1. September 2021

Wir bleiben hier

Ellen Kositza / 99 Kommentare

Das Lamento geht nicht erst seit „Corona“, auch nicht erst seit 2015, vulgo Flüchtlingskrise: Wir halten es hier nicht mehr aus! Wir wandern aus!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Anläßlich der US-Wahl anno 2017 hatten ungezählte Prominente angekündigt auszuwandern, falls Trump wirklich Präsident werden sollte. Er wurde es - und offenkundig wanderte gar niemand deswegen aus.

Hierzulande sieht es etwas anders aus. Viele Leute, gerade im sogenannten rechten Milieu zeigen sich nicht nur auswanderungswillig, sondern ergreifen Maßnahmen. 1991 zählte Deutschland knapp 600 000 Auswanderer, davon hatten 500 000 keinen deutschen Paß. 2016 war mit 1,36 Millionen Auswanderern ein Höhepunkt erreicht, darunter 280 000 deutsche Staatsbürger. Signifikant ist der Sprung: In den Jahren zuvor waren stets rund 150 000 Deutsche ausgewandert.

Mittlerweile liegen wir bei rund einer Million Emigranten pro Jahr, darunter waren 2019 rund 270 000 und 2020 rund 220 000 deutsche Staatsbürger.

Ganz persönlich haben wir drei Bekannte, die in Ungarn investieren; drei weitere, die es nach Paraguay zieht. Tschechien, Polen, Slowenien, Schweden, Ukraine sind andere Fluchtländer, in denen bereits Immobilien erworben wurden. Kurzzeitige Ausreißer kennen wir zuhauf. Leute, die jahrelang durch Spanien oder Rumänien (als quasi „Gelobte Länder“) vagabundierten, aber in die Heimat zurückkehrten, weil entweder eine Geburt oder ein Krankheitsfall anstanden. Good old Germany, dieses vermaledeite Spießerland, hat anscheinend doch einige Vorzüge!

Wir selbst haben uns auch eine Zeitlang mit Auswanderungsoptionen getragen, falls man uns zu sehr zusetzen würde. Kroatien oder Südpolen? Ungarn schied früh aus, nicht nur wegen des dortigen Impffurors heute, sondern wegen der Sprache. (Vielleicht ist das ein kleineres Hindernis für Leute, die nicht hauptberuflich mit Sprache zu tun haben. Für uns erschien es bereits nach kurzem Aufenthalt unvorstellbar, an einem Ort zu leben, den man sich sprachlich auch in Jahren nicht erschließen würde.)

Aber überhaupt: Kann man denn so einfach die Segel streichen? Sich davonmachen, weil es gerade immens drückt? Wäre es nicht eine Art Fahnenflucht, ein Desertieren? Ich mag den angelsächsischen Spruch „You can run, but you can´t hide“. Dafür gibt es sicher eine ähnlich schlagende deutsche Übersetzung. (Max Frisch hat mit Stiller einen ganzen Roman dazu geschrieben.) „Los, lauf! Du kommst eh nicht davon.“

Also gut. Gründe für's Auswandern: Die Steuerlast in Deutschland ist erdrückend. Die Überfremdung auch. Die Leute sind doch innerlich krank. Man darf ja nichts mehr sagen. Guck mal, was die hier den Schülern beibringen; apropos „Sexualkunde“. Hier herrscht Coronakratie. Die Gesetzeslage ist zum Schießen, aber ich darf ja nicht mal eine Waffe besitzen. Und schließlich: das Wetter.

Zuletzt hatte im August 2021 der ehemalige, langjährige Rußland-Korrespondent des Focus, Boris Reitschuster, ein interessantes Interview mit dem „Auswanderungspapst“ Christoph Heuermann veröffentlicht. Man sollte sich das unbedingt anschauen (hier entlang).

Nur: Ich sehe auf den allerersten Blick, daß ich völlig anders „ticke“ als diese beiden sicher sehr kompetenten Männer. Für die zwei mag es ein simpler, pragmatischer Wohnortwechsel sein. Vermutlich macht es einen Unterschied, ob man als „individuelles Individuum“ auswandert, und als jemand, der in Generationen denkt.

Allertrivialste Beispiele: Meine sieben Kinder sind mit mir in einer „Familienversicherung“ zu ziemlich geringem Preis mitversichert. Wo gibt es das sonst, weltweit? All meine Kinder besuchen oder besuchten Schulen, die auf ihre Talentenzugeschnitten sind. Das kostet/e uns nicht die Welt. Das liegt an den staatlichen Zuschüssen. Wo sonst gibt es diese Gelegenheit? Ich fürchte: nirgends.

In den vergangenen 20 Jahren habe ich mit den Kindern ungezählte Theaterstücke, Museen, Konzerte und Opern besucht. Dies war uns auf Stehrängen selbst zu einer Zeit möglich, als wir unser altes Rittergut renovierten. Der heutige Subventionsbetrieb im Kultursegment ist wahrlich katastrophal, weil auch Unsägliches gefördert werden. Es gibt sie aber noch, die echte Hochkultur. Und in Deutschland ist sie erschwinglich. In den meisten Ländern aber wäre es außer für Superreiche kaum finanzierbar, mit großer Kinderzahl gute Inszenierungen zu besuchen.

Nicht zuletzt: Ich war in den 24 Jahren meines Mutterdaseins auf drei unglaublich schöne und aufbauende Mutter-Kind-Kuren, die ich in bester Erinnerung habe. Gibt es dergleichen in Norddakota, Montenegro, Ungarn oder im polnischen Karpatenvorland? Ich fürchte; nein. Nein, ich weiß es: nein.

Via Twitter habe ich auf meine entsprechende Auswanderungsabfrage unglaublich viele Rückmeldungen erhalten. Der Großteil riet zum Standhalten. Es sei nun mal unser Land. Es seien unsere Leute und unsere Geschichte! Man wandere nicht pragmatisch dorthin, wo man weniger Steuern zahle oder leichter eine Waffe erwerben könne. Man tut es einfach nicht - weil man als Deutscher in Deutschland leben will.

Unter den „Gegentweets“ wurden, stets in völliger Überzeugung, folgende Optionen angeboten: Texas, Schweden (oh je, ausgerechnet dieses woke Multikultiland!), Süddakota, Ungarn, Schweiz und Ostpreußen. Und, vehement, Holland. Weil man dort generell „entspannter“ sei. Holland. Wo selbst Kinderspielplätze (klar, besonders tolle) Geld kosten und generell Progressivität der Stimmungsmacher ist seit je!

Das libertäre Monatsmagazin eigentümlich frei hatte sich schon vor Jahren in zahlreichen Folgen der Frage gewidmet, wohin man am besten (nämlich: in möglichst „unsozialistische“ Länder) auswandern könnte oder sollte. Leitmotive: Wo zahlt man wenig Steuern, wo ist die Bürokratie gering und die Freiheit groß?

Eine schöne Antwort gab ebendort im Oktober 2017 Roland Woldag, der einst (vor 1989) selbst sein Land verlassen hatte – nämlich die DDR. Er stellte sein Plädoyer für´s Standhalten unter ein schönes biblisches Motto, nämlich: „Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt, aber die Gerechten sind furchtlos wie ein junger Löwe.“ (Sprüche 28)

Zwei Absätze von Woldag möchte ich, leicht gekürzt, zitieren:

Wohin also gehen? In einen anderen EU-Staat, also vom Regen in die Traufe? Nach Polen oder Tschechien, wo sie gerade auf uns gewartet haben? Neuseeland und Australien, wo man kaum reinkommt, es sei denn, man ist Millionär oder jung und wird beruflich gebraucht? Nordamerika, wo die radikale Linke immer aggressiver auftritt und das sich anschickt, in einem bunten Bürgerkrieg zu versinken? Südamerika? Ist für einen Kulturmenschen unerträglich. Afrika? Wer Anthropologie auf die harte Tour studieren möchte, wird dort einer abgeklärten Weisheit am schnellsten nahekommen. Ich bevorzuge Ostasien. Allerdings ist Heimweh vorprogrammiert, denn die Mentalität und Kultur sind von der unseren sehr verschieden. Ich habe überall deutsche Kollegen im Ausland, die ich gut kenne. Entweder haben sie Heimweh, oder sie haben sich bis zur Lächerlichkeit angepasst, was bei den Einheimischen nicht goutiert wird.

Und Woldag zählt auf:

Im Ausland ist man ein Fremder, mit vielen Nachteilen. Rechtssicherheit: Sie haben keine Staatsbürgerschaft, keine oder schlechtere Sprachkenntnisse, Sie sind nicht vertraut mit den lokalen Rechtsgepflogenheiten (Mafia). Barrieren: Je attraktiver ein Einwanderungsland ist, desto härter sind dort die Aufenthaltsvoraussetzungen. Ausnahme: Das von gedungenen Opportunisten und Karrieristen zur Besetzung und Zerstörung freigegebene Deutschland. Wo man leicht hinkommt, dort sollte man nicht hin – wo man schwer hinkommt, dort wäre der rechte Ort. Soziale Einbindung: In Krisenzeiten zählen vor allem die Blutsbande, jedoch wird kaum jemals die gesamte Verwandtschaft mit Ihnen gehen. Wenn überhaupt, dann geht die Kernfamilie mit, was jedoch nicht viel ist in Krisenzeiten. Krankheiten: Man ist fremden Krankheitserregern gegenüber viel weniger widerstandsfähig als gegenüber jenen, mit denen man aufgewachsen ist. Aufwand und Kosten: Der Aufwand und die direkten und indirekten Kosten wie Verdienstausfall sind hoch bis sehr hoch für eine umfängliche Übersiedlung. In einer immer enger und feindlicher werdenden Welt gibt es kaum noch Rückzugsräume. Und die Globalisten arbeiten mit mephistophelischer Hinterhältigkeit und Perfidie daran, uns auch noch die letzte Alternative abzuschneiden. Daher wird Ihnen wohl nichts anderes übrigbleiben, als Ihren Posten nicht zu räumen, sondern standhaft am Ort zu bleiben, trotzig Ihr Feldzeichen in den Grund zu rammen und alles Ihnen Mögliche zu tun, die Allianz der Kulturvernichter abzuwehren. Pflegen Sie Ihre Familie! Bauen Sie sich ein unterstützendes Netzwerk in der Heimat auf! Bilden Sie Gemeinschaften Gleichkultivierter! Und streben Sie seelische wie physische Unabhängigkeit an!

Sehr ausführlich wie lehrreich hatte mir auf meinen Tweet hin ein anderer Leser geschrieben, nämlich dies:

Meine Vorfahren kommen aus Norditalien, Deutschland und Österreich-Ungarn und sind zwischen 1887 und 1912 nach Brasilien ausgewandert. Es war für sie keine Fahnenflucht, sondern die Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Familien, sie waren einfache Bauern. Sie sind alle in verschiedenen Regionen Südbrasiliens gelandet.

Meine Heimatstadt - im Bundesland São Paulo - war zur Zeit meiner Geburt, 1962, zu 90% weiß und europäisch geprägt: vor allem Italiener, Deutsche, Schweizer, die obligatorischen Portugiesen, aber auch Spanier, Russen, Litauer, Letten; die anderen waren Schwarze und Mischlinge, sogar eine kleine japanische Kolonie hatten wir dort. Die Stadt war ruhig, angenehm, sicher, verschlafen. Fast forward 60 Jahre und es hat sich alles geändert: eine der unsichersten Städte im Bundesland, und dank der innerbrasilianischen Einwanderung aus dem Nordosten sind dort jetzt andere Menschen in der Mehrheit: der Bevölkerungsaustausch, den ich persönlich erlebt habe.

Jene 8 Urgroßeltern haben geschätzt um die 300 Nachkommen, und von diesen 300 können nach meinem Wissen inzwischen nur 2 Deutsch bzw. Italienisch und gerade diese 2 sind zurück nach Europa gekommen: eine Cousine und ich. Die anderen wissen zwar über ihre Herkunft, sehen sich in vielen (nicht in allen!) Fällen immer noch irgendwie als "deutsch" oder "italienisch", aber ihr Vaterland ist Brasilien, nicht Deutschland, nicht Italien, nicht Österreich. Auch haben sie keinen Kontakt mehr zu den ursprünglichen Kulturen und zu den Teilen ihrer Familien, die hier geblieben sind; sie haben sich von ihrem Volk losgelöst, unfreiwillig, unbewußt - aber sie sind in ein anderes Volk eingegangen; nicht wenige, vor allem aus der jetzigen, jüngeren Generation haben sich mit nicht-Weißen vermischt - und meine Familie ist keineswegs die einzige, was das alles betrifft.

Dieser Exkurs ins Persönliche nur als eine meines Erachtens notwendige Einführung, denn er berührt den in meinen Augen wichtigsten Einwand GEGEN eine Auswanderung aus Deutschland heute: Die Nachfahren der Auswanderer werden sich nicht nur integrieren, sondern auch assimilieren, es sei denn, sie würden alle geschlossen meinetwegen nach Sibirien auswandern und dort, wie die russisch-orthodoxen Altgläubigen, von der russischen Umwelt abgetrennt leben -  das wird nicht passieren. Die jetzigen Auswanderungswilligen müssen verstehen, daß sie in der Fremde sein werden, egal, wie gut sie sich integrieren, egal, wie gut sie die jeweilige Sprache sprechen: sie entfernen sich von ihren Wurzeln, ein wurzelloser Baum wird fallen, und die Äste, die irgendwann zurück zu den alten Wurzeln hin möchten, werden womöglich ihr ganzes Leben in einem Zwischenstand verbringen, in einem Zustand des ewigen Suchens-Aber-Nicht-Mehr-Findens.

