Angriff auf die Substanz

von Dirk Alt

PDF der Druckfassung aus Sezession 98/ Oktober 2020

 Gastbeitrag

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Im Febru­ar 2015 ver­öf­fent­lich­te die dschi­ha­dis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on Isla­mi­scher Staat (IS) ein Video mit Auf­nah­men der von ihr began­ge­nen Zer­stö­rung assy­ri­scher Kul­tur­schät­ze im Muse­um von Mos­sul im Nord­irak. Genüß­lich war dar­in fest­ge­hal­ten, wie IS-Mit­glie­der anti­ke Bild­wer­ke stürz­ten und sie mit Vor­schlag- und Press­luft­häm­mern zer­trüm­mer­ten: Bis zu 2700 Jah­re alte Plas­ti­ken ver­wan­del­ten sich unter ihren Schlä­gen in Schutt und Staub. Das Video wur­de in den west­li­chen Medi­en stark rezi­piert und lös­te weit­hin Ent­rüs­tung aus. Über­ein­stim­mend war die Rede von einem schwe­ren Ver­bre­chen gegen das kul­tu­rel­le Gedächt­nis. John Ker­ry, Poli­ti­ker der US-ame­ri­ka­ni­schen Demo­kra­ten und Außen­mi­nis­ter im Kabi­nett Barack Oba­mas, erklär­te »die­se Akte des Van­da­lis­mus« zu einer »Tra­gö­die für die gesam­te zivi­li­sier­te Menschheit«.

Fünf Jah­re spä­ter tauch­ten in den west­li­chen Medi­en Bil­der auf, die denen aus dem Muse­um von Mos­sul auf gespens­ti­sche Wei­se ver­wandt erschei­nen: Sie zei­gen Denk­mä­ler, die unter den Hän­den eines mal wüten­den, mal aus­ge­las­se­nen Pöbels stür­zen. Die­ser Bil­der­sturm fin­det weder in der ara­bi­schen Welt statt noch in einem Land, das zugleich Schau­platz eines Ver­nich­tungs­krie­ges ist, son­dern im Zen­trum des Wes­tens, in den Metro­po­len der USA, sowie, davon aus­strah­lend, in euro­päi­schen Groß­städ­ten. Daß auf­grund jün­ge­ren Alters der kul­tur­ge­schicht­li­che Wert der ange­grif­fe­nen Monu­men­te gerin­ger ist als der jener Arte­fak­te, die der dschi­ha­dis­ti­schen Bar­ba­rei zum Opfer fie­len, soll nicht in Abre­de gestellt wer­den, nimmt dem Ver­gleich jedoch nicht sei­ne Berech­ti­gung. Denn auch im Zuge der »Black-Lives-Matter«-Unruhen wird über die Zer­stö­rung der Sym­bo­le ein Angriff auf die Iden­ti­tät geführt, der sich nur dort ein zivi­li­sier­te­res Gesicht gibt, wo er, unter dem Druck des Pöbels oder in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam, behörd­lich durch­ge­führt wird.

Die­ser Angriff zielt auf die Sub­stanz. Mit dem Begriff des Van­da­lis­mus ist er nur unzu­läng­lich, ja irre­füh­rend beschrie­ben. Zwar ist Van­da­lis­mus im öffent­li­chen Raum stets ein untrüg­li­ches Zei­chen für eine schwe­re Stö­rung der Ord­nung. Ein Bil­der­sturm die­ses Aus­ma­ßes beglei­tet jedoch in der Regel einen Sys­tem­wech­sel, also den Zer­fall und die Ablö­sung der Ord­nung, die ent­we­der, wie in der End­pha­se und im Nach­gang des Zwei­ten Welt­krie­ges, auf feind­li­che Erobe­rung von außen oder, wie hier, auf revo­lu­tio­nä­ren Umsturz von innen zurück­zu­füh­ren ist. Die Geschich­te der USA kennt für das gegen­wär­ti­ge Gesche­hen kein Bei­spiel. Zwar haben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Angrif­fe auf Denk­mä­ler kon­fö­de­rier­ter Füh­rer gehäuft; auch beug­ten sich Poli­tik und Ver­wal­tung immer wie­der dem Druck anti­ras­sis­ti­scher Lob­bies und lie­ßen Monu­men­te, oft in Nacht-und-Nebel-Aktio­nen, doch unter unver­min­der­tem media­lem Auf­se­hen, aus dem öffent­li­chen Raum entfernen.

