19. August 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (31)

Benedikt Kaiser / 58 Kommentare

Afghanistan – wohl jeder verfolgt die Schlagzeilen rund um die merkwürdig friedliche Machtübernahme der Taliban.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Naturgemäß ist derlei dynamisches Geschehen besser live via Twitter, TV und Radio zu verfolgen als via Printerzeugnissen, die mit gewisser Verzögerung auf die Dinge blicken können – ein Nachteil für diese (printbezogene) Kolumne.

Gleichwohl lohnt sich ein kurzer Blick in die Tagespresse.

Zunächst zum Hergang: »Die Taliban stehen schon in Kabul« titelt die NZZ (v. 16.8.2021):

Die Taliban sind in Kabul. Sie laufen durch die Strassen, durch die Nachbarschaften, in denen sie zuvor teilweise im Versteckten operiert hatten. Jetzt gibt es keinen Grund mehr, sich zu verstecken,

wobei zu fragen wäre, ob sie das vorher in der Form überhaupt nötig hatten. Nundenn: Andreas Babst, Korrespondent mit Sitz im indischen Delhi, bringt die gesamte komplexe Lage wie folgt auf den Punkt:

Die islamistischen Kämpfer warteten ab am Sonntagmorgen. Sie warteten, und Afghanistans Regierung fiel zusammen,

aber natürlich nicht ohne mehrere hundert Millionen US-Dollar außer Landes zu schaffen.

Die Zusammenfassung der dann folgenden Entwicklungen – Flucht der US-Verbündeten, Einzug der Taliban, die Possen um den Flughafen Kabuls – kann jeder ohne Bezahlschranken hier (Chronologie der Ereignisse), hier (Chaos am Flughafen) oder auch hier (»Liveticker« zur Migration) nachlesen.

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Wichtiger für die politische Lage der deutschen Rechten ist die Frage, was das für sie alles mit sich bringt. In der NZZ (v. 17.8.2021) wird eine Auffassung präsentiert, wonach »Baerbocks Ideen ein Wahlkampfgeschenk für die AfD« sein sollen.

Gemeint, aber freilich nicht gesagt, ist: Der Überbietungswettbewerb der Kartellparteien, wer mehr Afghanen aufnehmen möchte, hat begonnen, denn

Baerbock will Kontingente afghanischer Flüchtlinge in die EU holen. Einen Konsens aller Mitgliedstaaten will sie dabei gar nicht erst abwarten. Denn den, das schätzt sie wohl richtig ein, wird es kaum geben,

und so konkurrieren Grünen-Baerbock und CDU-Laschet darum, wer mehr Afghanen nach Deutschland bringen darf. Laschet legt die Meßlatte hoch, er »verspricht (die) Aufnahme aller afghanischen Helfer«. Da kann die andere bürgerliche Großpartei nicht hintanstehen.

Oliver Maksan, NZZ-Redakteur in der Berliner Dependance, meint, daß dies »ein Wahlkampfgeschenk an die AfD« sei. Doch ist dem so?

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Tatsächlich stagniert die AfD vor der neuerlichen Afghanistankrise bei 9 bis 11 Prozent in Umfragen (Wahlergebnis 2017: 12,6 Prozent), wobei man von einer bundesweiten Stammwählerschaft von 8 Prozent ausgehen darf. Nun könnte der Überbietungswettbewerb, wer schneller die Grenzen für Afghanen öffnet, für die AfD ein Game Changer sein, ist man doch die einzige parlamentarisch vertretene migrationsskeptische Partei – eine Alternative zur einhelligen Migrationstendenz der Kartellparteien also.

Diese alternative Positionierung ist lebensnotwendig für die Partei. Während sie sozial- und wirtschaftspolitische Polarisierungen der unterschiedlichen Parteiströmungen aushalten kann, fortwährende Hetzkampagnen der Medien übersteht, das eigene Ost-West-Gefälle einigermaßen austariert, Verfassungsschutz-Spielchen oder interne Zerwürfnisse immer wieder übergeht: Die AfD würde die Preisgabe des Alleinstellungsmerkmals wider die Migration der Marke BRD nicht überstehen.

Und dennoch arbeiten bestimmte Akteure in der AfD am Zustandekommen einer solchen beispiellosen Zäsur. Die Welt (v. 18.8.2021) kann daher einen Beitrag Matthias Kamanns so überschreiben: »Ausgerechnet in der Migrationsfrage droht der AfD nun Streit«, denn:

Teile der Partei sind zur Aufnahme von Afghanen bereit,

wobei jemand, der hierbei an die üblichen Verdächtigen von Uwe Junge bis Joachim Wundrak denken mag, instinktiv richtig liegt.

Aber der Reihe nach. Tino Chrupalla, Spitzenkandidat der AfD im Bundestagswahlkampf, gab – eigentlich – die einzige mögliche Generallinie der Partei vor und hob hervor, daß sich die BRD

einen weiteren Kontrollverlust wie 2015 nicht erlauben

könne:

Kurz darauf stand für die andere Spitzenkandidatin Alice Weidel fest, dass die Bundesregierung "aus den Fehlern von 2015 nichts gelernt" habe. Zudem postete die Bundestagsfraktionschefin auf Facebook "Afghanistan: Asylmoratorium jetzt!", und forderte, man müsse das "Asylrecht nach dänischem Vorbild" aussetzen.

Auch aus dem Europaparlament kamen klare Worte. Der bayerische Abgeordnete Bernhard Zimniok teilte mit:

Eine weitere Aufnahme von Migranten darf es nicht geben,

zumal die Bundesregierung in den letzten zehn Jahren 89.591 unerlaubt nach Deutschland eingereiste Afghanen zählte. 2021 waren es bis Ende Juni bereits 4.294, wovon fast alle noch im Land sind (Quelle).

Das hätte man ergänzen und dann dabei belassen können, um sich, der AfD-typischen Migrationsthematik sicher, fortan dem katastrophalen Krisenmanagement der Bundesregierung bei der Evakuierung ihrer Staatsbürger oder auch, größere Bahnen ziehend, der verhängnisvollen Rolle der NATO-Staaten im Nahen und Mittleren Osten widmen zu können.

Aber, wie Kamann zusammenfaßt, öffnete sich dann plötzlich ein Spalt des Dissens just in einer Frage, in der sich die AfD keinen leisten kann:

Uneins aber ist die Partei bei einer Migrationsfrage, die einige tausend Menschen betrifft: Soll Deutschland jene Ortskräfte aufnehmen, die in Afghanistan für die Bundeswehr und Hilfsorganisationen arbeiteten und nun um ihr Leben fürchten? Für deren Rettung durch Deutschland plädieren der Ehrenvorsitzende Alexander Gauland, der Berliner Fraktionschef Georg Pazderski sowie AfD-Chef Jörg Meuthen.

Um Gaulands Positionierung in diesem Fall ist es schade, wohingegen man bei Meuthen annehmen durfte, daß derartiges passiert: Man hat längst das Gefühl, daß der Noch-Parteichef immer erstmal abwartet, was Chrupalla und Weidel denken und was die Basis mehrheitlich unterstützt, um dann das direkte Gegenteil als eigene Position zu formulieren. Meuthens Ägide ist zwar bald historisiert, aber kann sich schädlich bis zur Wahl auswirken.

Meuthen also auf Facebook:

Wir haben eine moralische Pflicht, nach Maßgabe unserer Möglichkeiten nun auch jene Afghanen zu retten, die unmittelbar für uns gearbeitet haben und nun in äußerster Lebensgefahr sind. Diese Menschen dürfen wir nun nicht zurückweisen.

Uwe Junge sekundierte bei Twitter:

Wer jetzt nicht die Verantwortung für diejenigen verspürt, die uns tatsächlich geholfen haben, ist ein ehrloser und charakterloser Lump,

womit er moralpolitischen Druck aufbaut, den man ansonsten nur von Grünen und linken Interessengruppen aller Art kennt. Auch der Niedersachse Wundrak spricht hier – entgegen Weidels und Chrupallas Statements – explizit von einer »Pflicht« (!), den »Ortskräften« in Deutschland (!) neuen Raum zu geben – nicht etwa in den kulturell und religiös eng verwandten Nachbarländern Usbekistan oder Tadschikistan, wogegen wohl niemand etwas einzuwenden hätte, zumal bis zu ein Drittel der afghanischen Bevölkerung de facto ethnokulturelle Usbeken und Tadschiken sind.

Aber in Deutschland? Weshalb? Mit einem zeitlich befristeten Job für bundesrepublikanische Einrichtungen geht wohl kaum ein Rechtsanspruch auf Familienansiedlung in Deutschland einher, und zwar auch dann nicht, wenn die Sicherheitslage in Afghanistan eine – mit dem US-Abzug zu erwartende – Wendung nimmt.