Ein zweiter Einwand: wo wollen sie denn hin? Die großen Länder der europäischen Diaspora - USA, Kanada, Australien, Neuseeland - werden sie nicht aufnehmen und jeder kann sowieso sehen, was dort zur Zeit passiert. Die Länder Mittel- und Osteuropas? Wie lange werden sich diese dem globalistischen Diktat widersetzen können? Rußland? Wer weiß, was nach Putin passiert? Südamerika, mit der Kriminalität und der wachsenden antiweißen Stimmung, dem wirtschaftlichen Chaos? Es gibt keinen Zufluchtsort, vielleicht für Individuen, aber nicht für Familien, nicht wenn man versucht, an die kommenden Generationen zu denken, wenn man möchte, daß sie weiterhin Teil des eigenen Volkes bleiben.

Eine relativ followerträchtige Twitterbekanntschaft, Tamara Breitschneider, war vor gar nicht langer Zeit nach Tschechien ausgewandert. Voller Überzeugung, das bessere Leben gewählt zu haben (sie betreibt einen Blog, der es aufzeichnet) bekennt sie nun, zurückwandern zu wollen:

Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass es woanders nicht besser ist, nur anders schlecht! Es gibt keinen Hort der Glückseligkeit oder Land der Unschuld mehr! Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die Massenmigration, der ganze grünsozialistische Mist, ist ausgemachte Sache! Und zwar weltweit. Bei den einen kommt es früher, bei den anderen später. Kein Land kann sich der weltweiten Agenda entziehen. Und hört mir mit Schweden oder der Schweiz auf. Der bargeldlose Zahlungsverkehr und damit einer der Hauptwerkzeuge zur Massenüberwachung ist in Schweden so gut wie abgeschlossen. Und auch die Schweiz macht voll mit bei der Corona-, Klima-, und Gender-Agenda. Ich war erst kürzlich in der Schweiz und habe gesehen und gehört, wie es dort läuft. Dasselbe in grün, nur noch viel teurer.

Fest steht jedenfalls: Wir bleiben hier. Einige auswanderungsfreudige Zuschriften an mich enthielten das populäre Diktum „Yolo“, „You only live once“, „Du hast nur ein Leben.“ Der Punkt ist: Man wird sich rechtfertigen müssen, irgendwann. Vor Gott, vor den Nachkommen. Lauf! Aber davon kommst Du nicht!


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.


Kommentare (99)

RMH

1. September 2021 09:03

Wenn die Sozialtransfers und das Lob auf die subventionierte Hochkultur einen sehr großen Teil dessen darstellt, warum man in Deutschland "gut und gerne lebt", dann haben die sog. Etablierten doch sehr viel richtig gemacht.

tearjerker

1. September 2021 09:27

Sie haben Einiges und Einige auf die Beine gestellt. Respekt. Ihre Überlegungen sind nachvollziehbar. Wer seinen Aufenthalt von einem Staat zum Anderen verlegt, tut das nach meiner Erfahrung zumeist, weil sich dadurch die Einkommenssituation erheblich verbessern lässt, wobei natürlich Dinge wie ein Neuanfang oder Abenteuerlust auch eine Rolle je nach Lebenssituation spielen können. Wer innerhalb der globalisierten Zone den Staat wechselt, wandert dann auch nicht wirklich aus, sondern er zieht um. Die Idee, dass Leute solche Entscheidungen für ihr ganzes weiteres Leben treffen, ist einfach von gestern. In meinem persönlichen Umfeld gibt es eine Menge Leute, die weggingen, zurückkamen, wieder gingen usw. Wer etwas darüber wissen möchte, was praktisch möglich ist, sollte sich anschauen, was der von Ihnen erwähnte C. Heuermann auf seiner Seite ‚staatenlos’ beschreibt. Genialer Typ. Was die hiesige Staatsdoktrin staatlicher Betreuung angeht: Sie ist asozial, die Ursache jeglicher Probleme und muss weg.

Lumi

1. September 2021 09:28

Hiergeblieben!

Tokugawa

1. September 2021 10:09

Danke für diesen Text. Wer sieht, wie sich die westlichen Gesellschaften - die deutschen Musterschüler in ihrem neuen Untertanengeist vorneweg - ändern, den kann's schon gruseln. Nur: Wenn der Skeptiker (und selbst liberale Skepsis steht heute rechts) sich aus Erfahrung hütet, illusionären und ruinösen Heilserwartungen zuzustimmen, macht gerade das die menschliche Zustimmung zur Welt und das Ausharren möglich. "Es kommt darauf an, die Erde auf Erden zu akzeptieren", schreibt Odo Marquard. Es wird neue Lagebeurteilungen geben, neue Zumutungen, auch mehr Repression. Doch die neue Welt, die droht, ist nicht für immer - das wird sich schneller zeigen als die meisten meinen.

Adler und Drache

1. September 2021 10:19

Habe zuerst "Kroatien oder Südpol" gelesen. Wenn der Südpol irgendwann doch noch zur realen Option wird, geben Sie bitte Bescheid: Dann schließe ich mich an! 

Im Ernst: Sehr schöner Beitrag. Mir aus dem Herzen gesprochen. Sehr schönes Bibelzitat. Sehr schön, wieder mal etwas von Ihnen zu lesen.

An alle anderen:  (1) Jackson Browne - Stay - YouTube

Ein gebuertiger Hesse

1. September 2021 10:30

Ein Wort des Zuspruchs zum Verbleiben UND den noch bestehenden Vorteilen in unserem Land - schön, sowas in dieser Zeit zu lesen. Souverän ist, wer sich nicht irre machen läßt (vergißt man gerade immer mal wieder).

Valjean72

1. September 2021 11:08

Vielen Dank für diesen Artikel, dem ich mich nur anschließen kann.

Ich selbst bin vor 15 Jahren in die Schweiz gezogen, einfach weil ich ein attraktives berufliches Angebot annahm. In der franz. Schweiz, nicht zu weit entfernt zur deutschen Schweiz, wo ich mittlerweile arbeite.

Auswandern hatte ich nie im Sinn. Später kam meine Freundin aus Deutschland zu mir, wir heirateten und bekamen Kinder, die nun auf eine Schweizer Schule gehen. Die Zeit schuf gewissermaßen Fakten, wenn man so will.

Allerdings habe ich nun schon länger Heimweh nach Deutschland, insbesondere nach meiner Heimatregion und habe durchaus - im Gegensatz zu meiner Frau, die aus einem anderen Teil Deutschlands stammt - das Ansinnen zurückzukehren.

Doch die wirtschaftlich unsichere Situation, durch die C-Maßnahmen noch einmal potenziert, erleichtern eine Rückkehr zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.

 

 

 

 

 

Sugus

1. September 2021 11:22

Deutschland funktioniert auf der "niederen Ebene" immer noch hervorragend, und das ist die Krux. Müllabfuhr funktioniert, Kindergeldzahlung funktioniert, Rathaus funktioniert, Gesundheitswesen funktioniert, etc.

Dieses Land ist aber nicht fähig, auf der "höheren Ebene" seine Grenzen zu kontrollieren oder so was wie nationalstaatliche Interessen zu artikulieren.

Es ist halt die Frage, ob über kurz oder lang eine nichtfunktionierende höhere Ebene doch dazu führt, dass auch die niedere Ebene nicht mehr richtig funktioniert. Eigentlich wünsche ich mir das, weil dann der Leidensdruck für den Michel stärker würde.

MARCEL

1. September 2021 11:27

Einmal von den finanziell-ökonomischen Bedingungen abgesehen, die vor allem junge, gut ausgebildete Deutsche begründeterweise ins Ausland nötigen, gilt, was jede politische Emigrations-Geschichte unterstreicht:

- Wer auswandert, hat keine Heimat mehr (psychologisch nicht zu unterschätzen)

- Wer auswandert, ist im Gastland nicht ungeteilt willkommen (trotz aller Geldmittel, trotz "Freundes-Status"). Man mag sogar offen verachtet werden.

- Politische Emigration war stets vorübergehend (hier zu begrüßen, wenn der Kampf aus dem Ausland weitergeführt wird)

Auch Ideen von der Art eines "deutschem Zionismus" sind abwegig, auch wenn der Gedanke dahinter, irgendwo (Sibirien?) eine deutsche Volks-Substanz in Sicherheit zu bringen, verständlich erscheint.

Emigrations-Debatten unter Rechten spiegeln m. E. den weit verbreiteten Mangel an Kampfbereitschaft (sic!) und wirklicher Vebundenheit zu Grund und Boden wider. Wer etwas nicht verteidigt, der hegt dafür auch keine Liebe. Die Umerziehung ab 1945 sollte tatsächlich so ein durchschlagender Erfolg gewesen sein?

Ein grundlegender Mentalitätswechsel ist bitter nötig und gerade dafür steht Sezession. Der Staat wird einem in Zukunft nichts mehr abnehmen, und die nächsten 100.000 Afghanen werden es uns schon beibringen. Jedes Beharren, jedes Ausharren ist ein Stachel im Fleisch jedes Mächtigen.

tearjerker

1. September 2021 11:57

War gerade im Rathaus wählen. Stellte überrascht fest, dass mal wieder geschlossen ist, wg. Inzidenz. Man öffnete mir dennoch auch ohne erforderliche Terminabsprache. Der freundliche Beamte erzählte was von bürgernah und flexibel und geleitete mich in sein Büro, in dem sich das improvisierte Wahllokal befand. Es wird schon gehen, es wird schon gehen. Die Professionalität und Dynamik beeindruckten. Hier muss man einfach bleiben.

Heinrich der Seefahrer

1. September 2021 12:05

Ein Beitrag aus dem Herzen gesprochen zu den Herzen der Leser und doch mehr als nur einfach herzlich......und am Ufer steh ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend.

Mitleser2

1. September 2021 12:21

Ellen Kositza lobt Sozialtransfers und die "billige" Hochkultur.

Kann sie da nicht gleich SPD wählen?

Kositza: Sie tut mal so, als wär das unpolemisch gemeint. Den SPD-Spot findet sie zwar besser als die meisten anderen Wahlspots. Aber: Sie ist weder für Duzerei unter Unbekannten, Windräder, mehr Zuwanderung noch pauschal für Sozialwohnungsneubau.

Laurenz

1. September 2021 12:37

@EK (1)

Herzlichen Dank für Ihren Artikel.

Es ist einfach hilfreich, wenn jemand schreiben kann.

Die Steuerlast war bis 1990 deswegen hoch, weil sich 2 deutsche Staaten einen riesigen militärischen Komplex leisteten. Und sie wäre noch höher gewesen, wenn sich nicht privilegierten Schichten, Berufsgruppen durch politische Einflußnahme dem entzogen hätten, zumindest im Westen nicht die Regierungen die Sozialversicherten beraubt hätten. Dieser Status wird bis heute gesamtdeutsch gepflegt, allerdings mit einem weit geringeren militärischen Komplex, dafür mit viel mehr Polit- & Kultur-Schmarotzern.

200 Gender-Professuren geben vielen linken Dorf-Deppen die Möglichkeit arbeitsfrei einen akademischen Titel zu erwerben, der formal den Eintritt in den höheren Staatsdienst ohne echte Qualifikation ermöglicht. Das ist nur ein kleines Beispiel.

Niekisch

1. September 2021 12:38

Schon die Überlegung, Deutschland verlassen zu wollen und es damit im Stich zu lassen, ist für mich Verrat. Millionen Deutsche haben an den Fronten als menschlicher Schutzschild vor dem Vaterland gestanden, haben nicht gewankt, sind nicht gewichen. Schande über jeden, der sein persönliches Glück vorzieht und geht!

Laurenz

1. September 2021 12:39

@EK (2)

1. In nicht-weiße Länder zu flüchten, ist reichlich sinnentleert, wenn man vor der Invasion der Affen flüchtet.

2. Steuern... Wer wegen Steuern flüchtet, sollte sofort seine bürgerlichen Ehrenrechte verlieren, und Sippenhaft ist hier angebracht, die gesamte Familie des Steuerflüchtigen sollte ausgewiesen werden. Ob diese Leute nun Michael Schumacher heißen oder Boris Becker, spielt doch keine Rolle, raus hier, die ganze Sippschaft.

3. Wer vor dem Totalitarismus der Berliner Junta flieht, dafür habe ich zwar Verständnis, aber es bringt nichts. Der EK-Artikel ist da eindeutig. Deutsche Rentner fliehen aus Geldmangel nach Bulgarien (Sonnenstrand) oder Pattaya, was solange gut läuft, wie man keinen Arzt braucht. In Pattaya aber auch anderswo in Thailand ist die Infrastruktur für Rentner hervorragend, die erste Info-Adresse, die auch mehr zu bieten hat, als Heuermann ist https://der-farang.com/

4. Der philosophische Ansatz

Don Juan sagte zu Carlos Castaneda.... "Keiner rennt so schnell, als daß ihn das Problem, vor dem er wegrennt, nicht wieder einholte.

Und gerade die Reichen, die sich in Neuseeland einkaufen, weil Neuseeland laut Relotius als der sicherste Staat des Planeten gilt, sitzen doch gerade deswegen auf dem Präsentierteller. Wer tatsächlich vor westlichen Repressalien weg will, muß sich mit einer AK47 irgendwo in Botswana eingraben. Aber Neuseeland geht doch im Krisenfall als erstes drauf, gerade weil jeder weiß, daß dort die Pfeffer-Säcke sitzen.

Laurenz

1. September 2021 12:39

@EK (3)

Das gilt vor allem hier für Foristen, die im Ausland weilen. Ihnen haftet immer ein Glaubwürdigkeitsproblem an. Die Heimatfront ist die wichtigste.

