Verfassungsschutzbericht: eine Kommentierung

Es ist im Zivilen wie im Militär: Bei den Schlapphüten sammelt sich der letzte Rest.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Das stell­te ich schon in Bos­ni­en fest, als ich in Sara­je­wo im Ein­satz war und über mei­ne Auf­klä­rungs­fahr­ten durch die im Krieg zer­stör­ten Dör­fer ab und an den Ver­tre­tern des Mili­tä­ri­schen Abschirm­diens­tes (MAD) Bericht zu erstat­ten hat­te, die auf der (papie­re­nen) Jagd nach kroa­ti­schen und ser­bi­schen Rechts­ex­tre­mis­ten waren (ernst­haft!) und natür­lich auch unter uns herumschnüffelten.

Wäh­rend wir jeden Mor­gen unse­re Fahr­zeu­ge bestie­gen, um ins Ein­satz­ge­biet zu rol­len, bestand der All­tag die­ser Leu­te aus Nichts­tun und lee­ren Schreib­ti­schen. Aber eines beherrsch­ten sie: sich zu umge­ben mit dem bil­li­gen Par­füm eines angeb­li­chen Mehr-Wis­sens aus jener Halb­schat­ten­welt, die hin­ter den Kulis­sen agiert.

Fau­le Blen­der, dümm­li­che Schleu­sen­wär­ter an angeb­li­chen Infor­ma­ti­ons­ka­nä­len, von denen wir gewöhn­li­chen Sterb­li­chen, wir Auf­klä­rer, Ein­satz­of­fi­zie­re und Tages­licht­men­schen natür­lich kei­ne Ahnung hat­ten. Bloß: Ich las manch­mal ihre Berich­te, die zwar als Ver­schluß­sa­che gestem­pelt waren, aber nicht ohne Grund nach­läs­sig her­um­la­gen – lee­res Papier, Dürf­tig­keit, Arbeit­sa­li­bi, Zeit­ver­schwen­dung, abge­pin­selt von dem, was wir in unse­ren täg­li­chen Lage­be­rich­ten veröffentlichten.

“Aus­wer­tung öffent­lich zugäng­li­cher Quel­len” – kei­ner vom MAD konn­te Ser­bo­kroa­tisch; “Auf­bau einer Infor­man­ten­struk­tur” – als uns eine bos­nia­ki­sche Fami­lie ein Waf­fen­ver­steck auf einem Heu­bo­den ver­riet, schenk­te ihr einer der MAD-Pen­ner einen Schwei­ne­schin­ken, den er in der Feld­kü­che ein­ge­sackt hat­te. (Der Fami­li­en­va­ter, ein gläu­bi­ger Mos­lem, war fas­sungs­los.) Aber wenn man dann nach­frag­te, wenn man etwas wis­sen woll­te, wenn es um die Sicher­heits­la­ge in einem abge­le­ge­nen Dorf ging, in das zuvor noch kei­ner gefah­ren war, dann kam nur hei­ße Luft.

Ein­mal platz­te uns der Kra­gen, und ich leg­te dem MAD ein Foto vor, das die Buch­sta­ben “HOS” auf eine Moschee­wand gesprüht zeig­te. Man brach auf, um die­ser Revier­mar­kie­rung durch die kroa­ti­sche HOS-Miliz auf den Grund zu gehen. Wir hat­ten aber auf dem Foto die zwei­te Hälf­te des Wor­tes abge­trennt – HOSSA war der Schlacht­ruf des dor­ti­gen Fußballclubs.

Aktiv wur­de “der Geheim­dienst” erst, als ich mit ein paar Kame­ra­den eine Gedenk­fei­er zum Tode Ernst Jün­gers abhielt – die­se Geschich­te muß hier nicht noch ein­mal erzählt wer­den. Nur eines: Lan­ge hielt sich in den Beob­ach­tungs­be­rich­ten (Ver­schluß­sa­che!) der Lese­feh­ler “Ernst Jäger”. Aber das war irgend­wie kei­nem peinlich.

So jetzt wie­der: Wäre ich der Innen­mi­nis­ter von Sach­sen-Anhalt, wäre ich also von der Not­wen­dig­keit des Ver­fas­sungs­schut­zes über­zeugt (und sei es bloß, weil er mir im Kampf gegen die poli­ti­sche Kon­kur­renz nütz­lich erschie­ne): Ich wür­de mich schä­men für die Dürf­tig­keit der Auf­klä­rungs­er­geb­nis­se, der schrift­li­chen Form, der “Logik” der Argu­men­ta­ti­on im von mir ver­ant­wor­te­ten Bericht. Ich wür­de mich schä­men, wirklich.

Freun­de: Liest das kei­ner, bevor es gesetzt und ver­öf­fent­licht wird? Schrei­ben das die­sel­ben Typen, die ich schon in ihrer Kar­re vor dem Ein­gang unse­rer Tagungs­or­te her­um­sit­zen sah – unver­kenn­bar die­sel­be bil­li­ge Aura wie in Sara­je­wo oder bei der Befra­gung vor 20 Jah­ren, als man mich aus der Armee ent­fern­te. Son­nen­bril­le und Müt­ze im Auto, stun­den­lang, so geparkt, daß man den Ein­gang durch einen Busch im Auge behal­ten kann, zum Rau­chen vor die Tür, und, wenn der Drang zu groß wird, mit ver­schwö­re­ri­schem Grin­sen zum Schif­fen rein ins Beobachtungsobjekt …

Einen Ver­lag, ein Insti­tut zu beob­ach­ten, das heißt doch rein gar nichts ande­res als lesen, ein­fach nur lesen. Wenn es euch zu pein­lich ist, zuzu­ge­ben, daß euer Schlapp­hu­t­da­sein vor allem aus der Lek­tü­re von Tex­ten besteht, deren Inhalt ihr nicht ver­steht, dann schla­ge ich vor: Nennt unse­re Bücher, Zeit­schrif­ten, Stu­di­en, nennt unse­re Vide­os und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen haus­in­tern eine “trans­pa­ren­te Ver­schluß­sa­che”. Das klingt nach was, das bringt die schlap­pe Sai­te eures geheim­nis­um­wit­ter­ten Gemüts in Schwin­gung, damit könnt ihr nach 16 Uhr zuhau­se vor euren Wei­bern angeben.

Hier nun der Bericht, Berichts­jahr 2020, der Abschnitt über das Insti­tut für Staats­po­li­tik in vol­ler Län­ge, mini­mal kom­men­tiert von mir. Her­un­ter­la­den kann man den Bericht hier.

– – –

Kurzporträt/ Zie­le

Das IfS ist eine pri­va­te, nicht­uni­ver­si­tä­re Ein­rich­tung und wur­de nach Eigen­an­ga­be im Jahr 2000 unter ande­rem von Götz KUBITSCHEK gegrün­det. Inner­halb des „neu­rech­ten“ Netz­werks nimmt das IfS die Rol­le eines „geis­ti­gen Gra­vi­ta­ti­ons­zen­trums“ ein.

