Debattenbeitrag Ukraine (Teil 1)

von Karen A. Swassjan -- Karen A. Swassjan ist ein armenischstämmiger Philosophiehistoriker, Kulturwissenschaftler und Anthroposoph.

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.

Er lehr­te in Jere­wan (Arme­ni­en) und über­setz­te Schrif­ten von Nietz­sche, Ril­ke und Speng­ler ins Rus­si­sche. Im Alter von 30 Jah­ren erlern­te er die deut­sche Spra­che, um Stei­ner lesen zu kön­nen. Karen Swas­s­jan war 1993/94 For­schungs­preis­trä­ger der Hum­boldt­stif­tung in Bonn. 1997 war er Gast­pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck. Seit 1993 lebt er als frei­er Schrift­stel­ler und Dozent in Basel.

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Die Ukrai­ne im Kräf­te­drei­eck Ruß­land – USA – Euro­pa (Teil 1)

Was Ruß­land seit Ende 1991 ist und wor­an es lei­det, heißt Kar­ma des Bol­sche­wis­mus. Die Wur­zeln des letz­te­ren schei­nen so weit aus­ge­brei­tet zu sein, daß Refor­men und Umge­stal­tun­gen nicht über den Rah­men kos­me­ti­scher Effek­te hin­aus­ge­hen. Nur Naiv­lin­ge hät­ten in Gor­bat­schow oder Jel­zin das gese­hen, wofür sie sich aus­ga­ben; ihr bol­sche­wis­ti­sches Wesen stank zum Him­mel, wie sehr sie sich auch anstreng­ten, um ihren west­li­chen Domp­teu­ren (von Thаt­cher bis Clin­ton) ein her­ab­las­sen­des Lächeln zu entlocken.

Auch Putin schien eini­ge Zeit in die­sem Morast zu ste­cken; davon zeu­gen schon zuneh­men­de Kon­zes­sio­nen an die Ame­ri­ka­ner gleich zu Beginn sei­nes Amts­an­tritts (Besei­ti­gung wich­tigs­ter Mili­tär­ba­sen in Viet­nam und Kuba, Nato-Bei­tritts­wunsch etc.). Die­se fast unglaub­li­che Chan­ce, die ehe­ma­li­ge Welt­macht sanft und fried­lich zu unter­jo­chen, haben die Ame­ri­ka­ner auf eine unfaß­bar dum­me Wei­se ver­spielt, was eine reso­lu­te Umori­en­tie­rung der rus­si­schen Außen­po­li­tik zur Fol­ge hat­te und seit Putins Auf­tritt auf der Mün­che­ner Kon­fe­renz am 10. Febru­ar 2007 einen irrever­si­blen Cha­rak­ter ange­nom­men hat.

Dann kam die Zeit ent­kork­ter Fla­schen und frei­ge­las­se­ner Dschin­nen. Der hoch­fah­ren­de Oba­ma schätz­te Ruß­land als eine «Regio­nal­macht» ein, wäh­rend dem Sena­tor John McCain nichts Drol­li­ge­res ein­fiel, als ein Land, des­sen ein­satz­be­rei­te Atom­waf­fen wohl genü­gen, den Erd­ball mehr­mals zu pul­ve­ri­sie­ren, eine «Tank­stel­le» zu nen­nen. So hoch­ge­schraubt, außer­dem so klar und offen äußer­te sich der Haß noch nicht ein­mal zur Zeit des Kal­ten Krieges.

Sena­tor Menen­dez brach­te es vor kur­zem auf ein Niveau, auf dem das Poli­ti­sche sich nicht mehr vom Patho­lo­gi­schen unter­schei­den läßt: «I want all Rus­si­ans to feel the pain».

Nach dem erfolg­rei­chen Ein­satz Ruß­lands in Syri­en und der Wie­der­ge­win­nung der Krim begann die Eska­la­ti­on, die bald unum­kehr­bar wur­de. Von einem bestimm­ten Moment an fing es an, deut­lich und stei­gend nach Krieg zu rie­chen: zwi­schen dem rus­si­schen Bären und dem mehr­köp­fi­gen Dra­chen des Wes­tens – und mit dem im Hin­ter­grund empor­ra­gen­den Chi­na, das gedul­dig war­tet, bis die Lei­chen aller sei­ner Fein­de vorbeischwimmen.

Es gilt, die Aus­rich­tung der Kräf­te durch die fol­gen­den knap­pen Cha­rak­te­ris­ti­ka anschau­lich zu machen:

DIE USA. – Die­se Welt­macht, die noch vor weni­ger als hun­dert Jah­ren nur eine regio­na­le und kei­ne glo­ba­le Macht war, die fer­ner ihre bei­spiel­lo­se Erhö­hung und Ver­wand­lung zur «Ers­ten unter den Glei­chen» (pri­ma inter pares) inner­eu­ro­päi­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, vor allem Adolf Hit­ler höchst­selbst, zu ver­dan­ken hat­te, muß­te nach dem Krieg ihre Welt­do­mi­nanz mit Ruß­land (ali­as UdSSR) tei­len, was seit Geor­ge Orwells Essay von 1945 («You and the Ato­mic Bomb») als Kal­ter Krieg (Cold War) bezeich­net wurde.

Die­se Dop­pel­herr­schaft ende­te erst mit dem Zer­fall der UdSSR (1991), und gleich­zei­tig begann Ame­ri­ka sei­nen abso­lu­ten Tri­umph zu fei­ern, des­sen Kehr­sei­te in abseh­ba­rer Zukunft Bank­rott und Ver­fall sein würde.

Up the down stair­ca­se: Die Trep­pe, die die USA beschwingt hin­auf­spran­gen, führ­te ganz ein­fach hin­ab. Statt sich an ihrem schnel­le­bi­gen Tri­umph zu ergöt­zen, hät­ten sie sich davor hüten sol­len, The­se mit Syn­the­se zu ver­wech­seln. Was Not tat, war, end­lich zu ver­ste­hen, daß sie nach Deutsch­land 1945 gekom­men sind, nicht um Hit­ler zu stür­zen (Hit­ler war nur ein Vor­wand), son­dern – tie­fer und ganz tief – um Din­ge zu ler­nen, die nur in Deutsch­land zu ler­nen waren. Zum Bei­spiel eini­ge Grund­schrit­te der Dialektik.

Kein auch nur eini­ger­ma­ßen in Hegel bewan­der­ter Bera­ter ließ sich fin­den, der sie hät­te war­nen kön­nen vor der Miß­ach­tung der ele­men­ta­ren Dia­lek­tik. Dem­nach führt der Weg der The­se zur Syn­the­se über die Anti­the­se oder, mit Jacob Böh­mes Wor­ten: «Aus Ja und Nein bestehen alle Dinge.»

Die ele­men­ta­re Dia­lek­tik lehrt: Ein «Ja» gibt es nur inso­fern, als es ein «Nein» gibt; ohne «Ja» ist «Nein» genau­so undenk­bar wie «Nein» ohne «Ja». Es wäre ein poli­ti­sches Meis­ter­werk gewe­sen, hät­ten die Ame­ri­ka­ner bei ihrer Bekämp­fung Ruß­lands die­ses «Reich des Bösen», wie sie es nann­ten, gleich­zei­tig wie ihren Aug­ap­fel gehü­tet, denn ohne das frem­de Böse wäre ihr Gutes gleich Null.

So kam es, daß zahl­lo­se US-ame­ri­ka­ni­sche Rat­ge­ber und Exper­ten, ja gan­ze Insti­tu­tio­nen sträf­lich ver­säumt haben, der Hegel­schen Dia­lek­tik ein­ge­denk zu blei­ben. Man könn­te geneigt sein, an einen Arti­kel Sta­lins aus dem Jah­re 1930 zu den­ken, des­sen Titel allein schon Bän­de spricht: «Vor Erfol­gen von Schwin­del befal­len». Denn immer dann, wenn Enthu­si­as­ten vom eige­nen Erfolg begeis­tert und ent­flammt sind, sägen sie an dem Ast, auf dem sie sitzen.