Ken Jebsen ist weg, zumindest nach eigenen Angaben. Aus journalistischer Sicht kann man das nachvollziehen, aber dann stellt sich immer noch die Frage, wo er hinwill, denn das hat Er nicht gesagt. Und wie lange ist man im zukünftigen Zielland als Journalist sicherer als in Deutschland?

Schobbepetzer

1. September 2021 13:12

Ich bin vor einigen Monaten aus Deutschland weggegangen. Finaler Auslöser waren die Maßnahmen gegen meine Kinder.

Liebe Frau Kositza ich teile Ihren Artikel so nur teilweise. Sie selber sind doch auch aus Ihrer ursprünglichen Heimat weg gegangen. Gemäß meinem Namen und Ihrem Jahrgang dürften wir nur wenige Kilometer entfernt zur gleichen Zeit aufgewachsen sein. Auch Sie haben sich für eine gewisse "Auswanderung" entschieden.

Ich mache unsere kulturelle Existenz eher an Sprache, wesentliche Bräuche etc fest. Von daher habe ich mich für die DACH-Region entschieden. Meinen Wegzug sehe ich auch als eine Stärkung der Elemente/Regionen in unserem Kulturraum, bei dem ich eher glaube das sie überleben werden. Wo noch ein Wille zum kämpfen da ist.
Von daher ist die erste Prämisse mal raus aus der Stadt, aufs Land.
Persönlich habe ich den Schritt nicht bereut und wenn ich meine Kinder sehe, die sind wieder aufgeblüht. Meine Kinder haben erste Priorität. Sie sind die Zukunft des Widerstands, deswegen müssen sie überleben. Was Identität und Volkszugehörigkeit ist, lässt sich durch ein aktives Leben im Elternhaus bewahren.

Und um einen Satz aus "Der mit dem Wolf tanzt" abzuwandeln. Ich wollte das Abendland noch einmal sehen, bevor es vergeht. Das ist mir gelungen.

Kositza: Binnenwanderung zähle ich nicht als Auswanderung, sondern Umzug. Darf ich fragen, wohin Sie gewandert sind? Also: wo noch ein Willen zum Kämpfen besteht?

Ordo

1. September 2021 13:24

Schweden und Kanada? Ernsthaft? Vom Regen in die Traufe. Uruguay und Panama tauchen hier gar nicht auf, wurden mir in den letzten Monaten aber immer mal wieder nahegelegt. Einfach mal Finca Bayano googeln. Die Frage der Auswanderung stellt sich mir allerdings nicht ernsthaft, da ich eh kein Geld hab. 15 bis 20.000 Euro Startkapital sollte man schon haben, sonst kann man es gleich vergessen. Schön zu wissen, dass K&K hier zusammen mit mir ausharren. Ohne den Fixstern Schnellroda würde es hier doch komplett dunkel werden. 

Nemo Obligatur

1. September 2021 13:34

Die Argumente Pro und Kontra erinnern an die Debatte um die Somewheres and Anywheres. A. Gauland hatte dazu mal was in der FAZ geschrieben ("Muss es Populismus sein?" hieß der Artikel, glaube ich).

Die Anywheres sind hochmobil und können ihren Arbeitsplatz ebenso rasch verlagern wie den Wohnort. In ihrem Umfeld spricht man selbstredend Englisch und Geld spielt eine untergeordnete Rolle - es ist ja immer genug da. Wer nicht selbständig ist, in der IT-Branche vielleicht, findet einen Arbeitgeber mit internationalem Flair. Ein Großkonzern oder eine supranationale Organisation. Die Somewheres kleben an der Scholle auf Gedeih und Verderb. Es ist noch nicht ausgemacht, wer am Ende besser fährt.

Für die Somewheres wurde schon vor langer Zeit ein Lied geschrieben:

https://www.youtube.com/watch?v=EI3GRSu2XBY

 

KlausD.

1. September 2021 13:58

Die Gründe zum Auswandern können ja sehr unterschiedlich sein, die persönlichen Überlegungen, Zwänge, Befindlichkeiten, Auswirkungen höchst individuell. Innerhalb dieses Spektrums ist vielleicht auch Theodor Fontane ein interessantes Beispiel. Die verzweifelte wirtschaftliche Not hinsichtlich seiner beabsichtigten Familiengründung erzwang 1849 bei ihm den Plan zur Auswanderung nach Amerika. Dann besann er sich doch anders. Seinem Freund Hermann Kriege teilte er mit:

“Ich gedenke auszuhalten: einmal weil ich noch hoffe, dann aber auch weil ich übersiedelnd in die neue Welt Bande zerreißen müßte, die mich mit meinem eigentlichen Leben an unsere deutsche Erde fesseln. Wir sind nicht alle gleich in dem was das Herz begehrt: und die Freiheit und Unabhängigkeit die der Eine draußen in der Welt sucht, findet der Andere in dem Freistaat der Kunst und Wissenschaft. Ich liebe die deutsche Kunst, das ist mein eigentliches Vaterland, und es aufgeben, hieße mich selbst aufgeben.“

(siehe Anmerkungen zum Brief 54 „Theodor Fontane und Bernhard von Lepel“ München 1940)

t.gygax

1. September 2021 14:13

@marcel  " Wer auswandert, verliert seine Heimat".

Tja, Heimat....."solang du in dir selber nicht zuhause bist/ bist du nirgendwo zuhaus" hieß es einmal bei Peter Horton, einem der wenigen Chansonsänger, der auch textelich manchmal Tiefgründiges brachte und nebenbei auch ein klassisch geschu,lter Giarrrist war.

EK hat einen nachdenklichen und gründlichen Artikel geschrieben. Aber die andere Seite gibt es auch; ich empfehle guten Gewissens jedem jungen Menschen, das Land zu verlassen , solange es noch geht. Damit ist keine Flucht vor dem Feinde gemeint- ich harre ja heir selber aus, obwohl der Ort und der Block, in dem wir leben, schon lange keine Heimat mehr sind ( die alten Leute sterben aus, und die Neuzugänge sprechen kein Deutsch mehr und "bereichern" mit eigenwilligem Verhalten die Lebenswelt.

Dabei geht auswandern nur, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: a) Gesundheit b) eine gute Ausbildung, mit der man Geld verdienen kann und das überall und c) Sprachkenntnisse

 

 

Und : man muss jung sein und ungebunden, mit einer Familie ist es nicht möglich, es sei denn, eine ganze community geht mit ( gibt es bei frommen russlanddeutschen Familien -und nicht zu wenig...)

wolfdieter

1. September 2021 14:53

Übers Auswandern denke ich nicht nach. Ich bin hier zu Haus. Und wo noch hab ich die Sprachkenntnis, um der Kassiererin beim Aldi ein spontanes Grinsen ins Gesicht zu zaubern? Aha.

heinrichbrueck

1. September 2021 16:32

Die Umerziehung findet global statt. Eine Entwicklung in unterschiedlichen Stadien. 
Bei Heuermann/reitschuster.de bis Montenegro; danach meldete sich die Untertanenmentalität, Sonnenschein und Garten. Wendunmuth im Gepäck. Lebenszeit läßt sich selten mitkaufen.
Rußland: https://www.thegatewaypundit.com/2021/08/leftist-indoctrination-reaches-russia-critical-race-theory-lgbtq-activism-hit-russia-white-supremacy/ Übersetzung: https://morgenwacht.wordpress.com/2014/08/27/putins-ausblick-auf-russlands-nationale-zukunft-migrationspolitik-und-meldepflicht/#comment-13153

RMH

1. September 2021 16:43

Um es klar zu sagen:

Wer im patriotischen Geschäft ist, der macht sich komplett unglaubwürdig, wenn er auswandert. Schon die Erwägungen dazu haben mich ein Stück weit erschüttert. Etwas anderes wäre das Exil, weil es in diesem Land einfach nicht mehr geht (bspw. aufgrund von Veröffentlichungsverboten, Zensur, steigenden Schikanen und gleichzeitigen Vorteilen für ein patriotischen Wirken aus dem Exil heraus auf Deutschland). Dieses "Muss" des Exils halte ich für Patrioten für nicht ausgeschlossen und der Druck dazu könnte noch steigen, insofern ist es legitim, in aller Stille für so einen Fall vorbereitet zu sein und zu wissen, wohin man gehen könnte. Der Exilant will aber grundsätzlich wieder zurück und das unterscheidet ihn grundlegend vom Auswanderer.

Pferdefuss

1. September 2021 17:07

'Sitz!' 'Platz!'

Überaus überzeugend Ellen Kositza: 'Bleibe im Land und nähre dich redlich. Eine ganz neue Überzeugungsarbeit für unser Land und für uns bietet sie uns an. Ich nehme es an!  

Nachfrage dennoch erlaubt? Ist Bildungs- und Kulturbetrieb Merkmal erfüllten Lebens, da doch beides inzwischen buchstäblich herausgefischt werden muss und es oft nicht mehr das ist, was es 'früher' war: Niveau, Schönheit; Glanz?

nietzschikus

1. September 2021 17:13

Als Ausgewanderter stimme den Grundtenor zu. Würde gerne zurückkommen, aber beruflich ist es in meiner alten Heimat zappenduster, wenn man einen geisteswissenschaftl. Abschluss hat. & wer fängt mit einem sehr guten Hochschulabschluss dann als Handwerker von vorne an? Die Stellen, die es in gw. Bereich gibt, werden nach politischen Stallgeruch vergeben.

Kurze Anekdote, einen Libertären betreffend, der jubelte, wie toll die Schweiz wäre & alle sollten ihm folgen, unterlegt mit einem Auszug der niedrigen Krankenkassenbeiträge. Das sind zu häufig eben atomisierte Egoisten mit starken materialistischen Neigungen. Mit Familie sieht es ganz anders aus. Jedes Kind einzeln versicherungspflichtig. Wird lustig mit mehr als 2 oder 3 Kindern. Kinderbetreuung mit niedrigem Betreuungsschlüssel ist nicht für unter 700 € je (!) Kind zu bekommen. Mutterschutz? 14 Wochen! Kind ist da noch Tragling, falls es nicht die Flasche nimmt & nur gestillt werden möchte? Pech gehabt. Unbezahlter Urlaub oder Nanny, die das Kind dann immer an den Arbeitsplatz bringt. Kein Witz. Kinder krank oder sehr lebhaft, weil sehr unbeschwert? Tja, dann hat man im Ausland auch keine Großeltern, um mal etwas durchzuschnaufen. & je attraktiver das neue Land, desto höher die Eigentumspreise. Ergo ist man zur Mietsklaverei gezwungen (hier ca. 2000 € im Monat). Günstiger geht kaum & wenn dann nur wieder in einem Milieu, da kann man direkt auch nach Duisburg Marxloh ziehen.

nietzschikus

1. September 2021 17:15

Letzte Anmerkung: Das Reitschustervideo ist höchst interessant & verstörend, wie aalglatt dieser Interviewpartner seinen materialistischen Opportunismus noch als Tugend lobt. Ich bin mehr als staatskritisch, aber dieses Trittbrettfahrertum ist einfach nur abstoßend.

PS: eigene Auswanderung war eine absolut persönliche Reißleine, leide unter dem Verfall der eigenen Heimat auch hier, aber mit etwas mehr Distanz

Mitleser2

1. September 2021 17:20

@Kositza: Die Sache mit der SPD war wirklich unironisch gemeint. Zumindest war beides mal Ur-SPD, zumindest vor 2000. Kultur für alle. Aber es ist lange her. Mit Ihren anderen Punkten haben Sie natürlich recht.

Alex Schleyer

1. September 2021 18:17

Ich bin froh, wenn ich hier endgültig weg bin und nur noch als Gast kommen musz. 

Laurenz

1. September 2021 18:18

@Schobbepetzer

Ei gude, mid de Kinner hab isch Verschdändnis..... abber des is ach ei gans bsondre Sach. Die wern auch mal elder.

Abgeseihe davon, daß isch en Ingeplaggte bin, lieb isch Deutschland vom Bodesee bis an des Waddemeer. 

Un in Offebach kann mer auch ned wohne, vollgomme unmöglisch, kann mer gleisch in de Oriend ziehe. Am Kaiserlei is ferdisch.

Hab da viele Jährsche im Bunger Musigg gmachd, isch weiß Bscheid.

Scheene Gruß aus Orschel....

Waldgaenger aus Schwaben

1. September 2021 18:58

Jenseits der praktischen Erwägungen eine Anmerkung:

Angenommen es gäbe ein Arkadien, zerstörten wir es nicht durch Einwanderung? Wir natürlich nicht, aber die die nach uns kämen und die dummen Gedanken nicht an der Grenze abgäben.

Konkret: Angewidert vom Dreck, hohen Preisen, Kriminalität und sinkendem Lebensstandard zogen viele Amerikaner aus Kalifornien weg in die ländlichen Nachbarstaaten wie Arizona, wählten jedoch weiterhin Demokraten, die Partei, die die Umstände verursachte, vor denen sie flohen. Arizona und andere seit Generationen rote Staaten neben Kalifornien sind 2020 blau geworden.

Gustav Grambauer

1. September 2021 19:00

I

"Die Länder Mittel- und Osteuropas? Wie lange werden sich diese dem globalistischen Diktat widersetzen können?"

