Mit Kindern auf der Demo

Linke Eltern gingen mit ihren Kindern früher auf Demos. Gegen Atomkraft, gegen den Vietnamkrieg, gegen allgemeine „Repression“.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kon­ser­va­ti­ve fan­den das damals widerlich.

Ich habe die­sen Text begon­nen, bevor in Schwein­furt die Lage eska­lier­te und unter dem Hash­tag #SW2612 zum Magnet wur­de. Er, mein Text, erfährt nun neue Aktua­li­tät, und zwar zu zwei­er­lei The­men: Zu mit­de­mons­trie­ren­den Kin­dern und zu Haß und Het­ze im Netz.

Auf Demons­tra­tio­nen des jün­ge­ren, nicht dezi­diert lin­ken Typs (Pegi­da, Coro­na-Maß­nah­men­kri­ti­ker) sah und sieht man auch Fami­li­en. Lin­ke fin­den es natur­ge­mäß wider­lich – weil die Kin­der hier für Mei­nun­gen miß­braucht wür­den, die gegen ihre eige­ne Zukunft gerich­tet sei­en. Echt­kon­ser­va­ti­ve ver­zich­ten ver­mut­lich bis heu­te auf die Beglei­tung ihrer Kin­der bei … Spaziergängen.

Was ist aktu­ell pas­siert? Eine in Schwein­furt gegen die Coro­na­maß­nah­men demons­trie­ren­de Mut­ter soll mit ihrem vier­jäh­ri­gen Kind im Bug­gy ver­sucht haben, eine Poli­zei­ket­te zu durch­bre­chen. Da die Poli­zei Pfef­fer­spray ein­setz­te, kam auch das Klei­ne damit in Berüh­rung. Es kur­sie­ren im Netz vie­le Video­auf­nah­men von dem schrei­en­den Kind, dem es nach not­ärzt­li­cher Behand­lung rasch wie­der gutging.

Das Netz tobt. Eine Mehr­heit brüllt: Was haben Kin­der auf Demons­tra­tio­nen zu suchen? Auch vie­le kon­ser­va­ti­ve, gar rech­te Kom­men­ta­to­ren sehen es so: Laßt die Kin­der aus dem Spiel.

Der unter­frän­ki­sche Bezirks­vor­sit­zen­de der Deut­schen Poli­zei-Gewerk­schaft (DPolG), Thors­ten Grimm, nann­te es gar „unmensch­lich“ und einen Miß­brauch [!!], Kin­der auf Demons­tra­tio­nen mit­zu­neh­men. Ire­ne Spie­gel von der Main­post fin­det die Kin­des­mit­nah­me „per­fi­de“, und wir wol­len nicht ver­säu­men, auf die­sen Kom­men­tar von Johan­nes Görz (infran­ken-de) hin­zu­wei­sen; man beach­te die schö­nen Nägel!

Eine Min­der­heit hin­ge­gen sagt:

oder, wie man schon an der Viel­zahl der Kom­men­ta­re sieht, noch kontroverser:

Wir soll­ten die Sach­la­ge etwas genau­er betrach­ten: Man kann leicht nach­le­sen, was dem AfD-Mann Trit­sch­ler x‑fach ent­geg­net wur­de. „A***loch „und „wider­lich“ waren hier noch die harm­lo­sen Attri­bu­tie­run­gen. Der blind­wü­ti­ge Haß, mit dem Trit­sch­ler über­zo­gen wur­de, kenn­zeich­net eine wei­te­re Eska­la­ti­ons­stu­fe in unse­rer gegen­wär­ti­gen Gesellschaft.

Es ist fast ulkig: Gefühlt bedroh­te Per­so­nen wie die noto­ri­sche „Quat­tro­milf“, Dun­ja Haya­li oder Has­nain Kazim machen aus ein­zel­nen (meist nicht veri­fi­zier­ba­ren, daher oft aus­ge­dacht wir­ken­den) Zuschrif­ten ein Rie­sen­bo­hei, wäh­rend übels­te Beschimp­fun­gen gegen einen AfD-Abge­ord­ne­ten (homo­se­xu­ell und Ex-FDP­ler, soviel zur Opfer­hier­ar­chie) getrost den Twit­ter-Court passieren.

Kom­men wir aber zurück zu den Demons­tra­tio­nen. Will ich mich mit die­ser Mut­ter gemein­ma­chen? Naja, ein Vier­jäh­ri­ges mit Baby­fla­sche und im Bug­gy, und damit gegen eine Poli­zei­ket­te anren­nen? Klingt nach extre­mer Ver­zweif­lungs­tat. Das wird es auch wohl gewe­sen sein. Für mich kein Grund, sich zu ent­so­li­da­ri­sie­ren. Ich selbst hät­te nicht mit einem Bug­gy eine Poli­zei­ket­te durch­bro­chen. Das hat mit der “guten Erzie­hung“ zu tun, die uns (uns Wes­sis, uns Aka­de­mi­ker, uns Respekt­vol­le) bis heu­te fesselt.

Echt­kon­ser­va­ti­ve fin­den die­ses Sich­ge­mein­ma­chen mit „denen da auf der Stra­ße“ ohne­hin degou­tant. Die Bewah­rung der Asche statt der Wei­ter­ga­be des Feu­ers fin­det dort am hei­mi­schen Tisch statt. Viel­leicht gibt es dazu ein „Best-of-Clas­sics“ und einen sor­ten­rei­nen Apfel­saft. War­um auch nicht? Feu­er, also Stra­ße, ist gefähr­lich und gegen das Ordnungsgefühl.

Man­che Kin­der haben nun das Pech oder Glück, mit Eltern leben zu müs­sen oder zu dür­fen, die eine ande­re Wahr­neh­mung haben, wenn es um Ord­nung oder Ord­nungs­stö­rung geht. Sie sehen in dem, was unser Staat seit bald zwei Jah­ren treibt, eine mehr als gefähr­li­che Über­grif­fig­keit, die außer­dem durch die “Fak­ten­la­ge” nicht legi­ti­miert sei.

Sol­che Eltern mit einer dezi­dier­ten Mei­nung kön­nen oft nicht an ihren Kin­dern vor­bei­le­ben. Die Lin­ken wis­sen das sehr gut. Damals, heißt es nun aller­dings, sei das ja anders gewe­sen. Damals (Sau­rer Regen/Atom/Pershing II et. al.) habe ja wirk­lich die Zukunft der Kin­der zur Debat­te gestan­den, ste­he sie heu­te noch, wo Grund­schu­len Kin­der zu FFF-Demos kar­ren – bei den dis­si­den­ten Coro­na-Maß­nah­men­kri­ti­kern gin­ge es hin­ge­gen um Verschwörungsmüll.

Das beur­teilt: wer?

Die Annah­me, daß Kin­der, sind sie erst­mal unge­fähr 16, also im dem­nächst wahl­be­rech­tig­ten Alter, sich (even­tu­ell anders als ihre Eltern, die sie einst zur nicht­lin­ken Demo mit­nah­men) rasch links wie­der­fän­den, „wenn man sie läßt“ (also wenn man sie „in Ruhe läßt“ und der mas­sen­me­dia­len Berie­se­lung über­ant­wor­tet), ist aller­dings nicht ganz ohne Evidenz.

Bei der „Junior­wahl“ anläß­lich der Bun­des­tags­wahl 2021 (zu der eini­ges zu sagen wäre, was den Rah­men spren­gen wür­de – es gibt hier vie­le ver­däch­ti­ge Leer­stel­len; etwa waren für unse­ren AfD-las­ti­gen Wahl­kreis Quer­furt kei­ne Zah­len abruf­bar) wur­de doch eini­ges deut­lich: Selbst im „kon­ser­va­ti­ven“ Bay­ern fuh­ren die Grü­nen bei den unter 18jährigen 21,4% ein, und selbst im „rech­ten“ Sach­sen lan­de­te die AfD bei unter 11%.

Wann kip­pen die jun­gen Leu­te eigent­lich weg? Eine Elf­jäh­ri­ge hat­te am Sams­tag in Karls­ru­he auf der Büh­ne einer „Quer­den­ken-Demo“ eine Rede vor­ge­le­sen, in der sie sag­te, die Geburts­tags­fei­er mit ihren Freun­den sei ganz anders gewe­sen als in den Jah­ren davor: „Wir muss­ten die gan­ze Zeit lei­se sein, weil wir sonst viel­leicht von unse­ren Nach­barn ver­petzt wor­den wären. Ich fühl­te mich wie bei Anne Frank im Hin­ter­haus, wo sie mucks­mäus­chen­still sein muss­ten, um nicht erwischt zu werden.“

Das wur­de natür­lich skan­da­li­siert. Aber war­um eigent­lich? Für die­ses Kind fühl­te sich das ähn­lich an in die­sem Moment, und es glich sei­ne Wahr­neh­mung mit einem ein­drück­li­chen Lese­er­leb­nis ab.

