4. Oktober 2021

Björn Höcke: „Wir müssen besser werden“

Götz Kubitschek / 43 Kommentare

Seit einigen Tagen kursiert die Meldung, daß auf der linksextremistischen Plattform indymedia eine Tötungsliste veröffentlicht war.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

51 AfD-Politiker wurden mit Angabe ihrer Wohnadressen und unterfüttert durch die Anleitung zum Bau von Sprengsätzen zur Tötung ausgeschrieben, darunter Björn Höcke und Bernd Baumann (Parlamentarischer Geschäftsführer im Bundestag). "Töten wir die Schweine mit Sprengstoff. Die Zeit ist reif für harte Aktionen" heißt es in diesem Aufruf, und im Falle Höckes solle man, so schreiben es die Verfasser, auch auf die Personenschützer keine Rücksicht nehmen.

Am Wochenende war in keinem Radiosender etwas über diese Liste und die zunehmende Gewalt gegen AfD-Mitglieder und Wahlkämpfer zu hören. Berichtet wurde aber über antisemitische Pöbeleien gegen Anhänger des Fußballclubs Maccabi Haifa, der zu Gast bei Union Berlin war, an historisch heiklem Ort, im Olympiastadion von 1936 nämlich. Es wurde gepöbelt und Bier verspritzt, so sagen es die Betroffenen und so vermeldete es beispielsweise der Deutschlandfunk.

Natürlich: Äpfel und Birnen, Vergleichsverbot, und wer Bier verspritzt, zündet irgendwann auch Bücher an, undsoweiter. Aber man hätte doch auch über den Riesenkorb voller Äpfel berichten können und nicht bloß über die eine Birne, so faulig sie auch sein mag.

Höcke jedenfalls, dessen Partei in Thüringen sehr gut, in Hamburg und Bremen undundund sehr viel weniger gut abschnitt, hat sich trotz alledem Gedanken zu der gerade absolvierten Bundestagswahl gemacht. Aus den unvermeidlichen "Parteikreisen" hört man nämlich, daß dieses mit Schlagseite segelnde Parteischiff als Beiboot sich andienen solle: Würde man in der Nähe der CDU gesichtet und von dort aus zumindest freundlich gegrüßt, könne der Wähler endlich eine neue Machtkonstellation wählen, ein bürgerliches Lager, eine bürgerliche Mehrheit, eine Alternative zu den alles dominierenden Grünen, von denen in jeder Partei viel zu viel stecke.

Höckes Text zur Wahl legt einen anderen Schluß nahe: Noch mehr Normalität geht kaum, und radikal ist die AfD sowieso nicht, das kann man am Slogan, am Programm, an den Mandatsträgern und Spitzenpolitikern ablesen. Da gab es in der Geschichte der BRD ganz andere Revolutionsphantasien und Umstürzler auf Regierungssesseln, und passiert ist trotzdem nichts.

Jedenfalls: hier Höckes Text, der eine andere Strategie empfiehlt. Die drei Stichworte lauten wohl "entschlossen", "geschlossen", "kein unterkriechen".

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Björn Höcke: "Wir müssen besser werden"

Die Zeiten, in denen der AfD als neuem Hoffnungsträger in der Politik die Wahlerfolge regelrecht zuflogen, sind vorbei. In den meisten Landesparlamenten war der Wiedereinzug die erste echte Bewährungsprobe und hier zeigte sich, ob die jeweiligen Fraktionen das in sie gesetzte Vertrauen der Wähler in dauerhaftes Vertrauen umsetzen konnten. Zuletzt gelang das nicht überall.

Wir alle wissen, daß es viele Faktoren gibt, die bei einer Wahl zusammenspielen – auch der seit zwei Jahren nochmal erheblich gesteigerte Druck des Establishments (noch schärferer Anti-AfD-Kurs der Medien, Instrumentalisierung des sogenannten »Verfassungsschutzes« etc.) darf hier nicht unerwähnt bleiben – aber bei hohen Funktionären der weniger erfolgreichen Verbände bekommt man anstelle einer selbstkritischen und realistischen Analyse Ausflüchte zu hören.

In unserer Partei ist es so: Die einen sind erfolgreich, die anderen wissen es besser, und nicht selten muß mein Name dafür herhalten, wenn irgendwo im Westen die AfD bei Wahlen fast an der 5-Prozent-Hürde scheitert. Umfragen und Theorien sollen diese Ausrede untermauern – und es gibt eine AfD-nahe Wochenzeitung, die solche Fehldeutungen unterstützt.

Allerdings ist da immer von Annahmen und im Konjunktiv die Rede. Bisher hat kein Verband, der sich nachdrücklich von unserem Thüringer Weg distanzierte, den Beweis erbracht, daß er dadurch erfolgreicher wäre. Nicht einmal die Diskussion um einen klaren Schnitt, um eine Parteispaltung, verhalf den Protagonisten zum Erfolg.

Und die Ausgestaltung des Bundestagswahlkampfes - war sie nicht jenseits der lockeren Klammer, die das einstimmig verabschiedete Wahlprogramm bildete, der Autonomie der Landesverbände übertragen? Gab es von den etablierten Medien aufgedeckte und republikweit gespielte »Skandale«, die der Osten, speziell Thüringen, produzierte? Wo ist der Schwarze Peter gerade? Ich sehe ihn nicht, aber einige Funktionäre unserer Partei scheinen sich ihre Zeit gerne mit diesem Spiel zu vertreiben.

Oft ist die Rede davon, daß eine »gemäßigte« AfD ein großes Potential habe. Aber diese Variante gibt es ja bereits, in Form der Lucke-Abspaltung »Liberal-Konservative Reformer«. Sie fällt vor allem dadurch auf, daß sie nicht auffällt und seit ihrer Gründung irrelevant ist: Bei der Bundestagswahl wählten die LKR genau 11.184 Bürger. Das ist ein Ergebnis, das sich im Promille-Bereich bewegt. Auch die Abspaltung von Frauke Petry verschwand schneller in der Bedeutungslosigkeit, als sie nach der letzten Bundestagswahl austreten konnte.

Somit bleibt meine Frage unbeantwortet: Was könnte eine »gemäßigte« Alternative zur Alternative für Deutschland sein, wo wäre sie zu finden, wer führt sie an? Die »Freien Wähler« bemühten sich eifrig um unsere Wähler.

Ihr Argument: Mit der AfD wolle ohnehin niemand koalieren, mit den FW bekäme man dieselbe Politik, aber mit der Option einer möglichen Regierungsbeteiligung. Damit enttäuschen sie ja bereits in München. Außerdem bestünde diese Option nur, wenn es diese Partei über die 5-Prozent-Hürde schafft. Es ist nun die zweite Bundestagswahl in Folge, in der sie dieses Ziel verfehlten — auch wenn sie ihr Ergebnis auf 2,4 % verbessern konnten.

Mir gefällt eines nicht: die Rede von einer »Gläsernen Decke«, die einen weiteren Stimmenzuwachs der AfD verhindere. Man sieht denen, die von solch einer Decke sprechen, die Erleichterung förmlich an: Seht her, ich habe mich bemüht, aber alle Mühe stößt an diese gläserne Decke. Ich halte das für eine Ausrede.

Selbstverständlich stoßen unsere Möglichkeiten irgendwann an Grenzen. Aber die AfD ist nicht bei 12 % ausgereizt, das beweisen wir im Osten bei jeder Wahl. Ergebnisse über 25 % sind möglich – sicher nicht überall, aber Sachsen hat es beispielsweise schon bewiesen. Ich will an dieser Stelle betonen: Je professioneller wir werden, desto besser werden auch unsere Ergebnisse.

