

16. August 2021 00:02

@Volksdeutscher: ... hauptberuflich Mutter… Negativsteuern… Ausdrücke sind das! Wie bei den Linken oder Grünen. - Es müsste doch erst erwiesen sein, dass mehr Kinder einem Land gut tun. Tut es das? Grundsätzlich? Oder vielleicht nur zeitweise? Nun, die Chinesen waren 30 Jahre lang anderer Meinung. Sind die doof (gewesen)? Ich selbst halte nichts von "staatlichen Wurfprämien". (Ja, den Ausdruck hatte Frau Kositza mir einmal gestrichen; mal sehen, ob er diesmal durchgeht. Denn ich denke, so ganz falsch ist mein Zynismus nicht.) Das größte Problem der Menschheit, aber auch Deutschlands, ist die Überbevölkerung. Da bin ich (ausnahmsweise) mit dem tiefen Staat einer Meinung. Ein Missbrauch aller kinderfördernden Maßnahmen durch die, die wir hier nicht wollen, wäre abzusehen. Deutschland würde überrannt werden. Das Thema ist für mich längst durch.

Laurenz

16. August 2021 00:21

@Volksdeutscher

Hören Sie Sich Reden von Frau Harder-Kühnel an. Es ist quasi Ihr Hauptthema als familienpolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion.

t.gygax

16. August 2021 11:11

@franz bettinger

 

Die "Wurfprämie" ist absolut unzulässig, geschmacklos und peinlich. Daß Sie damit Ihre eigene Kinderlosigkeit , die, wie Sie selbst einmal schrieben, ja autoritär gegenüber Ihrer Frau erzwungen wurde(!) , schönreden wollen, kann man bloß noch tiefenpsychologisch deuten.....Es entspricht auch dem ständigen Abstieg dieses Forums, daß EK dieses Wort nicht mehr streicht,  denn wenn ich die heutigen Debatten mit denen vor  6- 8 Jahren vergleiche, dann wird meine Stimmg noch trüber, als sie es eh schon ist.

Und schade ist es auch, weil Ihre sonstigen Texte mit den Beschreibungen des ärztlichen Alltags  gut geschrieben sind und bisweilen sogar trockenen Humor enthalten. Aber von Kindern wissen Sie nichts, und Familienleben ist für Sie wohl eine fremde Welt.

Volksdeutscher

16. August 2021 12:17

@Franz Bettinger - Wie sind keine Chinesen, Deutschland ist nicht China. Es gibt Länder in der Welt, in welchen es angesichts der wirtschaftlichen Situation "zu viele" Menschen geboren werden und dann wiederum solche, in welchen es an Geburten "mangelt". Es sind nicht wir Deutschen im Besonderen und auch nicht wir Europäer im Allgemeinen, die die "Schuld" an der sogenannten Überbevölkerung tragen. Man sollte sich nicht an Begriffen wundreiben, sondern erschauen, was hinter ihnen stehen könnte. Assoziation ist noch lange keine Erkenntnis. Ich hatte mal vor vielen Jahren mit einer Linken unterhalten. Die Frau kritisierte die katholische Kirche, weil sie sich für mehr Kinder einsetze. Sie sagte dann auf einmal: "Wozu Kinder, es gibt eh zu viele Menschen auf der Welt." Ich fragte zurück: "Und du denkst, dein Leben sei wichtig, nicht wahr?" Ja, werter Herr, denken Sie das auch? Die Stimmung Ihres Kommentars ruft in mir Erinnerungen an Nietzsches Zarathusra, "Von den Predigern de Todes" wach. Es ist wie für Sie geschrieben. Sie haben mich neulich angegriffen, daß ich unser Volk beschimpfen würde, weil ich es wagte, es als vom Leben abgekehrte Konsumidioten zu bezeichnen und ihre mentalen und kulturellen Verfallserscheinungen zu geißeln. Nietzsche wirkt. Nun stellt sich aber heraus, Sie gönnen unserem Volk nicht mal das Elementarste, d.h. das Überleben.

Volksdeutscher

16. August 2021 12:26

@Laurenz - Ich danke für den Hinweis.

Maiordomus

16. August 2021 12:38

PS. Mit Ausdrücken wie "attraktive Volksgenossin aus der Ostmark" (nicht "dem" Ostmark, wenn schon), macht man das zum Teil doch ansehnliche Niveau, jedenfalls die echt diskutablen Punkte dieser zu führenden Debatte, kaputt, so geht es wirklich nicht; da würde ich Bettingers "Wurfprämie", die ich eher in Richtung modernistisch-neoliberalistischen Zynismus interpretiere, sogar noch eher durchgehen lassen. Natürlich wäre dies auch nicht der Wortschatz von Nell-Breuning und dessen kluger, sich hier gelegentlich mit bedeutenden Einwürfen in die Debatte einschaltenden @Monika. 

