14. August 2021

Netzfundstücke (97) – Staat, August, Verzicht

Jonas Schick / 47 Kommentare

 Was sollte der Staat nun tun?

Obwohl kein Themenheft steht die Frage nach dem Staat im Mittelpunkt der 103. Ausgabe der Sezession. Was ist dem Konzept Staat noch abzugewinnen, wenn er innerhalb der Coronakrise von Parteien zur Beute gemacht, mit maßlosen Direktiven in das Leben seiner Bürger eingreift?

Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser ist der Ansicht, daß dem Staat noch sehr viel abzugewinnen ist und stellt neun Thesen auf, denen er ein Zitat von Ernst Bloch voranstellt:

Die Tante [muß] erst tot sein, die man beerben will; doch vorher schon kann man sich sehr genau im Zimmer umsehen.

Und in diesem Zimmer sieht Kaiser eine »eiserne Faust«, die weit über die Coronakrise hinaus, von den falschen Akteuren mit den falschen Entscheidungen aufgrund falscher Annahmen geführt wird.

Das Problem ist folglich nicht die Staatsmaschinerie als solche, sondern jener herrschende und mitunter unverhohlene volksverneinende Komplex aus Interessengruppen, der sie lenkt.

Auf diese Verteidigungsschrift folgt die Beleuchtung von Nietzsches Kritik am Staate durch IfS-Leiter Erik Lehnert. Doch auch Lehnert sieht trotz aller heftiger Kritik Nietzsches am Staat bei ihm »eine Idee vom wahren Staat, dem es gelingt, das Volk zu erhalten, die Kultur zu fördern und den Freiraum des einzelnen zu schützen«.

Wer noch mehr Einblicke in das sehr lesenswerte Heft haben möchte, der schalte beim kanal schnellroda ein:Sezession-Chefredakteur Götz Kubitschek und Benedikt Kaiser stellen die Nr. 103 ausgiebig vor:


Ein Tag im August – vor 60 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer und besiegelte die Teilung zwischen der sowjetischen Besatzungszone in Mitteldeutschland und den alliierten Besatzungszonen in Westdeutschland.

Dokumentationen, Reportagen und Wortmeldungen gab es zu diesem tragischen Ereignis schon etliche. Gerade in diesem Jahr, bei einer runden Jährung, sind die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen voll davon. Zwischen all diesem Rauschen sticht ein Doku-Drama hervor: »Ein Tag im August – Mauerbau '61«.

Die lettisch-deutsche Koproduktion verzichtet auf eine Einordnung der Ereignisse durch Professoren und Experten und läßt die Zeitzeugen, eingebettet in Spielfilmepisoden, sprechen. Mit dieser Herangehensweise baut man einen Spannungsbogen auf, der für klassische Dokumentationen unüblich ist – die Macher ziehen einen damit direkt in die Geschehnisse.

An diesem Tag im August verfolgen wir die Erlebnisse von Manfred Migdal, Renate Werwigk, Alexander Kulpok, Leslie Colitt, Klaus Abraham, und hervorzuheben, der letzte Vorsitzende des Ministerrates der DDR Hans Modrow u.a.:


Wer ein Anschauungsbeispiel dafür braucht, warum die Linke traditionelle mit der Ökologie nur wenig anzufangen wußte und sich ihre produktivistische Ideologie im Grunde bis heute mit einem ökologischen Wandel beißt, der schalte die neuste Folge des Podcasts »Wohlstand für alle« ein.

Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt beschäftigen sich darin mit den Thesen der Postwachstumstheoretiker Serge Latouche und Niko Paech und verteidigen den Wohlstand für alle gegen die »ganz ganz konservative Kapitalismuskritik«.

Es sind überaus interessante 45 Minuten, in denen man sehr viel über die progressistisch-ökonomischen Denkweisen einer traditionell umverteilungsorientierten Linken lernt. Eine ökologische Wende erreicht man so mit Sicherheit nicht, wenn überhaupt die Wende der Konsumgesellschaften. Die Kehre sehnen Nymoen und Schmitt sich definitv nicht herbei:



Kommentare (47)

Franz Bettinger

14. August 2021 13:42

@Deutsche Teilung: Eine radikal neue und überraschende Interpretation der deutschen Nachkriegspolitik liefert (bei Haisenko) der Historiker Reinhard Leube:

"Die Informationen der US u. GBs über die UDSSR waren spärlich; so konnte die Anti-Hitler-Fraktion nach Stalingrad beginnen, die westlichen Geheimdienste mit Falsch-Infos zu füttern, insbesondere über Stalins militärische Kapazitäten u. Eroberungs-Lust. Und so ist es den Anti-Hitler-Kreisen auch gelungen, das (schon 1943) de factu besiegte Deutsche Reich in zwei Frontstaaten teilen zu lassen und einen noch fataleren Friedensvertrag als den von Versailles abzuwenden. Die USA wurden geradezu gezwungen, ihren Westteil schnell wieder aufzubauen, als Bollwerk gegen die angeblich aggressive Sowjetunion.“ Reinhard Leube soll das sehr genau belegt haben.  https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/kanzler-der-einheit-helmut-kohl-wollte-die-einheit-nicht/

Laurenz

14. August 2021 16:53

@Franz Bettinger

Das damals (Bonner Republik) notwendige Wohlstandsgefälle ist im Westen nichts Neues. Und seinerzeit hatten wir ganz andere Rüstungsausgaben & unterhielten eine Armee von über 400k. 