Wundrak derweil im Welt-Wortlaut:

Ich persönlich halte es für unsere Pflicht, diese Menschen, die uns treu geholfen haben und übrigens auch sicherheitsüberprüft sind, samt der engeren Familie in Deutschland in Sicherheit zu bringen,

wobei er damit die Büchse der Pandora öffnen würde.

Wer legt fest, wer »uns« wirklich »geholfen« hat? Ist das jeder Afghane, der mal eine Anstellung seitens der Bundeswehr und ihrer Partner erhalten hat und sehr wohl um die realen Machtverhältnisse in seinem Heimatland gewußt haben dürfte, also eine für lokale Verhältnisse gut dotierte, aber zeitlich limitierte Wette auf seine nahe Zukunft annahm? Ist das jeder Afghane, der mal für eine internationale oder deutsche NGO an der Seite bundesrepublikanischer Kräfte arbeitete?

Ist Wundrak bewußt, daß dann jede beliebige in Afghanistan einst aktive Institution, die oftmals mit migrationsbefürwortenden Mitarbeitern bestückt ist, Bescheinigungen an Afghanen ausstellen könnte, die behauptet, daß man es hierbei mit einer »Ortskraft« zu tun hat, was, inklusive Familiennachzug (!), dann doch interessant werden dürfte?

Ist Wundrak bewußt, daß bis zu fünf Millionen Afghanen ihr Heimatland verlassen zu beabsichtigen, und daß dann Deutschland eines der Primärziele darstellen würde?

Man kann schlechterdings nicht Angela Merkel und Konsorten vorwerfen, Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten 2015 »eingeladen« zu haben, indem sie von lediglich einigen Tausend »Schutzbedürftigen« ausging und aus den anfänglichen paar Tausend dann – erwartungsgemäß – fast zwei Millionen wurden, wenn man selbst beginnt, ohne jede Not von einer »Pflicht« zu sprechen, »diese Menschen, die uns treu geholfen haben« – »samt der engeren Familie« – ausgerechnet »in Deutschland in Sicherheit zu bringen« und nicht etwa in den Nachbarländern, die man tatsächlich vollumfänglich unterstützen sollte.

Zuletzt die Frage: Wieso prescht der unterlegene Kandidat zur AfD-Spitzenkandidatur überhaupt öffentlichkeitswirksam vor, wenn doch die von der Basis gewählten Kandidaten klare, programmgetreue Standpunkte vorgegeben haben und man auch als Politneuling wissen dürfte, daß sich die Mainstreampresse auf derlei AfD-immanente Widersprüche stürzen würde?

Die Welt zeigt aber immerhin, daß derlei Avancen in Richtung selektiver Migration aus Afghanistan nicht unwidersprochen bleiben. Maximilian Krah und Björn Höcke (mehr von ihm hier) werden beispielsweise mit kurzen Zitaten angeführt, wobei es darüber hinaus insbesondere die Parteijugend in Gestalt der Jungen Alternative (JA) ist, die Ordnung in die widersprüchlich werdende Positionierung ihrer Mutterparteifunktionäre zu bringen versucht.

JA-Chef Carlo Clemens brachte Kernforderungen auf den Punkt:

Darauf aufbauend hat die JA zehn Punkte formuliert, die das Zeug dazu haben, eine einigermaßen konsensfähige Positionierung im Sinne der AfD-Wähler und -Sympathisanten darzustellen:

 

Hinter diese Thesen sollte die AfD in der heißen Wahlkampfphase nicht zurückfallen. Afghanistan kann tatsächlich zum erwähnten Game Changer werden, wenn alle Parteien fortan die bunte Willkommenskultur 2.0 predigen und jene Wähler, die an deren Sinnhaftigkeit zweifeln, eine Alternative suchen werden.

Hierfür bedarf es aber programmatischer Einigkeit vom Infostand bis in die Chefetage. Und plötzlich wären die einst erzielten 12,6 Prozent plus 1, 2 oder auch 3 Prozent nicht länger mehr auszuschließen.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (58)

Rheinlaender

19. August 2021 17:58

Die ehemaligen Ortskräfte haben nicht Deutschland unterstützt, sondern Deutschland hat versucht, den Aufbau eines afghanischen Staates zu unterstützen und hat dabei mit Afghanen zusammengearbeitet. Eine Verpflichtung Deutschlands dazu, diese Kräfte und ihre Familien aufzunehmen und zu versorgen, ergibt sich daraus nicht, auch wenn Aktivisten versuchen, moralischen Druck aufzubauen (man habe die Afghanen "zurückgelassen"; in ihrer eigenen Heimat wohlgemerkt).

Auffällig ist auch, dass keinerlei Debatte über die Tatsache stattfindet, dass die Bundesrepublik gerade die größte militärische Niederlage ihrer Geschichte erlitten hat. Statt dessen redet man über Frauenrechte in Afghanistan, welche die Afghanen selbst nicht für wichtig genug hielten, um sie zu verteidigen.

Überhaupt dominieren humanitaristische Themen die Diskussion, während nationale Interessen und harte sicherheitspolitische Fragen praktisch nicht vorkommen. Die deutsche Standantwort auf jegliches problematische Geschehen in der Welt ist es mittlerweile, möglichst viele Menschen nach Deutschland umzusiedeln. Im Fall Afghanistans belohnt man damit die Feiglinge, die ihre Heimat in der Stunde der Not im Stich lassen, während andere Afghanen für sie kämpfen, etwa im Pandschir-Tal.

Herold

19. August 2021 18:02

Schluss mit dem Werteimperialismus - eher Schluß mit hohlen Werten. Imperialismus ist an sich eine gute Sache - ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen -  aber wenn der Werteimperialismus aus drag queen story hours besteht, dann sind mir Paschtunen mit einer robusteren Vorstellung von Werten näher als Maas, Baerbock oder der Rest der sog. Zivilgesellschaft.

Volksdeutscher

19. August 2021 18:12

Daß die deutschfeindlichen Kartellparteien sich zur Thematik so aussprechen wie sie es tun, überrascht nicht. Aber es stehen einem die Haare zu Berge, was für inkompetente Flachköpfe in der AfD derart wichtige Positionen besetzen und ihr Zerstörungswerk gegen Partei und Volk (falls es jemals das ihre war) seit langer Zeit ungehindert betreiben können. Gaulands Positionierung überrascht mich nicht, er wird zunehmend eine Belastung für die AfD. Den angesprochenen Positionen der JA kann man aber im Großen und Ganzen zustimmen.

Der_Juergen

19. August 2021 18:21

Ich erlebe den Sieg der Taliban mit gemischten Gefühlen; einerseits freut es mich, dass der US-Imperialismus eine so schmähliche Niederlage erlitten hat, andererseits tut es mir schon leid um die afghanischen Frauen. Aber was in Afghanistan passiert, ist nicht die Sache der Deutschen. Deutsche Soldaten dorthin zu schicken, war ein Akt der Vasallentreue Schröders gegenüber seinen Herren in Washington. Für die Aufnahme der geflüchteten Afghanen ist jenes Land zuständig, das die Verantwortung für das Schlamassel trägt, also die USA. 

Wie wahnsinng die Vorstellung ist, westliche "Demokratie" in ein Land mit vollkommen verschiedenen Wertvorstellungen und Traditionen importieren zu wollen, hat sich in Afghanistan besonders deutlich erwiesen. Und bei aller Abneigung gegen den Fanatismus der Taliban - wie @Herold sind sie auch mir längst nicht so zuwider wie die Baerbocks, Laschets und die Haderlumpen vom liberalen AFD-Flügel

Hajo Blaschke

19. August 2021 18:37

Herr Kaiser, die unmittelbaren Nachbarländer Usbekistan und Tadschikistan werden einen Teufel tun und Flüchtlnge aus Afghanistan aufnehmen. Die wissen auch, warum sie das nicht tun. Diese Länder zu denen noch Kirgisien und auch Turkmenistan gezählt werden können, werden sich nie eine extreme islamische Zuwanderung antun.

Z.Z. finden an der afghanischen Grenze in Usbekistan und Tadschikistan Manöver russischer Armeetruppen mit usbekschen und tadschikischen Armeetruppen statt, um zu signalisieren, dass die Grenzen zu Afghanistan dicht sind.

Die Taliban haben auch keine Blitzsiege erkämpft. Sie sind einfach nur aus der Deckung, in der sie seit Jahren schon das Land kontrolliert haben, an die Öffentlichkeit getreten.

Ich sage, lasst die Afghanen machen. Die Führer der Taliban haben übrigens dazu aufgerufen, im Land zu bleiben, um es wieder aufzubauen.