Volksdeutscher

16. August 2021 16:49

@Maiordomus - Sie irren sich: weder Stil noch Niveau leiden unter solchen "schrägen" rethorischen Einwürfen wie dem meinen. Wissen Sie, mir ist sogar Ihr selektiver Geschmack diesbezüglich willkommen und auch Ihre onkelhaften Belehrungen kann ich gleich anderen Forumsteilnehmern hier über mich ergehen lassen. Aber was Sie mehr oder weniger unterschwellig anregen und was mir nicht behagt, ist das Zensieren. Nehmen Sie solche Ausdrücke und Wendungen von mir und anderen mit Humor, denn so wurde es auch von mir gedacht. Für die Kontrolle der Kommentare ist überdies der Moderator zuständig, Sie dagegen maßen sich diese Rolle an. Sie sind nicht das Gewissen von SiN. Oder sollte ich mich darin irren?

Monika

16. August 2021 16:55

Ich habe eigentlich keine Lust mehr auf „bedeutende Einwürfe“. :)

Ich finde es einfach nur normal und schön, Kinder zu haben, zunächst mal egal, wie die aktuellen politischen Rahmenbedingungen sind. Von „Wurfprämien“ würde ich nicht gerne reden. Ich kannte mal einen extrem rechten, kinderreichen Herren, der kinderlose Leute als „bevölkerungspolitische Blindgänger“ bezeichnete. Gab immer Dispute.

Kinder bringen Leben in die Bude und es gibt nichts trostloseres als kinderlose Grantler, die nur um ihr Ego kreisen.

Von Familienpolitik mögen andere reden. 

Laurenz

16. August 2021 17:01

"Wurfprämie oder Kindergeld?"

Die Frage stellt sich nicht. Wiederholt werden hier jahrelang Beiträge ignoriert, um den christlichen Ansatz zu wahren. Wir sind mit & ohne Invasoren zu viele. Oder wo wollen Sie morgen mit den Grünen einmarschieren? Es gibt 2 Mio. Slowenen, was sollen die denn sagen? Hören Sie bitte hier auf, antik-bolschewistische oder aktuelle linke Propaganda gegen Franz Bettinger zu fahren, auch wenn die Linke gerade keine identitären Geburtenprogramme propagiert. Kann morgen wieder ganz anders sein. 

Laurenz

16. August 2021 17:02

@Maiordomus

Sie verwechseln Zuneigung mit Beitragsqualität. 

Volksdeutscher

16. August 2021 17:47

@Monika

So ähnlich sehe ich das auch. Aber genau bei Ihrer gesunden Lebenseinstellung fängt Familienpolitik an. Genauer: das ist eine gelebte Politik, zu der man kein Politiker zu sein braucht und die zu ihrer Verwirklichung auch keiner sterilen Parlamentsdebatten bedarf. Was ist die Volksgemeinschaft wert, zu deren physisch-materiellen Überleben man nichts beiträgt? Zugegeben: Kinder haben ist heutzutage wirklich ein Problem und das Problem versucht man durch Geburtenverweigerung aus der Welt zu schaffen. Es wird eine hysterische Stimmung in der Gesellschaft erzeugt: "Wir werden immer mehr!" oder "Kinder gefährden unseren Wohlstand!" Das erzeugt den sozialen Stress, der auf Kosten der Zukunft/Kinder abreagiert wird. Die Individuen drehen sich dann nur noch um ihr kleines beschränktes individuelles Dasein. Obwohl sie wissen, daß sie dieses Leben nicht überleben werden, gilt für sie die Scheinlösung, daß durch Singeldasein und nomadenhaften Lebensstil das Elend der Welt kuriert werden könne. Alles Hybris.

Volksdeutscher

16. August 2021 18:50

@Der_Jürgen

Nichts zu danken. Ich will nicht behaupten, daß meine Lageanalyse unanfechtbar noch daß sie vollständig ist. Ich kann mich in manchen Dingen irren: manche übertreiben, andere herunterspielen. Ich versuche dennoch ein einigermaßen ausgewogenes Bild von der Lage zu liefern.

Nath

16. August 2021 20:07

Laurenz schreibt:

"Wir sind mit & ohne Invasoren zu viele."

