28. September 2021

Faktenlage (3) – Stabilisierte Protestwahl

Daniel Fiß / 75 Kommentare

Deutschland hat gewählt. Das Ergebnis der AfD war besser, als manche Pessimisten prognostizierten.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Es ist aber gewiss keines, welches die selbstgesteckten Ansprüche befriedigen dürfte. Keine Katastrophe also, sondern allenfalls Ernüchterung. Allzu große Überraschungserwartungen hatten sowieso nur die Wenigsten. Die Landtagswahlen im März in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt haben gezeigt, daß auch die Demoskopen ihre Prognosemodelle und Variablen angepaßt haben und damit die große Diskrepanz zwischen Umfrage und Endergebnis, wie wir sie noch in den Jahren 2016-2017 erlebt haben, ausblieb.

Innerhalb der AfD gab es zwei Lager, die mit unterschiedlichen Zielerwartungen in diesen Wahlkampf gestartet sind. Die einen sahen in der Bundestagswahl die große Chance, die gläserne Decke des Stammwählerpotentials zwischen 12-15% endlich zu durchbrechen und warben mit dem Team Joana Cotar und Joachim Wundrak um einen sogenannten „bürgerlichen Kurs“. Das andere Team um Chrupalla und Weidel war hier in der Zielformulierung etwas bescheidener und zurückhaltender und hat sich nicht auf ein konkretes Ergebnis festgelegt.

Die Grundstimmung vieler Wahlkämpfer und Funktionäre blieb verhalten. Man hoffte auf Wählerkonsolidierung, leichte Verbesserungen und auf ein Halten der Stammwählerschaft, kaum aber auf gewaltige Sprünge nach vorn. Beide Lager können sich in ihrer Erwartungshaltung bestätigt sehen. Der Konflikt um die Deutung ist gestern schon zwischen den Spitzenkandidaten Weidel und Chrupalla auf der einen und Jörg Meuthen auf der anderen Seite in der Bundespressekonferenz auf offener Bühne ausgebrochen und wird die Partei auch noch die nächsten Wochen beschäftigen.

Wanderungen und Verluste

In absoluten Zahlen hat die AfD über 1 Million Wähler verloren und damit knapp 20% ihrer Gesamtwählerschaft aus der Bundestagswahl 2017. Starke Verluste sind vor allem in Richtung der SPD und des Nichtwählerlagers und auch der FDP zu verzeichnen.

Wie der Wählerwechsel von der AfD zur SPD zustande kommt, kann an dieser Stelle nur gemutmaßt werden. Hat die SPD ihr Kernthema der sozialen Gerechtigkeit, welches für viele ihrer Wähler wahlentscheidend war, besser und authentischer verkaufen können? Reichte der „Scholz-Effekt“ selbst in das Widerstandslager hinein und hat der Stimmungstrend sogar ehemalige AfD-Wähler in den Sog gezogen?

Diese Fragen werde erst über umfangreiche Nachwahlbefragungen und Studien beantwortet werden können. Fakt ist, das Thema soziale Gerechtigkeit wurde von der SPD offensiv in ihrer Wahlkampagne bespielt und erreichte auch ihre Wählerschaft. Zwar erreichte die Partei nur marginale Zugewinne im klassischen Arbeitermilieu (+3%),  punktete dafür aber umso stärker in den Ü60-Altersgruppen mit einem Plus von 10% Stimmenzuwachs.

Wanderung AfD (vorläufig)

190.000 Wähler verlor die AfD an die FDP. Zur großen Überraschung des Wahlabends konnte die FDP besonders stark in den Jungwählergruppen mobilisieren, wo die AfD gleichzeitig ihre stärksten Verluste von -3% verzeichnete und nach der Ü70-Gruppe am schlechtesten abschnitt. Unter den Erstwählern erreichte die FDP von allen Parteien das stärkste Ergebnis mit 22%.

Im Windschatten der Fridays-for-Future-Generation scheint sich eine weitere jugendliche Subkultur von jungen liberalen Performern und Individualisten als Gegenentwurf zur woken Linken zu entwickeln, die ihre jugendliche Rebellion in den inszenierten Aufbruchs- und Innovationsgeist der FDP kanalisieren und die Entgegensetzung zum linken Zeitgeist auf anderem Wege zum Ausdruck bringen.

Zugleich dürfte das starke FDP-Jungwählerergebnis auch als Protestausdruck vieler junger Menschen gewertet werden, die über die gesamte Zeit der Corona-Krise stets die niedrigsten Zustimmungswerte zu den Maßnahmen ausgewiesen haben. Mit einer eher inkonsistenten und an manchen Stellen durchaus auch befremdlichen Corona-Opposition konnte die AfD das Thema im Ergebnis nur bedingt als Mobilisierungsthema ausspielen.

Erstwähler

Die wenigsten Stimmen (je 60.000) verlor die AfD an die Grünen und die CDU. Manche hatten im Schlußspurt des Wahlkampfes einen erhöhten Zulauf von AfD-Wählern zur CDU zur taktischen Verhinderung einer linken Regierung vermutet. Die CDU-Wählerschaft, die 2017 zur AfD gekommen war, hat sich als stabile Stammwählerschaft erwiesen, die mit ihrer ursprünglichen Partei endgültig abgeschlossen hat. Tatsache ist aber auch, daß die CDU schon 2017 ein historisches Wahldebakel eingefahren hat, welches jetzt mit der Kanzlerkandidatur von Armin Laschet nochmals getoppt wurde.

Union

2017 machten eine Million ehemalige Unionswähler nach der Gruppe der Nichtwähler (1,4 Millionen) die zweitstärkste Wählergruppe der AfD aus. Vom diesjährigen Wählerexodus der CDU kann die AfD jedoch nicht profitieren. Ebenso klar ist aber auch, daß die Masse der ehemaligen CDU-Wähler ihre Frustration gegenüber der eigenen Partei und dem eigenen Kandidaten nicht kompensierten durch eine „bürgerliche“ Alternative wie der FDP, sondern die Hälfte (48%!) der verlorenen Unionswähler zur SPD und zu den Grünen abwanderte, zu Parteien also, die als klassisch links im politischen Koordinatensystem verortet werden können.

Vom großen „bürgerlich-konservativen“ Wählerreservoir kann hier also keine Rede sein, da nützt auch nicht das taktische Planspiel mit konservativen Geisterarmeen aus der Werteunion.

abc

Am zweitstärksten verliert die AfD ans Nichtwählerlager. Hier wird die nächsten Wochen zu diskutieren sein, ob sich die Kampagne „Deutschland. Aber normal“ in Hinblick auf Slogan, Kommunikation und Tonalität stimmig in die Gesamtlage des Landes und der Gesellschaft eingefügt hat, oder vielleicht doch zu defensiv, behäbig und harmlos daherkam.

Abträglich waren sicherlich auch die ständigen Berichte über zerstrittene und demoralisierte Kreisverbänden, die sich weder logistisch, noch organisatorisch oder mental in eine Aufbruchsstimmung für den Wahlkampf versetzen lassen konnten. Das Bild der zerstrittenen Partei mit einer eher biederen Wahlkampagne könnte nicht wenige AfD-Wähler demotiviert haben. Daß die Kampagne dennoch ihren Zielgruppenkern getroffen haben könnte, zeigt diese Graphik:

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Daß mobilisierende und mitreißende programmatische Angebote, aktivierende Kampagnen und Narrative vom gesellschaftlichen Wandel verstärkt Nichtwähler mobilisieren können, hat die AfD einerseits 2017 gezeigt und andererseits verdeutlichen das auch zahlreiche Studien zu soziologischen und strukturellen Merkmalen des Nichtwählermilieus, die in diesem Artikel einmal zusammengefasst wurden.

ghh

Flächenmäßig verliert die AfD in allen Bundesländern außer in Thüringen. Sie kann zwar ihre Ostdominanz unterstreichen, muß aber auch hier durchschnittliche Verluste von 0,76% in Kauf nehmen.

kjb

Die klaren Siege in Sachsen und Südosthüringen sind vor allem bedingt durch die massiven Schwächen der Linkspartei und der CDU. Selbst in Sachsen müssen Verluste von knapp 2,4% der Zweitstimmenergebnisse verschmerzt werden.

Im Westen sind die Verluste freilich noch deutlich größer. Im Durchschnitt verliert die Partei hier 2,36% gegenüber 2017 und kann in keinem alten Bundesland mehr ein zweistelliges Ergebnis vorweisen. Negative Spitzenreiter sind dabei Berlin (-3,6%) und Bayern (-3,4%). In absoluten Stimmen gerechnet bleibt der Westen bei Bundestagswahlen selbstverständlich das entscheidende Gewicht in der Waagschale. Die Aussage, daß Nordrhein-Westfalen mehr Wahlberechtigte als der gesamte Osten habe, ist evident.

Dennoch sollten bei den erneut aufflammenden Ost-West-Diskrepanzen nicht wieder die reflexartigen Fingerzeige auf die Ost-Verbände erfolgen, die mit ihrem politischen Stil angeblich dem Westen schaden würden. Stattdessen muß es heißen: Strukturdaten anschauen, Potentiale analysieren und ideologische Scheren im Kopf abbauen.

jdh

In der Analyse des Wahlergebnisses nach Berufsgruppen bleibt die AfD nur in ihrer traditionellen Kernklientel der Arbeiterschaft solide. Starke Verluste verzeichnete die Partei bei Rentnern und Arbeitslosen, bei ersterer Gruppe verzeichnete die SPD hingegen große Zuwächse. Überraschend stark schneiden die Grünen bei den Arbeitslosen ab (+10%), obwohl die Partei doch in der Gesamtkonstitution ihrer Wählerschaft ein eher gut situiertes und einkommensstarkes Milieu mobilisiert.

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Angesichts des geringen Anteils von Arbeitslosen an der Gesellschaft im Vergleich zu den anderen angegebenen sozialen Gruppen können jedoch schnell Schwankungsbreiten entstehen. Der Gesamtstimmenanteil der Grünen unter Arbeitslosen bleibt vor dem Hintergrund dann doch im Mittelfeld angesiedelt.