Was sich nun jedoch Bahn brach, sprengt alle Dimen­sio­nen. Lis­ten in der anglo­ame­ri­ka­ni­schen Fas­sung der Net­z­en­zy­klo­pä­die Wiki­pe­dia wei­sen rund neun­zig Kon­fö­de­rier­ten­denk­mä­ler aus, die zwi­schen Ende Mai und Anfang August durch den Pöbel zer­stört oder aber behörd­lich ent­fernt wur­den; die Demon­ta­ge zahl­rei­cher wei­te­rer wur­de durch Bun­des­staa­ten und Städ­te bereits ange­kün­digt. Zu den pri­mä­ren Zie­len von »Black-Lives-Mat­ter« gehör­ten dar­über hin­aus Stand­bil­der und Büs­ten von Skla­ven­be­sit­zern und Befür­wor­tern der Ras­sen­tren­nung sowie von Per­sön­lich­kei­ten, die mit einem Völ­ker­mord an ame­ri­ka­ni­schen Urein­woh­nern oder deren Mis­sio­nie­rung in Ver­bin­dung gebracht wer­den. Allein zwei Dut­zend Denk­mä­ler von Chris­to­pher Colum­bus wur­den geschän­det. In Port­land, Ore­gon, wur­de eine Sta­tue des der Skla­ven­hal­tung bezich­tig­ten Geor­ge Washing­ton in Brand gesetzt und gestürzt. Auf dem Cam­pus der Uni­ver­si­tät von Ore­gon stürz­ten die alle­go­ri­schen Bron­ze­fi­gu­ren »The Pioneer« (1919) und »The Pioneer’s Mother« (1932). In San Fran­cis­co, Kali­for­ni­en, zer­stör­te der Pöbel eine Büs­te des Ober­be­fehls­ha­bers der Nordstaaten­armee im Bür­ger­krieg, Ulys­ses S. Grant. In Madi­son, Wis­con­sin, köpf­ten sie die Sta­tue von Hans Chris­ti­an Heg, einem Aboli­tio­nis­ten (also: Kämp­fer für die Abschaf­fung der Skla­ve­rei), der im Sezes­si­ons­krieg auf Sei­ten der Nord­staa­ten stand und fiel, und ver­senk­ten sie im Mon­ta­na-See. In Roches­ter, New York, stürz­ten sie das Stand­bild des schwar­zen Aboli­tio­nis­ten und ehe­ma­li­gen Skla­ven Fre­de­rick Dou­glass, ein Repli­kat des ers­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Stand­bil­des über­haupt, das einen Afro­ame­ri­ka­ner dar­stell­te (im Jahr 1899). Die­se Bei­spie­le mögen genü­gen, um das Maß der Will­kür zu ver­an­schau­li­chen, das den Zer­stö­rungs­rausch kennzeichnete.

Flä­chen­de­ckend wur­den dar­über hin­aus Monu­men­te zu Ehren der Poli­zei sowie Sol­da­ten­fried­hö­fe und Krie­ger­denk­mä­ler ange­grif­fen, und zwar unab­hän­gig davon, wel­chem Krieg die­se gewid­met waren. In Rich­mond, Vir­gi­nia, steck­te der Pöbel das Memo­ri­al Buil­ding der U.D.C. (United Daugh­ters of the Con­fe­der­a­cy / Ver­ei­nig­te Töch­ter der Kon­fö­de­ra­ti­on) in Brand; auch die Biblio­thek nahm Scha­den. In Washing­ton D. C. ver­üb­ten sie Brand­stif­tun­gen am Ash­bur­ton House und an der St. John’s ­Epi­scopal Church, jener Kir­che, in der seit Fran­k­lin D. Roo­se­velt bei­na­he alle US-Prä­si­den­ten am Tage ihrer Amts­ein­füh­rung an einem Got­tes­dienst teil­nah­men. Beschmiert wur­den dar­über hin­aus das Lin­coln-Memo­ri­al und das vor der indi­schen Bot­schaft ste­hen­de Denk­mal Mahat­ma Gan­dhis. In Groß­bri­tan­ni­en, wo der Bil­der­sturm das bis­her leb­haf­tes­te Echo aus­lös­te, gerie­ten vor allem Stand­bil­der von Per­sön­lich­kei­ten, die in den trans­at­lan­ti­schen Skla­ven­han­del ver­strickt waren, zur Ziel­schei­be – so das Denk­mal des zu sei­ner Zeit, im 17. / 18. Jahr­hun­dert, als Phil­an­throp gel­ten­den Edward Cols­ton in Bris­tol, das der Pöbel vom Sockel riß und ins Hafen­be­cken stürzte.