Ob man diese Aussage nun speziell auf Deutschland, einem Land mit hoher Bevölkerungsdichte, oder auf die gesamte Erde bezieht, sie trifft zu. Ins Positive gewendet bedeutet das: Ein großer Teil der Probleme, welche uns bereits jetzt und zunehmend in den nächsten Jahrzehnten bzw Jahrhunderten vor unlösbare Aufgaben zu stellen drohen, kann gelöst werden, sofern die Anzahl der Menschen auf diesem Planeten eintscheidend reduziert wird. Die technischen und ökonomischen  Voraussetzungen für ein menschenwürdigeres und relativ sorgenfreies materielles Dasein (ein Leben ohne Hunger, Obdachlosigkeit, Krankheit, Seuchen, Krieg u.v.a.m,) ist längst keine Utopie mehr. "Man" muss nur den Willen haben, es umzusetzen. Ja, derMensch "lebt nicht vom Brot allein", aber ohne "Brot" lässt sich weder große Kunst genießen, noch ist man in der Lage - bis auf einige nahrungsunbedürftige Yogis - sich der Welt des Spirituellen zu öffnen.

Und nein, das heißt  n i c h t, die Menschen sollten keine Kinder mehr bekommen - nur gilt es, das rechte Maß zu wahren, so dass Mutter Erde allen ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen vermag. Diese Haltung ist meiner Auffassung nach ebenso rational begründbar wie ethisch geboten.

 

 

limes

16. August 2021 21:18

@ Nath (»Und nein, das heißt  n i c h t, die Menschen sollten keine Kinder mehr bekommen - nur gilt es, das rechte Maß zu wahren, so dass Mutter Erde allen ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen vermag. Diese Haltung ist meiner Auffassung nach ebenso rational begründbar wie ethisch geboten.«)

Perfekt! Diesen Aussagen schließe ich mich an.

Laurenz

16. August 2021 23:53

@Limes @Nath

Es ist in der jetzigen Situation nichts gegen indigene deutsche kinderreiche Familien einzuwenden. Man sollte sie auch fördern, solange wir insgesamt weniger werden. Dadurch sinkt natürlich die Wirtschaftskraft, aber man muß diese dann eben pro Kopf steigern, was aber seit der Euro-Einführung nicht mehr wirklich getan wird. Schuld ist nicht die Politik, sondern der Bürger, der diese wählt.

Franz Bettinger

17. August 2021 01:32

@Volksdeutscher: Ich soll Sie kritisiert haben? Wüsste nicht wann. Vielleicht verwechseln Sie mich. Ich finde Ihre Kommentare meist gut. (An die Adresse von Frau Sommerfeld schrieb ich neulich: Ich fand gut, dass Sie den @Vd reden ließen. Es war kein Geschwafel, es war viel Interessantes dabei.) Dass es in der Frage Kinderkrieger und Überbevölkerung neben dem Thema Christentum (auf das @Laurenz allergisch reagiert) schon in der Vergangenheit auf SiN stets heiß herging, ist bekannt; da ergeben sich sehr unterschiedliche Standpunkte, auch wenn wir Gott-sei-Dank in vielen anderen Fragen am selben Strang ziehen. Das ist halt so. Nebenbei: Schönreden muss man weder seine Kinderlosigkeit noch seinen Kinderreichtum. In eine andere Welt hätte ich liebend gern Kinder geboren - glauben Sie mir.

Volksdeutscher

17. August 2021 06:16

@Nath @limes

Oh, wie rührend dieser Mutterkult samt der Hoffnung auf ein schuldlos kindhaftes Dasein: Mutter Erde und ihre Kinder... Man kann nur auf solche Gedanken kommen, wenn man weder die Natur noch ihre Wirkungsmechanismen kennt. Und dann noch die Floskeln von "rationaler Begründbarkeit" und "ethischem Gebot" darankleistern, damit die Ahnungslosigkeit komplett sei.... Dabei hätte ein bißchen Studium der Kultur- und Zivilisationstheorie vollkommen ausgereicht. Dann hätten Sie erfahren, daß die Natur dem Menschen noch nie etwas ermöglichte, da der Mensch immer sich selbst befähigte und befähigen mußte, um zu haben, was er benötigte. Oder glauben Sie etwa, die Rinder kamen freiwillig zu ihm, um domestiziert und gemolken zu werden und sich ins Joch spannen zu lassen? Was der Mensch seit Menschengedenken erreicht hat, hat er der Natur abgerungen. Er hatte die Natur überlistet und bezwungen, um zu überleben. Darauf hatte er seine Zivilisation als Bollwerk gegen die Natur erbaut, aber nichts bekam er von ihr geschenkt. Und nur solange er seine Zivilisation aufrechterhalten kann, indem er der Natur ihren Weg weist, hat er die Möglichkeit, zu überleben.