Dieses Diktat gibt es, aber es stellt sich völlig anders dar als von dem Betreffenden offenbar ohne Beobachtung der Schneisenziehung in Europa projiziert:

"Auf der einen Seite des 'Intermarium' steht das europäische islamische Kalifat. Es handelt sich um ein absolut lockeres Staatsgebilde, bei dem in einem langen, historischen Prozeß neue Völker, neue Sprachen, neue Staaten organisiert werden. Sie werden interne Probleme für Jahrhunderte haben, auch unter Berücksichtigung des Gesetzes der Zeit, weil sie in das Neue Mittelalter zurückfallen werden. Probleme haben sie für Jahrhunderte.

... Rußland soll in viele Souvenirstaaten zerstückelt werden, die nicht in der Lage sein werden, ... das 'Intermarium' von der anderen Seite auf irgendeine Weise zu bedrohen.

Flaneur

1. September 2021 19:23

Auswandern? Diese Frage ist angesichts des sozio-politischen Klimas virulent. Aber: Kann das Auswanderungsziel wirklich zur echten Heimat werden? Für die soziologische Figur des Anywheres der Theorie nach schon. Aber in der Praxis?

Für mich, als jemand der länger in einem völlig anderen Kulturkreis (Nahost) gelebt und vor Corona exzessiv durch die Welt gereist ist, ist Heimat ein sehr stark mit Landschaft empfundenes warmes Gefühl, das bei mir Fischkopf eng an die norddeutsche Tiefebene gekoppelt ist. Insofern wäre schon die Verlagerung des Wohnortes nach Sachsen o.Ä. eine Art Auswanderung in die Fremde. 

Ich weiss, dass ich überall leben und mir ein soziales Umfeld aufbauen kann, in dem ich mich wohlfühle. Aber dieses tiefe Gefühlt von Heimat, von daheim zu sein, das erfordert mehr. Zumindest für mich.

Also heißt es: Bleiben und für den Erhalt dessen, was einem erhaltenswert scheint im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu kämpfen, ohne sich dabei anderen Entwürfen grundsätzlich und kategorisch zu verschließen.

Raskolnikow

1. September 2021 19:34

"...Nahe, sieh, die Kirchhofspforte −

Tote Herzen schlagen nicht....

Ich – ich schick die Augen über
Strauch und Hügel, weit hinaus,
lausch und hör – und hör die Lieder
von Daheim und von Zuhaus....

Aber ich, könnt ich noch schreiben,
solches hätt ich hier bestellt:
Säufer lieben ihre Kneipe −
seine Kneipe war die Welt."

(Essenin)

 

Wir haben doch eh keine Heimat mehr...

 

Wir klammern uns an Versicherungen, Kehrwochen, tote Rituale, Krankenhausstandards, Cellounterricht; an Tannhäuser und einen nur halb versauten Freischütz. Heimat?

 

Deutsche Heimat ist ein Präteritum in unseren Herzen! Deutsche Heimat können wir mit uns in die Fremde nehmen.  Und leben!

"Tote Herzen schlagen nicht." Egal, wo sie verwesen...

Der Tannhäuser in Bayreuth ist weniger Deutschland als das feurige Herz am "Südpol"...

Cordiale Grüße von den Ufern des Amudarya,

R.

 

Nachtrag: Die Deutschen (und die Gothen, hahaha...) sind immer gewandert, gefahren, haben in der Fremde als Söldner gedient und Äcker bestellt. 

zeitschnur

1. September 2021 19:38

Guter Artikel, dem Gegrantel von wegen Sozialtransfers schließ ich mich als Anarcho nicht an. Warum nicht? Weil jene an sich ja nichts per se Schlechtes sind, man könnte das auch aus dem Volk heraus organisiert haben, dagegen ist nichts zu sagen, wenn es im Rahmen einer dritten Idee geschähe. Ich glaube, dass das in Deutschland immer noch letzte Überreste solcher Ideen sind.

Frühere Auswandererwellen hatten teilweise eine Art "Gelobtes Land"-Ideal im Hintergrund, die immer enttäuscht wurden, aber wer weiß denn schon, was in den Köpfen und Herzen der Weggewanderten vor sich ging, Jahre später, hinter der Fassade der Euphorie?

Und immer ist es auch die Frage, wer eigentlich woher kam und wohin (zurück?) will.

Ich denke die Zeit solcher Überlegungen und Aktionen ist vorbei für immer. Es wird die gesamte natürliche Ordnung auf den Kopf gestellt, und eines ist sicher: Das wird niemals stabil bleiben. Wir müssen ohnmächtig einer "final destruction" irrer Privatmänner zusehen, die derzeit in der "Kraft des Satans" wirken. Niemand kommt mit welcher Aktion auch immer gegen diesen Irrsinn an. Ich glaube an die Mission der Deutschen in diesen Zeiten, trotzdem, der Hiergebliebenen:

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Hanna-J%C3%BCngling+Innenk%C3%B6nig-%C3%9Cber-das-Volk-der-Dichter-und-Denker/id/A02wokgx01ZZm

Schobbepetzer

1. September 2021 21:06

@Kositza: Ich bin in das Dreiländereck Schweiz/Österreich/Liechtenstein gezogen.
Die Menschen sind hier konservativ, freundlich, hilfsbereit, identitätsbewußt und sie lieben ihre Traditionen. In dem Zusammenhang sehe ich es auch eher als Umzug.

Mich wundert schon, wie einige hier die Zustände in Deutschland verklären. Was alles sehr gut funktioniert. Ich habe das als selbstständiger Unternehmer im Rhein-Main-Gebiet nicht mehr so erlebt. Hier das krasse Gegenteil: Hilfsbereite Behörden, saubere intakte Strassen, funkioniernde und moderne Infrastruktur, usw. Man kann das Rrad unangeschlossen in der Fussgängerzone stehen lassen und es ist nach 2 Stunden noch da. Selbst der kleine Türkenjunge grüsst freundlich.
Sich aufopfern und die Linie halten, hört sich toll an. Ist taktisch und strategisch total daneben. Was haben denn die Menschen gemacht, die vor der Roten Armee geflohen sind? War das auch Verrat?

Dem deutschen Staat Steuern zu entziehen, ist auch eine Form des Widerstands. Lieber gebe ich mein Geld einer Gemeinde in der Schweiz, die Kinder nicht mit der Polizei vom Spielplatz jagt oder Schuldirektoren bezahlt, die Kinder mit Masken/Tests quälen. Oder ist das Steuergeld bei den diversen Antifa-NGO´s besser aufgehoben?

Bedeutet alles nicht, dass man nicht eines Tages wieder auch zurück gehen kann.  Die Welt ist digital, darauf und damit zu agieren, erweitert die Facetten und die Potentiale des Widerstands.

micfra

1. September 2021 21:22

Liebe Frau Kositza,

auf Twitter schrieben Sie kürzlich, Kaiser sei sozial, Sie wären es nicht. Hier schreiben Sie, wie sehr Sie doch gerade die soziale Seite an Deutschland schätzten. Das versöhnt mich wieder mit Ihnen. Die Kositza ist doch nicht so sozial kalt, wie sie tut. Ist Ihnen dieser Widerspruch bewusst?

Ihr

mf

Kositza: Danke für´s aufmerksame Lesen! Sagen wir so: Ich bin deutlich selektiver sozial als Benedikt. Ich bin.., naja, ziemlich genau so sozial wie das II. Kabinett Adenauer. Damals war es aber noch ein anderes Volk.

MARCEL

1. September 2021 21:22

Kurz: Zwar finde ich das im Text angeführte Bibelzitat aus dem Buch der Sprichwörter treffend, doch das Krav Maga-Motto "Du kannst kämpfen!" gefällt mir fast besser.

Interessante Kommentare!

Grobschlosser

1. September 2021 21:36

beruflich bedingt war ich mehrere Monate in verschiedenen Ländern , Schottland ist nicht verkehrt , auch in der Auvergne ( ländlicher Raum ) kommt man gut klar .

AmazonBesteller

1. September 2021 22:10

Nach mehreren Umzügen innerhalb Deutschlands, habe ich das Land abgeschrieben.

Arrogante Beamte (arbeite selbst in einem Amt LOL), Geldgeile Vermieter die einem frech ins Gesicht lügen. Und das auf dem Land, wo es doch da noch gut sein soll. Geld, Geld, Geld. Insofern ist das wie im Ausland. Besonders als Deutscher. 

Aber am schlimmsten waren die Vereine. Nachdem ich 700 km entfernt von meiner Geburtsstadt am örtlichen Vereinsleben teilhaben und mitmachen wollte, reichte es mir endgültig. Miesepetrige, alte(!), faule und schlicht uninteressierte Altmitglieder. Die Vereine sterben aus. Ich denke aber nicht, dass es im Ausland besser ist. 

Kositza: Dies alles: reichlich unkonkret. Sie haben Probleme. Aber warum genau?

AmazonBesteller

1. September 2021 22:11

Zur Krankenversicherung: Ja, die Kinder sind kostenlos mitversichert. Das war es auch schon. 

Nirgends gibt es so viel Implantationen mit künstlichen Hüftgelenken. Weltweit! Dicht gefolgt von anderen medizinischen Maßnahmen, die zweifelhaft sind (meint, nicht unbedingt notwendig). Und warum? Weil man es abrechnen kann und es den Patienten nicht interessiert. Er zahlt es ja nicht.

Ob das so gut ist? 

Ich war bis Mitte dreißig kerngesund und hatte dann einen Unfall. Der Zufall bewahrte mich vor einer Operation, die mich zum Krüppel gemacht hätte. Notwendig war sie nicht, aber man konnte abkassieren.

All das, lies mich schon früh (also vor Corona) an der Ärzteschaft und am Gesundheitssystem zweifeln.

Die beste Gesundheitsvorsorge ist Hygiene und Stressvermeidung. Auch im Bezug auf andere Menschen im eigenen Umfeld.

 

„Es gibt sie aber noch, die echte Hochkultur. Und in Deutschland ist sie erschwinglich. In den meisten Ländern aber wäre es außer für Superreiche kaum finanzierbar, mit großer Kinderzahl gute Inszenierungen zu besuchen.“

Mag sein. Dann wäre doch Hausmusik (nicht House) eine Alternative? Mit anderen Kindern aus dem Dorf. Wo wir wieder beim Verein wären. 

Und in der Stadt geht niemand in die Oper, aus man ist Superreich. Hat zwar nichts mit den Preisen zu tun aber als Prolet fühlt man sich inmitten der Unternehmer unwohl.

Uiver

1. September 2021 22:29

Das Thema Auswanderung wurde ja schonmal auf Sezession mit Dampf im Kessel verglichen.

Die Stimmung des Publikums im Artikel aus 2019 zu Inzenierung von "Das Heerlager der Heiligen" beschreibt ganz gut wie es sich umgeben von virtue signalling Mitmenschen lebt. Wenn ich zu Besuch bin in meiner Heimatstadt dann hängen stolze Fahnen an den Häusern auf denen steht: Kein Veedel für Rassismus. Das ist dann ausgerechnet das Stadtviertel (Veedel) wo es nicht wirklich die hochgelobte ethnische Vielfalt gibt. Diejenigen die Menschen aus anderen Kulturen vorschreiben wollen a) vorbildlich wie wir zu leben oder b) nicht ohne unsere Ünterstüzung zu können oder c) autochtone als moralisch minderwertig sehen haben selber eine Art Überlegenheitsgefühl. 

Der Seitenhieb auf Holland ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Es gibt sehr viele Spielplätze, gefühlt mehr als in Deutschland. Bisher musste ich noch keinen Eintritt bezahlen. Sehe das eher als positiv das es auch professionelle indoor Spielplätze gibt die sich so finanzieren. Denke das es verkehrt ist über Länder zu urteilen ohne sich ein Bild vor Ort zu machen. Wenn Merkel von Curio befragt wird dann gibt es keine richtige Diskussion. In den Niederlanden gibt es richtige Auseinandersetzungen im Parlament. Da die Niederländer sich selber für sehr Tolerant halten werden Missstände nach meiner Meinung offener angesprochen als in Deutschland. 

Kositza: "Seitenhieb" - vieles ist einfach Temperaments- und Sympathiesache. Fühle mich in der Schweiz und in NL einfach spontan total unwohl, selbst auf kostenlosen Spielplätzen.

limes

1. September 2021 22:31

@ Tearjerker  (1. September 2021 11:57) »War gerade im Rathaus wählen … Die Professionalität und Dynamik beeindruckten. Hier muss man einfach bleiben.«

Ich war gerade bei der Beerdigung eines CDU-Honoratioren auf dem Land. Die weltlichen und religiösen Rituale waren (geradezu unschuldig) erzkonservativ. Dies zu schildern, würde die Gegenseite heftig auf den Plan rufen. Aber das Problem bleibt, dass der konservative Deutsche der Obrigkeit traditionell Gefolgschaft leistet und unter den gegebenen Umständen damit zugleich die Zerstörung seiner Werte trägt: »16 Jahre Angela Merkel - Wie eine Elite-Sozialistin Deutschland zerstörte«, mit einleitendem Essay von Thor Kunkel.

@ EK: Kennen Sie das Lied »Andre, die das Land so sehr nicht liebten«?

Kositza: Danke, hab´s mir grad angehört. Schön, aber ich verstehe es nicht ganz. Was heißt "seither" in der 2. Strophe und "nur zu heißen" in der vorletzten?