Auch Churchill bekannte nach dem II. Weltkrieg "Wir haben das falsche Schwein geschlachtet". Aber die Erkenntnis kam ihm erst, als er das größte Weltreich, welches der Planet je sah, zertrümmert hatte.

Also ich verstehe nicht ganz, was bei Hasenko Neues bei rumgekommen sein soll.

brueckenbauer

14. August 2021 20:49

@Franz Bettinger: Das ist offenbar eine Neuauflage der alten national-neutralistischen Position, derzufolge ein geeintes Deutschland ohne Westbündnis vorzuziehen (gewesen) wäre (was nebenbei keine spezifisch "rechte" Position gewesen ist). Allerdings bereichert um das Zugeständnis, dass die "Westler" ("Anti-Hitler-Fraktion") mit ihrer Politik einen zweiten Versailler Vertrag verhinderten und die USA dazu motivierten, beim wirtschaftlichen Neuaufbau Westdeutschlands mitzuhelfen. Letzten Endes halten sich die Vorzüge und Nachteile doch die Waage, und wrum sollte man diese Streitfragen wieder aktualisieren?

brueckenbauer

14. August 2021 21:00

Zum Thema:

Ich hatte mich schon gewundert/gefreut über die sich anbahnende Abkehr vom (real existierenden) "Staat". Erwartungsgemäß wird das nun sofort wieder eingefangen durch die Unterscheidung zwischen dem gegenwärtigen schlechten Staat und einem erträumten guten Staat, in dem "wir" - ruhig auch mit einer Staatsmaschine oder einer eisernen Faust - regieren.

Träumem darf jeder, was er will. Ich halte es zwar nicht für sehr opportun, im Zusammenhang mit dem erträumten "unserem" Staat von einer "eisernen Faust" zu reden, aber wes das Herz voll ist ...

Nur, um das klar zu sagen: Die Aufgabe, vor die wir heute, morgen und übermorgen gestellt sind, ist die, ein Volk vor einem feindseligen Staat zu schützen und gegen diesen Staat aufrechtzuerhalten. Träume von "unserem" Staat lenken von dieser Aufgabe bloß ab!

Laurenz

14. August 2021 21:35

@Brückenbauer @Franz Bettinger

"und die USA dazu motivierten, beim wirtschaftlichen Neuaufbau Westdeutschlands mitzuhelfen."

Das ist ein modernes Märchen & entspricht keiner historischen Realität.

https://youtu.be/x8ufWkeOHxs

Seinerzeit schafften es Österreich, Jugoslawien, Schweiz & Schweden neutral zu bleiben. Aber alle diese Staaten haben mittlerweile ihre Neutralität verloren.

Franz Bettinger

15. August 2021 00:13

Liebe Schnellschießer: Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt. Will sagen: Bevor man wertet und handelt, sollte man wissen. Deshalb erst einmal das Buch von Leube lesen, dann darüber nachdenken und dann vielleicht zu einem Urteil kommen. - Ich habe das Buch auch noch nicht gelesen, verstehe aber Haisenkos Zusammenfassung nicht als wertend. Er bezieht keine Position, deutet nicht an, ob er die 3-Teilung Deutschlands für gut oder schlecht hält. Dabei müsste man ja immer fragen: Im Vergleich zu was gut oder schlecht? Dieser Vergleich ist immer entscheidend. (Welche Möglichkeiten lagen überhaupt auf dem Tisch?)

bb

15. August 2021 03:28

Sich als Mann knapp über 30 mitsamt den Initialien des Mittelnamens vorzustellen, hat einen Cringefaktor, der im Artikel leider nicht ausreichend thematisiert wurde.

Gustav

15. August 2021 09:31

Die demokratische Verfassung macht  es möglich, das Volk zur manipulierbaren Verfügungsmasse der Nutznießer des Systems zu machen, ohne dass  dieses den Missbrauch bemerkt. Das Parasitentum kann sich rasch entwickeln, sobald erste wirtschaftliche Erfolge es bezahlbar machen.

Der Publizist Erik von Kuehnelt-Leddihn († 1999) näherte sich der Ursache:

„Demokratie macht aus der Politik ein Sondergebiet, in dem ganz andere Gesetze herrschen als im  täglichen Leben. Hier verdrängt eine Ideologie Vernunft, Vorsicht und Erfahrung, mit anderen Worten: den  gesunden Menschenverstand. Gut regiert zu werden heißt auch freiheitlich, großzügig und intelligent regiert zu werden.“

In der Demokratie gelangen nach einem System der negativen Auswahl a priori Personen an die Macht, deren Charakter Merkmale der Unreife und Unwahrhaftigkeit aufweisen, Personen, die mehr an Macht interessiert sind als  am Wohl des Gemeinwesens. Als in vordemokratischen Zeiten die Deutschen noch als „Volk der Dichter und Denker“ galten, wurde politisches Handeln noch als taktische Staatskunst verstanden. Heute wird die Erinnerung daran nur noch achselzuckend im Plusquamperfekt vorgetragen.