Volksdeutscher

19. August 2021 19:07

Es heulen auf die Sirenen der Menschentümelei, die Zerstörung von Volk und Staat kann für manche Leute nicht schnell genug erfolgen. Das ist nun das zentrale Wahlkampfprogramm aller Kartellparteien: die deutsche Staatlichkeit so schnell wie möglich beenden. Dazu könnte sich ihnen eine weitere Gelegenheit bieten, fünf Millionen (ungeimpfte) Afghanen ins Land zu holen. Das wäre auch im Interesse der Impfindustrie. Die Kartellmedien werden jetzt freilich erneut und vermehrt jene AfD-Politiker zu Wort kommen lassen, die in der AfD die Liga der Weicheier und die Klicke der inneren Verräter verkörpern, sei es um der Bevölkerung vorzugaukeln, daß über ihr scheinhumanitäres Vorhaben ein allumfassendes Konsens gäbe und/oder um in der AfD den parteiinternen Flügelkampf vor den Wahlen zu verstärken und zu vertiefen.

Ein Ausschlußverfahren all jener Liberalen müßte im Interesse des Überlebens der AfD in absehbarer Zeit erfolgen. Diese Kräfte können freilich darin sicher sein, daß dies aus strategischen Gründen vor den Wahlen nicht erfolgen kann und wird. Verstärkte Präsenz konservativer Kräfte, allen voran der AfD-Jugend müßte in diesen schweren Tagen, Wochen und Monaten das Gebot sein, im Internet auf alles Liberale zu schießen, das sich bewegt und solange es sich bewegt.

Niekisch

19. August 2021 19:24

" unmittelbar für uns gearbeitet"

Nein, wir mit unseren Hiwis unmittelbar für die Absicht der USA, von Afghanistan aus die atomaren Absichten Pakistans im Osten und Irans im Westen von Afghanistan zu überwachen. 

RMH

19. August 2021 19:29

"Wir haben eine moralische Pflicht, nach Maßgabe unserer Möglichkeiten nun auch jene Afghanen zu retten, die unmittelbar für uns gearbeitet haben und nun in äußerster Lebensgefahr sind. Diese Menschen dürfen wir nun nicht zurückweisen."

Wir haben keine moralische Pflicht, aber es ist eine Sache von Anstand und Weitsicht, bei eigenen Helfern keine verbrannte Erde zu hinterlassen, denn sonst wird man langfristig in anderen Fällen keine mehr bekommen. Die Einschränkung auf "die unmittelbar für uns gearbeitet haben" ist richtig, nur wird die Grenzziehung im Einzelfall schwierig sein. Ob jetzt wirklich alle in "äußerster Lebensgefahr" sind, können wir von hier nicht beurteilen.

Richtig wäre aus meiner Sicht, unseren Auxiliaren zu helfen - es muss aber nicht immer ein Angebot zur Übersiedlung nach Deutschland sein. Hilfe zur Ansiedlung in anderen Ländern sollte auch möglich sein und überhaupt wissen wir doch gar nicht, was die Leute wirklich wollen, als ggf. nur erstmal raus aus dem Land.

Mein Rat: Emotionen raus aus dem Thema. In jedem Fall hat jeder afghanische Kellner aus nem Nato-Truppenkasino mehr Recht außer Landes zu kommen, als die sog. Syrer anno 2015, die ganz andere Möglichkeiten hatten. Konsequent alle, die aktuell abgeschoben werden dürfen, abschieben, dann hat man auch Platz für ein paar 10tsd Afghanen aus Helferkreisen, denen man aus Anstand ein Angebot macht.

Volksdeutscher

19. August 2021 20:01

Auf das Gewissen des Kollektivs - "wir Deutsche" - appelliert das System immer nur dann, wenn es darum geht, ebendiesem Kollektiv den größtmöglichen Schaden zuzufügen. Wenn die Betreiber des Systems "wir" sagen, können wir sicher darin sein, daß nicht wir Deutsche gemeint sind, sondern sie. Im Kollektiv schlechtes Gewissen zu erzeugen ist ein fieser Trick der Manipulierer. In unseren "Demokratien" scheint dies eine neue Form der Legitimation zu sein - die Legitimation durch Manipulation.

Herold

19. August 2021 20:03

> Wir haben keine moralische Pflicht, aber es ist eine Sache von Anstand und Weitsicht, bei eigenen Helfern keine verbrannte Erde zu hinterlassen, denn sonst wird man langfristig in anderen Fällen keine mehr bekommen.

Das wäre ja tragisch, wenn man die Bunzelwehr in das nächste Abenteuer schickte und es dort dann keine Glücksspieler gäbe, die auf einen Lebensabend in Saus und Braus wetten würden. Wirklich tragisch.

Ich betrachte diese Leute als Zersetzer ihres eigenen Volkes, genau wie ich eine Seenotrettungs-NGO oder andere Institutionen des Feindes als Zersetzer betrachte. Natürlich ist es, wenn man seine Maßstäbe auf die von Globohomo legt, geboten, möglichst viele Afghanis hier her zu bringen, aber sollte man seine Maßstäbe auf die von Globohomo legen? Ich finde: Sollte man nicht.

> Konsequent alle, die aktuell abgeschoben werden dürfen, abschieben, dann hat man auch Platz für ein paar 10tsd Afghanen aus Helferkreisen, denen man aus Anstand ein Angebot macht.

Ja mei, was soll man da noch schreiben? Das dringendste Thema mal wieder völlig aus den Augen verloren. Gut wäre gewesen, wenn die Flüge der Luftwaffe nach Kabul ausschließlich zur Rückführung genutzt gewesen wären, nicht zum Austausch der Neudeutschen.

Herold

19. August 2021 20:04

Ich bin übrigens nur ein bisschen fasziniert davon, wie schnell die Kritiker der Regierung (denen diese nicht links-international genug ist) die Flutkatastrophe im Ahrtal und die Kritik an Laschet und Co. haben fallen gelassen. Wohl weil dort in erster Linie die Eigenen betroffen sind und nicht irgendwelche Fremde und die Hilfe von einem Teil der Bevölkerung kommt, auf den man als Urbanide eher herab blickt - und dann auch noch mit bösem Diesel.

Andreas Walter

19. August 2021 20:11

Was macht denn das jetzt noch für einen Unterschied, ob Deutschland noch 10.000 weitere, in dem Fall sogar überwiegend pro-westliche Muslime aufnimmt oder nicht?

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/schueler-schulen-migrationshintergrund/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72321/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-muslime-in-deutschland-seit-1945/

Man sollte die 2.000 bis 2.500 afghanischen Helfer und Unterstützer der Bundeswehr daher aus mehreren Gründen ganz klar von den restlichen 5 Millionen trennen, die womöglich auch ganz gern jetzt zu uns kommen würden.

Sonst hilft den Deutschen nämlich nie wieder jemand, auch nicht für Geld, in zukünftigen Kriegen und Krisen, und davon wird es schon jetzt absehbar noch sehr sehr viele geben. Ich vermute sogar hier in unserem eigenen Land.

Ein anderes Problem ist aber, die jetzt überhaupt noch rauszukriegen, denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail (in der Praxis). Was auch die deutsche Regierung selbstverständlich schon vorher wusste, nur aus dem Grund auch so lange gewartet, gezögert, verzögert hat. In Saigon ist man deshalb nämlich genauso vorgegangen. Wobei sie dort noch das Glück hatten, dass das Meer 50 km von der Stadt entfernt liegt, eine für Hubschrauber selbst mit Türwaffen noch günstige Entfernung. Das ist viel weniger als jetzt die 750 km Luftlinie bis Taschkent):

https://www.epochtimes.de/politik/ausland/bundeswehr-general-an-flughafen-kabul-befuerchtet-weitere-eskalation-a3584393.html

Niekisch

19. August 2021 20:12

"jeder afghanische Kellner"

@ RMH 19:29: 

Ja, kommt herbei, Ihr Kellner vom Kaiber Pass - 

es fehlen hier so viele

und der Kneipengast hat wieder Spaß.

RMH

19. August 2021 20:27

"Das wäre ja tragisch, wenn man die Bunzelwehr in das nächste Abenteuer schickte"

War ja klar, dass jetzt ein Einwand dieser Art kommt. Im Gegensatz zu kleingeistigen Kirchturmpolitikern, die denken, die Glückseligkeit Deutschlands wäre wieder erreicht, wenn man eine Mauer und große Zäune um das Land baut, um dann schön in der eigenen Sauce schmoren zu können, denke ich in längerfristigen Dimensionen, zu denen auch ein vollständiges, souveränes und imperiales Deutschland gehört, welches selbstverständlich aktive Außenpolitik betreibt. Und den Leuten im Ausland ist es ziemlich egal, wenn wir heute sagen mimimi, wir haben ja nur als Besetzte da mitgemusst, fanden ohnehin alles falsch und jetzt kümmern wir uns eben nur einen Dreck um die, auf die sich deutsche Soldaten ein Stück weit jahrelang verlassen konnten. 