Darf man klei­ne, natur­ge­mäß unpo­li­ti­sche Kin­der „vor­schi­cken“ für eige­ne Inter­es­sen? Die Main­stream-Ant­wort ist undif­fe­ren­ziert: Man darf schon mit vor­ge­schnall­tem Baby demons­trie­ren, wenn es dem Zweck dient.

Am Ham­ba­cher Tage­bau demons­trier­ten 2018 zahl­rei­che Eltern mit ihren klei­nen Kin­dern, auch mit Babys – und zwar direkt an der Abbruch­kan­te. Die Anti-Atom­kraft-Demos sind bis heu­te ein ein­zi­ger Kin­der­la­den. Unse­re Außen­mi­nis­te­rin Baer­bock hat kund­ge­tan, als Klein­kind häu­fig demons­triert zu haben.

Wir selbst haben seit je, also seit etwa 20 Jah­ren, einen fami­liä­ren Dis­sens, was das Mit­ma­chen angeht. Ich selbst möch­te die Kin­der immer gern dabei­ha­ben. In der Mes­se, im Kon­zert, in der Aus­stel­lung. Bei der Demo.

Das hat zwei Grün­de. Ers­tens wüß­te ich nicht, wie ich sie sonst ein­ge­mein­den soll­te in den Kult, in die Kul­tur. Kult und Kul­tur erfor­dern natür­lich Kon­zen­tra­ti­on. Es ist immer ein­fa­cher, die Kin­der schlicht weg­zu­las­sen. Das för­dert die eig­ne Gericht­etheit, schließt aber die Kin­der aus. Wann sol­len sie denn je her­an­ge­führt werden?

Ihre ers­te Beet­ho­ven-Sin­fo­nie haben mei­ne älte­ren Kin­der mit fünf, drei und andert­halb Jah­ren erlebt. Was schwie­rig war, weil ich um jeden Preis eine Stö­rung des Audi­to­ri­ums ver­mei­den woll­te. Kubit­schek fin­det, man sol­le je nach Lage die Kin­der spä­ter ein­ge­mein­den in Demos, Kon­zer­te, Museen.

Ich bin dage­gen. Und meist habe ich mich durch­ge­setzt. Auch aus eman­zi­pa­to­ri­schen Grün­den. Ich war etwa 17 Jah­re schwan­ger oder stil­lend. Kann sein, daß das heu­te nicht als „nor­mal“ gilt, die­se „über­trie­be­ne“ Kin­der­zahl. Ich wei­ger­te mich, in die­ser gro­ßen Zeit­span­ne poli­tisch inak­tiv zu sein. Und natür­lich dar­über hin­aus: Unse­re Jüngs­te hat mehr klas­si­sche Kon­zer­te erlebt als ich mit 40 Jahren.

Unse­re Kin­der nah­men selbst­re­dend (seit 2014) an Demons­tra­tio­nen teil. Ich bin nicht ganz sicher, ob sie je wuß­ten, was sie taten. Die Kleins­te muß­te drin­gend „groß“, als wir inmit­ten einer Pegi­da-Demo waren. Sie mag aber noch heu­te den dama­li­gen Schlacht­ruf („Lügen­pres­se!“). Wir reden viel darüber.

Eine mitt­le­re Toch­ter mag mit dem ehe­ma­li­gen Anlie­gen nur­mehr wenig zu tun haben. Sie fin­det es aber bis heu­te gut, dabei­ge­we­sen zu sein.

Ich bin dafür. Für Kin­der auf Demos. Wie die Grü­nen, wie die Alter­na­ti­ven anno­da­zu­mal: Kin­der dür­fen mit. Sie zäh­len näm­lich. Wenn auch zunächst als Anhäng­sel. Irgend­wann sind sie es nicht mehr, son­dern gehen aus eige­ner Ent­schei­dung mit oder eben nicht mehr. Prä­gend aber war es so oder so.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (64)

RMH

30. Dezember 2021 11:29

Die Erzählung, dass hier eine Mutter mit dem Kinderwagen gegen eine geschlossene Polizeikette angerannt sei, kann so nicht stimmen. Die Mutter war nach den bekannten Aussagen gar nicht selber am Wagen, sondern bei einem ihrer anderen Kinder. Ferner ist die Örtlichkeit so, dass hier regelmäßig die Stadtbusse des ÖPNV durch die mit Häusern an den Seiten verbaute, enge Straße müssen, um zum zentralen Busbahnhof der Stadt zu gelangen. Wenn man die Berichte liest, scheint nun die Person, die den Wagen geschoben hat, neben einem solchen Bus, der die Straße langsam entlang fuhr, gegangen zu sein. Der Bürgersteig ist dort neben dem Bus recht eng - es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Kein Polizist muss in dieser Lage P-Spray verwenden. Wenn das PolizeibeamtIn nicht gerade Micky oder Mini Maus ist, langt das Versperren des Weges mit dem Körper. Davon, dass ein Polizist einen Kinderwagen gegen die Schienbeine gedonnert bekam, ist nichts bekannt. Richtig ist aber auch, dass bereits vor Beginn des Spaziergangs darauf hingewiesen wurde, dass Schlagstöcke und P-Spray zum Einsatz kommen können. Dies entbindet aber die Beamten nicht davon, die Verhältnismäßigkeit im Einsatz zu beachten. Eine Zeugin sagte in einem T- Kanal, dass sie noch mit P-Spray besprüht ("gebadet") wurde, als sie sich über das Kind schützend gelegt hat. Die Quellen dazu findet man u.a auch bei den Diskussion bei pi oder in T-Kanälen. Es gibt sicher auch Bildmaterial der Polizei. 

RMH

30. Dezember 2021 12:05

In diesem Bericht:

Die Schande von Schweinfurt: Ersthelferin bestätigt, Pfefferspray von Polizei gezielt auf Kinderwagen gesprüht! | UNSER MITTELEUROPA (unser-mitteleuropa.com)

wird ein Zeitungsausschnitt gezeigt, in dem auch unsere neue Außenministerin sagt, dass sie selber als Kind bei Demos dabei war und auch ihre eigenen Kinder mit auf Demonstrationen genommen hat.

Bei den konkreten Spaziergängen in Schweinfurt darf ergänzend dazu gesagt werden, dass an 2 Sonntagen zuvor die Polizei unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit gearbeitet hat, damit keine Gefahr für Frauen und Kinder indiziert war und es waren sehr viele Frauen auf den Straßen. Die Polizei wurde von der örtlichen Presse und Politikern dafür, dass die vorherigen Versammlungen nicht aufgelöst/unterbunden wurden, kritisiert bzw. wurde sehr kritisch gefragt, warum man die Leute so einfach spazieren lässt.

Zum Vergleich: Es gab diese Tage aus Anlass der Abschaltung des AKW Brokdorf historische Berichte über die Anti-Atom-Demos selbst in den Hauptnachrichten wieder zu sehen. Damals flog dann schon mal - neben Steinen - ein Moli Richtung Polizei ... aber was solls, diese Kreise sind jetzt an der Regierung. Protestnostalgie. Heutzutage langt ein kleines Zurückschubsen von den 1,5 Meter Abstand unterschreitenden Polizisten, um niedergeknüppelt zu werden und die MSM spenden dafür Applaus.

Niekisch

30. Dezember 2021 12:20

Keine Kinder taufen,

ein Kind soll auch nicht saufen,

Kinder nicht verkaufen,

nicht auf Demos gehen lassen,

Freiwild nicht für Pfaffen werden lassen,

nur zum Raufen auf die Gassen.

 

 

 

 

Franz Bettinger

30. Dezember 2021 12:37

Danke @RMH für die Richtigstellung. - Und ja, auch ich bin dafür, Kinder mit auf Demos zu nehmen. Heute mehr denn je.

KenanEsau

30. Dezember 2021 12:51

Dass Sie das so sehen, gibt mir nun etwas Rückhalt. Genau diese Gedanken haben mich in den letzten Jahren immwer wieder umgetrieben. Darf ich meine Kinder mit zur Demo nehmen? Ist das nicht zu gefährlich? Instrumentalisiere ich Sie damit?

Meine Antwort war immer: "Wenn Sie alt genug sind!".

Wann ist das?

Für mich wäre das etwa so mit 12 bis 13 Jahren. Dann, wenn Sie die Probleme in einer gewissen Tiefe zu begreifen beginnen.

Jetzt gehen wir gemeinsam spazieren!

Ein gebuertiger Hesse

30. Dezember 2021 12:59

Ganz recht, Frau Kositza. Raus, raus, raus auf die Straße an diesen Montagen (dem nach der Hauptfigur aus "Fahrenheit 451" benannten Einstiegstag in eine neue Woche), am besten mit Kind und Kegel. Ein anderes Gebot der Stunde läßt sich nur unter dem großem Ächzen von VS-gespikten Demo-Brechern herbeireden.