RUSSLAND. – Was für einen Euro­pä­er oder Ame­ri­ka­ner schwer bis unmög­lich zu ver­ste­hen ist, kommt einem Rus­sen so gut wie selbst­ver­ständ­lich vor: daß man näm­lich ein gan­zes Land nicht nur aus­plün­dern oder zugrun­de­rich­ten, son­dern auch ver­trin­ken kann. Genau das aber geschah im letz­ten rus­si­schen Dez­en­ni­um des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts unter der Herr­schaft des Säu­fers Jel­zin, als die eins­ti­ge Welt­macht nicht nur auf das Niveau der Dritt­welt­län­der sank, son­dern auch zu einem Appen­dix Ame­ri­kas wurde.

Putin selbst gestand ein­mal, daß vie­le Bera­ter in ver­schie­de­nen rus­si­schen Ämtern CIA-Agen­ten waren. Es war der Ehren­bür­ger von Ber­lin, Gor­bat­schow, dem sei­ne west­li­chen Amts­kol­le­gen und Freun­de münd­lich (!) zuge­si­chert haben, daß die Nato ohne Zustim­mung des Kremls um kei­nen Zoll in den Osten vor­drin­gen wer­de – wor­auf­hin der Drang nach Osten nicht lan­ge auf sich war­ten ließ. Auf ein­mal wur­den Ruß­lands west­li­che und nörd­li­che Gren­zen von Nato-Staa­ten umringt, von denen vie­le als Mit­glie­der des War­schau­er Pak­tes ein­ge­schla­fen und als Nato-Mit­glie­der auf­ge­wacht waren.

Putin, der seit 2000 die­ses Wrack von Staat über­nahm, leis­te­te das Unmög­li­che. Wie auch immer man über ihn urtei­len mag, eins ist sicher: Er gab Ruß­land den Sta­tus der Groß­macht wie­der zurück. Sei­ner Mün­che­ner Rede von 2007 folg­te gleich der Geor­gi­en­krieg (2008) und spä­ter auch die Syri­en-Inter­ven­ti­on nach. Hier­mit begann das Nie­der­bren­nen aller Brü­cken, das seit dem Ukrai­ne-Kon­flikt (2015) unum­kehr­bar gewor­den ist.

Kurz und bild­lich gefaßt: Ruß­land und der Wes­ten prall­ten wie zwei Köp­fe mit vol­ler Wucht auf­ein­an­der, von denen der eine dar­über in Wut geriet, daß der ande­re sich noch Kopf nennt und dazu noch die Frech­heit hat, ihn respekt­los hoch­zu­hal­ten, wäh­rend sich der ande­re gera­de vom Min­der­wer­tig­keits­kom­plex erhol­te, den ihm der ers­te kurz zuvor erfolg­reich sug­ge­riert hat.

EUROPA. – Kein Wun­der, daß sich Euro­pa in die­ser Kon­fron­ta­ti­on der bei­den Groß­mäch­te ohne Zögern den USA anschließt. Seit 1945 war es nur das hal­be Euro­pa: Län­der dies­seits der spä­te­ren Ber­li­ner Mau­er, denen die Län­der des War­schau­er Pak­tes gegen­über­stan­den. Nach 1991 war es ganz Europa.

Als beson­ders, ja fast patho­lo­gisch aggres­siv erwei­sen sich die ehe­ma­li­gen Satel­li­ten der UdSSR. Vor allem Polen, als hät­te es sich nach sei­ner wei­te­ren (sechs­ten) Tei­lung gesehnt. Es macht einen beklem­men­den Ein­druck, zu beob­ach­ten, wie die­se frech gewor­de­nen Möp­se den alten Ele­fan­ten ankläf­fen und sich in den Kampf stür­zen wol­len, ganz nach einer lus­ti­gen Para­bel Nietzsches:

Mei­ne Brü­der, sag­te der ältes­te Zwerg, wir sind in Gefahr. Ich ver­ste­he die Atti­tü­de die­ses Rie­sen. Er ist im Begriff, uns anzu­rie­seln. Wenn ein Rie­se rie­selt, gibt es eine Sint­flut. Wir sind ver­lo­ren, wenn er rie­selt. Ich rede nicht davon, in welch affreu­sem Ele­men­te wir da ertrinken.
Pro­blem, sag­te der zwei­te Zwerg, wie ver­hin­dert man einen Rie­sen am Rieseln?
Pro­blem, sag­te der drit­te Zwerg, wie ver­hin­dert man einen Gro­ßen, dass er Gro­ßes groß tut?
Ich dan­ke, ant­wor­te­te der ältes­te Zwerg mit Wür­de. Hier­mit ist das Pro­blem phi­lo­so­phi­scher genom­men, sein Inter­es­se ver­dop­pelt, sei­ne Lösung vorbereitet.
Man muß ihn erschre­cken, sag­te der vier­te Zwerg.
Man muß ihn kit­zeln, sag­te der fünf­te Zwerg.
Man muß ihm in die Fuß­ze­hen bei­ßen, sag­te der sechs­te Zwerg.
Tun wir alles zugleich, ent­schied der Ältes­te. Ich sehe, wir sind die­ser Lage gewach­sen. Die­ser Rie­se wird nicht rieseln.»

Vom bul­ga­ri­schen Kom­mu­nis­ten­füh­rer Todor Schiw­kow sag­te man, sein Tele­fon­ge­rät für die Ver­bin­dung mit Bre­schnew hät­te nur den obe­ren Teil zum Hören, unten aber kei­nen zum Spre­chen gehabt – aus dem Grund näm­lich, daß er nur hören, nicht aber selbst etwas sagen durfte.

Im Fall Euro­pas fällt es anders aus. Hier ver­mis­sen die Ame­ri­ka­ner ihren eige­nen «Todor Schiw­kow». «Wen soll ich denn anru­fen, wenn ich mit Euro­pa spre­chen will?», soll Hen­ry Kis­sin­ger ein­mal gefragt haben. Es kommt dabei nicht dar­auf an, daß es kei­ne Anwär­ter auf das Amt «Todor Schiw­kow» gibt. Sie gibt es, wenn über­haupt, mehr als genug. Das Pro­blem ist nur, daß sie samt und son­ders anonym sind. Blo­ße Emp­fän­ger, bei deren Anblick allein sich einem das alte Plat­ten­la­bel „His Master’s Voice“ unwill­kür­lich aufdrängt.

– – –

Swas­s­jans zwei­tei­li­ger Bei­trag erscheint in unge­kürz­ter Fas­sung in der Aus­ga­be 2/22 der Schwei­zer Zeit­schrift „Ago­ra“.

 Gastbeitrag

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Kommentare (48)

Rheinlaender

18. Februar 2022 22:49

Den Autor scheint in der gegenwärtigen Lage vor allem die Sorge vor einem polnischen Angriff auf Russland zu beschäftigen. Seine Geographiekenntnisse sind auch stark ausbaufähig: Russlands "westliche und nördliche Grenzen" werden nicht "von Nato-Staaten umringt". Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass nur Estland und Lettland als NATO-Staaten an Russland angrenzen, und seine indirekte Beschreibung dieser Kleinstaaten als "pathologisch aggressiv" ist angesichts der militärischen Kräfteverhältnisse und des historischen Geschehens bzw. der sowjetischen Annektion dieser Staaten geradezu absurd. Ich habe hier selten einen Beitrag mit weniger Realitätsbezug gelesen, und dabei war die rationale geopolitische Analyse einst eine Stärke der Rechten.

RMH

18. Februar 2022 23:20

@Rheinländer,

Litauen grenzt an die russische Enklave des ehemaligen Teils von Ostpreußen und ob man Belarus jetzt sicherheitspolitisch als Abstand zu Russland sehen kann, erscheint gerade aktuell doch eher als Förmelei.

Im Übrigen ist es nicht die institutionalisierte Rechte, die den Artikel schreibt, sondern es ist ein Gastbeitrag. Ich bin schon auf Teil 2 gespannt.

Wie die Diskussion hier im Debattenteil laufen wird, erscheint hingegen absehbar zu sein.

Der_Juergen

18. Februar 2022 23:21

@Rheinländer

Sie haben den Text nicht sorgfältig genug gelesen. Swassjan bezeichnet die ehemaligen Satelliten der UdSSR, vor allem Polen, als "pathoogisch aggressiv", aber die drei baltischen Staaten waren keine Satelliten, sondern Bestandteile der Sowjetunion. Im Gegensatz zu Ihnen empfinde ich den Text als durchaus realistisch. Bei aller scharfen Kritik an Putins Innenpolitik, die ich hier schon mehrfach geübt habe, begreife ich, dass sich Russland von einem aggressiven Gegner, den Anglo-Amerikaner und deren willfährigen Helfern, bedroht fühlt und mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in nächster Zukunft einen Befreiungsschlag führen wird. 