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Stärken und Potentiale

Wenn man eine Erfolgsmeldung aus dem AfD-Wahlergebnis ableiten möchte, so ist es mindestens der nicht unbeachtliche Aufbau einer respektablen Stammwählerschaft innerhalb der letzten Legislatur, die sich auf zweistelligem Niveau halten lässt. Wie eingangs erwähnt, hängen Erfolg und Mißerfolg immer aber auch vom Erwartungshorizont ab. Die AfD ist innerhalb des größten deutschen Parlaments eine stabile Kraft und konnte auch ihre Verluste in Grenzen halten. Die Konsolidierung zeigt sich am stärksten in einem direkten Motivvergleich zwischen Protest- und Überzeugungswählern. Während 2017 noch 61% der AfD-Wähler angaben, ihre Wahl erfolge aus Protest, so lässt sich 2021 ein fast ausgeglichenes Verhältnis feststellen.

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Die Stärke der Partei resultiert aus ihrer Wahrnehmung als einwanderungskritische Partei. 2017 dominierte der Diskurs über die Zuwanderung und Innere Sicherheit auch die allgemeine politische Stimmungslage.

2021 wurde das Thema durch neue Themen wie Soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Corona verdrängt. Wahrnehmbar blieb die AfD jedoch hauptsächlich als migrationskritische Partei. Im Themenkomplex Einwanderung konnte sie ihre wahrnehmbaren Kompetenzwerte gegenüber 2017 deutlich steigern.

Viele Debatten, die jetzt über die programmatische Ausrichtung bei den Themen Soziale Gerechtigkeit, Digitalisierung, Baupolitik etc. geführt werden, sollten das Ziel haben, inhaltliche Verknüpfungen zu den Themen Einwanderung und Identität zu bilden.

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Auch ein Blick auf die größeren Zukunftssorgen und Themen der Menschen zeigt, daß die Migrationspolitik zwar in den Mainstreammedien deutlich weniger Raum bekommt, aber im Alltagsleben der Menschen offensichtlich präsent bleibt. Einwanderungskritik gehört zur DNA der Partei und sollte den Aufhänger für weitere Themen bilden. Diese Themenvielfalt ist wichtig, um die wahrgenommene Kompetenz der AfD signifikant zu verbessern und dadurch auch höhere Vertrauenswerte aufzubauen.

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In der Stadt-Land Verteilung zeichnet sich ein bekanntes Bild ab. Die AfD kann in dünn besiedelten Regionen überdurchschnittlich starke Ergebnisse einfahren und weist die schwächsten Werte in den urbanen Zentren auf, die vom radikalen ideologischen Gegenpart, den Grünen, dominiert werden.

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Zusammengenommen mit den weiteren soziodemographischen Schlüsselwerten ergibt sich daraus die exemplarische Wählertypologie:

Charakterisierung des typischen AfD-Wählers: Männlich – Ostdeutsch – höheres mittleres bis leicht unterdurchschnittliches Einkommen – 35-44 Jahre – Arbeiter – dünn besiedelter Raum – niedrige bis mittlere Bildung und von subjektiv wahrgenommenen Abstiegsängsten und Statusverlusten geprägt.

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Charakterisierung des Nicht-AfD-Wählers: sehr jung oder sehr alt – grundsätzlich zufrieden – zukunftsoptimistisch – wohnhaft in urbanen Ballungsräumen – hohe Bildung – verbeamtet – überdurchschnittliches Einkommen und westdeutsch.

Inwieweit die AfD diese Strukturmerkmale in ihre programmatische und kommunikative Profilschärfung künftig einbezieht, bleibt abzuwarten. Der Wählerraum einer rechtspopulistischen Kraft in Deutschland stabilisiert sich und bleibt dennoch von klassischen Protestwahlmotiven bestimmt.

Zwischen 2015 und 2017 war die Frage nach Protestwählermobilisierung oder dem Aufbau „bürgerlicher“ Mehrheiten klar zu beantworten. Lucke und Petry haben versucht, der Partei diese Frage zu völlig deplatzierten Zeitpunkten aufzudrängen. Meuthen versucht jetzt ähnliches, macht diese Frage gleichzeitig aber von der Niederlage des einen oder anderen Lagers abhängig. Interessanter und konstruktiver wären solche strategischen Planspiele jedoch auf Grundlage tatsächlicher Datenanalysen und tieferer Nachdenkprozesse.


Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (75)

RMH

28. September 2021 09:27

Kurze Nachfrage zum präsentierten Datenmaterial. Dieses beruht ja im wesentlichen auf Befragungen von Wählern. Die stichpunktartigen Befragungsbuden bei den Wahllokalen sind bekannt. Inwieweit oder wie werden die Briefwähler, die ja immer mehr werden, erfasst?

Niekisch

28. September 2021 09:33

"Wie der Wählerwechsel von der AfD zur SPD zustande kommt, kann an dieser Stelle nur gemutmaßt werden."

@ Daniel Fiß: Auch ich habe statt der AfD diesmal die SPD mit beiden Stimmen gewählt. Genau wie damals, als das Irak-Abenteuer stattfand. Wenn Interesse besteht, dann erläutere ich gerne, warum.

Daniel Fiß

28. September 2021 09:38

Die Briefwähler werden meist aus statistischen Algorithmen und Modellen der Vorwahlbefragungen erfasst. Kurz vor der Wahl gab es hier auch einen juristischen Streit zwischen dem Forsa Institut und dem Bundeswahlleiter ob befragte Briefwähler in den Umfragen vor dem 18 Uhr Ergebnis erfasst werden dürfen. Der Streit wurde zugunsten von Forsa entschieden, die weiterhin in den Umfragen auch die bereits getroffene Entscheidung der Briefwahl abbilden dürfen.

Daniel Fiß

28. September 2021 09:45

@ Niekisch: Gerne. Ich hoffe natürlich auf eine Erklärung, die auch für die restlichen AfD -> SPD-Wechselwähler repräsentativen Charakter hat, aber ich vermute dann doch eher ein individuelles taktisches Kalkül?

URN

28. September 2021 10:01

Schade. Nach der Überschrift habe ich nicht weitergelesen. Protestwahl, was soll d a s denn? Jedes Verhalten bei und zu einer Wahl ist "Protest"! Das bewußte Daheimbleiben als Protest gegen die Teilnahme. Das bewußte Ungültigmachen als Ausdruck der Ablehnung aller sich zur Wahl stellenden Gruppierungen. Das Setzen eines oder zweier Kreuzchen als Protest gegen die Truppen, bei denen man eben k e i n e s setzte. Manchmal spart eine "falsche" Überschrift Lebenszeit; und dann ist sie, wenn auch so nicht gedacht, genau richtig.

RMH

28. September 2021 10:06

@Daniel Fiß,

vielen Dank für die Erläuterung.

Zum Thema:

Es ist vielschichtig. Das Rentner zu Scholz quer durch alle Lager neigten, liegt evtl. auch daran, dass er es vermieden hat, die Renten als unsicher und die Pflege als Katastrophe darzustellen. Den Boten schlechter Nachrichten ... Scholz hat genau das umgangen.

Scholz hat sich hingestellt und gesagt, wir packen dass und als bisheriger Gelddruckminister wird er es auch noch schaffen, die Rentner ein paar Jahre zu bedienen. Das genügt dem Rentner. Der Teil der Jungen, der nicht den grünen Apokalyptikern auf den Leim gegangen ist, roch den Scholzschen Braten und ist daher z.T. eher den Liberalen zugetan, die ihnen die Mohrrübe vorbinden, dass Leistung sich lohnen kann.

Zur AfD schreibe ich später noch etwas.

Gelddrucker

28. September 2021 10:11

Der Bevölkerungsaustausch und die Aufklärung über das demographische Szenario 2050 muss stärker in den Fokus gerückt werden.

Wir brauchen seriöse Quellen mit seriösen Hochrechnungen.

Da eine eklatante Mehrheit gegen ein arabisch-negroides Europa ist, ist dies unser stärkstes Argument.

Äußerst wichtig auch die Frage der sozialen Gerechtigkeit, die ja laut Umfragen für einen sehr großen Teil der Bürger wahlentscheidend ist. Hier muss der wirtschaftsliberale Flügel einfach einsehen, dass eine neoliberale Ausrichtung der AfD nicht sehr erfolgversprechend ist.

Gelddrucker

28. September 2021 10:28

Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass eine Anti-Auswanderungs-Kampagne gestartet werden sollte.

Im Allgemeinen bin ich optimistisch, dass wir das Ruder noch herumreißen können. Was mir aber große Sorgen bereitet, ist die Auswanderungs-Affinität einiger "Patrioten", wer einen Geschmack davon bekommen will, sollte sich die Kommentare unter dem Tim Kellner-Video am Tag der BW ansehen.

Was sind das für "Patrioten", die sich über Einwanderer aus der dritten Welt beschweren, und dann beim ersten Anzeichen von Ungemütlichkeit aus dem Erstwelt-Wohlfahrtsstaat Deutschland fliehen? Das ist unterirdisch.

Mitleser2

28. September 2021 10:32

"Zur großen Überraschung des Wahlabends konnte die FDP besonders stark in den Jungwählergruppen mobilisieren, wo die AfD gleichzeitig ihre stärksten Verluste von -3% verzeichnete ...Unter den Erstwählern erreichte die FDP von allen Parteien das stärkste Ergebnis mit 22%."

Wenn diese Zahlen stimmen, ist das schlecht für die Perspektiven der AfD. Überspitzt: Aufteilung der Jüngeren in Grüne/FDP. Wäre aber nur ein weiteres Indiz für die Spaltung der Gesellschaft.

RMH

28. September 2021 10:43

Als theorielastiger Blog neigen wir dazu, zu schnell auf inhaltliche oder thematische Ursachen zu sehen. Mein Eindruck bei dieser Wahl war in punkto AfD ein anderer. Es lag weder an zu viel Meuthenschen Wirtschaftsliberalismus noch an zu wenig sozialen Patriotismus. Es lag an den unterschiedlichen personellen Aufstellungen und des komplett unterschiedlichen Engagements der Partei vor Ort. Ich folge bspw. B. Höcke auf Telegram. Da bekam man laufend Nachrichten, wo und an welchem Ort, ja z.T. Kaff in Thüringen er wieder auftreten wird. Die klassische Ochsentour.

