Presstituiert. Der Fall Franziska Schreiber

Die AfD-Aufsteigerin Franziska Schreiber sorgte 2017 mit ihrem Austritt und dem obligatorischen Buch (Inside AfD) für Furore.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Noch auf­se­hen­er­re­gen­der wur­den nun jüngst die mut­maß­li­chen Fran­zis­ka-Schrei­ber-Por­nos, die angeb­lich von 2017 datie­ren sollen.

Nie wür­de ich einen Blick auf die­se Fil­me wer­fen. Grund­sätz­lich nicht. Dem Ver­neh­men nach sol­len es extrem har­te Strei­fen sein. Auch auf Stich­wor­te mag ich lie­ber ver­zich­ten. Logisch gibt es hier kei­ne Links.

Was hat das eine (Abkehr von einer poli­ti­schen Rich­tung) nun mit dem ande­ren (mora­lisch frag­wür­di­ge Erwerbs­tä­tig­keit, und zwar nicht nur aus kon­ser­va­tiv-katho­li­scher, femi­nis­ti­scher, son­dern auch „nor­mal­bür­ger­li­cher” Sicht) zu tun?

Ich erken­ne ein Mus­ter. Die Wor­te „Glücks­rit­ter und ver­krach­te Exis­ten­zen“ hat­ten sich bei­zei­ten ein­ge­stellt, wenn sich die Fra­ge stell­te, wor­aus die­se neue auf­stre­ben­de Par­tei namens AfD einen Teil ihres Per­so­nals rekru­tier­te. Ein alter Freund schrieb mir vor zwei Jahren:

Moment mal – wenn ich reka­pi­tu­lie­re: Wo waren all die­se Leu­te eigent­lich, sagen wir, im Jahr 1998? Es plop­pen heut­zu­ta­ge Per­so­na­li­en auf, von denen man nie zuvor gehört hat­te. Frank Magnitz, Joana Cotar, Uwe Jun­ge, Georg Pazder­ski und vie­le ande­re. Die alle waren doch auch vor­her entscheidungsreif??

Fran­zis­ka Schrei­ber sei hier­bei aller­dings aus­ge­nom­men. Sie ist (gebo­ren in Dres­den) Ange­hö­ri­ge des Jahr­gangs 1990 und inso­fern unschul­dig. 2013 (also “sofort”) trat sie in die AfD ein. 2017 fand sie sich im Vor­stand der „Jun­ge Alter­na­ti­ve“ wie­der. Sie hat sich gegen das Ver­bot der „Holo­caust­leug­nung“ gestellt, dies dann aber bereut.

Im Mai 2017 befand sie im liber­tä­ren Monats­ma­ga­zin Eigen­tüm­lich frei als „ehren­amt­li­che Israel­lob­by­is­tin und Trans­hu­ma­nis­tin“ dies:

Ja, es stimmt: Ich hät­te ger­ne eine Schuss­waf­fe. Mehr noch: Ich hät­te ger­ne das Recht, die­se Schuss­waf­fe stän­dig bei mir zu tra­gen – auch in der Öffent­lich­keit. Natür­lich möch­te ich die­ses Recht nicht nur für mich, son­dern auch für jeden ande­ren voll­jäh­ri­gen Bürger.

Ende 2017 (sie war Frau­ke-Petry-Jün­ge­rin) trat Frau Schrei­ber aus der Par­tei aus. Und ver­faß­te ihr sehr erfolg­rei­ches Buch.

Mer­ke: Noch in den 1990er Jah­ren wur­de ein Buch dann zum Ver­kaufs­schla­ger, wenn es bei­spiels­wei­se in der FAZ gelobt wur­de. Tem­pi pas­sa­ti. Das bringt heu­te viel­leicht ein Plus von 100 ver­kauf­ten Exem­pla­ren. Nun hin­ge­gen winkt das Ver­kaufs­glück, wenn eine/r mit sei­nem Buch „im Fern­se­hen“ auf­tre­ten darf. Frau Schrei­ber durf­te vielfach.