Peter Gamon

30. Dezember 2021 13:40

Selbstverständlich sollen Kinder mit, wohin es auch immer geht. Die Weitergabe unserer Weltanschauung und Geisteshaltung erfolgt eben nicht nur am heimischen Esstisch, sondern gerade auch im echten (Vor)Leben. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“  Erst das gemeinsame Erleben, schafft oder stärkt später die Bestände, die unsere Kinder brauchen. Und das Heranführen fängt früh an. Übrigens auch im Kleinen: Tischmanieren brachten wir zu Hause bei und gingen als Familie gemeinsam ins Restaurant (als das noch ging). 
Und warum sollen Kinder gerade beim „Stadtspaziergang“ oder auf der Demo fehlen. Wenn in der Schule politisiert hat, sind sie ja zwangsläufig auch dabei. Ausnahmen bestätigen auch diese Regel: Wenn von vornherein klar ist, dass es brenzlig werden kann, bleiben sie zu Hause (oder es kommt eben nur der Große mit).

Laurenz

30. Dezember 2021 13:59

Ich erachte Sven Tritschler als hervorragenden Redner

(, der vor allem Seine Akzente gegen die Positionen der politischen Gegner setzt). 

Das kann natürlich daran liegen, daß die meisten andere schlechte Redner sind. Daß natürlich die linke Maschinerie bei diesem Post über ihn herfällt, mag sein.

Aber, werte EK, Sie analysieren & argumentieren viel zu sachlich. Wäre der Hase in die andere Richtung gelaufen, hätte sich niemand bei der Linken die Mühe gemacht, Argumente zu suchen, sondern uns nur als homophobes rechtes Pack bezeichnet.

Insofern reicht für die Shitstormer gegen Tritschler einfach "homophobes linkes Gesindel" aus.

Was Ihre Emanzipation angeht, so mag das mal in viktorianischer Zeit im Bürgertum ein Problem zwischen Eheleute gewesen sein. Aber sonst glaube ich nicht, daß das in unserem Kulturkreis jemals anders war, als bei Ihnen zuhause.

Schauen Sie Sich das Familienleben J.S. Bachs an. Das war auch nicht wirklich anders als bei Ihnen, außer das seinerzeit mehr Kinder starben & auch Seine erste Frau früh ging.

Was die Dame bei der Demo angeht, so hat @RMH alles wesentliche bereits erwähnt.

Monika

30. Dezember 2021 14:56

Ich gehe auf Demos. Meine Kinder gehen auf andere Demos. (Als sie klein waren, gab es nicht die Situation, gemeinsam auf eine Demo zu gehen). Theoretisch könnten wir uns als politische Gegener auf einer Demo gegenüber stehen. Auch mein Freundeskreis ist zerrissen und gespalten. Manchmal komme ich mir vor wie in einem Roman von Dostojewski. In den „Dämonen“ ist diese Zerrissenheit ein großes Thema. Ich habe mich ziemlich zurückgezogen und bin ab und zu in einem Kloster. Aber auch dort ist kein Entkommen vor dem Irrsinn. So lese ich weiter Dostojewski. Ich bin mit meiner Weisheit am Ende und trage mich mit dem Gedanken an eine Einsiedelei...

Niekisch

30. Dezember 2021 15:16

"Konservative fanden das damals widerlich." Ja, und nicht nur die. Weil es Ausdruck von verwerflicher Indoktrination gegenüber kleinen Menschen ist, zugleich auch Verletzung elterlicher Aufsichtspflicht, in manchen Konstellationen sogar ein Fall für das Jugendamt. 

"Für mich kein Grund, sich zu entsolidarisieren. Ich selbst hätte nicht mit einem Buggy eine Polizeikette durchbrochen. Das hat mit der “guten Erziehung“ zu tun, die uns (uns Wessis, uns Akademiker, uns Respektvolle) bis heute fesselt."

Nun, eine Polizeikette kann auch ihrerseits schnell und gewaltsam vorpreschen. Das habe ich schon einige Male verspürt. Die rammen Dir das hochgezogene Knie in den Bauch. Mit "guter Erziehung" als Fesselung hat es nicht im gerimgsten zu tun, wenn man es unterläßt, eine Polizeikette zu durchbrechen. Es ist Ausdruck ethischer Gesinnung, die die Kleinsten besonderem Schutz unterstellt. Sensible Demos haben fast immer ein Element des Unvorhersehbaren in sich. Es können auch Flaschen, Steine oder sogar Mollys fliegen. Das hatten wir schon. Also: tapfere Erwachsene, beschützte Kinder! Die Kinder kämpfen mit, sobald sie 16 sind und dann nicht gegen Gesundheitsmaßnahmen, sondern gegen ihre eigene Gehirnwäsche. 

 

 

Niekisch

30. Dezember 2021 15:27

"Sie sehen in dem, was unser Staat seit bald zwei Jahren treibt, eine mehr als gefährliche Übergriffigkeit, die außerdem durch die “Faktenlage” nicht legitimiert sei."

Gibt es da nicht schon seit Jahrzehnten eine noch viel gefährlichere Übergriffigkeit, die sich um Fakten einen Scheißdreck kümmert? Wer riskierte und riskiert heute dagegen seine Gesundheit und die seiner Kinder? 

"Solche Eltern mit einer dezidierten Meinung können oft nicht an ihren Kindern vorbeileben."

Das sollen und dürfen sie ja auch nicht. Im Kindesalter behutsam und alternative Ansichten zulassend privat heranführen und dann bei Reife - wenn die Kinder es wollen - in Freiheit auf den Gegner loslassen.

"Die Annahme, daß Kinder, sind sie erstmal ungefähr 16, also im demnächst wahlberechtigten Alter, sich (eventuell anders als ihre Eltern, die sie einst zur nichtlinken Demo mitnahmen) rasch links wiederfänden, „wenn man sie läßt“ (also wenn man sie „in Ruhe läßt“ und der massenmedialen Berieselung überantwortet), ist allerdings nicht ganz ohne Evidenz."

Im Gegenteil: nach meiner Erfahrung bewirkt frühe einseitige Forcierung nur das Gegenteil des Gewünschten. Es entsteht pubertäre Widerständigkeit gegen die Eltern auch politisch-weltanschaulich. 

Niekisch

30. Dezember 2021 15:33

"Selbst im „konservativen“ Bayern fuhren die Grünen bei den unter 18jährigen 21,4% ein, und selbst im „rechten“ Sachsen landete die AfD bei unter 11%"

Das könnte darin liegen, daß es jahrzehntelang versäumt wurde, im Bildungsbereich metapolitisch vor Ort ganz unten im Bildungsbereich Graswurzelarbeit zu leisten. Stattdessen räsoniert man jetzt über die Legitimität von Buggy-Rammbockaktionen gegen den stärksten Gegner an dessen stärkster Front. Einen Gegner, den wir, ginge es mit rechten Dingen zu, uns eher zum Freund und Verbündeten erwählen sollten. Wir haben in den 60iger Jahren nie gegen die Polizei gekämpft, sondern sie auf unsere Seite zu ziehen versucht, was manchmal sogar gelang. 

"Wann kippen die jungen Leute eigentlich weg?"... Bei der heutigen Arbeitsweise nicht einmal am St. Nimmerleinstag.

Nemo Obligatur

30. Dezember 2021 15:39

Kleine Kinder haben auf einer Demo, auf der potentiell Gewalt ausgeübt wird, nichts zu suchen.

Wüßte aber gerne, in welchem Kontext es zu dem beschriebenen Vorfall gekommen ist. In den Medien war davon zu lesen, dass die Mutter mit dem Kind in eine Pfefferspraywolke geriet, als sie "eine Polizeiabsperrung überwinden wollte". Wie muss man sich so etwas vorstellen? Eine Polizeikette, Frau mit Kind darauf zu und dann von der Polizei immer feste druff? Oder eher so: Tumult an einer Reihe von diesen rot-weißen Absperrungen, unübersichtliche Lage, jemand will drüberklettern, dahinter steht die Frau mit ihrem Kind und sie bekommen aus Versehen was ab? Ich hoffe mal, dass der Vorfall genau untersucht wird. Das Jugendamt ist ja wohl eingeschaltet. Und wieso wird eigentlich auf diesen Anti-Corona-Demos seitens der Polizei nicht "deeskaliert"? Sagen wir mal so: Wenn eine Gruppe von 1000 Menschen relativ unorganisiert dreimal ums Rathaus zieht, was kann da schon groß passieren? Das verläuft sich bei Regen und Kälte doch nach einer Stunde wieder.

Niekisch

30. Dezember 2021 15:59

"Ich selbst möchte die Kinder immer gern dabeihaben. In der Messe, im Konzert, in der Ausstellung. Bei der Demo."