Das Problem ist nicht der Staat ansich, sondern das jeweilige Regierungssystem.

 

tearjerker

15. August 2021 10:41

Die Deutschen hatten immer alles im Griff. Erst führen sie die Westallierten in die Irre und schaffen es auch nach dem Krieg nach ihrem Drehbuch die Puppen tanzen zu lassen. Weil Komiker wie Haisenko längst verlorene  Schlachten nachträglich doch noch zu gewinnen versuchen, kommt man auch beim Thema Staat nie zu den wirklich interessanten Fragen: Staatsquote auf das Niveau von 1871 zurückführen? Einkommenssteuer abschaffen? UN-Verträge aufkündigen? Verbote von Feindorganisationen wie GAVI oder Amnesty anstreben? Verpflichtende Sozialversicherungen abschaffen? Usw. Vielleicht sollte man das Land tatsächlich agrarisieren, islamisieren und nach afghanischem Vorbild umgestalten. Bei einer Bevölkerungsdynamik wie in Gaza oder Afghanistan hätten unsere Nachbarn es in 50 Jahren mit 500 + Millioinen Deutschen zu tun. Das ergäbe dann tatsächlich die Möglichkeit die geostrategische Lage für Deutschland neu zu bewerten. 

Maiordomus

15. August 2021 12:06

@bb. Im Alter von Wolfgang M. Schmidt machte ich mich, bei der Publikation meiner Doktorarbeit, deren häufiges Hauptmerkmal ist, dass es sich um Anfängerarbeiten handelt, ebenfalls mit einem Buchstaben als "Mittelname" wichtig, statt dass ich mit diesem Namen mit Vollschreibung noch einem Heiligen oder Schweizer Schlachthelden die Ehre gegeben hätte. Die Mittelnamenschreibung gehört zur Amerikanisierung des intellektuellen Lebens, was mir nach Erscheinen der Dissertation mein Doktorvater fast höhnisch an den Kopf geworfen hat, wobei jedoch als Verlagsort auf dem Titelblatt immerhin "Frankfurt am Main - Bern - Las Vegas" angegeben war. Es ging wohl darum, als Akademiker sich ja nicht einen Wettbewerbsnachteil einzuheimsen. Etwas anderes wären natürlich Doppelnamen wie Hans Ulrich, Hans Rudolf oder Rosemarie, auch Eva-Maria, das wäre kein Namen-Snobismus. 

Franz Bettinger

15. August 2021 13:03

@Verzicht / Umwelt / Vegetarier:

Ha. Seid ihr so verdorben, dass ihr kein natürliches Wasser mehr trinken könnt aus einem Bach oder einer Pfütze? - Ich wünsche euch große Not. Damit ihr es wieder lernt. Wieder zu Sinnen kommt. Eure 5 Sinne wiederfindet wie jedes Tier. Ihr Armen! Ihr Hirnwesen ohne Instinkt und Verstand!  

Das fiel mir ein angesichts meiner Mitmenschen. Es könnte aber auch von Knut Hamsun sein, dessen „Segen der Erde“ ich gerade fertig gelesen habe. Es handelt von Kindern, die saufen wie Posaunenengel und schlafen wie Baumstämme in einem Paradies von Schmutz und Unwissen. Köstlich!

Laurenz

15. August 2021 14:15

@Franz Bettinger @Schnellschießer

Lieber Franz, was irgendwer zur Teilung Deutschlands meint, spielt doch keine Rolle. Viele warfen Adenauer, als Separatisten, die Teilung Deutschlands vor. Aber war dem tatsächlich so? Wir wissen nur, daß Stalin einen Deutschen Staat unter Neutralität vorschlug. Aber die US Amerikaner lehnten wohl ab. Überhaupt hätten darüber nur die US Amerikaner entscheiden können. Hast Du eine Quelle, in der für die USA ein neutrales Deutschland eine Option gewesen wäre? Mit dem Einsetzen des Kalten Krieges spielt auch die geo-strategische, sprich militärische Lage seinerzeit eine große Rolle. Konventionell war die Rote Armee wohl dem Westen überlegen. Und zu dieser Zeit die Sowjetunion nuklear unter Beschuß zu nehmen, wäre nicht besonders effizient gewesen. Vielmehr wäre wohl deutsches Territorium in Mitleidenschaft gezogen worden.

@Tearjerker

Wer sollte Ihre Staatsidee durchsetzen sollen, wollen oder können?

Dietrichs Bern

15. August 2021 17:18

Lese gerade, dass sich der Afghanische Präsident abgesetzt hat. Was das mit dem Thema zu tun hat? Nun, im Gefolge der zu erwartenden "Verwerfungen" (Mounk für das Töten Unschuldiger) in Deutschland bedingt durch neue Ströme von Goldstücken, werden alle Phantasien über "Degrowth" (Grünlich für die anderen sollen mal so richtig verzichten) und Deindustrialisierung (Gewerkschaftsdeutsch für Autoindustrie plattmachen) möglicherweise weit übertroffen.

brueckenbauer

15. August 2021 21:02

@Laurenz

Zum Thema US-Wirtschaftshilfe habe ich keine eigene Meinung. Ich habe nur versucht wiederzugeben, was Leube geschrieben hat (zitiert nach Bettinger):

"Die USA wurden geradezu gezwungen, ihren Westteil schnell wieder aufzubauen ..."

brueckenbauer

15. August 2021 21:11

@Gustav

Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber die Demokratie - jedenfalls die eigentliche, freiheitliche -  ist die einzige mir bekannte Staatsform, in der auch eine minoritäre Opposition (wie z.B. wir, oder auch die deutsche Volksgruppe) überleben kann.