In ihrem Buch behaup­te­te Frau Schrei­ber unter ande­rem, daß Björn Höcke gemein­sam mit Götz Kubit­schek die Reden des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Pro­pa­gan­da­mi­nis­ters Joseph Goe­b­bels ana­ly­siert und dar­aus “Höcke-Reden mit modi­fi­zier­ten Ver­satz­stü­cken” abge­lei­tet habe. Ziel sei es gewe­sen, behaup­tet Schrei­ber, die For­mel zu suchen, “die in den Drei­ßi­ger­jah­ren zum Erfolg führte”.

Wer Höcke und Kubit­schek kennt, weiß, daß es sich dabei um grund­lo­sen Quatsch han­delt. Aber man kann so ein Zeug offen­bar „ein­fach mal so“ streu­en, wenn man par­tout auf Auf­merk­sam­keit aus ist. Frau Schrei­ber hat­te einen Zeu­gen für ihre Behaup­tung auf­ge­ru­fen, aber die­ser Zeu­ge beglau­big­te umge­hend eides­statt­lich, daß dem nicht so sei. Er habe kei­ne Kennt­nis­se über sol­che Tref­fen. Björn Höcke trat eben­falls als Zeu­ge auf: Nein, es gab nie­mals Goe­b­bels-Reden-Ana­ly­sen, nicht ohne und nicht mit Kubitschek.

Den Pro­zeß gewan­nen wir: Der Ver­lag muß­te die ent­spre­chen­de Pas­sa­ge 2018 til­gen. (Der gesam­te Pro­zeß füllt übri­gens einen dicken Aktenordner.)

Nur: Die Behaup­tung war und blieb in der Welt. Die ers­te und zwei­te Auf­la­ge (von bis­lang sechs) des erfolg­rei­chen Aus­stei­ger­buchs hat­te sich (mit eben die­sen nach­träg­lich inkri­mi­nier­ten Stel­len) rasend ver­kauft, über 20 000 Exem­pla­re. Die unwah­re Goe­b­bels-Höcke-Kubit­schek-Behaup­tung war also breit unter das „inter­es­sier­te Volk“ gestreut worden.

Daß die Lüge nicht mehr ver­brei­tet wer­den durf­te, war das eine. Das ande­re war, Fran­zis­ka Schrei­ber per­sön­lich haft­bar zu machen für ihre Falschaussage.

Hier wur­de es ver­rückt. Die Staats­an­walt­schaft Mün­chen konn­te kei­ne zustell­ba­re Adres­se aus­fin­dig machen. Es war kei­ne Wohn­adres­se bekannt. Frl. Schrei­bers Home­page nann­te im Impres­sum die Ver­lags­adres­se: Der Ver­lag wie­der­um ist nicht ver­pflich­tet, die Adres­se einer Autorin preis­zu­ge­ben. Laut Staats­an­walt­schaft wur­de das Ver­fah­ren dar­um Anfang 2019 ein­ge­stellt: Es läge „in Sachen der Ver­leum­dung kein öffent­li­ches Inter­es­se vor.“

Wir hak­ten nach. Kann man in einem rechts­staat­li­chen, demo­kra­ti­schen Deutsch­land ein­fach so davon­kom­men mit einer Lüge?

Man kann. Im Juni 2019 wur­de uns mit­ge­teilt, daß die Staats­an­walt­schaft Mün­chen „wei­ter­hin kei­ne Ermitt­lun­gen durch Ver­neh­mung von Zeu­gen vor­neh­men“ wolle.

Fran­zis­ka Schrei­ber nun hat­te zahl­rei­che öffent­li­che Auf­trit­te. Man hät­te ihr eine ent­spre­chen­de Vor­la­dung daher gut per­sön­lich über­ge­ben kön­nen. Es gab von Sei­ten der Staats­an­walt­schaft aber dies­be­züg­lich kein Ver­fol­gungs­in­ter­es­se. Wen wun­dert es? Im Jahr 2020 stell­ten wir den Ord­ner “Schrei­ber” in den Schrank. Ers­tens war es mitt­ler­wei­le „wurscht“, zwei­tens hat­te Schrei­bers Ver­lag (man reibt sich die Augen! Nach einem sol­chen Knal­ler!) unter­des­sen Insol­venz angemeldet.