Wenn wir auf einem Plateau sind, und das bezweifelt keiner, dann liegt das nicht an unseren Inhalten, es liegt nicht an unserem Auftreten, das, von immer seltener werdenden Ausnahmen abgesehen, viel besser geworden ist. Es liegt daran, daß wir uns zerstritten präsentieren, uneins über den Weg unserer Partei; es liegt daran, daß wir unseren Gegnern nicht entschlossen und geschlossen entgegentreten; und es liegt daran, daß wir unter anderem einen Spitzenfunktionär haben, der mit der eigenen Partei nicht nur fremdelt, sondern sogar darum bemüht ist, nicht mit ihr verwechselt zu werden.

Ich will noch einen Grund anführen, der zunächst außerhalb unserer Partei liegt: Es gibt in Deutschland keine Radio- und Fernsehsender, die als notwendige Gegenmacht gegen die zwangsfinanzierten Staatssender auftreten könnten, um unseren Weg zu unterstützen und ihm Gehör zu verschaffen. Präsident Trump wäre ohne Fox-News nicht möglich gewesen. Ebenso wird die AfD ohne starke Medien einen Durchbruch nicht schaffen können.

Auf den Ausbau dieser alternativen Medien keinen Schwerpunkt gesetzt zu haben, ist Teil eines Führungsversagens, über das wir im Dezember diskutieren müssen. An dieser Stelle geht zunächst mein Dank an alle alternativen Medienschaffenden. Manche haben in den letzten Jahren bis an den Rand der Kraft auch in unserem Interesse versucht, dem medialem Mainstream Paroli zu bieten. Nicht immer ist ihnen von unserer Seite die notwendige Anerkennung und Unterstützung zuteil geworden, selbst dann nicht, wenn die Zensur zuschlug.

Als Sackgasse hat sich jedenfalls die Idee erwiesen, daß wir uns ausgerechnet den Parteien angleichen sollen, die seit Jahren an Zuspruch im Volk verlieren. Diese Idee entspringt der Vorstellung, eine CDU würde uns freudig als Koalitionspartner annehmen, wenn wir nur brav genug wären. Aber genau das ist ein Denkfehler: Die CDU war immer nur aus dem Grund attraktiv, weil sie Karrieren versprechen konnte. Die AfD ist für sie ein Störfaktor, die CDU will keine zahme AfD.

Sie will am liebsten gar keine AfD und das äußerte zuletzt mit Hans-Georg Maaßen jemand, den manche in unseren Reihen für einen Verbündeten halten. Maaßen ist kein Verbündeter, die WerteUnion ist es auch nicht. Er ist Mitglied und sie ist Organisation in einer uns hart bekämpfenden Konkurrenzpartei. An den Verhandlungstisch dürfen wir uns nur setzen, wenn die CDU so stark in ihrem Kern erschüttert ist, daß sie uns zum Überleben braucht. In der Union müssen erst im internen Streit einige Funktionärsgenerationen ausgetauscht werden.

Diesen Prozeß hoffen wir in Thüringen gerade bei der Union anstoßen zu können. Erst schmerzhafte Mißerfolge der CDU beschleunigen das Personal-Karussell. Nicht wir müssen »koalitionsfähig« werden, sondern die CDU und die anderen Altparteien.

Voraussetzung für den eben skizzierten Prozeß ist eigene Stärke. Davon sind wir manchenorts weit entfernt. Schmerzhaft für unsere Partei ist der Absturz der AfD in Berlin. Der vielbeschworene »Berliner Weg« ist gescheitert, das muß man akzeptieren. Der »Thüringer Weg« hingegen ist erfolgreich. Wir zeigen in Thüringen, wie man die anderen Parteien vor sich hertreibt.

Neben dieser strategischen Frage gibt es weitere Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Verbänden in der AfD. Schauen wir uns unter diesem Aspekt einmal die Wählerwanderungen bei der Bundestagswahl an — wobei dabei diese ja einen Bundesschnitt abbilden. In Thüringen haben wir unsere Ergebnisse verbessert, da sind die Wählerabwanderungen nicht so ausschlaggebend.

Aber im Westen, wo die AfD oft ein anderes politisches Profil auf Landesebene hat, fallen einige Details auf: Die AfD verlor 60.000 Wähler an die Union. Das mag an der Furcht vor einem roten Bundeskanzler und seiner rot-rot-grünen Option gelegen haben. Deutlich mehr verlor die AfD aber an die FDP: 150.000 Wähler. Darunter mögen tatsächlich Wähler sein, die sich von der Medienberichterstattung beeindrucken ließen und denen die AfD zu »radikal« zu sein scheint.

Aber diese Wähler sind eben nicht zur Sparversion LKR gewechselt, sondern gleich zur FDP — und sie nehmen dadurch in Kauf, Mehrheitsbeschaffer für eine Koalition mit den Grünen zu sein. Noch größer ist der Anteil derer, die wir wieder an die Nichtwähler verloren haben: Etwa 170.000 Bürger. Das sind jene, die wir richtig enttäuscht haben und die zu dem — für uns beschämenden — Urteil kamen: »Die AfD ist genau so wie die anderen Parteien«.

Und dann haben wir 210.000 Wähler an die SPD verloren. Vielleicht spielte auch hier die Kanzler-Frage eine Rolle. Scholz war anscheinend für viele Bundesbürger trotz seiner Verwicklung in Finanzskandale der Einäugige unter den Blinden. Aber ich glaube, uns sind vor allem Wähler im Westen an die SPD verloren gegangen, weil sie bei der AfD das soziale Profil vermissen.

In Thüringen haben wir ein stabiles Plateau auf hohem Niveau erreicht — und bei der Bundestagswahl gezeigt, daß man sogar das noch ausbauen kann. Die Gründe hierfür sind vielfach benannt worden: kontinuierliche, gute Sacharbeit der Landtagsfraktion, professionelles Ausnutzen taktischer Spielräume im Parlament, differenzierte Zielgruppenansprache, partizipative Führungskultur in Fraktion und Verband, Leistungsprinzip, Vernetzung im vorpolitischen Raum und ein internes Konfliktmanagement in Kombination mit dem gewachsenen Bewußtsein der Mitglieder, daß die Geschlossenheit nach außen der wichtigste Erfolgsgarant ist.

Streit und mangelnde Geschlossenheit: Dies scheint mir sogar der Hauptgrund für unsere Verluste zu sein. Wir können beobachten, daß die AfD überall dort erfolgreich ist, wo sie Geschlossenheit zeigt — und da verliert, wo sie nur durch interne Streitigkeiten von sich Reden macht. Vielleicht sind unserer Wähler in Ost und West gar nicht so unterschiedlich. Aber die innere Geschlossenheit unserer Verbände unterscheidet sich stark!

Mir scheint, als stehe uns eine innere Reform bevor. Sie wird, wenn sie notwendig werden sollte, vor allem zweierlei zeigen: Die AfD ist erstens nicht »radikal« — das sind Zuschreibungen unserer Gegner. »Deutschland. Aber normal.«, das ist unser Ziel, und unsere Wähler wissen das längst. Zweitens: Es gibt keine »gemäßigte« Alternative zur Alternative. »Mäßigung« würde bedeuten, daß wir unseren Anspruch aufgeben, Politik für unser Volk, unser Vaterland und unsere Kinder zu machen.

Und genau diesen Gefallen werden wir unseren Gegnern nicht tun.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (43)

links ist wo der daumen rechts ist

4. Oktober 2021 11:50

Münchhausens Dilemma

Höckes Strategie-Papier, sofern es eines sein sollte, ist Makulatur.

Zwei eklatante Widersprüche:

Es geht erstens um keine Strategien in den westlichen Bundesländern, sondern schlicht und einfach darum, daß der Osten aufgrund seiner historischen Erfahrungen anders wählt.

Das große rechte Trauma dabei: die, die bis zur halben „Wiedervereinigung“ 1990 alle Anhänger eines eigenständigen mitteldeutschen Staates als Volksverräter ansahen und am liebsten gleich abgeurteilt hätten, trauern heute dieser Variante nach. Ein eigenständiges Mitteldeutschland hätte heute alles Mögliche, nur halt keine Regierung mit Linksdrall (das gemeinsame Schicksal aller eh. Ostblockländer).