Ich habe mich seinerzeit sehr gefreut, als die drei Baltenländer ihre Unabhängigkeit erhielten, doch statt gutnachbarschaftliche Beziehungen zu dem grossen Nachbarn zu pflegen, verwandelten die neuen Regierungen ihre Staaten in Nato-Aufmarschgebiete gegen Russland - mit dem Ergebnis, dass sie im Kriegsfall automatisch zur Zielscheibe russischer Raketen werden. Dasselbe gilt für die in aussenpolitischen Fragen traditionell unglaublich törichten Polen. 1939 glaubten sie im Vertrauen auf ihren britischen "Beschützer", Russland und Deutschland zugleich provozieren zu können. Sie haben einen hohen Preis für diesen Irrsinn bezahlt.

Nordlicht

18. Februar 2022 23:43

Inteerssant und wertvoll, diese Sicht zu lesen. Dass Russland und Putin wieder militärisch und aussenpolitisch zu einer Weltmacht wurde, mit welcher die USA nicht mehr so herablassend umgehen kann, wie Obama es tat, ist wohl unbestritten.

Unbestritten ist wohl auch, dass die USA den Sieg im Kalten Krieg verspielt haben - durch Gier und durch Unkenntnis. 

Wie es weitergeht? Die durch die verbale und finanzielle West-Unterstützung angestachelten nationalistischen Ukrainer sind - zum zweiten Mal nach 2014 - dabei, mit einem Sprach- und Kulturkampf Benzin ins Feuer zu giessen.  

 

 

 

 

Arkadier

19. Februar 2022 04:18

Danke für diesen lesenswerten Beitrag. Als polnisch- und russischkundiger Leser kann ich über die außenpolitische Dummheit der Polen nur den Kopf schütteln und zugleich über die Geduld der Russen mit dem "Westen" voller Bewunderung sein. Letztes Jahr hatte ich mit vielen - gewöhnlichen - Polen und Litauern zu tun und war geschockt über ihren Russenhass. Ich wundere mich aber auch über das Desinteresse der Deutschen - Medien wie auch Menschen - an diesem Konflikt, der sich doch hauptsächlich um Deutschland und seine mögliche Annäherung an Russland dreht. Die Ukraine liefert da nur den Vorwand.

Heute  Nacht scheint "es" im Osten der Ukraine losgegangen zu sein. Ob hoffen und beten da noch hilft? 

Die - später gebrochenen - Versprechen der Anglos bezüglich der Nato-Zurückhaltung sind hier im Original nachzulesen: 

https://nsarchive.gwu.edu/search?s=Gorbachev&any=&phrase=&not=

Gustav Grambauer

19. Februar 2022 08:35

Stichwort Kissinger: es sollte gesehen werden, daß die Yankee-Clans eben nicht die globale Elite sind. Die globale Elite, bei FKT sagen sie 'Der Globale Prädiktor', beginnt haushoch über diesem Myzel etwa ab Stufe Kissinger aufwärts. Wenn Kissinger zum Bilderbergertreffen fährt, dann nicht als pars inter pares / Kumpel dieses Klüngels sondern als dessen gefürchteter Zuchtmeister. Und Kissinger z. B. ist ein exzellenter Hegel-Kenner und auf dieser Basis Weltgeschichtsmanager während, jawohl, die Ostküste bei all ihrer Sophisticaterei dumm wie Bohnenstroh und ungebildet wie letztes Dorf Graniza ist, wobei aber das Schlimmste ist, daß diesem Gesindel jede innere Reife fehlt.

Und was sehen wir denn mit dem etwas tieferen Blick gerade vor unseren Augen ablaufen?: Kissinger fährt mit seinen nahezu hundert Jahren viermal im Jahr zu Putin - nicht umgekehrt, Kellner und Koch. Die globale Elite in Nöten nimmt jetzt den - auch von ihr eigentlich gehaßten - Putin zu Hilfe, um auf globaler Ebene (!) mit dem frech gewordenen Transatlantikergesindel  aufzuräumen, welcher in seinem 1991er Machtrausch, Gysi hat immer das Bonmot gebracht "die können gar nicht mehr aufhören, zu siegen", ja auch deren eigene Macht bedroht. Das heißt auch, daß Putin jede Vollmacht und Rückendeckung "von ganz oben" hat und in engster Abstimmung mit "ganz oben" arbeitet. Was die Ostküstenbagage aber nicht mal ahnt.

Gustav Grambauer

19. Februar 2022 08:35

II

Schauen wir noch tiefer: das Eigentliche sagt der - hochgeschätzte -  Prof. Swassjan nicht (er weiß es selbstverständlich ganz genau): daß von der Logik des Ablaufs der Kulturepochen von Indien über Persien über Ägypten über Griechenland über die lateinisch-angelsächsische Welt her die Letztere als versinkende Welt zu sehen ist, während die Zunkunftspotentiale in den slawischen Gebieten liegen. Und daß die in Dekadenz vesunkene lateinische Kulturströmung (i. w. S.) pathologisch "klammert". Der Klappentext zu diesem Buch faßt knackig zusammen, was wir gerade vor unseren Augen ablaufen sehen:

"Die Mitte Europas ist ein Mysterienraum. Er verlangt von der Menschheit, daß sie sich dementsprechend verhalte. Der Weg der Kulturperiode, in welcher wir leben, führt, von Westen kommend nach dem Osten sich wendend, über diesen Raum. Da muss sich Altes metamorphosieren. Alle alten Kräfte verlieren sich auf diesem Gange nach dem Osten, sie können durch diesen Raum, ohne sich aus dem Geiste zu erneuern, nicht weiterschreiten. Wollen sie es doch tun, so werden sie zu Zerstörungskräften; Katastrophen gehen aus ihnen hervor."

- G. G.

Laurenz

19. Februar 2022 08:44

@Arkadier

 

Reagan, Gorbachev and Bush at Governors Island

 [Posting]

… Reagan, Gorbachev and Bush at Governors Island … Washington D.C., … the Cold War in December 1988 after Soviet leader Mikhail Gorbachev’s offer of an arms race in reverse in his famous … Europe. Today’s posting marks the 30th anniversary of Gorbachev’s groundbreaking U.N. speech.  In addition to …

 

Ich kann mich noch gut am das Treffen in Island erinnern. Ronald Reagan, mit seiner US-Bildung, empfahl sich vor allem dadurch, daß er Gorbatschow damit begrüßte: "Schön, daß wir uns auf neutralem Boden treffen können".

 

Lumi

19. Februar 2022 09:59

Atombombe und Coronavirus haben viel gemein.

Man sollte nicht denken, daß wegen der Möglichkeit einer "nuklearen Eskalation" ein neuer Krieg in Europa ausgeschlossen ist.

Ein Krieg, der eine klaffende Wunde zwischen Rußland und Mitteleuropa aufreißt, liegt im angelsächsischen Interesse.

Je mehr man sich die real existierende konkrete militärische Technologie anschaut und das Handeln der Großmächte analysiert, desto klarer muß doch werden, was es mit der Atombombe wirklich auf sich hat.

Heinrich Loewe

19. Februar 2022 10:16

Der Niedergang Amerikas hat nichts mit Russland zu tun. Er ist begründet in der Aufnahme des kommunistischen China in die WTO mit der Folge, daß ein Großteil der Industriearbeitsplätze dorthin verschifft wurden. Daraus wiederum resultiert der Niedergang der breiten Unter- und Mittelschicht zugunsten der Unternehmergewinne des Corporate America. Seit den 70er Jahren bis 2019 gab es keine Reallohnzuwächse mehr. Heute ist China, und nur China, die historisch größte existenzielle Bedrohung für Amerika. Ironie am Rande: Die Zinszahlungen auf die von den Chinesen gehaltenen US-Bonds entsprechen in der Höhe etwa dem chin. Militärbudget.