Gleich zu Anfang eine flot­te Wer­tung, und das Attri­but “geis­tig” ist nicht das schlech­tes­te. Aber klar: Die­se Voka­bel ist ein Zitat.

Kern­the­ma des IfS ist die „staats­po­li­ti­sche Ord­nung“, die es in fol­gen­de Arbeits­ge­bie­te unter­teilt: „Staat und Gesell­schaft“, „Poli­tik und Iden­ti­tät“, „Zuwan­de­rung und Inte­gra­ti­on“, „Erzie­hung und Bil­dung“, „Krieg und Kri­se“ sowie „Öko­no­mie und Öko­lo­gie“. Die­se wer­den sowohl in Ver­an­stal­tun­gen (Aka­de­mien) als auch in Publi­ka­tio­nen aufgegriffen.

Von den Ver­öf­fent­li­chun­gen des IfS hebt sich die Zeit­schrift „Sezes­si­on“ ab, die in der „Neu­en Rech­ten“ weit bekannt und wirk­mäch­tig ist. Sie erscheint aktu­ell sechs­mal im Jahr. Ihr Autoren­stamm reicht von (Pseudo-)Intellektuellen außer­halb bis inner­halb des Rechtsextremismus.

(Pseudo-)Intellektuell ist die Über­nah­me einer Anti­fa-Voka­bel in einen amt­li­chen Bericht. Und ich wür­de ger­ne mal die Pro­be aufs Exem­pel machen und mir von einem der VS-Leser einen Text von Licht­mesz oder Leh­nert, Som­mer­feld oder Sei­del, Kositza oder Kai­ser oder Kis­ou­dis aus­le­gen las­sen – also nichts mit vie­len Bil­dern und Sprechblasen.

Das IfS will zuguns­ten einer Dis­kurs­ver­schie­bung nach „rechts“ eine ver­meint­lich lin­ke Hege­mo­nie in Gesell­schaft und Poli­tik aufbrechen.

Ver­meint­lich lin­ke Hege­mo­nie? Auf der Sei­te 160f des VS-Berichts heißt es: “Dabei ist die Kon­struk­ti­on von Feind­bil­dern unter dem Akti­ons­schwer­punkt des Anti­fa­schis­mus so belie­big, dass Gewalt­ta­ten gene­rell gerecht­fer­tigt schei­nen. Die Ent­gren­zung anti­fa­schis­ti­scher Ideologieversatzstücke zulas­ten eines anti­ex­tre­mis­ti­schen Kon­sens in der Gesell­schaft tut dabei ihr übriges.” Was nun also?

Der „Raum des Sag­ba­ren“ soll aus­ge­dehnt werden.

Ich zitie­re den Insti­tuts­chef Erik Leh­nert aus einem noch nicht ver­öf­fent­lich­ten, heu­te aber frei­ge­ge­be­nen Inter­view: “Ich sehe gar nicht, wo da der Vor­wurf ist. Jeder, der am öffent­li­chen Mei­nungs­bil­dungs­pro­zeß teil­nimmt, hat doch das völ­lig legi­ti­me Ziel, daß sich sei­ne Auf­fas­sung der Din­ge durch­setzt. Das gilt für Lin­ke, Libe­ra­le und Rech­te glei­cher­ma­ßen, sonst könn­te man ja auch ein­fach den Mund halten.”

Das IfS zielt auf Deu­tungs­ho­heit im vor­po­li­ti­schem sowie auf Ein­fluss im par­la­men­ta­ri­schen Raum. Stär­ker als vie­le ande­re rechts­ex­tre­mis­ti­sche Grup­pie­run­gen setzt das IfS auf die Schrift als Mit­tel zur Ver­brei­tung der eige­nen Ideologie.

Noch ein­mal Leh­nert: “Auch das ist in der par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie ein völ­lig legi­ti­mes Anlie­gen. Der Staat selbst för­dert die Ein­fluß­nah­me der Par­tei­en auf den vor­po­li­ti­schen Raum mit jähr­lich 600 Mil­lio­nen Euro, die er an die par­tei­na­hen Stif­tun­gen aus­schüt­tet. Die­ses Geld wird erklär­ter­ma­ßen dafür ein­ge­setzt, die Deu­tungs­ho­heit im vor­po­li­ti­schen Raum zu erlangen.”

Grund der Beobachtung

Wenn auch in gerin­ge­rem Aus­maß als bei ande­ren rechts­ex­tre­mis­ti­schen Bestre­bun­gen cha­rak­te­ri­sie­ren das IfS ras­sis­ti­sche und bio­lo­gis­ti­sche Sicht­wei­sen. Den Wesens­kern der Ideo­lo­gie des IfS stellt der „Eth­nop­lu­ra­lis­mus“ dar, der unter ande­rem frem­den­feind­li­che, antie­ga­li­tä­re und den völ­ki­schen Kol­lek­ti­vis­mus betref­fen­de Ele­men­te ent­hält. In unmit­tel­ba­rem Zusam­men­hang mit den „eth­nop­lu­ra­lis­ti­schen“ Ansich­ten ste­hen die Aus­län­der- und Islam­feind­lich­keit des IfS. Das IfS dis­kri­mi­niert aus­ge­wähl­te Per­so­nen­grup­pen, wenn es die­sen pau­schal nega­ti­ve Eigen­schaf­ten zuschreibt. Im Zuge des­sen wer­den die­sen Men­schen die per­sön­li­che Iden­ti­tät und Indi­vi­dua­li­tät im Sin­ne des Art. 2 GG sowie die Gleich­heits­rech­te nach Art. 3 GG abge­spro­chen. Eben­so liegt damit eine Ver­stoß gegen das Prin­zip der Unan­tast­bar­keit der Men­schen­wür­de nach Art. 1 Abs. 1 GG vor.

Zwar geht alle Macht vom deut­schen Vol­ke aus; aber daß die­ses Volk im sel­ben Moment eine irgend­wie abgrenz­ba­re Grö­ße sein muß (also nicht – ganz ega­li­tär – “die Mensch­heit”) scheint ver­fas­sungs­feind­lich zu sein, weil es den “völ­ki­schen Kol­lek­ti­vis­mus” (wie­der eine die­ser Anti­fa-Kampf­vo­ka­beln) tra­die­re. Weiß der Ver­fas­sungs­schutz, daß es einen Unter­schied zwi­schen dem deut­schen Volk und dem Staats­volk, also zwi­schen Deut­schen, Staats­bür­gern und Frem­den gibt? Kann er Schnitt­men­gen bil­den? Nimmt er Fließ­rich­tun­gen wahr? Wir kön­nen das, wir neh­men das wahr, wir wis­sen nicht immer erst nach dem geschei­ter­ten Expe­ri­ment, daß die Vor­sicht die Mut­ter der Por­zel­lan­kis­te und der Vor­be­halt der Vater des Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­seins sind.