GoetzGeorg

1. September 2021 22:32

1/..Auswanderung/Exil ist Teil unserer Familiengeschichte. Meinen Großeltern, Katholiken u.Bildungsbürger, war der Nazi-Mummenschanz inhaltlich wie äusserlich zutiefst wesensfremd. Bis Mitte d.30er war ein Exil in GB Gesprächsthema. Die jüdischen Nachbarn i.Karlsruher Villenviertel, also 50% aller Haushalte, machten sich bereits auf d.Weg. Die Anerkennung d. Approbation meines Großvaters in Zweifel, der jüngste Sohn stand vor dem Abitur, die Reichsfluchtsteuer(1931-1953) hätte weh getan(diese Steuer kommt wieder). So blieb man i.Dt.Reich. Konsequenz: Eintritt i.d. NSDAP um die Leitungsposition nicht an einen linientreuen Medizinfunktionär abgeben zu müssen, was die Klinikmitarbeiter beruhigte. Beide Söhne werden Offiziere i.d.Wehrmacht u.an d. Ostfront beordert. Der Jüngere fällt im Südosten, mein Vater überlebt mit Glück i.d.Kurlandarmee u.bekommt als Bonus 8 Semester sowjet. Kriegsgefangenschaft. I.d. Zwischenzeit müssen sich meine Großmutter u.ihre Tochter vor den einrückenden französischen Soldaten so gut es geht schützen. Mein Großvater, Gynäkologe, hat mit den Folgen der hundertfachen Vergewaltigungen im Karlsruher Raum mit seinem Team i.d.Folgemonaten alle Hände voll zu tun. Im britischen Exil hätte sich mein Großvater zunächst als Klinikassistent durchgeschlagen, meine Großmutter, frühe Studentin im kaiserliche Berlin, als Deutschlehrerin ? Die Söhne wären als britische Soldaten nach Deutschland einmarschiert,die Eltern zurückgezogen? Spekulation. Exil oder Bleiben ?

GoetzGeorg

1. September 2021 22:35

2/..Zurück nach vorne in unsere „Moderne“. Meine jüngere Schwester zog in den 90ern mit Ihrem amerikanischen Ehemann und ihren zwei Söhnen aus erster Ehe nach Texas. Die Kinder machten sich gut in der Primary School. Die Ehe hielt nicht lange. Sie zog vorübergehend zurück nach Deutschland, was ihren Söhnen schulisch nicht gut bekam. In D wurde mehr auf den den Schwächen der Kinder herumgeritten, Motivation und Förderung der starken Seiten eines Kindes wie in den USA erfahren, Fehlanzeige. Das nötigte sie als alleinerziehende Mutter zweier Söhne, in die USA zurückzukehren, sich umzuschulen und sich beruflich durchzubeissen bis zur 6-stelligen Finanzierung der Studiengänge der beiden Söhne. Grossen Respekt ! Und da wären wir bei einem nicht unbedeutenden Standortvorteil von D. Das Studium umsonst ! (bei allen Pro und Cons) So schafft es z.B. nicht nur SAP Spitzenkräfte aus den USA anzuwerben, obwohl sie deutlich weniger Jahresgehalt bezahlen als die US Konkurrenz, da die Millionenkosten für das Studium der 4-5 Kinder eingespart werden. Meine Schwester vermisst den direkten Kontakt zum deutschen Kulturleben und das Fachwerk. Ich bin mir nicht sicher, ob sie mit ihrem dritten Ehemann zurückkehren wird.

Laurenz

1. September 2021 23:09

@Schobbepetzer @EK

In der Schweiz besteht noch mehr finanzieller Spielraum, aber wie lange noch? Auch werden die Invasoren mehr ausgelesen & nicht so mit der Gieskanne importiert. Aber die Schweizer leiden auch unter der Bequemlichkeit der Bürger, was dafür sorgt, daß für viele Arbeiten keine Schweizer mehr zur Verfügung stehen.

@Raskolnikow

"Gothen" & andere 

Als die Goten wanderten, wurde sie meist verdrängt, da während & nach der sogenannten Völkerwanderung der Boden nur eine bestimmte Anzahl an Bewohnern ernährte. Als die Normannen für 100 oder 200 Jahre das Königreich beider Sizilien das erste Mal gründeten, waren es in der Regel arme 2t oder drittgeborene die dort agierten. Auch als die Amerikas für Zuwanderer aufmachten, gingen vor allem diejenigen dorthin, die hier wenig oder nichts zu verlieren hatten. Und gelernte Gesellen konnten beim dem vielen Goldrausch mit dem Handwerk reich werden, was in Europa so nicht möglich gewesen wäre. Aber den Weißen der Amerikas merkt man diese Verlierer-Herkunft heute noch an. Für dei Freimaurer war die Rache an den früheren adligen Saufkumpanen ein wichtiger Aspekt im politischen Umgang mit Europa.

GoetzGeorg

1. September 2021 23:26

3/..Was meine Wenigkeit betrifft, arbeite und lebe ich im Wesentlichen seit über 25 Jahren in Danzig. Aus wirtschaftlichen Gründen war ich gezwungen meinen damals jungen handwerklichen Kleinbetrieb aus Hamburg zu verlagern oder aufzugeben. So fand ich mich in der post-sozialistischen Tristesse des befreiten Polens wieder und bin im Rückblick zufrieden, meinen Anteil am rasanten Wiederaufbau des Landes beigetragen zu haben. Zur Jahrtausendwende standen wir vor der Frage, ob wir unsere Kinder in Polen einschulen sollen. Wir hatten uns damals für D entschieden, da zu diesem Zeitpunkt in poln. Schulen noch zu sehr die „Pädagogen“ des Ancient Regime das Sagen hatten. Z.B. Projektunterricht Fehlanzeige. Heute bewerte ich die Situation völlig anders. Eine dt. Mutter berichtet über aktuelle Projekte bei ihrem Sohn in der poln. Grundschule: Robotik, Schach und Kiyosakis "escape the Rat race" für Kinder. Ihr Sohn liest und schreibt besser, als seine 4 Jahre ältere Cousine in Hamburg. Die Diskrepanz ist alarmierend ! Das kulturelle Angebot heute (neben dem kulinarischen ) lässt in der Dreistadt (Danzig-Sopot-Gdynia) kaum Wünsche offen. Ansonsten halte ich mich mit meinen Klassikschallplatten, Büchern und Gemälden geistig über Wasser. Unseren Hamburger Wohnsitz werden wir wohl nach Ostdeutschland verlagern. So wandele ich weiter in zwei Welten. Ich hoffe, die politische Situation in D wird sich nicht derart verschärfen, das Polen zu meinem Exil wird.

GoetzGeorg

1. September 2021 23:29

4/4 Mit deutschen Sozialisten an der Macht sollte man sich nicht anlegen. Anschauungsmaterial unterschiedlicher Couleur haben wir in unsere Geschichte von 1933-89 zur Genüge.
Hier rettet einen nur das harte Exil. Dies sollten politisch exponierte Personen, wie Sie es sind, rechtzeitig vorbereiten, bevor es zu spät ist.
Sonst finden Sie sich mit Ihrem Mann im reaktivierten Hohenschönhausener Knast wieder und Klaus Lederer stellt Ihnen als Verhöroffizier die Fragen. Da Sie beide wohl über eine gefestigte psychische, wie weltanschauliche Konstitution verfügen, stehen Sie das zwar durch, aber getrennt von den Kindern ist das alles andere als erstrebenswert. Befreit werden Sie spätestens durch Martin Sellner, der, in ca. 15 Jahren als Sprecher des Bundesverbandes für ausgetauschte Minderheiten, und somit Mitglied im Beirat des Islamischen Rates, des höchsten Regierungsorgans des großdeutschen islamischen Reiches (minus NRW durch vorzeitige Sezession an das Kalifat Antwerpen), sich für Ihre Freilassung einsetzen wird.
Wenn es doch zu einer “Hals über Kopf” Situation kommen sollte, werde ich für Ihre „Rasselbande“ auf jeden Fall kurzfristig Räume zum „Überwintern“ in Danzig schaffen. Ehrenwort !

eike

2. September 2021 00:00

<i>"Wer im patriotischen Geschäft ist, der macht sich komplett unglaubwürdig, wenn er auswandert. Schon die Erwägungen dazu haben mich ein Stück weit erschüttert."
</i>
... so wie mich diese Art von Argumenten.

Wer hier von 'Feigheit vor dem Feinde' o.ä. argumentiert, liegt völlig daneben. Denn ein Argument kommt im Artikel und bei vielen vollmundigen Kommentaren zu kurz:

1) Wir leben in einer Demokratie, einer schlecht funktionierenden zwar, aber immerhin einer, in der es seit Jahrzehnten alternativen zu den Kartellparteien gab. (Ich nenne sie hier nicht, damit mein Kommentar nicht wegzensiert wird)

2) Nichts auf der politischen BRD-Bühne ist überraschend oder gar seit 2015 neu. Ich habe hier schon einmal Helmut Schmidt zitiert (Interview Frankfurter Rundschau, 1992):

"Aus Deutschland ein Einwanderungsland zu machen, ist absurd. Es kann dazu kommen, daß wir überschwemmt werden"

3) Die hier, in anderen Blogs sowie fast allen privaten Diskussionen beklagten Zustände in der BRD sind von unseren eigenen Landsleuten in freier Entscheidung herbeigewählt worden. Selbst 2017 haben sie noch Merkel gewählt.

4) Als gute Demokraten haben wir diese Entscheidung zu akzeptieren, auch wenn uns allen klar ist, daß es sich hier um kollektiven Irrsin handelt. Aber wir sind nicht verpflichtet, die Konsequenzen des Irrsinns unserer Nachbarn mit ihnen zu tragen. Im Gegenteil.

5) Was aus der 'Abstimmung mit den Füßen' eine legitime Form des Widerstands macht.

SMHJanssen

2. September 2021 00:01

Moin zusammen,

 

lese ich da, ganz vorsichtig, eine Akzeptanz von Teilen unseres liberal-demokratischen Staatswesens? Erkenne ich bei EK eine positive Bezugnahme, zumindest partiell, auf die Bundesrepublik Deutschland und seine Errungenschaften wie Hochkultur, Bildung, soziale Sicherungssysteme? Ich kann es mir kaum vorstellen - aber als Linksliberaler darf man ja auch mal über Integration sinnieren...

Kositza: Hmm? All das finden Sie doch bereits in Artikeln von mir, die ich noch im vorigen Jahrtausend geschrieben habe.Bei mir gibt´s da eigentlich keine Kehrtwende.

ede

2. September 2021 01:22

Also, ich bin ausgesprochen sprachunbegabt, sogar im Deutschen, aber ungarisch ist nicht so unlernbar, wie es auf den ersten Blick tatsächlich aussieht :)

Ansonsten halte ich die von Ihnen angestoßene Diskussion für ausgesprochen wichtig.

Den meisten, die ernsthaft über Auswanderung nachdenken, mangelt es an Vorstellungskraft. Sie können sich nicht vorstellen wirklich Fremde zu sein. Abgesehen davon, dass eine größere Emigrationswelle (NYC und ähnliche Konglomerate mal ausgenommen) zu erheblichen Abstoßungsreaktionen bei den Einheimischen führen wird. Das gilt ganz sicher für Osteuropa, das Baltikum und die anderen kleinen Völker.

Entscheidender Punkt: Das Lebensglück reist nicht mit - das gelobte Land ist eine Schimäre.

Das ganze Abhauenwollen erinnert mich an die in großer Zahl gestellten Ausreiseanträge in der späten DDR. Und damit zusammenhängend die bemerkenswerte Enttäuschung vieler DDR-Deutscher über die Wende. Es waren nicht die in vielen Fällen schwierigen Begleitumstände (Arbeitslosigkeit, Neuorientierung etc.), sondern man hatte schlicht ein "glückliches Leben" erhofft.

Im Übrigen einer der Hauptgründe, neben dem nicht mehr ausgeglichenem Geschlechterverhältnis, dass die illegale Massenmigration ein Disaster ist. Die können nicht glücklich werden - obwohl alles stimmte, was ihnen prophezeit wurde: Geld & Wohnung umsonst.

Und das Heimweh. Kenne ich als Erfurter heute noch,
nach einem halben Jahrhundert in Brandenburg.

Eo

2. September 2021 01:24

@ MARCEL 1. September 2021 11:27

Ja, wir brauchen einen komplett
anderen Zeitgeist. Der aktuelle, in die Irre und Auflösung führende Zeitgeist  muß abgewrackt werden, entzaubert, in seinen Widersprüchen bloßgestellt und die diesen stützenden Lügen aufgedeckt und weckgetreten werden.

Aber zur eigentlichen Thematik.
Es ist die uralte, existenzielle Frage, die dann und wann einmal unweigerlich auf einen zukommt, und zwar --  flüchten oder standhalten ?!  Nun, da in diesen Zeiten eine Flucht letzthinnig auch keinen Ausweg  bzw. sicheren Hafen zu bieten vermag, bleibt folglich also nur standhalten ...

Keine Frage, es ist verflixt,
der ganzen Welt droht imgrunde das gleiche Ungemach. Denn der Globalismus zielt für die Globalisten insbesondere darauf ab, eine totale globale Kontrolle anzustreben und zu etablieren und daraus resultiert, daß die Rückzugsregionen und -länder immer weniger werden, wie ja der Probelauf Covid Cocorona mit der pandämonischen viralen Verwirrung deutlich gemacht hat, bei welchem außer Weißrußland und zum Teil Schweden weiter kein Land ausgeschert ist.

Und so läuft dieser alles
zermantschende und zermalmende Bulldozer namens Globalisierung weiter voran und macht im Namen des alternativlosen Fortschritts alles platt, was früher von Wert war und sich ihm in den Weg stellt.

-1-

Eo

2. September 2021 01:38

-2-

 

Damit wird auch ohne
alle Schnörkel und Verbrämung deutlich, was die Globalisierung eigentlich ist, nämlich eine moderne Art von Kolonialisierung, bei der nur wenige Entscheider darüber befinden, was mit diesen und jenen Ländern und den dort schon immer Lebenden zu geschehen habe.