Frl. Schrei­ber hat nun übri­gens nach­ge­legt. Im ver­gan­ge­nen Früh­jahr ver­öf­fent­lich­te sie ein neu­es, aller­dings weni­ger erfolg­rei­ches Sach­buch in einem ande­ren Ver­lag: Ent­waff­net sie! Die Stra­te­gien von AfD und Co. erken­nen und bekämp­fen, wor­in sie die „per­fi­den Stra­te­gien der Rech­ten um Macht und Wäh­ler­stim­men analysiert.“

Sie selbst hat sich seit 2017 übri­gens reich­lich ver­än­dert. Das Netz ermög­licht es, auf aktu­el­le Pho­tos zurückzugreifen.

Wir sehen zunächst (bei Ein­tritt in die AfD 2013) ein recht­schaf­fen pum­me­li­ges Mäd­chen. Danach wer­den die Bil­der kess. Sie ist fast schlank und hat aus­ra­sier­te Sei­ten, als sie rasch nach ihrem Aus­tritt dem „jugend­na­hen“, mit öffent­li­chen Gel­dern finan­zier­ten Staats­funk-Netz­werk „Funk“ beitritt.

Mitt­ler­wei­le, „das Netz“ ist ver­dammt ungnä­dig, ist eine gewis­se opti­sche Ver­tei­gung eingetreten.

Dazwi­schen nun liegt nun mut­maß­lich eine bizar­re Kar­rie­re als Por­no­dar­stel­le­rin. Zwi­schen­durch, als der­glei­chen noch nicht bekannt war, hat­te Frl Schrei­ber sich häu­fi­ger dazu geäu­ßert, das “Sex­ar­beit” einer Frau nichts von ihrer Wür­de nähme.

Und ob. Oh doch! Und sie macht immer wei­ter, segelt mit jedem Wind, fängt mit ihrem Segel­chen jede Böe ein. Fran­zis­ka Schrei­ber: eine BRD-Kar­rie­re, ein Werk­zeug, eine arm­se­li­ge Lügnerin.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (22)

Carsten Lucke

11. September 2021 22:13

Kein Kommentar.

Rheinlaender

11. September 2021 22:27

Die unter dem Namen "Lisa Licentia" bekannt gewordene Person trat nach ihrem medienwirksam inszenierten Ausstieg ebenfalls als Erotikmodell in Erscheinung. Deutet sich hier ein Muster an?

Laurenz

12. September 2021 03:05

(1)

1. Die moralische Frage würde ich nicht so hoch hängen oder bewerten. Wir finden auch in römischen Freudenhäusern vulgäre Mosaike (zB in Pompeji). Das Problem hier sehe ich maximal in der Aufrechterhaltung des Jugendschutzes. & die extremsten Exzesse & buchbare amouröse Massendienstleistung finden wir in den Grenzgebieten relativ liberaler Staaten, welche katholischen - & islamischen Staaten benachbart sind. Lokale Beispiele sind die Mainzer Faßnacht & der Kölner Karneval, einfach ekelhaft, wenn die Katholiken mal die Sau rauslassen dürfen, selbst 8 Jahre in der Mainzer Altstadt zwangsweise erlebt.

Laurenz

12. September 2021 03:06

(2)

2. Viel überdenkenswerter sind die völlig abstrusen Behauptungen über das Innenleben der AfD oder auch die gegen GK & Herrn Höcke. Kann mir vorstellen, daß es dafür bürgerliche Apanagen gibt. Die AfD ist zwar eine kleine Partei, aber wer kennt schon die lokalen Zusammenhänge von 35k Mitgliedern, das ist, ohne Verlaub, lächerlich. Vor allem ist die AfD am eklatantesten auf das Engagement der Mitglieder angewiesen. Ich kann gerade mal meinen Kreisverband & ein paar benachbarte einschätzen, & wie überall, sowohl in jeder Partei gibt es Kreisverbände, die klug geführt werden & eben andere, wo nur Deppen sitzen, wie zB im Kreisvorstand meines Landkreises. Damit muß jede Partei leben. Das Beispiel eines klugen CDU-Kreisverbandes findet man zB hier  https://www.spiegel.de/politik/deutschland/armin-laschet-auf-cdu-plakaten-im-muell-landen-sie-nicht-wir-haengen-sie-nur-nicht-auf-a-e67f7bb4-b2ea-4a91-9b14-abc9bbae9810