Zweitens ist die Aussage, es ginge nicht darum, mit der CDU koalieren zu wollen, sondern auf das Angebot einer weiter geschwächten CDU zu warten, nicht zu Ende gedacht.

Man vergleiche doch bitte einmal das österr. NR-Wahlergebnis 1999 mit drei annähernd gleich großen Parteien SPÖ, ÖVP und FPÖ (letztere galt seit 1986 mit Haider als nicht satisfaktionsfähig) – und was dann mit der ÖVP-FPÖ-Koalition daraus wurde.

Der letzte Absatz verdeutlicht dann noch einmal in nuce das Problem: „entschlossen“ und gleichzeitig „normal“ sein wollen. Der ungezähmte Gezähmte?

Und nein, ich muß mich korrigieren, es gäbe natürlich eine Strategie: der Osten muß – ungezähmt - seinen Weg alleine gehen.

MARCEL

4. Oktober 2021 12:08

Man sollte wieder einmal Fichtes Reden an die deutsche Nation lesen. Schon damals war eine merkwürdige Behäbigkeit auszumachen, gegen die der Philosoph anredete.

Fichte betont: Der erste Mut, ist der Mut zur Tatsache und ihrer Konsequenz.

Heute wie damals sind viele noch nicht soweit. Nicht Problembewusstsein, sondern eine Art "magisches Denken" leitet immer noch viele Wähler ("Es wird schon nicht so schlimm werden" oder "Wer sich zur Wehr setzt, der trägt die Schuld" etc.)

Im Westen liegt der Wandel zu einer mutigen Alternative an der Beharrungskraft der JA

Laurenz

4. Oktober 2021 13:05

@links ist wo der Daumen rechts ist

"Makulatur" ist Ihr Beitrag.

Wieso sollte einer im Westen AfD wählen, wenn er FDP für CDU-Rentner bekommt? Im Osten vertritt die AfD einfach eine andere politische Linie. Denselben Richtungsstreit finden Sie bei der Linken. Hier der Bezahlt-Relotius https://www.spiegel.de/politik/deutschland/mit-sahra-wagenknecht-durch-die-wahlnacht-dinner-for-one-a-3227accb-2722-49a0-ac43-c50465dfdb5e

und nochmals Tiedje auf Achgut https://www.achgut.com/artikel/macht_es_wie_die_kpoe

Es existiert kein Grund, eine Partei zu wählen, die schon 5x im Reichstag vertreten ist. Ist das nicht zu verstehen? Thüringen & Graz zeigen die Richtung auf, die es zu gehen gilt. Ein Partei, die endlich wieder eine Mehrheit vertritt, existiert bislang noch nicht, außer in Thüringen. Von daher ist Ihr Beispiel aus Österreich dämlich. Diese Ergebnisse stammen aus einer anderen Zeit & sind schon längst nicht mehr wahr. Die beiden stärksten Fraktionen im Bundestag ziehen da mit 25% ein, abzüglich der Nichtwähler im Grunde mit 20%.

Höcke sieht hier vollkommen klar.

Laurenz

4. Oktober 2021 13:18

@links ist wo der Daumen rechts ist (2)

Eine Freundin, die in einem Grazer Krankenhaus arbeitet, schreibt mir folgendes 

Zitat-

Mich wundert es nicht, dass in Graz die KPÖ so gepunktet hat.
Im Gegensatz zur Bauwut von Herrn Nagl & Co., die in teuren Wohnsilos, ebenso sanierte & danach überteuerte Altbauwohnungen ausartete, hat die KPÖ in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass anderweitig die Mieten leistbar waren.
Ich kenne einige persönlich, die diese Dienstleistung in Anspruch genommen haben, auch wenn sie mit der KPÖ sonst nix am Hut haben.
Du weißt selber, wie viele Gründe es gibt, um in eine Situation zu kommen, in der man sich schlichtweg keine teure Wohnung leisten kann, letztendlich siedeln muss, usw. 
Die KPÖ hatte damit Erfolg & hat sich für leistbare Wohnungen eingesetzt. Sie haben extra dafür ein Büro eingerichtet, wo die Betroffenen willkommen sind. Es wird ihnen bei der ganzen Bürokratie der Wohnungssuche geholfen.

-Zitatende

Hier ist gewiß nicht Klima das Thema.

Uwe Lay

4. Oktober 2021 14:59

Zu wenig Biß

1. Der Wahlkampf der AfD war im Ganzen ohne Biß- wer gewinnen will, muß angreifen.

2. Es gelang nicht, sich weiterhin als Protestpartei zu profilieren, darum wanderten viele zum Nichtwählen.

3. Daß in den Großstädten die AfD generell nicht gut abschneidet, obzwar hier doch die Negativfolgen der Multikultivierung am stärksten erlitten werden, hat vermutlich seinen Grund, daß zu dem dortigen bedrängensten Problem, der extremen Mietpreiserhörungen die Partei nichts außer, wir vertrauen auf den frein Markt, zu sagen hat. Aber in diesem Punkte versagt die Marktwirtschaft. Daß die Partei so viele Stimmen an die SPD verlor, zeigt überdeutlich, daß sie sich sozialpolitisch profilieren muß gegen ihren liberalen Marktwirtschaftsflügel.

4. Das Thema der zu befürchtenden Flüchtlingsströme aus Afghanistan hat die Partei verschlafen.

5. Etwas Prinzipielleres: Die CDU und die FDP wird gewählt, weil man ihr zutraut, die Wirtschaft zum Laufen zu bringen, daß die Schornsteige wieder rauchen, der SPD, daß dann auch der kleine Mann vom Aufschwung profitiert, die Grünen, daß wir bei den rauchenden Schornsteigen nicht ersticken und was ist dann die Markenkompetenz der AfD? Gesetz und Ordnung: Das können nur Rechte. Diese ihre Markenkompetenz wurde vernachlässigt.

Uwe Lay

Der mit dem Wolf tanzt

4. Oktober 2021 16:01

Die Frage nach alternativen Medien  ist entscheidend über Erfolg und oder Mißerfolg unseres Widerstands! Neu ist dieser Erkenntnis nicht, doch nun gewinnt sie anscheinend an Brisanz.

Ich schließe mich der Kritik G.K. an, und ergänze, daß viel zu spät die Tragweite dieser Frage erkannt und entschieden angegangen wurde.

Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang bleiben, daß es sich bei einem alternativen Sender nicht nur um eine monetäre, sondern vor allem um eine formal-verwaltungstechnische Angelegenheit handelt, die tief in die DNA der BRD verwurzelt ist.

Nehmen wir einmal an, es fänden sich Sponsoren, die eine Summe von 1 Mio. Euro + zur Gründung eines TV- oder Radio- Senders aufbringen könnten, so wäre dies noch nicht der Durchbruch, weil hier die Medienaufsicht der Altparteien alles zu verhindern wüßte, weil es die herrschende Staatsdoktrin ernsthaft gefährdet.

Wir müssen also in ganz anderen, alternativeren Dimensionen denken als bisher... hier sind unkonventionelle Ideen gefragt.

Bei einer Wiederwahl Trumps wäre die Stationierung eines Aufklärungssenders auf  dem Gelände eines US-Stützpunktes eine Opotion gewesen, aber nun.... ??

brueckenbauer

4. Oktober 2021 16:14

Die AfD soll sich sicherlich nicht verbiegen, um eine Koalition mit der CDU zu erreichen. Aber eine Politik des "revolutionären Attentismus" - wie die SPD im Kaiserreich - ist genauso verkehrt. Die AfD hat keinen Marx, der ihr "wissenschaftlich beweist", dass sie zum Schluss triumphieren wird. Und sie hat weder Gewerkschaften noch Genossenschaften, um die Leute an sich zu binden. (Das unterscheidet sie auch von den Grünen mit ihrem seinerzeit riesigen Unterbau von Ökopax-Vorfeldorganisationen.)