Dafür nehme ich einen ineffizienten Staat jederzeit in Kauf.

Laurenz

16. August 2021 00:13

@Brückenbauer

Es war vor allem viel privater Wohnraum zerstört. Von den Industrieanlagen standen noch über 70%.

heinrichbrueck

16. August 2021 00:35

"Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber die Demokratie - jedenfalls die eigentliche, freiheitliche -  ist die einzige mir bekannte Staatsform, in der auch eine minoritäre Opposition (wie z.B. wir, oder auch die deutsche Volksgruppe) überleben kann."
+
Friedliche Machtübergabe in Kabul.
+
"Dafür nehme ich einen ineffizienten Staat jederzeit in Kauf."
=
Hochkomik²🤣. 
 
 

Laurenz

16. August 2021 10:11

@HeinrichBrück

"Afghanistan"

In Afghanistan besteht kein Wille, sich gegen die Taliban zu Wehr zu setzen. Von daher scheinen alle mit der Herrschaft der Taliban zufrieden zu sein. Von daher iost auch die Sicherheitslage 1A & man kann gut abschieben.

RMH

16. August 2021 10:43

=
Hochkomik²🤣. 

@heinrichbrueck

Seltsamer "Humor", angesichts der Vorgänge, die sich aktuell abspielen.

Wenn jetzt 10tsde Kollaborateure bei uns anklopfen und sagen, nehmt uns auf, wir waren ja auf Eurer Seite und man dann aufgrund der Fehlentscheidungen unserer Administrationen recht klar sagen muss, ja, kommt rein, dann dürfen sie gerne weiterlachen.

 

 

tearjerker

16. August 2021 10:49

@Bettinger: Ich fand Leubes Einschätzungen seinerzeit nicht überzeugend. Das „Sensationelle“ daran war eher die Tatsache, dass auch vor 1945 in Deutschland Politik betrieben wurde, was das allgemein gültige Geschichtsbild nicht zur Kenntnis bringt. @Laurenz: Man sollte beizeiten benennen, was die Abkehr von der Buntenrepublik denn konkret bedeuten soll. @heinrichbrueck: Die Taliban sind die It-Crowd der Srunde. Eine Kleider und Badelatschen tragende Armee kann die Positionen vor Ort kaum so schnell besetzen wie sie geräumt werden, während die hiesige Regierung und ihre Presse es nicht fassen kann, dass ein Land einfach nicht an einem demokratischen Staat nach Berliner Vorbild interessiert ist. Von mir dafür ein fettes Like.

Hajo Blaschke

16. August 2021 14:28

@ brückenbauer

Eine wichtige Forderung der AfD ist der Dexit. Der Austritt Deutschlands aus der EU. Für mich hängt damit die Frage zusammen, wo und wie sich Deutschland nach diesem Austritt einordnen soll. Meines Erachtens sollte das Deutschland, das die Zeit überdauert, ein neutrales Land mit dem Potential zur Selbstverteidigung sein. Nur als neutraler Staat mit Äquidistanz kann dieses Land für uns Deutsche bestehen.

Zu Afghanistan: die Schauermärchen, die z.Z. verbreitet werden, werden über kurz oder lang enden. Die Taliban sind Afghanen in Afghanistan, die sich ihr Land zurückholen. Und für afghanische Patrioten ist Aschraf Ghani ein Landesverräter. Die Vernichtung der britischen Armee 1842 am Khaiberpass bei ihrem Versuch, Afghanistan zu okkupieren, sollte jedem aufgeklärten Menschen eine nie zu vergessende Lehre sein.

RMH

16. August 2021 16:08

 "Die Vernichtung der britischen Armee 1842 am Khaiberpass bei ihrem Versuch, Afghanistan zu okkupieren, sollte jedem aufgeklärten Menschen eine nie zu vergessende Lehre sein."

@Hajo Blaschke,

verbreiten Sie doch keine historischen Mythen und Legenden und lesen sich bitte erst einmal zu Themen wie "The Great Game" etc. ein. Die Afghanen haben noch nie eine Schlacht aus dem Nichts oder ohne, dass ausländische Mächte ihre Finger im Spiel hatten, gewonnen. Und so ist es auch heute: Ohne Pakistan keine Taliban, was auch nicht groß verwundert, sind doch Teile Pakistans eigentlich Afghanistan, nur wurden diese Provinzen einstmals von den (angeblich ja so böse verprügelten und aus dem Land gejagten) Engländern annektiert und fielen dadurch an das, was heute Pakistan heißt (einstmals britische Kolonie).

Dietrichs Bern

16. August 2021 17:33

@Laurenz: Na guck, da sind wir - was die Einschätzung der Lage Afghanistans angeht, ja fast einer Meinung. 

Bis auf Geld und einige Annehmlichkeiten, waren die Afghanen in der weit überwiegenden Mehrzahl an nichts interessiert, was Washington oder Berlin ausmacht, noch nie.