Vor dem Hin­ter­grund des hier Skiz­zier­ten erüb­rigt sich der Ein­wand, daß die soge­nann­ten Akti­vis­ten, wenn es ihnen tat­säch­lich um die Durch­set­zung eines geschichts­re­vi­sio­nis­ti­schen Pro­gram­mes gin­ge, die Musea­li­sie­rung und gewünsch­te welt­an­schau­li­che Ein­ord­nung der von ihnen bean­stan­de­ten Objek­te her­bei­füh­ren wür­den: Schließ­lich haben die­se Beweis­cha­rak­ter. Eben­so über­flüs­sig sind Hin­wei­se auf die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten iro­ni­scher Umwid­mung und auf sub­ver­si­ve Spä­ße, mit denen die herr­schaft­lich-hoheits­vol­le Aura gebro­chen wer­den kann, ohne daß dabei das Denk­mal ver­nich­tet wer­den müß­te. Doch der Pöbel, der unter dem »Black-Lives-Matter«-Banner zusam­men­strömt, hat nichts Sub­ver­si­ves. Sein Pro­gramm erschöpft sich in der Bekämp­fung des wei­ßen Ame­ri­kas, der alten Ord­nung, die in man­cher Hin­sicht nur noch dem Namen nach fort­be­steht – in aus­ge­höhl­ten Insti­tu­tio­nen und schal­ge­wor­de­nen Ritualen.

Ord­nun­gen sind immer geschicht­lich begrün­det: Geschich­te legi­ti­miert. Der wah­re Grund, wes­halb die Denk­mä­ler nicht nur wei­chen, son­dern zer­trüm­mert wer­den müs­sen, ist die Tat­sa­che, daß sich in ihnen bild­haft die von Wei­ßen domi­nier­te natio­na­le His­to­rie ver­dich­tet. Solan­ge die Abbil­der die­ser Wei­ßen, sei­en sie Staats­män­ner, Krie­ger, Ent­de­cker oder Erneue­rer gewe­sen, vor aller Augen ste­hen, laden sie zur Iden­ti­fi­ka­ti­on mit deren Tugen­den ein, mit deren Erfin­dungs­reich­tum, deren Über­zeu­gungs- und Durch­set­zungs­kraft, deren Beharr­lich­keit, Ent­schlos­sen­heit, Pflicht­er­fül­lung und ja, auch deren Tole­ranz. Wenn sich unter ihnen Schur­ken und Schläch­ter befin­den (wer woll­te dar­an zwei­feln, daß auch sol­che der Geschich­te ihren Stem­pel auf­ge­drückt haben), knüp­fen sie doch nichts­des­to­we­ni­ger ein Band zwi­schen Ges­tern und Heu­te: jenes Band, das Lin­ke und Glo­ba­lis­ten end­gül­tig zu durch­tren­nen beabsichtigen.