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang
,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang 

Man kann sagen, dass Deutschland durchaus einen passablen Ruf hatte, der durch die Administrationen seit 1990 genug beschädigt wurde - bei Befolgung der Meinung der meisten Diskussionsteilnehmer dann zukünftig sicher nicht mehr nur beschädigt, sondern eben gar keinen.

RMH

19. August 2021 20:40

"Ja, kommt herbei, Ihr Kellner vom Kaiber Pass"-

Ja, @werter Niekisch, bei dem Thema scheinen ausnahmsweise auch Sie mal nicht so genau lesen zu wollen.

Im Kern wird es gerade mal ein paar tausend Leute betreffen, die deutschen Truppen geholfen haben -.oder hat hier jemand zu Abwechslung einmal genaue Zahlen, wie groß der Kreis wirklich wäre?

Laurenz

19. August 2021 21:04

Ich komme wohl aus einer anderen Welt. 

Mir sind die Stämme der Afghanen, ob Kollaborateur des Westens oder nicht, wie auch die bisher dort lebenden Deutschen, ob nun Entwicklungshelfer, Botschaftspersonal oder Geschäftsleute vollkommen egal. Die Taliban dürfen alle gerne enthaupten oder eingemeinden und in Kartoffelsäcke stecken.

Entweder man ist gegen die Taliban & kämpft gegen sie oder man ist für die Taliban, will mit diesen leben. Eine andere Option ist moralisch nicht vertretbar.

Wer das als dortiger Ausländer nicht will, hätte längst das Land verlassen können. Auch dem deutschen Botschaftspersonal stand es immer frei, zu kündigen.

Bärbock hat wohl schon in früher Jugend hier geschrien, als Fäkalien vom Himmel fielen.

Unser grüner Bundestagsvizepräsident Claudius Roth hängt doch immer gerne mit radikalen Islamisten ab. Könnten sich bitte die Stahl-Koloß-Grünen mal einig werden?

Herold

19. August 2021 21:49

> War ja klar, dass jetzt ein Einwand dieser Art kommt.

Und dann antworten Sie mit Schmonzes von anno tobak? Jeder mäßig begabte Linke wird genau so eine Einstellung benutzen um hier noch mehr Fremde reinzudrücken und Sie sitzen derweil mit einem Rotwein zu Hause, lesen Gehlen und merken nicht, dass Tatsachen geschaffen werden. Und ja, da zählen auch ein 10tsd Afghanen, die ihre Familien mitbringen und dann in einer Generation 30tsd Afghanen sind. Ich weiß ja, Corona, aber waren sie kürzlich in irgendeiner deutschen Großstadt und haben mal einen Blick auf Leute geworfen, die man da so sieht?

Deutschland hatte einen passablen Ruf, weil es überall Danegeld zahlt und den Bevölkerungsdruck aufnimmt, den eine im Schnitt um die 20 Jahre alte Bevölkerung in Afghanistan nunmal ausübt. Ich möchte für meine Kinder ein Deutschland ohne tausende Afghanen mehr und wenn wir dafür bei Ziegenhirten schlecht gelitten sind, geschenkt.

Ein besserer Text als Ihrer: https://www.poetryloverspage.com/poets/kipling/dane_geld.html

Herold

19. August 2021 21:55

> Was macht denn das jetzt noch für einen Unterschied, ob Deutschland noch 10.000 weitere, in dem Fall sogar überwiegend pro-westliche Muslime aufnimmt oder nicht?

Die Netzfeuerwehr der Grünen hätte das nicht besser formulieren können.

Niedersachse

19. August 2021 22:13

Die einzig akzeptable Option ist es, grenznahe Flüchtlingscamps zu errichten um dort den "Ortshelfern" temporär Schutz zu bieten. Sicher werden jetzt einige argumentieren, auf ein paar Hundert oder Tausend käme es jetzt nicht mehr an, aber wer sagt denn, dass daraus nicht Hundertausende werden können - oder wenn es nach bestimmten Interessengruppen geht - sogar sollen! Angrenzende Länder wie Pakistan, Usbekistan, Iran und Turkmenistan wären dafür prädestiniert, diese Flüchtlingscamps mit Hilfe des UNHCR zu errichten. Die Gefahr besteht einfach, dass jeder Afghane, der einmal einem BW- LKW zugewunken hat, zum "Ortshelfer" wird und mitsamt seiner Sippschaft nach Deutschland kommt. Da werden urplötzlich 5 millionen auswanderungswillige Afghanan zu "Ortshelfern". Das sollten auch Leute wie Wundrak, Meuthen und co mal bedenken. Oder sie haben es bedacht und betreiben kurz vor der Wahl nur Zersetzungsarbeit, die unserer Partei bei den anstehenden Wahlen massiv schaden könnte. Denn normalerweise darf es bei der hohen Bevölkerungsdichte und dem hohen Migrantenanteil in Deutschland gerade aufseiten der AfD keine zwei Meinungen geben.

tearjerker

19. August 2021 23:57

Mitte der 90ger galten die Koranschüler als gemässigte politische Fraktion, die von vielen Afghanen den plündernden und marodierenden Horden eines Hekmatyar und Dostums vorgezogen wurden. Das hat sich nicht geändert. Die neue Generation vermittelt das auch heute mit ihrem Auftreten. So liess man die Marionette im Präsidentenamt gemeinsam mit der Staatskasse ziehen, während ein Nadschibullah seinerzeit noch öffentlich durch den Mob zu Hackfleisch verarbeitet wurde um den Leichnam dann in der Stadt den Leuten zu präsentieren. Was die Kollaborateure vor Ort betrifft, dürfen wir annehmen, dass 80% der Leute, die hier aufgenommen werden nie mit den deutschen Besatzern zusammengearbeitet haben, sondern zu denen gehören, die andere Gründe haben, das Land dringend zu verlassen.

Gurbanguly

19. August 2021 23:57

Von mir aus müssen diese 'Ortskräfte' leider als Bauernopfer in Afghanistan bleiben, allein schon um das nächste Gaunerstück der Globalisten zu verhindern. 

Ich erinnere mich zb. noch genau daran, wie die Bundesregierung kleine Kinder und zarte Mädchen aus den griechischen Flüchtlingslagern bestellt hat und geliefert wurden junge Männer mit ACAB und 1453 T-Shirts. 

Wäre doch gelacht, wenn diese lustige Luftbrücke nicht als Korkenzieher genutzt würde, um noch ein paar Tausend oder Hunderttausend mehr reinzuschaufeln. Als wenn wir nicht genau wüssten, wie meisterlich die üblichen Verdächtigen im Hintergrund dieses Spiel beherrschen. Wie blöd wäre man, wenn man deren Spiel auch noch anpfeifen lässt.

Nachtigall, ick hör dir trapsen! 

 

 

Waldgaenger aus Schwaben

20. August 2021 08:32

Es ist eine elementare, soldatische Tugend, Kameraden nicht im Stich zu lassen, unabhängig von deren Herkunft.  Wer für Deutschland sein Leben riskiert hat, hat das Recht hier Asyl zu erhalten.

Volksdeutscher

20. August 2021 09:33

@Waldgaenger aus Schwaben

Die Bundeswehr ist kein Entscheidungsträger in Asylfragen! Der soldatische Ethos ist ein andere Form der moralischen Erpressung und es ist außerdem falsch, ihn an den Haaren herbeizuziehen. Sagen Sie es uns bitte: Wer, wann und womit hat sich dort sein Leben für uns riskiert? Ich dachte immer, die Afghanen würden für ihren Afghanistan kämpfen....

Laurenz

20. August 2021 09:44

@Waldgänger aus Schwaben

"Es ist eine elementare, soldatische Tugend, Kameraden nicht im Stich zu lassen, unabhängig von deren Herkunft.  Wer für Deutschland sein Leben riskiert hat, hat das Recht hier Asyl zu erhalten."

Es hat aber niemand dort für Deutschland sein Leben gelassen. Jeder, der sich dort ab dem Am 18. Juni 2013 als Soldat hat einsetzen lassen, ist nichts anderes als ein Kriegsverbrecher. Warum? Es gab danach kein UN-Mandat mehr. Und wenn wir ehrlich sind, war auch das UN-Mandat für den Allerwertesten. Die ganzen Hanseln in Kabul können froh sein, daß die Taliban keinen Nürnberger Prozeß anstreben & zu blöd sind westliche Politiker zu Verantwortung zu ziehen. 

RMH

20. August 2021 09:59

@Herold,

Sie leiden offenbar unter einer Verblendung, die Ihnen den Blick auf realpolitisches Handeln verstellt. In dem ein Herr Gauland u.a. das Selbstverständliche, das Helfer Hilfe zu erwarten haben, ausdrücken, holen sie sich raus aus der Rassisten-Ecke und bekommen den Spielraum, das Totalversagen der deutschen Politik in Bezug auf Afghanistan glaubwürdig anzuprangern.