Dann sind Sie sich, verehrte Frau Kositza, des Möglichen nicht bewußt. Hätten Sie schon einmal eine kriegsähnliche Demo miterlebt, so dächten Sie wohl anders. Demnächst werden wir sie wieder erleben dürfen: Schläge, Tritte, Flaschenwürfe an den Kopf, Pflastersteine aufs Pflaster oder vor die Brust, Prügel mit herausgerissenen Verkehrsschildern, eine alte Rostlaube aus einer Seitenstrasse in den Demo-Zug gesteuert...Viel Vergnügen!

"Es ist immer einfacher, die Kinder schlicht wegzulassen. Das fördert die eigne Gerichtetheit, schließt aber die Kinder aus. Wann sollen sie denn je herangeführt werden?"

Ob es wirklich einfacher ist? Denn durch das Weglassen verstärkt sich das Erfordernis, ohne Teilnahme aufzuklären. Die eigene Gerichtetheit hatte ich z.B. schon vor der Vaterschaft. Das Heranführen traue ich Ihnen aber nun wirklich zu. Und dann mit 16 autonom denken und handeln lassen. Um so weniger laufen sie zum Gegner über. Eine Tochter war Punk, hatte den Schädel rasiert und ein Hakenkreuz eingezeichnet, heute ist sie selber Mutter und entrüstet sich wegen Überfremdung.

 

 

Laurenz

30. Dezember 2021 16:01

@Monika

"trage mich mit dem Gedanken an eine Einsiedelei..."

Diese föderalen Unterschiede, welche "unter Streß" durch ganze Familien & Generationen gehen, sind typisch deutsch, deutscher geht es nicht. Mein Großvater mütterlicherseits sprach mit einem Seiner Brüder bis zu Beider Tod über 30 Jahre kein Wort mehr, weil man wegen Flaggen des Soldatenvereins unterschiedlicher Meinung war. Nibelungentreue, Brudermord, giftiges Weibsvolk, das sind wir. Daß wir nach dem Krieg über ein paar Jahrzehnte zwangsberuhigt wurden, war doch nur trügerische Stille. Jetzt kommt etwas Streß auf & schon wird unser Volkscharakter offenbar. Lassen wir mal die Grünen noch weiter ahnungslos Mio. von Menschen weltweit verhungern  https://www.tichyseinblick.de/meinungen/mineralduenger-energiepreise-gruene-landwirtschaftspolitik-weltklima/

& Weimarer Verhältnisse 2.0 etablieren. Dann wird eine Einsiedelei eher gefährlich. Wir müssen doch im Grunde froh sein. Denn nur der Schmerz verändert die Gesellschaft.

Niekisch

30. Dezember 2021 16:03

"Ich bin dafür. Für Kinder auf Demos. Wie die Grünen, wie die Alternativen annodazumal: Kinder dürfen mit. Sie zählen nämlich."

Ich bin dagegen. Gegen Kinder auf Demos. Nicht wie die Grünen, nicht wie die Alternativen annodazumal. Sie zählen nämlich auf diesem Gebiet nicht. Sie zählen erst politisch, wenn sie älter geworden politisch denken und handeln zu meinen können oder wirklich können.

"Wenn auch zunächst als Anhängsel. Irgendwann sind sie es nicht mehr, sondern gehen aus eigener Entscheidung mit oder eben nicht mehr. Prägend aber war es so oder so."

Kleine Kinder als weltanschauliches Anhängsel? Ich erlaube mir zu warnen. Wenn da nicht irgendwann einmal die Gegenseite lockt...Denn Prägung zur Unzeit kann Einfallstor für anywheres sein...

Dietrichs Bern

30. Dezember 2021 16:16

Ich bin gut behütet und weltenfern aufgewachsen, aber die Frage nach Rechtsstaatlichkeit hat sich für mich allerspätestens nach "Wiederbeschäftigung" Frau Kahanes erledigt.

Deshalb lassen mich solche Artikel auch immer ratlos zurück. Ich meine, wir haben hier abendessende Richter, denen grünen Ehemänner Urteilsbegründungen soufflieren, was soll da an der Handlungsweise der Beamten noch überraschen, außer das nicht noch härter vorgegangen worden ist?

Und tun wir bitte nicht so, als wären in diesem Lande, gerade in diesem Lande, die völlig bedenkenlos handelnden Befehlsempfänger nicht auch der Archetyp auch des modernen ÖFR-Mitarbeiters. 

Vielleicht können wir in der Summe nicht anders.

Frieda Helbig

30. Dezember 2021 16:31

Da die vom Hausherrn verordnete Weihnachtsruhe wohl "straffrei" gebrochen werden darf, traue ich mich nun auch mit einem kleinen Gedankenexperiment:

Alleinerziehende Mutter mit 4-jährigen Kind möchte zur Demo, hat aber niemanden, der auf das Kind aufpaßt. Was tun? Auf ihr Anliegen verzichten? Demo-Organisator anfragen, ob er eine Kinderbetreuung organisiert hat? - Allein die böswillige Unterstellung der Instrumentalisierung ist zurück zu weisen, vielleicht gings einfach nicht anders...zumal welche Gefahr geht von einer Frau mit Kinderwagen aus, wenn sie die Polizeikette durchbricht?

So weit ich weiß, gibts in der BRD so eine Art Verfassung - Grundgesetz. Dort sei wohl das Recht für JEDEN verankert zu demonstrieren - da steht nix in Klammern von wegen nur Volljährige oder so. Kann mich aber auch täuschen, werde gleich nochmal nachlesen.

Weiter diskutabel: welche Menschen tragen in diesem Lande Uniform? einfach mal "Befehl" verweigern oder technischen Defekt des Flasche vortäuschen, wenn unangemessen...

Ein gebuertiger Hesse

30. Dezember 2021 16:44

@ Niekisch

"Kleine Kinder als weltanschauliches Anhängsel? Ich erlaube mir zu warnen. Wenn da nicht irgendwann einmal die Gegenseite lockt...Denn Prägung zur Unzeit kann Einfallstor für anywheres sein..."

Guter Einwand. Der Einbindung von Kleinkindern in ein Vorhaben, das diese noch keineswegs verstehen können, hängt immer etwas Unredliches, ja Mißbräuchliches an. Wiederum heiligt im Notfall der Zweck vielleicht auch dieses Mittel? Die Montagsdemonstranten wollen ja nicht zuletzt verhindern, daß ihre Kinder der Impf-Verschwörung zum fatalen Opfer fallen. Da dürfen diese schon mal mitspazieren und sei es im Buggy.

RMH

30. Dezember 2021 17:04

"Wir haben in den 60iger Jahren nie gegen die Polizei gekämpft, sondern sie auf unsere Seite zu ziehen versucht, was manchmal sogar gelang. "

@niekisch,

und die, die Molis und Steine auf die Polizisten damals (bzw. später) geworfen haben, bilden jetzt mit ihren Nachfahren & Erben das juste milieu, welches an der Regierung ist. Die local gentry Jakobiner, die ob des Widerstands not amused sind und dann vor Schreck & voller Heuchelei & Lügen dann Petitionen pro Regierung schreiben, wie bspw. diese hier:

Schweinfurter Erklärung – Aufruf für Demokratie und Zusammenhalt (schweinfurter-erklaerung.de)

Und Sie und Ihre Kameraden, werter Niekisch? Wo stehen Sie heute?

Immerhin, Sie wählen schon SPD ...

PS: @Nemo Obligatur, lesen Sie einfach mal meine erste zwei Beiträge nebst dem link - das kommt der Sache meiner Meinung nach recht Nahe.

PPS: Nur, weil die Linken/Grünen mit ihrer Gewalt am Ende Erfolg hatten, befürworte ich selbstredend keine solche.

Caroline Sommerfeld

30. Dezember 2021 17:16

Also bei uns verhält es sich - einigermaßen leicht zu erraten - so: mein Mann und ich haben vereinbart, daß die Kinder zu keiner Demo oder sonstigen öffentlichen politischen Veranstaltung mitkommen und auch nicht vor Kameras oder vor Journalistengesichter. Mitunter fand ich das ärgerlich (so ein Kahlenbergzug wäre schon eindrucksvoll gewesen für die Altersgruppe ab 10), fügte mich aber, weil es sinnvoll ist. Denn im Gegenzug hätte ich kein Kind auf einer linken Veranstaltung ertragen. Nicht, daß mein Mann solche besucht, die Zeiten sind in seinem Leben eindeutig vorbei, aber allein das Gedankenexperiment reichte mir.
Im Bekanntenkreis gibt es einzelne Eltern, die ihre Kinder (inzwischen sind die Jüngsten bei uns um die 12 Jahre alt) mitnehmen oder entsprechend direkt politisieren, respektive im C-Kontext. Ich schmecke da, auch wenn die Leute diesbezüglich ähnliche Überzeugungen haben wie ich, die Manipulation heraus. Siehe mein Erziehungsbuch - Unverdrehtheit!
Unser Mittlerer ist 16 und der Auffassung, daß er und Jugendliche seines Alters viel zu wenig Durchblick und Erfahrung haben können, um dezidiert politisch Stellung zu beziehen. Er findet das in den meisten Fällen unfaßbar peinlich: die merken offensichtlich nicht, was ihnen alles die Eltern oder die peer group eingeredet haben ...

