20. September 2021

Kritik der Woche (3): Bernhard Schlinks 20. Juli

Ellen Kositza / 47 Kommentare

Durch Zufall hatte mein Germanistikstudium einen eigentümlichen Bernhard-Schlink-Schwerpunkt.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ich las alle Bücher, die bis zum Jahr 1995 erschienen waren. Ich fand sie klug und gut. 1995 war sein Welterfolg Der Vorleser erschienen. Das Buch wurde in 50 Sprachen übersetzt und 2008 erfolgreich verfilmt. Die Hauptrollen spielen ein Schüler und seine ältere Geliebte, von der sich herausstellt, daß sie KZ-Aufseherin war. Von jüdischer Seite wurde der Film harsch wegen angeblicher Verharmlosungstendenzen kritisiert.

Schlink, Jahrgang 1944, ist von Haus aus Jurist, Professor gar. Er, in Heidelberg aufgewachsen, lebt heute (wie es sich gehört) in „Berlin und New York“ und ist Mitglied der SPD. Spätere (wenngleich teils preisgekrönte) Romane aus Schlinks Feder erschienen mir weniger kunstvoll. Erneut für Aufmerksamkeit sorgte Schlink, als er 2019 einen Gastbeitrag in der FAZ veröffentlichte. Darin beklagte er einen „zu engen Mainstream“ und mithin „eine Politik, die keine Alternativen kennt und daher auch keine Kritik und keine Kontroverse.“

Es gäbe keinen guten Grund, „die Kommunikation mit Rechten zu verweigern, weil sie Rechte sind.“ Explizit prangerte er - damals aktuell, und das Rumoren hinter den Kulissen drang kaum an die Öffentlichkeit - an, daß man von Seiten der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ Götz Kubitschek nach einer Diskussionseinladung wieder ausgeladen hatte.

Dies als Vorrede zu Bernhard Schlinks neuem Stück 20. Juli, das auf dem Titel als „Zeitstück“, auf der Buchrückseite als „Gedankenspiel“ angekündigt wird. De facto ist es als Drama mit geringfügigen Regieanweisungen angelegt. Es spielen: fünf offenkundig biodeutsche Abiturienten zwischen 18 und (warum auch immer) 22 Jahren; ihr recht junger Geschichtslehrer, der Großvater eines Abiturienten sowie Herr Peters.

Peters ist der Chef einer ziemlich neuen rechten Partei. In Peters' Bundesland hat diese Partei soeben 37% bei der Landtagswahl eingefahren. (Wir als Leser stehen natürlich wie der Ochs vorm Berg und wissen nicht, welche Partei und welche Person gemeint sein könnten.) Die fünf Abi-Leute werden sich rasch einig, daß sie Peters beseitigen müßten. Der Fall liegt doch auf der Hand: Man weiß, worauf dieser Mann hinauswill, er hat es in seiner berüchtigten „Dresdner Rede“ deutlich gemacht: “Wir sagen Ja zum Araber in Arabien, und zum Afrikaner in Afrika, aber wir sagen auch Ja zu deutscher Art, deutscher Sprache, deutscher Kultur, zu deutschen Volk und daher Nein zur Überfremdung.“

Für die jungen Leute ist klar: Ein Tyrannenmord muß her – zumal doch selbst der Geschichtslehrer gesagt hatte, Tyrannenmorde seien ethisch gedeckt!

Nun: In hölzernen, durchweg streberhaft und ausgedacht wirkenden Dialogen wird hier so verhandelt, als führte die Bundeszentrale für politische Bildung Regie. Fabian:

Was schaut ihr so? Wenn es 1931 richtig war, Hitler umzubringen, damit er Jahre später kein Unheil anrichtet, ist es richtig, Peters umzubringen, damit er Jahre später kein Unheil anrichtet.

Esther (die ein Kind vom Geschichtslehrer erwartet, es aber abtreiben will, weil er ein Feigling ist und seine junge Familie keineswegs zu verlassen beabsichtigt):

Nur… es ist ein wunderschöner Sommerabend, wir haben das Abitur hinter uns und die Ferien und das Studium vor uns. zu Niklas: Du willst ihn wirklich umbringen?

Maria:

Ja, es fühlt sich weit weg an, Peters umzubringen. Ich weiß nur nicht, was in dem Gefühl steckt. Der Verstand? Das Gewissen? Die Angst?

In diesem Duktus dümpelt der bemühte Diskurs. Schlink versucht ungelenk, sogenannte existentielle Sorgen seiner Protagonisten deutlich werden zu lassen.

Es ginge ja nun nicht mehr um „Rechte [im Original groß] Dumpfbacken“, sondern, Hilfe!, um einen „Rechten mit Charisma“! Schlink läßt seine Protagonisten sich peinliche „ironische“ Diskurse liefern, die nicht mal mehr in den Achtzigern für Ironie durchgegangen wären. Diese jungrevolutionären, pathetischen und tränenreichen Wortwechsel sind zum Fremdschämen abgeschmackt.