Laurenz

17. August 2021 10:33

@Volksdeutscher @Nath & Limes

Ich denke, Sie haben da schon Recht, wobei die Natur eben auch andere Menschen sind. Unsere Vorfahren waren geistig & moralisch noch in der Lage, die Neanderthaler, bis ein paar Frauen von denen, auszurotten. Wir haben eher die Neigung uns selbst auszurotten, anstatt andere.

Ausrottung passierte deswegen immer, weil die Vernunft des Menschen überbewertet wird.

Die Nummer, als mein Freund Prometheus den Göttern das Feuer stahl, drückt in meinen Augen genau Ihren Beitrag aus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus

Volksdeutscher

17. August 2021 17:52

@Laurenz - "Ausrottung passierte deswegen immer, weil die Vernunft des Menschen überbewertet wird."

Überbewertet? Und von wem? Ich möchte den obigen Gedanken wie folgt präzisieren: "Ausrottung passierte deswegen immer, weil die Vernuft des Menschen von ihm selbst überbewertet wurde." Richtig?

Aber um den Gedanken fortzuspinnen: Denken Sie nicht, daß es vielleicht eine höhere Vernunft als die seine gibt, in deren Sinn die Ausrottung, von der Sie sprechen, doch einen Sinn ergibt? Es geht mir dabei um Logik der Argumentation und nicht um irgendwelche konkreten Beispiele aus der menschlichen Gattungsgeschichte.

Volksdeutscher

17. August 2021 18:04

@Franz Bettinger - "Schönreden muss man weder seine Kinderlosigkeit noch seinen Kinderreichtum."

Damit haben Sie recht. Es geht aber auch nicht darum, beides schönzureden. Es geht nur um das Prinzip: das Recht zu überleben, was nicht auf alle mögliche Weise geschehen kann, weshalb die Umsetzung seines Existenzrechtes manchmal unschöne, aber der Situation angemessene Schritte erfordert. Und dann sind wir noch weit davon entfernt, von den Erscheinungsformen und Qualitäten zu reden, die dieses Leben ausmachen und prägen (sollten).

Carsten Lucke

17. August 2021 19:45

@ Volksdeutscher

Warum lassen Sie sich denn von @ Majordomus eine Falschberichtigung bieten ?!

"Wanderungen durch den Mark Brandenburg" sind mir nicht bekannt.

limes

17. August 2021 21:36

@ Volksdeutscher

Zur Natur und ihren Wirkungsmechanismen gehören auch Emotionen wie Liebe und Romantik. Ohne diese (es zählt auch Vaterlandsliebe dazu) können Sie mit Ihrem »bißchen Studium der Kultur- und Zivilisationstheorie« einpacken.

Laurenz

18. August 2021 00:02

@Volksdeutscher @L.

"Ausrottung passierte deswegen immer, weil die Vernuft des Menschen von ihm selbst überbewertet wurde." Richtig?

Ja. Kann man auch so formulieren.

Ich kann Ihnen mein persönliches Dilemma kurz schildern. Ich bin vielleicht im Durchschnitt weniger christlich sozialisiert, aber ich bin es, wie alle. Das ist extrem problematisch. Ich erachte diese Sozialisierung als den Hauptfaktor für unseren Niedergang, eine zwangsläufige Entwicklung, die vor 2.000 Jahren bereits bei der Kreation der Lehre beabsichtigt war. Ich bin im Grunde gegen jede moralische Einordnung oder Moralisierung überhaupt. Es gibt vordergründig für mich nur Verantwortlichkeit. Ich bin aber auch gegen das Primat der Politik, wie für Mehrheitsentscheide & natürlich muß/müßte auch ich mich dann diesen Mehrheitsentscheiden anschließen, auch wenn sie unüberlegt sind. Der Mensch ist viel zu blöd & emotional um als Vernunftswesen eingeordnet werden zu können. Wir sind nicht viel über den Affen hinaus gekommen, also im Grunde hemmungslos & brutal unter einer dünnen zivilisatorischen Firnis, zumindest solange wir keinen persönlichen sozialen Bezug haben. Deswegen werden in der Propaganda immer persönliche Schicksale geschildert & dann erst verallgemeinert.