Das Mons­trö­se an »Black-Lives-Mat­ter« ist dabei weder das stra­te­gi­sche Zusam­men­spiel zwi­schen lin­ken und glo­ba­lis­ti­schen Eli­ten noch die brei­te, mit media­ler Wucht erfol­gen­de Mobi­li­sie­rung der ihrer Her­kunft ent­frem­de­ten Mas­sen, denn bei­des sind wir längst gewohnt. Mons­trös ist jedoch die Stif­tung eines ver­gif­te­ten Gemein­schafts­pro­jek­tes, das wei­ße und nicht-wei­ße Ame­ri­ka­ner nur auf der Grund­la­ge eth­ni­schen Has­ses, näm­lich anti-wei­ßen Has­ses, zusam­men­kom­men las­sen will. Kund­ge­bun­gen von »Black-Lives-Mat­ter« ver­heh­len nicht, daß hier anstel­le des Ide­als das Res­sen­ti­ment die Her­zen bewegt. Besteht jedoch das Par­ti­zi­pa­ti­ons­an­ge­bot einer so umfas­sen­de Macht­an­sprü­che stel­len­den Bewe­gung dar­in, den nie­ders­ten Instink­ten schuld­be­frei­ten Lauf zu las­sen, mas­sen­wei­sen Dieb­stahl etwa als »Repa­ra­tio­nen« zu dekla­rie­ren, so muß dar­aus – um einen Begriff zu ver­wen­den, den der jamai­ka­nisch-ame­ri­ka­ni­sche Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor Jason D. Hill als Gegen­be­griff zum »sys­te­mi­schen Ras­sis­mus« geprägt hat – eine Revo­lu­ti­on des »sys­te­mi­schen Nihi­lis­mus« fol­gen. In einem Inter­view mit dem Fern­seh­sen­der Fox News erklär­te Hill, daß die »Nihi­lis­ten und Anar­chis­ten«, die er hin­ter »Black-Lives-Mat­ter« am Werk sieht, das Sys­tem stür­zen und »durch nichts« erset­zen woll­ten, »durch über­haupt nichts. Sie wol­len das Gute eben des­we­gen zer­stö­ren, weil es das Gute ist.« (Tucker Carl­son Tonight, 6. August 2020.)

Die­ser Aspekt kann kaum über­be­tont wer­den, wenn von »Black-Lives-Mat­ter« als einer Kul­tur­re­vo­lu­ti­on die Rede ist, denn eine kul­tur­stif­ten­de Kraft ist dahin­ter nicht erkenn­bar. Wenn über­haupt, ist es das Estab­lish­ment, das – wie etwa in Bris­tol – das ent­stan­de­ne Vaku­um nach sei­nen kul­tur­po­li­ti­schen Maxi­men aus­zu­ge­stal­ten sucht: Dort berei­te­ten Muse­ums­re­stau­ra­to­ren die aus dem Hafen­be­cken geho­be­ne Sta­tue Edward Cols­tons mit dem Ziel auf, die von den Tätern hin­ter­las­se­nen Schmie­re­rei­en dau­er­haft zu erhal­ten. Gleich­zei­tig ließ der arri­vier­te Künst­ler Marc Quinn, der unter ande­rem Skulp­tu­ren von Behin­der­ten und Trans­se­xu­el­len fer­tig­te und in der Tate Gal­le­ry sowie im Muse­um of Modern Art aus­stell­te, eine an sozia­lis­ti­sche Kunst erin­nern­de Sta­tue einer die Faust recken­den »Black-Lives-Matter«-»Aktivistin« auf den leer­ste­hen­den Sockel pflan­zen – Titel: »A Sur­ge of Power« (»Geball­te Kraft«). Hul­di­gun­gen die­ser Art läßt sich der Pöbel zwar gefal­len, eige­ne schöp­fe­ri­sche Leis­tun­gen bringt er jedoch eben­so wenig her­vor wie er ein poli­ti­sches Pro­gramm for­mu­lie­ren könn­te oder woll­te, das über die Abschaf­fung der Poli­zei und die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung anti-wei­ßen Has­ses hinausginge.

Vom Erblü­hen einer Gegen­kul­tur kann nicht ein­mal lokal die Rede sein, denn die Räu­me, die der Pöbel erobert hat, lie­gen wüst und brach. Die Wüs­te aber pflegt zu wach­sen – wer dämmt sie nun ein? Die­se Fra­ge scheint die Anstif­ter und För­de­rer von »Black-Lives-Mat­ter« nicht zu küm­mern. Ob lin­ke Polit­kar­tel­le, glo­ba­lis­ti­sche Netz­wer­ke oder mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne, die die Unru­hen mit Mil­lio­nen­sum­men spon­sern – sie eint der Glau­be an die unbe­grenz­te Steu­er­bar­keit ato­mi­sier­ter Mas­sen. Um deren wei­ter­ge­hen­den Ent­wur­ze­lung wil­len sind sie bereit, den fra­gils­ten Teil unse­res Reich­tums zu opfern: unser geschicht­li­ches Erbe. Man hal­te sich dabei vor Augen, daß die Säu­be­run­gen der Biblio­the­ken, die Angrif­fe auf Muse­en und Archi­ve erst noch bevorstehen.