Die aktuelle Dynamik des Westens mit Russland ist nur folgerichtig und sollte niemanden überraschen. Auf den Punkt gebracht ist es, in allen Politikfeldern, die Arroganz der westlich-globalistischen Eliten. Im Kleinen wie im Großen: Arroganz fällt immer auf das Subjekt zurück. Hochmut steht nicht umsonst an der Spitze der Sünden-Leiter.

kikl

19. Februar 2022 10:17

Der Artikel ist interessant, weil er eine Perspektive zeigt, die sonst in der deutschen Öffentlichkeit so gut wie gar nicht kommuniziert wird. Frau Wagenknecht von der Linken zeichnet sich bisweilen dadurch aus, dass sie die russische Perspektive kommuniziert.

Neben Frau Wagenknecht gibt es noch den Linken Daniele Ganser, der sich mit der Ukraine beschäftigt. Er ist der Überzeugung, dass die USA in der Ukraine 2014 einen Putsch organisiert hat. Die Ukraine ist nach dieser Lesart bereits eine Marionettenregime der USA.

Ob das auch auf Deutschland zutrifft, ist eine offene Frage. Das Verhalten der Regierung Scholz wird uns die Antwort liefern.

https://www.youtube.com/watch?v=_sMfNmx0wKo

Das eigentliche Motiv für die Eskalation des Konfliktes ist vermutlich die gute alte "Teile-und-Herrsche"-Strategie. Insofern sind auch die Europäer nur Bauernopfer in diesem Schachspiel der Geopolitik. Dieser Artikel von Mike Whitney erklärt recht gut, was hier vorgeht:

https://www.unz.com/mwhitney/the-crisis-in-ukraine-is-not-about-ukraine-its-about-germany/

links ist wo der daumen rechts ist

19. Februar 2022 10:58

Erfrischender Beitrag. Freue mich auf Teil 2.

Natürlich ist die Ukraine heute in einer ähnlich aufmüpfigen Rolle, wie es Polen in der Zwischenkriegszeit war.

Der Unterschied ist nur, daß damals der Westen Hitler als Joker ins Verderben schickte (wäre er tatsächlich weitblickend und nicht vom Wahn ethnischer Säuberungen besessen gewesen, hätte er den Hitler-Stalin-Pakt aufrechterhalten und die Sowjetunion erodieren lassen; das Ostimperium aus WK1 wäre ihm in den Schoß gefallen…), während die USA heute zugleich teilnehmender Beobachter sein wollen und tatsächlicher Brandstifter sind.

Aber dafür gibt es natürlich auch wieder einen Großen Plan („von Kissinger aufwärts“ – meiner Seel!).

Zum Stichwort „kognitive Dissonanz“ (oder: warum Scheitern durch Zusatzannahmen nicht eingestanden wird) einen Link des geschätzten @ Gehenkten von seinem Blog:

https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2022/01/31/der-doppelte-ehrlich/comment-page-1/#comment-7080

https://paz.de/artikel/wenn-falsche-gewissheiten-unverhofft-zerplatzen-a6306.html

AmazonBesteller

19. Februar 2022 11:18

@Gustav Grambauer

"während die Zunkunftspotentiale in den slawischen Gebieten liegen."

Nein. Demographisch gesehen, ist die slawische Welt auf dem gleichen absteigenden Ast, wie die weiße westliche. Das schließt die Ukrainer ein. Die Gebiete sind so viel slawisch, wie Berlin Neukölln deutsch ist.

Russland ist übrigens kein slawisches Land, sondern ein asiatisches. Das russische Volk ist eigentlich schon komplett aufgerieben. 

Die russische Aggression ist nichts anderes, als die seit Jahrhunderten (Jahrtausenden?) verfolgte Besetzung des Westens durch die Vorderasiaten. 

Wenn die Ukraine ihren Dienst getan hat, wird auch sie im Orkus der Globalisierung verschwinden. Für eine starke Armee ist der Nationalismus dann auch wieder recht. Aber bitte nicht zu stark. Die Verluste sollen hoch sein.

Weiß eigentlich kein Ukrainer was für ein perverses Spiel mit ihnen getrieben wird?

 

 

 

RMH

19. Februar 2022 11:37

"Auf den Punkt gebracht ist es, in allen Politikfeldern, die Arroganz der westlich-globalistischen Eliten."

Unabhängig davon, dass ich wie @G.G. Russland nicht losgelöst von den globalistischen Eliten betrachten kann, stellt sich doch die Frage, ob man auf solche Provokationen, solche Einkreisungen, wie sie vom Regime Putin und der Russlandversteherfraktion bei uns behauptet werden, zwingend mit der eiserenen Faust des Militärs und der Anballung von vermutlich mehr als 150tsd Mann reagieren muss. Das wird alles immer so dargestellt, als ob dies eine denknotwendige, zwingende Folge sei. Genauso wie es einfach als gesetzt gilt, dass eben die Ukraine zu Russland ganz "natürlich" gehöre und man hier den Russen nur Sympathie und Verständnis für ihre "berechtigten" Anliegen entgegenbringen müsse. Das ist aus meiner Sicht alles zu banal und zu sehr von irgendwelchen Schreibtischen aus gedacht. Ganz konkret werden im Kriegsfall eine Vielzahl von Menschen ihr Leben und die, die diese "Ordnungsraumpolitik" nicht mit ihrem Leben bezahlen, werden vielfach ihrer Heimat vertrieben. Und solche Preise, die andere bezahlen, kaltschnäuzig als "so ist das halt" hinzunehmen ist etwas, was bei mir einen gewissen Ekel hervorruft. Den gleichen Ekel übrigens, denn ich auch bei anderen Kriegen und Eskalationen in der Vergangenheit, die auf die Rechnung der anderen Seite gingen, empfunden habe. Evtl. kommen da meine ererbten Kriegstraumata als direkter Nachfahre von Vertriebenen durch.

Hannes91

19. Februar 2022 11:43

i)

Brzezinski sagte bezüglich der Natoosterweiterung und dem Versprechen an Gorbatschow, es würde so etwas nicht geben, „We have tricked them“. Mit einer großangelegten List wurde die Sovjetelite zur Aufgabe der geopolitischen Position also zur Kapitulation bewegt. Das war ein Meisterstück in Sachen Geopolitik. In der Sovjetunion war die Geopolitik als „westliche“ Lehre schon immer verteufelt, und daher nicht bekannt. Es gab die Geopolitikerprozesse unter Stalin. Zum Glück für die Russen war Stalin intuitiv ein Geopolitiker. Aber die Sovjetelite der 80er dachten nur auf ideologischer Ebene. Mit der Absage an den Kommunismus gäbe es keinen Grund mehr für eine Konfrontation, das war die Auffassung von Gorbi. Die Rede war von Konvergenz. Das war noch Putins Motivation hinter seiner berühmten Münchener- Rede. Es gibt aber über der Ideologie noch die Geopolitik, und nach dieser darf es kein „Heartland“ (Mackinder)geben.

Hannes91

19. Februar 2022 11:45

ii)

Doch wie man jetzt im Nachhinein sehen kann, haben die Amerikaner mit der Realisierung der Nato-Osterweiterung den Bogen überspannt. Schon mit dem Tschetschenienkrieg ist es den Russen wie Schuppen von den Augen gefallen. Es ging eben nicht um die ideologische Differenz der beiden Lager, nicht um den Kommunismus. Die Nato wurde nicht aufgelöst. Und überall wo der Westen Zugang hatte, wurde der irrationale Hass gegen alles russische, gegen Russland und die Russen selbst befeuert. Den einfachen Leuten ist da kein Vorwurf zu machen. Wie einfach das geht kann man daran sehen wie die Amerikaner aus den Deutschen selbst Deutschenhasser gemacht haben. Polen ist da nur ein Beispiel. Georgien ein weiteres. Und alle diese amerikanischen Marionettenstaaten sind mehr als bereit eine militärische Provokation gegen Russland zu beginnen um dann die NATO und USA hineinzuziehen. Jetzt wird mit der Ukraine gearbeitet.

Hannes91

19. Februar 2022 11:49

iii)

Ein regional auf Europa begrenzter Krieg mit Russland wäre das Beste was die Amerikaner erreichen können. Jedwede Sympathie oder zumindest Neutralität gegenüber den Russen hätte in Deutschland, in Europa keine Chance mehr. Der Hass gegen die Russen wäre Grenzenlos. Und auf Dauer kann Russland, das „Heartland“, alleine nicht gegen die USA bestehen. Die Multipolare Welt ist noch nur in Ansätzen im Entstehen. Die Sache ist noch absolut offen.

