8. September 2021

Die Hiebe der anderen hören

Götz Kubitschek / 25 Kommentare

Nach einem verregneten August, in dem wir pausierten, um (uns) zu sammeln, drehen wir seit dem 1. September das Schwungrad unseres Blogs.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Ellen Kositza ist, nach anderthalb Jahren, mit einer neuen Kolumne wieder mit dabei: Die "Kritik der Woche" setzte mit einem verärgerten Verriß des neuen Buchs von Frank Lisson ein. Es wird nicht immer verrissen, es wird auch das Schöne, das Lesenswerte präsentiert werden.

Nils Wegner hat damit begonnen, ein "Absturzprotokoll" zu führen, Blatt 01 ist veröffentlicht: Wer im Akzelerationismus eine der Wahrnehmungsmöglichkeiten und Bewegungshoffnungen unserer Zeit sieht, wird sich auf diese Protokollblätter freuen - und selbstverständlich davon ausgehen, daß wir die Folgen stets zur Nacht veröffentlichen - nie jedenfalls am nüchternen Vormittag.

Der ist unter anderem Erik Lehnert vorbehalten: "Wiedervorlage" heißt das, was er in loser Folge aus dem Fundus von demnächst 104 Sezession-Heften und aus dem Staatspolitischen Handbuch präsentieren wird, und zwar nicht "nice to know", sondern weil die erneute Lektüre des bereits Gesagten zu einem Tagesereignis oder einer Zustandswelle passen wird.

Neu (und ebenfalls ganz nüchtern) wird Daniel Fiß die "Faktenlage" zusammenstellen: datengestützte Analysen von Wählerschaften, Potentialen, daherlügenden Statistiken undsoweiter. Wir erwarten aus seiner Feder für die kommenden Tage das erste Stück: eine Analyse der Genesung einer totgeglaubten alten Tante - der SPD.

Kritik der Woche, Absturzprotokoll, Wiedervorlage, Faktenlage, dazu Sammelstellen für Gedrucktes (Kaiser) und Netzfundstücke (Schick): Das sind sechs Kolumnen, die in regelmäßiger und unregelmäßiger Folge erscheinend das Gerüst unseres Netz-Tagebuchs bilden. Daß alle Kolumnisten plus die Stammautoren Caroline Sommerfeld, Heino Bosselmann, Martin Lichtmesz, Martin Sellner und ich selbst mit Analysen, Wahrnehmungen, Wutausbrüchen, Denkergebnissen undsoweiter neben den Kolumnen her veröffentlichen, versteht sich ja von selbst.

Noch ein paar Dinge: Daß unsere Redaktion nicht vom Blog, sondern von den Abonnenten der Druckausgabe lebt, dürfte jedem Leser klar sein, oder? Der Unterschied zwischen diesem Netz-Tagebuch und dem gedruckten Heft ist zunächst ein haptischer - man hat gutes Papier in der Hand, keinen Bildschirm.

Daß wir auch inhaltlich einen Unterschied machen, erschließt sich den etwas älteren Lesern (also meiner Generation) wohl sofort: Was gedruckt ist, ist gedruckt, liegt vor, muß aus der Hand gelegt, kann nicht weggeklickt werden, und steht so, wie es dasteht, da, kann also nicht umgebaut, korrigiert, gelöscht werden. Man hat es anders zu verantworten, das Gedruckte! Man kann nicht einfach mit ein paar Tasten und Zugängen "1984" spielen, oder besser: Es kann einem nicht auf diese Weise mitgespielt werden.

Daher: Abonnieren Sie, und zwar jetzt gleich, bevor Sie weiterlesen. Dann ist das erledigt.
+ Hier finden Sie zum Abonnement, es umfaßt für das laufende Jahr noch drei Hefte (No. 103, 104 und 105);
+ Hier finden Sie zum Einzelheft No. 103, das wäre wenigstens schon einmal ein Anfang.

Ich will, da Sie jetzt abonniert haben oder schon längst Abonnent sind, auf weitere kostenlose Angebote im Netz hinweisen, auf die Kanäle der sogenannten Sozialen Medien, von denen der ein oder andere unserer Autoren einen bespielt. Aber auch wir als Redaktion und als Autorengruppe sind dort präsent, und damit fange ich an:

+ Wer bei Twitter mitlesen will, findet die Sezession hier vertreten, außerdem hier den Verlag Antaios. Von den Autoren twittern hier Ellen Kositza und hier Benedikt Kaiser unter eigenem Namen.