Volksdeutscher

18. August 2021 01:31

@limes

Dann konstatiere ich, daß Sie der erster Mensch auf der Erde sind, der in der Natur Liebe geortet hat, in der es noch niemals eine gab, weshalb noch niemals ein Mensch sie dort geortet haben konnte, Sie aber mit Ihrer Verknüpfung von Natur und Liebe unsere gesamte menschliche Zivilisation und ihren Sinn in Frage stellen. Machen Sie das mit Absicht? Wie auch immer, Sie kommen zu spät: Rousseau war schneller! Naturromantik ist jedoch passé und Naturkitsch wollen wir nicht haben. Von Ihnen dürfen wir aber erfahren, daß es besser sei, seine unrealistischen Sehnsüchte und Hoffnungen auf die Natur zu projizieren, als sich das Wissen anzueignen, das uns in Form von geschriebener Natur- und Kulturgeschichte seit der Antike überliefert wurde. Nun gut. Aber vielleicht werden Sie mir in einem Punkt zustimmen: Kulturmensch wird aus uns erst, indem wir uns von der Mutter/Natur/materieller Abhängigkeit abwenden und uns dem Vater/Geist/geistiger Freiheit zuwenden. Dies ist die große Geschichte hinter der Geschichte des Sündenfalles und der Prozess zugleich, den ein jeder Mensch im Laufe seiner Individuation normalerweise durchläuft. Ich betone: normalerweise.... Hätte sich soetwas in Ihrem Falle nie stattgefunden? Aber um die Antwort für Sie zu vereinfachen: sagen Sie mir lieber, wo Sie diese rührseligen Ansichten hernehmen und warum sie es Ihnen so angetan haben. Ich möchte das verstehen.

Nath

18. August 2021 01:37

@Volksdeutscher

Einstweilen kommen wir über den Mythos nicht hinaus, einschließlich sämtlicher Götternamen. Wer sich wie Sie über anthropomorphe Kindheitsträume (die Rede von Mutter Erde) mokieren zu können glaubt, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass auch der eigene Begriff der N a t u r einschließlich ihrer "Mechanismen" ein geschichtlich vermittelter ist - in der Tat ist er ein Kunstwort (physis, Aufgehen), ein Verbalsubstantiv, für dessen Explikation das griechische Denken 300 Jahre benötigte, bevor die Römer es dann später mit "natura" übersetzten und es zu mannigfaltigen Modifikationen kam. Desweiteren sollte derjenige, der  sich heute über die "naive Vorstellungswelt" alter Völker samt ihrer sanftmütigen oder schrecklichen Mythen erhaben dünkt, daran erinnert werden, dass sich die neuzeitliche "Natur" der Verabsolutierung der Außenwelt verdankt und die "natürliche Einstellung" die Naivität schlechthin darstellt (Husserl). Jene als Fiktion zu bezeichnen wäre übereilt. Wohl aber ist "Natur" wie alles Seiende abkünftig von einer bestimmten geschichtlichen Seinsauslegung, die weder vom Himmel gefallen ist, noch etwas bloß Menschliches darstellt. Vielmehr bestimmt sich von ihr her - Sein in der Ur-Korrelation mit Verstandenheit - auch die Frage nach dem Menschen neu. Auf dieses alle Anthropologie sprengende Verhältnis weist der Mythos, wie eben auch jener von „Mutter Erde“, zeichenhaft hin.  

Franz Bettinger

18. August 2021 02:06

@Wahrheitstheorie: Jeder Frage kann man und sollte man sich (1) empirisch und (2) wissenschaftlich nähern, also von beiden Seiten. Das gilt für die Frage, ob es Viren überhaupt gibt (oder etwa eine C-Pandemie) genauso wie für die Frage, ob es für einen Eisenofen schadhaft ist (wegen Rost), (salzhaltiges?) Treibholz vom Meer zu verbrennen. Selbst wenn man glaubt per Chemie etc. nachweisen zu können, dass dies unschädlich sein müsse, könnten die persönlichen Erfahrungen 2er Farmer, die dem widersprechen, (obwohl noch noch nicht beweisend) einem zu denken geben. Ich verbrenne es übrigens, denn die 2 Farmer verbrennen es auch, seit 30 Jahren. 