Die interessante Frage ist ob es tatsächlich ein Fehler war nach dem Zerfall der SU, Russland mit Gewalt erwürgen und brechen zu wollen? Das hat die das einfache russische Volk aufgeweckt. Oder die Softpower gereicht hätte? Die Exsovjetelite war mehr als bereit sich vollständig zu "integrieren".

Mit Sicherheit wurde die Sache sehr gründlich abgewogen. Und Russland wird letztlich das Genick gebrochen werden. Ein schöner kleiner Krieg würde da sehr helfen.

RMH

19. Februar 2022 12:09

"Und alle diese amerikanischen Marionettenstaaten sind mehr als bereit eine militärische Provokation gegen Russland zu beginnen um dann die NATO und USA hineinzuziehen."

@Hannes91,

wenn es Marionetten sind, dann wären es die ersten, die ihren Puppenspieler auf die Bühne ziehen können.

"Und überall wo der Westen Zugang hatte, wurde der irrationale Hass gegen alles russische, gegen Russland und die Russen selbst befeuert."

Und wer legte den Brandstoff, die schier unerschöpfliche Quelle für diese Befeuerung an? Nein, es werden nicht die gerade positiven Erfahrungen dieser Länder mit dem lieben Mütterchen Russland gewesen sein ...

@Hannes, merken Sie was?

Im Übrigen ist Ihnen dahingehend Recht zu geben, dass ein militärischer Erfolg Russlands in der Ukraine unter dem Strich vermutlich zu einer noch weiteren "Einkreisung" und Ausdehnung der Nato führen würde. Schweden wartet nur auf  so einen Anlass und ob Finnland sich dann auch noch an seine nicht in die Nato Politik halten wird, ist mehr als fraglich. Als weiteren, schnellen Kandidaten für einen Nato-Beitritt sehe ich neben Georgien auch noch Moldau an. Am Ende lachen die Chinesen. Wer weiß, evtl. nutzen diese die militärische Beschäftigung der Europäer und der USA dazu, jetzt einmal Taiwan einzukassieren. Und das alles nur, weil sich Russland in der Ukraine endlich einmal Luft ob seiner Einkreisung durch Nato/USA verschaffen will. 

Sugus

19. Februar 2022 12:24

@ Rheinlaender

Norwegen grenzt auch an Russland

Hannes91

19. Februar 2022 12:45

RHM

Welchen Brennstoff meinen Sie? Den Kommunismus? Die bolschewistische Revolution und der folgende russische Bürgerkrieg allein hat die Russen 14 Millionen Leben gekostet. Danach wurde es nicht leichter. Die Russen sind die ersten die dahingehend Fragen haben. Wo kam der Kommunismus her? Es waren keine Russen die ihn erfunden, organisiert und bezahlt haben. Es war eine Seuche aus dem Westen.

Meinen sie die Eingliederung in den Ostblock? "Länder" wie Polen, Ukraine und die baltischen Staaten hatten relativ den höchsten Lebensstandart aufzuweisen. Sie waren wirtschaftlich mit großen industriellen Standorten Teil des Gesamtsystems. Heute sind diese Länder ohne nennenswerte Wirtschaft, nur Absatzmarkt und Quelle für billige Arbeitskräfte. Die hälfte der Osteuropäer sind heute weg von Heimat und Familie, um im Westen die Drecksarbeit zu besorgen. Sie sind Migrationsmasse zur Umvolkung der Westeuropäer. Gerade diese Länder haben noch Volk und eigene Kultur aufzuweisen dank der SU. Sonst wären sie genauso wie jedes Westland schon längst durchgekaut, amerikanisiert und multikulturalisiert.

RMH

19. Februar 2022 13:02

Was an dem ganzen Thema aus meiner Sicht - einmal losgelöst vom menschlichen Leid, welches sich gerade anbahnt und welches alles überragen wird - bedrückt, ist das komplette Versagen der deutschen Politik in dieser Frage. Dabei haben wir mit den Russen etwas gemein, was uns verbinden sollte. Deutschland und Russland sind beides Länder, die von ihren Nachbarn im Grunde stets gehasst werden. Damit hat man eine Basis, die eigentlich stärker ist, als jede geheuchelte Freundschaft. Man kann über die Nach-Wende-Administrationen Deutschlands sagen was man will, aber man hat die Brücken zu Russland nie gekappt, immer wirtschaftlich solide Beziehungen gehabt. Insbesondere Bayern pflegte hier guten, wirtschaftlichen Austausch (M. Söder hält sich aktuell auch schwer zurück). Selbst eine A. Merkel hat in etlichen Balance-Akten bspw. Nord Stream 2 fast zu einem Ende gebracht (gebaut ist die Pipeline) und die Kanäle nach Russland offen gehalten, auch wenn Putin ihren Vorgänger deutlich mehr schätzte. Und heute?

Heute könnte Deutschland einmal wieder eine Art "ehrlicher Makler" (Bismarck - Berliner Kongress) sein. Aber was das angeht: totaler Ausfall. Und so werden die Würfel fallen und Deutschland nur ein kleines Schiffchen im sich anbahnenden Strudel sein.

RMH

19. Februar 2022 13:08

@Hannes91,

nein, es ist nicht der Kommunismus. Russland war bereits vorher ein imperiales Land und fragen sie die Kolonien anderer Imperien, wie beliebt die ehem. Kolonialmächte dort heute noch sind. Die Russen mag keiner und sie haben nach 90 auch nichts getan, um beliebter zu werden, Vergleichbares gilt übrigens für Deutschland, wie ich im vorangegangen Beitrag bereits ausgeführt habe. Im Übrigen ist ihr hohes Lied auf die SU und ihre Satellitenstaaten doch ein wenig "ostalgisch" geprägt.

Rheinlaender

19. Februar 2022 13:12

@Hannes91

"Gerade diese Länder haben noch Volk und eigene Kultur aufzuweisen dank der SU."

Die Bolschewisten haben in der Ukraine einen großen Teil der Bevölkerung durch Hungersnöte getötet und in Polen die kulturellen und administrativen Eliten des Landes gezielt ausgelöscht. Dass es diese Nationen noch gibt, haben sie nicht dem Bolschewismus, sondern ihrem (im Fall Polens religiös fundierten) Nationalismus zu verdanken, der am Ende stärker war. Wenn jetzt ehemalige KGB-Offiziere wieder von Russland als Großmacht sprechen und mit der "Wiedergewinnung" der einstmals unterworfenen Räume beginnen, erinnert man sich in den genannten Ländern an diese Vorgeschichte.

kikl

19. Februar 2022 13:21

@hannes91

"Meinen sie die Eingliederung in den Ostblock? "Länder" wie Polen, Ukraine und die baltischen Staaten hatten relativ den höchsten Lebensstandart aufzuweisen."

Relativ zu Uganda vielleicht aber nicht relativ zu Deutschland, Schweden, Dänemark.... Osteuropa ist unter der Knute Moskaus vollkommen verarmt. Folge: Der Mauerfall 1989.

"Gerade diese Länder haben noch Volk und eigene Kultur aufzuweisen dank der SU."

Die UDSSR hat gewiss nicht die Kultur der unterjochten Nationen beschützt, im Gegenteil. Die UDSSR war russischer Imperialismus unter dem Label "Kommunismus".

Das amerikanische Imperium verliert derzeit langsam aber sicher seine Vormacht und wir müssen verhindern, dass es mittels Zwietracht und Krieg seine Vormacht sichert.

Wenig hilfreich ist, dass unsere GRÖKAZ in 16 Jahren Kanzlerschaft unsere Beziehungen zu fast allen osteuropäischen Nachbarstatten vollkommen zerrüttet hat. So marschieren Polen und Co. geschlossen an der Seite der USA, was unserer Verhandlungsposition massiv schadet.

Senilus Scholz und Fressefreiheit Baerbock werden wie immer vollkommen versagen. Wir müssen also auf Glück und Beistand aus dem Ausland hoffen.

Der_Juergen

19. Februar 2022 13:30

@Hannes 91

Zustimmung zu Ihren Kommentaren.

