8. September 2021

Per Leo mimt den Aufklärer

Erik Lehnert / 23 Kommentare

Der Schriftsteller und Historiker Per Leo hat, wie weiland Martin Luther King, einen Traum.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Er träumt davon, daß wir aus der Vergangenheit wieder etwas würden lernen können, wenn sie endlich „unaufgeräumt erscheint“. Und mehr: Leo träumt davon, daß diese „unaufgeklärte Unaufgeräumtheit“ in ein paar Jahren „im post-arischen Einwanderungsland Deutschland zum Leitbild für den Geschichtsunterricht geworden ist“.

Das klingt zum einen ganz schön witzig, zum anderen aber nach dem „hölzernen Eisen“, das schon oft beschworen, aber noch nie geschmiedet wurde. Es klingt selbst dann und vor allem, wenn man Leos Wunschgesellschaft an- und ernstnimmt, nach Kinderladen, antiautoritärer Erziehung und völliger Verkennung, sobald man sich vorstellt, daß die Geschichtslehrer ein Feuerwerk der Komplexität abbrennen sollen und damit bei ihren Schülern maximal Assoziationen und Gefühle auslösen werden.

Diese Schüler verfügen nämlich über keinerlei Kategorien, die es ihnen ermöglichen würden, im Chaos geschichtlicher Momentaufnahmen Kausalitäten zu entdecken. Die Kunst der Geschichtsschreibung sieht Leo daher auch darin, ein Angebot zu unterbreiten. Jeder hat seine eigene Geschichte oder verfügt über Perspektiven, die sich nicht „versöhnen“ lassen.

Natürlich geht es Per Leo nicht lediglich um den Geschichtsunterricht. Damit gibt sich „einer der energischsten Publizisten, wenn es um Antisemitismus, den Holocaust und die neuen Rechten in Deutschland geht“ (Joachim Scholl), nicht zufrieden. Es geht ihm in seinem aktuellen Buch (Tränen ohne Trauer. Nach der Erinnerungskultur, Stuttgart: Klett-Cotta 2021) um eine neue Erinnerungskultur in Deutschland, die nicht nur die Deutschen moralisch beleben, sondern auch den „Migranten“ die Möglichkeit geben soll, sich in ihr heimisch zu fühlen.

An den Regalmetern gemessen, die es zum Thema gibt: ein mühsames Unternehmen. Andererseits kann es, das weiß der Publizist Leo nur zu genau, ganz schön brenzlig, wenn man an die Tabus rührt, die das Themenfeld umstellen.

Leo hat durch sein Buch Mit Rechten reden (2017), das er mit zwei Kollegen verfaßte, zumindest gelernt, daß die Aufmerksamkeit demjenigen sicher ist, der mit der richtigen linksliberal-postnationalen Grundeinstellung und der Haltung des abgeklärten Alleswissers einem umstrittenen Phänomen der Gegenseite zu Leibe rückt. Er erzeugt dadurch bei seiner Klientel ob seines Gegenstands einen wohligen Schauer negativer Faszination, den er gleichzeitig wieder zerstört, weil er die ideologischen Aufgeregtheiten längst hinter sich gelassen hat. So kann er seiner Klientel zurufen: Locker bleiben, alles halb so wild!

In seinem neuen Buch tut Leo daher so, als würde er einer heiligen Kuh, der Erinnerungskultur, auf die Pelle rücken. Aber das tut er natürlich nicht, sondern er will die zur Symbolik erstarrte Erinnerungskultur nur neu beleben, um uns auf eine ganz neue, ganz lebendige Art, an die zwölf Jahre unserer Geschichte zu ketten. Das tut er mit zwei Thesen:

Das NS-Erbe sei keine Einheit, die nationale Perspektive verbietet sich daher, und die normative Kraft der Abgrenzung vom NS sei erschöpft. Also müssen neue Formen der Aneignung her. Fragt sich nur, warum man sich ausgerechnet das negativ besetzte NS-Erbe aneignen sollte. Weil Leo uns alle in Mithaftung für sein persönliches Familienschicksal nehmen will.

Leos Opa war SS-Sturmbannführer (also Major). Aus irgendeinem Grund ist Leo der Meinung, daß jeder so einen Nazi-Opa hatte und daher die Vergangenheit als Suhle begreifen muß. Leo hat aus dieser Tatsache Kapital geschlagen, da er als Schriftsteller und Historiker bis heute von diesem Opa lebt. Seine Doktorarbeit handelte vom geistigen Hintergrund dessen Generation, er schrieb einen Roman darüber, und schließlich scheint auch das vorliegende Buch vor allem daraus seine Motivation zu ziehen.

