Literaturgespräch live: Ernst Wiechert

Der Schriftsteller Ernst Wiechert (1887 bis 1950) war zwischen 1925 und 1950 einer der meistgelesenen Autoren.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Der Titel sei­nes berühm­tes­ten Romans ist sogar zu einer Paro­le gewor­den: “Das ein­fa­che Leben” ist eine in zivi­li­sa­ti­ons­kri­ti­schen, bün­di­schen, fun­da­men­tal-öko­lo­gi­schen Krei­sen Zielvorstellung.

Leh­nert und ich haben über andert­halb Stun­den über Wie­chert gespro­chen, sei­ne Bio­gra­phie nach­ge­zeich­net und die meis­ten sei­ner Wer­ke ein­ge­ord­net. Sie kön­nen die Sen­dung auf dem Kanal Schnell­ro­da bei you­tube auch im Nachin­ein anschau­en, und zwar hier.

Leh­nert und ich spra­chen über Wie­cherts drei ers­te, ber­ser­ker­haf­te Wer­ke, über sei­ne popu­lä­re Pha­se, in der sich der unver­kenn­ba­re Wie­chert-Ton aus­bil­de­te, und über sein umfang­rei­ches Nach­kriegs­werk, zu dem auch das bereits 1939 abge­schlos­se­ne Manu­skript Der Toten­wald gehört.

Die­ses Werk ist Wie­cherts Bericht über sei­ne zwei Mona­te wäh­ren­de Inter­nie­rung im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald. Wir wer­den dar­über spre­chen, wie es dazu kom­men konn­te und wel­che Rol­le Goe­b­bels dabei spiel­te. Wir wer­den also erneut das Phä­no­men der Inne­ren Emi­gra­ti­on strei­fen und uns Wie­cherts Reden an die Jugend anschau­en, die unter ande­rem die Aus­lö­ser für sei­ne Äch­tung und Bestra­fung waren.

Wie­chert: War­um las man ihn ab den spä­ten 50ern kaum noch und dann gar nicht mehr? Sein Werk ist nicht mehr prä­sent, lie­fer­bar sind nur der erwähn­te Bericht Der Toten­wald (hier ein­se­hen und bestel­len) und der ers­te Teil sei­ner Erin­ne­run­gen – Wäl­der und Men­schen, ein auto­bio­gra­phi­scher Bericht über Kind­heit, Jugend und den Leh­rer­be­ruf in Ost­preu­ßen (hier bestel­len).

Inter­es­san­ter­wei­se hat der Lin­den­baum-Ver­lag die drei Früh­wer­ke Wie­cherts wie­der her­aus­ge­ge­ben, jetzt, wo die Rech­te an den Büchern die­ses Autors frei sind: Der Wald (1922, hier bestel­len), Der Toten­wolf (1924, hier bestel­len) und Die blau­en Schwin­gen (1925, hier bestel­len) – über die ers­ten bei­den in die­ser Rei­he hat Wie­chert recht früh den Stab gebro­chen und zu sei­nen Leb­zei­ten Neu­auf­la­gen untersagt.

 

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (38)

Ein gebuertiger Hesse

1. Februar 2022 12:18

Schöne Ankündigung. Diese vorbildlich unakademischen Literaturgespräche, in denen immer auch ein gerüttelt Maß an eigener, persönlicher und also im besten Sinn partikularer Durcharbeitung steckt, sind ein Segen in dieser blöden Zeit. Die Vitalität der zwei Teilnehmer spricht Bände.

Maiordomus

1. Februar 2022 12:23

Dieses Literaturgespräch über den in Stäfa am Zürichsee begrabenen Poeten verdient Neugier. Da gibt es noch viel zu erschliessen. Las letzte Nacht noch in den Gedichten des allerersten Hebelpreisträgers (zuletzt Sibylle Berg) Hermann Burte, einen alemannisch-hochdeutschen Autor aus Wiecherts Generation mit starker Formkraft, auch Maler-Poet, insofern Vorläufer von Bruno Epple, Bodenseeliteraturpreis 1991; Burte war  begnadeter Sonetten-Dichter, glänzender Nachdichter aus dem Französischen, was der Strassburger Germanist R. Matzen, Kenner von Goethes Sessenheim, zu würdigen vermochte. Burte war geprägt von Emil Strauss, einem Autor, der sogar für MRR noch kanonfähig war. Wilhelm v. Scholz u. der Schweizer Emanuel Stickelberger gehört desgleichen in diese literarische Welt, die der Schweizer Georg Thürer betr. Burte gut würdigte. Trotz verunglückter politischer Gedichte zu falscher Zeit erhielt der Kleistpreisträger (1913)  1957 noch als letzte Anerkennung die Jean-Paul Medaille. Dies als weiterer Hinweis auf ein verschüttetes Stück Literaturgeschichte.