+ Instagram wird hier redaktionell beschickt, und

+ auf Youtube betreiben wir den inhaltsstarken Kanal Schnellroda, der bereits 12500 Abonnenten hat und neben den Literatur-Vlogs von Ellen Kositza Vorträge von unseren Veranstaltungen sowie das politische Gespräch "Am Rande der Gesellschaft" bietet. Abonnieren Sie unseren Kanal hier. Unten: die beiden jüngsten Videos.

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Das war jetzt die Oberfläche, das Sichtbare. Was wir mit dem seit über zehn Jahren geführten Netz-Tagebuch vorhaben? Versuche ich, in den nächsten Tagen zusammenzufassen. Das ist nämlich nicht ganz einfach zu beschreiben. Bloß soviel gleich: Man kann, wenn man viele Erklärungsversuche durchdekliniert hat, auf einen zurückkommen, der uns am Anfang mobilisierte, zwischendurch zur Phrase zu verkommen schien, aber am Ende doch einen der Kerne trifft. Aus dem Kopf zitiert, Ernst Jünger, Das abenteuerliche Herz, 1. Fassung:

„Man kann sich heute nicht in Gesellschaft um Deutschland bemühen; man muß es einsam tun wie ein Mensch, der mit seinem Buschmesser im Urwald Bresche schlägt und den nur die Hoffnung erhält, daß irgendwo im Dickicht andere an der gleichen Arbeit sind.“

Man schlägt also selbst und hört zuzeiten die Hiebe der anderen...

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Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (25)

Gotlandfahrer

8. September 2021 17:54

1a. Danke, viel Erfolg weiterhin und vorfreudiges Willkommen Daniel Fiß!  

Franz Bettinger

8. September 2021 21:24

@Das Schwungrad drehen? Ja. Das muss man immer selbst besorgen. Und dann? Kommen allmählich auch andere auf den Trichter. 

Reitschuster fragt in seiner Kolummne (verzweifelt): 'Warum sollen Kinder Masken tragen?' Antwort: Damit sie ans Gehorchen gewöhnt werden, die Kinder wie die Erwachsenen. Die Impfung ist vor allem eine disziplinierende Übung; aber auch eine Geste der Unterwerfung, einer Pawlowschen, reflexartigen, also gedankenlosen Unterwerfung; auch eine Geste der Solidarität mit dem Regime, ähnlich wie einst der Hitler-Gruß. Das erlebe ich gerade in NZ. Der Befehl einer einzigen Person hoch oben genügt und man folgt. Wie abgerichtete, trainierte Affen gehorchen vor allem die einst herrschaftskritischen Linken und Grünen. Doch gibt es auch Hoffnung. Ich lief im Lockdown Level 3 ohne Maske durch etliche Geschäfte des kleinen Örtchens (Fahrrad, Schreiner, Hardware, Klempner, Schuhe, Farbe) und keiner machte mich schräg an, obwohl fast alle Masken trugen. Einer Verkäuferin sagte ich „I appreciate, that you did not harass me for not wearing a mask“. Sie: „Oh I haven’t even noticed.“ Wahrscheinlich lächelte sie unter ihrer Maske. Ein Kunde zog in meiner Gegenwart seine Maske vom Gesicht und steckte sie in die Tasche. "Nomaské!" grüßte ich.  

Maiordomus

8. September 2021 21:41

Kann die gewaltige Differenz, vor allem vom Qualitätseindruck her, hinsichtlich das gedruckte Heft, im Sinne von Kubitschek nicht genug bestätigen. Die Debatte "unten" ist drauf und dran, sich totzulaufen. Dem Vernehmen nach aber werden sich zum Beispiel die Schweizer Abonnenten wieder mal "vor Ort" treffen, wiewohl nicht mehr in einer Gaststätte, Das ergab bis anhin sehr ansprechende, qualifizierte Begegnungsgespräche. 

Andreas Walter

9. September 2021 04:22

Ich vermute mal, die Kommentarfunktion soll abgeschaltet oder stark eingeschränkt werden.

Nach dem Motto: Macht eure eigenen Netzseiten, auf denen Ihr eure Meinung verbreiten könnt.