Im Westen hingegen vielfach: Auftritte, Veranstaltungen selten (Behörden tun alles, um Öffentlichkeit zu verhindern). Gut, Plakate hat man ordentlich geklebt, aber wer lässt sich davon beeindrucken? Wenn es nach der Plakatfrequenz bei der Wahl ginge, hätte bspw. die MLPD in meiner Region 30% holen müssen (war dann unter 0,5%). AfD Kandidaten und Parteipersonal, welches sich in aller Regel aus Leuten zusammensetzt, die aus irgendwelchen Gründen keine soziale Fallhöhe mehr haben. Bräsige, graumelierte Pensionisten, Rentner und exzentrische Selbständige, die eine Marktnische zu haben scheinen, wo sie nicht von der cancel culture betroffen sind, aber allesamt ihren Hintern nicht in die Öffentlichkeit bewegen. Dazu ständig nur die Botschaften, wie schlecht doch alles ist. Tja, damit sprich man dann genau die Wähler an, die man selber ein Stück weit repräsentiert und davon gibt es eben kaum mehr als 10%.

Niekisch

28. September 2021 10:57

"Ich hoffe natürlich auf eine Erklärung, die auch für die restlichen AfD -> SPD-Wechselwähler repräsentativen Charakter hat, aber ich vermute dann doch eher ein individuelles taktisches Kalkül?"

@ Daniel Fiß: Repräsentativ? Aus einer Einzelmeinung ist das schwer zu ermitteln. Ich kann nur in Ehrlichkeit antworten und Mosaiksteine liefern, was ich nach und nach tue:

Das taktische Kalkül steht im Vordergrund, vielleicht zu 2/3. Die Tür dafür hat sich für geöffnet, weil ich vor der Wahl ein Ergebnis für die AfD von um die 10 % als ziemlich sicher annahm und ganz sicher von mangelnder Mitregierungschance der AfD ausging. Armin Laschet hat sich insofern und darüber hinausgehend in infamster Weise geäußert. Da die CDU versäumt hat, die AfD rechtzeitig wie in früheren Zeiten andere konservative Parteien einzubinden und in Koalitionen zu erwürgen, hat sie jetzt überhaupt keinen Partner, der mit ihr das verdiente Doppelgrab oder Mehrfachgrab teilen möchte. Gibt es weder eine Jamaika- noch eine Große Koalition, dann könnte mein Kalkül aufgehen, dass CDU/CSU - wie ich hier schon vor mehreren Jahren prognostizierte - auf die Größe des Zentrums in der Weimarer Republik reduziert werden. Setzt sich gleichzeitg bis dahin in der AfD die Devise "Souveränität - Identität - Sozialität", angedeutet im "Solidarischen Patriotismus, durch, ist der Weg frei. Eine zu erwartende Ampel steht dem Kalkül nicht entgegen, wie ich unter II erläutere.

 

Laurenz

28. September 2021 10:59

Chrupalla zitiert hier quasi im Resümee die Inhalte aus der SiN-Debatte um die Eminenz der Sozial-Politik. 

https://youtu.be/ZVNqYn8TLj8

Das ist aber mit der Wahl-Strategie, "Deutschland, aber normal", nicht kongruent. 

Chrupalla proklamiert hier also eine Wahlstrategie, die erfolgreich gewesen wäre, aber von der SPD genutzt wurde.

Und wir können in meinen Augen davon ausgehen, daß die AfD-Wahl-Strategie ein Kompromiß war. 

Die Lindner-Partei selbst vermied es ja, konkret zu werden & verkaufte "erfolgreich" auch kein libertäres/liberales Programm. 

Hätte sich Chruopalla mit seiner Sicht, die AfD als Partei der kleinen Leute zu verkaufen, wohl nicht durchsetzen.

Bedauerlich.

Die Ergebnisse in Thüringen & Sachsen sind wohl der schlagende Beweis gegen die Meuthen-Bande. Was dort funktioniert, kann überall funktionieren.

Laurenz

28. September 2021 11:00

@DF

Bei über 8% für Sonstige mißtraue ich der Analyse der Wählerwanderungen.

Niekisch

28. September 2021 11:06

"Unter den Erstwählern erreichte die FDP von allen Parteien das stärkste Ergebnis mit 22%.""

@ Mitleser2 10:32: Es gibt regelmäßig Jugendumfragen. Da kommt die AfD unter 5%. Das muss zum Nachdenken zwingen. Außerdem gerade frisch aus dem Ruhrpott bei der BT-wahl: in Eigenheim- und SUV-Gegenden 5-8 % AfD, in Überfremdungsgegenden bis zu 21%.

"Im Westen hingegen vielfach:"

@ RMH 10:43: Stimmt genau und war fast immer so.  

Franz Bettinger

28. September 2021 11:08

Incubus oder succubus, das ist die eigentlich wichtige Frage, nicht wahr? 

Allnichts

28. September 2021 11:10

In der Tat ein gemischtes Bild, das sich da ergibt. Einerseits ist es durchaus als Erfolg zu bewerten, dass es bei der ohnehin vorhandenen, in Corona-Zeiten allerdings noch verschärften medialen Ungleichbehandlung, aber auch eigener Unfähigkeit während der letzten knapp 18 Monate, sinnvolle Politik zu machen, zu einem relativ hohen Ergebnis kommt. Man ist soweit etabliert. Mehr als jeder zehnte Wähler setzt sein Kreuz bei einer Partei, welche allerorten in die Nähe von Massenmord und Menschenfeindlichkeit gerückt wird.

Andererseits muss gefragt werden, ob auf lange Sicht überhaupt mehr drin ist als diese Nebenrolle, von leichten Schwankungen und Ausnahmserfolgen abgesehen, zumal ja auch eine Spaltung droht, die zwar Klärung brächte, aber kaum bessere Wahlergebnisse. Mit eigener Kraftanstrengung sehe ich kaum Möglichkeiten, die Menschen sind heutzutage so, wie sie sich nun einmal zeigen. Der Nachwuchs macht wenig Hoffnung.

Interessant wäre noch, wie die AfD in West und Ost jeweils auf dem Land abgeschnitten hat. Ich erwarte keine neuen Erkenntnisse, aber sie dürften manchem, der den Konflikt nicht in West-Ost, sondern in Stadt-Land sieht, eine Illusion nehmen.

Gelddrucker:

Der Grossteil der Deutschen hat die Folgen der Einwanderung jeden Tag vor Augen, sie gewöhnen sich einfach daran.

Laurenz

28. September 2021 11:22

@Niekisch @Mitleser2

"Unter den Erstwählern erreichte die FDP von allen Parteien das stärkste Ergebnis mit 22%.""

"Da kommt die AfD unter 5%. Das muss zum Nachdenken zwingen."

Das sind die 18-21ährigen. Und natürlich muß man darüber nicht nachdenken.

Sobald diese jungen Menschen das erste Mal ihre Miete & ihre Stromrechnung selbst bezahlen müssen, ist der Umdenk-Prozeß abgeschlossen. Besser als alles quatschen.

Franz Bettinger

28. September 2021 11:25

Ha, AfD, FDP und CDU-CSU haben eine Mehrheit und könnten die Regierung bilden. Das wäre mal etwas Neues (bzw. Altes, Normales) und die Lügenpresse würde im Dreieck springen. Das käme einer Revolution gleich.

Laurenz

28. September 2021 11:25

Da mein Beitrag nicht durchging, frage ich Sie, DF, direkt.

Wie steht dieses Interview

https://youtu.be/ZVNqYn8TLj8

im Zusammenhang mit der Wahl-Strategie der AfD?

Ich kann nicht wirklich eine Kongruenz feststellen.

Zieht Chrupalla eine Schlußfolgerung oder verkauft Er nur?

Gelddrucker

28. September 2021 11:30

@Allnichts:

Eben nicht. Nur ein Drittel der Deutschen lebt in Großstädten. Also haben eben zwei Drittel diese Folgen nicht vor den Augen. Und in den Großstädten auch nicht direkt vor der Tür, denn auch da gibt es noch viele nicht-überfremdete Viertel.

Außerdem, nochmals für Sie, falls Sie das nicht kennen:

https://wewereneverasked.co.uk/survey

https://www.focus.de/politik/videos/repraesentative-umfrage-70-prozent-der-deutschen-finden-dass-der-islam-nicht-zu-deutschland-gehoert_id_6027429.html

kikl

28. September 2021 11:57

Meine These ist, dass es die Mainstream-Medien geschafft haben, eine Brandmauer zu errichten, wonach die AFD unwählbar, undemokratisch usw... ist. Deswegen kann die AFD fast nur noch die eigenen Stammwähler mobilisieren.

Wieso komme ich zu dem Urteil?

1. Die AFD hat einzig Stimmen von den Linken hinzugewonnen. Das ist erstaunlich, weil sie ja ideologisch Gegensätze darstellen. Allerdings kann die Brandmauer bei der Linken nicht wirklich verfangen. Den Wählern der Linken ist bekannt, dass auch die Linke vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Davon lassen sich diese Wähler nicht abschrecken.

2. Die CDU hat zwar massiv Stimmen verloren aber nicht an die AFD. Die einzig vernünftigen Alternativen für Konservative Wähler können die FDP und die AFD sein. Dass es in dieser Richtung zu keinem Verlust gekommen ist, führe ich auf die Brandmauer zurück. Die CDU Wähler haben daher die AFD gar nicht als wählbare Alternative berücksichtigt.

Aus dieser Situation kommt die AFD auch nicht dadurch heraus, dass sie sich beim Mainstream anbiedert. Wenn man Höcke opferte, dann würde irgendjemand anderes innerhalb der AFD diese Rolle ungewollt übernehmen müssen. Die Strategie hat so gut geklappt, dass der Mainstream es fortsetzen wird.

Die AFD muss in erster Linie versuchen eine eigene Medienmacht aufzubauen, um die Medienmacht des Mainstreams zu brechen. Dazu muss sie mit allen möglichen Multiplikatoren zusammenarbeiten.

Marc_Aurel

28. September 2021 12:04

Das ist eben die vorhersehbare Quittung für die Versuche unter Meuthen das patriotische Lager wegzubeißen und aus der AfD eine Art Altpartei zu machen. Was man von der AfD seit der letzten Wahl öffentlich verstärkt wahrnehmen konnte, waren Streitereien, Ausschlüsse und Ausgrenzungen u.dgl., besser gewesen wären Einigkeit, Zusammenhalt, ein scharfes Profil, neue gute Ideen, solide Konzepte und viele Alleinstellungsmerkmale, die sie von der antideutschen Einheitsfront abheben.