URN

12. September 2021 10:24

"Wo waren all diese Leute eigentlich, sagen wir, im Jahr 1998?"  Diese Frage allein weist auf das Dilemma aller Parteien der Gegenwart hin. Warum eigentlich 1998? Wer ist Norbert Walter Borjan. Wer ist die immer böse, manchmal auch deppert dreinschauende Saskia Esken aus der Schwarzwaldmetropole Calw? Was lernt ein Kommunikationswissenschaftler oder auch Wirtschaftsingenieur auf der Unität? Offenbar genug, um mit einem solchen Abschluß, sagen wir z.B., hauptamtlicher Gewerkschaftsmitarbeiter zu werden, ohne je einen Produktionsbetrieb von innen gesehen zu haben. Karrierechance in einer austauschbaren Partei inbegriffen, sofern Netzwerk (früher die richtigen Leute...) vorhanden. 

Auch eine konkrete Frage an Frau Kositza: wieso ist eine 1990 in Dresden geborene Person inwiefern unschuldig? Würde sich an dieser Einschätzung etwas ändern, und wenn ja was, wenn ein Individuum vor 1990 in Offenbach geboren ist?

Aber besser ist wohl, man hält es wie eingangs Carsten Lucke 

Adler und Drache

12. September 2021 10:36

Weder Échauffement noch Mitleid! - Die Kühle des Herzens ist die Betriebstemperatur des Hirns! 

Dietrichs Bern

12. September 2021 11:11

Die interessante Frage ist, ob diese Person aus eigenem Antrieb so gehandelt hat, oder eher angeworben, oder gar platziert war.

Denn letztlich: Das der Vorwurf Propaganda des 3. Reichs nutzen zu wollen, am Ende für Schreiber ohne persönliche Konsequenzen bleibt, das da kein öffentliches Interesse bestehen würde- angesichts der Schwere des geäußerten Vorwurfes erscheint doch sehr fragwürdig. Hier sollte wohl etwas unter den Teppich gekehrt werden und es hat ja letztlich auch funktioniert.

Waldgaenger aus Schwaben

12. September 2021 11:48

@Rheinlaender

danisch.de verwies mal auf eine höchst zweifelhafte Studie, der zurfolge Rechtsradikale signifikant höher sadistische sexuelle Phantastien haben, während Linksradikale, noch deutlicher signifikant, zu Masochismus neigen. Mir klingt das zu plausibel, um wahr zu sein. 

Welche " extrem harte" Sachen Frau Schreiber in Pornos darstellt, weiß ich nicht, nicht mal, ob das überhaupt in die SM-Richtung geht. Google liefert (fast) nichts und den Rotlicht-Distrikt des Internets suche ich grundsätzlich nicht auf.

RMH

12. September 2021 12:21

Ich weiß, sowas kommt bei Berichten wie diesem noch zwingender in online Debatten, als der berühmte Vergleich nach Godwin:

Die Frage, ob man LeutInnen, bei denen man bereits "stellten wir den Ordner "Schreiber" in den Schrank." gemacht hat, überhaupt noch einmal die Beachtung und damit ungewollte Aufwertung in Form eines Artikels zukommen lassen sollte (Do not feed the troll).

Bei TrittbrettfahrerInnen wie dieser Dame, die ohne den Erfolg anderer ja nichts zu "enthüllen" oder Eigenproduktives hätte, stellt sich die Frage, ob man überhaupt von einer Karriere sprechen kann. Gut, mit den Pornos hätte sie ja was wirklich eigenes enthüllt, auch wenn die dazu abgefilmte Gymnastik meistens auch von anderen vorgegeben wird und Bezahlung mittlerweile erbärmlich sein soll.