Hajo Blaschke

16. August 2021 18:55

@ RMH

Welche Ausländer haben denn 1842 den Afghanen am Khaiberpass geholfen, die Armee der Briten bis auf ein, zwei Leute ins Jenseits zu befördern? Pakistan gab es zu dieser Zeit gar nicht. Das heutige Pakistan, das heutige Bangladesh, das heutige Burma und Indien waren die Kronkolonie. Afghanistan war nie und zu keinem Zeitpunkt britische Kolonie oder Pakistan. Und dass die Taliban Pakistaner sind, die von Pakistan initiiert wurden, um in Afghanistan Terror zu verbreiten, basiert vermutlich auf übermäßigem Studium von Propagandainformationen aus den Lügenmedien.

Übrigens wird die russische Botschaft im Gegensatz zu den Botschaften der NATO-Aggressoren von Taliban  bewacht und geschützt und kein einziger Angehöriger der russischen Botschaft wird bedroht. Also, bevor Sie mir Mythen vorwerfern, sollten Sie sich mal selbst mit Fakten beschäftigen, wenn Sie was zu Afghanistan sagen wollen.

Andreas Walter

16. August 2021 21:14

Mein Gott. Kabul könnte Bidens Stalingrad werden (oder er muss noch mal anfangen, dann aber mit einer anderen Exitstrategie.

Es liegt daher nur noch an den Taliban, ob das jetzt die nächsten Tage passiert oder nicht.

Begründung: Man kann Transportflugzeuge schlecht von innen verteidigen, wenn man schon eingestiegen ist. Irgendwann müssen sie aber einsteigen, auch die meinetwegen letzten 300.

Wie wollen sie also gleichzeitig den ganzen Flugplatz und Umgebung freihalten von Milizen, von Panzerfäusten, Flugabwehrraketen und -kanonen, um überhaupt in die Luft zu kommen?

Die ganze Stadt erstmal platt machen?

Den Taliban sind nämlich die vielen Flüchtlinge auf dem Airport womöglich egal, das sind in ihren Augen eh alles Verräter, die man deswegen auch rücksichtslos als Schutzschilde missbrauchen kann.

Sie könnten sie sogar mir Waffengewalt auf die Landebahnen/Startbahnen treiben und dort dann einfach in Schach halten. Oder die Bahnen dann sogar zerstören.

Auf die Art dann nach und nach ein Massaker an 3000/6000 Soldaten der westlichen Allianz verrichten und dabei gleichzeitig auch noch zig 1.000 oder sogar mehrere 10.000 Verräter ihrer Sache töten.

RMH

16. August 2021 21:36

@Hajo Blaschke,

ach, eine einzelne, gewonnene Schlacht ist entscheidend, bei einem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Russland und Britannien?

Warum glauben Sie denn, können Paschtunen (= Afghanen) zwischen Afg. und Pakistan sich frei unter ihresgleichen bewegen? Die Briten haben knapp ein Drittel Afghanistans zu ihrer Kronkolonie annektiert. Das restliche Afghanistan lebte von britischem und russischen Gnaden als Pufferstaat zwischen den beidseitigen Interessengebieten. In Pakistan leben heute mehr Paschtunen (= Afghanen), als in Afghanistan. Ohne diese Kunstgrenze wäre evtl. einiges einfacher. Sowohl Russen in den 80ern als auch später die Amerikaner hätten theoretisch (! - praktisch war das bekanntermaßen nicht möglich) eigentlich die paschtunischen Provinzen in Pakistan mit erobern müssen, um evtl. die Chance auf Ruhe zu bekommen. Aber verbreiten Sie doch einfach ihren Traum von den angeblich edlen wilden, Namens patriotischen Afghanen, die angeblich nur ein "fremdes Joch" abgeworfen haben. Kann man alles recht schnell nachlesen - Sie haben es offenbar trotz meines deutlichen Hinweises (Great Game etc.) nicht getan.

RMH

16. August 2021 21:40

@H.B.,

Teil 2:

Aber im Grunde ist die Diskussion unerheblich, angesichts der Tatsache, dass wir bald noch mehr von diesen Leuten bei uns begrüßen dürfen, dank des "Freiheitskampfes" der Leute, die Taliban genannt werden (mit dann all den vom pakistanischen Geheimdienst uns "untergejubelten" Gefährdern darunter). Die Russen stufen die Taliban nach wie vor als "Terroristen" ein, sprechen aber pragmatisch mit ihnen. Russland ist zudem über die OVKS  mit Tadschikistan und Kirgisistan verbündet und hält Manöver auch mit Usbekistan ab - gerade wegen den Taliban. Friede, Freude, Eierkuchen herrscht hier nicht, nur eben zur Abwechslung Realpolitik. Wer weiß, wie Trump es, der es ähnlich realpolitisch anging, zu Ende gebracht hätte.

Laurenz

16. August 2021 23:47

"Afghanistan"

Wieso sollte der deutsche Bürger für den Berliner Krieg in Afghanistan haften? Mir ist es vollkommen egal, wer da den Mohn abbaut, solange er hier nicht ankommt. Sollen doch die Politiker materiell dafür haften, die dem Einsatz zugestimmt haben & zwar gegen den Willen der deutschen Bevölkerung & gegen das GG. Der einzige Großkupferte, der das jemals zugab, war zu Guttenberg.