Es läuft also schon darauf hinaus, dass es irgendwann Koalitionen geben wird - siehe "Großblockpolitik" in Baden und damit verbundenen "Budgetstreit" in der SPD vor 1914. Und darum muss man auch darüber reden können.

 

RMH

4. Oktober 2021 16:22

@Uwe Lay,

Ich möchte an meinen Beitrag vom 02.10. bei Faktenlage 4 erinnern. Die Leute haben SPD gewählt, weil hier die Aussicht real bestand, dass die sozialen Versprechungen wie 12 Euro Mindestlohn etc. auch umgesetzt werden. Wenn die AfD ohne Aussicht auf Regierungsbeteiligung/ Umsetzungschance etwas verspricht, wählt sie doch keiner in aktuell prekären Verhältnissen. Der will, dass sich gleich was tut. Der Ruf nach mehr sozialer Ausrichtung ist am Ende Werbung für SPD und Linke, weil die eher "liefern" können, als die AfD. Im Übrigen haben sie Recht, Recht und Ordnung ist u.a. ein Thema für die AfD, bei der sie glaubwürdig ist. Die West AfD muss, unter zugegeben deutlich höherem Repressionsdruck, das schaffen, was die AfD in Mitteldeutschland geschafft hat, eine starke auch regionale Verwurzelung. Die AfD ist im Westen außer via Plakaten und social Media nicht persönlich greifbar und wahrnehmbar. Das ist im "Osten" anders.

URN

4. Oktober 2021 16:52

Es gibt also doch noch "glückliche Zufälle"; die treffenden Beiträge von Laurenz, 13:18, und Uwe Lay, 14:59, stehen direkt nacheinander. Genau dort nämlich hoppelt der gepfefferte Hase, in Bereichen, die ausnahmslos jeden und zwar direkt und heute angehen. 

URN

4. Oktober 2021 17:16

Was Sie, RMH, ​​schreiben ("Die AfD ist im Westen außer via Plakaten und social Media nicht persönlich greifbar und wahrehmbar. Das ist im "Osten" anders.) stimmt in dieser Absolutheit keinesfalls.

In der Gemeinde im Erzgebirgskreis, in der ich wählte, erhielt der Direktkandidat der AfD 31%, was ihm das Direktmandat einbrachte. Mit 25 % war die AfD auch bei den Zweitstimmen stärkste der Parteien.

Der erwähnte Kandidat kommt aus einer ca. 30 km entfernten Gemeinde und ist hier völlig unbekannt. Plakate? Zwei, konnten auch drei oder eins sein, möchte mich da nicht festlegen. Veranstaltungen vor Ort definitiv keine. Asoziale Medien werden bei der hiesigen Wählerstruktur ohnehin überbewertet. Und doch d i e s e s Wahlergebnis; 2017 gab's die asozialen Medien auch und da gewann der Kandidat der CDU. 

Die Zahl von Veranstaltungen und Plakaten erklärt wenig bis nichts!

Niekisch

4. Oktober 2021 19:19

"Die Leute haben SPD gewählt, weil hier die Aussicht real bestand, dass die sozialen Versprechungen wie 12 Euro Mindestlohn etc. auch umgesetzt werden."

@ RMH 16:22:  Da haben Sie mich vergessen. Ich habe diesmal die SPD gewählt, um dem unsäglichen Herrn Laschet den Weg zu verlegen. Wahrscheinlich klappts.

tearjerker

4. Oktober 2021 19:38

Die Alternative ist nur dort ein Streitpunkt, wo die anderen Parteien ihren Staat mit ihr teilen sollen. Der Staat als Beute ist durch ihr Antreten gefährdet. Aufregung allenthalben. Gut, dass die Alternative nicht auch noch inhaltlich polarisiert. Asyl, Klima, Corona: Null Positionen, die neue Unterstützer an die Wahlurnen hätten treiben können. Im Gegenteil, die FDP bekommt wieder die Chance mitzutun, getragen von Wechselwählern, die in die wolkige Programmatik der Freien mehr Hoffnung setzen als in die Alternative. Diese bleibt damit auch eine Regionalpartei, die vor Allem den traditionell widerständigen thüringisch-sächsischen Bevölkerungsteil anspricht, der Berlin schon immer für verzichtbar hielt. Sie schöpft danit auch Potential der Linken ab, die sich zunehmend zu einer Partei der Möchtegern-Grossstadt-Linken entwickelt, in der sich die ehemaligen Strassenkämpfer nur noch für Anlagemodelle und Privatschulen für ihre Kinder interessieren, während die Buta-Fraktion auch noch den proportional grössten Anteil an Migranten (nach deren Selbsteinschätzung) stellt.

Nordlicht

4. Oktober 2021 19:42

Ganz kurz: Höcke hat mE in allen Belangen Recht.

Eine weitere CDU-Koalitionspartei ist unnötig. Wenn man nicht viel ändern, sondern nur dabei sein und rot-grüne Extreme leicht modifizieren will, biete sich die FDP an. Dahin sind von den AfD-Wählern von 2017 Einige gegangen, aber wenige.

Eine kämpferische AfD spricht Wähler an, eine lalsche, laue Partei aktiviert nicht. Da bleiben die Wähler zuhause.

Dass die AfD besser werden muss, gilt vor allem für die westlichen Landesverbände. Der Landesverband S-H, deren Angebot ich vor dem 26.09. und noch in der Kabine mit Zögern anschaute, hat zu 80 Prozent "Kevin Kühnerts" jeglichen Alters. (Also keine gestandenen, eindruckvolle Personen.)

Eine Person wie Höcke, die über 10, gar 15 Jahre lang politisch rechts-konservativ-national argumentiert und sich kontinuierlich einsetzt, gibt es meiner Wahrnehmung nach in keinem Landesverband. Erfolg wie in Thüringen kommt nicht von allein.

AndreasausE

4. Oktober 2021 20:07

Ich bin "Wessi", hier im Norden, Elmshorn, übelst linkes Pflaster, Stegner wurde im Sprengel Wahlkreisgewinner.

Aber ich wählte selbstredend AfD - nicht etwa wegen hiesiger Kandidaten, die kenne ich gar nicht. Die Seyn-Wittgenstein, die war bekannt, aber sonst?

Ich wählte AfD wegen Leuten wie Herrn Höcke und trotz Meuthen.

Das nur mal so beigemerkt.

bb

4. Oktober 2021 22:14

Die Partei hat aufgrund der endlosen Personaldebatten und Zerstrittenheit an Bedeutung verloren. Öffentliche Fehden sollten künftig vermieden werden.

Allerdings gibt es auch gute Gründe für die Meinungsverschiedenheiten. Die unterschiedlichen Mentalitäten und sozioökonomischen Gegebenheiten in Ost- und Westdeutschland müssen mit unterschiedlichen Programmen bedient werden. Es wird hier nicht den einen Weg zum Heil geben, sondern man wird sich ähnlich wie die CDU/CSU in zwei regionale Fraktionen aufteilen müssen, die allerdings bei den wirklich wichtigen Zukunftsthemen (Migration, Euro, EU, …?) fest zusammenhalten.

Klug wäre es vielleicht, sich auf Bundesebene als Subsidiaritätspartei mit Minimalprogramm aufzustellen und zu versuchen, Kompetenzen des Bundes in die Länder zu verlagern. So könnte die AfD im Osten weiter den sehr erfolgreichen sozialpatriotischen Kurs verfolgen und im Westen einen liberalkonservativen Kurs mit gemäßigteren Tönen einschlagen.

Realpoltisch würde dies nichts ändern, da die Bundestagsfraktion machtlos ist. Ängstlichen Wählern im Westen könnte man allerdings nun Mut machen, da sie bei der Bundestagswahl mit ihrer Stimme eben nicht die radikale AfO, sondern nur die gemäßigte AfW bekommen.