@Rheinländer

Die durch die Kollektivisierung ausgelöste grosse Hungersnot (von den Ukrainern "Golodomor" genannt), ist eine historische Tatsache. Sie hatte allerdings keine spezifisch antiukrainische Stossrichtung. Auch in Russland selbst starb schätzungsweise eine Million, und in Kasachstan war die Zahl der Opfer, gemessen an der Bevölkerung, ca. gleich hoch wie in der Ukraine.

Tatsache ist und bleibt, dass die ukrainische Sprache, wie Swassjan richtig festhält, eigentlich ein Dialekt ist, der ungefähr in der Mitte zwischen Russisch und Polnisch steht. (Dasselbe gilt für das Weissrussische.) Der ukrainische und der weissrussische Nationalismus, auch der sprachliche, wurde naturgemäss von den Gegnern Russlands weidlich gefördert. - Der berühmteste ukrainische Schriftsteller, Gogol, schrieb übrigens ausschliesslich auf Russisch, und Schewtschenko hat lediglich seine Gedichte auf Ukrainisch verfasst, seine Prosa hingegen auf Russisch. 

Wäre ich Ukrainer, so würde ich mich als Teil der russischen Nation und ihrer Kultur empfinden. Ist es sehlecht, einem Volk anzugehören, dass unzählige geniale Schriftsteller, Künstler, Komponisten und Wissenschaftler hervorgebracht hat? Der ukrainische Nationalismus ist ein Produkt aus der Retorte; bei seiner Herstellung haben objektive Umstände wie der Golodomor natürlich mitgeholfen.

Der_Juergen

19. Februar 2022 13:33

@AmazonBesteller

"Russland ist übrigens kein slawisches Land, sondern ein asiatisches. Das russische Volk ist eigentlich schon komplett aufgerieben. 

Die russische Aggression ist nichts anderes, als die seit Jahrhunderten (Jahrtausenden?) verfolgte Besetzung des Westens durch die Vorderasiaten. "

Geht es eigentlich noch ignoranter? 

 

links ist wo der daumen rechts ist

19. Februar 2022 13:54

Zu diesem Streit, ob es das Verdienst der SU gewesen sei, daß die Länder des eh. Ostblocks ihre Identität wahren konnten.

Natürlich, aber eben dialektisch gedacht.

Wie sonst wäre denn 1989ff das „Wiedererwachen“ eines Nationalgefühls denkbar gewesen?

Hätten sie unter „westlicher Knute“ gestanden, wären sie doch heute – ich gebe einen Jargon wieder, enthalte mich der Wertung - so kaputt, weil unrettbar multikulti-nationalmasochistisch, wie D.

Warum sind denn die Visegrad-Staaten für die „Völkischen“ mit ihrem Gerede von ethnischer Homogenität heute so anziehend?

Muß man all das in einem rechten Forum den Leuten auf die Nase binden?

Absurd wird es natürlich dann, wenn man (wie hier schon einige Male geschehen), den Polen dankbar dafür sein müßte, daß sie etwa Schlesien vor diesem westlichen Verfallsprozeß bewahrt hätten – und man damit die Vertreibungsverbrechen indirekt rechtfertigt.

Aber das ist dann nicht mehr Dialektik, sondern Nationalmasochismus höherer Ordnung.

zeitschnur

19. Februar 2022 14:51

Dieser 1. Teil des Artikels bescheibt sehr schön eine Verweigerung zur Erkenntnis der Wahrheit und Wirklichkeit zwischen den Gegensätzen. Alle Beteiligten wollen, dass nur ihre Stimme ertönt und die andere möglichst auf mute gestellt wird. Ricarda Huch schreibt diese Haltung dem Satanischen zu, letztendlich der Auflösung der Seele: Nur die Technik hat recht, nur die Mechanik funktioniert ohne Dialektik des Lebendigen. Und zwischen Leib und Seele besteht selbstverständlich ein Dualismus, keine Dialektik. Diese Krankheit ist eine wahre Seuche, überall wie ein zersetzendes Gift unterwegs. Die Infanterie der Zwerge wird aufgestellt, um den jeweils als Riesen Empfundenen durch Smart-Terror von mehreren Seiten daran zu hindern, zu "rieseln". Ein Weltszenario der Mediokrität und Dummheit.

Eine Frage stellt sich mir angesichts der Analyse: Wird Russland tatsächlich nicht rieseln? (Also: es verstehen, nicht auf das Gekläffe der Zwergenwadenbeißer hereinzufallen, aber dennoch zu kämpfen?) Und wer will eigentlich wen genau schweigen lassen?

Oder ist all dieser künstliche Gegensatz wie schon zuvor eben kein wirklicher und der wirkliche Gegensatz befindet sich an einem ganz anderen (politischen) Ort?

Lumi

19. Februar 2022 14:57

Rußland hat der Welt in Syrien vorgeführt, wie man den Ami Plan erfolgreich konterkariert. Schon mal ein Affront.

Der Ami druckt Dollar aus dem Nichts und läßt diese Inflation von der Welt absorbieren. So zahlen alle für ihre Beherrschung. Scheren Länder aus, wie der Irak oder Libyen, so wird bombardiert und vernichtet, um mal zu zeigen, welche Strafe auf die Flucht aus dem Dollar steht.

Rußland hat sich weitgehend entdollarisiert. Ein zweiter Affront. Das Beispiel darf nicht Schule machen. Man kann nun nicht wie im Falle Libyens verfahren. Aber wenn man einen Krieg in Europa organisiert, nur Ukraine oder baltische Fronten dazu, dann könnte man einen neuen eisernen Vorhang aufziehen und allen Europäern den Kontakt zu Rußland verbieten. Auch das ist eine Strafe.

Die Ukraine ist stärker fremdgesteuert als wir. Dem Ami ist sie an sich egal. Aber sie hat einen Zweck, nämlich den Krieg, und den soll sie nun erfüllen. Noch sträubt sie sich. Aber vielleicht wird sie in einen Angriff auf Donezk & Lugansk gepreßt. Man wird sehen.

Lumi

19. Februar 2022 15:09

@kikl um 13:21

Scholz ist nun alles andere als senil. Hab ansonsten mangels Info & Interesse keine eigene Meinung zu ihm.

Über Kobold Baerbock braucht man wohl nicht zu reden, solange sie nicht eigene Intelligenz nachweist.

Ich verfolge die deutschen Massenmedien schon länger nicht mehr, was Zeit läßt für diverse Kanäle der französischen Rechten, u.a. Xavier Moreau (STRATPOL), der aus Moskau berichtet. Er ist durchaus angetan von Scholz und sieht in ihm einen deutlichen Fortschritt gegenüber Merkel, gerade was die Außenpolitik, Rußland und die Ukrainekrise anbelangt.

zeitschnur

19. Februar 2022 15:26

Ich bin etwas irritiert über den Verlauf des Kommentarstrangs, denn fast alle scheinen in irgendeiner geostrategischen Spieltheorie zu paddeln, die Swassjan möglicherweise im ausführlichen Text als ein typisches Beispiel von Postfakten benennen würde.

Der Text trägt im Original für den Teil 1, der hier wegfällt, die Überschrift Tag des Unsinns. Das steht über allem als Titel:

Vor lauter Lärm um die Corona-Pandemie haben die Völker die andere – wirkliche – Pandemie völlig außer Acht gelassen: die von Schwachsinn und Idiotie.

Und dann wird die Idiotie beschrieben, zu der auch die Pandemie selbst gehört ... Es ist das Karma des Bolschewismus, das unser aller Karma ist, weil jener kein russisches Alleinphänomen war, sondern vom Westen erfunden, bezahlt, geschickt und finanziert. Die Idiotie besteht alleine schon darin, die Welt als ein geostrategisches Planspiel anzusehen, als ein lächerliches Mensch-ärgere-Dich-nicht. Man hat in postfaktischer Manier vier oder sechs farbige Häuschen gebaut und schickt bunte Zwerge ins Rennen (Wer ist Erster). Dabei ist die Welt keine Ansammlung bunter Männchen ...

ff
 

zeitschnur

19. Februar 2022 15:37

ff

Karma des Bolschewismus?