Heinrich Loewe

1. Februar 2022 12:28

Ernst Wiechert war der Jugend-Autor meines Vaters (geboren in Ostpreußen), was er späterhin gerne versteckte. Er meinte, Wiechert hätte ihn „verdorben“ weil von der Welt abgezogen. Vor zwei Jahren dann waren die Jeromin-Kinder meine Winterlektüre. Ein unglaublich schönes, berührendes Buch. Wenn es gelingt, vom Alltag und der Gegenwart vollkommen abzuschalten.

Im Sommer 1990 bin ich, ohne dies zu wissen, am Schauplatz der Geschehnisse entlang gepaddelt. Dies wäre nochmal zu wiederholen.

Danke schon im Voraus für die Besprechung!

RMH

1. Februar 2022 12:38

"über den in Stäfa am Zürichsee begrabenen Poeten"

@Maiordomus,

dennoch war Wiechert, wie Ihnen bekannt ist, kein Schweizer, er war noch nicht einmal Exilant in der Zeit bis 45, er lebte lediglich seine letzten Jahre in der Schweiz. 

Nachdem ich, wie ich bereits schrieb, am Frühwerk Wiecherts gescheitert bin bzw. es weggelegt und nicht zu Ende gelesen habe, freue ich mich auf die Sendung morgen.

Maiordomus

1. Februar 2022 13:07

Der Ostpreusse Wiechert, dessen erste Frau, die via Selbstmord aus dem Leben geschieden war, über ihre Urne ebenfalls in Stäfa beigesetzt wurde, sein Andenken u.a. durch die Ritterhausgesellschaft Üerikon-Stäfa gepflegt wird, lebte bekanntlich erst ab 1948 in der Schweiz und wurde, in einem gewissen Gegensatz zu Hermann Hesse, nie als einheimischer Autor beansprucht. Umgekehrt wurde nach dem 2.Weltkrieg der beachtliche Autor Bernhard Brentano, der im Exil noch stark von Heimweh heimgesucht war, wegen seiner politischen Einstellung nach Deutschland ausgewiesen. Unvergleichlich angesehen blieben jedoch nebst Hesse Carl Zuckmayer, Erich Maria Remarque und im Wallis der christliche antikommunistische Balte Edzard Schaper, begraben in Brig-Glis, dem ich bei Lesungen noch wiederholt begegnen durfte.  Von Wiechert gibt es ein schönes idyllisches Gedicht, den Zürichsee würdigend; sein Schweizer Aufenthalt war stark von seiner Krebskrankheit überschattet. 

Lausitzer

1. Februar 2022 20:42

Klingt jut und schalte wieder ein. Gibt es Whisky oder Bier?

Maiordomus

2. Februar 2022 05:10

Noch Nachtrag zu Burte: Für mich hatte und hat dieser Autor auch im Zusammenhang etwa der ausgezeichneten Einführung, wie der Schweizer Historiker und Literat Georg Thürer, einer der qualitativ besten Professoren z.B. an der Universität St. Gallen, auch über seine Verbundenheit mit Carl Jacob Burckhardt und dem Protestantismus-Biographen Stickelberger sowie als Weggefährte von Alfred Huggenberger stets einen respektablen Ruf, der sich beim neulichen Studium seiner Gedichte noch verstärkte. In Sachen neuere alemannische Literatur gehört er mit Sicherheit zu den Besten. Im Rahmen aber der Volksverdummung durch Wikipedia, worüber ich mich wie generell durch blosses Herumsurfen im Netz als täglicher Leser mindestens eines Buches nicht orientiere, realisiere ich jetzt aber, dass es für SiN vorzuziehen ist, sich statt z.B. mit Burte lieber mit dem rein sprachkünstlerisch Burte nicht ebenbürtigen Wiechert zu befassen. Weil nämlich das Wikipedia-Wissen, nach dem sich vermutlich auch der VS orientieren wird, von Burte, wenn man ihn nicht gelesen hat, ausser "Nazi" praktisch nichts übrig bleibt. Immerhin kommentierte er die Bücherverbrennung sarkastisch auf dem Niveau von Heine und Karl Kraus: Man habe bei der jüdischen Literatur die Bibel vergessen! Er blieb zeitlebens ein gläubiger Christ.

Maiordomus

2. Februar 2022 06:41

Nachtrag zum Nachtrag: Ernst Wiechert war ein Lieblingsschriftsteller des Schweizer Arbeiterschriftstellers Karl Kloter, der bei sozialpolitischer Radikalität sich im Alter von der Linken abwandte, weil er die Distanzierung vom Patriotismus wie auch, nach der Erfahrung der Abtreibung seines einzigen Kindes in ganz jungen Jahren, als Abtreibungsgegner den Feminismus als Parteiprogramm nicht mitmachte. Er zeigte mir vor 40 Jahren das Grab von Ernst Wiechert.