Gracchus

4. Oktober 2021 22:24

Wie meistens hat das, was Höcke sagt, Hand und Fuss. Auch sein Interviewband, den ich kürzlich las, hat mich weitgehend überzeugt; das, was er sagt, ist nicht rechtsextrem, sondern vernünftig. Die West- oder übrige AfD sollte begreifen, dass nicht Höcke das Problem ist, sondern seine mediale Verzeichnung. 

Der letzte Absatz ist aber nicht so gelungen, weil widersprüchlich. In dem Interviewband hat er besser zwischen "extrem" und "radikal" differenziert. Denn in fast allen Bereichen bedarf es eines radikalen Kurswechsels - und zwar im Sinne einer gemeinwohlorientierten Politik für a l l e Bürger. Das kann, ja sollte man ruhig so kommunizieren. 

Neben einer klaren inhaltlichen Ausrichtung braucht die AfD glaubwürdige, aufrichtige Personen. Auch da können sich einige etwas von Höcke abschneiden. Natürlich: Heute zählt (fast) nur das mediale Image. Dass Scholz als seriös gilt (oder vormals Merkel als besonnen) hat wenig mit der Realität zu tun. Und dennoch kommt es eben auf Personen an. 

nigromontanus

4. Oktober 2021 22:49

Björn Höcke ist ein geschickter Redner. Als ernsthafte Argumentation aufgefasst allerdings ist vieles an Gesagtem fragwürdig. 

a) Die AfD wird primär über ihr vages, gesamtdeutsches Image wahrgenommen, während die Unterschiede in den Landesverbänden, die für manche Szenegänger hier die ganze Welt bedeuten wollen, für 95% der Wähler gar nicht existieren. Sie wissen weder etwas von internen Differenzen, einer spezifischen regionalen "sozialen" Ausrichtung noch von der Frage, welche Landesverbände gerade zerstritten sind oder nicht. Für die Wähler existiert weder ein "Berliner Weg" noch ein "Thüringer Weg", die Gründe für Erfolg oder Misserfolg sind andere. Oder liegt beispielsweise der Grund, wieso die AfD in Städten wie Jena oder Leipzig viel erfolgloser als im Umland ist, daran, daß dort ein "bürgerlicher" Wahlkampf geführt wurde? Und wieso hat der als "marktradikal" (also nicht-sozialistisch) verfemte Klonovsky trotzdem sein Direktmandat gewonnen? All diese Fragen könnte man sich stellen, wenn die eigene Ambition in der Analyse der Wirklichkeit und nicht in politischer Agitation bestünde. 

Kositza: Hätten Sie eine Quelle zu Klonovskys Direktmandat?

nigromontanus

4. Oktober 2021 22:50

[Fortsetzung]

b) Der Grund für den Misserfolg der Liberal-Konservativen Reformer dürfte ebenfalls in der mangelnden Bekanntheit liegen. Es ist nun einmal so, daß eine Partei in Deutschland erst dann bundesweite Sichtbarkeit erlangt, wenn sie irgendwo über die 5%-Grenze gelangt ist. Hier liegt nebenbei bemerkt auch der Grund, wieso der sozialpatriotische Flügel sich trotz aller Großspurigkeit nicht einfach in Eigenregie von der AfD abspaltet und unter eigenem Namen und "sozialem" Profil im Westen antritt. Sie würden, und das weiß auch Höcke, als unbekannte Marke dort genauso untergehen. 

c) Geschlossenheit zu fordern, ist natürlich immer einfach. Wäre sie ihm das Wichtigste, könnte er einfach seine eigenen Positionen, die AfD betreffend, aufgeben. Das wird er aber nicht tun, weil er sie für richtig hält, und genauso verhält es sich mit den anderen. 

Andreas Walter

5. Oktober 2021 07:52

Schade. Nur so ein kurzer Artikel, der sich zudem nur auf Gerüchte über die Stasi, Abteilung West, Sonderkommando Thüringen, beruft:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/goetz-kubitschek-denkfabrik-als-rechtsextreme-gruppierung-eingestuft-a-30849654-8ec6-4ee9-b019-c007abb70053

Mit Josef Kramer als emsiger Simon Schuster des 21. Jahrhunderts in der Hauptrolle. Shoah business wird so etwas in den VSA genannt:

https://www.spiegel.de/kultur/das-shoah-business-a-05e0d9f6-0002-0001-0000-000013680385

Man könnte daher den Eindruck gewinnen, dass auf der Welt immer irgendeine Gruppe mit der Verfolgung einer Anderen beschäftigt ist. In der Psychologie nennt sich das Dramadreieck:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dramadreieck

Da hilft nur Ausstieg aus der Opferrolle und den Täter/die Täter, in dem Fall den Spiegel und den VS Thüringen, proaktiv mit seinem menschenverachtenden Verhalten konfrontieren. Demos vor dem VS Thüringen, Klage(n) am europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, Schluss mit dem Blödsinn. Patriotismus, Nationalstaatlichkeit ist ein legitimes Grundrecht und “Biologismus“, Bewahrung auch der eigenen biologischen Identität, ebenso.

Andreas Walter

5. Oktober 2021 08:34

 

Herrgott noch mal, das ist doch das Normalste der Welt, das ein schwarzer Afrikaner lieber eine schwarze afrikanische Frau als Mutter seiner Kinder haben möchte.

Oder warum haben auch (männliche) Juden Jahrhunderte lang, mit gelegentlichen Unterbrechungen, auch lieber Jüdinnen geheiratet? Das mussten sie sogar, wenn sie Juden bleiben wollten, beziehungsweise, ihre Kinder. 

Was gibt es da deshalb eigentlich zu diskutieren, Herr Kramer!

Oder darf ich ab jetzt dann auch den jüdischen Priester Esra (Ezra) aus der Bibel als rechtsextremen, jüdischen Biologisten, Rassisten bezeichnen?

Macht also mal gefälligst halblang, auch beim VS. Oder will der VS womöglich sogar Gewalt provozieren? Anders lässt sich ja so ein unterirdisches Verhalten kaum erklären.

 

Karl Otto

5. Oktober 2021 09:44

@ Andreas Walter: Diese Zeiten sind vorbei. Ich bin 64, als ich in die Schule kam sah man nicht einen einzigen Schwarzen oder Asiaten auf der Straße  (in Westdeutschland wohlgemerkt). In meiner Klasse war ein Spanier, der hatte dunkle Augen, ansonsten sah er aus wie wir. 

Inzwischen ist eine Generation aufgewachsen, für die Reisen, Musik mit englischen Texten hören, Döner oder Pizza essen, Urlaub in Spanien oder der Türkei (oder auch Thailand oder Kuba) machen ganz normal sind. Natürlich kommen für die auch Ausländer, gar solche anderer Hautfarbe, als Partner in Frage. Und das wird sich auch nicht mehr ändern, selbst wenn es gelänge, Sachsen und Thüringen zum weißen Patrioten-Ghetto zu machen (aus meiner Sicht auch keine attraktive Vorstellung).

Es zeichnet sich bei der AfD eine Entwicklung ab, wie es sie bei den Grünen auch gegeben hat. Da unterschied man mal zwischen Realos und Fundis. Für letztere standen etwa Jutta Dittfurth und Thomas Ebermann, falls das noch jemand etwas sagen sollte. Für erstere exemplarisch Joschka Fischer, der erste grüne Minister. Die Fundis sind praktisch verschwunden (oder bei der Linken, wo sie als Westdeutsche auch keinen guten Stand haben), für die Realos ist das Kanzaleramt in greifbare Nähe gerückt. Natürlich um den Preis, Kompromisse zu machen und Abstriche an der reinen Lehre hinnehmen zu müssen.