Das IfS rich­tet sich damit gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung. Durch sei­ne Funk­ti­on als „think tank“ der „Neu­en Rech­ten“ unter­hält das IfS eine Viel­zahl von Kon­tak­ten und Bezie­hun­gen zu ande­ren Grup­pen und Per­so­nen der „Neu­en Rechten“.

Die Logik ist des Den­kens Zier, doch leich­ter geht es ohne ihr.

Ereig­nis­se und Ent­wick­lun­gen im Berichtszeitraum

Das IfS ist pri­mär publi­zie­rend tätig. Ent­spre­chend bleibt die Anzahl real­welt­li­cher Akti­vi­tä­ten, z. B. Tref­fen, the­ma­ti­sche „Aka­de­mien“, Kam­pa­gnen oder Schu­lun­gen, überschaubar.

Jetzt muß ich geste­hen: Ich wüß­te doch zu gern, wer das Wort “real­welt­lich” in den VS-Scrabb­le ein­ge­speist hat.

„Aka­de­mien“

Vom 10. bis 12. Janu­ar 2020 führ­te das IfS sei­ne 20. Winter„akademie“ in Schnell­ro­da (Saa­le­kreis) durch. Unter dem The­ma „Lesen“ refe­rier­ten unter ande­rem Dr. Erik LEHNERT, Bene­dikt KAISER (Sach­sen) sowie Götz KUBITSCHEK.

Die all­jähr­li­che Sommer„akademie“ führ­te das IfS vom 18. bis 20. Sep­tem­ber 2020 unter dem The­ma „Staat und Ord­nung“ mit 90 Teil­neh­mern in Schnell­ro­da durch.

Die Anfüh­rungs­zei­chen rund um das Wort “aka­de­mie” kor­re­spon­diert aufs sub­tils­te mit dem “(pseudo)-intellektuell” wei­ter oben. Es sug­ge­riert: Da tun wel­che nur so.

In sei­nem Arti­kel „Wach­sen­de Rin­ge – Tage­buch (5)“ äußer­te sich KUBITSCHEK zu den dies­jäh­ri­gen Teil­neh­mern der Som­mer­aka­de­mie: „(…) im Ver­gleich zu vor fünf oder drei Jah­re deut­lich ande­re Teil­neh­mer­schaft. Die Leu­te sind sehr jung, sind ganz und gar im Digi­ta­len Zeit­al­ter auf­ge­wach­sen, (…) haben tat­säch­lich vir­tu­el­le Exis­ten­zen, aus denen sie einen nicht gerin­gen Teil ihrer Bedeu­tung und ihres Selbst­werts ablei­ten. Dem kann zumin­dest ich nur zuse­hen, ohne daß ich noch Zugang fän­de“. [sic!]

Den­ke über das “sic!” an die­ser Stel­le nach und kreu­ze an: a. fal­scher Kon­junk­tiv, b. völ­ki­sches scharf‑s, c. ein sic! ist immer dabei!

An den „Aka­de­mien“ neh­men in der Regel Unter­stüt­zer sowie Ange­hö­ri­ge der „Neu­en Rech­ten“ teil. Sie sind Teil­neh­mern unter 35 Jah­ren vor­be­hal­ten. Dadurch nimmt das IfS sei­ne Rol­le, ins­be­son­de­re mit Blick auf jun­ge Men­schen, als „Schu­lungs­zen­trum“ der „Neu­en Rech­ten“ wahr.

Am 6. Okto­ber 2020 fand in Hop­pe­gar­ten (Bran­den­burg) eine Ver­an­stal­tung des IfS unter dem Titel „125 Jah­re Ernst Jün­ger“ statt. Neben den zen­tra­len Initia­to­ren Götz KUBITSCHEK und Erik LEHNERT wur­de die Ver­an­stal­tung unter ande­rem von ande­ren Akteu­ren der „Neu­en Rech­ten“ unter­stützt. Unter den Teil­neh­mern konn­te auch ein ehe­ma­li­ges Mit­glied der „Kon­tra­kul­tur Hal­le“ (IBD) fest­ge­stellt werden.

Jetzt haben wir das ers­te ech­te Auf­klä­rungs­er­geb­nis: “Es konn­te ein ehe­ma­li­ges Mit­glied von Kon­tra­kul­tur Hal­le fest­ge­stellt wer­den” – die­se Pas­siv­kon­struk­ti­on will indi­rekt ver­mit­teln, daß da ein gan­zer Appa­rat ein­ge­setzt, zur Beob­ach­tung die­ser Ver­an­stal­tung gera­de­zu abge­stellt wur­de, damit die in jeder Hin­sicht ver­net­zen­de Teil­nah­me einer extrem gefähr­li­chen, zumin­dest aber ehe­ma­li­gen Per­son über­haupt erst ohne Wenn und Aber fest­ge­stellt wer­den konn­te. Cha­peau! (Schlapp­hut ab!)

Bewer­tung, Ten­den­zen, Ausblick

In einem Online-Arti­kel äußer­te sich Götz KUBITSCHEK zu den Fol­gen der Ein­stu­fung des IfS zu einem Beob­ach­tungs­ob­jekt des BfV: „Jah­re­lang haben wir trans­pa­rent gear­bei­tet, haben das getan, was man ‚Gesicht zei­gen‘ nennt – eine kom­plett aus­ge­lutsch­te Sache. Die­se Trans­pa­renz, die jeder­mann (auch Hal­den­wang) zeig­te, daß mit uns auf eine anstän­di­ge Wei­se zu rech­nen sei, hat unse­re behörd­li­che Kri­mi­na­li­sie­rung nicht ver­hin­dert. (…) Daher ist nun Schluß mit der Trans­pa­renz. Sol­len die sich halt Mühe geben.“

Typisch für rechts­ex­tre­mis­ti­sche Grup­pie­run­gen, die von Ver­bo­ten, Löschun­gen, staat­li­chen Ent­schei­dun­gen o. ä. betrof­fen sind, nimmt auch das IfS eine „Opfer­rol­le“ ein. Die hier von Götz KUBITSCHEK sug­ge­rier­te Trans­pa­renz war und ist Illu­si­on. Er leg­te in der Ver­gan­gen­heit weder Struk­tur noch Ideo­lo­gie des IfS offen, ins­be­son­de­re zur Zusam­men­ar­beit mit aktio­nis­ti­schen Grup­pie­run­gen der „Neu­en Rechten“.