Nach Burtes Gedichten, um 1960 von Verleger Burda herausgegeben, habe ich eine Nacht später "Stine" von Theodor Fontane gelesen, einen in der Qualität von "Irrungen Wirrungen" geschriebenen, meines Erachtens unübertrefflichen Berliner Heimatroman von einer Erzähldichte, der gegenüber weder Thomas Mann noch später Böll und Grass mithalten. Bei Fontane war Berlin nicht, was plump zu sagen wäre, "völkisch" noch Berlin, sondern sprachlich, bei Qualität einer Menschenzeichnung, die man sonst nur in grosser französischen und russischen Literatur trifft. Es schmerzt einen als Leser beinahe körperlich, dass diese liebenswerten Menschen mutmasslich für immer verschwunden sind. Oder gibt's noch derlei Berliner? Sie müssen nicht gerade Kennedy heissen. 

Nemo Obligatur

2. Februar 2022 09:00

@ Maiordomus

"...habe ich eine Nacht später "Stine" von Theodor Fontane gelesen,..."

Fontane war natürlich auch ein literarischer Gigant.

Die anderen von Ihnen Genannten sind dem Vergessen anheim gefallen, soweit sie überhaupt je einem größeren Publikum zugänglich waren. Wer liest schon schweizer Arbeiterliteratur aus den frühen Siebzigern? Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber das Leben ist zu kurz für solche Eskapaden. Hoffen wir, dass zumindest Ernst Wiechert heute abend wieder ein wenig bekannter gemacht wird.

Brettenbacher

2. Februar 2022 11:22

.... nun, dann mag der Tag so grauhimmelig und und schnurregnerisch bleiben wie er ist: es kommt ja noch was. Eher Gerüchte-weis habe von peinlichen Infamien der Erika Mann gehört, Ernst Wiechert betreffend. Fast möchte man hoffen, die praesentierenden Herren könnten diese aus der Welt schaffen.

Maiordomus

2. Februar 2022 13:15

@Nemo obligatur. Die Literaturgeschichte besteht nun mal nicht nur aus "Giganten", deren Werke wie "Wanderungen in der Mark Brandenburg" bzw. "Stine" trotzdem nicht gelesen werden. Frank Thiess' Schaffen ist genau so vergessen wie die anderer Genannter, wiewohl ohne die Debatte Thiess - Mann, geleitet von Walter von Molo, das Stichwort "Innere Emigration" nie aufgekommen wäre: aus rezeptionstechnischen Gründen, weil für den langfristigen Schulkanon nur "Emigranten" als lesbar erklärt wurden. So mussten auch die Mutigsten unter den Daheimgebliebenen sich rechtfertigen, als "innere Emigration" verkauft werden, ein fragwürdiges Schlagwort. Literaturhistorisch gehört das Umfeld immer auch dazu. Keine Kleinigkeit, dass Wiechert von guten Schweizer Arbeiterliteraten geschätzt war, Sie müssen diese deshalb nicht lesen. Auch keine Kleinigkeit, warum man Wiechert 1948 in Zürich willkommen giess, während gleichzeitig Bernhard Brentano, dessen Romane Sie nicht lesen müssen, aus dem Lande gejagt wurde, wogegen TAT-Chefredaktor Jaeckle protestierte: er hätte lieber Ludwig Klages draussen haben wollen. Und es gilt zu erklären, warum der im Bereich der Sprache künstlerisch starke Burte im Moment nicht rezipierbar ist, wohingegen sehr wohl Wiechert, und zwar aus inhaltlichen Gründen, trotz Beschimpfungen, wie sie jeder in Deutschland Gebliebene einstecken musste. 

Maiordomus

2. Februar 2022 13:41

@Nemo obligatur: Wenn Sie, was offenbar nicht Ihr Ehrgeiz ist, im Ernst eine alternative Literaturgeschichte einschliesslich der Lebens- und Schaffenszeit von Ernst Wiechert vermitteln wollen, müssen Sie eine vierstellige, wenn nicht fünfstellige Anzahl literarischer Werke der letzten 150 Jahre gelesen und präsent haben mit Vergleichsmöglichkeiten zur Gegenwartsliteratur: also Belesenheit eines Reich-Ranicki. Das ist für gedächtnisstarke Hochbegabte machbar, besonders solchen, die weniger häufig bei Mainstream-Medien Zeit verbringen und nicht 200mal im Jahr prominent eingeladen sind. Ein solcher Kenner, der erst noch auch andere Bücher las als MRR, war z.B. der Verfasser des Buches "Zensur der Nachgeborenen", Literaturförderer Friedrich Denk. Ich könnte Ihnen noch ein halbes Dutzend weitere nennen. Denk ist u.a. der beste Kenner von Gertrud Fussenegger, welche, falls nicht schon behandelt, mal für ein Literaturgespräch gut wäre. Bis Lehnert, GK und EK 60+ sind, werden sie zusammen ebenso viele Bücher gelesen haben wie Denk und MRR. Toll, was etwa über Fallada und Jochen Klepper geboten wurde! 