Volksdeutscher

18. August 2021 03:09

@Carsten Lucke

Ich danke für Ihren Beistand, die Wahrheit ist jedoch die, daß ich in einem meiner Kommentare weiter oben Ostmark in männlicher Form verwendet habe, genauer, ich habe Folgendes geschrieben: "Unter dem Link ist das nämliche Video erreichbar, auf das ich vorhin hingewiesen habe, in dem die attraktive Volksgenossin aus dem Ostmark, Dr. Silvia Behrendt, die früher für die WHO arbeitete...."

Diesen Hinweis von Maiordomus nehme ich nicht einmal übel. Es war mir jedoch wichtig, auf ein Problempunkt in seiner Auffassung hinzuweisen, da er unterschwellig eine Zensur meiner Wortwahl beim Moderator anstrengte. Der Herr Maiordomus ist ja das Gewissen von SiN: Humor, den er versteht, sollte durchwunken, solcher, den er nicht versteht, zensiert werden. Wenn der Moderator solche Begriffe durchgehen lasse wie "Volksgenossin" und "Ostmark", dann werde das Niveau von SiN darunter leiden, hat er gemeint. Obwohl ich gerne seine Kommentare lese, scheint er schlecht auf mich zu sprechen sein, seit ich es wagte, die wortreichen Entschuldigungen unseres ansonsten hoch löblichen Herrn Sellner für sein ehemaliges Engagement bei der NPD als sinnlos, überflüssig und enttäuschend zu kritisieren. Es gibt einen Spruch bei den ungarischen Nationalisten/Nationalkonservativen, dessen Wahrheit in Deutschland mehr und mehr in Vergessenheit gerät und der lautet: "Ein Rückgrat läßt sich/kann man nicht verbiegen, sondern nur brechen."

Der_Juergen

18. August 2021 08:16

@Volksdeutscher

Ich finde es erstaunlich, aber gut, dass die Hausherren Ihre vielen Kommentare freischalten. Meist - nicht immer - bin ich mit Ihnen einverstanden. Jedenfalls sind Sie zwar ein Vielschreiber, aber - im Gegensatz zu einem wohlbekannten Herrn - kein Blogschwätzer.

Sellner hat als österreichischer Staatsbürger kaum der NPD angehört, die es in Österreich nicht gibt. Er war, wenn ich richtig informiert bin, Gefolgsmann von Gottfried Küssel, der mit seinem Operetten-Nazigehabe und seinen dummen Sprüchen ("Ich will Gorbatschow auf den Knien sehen") der patriotischen Sache geschadet hat. Allerdings hat er nie Gewalt und Terrorismus angewandt oder gepredigt, so dass ich seine langjährige Kerkerhaft als Skandal ersten Ranges, ja als Verbrechen empfinde.Wenn Dummheit ein strafwürdiges Vergehen ist, gehört fast die ganze politische Führungskaste Österreichs hinter Gitter, von der BRD ganz zu schweigen.

Volksdeutscher

18. August 2021 09:10

@Nath

Im Großen und Ganzen stimme ich Ihren Ausführungen zu. Was Sie jedoch zu übersehen scheinen, ist dies: Was ich kritisierte, war lediglich der kindliche Gestus von @limes und sein unbedarfter, rührseliger Gebrauch der Wendung "Mutter Natur". Wozu sie personifizieren, wenn sie eh unpersönlich ist und bleibt? Liebe zur Natur ist eine recht einseitige, weil sie einen nicht wiederliebt: "Für sie sind wir nicht mehr, als die Klette im Straßengraben" (Oscar Wilde). Die Wendung "Mutter Natur" ist abgegriffen gleich anderen Wendungen wie "Vater Staat" oder "Gott Vater". Diese verniedlichende Anrede grenzt überdies an Gedankenkitsch. Ich bitte Sie.... Wir leben in unserer Zeit, wissen unendlich mehr über die Natur als die Menschen vor 2000 Jahren und in 2000 Jahren werden die Menschen ebenfalls mehr über die Natur wissen als wir heute. Wir können jene mythischen Gedanken- und Gefühlswelten durch Rückgriff auf deren Begrifflichkeit nicht erneut aufleben lassen. Sie sind für uns tot auch wenn wir verstehen, wie sie entstanden und warum sie geglaubt wurden.

Laurenz

18. August 2021 09:17

@Volksdeutscher @Limes

"Liebe"

Ohne Liebe weiter definieren zu wollen, so gebe ich Ihnen global Recht. Aber in der Natur existiert Mutter- oder Vater-Liebe, egal ob Sie diese nun biochemisch oder spirituell definieren/formulieren. Auch mag es Liebe zwischen Menschen geben, aber so oft kann man keine Blanko-Schecks ohne Erwartungshaltung im Leben ausstellen, was unbedingte Liebe kennzeichnen würde.