Niekisch

30. Dezember 2021 17:16

"Wiederum heiligt im Notfall der Zweck vielleicht auch dieses Mittel? Die Montagsdemonstranten wollen ja nicht zuletzt verhindern, daß ihre Kinder der Impf-Verschwörung zum fatalen Opfer fallen. Da dürfen diese schon mal mitspazieren und sei es im Buggy."

Lieber Landsmann @ gebuertiger Hesse 16:44: Mit Verlaub, das ist jetzt ein schwacher Einwand: Letztlich entscheiden die Eltern über die Impfung ihrer Kinder. Dann mlögen sie auch in Vertretung des vermeintlichen Wunsches der Kinder für diese demonstrieren. 

Kositza: Daß sie von einer freien Impfentscheidung reden, halt ich dann doch für arg naiv...

Flaneur

30. Dezember 2021 17:19

Befremdlich erscheint es mir, wenn Eltern ihre Kinder zur Fridays-for-Future-Demo karren, damit die Kurzen dort ihre unter der Anleitung von Mama und Papa gemalten "Klimarettung jetzt"-Plakate präsentieren und damit Mama und Papa zur Befriedigung ihres elterlichen Narzismusses ein paar Handybilder zur Präsentation auf Facebook, Instagram und Twitter schießen können.

Genau so befremdlich erscheint es mir aber auch, wenn Eltern ihre Kurzen auf Demos schleppen, damit diese dort "Lügenpresse", "Merkel muss weg", "kein Impftotalitarismus" oder was auch sonst immer zum Gefallen Eltern und deren jeweiliger Blase skandieren. 

Wenn Eltern ihre Kinder instrumentalisieren, um sich so auf eine wie auch immer gearteten Art und Weise narzistisch präsentieren zu können, ist das - um es vorsichtig zu sagen - befremdlich.

In Schweinfurt scheint mir diese fragwürdige Situation nach allen zur Verfügung stehenden Quellen nicht gegeben gewesen zu sein.

Laurenz

30. Dezember 2021 17:42

@Frieda Helbig

"Da die vom Hausherrn verordnete Weihnachtsruhe wohl "straffrei" gebrochen werden darf"

Also ich finde es unmöglich, die Gutmütigkeit GKs auszunutzen. Sodom & Gomorra auf der SiN. Ich dachte mir andererseits, ich kann mich der Solidarität für meine Mitforisten nicht entziehen.

@Niekisch

Bin froh, daß ich nicht Ihren Galgenhumor teilen muß.

"Sie zählen erst politisch, wenn sie älter geworden politisch denken"

Wir haben in Deutschland (& in Israel) tausende Mediziner vom Typ "Mengele", die bedenkenlos auch Säuglinge mit dem Scheiß impfen, wenn die Kasse zahlt.

Der Druck, Kinder impfen zu lassen ist unpolitisch?

Alleine die AgitProp-Definition "Kinder als Schutzschilde" sei nicht in Ordnung, besagt doch eindeutig, daß man gegen Versammlungen & Demonstrationen Gewalt anwenden will. 

RMH

30. Dezember 2021 17:47

Nicht jeder kann seine Kinder zu Hause lassen oder hat eine Aufsicht für seine Kinder. Deshalb auf keine Versammlungen gehen?

Muss jeder am Ende selber entscheiden, aber im Grunde genommen sind diese Spaziergänge gegen die Impfpflicht friedlich. Ich persönlich habe ein bisschen den Eindruck, dass bei der konkreten Veranstaltung in Schweinfurt sich die Polizei bei den ersten 2 Spaziergängen gerade wegen den vielen Frauen und auch Kindern, die teilgenommen haben, zurückgehalten hat und im Rahmen der Verhältnismäßigkeit vorgegangen ist. Um aber endlich diese "Durchgriffshindernisse" in Form von Frauen und Kindern abzuschrecken, wurde das letzte mal eben so zugelangt, dass das nächste mal weniger Frauen und Kinder dabei sind.

PS: Ich komme aus Unterfranken und kenne daher Schweinfurt. Das ist grundsätzlich überhaupt keine Demonstrationshochburg, eher ganz im Gegenteil. Dort bewegt sich eigentlich nichts. Erst als die Impfpflicht auf die Agenda kam, kam es zur ersten größeren Versammlung. Bis dahin war es trotz aller C-Maßnahmen absolut ruhig in dieser Stadt. Aber die Ursache-Wirkung will keiner sehen. Ohne Impfpflicht gäbe es die Demos nicht.

Niekisch

30. Dezember 2021 17:51

@ RMH 17:04: 

"Und Sie und Ihre Kameraden, werter Niekisch? Wo stehen Sie heute?

Immerhin, Sie wählen schon SPD ..."

Und nun? Unabhängig von der Wahl einer Partei stehen die meisten, auch ich, da, wo wir immer standen: rechts von den Linken und links von den Rechten, die überholten Begriffe noch einmal verwendet. Morgen werden Viele diesen Platz einnehmen....

Adler und Drache

30. Dezember 2021 20:27

Einer der wenigen Texte auf SiN, mit denen ich mich nicht d'accord erklären kann.

Demos, auf denen Leute etwas fordern, was auch die Allgemeinheit fordert, was ohnehin im Trend liegt, gar Demos, die nur um des virtue signalling stattfinden, sind etwas grundsätzlich anderes als Demos, die eine Kampfansage an die Regierung sind. Also: entweder nimmt man die Kampfansage ernst, oder man nimmt die Kinder mit.  

Die Quattromilf war meines Wissens nicht Dunja Hayali, sondern Jasmina Kuhnke. 

Kositza: Quattro: Genau. Deshalb steht das Komma auch hinter Quattro und nicht hinter Hayali - weil es eine Aufzählung ist.
Daneben: Nein, man muß gar nicht immer d´accord sein. Mir fallen, wenn überhaupt, nur ganz wenige Fragen ein, wo eine abweichende Meinung für mich ein "No go" wäre. Noch nicht mal bei meinen Leib- und Magenthemen. Ich nehm die Kinder weiter mit und klage keinen an, der das nicht tut.

Gracchus

30. Dezember 2021 22:26

Danke, @RMH, für den - wie es im Faktenchecker-Deutsch heißt - "Kontext". 

Leider kann ich zu der Preisfrage nur antworten, was Juristen immer antworten: Es kommt auf den Einzelfall an. 

So oder so kein Grund, Pfeffer-Spray auf ein Baby zu sprühen. Und dann die Frau Mutter dafür schuldig zu sprechen. Wieder mal ein Beispiel für linke Doppelstandards. Für die sich vollziehende Umwertung, die, meine ich, der Polizei gegen den Strich gehen müsste. Linke verachten die Polizei ja eher ("Bullenschweine"), nur eben dann nicht, wenn sie sich selber bedroht fühlen. 

 

 

Franz Bettinger

30. Dezember 2021 23:32

@Niekisch, Sie sprechen von Buggy-Rammbockaktionen. Wieso übernehmen und verbreiten Sie Lügen wie diese?

Laurenz

31. Dezember 2021 07:24

@CS

"Unser Mittlerer ist 16 und der Auffassung, daß er und Jugendliche seines Alters viel zu wenig Durchblick und Erfahrung haben können"

Fragen Sie doch mal bitte Ihren Mittleren, wie das dann bei Wahlen laufen soll, zu denen Er bald berechtigt sein wird? Kriegt Er dann einen bereits vorgefertigten, ausgefüllten Wahlzettel mit der Post?

@RMH

Ich wurde in Lohr am Main (neuerdings die Schneewittchenstadt) geboren.

@Niekisch @RMH

"Unabhängig von der Wahl einer Partei stehen die meisten, auch ich, da, wo wir immer standen: rechts von den Linken und links von den Rechten"

Ihre Einordnung war & bleibt wohl historisch lächerlich.

Erinnern Sie Sich, Niekisch. Wer "erfüllte" um an die Macht zu kommen? Wer ließ auf Matrosen schießen? Wer leerte die Kassen der Sozialversicherungen? Wer häufte Schulden an? Wer liberalisierte den Arbeitsmarkt? Wer machte für Kapitalgesellschaften die Veräußerungsgewinne steuerfrei? Wer hielt Merkel im Amt? Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Niekisch

31. Dezember 2021 09:57

"Kositza: Daß sie von einer freien Impfentscheidung reden, halt ich dann doch für arg naiv..." ( zu 30.12. 17:16 )

Verehrte gnädige Frau, darf ich die Gegenfrage stellen, was das zunächst völlig wertfreie Schildern der Rechtslage so, wie sie nun einmal ist, mit dem subjektiven Begriff der "Naivität" zu tun hat? Gerne können wir die Frage der Impfentscheidung noch einmal aufwerfen, sobald Sie mir ein ganz konkretes Beispiel dafür benennen, dass die Wahlentscheidung von Eltern durch eine rechtliche Norm oder Beeinflussung z.B. in Form von Drohung oder Erpressung, Herabsetzung oder sonstige Mittel in Richtung Impfung der Kinder seitens unserer Verwaltung oder der Medien wirksam beeinflußt wurde. 