KlausD.

2. Februar 2022 13:48

@Maiordomus  2. Februar 2022 06:41

"...habe ich eine Nacht später "Stine" von Theodor Fontane gelesen,...

Apropos „Stine“ - ist Ihnen eigentlich bekannt, daß Fontane eine besondere Vorliebe für die Figur der Witwe Pittelkow gehabt hat? "Die Hauptperson ist nicht Stine", schreibt er, "sondern deren ältere Schwester Witwe Pittelkow“. Auch nennt er sie eine der "besten Figuren meiner Gesamtproduktion", und sie sei ihm "als Figur viel wichtiger als die ganze Geschichte". Ein Widmungsgedicht beginnt mit:

Will dir unter den Puppen allen

Grade Stine nicht recht gefallen,

Wisse, ich finde sie selbst nur soso, -

Aber die Witwe Pittelkow!

Wie ließe sich dies besser erklären als damit, daß Fontane hier an eine bestimmte Person gedacht hat? Viel spricht dafür, daß die Witwe Klein, geborene Freygang in Dresden dabei eine Rolle gespielt hat, die er schon in seiner Apothekenzeit dort kennengelernt haben muß. Das Wiedersehen zu Ostern 1848 mag dem inzwischen 28jährigen nur wie die Wiederbegegnung mit einer früheren heimlichen Liebe vorgekommen sein …

(Aus dem Aufsatz „Theodor Fontanes uneheliche Kinder und ihre Spuren in seinem Werk“ von Bernd W. Seiler, November 1998)

Nemo Obligatur

2. Februar 2022 15:25

@Maiordomus

Genau mein Punkt. Die Lebenszeit reicht ja nicht einmal für die wichtigsten Werke der Hochliteratur. Wenn man berufstätig ist, kann man eigentlich nur hier und da schnuppern. Das heisst: Versuchen, möglichst viele der 1000 wirklich großen Romane und Erzählungen zu lesen (was man früher vielleicht als Kanon bezeichnet hätte), daneben vielleicht fünf Lieblinge, zu denen man immer wieder zurückkehrt und dann noch ein wenig von dem, was einem der Zufall in die Hände spielt. 

Sie scheinen in der beneidenswerten Lage (gewesen) zu sein, sich etwas gründlicher in der literarischen Welt umzusehen. Ich habe so eine ungefähre Ahnung, wie ihr Zuhause aussieht: Ein Bett, ein Schrank, ein Stuhl, ein Tisch, ein stark abgenutzter Lesesessel und ca. 200 Regalmeter Bücher. So etwas ist nicht jedem vergönnt.

Maiordomus

2. Februar 2022 15:59

@Klaus D. Ehrlich gesagt bin ich bei der "Stine" immer noch dran, weil ich sie wegen berühmteren Werken wie Effi Briest, Irrungen Wirrungen, Adultera, Grete Minde, Unterm Birnbaum (eine der besten Kriminalnovellen, die es überhaupt gibt) sowie den Wanderungen in der Mark Brandenburg, der Lyrik und der Theaterschriften vernachlässigt hatte. Er schreibt unvorstellbar gut und macht auch wie kaum ein zweiter mit dieser Witwe Pittelkow den Alltag deutlich, wobei kein Detail einfach banal wirkt, ein zumal filmisches Erzählen, seiner Zeit weit voraus. Danke für Ihre Hintergrundinformation. Es bleibt aber dabei, dass wir uns für das Verständnis der neueren Geschichte dem Wiechert annehmen dürfen. Er war vielfach ein Autor zwischen Stühlen und Bänken und hätte den Hebelpreis, in den letzten zehn Jahren mit Ausnahme von Stadler an mittelmässige Autoren wie z.B. Karlheinz Ott vergeben, dem Nichtkenner Rousseaus, und noch anderen, die den Preis aus Geschlechts- und Gesinnungsgründen erhalten haben. Letzteres zwar vor Jahrzehnten nicht der Fall bei Erika Burkart, deren 100. Geburtstag am 8. Februar fällig ist, treffliche Schweizer Prosaschriftstellerin und -Lyrikerin, auch erste Trägerin des Drostepreises von Meersburg. Bleibt auch Fontane indes unerreicht, Wichert verdient die fällige Auseinander-Setzung. Die beiden Referenten haben bisher immer Substanz geliefert, mag auch ihr Trinkverhalten dann und wann provozierend wirken. 