Die von RMH angeschnittenen Unterschiede in den Punkten Einsatzbereitschaft und Engagement verschiedener Wahlkreise im Wahlkampf, spielen mit Sicherheit ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Im Osten hat sich die Partei trotzdem sehr gut gemacht. Was die öffentlich wahrnehmbare Präsenz z.B. hier in Sachsen angeht, war unter Petri aber mehr los, das muss man auch mal sagen. Die P, als attraktive junge Dame, mit Köpfchen und einer scharfen Zunge, die gut kontern und bissig austeilen konnte, war bekannt wie ein bunter Hund, ihr Abgang hat eine Lücke hinterlassen, die nie gleichwertig oder besser gefüllt werden konnte.

Mich als Ostdeutschen stört, das die AfD im ges. Osten das Potential hat, die dominierende Partei zu werden, sich dies aber kaum auf die Gesamtpolitik auswirkt, da wir mit den…ähm, lieben Freunden hinter der alten Grenze fest verdrahtet sind - zähneknirschend muss man so zuschauen, wie man gegen den Strich gebürstet wird, mit fatalen Konsequenzen für unser Land und unsere Zukunft.

Volksdeutscher

28. September 2021 12:09

@Allnichts - "Der Grossteil der Deutschen hat die Folgen der Einwanderung jeden Tag vor Augen, sie gewöhnen sich einfach daran."

Auch ich habe sie tagtäglich vor Augen und trotzdem kann und will und werde ich mich nicht daran gewöhnen. Wie könnte ich nur, wenn ich dagegen bin? Deshalb habe ich die AfD gewählt. Also wird es jenen von Ihnen erwähnten Leuten am A... vorbeigehen, was aus dem deutschen Volk, der deutschen Kultur und dem deutschen Staat oder aus unserer gemeinsamen europäischen Zivilisation wird. Ich halte diese Leute für nihilistische Konsumidioten, die nur in genetischer Hinsicht, aber nicht in Geist und Seele Deutsche sind. Sie sind nur Bewohner dieses Landes, aber nicht seine Bürger. Sie leben nur hier, weil es woanders nicht so leicht zu leben ist. Geht es ihnen mal wirtschaftlich schlecht, dann sind sie die ersten, die auswandern. Sie sind ersetzbar und austaustauschbar. Und sie lassen sich auch austauschen, sonst hätten deutschfeindliche Kräfte in diesem Land keinen Erfolg mit dem Volksaustausch. Sie nicht zu haben wäre nur ein quantitativer, jedoch kein qualitativer Verlust.

Niekisch

28. September 2021 12:09

@ Daniel Fiß II: Da wohl niemand eine erneute Gro-Ko will, wird es zur Ampel kommen, die ebenso wie die bisherige Gro-Ko auf den Gebieten, wo unter den Koalitionären unüberbrückbarer Dissens besteht, Stillstand bewirken wird. Wo Konsens erzielt wird, da wird sich die Lage verschärfen, was wiederum der AfD Angriffspunkte liefert. Das gilt sowohl für weitere Überfremdung als auch den avisierten industriellen Umbau. 

Warum also nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben, wo doch unser NRW-Teufel Laschet ohnehin auch schon selber Belzebub war und ist? 

Als Wähler mit betont sozialer bis zu betont systemsozialistischer Einstellung unter dem Dach des Nationalen unterstütze ich bis zum Durchbruch der Höcke- Linie im Bedarfsfall die SPD. Die CDU/CSU verdient nur eines: die Schrumpfung bis zum Untergang.

 

Gurbanguly

28. September 2021 12:10

Ich weiß gar nicht, warum so viele beunruhigt sind, dass die Erstwähler nicht blau gestimmt haben.

Das sind Menschen, denen in den nächsten Jahren die größten Umwälzungen ihres Lebens bevorstehen: Auszug von daheim, raus aus dem Rotweinviertel. Wechsel von Fremd- zu Eigenfinanzierung. Deren politische Momentaufnahme kann doch keiner ernst nehmen, wenn die diesmal direkt aus ihrem Kinderzimmer ins Wahllokal gestolpert sind. 

Zusätzlich haben die Coronauflagen die so stark getroffen wie keine andere Altersgruppe. Da die AfD sich da nicht positionieren konnte, war FDP deren Protestwahl diesmal. 

Erst wenn man unter den 30- bis 50 jährigen Wähler zu verlieren beginnt... die, die um 7:30 Uhr morgens aufstehen - dann mach ich mir Sorgen. 

Dass man abseits der Parteien natürlich rechte Jugendbewegungen braucht, steht auf einem anderen Blatt. (Wenn ich auch nach Kriminalisierungswelle der IB erstmal ratlos bin, wie man das neu aufziehen kann ohne erneut in denselben Fleischwolf zu geraten...) 

 

 

kikl

28. September 2021 12:18

Dann demonstriert aus meiner Sicht diese Wahl, dass die Macht im Staate nicht vom Volke sondern von den Medien ausgeht. Die Medien manipulieren das Volk nach Lust und Laune und bestimmen damit, welche politischen Parteien an die Macht gelangen.

Wie komme ich zu diesem Urteil?

Objektiv betrachtet hat die große Koalition im Verein mit der Altparteien-Opposition das Volk auf eine beispiellose Weise entrechtet und geknechtet. Begründet wurde diese Knechtung mit einer Notlage, die es so nie gab.

Diese Informationen sind für jedermann jederzeit erhältlich, der sich Abseits vom Mainstream informiert, auch auf so unauffälligen Seiten wir Reitschuster oder Achse des Guten. Aber deren Reichweite kann gegen ARD/ZDF/WDR... nicht anstinken. Jetzt habe ich noch nicht einmal all die weiteren Skandale und regelmäßigen Verfehlungen der großen Koalition genannt.

Hätten das Volk begriffen, was hier mit ihm gemacht wurde, dann hätte es die große Koalition abgewählt. Aber das ist nicht geschehen. Die Schafe haben ihre Metzger gewählt. CDU/CSU und SPD haben gemeinsam immer noch eine Mehrheit, obwohl sie seit 18 Monaten mittels eines verfassungswidrigen Corona-Regimes das Land knechten.

Für mich gibt es dafür nur eine Erklärung. Die objektive Performance der Parteien ist weitgehend egal, wenn sie von den Medien gepusht werden. Die Medien errichten einfach eine Matrix aus Lügen und die meisten Menschen fallen darauf rein.

Niekisch

28. September 2021 12:18

"... wir mit den…ähm, lieben Freunden hinter der alten Grenze fest verdrahtet sind - zähneknirschend muss man so zuschauen, wie man gegen den Strich gebürstet wird, mit fatalen Konsequenzen für unser Land und unsere Zukunft."

@ Marc_Aurel 12:04: Ihr seid fest verdrahtet und Euch Synonyme im Westen sitzen hinter dem Stacheldrahtverhau der Meuthenisten.

Waldgaenger aus Schwaben

28. September 2021 12:23

Ich habe diesmal die Freien Wähler gewählt, in der Hoffnung, dass sie eine Brücke zwischen der AfD und den Altparteien bildet. Wahlprogramm 2018 für LTW Bayern:

Wir FREIE WÄHLER stehen für eine ideologiefreie Auseinandersetzung mit den Themen Asyl, Integration und Migration. Das Asylrecht für individuell politisch Verfolgte steht für uns nicht zur Diskussion. Der Schutz für Kriegsflüchtlinge gilt für die Dauer der kriegerischen Handlungen in ihrer Heimat. Damit das System nicht ausgenutzt wird, brauchen wir aber auch eine konsequentere Rückführungspraxis für Menschen ohne Aufenthaltsrecht. Die illegale Zuwanderung nach Bayern muss durch Grenzkontrollen unterbunden werden

siehe hier

Ohne Machtperspektive bleibt die AfD die ewige Verlobte, die den Partner endlos auf die Hochzeitsnacht warten lässt. Irgendwann sucht er sich eine andere Braut.

RockabillyRebel

28. September 2021 12:41

Indem in den "öffentlichen Leitmedien" sämtliche Themenbereiche bewußt ausgespart wurden, innerhalb derer die AFD meinungsstark sich an einer öffentlichen Diskussion hätte beteiligen können (bspw. Innere Sicherheit, Migrationskosten, etc.), ist dieser Partei schlicht das Wasser für einen allgemeinen Diskurs abgegraben worden.

Man kann sich nur wundern, dass trotz dieser nahezu flächendeckenden Tabuisierung rechter Kernthemen überhaupt noch ein derart ansehnliches Ergebnis für die AFD dabei herumgekommen ist.

Sämtliche massetauglichen Print- und Funkmedien haben sich damit wiederum nur mäßig erfolgreich um die Einhegung dieser Partei bemüht.

 

Marc_Aurel

28. September 2021 13:02

@Niekisch
„Ihr seid fest verdrahtet und Euch Synonyme im Westen sitzen hinter dem Stacheldrahtverhau der Meuthenisten.“

Dann sollte man sie daraus befreien und den Drahtverhau niederreißen, das wäre ein erster, wichtiger Schritt.

anatol broder

28. September 2021 13:06

@ rmh 10:43 

es lohnt sich nur bei ordentlichen plakaten, diese ordentlich aufzuhängen. unordentliche plakate schrecken ab.

ein beispiel dafür lieferte wilfried biedermann aus münchen-ost. auf einem wahlkampf-plakat dieses direktkandidaten war ein porträt von ihm zu sehen. der kopf neigt leicht nach links, also gegen den afd-phallus, der klar nach rechts oben weist. das gesicht ist nicht ausgeleuchtet, die augen erscheinen schwarz. das hellblaue (hellgrau?) karohemd hebt sich kaum vom afd-blauen hintergrund ab. das porträt hat eine sichtlich geringere schärfe als die schrift und die grafiken darum.

die plakate der konkurenz zeigten solche schwächen nicht. im direkten vergleich auf der strasse verlor biedermann gegen alle.

nun betrachten wir ein plakat aus 2017, auf dem neben biedermann auch jürgen elsässer zu sehen ist. elsässers porträt ist makellos. biedermann dagegen sieht aus wie auf dem btw-2021-plakat. wie kann das sein? offensichtlich zog biedermann mit einem mindestens 4 jahre altem porträt in den wahlkampf 2021.

tearjerker

28. September 2021 13:07

Es wird zuviel in Zahlen interpretiert, die zudem für mehr als ein Drittel der Wähler, die Brief-Wähler, rein aus Modellen gewonnen werden. Union und Sozis können als austauschbar gelten, und gemeinsam immer 40%+ erringen und damit garantieren, dass die Politik der letzten 15 Jahre fortgeführt wird. Diese Staatsparteien decken die Bedürfnisse ihrer Klientel schon zu 100% ab und die Alternative kann sich trotzdem nicht erklären, warum sie mit identischen Positionen die Satten nicht gewinnen wird. Die Klientel der Grünen hält sich für was Besseres, die Klientel der Alternative für was Schlechteres, die FDP kann die Kinder der Generation ziehen, deren Eltern sie bereits in der Ära Westerwelle gewinnen konnte um dann nach 2009 alle nach Strich und Faden hängen zu lassen.  Die Linke sieht alt aus, weil es die Ostzone nun seit 31 Jahren nicht mehr gibt. Immerhin war sie die einzige Partei, die überhaupt konkrete Vorstellungen äusserte (NATO-Austritt, Mindestlohn). Also weiter wie bisher.