Um wieder zum Kerngeschäft zurückzukommen: Gedruckte Literatur.

Eine einfache Zeit-Kosten-Nutzen-Rechnung.

Und weil man mehr bei sich bleiben will, nur für sich sprechen möchte.

Vielleicht auch im Hinblick auf den VS und die zukünftige Regierung.

Denn wer weiss was womöglich auch in manchen Kommentaren steht, die wir gar nicht zu sehen bekommen.

Und war da nicht auch etwas mit "es verändert dich". Das gilt ja nicht nur für den Umgang mit Technik, sondern auch für den mit anderen Menschen.

Eine Position, die des oder eines Anführers, die so womöglich nie angestrebt wurde.

Sender ja, sogar gleich in mehrfacher Hinsicht, Information, Akademie, Beratung, Unterhaltung, aber eben nicht auch ständig Empfänger. Von zuviel Information, die man irgendwann nicht mehr alle verarbeiten kann - oder will. Das muss man auch respektieren.

Nemo Obligatur

9. September 2021 08:15

@ Maiordomus

Kann die gewaltige Differenz, vor allem vom Qualitätseindruck her, hinsichtlich das gedruckte Heft, im Sinne von Kubitschek nicht genug bestätigen. Die Debatte "unten" ist drauf und dran, sich totzulaufen.

Da haben Sie recht. Vielleicht wäre eine Einschränkung der Kommentare gar nicht schlecht. Fehlen würde mir der eine oder andere Hinweis auf Links, Quellen und Lektüren. Hatte z.B. auf einen Hinweis der Leserin "Monika" hin das "Einfache Leben" von Ernst Wiechert gelesen und war recht angetan.

 

RMH

9. September 2021 09:12

Die Kommentarfunktion ist doch bereits eingeschränkt und zugehen, wie bei den daily hate Minutes der Pi Kommentarspalten tut's hier auch nicht. Also kein Grund zur Klage.

Alte Weisheit meiner Oma (Jahrgang 1900): Wenn die Maus satt ist, schmeckt das Korn bitter.

Anmerkung meinerseits: Das Korn gedeiht hier prächtig. Danke!

Schobbepetzer

9. September 2021 11:19

@Maiordomus

"Schweizer Abonnenten wieder mal "vor Ort" treffen"
ist zwar hier nicht der richtige Rahmen für eine Datingplattform, aber da ich auch in der Ecke lebe, hätte ich sehr großes Interesse an einem persönlichen Austausch unter Gleichgesinnten.

Wie kann man in Kontakt kommen?
Gruss

RMH

9. September 2021 11:33

Das könnte ganz allgemein eine interessante Sache sein:

Gründung regionaler Leserstammtische.

Mboko Lumumbe

9. September 2021 11:43

Werter RMH,

es gibt hier wie bei PI Kommentatoren, die jeden, wirklich jeden, Blogbeitrag kommentieren, so als säßen die den ganzen Tag vor dem Rechner und haben nix anderes zu tun. Und es gibt hier wie dort neben Quantität dabei auch Qualität.

Und regelmäßig wird bei PI (kostenlose?) Werbung gemacht für Antaios durch Verlinkung auf Buchangebote des Verlags Antaios. Erst heute wieder ein Blogbeitrag bei PI in dem 4-mal auf Antaios verlinkt wird.

Man kann es also auch so sehen, dass das Korn hier prächtig gedeiht auch mit regelmäßiger und tatkräftiger Unterstützung durch PI. Es sind ja gerade deren Leser und Kommentatoren, die zu Antaios geführt werden und potentielle Kunden sind.

Eine gute Sache wie ich finde.

Maiordomus

9. September 2021 12:20

@Schobbepetzer. Man ist nicht unbedingt "gleichgesinnt", aber die Koordinaten stimmen, das ist wertvoll und jenseits von U-Booten informativ. Leider kann und darf ich hier hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen, zum Teil auch beruflich in durchaus exponierter noch aktiver Stellung,  hier natürlich nicht nennen. Erkunden Sie sich bei Ellen Kositza oder Kubitschek nach allenfalls Gonzague oder mir, die SiN-Leiterinnen u. Leiter  werden das Mail allenfalls in die Schweiz weiterleiten, und dann erhalten Sie womöglich auf diesem etwas komplizierten Wege eine Antwort. Dabei besteht zwischen deutschen und schweizerischen Rechten ein durchaus nicht zu unterschätzender Mentalitätsunterschied, ev. auch das Demokratieverständnis betreffend, was aber jenseits von Feindbildern diskutiert und ev. auch analysiert wird. Aus meiner Sicht sollten übrigens auch die Österreicher auf ihrer je eigenen politischen Mentalität u. Tradition beharren, so wie die Badenser und Bayern wiederum ein ganz eigenes "Völkchen" ausmachen, zu schweigen die Ostfriesen. In diesem Sinn denkt man nicht plump "völkisch".   