Castaneda gab Seinen Verfolgern über das menschliche oder animalische Maß hinaus deswegen den Tip, abstrakte Liebe zu verfolgen & abstrakt zu lieben, ohne, daß ich hier das weiter ausführen möchte. Damit kommt man auch weiter, als die philosophischen Helden der Aufklärung es je taten.

Volksdeutscher

18. August 2021 10:04

@Laurenz

Ich nehme an, Sie wurden im Protestantischen sozialisiert, wenn Sie die Verantwortung so betonen. Es gibt für mich jedoch, der ich im Katholischen sozialisiert wurde, nicht nur Eigenverantwortung, sondern auch Vertrauen, Gnade und Vorsehung. Wir sollten anders als Nietzsche, keinen Krieg gegen das Christentum führen. Er zu seiner Zeit fand ihn längst überflüssig, was ihn jedoch nicht davon abhielt, mit seiner "Genealogie der Moral" noch eins nachzutreten. Klar, alles, was entsteht, geht zugrunde, aber mit anderen Staats- und Gesellschaftsformen war es vor der Entstehung des Christentums auch nicht anders. Ohne Moral gibt es aber kein menschliches Denken und Handeln. Sie hat zwei Grundformen: individuelle Moral und kollektive Moral. Beide sind notwendig. Ebenfalls unvermeidbar, daß der Mensch sich selbst als Vernuftswesen bestimmmt. Wer soll es sonst für ihn tun? Wen kennt er außer sich noch als Vernunftswesen?

 

limes

18. August 2021 14:06

Aber gewiss gibt es in der Natur Liebe! Was glauben Sie, treibt Vogeleltern an, bis zur völligen Erschöpfung aufgesperrte Schnäbel zu stopfen? Was empfindet eine Kuh, wenn sie ihr Kälbchen abschleckt? Was empfindet das Kälbchen? Wenn es nicht Liebe ist, dann war der Schöpfer wohl so verschwenderisch, unterschiedliche Prinzipien in seinem Zoo walten zu lassen. Und speziell für Hundefreunde wurde die Frage, was die Bindung zwischen Menschen und den am besten kooperierenden Haustieren ausmacht, von Psychologieprofessor Clyve Wynne erörtert: »Und wenn es doch Liebe ist?«

Der Mensch, Macht- und Werbestrategen verdienen gutes Geld mit dieser Tatsache, ist längst nicht das vernunftgesteuerte Wesen, das Sie in ihm sehen. Und auch Kultur ist ohne das, was Sie als »Rührseligkeiten« zu bezeichnen belieben, nicht denkbar.

PS: Vielleicht sehen Sie mir »Rührseligkeiten« eher nach, wenn ich Ihnen verrate, dass ich weiblichen Geschlechtes bin und mein Alias-Name diesbezüglich irreführend.

Volksdeutscher

18. August 2021 14:22

@Laurenz

In der Natur mag es soetwas wie Zuneigung und Angst geben. Das Vorhandensein dieser Dinge folgern wir aus dem Verhalten der Tiere zueinander und zu uns Menschen. Die Maßstäbe, die wir dabei ansetzen, sind unsere Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir im Umgang mit Menschen gemacht haben. Indem wir jedoch unsere menschlichen Maßstäbe auf die Tiere/Natur übertragen, vermenschlichen wir sie/die Natur, denken jedoch, mit unseren Urteilen richtig zu liegen. Wir können freilich gar nicht anders. Aber Liebe kann es schon aus dem einen nahe liegenden Grund nicht in der Natur geben, weil es in ihr auch keinen Haß gibt.

Laurenz

18. August 2021 15:11

@Volksdeutscher @L.

Nein, ich war bis in das Alter von 21 Jahren katholisch. Die Verantwortlichkeit kommt nicht aus dem Protestantismus, sondern dem Heidentum, Castaneda beschreibt das mit Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Auch bei uns gab es vor der Christianisierung wohl die Worte gut & böse nicht. Man ist entweder zu- oder abgewandt.

Dem Handeln folgt immer eine Konsequenz, wie auch immer die aussehen mag. Die gilt es zu verantworten.

Sie können das auch hier an einem negativen Beispiel gut erkennen. Unser ignoranter Blog-Idiot ist mit seiner Rolle unglücklich & sucht eben, ganz christlich, einen Schuldigen dafür, welchen man auf dem virtuellen Scheiterhaufen verbrennen & in die virtuelle Hölle schicken kann. Ein "Krieger" würde das Dasein als Idiot annehmen & sich dem stellen.