Letztlich wird ein „präventives Zuschlagen“ gegen Peters verhandelt. Von den sechs zunächst Attentatbereiten stecken die meisten Stück für Stück auf. Übrig und bereit bleibt ausgerechnet Maria, die uns von Schlink als die Allersanfteste und „tränenüberströmt“ vorgeführt wurde.

„Der Alte“, der hier als weiser Tattergreis präsentiert wird, ist übrigens gerade mal 72 - jünger als Schlink selbst. Und unsere Abiturienten sind angeblich durch die Amtseinführung Barack Obamas politisiert worden – als sie selbst also noch kleine Kinder waren also. Wie billig!

Um es kurz zu machen – ja, der Schuß wird fallen. Man wird doch wohl noch einen Tyrannen vor seiner Tyrannwerdung töten dürfen! Es ist kaum auszudenken, daß es unhinterfragt und unskandalisiert ein Romänchen oder ein Dramolett gäbe, das einen Mord an einem Altparteienpolitiker rechtfertigen wollte!

Vorher wird hier aber noch eine Flüchtlingsunterkunft brennen. Nicht nur eine Eritreerin und ihr Säugling „auf dem Arm“ werden dabei leider zu Tode kommen. Und natürlich werden, ruckartig und dramatisch, nun auch jene Abiturienten wach, die zuvor zurückscheuten, gegen diesen miesen Herrn Peters zu Felde zu ziehen.

Das ganze Stück erscheint dermaßen abgezirkelt darauf, in den Kanon der Bundeszentrale und als Schulstoff aufgenommen zu werden (man mag sich schon wörtlich die Klausurfragen ausdenken), daß es den Leser nur schüttelt. Reicht ja vielleicht, wenn ich es las. Aber: zu Protokoll nehmen könnte es der ein oder andere, und hervorholen, falls der Schuß fällt.

-- -- --

Bernhard Schlink: 20. Juli. Ein Zeitstück, Zürich: Diogenes 2021. 91 S., 16 €.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.


Kommentare (47)

t.gygax

20. September 2021 10:27

Zu Schlink: was ich nun mache, ist problematisch, weil Leute nichts für  ihre Verwandtschaft können- aber das Sprichwort stimmt halt auch "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm"....Schlink ist Sohn des Heidelberger evangelischen Alttestamentlers Edmund Schlink, der immer zur guten Gesellschaft Heidelbergs gehört hat  und dessen Schwester Klara Schlink promovierte mit einer christlich-pädagogischen Dissertation in den 30er Jahren,,  gründete nach dem Zusammenbruch die "Marienschwestern Darmstadt", nannte sich dann "Mutter Basilea", publizierte unzählige erweckliche Schriften , die zur Bekehrung aufriefen, war 1968 an der Gründung der "Offensive junger Christen" in  Bensheim beteiligt ( heute nennt sich der Laden anders, existiert aber noch munter und fröhlich) , gegen Ende ihres Lebens wurde sie etwas seltsam und entwickelte die in engen Zirkeln spezifischen Machtgelüste und diktatorischen Herrschaftsformen und betrieb geradezu manisch den deutschen Schuldkomplex mit ständigen "Sühnezeichen"-Aktionen in allen möglichen Ländern. Etwas davon schwingt auch bei B. Schlink mit, dessen "Vorleser" mich von der literarischen Qualität  enttäuschte, aber der Erfolg des Buches war ja bedingt durch  das sattsam bekannte endlose Erörtern der Schuld, der großen Schuld, die wir auf uns geladen haben...Sela.Psalmende, so hätte es Gottfried Benn formuliert, aber der war wenigstens ein Lyriker von Format.

Gustav Grambauer

20. September 2021 11:16

I

Kenn den Schlink auch, von der Humboldt-Universität aus den frühen 90ern. Er bildete zusammen mit der Will

https://de.wikipedia.org/wiki/Rosemarie_Will

ein ungleiches Pärchen wie aus dem Kuriositätenkabinett. Sie machte den Eindruck eines angeschossenen Tieres, wirkte immer belastet, dem Heulen nahe, vielleicht in Trauer darüber, um ihre Ideale betrogen worden zu sein und / oder weil sie insgeheim doch Skrupel hatte, fortan so aalglatt - wie sie es tat - eine BRD-Regimetreuen-Karriere hinzulegen. Schlink hingegen, ihr an - äußerem - Persönlichkeitsformat und - äußerer - Persönlichkeitskultur ("Neugier auf die jungen Menschen in den neuen Bundesländern") haushoch überlegen, spielte mit Routine seine Mischung aus Aufgeräumtheit, Eloquenz, Eleganz und Schuldstolz-Zelebration aus und wirkte dabei nicht wie ein Wissenschaftler sondern wie ein Prediger, der im Grundrechtskatalog sein eschatologisches Dogma gefunden hat. (Habe nichts gegen die Grundrechte, - im Gegenteil -, aber das Geschwenke mit dem Weihrauch der Marke "Ultimo" und der moralinsäuregetunkte dauererhobene Zeigefinger dabei waren mir suspekt und auch verdächtig.)