Der Bolschewismus gilt als eine Theorie, durch Ausbildung einer revolutionären Elite, die klassenbewusst ist, eine Diktatur des Proletariats als klassenlose Gesellschaft zu errichten. Um das zu erreichen, muss diese Elite Permanenz erhalten.

Inwiefern ist das bis heute unser aller Karma?

Ich wurde den Verdacht nie los, dass Russland immer nur ein passendes Versuchslabor war, ebenso wie China. Was man dort erproben konnte, wäre in Deutschland so nie möglich gewesen. Im gewissen Sinn gilt das bis heute. Man hat uns nur infantilisiert, wir haben es gerne mitgemacht, wurden nieder- und besetzt gehalten, aber gerade weil wir nicht Teil dieser revolutionären globalen Elite sein durften, haben wir einen Spielvorteil, jedenfalls ein nicht kleiner Minderheitenteil des deutschen Volkes hat ihn.

Bis jetzt hat der Autor erst einmal nur die postfaktischen Lesarten der Gegenwart zur angeblichen Geschichte beschrieben.

Man kann gespannt sein, welche Entzauberungen des lange fortgeschriebenen Postfaktischen er präsentieren wird. Wie gesagt: es ist der Tag des Unsinns, ein Tag des Herrn wahrlich.

Laurenz

19. Februar 2022 16:17

Möchte

@Hannes & Der_Jürgen zustimmen & RMH widersprechen. 

Was hat Geo-Politik mit Moral zu tun? Exakt nichts. Man hat unter Jelzin, wie seit der Machtergreifung Putins den Russen bis 2007 in den Allerwertesten getreten, sie übergangen. Das war Hochmut vor dem Fall. Daß das jetzt anders läuft, ist schlicht die Konsequenz des westlichen Handelns. Ich mag daher allen Teilnehmern diese ARTE-Doku ans Herz legen. https://youtu.be/cUxfZtxcujk

(...)

Maiordomus

19. Februar 2022 16:42

@Zeitschnur. War schon, in einem Schweizer Bildungshaus, wo Swassjan mal Referent war, selber aktiv. Habe insofern Verständnis, dass man aus "Gastfreundschaft" meine zu Beginn der Debatte angebrachte Bemerkung über philosophisches Ungenügen betr. Hegel u. Böhme (dessen Ja/Nein-These stammt von Abaelard) nicht geschaltet hat.  Gewichtiger bleibt, Swassjans Urteile über die Balten und Polen in die Proportionen zu verweisen, Das Verhältnis Russland - Polen muss über 300 Jahre analysiert werden. Sowieso kann das Baltikum. wie @Juergen genau weiss, nicht auf Verhältnis zur Sowjetunion reduziert werden. Ich betonte dies als Leser von Schaper u. Bergengruen ("Der letzte Rittmeister"), Den baltischen Staaten u. Polen ist zuzugestehen, dass sie ein für allemal nicht mehr heimgeholt werden wollen, weswegen sie sich dem Nato-Atomschirm anschliessen mussten. Und im Gegensatz zu den Deutschen von heute ist ihnen zuzutrauen, der  Amerikanisierung ihrer Kultur Grenzen zu setzen. Gegen Russland brauchen sie aber nun mal die Nato. Bei der Ukraine liegen die historischen Proportionen nun mal anders. Nie war für P. die Gelegenheit günstiger, gegenüber einem für ihn krass nicht ernst zu nehmenden Deutschland und einem schwachen US-Präsidenten politische Tatsachen zu setzen. Nebenwirkung: Eine Lektion elementarer Staatskunde bei den Prioritäten betr. Sicherheit als Anfängerunterricht z.B. für Baerbock u. Millionen heutiger Deutscher.

Hannes91

19. Februar 2022 16:47

i)

Die Bolschewiken waren keine Russen. Der Kommunismus war nichts russisches. Die Russen und die russische Kultur waren selbst Opfer dieser westlichen Ideologie. Die Bolschewiken haben den „Klassenfeind“ vernichtet, die natürlich träger der Kultur waren. Wovon die Russen genau so betroffen waren. Hier von russischem Imperialismus zu sprechen oder Hass auf die Russen zu schüren hat keine Grundlage, es war kein Kampf der Russen gegen Nichtrussen. Es ist gezielte Propaganda. Die Hungersnöte haben mehr Russen dahingerafft als sonst jemanden. Übrigens die Bevölkerung in der Ukraine nannte sich damals noch Russen. Ukrainer war ein negativer Begriff. Das ist keine Volks- oder ethnische Bezeichnung, Ukraine bedeutet so etwas wie Randgebiet. Kein Volk nennt sich Rändler. Niemand hat auf ukrainisch geschrieben. Genau so könnte man Goethe und Schiller Imperialismus vorwerfen weil sie Hochdeutsch geschrieben haben.

 

Hannes91

19. Februar 2022 16:49

ii)

Was zum zweiten Punkt führt, die Sache ist dass die Ukrainer als „Volk“ bzw. „Nationalität„ erst tatsächlich durch Lenin und Stalin über das Schulsystem geschaffen wurde. Die Bolschewiken haben eine gezielte Nationalitätenpolitik betrieben, entsprechend dem damaligen Trend der nationalen Befreiung aus den "Völkergefängnissen" wie dem Habsburger Reich. Beide Reiche waren Imperien, auf deutsch Reich, aber keine Imperialisten. Imperialismus ist eine Sache der Moderne der politischen, kapitalistischen „Nationen“.

Jedenfalls diese Nationalitätenpolitik der Bolschewiken gipfelte darin dass aus Ethnien sogenannte Nationalitäten gemacht wurden. Durch gezielte Förderung, Quoten, Schulprogramme usw.. Den Kasachen haben sie gleich die Ganze Literatur von Null auf geschaffen. So sind letztlich die „Ukrainer“ entstanden, die ethnisch Russen sind, man aber aus einer Mundart gleich eine ganze Nationalität geschaffen hat. Soviel zu den ehemaligen „Sovjetrepubliken“.

Hannes91

19. Februar 2022 16:51

iii)

Und worauf ich hingewiesen habe, ist die Tatsache dass es heute in Polen oder Ungarn genauso aussehen würde wie in Deutschland, Frankreich oder Belgien, was Volk, Kultur, Migration und ähnliches angeht, wenn sie nicht im Ostblock gelandet wären. Sie wären genauso Umgevolkt und amerikanisiert worden. Oder gibt es Argumente dafür warum es in Polen anders verlaufen wäre? Die Deutschen wurden auch nicht über Nacht umgevolkt. Natürlich werden auch die Polen früher oder später ihre Renten sichern und noch billigere Putzen suchen. Diese Rolle spielen jetzt die freien Ukrainer, von denen Millionen nach Polen verschoben werden. Das ist die Logik des Marktes. Und Soros bildet schon die Armeen von Liberalen aus, die in Zukunft Lehrer und Politiker werden.

kikl

19. Februar 2022 17:11

@Lumi

Den Titel "senilus Scholz" hat er sich erworben, weil er praktischerweise alle Ereignisse vergisst, die beweisen, dass er in den größten Steuerhinterziehungsskandal der deutschen Geschichte involviert war, der sogenannte Cum-Ex-Skandal. Ich nenne ihn deshalb auch einfach Cum-Ex-Scholz.

Scholz größtes Verdienst ist: Er hat uns ein neues Wort in der deutschen Sprache beschert. Wer vorsätzlich vergisst, der scholzt:

https://www.youtube.com/watch?v=3opyjSETDzc

Der Mann ist mindestens genauso verlogen wie sein Gesundheitsminister Lauterbach und der hat Pinocchio schon vor langer Zeit den Rang abgelaufen.

Was hat man von so jemandem zu erwarten?

Wenn Scholz ähnlich entlohnt wird wie von der Warburg Bank im Cum-Ex-Skandal, was ihm seine Erinnerungslücken eingebracht hat, dann wird er Deutschland jederzeit an den Meistbietenden verkaufen.

Niekisch

19. Februar 2022 18:13

"DIE USA. – Diese Weltmacht, die noch vor weniger als hundert Jahren nur eine regionale und keine globale Macht war, die ferner ihre beispiellose Erhöhung und Verwandlung zur «Ersten unter den Gleichen» (prima inter pares) innereuropäischen Auseinandersetzungen, vor allem Adolf Hitler höchstselbst, zu verdanken hatte"...