Laurenz

18. August 2021 15:39

@Volksdeutscher @L.

"Liebe in der Natur"

Ich möchte Ihnen widersprechen. Ein Säugetier oder selbst Reptilien sorgen für ihre Nachkommenschaft, so wie es andererseits auch den Kuckuck gibt. Die meisten Tiere werden "Liebe" nicht wörtlich kommunizieren, aber durch ihr Handeln. Elefanten oder Delphine kommunizieren ihre Zuneigung sogar "wörtlich".

Bei Säugetieren ist die Selbstwahrnehmung grenzwertig, es gibt Löwen, die sich selbst im Spiegel erkennen, ebenso wie es Löwen gibt, die dazu nicht in der Lage sind. Elefanten sind sich zB auch der Sterblichkeit bewußt. Das kann man auch nur dann für sich persönlich verifizieren, wenn man in der Lage ist, sein Bewußtsein dorthin zu schieben, wo zB das Bewußtsein eines Affen ist. ZB in Shao-lin-Klöstern wird das geübt.

Carsten Lucke

18. August 2021 19:49

@ Volksdeutscher

Danke für die Richtigstellung - ich hatte nicht aufmerksam genug gelesen !

@ Maiordomus

Sie bitte ich vielmals um Entschuldigung für meinen peinlichen Fehler !

limes

18. August 2021 21:50

@ Volksdeutscher

»Liebe kann es schon aus dem einen nahe liegenden Grund nicht in der Natur geben, weil es in ihr auch keinen Haß gibt.« Sie dünken sich rational und unterstellen, wofür es keine Beweise geben kann.

Bei Hunden habe ich Verhaltensweisen und Signale beobachtet, die man sich anders als mit Hass kaum erklären kann. Und von einem promovierten Verhaltensbiologen habe ich im Rahmen eines Seminars gelernt, dass es bei Junghunden ein Zeitfenster gibt, in dem Feindbilder geprägt werden. Ich nehme an, Sie werden nicht abstreiten, dass ein Feindbild in der Regel mit aversiven Reizen verbunden ist.

@ Volksdeutscher

»Liebe kann es schon aus dem einen nahe liegenden Grund nicht in der Natur geben, weil es in ihr auch keinen Haß gibt.« Sie dünken sich rational und unterstellen, wofür es keine Beweise geben kann.

Bei Hunden habe ich Verhaltensweisen und Signale beobachtet, die man sich anders als mit Hass kaum erklären kann. Und von einem promovierten Verhaltensbiologen habe ich im Rahmen eines Seminars gelernt, dass es bei Junghunden ein Zeitfenster gibt, in dem Feindbilder geprägt werden. Ich nehme an, Sie werden nicht abstreiten, dass ein Feindbild in der Regel mit aversiven Reizen verbunden ist.

Volksdeutscher

18. August 2021 23:26

@Der_Juergen -"Meist - nicht immer - bin ich mit Ihnen einverstanden."

So oder so ähnlich geht es mir mit Ihren Kommentaren ebenfalls. Ich lese sie gerne. Ich schreibe aber nur in manchen Strängen viel, manche Stränge lese ich nur durch und äußere mich weder zu den Gedanken des eigentlichen Beitrags noch zu den Kommentaren. Oft kommt es vor, daß es von mir wochenlang keinen einzigen Kommentar gibt.

Was Herrn Sellner betrifft, hatte ich ein bestimmtes Video im Sinn, den ich mir mal auf Bitchute angesehen habe. Von Mitgliedschaft in der NPD sprach ich kein Wort. Das Video wird, wie er es selbst angekündigt hatte, bereits gelöscht sein. Jammerschade um soviel und soviel wertvolle Arbeit! Darin fiel das Wort von der NPD, mit der ich ehemals ebenfalls zu tun hatte. Dieses System ist aber durch und durch plebejisch und niederträchtig, es ist bar jeglicher Noblesse: es bricht das Gesetz und verbiegt das Recht nach Gutdünken. Vor einem solchen System kniee man nicht nieder, senke nicht den Kopf und lispele keine überflüssigen Worte der Reue. Amen.

Volksdeutscher

24. August 2021 03:22

@Franz Bettinger

Womöglich hatte ich Sie mit einem anderen Kommentator verwechselt, als ich schrieb, daß Sie mich angriffen. Bitte um Entschuldigung.

@An alle: im übrigen interessiert mich nicht, wer mich angreift, solange der Angriff sachlich ist.