Der Sinnierer

9. September 2021 13:07

Der einen entgegenwehende Wind ist noch heißer, noch stärker, noch unerträglicher geworden. Aber im Urwald rode auch ich, in der Gewißheit daß ich mein Scherflein für Deutschland beitrage, daß unsere Kultur durch meine kleinen und mir unwichtig scheinenden Hiebe ebenfalls weiterbestehen kann und wird. Diese Dezentralisierung ist ein guter Weg diesem auf Vereinheitlichung und Vereinnahmung angelegten System zu entgehen, also autonom auf sein eigenes Schifflein zu achten um durch den aktuellen Orkan zu kommen, die anderen Kapitäne tun es - hoffentlich - einem gleich. Ich bin und bleibe Optimist angesichts der sogenannten Coronakrise, daß wir - endlich! - in den nächsten Jahren die Talsohle erreicht haben werden. Falls ich mich täusche? Nun: Die Reise wird es wert gewesen sein, ich genoß und genieße jeden einzelnen Tag.

RMH

9. September 2021 14:07

@Mboko Lumumbe,

Ich wollte mit meinem Beitrag nichts gegen Pi gesagt haben. Die dortige Arbeit schätze ich durchaus. Nur der Kommentarbereich ist dort mittlerweile sehr "verwildert" und es findet oft eher ein gegenseitiges Aus- und Ankotzen statt, als ernsthaftes Debattieren. Das war früher anders. Ich kenne den Blog schon sehr lange.

anatol broder

9. September 2021 14:42

@ maiordomus 12:20

«leider kann und darf ich hier hochqualifizierte kolleginnen und kollegen […] natürlich nicht nennen.»

leider, leider.

Gotlandfahrer

9. September 2021 15:55

@RMH

Gründung regionaler Leserstammtische

Stammtische, das ist es! Mit Wimpel und festen Sitzplätzen.  Gut wären auch Kegelbahnen, um die Jugend anzusprechen.  Es käme dann noch auf die Auswahl in der Musikbox an.  Man könnte auch Sparclubs gründen, für jährliche Ausflüge zum Beispiel.  Zu Wagneraufführungen.  Oder Abkanzelungen im Führeramt, äh, Abführungen im Kanzleramt, ach, Sie wissen schon.

Ich bitte um Verzeihung für den Spaß.

Was womöglich einen Gedanken wert wäre, aber dies müsste von den Gastgebenden erwogen werden, ist, ob sich dieser bewährte geiststiftende Kern in irgendeinem pyramidalen Format in die Fläche tragen ließe, nach dem Motto Mini-Akademien oder Lese-, Vortrags- und Debattierabende in der Provinz.  Etwa in Berlin.  Und wenn schon Rittergut, warum nicht eine Art Ritterorden mit graduellem Meritensystem, eine Art intellektuellem Strukturvertrieb?  Was Illuminaten, Komintern, Freimaurer und das WEF können, sollten Patrioten aller Länder auch hinbekommen - ein Forum für Young Local Leader. 

Wie das hier, nur ganz anders:

https://www.younggloballeaders.org/

Laurenz

9. September 2021 16:15

Ich vertrete in keiner Weise die Position von GK bezüglich des Drucks. Gedrucktes ist nur dann gut, wenn der Strom ausfällt. Sonst fliegt es nur in der Gegend rum oder verstaubt in Regalen. Die einzige Ausnahme stellt sich am Strand oder einem längeren Aufenthalt in der Natur dar. Echte Bücher sind mit Sand kompatibler als elektronische Bücher.