Klar ist: Dieser Teil der Geschichte gehört zu uns, egal wo die Vorfahren standen. Jeder Deutsche ist Teil der deutschen Schicksalsgemeinschaft, die es seit mehr als tausend Jahren gibt. Aber es ist ganz gewiß pathologisch, wenn man zwölf Jahre herausgreift, weil man der Meinung ist, daß die eigene Familiengeschichte so etwas wie die große Geschichte im Kleinen wäre. Das ist eitel und produziert Tugendprotze wie Per Leo, die uns vorschreiben wollen, wie Erinnerungskultur auszusehen hat.

Für seine jüdischen Freunde, über die nach Leo jeder geschichtsbewußte Deutsche verfügen sollte, gilt das natürlich nur bedingt. Sie dürfen sich, selbst wenn sie Deutsche sind, aussuchen, was sie für wichtig halten, und sie dürfen sich ihre Identität entsprechend zurechtbasteln. Sie haben in der Welt von Per Leo vor allem die Funktion von Dämonen, die als wandelnde Korrektive dafür sorgen, daß Leo der innere Kompaß nicht abhanden kommt. Mit niemandem hat er je schöner gestritten als mit den Juden! Daher darf er bei den Juden auch konsequent beim Abstammungsprinzip bleiben: Juden sind Juden, und seien sie auch als säkulare DDR-Bürger geboren worden.

Die Antwort auf die Frage, wie sich eine neue Form der Aneignung herstellen läßt, bleibt Leo uns schuldig. Sein Buch leidet unter dem alten Problem, daß sich Dinge, die man nicht zu Ende gedacht hat, nicht verständlich ausdrücken lassen. Deswegen schwurbelt Leo, wenn es mal konkret werden müßte, und er springt, wo eine gründliche Argumentation angebracht wäre. Oder er erzählt einfach von sich selbst, das muß dann als Argument reichen.

Wenn Leo nicht mehr weiß, ob er noch auf erlaubten Wegen wandelt, flüchtet er sich in den Kitsch oder in englische Kraftausdrücke (fucking Bereicherung, what a Brainfuck undsoweiter), die einem Berufsjugendlichen gut zu Gesicht stünden. Und er kalauert, wenn er den „nahen Osten“ (die DDR, haha) und den „Nahen Osten“ in Bezug auf den Antisemitismus gegenüberstellt. Manchmal weiß der Leser nicht, ob man es mit sprachlicher Schlampigkeit oder ideologischer Verbohrtheit zu hat, wenn es heißt, daß man deutsche Opfer nicht ehren dürfe, Kommunisten gute Gründe für ihre Ideologie hätten oder eine Bombe „nur einen deutschen Polizisten getötet“ habe.

Die „revisionistische Absicht“ des Buches besteht im „prüfenden Blick auf eine Geste deutscher Selbstgefälligkeit“. Das mag als Maximum eines Schriftstellers durchgehen, der es sich mit niemandem ernsthaft verscherzen will. Wenn man aber liest, was er unter abzulehnendem Revisionismus versteht („Infragestellung von Rechtstaat, Demokratie und Westbindung“ und Schlußstrich unter die „ernsthafte Beschäftigung“ mit dem NS), dann ist klar, daß hier einer ein paar Pappkameraden braucht, die ihm Deckung geben sollen, wenn es brenzlig wird.

Neben Revisionisten können das die „Bad boys von der AfD und sogenannten Rechtsintellektuelle“, der „wehleidige, dummdreiste Stolz“ von Höcke und Kubitschek, ein „rechtsextremer Kleinverlag“, der Sieferle verlegte oder ein „Lagerfeuer der neuen Rechten“ sein. Hauptsache, die Heimatfront weiß, wo Leo steht.

Gleichzeitig gefällt sich Leo in der Rolle des Aufklärers, wenn er Plattitüden, wie die, daß die Deutschen das Holocaustgedenken vor allem für sich selbst betrieben, wiederholt. Leo hat nur noch nicht kapiert, daß es sich dabei um eine Religion handelt, der mit rationalen Erwägungen nicht beizukommen ist, was seinen Aufklärungsbemühungen einen etwas trottligen Anstrich gibt.