Auch uns Deut­sche erin­nern noch im öffent­li­chen Raum auf­find­ba­re Denk­mä­ler dar­an, daß wir nicht immer wehr- und ehr­los waren und daß die­ses Volk einst Gelehr­te und Künst­ler, Kämp­fer und Herr­scher her­vor­brach­te. Wer je eine auf­rich­ti­ge Andacht an einem Krie­ger­denk­mal hielt, wer sich je in die weich­ge­mei­ßel­ten Züge des unbe­kann­ten Sol­da­ten ver­tief­te, der weiß auch, daß der Ahnen zu geden­ken zugleich ein Ansporn sein muß, es ihnen gleich­zu­tun. Wenn sie uns die »geball­te Kraft« emp­fin­den las­sen, die wir ein­mal auf­zu­brin­gen wuß­ten, so im glei­chen Atem­zug auch unse­re heu­ti­ge Schwä­che, unse­re Ver­säum­nis­se, unse­re im Ange­sicht der Bedro­hung unent­schuld­ba­re Ver­zagt­heit. Daß unse­re Ahnen uns auf eine fast bestür­zen­de Wei­se über­le­gen waren, und zwar der­ge­stalt, wie uns auch man­che der jüngst Ein­ge­wan­der­ten über­le­gen sind, liegt in ihrer Bereit­schaft, das Leben für einen Glau­ben, für ein Sym­bol zu geben.

An Glau­ben man­gelt es oft selbst uns weni­gen, die wir die Sym­bo­le noch in Ehren hal­ten. Seit Jahr­zehn­ten zeh­ren wir von der Sub­stanz, deren kon­ti­nu­ier­li­chen Schwund wir resi­gniert zur Kennt­nis neh­men, wäh­rend wir uns zugleich an die Hoff­nung klam­mern, sie möge wie nur schein­bar totes Holz eines Tages, in der rich­ti­gen Wit­te­rung, wie­der aus­trei­ben. Jetzt, da sie direkt ange­grif­fen wird oder der Angriff kurz bevor­steht, ist kein schüt­zen­des Gewe­be mehr vor­han­den, nichts, was die Schlä­ge abfe­dern, und erst recht kei­ne Kraft, die sie erwi­dern könnte.

Daß der von den USA aus­strah­len­de Bil­der­sturm für das uns Dro­hen­de Modell­cha­rak­ter hat, steht außer Fra­ge – daß wir nach­zie­hen wer­den, eben­so: Was bleibt auch ande­res übrig? Es dürf­te nie­man­den über­rascht haben, daß die Sys­tem­pres­se die Ereig­nis­se auf eine affir­ma­ti­ve bis hämi­sche Wei­se beglei­te­te, die in Schlag­zei­len wie »Hol den Vor­schlag­ham­mer!« (Spie­gel-Online), »Plumps« oder »Völ­lig von den Sockeln« (bei­de Zeit-Online) unver­hüllt zu Tage trat. Eben­so zwangs­läu­fig wer­den in ein­schlä­gi­gen Netz­wer­ken die Mes­ser gewetzt, pro­pa­gie­ren anti­deut­sche Eife­rer wie Jut­ta Dit­furth die Zer­stö­rung von Kul­tur­ob­jek­ten, ange­fan­gen mit »allen Krie­ger­denk­mä­lern« bis hin zum Ber­li­ner »Hum­boldt-Forum (Kup­pel und Kreuz zuerst)«. Ihre ein­an­der im gemein­sa­men Haß erken­nen­den Kohor­ten – Anti­fa und »Par­ty­sze­ne« – ste­hen bereit, die­sen Wor­ten Taten fol­gen zu las­sen, denen sich nie­mand ernst­lich ent­ge­gen­stel­len wird. Wer soll­te dies auch wagen, da wir ja selbst nicht mehr an unse­re Sym­bo­le glau­ben? Daher wird der Pöbel nicht nur die Welt ärmer und häß­li­cher machen, son­dern auch uns, die wir es haben gesche­hen lassen.

 

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