Und das heißt nichts anderes,
daß uns in diesem globalistischen Experiment die Rolle der Kolonialisierten, dh. der zu Globalisierenden zugefallen ist, nicht anders wie es den Negern in Afrika und  den Indianern geschah. Und können wie diese herzlich wenig, also praktisch  nichts dagegen tun.

So ist in etwa die Lage
in aller diesem vermaledeiten Zeitgeist geschuldeten Nüchternheit. Dabei gäbe es durchaus Konzepte das dräuende Unheil noch gerade so abzuwenden ... Denn der Westen ist ja, wenn ma vom Potenzial ausgeht, nicht gerade machtlos, allerdings fehlgeleitet und innerlich vielfach gespalten und zerstritten.

Und also bleibt wie in
Mythen und Märchen letztlich nur die Hoffnung, daß der böse Zauber dann doch aufgehoben wird und seine schadenstiftende Kraft verliert; und daher halte ich es selber auch mehr mit Hölderlin.

 

 

 

eike

2. September 2021 06:25

<b><i>Ob</i></b> (es patriotisch/moralisch gerechtfertigt ist, daß) man auswandern sollte und wenn, <b><i>wohin</i></b>, sind zwei getrennte Diskussionen.

Zum wohin, kamen bereits die absurdesten Vorschläge auf, von Schweden über Polen bis zur Auvergne. Klar ist jedenfalls, daß jedes Jahr ein paar Zielländer ihre Einwanderungskriterien drastisch verschärfen.

Klar ist auch, daß die BRD eine Viertelmillion qualifizierte Deutsche, die jedes Jahr abhauen und durch eine halbe Million Drittweltexperten ersetzt werden, auf Dauer nicht verkraften kann.

Was dann?

Mauerbau - die kommunistische Lösung für's gleiche Problem - ist ausgeschlossen. Da gibt es Besseres: es werden 'Auswanderungssteuern' erhoben werden - wie immer man sie nennen wird.

Aber das betrifft hier nur wenige, denn es gibt ja noch "oft unsägliche", aber noch erschwingliche Hochkultur und "Familienversicherung", die i.W. den schon erwähnten Drittwelteinwanderern zugute kommen wird.

 

Laurenz

2. September 2021 09:06

@GoetzGeorg

"Polen"

Nichts gegen Ihren Augenzeugenbericht. Zwischen deutschen & polnischen Bürgern gibt es wenig Schwierigkeiten. Aber die politische Kaste in Polen ist dämlich, wie eh & je. Sie sucht, wie immer, den Untergang Polens. Die militärische Anbindung an die USA steht im diametralen Widerspruch zu dem, was Sie innenpolitisch beschreiben. Der Staat Polen macht es keine 20 Jahre mehr.

@SMHJanssen

"liberal-demokratischen Staatswesens?"

Wo rühren denn die kulturellen Errungenschaften der Bonner Republik her? Aus dem Liberalismus gewiß nicht.

@Eike

"Demokratur"

Ihre Einschätzung ist schlicht falsch, da die (größte Partei der) Nichtwähler in den Parlamenten nicht berücksichtigt werden. Nicht wählen gehen, heißt bei unserem Wahlrecht, nicht vom vorhandenen Angebot vertreten werden wollen. Demnach müßte der jeweilige Sitz im Parlament leer bleiben.

Andreas Walter

2. September 2021 09:15

Genau, Männer!

Schickt eure Frauen in den Krieg und wenn sie gewinnen begatten wir auch noch die unserer Feinde.

Wenn sie verlieren? Keine Sorge. Es gibt keine schwulen Muslime. Dann gehen wir eben in Gefangenschaft und werden alle zu Sklaven, die morgens um 5 aufstehen müssen.

Pipipipip Pipipipip.

Am A. daher die Räuber. Ich bleibe hier, sobald 50% aller Wehrpflichtigen auch Frauen sind. Werden wir eh brauchen, angesichts der zukünftigen Massen, die auch unser Land begehren. Ach, das ist alles eh ganz anders geplant? Ein Europa ohne Weiße? Dann bin ich hier auch falsch. War ich wahrscheinlich schon von Anfang an, nur dachte ich früher, es liegt an mir.

Andreas Walter

2. September 2021 09:18

Die spinnen nämlich, 90% der Deutschen, sind komplett verwirrt, weshalb leider auch die 10% die klar sehen, oder die ein oder andere Wahrheit kennen, sich eigenartig verhalten. Der deutsche Patriotismus unterscheidet sich daher ganz deutlich von anderen, was mit seiner Geschichte, Verfemung und seinem wiederholten Verbot zu tun hat. Darum ist er auch stark von Trotz geprägt, wie bei einem zu Unrecht gescholtenem Kind. Echtes Unrecht ist deshalb auch seine Verfolgung, weshalb aber auch seine echte Furcht verständlich ist. Die aber wird dann auch falsch interpretiert, mit der Furcht vor Verfolgung echter Verbrecher gleichgesetzt.

Im Rest der Welt ist nämlich jeder Patriot, der kein Marxist ist. Da gibt es nicht diesen dritten Zustand, in den die Deutschen gezwungen werden. Eine typische Catch-22 Situation. Catch-22 wurde übrigens von einem "Sohn armer russisch-jüdischer Immigranten" geschrieben, fiel mir gerade auf. Ergo kann ich nur ein Nazi sein, weil das nur ein Nazi überhaupt erwähnen würde. Auch ein Catch-22:

https://de.wikipedia.org/wiki/Catch-22_(Dilemma)

Monika

2. September 2021 09:24

Ganz allgemein:

Was die Frage der Auswanderung betrifft ( und die Zahlen) muss man m.E. nach Altersgruppen differenzieren . Die jungen kinderlosen  anywheres, die in aller Welt arbeiten und die Renter, die im Ausland überwintern oder ihr Lebensende in einem thailändischen Pflegeheim verbringen, würde ich nicht zur Gruppe der Auswanderer zählen. Nur diejenigen, die sich bewusst mit Familie und so es der Beruf ermöglicht, länger im Ausland niederlassen. Und zwar mit allen Konsequenzen. Probleme sehe für  junge einheimische Familien und gut integrierte ausländische Familien, die gerne hierbleiben wollen oder müssen, aber sich angesichts der genannten Probleme mit Wegzieh - oder Auswanderungsgedanken beschäftigen oder gar nicht erst für Kinder entscheiden können. Zur gleichen Zeit sieht man orientalische Großfamilien in Massen fröhlich  deutsche Städte und Lande durchziehen, als gäbe es kein Morgen. Was deprimiert die einen und was beflügelt die anderen ? Und kommt mir  jetzt nicht mit Hartz 4, mit dem „wir“ die Fremden bis in alle Ewigkeit alimentieren.

Warum sehen wir selbst in unserem schönen Land keine Zukunft ?

Geld ist nicht alles . 

 

Thomas

2. September 2021 09:35

Ich bin mit meiner Heimat Deutschland sehr verbunden, aber plane trotzdem in Zukunft in Umgarn zu wohnen. Die Gründe sind geringere Lebenshaltungskosten als Rentner mit einer Minirente, die Ruhe, ein Garten, ein Haus und eine Werkstatt und der Anteil von fast 90% Idioten um mich herum, denen ich dabei zusehen muss, wie sie völlig borniert und beratungsresistent meine geliebte Heimat ruinieren. Ich habe leider keine Hoffnung mehr, dass sich in den nächsten Jahren irgendetwas bessert. Bin seit mindestens 20 Jahren patriotisch eingestellt und auch politisch aktiv gewesen. aber mir reicht es jetzt. Sobald ein tragfähiger Widerstand gegen die destruktive Politik und die völlig kranken Medien entstanden ist, komme ich gerne wieder zurück. Manchmal muss man einfach loslassen können, wenn es nicht mehr geht.

RMH

2. September 2021 09:58

"Was aus der 'Abstimmung mit den Füßen' eine legitime Form des Widerstands macht."

@Eike,

für Sie vielleicht. Wer aber sein eigenes Verlagsgeschäft auf Deutschland und dessen Kultur auch mit dem Renaissance-Gedanken aufbaut, konkret politisch-patriotisch agitiert, dann in der einen Seite (G.K.) immer wieder betont, dass er die kulturelle Aufbauleistung komplett ohne staatliche Subventionen im Gegensatz zum linken, staatlich alimentierten Kulturbetrieb geschafft hat, der kann sich nicht ohne Glaubwürdigkeitsproblem davon machen und sich dann groß das Feigenblatt des Aktes des Widerstandes umhängen. Das ich die Situation eines Exils klar als legitim genannt habe, scheinen Sie übersehen zu haben. Nur dafür fehlen mir aktuell (noch!) die harten Indizien (Das es bereits jetzt Nötigungen aller Art gibt, davon dürfen wir alle ausgehen). Und ein Exil bereitet man ohne Weblog Einträge vor. Von daher danke an alle - natürlich auch an das Verlegerehepaar, welches hier Großes geschaffen hat - die hier weiter machen und sich nicht absetzen. Noch wird jeder hier auch in Deutschland gebraucht.

PS: Könnte mittlerweile auch locker mit Familie die Biege machen und vom Vermögen die letzten Jahre leben. Machen wir aber nicht. Mit dem Auftauchen meiner deutschen Hackfresse auf den Straßen meiner Stadt müssen die Neubürger noch eine Zeit lang leben. Meine Kinder wiederum dürfen selber entscheiden, was sie machen, irgendwo endet bekanntlich jede Elterngewalt.

zeitschnur

2. September 2021 10:11

@ GötzGeorg

Meine Familie ist auch über die ganze Welt zerstreut. Ich kann bestätigen, was EK meint, wenn sie die Problematik der Assimilation und Entwurzelung beschreibt. Klar kann man so leben, aber es bleibt ein Stachel. Denn niemand geht im Ernst von einer Art identitätsloser Lalenkultur aus. Natürlich ist Identität vielschichtig und differenziert, aber Gewachsenes ist immer in einem einigermaßen stabilen Verband gewachsen. Es ist ein Wahn zu glauben, man könnte durchs unverbundene, egoistische Herumvagabundieren die alte Sprache Babels zurückerhalten. Sehen Sie sich die Menschen an: Ich denke manchmal, die haben gar keine Sprache mehr, sie lallen und fauchen nur noch.

Sie beschreiben einerseits eine reine Luxus-Wanderei: Was für eine Weltsicht, in der man günstigeren Steuerbedingungen, lukrativeren Einkommen, kurzfristig scheinbar besseren Schuleistungen und anderen vordergründigen Dingen nachreist. Will man so nicht immer nur ins gemachte Nest?! Überall Rahm abschöpfen?

ff

zeitschnur

2. September 2021 10:13

ff

Die andere, wirklich bedenkliche und völlig anders geartete Sache ist das, was Sie von den Großeltern erzählen. Aber wer damals floh (es war eine Flucht!), dachte ja nicht, dass er nicht wiederkehren wollte. Die meisten hofften, nach dem Spuk wieder zurückkehren zu können. Dass es derart übel kommen würde, wollte aber dennoch kaum einer realisieren. Die Seele kann die industrielle Ermordung von Massen einfach nicht fassen. So wie heute auch ... Auch das weiß ich aus erster Hand. Wie heute konnte niemand glauben, dass etwas derart Bestialisches geschehe. Und danach wollten dann wirklich viele nie mehr in dieses "Drecksland" zurück. Aber fragen Sie doch deutsche Juden, wie das ihr ganzes Herz zerrissen hat und sie in ewiger Trauer zurückließ.

Und heute: Wo soll man hin? Heute ist es ein globalisierter Moloch, der jeden abfängt über kurz oder lang. Oder kennen Sie ein einigermaßen sicheres Refugium?! Und wenn das je noch einmal gut werden sollte: In welche andere Welt will der Überlebende dann gehen?

Laurenz

2. September 2021 10:27

@Thomas & die anderen Ungarn-Begeisterten

War im April oder so in Ungarn & werde wohl auch wieder hinfahren. Das Land ist schön & fruchtbar. & mit den Ungarn kommt man an sich gut klar. Allerdings gibt es Ungarn nur formal & die Sprache ist abartig. Und weil mich die Herkunft der Sprache interessiert hatte, forschte ich im Netz & fand einen recht plausiblen Artikel im Standard.  https://www.derstandard.at/story/2000114515995/als-niemand-ungarisch-lernen-wollte-sprachenpolitik-im-koenigreich-ungarn-um

Wie man dem Artikel entnehmen kann, wollte & will niemand Ungarisch lernen. In derselben Zeit kann man drei andere osteuropäische Sprachen erlernen.

Als ich im größten Netz-Wörterbuch nach dem ungarischen Wort für "Latein" suchte, fand ich keines, eine ungarische Kapriole, die klar wird, wenn man den Artikel gelesen hat. Nur über den Buchläden fand ich das Wort "Libri".

Wenn man durch besagte Buchläden schleicht, fällt einem auf, daß es unter knapp 10 Mio. Ungarn viele Übersetzer geben muß, die internationale Literatur übersetzen.

Andreas Walter

2. September 2021 10:34

Pragmatisch betrachtet ist die Situation allerdings folgende:

Jede Gesellschaft verfügt über zig Milliarden mehr Spermien als über Eizellen, da jede fruchtbare Frau lebenslang nur etwa um die 400 davon besitzt.

Der Wert einer Frau ist reproduktionstechnisch also zig mal höher als der eines Mannes. Eine Frau kann pro Jahr nämlich nur etwa 1 Kind gebären, selten sind es auch mal zwei.