Selbst in Bezug auf die „neue“ Debatte über die Vergleichbarkeit des Holocaust mit anderen Genoziden fällt ihm nicht viel neues ein. Er sieht zwar, daß es hier ein Dogma gibt, das jeglicher Logik widerspricht und gefällt sich in dem Vergleich des Holocaust mit einer Plastikflasche, vergißt aber dabei zu erwähnen, daß Egon Flaig schon den Vergleich mit dem Rotz in einem Taschentuch bemühte.

Infam oder dumm ist seine Behauptung, daß man hierzulande völlig gefahrlos die Sonderstellung des Holocausts in Frage stellen könnte. Bislang sei keiner seiner diesbezüglichen Gewährsleute (Matthias Brodkorb und Jürgen Zimmer) einem „Schadenzauber“ zum Opfer gefallen. „Und auch geächtet sind sie nicht.“ Entweder hat er keine Ahnung oder er verschweigt absichtsvoll, daß andere durchaus geächtet wurden, wenn sie – wie etwa Ernst Nolte - nur darauf hinwiesen, daß es eine kommunistische Vorgeschichte des Holocaust gab. Aber diese Haltung ist nur konsequent, wenn Leos Meinung nach ausgerechnet Brumlik, Wolffsohn und Friedman zum unbefangenen Reden über die Vergangenheit beigetragen hätten, weil sie ihre „jüdische Identität“ nicht in den „Mittelpunkt ihrer öffentlichen Präsenz“ stellten.

Leo lebt offensichtlich in einer Parallelwelt: in einer Welt, die alle Spielverderber für nicht existent erklärt und in der Gratismut belohnt wird - in einer Welt also, an die sich Leo perfekt angepaßt hat. Er zeigt gern, was für mutiger Kerl er ist, indem er richtig loswettert. Er zieht dann aber schnell den Schwanz ein, wenn ihm klar wird, daß Gedanken Konsequenzen haben könnten.

Die Sicherheit dieser Parallelwelt ist nicht zuletzt Leuten wie Per Leo zu verdanken. Sein Aufklärungsschauspiel erzeugt bei den Bewohnern das gute Gefühl, in einer vollständigen Welt zu leben, die eine helle und eine dunkle Seite hat. Und es verzögert den Moment, an dem die Bewohner dieser Welt zu ahnen beginnen, daß sie in einer Höhle leben.


Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.


Kommentare (23)

t.gygax

8. September 2021 10:00

Warum muss man auf sezession eigentlich diesen abgedrehten Blödsinn dieses "Leo" besprechen? Wer druckt das Zeug, wer liest das Zeug? Da gibt es doch wahrlich bessere Bücher aus dem Untergrund, (Samisdat nannte man das in einem anderen Staat in gewissen Zeiten) die einer Besprechung wert wären.

Und nebenbei: die Kiste ist uralt- es wimmelt von Leuten, die aus ihrer NS-Familiengeschichte Geld gemacht haben. Im Grunde genommen muss man da gar nichts mehr schreiben, man kann aus 60 Jahren derartigen Geschreibsels Textbausteine zusammensetzen, die Namen verändern, und dann hat man wieder ein "mutiges " Bewältigungsbuch. Mit Verlaub, es ödet mich an.

 

RMH

8. September 2021 10:01

Ja, es ist schon eine schlimme Zukunft für unser Land, wenn nur noch kleine Minderheiten einen SS Mann in der Ahnenlinie vorweisen können. Aber evtl. haben unsere neuen Fach- und Ortskräfte wenigstens nen Onkel, der Taliban ist oder beim IS dabei war. Evtl können deren Enkel dann ja auch darüber einmal als Historiker promovieren, so dass es auch zukünftig noch Historiker oder Autoren gibt, die Bücher schreiben, die dann ungelesen als Bestandsexemplare in irgendwelchen Universitätsbibliotheken vor sich hindümpeln dürfen oder deren Titel evtl. mal zum Pimpen von Literaturverzeichnissen für Bachelor Arbeiten herhalten dürfen.

Als Sekundär- und Tertiärliterat hat man es wahrlich nicht leicht. Bücher, die keiner braucht, Bücher, die keiner liest und zu  ner Talkshow wird man auch nicht eingeladen. Nicht mal 15 Minutes of Fame hält die moderne Welt mehr bereit ....