Gustav Grambauer

20. September 2021 11:16

II

Hätte eigentlich gewettet, daß er erzkatholisch erzogen, womöglich auch Meßdiener gewesen sei, aber nun lese ich, doch aufschlußreich, über die Ambivalenz seiner Erziehung, in die er offenbar eingeklemmt ist und aus der er nicht herauskommt:

"Der Vater war Lutheraner, das seien die Katholiken unter den Protestanten, 'die sündigen und dann beichten sie und dann ist es vorbei'. Die Mutter war hingegen eine Reformierte: 'Sie haben Gewissensfragen, Fragen der Moral, Fragen der Verantwortung und Fragen der Schuld sehr beschäftigt. Und das hat sie auch in die Erziehung von uns Kindern hineingebracht."

- G. G.

Gotlandfahrer

20. September 2021 11:17

Danke. Gedanken dazu:

1/2

Dass ein Schuss von solchen Gestalten auf einen führenden Kopf der ersten Reihe abgegeben wird, halte ich für wenig wahrscheinlich.  Die Antifa ist nur die verhausschweinte Version der RAF, die können nur in der Masse Grölen, Prügeln, Plündern und Feuerlegen.  Erst recht sind 18 bis 22jährige Playstation Milchbubis nicht in der Lage, Munition richtig herum einzulegen.  Von anderen, die dann gern für Erstere gehalten werden wollen, geht die Gefahr schon eher aus.  Aber auch das ist nicht zu erwarten, weil es ihnen keinen Gewinn böte.  „Unfälle“ oder „Krankheiten“ sind hingegen denkbar.  Um Talent aus dem Spiel zu nehmen.  Schützend wirkt jedoch, dass es – auf Bundes- und damit auf der relevanten Spielebene – zu viele „führende“ Köpfe gibt.  Die zwei für den Gegner potenziell interessantesten Talente halten sich – klugerweise - noch auf einer Nebenbühne auf bzw. geben den eremitischen Lordsiegelbewahrer.  Morde mit Schusswaffe an Vertretern der dritten Reihe wiesen derzeit erst recht mehr Risiken als Chancen für den Gegner auf.  Nichtsdestotrotz: Gott bewahre uns alle vor dem Bösen, erst recht die, die mutig für unsere Zukunft eintreten!

...

Gotlandfahrer

20. September 2021 11:18

2/2

In diesem Sinne ist das besprochene Werk nicht die Windkraft wert, die zu seiner Speicherung in der Amazon Cloud aufgewendet wird.  Jedenfalls, sofern man es am expliziten Wert des Inhaltes misst.  Man kann die im Großkulturbereich um sich greifende geistige Implosion auf’s vegetative Hell-Dunkel-Schema aber auch als gewiefte Systemkritik begreifen.  Wenn des Denkens Befähigte allen Ernstes solche Werke vorlegen, kann man darin auch eine Dokumentation des Vergewaltigtwerdens erkennen:  „Sehet, zu so etwas ist man als Autor heute gezwungen!  Meine Virtuosität verweigere ich dem dumpfen Glaubensbekenntnis an das Establishment, ich schreibe absichtlich platt und dumpf, um zu zeigen, dass sich das Establishment in seiner ganzen Grobheit daran nicht stört.“  Der Gedanke kam mir gestern, als ich nach langer Zeit mal wieder den in den sonntäglichen ZDF-Fernsehfilm reinzappte und nach 60 Sekunden den Plot erkannte:  Alter weißer Mann muss seine Sünden bekennen, sich von seinen gewalttätigen Vorfahren lossagen und sein Erbe der fremdländischen Sippe überlassen, in die seine jetzt endlich glückliche Tochter einheiratet. Alternativ hätte er wohl erschossen werden müssen, aber sowas läuft noch nicht am Sonntagabend.

A. Kovacs

20. September 2021 11:25

Ich bewundere Sie, dass Sie sich deutsche Gegenwartsliteratur immer noch antun. Ich habe sie mir oft angetan, weil ich den Niedergang nicht glauben wollte, weil ich hoffte, es könne doch nicht alles schlecht sein, wurde aber praktisch immer eines Besseren belehrt. Mich ekelt es nur noch.

Niekisch

20. September 2021 11:47

 "offenkundig biodeutsche Abiturienten"...

 

Für die Deutschen ist ein bisschen Würde

wohl die allergrößte Bürde-

so war das wohl schon immer

doch jetzt wird es noch schlimmer...

zeitschnur

20. September 2021 12:36

Wer liest solchen Mist eigentlich noch? Inzwischen bin ich nicht mal mehr sicher, ob Bestsellerlisten nicht genauso verlogene "Zahlen" zugrunde legen wie die 7-Tages-Inzidenzen, die Intensivbetten-Belegung und die An-und-mit-Toten oder die notorischen 97% aller Wissenschaftler, die sich einig sind, dass ...

Wer jedenfalls noch frei verfügbare Intelligenz und Fantasie, innere Orientierung und Würde hat, legt so einen Kitsch nach drei Seiten weg. Wer keine frei verfügbare IFOW hat, ist ohnehin nicht mehr fähig, einen Text zu lesen und zu verstehen, der länger als eine SMS ist.