.

Maiordomus

2. Februar 2022 16:07

Korr. zu oben: "Keine Kleinigkeit, warum man Wiechert 1948 in Zürich willkommen hiess, während Bernhard Brentano ungefähr um jene Zeit aus dem Land gejagt wurde."

Brentano, aus der Verwandtschaft der berühmten Familie, vgl. Adenauers schwuler Aussenminister, hatte im Exil mehrfach, um wieder heimkehren zu können, auch Positives über Hitlerdeutschland geschrieben. Dies nahm man ihm dann nachträglich übel, so wie nach dem Mai 1945, in Schaffhausen, deutsche Geschäftsladen nach dem Motto "Kristallnacht" kurz und klein geschlagen wurden. Grossartige Landesverteidigung! Steht in (fast) keinem Schweizer Geschichtsbuch 

 

Gracchus

2. Februar 2022 16:34

Ernst Wiechert kenne ich nicht. Die hiesige Begeisterung für Fontane ist für mich nicht so richtig nachvollziehbar. Ich habe Fontane zwar seit dem Abi nicht gelesen, frage mich aber, ob ich mich für sein Werk erwärmen könnte; und da es um Berlin-Romane geht, ist da nicht, falls der Vergleich zulässig ist, Döblins Berlin Alexanderplatz dichter erzählt und in seinen Mitteln avancierter? 

KlausD.

2. Februar 2022 18:48

@Gracchus  2. Februar 2022 16:34

"ob ich mich für sein Werk erwärmen könnte"

Ist wohl eher eine rhetorische Frage. Immerhin haben Sie (sicher ungewollt) für Fontane das richtige Wort getroffen - „erwärmen“. Seine „menschlich-geschichtliche“ Schreibweise spricht mich ganz einfach an. Döblins Berlin Alexanderplatz habe ich angefangen – und wieder weggelegt …

Es ist wie beim Wein, man kostet und trinkt den, der einem schmeckt, nicht unbedingt den, der von Kennern empfohlen wird. Meine Frau kommt an Fontane nicht ran, auch Fontanes Frau hat lieber was von Paul Heyse gelesen, als die Werke Ihres Mannes ...

Maiordomus

2. Februar 2022 19:38

@ Döblin ist moderner, aktueller; Fontane nun mal schlicht der konsequentere, genauere  Erzähler auf Niveau Weltliteratur, aber ehrlich: Als Gymnasiast standen für mich noch seine Gedichte im Vordergrund, Effi Briest war eine mögliche weil auch verfilmte Pflichtlektüre einer Geschichte, die Junge nicht sehr besonders erwärmt. Der Stechlin faszinierte mich erst bei  und nach der Beschäftigung mit dem Schweizer Hermann Burger, für den dieses Werk  d a s  Hauptwerk Fontanes war, was für mich nur bedingt zutrifft. Wegen der Handlungsarmut vieler Werke empfehle ich, bei Fontane mit der meisterhaften und auch wirklich spannenden Kriminalerzählung "Unterm Birnbaum" zu beginnen, die seinerzeit in der "Gartenlaube" ein erfolgreicher "Illustriertenroman" war, meines Erachtens indes von dieser Textsorte wohl der beste aller Zeiten. 

Maiordomus

2. Februar 2022 19:48

Prima im ersten Teil die Beschreibung der Atmosphäre in Wiecherts ostpreussischer Heimat, das Schwerblütige, Chthonische, das indes wirklich nicht mit "Blut und Boden" gleichzusetzten ist. Derjenige, der das später noch ähnlich so hingekriegt hat, war Siegfried Lenz, meines Erachtens ebenfalls ein Klasse-Autor, in einem gewissen Sinn der Fortsetzer Wiecherts. Indes hat man in den Fünfzigerjahren die von Wiechert beschriebene durch den Krieg untergegangenen Welt nicht mehr gross zur Kenntnis nehmen wollen, es dauerte eigentlich schon fast bis zur Zeit von Grass, bis man wieder stärker wahrnehmungsfähig wurde. Mein älterer Leseeindruck, den ich vor der Sendung hier wiederzugeben versuchte, Wiechert wäre wie wenige, auch wie wenige tatsächliche Preisträger, ein verdienter Hebelpreisinhaber geworden (wäre er nicht so schnell gestorben), scheint sich zu bestätigen. 