 

Karl Otto

5. Oktober 2021 09:45

Fortzestzung: 

Aus meiner Sicht wäre eine solche Entwicklung auch für die AfD wünschenswert. Die CDU hat mal Wahlkampf gemacht mit der Warnung vor dem Rot-grünen Chaos, heute bettelt sie gradezu darum, von den Grünen als Partner akzeptiert zu werden. Wenn die CDU in die Opposition gehen muss (wonach z.Z. alles aussieht), wird sie sich strategisch neu ausrichten müssen, wenn sie jemals wieder einen Kanzler stellen will. Sprich: sie wird sich mittelfristig für die AfD öffnen müssen.

Ich sehe ehrlich gesagt nicht, welche Perspektive Höcke und Kubitscheck bieten? "Nicht wir müssen »koalitionsfähig« werden, sondern die CDU und die anderen Altparteien." Mein Gott, welche Selbstüberschätzung. Höcke würde nirgendwo in Westdeutschland (wo die Wahlen gewonnen werden, wie Meuthen ganz richtig sagt) Mehrheitem gewinnen können. Man sollte cih etwas anderes überlegen.

Schobbepetzer

5. Oktober 2021 09:47

Langfristig bekommt man erst dann eine bundesweite Machtoption, wenn man über 25-30% notiert. Das zeigt auch das Beispiel der FPÖ. Dies kann schon vorzeitig auf Landesebene passieren, derzeit aber nur wahrscheinlich in den neuen Bundesländern.
Es bedarf meiner Meinung nach dabei zweier Ebenen, des systematischen wohlüberlegten Tabubruchs und der Verbesserung der metapolitischen Ebene.
Beim Tabubruch ist das Beispiel Haider schon oft zitiert worden. (Buch: Jörg! Der Eisbrecher). Ob dies Höcke spielen kann oder ob er nicht schon verbrannt ist, kann ich nicht beurteilen. Haider hat immer wieder systematisch das Tabu gebrochen und damit Aufmerksamtkeit auch in den öfft. Medien erreicht. Tabu´s gibt es genügt, das anpassen und nicht darüber reden wie Meuthen etc., ist total kontraproduktiv. Die AFD hat das Tabu "Corona" komplett verschlafen. 
Zweite Ebene ist die von Sellner aufgezeigte Notwendigkeit der Vernetzung in Vereinen, Unternehmen und vor allem der Aufbau eines Senders (siehe FOX in den USA).
Das alles geht nicht schnell, wie die FPÖ von 1986 (Aufstieg Haider) bis 1999 (Regierungsbeteiligung).
Jetzt ist es an der Zeit für Klärung in der AFD für den zukünftigen Weg zu sorgen. Herr Höcke, Sie lesen das hier bestimmt, Sie müssen das anstoßen, es ist Ihre Aufgabe!

Rheinlaender

5. Oktober 2021 10:02

@Andreas Walter

"Oder will der VS womöglich sogar Gewalt provozieren?"

Die Herrscher dieses freiesten Deutschlands, das wir je hatten, wollen ihre Macht langfristig absichern, indem sie den vorpolitischen Raum in ihrem Sinne gestalten und den letzten Refugien oppositionellen Denkens die Luft zum Atmen nehmen. Um "Biologismus" geht es dabei natürlich nicht, denn wer im "alten weißen Mann" den Rassenfeind der Menschheit sieht, gilt nicht als Extremist, sondern wird staatlicherseits nach Kräften unterstützt. Gewalt seitens der Ziele dieses Vorgehens wäre aus Sicht derer, die dafür verantwortlich sind, sehr nützlich, um noch weiterreichende Maßnahmen zu legitimieren. Der jetzt mögliche Einsatz von V-Leuten bzw. die damit verbundenen finanziellen Anreize könnten dies begünstigen. Wenn also in der Opposition jemand versuchen sollte, Militanz zu propagieren, dann wäre derjenige entweder ein Idiot oder ein V-Mann.

Niekisch

5. Oktober 2021 10:30

"Die AfD wird primär über ihr vages, gesamtdeutsches Image wahrgenommen,"

@ nigromontanus 4.10 22:49: Ist das nicht BpB- speech?

URN

5. Oktober 2021 10:39

Guten Morgen Frau Kositza und viele Grüße nach Schnellroda. Sie hatten zwar den phantasiebegabten nigromontanus nach einer Quelle für seine Behauptung gefragt, aber ich bin mal so frei und widerlege ihn:

gewählt im Wahlkreis 162 (Chemnitz) Müller, Detlef, SPD, 25,1%

Erstunterlegen Klonovsky, Michael, AfD, 21,9%

Quelle: Der Bundeswahlleiter 

Benedikt Kaiser

5. Oktober 2021 10:49

Zur gescheiterten Klonovsky-Kandidatur ein bemerkenswerter Kommentar aus der Freien Presse (Chemnitz) v. 27.9.2021:

Deren [bezogen auf die AfD] Vertreter Michael Klonovsky, ein parteiloser Münchner Intellektueller, trug seine desinteressierte Attitüde dermaßen lustvoll zur Schau, dass manche Parteigänger zwischen all den Autokorsos ziemlich nervös wurden. Noch beim Wahlkampfabschluss am Freitag im Ballsaal Hilbersdorf brachte es Klonovsky fertig, weniger über Chemnitz zu reden als Parteichef Alexander Gauland, den immerhin noch Tanzstundenerinnerungen mit der Stadt seiner Geburt verbanden.

Es ist eine sehr berechtigte Frage, wie die Sache ausgegangen wäre, hätte die AfD einen leichter vermittelbaren Kandidaten aufgestellt.

nigromontanus

5. Oktober 2021 11:36

In Ordnung, was die Affäre Klonovsky betrifft, habe ich scheinbar etwas falsch aufgeschnappt und mir damit nun selbst geschadet. Er hat offensichtlich gegen den SPD-Kandidaten verloren, und gut möglich, daß seine dandyeske Attitüde eher suboptimal war. Nehme ich gerne zurück. Die Argumentation selbst wird davon allerdings nicht beeinträchtigt: auch in Sachsen und Thüringen schneidet die AfD in den Großstädten schlechter ab. Was natürlich nicht daran liegt, daß dort plötzlich ein anderer Landesverband aktiv wäre, sondern daß dort andere Milieus den Ton angeben. Und diese Mentalitätsunterschiede existieren auch übergreifend in Bezug auf Ost- und Westdeutschland. 

@Niekisch: Sofern man die Statistiken und Umfragen untersucht, stellt man fest, daß die Wähler in Ost und West die AfD weitgehend gleich wahrnehmen, im Osten kommt lediglich ein "Sie setzen sich für ostdeutsche Interessen ein" Faktor dazu. Auch die Wählerzusammensetzung ist in Ost und West weitgehend gleich - daß also durch ein liberaleres Auftreten ökonomisch Unzufriedene und Schlechtergebildete/Schlechterverdienende/etc. abgeschreckt würden, lässt sich nicht feststellen. 

Laurenz

5. Oktober 2021 13:14

@BB & Karl Otto & Nigromontanus (1)

Wenn wir hier über die AfD oder im Speziellen über Höcke debattieren wollen, müssen wir besser werden.

Dieser Grundsatz, den Höcke für die AfD manifestiert, muß auch auf der SiN stattfinden.

Das heißt nichts anderes, als das Sie Sich von den ewig gestrigen Standpunkten @RMHs lösen müssen, die schon seit vielen Jahrzehnten die Erfolglosigkeit im politischen Wettbewerb feiern & bis zum heutigen Tag versuchen, narzißtisch Recht zu behalten & bis heute die Welt nicht verstehen.

Wenn man schon einen legitimen Vergleich von der AfD zu den Grünen zieht, dann doch bitte auch richtig & en Detail.

1. Die Grünen stiegen in ein 3-Parteien-System ein, die AfD in ein 5-Parteien-System.

2. Die Grünen gaben propagandistisch nie ihr Markenzeichen auf. 3. Die Grünen unterschieden/unterscheiden viel professioneller zwischen Machtergreifung & Realpolitik, was heißt, die Machtergreifung steht im Vordergrund, koste es, was es wolle.