Das ist nun das Schärfs­te, was ich je über uns las. Das ist schon so däm­lich, daß man wirk­lich Mit­leid bekommt. Leh­nert kom­men­tiert die­sen Pas­sus im bereits erwähn­ten Inter­view so: “Der Vor­wurf der man­geln­den Trans­pa­renz legt beim VS schi­zo­phre­ne Züge offen, heißt es doch im Bericht weni­ge Zei­le vor­her: ‘Stär­ker als vie­le ande­re rechts­ex­tre­mis­ti­sche Grup­pie­run­gen setzt das IfS auf die Schrift als Mit­tel zur Ver­brei­tung der eige­nen Ideo­lo­gie.’ Mit ande­ren Wor­ten, wir machen aus unse­ren Auf­fas­sun­gen kein Geheim­nis. Was wir den­ken, sagen wir auch.”

Leh­nert hat recht, das ist schi­zo­phren oder wenigs­tens hirn­los, aber ich glau­be, es ist vor allem ein Signal: Man kann zwar in 41 Stu­di­en, 105 Sezes­sio­nen, auf über 100 Vide­os und in dut­zen­den Tagungs­be­rich­ten alles, wirk­lich gar alles über unse­re Inhal­te, Arbeits­wei­sen, Kon­tak­te zu ande­ren Grup­pen, sogar zur der rein auf Pri­vat­spen­den und Abon­ne­ment­ge­büh­ren ruhen­den Finan­zie­rung unse­rer Arbeit nach­le­sen; aber das klingt ein­fach nicht dra­ma­tisch genug. Es bedarf schon der Leu­te, die auch das Intrans­pa­ren­te an einem Buch und in einem Video zu erken­nen und in Wor­te zu fas­sen, die den Code zu dechif­frie­ren wis­sen. Kurz­um: Schi­zo­ide Cha­rak­te­re schrei­ben eine Bewer­bung – so wür­de ich das sagen.

Als gegen­wär­ti­ger ideo­lo­gi­scher Ideen­ge­ber ist das IfS wich­tigs­ter Stra­te­ge und Schu­lungs­ort für die übri­gen Orga­ni­sa­tio­nen des Netz­werks der „Neu­en Rech­ten“. Die „Aka­de­mien“ wer­den in der „neu­rech­ten“ Sze­ne wei­ter­hin einen Kult­sta­tus einnehmen.

Inwie­fern die dort ver­mit­tel­ten Inhal­te das „neue“ Publi­kum als digi­tal sozia­li­sier­te Com­mu­ni­ty noch inter­es­sie­ren wird, muss sich erst noch erweisen.

Zuletzt also zwei Pro­gno­sen im Ton derer, die abbin­den müs­sen. “Wir dan­ken dem Vor­tra­gen­den, der uns neue Aspek­te nahe­ge­bracht und reich­lich Stoff für die nun anste­hen­de Dis­kus­si­on gelie­fert hat. Wenn ich gleich mit der ers­ten Fra­ge begin­nen darf … (so, oder so ähnlich.)

– – –

Tut mir leid: Ich woll­te es unpo­le­misch machen, ganz sach­lich, denn wir sind ja jetzt mit einem Eil­an­trag vor das Ver­wal­tungs­ge­richt in Mag­de­burg gerit­ten, und alles, was ich jetzt sage, kann vor Gericht gegen unser Insti­tut ver­wen­det wer­den. Aber: Es geht halt nicht, man kann so etwas nicht ernst kom­men­tie­ren. Wenn sich die­se Typen wenigs­tens Mühe geben wür­den, wenn sie wenigs­tens wüß­ten, daß das, was sie da machen, ein star­kes Stück ist, die Kri­mi­na­li­sie­rung von Publi­zis­ten, Intel­lek­tu­el­len und Ver­le­gern näm­lich, und daß sie sich ein biß­chen anstren­gen soll­ten, damit die­ses Aben­teu­er ein wenig rück­ver­si­chert startete.

Aber es ist eben so, wie oben schon fest­ge­stellt: Bei den Schlapp­hü­ten sam­melt sich der letz­te Rest.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (35)

RMH

5. November 2021 16:30

"Das IfS diskriminiert ausgewählte Personengruppen, wenn es diesen pauschal negative Eigenschaften zuschreibt."

Dafür würde ich doch gerne mal auch nur einen einzigen Beleg sehen. Aber man schreibt ja auch bewusst, "wenn es diesen pauschal negative Eigenschaften zuschreibt." Also hat es dies ja wohl offenbar noch nicht gemacht.

Gelddrucker

5. November 2021 16:32

"Völkischer Kollektivismus" ist die Natur des Menschen, seit tausenden von Jahren.

Nur weil sich ein paar fehlgeleitete Träumer im Westen zum Ziel gemacht haben, dies zu eliminieren, wird sich daran nichts ändern.

Die Zukunft Europas ist völkisch-kollektiv. Es fragt sich nur, welche Völker ihn dominieren werden.  Für die "anderen" ist das selbstverständlich, das weiß jeder, der sich mit ethnischer Wahl beschäftigt. Hannover hat einen grünen Bürgermeister, weil er Türke ist und von vielen Türken genau darum gewählt wurde, nicht weil er Grüner ist.

Es sind unter anderem auch die Kinder der VS-Mitarbeiter und sonstiger Volkstausch-Vorantreiber, die im schlimmsten aller Fälle das Nachsehen hätten.

 

Raskolnikow

5. November 2021 16:52

Als Einer,

dem es beschieden war, vielstündige Verhöre durch obbesagte Schlapphüte (MAD) zu durchleben, muss ich sagen, daß mich diese Typen und ihre seelische Beschaffenheit immer frappierten. Wie kann man so voller ehrloser Niedertracht sein?

Dostojewskis "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" gaben mir erstmals eine Idee von der Beschaffenheit der Psyche dieser Kreaturen...

So kann denn wohl auch nur die Psychologie Antworten liefern. Und trotzdem: Jammern hilft nicht. Diese Plage ist das Kreuz, das es zu tragen gilt. Denn die Bundesrepublik gebärt die Niedertracht im Sekundentakt. Der Typus Schlapphut verschwindet nicht, er regiert...

Solidaritäts- und Segenswünsche für alle!

Cordiale Grüße aus dem Abgrund,

R.

Laurenz

5. November 2021 18:40

"Bei den Schlapphüten sammelt sich der letzte Rest."

Nur in Deutschland!

Das war hier noch nie anders. Schon vor & im I. Weltkrieg schickte man diejenigen, die weder geistig, noch körperlich für die Front oder Stabsführung zu gebrauchen waren, zur https://de.wikipedia.org/wiki/Abteilung_III_b

Bei den Briten arbeiteten schon traditionsgemäß seit Walsingham die Besten der Besten im Geheimdienst ihrer Majestät. https://smithsonianassociates.org/ticketing/tickets/queens-spymasters-cecil-walsingham-and-secret-service

quarz

5. November 2021 18:56

Es ist nicht der Mühe wert, diese Figuren mit Argumenten anzusprechen. Es fehlt ihnen schlicht die intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit. Der Eigendünkel dieser Leute steht in einem so grotesk-komischen Kontrast zu ihrer geistigen Tollpatschigkeit, dass man ihnen nur noch mit dem Stilmittel der Satire angemessen begegnen kann. Vielleicht findet sich ja ein Romanautor, der daraus ein Buch macht. In besseren Zeiten könnte es einmal Pflichtlektüre in den Schulen werden.