Dass aber Männer deutlich mehr als nur eine Frau pro Jahr schwängern können weiss man wahrscheinlich schon seit der Steinzeit. Dass also ein paar Männer bereits genügen, um einen ganzen Stamm mit sagen wir mal 100 Frauen zu regenerieren.

Darum auch eine geklaute Frau (ab in mein Harem) einen wesentlich größeren Verlust für eine Gemeinschaft darstellt als ein erschlagener oder zur Sklaverei geraubter Mann.

Ein Stamm kann daher den Verlust von 95 Männern verschmerzen, der Verlust von 95 Frauen jedoch würde sein Untergang bedeuten. Seine Auslöschung.

 

Gotlandfahrer

2. September 2021 11:04

Schon die Erörterung verstört, ich kann es nicht besser ausdrücken als @RMH: Allenfalls Exil.  Gerade WEIL wir nur ein Leben haben.  Auf den Bahamas finden wir kein zweites, schon gar nicht, ohne das eigen_tliche damit verworfen zu haben.

Exil ist aber auch nix.  Erstens, da unser Problem ein globales ist. Zweitens: Bei aller Unmöglichkeit der Masse zur Selbstführung nach aus geistigen Erwägungen heraus verteidigten gedeihlichen Leitideen, darf doch das Rettende nicht übersehen werden!  Gerade in ihrer Leitideen-Agnostik liegt der Keim der „Wiedergeburt“:  Es kam nie darauf an, was die, die mehr sind, sagen oder glauben zu denken.  Es kam immer nur auf die Alternativen zur obersten Ebene der Machthierarchie an.  Was sich die zweite und dritte Reihe zu tun traut ist entscheidend.  Und die wittert sowohl Schwäche der ersten Reihe als auch den Moment, in dem dessen Narrativ in der Masse an Selbstzüchtigungskraft verliert. Natürlich ist dazu Druck von der Straße und aus der „Opposition“ hilfreich, daher: Weitermachen.  Das Spiel „da oben“ ist aber niemals aus, und das Gute daran:  Sobald die erste Reihe weggeräumt ist müssen die „Neuen“ sich durch ein Gegen-Narrativ zum Alten rechtfertigen.  Es bleibt also spannend und es gibt keinen Grund die Fahne zu senken. Die Fähigkeit, das wahre Schöne und Gute zu erkennen und dafür einzustehen, ist evolutorisch bedingt eine Ausnahme, daran darf man nicht verzweifeln.  Die Lage ist besch…, aber nicht aussichtslos. 

Laurenz

2. September 2021 11:13

 

@Zeitschnur @GötzGeorg

Es ist immer ungünstig, einen historischen Vorgang aus der Geschichte "auszuschneiden".

Natürlich war die Eskalation "Juden gegen Nationalsozialisten" abzusehen, wenn man sich mit dem Geschehen der Weimarer Republik näher befaßt. Alleine der Begriff "deutsche Juden", die es durchaus gab, ist verzerrend, da die Mehrheit der Juden aus Rußland flüchtig aufgenommen wurde. Vor allem us amerikanische Juden sorgten für Mißstimmung, weil sie wegen der am Boden liegenden deutschen Währung praktisch für einen Apfel & ein Ei die Weimarer Republik leer kauften, etwas, daß in Ostasien von den Gesetzgebern genau aus diesem Grund bis heute unmöglich gemacht wird.

Und ohne das weiter auszuführen zu wollen, waren Genozide völlig normal zu dieser Zeit. Die US-Amerikaner brachten alleine auf einem Nebenkriegsschauplatz 4 Jahrzehnte vorher einfach mal so über 1 Mio. Philippinos um, helau, das waren sicher alles Schurken.   https://de.wikipedia.org/wiki/Philippinisch-Amerikanischer_Krieg

Franz Bettinger

2. September 2021 11:40

@Marcel schreibt: Emigrations-Debatten spiegeln einen Mangel an Kampfbereitschaft + Verbundenheit zu seinem Vaterland wider.“ Es geht doch längst nicht mehr um Deutschland, es geht um die Freiheit in aller Welt. Die wird gerade abgeschafft. Es ist völlig egal, wo sie gegen den tiefen Staat kämpfen, verehrter Marcel, nur kämpfen Sie! (Vielleicht passt mein im Udau-Artikel gelöschter Beitrag besser hier: Ich füge ihn mal an.)

zeitschnur

2. September 2021 12:08

@ Laurenz

Ich meinte die deutschen Juden, die Jeckes, genau das und nur das. Von ihrem Dilemma sprach ich. Das war nicht "verzerrend", sondern so präzise benannt, wie es nicht präziser geht.

Allerdings haben sich auch viele Juden im Osten tatsächlich mit dem Deutschen am ehesten identifiziert. Warum das so ist, habe ich in meinem neuen Buch versucht zu deuten. Hier würde auch den "Rechten" endlich eine Horizonterweiterung und auch eine Ernüchterung gut tun. Aber das führt vom Thema in diesem Strang ab.

In jedem Fall ist eine Gestalt wie Joseph Roth und ihr Dilemma nach dem Untergang des Habsburger Reiches vielleicht exemplarisch - sowohl für die deutschen Stämme als auch den einen jüdischen Stamm mittendrin in diesem Stammesverband!

Franz Bettinger

2. September 2021 12:14

@Lau + andere: Ach, wie ihr alle die deutsche Medizin überschätzt! "Deutsche Rentner fliehen nach Bulgarien oder Pattaya, was so lange gut läuft, wie man keinen Arzt braucht.“ Meine Erfahrung ist eine andere. Ich hatte in Thailand mal einen kratzenden Rachenpilz und bin zu einer Art Pharma-Bude gegangen, die aussah, als wäre’s ein Fish’n Chips-Kiosk. Was sie denn so an Pilzmittel da hätten? „Ach, nur das,“ sagte der Junge in der Bude. Itraconazol! So ziemlich das Stärkste, was es gibt. Ich war euphorisch; es war genau das, was ich in D genommen hätte. Es kostete auf Phuket, rezeptfrei, nur ein paar Pfennige und half natürlich prompt. In D hätten die üblichen Ärzte irgendein blödes, unwirkendes Gurgelmittel verschrieben. War ich froh! Warum ist das so in Thailand oder auf Palawan (Philippinen), wo ich ähnlich gute Erfahrungen in einer Malaria-Klinik machte? Weil die Patienten dort lange Wege machen müssen, um überhaupt zum Arzt zu kommen, und die Ärzte dort nicht dumm herumspielen können. Deren Zeug muss wirken. Prompt. Ja, auch bei den meisten Krebsen wäre ich lieber im Dschungel als bei einem Onkologen in Deutschland. 

anatol broder

2. September 2021 12:39

@ monika 9:24

«was deprimiert die einen und was beflügelt die anderen [orientalische grossfamilien]?»

die unterschiede auf der weiblichen seite der jeweiligen gleichung dürften einen einfluss haben:

(1) die einen frauen studieren kulturanthropologie und trinken alkohol. im zweifelsfall siezen und gendern sie.

(2) die anderen frauen schminken sich und kochen fleischgerichte. im zweifelsfall nicken und schweigen sie.

es kann durchaus sein, dass es jeweils einen passenden deckel gibt. ich bezweifle allerdings, dass die beiden verhaltensmuster zu ähnlichen ergebnissen innerhalb der ehe führen.

brueckenbauer

2. September 2021 12:44

"Wir bleiben hier ..." - aber die, die hier bleiben, sollten im eigenen Interesse ganz gute Kontakte zu denen pflegen, die ausgewandert sind. Unter Umständen wird sogar ein Exil in Südamerika ganz interessant, oder - wenn man Garaudy hieß - in den arabischen Ländern. Da würde ich es nicht riskieren,  eine Spaltung zu befördern zwischen denen, die gehen und denen, die bleiben!

Franz Bettinger

2. September 2021 12:52

@alle: Was ist das Gegenteil von Steuerzahlen? - Generalstreik! Na, fällt nun der Groschen, wie man diesem regime beikommen könnte? Steuervermeidung muss ein Teil unserer Strategie sein.

dreamingplanet7

2. September 2021 12:53

Mich stoert an diesem Artikel mehreres, zuallererst das diffuse Gefuehl, seine Stossrichtung war schon vor Auswertung der Zuschriften klar... aber egal... 

1: Der wichtigste Punkt wird nicht angesprochen: Die Auswanderung muss keine Flucht sein. Wenn man meint, jeder Pfennig fuers System wird gegen Dich verwendet, kann man es als das Beste fuer D betrachten, ihm seine Arbeitskraft zu entziehen. 

2: Ich weiss Fr Kositza: Ihr seid fleissig und ich schaetze Euren Beitrag vor allem deshalb weil Ihr unbeirrt einfach Eures macht -  aber ernsthaft, der Umverteilungsstaat als Argument? Das kann doch nicht wahr sein... 

3: Ja, man ist woanders ein Fremder aber ist man es in D nicht auch? Und die Umvolkung in der relevanten Altersklasse 20-30 (darunter sowieso) ist ja nun auch bald abgeschlossen also was soll das mit den Kindern die in der Heimat aufwachsen sollen? 

4: Die Deutschen haben - anders als eigentlich fast alle - niemals irgendwo eine Mafia gebildet. Iren, Italiener, Russen, Japaner, Chinesen, Nigerianer, usw... immer... Deutsche nie... Und wo immer sie waren und sind wurden sie gerne empfangen, denn ueberall weiss man: Die arbeiten und bezahlen und halten sich an die Regeln. 
 

1 von 2 

dreamingplanet7

2. September 2021 12:54

Und dieses Standhalten: Das macht ein Mann wenn er - auch nur irgendeine - Chance hat. Muss jeder selbst entscheiden. Blindes Martyrium ist fuer 14jaehrige Flakhelfer und Gotteskrieger. 

Bitte mal weniger dogmatisch!
Man kann auch als Rechter anarchistisch denken. 

Das ist keine Antwort auf ob oder wohin und wie dort leben... aber wer wie Ihr die Systemfrage stellt sollte doch ruhig um ein paar Ecken mehr denken... 

Persoenlich stelle ich durchaus fest, dass es die Alten wieder zurueckzieht, in D ein haeufiges Phaenomen der 1 tuerkischen Gastarbeitergeneration...
Ich kenne aber eben auch genug die weg sind und sich durchgebissen haben und es geschafft...
Im Zuge der aktuellen Coronakrise gibt es diverse Leute die sich aufgrund der wirtschaftlichen Lage zurueck ins deutsche Sozialsystem gemacht haben, da sind wir wieder beim oben genannten Umverteilungsstaat... Nur eben zu Ende gedacht ist es doch genau dieser der in letzter Konsequenz zu all den Problemen - Unfreiheit, Steuerlast, Masseneinwanderung... - fuehrt und damit eben zum Auswanderungswunsch.
 

2 von 2 Danke

Franz Bettinger

2. September 2021 13:07

@Krankenversicherung: In NZ zahlt man gar nichts in eine KV - es ist alles Steuer-finanziert. Aber auch in vielen anderen Ländern gibt es keine KV, und das ist gut so. Jeder profitiert, außer Big Pharma + Big Tech und Big Abzocke. Wer krank ist, bezahlt seinen Arzt, und basta. Damit kommt er übers ganze Leben gesehen wesentlich billiger davon, als wenn er in D jeden Monat horrende KV-Beiträge bezahlt. Nach der Abwickelung des Merkel-Regimes beantrage ich hiermit, Gesundheits-Minister zu werden. Ich wüsste, wie's geht.

tearjerker

2. September 2021 13:32

@smh janssen: „Akzeptanz von Teilen unseres liberal-demokratischen Staatswesens“ Tja, alles nur verkappte Sozis.

Andreas Walter

2. September 2021 14:01

Englisch, Spanisch und einen Beruf, der überall gebraucht wird.

Mehr muss ein junger Mensch heute nicht lernen, abgesehen vielleicht noch von seiner Muttersprache, um auf der möglichst sicheren Seite bleiben zu können.

Sicher auch in dem Sinn, dass er auch notgedrungen keine Idioten und Dummköpfe ins Jenseits befördern muss, was ja trotzdem emotional belastend ist. Die Verworrenen und Verirrten bleiben ja trotzdem Kinder des Herrn, auch wenn sie die Mitmenschlichkeit anderer nicht mehr respektieren. Ein schwieriges Thema, ebnso wie Schutzhaft. Wenn man sich solchen Konflikten daher durch Flucht entziehen kann schützt man im Grunde auch sein entgleistes Gegenüber davor, womöglich unüberlegte Handlungen die nicht mehr rückgängig zu machen sind zu vollziehen. Flucht ist daher immer auch ein Akt der Nächstenliebe, nicht nur der Eigenliebe, was einem aber häufig als Egoismus und/oder Feigheit ausgelegt wird.

Warum nicht auch noch Französisch und/oder Arabisch?

Weil beide Sprachen hauptsächlich in solchen Regionen der Welt gesprochen werden, die für Weiße traditionell eher unattraktiv sind, beziehungsweise, sie bei vielen dort nicht mehr willkommen. In der Beziehung haben Gutmenschen nämlich auch schon den Weg in die Hölle gepflastert. Wo bin ich willkommen, wo werde ich gebraucht und wer versteht mich sind daher auch gute Fragen um sich neu zu orientieren.

Franz Bettinger

2. September 2021 14:09

@Goetz 4/4: Sie haben Mut und Recht (und Humor). Ich sehe das ähnlich. K+K sollten vorbereitet sein und wissen, dass sie in aller Welt Freunde haben. 