Ich glaube, wir müssen standhalten, ausharren und warten, bis dieser Wahnsinn allenthalben sich selbst zugrunde gerichtet hat. Diese Lawine kann keiner mehr aufhalten. Und währenddessen nicht zuviel Aufmerksamkeit auf diesen Stuss richten. Gibt es denn keine lesenswerte, künstlerisch anspruchsvolle deutsche Gegenwartsliteratur?

Laurenz

20. September 2021 12:55

Grundsätzlich weigere ich mich den gerechten oder ungerechten Mord zu debattieren.

Das einzige, was ich bis zu einem gewissen Grade nachvollziehen kann, ist leichtere Strafe der Juristen für den Kindsmord überforderter Mütter, die das Schreien ihrer Säuglinge nicht mehr ertragen können.

Aber ich habe eine Frage an 

@T.Gygax

Wer hat denn die bekannte endlos erörtere Schuld?

Die von Ihnen benannte Autorin?

Denn ich bin mir keiner Schuld bewußt.

Warum tragen diejenigen, die sich einer Schuld bewußt sind, diese nicht alleine ohne diejenigen ins Boot holen zu wollen, die sich keiner Schuld bewußt sind?

zeitschnur

20. September 2021 13:36

... Und Sie deuten es auch richtig an: das ist durchaus als Hetzliteratur anzusehen und als Anleitung zu Gewaltverbrechen.

RMH

20. September 2021 13:47

Natürlich ist es so ein konstruierter, fiktiver 5 vor 12 Fall. Ähnlich - nur mit noch mehr "Problemen" - konstruieren Professoren der Rechtswissenschaft ja auch ihre Hausarbeiten für die Studenten für die Semesterferien. Pathetisch gibt man dem Konstrukt dann auch noch den Titel 20.07. Rechtsphilosophie auf R. Pilcher Format gedrückt, evtl. vor idyllischen Landschaften?

In die Niederungen der bereits existierenden "heroischen" Kämpfer gegen Rechts, bei denen schon ein 0,5% Erfolg einer Partei oder ein Sitz in irgendeinem Provinz-Gemeinderat Anlass zum Zuschlagen ist, begibt sich der Herr Professor natürlich nicht. Dabei wird er auch dort das Geschwätz von den zu wehrenden Anfängen hören. Wer wehrt eigentlich diesen Anfängen? Zu den Tumulten und Straßenschlachten um den Lina E. Prozess wird es sicher keine rechtsphilosophische Dialoge geben und die Dame selber wird ne Urteilsbegründung vom Sound "gut gemeint", aber leider "im jugendlichen Übermut", "über die Grenzen geschlagen" etc., bla. bla. bekommen. Die Opfer haben es ja irgendwie fast schon "provoziert". Schon gesellschaftlich extrem fies, sich ne Kneipe zum Stammlokal zu machen. Da kann man nicht anders und darf daher einschreiten (so hat es zumindest der Mann, der an den VS regelmäßig berichtet, gesagt).

Es gibt es eben verschiedene Klassen von Opfern und auch von Tätern.

Andreas Walter

20. September 2021 15:16

“Ich verhafte sie wegen des zukünftigen Mordes an Sarah [Karl?] Marx"

Doch kein Doppelmord? Filmfehler? Fehler in der Vorschau?

"Das System irrt sich nie!“ [Bzw., wird nicht für seine Fehler zur Verantwortung gezogen]

https://youtu.be/B57j37lMASM

Könnte also auch aus jedem Linken, Roten, Grünen ein Lenin, Trotzki oder Stalin werden? Aus jedem Antifa ein Dzerzhinsky, ein Yagoda oder Yezhov?

http://www.gulag.memorial.de/index.html

Gab es deswegen womöglich die SA? Um dem Rotfrontkämpferbund Paroli zu bieten?

Wiederholt sich bald die Geschichte, diesmal mit Verstärkung durch den radikalen Islam?

Soll sie sich womöglich wiederholen, und wenn ja, zu welchem Zweck und wessen Vorteil?

 

 

Laurenz

20. September 2021 15:17

@RMH

"konstruierter, fiktiver 5 vor 12 Fall"

Warum gibt es konstruierte Fälle?

Aus Ermangelung an echten Fällen?

Das Buch, welches EK hier besprochen hat, ist doch gar nicht wirklich konstruiert. 

Hier wird doch tatsächlich linke Gewalt ausgeübt in visionärer Profilaxe. Klingt wie, "Gott mit uns".

https://www.zeit.de/video/2021-09/6273261437001/leipzig-landesregierung-verurteilt-ausschreitungen-bei-linksradikaler-demo