Dietrichs Bern

8. September 2021 11:01

Nun ja, der Versuch sich der Geldflut zur Bekämpfung Rechten Lebens in irgendeiner Form als lohnendes Eimerchen anzudienen, kann niemanden verwundern.

Allerdings - hier hat RMH recht - fehlen doch einige Punkte, um in der Masse der Nutznießer und Abschäumer aufzufallen, also scheint der liebe Leo nicht besonders clever zu sein.

Also: Neuer Versuch mit zeitgemäßem Narrativ, der irgendwie mit einer "Non-binären-Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat, dann wird das schon.

Der Gehenkte

8. September 2021 11:03

Ganz hervorragende und wichtige Rezension, die perfekt wäre, wenn sie sich noch des einen oder anderen kleinen rhetorischen Seitenhiebes entledigt hätte.

Im Gegensatz zu anderen Foristen bin ich von der Notwendigkeit überzeugt, sich immer wieder akribisch mit den Gedanken des politischen Opponenten auseinanderzusetzen, seine Gedankenwelt zu analysieren, zu kritisieren und auch davon affirmativ zu lernen! Man muß nicht alles lesen, aber die bedeutenderen Sachen sollten Lektürekanon werden und ich würde es begrüßen, wenn man hier öfters derartiges vorgestellt bekommt.

Lehnert zeigt ja überzeugend, daß Leos Buch offensichtlich neue Aspekte der Argumentation einführt - das muß man doch zur Kenntnis nehmen. Das könnte ein erster Hinweis auf einen Paradigmenwechsel in der offiziellen Erinnerungspolitik sein - unter anderem durch die Tatsache der Migration bedingt. Das ist bedeutsam.

Außerdem sind solche Auseinandersetzungen immer auch Gesprächsangebote. Ähnliches gibt es auch auf linker Seite: Gegneranalyse. Das Niveau dort ist sehr unterschiedlich, aber es gibt auch sehr lesenswerte Beiträge. Das entsprechende Buch wurde hier aus rechter Sicht rezensiert: Das neue Denken der alten Linken

 

 

Nemo Obligatur

8. September 2021 11:51

@ Der Gehenkte

 

"Im Gegensatz zu anderen Foristen bin ich von der Notwendigkeit überzeugt, sich immer wieder akribisch mit den Gedanken des politischen Opponenten auseinanderzusetzen,..."

Stimme Ihnen zu. Und vielen Dank, dass Sie nicht "Feinde" geschrieben haben.

Die Seite Gegneranalyse kannte ich noch nicht, sieht interessant aus. In der Diskussion lernt man noch allemal am meisten, wenn man sie nicht unter das Motto "gewinnen oder verlieren" stellt.

Der interessante Aspekt an dem Leo-Buch ist ja, wie die Linke den Spagat zwischen der Bewirtschaftung der deutschen Vergangenheit und dem Austausch der Bevölkerung meistern will. Finde aber die Rezension von Lehnert etwas konfus. ("Die 'revisionistische Absicht' des Buches besteht im 'prüfenden Blick auf eine Geste deutscher Selbstgefälligkeit'".)

Aussenseiter

8. September 2021 12:11

Das Paradoxon der linksliberalen (oder besser: linksautoritären) Geschichtspolitik der Buntenrepublik: mit dem Dauerhinweis auf das "Nie Wieder" und die Reduktion der deutschen Geschichte auf die NS-Herrschaft wird ein negativer "Gründungsmythos" von Deutschland erschaffen, und damit die Masseneinwanderung wie auch der Geisterkampf gegen "Rechts" (mit)begründet. Allerdings sitzen in immer mehr Klassen immer mehr Migranten, denen selbst der "Negativmythos" des "Tätervolks" völlig fremd ist.   

URN

8. September 2021 12:24

Mit dem Kommentar von t.gygax gleich zum Beginn ist das Wesentliche geschrieben; Zeit also, daß der Schwimmeister den Schluß der Planscherei verkündet....