AmazonBesteller

9. September 2021 17:22

Das SiN Forum ist mir lieb, weil ich dort interessante Menschen wie Franz Bettinger und Gustav Grammbauer online treffen konnte. Erst durch die Leserkommentare bin ich bei der SiN geblieben.

 

Trotzdem muss der Zusammenschluss jeweils örtlich erfolgen. Die zentrale Steuerung ist angreifbar und unflexibel. Vielleicht muss man die rechten Menschen wirklich dazu nötigen, sonst warten und erwarten die einfach zu viel. Und bleiben selbst passiv.

 

Zum Thema Printausgabe:

Ich traue Antaios nicht zu, meine Daten zu schützen. Ich habe keinen Bock, auf einer Liste zu landen, nur weil digitale Analphabeten die Kundendatenbank nicht schützen können. Daher keine Bestellungen. Der Bankfuzzi der ungeniert die Überweisungen einsehen kann und mich bei der lokalen Gewerkschaft anschwärzt kommt noch hinzu.

 

 

 

Gustav Grambauer

9. September 2021 21:52

I

Am Ende von "Am Rande der Gesellschaft" wird Besorgnis über die "Verschwörungstheorieclique" (- E. K.) geäußert. An dem, was an Manuskripten eingeht, sei sichtbar, daß die Leute komplett ihren Halt verloren hätten (- E. K., - G. K.). Die Leute sprängen von "normal" auf "verrückt"; sofort dorthin, wo alles geplant, alles verschworen, alles hinterfotzig auf dem Weg zum Transhumanismus sei (- G. K.). Unterkomplexität (- E. K.) und Grellheit (- G. K.) werden beklagt. Die Frage sei, "ob man so etwas wieder eingefangen bekommt" (- G. K.). Auch wird - ganz verschwörungstheoretisch übrigens - erwogen, ob hierbei eine gezielte Delegitimierungsstrategie am Werk sei; dadurch, "dass man die lauteste Stimme den Verrückten überläßt" (- G. K.) bzw. dadurch, daß "man" (???) die (Schein-)Opposition gezielt fragmentiere (- E. K., - B. K.).

Gustav Grambauer

9. September 2021 21:52

II

Diese Betrachtungsweise ist mir zu statisch und zu verengt bzw. zu verkürzt. Würde anregen, einmal den Fluß zu sehen, die Dynamik zu sehen, die Perspektive zu sehen. Es ist doch klar, daß sich die Leute in der ersten Berührung mit solch völlig neuen Themenkomplexen (sprechen wir von Phase 1) erstmal - teilweise exzessiv - darin ausprobieren und daß dazu Überinterpretationen, Kurzschlüsse, Herunterbrechungen und dann Provokationstests im Außen das effektivste Mittel sind, um später zu stimmigen Positionen zu kommen.

So wie man an der Waage von den groben allmählich zu den feinen Gewichten übergeht und so wie man, je unerfahrener man ist, desto länger mit den groben Gewichten hantiert.

Auch der Erstsemester in Medizin verliert nicht "komplett jeden Halt" wenn er erstmal alle Krankheiten aus dem Waldeyer an sich selbst entdeckt. Sein Hausarzt, - er hat dies selbst durch -, lächelt milde darüber, weil er weiß, daß sich dies im zweiten Semester ganz von allein wieder legen wird. Der Student wird dann ein völlig neues Verhältnis zu seinem Körper sowie zu Gesundheit und Krankheit haben. Darum geht`s. 

Bzw. der Missionar missioniert lediglich andere, um den eigenen Mangel an Glauben nach außen zu projizieren und zu kompensieren sowie sich dadurch indirekt eigentlich nur selbst zu missionieren. Je mehr er sich von innen heraus in seinem Glauben gründet, desto weniger hat er dies nötig.

Gustav Grambauer

9. September 2021 21:52

III

Habe diese Phase(n) (mit VT) selbst durch (beginnend mit v. Helsings "Geheimgesellschaften" / Band 1, 1994 eine Sensation auf dem investigativen Buchmarkt). Rückblickend gab es für mich gar keinen anderen Weg, als sie selbst durchzumachen. Und ich sehe mit ziemlicher Klarheit, wer alles diesen Weg noch vor sich hat, sehr oft im Zuge enormer Entwicklungsverzögerungen. (Ja: Entwicklungsverzögerungen, denn dieser Weg geht weit über intellektuelle Debattenspielereien hinaus an die psychische Substanz.) 