Marc_Aurel

20. September 2021 16:21

Der entscheidende Unterschied dieser zeitgenössischen „Steht-mutig-auf-gegen-die-Tyrannei“- und „wir-haben-aus-der-Geschichte-gelernt“-Aktivisten zu den Geschwistern Scholl etwa ist der, dass sie sich ja völlig im Einklang befinden mit dem System, einem System, das nur deshalb (noch) keine Lager für Andersdenkende eingerichtet hat, weil es soziale- und finanzielle Kaltstellung (vorerst) für effektiver hält (US-amerikanisches Modell). Das Ganze ist in etwa so, als würden in der Sowjetunion fanatisierte Jungbolschewisten beschließen, einen großbürgerlichen oder adeligen Redner in der Provinz prophylaktisch zu erledigen, damit dort die Stimmung nicht zu Ungunsten der KPdSU kippt. Sie sind keine mutigen Widerstandsgeister mit Zivilcourage, sondern übereifrige Mitläufer, die schneller sein wollen als das System – perfekt dressiert im Sinne des Systems, könnte man sagen - nur mit einer völlig verdrehten Wahrnehmung der Realität, da sie sich trotz allem irgendwie revolutionär fühlen. Hinsichtlich der Konditionierung ist die hier beschriebene Geschichte nicht allzu sehr an den Haaren herbeigezogen, solche Typen sind in der BRD tatsächlich unterwegs mit unterschiedlichen Graden der Radikalisierung, ob sie, käme es darauf an, dann tatsächlich die Kaltschnäuzigkeit und die nötigen Fähigkeiten zur Durchführung besäßen, ist eine andere Geschichte, einmal abgesehen davon, dass es kontraproduktiv im Sinne ihrer Sache wäre.

RMH

20. September 2021 16:33

@Laurenz,

noch gibt es keinen Herrn Peters mit 37% , da setzt der theatralische Autor aber an. Deshalb fiktiv.

Die echten Fälle - die ich in meinem Beitrag gerade nicht übersehen habe - gehen schon deutlich früher los. Da genügt es schon, dass das Wirtshaus in einer Vorstadtstraße nicht mit Griechen besetzt ist, wie bei Udo Jürgens, sondern mit Deutschen.

t.gygax

20. September 2021 17:18

@Laurenz

Sie wissen ganz genau, welche große Erzählung damit gemeint ist....und nebenbei: Ironie muss man wohl hier auch bald kursiv setzen, hihi.....

Laurenz

20. September 2021 17:20

@RMH @L.

Danke für die gute Antwort!

Allerdings passiert der Ablauf des Buches in meinen Augen auch ohne 37% des Herrn Peters.

Denn @Andreas Walter hatte da schon Recht. Wer hat ein Interesse auf der zivilen Ebene in ein gewalttätiges Klima zu kommen?

Die Linke sollte mal in die Geschichtsbücher schauen. Die SPD ließ auf die Matrosen schießen.

Niekisch

20. September 2021 18:38

"Gab es deswegen womöglich die SA? Um dem Rotfrontkämpferbund Paroli zu bieten?"

@ Andreas Walter 15:16: Ja, der in seiner Urform schon 1920 NSDAP-Versammlungen regelmäßig aggressiv störte. Offiziell hieß er "Roter Frontkämpferbund".

Flaneur

20. September 2021 19:55

Literarische Anbiederungsversuche an den Zeitgeist hat es schon immer gegeben.  Stammen sie von alten Männern, wirken sie meist hölzern und seltsam schablonenhaft konstruiert, oft angereichert mit schwülstigem Pathos. Diese Art der Anbiederung hat meist eine leicht gönnerhafte Komponente: Der alte Autor, der bei Jüngeren um Anerkennung buhlt und sich ihnen als geistige Führungsfigur anzubieten versucht. Das wirkt meist furchtbar peinlich.

Man kann in Würde altern oder eben auch nicht. Schlink scheint, folgt man Kositzas Rezension, den zweiten Weg eingeschlagen zu haben. Behalten wir ihn für sein literarisches Frühwerk und für den einen oder anderen staatsrechtlichen Aufsatz (Böckenförde hielt einiges von ihm als Staatsrechtler) in Erinnerung.

Ordo

20. September 2021 20:18

Staatlich geförderte und gehätschelte linke Pseudo-Widerstandskämpfer sind nun wirklich absolut cringe. Die linke politische Paranoia, die nicht ohne Grund an jene Stalins vor der Konterrevolution erinnert, vermutet schon bei einem altbürgerlichen Blender wie Maaßen den Architekten eines kommenden vierten Reiches. Mit ideologischen Fanatikern lohnt sich keine Diskussion.

Apropos Maaßen: die JF plädierte gestern für die Unterstützung seiner Kandidatur gegen den vereinigten Linksblock, indem die AFD ihren Kandidaten, der wohl chancenlos ist, zum Aufgeben bewegt und eine Wahlempfehlung für Maaßen ausspricht. Lustig wäre es ja schon. Auch die schäumende linke Twitteria wäre ein köstlicher Anblick,vor allem wenn er wirklich dadurch gewinnen sollte. 

Andreas Walter

21. September 2021 00:24

@Niekisch

Danke für den Hinweis.

https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Frontkämpferbund

Grobe Klötze und erschreckend viele.

Laurenz

21. September 2021 08:46

@Niekisch

“Rotfrontkämpferbund”

Der zerschlug nicht nur Veranstaltungen der der NSDAP.

 

@Flaneur

“Anbiederungsversuche an den Zeitgeist”

Aber die Töpfe, von denen der Zeitgeist gespeist wird, waren noch nie so riesig. Dafür wird nach der Wahl das Renteneintrittsalter erhöht, genau mein Humor.