@eike: Ich bin kein guter Demokrat, akzeptiere folglich deutsche Wahl-Mehrheiten (selbst nicht gefälschte) nicht. Mein Ideal ist die Meritokratie. Ich bin nicht bereit, dem Willen - wenn er nur Irrsinn spiegelt - einer Mehrheit zu folgen, sei sie demokratisch zustande gekommen oder nicht.   

@ede: Über deutsche Einwanderer hat sich nie ein Land beschwert,. Im Gegenteil, sie waren immer Hefe im Teig. Siehe z.B. Chile, was ich für ein anderes gutes Auswanderer-Ziel halte. "Das Lebensglück reist nicht mit“? Wenn die Heimat aber zur Hölle geworden?! Dann entdecken Sie ihr Glück vielleicht erst wieder im Ausland. 

@A.Walter: Eine Frau besitzt etw 40.000 Eizellen, wovon bis zur Menopause rund 400 'springen', sich also auf den Weg in die Tube machen, um dort einen Geliebten zu finden.

Monika

2. September 2021 14:10

Die Frage ist doch: 

Warum will die halbe Welt nach Deutschland 🇩🇪 und warum will  gefühlt die Hälfte der „rechten“( ?) Deutschen aus Deutschland weg ? 

Franz Bettinger

2. September 2021 14:14

Auch wahr: Ein sicheres Refugium gibt es nicht mehr auf der Erde. Die Globalisten sind dabei, alles zu übernehmen. Bhutan macht da keine Ausnahme. Auch dort trägt man Maske und lässt sich impfen. Einfach nur irre. Auch die Flucht in eine Religion funktioniert nicht mehr. Sogar die Zeugen Jehovas lassen sich die Spritze geben. "Das ist von oben abgesegnet.“ Damit meinte der örtliche Zeuge, der mich seit Jahren bedrängt und dem ich mich jetzt gerne selbstsüchtig und verschlagen ausgeliefert hätte, um der Impfung zu entgehen) damit also meinte er nicht Gott und die Bibel, mit der er sonst immer alles begründet hat, nein, er meinte irgendeinen Heini in den USA, einen Ober-Zeugen. Alles Opportunisten. Die Vegetarier auch. Die dürften sich ja auch nicht impfen lassen; die Spritzen enthalten ja tTerischen, ja sogar Embryonales.

Adler und Drache

2. September 2021 14:15

@ RMH

Wenn die Sozialtransfers und das Lob auf die subventionierte Hochkultur einen sehr großen Teil dessen darstellt, warum man in Deutschland "gut und gerne lebt", dann haben die sog. Etablierten doch sehr viel richtig gemacht.

 

Waren das die "Etablierten" oder das Volk? 

Laurenz

2. September 2021 14:20

@Franz Bettinger @L. & Andere

Ja, Franz, die Tage sah ich per Video einen Mediziner, der behauptete, daß ein drittel bis zur hälfte aller Todesfälle & Krankheiten auf Arztbesuche zurückzuführen sind. Es ist ja nicht so, daß ich mich dem als Laie nicht anschließen könnte. Meine Großmutter wurde als schwer Zuckerkranke 99 Jahre alt, ohne je auf Zucker behandelt worden zu sein. Auch war die Batterie ihres Herzschrittmachers locker 15 Jahre lang schon vor Ihrem Tod außer Betrieb. Aber wie Du zugeben wirst, ist meine Großmutter nicht repräsentativ. Was macht man denn als Dialyse-Patient in Pattaya? Klar kann man dort an die Dialyse, aber die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nicht die Kosten. Es ist ja nicht unbedingt so, daß Du einen vollkommen sinnlosen Beruf erlernt hättest. Meiner im Kapitalmarkt war gewiß sinnloser. Man kommt im Leben auch ohne Bücher aus, ist deswegen jetzt Antaios sinnlos? Und gebe Dir weiterhin Recht, das Gesundheitswesen ist nicht zu privatisieren, es ist eine territoriale Aufgabe, sich um die Gesundheit der Bürger zu kümmern. Profit-orientierte Kampagnen wie Fakedemien haben einfach keinen Platz in einem Staat. Man sollte auch die Pharma-Industrie sofort verstaatlichen.

Laurenz

2. September 2021 14:23

@Franz Bettinger

"Tiefer Staat"

Du überschätzt den Tiefen Staat. Wir werden vor allem durch gut organsierte Minderheiten regiert. Denen kann man sehr wohl das Handwerk legen.

Franz Bettinger

2. September 2021 14:27

Steuerflüchtlinge (sage ich mal bewusst provokativ) sind die einzigen Flüchtlinge, für die ich Sympathien habe. Sollte man dieser Bagage und den Parteien, die sich den Staat zur Beute gemacht hat, auch noch treudoof Steuern zahlen? Für die Verschwendung, die Untaten, die Verbrechen am eigenen Volk? Echt jetzt? (Ich gehöre übrigens nicht zu den Steuer-Flüchlingen, ich zahle meine Steuern immer noch nach D.)

Laurenz

2. September 2021 14:41

@Andreas Walter

"Arabisch"

Arabisch lernen ist nicht politisch korrekt, da auch Rudolf Heß fließend Arabisch sprach. Und er war nicht der einzige Nationalsozialist, der dieser Sprache mächtig war. Das kommt aus der deutschen Tradition der Arabisten des späten 19. Jahrhunderts. Dieser deutschen Zeit verdankt der heutige Planet seine gesamte Zivilisation. Ist das nicht schlimm & ewig gestrig?

Breckert

2. September 2021 15:01

Hallo Frau Kositza,

 

es gäbe so viel zu Ihrem Beitrag zu sagen, daß meine Antwort dreimal so lang wäre; also spar ich mir das.

Alle Ihre Überlegungen; teils mit den gleichen Zielländern; haben wir schon durch und wir sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, aber werden trotzdem anders handeln.

1/3

Breckert

2. September 2021 15:02

2/3

 

 

Einen Aspekt allerdings, der Sie und Ihre Familie, anders als uns, betrifft, würde ich gerne noch hervorheben:

Sie und Ihr Mann haben Sich politisch sehr konträr zum derzeitigen Mainstream positioniert. Dazu mit Ihrem Verlag und Ihrer Medienarbeit auch ein gewisses Störpotential aufgebaut. Das wird man bei einem RRG-Regime, welches wir ab September ziemlich sicher bekommen werden, nicht vergessen.

Wenn die großen Probleme abgearbeitet und Portale wie Tichy, JF und einige einschlägige Blogger blockiert sein werden, wird man sich Ihrer erinnern.

Man wird im Schatten der Cancel Culture und unbeobachtet von der Öffentlichkeit ein Exempel an Ihnen statuieren wollen.

Und da wird Ihnen niemand mehr zur Seite stehen.

Am wenigsten die Maulhelden hier, die von "Verrat" und "Fahnenflucht" schwurbeln und auch nur dümmliche Sprüche für meinen letzten Beitrag geliefert haben.

Diese Sesselrechten werden Sie verraten, noch bevor der Hahn dreimal kräht. Setzen Sie nicht auf solche Leute, die das Pendant zu den linken Salonrevoluzzern sind.

 

Außerdem haben Sie jedes Recht, Ihre Familie auf die Art zu schützen, wie Ihnen dünkt.

Niemand von uns hat ein Recht auf den Widerstand, den Sie hier leisten.

 

Gotlandfahrer

2. September 2021 15:31

Ergänzend zu "nicht aussichtslos" - Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her:

https://www.youtube.com/watch?v=dLoRGNDr1uY

Nichts ist, wie es scheint. Durchhalten, Mund abwischen, hierbleiben.

AndreasHofer

2. September 2021 15:37

Umzug fällt ja angabegemäß nicht unter Fahnenflucht. Man kann daher der Deutschen Sache dienen, und gleichwohl der real existierenden DDR 2.0 entgehen. Freilich, ohne die Groß- bzw. Kleinfamilie mitzunehmen, und nur nach getaner Arbeit.

Meine Ziele insoweit: Süd-Tirol, Elsaß

RMH

2. September 2021 15:40

"Waren das die "Etablierten" oder das Volk?"

@Adler und Drache,

in diesem Punkt ist zumindest eines sicher: BEZAHLT hat es das Volk. 

Laurenz

2. September 2021 15:50

@Breckert

Will nicht sagen, daß es falsch ist, was Sie prognostizieren, wer kann schon die Zukunft vorhersagen. Aber so einfach ist es nicht, da auch immer mehr Linke aus dem Framing fallen. Und irgendeiner muß hier auch noch was arbeiten.  https://www.achgut.com/artikel/die_apo_ist_wieder_da_und_keiner_hats_gemerkt

Attilio

2. September 2021 16:48

Es ist interessant was Ellen Kositza schreibt. Allerdings was sie über Ungarn denkt zu wissen ist definitiv falsch. Mit sieben Kinder würde sie in Ungarn überhaupt keine Steuer zahlen und wären die Kinder mit ihr zusammen krankenversichert. Das Kulturangebot und Freizeitangebot für Familien mit Kinder ist besser als in Deutschland. Die Gesetze und Vorschriften auch Steuer-, Kredit-, Immobilien Vorschriften  sind in Ungarn extrem Kinder - und Familienfreundlich.

Kositza: Kulturangebot auf deutsch?

Nordlicht

2. September 2021 18:07

Auswandern würde ich das nicht nennen, was wir gerade machen, sondern "Umziehen ins beanchbarte Ausland." Die Unendlichkeit der Corona-Maßnahmen haben den letzten Anstoß gegeben; im Unterschied zu Nachbarländern gibt es in Deutschland einen historisch angetönten Fanatismus, den es weder nördlich in Dänemark noch in der südlich in der Schweiz (- besonders in der südlichen Schweiz) gibt.

Jeder muss für sich und gemäss seiner Situation entscheiden. Wenn ich hier (Unter-)Töne wie "Feiglinge" lese, kommt mir der spontane Gedanke: Das sind die gleichen Typen, die im anderen Glaubenskontext über Nicht-Geimpfte zetern, diese seien "Sozialschädlinge". 

 

Valjean72

2. September 2021 18:14

Ich halte Auswandern für keine wirkliche Option, es sei denn, um sich politischer Verfolgung zu entziehen.

Dass ich im Ausland lebe, erwähnte ich bereits. Dies geschah allerdings nicht, weil ich auswandern oder weniger Steuern zahlen wollte, sondern weil ich ein interessantes, berufliches Angebot bekam, welches ich so in der BRD nicht hatte. Ganz und gar nicht.

2006 waren die Verhältnisse in Deutschland auch noch andere und infolge dessen auch mein politisches Bewusstsein.

Meiner Einschätzung nach wird sich ein wirklicher Patriot im Ausland, zumal im fernen, fremdsprachigen, niemals richtig heimisch fühlen können.

Anders verhält es sich mE für einen bairisch sprechenden Bundesdeutschen, der nach Österreich zieht.

[...]

 

 

Valjean72

2. September 2021 18:37

Schon vor einigen Jahren war ich verwundert, wenn ich vernahm wie bundesdeutsche "Konservative", also CDU-Wähler von der Schweiz wie von einem idealen Land, der besseren BRD sprachen: "Wie Deutschland - nur besser!"

Erstens verkennt dies die spezifische deutsch-schweizer Mentalität und zweitens auch die tatsächliche Situation in der Schweiz in Bezug auf "Überfremdung".

In der Kleinstadt (frz Schweiz), ich welcher ich lebe, sind nach offiziellen Zahlen 40% der Einwohner Ausländer. In der Grundschule meiner Kinder liegt der gefühlte Prozentsatz der Kinder mit Migrationshintergrund bei 70%. Tendenz auch hier steigend. Kosovaren, Portugiesen (darunter viele Afro-Portugiesen), Franzosen (inkl. Afro-Franzosen) mit denen ich im Alltag gut auskomme.

In Lausanne ist dieser Prozess noch weiter fortgeschritten aber auch in den größeren Städten der Deutsch-Schweiz sieht es ähnlich aus.

Von einem befreundeten Lehrer im Berner Oberland habe ich erfahren, dass Schüler offiziell dazu animiert wurden, an Klima-Demonstrationen teilzunehmen etc. pp.

Die Schweiz ist also keineswegs eine heile Insel, auch wenn die Corona-Maßnahmen bisher in den Nachbarländern strikter und z.T. auch krasser waren.

Möglicherweise wird die Schweiz von den kommenden Verwerfungen wieder einmal weniger hart getroffen werden als seine Nachbarländer ... als ob gewisse Strukturen eine einigermaßen schützende Hand darüber halten.

Martin Heinrich

2. September 2021 18:59

Vergiss nie die Heimat, wo Deine Wiege stand! Du findest in der Fremde kein zweites Heimatland ...

Franz Bettinger

2. September 2021 19:13

@Breckert (15:02): Bravo, bene dictum! Das musste einmal gesagt werden. Frage an Radio Eriwan: "Kann man irgendwo im Ausland Asyl beantragen, weil man in Deutschland politisch verfolgt wird?" Antwort: "Im Prinzip ja, aber wer die Verfolgungsgründe nennt, wird wegen diesen dann auch im Ausland verfolgt werden." (= Catch 22.) "Weil Ausland, so wie früher, gibt es heuer nicht mehr."

Franz Bettinger

2. September 2021 20:23

Würden K+K - wie der mythische Riese Antaios - kraftlos werden, wenn sie den (Heimat-) Boden unter den Füßen verlören? Ich glaube das nicht. Nicht dass ich zum Auswandern auffordere, aber ich denke, auch im und vom Ausland her wirkend kann man sein Ego Non leben, vorleben und verbreiten.

Götz Kubitschek

2. September 2021 21:52

badeschluß. gruß!

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