@RMH

Was den britisch-russischen Dauerkrieg angeht, so finden Sie die Ursache dafür in der russischen Nationalhymne & zwar den russsischen Südmeerzugang, den die Briten bis zum heutigen Tag zu verhindern suchen. Diese Erkenntnis ist älter als das II. Deutsche Reich. Aber die maßgeblichen Personen in der Deutschen Politik haben das in Bezug auf den I. Weltkrieg wieder mal nicht beachtet & die depperten Habsburger das dortige Volksvermögen in Bosnien verhökern lassen, & auch noch im Berliner Abkommen von 1878 mitunterschrieben, einer der wenigen Fehler Bismarcks, obwohl Er es im Grunde besser wußte.

Andreas Walter

17. August 2021 04:53

Guten Morgen, “Vietnam“. Ich habe bis eben Berichte über die Evakuierung von Saigon gelesen. Das warten bis zum Schluss hat übrigens Methode, hat man auch schon damals so gemacht. Kann jeder sogar auf Wikipedia nachlesen.

Doch dann das hier:

https://www.spiegel.de/ausland/afghanistan-erster-evakuierungsflug-verlaesst-kabul-mit-nur-wenigen-menschen-an-bord-a-39b08cd8-76d5-4239-bc85-2678f5dbf865

“Laut einer ersten internen Bundeswehrmeldung waren einige Schutzpersonen an Bord, allerdings offenbar nur eine Handvoll. Weil die Landung des A400M bis zuletzt ungewiss war, konnten die in Kabul verbliebenen Deutschen nicht rechtzeitig informiert werden."

Das kann nicht wahr sein. Wenn das keine taktische Falschmeldung ist, mit welcher Intension auch immer, dann fehlen mir die Worte.

Was haben die vor? Gehen die wieder rein? Dazu braucht man doch mindestens 10.000 Mann, mit jeder Menge Gerät und Munition. Die Türken sollen angeblich schon komplett raus sein und die Engländer berichten, nie wieder in Afghanistan einen Fuß reinsetzen zu wollen. Stehen wir, unsere Jungs, mit den VSA am Ende allein auf dem Rollfeld, oder was soll das werden?

Dauerhafte Luftbrücke? Für womöglich Millionen pro-westliche Afghanen? Womöglich sogar mit Einverständnis der Taliban, die diese Leute nämlich eh loswerden wollen?

Noch mehr jede Menge junge Fachkräfte für Europa? Das wäre ja ein Coup.

 

 

 

tearjerker

17. August 2021 07:40

Die Leseratten am Hindukusch vereinbaren mit den Amerikanern deren Abzug (haut endlich ab), bugsieren ihre Weiber von Instagram zurück an die Feuerstellen und schliessen das Unterhaltungsgewerbe. Das mit dem Unterhaltungsgewerbe hat ja inzwischen weltweit Anhänger, vielleicht sollten wir uns auch vom Rest inspirieren lassen.

RMH

17. August 2021 09:38

@Laurenz,

leider gehts ja nicht nach unseren Vorstellungen, sonst wäre man erst gar nicht in dieses Schlamassel geraten. Fakt ist, dass man sich jetzt die bislang viel zu wenigen Abschiebungen von sog. Asylanten nach Afghanistan endgültig abschminken kann und das auf dem sicher seitens unserer Administration sehr großzügig ausgelegten Ticket der Kollaboration jetzt noch einmal mindestens 10tsde nachkommen werden (um richtig verstanden zu werden: Grundsätzlich bin ich bei Gauland - wer uns wirklich geholfen hat, sollte Schutz bekommen. Aber wir wissen ja alle, wie solche Grundsätze dann am Ende ins Uferlose erweitert werden). Was wollen wir eigentlich mit all den gut an der Waffe ausgebildeten jungen Männern aka "Fachkräften"?

@tearjerker,

Houellebecqs "Submission" wir Realität. Für Unterhaltung ist auch in diesen Kulturkreisen gesorgt, nur eben verdeckter und ein bisschen anders.

Laurenz

17. August 2021 10:25

 

@Andreas Walter

Noch eindrücklicher ist der Film,  https://de.wikipedia.org/wiki/The_Killing_Fields_%E2%80%93_Schreiendes_Land

als die Amis aus Phnom Penh raus sind. 

Und die Roten Khmer sind ein ganz anderes Kaliber als unsere Freunde von den Taliban, die ewig von US-Admins gepämpert wurden & von daher doch viel zu verwöhnt sind. Die wollen auch weiterhin an die CIA billigen Mohn verkaufen, letztere damit schon seit den 70ern ihre schwarzen Kassen auffüllte.

@RMH

Ich stimme Ihnen ja zu, aber

Kollaborateure bleiben immer Kollaborateure,

auch gegen uns.

Andreas Walter

17. August 2021 12:58

Bis heute morgen habe ich ernsthaft geglaubt, dass jeder mit einem europäischen oder amerikanischen Pass bereits am Flughafen auf gepackten Koffern sitzt, bzw., auch schläft, gesichert in einem gesonderten Bereich durch europäische bzw. amerikanische Truppen.