 

@Ordo

“Mit ideologischen Fanatikern lohnt sich keine Diskussion.”

Die haben wir hier zuhauf. Wie wollen Sie da die Debatte vermeiden?

Franz Bettinger

21. September 2021 09:06

Die Verfilmung fand ich enttäuschend, jedenfalls schwächer als das Buch. Der Film umgeht das Zentrale Anliegen des Autors, nämlich auf die Quasi-Unschuld der Protagonistin bzw. die Relativität von Schuld hinzuweisen. Ein starker Fingerzeig in die Richtung war: Es waren alliierte Flugzeuge, die den KZ-Zug (oder was war es noch?) zertrümmerten. Es waren im Buch die Alliierten, die den Tod der Häftlinge unmittelbar zu verantworten hatten; wenn ich mich richtig erinnere. Diese sehr wichtige Szene, ohne die das Thema nicht gut  rüber kommt, fehlt im Film. Ich habe nichts anderes erwartet.  

Franz Bettinger

21. September 2021 09:25

Bernhard Schlink ist längst nicht mehr der Alte. Er ist und schreibt abgehalftert, liefert nur noch, was das Regime bestellt. Ein ähnliches Schicksal erlebt (und durchleidet?) der selbstgerechte Ferdinand von Schirach. Früher konnten edle Menschen noch auswandern. Heute? Wohin? Es ist eng geworden. Sich verbiegen oder zugrunde gehen? Das scheint die eine übrig gebliebene Frage, die für den Einzelnen noch im Raume steht. Besser dran ist, wer einen Gott hat.

Franz Bettinger

21. September 2021 09:44

Nicht missverstehen: Manchmal bedauere ich, dass die christliche Jugend nicht in gleichem Maße glaubensstark, unerschütterlich und entschlossen ist und handelt wie die moslemische. 

Franz Bettinger

21. September 2021 09:59

@Marc Aurel hat es erfasst, den kleinen wichtigen Unterschied zwischen einem Tyrannen in situ und einem angeblichen in spe. 

Ich freue mich, dass @A. Kovacs hier wieder kommentiert, dessen epidemiologische Expertise (zu anderen Themen) ich schätze. Ist es nicht schön, einer von SiN-nen zu sein? 

Der_Juergen

21. September 2021 10:09

Ich fand den Film, der auf der Grundlage von Schlinks "Vorleser" gedreht wurde, widerlich und würde mein Geld lieber in den nahen Fluss werfen, als dafür das von Ellen Kositza hier gekonnt verrissene Machwerk zu kaufen.

Niekisch

21. September 2021 10:53

"Der zerschlug nicht nur Veranstaltungen der NSDAP."

@Laurenz 21.9. 8:46: Stimmt, war aber nicht Gegenstand der Diskussion.

Koek Boeri

21. September 2021 11:06

Der Film "Der Vorleser" gefiel mir damals, 2009 oder 2010.

Dieses neue Buch werde ich nicht lesen, und auch 16 Euro für ein 90-seitiges Büchlein würde ich nicht zahlen.

Koek Boeri

21. September 2021 11:11

Wir können uns leicht vorstellen, welche Staatsordnung diese neuen linken "Freiheitskämper" und "Humanisten" bauen werden. Im Vergleich zu dieser Vision der neuen "gerechten" Gesellschaft werden nicht nur Hitler und Mussolini, sondern Stalin und Mao Zedong blass aussehen.

George Orwell hat die Absichten der "freiheitsliebenden" Revolutionäre noch vor 70 Jahren treffend beschrieben:

"We know that no one ever seizes power with the intention of relinquishing it. Power is not a means, it is an end. One does not establish a dictatorship in order to safeguard a revolution; one makes the revolution in order to establish the dictatorship. The object of persecution is persecution. The object of torture is torture. The object of power is power".

Andreas Walter

21. September 2021 11:27

“Julius Geiler ist Reporter und Autor des Tagesspiegels mit den Schwerpunkten Nahost und Rechtsextremismus / Antisemitismus.“

War der Kassierer also Jude und trug eine Kippa am Arbeitsplatz? Oder womöglich einen kleinen Davidstern an einer Kette um den Hals?

Wir[?] wissen es nicht, doch der Täter schoss ihm wie bei einer Nazi-Exekution in Hollywoodfilmen voller Hass und Verachtung mitten ins Gesicht.

Wir wissen nicht, ob der Täter heimlich Kontakt über Telegramm zu Al-Qaida im Nahen Osten hatte, oder zum Führer in Hitlers Hauptquartier in Berlin.

Auch nicht, ob er womöglich mit Attila Klaus Peter Hildmann in Kontakt stand, der sich derzeit auf der Flucht vor den deutschen Behörden in der Türkei aufhalten soll.

Wir[!] ahnen jedoch, warum Julius Geiler auch ohne irgendwas zu wissen bereits ganz gezielt nur in eine ganz bestimmte Richtung spekuliert:

https://www.tagesspiegel.de/politik/getoetet-weil-er-auf-maskenpflicht-hinwies-die-politische-dimension-eines-verbrechens/27631024.html

Was wir(!) aber wissen: An einer Ladestation für Ökostrom wäre das alles nicht passiert.