Laurenz

28. September 2021 13:24

@Kikl (1)

"Brandmauer"

Das stimmt zwar, hat aber im Endeffekt nur mit den jeweils materiellen Befindlichkeiten der Wähler zu tun.

Die beiden größten Parteien, SPD & CDU/CSU kommen jeweils nur auf 25%. Das ist so eindeutig & erfolgreich, wie dargestellt, nicht. Und bei der SPD wurde das nur erreicht, weil Scholz es geschafft hat, daß die Partei-Linke das Maul hält & er sofort von seinen unliebsamen Positionen, wie eine europäische Sozialversicherung, verbalen Abstand genommen hatte. Die einzige Infos, die kamen, waren "DU, gute Rente & mehr soziale Gerechtigkeit". Das war's.

Es war quasi so, als hätten die SPD-Wahlstrategen Götz Kubitschek gelesen & Ihm auch noch geglaubt.

Die hatten wohl weniger Zweifel an Kubitscheks Einschätzung als dies viele AfD-Strategen hatten.

Laurenz

28. September 2021 13:24

@Kickl (2)

& mal Hand auf's Herz, im Gegensatz zu den ÖRR-Berichterstattern & Scholz selbst, kann man beruhigt behaupten, daß das Klima die SPD-Wähler einen Scheiß' interessierte.

Wenn wir also die Meuthen-/Chrupalla-Richtungsdebatte verfolgen, sollten wir die SPD als entscheidendes Merkmal im Auge behalten.

Die Grün-Wähler rekrutieren sich im wesentlichen aus den staatlich alimentierten Berufsgruppen, wie Lehramt & sonstige SUV-Fahrern, die es sich erlauben können, im Bio-Laden einkaufen gehen zu können. Aber das sind eben nun mal keine 25%.

Viele "bürgerliche" Protestwähler sind eben diesmal bei der FDP gelandet, weil man davon ausging, daß die FDP mitregiert.

Laurenz

28. September 2021 13:26

 

@Waldgänger aus Schwaben

"Freie Wähler"

Das ist vergebene Liebesmüh'.

Es kann nur einen geben.

Allnichts

28. September 2021 13:31

Gelddrucker:

Sie müssen nicht in einem vom hohen Ausländeranteil geprägten Großstadtviertel in Westdeutschland wohnen, um die Folgen der Einwanderung vor Augen zu haben. Auch Kleinstädte sind keine Oasen, zumindest in Westdeutschland, Leute kommen herum, wegen der Arbeit oder zum eigenen Vergnügen. Trifft das alles nicht zu, bekommen sie es immer noch über die Medien mit. Nein, es liegt nicht an der Information oder der mangelnden Offensichtlichkeit, es liegt am Zeitgeist. Man hat die Möglichkeit, in einer geheimen Wahl gegen Zuwanderung zu stimmen, tut es aber eben nur zu einem geringen Teil. Daran ändern auch bestimmte Umfrageergebnisse nichts.

Volksdeutscher:

Ich kann Ihren Gedankengang verstehen. Für mich ist die Genetik am Ende allerdings entscheidend, deswegen ist jeder Verlust an Volkssubstanz im biologischer Sinne abzulehnen. Auch ein Kind, welches heute von zwei Grünen gezeugt wird, kann später zu einem überzeugten Patrioten oder Nationalisten, einem stolzen Weissen werden, vielleicht auch erst dessen Kind oder Kindeskind. In jedem Fall werden so die Gene weitergetragen, und solange dies geschieht, ist nichts verloren. Auch wenn man zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Auge zudrücken muss, wir brauchen die Menge.

Lumi

28. September 2021 13:34

Stimme den beiden Kommentaren von @kikl zu. Die Deutschen sind zu dumm, um die immer dreisteren Lügen zu durchschauen, die das System ihnen serviert. Sie sind sogar so dumm, sich noch vom System gegeneinander aufhetzen zu lassen.

Die Massenmedien als ideologische und propagandistische Gewalt spielen die entscheidende Rolle. Wir können hier getrost von einer Lügenmatrix und einer Mentalkontrolle sprechen.

Eine sprachliche Anmerkung:

Beide Lager können sich in ihrer Erwartungshaltung bestätigt sehen.

In ihren Erwartungen. Eine Erwartungshaltung dagegen ist, wenn ich alles von Mama oder dem Staat oder wem auch immer erwarte und nicht selber aktiv werde. Das wird dauernd falsch gebraucht, insbesondere im Sportgeschwätz.

Elvis Pressluft

28. September 2021 13:46

Zur Problemlage eine persönliche Wahrnehmung: Eine Bekannte (nicht mehr sehr jung, intelligent und eloquent) äußerte mir gegenüber wiederholt und nachdrücklich, sie fühle sich in unserer gemeinsamen Heimatstadt (norddeutsches „Mittelzentrum“, d.h. Kaff mit weniger als fünfzigtausend Seelen) aufgrund der Ausländersituation nicht mehr wohl und nicht mehr sicher. Auch plädierte sie vor dieser Folie für eine deutlich restriktivere Einwanderung. Daraufhin wagte ich kritische Anmerkungen zur Rolle Merkels und ließ auch erkennen, daß ich die AfD nicht als unwählbar einstufe … diese Frau quittierte meine Worte mit deutlichem Befremden; auf die Herrscherin wollte sie wenig kommen lassen usf. pp. – Diese Beobachtung mag nicht verallgemeinerungsfähig sein, beeindruckte mich allerdings erheblich. Womöglich gibt es etliche Menschen, die sich durchaus nicht (wie hier gemutmaßt wurde) an die Verhältnisse „gewöhnt“ haben, aber nicht bereit und/oder in der Lage sind, in politischen Zusammenhängen zu denken. Sozialer Konformitätsdruck ist definitiv ein bedeutsamer Faktor; den Rest besorgt das permanente mediale Trommelfeuer.

Andreas Walter

28. September 2021 13:46

Für Sachsen:

Was wollen die Wähler? Dass die drei Großstädte sauberer und grüner werden (weniger Autos, Lärm, Abgase, Gestank und dafür mehr Parks, mehr Grünzeug und Fahrradwege).

Wer ist der klassische FDP-Wähler (im Osten) und was will der (was fehlt davon auch in Sachsen?)? Eine wichtige Kundschaft, denn diese Leute schaffen oft auch Arbeitsplätze.

Und wieso gab es auch Zugewinne der SPD in Sachsen? Ja klar wurde die soziale Frage von der blauen ("adligen") "Professorenpartei" bisher vernachlässig. Denn auch Bauern sind heute Manager und Angestellte sind auch keine Arbeiter (Schaffer) im klassischen Sinn.

Für Thüringen gilt fast das Gleiche, wobei dort (als eher Agrarland) die Gelben keine so große Rolle spielen und auch die Grünen dort weniger unzufrieden sind.

Das gleiche Rezept gilt auch noch für Süd-Sachsen-Anhalt und Süd-Brandenburg und den Rest sollte man vergessen. So wie sich auch die CSU erfolgreich auf Bayern konzentriert.

Die 8 südlichen Verwaltungsbezirke der ehemaligen DDR entsprechen recht genau dem AfD-Potential-Land:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_(DDR)

@Mitleser2

War auch mein erster Gedanke, als ich das gestern gelesen habe. Grün/Gelb ist (im Westen) das neue Links/"Rechts"(eigentlich Liberal), weil SPD/CDU (rot/schwarz so was von gestern ist). In der Süd-"DDR" steht dagegen Blau für Schwarz, so wie in Bayern die Weiß-Blauen.

 

kikl

28. September 2021 13:50

"Viele "bürgerliche" Protestwähler sind eben diesmal bei der FDP gelandet, weil man davon ausging, daß die FDP mitregiert."

Das ist eine vernünftige Erklärung.

Aber dass so gut wie keine Wähler von der Union zur AFD gewechselt sind, das leuchtet mir nicht ein. Statt dessen sind 60 000 Wähler zur Union gewechselt trotz des schlechtesten Wahlergebnisse in der Geschichte der CDU/CSU. Die Union hat Stimmen an alle Parteien verloren bis auf AFD und Linke. Das ist die Brandmauer, anders ist das für mich nicht zu erklären.

Dietrichs Bern

28. September 2021 14:05

Also bitte: Die Grünen sind nur ein paar Punkte vor der AFD, trotz einer massiven 24/7 Wahlkampagne der öffentlich-rechtlichen und der privaten Medien (außer Bild-TV, der einzigen Ausnahme), trotz der nackten Wahlmanipulation durch die Baerbock Teilnahme an Triel-Dingens und bezahlten Aktivisten u. ä.

Das angesichts dieser Tatsache mehr durch mehr oder weniger radikale Positionen (je nach Parteiflügel) zu holen gewesen wäre, entbehrt jeder Realität.

Volksdeutscher

28. September 2021 14:20

@Allnichts

Mein Gedanke "Sie nicht zu haben wäre nur ein quantitativer, jedoch kein qualitativer Verlust" korrespondiert doch mit Ihrem Gedanken von "Auch ein Kind, welches heute von zwei Grünen gezeugt wird, kann später zu einem überzeugten Patrioten oder Nationalisten, einem stolzen Weissen werden, vielleicht auch erst dessen Kind oder Kindeskind. In jedem Fall werden so die Gene weitergetragen, und solange dies geschieht, ist nichts verloren", da ich den quantitativen Verlust nicht leugne.