Das auf dem Ticket "ich war Helfer der Deutschen", viele Trittbrettfahrer reisen werden, ist sonnenklar, aber auch das kann man dann entsprechend kritisieren. Mit der Haltung der Totalablehnung landet man wieder da, wo viele sich offenbar am wohlsten fühlen, nämlich im Narrensaum. Die AfD hat nach wie vor den Anspruch, mehr als eine gerade mal über 5%-Partei zu sein. Insofern kann ich der AfD Führung in diesem Punkt keinen Vorwurf machen. Im Übrigen mal lesen, was ich geschrieben habe: Hilfe für die Helfer bedeutet nicht zwingend, sie sofort hierher zu fliegen. Vielleicht wollen sie auch vor Ort, in anderen Gegenden bleiben, wo es für sie sicher ist. Es deutet sich ja durchaus an, dass es nicht ganz Gallien ist, welches jetzt von den Römern besetzt wurde (= Rückkehr des alten Flickenteppichs).

RMH

20. August 2021 10:17

Wie man es politisch richtig macht, zeigt einmal wieder Dr. Gottfried Curio in seiner auf youtube (oder auch über seinen Telegram Kanal) zu findenden Stellungnahme zur aktuellen Sondersitzung des Innausschusses in Afghanistan. Das findet man ganz leicht selber, daher verlinke ich das Video nicht.

Er schichtet zunächst ab, in dem er gleich zu Anfang klar stellt, dass echte Helfer unsere Hilfe bekommen und analysiert dann sehr einleuchtend, wo die berühmten "Knackpunkte" und Probleme sich auftun und spricht sich deutlich gegen eine pauschale Migration von Afghanistan nach Europa, insbesondere Deutschland aus.

Besser kann man es nicht machen.

Niekisch

20. August 2021 10:31

"scheinen ausnahmsweise auch Sie mal nicht so genau lesen zu wollen."

@ RMH 19.8. 20:40: Stimmt, ich wollte mich diesmal auf die Symbolik beschränken. Auf Zahlen kommt es hinsichtlich der Kellner nicht an. Es reicht ganz allgemein zu erkennen, dass die USA-Beherrscher im Hintergrund mit ihrem Hiwi BRD den Abzug derart gestaltet haben, dass nach Syrien eine neue Überschwemmungswelle in Gang kommt, um Europa, insbesondere uns, weiter zu destabilisieren.

Genossen im alten Rom die Helfer von Sklaven Schutz durch deren Herren?

Waldgaenger aus Schwaben

20. August 2021 10:59

Afghanen, die ihr Leben als Ortskräfte gelassen haben, brauchen kein Asyl mehr.

Für die anderen gilt ganz allgemein: Der gemeinsame Dienst für ein verbrecherisches Regime, hebt die moralische Pflicht zur Kameradschaft zwischen Soldaten nicht auf, oder?

 

Der_Juergen

20. August 2021 11:06

@RMH

Mit grossem Widerwillen gebe ich Ihnen recht; 2000 oder 2500 ehemalige Helfer der Bundeswehr können wir aufnehmen, mit Frauen und Kindern. Obgleich der Einsatz deutscher Truppen ein krimineller Irrsinn war, wäre es schnöde, diese Leute jetzt im Stich zu lassen. Aber keine sonstigen Verwandten und nicht einen einzigen Afghanen, der z. B. für die USA oder eine der anderen Besatzungsmächte gearbeitet hat. Keinen einzigen. Und das Asylrecht ist selbstverständlich ersatzlos abzuschaffen.

sok

20. August 2021 11:15

Die programmatische Einigkeit der AfD  ist sicher von großer Bedeutung. Vielleicht ist es aber auch von Nutzen, die Gegner zu spalten.

Um die Antipatrioten zu spalten, hat Markwort im Focus einen Ansatz geliefert. Er hat die Meinung vertreten, dass Maassen kein Nazi, sondern Lauterbach ein Hetzer ist. Die Möglichkeit der Spaltung der Antipatrioten sehe ich darin, dass  nicht alle Antiparioten die Nazikeule schwingen.

Wenn man alle Antipaatrioten, die die Nazikeule schwingen, als Hetzer bezeichnen würde, könnte man die Diskussionhoheit auf dem Gebiet der Nazikeule gewinnen.

Für den Wahlkampf könnte es nützlich sein, darauf hinzuweisen, dass zwei der Kanzlerkandidaten Hetzer sind.  Vielleicht wäre auch der Hinweis nützlich, dass die beiden Vorsitzenden der SPD Hetzer sind und sich Lauterbach bei ihne einschmeicheln will.

 

Laurenz

20. August 2021 11:42

@RMH

Kollaborateur wird man freiwillig. Ich sehe keinen Grund, denen zu helfen. Sie haben vorher gewußt, auf welches Risiko sie sich einlassen. Und Kollaborateure sind nichts anderes als Verräter, welche charakterlich auch uns zukünftig zu verraten in der Lage sind.

Die Alliierten lieferten auch alle Rotarmisten aus, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren & die keinesfalls zurück wollten.

Wenn wir also Afghanen hier aufnehmen, dann doch nur auf Kosten jener Reichstags-Abgeordneten, die für diesen Einsatz gestimmt haben.

AmazonBesteller

20. August 2021 11:45

@RMH @Waldgaenger aus Schwaben

Mich überrascht Ihr moralinsaures Geschreibe. Wir sind uns alle einig, dass diejenigen die für Deutschland Kopf und Kragen riskiert haben, hier Schutz finden können. Aber wer soll das konkret sein? Die Übersetzer, die sich als Angestellte Geld verdient haben? Der afghanische Soldat im Dienste Afghanistans? Also im Prinzip jeder, der nicht auf Deutsche geschossen hat. In erster Linie hat Deutschland den Afghanen geholfen - das muss man hier wohl immer wieder betonen. War ja keine Zwangsarbeit...

Und dann noch die (bornierte) Annahme, dass die Kameradschaft nicht schon längst erfüllt ist, das verschlägt mir schlicht die Sprache. Schon mal daran gedacht, dass Afghanen dann auch der Kameradschaft gegenüber Deutschland verpflichtet wären? Wie würde denn das bei Ihnen aussehen? Kommt bei Ihnen gar nicht vor. Das liest sich hier wie ein selbstverständlicher Automatismus. Erschreckend.

Dass von Seiten der Afghanen nur das Interesse Bestand, Geld und Güter abzugreifen, ist jetzt deren Problem. Apropos Problem: aus unserer Perspektive mag das alles schlecht sein, für Afghanistan kein großer Umsturz. Dort wird sich nicht viel ändern. Die afghanische Armee wollte nicht kämpfen.

@Herold

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich könnte Ihnen aus meiner beruflichen Erfahrung viele Beispiele nennen. Manchen Kommentatoren scheint es nicht klar zu sein, wie gerade in Asylfragen gelogen wird. Sehr naiv.

 

RMH

20. August 2021 11:51

So langsam aber sicher werden in den alternativen Medien und den dortigen Kommentaren Zahlen genannt, die darauf hindeuten, dass die überwiegenden Zahl der Helfer einschließlich Familien, bereits vor dem Zusammenbruch aus dem Land geholt wurden (ca. 70%). Genau solche Informationen sollten jetzt, gut recherchiert und sachlich aufbereitet, gestreut werden, damit klar wird, so groß und unbegrenzt kann der aktuelle Einsatz eigentlich nicht mehr ausfallen, um die wenigen, restlich verbliebenen Helfer zu evakuieren. Der Punkt, an dem die Pflicht, seinem ehem. Personal zu helfen, erfüllt ist und damit endet und die übliche Migrationsmaschine zu laufen beginnt, scheint bald erreicht zu sein. Und wenn man ab da dann Nein sagt, ist das aus meiner Sicht vollkommen legitim und kann auch, über bloße Ressentiments hinaus gehend, gut begründet werden.

ALD

20. August 2021 11:52

1.

"2015 darf sich nicht wiederholen!". So und nicht anders lautet das Credo in der CDU. Daher scheinen mir die Bemühungen aus dem Machtwechsel in Afghanistan Profit für die AfD schlagen zu wollen vergebens zu sein. 

Am Ende werden ein par Tausend Ortskräfte nach Deutschland übergesiedelt. Dabei wird es sich wohl fast ausschließlich um Leute handeln, die sich möglichst zügig und reibungsfrei zumindest wirtschaftlich integrieren werden. Ein par schöne Homestories im ÖR. Und nach ein par Wochen und Monaten ist alles schon wieder vergessen. 

Keine deutsche Regierung wird mehr eine unkontrollierte Masseneinwanderung wie 2015 zulassen. Nicht mal die Grünen.