Zur Zeit weiß ich nicht mehr, was ich noch glauben soll, denn die Nachrichten aus Kabul, Europa und den VSA widersprechen sich (in der Logik).

Eine A400M ist nämlich deutlich kleiner als eine C17 Globemaster[!],

https://de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A400M#/media/Datei:A400_Atlas_debuts_during_Mobility_Guardian_(Image_4_of_4)_Aircrew_members_prepare_an_A400M_Atlas.jpg

https://www.n-tv.de/panorama/640-Afghanen-draengen-sich-in-US-Flieger-article22747138.html

könnte aber zur Not auch bis zu 300 Personen auf dem Boden hockend transportieren (die dürfen halt bei Start und Landung nur nicht verrutschen, krasse Flugmanöver sind dadurch auch ausgeschlossen. Wegen der dann plötzlichen Schwerpunktverschiebung, die das Flugzeug aus einer stabilen Fluglage und dadurch zum Absturz bringen könnte).

Ausser "panic on the dancefloor", bei manchen Einheimischen und der westlichen Presse (die sie womöglich überhaupt erst erzeugt), scheint daher noch alles relativ entspannt zu sein, schlafen die Gringos derzeit noch Zuhause oder in ihren Hotelbetten. “Unerreichbar“ für die Rettungsmannschaften zumindest aus Deutschland, die am Wochenende ja eh nicht fliegen.

 

heinrichbrueck

17. August 2021 15:06

"Houellebecqs "Submission" wird Realität."
"ISLAM WILL DOMINATE THE WORLD" (Werbeplakat).
Was auch wieder zeigt, nicht nur Demokraten kann man reinlegen. Demokraten glauben, Mehrheiten hätten etwas zu melden. 
Echte politische Macht: 
– Ein Weißer fragt einen Indianer: „Wie wird der Winter?“
– Der Indianer: „Kalt.“
– Der Weiße beginnt, Holz zu hacken. Der Indianer kommt wieder vorbei.
– Weißer: „Wie wird der Winter?“
– Indianer: „Sehr kalt.“
– Der Weiße hackt noch mehr Holz. Der Indianer kommt vorbei. Weißer: „Wie wird denn nun der Winter?“
– Indianer: „Sehr, sehr kalt.“
– Weißer: „Woher weiß Roter Mann das?“
– Indianer: „Weißer Mann hackt viel Holz!“ 

Laurenz

17. August 2021 15:09

@Andreas Walter

Wie gesagt, die Roten Khmer oder der Vietkong ist nicht mit den Taliban vergleichbar. Ohne Westkontakt, wie sollten die Taliban dann an die ganzen Toyota Pick-ups & sonstigen Gebrauchsgüter rankommen? Die kriegen sonst doch nur grad so ihr Brot gebacken & sonst nichts.

KlausD.

17. August 2021 15:51

@RMH  17. August 2021 09:38

"... wer uns wirklich geholfen hat ..."

Wer "UNS" geholfen hat? Und das in diesem Forum ... Da möchte ich dann doch protestieren. Ich jedenfalls mache mich mit dem jetzigen Regime in der BRD, ihren Machtorganen und ihrer Teilnahme an Nato-Raubzügen nicht gemein.

tearjerker

17. August 2021 16:54

@RMH: Wir haben Vermaskierung, Leute dürfen sich nur noch unter Vorbehalt treffen, Bilderstürmerei und Umbenennungen, öffentlich beklatschte Geschlechtsangleichungen bis zur Verstümmelung und Schulbetreuung, die jeden Lehrbereich nach woken Massstäben ummodelt und damit alles in Weltanschaung verwandelt. Die Taliban machen dasselbe. Die ganze Erbärmlichkeit dieser Entwicklungen konnte sich nicht mal Houellebecq vorstellen.

RMH

18. August 2021 07:28

@Klaus D.

bei Regierungsadministrationen gilt für den Bürger bekanntermaßen, mitgefangen, mitgehangen, von daher sehen Sie doch bitte mir einfach die saloppe Verwendung von "unsere" nach. Sollte sich jemals etwas ändern und wir wären dann - aus welchen Gründen auch immer - auf Unterstützung im Ausland von dortigen Leuten angewiesen, werden diese sich, wenn man heute nicht ein Stück weit hilft, bestimmt an das Versagen "unserer" Regierung erinnern und den feinen Unterschied von Ihnen nicht machen (dieses Problem haben ganz massiv die USA).

@tearjerker,

Houellebecq frägt in seiner letzten, lesenswerten veröffentlichten Stellungnahme (gibt es hinter paywall auch in deutsch bei der Welt)

The narcissistic fall of France - UnHerd

"Does our “civilisation” really still have something to be proud of?"

Volksdeutscher

18. August 2021 11:06

"Was sollte der Staat nun tun?"

Da stehen zwei Charakterisierungen: eine abstrakte, wonach der Staat ein "Konzept" sei. Und dann eine realitäre, wonach er ein "herrschender und mitunter unverhohlener volksverneinender Komplex aus Interessengruppen" sei. Vielleicht kann man beide Charakterisierungen auf einen Nenner bringen, indem man eine Reduktion vornimmt und sagt: Der Staat ist ein Konzept und ein Komplex zugleich. Oder: Der Staat ist ein komplexes Konzept. Oder: Der Staat ist ein konzeptueller Komplex.