Zusammengefasst: Sehr unschöne Vorgänge, die einem in diesem unseren Lande aber auch nicht überraschen. Überrascht wird man eher von dem Umstand, welch niedriges Niveau vom politischen Gegner offenbar für zweckmäßig und geeignet "im Kampf gegen Rechts" gehalten wird, wenn er Feindzeugen alá "Schreiber" mal 5 Minutes auf Fame (es waren noch nicht mal 15) zubilligt. Die Karawane zieht weiter, als Beleidigter und Verleumdeter steht man bedröppelt da und stellt fest: Eigentlich interessiert es keinen so richtig.

Gotlandfahrer

12. September 2021 13:29

Die Hyänen reissen die Schwächsten.  Gott sei ihrer Seele gnädig.  Die Karawane zieht weiter.

Laurenz

12. September 2021 14:32

@Waldgänger aus Schwaben @Rheinländer

"Sauseiten"

Als proletarischer, nicht-intellektueller Heide kann ich mir es erlauben, auf die horizontalen Seiten zu gehen. Habe bei xhamster in der Suchfunktion nachgeschaut, nichts zu finden. Das heißt, entweder gibt es für solch ein Portal keine Freigabe oder die xhamster-Redaktion ist der Meinung, das Material ist nicht zu gebrauchen oder zu verkaufen. & auf solch einem Portal gibt es wirklich alles, was sich einigermaßen im Rahmen der Legalität bewegt & Reichweite erzielt. (Und ja, bei manchen Sachen kann einem schlecht werden.)

Für die religiösen Moralisten möchte anmerken, Ihr Gott hat auch diese Mitmenschen geschaffen & Ihr Gott kann auch nicht immer sein Tun dem Teufel anlasten, das wäre wohl, auch in Ihrem Sinne, zu billig, nicht?

Volksdeutscher

12. September 2021 15:10

Es wird immer wieder versucht, irgendwelche pikanten Geschichten mit einer Bombastik aufzutischen, um dem politischen Gegner um jeden Preis zu schaden. Prompt fällt mir der Begriff Charaktermord ein. Diese Erscheinung ist mit der Existenz plebejischer Demokratien seit jäher unzertrennlich verbunden. Nietzsche und Baudelaire hatten sich bereits im XIX. Jahrhundert über dieses Phänomen ausgiebig erbrochen. Die moralische Latte würde ich also eher hier ansetzen. Beim tumben Volk kommen solche Geschichten freilich gut an, da es schlecht informiert, mental unbeweglich und scharf auf Klatsch ist, man kann sein Ziel somit relativ leicht erreichen: die AfD in die Nähe des Rotlichtmillieus rücken. Sex sells auch in der Wahlperiode....

Das Wesentliche ist aber, daß solche Geschichten nichts mit Politik und Politischem zu tun haben, unabhängig davon, wer die Akteure sind und bei welcher Partei sie vorkommen. Das treibende Motiv der Medien indes ist das der Sippenhaftung: wegen einer Person soll eine ganze Gemeinschaft in Haftung genommen und ruiniert werden.

Mboko Lumumbe

12. September 2021 16:48

Diese adipöse Pornette ist nur ein weiterer Grund, solche billigen Flittchen-Filmchen nicht zu gucken. Wenn ich Hunger habe, dann lese ich ja auch kein Kochbuch. Und schon gar keines mit den Lügen des dauerscheiternden und würdelosen Frl. Schreiber.

@ StA München:
Natürlich besteht öffentliches Interesse an einer juristischen Aufklärung der Verleumdung und persönlicher Haftung für die Falschaussage. Das sieht man doch hier und ich als Teil der Öffentlichkeit habe ausdrücklich Interesse daran. Also nur zu und ran an den Speck *zwinkersmily*

Waldgaenger aus Schwaben

12. September 2021 17:56

@Laurenz

Die Porno-Seuche (gab es vorher auch, aber nicht als solches Massenphänomen) ist zeitgleich mit dem Feminismus nach 1968 über die westlichen Länder hereingebrochen und hat mindestens ebenso viel wie dieser zur Zerstörung der natürlichen und gesunden Beziehung zwischen den Geschlechtern und damit der Familien beigetragen. Ich halte es geradezu für eine patriotische Pflicht, diesen Dreck nicht auch noch zu unterstützen.