Gotlandfahrer

8. September 2021 12:41

@ Der Gehenkte:

„…Gedanken des politischen Opponenten…  davon affirmativ zu lernen…. die bedeutenderen Sachen sollten Lektürekanon werden…“

Zu viel der Ehre, geschätzter Mitforist.  Die Zeiten, in denen man von „politischen Opponenten“ sprechen konnte sind längst vorbei.  Selbst wenn der Besprochene beim Herantänzeln an unsere geschlossene Schildreihe neuartige Bewegungen ausgeführt haben sollte wie ein tollkühnes Junghuhn vor dem geduldigen Löwen, galt dies allein seinem Sozialpunkteguthaben im warmen Unterschlupf seiner Soldstelle.  Die halbwegs „klugen“ Gedanken, die sich Stäbe dort einst machten, sind längst in praktischer Umsetzung und „Lektüreschaffende“ haben dort die gleiche Funktion wie eine Monroe in Korea, nur in ungleich schäbigerer Ausführung.  Sie glauben doch nicht im Ernst, dass das „Gesprächsangebote“ sind? „Gespräche“ werden von Gleich zu Gleich geführt, wenn Einigungen den Entscheidern zweier Seiten vorteilhaft erscheinen.  Aber doch nicht von solchen Gartenzwergen.

Im Übrigen war mein Onkel Funkoffizier bei einer SS-Panzerdivision an der Ostfront.  Auf die Idee, deswegen die Vergangenheit als Suhle zu betrachten, käme ich als allerletztes, sowas sagt über solch Suhlende doch bereits alles aus. 

Waldgaenger aus Schwaben

8. September 2021 13:33

Für seine jüdischen Freunde, über die nach Leo jeder geschichtsbewußte Deutsche verfügen sollte, gilt das natürlich nur bedingt.

Broder brachte mal den genialen Vorschlag, ein rent-a-jew Unternehmen zu gründen. Ein echter Jude bei der Party im Juste Milieu das hätte was, je dunkler die Hautfabe um so teuerer (das ist von mir)

Nordlicht

8. September 2021 13:40

Puh, bin ich froh, dass der eine Opa nach Dänemark neigte (- Stichwort Eiderdänen) und der andere schon 1925 so weit entfernt auswanderte, dass er - unter Hinterlassung seiner Kinder in D - weder mit NSDAP noch SS noch überhaupt Wehrmachtsdienst kontaminiert wurde.

Mit anderen Worten, Herr Leo: Ihre Lebensthema geht mich nichts an. 

Gibt es auch wichtige Themen? Ich meine, den Kaplaken 73 "Die Allianz" von Leon Wilhelm Plöcks. 

PS Und ist die BT-Wahl nicht wichtig? THEORETISCH schon, aber unsere Demokratie und unser GG sind geschreddert. Siehe dazu - in internationaler Perpektive - Kaplaken 73.

Interessant auch:

https://americanaffairsjournal.org/2017/11/progressive-neoliberalism-trump-beyond/

Der_Juergen

8. September 2021 13:48

Sehr guter Artikel von Lehnert und anregende Kommentare.

"Warum muss man auf sezession eigentlich diesen abgedrehten Blödsinn dieses "Leo" besprechen? Wer druckt das Zeug, wer liest das Zeug", fragt @gygax. Ich habe mir diese Frage immer gestellt, wenn Lichtmesz oder Kubitschek irgendeinen linken Geistesliliputaner zur Schnecke machten. Ja, man liest Artikel wie den vorliegenden schon wegen ihres eleganten Stils mit Genuss, aber irgendwelche "Gedanken", auf die man da noch gross eingehen sollte, finden sich bei Schreiberlingen a la Leo nicht. In einer Gesellschaft, welche die Lüge zu ihrem Leitmotiv erhoben hat, mögen die Leos von den Medien propagiert werden, aber man fragt sich mit @gygax, wer - ausser Rezensenten - dieses schwachsinnige Geschreibsel eigentlich noch liest. Frank Lisson, von dem hier unlängst die Rede war, ist bei all seinen Schwächen bestimmt ein Autor, der etwas zu sagen hat und den man nicht, wie es leider einige Foristen taten, mit Invektiven abkanzeln sollte. Aber Leo?

Adler und Drache

8. September 2021 14:27

"Die normative Kraft der Abgrenzung vom NS sei erschöpft ..." Guck an! Wieso das denn auf einmal? Wenn das einer von uns gesagt hätte, da wär aber wieder was los gewesen! 

Im Vergleich mit Pascal Zorn scheint mir Per Leo noch relativ vernünftig. Apropos, weiß einer, was aus dem Herrn Zorn geworden ist? 

Laurenz

8. September 2021 14:28

@Waldgaenger aus Schwaben

Sammy Davis jr., wenn auch nur konvertiert, würde heute wohl Höchst-Preise in woken deutschen Anywhere-Haushalten erzielen.