Aus Phnom Penh für Al Berolina: Julius Streichler

Eo

21. September 2021 11:59

 

Der Buchtitel '20. Juli'
soll wohl  (ebenso wie die Terminierung des Attentats) das Publikumsinteresse anstacheln und so den Buchverkauf puschen und könnte somit als ein Marketingmanöver mit dem Holzhammer angesehen werden.

Als Alternative kommt mir
da flux folgender Titel in den Sinn -- Tod eines Zeitkritikers.

 

Laurenz

21. September 2021 12:24

@Franz Bettinger

"Besser dran ist, wer einen Gott hat."

Denn Gott, den Du meinst, lebt vor allem durch seine Erlösungs- oder Apokalypse-Versprechen. Der Haken an der Sache ist, weder Erlösung noch Apokalypse treten ein. Das ist vor allem am eigenen Ende & dem restlichen Leben, welches verbleibt, extrem enttäuschend.

Da lobe ich mir doch die Götter, die das Heil bringen, mal hier oder mal dort.

Laurenz

21. September 2021 12:27

@Niekisch @L.

"nicht Gegenstand der Diskussion"

Wenn Sie Silone in Betracht ziehen, schon. Silone war nie aktueller als jetzt.

Laurenz

21. September 2021 12:30

@Koek Boeri

"die Absichten der "freiheitsliebenden" Revolutionäre"

Ja, Orwell hat es einer breiten Weltöffentlichkeit geschildert.

Aber klar war dies schon seit 1920 als Weiße oder Menschewiki der Sowjetunion entflohen.

Niekisch

21. September 2021 12:54

"Wenn Sie Silone in Betracht ziehen, schon. Silone war nie aktueller als jetzt."

@ Laurenz 12:27: Schon, aber hier ging es um einen ganz konkreten Einzelansatz. Es stört, wenn die Diskussion von der Frucht der Kastanie zur Schale weggeleitet wird. Warum machen Sie das fast immer? 

Koek Boeri

21. September 2021 13:30

@Laurenz

Aber klar war dies schon seit 1920 als Weiße oder Menschewiki der Sowjetunion entflohen.

Noch früher, seit Ende des 18. Jahrhunderts, der sogenannten "Grossen" "Französischen" Revolution.

 

Niekisch

21. September 2021 14:52

"seit 1920 als Weiße oder Menschewiki der Sowjetunion entflohen."

@ Laurenz 12:30: die Sowjetunion wurde erst am 30.12.1922 gegründet. Und 1920 war der Kampf der "Weißen" gegen die Bolschewiki noch nicht beendet. 

Ein Blick ins Geschichtsbuch erleichtert die Historiographie.

"Noch früher, seit Ende des 18. Jahrhunderts, der sogenannten "Grossen" "Französischen" Revolution."

@ Koek Boeri 13:30: Meinen Sie nicht auch, dass dieser Vergleich hinkt wie ein lahmer Esel?

Laurenz

21. September 2021 16:03

@Niekisch

"Sowjetunion"

Formalismus bringt uns nicht weiter. Und einige Historiker sehen das anders als Sie, den Sowjet heißt nichts anderes als Rat oder Räte.

Natürlich wütete neben dem Bürgerkrieg auch der polnisch-"sowjetische" Krieg ab 1919!  https://de.wikipedia.org/wiki/Polnisch-Sowjetischer_Krieg

Die Zaren ließen in den letzten 80 Jahren ihrer Herrschaft ca. 6.000 Delinquenten hinrichten, Lenin in den ersten 3 Monaten seiner Machtergreifung bereits ca. 28.000. Und Lenin trat sofort aus allen Landkriegsabkommen & den Genfer Konventionen aus. Und mit der daraus resultierenden Brutalität wurden mehr oder weniger alle Kriege der Sowjets, auch die gegen die eigenen Völker, geführt.

Andreas Walter

21. September 2021 16:30

Auch sehr seltsam: Das "Attentat" das nie war. ("grausame Attacke"?)

(in Hagen aber angeblich stattfinden sollte)

Ein 16-jähriger, der angeblich Kontakt zu einem IS-Terroristen hatte (stehen die im Telefonbuch?).

Keine Bombe.

Kein Attentat.

Kein Attentäter.

Kein Kinder-/Jugendzimmer voll mit Chemikalien.

Lediglich die angebliche Meldung eines ominösen ausländischen Geheimdienstes, der keinen Namen hat.

Dafür dann aber ein Riesen Einsatz, viel Presse, viel Gedöns, Aktivismus. Für wen? Was ist und war dann Sinn und Absicht der Übung, der Falschinformation?

Und wieso wusste man nicht schon vorher, um wen es sich angeblich handelt?

Das ist doch auch alles Mumpitz, Theater für wenn (alles) auch immer:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article233923650/Laschet-zu-Hagen-Grausame-Attacke-auf-Deutschland-verhindert.html

Niekisch

21. September 2021 18:56

"Formalismus bringt uns nicht weiter."