Niekisch

12. September 2021 18:17

"Wo waren all diese Leute eigentlich, sagen wir, im Jahr 1998? Es ploppen heutzutage Personalien auf, von denen man nie zuvor gehört hatte. Frank Magnitz, Joana Cotar, Uwe Junge, Georg Pazderski und viele andere. Die alle waren doch auch vorher entscheidungsreif??"

Wenn diese Personen bei ihrer Altersstruktur im Jahre 1998 die Lage nicht erkannt haben, dann sind sie 2013 oder später um so mehr zu spät gekommen. Wir Älteren, die schon die 60iger Jahre miterlebten, wußten jedenfalls 1998, dass mit Parteien in der Art der AfD eine Lageänderung nicht herbeizuführen ist. 2021 hilft Politik überhaupt nicht mehr, jetzt brauchen wir Divisionen von Psychiatern, um in Gruppentherapie "Deutschland normal" zu machen. 

tearjerker

12. September 2021 18:28

Würde die Alternative ihren Wahlkampf am Hooters-Konzept orientieren, wären locker 25% drin.

Volksdeutscher

12. September 2021 19:08

@Niekisch

Es klingt düster, was Sie da skizzieren, aber langsam glaube auch ich, daß in unserer Zeit auf die herkömmliche Weise keine Politik mehr zu machen ist, daß man durch politische Programme und Überzeugungsarbeit allein keine Lageänderung herbeiführen kann. Ein Politiker müßte heute dringender denn je die Kunst der politischen Agitation und Massenhypnose beherrschen. Das konnten noch Politiker in einer ähnlich schwierigen, aber noch aussichtsloseren und dramatischeren Lage in den 20-30-ern des letzten Jahrhunderts. Damals sprachen die Politiker noch zu Deutschen - heute sprechen sie zu Konsumenten. Das müßte als Erstes begriffen und mitbedacht werden.

RMH

12. September 2021 19:12

@Niekisch

Ja, wo waren sie denn alle?

Da wird es tausende verschiedene Antworten geben, da man schlecht die zig tausenden Parteimitglieder über einen Kamm scheren kann und bei denen, die sich erst ab einem gewissen Alter zu den kritischeren Positionen mit ihrem guten Namen bekannten, wird dafür jetzt um so akribischer nachdem Verdikt, einmal Nazi, immer Nazi gesucht, wie bspw. bei Herrn Höcke, der vor seinem AfD-Eintritt ein braver, auf diesen Staat vereidigter Beamter und Staatsdiener war und als Lehrer wirkte. So wie auch ein Herr Paszderski und ein Herr Junge Staatsdiener waren, nur eben bei der Bundeswehr (die bekanntermaßen vor den Erlassen der weiblichen Verteidigungsministerinnen ein Hort des Patriotismus und der "rechten Umtriebe" waren. Soldat sein war also ein "Statement" besonderer Art, im Gegensatz zum Lehrertum).

Zusammengefasst, dieser Punkt ist der Schwächste in dem Artikel, da ein reines Bauchgefühl verbreitet wird. Die AfD könnte noch heute ernsthaft zu machen, wenn man einen patriotischen Lebenslauf ab Schulabschluss bis dato einfordern würde. Und eigentlich hat es auch nur wenig bis nichts mit dem Thema der gefallenen Sekundärliteratin zu tun. @Gotlandfahrer hat mit wenigen Worten das Wesentliche gesagt.

Ordo

12. September 2021 20:45

Pornos und Prostitution leisten ihren Beitrag zur Pazifizierung der schönen neuen Welt. Ohne Nutten und Webseiten wie Pornhub hätten all die Verlierer der neuen Geschlechterverhältnisse doch schon längst zur Waffe gegriffen. Oder schlimmer noch: rechts gewählt. Und Verlierer gibt es da nicht wenige, vor allem auf Seiten der Herren der Schöpfung. Genossin Schreiber führt also gleich an zwei Fronten den Kampf gegen die rechte Konterrevolution. Sexarbeiter*in und Autor*in gegen rechts in einem, beeindruckend.