Dieter Rose

8. September 2021 15:10

Immer von Schande reden, sich damit konfrontieren lassen, birgt die Aura der Schande um das ganze Volk. Da soll man wohl nicht davon wegkommen. Seit über 70 Jahren werden wir damit konfrontiert und das soll keinen Einfluss auf unser gesamtes Sein und Denken haben!

Aus Gründen der Selbsterhaltung müssen wir uns freimachen. 

Ich werde jetzt nichts relativieren, aber ein Gedenken im Jahr reicht - und die dauernden Bezugnahmen im tagespolitischen Bereich sind zerstörerisch.

(Ist wohl so gewollt!)

Der Gehenkte

8. September 2021 15:17

"was aus dem Herrn Zorn geworden ist? "

Dazu braucht man nur seinem Twitter folgen: Zorn ist "wahrer Philosoph" geworden, der einzige auf der Welt, der stringent logisch denken kann ... und das läßt er permanent alle wissen, die anderer Meinung sind als er, auch im allerfeinsten Detail.

 

RMH

8. September 2021 17:59

" aber ein Gedenken im Jahr reicht - und die dauernden Bezugnahmen im tagespolitischen Bereich sind zerstörerisch."

@Dieter Rose,

ist nimmt aber doch seit ein paar Jahren merklich ab. Dafür hat die neue, die Wacht ablösende Ersatzreligion Klimawandel die Dämmerung schon überschritten und läuft auf den Zenit zu. Kein Wetterbericht (die wohl am meisten abgefragte Tagesinformation überhaupt) mehr, ohne dass irgendwas zum Klimawandel kommt. Der Sündenbock sind jetzt keine alten Nazis mehr (die sind zu 99,9% verstorben), es sind deren Kinder und frühen Kindeskinder, die sog. "Boomer", der Ausbund des Bösen, mit C02 Fußabdrücken von Dinosaurier-Größe, die - schuldig zu sein gewöhnt - auch diese Rolle annehmen und entsprechend wählen.

Ich denke, was das Thema NS-Schuld angeht, sind wir älteren Patrioten etwas sensibler (bis fast schon betriebsblind), da wir mit dieser Leier groß geworden sind. Die wirklich Jungen nehmen sowas allenfalls als Argument um zu sagen, wir engagieren uns  (im Gegensatz zu Euch "Hedonisten") gegen das "Unrecht", welches dem "Klima", den Eisbären, den Schwarzen etc. angetan wird. Aber im Grunde genommen ist es ihnen komplett egal.

Dieter Rose

8. September 2021 20:45

@RMH

Mag so sein - aber der neue Schuldkomplex macht auch was mit den Leuten.

Ich meine das auch in vielen Gesichtern, gerade jungen zu sehen: verbiestert, unfroh und so stellt sich die Gesellschaft dar. Da kann nichts Gutes draus entstehen!

Gracchus

8. September 2021 22:53

Schön sarkastisch geschrieben.

Bei der linken Debatte - zum neuen Historikerstreit stilisiert - geht es ja darum, den Holocaust irgendwie in die Kolonialschuld einzureihen, was irgendwie mit dessen Relativierung einhergeht - ich komme da ehrlich gesagt nicht mehr mit.

Die Ergänzung zu Per Leos Nazi-Opa ist Max "Desintegriert euch" Czolleks jüdischer Opa. 

 

Laurenz

8. September 2021 23:39

@Gracchus

Die Kolonialschuld geht nicht ins Detail, das ist problematisch, genauso wie die Sklaverei. Alles ist vielmehr von Ignoranz oder Nicht-Wissen geprägt. Die eigentliche Schwierigkeit ist, daß hier die Geschichte schon geschrieben ist & man keine passende konstruieren kann, so, wie in unserem Fall. Und falls da die Asiaten da wirklich einsteigen würden, würde es noch viel teurer werden. Und dann stellt sich mir, als historisch Interessierten, die Frage, ob die Ägypter heute noch für die Versklavung der Sudanesen vor 5.000 Jahren zahlen wollen. Fragen über Fragen....