Niekisch

5. November 2021 19:05

Diese geistigen Schlappschwänze sollten wir zwar ernst, aber nicht für voll nehmen. Zum Nachweis nenne ich aus dem Asservatenverzeichnis über in meiner Wohnung beschlagnahmte Druckschriften und sonstige Gegenstände ein paar Beispiele. Die StA hatte gegen mich wegen eines Gedichts mit "rechtsradikalem Inhalt" ermittelt.

1 Jahr lang weggenommen wurde:

Stielau, Friedrich Schiller als politischer und religiöser Anreger für uns Deutsche von heute- Schäfer, Von der Würde des deutschen Volkes - Vollmer, Volk, Staat, Nation- Voigt, Staatsfeinde und andere Deutsche- Schütte, Der Wind schlägt um-Gedichte- -Stielau, Der liberale Gedanke auf der Waage -gewogen und zu leicht befunden- Walendy, Der moderne Index- Nr. 1/84 des Periodikums "Die Bauernschaft-Walendy, Behörden contra Historiker- ders. Das Recht, in dem wir leben- Satzung der HNG- Nr. 6/83 des Periodikums "Eidgenoss"-Broschüre "Muss die SPD verboten werden- Broschüre "Nostalgie"- 

weiter II 

 

Kurativ

5. November 2021 19:07

Je schlimmer die Zustände, desto wichtiger die Hierarchien. Wenn alle von der Sache überzeugt wären, dann bräuchte man das nicht. Der VS-Bericht kann nur so gut werden, wie die politisch motivierten Spitzen selber es sind. Wenn z.B. Habeck als Kinderbuchautor ein Innenminister wird, dann kommt eben eine Art Kinderbuch als VS-Bericht heraus.
IfS soll also aktiv die verfassungsmäßige Ordnung stürzen wollen. Mit etwa 10 Mitarbeitern und 4000 Heften. Nicht schlecht. Während die Regierung MV versucht ihre politische Konkurrenz zu diffamieren und den letzten Rest an Vertrauen in den Staat zu beseitigen, strömen weitere Millionen von Menschen aus islamische geprägten Gebieten nach Deutschland und Europa ein. Selbst nach Jahren in Deutschland sind eine Überzahl der Moscheegänger der Meinung, dass Israel in die Nicht-Existenz überführt werden sollte, dass man Juden in Schulen und auf der Straße angreifen oder unterdrücken darf, dass Homosexualität verboten und bestraft werden muss, und dass Frauen nur Vermehrungsmaschinen sein dürfen. Gute Besserung kann man da nur wünschen!

Niekisch

5. November 2021 19:21

II. Blattsammlung "Zur Geschichte der nationalrevolutionären Bewegung in Deutschland- Broschüre "Schicksal Südtirol"- Broschüre "Graf Plettenberg an Kardinal Döpfner", Broschüre "Zitate"- Stadtplan von Recklinghausen- Herausgerissener Kalenderzettel v. 6.1.1984 aus Tischkalender mit handschriftlichen Notizen- Rotes Schulheft mit handschr. Notizen- Kopie eines Leserbriefs an die RZ- Schreiben mit angeheftetem Einzahlungsbeleg über 30.-DM- 1 Blatt ( DIN A 5 ) 18.1.1984 "Reichsgründungstag"- Rote Kladde mit teilweise beschrifteten, losen Karteikarten und Blättern- Briefumschlag mit Kalenderzetteln mit handschriftl. Notizen- Blattsammlung mit Liedertexten, Spruchkarte mit "Deutschen Mahnworten" von Mathilde Ludd (!)endorff- Fragmentarische Ablichtung einer Broschüre "Ästhetik und Kommunikation"- Broschüre - Nachdruck- "Die internationale Pest. Vom David- bis zum Sowjetstern"  von Marianne Obuchow. - Einige Blätter blaues Durchschlagpapier- usw, usw. 

Ausgerechnet 14 Bände Juan Maler "Die grosse Rebellion" wurden überhaupt nicht als solche erkannt und blieben im Bücherschrank einsam zurück. 

Ein Beamter ging mit der Bemerkung, er sei konservativ eingestellt.

 

 

Dietrichs Bern

5. November 2021 19:30

Ich bin ja vielleicht naiv, aber nach Studium des Berichts, bin ich echt platt. Das hätte jeder dressierte Affe mit Abneigung gegen GK und CO zusammenfabulieren können.

Was geht denn genau über Beleidigung und üble Nachrede hinaus? 

Ist das wirklich alles?

Monika

5. November 2021 20:00

Spätestens jetzt ,  wo „selbst der Tech-Gigant Elon Musk“ vom „Heißhunger nach dem Außergewöhnlichen gepackt ist“ und sich als Fan von Ernst Jäger ( 😉) outet, ( siehe Kommentar von Simon Strauss, FAZ 5.11.“ Elektrogewitter ) , sollte im „think tank“ der „Neuen Rechten“ der RAUM DES SAGBAREN erweitert werden . ( Siehe die beiden Stränge vorher). So ein etwas rechts angegammelter  Öltank braucht eine geistige Auffrischung. Einen Booster. Schön. Da wird selbst Raskolnikow aus seinem Abgrund gelockt. Das ist immer ein Zeichen für Qualität!!!

quarz

5. November 2021 20:55

Aus gegebenem Anlass könnte das IfS ja einen Ernst-Jäger-Preis verleihen. Als erster Preisträger käme natürlich nur Thomas Hampelmann in Frage.

AmazonBesteller

5. November 2021 21:11

Der VS ist eine nichtuniversitäre Einrichtung. Kernthema des VS ist der Schutz der Regierung vor wirksamer Opposition. Von den Veröffentlichungen des VS hebt sich der „Verfassungs““schutz““bericht“ ab, welcher im Zwangsbeitrag gemästeten ÖR bekannt und wirkmächtig ist. Der VS-Bericht erscheint beliebig oft. Die Autoren sind (Pseudo-)Intellektuelle außerhalb bis innerhalb der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Der VS will keinen offenen Diskurs und damit eine vermeintliche „rechte“ Hegemonie verhindern. Der „Raum des Sagbaren“ soll verkleinert werden.