Aber den Gedanken im Nebensatz von "solange dies geschieht, ist nichts verloren" bin ich sehe ich anders, denn überlegen Sie doch die Tatsache, daß die Frauen der Eingewanderten in ihrem besten Alter 3-4 Kinder gebären, während die unseren höchsten 1-2, wenn sie Mitte oder Ende dreißig sind.... Dagegen kommen wir nicht mal mittelfristig an! Sie gebären uns nieder! Denn dafür sind sie hierhergbracht oder hereingelassen worden!

kikl

28. September 2021 14:23

"Stimme den beiden Kommentaren von @kikl zu. Die Deutschen sind zu dumm, um die immer dreisteren Lügen zu durchschauen, die das System ihnen serviert. Sie sind sogar so dumm, sich noch vom System gegeneinander aufhetzen zu lassen."

Man muss dabei berücksichtigen, dass hier alle nur denkbaren Techniken der Manipulation und Gehirnwäsche eingesetzt wurden.

1. Ständige Wiederholung

Aus allen Kanälen wurde tagtäglich das Narrativ der Todespandemie verbreitet. 

2. Emotionalisierung und Angst Einjagen

Bilder von Särgen und Leichen wurden immer wieder gezeigt, um den Leuten Angst einzujagen.

3. Autoritäten

Die immer gleichen Professoren huschten tagtäglich über die Mattscheiben. Herrn Drosten wurde fast ein Heiligenschein verpasst. Der Autoritätsglaube und Untertanengengeist vieler Deutscher wurde ausgenutzt.

kikl

28. September 2021 14:24

4. Zensur

Jede Gegenteilige Meinungsäußerung wurde mit den Mitteln der systematischen Zensur und/oder Verleumdung der Kritiker so gut es ging mundtot gemacht. Youtube, Facebook, Twitter, ... führten das dreckige Handwerk für die Politiker aus.

5. Stigmatisierung

Das Bekenntnis zu einer vermeintlichen Mindermeinung (Schweigespirale!) wird zusätzlich dadurch extrem erschwert, indem dem Andersdenkenden der Ausschluss aus der Gemeinschaft der Rechtgläubigen droht.

6. Kriminalisierung

Zuletzt wurde der Protest der Andersdenkenden verboten und mit Polizeigewalt wurden sie eingeschüchtert. Der staatliche Geheimdienst wurde in Stellung gebracht wegen "Delegitimierung des Staates".

Dabei wirkte selbst die Brandmauer zwischen der AFD und den neuen Dissidenten des Systems, aber nicht so stark wie sonst.

Es fehlt vermutlich nicht am Intellekt der Deutschen, die Gehirnwäsche wird nur mit großer Konsequenz und Perfektion betrieben. Das ist kein Zufall sondern das ist sorgsam erlernt worden.

Es gibt meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit diese Macht zu brechen. Es muss eine mediale Gegenmacht errichtet werden. Die sogenannte "Metapolitik" muss ins Zentrum der politischen Strategie rücken, um diese Brandmauer zu durchbrechen. Ansonsten wird die AFD auf Ihrem Stammwählerpotential von 10% verharren.

Gelddrucker

28. September 2021 14:46

@Allnichts

Die Leute interessiert nur ihre nächste Umgebung, so ist das nunmal. Höre ich dauernd.

"Man muss ja nicht nach..."

"Dann zieht man halt da weg"

Die Vielfalt kommt zu euch, sage ich dann, aber will man ja nicht glauben....

 

Hier jedenfalls in meiner Region (Westen) sind die Kleinstädte zwar keine Oasen, allerdings auch nicht so stark betroffen.

Sie gehen immer davon aus, dass jeder ein Auge dafür hat, das ist mitnichten der Fall.

Ich war selbst jahrelang Großstadtbewohner ohne dass ich von mir selbst aus gerotpillt wurde.

 

Gotlandfahrer

28. September 2021 15:00

Trifft ein FDP-Wähler den anderen und sagt...

https://youtu.be/PPA2R8t3Cyo

 

RMH

28. September 2021 15:04

"Die einzige Infos, die kamen, waren "DU, gute Rente & mehr soziale Gerechtigkeit". Das war's."

Es brauchte auch schon noch den hanseatisch "seriös" rüber kommenden Gelddruckminister Scholz, damit die Rechnung aufging. Eine Quotenkandidatin Esken oder ein Kandidat Borjans hätten selbst Laschet (!)  klar zum Sieger gemacht. Und ein Herr Habeck wäre für evtl. der Dammbrecher für über 20% für die Grünen gewesen.

Zu den Inhalten gehört heutzutage immer auch eine Person, denen die Leute aus welchen Gründen auch immer, irgendwie vertrauen. Siehe die rein von der Persönlichkeit Schwesig gewonnene Wahl in MVP, siehe Haseloff für die CDU in SA.

Und Persönlichkeiten sehe ich bei der AfD nur sehr wenige.

Elvis Pressluft

28. September 2021 15:26

Anhand der von den Systemmedien bereitgestellten quietschbunten Grafiken über „Wählerwanderungen“ zu räsonieren scheint mir markant müßig. Bestenfalls (!) handelt es sich in der Tat um Befragungsdaten: „Was haben Sie heute sowie vor n Jahren gewählt?“ (Wobei allerdings der Trend zur Briefwahl einen bedeutsamen Schritt in Richtung eines Zugriffs auf harte Daten vollzieht – der feuchte Traum der Herrschenden.) Auch über die Validität der eigentlichen „Ergebnisse“ geben wir uns hoffentlich keinerlei Phantasien hin. Kreatives Auszählen geht immer, und diesmal gab es gehäufte Merkwürdigkeiten. Was die Öffentlichkeit erreicht (Berlin!), dient hierbei möglicherweise nur zur Ablenkung. Unter der Vorwoche immerhin gab es noch eine spaßige Panne (?): In eine laufende ard-Unterhaltungssendung wurde ein Laufband (Jargon: „Wahl Crawl“) mit Prozentzahlen à la Hochrechnung eingeblendet, nur ein paar Sekunden lang, aber ca. zwei Tage vor Schließung der Wahllokale: Ah, Funktionstest, der versehentlich „live“ ging, tut uns echt leid und so … sicher ist zugleich auch, daß es wirklich massiver Manipulationen derzeit nicht bedarf, aber könnte eine patriotische Partei bundesweit den Zugriff auf echte politische Macht proben, würden nicht alle tatenlos zusehen (da die Organe hier sicherlich mitlesen, formuliere ich das so neutral wie möglich).

Flaneur

28. September 2021 15:49

@ Allnichts 11:10

"Der Grossteil der Deutschen hat die Folgen der Einwanderung jeden Tag vor Augen, sie gewöhnen sich einfach daran."

Das stimmt  so nicht ganz. In westdeutschen Großstädten gibt es nach wie vor Stadteile und Viertel, in denen man Zuwanderer nur als den freundlichen türkischen Obst- und Gemüsehändler, den charmanten italienischen Restaurantbetreiber oder den immer gehetzt wirkenden ukrainischen Paketzusteller kennt. Das sind die Viertel der gehobenen deutschen Mittel- und Oberschicht. Die wenigen Zugewanderten, die in diesen Stadtteilen leben, gehören qua Bildung und Arbeit ebenfalls zur gehobenen Mittel- und Oberschicht.

 

anatol broder

28. September 2021 16:15

ich bin gespannt, wie die afd den betrug um die flugblätter durch das zentrum für politische schönheit aufarbeitet.

Allnichts

28. September 2021 16:49

Volksdeutscher: 14:20:

Da haben Sie wohl Recht. Ich verstand Sie insgesamt so, dass Sie die Tatsache des quantitativen Verlustes in dem Fall akzeptabel, eventuell sogar wünschenswert fänden, weil nichts von Wert verloren ginge.

Die demographische Entwicklung ist natürlich katastrophal. Es ist vielleicht eine Art romantischer Kampfeswille, zu sagen: Solange noch einige von uns da sind, können wir zurückkehren. Und ganz falsch ist es ja nicht.

Gelddrucker, 14:46:

Ich schrieb, dass sie die Folgen der Einwanderung vor Augen haben. Nehmen sie diese nicht als besonders, sondern als Normalität wahr, spricht das ja gerade dafür, dass sie sich daran gewöhnt haben, und von denen, die sie als besonders wahrnehmen, haben offenkundig eher wenige so sehr ein Problem damit, dass sie bei einer Wahl dementsprechend ihre Stimme abgeben - alles erst einmal auf den Westen bezogen. Klar, da gibt es regionale Unterschiede usw., man könnte da sicherlich noch ein paar Prozentpunkte rausholen, die Möglichkeit eines grossen Umschwungs sehe ich allerdings nicht.

Flaneur, 15:49:

Letztendlich müsste man das genauer ausrechnen, ich halte allerdings die Anzahl von Menschen, die in solchen westdeutschen Vierteln und Orten leben und diese nie verlassen und auch medial nichts mitbekommen, für eher gering.

Mitleser2

28. September 2021 17:05

Wen die AfD erreichen kann, hier nur eine punktuelle Betrachtung:

Ort im Münchner Speckgürtel: AfD 5%, Grüne 20%  (Wahlbeteiligung 89%!)

nur 30 km weiter draußen: AfD 12%, Grüne 11%

Eigentlich muss die AfD auf die Deindustrialiserung hoffen, sonst bleibt das Ergebnis im Westen schlecht. Die bessergestellte Bevölkerungsschicht, die doch einen nicht geringen Anteil stellt, ist derzeit nicht erreichbar. Das ist m. E. unabhängig von Meuthen oder Höcke.

 

Laurenz

28. September 2021 17:31

@Kickl

"Wählerwanderung"

Die 60k, die von der AfD zur CDU gewandert sind, finden Sie in Maaßen-Artikel von BK. Das sind die klugen Köpfe, die einerseits RRG verhindern & andererseits Maaßen in den Bundestag bringen wollten. 

Und Abwanderung von der AfD zur SPD ist durch den den schlecht kopierten Höcke-Wahlkampf des SPD zu erklären.

Nehmen Sie, Kickl, innerlich mehr Abstand ein, dann behalten Sie besser den Überblick. Und nicht über das System jammern, der Opferstatus ist undeutsch & niemand achtet Opfer, vor allem die weiblichen Wähler nicht.