3. Die professionelle Frage der Machtergreifung rührt historisch aus der kommunistischen Vergangenheit der Realos. Kommunistische Agitatoren, wie Trittin, Kretschmann waren einfach hervorragend geschult.

Elvis Pressluft

5. Oktober 2021 13:20

Nun, die Luft wird progredient (noch) bleihaltiger. Vorhin erreichte mich die Nachricht, daß das IfS nunmehr hochoffiziell mit allen staatlichen Mitteln überwacht und bspw. auch mit V-Leuten infiltriert werden darf (Letzteres wohl eher eine theoretische Möglichkeit). Nicht direkt überraschend, aber – für mich – zunächst doch erschreckend. Die brd hat es nicht mehr nötig, auch nur den flüchtigen Anschein einer Demokratie zu erwecken; die Zeiten sind vorbei, nicht zuletzt „dank“ Covid. Ich hoffe, daß GK und alle anderen Betroffenen auf dieses Szenario vorbereitet waren. Solidarität ist ein mittlerweile beschmutztes Wort, aber hier wohl dennoch angebracht. In diesem Sinne …

Laurenz

5. Oktober 2021 13:22

@BB & Karl Otto & Nigromontanus (2)

Das ist genau, was GK (, BK) & Höcke adäquat & gleich zu den Grünen bieten, abseits politischer Inhalte. Das ist politische Professionalität & der Wille zur Machtergreifung.

Politik war immer nur für intellektuelle Idioten ein Ort zum Recht haben.

Sie, meine Herren, unterschätzen fatal die Einschätzungen des politischen Gegners. Exakt wegen des Potentials zur Machtergreifung werden GK & Höcke extrem medial angefeindet & nicht Meuthen oder Pazderski, diese Loser.

Die Schwäche der Einheitsfront liegt im mittlerweile doch recht abgehobenen "Framing" der Altparteien, die sich doch recht weit von einer tatsächlichen Lebenswirklichkeit entfernt hat, siehe der Richtungskampf bei Die Linke, wo nur Sahra Wagenknecht wirklichen Machtinstinkt besitzt. Der Rest der linken Schickeria will wie Sie auch, meine Herren, ideologisch bis in den eigenen Untergang Recht behalten.

Die Linke ist der Spiegel, in dem Sie Sich selbst betrachten können.

Schenkendorff

5. Oktober 2021 15:30

Glückwunsch an die AfD Thüringen zu den Stimmengewinnen. Aber auch im Osten ist überall in den Großstädten eben kein Direktmandat errungen worden. Dresden, Leipzig, Chemnitz, Erfurt. Von solchen Städten wimmelt es aber z.B. in NRW. Und ein AfD- feindliches Milieu ist ein sich fortzeugendes und steigerndes Moment. Samstag vor der Wahl, Wahlkampfstand direkt an einer Christopher-Street-Day- Feier mit 500 meist Jugendlichen in Karnevals-Stimmung. Sowas hat, sagen wir, Eisenach nicht einmal ansatzweise je gesehen. Beginn einer Diskussion: "Sie als homophobe Partei.." Ließ sich dann von den jungen Diskutanten nicht beweisen, aber auch nicht aus den Köpfen drängen. Weil es ja in der Schule so besprochen war, und der Lehrer hat ja recht. Ich weiß, daß uns erwachsene Homosexuelle wählen, aber es ist schwierig. Da hat Herr Höcke keine Antwort drauf, dort liegt  aber der Hase im Pfeffer.

RMH

5. Oktober 2021 15:35

Der Machiavellist der Reserve, @ Laurenz, teilt mal wieder ordentlich aus ... dabei verhandeln die Grünen grundsätzlich primär nach Inhalten und nicht nach Posten (klar, Posten sind auch wichtig, aber eben nicht alles), soviel darf man ihnen schon zugestehen. Die Grünen wissen nämlich, dass nicht die Posten die Macht sind, sondern das Bestimmen der Inhalte und der Milieus, nach denen sich dann auch die anderen Pöstcheninhaber ganz à la mode richten. Oder wer zwang Unions-, SPD- Minister etc. in ihren Ministerien zu gendern, sich einem C02 Spardiktat etc. bereits jetzt zu unterwerfen, obwohl die Grünen aktuell noch nicht einmal der Regierung angehören?

Niekisch

5. Oktober 2021 15:56

"...Nachricht, daß das IfS nunmehr hochoffiziell mit allen staatlichen Mitteln überwacht und bspw. auch mit V-Leuten infiltriert werden darf"

@ Elvis Pressluft 5.10 13:20: Nachtigall des Verbots gem. § 3 Abs.1 VereinsG, ik hör Dir trapsen...Jetzt könnte sich rächen, dass auf meinen seit Jahren auch besonders hier gemachten Vorschlag,  auf grundgesetzlich geschützter Grundlage der Art.4 und 9 Grundgesetz zu arbeiten und zu diesem Zweck ein "Weltanschauliches Minimum" als geistige Plattform für eine Religions- bzw. Weltanschauungsgemeinschaft zu erarbeiten, nie eingegangen wurde. Noch ist es nicht zu spät! Zwar ist das vereinsrechtliche Religionsprivileg inzwischen weitgehend eliminiert worden, noch immer aber ist es nicht so ganz einfach, aus einer religiös-weltanschaulichen Trutzburg vertrieben zu werden. 

Wenn ich kein Gehör finde, dann vielleicht der Justitiar des IfS.

Karl Otto

5. Oktober 2021 16:41

@ Laurenz:

" Exakt wegen des Potentials zur Machtergreifung werden GK & Höcke extrem medial angefeindet & nicht Meuthen oder Pazderski, diese Loser."

Das ist so nicht richtig. Jeder Vertreter der AfD wird im ÖRR abgepflaumt, unterbrochen, mit Unterstellungen angegangen usw. Sehe da keinen Unterschied. Meuthen gilt als Höcke im Schafspelz, der das gleiche will nur konzilianter auftritt.

Laurenz

5. Oktober 2021 18:04

@Karl Otto @L.

"Jeder Vertreter der AfD wird im ÖRR abgepflaumt"

Das ist zwar richtig (bei stalinistischen Kaschberl-Hanswursten wie Tilo Jung), aber in der Intensität existieren gewaltige Unterschiede. Da sollten Sie besser recherchieren & die Flügel-Debatte sollte auch Ihnen im Gedächtnis geblieben sein. Wie viele der 294 AfD-Kreisvorsitzenden haben neben ihrem Haus/Wohnung ein ihnen gewidmetes  Projekt zu vergegenwärtigen? Und 4 Dutzend aktuelle Morddrohungen sind nicht 35.000. Sie weichen der wirklichen Debatte aus, Karl Otto.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/goetz-kubitschek-denkfabrik-als-rechtsextreme-gruppierung-eingestuft-a-30849654-8ec6-4ee9-b019-c007abb70053

@RMH @Mini-Marchiavelli

"Grünen grundsätzlich primär nach Inhalten und nicht nach Posten"

Das war bisher der Beste heute auf der SiN, haben Sie noch mehr solche Schenkel-Klopfer auf Lager? Nur raus damit.

Alle Artikel, die bisher über Koalitionsverhandlungen zu lesen waren, hatten keine Sachfragen zum Inhalt. Der "Break-even" für die SPD ist, wenn die Koalition mit der CDU billiger wird, als die mit den Grünen & der FDP. Dabei geht es nur um die jeweilge Anzahl der Ministerien. Wenn Sie Sich, RMH, von meinem "Austeilen" betroffen fühlen, sollten Sie vielleicht einen Augenblick nutzen, ob dies nicht zu Recht geschah?

Waldgaenger aus Schwaben

5. Oktober 2021 18:24

Man  betrachte die negaive Sonntagsfrage:

Welche Partei würden Sie niemals wählen?

Potential-Analyse

Hier hat die AfD eine satte Zweidrittel-Mehrheit: 69%. Seien es ein paar weniger. Doch nie kann die AfD die absolute Mehrheit erreichen.