Laurenz

12. September 2021 22:06

 

@Mboko Lumumbe & Waldgänger aus Schwaben

"Unterstützung von Sauseiten"

Ihre Einschätzung ist vollkommen daneben. Porno & Rotlicht gab es schon immer, diese Industrie litt & leidet sogar unter der digitalen Revolution, welche die Schwemme verursachte, wie in anderen Branchen auch. & was ich bei meinen früheren Beiträgen versucht hatte zu schildern, ist, daß gerade Verbote, Einschränkungen etc. die Moralisten anstacheln, in den amoralischen Exzeß zu gehen. In der Prohibition wurde mehr gesoffen als sonst. Bei jungen Menschen existiert tatsächlich ein Suchtpotential. Aber das existiert überall.

@Niekisch

"Wir Älteren, die schon die 60iger Jahre miterlebten, wußten jedenfalls 1998, dass mit Parteien in der Art der AfD eine Lageänderung nicht herbeizuführen ist."

Das ist eine Fehleinschätzung. Die von Ihnen benannten "Älteren" aller Couleur hatten zugeschaut, wie der Staat von den Alt68ern übernommen wurde.  @RMH schildert diese Angelegenheit richtig als schwachen Punkt im Artikel. Die AfD wurde gegründet, weil die oppositionslose Politik im Reichstag vielen gestunken hatte. & seit 2013 ist die Situation in keiner Weise mit vor 2013 vergleichbar. Sie, Niekisch, stellen, wie so viele Konservative/Rechte zu hohe Erwartungen an, am besten noch die Wende vor dem eigenen Ableben.

Andreas Walter

13. September 2021 00:05

@tearjerker

Ja eben nicht. Daran sieht man ja, wie schlimm es mittlerweile hier tatsächlich ist:

“In Deutschland ist Hooters in Frankfurt-Sachsenhausen sowie seit dem 28. Januar 2018 auf der Reeperbahn in Hamburg[5] vertreten. Zwischenzeitlich existierten Restaurants in Bochum, Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe, Köln, Potsdam, Neunkirchen (Saar) und im Flughafen Frankfurt am Main, die jedoch alle wieder geschlossen wurden.“

Die deutschen Männer haben es daher schon längst auch mit der Muttermilch aufgesogen, wer hier in Deutschland das Sagen hat. Eine Folge jahrzehntelanger feministischer Politik und Rechtsprechung, die wiederum auch von denen gefördert wurde, die (auch) Deutschland schwach und infantil halten wollen. Davon wiederum ist eine Folge deshalb jetzt auch die Invasion hypermännlicher Maskulinisten. Die darum auch mit dem Sch. des Propheten in der Hand hier relativ ungestört agieren. Gleich in mehrfacher Hinsicht. Stammhirn schlägt Frontallappen. Das wird sich auch nie ändern. Das Konzept funktioniert seit Millionen Jahren problemlos, da werden auch lächerliche 100 Jahre Feminismus nichts daran ändern.

https://youtu.be/f-DP15yqelw

 

Laurenz

13. September 2021 00:42

Mutmaßlich hat 

@Volksdeutscher

den Braten am ehesten gerochen. Einige Mondlandungsleugner sind der Überzeugung, daß die CIA absichtlich von einigen Jahren den "Flache-Erde-Kult" inszeniert hat, um damit die sachliche Kritik an der getürkten Mondlandung zu diskreditieren. Dasselbe ist doch auch Dr. Wodarg (SPD) passiert, Er wurde als Fachmann der Deutungshoheit entzogen & durch vollkommene Amateure & Dilettanten (Drosten, Lauterbach, Wieler) ersetzt. Aber sowas ist auch früher schon oft passiert, siehe General Kiesling.

Im Falle der AfD und Frau Schreiber würde ich da gar nicht so weit gehen. 20k verkaufte Bücher sind vielleicht für einen kleineren Verlag viel, aber ein Synonym für Reichweite ist das nicht, da davon ja eh nur 2k gelesen werden, wahrscheinlich von denen, die das beruflich tun müssen.

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