@ Laurenz: wenn Sie Genauigkeit als Formalismus bezeichnen, dann ist Hopfen und Malz verloren. Sie legen Aussagen falsch aus, bezeichnen termini technici falsch, schweifen bewusst ab. Ergo: Mein Vorschlag: wir gehen uns hier aus dem Wege.

Carsten Lucke

21. September 2021 19:18

@ Andreas Walter

Sie haben wohl Gustaf mit Gasthof verwechselt ?

Wenn in diesem verkommenen Land überhaupt noch so eine Meldung offiziell verbreitet wird, dann muß sie wahr sein !

Mein Gott, Walter - begreifen Sie das nicht ?!

Laurenz

21. September 2021 20:31

@Niekisch @L.

"Aus dem Wege oder Ignoranz"

Das bringt doch nichts. In der historischen Betrachtung bezüglich der Sowjetunion liegen Sie einfach falsch.

Trotzdem, daß der Status der Sowjetunion oder Rußlands in Ihrer Definition durch den Bürgerkrieg noch nicht klar entschieden war, sieht die historische Welt Ihre Definition als inkorrekt an.

Niemand spricht vom russisch-polnischen Krieg. Die Weißgardisten wären in keiner Weise in der Lage gewesen dem polnischen Einmarsch in irgendeiner Weise entgegenzutreten. Die Rote Armee war dazu in der Lage, auch wenn sie in der Schlacht vor Warschau versagte.

Und natürlich war der Sieg der Roten Armee im Bürgerkrieg durch das Ausland bestimmt. Die anfängliche Unterstützung der europäischen Entente-Mächte zugunsten der Weißen soff sofort ab, als diese sahen, daß die US Amerikaner sich anders entschieden hatten.

Deswegen beginnt die Geschichte der Sowjetunion aus historischer Sicht mit der gefälschten Erstürmung des Winterpalasts.

Andreas Walter

21. September 2021 21:15

https://www.rnd.de/politik/hagen-ermittlungen-zu-geplantem-synagogen-anschlag-islamistisches-propagandamaterial-bei-jungem-TNEXBNCV4RBDM4C6YUGEYUFPAQ.html

“Entscheidend sei nicht, wie lange der Täter in Haft bleibe, sondern das ein Anschlag verhindert worden sei. „Der Schutz der staatlichen Institutionen hat funktioniert“, sagte Laschet. Die Bedrohungslage durch Terrorismus sei weiterhin da.“

Welcher Täter?

Welcher Anschlag?

Staatliche Institutionen? Fehlt in dem Satz ein durch oder meint er damit die Synagogen?

Junger Muslim will also mit 16 wissen, was es mit dem "Islamismus" (Islam) auf sich hat und wird dabei angeblich durch einen Kämpfer des IS kontaktiert.

So weit erstmal nichts ungewöhnliches. Für die Nazis interessiert sich sogar die ganze Welt. Also Kontaktschuld? Soll das etwa die Anklage sein?

Doch wie kann es sein, dass Abu Megadeath (angeblich vom IS) nicht weiß, dass man auch Telegramm (angeblich) überwachen kann? So rekrutiert man doch keine Attentäter.

Und wieso hängt Deutschland überhaupt am Tropf befreundeter Nachrichtendienste?

Die Wahrheit ist eben eine ganz andere, selbst wenn ich sie im Detail nicht kenne.

https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsministerium_(Vereinigtes_Königreich)

 

 

Nordlicht

21. September 2021 22:17

"Wenn es 1931 richtig war, Hitler umzubringen ..."

Nein, war es nicht. Insofern ist die gesamte Konstuktion des Plots schief. Tyrannenmord setzt zunächst einen Tyrannen voraus; der war 1931 nicht gegeben. Hitler kam an die Macht, weil der greise Hindenburg ihn zum Kanzler ernannte UND weil durch Feigheit von Liberalen und Zentrum eine Zweit-Drittel-Mehrheit für das Ermächtigungsgesetz zustande kam. 

Der Diktator Hitler war ein Produkt des Parlamentarismus Weimarer Bauart.

 

Laurenz

22. September 2021 08:33

@Niekisch L.

Hören Sie bitte auf dummes Zeug zu quatschen. Ihre Aussage ist schlichtweg falsch. Die Geschichte der Sowjetunion beginnt mit dem gefälschten Sturm auf das Winterpalais.

 

Maiordomus

24. September 2021 08:57

Eine literarisch schlechtere, kolportagehaftere Klassenlektüre, heute jedoch eines der meistgelesenen Bücher in der Schule, als der "Vorleser" gibt es wohl in der Geschichte des Deutschunterrichts kaum. Dass ich mit dieser Sicht sogar unter einigen sehr prominenten Deutschlehrern nicht allein war, blieb ein umso schwächerer Trost, als dieselben Kapazitäten ihrerseits nicht mehr in den Schulzimmern auftreten. Schlink kann sicher nicht den Anspruch erheben, zu den um die 10 000 guten Autoren und Autorinnen deutscher Sprache gezählt zu werden, wobei mit dieser Zahl die Werke des Mittelalters und der frühen Neuzeit einschliesslich Klassik, Romantik und Moderne mitgezählt sind.