Valjean72

9. September 2021 08:05

@RMH  @Dieter Rose,

nimmt aber doch seit ein paar Jahren merklich ab. Dafür hat die neue, die Wacht ablösende Ersatzreligion Klimawandel die Dämmerung schon überschritten

Mein Eindruck ist ein gänzlich anderer. Man führe sich nur einmal die Fülle von Antisemitismus-Beauftragten hierzulande an: in der Bundesregierung, in den verschiedenen Bundesländern, in Generalstaatsanwaltschaften, bei der Polizei, bei der EKD etc. pp.

Oder die Fülle der Artikel allein auf WELT.de mit dem Thema Antisemitismus oder "deutscher Schuld".

Das Masseneinwanderungsphänomen von 2015/2016 wäre mE niemals möglich gewesen ohne den im deutschen Volk implementierten Schuldkomplex und ich bin da ganz bei Sieferle: 

Die Deutschen, die ihre gnadenlose Schuld anerkennen, müssen dagegen von der Bildfläche verschwinden, müssen zum immerwährenden Mythos werden, um ihre Schuld zu sühnen.

(Quelle: Rolf Peter Sieferle: „FINIS GERMANIA"; Verlag Antaios; S. 69)

[...]

Valjean72

9. September 2021 08:19

Fortsetzung:

Mit den Prinzipien Schuld und Angst werden die Menschen seit Jahrhunderten gefügig gehalten und gelenkt. Die mythische Erzählung der deutschen Schuld zielt naturgemäß nur auf Deutsche.

Mit dem Klima-Mythos aber auch in der Art und Weise wie das Thema der Geschichte der Sklaverei kolportiert wird, hat man die gesamte westlich-europäische Welt im Visier.

ein Kind in Deutschland ist wegen seines großen Konsums natürlich viel klimaschädlicher als ein Kind, das jetzt in Kenia oder in Tansania aufwächst.

(Zitat der Journalistin Anne Preger im Interview mit WDR5, 12.07.2017)

RMH

9. September 2021 09:06

@Valjean72,

Ich behaupte nicht, dass das NS- Schuld- Narrativ als politisches Instrument verschwinden wird. Es verliert aber das, was immer am erbittertsten seitens der "Keulenschwinger" verteidigt wurde, seine Einzigartigkeit als politisches Instrument und zugleich die geschlossene Zielgruppe. Gleichzeitig macht sich mit Macht die neue Angst vor dem Klimawandel breit, mit der man nicht nur Deutsche mit Naziopas in Sippenhaft nehmen kann. Aktuell wird das Spiel so gespielt, dass man sagt, "damals" sei niemand dagegen "aufgestanden", heute hingegen ... (Anmerkung: dieses Narrativ ist natürlich falsch. Die ersten Insassen in den KL ab 33 waren bekanntermaßen die politischen Gegner). 

Andreas Walter

9. September 2021 21:07

Wow! Archäologische Sensation! 79 Jahre alte "Nazi"-Nusstorte in Lübeck entdeckt!

https://www.spiegel.de/panorama/luebeck-79-jahre-alte-nusstorte-entdeckt-a-88a94758-209e-4da3-8802-cccba4557072

Wer (mehr über) die Wahrheit wissen will sollte sich daher lieber mit den Schriften und Büchern der angesehenen ("berüchtigten“) Revisionisten beschäftigen, die genau deshalb in der gesamten EU verboten sind. Eins der Guten davon genügt nämlich, und man glaubt auch über die Zeit immer weniger, was von offizieller Seite behauptet wird. Hilfreich sind dabei auch Kenntnisse aus den MINT-Fächern, also die Gleichen die darum auch helfen, die Grünen als Propagandisten zu entlarven. Mathe, Physik, Chemie, Technik allgemein, und einen guten Taschenrechner um alles selbst nachzurechnen. Anfangs habe ich denen nämlich auch nicht getraut. Logisches Denkvermögen und Resistenz/Resilienz gegen emotionale Angriffe sind auch hilfreich. Es gibt unter den Revisionisten wahrscheinlich deswegen auch keine einzige Frau, soweit ich mich erinnere. Bei mir fing alles ganz harmlos an, 2008/2009, mit einem Buch von zwei Franzosen, die über den Lebensborn berichten. Doch auch die 1.000 Seiten von Hilberg habe ich gelesen, mich durchgekämpft. Die hätte ich mir allerdings sparen können, wie mir später in einem anderen Buch bestätigt wurde. Nur wird man sich eben dadurch auch immer bewusster, in was für einer Monstrosität man lebt. Mit dieser Last des Wissens muss man nämlich erstmal leben lernen. Nix für Gutgläubige.

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