Kositza: Wenn Sie nicht wahrnehmen, wie sehr zum Impfen gedrängt wird, kann ich Ihnen wohl auch nicht helfen. Unsere Bildungsministerin (S-Anhalt) hat alle Eltern dringlichst aufgefordert, die Schulkinder impefn zu lassen. Ohne Impfe gibt´s auch keine Klassenfahrt. Natürlich ist das dann keine freie Entscheidung.

Laurenz

31. Dezember 2021 11:04

@Niekisch

Reden Sie doch einfach mal persönlich mit Menschen, die aktuell schulpflichtige Kinder haben.

Es ist nicht nur eine Katastrophe, es ist ein Desaster, welches zukünftiges Leben nachhaltig schädigt.

Gracchus

31. Dezember 2021 11:10

@Niekisch, Ellen Kositza

Natürlich hat Frau Kositza recht. Ein anderes Beispiel, das mir meine ungeimpfte Friseurin erzählt hat: Die 12- oder 14jährige Tochter hat sich gegen den Willen ihrer Eltern impfen lassen.

Am 2. Weihnachtstag folgende Unterhaltung: 

P(erson)1: XY hat total Angst vor der Impfung. 

Ich: Na, derzeit ist sie ja im Mutterschutz. Und Lehrer müssen sich ja nicht impfen lassen. 

P1-3: Wenn sie an die Schule zurückkommt, wird sie sich impfen müssen. Was meinst du, was dann los wär, wenn sie sich nicht impfen lässt. Die Eltern würden den Aufstand proben. Dem Druck hält sie nicht stand. 

Dann folgende Unterhaltung

P1: XY ist ungeimpft, sie will jetzt in der Arztpraxis kündigen. Der Arzt redet seit ein paar Monaten nicht mehr mit ihr, tut, als wäre sie Luft, und die anderen Arzthelferinnen fragen sie nicht mehr, ob sie sich ihnen in der Mittagspause anschließen will. 

Niekisch

31. Dezember 2021 11:11

.."wird an alle Eltern und Kinder bzw. Jugendlichen appelliert, sich über die Möglichkeiten und Wege der Impfung gegen SARS-CoV-2 zu informieren und diese Angebote entsprechend wahrzunehmen. So können alle mit einem guten und sicheren Gefühl in das neue Schuljahr starten.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich am 16. August für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ausgesprochen.

Sollten Sie bisher unentschlossen sein, haben Sie die Möglichkeit, auf ein breit angelegtes Informationsangebot bezüglich der Impfung von Kindern und Jugendlichen zurückzugreifen. So erhalten Sie auf der Homepage des Robert Koch Instituts (RKI) oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mehrsprachige Angebote und Hintergrundinformationen zu diesen Themen.

Die beigefügte kurze Zusammenfassung der verfügbaren Materialien kann Sie bei Ihrer Entscheidung unterstützen."..

Keine freie Entscheidung?

Schulbetrieb in der Corona-Pandemie (sachsen-anhalt.de)

@ Ellen Kositza zu 9:57: Ich habe alle Infos und Pressemitteilungen durchgesehen. Es gab 2020 eine Beschränkung für Auslandsklassenfahrten, eine aktuelle Verbindung von Klassenfahrten und Impfung finde ich nicht. Läßt es Ihre Zeit zu, dass Sie Ihre Aussage belegen? 

Niekisch

31. Dezember 2021 11:24

"@Niekisch, Sie sprechen von Buggy-Rammbockaktionen. Wieso übernehmen und verbreiten Sie Lügen wie diese?"

@ Franz Bettinger 30.12. 23:32: Ich schrieb dies: "Stattdessen räsoniert man jetzt über die Legitimität von Buggy-Rammbockaktionen" ( 30.12. 15:33 ) 

Verbreite ich hier bewußt falsche Tatsachen als eigene Meinung? 

Niekisch

31. Dezember 2021 12:28

"@Niekisch, Ellen Kositza

Natürlich hat Frau Kositza recht. Ein anderes Beispiel, das mir meine ungeimpfte Friseurin erzählt hat: Die 12- oder 14jährige Tochter hat sich gegen den Willen ihrer Eltern impfen lassen."

@ Gracchus 11:10: Allerdings haben wir hier die ganze Zeit über noch jüngere Kinder diskutiert. Bitte immer hart an der Sache bleiben. Sonst entsteht schnell ein schiefer Eindruck. Hier zur Entscheidungsfreiheit: Corona-Impfung: Wann Kinder selbst entscheiden dürfen - SWR Aktuell

Caroline Sommerfeld

31. Dezember 2021 12:34

Kommentar Sommerfeld: Wie ich den kenne, wird er nicht wählen. Unlängst schickte er mir ein Video, in dem ein alter Inder sehr langsam und bedächtig sprach: "Democracy is government of the people by the people. But people are retarded."

Gracchus

31. Dezember 2021 12:51

@Niekisch

Wir reden aneinander vorbei. Ich spreche - und so habe ich auch Frau Kositza verstanden - von dem sozialen Druck, sich bzw. seine Kinder impfen zu lassen. 

Nordlicht

31. Dezember 2021 14:09

Nun auch noch meinen Senf dazu:

Kinder sollten im familären Schutzraum bleiben und nicht mit auf politische Demos genommen werden.

Dass ab den 50ern bei den (- von der SED-finanzierten und organisierten) Antiatom-Versammlungen und in den 70ern in Gorleben und Brokdorf mit dem Argument "unsere Kinder und unsere Zukunft" die politischen Anliegen durch Kinder gefühlig und medienwirksam aufbereitet wurden, fand ich schon damals eklig.

Niekisch

31. Dezember 2021 15:06

"@Niekisch

Wir reden aneinander vorbei. Ich spreche - und so habe ich auch Frau Kositza verstanden - von dem sozialen Druck, sich bzw. seine Kinder impfen zu lassen."

@ Gracchus 12:51: "Ohne Impfe gibt´s auch keine Klassenfahrt. Natürlich ist das dann keine freie Entscheidung." sagte Frau Kositza zu 9:57.  Über die Teilnahme an Klassenfahrten wird seitens der Schulde durch Verwaltungsakt, also behördliches Handeln, entschieden. Ein gewisser "sozialer Druck" mag dabei hinzukommen, ist aber dann "bei Gelegenheit". Genauso bei der 12- oder 14-Jährigen, die sich gegen den Willen der Eltern impfen läßt. Es liegt ein Wahlrecht der Jugendlichen zugrunde, ein gewisser Druck von welcher Seite auch immer mag hinzukommen. In den anderen beiden Fällen empfiehlt sich der Gang zum Azubi-Ausschuß bzw. zum Arbeitsgericht. 

Es fällt in Zusammenhang mit Corona auf, wie plötzlich uralte Alltagssituationen instrumentalisiert werden. Gibt es so viel Porzellan, wie wir allmählich selber zerdeppern?

 

Niekisch

31. Dezember 2021 15:26

PS: Allseits einen guten Rutsch ins neue Jahr 2022 und daß wir wieder zur alten, guten Zusammenarbeit zurückkehren!

Simplicius Teutsch

31. Dezember 2021 15:44

Ein zweischneidiges Thema. Aber ich sehe nicht ein, warum man in diesen trostlosen Quarantäne-Zeiten nicht versuchen soll, mit einem Spaziergang aus dem auch mentalen Eingesperrtsein auszubrechen und im besten Fall ein fröhliches Happening mit Kindern und Gleichgesinnten zu machen.

Die Igittigitt-Konservativen können ja zuhause bleiben im Wohnzimmersessel und die kriminalisierende Berichterstattung im Fernsehen verfolgen.

Denn andererseits ist es offensichtlich, dass der „Staat“ die Polizei mittlerweile scharf gemacht hat, so dass auf Anti-Corona-Demos mit Schlagstöcken und Pfefferspray und Abschleppungen von Menschen gerechnet werden soll und muss. Das ist systematische Abschreckung und Einschüchterung. Die Eskalation auf der Demo wird durch Vorschriften, die Unterwerfung fordern, provoziert. Z.B. Gesichtsmaske tragen im Freien. Die Brutalität ging nach meiner persönlichen Erfahrung immer von der Polizei aus!

 

Laurenz

31. Dezember 2021 15:52

@Nordlicht

"fand ich schon damals eklig."

Damit ging im Grunde der EK-Artikel los, zitiere

"Konservative fanden das damals widerlich."

In meiner frühen Jugend, schlachtete mein Großvater mütterlicherseits, mit Hilfe eines Metzgers, 1x im Jahr noch selbst.