Der VS setzt auf Machtmissbrauch um Einfluss zu gewinnen. Stärker als andere Behörden fällt er durch (Pseudo-)Berichte auf. Der VS charakterisiert sich durch die Leugnung der deutschen Identität als Kultur- und Volkskontinuität. Der Wesenskern des VS stellt der Globalismus dar, der antiindividuelle, deutschen- und weißenfeindliche Elemente enthält. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Globalismus steht die Diskriminierung der Nationalstaaten durch die Zuschreibung pauschal negativer Eigenschaften.

Im Zuge dessen wird den Deutschen und anderen Europäischstämmigen die Identität und Individualität im Sinne des Art. 2 GG abgesprochen. Ebenso liegt damit eine Verstoß gegen das Prinzip der Unantastbarkeit der Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG vor.

Der Verfassungsschutz ist somit verfassungsfeindlich.

Volksdeutscher

5. November 2021 21:41

Ach, schon wieder der "Verfassungsschutz".... Das ist der zivile Arm der Antifa.

Flaneur

5. November 2021 21:49

In einer totalitären Demokratie (Talmon) kann es keinen herrschaftsfreien Diskurs geben,  ja nicht einmal einen Diskurs. Es geht um Herrschaft durch Verhinderung des Diskurses, um Gleichschaltung der zulässigen Meinungen und Positionen.

Abweichenden Meinungen wird kein Raum mehr gegeben, ihre Vertreter werden pauschal abqualifiziett, diskreditiert und stigmatisiert. Eine Auseinandersetzung mit ihren Positionen ist nicht gewollt, sie muss vielmehr verhindert werdem und erfolgt dementsprechend nicht. Der Bericht des sogenannten Verfassungsschutzes ist hierfür Beleg.

Darauf zu reagieren, indem man nun seinerseits in beleidigt wirkendem Ton den Verfassungsschutz abqualifiziert, diskreditiert und stigmatisiert, ist kontraproduktiv. Das wird nur als Verunglimpfung von Verfassungsorganen ausgelegt und damit als weiterer Beleg für die  angebliche Verfassungsfeindlichkeit der Vertreter des IfS herangezogen werden. Und es wird als Zeichen der Schwäche interpretiert werden. 

Mit Rechten reden, war nie eine echte Option für die andere Seite. Das war nie gewollt. Und das sollte man sich auch irgendwann mal eingestehen und darauf nicht immer wieder emotional reagieren.

Mboko Lumumbe

5. November 2021 21:49

@ quarz

Doppeldaumen hoch und herzhaft gelacht, danke :) Als Preis die "Rosa Rosette" als Wanderpokal.

Mauerbluemchen

5. November 2021 21:54

@Raskolnikow

Ich mußte über ein halbes Jahrhundert in diesem Irrenhaus verbringen, um langsam zu begreifen, daß solche Schlapphüte und vergleichbare Nullcharaktere eine Art gut vorbereitetes Kunstprodukt sind.

Ein Mensch wird alles mit sich machen lassen und sich für keine Primitivität, Niedertracht und Verkommenheit zu schade sein, wenn man ihm höchst erfolgreich eingehämmert hat, daß er nur ein Tier ist, ein nackter Affe, ein zufällig zusammengeklumpter Zellhaufen usw. Ein Stück Materie hat nun einmal keine persönliche Würde, einen Sinn für Wert o.ä. - woher auch?

Es ist weder Wunder noch Zufall, wie Dostojewski messerscharf erkannt hat, daß der moderne Mensch als Endprodukt der Aufklärung, Verwissenschaftlichung und vergleichbarer Prozesse nur noch ein Miststück im Kellerloch, ein gutaussehendes Scheusal (Stawrogin), eine seelenlose Bestie (Werchowenskij) usw. ist.

Jemand der felsenfest davon überzeugt ist, kein Mensch, sondern nur ein Haufen sprechenden Quarks zu sein, ist zu allem fähig; auch zum Schlapphuttum.

Waldgaenger aus Schwaben

5. November 2021 22:44

Ein Pole, der die Zeit des Zusammenbruchs das real existiert habenden Sozialismus erlebte, erzählte mir von seiner polizeilichen Vernehmung. Der Polizist, extrem lustlos und demotiviert, las Fragen vor, notierte teilweise die Antworten und schickte ihn wieder heim.

Seid nicht mal so streng mit dem VS. Vielleicht machen die nur Dienst nach Vorschrift, weil sie genau wissen, dass ihr Tun Blödsinn ist. Ehrlich gesagt, wenn ich davon leben müsste, Rechte zu bespitzeln, sähe mein Bericht so ähnlich aus. Zwischen Neun-Uhr-Arbeitsbeginn und Halbzwölf-Mittagspause aus linken Medien Satzbausteine zusammenklauben und dann zu den Kollegen: "Bericht über IfS habe ich schon fertig. Muss noch einen Informanten aus der Szene treffen, esse unterwegs und komme heute nicht mehr. " Und ab in den Feierabend.

Schobbepetzer

5. November 2021 22:51

Schau sich einer den Typ vom BfV an, ich nehme an seine Mitarbeiter sind ähnlich wie er. Sie lesen sicherlich hier mit. Das ist die Kategorie mit denen schon auf dem Pausenhof keiner spielen wollte. Da gab es schnell mal eine auf die Zwölf und bei der Frage: "Warum?" gleich noch eine hinterher.

Ich habe immer zu meinen Kindern gesagt, passt in der Schule auf, dann müsst ihr so einen Job nicht machen. Manche Kinder hören halt nicht.

RMH

5. November 2021 23:05

@quarz,

Ernst Jäger. Das war doch der mit dem Oberförster, oder?

Der Ronny

6. November 2021 00:12

Wo liegt das Problem mit Ernst Jünger? Vielleicht sind die neidisch auf ihn, weil er im Ersten Weltkrieg mehr Mut bewiesen hat als die beim ausspionieren von unbescholtenen Bürgern. Wer oder was sind die „neurechten“? Bei diesem Begriff handelt es sich wohl eher um eine Fata Morgana, um etwas zu kriminalisieren, von dem man keine Ahnung hat. Pseudo vor Intellektuelle? Die vom VS sollten des öfteren auf Sezession lesen, um von euren Autoren zu lernen, vielleicht kommt dann mal ein lesenswerter Bericht zustande. 

Ebenso liegt damit eine Verstoß gegen das Prinzip der Unantastbarkeit der Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG vor.“ Na und!? Selbst wenn dem so wäre. Die Menschenwürde interessiert mich einen Scheißdreck, wenn Würde bedeutet, dass einige wenige immer schneller und immer länger dafür im Hamsterrand laufen müssen und gleichzeitig unsere Kulturnation geopfert wird. Wen interessiert in ein paar Jahren meine Menschenwürde, wenn ich demnächst mit 70 in Rente gehe, die Rentenkasse aber zuvor für die Würde Fremder ausgeplündert wurde?

Sie, Herr Kubitschek, haben einmal geschrieben, diese Typen würden ohne den Staat nur kahle Äste erklimmen. Deren Job und Rente ist sicher, meine nicht, und nur aus diesem Grund, können die sich das mit uns erlauben.