Gustav Grambauer

9. September 2021 21:53

IV

Schlimm sind dabei die Etepetetes dran, die der Herausforderung dieses Weges kategorisch ausweichen und dabei - auch noch von Grund auf mißverstandene - Seriositätsansprüche vorschützen. Insofern muß man deren Geschimpfe auf "Verschwörungstheorien" als unreife, pathologische Vermeidungsstrategie sehen. Das akademische und sonstige Brimborium kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die betreffenden Philister gern ewig in dem steckenbleiben möchten, was ein Tim Foyle, den ich nicht näher kenne und der wahrscheinlich in der Akademikerblase ein Niemand ist, als "Weltkindergarten"

www.sein.de/die-psychologie-der-verschwoerungsleugner/

bezeichnet und wofür Neverland / Peter Pan schon länger ein bekanntes Sinnbild ist. (Es sollte klar sein, daß ich damit nicht E. K., G. K. und B. K. meine, bei denen es mir am fernsten liegt, sie mit geistiger Feigheit, Pharisäerei resp. mangelnder Persönlichkeitsreife in Verbindung zu bringen.)

---

AmazonBesteller

Den Ausdruck der Freude an der Bekanntschaft erwidere ich gern.

- G. G.

Franz Bettinger

9. September 2021 23:10

@Amazon: Ich habe Verständnis für Ihre Angst, auf einer Liste zu landen, und dass sie deshalb nichts bei Rechten Verlagen bestellen. Ihre Argumente sind schlüssig. Aber: Genau diese Angst spielt dem Regime in die Hände und würde - wenn es alle so hielten - nebenbei diese wertvollen kleinen blinkenden Leuchttürme wie Schnellroda, MM, PI, Sellner, Tichy, Achgut … , an denen wir uns orientieren, kaputt machen.

Wahrheitssucher

9. September 2021 23:18

@ RMH

„Das könnte ganz allgemein eine interessante Sache sein:

Gründung regionaler Leserstammtische.“

 

Eine Bombenidee! Wie und wo können wir sie starten lassen?

Könnte mich persönlich engagieren für: Östliches Ruhrgebiet mit angrenzendem Münsterland und Sauerland…

Laurenz

10. September 2021 01:19

@AmazonBesteller

"keinen Bock, auf einer Liste zu landen"

Das sind Sie längst. Das macht auch nichts. Wenn Sie meinen, Sich schützen zu müssen, macht Sie das nur verdächtig. 

"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit"

Die Deppen vom VS, die genau wissen, wer Sie sind, waren schon immer geil auf Leute, die nachts mit dem Stahlhelm auf dem Kopf einen Königstiger aus der Scheune fahren.

Und warum auch immer, man vermutet diese Leute, völlig abstrus, bei uns. Von daher macht es viel mehr Sinn, zumindest im materiellen Sein, ein völlig transparenter Bürger zu sein. Wenn Sie einen Bauernhof haben, lassen Sie die Scheue immer offen stehen, damit jeder Nachbar sehen kann, daß Sie nichts verbergen. Nur Verborgenheit schafft Neugierde. Offensichtliche Transparenz ist langweilig, auch für die Holzköpfe vom VS.

Laurenz

10. September 2021 01:32

@Gustav Grambauer

Verschwörungen gibt es ja genug, auch wenn der heutige Verschwörer meint, die Verschwörung gleich veröffentlichen zu müssen, weil sich sowieso kein Schwein dafür interessiert. Fragen Sie doch mal Ihre Bäckereifachverkäuferin, ob sie sich für den Tonkin-Zwischenfall, Mossadegh, Allende oder Gladio interessiert? Hier ist der Haken der Verschwörungs-Theoretiker, - Aufdecker, - Gegner, diese meinen, es würde irgendwen interessieren. Wen kümmert es wirklich, ob die betreffenden WTC-Gebäude von Arabern, dem Mossad oder dem CIA gesprengt wurden? Genau, keine Sau.

Maiordomus

10. September 2021 06:46

@Amazon-Besteller. Dass jeder, der sich hier meldet, nicht nur zu Bestellungen, unter Umständen identifiziert werden kann, scheint mir eine Banalität zu sein. Darum ist es auch richtig, stets so zu formulieren, dass man auch unter Klarnamen dazu stehen kann. 

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