Niekisch

28. September 2021 17:37

@ Daniel Fiß III: Falls die CDU/CSU in die Opposition müssen - Ampel-, dann schadet das der AfD anders, als hier ein Forist meinte, wahrscheinlich nicht. Denn rechts überholen wird die Union die AfD nicht können, weil sie schon viel zu weit nach links gerückt ist. Und in vielen Bereichen kann sie nicht einmal Kritik an den Ampel-Parteien üben, weil sie sich von diesen kaum noch oder bereits gar nicht mehr unterscheidet. Die Union wird also wohl in der Opposition weiter abschmelzen, die AfD hingegen wird zu klareren Konturen gezwungen sein, ihr Profil schärfen und vielleicht enger zusammenwachsen.

Mit kikl bin ich der Meinung, dass so oder so die metapolitischen Anstrengungen in und um die AfD herum ab sofort in den Mittelpunkt  gestellt werden müssen. Ansatzpunkte gibt es jeden Tag an fast jedem Ort. 

Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!

Gelddrucker

28. September 2021 17:42

@Allnichts:

"Solange noch einige von uns da sind, können wir zurückkehren."

Einige? Wir, Deutsche, und potentiell assimilierbare Europäer, stellen 90% des Bewohner dieses Landes.

Die Möglichkeit eines Umschwungs sehen Sie nicht? Dann haben Sie sich meine Links nicht angesehen.

Ehrlich gesagt, Leute wie Sie nerven mich extraorbitant.

Sie rauben meine Zeit, Ihre Zeit und die Zeit all derer, die Sinnvolles zum Thema beizutragen haben.

Wenn Sie sowieso keine Umschwungsmöglichkeit sehen, was machen Sie dann eigentlich hier? Andere mit in Ihren persönlichen Depressionstrudel reinziehen?

Flaneur

28. September 2021 17:54

@ Allnichts 16:49

Wenn ich mir etwa Hamburg angucke, dann gibt es von der Fläche her riesige Bereiche, in denen Zuwanderung in der lebensweltlichen Erfahrung ihrer Bewohner keine Rolle spielt:

 Das sind die Walddörfer Poppenbüttel, Lemsahl- Mellingstedt, Volksdorf, Duvenstedt, Bergstedt, Ohlstedt..., das sind die Elbvororte Othmarschen, Flottbek, Nienstedten, Blankenese, Rissen... das sind im inneren Stadtbereich die rund um die Alster liegenden Viertel Rotherbaum, Eppendorf, Hoheluft West, Uhlenhorst, Winterhude... das sind die agrarisch geprägten Vier- und Marschlande mit Neuen- und Altengamme, Allermöhe, Ochsen- und Kirchwerder, Curslack... Das alles alles sind von der Fläche her große Bereiche der Bezirke Nord, Altona Mitte und Bergedorf.

Der_Juergen

28. September 2021 18:17

@Waldgänger

Sie haben Ihre Stimme den Freien Wählern gegeben und begründen dies mit deren Programm, in dem es heissté

"Das Asylrecht für individuell politisch Verfolgte steht für uns nicht zur Diskussion. Der Schutz für Kriegsflüchtlinge gilt für die Dauer der kriegerischen Handlungen in ihrer Heimat."

Dies garantiert die Verewigung der heutigen Zustände. Erstens kann auch künftig jeder beliebige Afrikaner oder Orientale die Grenze illegal überqueren, einen Antrag stellen und sich durch alle Instanzen kämpfen. Zweitens: In Afghanistan wird seit 1978 pausenlos gekämpft, und nichts garantiert, dass nicht noch weitere 43 Jahre lang Krieg geführt wird. Erst wenn dann Schluss mit dem Töten ist, darf man die Afghanen zurückschicken, lautet die Logik der Freien Wähler. Ein unabdingbarer erster Schritt zur Lösung wäre natürlich, das Asylrecht ersatzlos abzuschaffen, keine Anträge mehr entgegenzunehmen und den illegalen Grenzübertritt zur Straftat zu erklären.

Nebenbei, der liberale AFD-Flügel um Meuthen etc. würde diesen Programmpunkt der Freien Wähler sicherlich anstandslos übernehmen.

Allnichts

28. September 2021 18:19

Gelddrucker:

Sie verweisen auf irgendeine Umfrage. Was soll das beweisen?

Ich halte einen Umschwung solcher Art, aus eigenen Kräften eine dauerhaft beständige Situation in unserem Sinne zu schaffen, für die kommenden Zeiten für sehr unwahrscheinlich, zumindest die westeuropäischen Staaten betreffend. In Osteuropa sieht es da sicherlich anders aus, wobei man auch da abwarten muss. Ich denke da sehr viel langfristiger und in Generationen, da gibt es natürlich Chancen und deswegen bin ich u.a. hier.

Sie neigen dazu, Aussagen aus dem Zusammenhang zu reissen. Dazu muss es auch möglich sein, negative Einschätzungen auszusprechen. Sie können natürlich weiterhin auf die sicher bald kommende Revolution hoffen, das tun allerdings auch andere schon seit Jahrzehnten.

Der_Juergen

28. September 2021 18:21

@Kiki

Alles richtig, was Sie schreiben, nur verraten Sie nicht, wie die AFD ihr alternatives Medienimperium denn aufbauen soll. Selbst wenn sie die Mittel hierfür besässe, würden gegen patriotische Medien, die eine wirklich breite Öffentlichkeit erreichten und nicht nur, wie z. B. "Compact", bestenfalls ein paar hunderttausend (was immerhin schon etwas ist), rücksichtslos alle Register des "Rechtsstaats" eingesetzt. Mit den Zauberworten "Hate Speech" und "Fake News" kann das Regime, das selbst rund um die Uhr Hass schürt und Falschnachrichten verbreitet, notfalls jede beliebige oppositionelle Meinung unterdrücken.

Nochmals, ein Wandel geht nur durch Revolution.

Niekisch

28. September 2021 18:35

".. riesige Bereiche, in denen Zuwanderung in der lebensweltlichen Erfahrung ihrer Bewohner keine Rolle spielt:"

@ Flaneur 17:54: Da mögen Sie dann in aller Ruhe mit unverstelltem Blick flanieren...ich hingegen muss von Glück reden, wenn ich hier noch einen Westfalen treffe. Ansonsten von farbigen Gardinen umhüllte Tönnchen in Badeschlappen mit Doppelkinderwagen und frechen kleinen Prinzen im Schlepptau, mit weitem Abstand davor der große Prinz, das Gebetskettchen schwenkend. Ein paar Meter weiter hinter einer Mauer Stapel von Geld auf der Motorhaube eines schwarzen dicken Mercedes, orientalisches Gefeilsche vernehmbar. Schnell weiter...dann ein Rauschen links ganz knapp an mir vorbei. Syrer mit Fahrrad in falscher Fahrtrichtung auf dem Bürgersteig..Ein paar Meter weiter süßlicher Gestank aus einer Shisha-Bar, arabisches Gemurmele aus dem Hintergrund...Flanieren im Ruhrgebiet.

Niekisch

28. September 2021 18:42

...ein Wandel geht nur durch Revolution...

@ Der_Juergen 18:21: Ja, aber untrennbar verbunden mit vorausgehender geistig-weltanschaulicher Revolution bei gleichzeitiger kameradschaftlicher Verbrüderung der Deutschbewußten. Ob das aber noch geht? Wer hat den Mut dazu?

Flaneur

28. September 2021 19:09

@ Niekisch 18:35

Die von Ihnen beschriebenen Viertel gibt es in der Hansestadt natürlich auch: Billstedt, Wilhelmsburg, Osdorfer Born, Steilshoop, Neugraben-Fischbek... Letztlich scheint es mir als jemand, der durch Hamburg flaniert (oder besser zunehmend pedaliert,  denn die Grünen haben viel für das Hamburger Radwegenetz getan, welches mittlerweile wirklich gut zu werden scheint, so dass ich als eingefleischter Rennradler und Cyclocrosser mittlerweile auch im Stadtbereich gerne in die Pedale trete), dass wir hier eine Aufteilung in ethnische, ja z.T. sogar tribale Bereiche erleben. Das Hamburger Bahnhofsviertel  St. Georg soll übrigens nach Kabul die zweitgrößte afghanische Stadt sein.

kikl

28. September 2021 19:14

@Der_Juergen

Da kommt es darauf an möglichst effektiv sein Geld einzusetzen. Das "Medienimperium" muss sich auch nicht im Eigentum der AFD befinden, sondern die AFD muss schauen, dass sie Medien unterstützt - egal auf welche Weise, finanziell, personell, durch Informationen - die zumindest fair über die AFD berichten.

Die Strategie muss also sein, nicht die Bäume selber zu pflanzen und großzuziehen, aber den Gärtnern zu helfen, wenn sie Hilfe benötigen. Viele Bäume ergeben irgendwann einen Wald.

Sobald diese Medienmacht da ist, besteht auch nicht mehr die Gefahr, dass man versucht durch Anbiederung an den Zeitgeist eine gute Presse zu bekommen. Das scheint die Strategie von Meuthen zu sein. Damit verliert man aber an Glaubwürdigkeit und Authentizität. Meuthen verkennt, dass der Mainstream kein Erbarmen hat. Es ist egal wie sehr man sich verbiegt, die Nazikeule wird trotzdem geschwungen.

kikl

28. September 2021 19:17

Zensur

Viele "Influencer", die in den sozialen Medien sehr einflussreich und groß sind, können es sich beispielsweise nicht leisten, juristisch gegen die Zensur durch Facebook und Co. vorzugehen. Denn im Internet verdient man nicht viel Geld. Es wäre zum Beispiel möglich, für diese Leute ein Kompetenzzentrum mit juristischer Hilfe anzubieten. Also, eine Internet-Plattform, wo man erste Hilfe bekommt in Fragen Kampf gegen Zensur. Da können die betroffenen Online Ihre Erfahrung austauschen, sich Tipps besorgen darüber, was kann man sagen, was nicht, wo man klagt, was es kostet, welcher Anwalt taugt usw... Damit entsteht schon ein Netzwerk und es könnte sogar Personen anziehen, die eigentlich mit AFD-Inhalten oder Politik gar nicht so viel am Hut haben. Denn die Zensur trifft auch teilweise ganz unverdächtige Personen.