Schönen Gruß

Unterstützung kommt.

ALD

6. November 2021 08:43

@quarz

Möchte gerne Herrn Stephan J. Kramer für den Ernst-Jäger-Preis 2021 vorschlagen.

Am 07. Oktober zeigte er sich etwas vorschnell solidarisch mit dem Sänger Gil Ofarim. "Gut, dass Gil Ofarim nicht geschwiegen hat", twitterte er und verwies beim WDR-Radio auf die "bis zu 200 bekannten antisemitischen Fälle pro Monat", die durch "unbekannte und andere Recherchenetzwerke" (indymedia?) zusammengetragen würden.

Am 18. Oktober kondolierte Kramer dann noch der Familie des ehem. US-Aussenministers Colin Powell und bezeichnete den Mann, der mit erfundenen Vorwürfen den US-Einmarsch im Irak rechtfertigte, als "hochrespektierten Politiker und Freund". 

Wer einen Man, der über eine Millionen ziviler irakischer Opfer auf dem Kerbholz hat, als höchst respektwürdigen Politiker und Freund betrachtet, legt eine Menschenverachtung und Gewissenlosigkeit an den Tag, die ausreichend für eine Nominierung für den Ernst-Jäger-Preis sein sollte.

Franz Bettinger

6. November 2021 09:59

@Amazon (21:11):  Bravo. Sehr schöne und doch so realitätsnahe Persiflage auf den VS! 

Monika

6. November 2021 10:00

Als Kinder wurden  wir von unserem Vater angehalten, niemanden ( Schulkameraden, Geschwister) zu verpetzen. Es sei denn, derjenige habe was Schlimmes gemacht. Was zu beweisen war. Dass ein Politikwissenschaftler mal petzt, kommt vor und ist nicht der Rede wert. Dass eine ehemals seriöse Zeitung das Gepetze abdruckt, das finde ich schlimm. 

Siehe Markus Linden , FAZ 28.10.21 CHRISTLICHE RECHTE, Die Erneuerung der Gegenrevolution 

Niekisch

6. November 2021 10:39

"Gleichschaltung der zulässigen Meinungen und Positionen."

@ Flaneur 5.11.21:49: Das geht mittlerweile so weit, dass die Veranstaltung zum Volkstrauertag in einer Ruhrgebietsstadt von der VVN sowie der Ditib, einer quasi staatlich-türkischen Einrichtung, mitgestaltet wird.

anatol broder

6. November 2021 11:17

aus dem verfassungsschutzbericht, kapitel präventionsarbeit, s 18:

Im Januar 2020 erschien das arabischsprachige Faltblatt „Was macht der Verfassungsschutz?“. Dieses wendet sich insbesondere an die nach Sachsen-Anhalt gekommenen Geflüchteten und Asylsuchenden aus dem arabischen Raum. Da diese aus einem Sprach- und Kulturraum kommen, in dem Rechtstaatlichkeit und demokratische Kontrollen noch nicht selbstverständlich sind, kann es bei ihnen immer wieder zu Irritationen und Missverständnissen über die Arbeit von Innen- und Sicherheitsbehörden in Deutschland kommen. Die zumeist äußerst negative Einordnung polizeistaatlicher Repressions- und Geheimdienstapparate in ihren Heimatstaaten wird folglich häufig aus Unkenntnis auf hiesige Behörden übertragen. Daher möchte der Verfassungsschutz die arabischen Leser auch ganz spezifisch auf die Unterschiede zu den sogenannten „Mukhabarat“ aufmerksam, d. h. zu den in den meisten arabischen Herkunftsländern operierenden Geheimdiensten, deren bloße Nennung die dortige Bevölkerung schon in Angst und Schrecken versetzt. [sic!]

RMH

6. November 2021 11:24

@Monika,

danke für den Tipp. Beim Renovatio-Institut muss so ein Schlapphut aber mehr als 1500 Zeichen lesen können - guter Grund, das aufzuteilen und neue Planstellen zu schaffen und wer würde bei so einem Bedürfnis nach Vergrößerung der Behörde dann noch zu einem Ergebnis kommen, dass es sich hier NICHT um verfassungsgefährdende Bestrebungen handelt? Man nimmt sich doch nicht die eigene Existenzgrundlage. Befangenheit als Grundvoraussetzung der Arbeit. Ex arbitratur boni viri werden die "Berichte" jedenfalls nicht erstellt. Wir leben eben im Besten Rechtsstaat aller Zeiten.

PS: Beispiel für den Umfang eines Beitrags beim Renovatio-Institut (durchaus lesenswert!)

Migration und Gemeinwohl - Renovatio-Institut

 

Maiordomus

6. November 2021 11:24

Sicher ist und am Tage leigendf, sage ich als jahrzehntelanger kritischer Beobachter der deutschen Politszene, Kritik an der Rechten nie ausgeschlossen, dass zwischen Beobachtern und Beobachteten hier ein umgekehrt proprotionales Intellgenz- und Bildungsgefälle herrscht. Zur  Ehrenrettuing der Schlapphüte spricht, dass die Intelligenteren natürlich potentiell gefährlicher sein könnten als die Dummen und Einfältigen, die hier offenbar ein Recht auf Selbstverteidigung ihrer Macht umzusetzen versuchen. Dabei hätten sie meines Erachtens von Lenin mindestens eines noch lernen können, welcher sinngemäss gesagt haben soll: Nicht nur das Ziel, auch die Details besser kennen als der Feind. 

Maiordomus

6. November 2021 11:43

Ja, sicher, und "am Tage liegend", das sollte zumindest für die Produzenten von Sezession ein gewisser Trost sein. Wiewohl die oben skizzierte  Dummheits-Regel, sie ist auch @Monika aufgefallen,  für die Geschichte der Zensur und der diktatorischen Manipulation den Normalfall darstellt, darauf hat schon Heine aufmerksam gemacht, von Karl Kraus ganz zu schweigen. 

kikl

6. November 2021 12:02

Ich finde, das haben die Schlapphüte ganz gut aus irgendeiner Broschüre der Antifa abgeschrieben. Die Versatzstücke sind fast alle da, um die Vorurteile Ihrer Vorgesetzten zu bestätigen. Nur die Eloquenz eines Relotius haben sie noch nicht. Dafür gibt's ein Freibier und einen Klaps auf den Hintern.

Derweil hat sich ein neues Betätigungsfeld für sie eröffnet, laut Spiegel:

"Der Präsident des thüringischen Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, hat vor einer zunehmenden Radikalisierung der Szene der Corona-Leugner gewarnt. Vor geplanten neuen Protesten sogenannter Querdenker an diesem Samstag in Leipzig sagte Kramer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: »Die vierte Welle, die Diskussion über Booster-Impfungen und Verschärfungen von Corona-Maßnahmen wie die Ausweitung von 2G-Regelungen können zu einem neuen Push für die Szene führen."