Der Fokus einer alternativen deutschen Außenpolitik hätte schon längst auf die Zusammenarbeit mit Nachbarländern von Krisenregionen gelegt werden müssen. Dies hat die AfD seit 2015 konsequent versäumt. Sie hat genau genommen sogar das Gegenteil getan; im Zuge ihrer idiotischen und chauvinistischen Ani-Islam-Kampagnen hat sie beispielsweise die Türkei, die mehr Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien etc. Zuflucht bot als jedes andere Land, immerzu verteufelt und als feindlichen Staat betrachtet.

Dies mündete letztlich in der absurden Situation, daß selbst der türkische Vorschlag bis zu 3 Millionen syrische Flüchtlinge aus Europa und der Türkei in den von der Türkei kontrollierten sicheren Zonen in Nordsyrien anzusiedeln solange der Konflikt in Syrien andauert, abgelehnt wurde. 

ALD

20. August 2021 11:54

2.

Man muß es sich einmal klar machen; ein Land sagt: kommt, lasst uns zusammen Nordsyrien stabilisieren, wir machen die "Drecksarbeit" und ihr helft personell und finanziell wo ihr könnt, danach bringen wir alle syrischen Flüchtlinge auch aus eurem Land in dieser Sicherheitszone unter, wo  würdige Unterkünfte, Schulen, Krankenhäuser, Strom- und Wasserversorgung usf. sichergestellt sind - und die AfD sagt: Nein, Türkei böse - keine Kooperation mit Erdogan, weil böse böse und reiht sich damit in den linksliberalen Chor der Medien und Altparteien ein.

Auch die Stichwortgeber der "stabilen Rechten" hatten dem seinerzeit nicht viel mehr hinzuzufügen.

Nein; niemand braucht sich hier etwas vorzumachen. Das, was die AfD schon vor Jahren in Angriff hätte nehmen müssen, also eine enge Partnerschaft v.a. mit der Türkei und dem Iran anzustreben, um die Flüchtlingsströme nach Europa zu beenden, werden nun andere machen. Wohl weniger aus Überzeugung, als aus wahltaktischem Kalkül.

ALD

20. August 2021 11:55

3.

Die AfD hat sich durch ihre geopolitische Kurzsichtigkeit und ihrem Beharren auf antimuslimischen und insbesondere antitürkischen Ressentiments selbst zu einer mitteldeutschen Provinzpartei degradiert. Dies wird sich mittelfristig nicht mehr korrigieren lassen. Ob nun letztlich 11,5 oder 13,5 % bei den Wahlen herausspringen, spielt dabei gar keine Rolle. Die AfD wird das Schicksal Deutschlands in absehbarer Zeit nicht aktiv mitgestalten können. Allerdings sorgt die Furcht der Altparteien vor einem Erstarken der AfD immerhin dafür, daß nun endlich über sinnvolle Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingen in ihren Heimatregionen debattiert wird.

 

Hajo Blaschke

20. August 2021 11:56

@ Niedersachse

Ich hatte hier geschrieben, dass die Nachbarländer, und ich denke da vor allem an Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisien, Turkmenistan und auch Iran einen Teufel tun werden, flüchtende (wovor eigentlich) Afghanen aufzunehmen und Flüchtlingslager zu bauen. Alle genannten Länder sind momentan dabei, ihre Grenzen mit militärischen Maßnahmen abzuriegeln.

Die von Ihnen propagierte einzig optimale Lösung sieht dort keines der Länder als Option für sich. Dort ist man übrigens der Meinung, dass es überhaupt keine Notwendigkeit für eine Flucht aus Afghanistan gibt. Das in den hiesigen Schmiermedien verbreitete Geschrei kommt in der Regel von Leuten, die gar nichts über Afghanistan wissen, aber Deutschland schaden wollen.

Kollaborateure haben doch von Anfang an gewusst, was ihnen u.U. droht, wenn die NATO-Besatzung endet.

In Norwegen hat man Kollaborateure um Vidkum Quisling (37 an der Zahl) 1945 wegen Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht Deutschland erschossen.

MARCEL

20. August 2021 12:06

Die Dysfunkionalität weiter Teile des behördlich-militärisch-polizeilichen Deutschland könnte man vor dem Hintergrund der Ereignisse als bewusste Taktik ansehen, gerade solche Diskussionen (und letztlich Entscheidungen) zu provozieren, wie sie jetzt stattfinden.

Dysfunktionalität als Propaganda-Waffe in der moralischen Erpressung der Bevölkerung. Der subversive Krieg kennt unendlich viele Waffen und Techniken!

Am Ende werden wir Deutsche von einem Volk zu einer "Volksgruppe" herabsteigen - darauf gilt es sich vorzubereiten. Alles andere ist m. E. Illusion aus verflossenen BRD-Tagen.

Gotlandfahrer

20. August 2021 12:07

1/4

Bevor ich ein vom Geschilderten zurücktrete und versuchen darf, auf einer allgemeinen Ebene zu formulieren, zur konkreten Frage der Ortskräfte:  Ich habe keine Ahnung, wie „verlässlich“ und daher „gefährdet“ „unsere“ „Ortskräfte“ sind.  Das wird den meisten hier so gehen. Aus dieser Sicht ist es also möglich, dass sie „sehr verlässlich“ und „sehr gefährdet“ sind.  Hieraus leitet sich eine Mitwirkungspflicht zur Gefahrenabwehr ihnen gegenüber ab, da Ehre und Treue dies gebieten.  Vergleichen möchte ich dies, hinkend, mit der Fürsorge meiner Familie gegenüber dem ihr zugewiesenen weißrussischen Fremdarbeiter während des Krieges, der – in gegenseitiger Dankbarkeit und Verbundenheit – mit auf die Flucht vor der Roten Armee ging.  Für ihn mag die Aussichtslosigkeit seines Schicksals im Falle seiner „Befreiung“ das größere Motiv gewesen sein, nach allem was mir glaubhaft geschildert wurde bestand darüber hinaus aber sehr wohl ein Vertrauensverhältnis.  Es mag bei den Afghanen völlig anders sein, aber der größere Fehler aus moralischer Sicht bestünde darin, „Kameraden“ – wenn sie denn welche sind – im Stich gelassen zu haben.  Dieses spontane Gefühl der Treuepflicht, das angesichts des Unwissens über die tatsächlichen Gegebenheiten nicht angemessen sein mag, ist also ein wichtiger Aspekt bei der politischen Positionierung in dieser Angelegenheit. 

...

Gotlandfahrer

20. August 2021 12:08

2/4

Deswegen sollte, sowohl im Hinblick auf womögliche Pflicht als auch die emotionale Massenwirkung, der „Selbstschutz“ nicht „kalt“ als Gegenpol zur Oneworldhysterie gesetzt werden.  Selbstredend ließen sich klügere Lösungen finden als deren Ansiedlung hierzulande.  Doch wann kam es in hysterischen Zeiten je darauf an, präzise auf dem Klügsten zu beharren?

Womit ich bei meiner esoterischen Gesamtschau bin, die nicht den Anspruch auf irgendetwas erhebt, sondern nur mein Bedürfnis nach Gedankensortierung und Mitteilung befriedigt: Natürlich sagt uns Rechten Alles was uns heilig ist, dass die praktizierte Massenmigration der Sargnagel unserer Nation und damit Lebensgrundlage ist.  Folglich richten wir unsere Aufmerksamkeit auf dieses Thema.  Wie auf den Pistolenlauf, der uns vor die Nase gehalten wird, denn hieraus stößt ja das tödliche Geschoß.  Auch den, der uns die Wumme entgegenhält, benennen wir als unseren Gefährder.  Also kann man natürlich sagen, die AfD solle ihr Kernthema, die auf uns gerichtete Pistole, nicht verwässern. 

Doch bleibt man damit nicht Teil des Schemas, das uns vom gigantischen Zirkus, der um uns herum geschieht, aufgenötigt wird? Die Verhaltenstrigger auf beiden Seiten des Abzuges sind bekannt:  Wir schreien Zeter und Mordio, wenn uns wieder ein Stück mehr vom Unheilbringenden um den Hals gehängt wird, woraufhin sie erneut „Schaut, die Unmenschen zetern“ rufen.    

...

Gotlandfahrer

20. August 2021 12:08

3/4

Es ist nichts Seltenes, dass sich Gemeinschaften ohne echte Not spalten lassen und zum Schaden aller einen Teil von ihnen zwecks Druckausgleiches „zum Abschuss“ freigeben.  Und natürlich stehen dahinter auch Böswillige.  Aber diese können ihre Wirkung auf „Normalos“ nur entfalten, wenn diese in eine Eskalation ihrer Bestätigungsfehler getrieben werden, alles bekannte psychologische Muster.  Wie bricht dieser Spannungsbogen, der die, die mit nur geringer eigener Widerstandskraft gegen Verführung durch Bestätigtwerden ausgestattet sind, zur Aggressionslenkung auf die, die in den Lauf schauen müssen, zwingt?  Zum einen kann er dies, wenn desaströse Folgen ihres Tuns augenfällig werden.  Sie aus ihrem Blutrausch aufwachen.  Zum anderen ist dies möglich, wenn zuvor ihre Bestätigungskette durch massive Irritation gebrochen wird.  Was für die Opfer kontra-intuitives Handeln erfordert, denn weder sollte man durch Gegenwehr noch durch Unterwerfung die Bestätigungen fortsetzen.  Ruhe, Selbstsicherheit und keine Angst vor den Spinnen, die sie einem ins Hemd stecken, ist angebracht, zumal die, die den Wahnsinn angezettelt haben, bei der Aufrechterhaltung der Bestätigungskette gerade ins Straucheln geraten.  Von dort kommen gerade die Irritationen, die die Wahnsinnigen aufwachen und sie ihre Knarre senken lassen wird.