Waldgaenger aus Schwaben

28. September 2021 19:27

@Der_Juergen

Ich begründe meine Wahl mit der Machtperspektive. Die Freien Wähler sind in der Migrationspolitik näher bei der AfD als alle anderen Parteien mit Aussicht auf Regierungsbeteiligung.

Die Linke sollte der AfD warnendes Beispiel sein. Man kann natürlich jahrzehntelang "Freibier für Alle" fordern. Sieht der wählende Biertrinker, dass es damit nichts wird, weil die Partei nie in eine Position kommt, die Forderung umzusetzen, dann wählt er irgendwann  eine Partei, die die Abschaffung der Biersteuer und die reduzierte Mehrwertsteuer auf Bier fordert.

Desweiteren schrieb ich, dass die Freien eine Brücke zur AfD bilden könnten, wenn sie zum Beispiel eine AfD-tolerierte Minderheitsregierung nicht ausschließen.

Marc_Aurel

28. September 2021 19:56

Der_Juergen
„Nochmals, ein Wandel geht nur durch Revolution.“

Ich weiß nicht, was für eine Art von Revolution Sie meinen, die mit Barrikaden und so?...das kann hier glaube ich keiner mehr, außerdem wäre das der feuchte Traum des Establishments, das bislang mühsam von selbst inszenierter bzw. behaupteter „rechter Gewalt“ leben muss.

Allnichts

28. September 2021 20:03

Flaneur:

Das kann ich so ohne weiteres natürlich nicht beurteilen, ich war noch nie in Hamburg unterwegs. Aber ich habe mir mal die Zahlen angesehen, weil ich solche Statistiken sehr interessant finde. Wichtig ist ja auch weniger die Fläche, es geht um die Einwohner.

Fehler nicht ausgeschlossen: Die genannten Stadtteile haben zusammen etwa 305000 Einwohner, etwa ein Sechstel von Hamburgs Bevölkerung. Es gibt zwei mit etwa 5% Ausländeranteil, zehn mit über 10%. Geht man aber vom Migrationsanteil aus, ist man meistens irgendwo um die 20%. Relativ gut sieht es vor allem in Hamburg-Nord und im Bezirk Wandsbek aus, man ist dort auch mal bei 15% oder sogar bei 10%, es handelt sich dann aber eher um gering bevölkerte Bezirke. Insgesamt ist es sicherlich auch noch einmal etwas anderes, Türken und Araber vor der Nase zu haben oder Polen und Russen.

Ich will das nicht kleinreden, es gibt Unterschiede, die ich auch aus meiner Stadt kenne. Angesichts dieser Daten davon zu reden, dass Ausländer bzw. Zuwanderer in der dortigen Lebenswelt keine Rolle spielen, finde ich aber übertrieben, zumal ja noch die Mobilität und Medien dazukommen,

Flaneur

28. September 2021 20:29

@ Niekisch & Co.

Um die Sache noch weiter zu verkomplizieren: Ich habe heute länger beruflich mit einem Kunden (libanesischer Herkunft, sunnitisch, salafistisch orientiert) in Berlin (Kreuzberg) gesprochen. Er sagte mir, er habe (erstmals wahrberechtigt) AFD (!) gewählt, da nur die AFD für ein aus seiner Sicht gesundes und normales Familienbild stünde, gegen Klan-Kliminalität, die auch ihm als stationärer Einzelhändler das Leben schwer mache, agieren würde und Leistungserhalt and den Willen zur Leistungserbringung kopple. Fand ich interessant: Die Welt ist komplizierter, als wir es uns gerne schönschreiben und -diksutieren.

RMH

28. September 2021 20:59

"Die Freien Wähler sind in der Migrationspolitik näher bei der AfD als alle anderen Parteien mit Aussicht auf Regierungsbeteiligung."

@Waldgänger aus Schwaben,

??? Quelle???

Die Mitglieder dieser Partei, die ich kenne, sind meilenweit entfernt von der AfD. Das sind "Wasch mich, aber mach mich nicht nass"- Typen, die sich bislang kommunal hinter dem "freien Wählertum" vor dem Farbe bekennen drückten. Der wackere "Opfelsaft" Aiwanger bleibt da mal außen vor ... 

Werter Herr Waldgänger, bei dieser Wahl haben Sie absolut verwachst und das falsche gewählt. Jetzt bitte nicht schön reden, Stimmen für die auf Bundesebene seit Wochen absehbar chancenlosen freien Wähler waren genauso verloren, wie die für die "controlled opposition" Die Basis (die fake Partei schlechthin).

PS: Wenn die freien Wähler in Bayern noch einen Funken Selbstachtung haben, sollten sie die Koalition mit der CSU aufkündigen, nach der ganzen Schulmeisterei, die Söder gegen Aiwanger zelebriert.

Gelddrucker

28. September 2021 21:04

@Allnichts

Sie hängen dieser sehr seltsamen "generationenübergreifenden" Möglichkeit an, sich irgendwo in Sachsen in einem Reservat zu versammeln ("zusammenzurücken"), um von da aus die große Reconquista zu starten in einigen Generationen? Wie soll das bitte funktionieren, wenn im Westen einmal die Mauer fällt, kann die Welt einfach hier einwandern, und sie kennen die Fertilität und die Bevölkerungszahlen in der dritten Welt.

Nein, Festung Europa ist die einzige Lösung. Und wenn die Minderheiten halt recht groß sind bis dieses Ziel erreicht ist, dann sind sie halt recht groß. 

Die Umfragen sollen garnichts beweisen, nur auf etwas hinweisen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Szenario eintrifft dass von 80 bis 90% nicht gewünscht wird (islamische Mehrheiten in Westeuropa)? Eher unwahrscheinlich. 

Volksdeutscher

28. September 2021 21:24

@Flaneur - Es ist herzerwärmend solche Geschichten zu hören. Aber wie representativ ist sie für die Moslems im Besonderen und für nichtdeutsche Ausländer im Allgemeinen (abgerechnet EU-Ausländer)?

Der_Juergen

28. September 2021 21:41

@Marc Aurel

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit einer Revolution in Deutschland in der Tat gering ein. Wenn eine solche ausbricht, dann viel eher in Frankreich oder Italien. Dann gibt es immerhin ein Vorbild, das eine Kettenreaktion auslösen kann.

@Niekisch

Eine weltanschaulich gefestigte, breite patriotische Front ist in Deutschland unter den heutigen Umständen nicht zu errichten, und die Zeit läuft uns davon. Meine Hoffnung ist, dass der Covid-Terror, flankiert durch weitere selbstmörderische Massnahmen wie die Zerstörung der Wirtschaft und ein Zustrom neuer "Flüchtlinge", das Fass zum Überlaufen bringen wird. Kracht die Covid-Lüge zusammen, wankt das Regime in seinen Grundfesten. - Diese Entwicklung ist möglich, hoffen darf man immer, doch ist es, wie ich in meiner Antwort an @Marc Aurel festhielt, sehr unwahrscheinlich, dass sie in Deutschland beginnt.

Im übrigen liebt die Geschichte Überraschungen. Es kann ein Deus ex machina erscheinen, der alle Pläne der Völkermörder im Nu über den Haufen wirft. Und wenn keiner kommt, können sich die letzten deutschen Patrioten immerhin noch Huttens Motto "Ich hab's gewagt" auf den Grabstein meisseln lassen.

Flaneur

28. September 2021 22:50

@ Volkssdeutscher 21:24

Zur Repräsentativität kann ich keine Angaben machen. Alles, was bleibt, ist die Feststellung, dass die Lage nicht ganz so einfach ist, wie mitunter geglaubt.

@ Allnichts

Ich glaube, die lebensweltliche Wahrnehmung der mit der Zuwanderung verbundenen Pobleme ist tatächlich in den von mir benannten Vierteln nicht virulent. Deshalb kann man sich dort als Linksliberaler ohne großen Widerspruch in selbstbeweihräuchernder Refuges-welcome-Rhetorik ergehen (was sich auch im Wahlergebnis zeigt). Man hat ja lebensweltlich mit zugewanderten Ausländern nichts zu tun, kann sich also leicht als moralisch erhaben gegenüber allen Migrationskritikern präsentieren.

Und dann kommt noch hinzu, dass die AFD hier eher durch abgehalfterte Politik-Zombies a la Dirk Nockemann oder selbstverliebte Gockel vom Schlage eines Akexander Wolf auf sich aufmerksam zu machen versucht. Rührselige authentische Personen wie Olga Petersen fallen da schnell durchs Raster.

Heimatliebe

29. September 2021 04:50

@Volksdeutscher und @Flaneur:

Auch mir sind z.B. Iraner bekannt, die die AfD gewählt haben. Ich denke, daß Ausländer weniger anfällig dafür sind, durch den deutschen Schuldkult, Gender-Gaga, und die Klima(Ersatz-)religion auf Linie gebracht und gleichgeschaltet zu werden. Konservative Ansichten könnten außerdem weiter verbreitet sein, als beim deutschen Durchschnittsbürger. 

eike

29. September 2021 05:17

@Gelddrucker 28. September 2021 10:28:

"Was sind das für "Patrioten", die sich über Einwanderer aus der dritten Welt beschweren, und dann beim ersten Anzeichen von Ungemütlichkeit aus dem Erstwelt-Wohlfahrtsstaat Deutschland fliehen? Das ist unterirdisch."

"erstes Anzeichen von Ungemütlichkeit" ? Das ist ja wohl blanker Zynismus oder der Gelddrucker druckt noch nicht lange ...
Die "Ungemütlichkeit" währt schon mindestens 50 Jahre.

Was sind das für traumtanzende "Patrioten", die immer noch nicht begriffen haben, daß die Mehrheit ihrer Landsleute ein anderes Deutschland will, als sie selbst?

Oder daß unsere Landsleute die Veränderungen in unserem Lande befürworten oder zumindest, daß die Mehrheit nicht stört, was für uns unerträglich ist.

Wieviele Wahlen braucht's noch, bevor Patrioten vom Typ "Gelddrucker" und andere hier Kommentierende verstehen, daß mit "Metapolitik" nichts erreicht wurde? Daß die "Alternative" sowenig alternativ ist wie die CDU christlich, die SPD sozial, die FDP "frei" ?

Wenn unsere eigenen Landsleute uns unsere Umgebung zur multikulturellen Hölle machen, dann gibt es auch die Alternative Auswanderen. Mit den hier hochgejubelten 10% ist nichts zu erreichen.

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