Die Interessengruppen sind auswechselbar, darüber besteht kein Zweifel, und die müssen ausgewechselt werden. Da es mit den gegenwärtigen Interessengruppen nicht geht, müssen zukünftige Interessengruppen her, mit denen es geht. Auf die Personifizierung des Staates wie im Titel sollte man jedoch verzichten, weil nicht er sich selbstätig betreibt, sondern von realen Personen betrieben wird: Der Staat ist das Objekt ihn regierender Subjekte.

Andreas Walter

18. August 2021 12:12

@KlausD.

Sie haben also schon 90% der Deutschen als hoffnungslos Verführte aufgegeben?

Sehen Sie das nicht so dramatisch. Verführbare lassen sich ebenso leicht auch wieder in eine andere Richtung führen, wozu man aber erst Der Herr der Karotte werden muss.

“Who controls money control the world.” Henry Kissinger

Und die Medien natürlich auch (selbstverständlich auch die neuen “sozialen“ Medien), denn das sind die Kirchen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Auch die Afghanen sind daher womöglich klüger, schon seit Abdur Rahman Khan, als man es (zumindest im Westen) wahrhaben will.

Ganz schlimm darum auch der Kommunismus, denn der will sich die Produktionsmittel und Ressourcen gleich direkt aneignen (und Himmel, Gott bewahre, dann auch noch, mehr oder weniger, "gleichmässig" verteilen. Also auch an die ganzen Faulpelze völlig ohne ....... Arbeitseifer).

Wozu das jedoch führt, ohne Peitsche, das kann man ja auch bei Nietzsche nachlesen.

Lesen Sie darum auch mein Buch: Schöner Unterdrücken (das Nachfolgewerk von Schöner Töten). Oder auch Die Lust an der Unterwerfung, von Daniela Goldhagen. Liebe Grüße aus Absurdistan.

tearjerker

18. August 2021 17:11

Was sollte der Staat nun tun?

Erstmal unsere treuen Helfer (Meuthen sinngemäss) aus Afghanistan evakuieren und auch die Ansprüche der afghanischen Ortskräfte (Hütter) nicht vergessen. 🙃 Ganz wichtig!

RMH

18. August 2021 18:19

"Was sollte der Staat nun tun?"

Diejenigen, die tatsächlich für die deutsche Armee gearbeitet haben, raus holen, wenn sie es denn wünschen. Viele davon werden schon da sein und so viele werden es am Ende in Summe auch wieder nicht sein, wenn man aus diesem Grundsatz keinen Blankoscheck macht (so wie es aussieht, könnte letzteres der Fall werden).

Deutschland zahlt immer noch ein paar wenigen, mittlerweile weit über 90-Jährigen Renten ins Ausland, weil sie im WK II bei Auxiliartruppen mitgekämpft haben. So verschafft man sich Glaubwürdigkeit im Ausland - wichtig für zukünftige, andere Fälle. Etwas, was bspw. die Amerikaner mittlerweile dann wohl endgültig verspielt haben.

Heinrich Loewe

18. August 2021 20:15

Ich weiß nicht, was ihr immer mit dem Staat habt...Es muß an der Preußischen Tradition liegen.

Frei nach  Ronald Reagan: "Der Staat ist nicht die Lösung, er ist das Problem."

Wie die Geschichte wie die Gegenwart lehrt, konvergiert "der Staat" immer zum Totalitarismus und zur Unterdrückung. Es gibt kein klügeres Menschenwerk als die Amerikanische Verfassung. Lest die Federalist Papers.

brueckenbauer

18. August 2021 20:28

"Was sollte der Staat nun tun?"

Was sollten WIR tun, um diesen Staat zu überleben - so wie die Taliban die amerikanische Besatzungszeit überlebt haben?

Laurenz

18. August 2021 23:13

@Heinrich Loewe

Die "Amerikanische Verfassung" konnte es nicht verhindern, daß die Konzerne es durchgesetzt hatten, Wahlkämpfe finanzieren zu dürfen.

 

herbstlicht

19. August 2021 11:04

Auch ein Netzfundstück: Einleitung eines politischen Kommentars bei Dagens Nyheter, Stockholm:

»Ministerpräsident Stefan Löfven verspricht, daß Schweden nicht auf die Flüchtlingskrise von 2015 zurüchfallen wird.  In Schweden ist es politisch nicht mehr möglich, viele Asylsuchende aus einem Krieg oder einer Schreckensherrschaft entgegenzunehmen.«

In Schweden singt man allerdings auch noch die zweite Strophe der Hymne:

Du thronst auf dem Gedächtnis vergangener großer Tage,

als geehrt dein Name über die Erde flog.

Ich weiß was du bist und du bleibst was du warst,

ja, ich will leben, ich will sterben im Norden.

Volksdeutscher

20. August 2021 09:07

@herbstlicht

Schön ist die schwedische Hymne. Und was für hahnebüchene Begründungen muß man sich in Deutschland anhören, warum die ersten zwei Strofen der deutschen Hymne bei staatlichen Anlässen nicht gesungen werden, nicht gesungen werden "dürfen" und/oder "sollen".... Einfach pervers. Selbstachtung gleich Null.