...

Gotlandfahrer

20. August 2021 12:08

4/4

Vorhersehbares Politikmarketing, wie die zehn Punkte der JA, sind sachlich richtig, werden den Gegner aber weder inhaltlich noch durch neue Stärke verstören.  Sie fuchteln weiter aufgeregt herum.

Damit zur Einnahme Kabuls:  DAS ist eine ungemein hilfreiche Irritation.   Seht Ihr ihre nervösen Blicke?  Was geht da vor sich?  Und dann das mit den Impfungen… wir, wir impfen sie doch alle, wieso schreiben die jetzt so komische Sachen…

Die Rettung Deutschlands wird nicht dadurch eingeleitet, dass die AfD die absolute Mehrheit erhält, während die anderen Parteien ihren Wahnsinn ungebremst in der Opposition weiter ausleben.  Oder angesichts einer möglichen Koalition mit der AfD sich eine von ihnen dazu aufrafft, aus dem ansonsten weiter so machenden Block auszuscheren.  In einem Deutschland ohne Wahnsinn braucht es die AfD gar nicht, in einem Deutschland mit Wahnsinn wird sie niemals aus sich heraus die Möglichkeit haben, ihn zu beenden.  Trotzdem braucht es die AfD, um weiterhin den Sündenbock für die Wahnsinnigen sichtbar zu repräsentieren.  Wahnsinn kann aber nur in den Wahnsinnigen enden.  Wenn es überhaupt noch eine Parteiendemokratie geben wird, dann eine geheilte, das heißt wie sich die AfD artikuliert ist zurzeit genauso wenig relevant wie das, was jemand sagt, der in den Pistolenlauf eines Irregemachten schaut. 

MARCEL

20. August 2021 12:12

P.S. Man mag lächeln oder lauthals lachen, aber eines Tages machen wir unser eigenes, deutsches "Rojava".

ALD

20. August 2021 12:14

@RMH

"Wie man es politisch richtig macht, zeigt einmal wieder Dr. Gottfried Curio in seiner auf youtube (oder auch über seinen Telegram Kanal) zu findenden Stellungnahme zur aktuellen Sondersitzung des Innausschusses in Afghanistan. Das findet man ganz leicht selber, daher verlinke ich das Video nicht."

 

Curio ist eines der lautesten AfD-Sprachrohre, die man getrost als "evangelikal-zionistische Interessenvertretung in Deutschland" bezeichnen werden. Wer das nicht zu erkennen in der Lage ist, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen. Sie beweisen mit ihrer Sympathie für diesen wortgewandten Agent Provokateur lediglich, wie erfolgreich alliierte Umerziehung bis tief in die Neue Rechte funktioniert hat. Ein Trauerspiel wider souveräner deutscher Politik mit patriotischer Maskierung. 

Volksdeutscher

20. August 2021 13:04

@Waldgänger aus Schwaben - "Der gemeinsame Dienst für ein verbrecherisches Regime, hebt die moralische Pflicht zur Kameradschaft zwischen Soldaten nicht auf, oder?"

Sie stellen die obige Frage - also wissen Sie es auch nicht so wirklich. Aber mit letzter Kraft klammern Sie sich an das moralisch aufgeladene Wort Regime: was die Argumente nicht können, soll die erpresserische Moral schaffen. Mich beeindruckt das nicht. Es ist deutlich zu sehen, wie Sie sich abstrampeln, um irgendwelche gemeinsamen Ziele und Interessen zwischen Afghanistan und Deutschland zusammenzubasteln. "Gemeinsamer Dienst"? Das hört sich genauso nichtssagend an wie "gemeinsamer Spaziergang". Aber auch ein gemeinsamer Spaziergang macht aus Mann und Frau noch lange nicht Mann und Frau....

Die Bundeswehr wurde aus Bündnistreue zu Amerika nach Afghanistan beordert: nicht im afghanischen Interesse, sondern im Interesse Amerikas wurden unsere Soldaten hingesandt. Meines Wissens gibt es zwischen Deutschland und Afghanistan keine militärische Bündnispartnerschaft. Wie kann dann von "Kameradschaft" oder gar von "moralischer Pflicht zur Kameradschaft" die Rede sein? Damals wurde die überflüssige Nibelungentreue zu Amerika auch noch verteidigt, als die "Vorneverteidigung der Demokratie". Eine bombastisch schwachsinnige Wendung.

quarz

20. August 2021 13:46

@Waldgänger

"Wer für Deutschland sein Leben riskiert hat, hat das Recht hier Asyl zu erhalten.Wer für Deutschland sein Leben riskiert hat, hat das Recht hier Asyl zu erhalten."

Das ist doch ein groteskes Misframing. Etwas für Deutschland zu tun, war wohl so ziemlich das Letzte, was das Verhalten dieser "Ortskräfte" motiviert hat. Es waren umgekehrt deutsche Soldaten dort, um ihnen zu helfen, etwas für Afghanistan zu tun. Handlungsmotiv der kooperierenden Afghanen war also entweder, etwas für Afghanistan zu tun, oder schlicht gute Bezahlung. Beides ok, aber beides kein asylstiftender Grund für deutsche Dankbarkeit.

Andreas Walter

20. August 2021 13:47

Wenn jetzt gerade in Hamburg über 50% der Schüler bereits Muslime sind, welche Partei hat dann in 15 Jahren in Hamburg das Sagen?

Keine, die man jetzt schon kennt.

Wer Deutscher bleiben will zieht daher jetzt schon nach Sachsen. Jetzt!

Wer es aber immer noch nicht kapiert hat, was tatsächlich los ist, und das auch Afghanistan im Grunde nur ein Symbol ist für den Niedergang des Westens, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Dem wird es dann in bereits wenigen Jahren so ergehen wie den Helfern in Afghanistan. Die kommen derzeit nicht mal mehr bis zum womöglich rettenden Flughafen.

Sachsen heisst darum bei mir jetzt nur noch unser Flughafen.

Die AfD kann euch nicht retten. Das müsst Ihr selbst machen. In dem Ihr euch physisch sammelt, organisiert, vorbereitet. Wieder in der Mehrheit seid, wenigstens in einer Region.

Auf die Art hätte man auch die 5 Millionen Afghanen sammeln müssen, ich vermute mal im Norden des Landes, die jetzt alle das Land nur noch verlassen, nur irgendwie fliehen wollen.

Besondere Probleme erfordern eben besondere Massnahmen. Die Geschichte ist voll davon.

 

 

 

RMH

20. August 2021 14:03

@ALD,

als Teil der Nachkriegsgeborenen kann ich gar nicht umerzogen worden sein. Wenn, dann wurde ich so erzogen.

Aber genug der Spitzfindigkeiten.

"Curio ist eines der lautesten AfD-Sprachrohre, die man getrost als "evangelikal-zionistische Interessenvertretung in Deutschland" bezeichnen werden."

Da würde mich zwar einmal seine eigene Meinung dazu interessieren, aber mir ist evangelikal- zionistisch immer noch lieber, als muslimisch-asiatisch-chinesisch.

Und jetzt dürfen Sie weiter Ihre Loblieder auf Baba Erdogan singen.

 

Koek Boeri

20. August 2021 14:31

was das für sie alles mit sich bringt

 

***

 

Zumindest die Erhöhung der Anzahl der "COVID"-Toten und dann die Zuspitzung der bewaffneten Konflikte zwecks mehr und mehr Tote unter den nativen Völkern Eurasiens - man muss noch mehr PLATZ BEFREIEN für neue Flüchtlinge und dabei schnell. Also man wird alles machen damit native Völker noch schneller und im grösseren Masse aussterben.

 

Der Sieg der Taliben war ein natürlicher und vorsehbarer Sieg. Antike Griechen, Engländer, Russen - alle haben dort in Afghanistan ihre Kriege verloren. Warum sollten die Amerikaner eine Ausnahme bilden? Militärish sind Afghaner unsiegbar - man kann sie töten aber nicht unterwerfen. Und wenn man sie zu seiner Seite abwerben will, dann soll man denen eine attraktive Idee zeigen, der entartete Westen hat aber diese Idee nicht.