Maiordomus

2. Februar 2022 19:55

Zum Frühwerk von Ernst Wiechert. Kubitschek erklärt, warum die Kriegsschilderungen auch aus qualitativen Gründen nicht genügten, weshalb Antaios sich dann doch nicht zur Neuausgabe eines oder mehrerer Frühwerke habe entschliessen können. Zumindest mit Jünger hielt Wiechert damals diesbezüglich nicht Schritt. 

Heinrich Loewe

2. Februar 2022 21:20

Danke! Es war wieder eine sehr schöne Sendung. Sie bringen es gut und spannend rüber. Und ich staune immer wieder, wie Sie so einen Nischen-Autor komplett mal eben in Werk und Leben parat haben. Ich meine, das will ja neben dem Tagesgeschäft gemacht sein.

 

Maiordomus

2. Februar 2022 21:28

Zur Umstrittenheit Wiecherts bei Gruppe 47, Erika Mann usw. Er publizierte bei Grote und Langen-Müller, also deutschnationalen Verlagen, bei dem Gustav Frenssen seine Erfolgsromane verlegte, wobei Grote zum Beispiel in der Schweiz einen prima Ruf genoss für quasi neorealistische Literatur. hier publizierten.z. B. Heinrich Federer und Meinrad Inglin, die beiden sprachmächtigsten Innerschweizer Heimatautoren, alles andere als Kitsch-Schriftsteller. 

Abschliessend, ein hohes analytisches Niveau bei diesem Gespräch, z.B. was die Frage nach der Macht betrifft, den Jugendwahn, den Mut Wiecherts, unzeitgemäss zu sein; hervorragend vorbereitet, alles andere als blosses Geplauder, ging in die Tiefe, zeigte das echte Format dieses Autors auf, wobei die nachträgliche Kritik abgesehen von geschmäcklerischen Fragen nicht selten auf Ressentiments beruhte, im Grunde genommen die gesamte Generation meinte. Ja, ohne aus der Zeit zu fliehen, versuchte er derselben einen geistigen Gehalt zu geben, womit eine wesentliche Aufgabe des Schriftstellers charakterisiert war. Die  kluge Analyse traf meines Erachtens auch die richtige Mischung von Nähe und Distanz, Wiechert wurde weder eingemeindet noch distanziert, wiederum auch nicht gerade überschätzt. Unterschätzen sollte man Autoren seiner Sorte auf keinen Fall!

 

RMH

2. Februar 2022 21:47

Vielen Dank für das schöne Autorenportrait! Hat einen für ca. andertdreiviertel Stunden mal wieder auf andere Gedanken gebracht.

@Fontane Diskussion

"Schach von Wuthenow" fand ich gut - evtl. auch deshalb, weil ich es im Gegensatz zu "Effi Briest" nicht als Pflichtlektüre in der Schule hatte, sondern später ganz freiwillig gelesen habe. 

Gracchus

2. Februar 2022 22:03

@Maiordomus: Dass Fontane Weltliteratur sei, Döblin hingegen nicht, kann man so nicht stehen lassen. Abgesehen davon, dass ich nicht weiss, woran Sie das festmachen: Döblin ist literaturgeschichtlich weit einflussreicher, weil innovativer, als Fontane. Woran ich das festmache? An der Vielzahl von Autoren, die sich auf ihn berufen. 

Stimmt - bei Hermann Burger fand ich den Stechlin erwähnt, was mich erstaunt hat, bei einem so artistischen Autor wie Burger, der leider auch etwas in Vergessenheit geraten ist.

Gracchus

2. Februar 2022 22:15

@Maiordomus: Bei der Vorankündigung kam mir auch Siegfried Lenz in den Sinn, wahrscheinlich trägt das aber nicht weit. Sprachlich liegen wahrscheinlich Welten dazwischen. Lenz, obwohl eher ein konventioneller Erzähler, wollte ich mir nochmal vornehmen. Wiechert eher nicht. Zwischendurch musste ich pausieren, und vielleicht habe ich Wesentliches nicht mitgekriegt, aber angesichts meiner sehr begrenzten Lesezeit landet Wiechert nicht auf meiner Liste. 

Nemo Obligatur

3. Februar 2022 08:04

Leider konnte ich gestern nicht die ganze Sendung verfolgen. Den Rest schaue ich mir heute abend in Ruhe an.

Was ich gesehen habe, hatte wieder hohes Niveau. Da war viel Herzblut dabei. Ich habe mich gefragt, warum sich EL und GK nicht ganz auf Literatur konzentrieren und die Politik Politik sein lassen. Gerade in der zweiten und dritten Reihe der Literaten aus der Zeit von 1900 bis 1960 wäre sicher noch viel auszugraben. Und was bleibt, stiften sowieso die Dichter.