Mein Opa war als Sani im Krieg & hatte viel Exkrementales gesehen, wie die meisten.

Aber der Krieg war vorbei & da ich oft ohne meine Eltern in den Ferien Zeit bei meinen Großeltern verbrachte, mußte mein Großvater Gewissensentscheidungen im Sinne Seiner Tochter bezüglich meiner Person treffen. Darf ich im Alter von 10 Jahren die Schlachtung sehen oder nicht? Darf ich wissen, wo das Fleisch her kommt oder nicht? Theoretisch wußte ich das natürlich.

Mein Opa entschied sehr detailliert.

Ich durfte die Tötung per Bolzenschuß nicht sehen. Mir war erst wieder ein Blick vergönnt, als die beiden Schweinehälften, schon ausgeblutet, aufgehängt waren.

@Imagine würde jetzt schreiben, es gibt im Falle von Kindern auf Demos keine Schwarz/Weiß-Entscheidungen.

Simplicius Teutsch

31. Dezember 2021 16:06

@ Kositza, ich stimme Ihnen umfassend zu. Und ich gehe auch mit, wenn Sie schreiben: „Für mich kein Grund, sich zu entsolidarisieren.“

Klar, kann das Verhalten der Mutter mit dem Vierjährigen im Buggy im konkreten Einzelfall ziemlich ungeschickt gewesen sein. Ich würde davon abraten.

Und wenn ich mir vorstelle, anstelle der Mutter hätte ich selber das so gemacht: Als Vater mit dem Kinderwagen inklusive Kind eine Polizeisperre durchbrechen!

Naja, da hätte ich mir nachher von meiner Frau schon einiges anhören müssen, mein eigenes Kind in so eine Gefahr zu bringen. Ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte?

Aber Entsolidarisierung? – Nein!

MargitElisabeth

31. Dezember 2021 18:35

@RMH

Kann ich bestätigen - ich war auf den ersten beiden Demos. Es waren in der Tat sehr viele Frauen dabei, auch in Gruppen. Die Atmosphäre war entspannt und gelöst. Polizei blockte zwar den Marktplatz einseitig ab, es gab aber keine Einkesselung und kein aggressives Verhalten der Polizisten. Insofern konnte man hinsichtlich der 3. Demo (bei der ich nicht in SW war und deshalb nicht teilnehmen konnte) auch nicht davon ausgehen, dass der Tenor sich derartig ändern würde. Keinesfalls hätte ich davon abgeraten als Familie dorthin zu gehen.

Laurenz

31. Dezember 2021 23:52

@RMH (1)

Am 04.09.21 war ich mit einer Freundin in der Wiesbadener Innenstadt. Die Stadt war voll von Polizei, weil man wohl Demos erwartete. Aber es war weit & breit nicht mal was von Spaziergängern zu sehen, fast ausnahmslos bummelnde debile Impfkontaminierte. Vor dem Schloß, gegenüber dem Parlament setzten wir uns in die Sonne auf die Treppenstufen. Plötzlich marschierten 50 Polizisten auf & kesselten 2 befreundete Ehepaare, eins mit erwachsener Tochter, ein. Eine der Damen hielt ein Schild, auf dem geschrieben stand "Immer zusammen". Ich näherte mich, um zu sehen, wie die Polizei vorging. Man hätte wissen müssen, daß die Stadt Wiesbaden eine Bannmeile um das Parlament verordnet hat. Man hätte auch wissen müssen, daß der Bürgermeister Wiesbadens am Sonntag in der Kirche immer furzt. Auch 2 andere Personen näherten sich der Einkesselung der 5 Personen. Plötzlich wurden andere & ich von Herrn Polizeirat Trapke der Polizei Westhessen als Mitglied dieser "Versammlung" definiert, festgehalten, gefilmt, Personalien aufgenommen, später des Platzes verwiesen.

Laurenz

31. Dezember 2021 23:57

@RMH (2)

Vor Ort war nur eine Grün-Aktivistin, welche als einzige politische Äußerungen mit Kleidung & großer Tasche tätigte. Auf telefonische Nachfrage beim Ordnungsamt Wiesbaden waren keine politischen Kundgebungen (zur Wahl) vor dem Parlament angemeldet worden. Auf dem Heimweg überholte ich einen arbeitslosen Wasserwerfer, der wieder auf dem Heimweg nach Frankfurt war. Jetzt hatte ich, ganz wunderbar, eine Anhörung wegen Bußgeldsache zu beantworten. Ich kopierte mehr oder weniger mein Schreiben an die Beschwerdestelle der Polizei Westhessen. Die haben bei der Polizei und dem Ordnungsamt einfach sonst nix zu tun.

Franz Bettinger

1. Januar 2022 02:45

@Niekisch fragt zurück "Verbreite ich hier bewußt falsche Tatsachen als eigene Meinung?" Sie verbreiten falsche Tatsachen, basta. Ob bewusst oder als eigene Meinung ist irrelvant. Auf SiN sprach keiner außer Ihnen von Buggy-Rammbock-Aktionen. Sie wollen dieses Meme (oje, jetzt benutze ich schon selbst das blöde Wort) also am Leben halten. Weil es Ihnen in den Kram passt.

Franz Bettinger

1. Januar 2022 03:28

@Gracchus gab ein schönes Beispiel für Mobbing gegen Nicht-Geimpfte. "Der Arzt und die anderen Arzthelferinnenredet reden seit einigen Monaten nicht mehr mit X. X will jetzt in der Praxis kündigen.“ Letzteres würde ich nicht tun. 2 denkbare Strategien: (1) X könnte ihrem Chef sagen: „Sie mögen mich nicht, und ich mag Sie auch nicht mehr. Wäre es nicht für uns beide gut, wenn Sie mir kündigen? Denn ich kann aus finanziellen Gründen nicht selbst kündigen (Sperrfrist beim Arbeitsamt).“ (2) X bleibt in der Praxis, stolz, interessiert+ amüsiert ob des kindischen Mobbings. Für Selbstbewusste kann das köstlich sein. Ich habe das einmal in der Klinik erlebt; nach kurzer Zeit hatte ich immer mehr Kollegen auf meiner Seite, ohne dass ich sie hätte ziehen müssen, einfach durch Vorbild. Merke: Mobbing geht nur, wenn man sich mobben lässt. (Okay, ich gebe zu, es ist eine Frage der Erpressbarkeit; ein gewisser finanzieller Rückhalt macht einen weniger erpressbar.) 

Mitleser2

1. Januar 2022 17:34

Schweinfurt: Kenn ich gut. Eine extrem spießige Industriestadt (Herkunft der Nazi-Kugellager, igitt) im braven Unterfranken. Da wurde vor Corona noch nie demonstriert, höchsten am 1. Mai die IG Metall mit roten Fahnen. Dass ausgerechnet an so einem Ort so was entsteht gibt eigentlich Mut.

Niekisch

1. Januar 2022 17:35

@Niekisch fragt zurück "Verbreite ich hier bewußt falsche Tatsachen als eigene Meinung?" Sie verbreiten falsche Tatsachen, basta. Ob bewusst oder als eigene Meinung ist irrelvant. Auf SiN sprach keiner außer Ihnen von Buggy-Rammbock-Aktionen. Sie wollen dieses Meme (oje, jetzt benutze ich schon selbst das blöde Wort) also am Leben halten. Weil es Ihnen in den Kram passt.

@ Franz Bettinger 1.1. 2:45: Ich hatte geschrieben: "Stattdessen räsoniert  m a n  ( durch mich gesperrt, n. ) jetzt über die Legitimität von Buggy-Rammbockaktionen" (30.12. 15:33) Wenn das jedermann erkennbare Umschreiben des Gegenstandes einer Diskussion anderer Personen  derart "gewürdigt" wird, wie Sie es nunmehr  tun, dann ist das nur zu bedauern. Dennoch auch Ihnen ein allzeit gutes neues Jahr!

Franz Bettinger

2. Januar 2022 01:13

@Niekisch: Friede! Klar. Es geht nur darum, die Feindvokabeln (dazu gehört auch Klimawandel statt Global Warming und Covid statt Corona, diese verräterischen Nachbesserungen) durch eignes Verwenden nicht salonfähig zu machen. Wir müssen denen immer wieder ihre Irrtümer und frechen Lügen um die Ohren hauen und die linken Mitmarschierer und die grünen Globalisten-Helfer und (aus Dummheit) Big-Pharma-Fans daran erinnern, wie falsch sie lagen und liegen. Ich hasse das Wort "Elite", das die Banditen für sich verwenden, leider in aller Munde ist und auch von uns, dem Gegner, dahingeplappert wird. Ich sage lieber „Elitioten“. Diese Verballhornung hat sich hier auf dem Forum leider nicht, wie ich hoffte, durchgesetzt; denn natürlich kann man mit einer treffenden Begriffs-Bildung 'die Welt verändern', wenn der Neusprech einen Nerf trifft.