Selbst das Anzwingen der "westlichen" Werte den Völkern, die nicht zum Westen gehören (ob Afghaner, Araber, Türkvölker, Russen, Ukrainer, Vietnamesen usw.) kann nur fruchtlos sein und nichts Gutes weder diesen Völkern, noch den selbsternannten "Progressoren" und "Kulturträgern" bringt. Amerikanische Wissenschaftler Albert Somit und Steven Peterson haben es noch im Jahre 2005 in ihrem Buch "The Failure of Democratic Nation Building: Ideology Meets Evolution" beschrieben und gut begründet.

Dietrichs Bern

20. August 2021 15:00

Leider zeigt die Diskussion um die Rettung oder Nichtrettung von "Ortskräften" auch hier eine merkwürdige Realitätsferne.

Glaubt wirklich jemand, das die "Ortskräfte und ihre Familien" sich auf der Reise nicht auf wundersame Weise wieder fast ausschließlich in (jüngere) Männer und 8.000€-Mufls verwandeln? So wie 2015? So wie die "kranken Kinder und Mädchen" die wir aus Moria retten mussten?

Und: Was das genau für unser Land bedeutet, sollten wir doch spätestens nach den letzten Fällen aus Deutschland und Österreich wissen.

Herold

20. August 2021 15:20

> Sie leiden offenbar unter einer Verblendung, die Ihnen den Blick auf realpolitisches Handeln verstellt. In dem ein Herr Gauland u.a. das Selbstverständliche, das Helfer Hilfe zu erwarten haben, ausdrücken, holen sie sich raus aus der Rassisten-Ecke und bekommen den Spielraum, das Totalversagen der deutschen Politik in Bezug auf Afghanistan glaubwürdig anzuprangern.

Die Rassisten-Ecke bauen die Anderen auf und wer sich in die Ecke stellen (und sich, for the lulz, die Klamotten beim Baden klauen) lässt, der wird natürlich zurecht in die Rassistenecke gestellt. Alter Mann in Deckung, stinkt nach Schwäche und schwache alte Männer sind Opfer und werden nicht gemocht, weil sie eben Opfer sind. Realpolitik ist genau das, was Meuthen macht um nicht vom VfS beobachtet zu werden - nur um dann postwendend vom VfS beobachtet zu werden. Das ist doch ne Auszeichnung und keine Strafe. Das kann mal irgendwann vorzeigen und sagen: Schaut her, ich war schon bei der Sache bevor es cool war.

ff.

Herold

20. August 2021 15:21

Einmal möchte ich erleben, dass eine Petry im Interview sagt: Natürlich kann (an der Grenze) geschossen werden. Oder ein Gauland: Natürlich, wir sind Rassisten, wir sind die Alternative für Deutschland und nicht für Globohomoland. Und wenn ihr uns in eine Ecke stellt, dann passt auf, dass in dieser dunklen Ecke nicht etwas gedeiht, was euch jagen wird. Und dann auch wird. Oder ein Meuthen: Wir haben genug Afghanis hier, wir schicken lieber ein paar zurück, immerhin ist der Krieg vorbei und Afghanistan ist nun ein sicheres Land. Godspeed und ich hoffe, ihr kennt den Koran.

Und wenn das dazu führt, dass man als Rassist beschimpft wird, dann kommt man halt am nächsten Tag in einem Hugo-Boss-Anzug in den Bundestag, auch for teh lulz. Das bringt Prozente bei Leuten, die die Fresse voll haben vom Konfirmanden Spahn, dem Klappergestell Dreyer, Andi B. Scheuert, Luschet, Angela Kazmierczak mit dem Opa in der polnischen blauen Armee, Möchtegerne-Napoleon Maas, der Digitaldomina Bär, Maggus 'Bierdimpfl' Söder usw.

Herold

20. August 2021 15:22

> Die AfD kann euch nicht retten. Das müsst Ihr selbst machen. In dem Ihr euch physisch sammelt, organisiert, vorbereitet. Wieder in der Mehrheit seid, wenigstens in einer Region.

Amen.

heinrichbrueck

20. August 2021 15:54

Niemand hat für Deutschland Kopf und Kragen riskiert. Vasallen und "Ortskräfte". Und ein paar Demokraten, die nicht nach ihrer Meinung gefragt wurden. Diese Trottel haben nichts zu entscheiden. Aber sie haben zu denken. Was sie über die Taliban denken, verdrängen sie im eigenen Herrschaftsrahmen. Ehre-Anstand-Karte zu spielen, der Gutmensch in seinem Element. Es ist zum Fremdschämen, für die Ortskräfte, von solchen Leuten gerettet zu werden. Diese Vasallentrottel verheizen alle. Und die Ortsdemokraten in Vasallenland, sie müßten schon etwas präziser wissen, worüber sie nicht zu entscheiden haben. Gauland entscheidet nicht, ob diese "Ortskräfte" angesiedelt werden dürfen. 
Diese schwache Gutmenschenphilosophie wird langfristig nicht funktionieren. 
Eine deutsche Armee existiert nicht. Vasallenverpflichtung gleich Söldnertruppe. Anstand und Ehre, dafür gibt es Geld, dem eigenen Volk gegenüber, Fehlanzeige. Eine solche Tuntentruppe wird jedes Zeitfenster verstreichen lassen. Dann wird die Erfahrung etwas härter, dafür gründlicher. Werden Politikervasallen schon jetzt zittrig, fehlt ihnen die Phantasie. 

frdnkndr

20. August 2021 16:37

Wenn selbst hier auf SIN geschätzte 50% der Kommentarschreiber der Ansicht sind, dass die seit Kurzem medial mit dem Begriff 'Ortskräfte' betitelte Afghanen ausgerechnet 'uns' bei irgendetwas geholfen hätten (und sich daraus ggfs. sogar irgendwelche berechtigten Ansprüche ableiten ließen), steht es offensichtlich noch schlimmer als befürchtet. 

AmazonBesteller

20. August 2021 16:42

@ALD (der türkisch-stämmige Pianist?)

Vielen Dank für Ihre Wortmeldung. 

"Der Fokus einer alternativen deutschen Außenpolitik hätte schon längst auf die Zusammenarbeit mit Nachbarländern von Krisenregionen gelegt werden müssen. "

Richtig. Aber die AfD ist keine Regierungspartei und auch keine mächtige Opposition. Sie verkennen da die Lage. Und in der Tat, der transatlantische Einfluss ist enorm. Ein Grund mehr, sich eben genau nicht gegen diese Kräfte zu stellen. Die AfD hat als patriotische Opposition eine denkbar schlechte Ausgangslage. Jede Anbiederung an eine Seite, wird sofort von den Vertretern der anderen sanktioniert. Ihre Kritik finde ich da etwas verwunderlich - insbesondere durch Ihre Bezugnahme auf Umerziehung. Das müsste Ihnen da eigentlich klar sein.

In wiefern ist die Türkei als Land an einer Zusammenarbeit mit einer Oppositionspartei denn interessiert? Es scheint mir, Sie überschätzen da die Handlungsmacht der AfD. Zumal ich der Türkei als Staat auch nicht vertrauen würde. Wahrscheinlich würde man zahlen, zahlen und nochmals zahlen und die Flüchtlinge würden einfach über den Landweg wieder kommen. Diese Gefahr bestünde, das können Sie nicht wegdiskutieren.

 

Jan

20. August 2021 16:52

Mal etwas Pragmatisches: Bei all den hohen Kosten für Wohnen und dem knappen Wohnraum allerorts, bin ich immer wieder erstaunt, wieviel Menschen man bei mittlerweile 83 Millionen Einwohnern noch aufzunehmen gedenkt. Wer "nur" 3.000 afghanische Helfer der BW aufnehmen will, braucht 3.000 Wohnungen und 3.000 Jobs. Wo soll das alles noch herkommen? Zumal die alle auch noch ihre Familien mitnehmen. Das können pro Helfer noch mal 5-10 Leute sein. Mittelfristig brauchen die alle ziemlich große Wohnungen. Das sollten die aufnahmewilligen AfD-Leute mal bedenken, bevor sie ihren falschen Loyalitätspopulismus hinausposaunen, um bürgerliche Stimmen zu erhaschen. Zumal Afghanen zur problematischsten Gruppe bei Zuwanderern zählen. 

Benedikt Kaiser

20. August 2021 16:54

frdnkndr

20. August 2021 16:37

Wenn selbst hier auf SIN geschätzte 50% der Kommentarschreiber der Ansicht sind, dass die seit Kurzem medial mit dem Begriff 'Ortskräfte' betitelte Afghanen ausgerechnet 'uns' bei irgendetwas geholfen hätten (und sich daraus ggfs. sogar irgendwelche berechtigten Ansprüche ableiten ließen), steht es offensichtlich noch schlimmer als befürchtet. 

Korrektes Schlußwort. Schönes Wochenende allerseits.

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