Maiordomus

3. Februar 2022 10:40

@Nemo obligatur/Gracchus/RMH/Klaus D/Loewe: Einhelligkeit über Qualität der Sendung eint uns. Falls es im VS auch nur einen gebildeten Menschen gibt, sollte er gegenüber seiner Aufgabe Scham entwickeln, sich fragen, warum die anderen Feuilletons nicht beobachtet werden. 

Zur Würdigung der Autorengeneration Wiechert: Goethes "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter" gehört, neben Hebel, zu den Leittexten der Besten, worauf Bergengruen aufmerksam machte, noch Fontane war davon mitgeprägt. @Gracchus, machen Sie sich deswegen vielleicht an kürzere Texte dieser Autoren. Was @Doeblin betrifft, war dieser jahrzehntelang Matura-Pflichtlektüre auch in der Schweiz, die Schüler studierten ihn nach Zusammenfassungen. Selber stand bei mir Musil als "Moderner" stärker im Vordergrund, werde mir indes dank Ihnen "B. Alexanderplatz" nach Jahrzehnten neu vornehmen. Aber: Ohne den unvergleichlichen Meister Fontane hätte ich Preussen nie liebgewonnen, so wie ich via Eichendorff, die heilige Hedwig; Hauptmann und den Volkskundler Peuckert kein Freund Schlesiens hätte werden können; Wiechert u. Lenz haben mir einiges für Ostpreussen gebracht. Und Fontane bringt Berlin so wie Gogol den Petersburger Newski-Prospekt; dieses Berlin konnte durch keine Bomben zerstört werden, die einzige Gefahr ist, dass es aus unserem Geist und unserem Erinnern verschwindet. Es gibt Dantes Florenz und Fontanes Berlin.  

Dieter Rose

3. Februar 2022 11:33

@Maiordomus

Schlesien, Ostpreußen, Berlin - 

Da tut einem das Herz weh - ich erinnere mich an Wanderungen im Riesengebirge damals mit den Kindern auf dem "Freundschaftsweg(!)", mit Herzklopfen und später nochmals frei und unbeschwert. Und Berlin, da bleiben nur die Erinnerungen (Fontanes Wanderungen lassen sie wieder aufleben. Ostpreußen- leider unbesucht, werde die Jeromin-Kinder mir vornehmen . . .

Nemo Obligatur

3. Februar 2022 11:41

@Maiordomus

"...Falls es im VS auch nur einen gebildeten Menschen gibt, sollte er gegenüber seiner Aufgabe Scham entwickeln,..."

Wolf Biermann hat einmal ein Detail aus seiner Stasi-Akte berichtet. Er hatte kurz vor seiner Ausbürgerung in seiner Ost-Berliner Wohnung ein Lied mit dem Refrain "Die Stasi ist mein Eckermann" einstudiert. Natürlich war die Wohnung verwanzt, aber keiner der Agenten konnte mit dem Namen Eckermann etwas anfangen. Vielleicht war die Qualität der Übertragung nicht ausreichend, vielleicht waren sie wirklich so ungebildet. In den Akten fand sich dann der vermutete Text "Die Stasi ist mein Henkersmann".

 

Maiordomus

3. Februar 2022 11:55

@Nemo obligatur: Was Sie "die zweite und dritte Reihe" nennen, trifft selbstverständlich, wie zu allen Zeiten, für viele Autoren zu. Der Erstlingsroman von Bergengruen ist eher vierte Reihe, und das Frühwerk Wiecherts wurde in der Sendung differenziert, keineswegs bloss ideologisch, kritisiert. Den Krieg können nun mal nur wenige auf Niveau Weltliteratur beschreiben. Es gibt aber nun mal eine verschüttete Literatur, die mit der Abwertung "zweite oder dritte Reihe" nur wegen Vergessenheit getroffen wird, kann hier nicht ausholen. Ohne den spät wirksamen Bonus seiner Herkunft hätte selbst ein Nobelpreisträger wie Canetti das genannte Schicksal geteilt; Robert Walser wäre ohne das Lob Kafka ähnlich vergessen wie Ludwig Hohl, dessen Aphoristik sich nahe dem Niveau Lichtenbergs bewegte. Ein den Geist der Fünfzigerjahre tiefsinniger betrachtendes Werk, Niveau Hofmannsthal, wie "Winter in Wien" (R. Schneider) gibt es kaum. Marcel Reich-Ranicki war gar nicht so belesen; im Bereich der alpinen Literatur sackschwach im Bild, sogar Dürrenmatt verkannte er massiv. 

Nemo Obligatur

3. Februar 2022 12:12

@Maiordomus

"...mit der Abwertung "zweite oder dritte Reihe""

War keinesfalls abwertend gemeint. Da muss man erst einmal hinkommen! Gemeint sind Namen, die einem nicht mehr sofort einfallen oder die vielleicht nur ein einziges heute noch lesenswertes Buch geschrieben haben. Selbst das gelingt ja nur den allerwenigsten. Verdienstvoll ist es, diese Literaten dem Vergessen zu entreißen.