Der Lockdown ist vorbei, wenn alle ein Impfangebot hatten. Trotz Massenimpfung sind die Infektionszahlen jetzt höher als im letzten Jahr. Obwohl wir eine Pandemie der Ungeimpften haben, sollen sich die Geimpften boostern lassen. Lügen haben kurze Beine.

Die Corona-Gläubigen haben sich derart radikalisiert, dass sie den Ungläubigen die Grundrechte wegnehmen. Wer für die Grundrechte demonstriert, der gerät ins Zielkreuz des Verfassungsschutzes.

Wer beschützt eigentlich unsere Verfassung vor dem Verfassungsschutz?

anatol broder

6. November 2021 12:30

@ maiordomus 11:24

ich musste lachen. es lag nicht an lenin.

Simplicius Teutsch

6. November 2021 12:50

@ Raskolnikov: „Wie kann man so voller ehrloser Niedertracht sein?“

Dostojewskis „Aufzeichnungen“ kenne ich nicht. Aber sicherlich sind diese deutschen Schlapphüte ebenfalls niederträchtige Typen. Wer macht schon sowas? Und doch sind sie nur gut oder vielleicht schlecht (?) bezahlte Existenzen einer Regierungsbehörde namens „Verfassungsschutz“, die die Drecksarbeit machen müssen. Ich halte diese „Kreaturen“ nicht für Selbstläufer, zu denen sie evtl. werden können.

Noch viel niederträchtiger sind die Auftraggeber und Strippenzieher: Die Seehofers und Söders, Merkels etc. haben nun mal die Staatsmacht. Sie betrachten den VS wahrscheinlich relativ unaufgeregt und einvernehmlich als ein wirksames Regierungsinstrument zum Selbstschutz, u. a. im Kampf gegen politische Konkurrenz.

Man muss zwar mit allem rechnen, aber derzeit würde ich in Bezug auf Schnellroda meinen, dass die Arbeit des VS im Wesentlichen darin besteht, stinkende Schmutzkübel über das „geistige Gravitationszentrum“ der Rechten auszuschütten und mit juristischen, woanders gefertigten, Giftkugeln zu schießen, die aber konkrete (negative) Folgen für Schnellroda nach sich ziehen. – Und das funktioniert prinzipiell immer gegen rechts, weil die Medien und 90 Prozent der „Volksvertreter“ im Bundestag mitmachen. 

MARCEL

6. November 2021 14:40

Interessante Schilderung!

Der MAD hätte sich einmal damit beschäftigen können/sollen, ob damals schon der türkische Geheimdienst unter den (noch tolerant eingestellten) bosnischen Muslimen gewirkt hat. Selbiges gilt für den russischen unter den Serben.

Menachem Begin schrieb in the Revolt von dem berufsmäßigen Bluff der Geheimdienste, alles zu wissen, jeden zu kennen und überall zu sein. Allwissenheits-Aura gehört zu deren Geschäft. 

franzheister

6. November 2021 14:45

Danke für Ihren Beitrag zur Überwachung des IfS durch den Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt. Es ist schon länger mehr als erschreckend, wie dumme und ungebildete Opportunisten dieses Land vor die Wand fahren. Die aktuelle Tagespolitik kann nur darin bestätigen, dass die herrschende Klasse mit ihren Young Leadership Programmen, einem Strategiewechsel unterzogen wurde. Politiker welcher Couleur auch immer, stehen für das unreife und bisweilen asoziale Ideal eines schamlosen Gesamtumbaus des Deutschen Staates. Welche Gesellschaft durch diesen Transformationsprozess erwünscht wird, kann niemand exakt vorhersagen, aber besser wird es sicherlich nicht mehr. Es ist atemberaubend, in welchem Tempo das Trommelfeuer der fortgeschrittenen Entblödung über das Land hereinbricht. Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Verbesserungs-vorschläge uns noch ins Haus stehen. Es hat jedoch meiner Meinung nach alles Methode. Die selbstauferlegte Gedanken- und Meinungszensur funktioniert perfekt und niemand möchte im Abseits stehen. Die Großwetterlage riecht förmlich nach Selbstsabotage und Amerika möchte anscheinend mit allen Mitteln verhindern, dass Europa sich mit Russland und China konsolidieren kann. 

franzheister

6. November 2021 14:46

Ein Albtraum für das us-amerikanische Finanzkapital plötzlich in der Peripherie der Welt zu sein, alleingelassen mit Mittel- und Südamerika, gäbe es nur wenig zu lachen. Sicherlich gehören weder China noch Russland zu unseren Idealpartnern, aber am Markt der frei flottierenden Kräfte ist Europa noch gar nicht so schlecht aufgestellt. Da macht es Sinn die Polen gegen Russland aufzuhetzen und den Ukrainern ihre Geschichte ins Gedächtnis zurückzurufen. Im Süden brennen die sog. europäischen Außengrenzen, ebenfalls angeheizt von den Folgen des arabischen Frühlings made by Facebook. Die EU droht, ob man sie nun mag oder nicht, zu zersplittern und Deutschland zahlt. Wie lange dieser offenkundige Selbstsabotagemodus noch andauern wird, bleibt abzuwarten. Aber die hellsten der intellektuellen Geheimdienstanalysten verlassen sich offenkundig nicht auf ihre fähigsten Mitarbeiter, ansonsten müsste man in Berlin längst begriffen haben wo der Feind tatsächlich zu suchen ist. Die Amadeu Antonio Stiftung und andere antideutschen Kräfte sollten viel eher von Interesse für die Staatsschützer sein. Aber das Ende der Geschichte sieht vielfach anders aus, als viele es erahnen konnten. Die jahrzehntelange auf Nachhaltigkeit gründende Re-Education Deutschlands, erweist sich in diesen Tagen als Realsatire und Gruselkabinett der Kleingeister und Vollidioten.

zeitschnur

6. November 2021 18:52

Hey, ich erzähl euch was aus dem (ex-)linken, südwestdeutschen Milieu: Einer, den ich von dort kenn, fragte mich, ob ich diesen Götz Kubitschek kenne dät, ob ich eine Ahnung hätt, was der so macht und überhaupt demm sin Verlag und so.

Ich: ja, scho. Wieso?

Er häb in - ich glaub es war die SZ - gelesen, dass der und die jetzt vom VS beobacht' würde un do häb er denkt, des sollt en interessante und intelligente Typ sei, wenn se uf den un des Inschdidud so ...

Und: Ob ich ihm mal einen Link schicken und was empfehlen könnt aus dem Verlag.-

Läuft doch bestens, Schlapphüte als Werbeträger. Glückwunsch. Und das auch noch kurz vor dem Weihnachtsgeschäft.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.