Volksdeutscher

2. Januar 2022 02:03

Wie sollen Menschen in erwachsenem Alter wissen, wie die Diktatur riecht, wenn man sie nicht schon in zartem Kindesalter daran schnuppern läßt?

Niekisch

2. Januar 2022 12:37

"natürlich kann man mit einer treffenden Begriffs-Bildung 'die Welt verändern', wenn der Neusprech einen Nerv trifft."

@ Franz Bettinger 2.1. 01:13: Ja, das ist auch meine Rede und ich bin zuversichtlich, dass wir in etwa 7 Monaten wieder den Kopf für solche Arbeit frei haben werden. Dann kommen die "Fachkräfte"schwemme und die Frage des Loslösens vom Transatlantischen verstärkt in den Fokus. 

Kurativ

2. Januar 2022 15:52

Die jeweiligen Eltern können das als Erziehungsberechtigte bestimmen. Die Kinder werden es ihnen (wie auch immer) später danken. Jedenfalls geht es mich nichts an, Eltern so etwas vorzuschreiben oder es zu werten.

Wenn man erahnt, was noch alles auf uns zu kommen könnte, ist es wohl sinnvoll seinen Kindern zu zeigen wie eine Demo funktioniert und dass es zum Alltag eines selbstbewusten Bürgers gehören könnte.

Die Darstellung des Presse über den beschriebenen Fall ist wenig glaubhaft. So wie die Presse insgesamt unglaubwürdig ist, wenn es um Opposition geht.

AndreasausE

2. Januar 2022 16:20

Extremstradikalisierte unter den Coronaleugnern packen Kinder an den Füßen und schleudern die, so ähnlich wie Diskuswerfer ihre Scheibe bei Olympia, mit Urgewalt in deeskalierende Polizeiketten, so jedenfalls hab ich die unaufgeregte Berichterstattung im Qualitätsmedium verstanden, zahlreiche Polizistendinnende verletzt.
Aber da kann man auch sagen: Selbst schuld. Warum ließen sich die Beamtenden nicht gegen umherfliegende Kinder impfen? Da hat doch ganz klar das Innenministerium versagt!

Nun etwas ernsthafter: Ich fand und finde immer Mist, wenn Kinder bei Politaktionen mitgebracht werden, ganz egal weshalb, wofür, warum. Wobei ja auch den Kleinsten Stimme verliehen werden sollte, und dafür stehen Erziehungsberechtigte eben ein. Schwieriger Sachverhalt.
Aber natürlich sind die Haltungsmedien an Ekelerregung mit ihren Zwiedenkstandards kaum zu übertreffen. 
Hüben wurde kleiner Junge, ertrunken am Meeresstrand, gnadenlos zum Maskottchen der "Seenotretter" ausgeschlachtet, drüben ist Kindermitbringen das absolute Böse.
So ähnlich jedenfalls, widerlich.

Gotlandfahrer

3. Januar 2022 12:54

Fallen wir nicht hinter die Entwicklung zurück, wenn wir uns ernsthaft mit der verfügbaren Kommunikation derjenigen, die in ihrer jetzigen Verhaltensweise kein Teil der Lösung sind, argumentativ auseinandersetzen?  Ob man nun sein Kind mit auf die Demo nimmt oder nicht, bzw. ob die einen es dürfen sollen und die anderen nicht - solche Erörterungen sind wie in der Tasse rühren. 

Das beurteilt: wer?

Allein darum geht es doch.

Heidi

3. Januar 2022 13:39

Vielen Dank für Ihre Gedanken als Mutter zu dieser politischen Situation, die ich voll teile. Bisher war ich erst auf einem kleinen Spaziergang in BW und der verlief ohne jede Probleme. In erster Linie war es ein genuines Gemeinschaftserlebnis, zusammen durch die Stadt zu spazieren und es gab keine Transparente oder Sprechgesänge. Es wäre für alle schade, dies zu verpassen. Im Telegram kann man z. B. ein bisschen schauen und vielleicht abschätzen, in welcher Stadt es eher unruhiger wird und ggf. auf einen anderen Ort ausweichen.

Gustav

3. Januar 2022 14:19

...zumal welche Gefahr geht von einer Frau mit Kinderwagen aus, wenn sie die Polizeikette durchbricht?

Keine. Kinder als Schutzschild?? Wer braucht beim Spaziergang einen Schutzschild? Greift da etwa jemand friedliche Spaziergänger an? Polizei? Dein Freund und Helfer? Aber doch nicht im besten Deutschland aller Zeiten, oder?

Thomas

3. Januar 2022 18:59

Heute abend mit meiner 10-monatigen Enkelin im Kinderwagen auf einem "Montagsspaziergang" in meiner Kleinstadt gewesen. Ca. 50 Teilnehmer, ganz ruhiger Spaziergang mit Laternen ducrh die Innenstadt, keine Polizei, nur nette, aber mir meist unbekannte Leute, vermutlich aus den Nachbarorten wegen der Anonymität. Außenwirkung hatte dieser Spaziergang wohl keine, eher eine Innenwirkung auf die Gruppe. Kinder, ja gerne, aber die Umgebung sollte stimmen und die Gefahrenlage vorher aufgeklärt werden. Für meine Kleine jedenfalls eine Abwechslung und ein außergewöhnliches Abenderlebnis.

Herold

3. Januar 2022 21:46

Grundsätzlich gilt natürlich immer: Quod licet Iovi, non licet bovi. Es gibt hier keine gemeinsame Wertebasis zwischen Brokdorf-Marionetten und Montagsspaziergängern. Kinder sind in so einem Kontext nur Propagandamaterial, das aber von unserer Seite nicht funktioniert, eben weil das Establishment die Deutungshoheit inne hat. Deshalb würde ich sie nicht mitnehmen, denn die Gefahr für sie steht keinem Gewinn im Großen gegenüber (und ich erinnere gerne an Heinlein, der zum Thema "Warum eigentlich?" anmerkte, dass sich am Ende alles ums (Über-)Leben dreht und der Rest nur Zinnober, Tinnef und Brimborium ist).

Wenn man sich damit abgefunden hat, dass es hier um einen Vernichtungskrieg der Progressiven gegen die buckligen Ureinwohner geht, zu dem auch und in erster Linie die Umvolkung gehört, kann es keine andere Antwort geben als den eigenen Nachwuchs so lange nicht zur Demo zu schleppen, wie er nicht selbst eine handfeste Auseinandersetzung führen kann. Das Frau Kositza und ihr Nachwuchs zu Demos gehen konnten, halte ich für eine temporäre Anomalie der Gewaltlostigkeit, eben weil sie nicht selbstverteidigungsfähig sind. Wir sehen das Ende dieser Anomalie gerade.

Maiordomus

4. Januar 2022 05:43

@Thomas. Gehe nicht davon aus, dass bei 10monatigen Enkeln bereits familieninterne erzieherische Wirkung ausgeht, vermute und supponiere indessen auch nicht die von der Gegenseits angenommene Schutz-Schild-Funktion. Ja, ein Spaziergang mit 50 Teilnehmern hat hauptsächlich für die Beteiligten bewusstseinsbildende Funktion; nicht ausgeschlossen, dass  bei denjenigen, die die Gruppe sehen, einzelne Zweifler, z.B. an Kinderimpfungen, sich beeindruckt zeigen und insofern zum Denken angeregt werden. Falls Sie Theologe oder gar Seelsorger sind, wäre es ausserdem noch empfehlenswert, eher nicht Berufskleidung bzw. für den Gottesdienst bestimmte Kleidung zu tragen, was z.B. bei Pegida ganz kontraproduktiv war. 

Maiordomus

4. Januar 2022 06:28

Beispiel für sektiererisches Elite-Bewusstsein, Zitat oben:: "In Wiesbadener Innenstadt --- fast ausnahmslos bummelnde debile Impfkontaminierte." Hier macht sich wohl eher unfreiwillig das schon bei der 68er -Bewegung einst feststellbare Phänomen des "richtigen Bewusstseins" wichtig. Hingegen zeige ich mich von Praxis-Angestellten, modellhaft beschrieben von Bettinger, die sich nicht impfen lassen und deswegen gemobbt werden,  einschliesslich der Ratschläge, nicht selber zu kündigen, beeindruckt. Ausserhalb der sektiererisch bewusstseinsgewandelten Szene braucht es heute in der Tat weit mehr Mut, z.B. in "verantwortungsvoller" beruflicher Stellung, sich als ungeimpft zu outen als sich z.B. über seinen Gender-Status wichtig zu machen. Bin gespannt, ob N. Djokovic konsequent bleibt und in Australien für seine Überzeugung  Millioneneinnahmen (bei Sieg AO) sausen lässt. Es wäre eine politische Sportler-Demonstration von globaler Dimension.  

Frieda Helbig

4. Januar 2022 08:49

@Gustav:

Danke!

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