11. Oktober 2021

Kritik der Woche (5): Stegemanns „Wutkultur“

Ellen Kositza / 2 Kommentare

Meine neue Video-Rezension beschäftigt sich mit der jüngsten Schrift des Dramaturgen und linken Vordenkers Bernd Stegemanns: Wutkultur.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Das Problem, das Thema: »Opfergruppen« fühlen sich beleidigt, ständig ist jemand entsetzt über die Langsamkeit demokratischer Prozesse, in den sozialen Netzwerken toben die Erregungsvirtuosen.

Je umfangreicher die Alimentierung linksidentitärer Politik wird, desto mehr Gruppen und Individuen kämpfen um die knappe Ressource Anerkennung. In der Spätmoderne ist die Politik der Kränkung beherrschend geworden. Bernd Stegemann zeigt in seinem Essay, was diese zur »Kultur« gewordene Wut anrichtet.

Bernd Stegemann: Wutkultur, Theater 2021. 100 S., 12 € -- hier bestellen. Und mein Vlog zum Buch gleich hier ansehen!

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Übrigens: Wie alle anderen Veröffentlichungen aus dem »kanal schnellroda« ist auch dieses Video von Ellen Kositza auf anderen Portalen und Plattformen anzusehen bzw. anzuhören. 

Ob auf/bei Anchor, Apple Podcasts oder Spotify: Podcasts, Buchvorstellungen, Vorträge und Debattenbeiträge aus Schnellroda gibt es überall im Netz für den Arbeitsweg, den Feierabend, das Wochenende, die Bahn-Fahrt usf.

Überall dort, wo man als Nutzer aktiv ist, sollte man daher den gemeinsamen Kanal von Antaios, Sezession und Institut für Staatspolitik abonnieren. 


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.


Kommentare (2)

Laurenz

11. Oktober 2021 14:59

Wieder was gelernt, Dank Ihnen, EK.

Hier der amüsante Unterschied von Zorn & Wut definiert durch den Alt-Linken & Gewerkschaftler Georg Schramm 

https://youtu.be/6DeCeV_DyZs

, "der", wie EK, im Video postuliert, wohl zu seinem Leidwesen, oft auch bei uns ganz gut reinpassen würde. Willkommen im Klub, Georg. Schramm beendete erfolgreich, aber frustriert seine berufliche Karriere, wegen Wirkungslosigkeit seines Tuns.

Politisch geht das links-liberale Alimentierungsmodell viel weiter. Auch die Serben & 3 weitere osteuropäische Staaten wollen an den Tropf der EU gehängt werden, solange noch was für finanzielle Infusionen da ist. Auch unsere Reinkarnation des Reichsheinis ist dafür.

https://www.tagesschau.de/inland/maas-eu-westbalkan-101.html

Niekisch

11. Oktober 2021 15:13

Wir sollten, bevor wir mit Kränkungsbehauptungen die linke Identitätspolitik nachäffend in die Offensive gehen,  nicht aus den Augen lassen, dass die linke Identitätspolitik sich bereits wieder verwässert. Die Schriftstellerin Irene Dische z.B. -neuer Roman "Die militante Madonna" - schildert einerseits das Doppelleben des Chevalier d´ Eon als Mann und Frau im 18. Jahrhundert, kritisiert andererseits heftig die sexuelle Verwässerung der Geschlechter und die "Gendersprache". 

Auch sollten wir uns nicht, veranlasst durch Bernd Stegemann, auf Feindbezeichnungen wie "Faschisten" oder Eigenqualifizierung als "Antifaschisten" einlassen. Eher schon mit Frantz Fanon als "Verdammte dieser Erde", den Feind hingegen als "rachsüchtige Seelenfolterer."

 

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