Den Akzelerationisten rufe ich zu, wie weiland Kennedy:

"Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!"

Berlin kriegt nichts gebacken, nicht mal eine Wahl können sie abhalten, nicht mal das Versagen der Behörden dabei ansatzweise verschleiern. Wer schon Wahlergebnisse "schätzt", weil er mit dem Zählen überfordet ist,  sollte wenigstens etwas variieren (Ganz Schlaue verwenden eine random Funktion z.B in excel mit vorgegebenen Grenzen). Trotzdem RRG (wahrscheinlich)

Was ist die Chance der AfD? Die CDU muss in mehrere Trümmer zerbrechen, ein paar Trümmer- Brocken gründen eine neue Partei, die die Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ablehnen (Otte, Maaßen). Andere laufen zu den Freien Wählern über (deren Wahl ich NICHT bedauere und die vielleicht bei nächsten Mal die 5% schaffen).

Dann schau mer mal.

Laurenz

5. Oktober 2021 20:58

@Traumgänger aus Wolkenkuckucksheim

"gründen eine neue Partei, die die Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ablehnen (Otte, Maaßen)"

Wie viel SiN-Autoren & -Foristen müssen noch ihre Zeit verschwenden, bis die Holzköpfe es begreifen?

Es existiert außerhalb der AfD niemand, der eine Zusammenarbeit mit der AfD wünscht, auch kein Otte & kein Maaßen.

Letztere beide Herren vertreten ausnahmslos die Interessen ihrer Partei. Wenn das nicht der Fall wäre, hätten beide Hilfs-Bosbachs längst ihren Kack-Laden verlassen.

Die CDU ist doch deswegen aktuell so desolat, weil der Status als stärkste Fraktion im Reichstag verloren ging, etwas nicht Vorgesehenes in der CDU. Ging ja bisher trotz SED-isierung immer gut.

Auch die ewig gestrige Fokussierung auf die CDU ist doch längst Schnee von gestern. Diese CDU, die Sie, Otte, Tichy, Broder oder wer auch immer meinen, ist doch längst nicht mehr existent. Sie existiert nur noch in den Köpfen von ü50 oder Rentnern. 

Eine starke AfD als Senior-Partner kann sich aussuchen, mit wem sie koaliert, ist doch politisch völlig egal mit wem.

Machen Sie mal Ihren Kopf vom "gestern" frei. Gestern ist vorbei.

Kurativ

5. Oktober 2021 22:59

"kein unterkriechen" finde ich am wichtigsten. Dem Änstlichen beißen die Hunde. Gerade Politik ist eine Glaubenfrage und wer nicht an seine Sache glaubt, der soll es sein lassen. Das endet wie bei der Union, welche sich von den Links-Grünen vorschrieben lassen hat, wie sie zu denken und zu reden hat

Der Sinnierer

6. Oktober 2021 01:45

Teil Eins:

Ich bewundere Herrn Höcke und all die Idealisten (im Gegensatz zum leider größer gewordenen Haufen der Karrieristen und Opportunisten) innerhalb der AfD, zolle ihnen meinen tiefsten Respekt. Ein jeder von uns sollte machen was er kann, um am Gewebe unseres gemeinsamen Deutschlands weiter zu weben, zu gewährleisten, daß es auch noch in Hunderten oder gar Tausenden von Jahren existieren wird. Natürlich sind wir in Gottes Hand, und es kann sein daß das deutsche Volk im 21. Jahrhundert dem Ende entgegengegangen sein wird, aber ich will meinen kleinen Beitrag tun, wie auch Herr Höcke seinen (größeren) Beitrag tut, daß das nicht geschieht. Bei mir sind es die sieben, vielleicht bald acht Kinder, sind es die kleinen Tropfen denen ich unserer Kultur hinzufüge oder auch dem von mir gekauften und (teil-) instandgesetzten Haus in Sachsen nebst anderen. Ich möchte daher auch jedem der Foristen hier zurufen nicht nur zu reden und Einser und Nuller in diesem digitalen Nichts zu erschaffen, sondern aktiv an dieser Fortexistenz mitzuarbeiten.

Der Sinnierer

6. Oktober 2021 01:46

Teil Zwei:

Wie diese Fortexistenz ermöglicht wird? Das Gründen einer Familie, selbst wenn die Partnerin oder der Partner nicht perfekt sind (wer ist es denn schon?). Der Kauf und die Renovierung eines verfallenden Hauses in Mittel- oder natürlich auch Westdeutschland. Die aktive Mitgestaltung in der AfD. Das Anschreiben der Politiker. Ein kleiner Schrebergarten ist auch schon ein guter Anfang, wie das Gemeinsame mit dem Nachbarn oder das Ehrenamt für die immer ärmer werdende ältere Generation. Das Sammeln der Lebenserinnerungen der wegsterbenden ostdeutschen Kultur (mit einem Tonband in eine Landsmannschaft der Ostpreußen gehen? In ein Altersheim?). Das Saubermachen unserer Wälder und Flüsse. Oder oder oder. Ich bin der festen Ansicht, daß wir nun im Tal des seit 1918/1919 stattfindenden Niedergangs sind, aber in spätestens zehn Jahren wieder der Aufstieg für unser Land beginnen wird! Ich bin daher jedem dankbar, der hier mitwirkt und zolle auch hier nochmals der Sezession, dem IfS, den Idealisten in der AfD, den Identitären und vielen mehr, die hier genannt werden müßten, meinen tiefen Respekt!

Seneca

6. Oktober 2021 08:15

Der Wahlkampf der AfD entsprach der Entwicklung der Partei insgesamt: enttäuschend. Man fragt sich

• sind die hässlichen Wahlplakate (Formate, Farbgebung, Grafik) Absicht?

• wem in der Partei fallen die zum großen Teil Sinn freien Slogans ein?

• die vergleichsweise hohe Anzahl von aufgehängten hässlichen und Sinn freien Plakaten hat dann das passende Ergebnis produziert.

• wo ist der 2017 von Meuthen versprochene AfD-Newsroom? Soll dies der schlecht gemachte YouTube-Kanal sein? 

Meuthen hat auf der ganzen Linie versagt und sollte freiwillig nicht mehr zur Wahl antreten. Dies müsste das Ergebnis einer inneren Prüfung sein. Aus der Professoren-Partei muss JETZT eine schlagkräftige Organisation erwachsen oder es braucht die AfD nicht länger.

Waldgaenger aus Schwaben

6. Oktober 2021 10:06

@Laurenz

Darf ich Ihnen aus über 20-jähriger Erfahrung im Netz ein paar Tipps für gelungene Povokationen geben?

1. Keine name-flames (Beschimpfungen durch Abwandlung des Namens). Die gelten als einfallslos.

2. Tun Sie Ihrem Gegner nicht die Ehre der Nennung seines Namens an. Umschreiben Sie ihn so, dass jeder weiß, wer gemeint ist. Beispiel:

RMH:

Der Machiavellist der Reserve, @ Laurenz, teilt mal wieder ordentlich aus ...

käme so viel besser:

Ein Machiavellist der Reserve, ein verbitterter, alter Junggeselle, der offenbar ( ...*)  teilt mal wieder ordentlich aus ...

*) hier noch ein paar Beleidigung einfügen

 

3. Am wichtigsten: Lesen Sie die Beiträge, die sie angreifen, sorgfältig und zu Ende!

Beispiel:

Sie schreiben: "Auch die ewig gestrige Fokussierung auf die CDU ist doch längst Schnee von gestern."

Ich aber schrieb im Bezugsbeitrag weiter unten:

Die CDU muss in mehrere Trümmer zerbrechen

Damit ist für jeden erkennbar, dass Sie nicht zu Ende gelesen haben, sondern nach den ersten Sätzen aufgehört haben, um Ihre Angriffe abzusondern.

hth

W. aus S.

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