Maiordomus

3. Februar 2022 13:04

@Genau dies ist das hoch schätzenswerte Verdienst dieser Sende-Reihe. 

Laurenz

3. Februar 2022 16:39

@Nemo Obligatur

"habe mich gefragt, warum sich EL und GK nicht ganz auf Literatur konzentrieren"

Ich schaue mir die Sendungen an, weil ich von Literatur keine oder nur selten Ahnung habe. Zufällig habe auch ich mal Dürrenmatts berühmten Kriminal-Roman "Das Versprechen" gelesen, was mir klarmachte, daß es auch zu "besseren" Zeiten solche Verbrechen gab.

Für mich sind diese Literaten-Sendungen einfach gute Unterhaltung, die mir vom Thema eine Idee geben, um den jeweiligen Zeitgeist besser greifen zu können.

Ich verweise Sie an die Ernst-Jünger-Sendung. Auf die journalistische Frage, was denn das schlimmste Erlebnis Jüngers im 1. Krieg war, antwortete Jünger nicht literarisch, sondern politisch.

Wenn EK Bücher empfiehlt, ist das, zumindest nebenbei, immer auch eine politische Aussage.

Maiordomus

3. Februar 2022 17:32

@"Von Literatur keine oder doch nur selten Ahnung habe." 

Um es am Beispiel von Ernst Jünger zu erläutern. Es gibt seine Kriegstagebücher und seine weiteren literarischen Werke über den Krieg; auch die literarischer Kunstfigur des Anarchen, von dem er schreibt: "Der Anarch führt seinen eigenen Krieg, selbst wenn er in Reih' und Glied marschiert." Jüngers bekannteste politische Aussage zum 1. Weltkrieg war kein literarischer Text, sondern eine nur auf den 1. Blick provokatorische, im Sinne von Clausewitz aber rein lehrbuchgemässe nüchterne Interview-Antwort auf die Frage eines franz. Journalisten an Frankreich, was aus seiner Sicht das Schlimmste am 1. Weltkrieg gewesen sei: "Dass wir ihn verloren haben." Damit war das Clausewitzsche Kriegsziel angesprochen, bei dem Töten/Vernichten des Feindes nicht Zweck sein kann, sondern die errungene Vormacht bei den Friedensbedingungen, die man bei der Kapitulation nun mal einbüsst. Das war 1918 und 1945 der Fall. Hat mit Jüngers "schlimmsten Kriegserlebnis" nichts zu tun, auch nicht mit seinen Absichten beim literarischen Schreiben über den Krieg. Propaganda war nicht angestrebt. Andernfalls wären die Texte wenig wert. 

Maiordomus

3. Februar 2022 18:31

@Unterhaltung? Natürlich hat Shakespeare mehr "Unterhaltungswert" als ein "Lehrstück" von Brecht. Lesen dient vielfach solcher "Unterhaltung". Aber grosse Literatur, so Homer, Shakespeare, Gogol, Fontane bieten dargestellte Menschenkunde auf höchstem Niveau, wozu Psychologen u.- andere -logen nur Fussnoten  dazu geben können. Doch wurde "mit" Jünger, Propaganda gemacht, wogegen er z.T. Rechtsmittel ergriff. Vgl. als Hauptschlüssel "Der Kampf als inneres Erlebnis" v. 1925. Der "Kampf" ist dort eine anthropologische Kategorie jenseits politischer, nationaler, militärischer und sonstiger Ziele, was ich mir vor 50 Jahren in meiner Diss. zu kritisieren erlaubte. Aber sowohl Jünger wie Remarques angeblicher Antikriegsroman zeigten in den gelungensten Partien den Krieg, wie er ist, jenseits propagandistischer Absichten. Sie zeigten jenseits von Moral mit hoher Sprachkraft menschliche Abgründe. Der Vorwurf wurde laut, Jünger und z.T. sogar Remarque hätten den Krieg entpolitisiert, literarisiert. Dabei haben sie ihn bloss "phänomenologisiert", d.h. die "Sache selbst" transparent gemacht. Wiechert versuchte dies ebenfalls in seinem Frühwerk. 

Kurativ

4. Februar 2022 16:21

Das sind die besten Literaturbesprechungen, die ich kenne. Ich wüsste nicht, wie man so etwas besser vermitteln könnte. Unaufgeregt-unspektakulär und deshalb eingängig und faszinierend.

MARCEL

4. Februar 2022 16:33

Ein Vorschlag noch: Ernst Glaeser

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