Die USA waren schon 1917 stark genug, um den global geführten Ersten Weltkrieg durch ihre Intervention auf dem westlichen Kriegsschauplatz zu entscheiden, wobei zugleich auch noch das freimaurerische Ziel des Sturzes der "autokratischen " Monarchien verwirklicht wurde und sie zum "primus sine pares" aufstiegen. Alles weitere ist der Tatsache geschuldet, daß das danach totgewürgte und totgesagte Deutsche Reich wider erwarten durch den seltsamen Mann Adolf Hitler wiederbelebt wurde. In die erneute Garotte fiel es durch die undankbare Hand Polens. Damals wie heute meint Polen ohne jede Berechtigung mit dem Schicksal Europas spielen zu dürfen. Wiederholt sich das Jahr 1920? Auf wessen Kosten will sich Polen im Ernstfall dieses Mal bereichern? 

heinrichbrueck

19. Februar 2022 18:54

Das moderne globalistische System ist eine antiweiße Veranstaltung. Rußland gegen den Westen, macht aus Rußland noch lange keine Opposition, schaut man sich die Propaganda an. Rußlands Armee ist teilweise asiatisch. Zudem hilft das Demographiegeld, von Russen erwirtschaftet, der asiatischen Vermehrung. Diese Konstellation ist kein Unfall der Geschichte. Ukraine als Mittel zum Zweck, und der Zweck ist klar. Nationalisten sollten neutral bleiben. Dieser globalistischen Auseinandersetzung auf den Leim gehen, sich erneut in einem antiweißen Krieg verheizen lassen, bleibt mentalitätsblind und demagogisch falsch. Eine falsche Historie würde fortgeschrieben und sich verstetigen. 

Der_Juergen

19. Februar 2022 19:13

@Hannes 91

Ich sehe die Dinge sehr ähnlich wie Sie. Als Rechter, der ungefähr in der Mitte zwischen den Nationalkonservativen und der "Altright" steht, stelle ich beim Anschauen linksnationaler russischer Kanäle wie "Stalingrad" fest, dass es zwischen diesen Russen und uns zwar tiefgreifende Unterschiede in der Beurteilung der Vergangenheit gibt (z. B. wird dort natürlich an eindeutig widerlegten Thesen wie der vom "heimtückischen Überfall" auf die UdSSR im Juni 41 festgehalten), wir aber in der Analyse der heutigen Entwicklung weitgehend mit ihnen übereinstimmen; dies gilt für Schwulenkult und Genderwahnsinn ebenso wie für den antiweissen Rassismus, die Drittweltinvasion (die unter Putin in vollem Gange ist; es kommen jährlich Hunderttausende muslimischer Zentralasiaten), den Schwindel vom menschengemachten Klimawandel und den weltweiten Covid-Betrug. 

 

 

Kurativ

19. Februar 2022 19:14

«Wen soll ich denn anrufen, wenn ich mit Europa sprechen will?»

Da müssen wir wieder hin

Der_Juergen

19. Februar 2022 19:17

@Kiki

"Die UDSSR hat gewiss nicht die Kultur der unterjochten Nationen beschützt, im Gegenteil. Die UDSSR war russischer Imperialismus unter dem Label "Kommunismus".

Ich stimme Ihnen ja meist zu, lege hier aber Einspruch ein. Da ich estnische Freunde habe, weiss ich z. B., dass dort zu Sowjetzeiten der gesamte Schulunterricht - ausser dem Fach Russisch - auf Estnisch geführt und die einheimische Kultur, v. a. die traditionsreiche Liederkultur, gefördert wurde. Die Sprachen zahlreicher kleinere Völker wurden erst zu Sowjetzeiten verschriftet.

@Maiordomus

Widerspruch bezüglich des Baltikums und Polens. Russland wäre ohne weiteres bereit gewesen, sie in Ruhe zu lassen, wenn sie sich für die permanente Neutralität nach österreichischem Vorbild entschieden hätten. Gerade die Anwesenheit von Nato-Basen macht diese Länder im Kriegsfall zu automatischen Zielscheiben russischer Raketen. Dass es für einen kleinen Staat nicht ratsam ist, einen grossen Nachbarn zu provozieren - auch wenn dieser vorübergehend sehr schwach ist wie Russland während und kurz nach der Jelzin-Zeit -, ist eine elementare Wahrheit;. Man muss schon sehr verblendet sein, um das nicht zu kapieren; an solcher Verblendung leiden die Regierungen besagter vier Länder.

RMH

19. Februar 2022 20:00

"Was hat Geo-Politik mit Moral zu tun? Exakt nichts."

@Laurenz,

das ist zwar richtig, man kann aber dennoch eine gewisse Empathie für die Menschen haben, die dieses "exakt nichts" am Ende mit dem Leben oder der Vertreibung aus der bisherigen Heimat bezahlen - es sind meistens die Menschen, die nicht Wahl haben, ihren Hintern nebst Vermögen in einen sicheren Hafen zu bringen oder aber als normale Soldaten meinen, irgendeiner Pflicht für irgendein "Nichts" nachkommen zu müssen.

Kurativ

19. Februar 2022 20:02

Zentralismus hilf nur den ganz Großen

Volksdeutscher

19. Februar 2022 22:29

@Der_Jürgen

Wahr ist aber auch, daß enorm viele Russen in den baltischen Länder angesiedelt wurden, um die indigene Bevölkerung zu entmachten und in Schach zu halten. Es ist kein Wunder daß die Russen,  z.B. in Lettland, aus eben diesem Grunde kein Wahlrecht haben, weder Beamte, noch Polizisten, noch Offiziere werden oder bestimmte Berufe im öffentlichen Dienst ausüben dürfen. Es ist für Letten, Litauer und Esten eine Horrorvorstellung, im eigenen Land von den Russen durch Hilfe der ansässigen russischen Minderheit erneut entmachtet zu werden, die auf ein Wink Russlands zu jeder Zeit gegen sie aktiviert werden könnte. Nach dem Krieg enteigneten die Russen die Letten ihres Landes, das von einem Nationalstaat zu einer Provinz der Sowjetrepublik wurde. Sie verloren damit ihre Freiheit. Die russische Minderheit teilt auch noch das heuchlerische russisch-kommunistische Geschichtsbild vom "Großen Vaterländischen Krieg" mit dem Mutterland. Das macht die Letten zu recht mißtrauisch, sie werten es als offensichtliche Illoyalität und Bedrohung. Russen jammern auch noch, daß die Veteranen der lettischen Waffen-SS Gedenkveranstaltungen abhalten und daß die Letten um diese ihre gefallenen Söhne trauern. Was Russland angeht, ist dies der unmenschliche Reflex des hegemonialen Kommunistenreiches, denn trauern um die eigenen gefallenen Soldaten dürften nach Meinung der Russen eh nur die Sieger... Wir brauchen gute Beziehungen zu Russland - aber mit großem Abstand.

Laurenz

19. Februar 2022 23:54

@Kurativ

«Wen soll ich denn anrufen, wenn ich mit Europa sprechen will?»

"Da müssen wir wieder hin"

Kleiner Scherz am Rande der Gesellschaft:

«Wen soll ich denn anrufen, wenn ich mit Europa sprechen will?»

Moskau.

Maiordomus

20. Februar 2022 11:51

@Volksdeutscher/Jürgen. Begrüssenswert, dass hier im Gegensatz zu herkömmlichem Blog-Geschwätz oftmals nicht nur Meinungen, auch Kenntnisse ausgetauscht werden. Fundiertes Wissen, das als Meinungsäusserung ernst zu nehmen ist, erfolgt jedoch nicht gesinnungsneutral. Dies scheint mir der Respektierung wert.

Obwohl ich als Verehrer der hl. Hedwig, Eichendorff, Hauptmann, Peuckert-Leser auch im polnisch-deutschen Konflikt fast stets Schlesien-Versteher war, blieb ich in der polnisch-russischen Spannung Polen-Versteher. Darauf wurde in der Schweiz vom erzdemokratischen Schelling- und Hegelschüler I.P. V. Troxler in Aarau 1834  "Das Asylrecht als die Blüthe unserer Neutralität" ausgerufen. Es ging damals um Verteilung der Polen-Flüchtlinge, woran heute noch das Polenmuseum in Rapperswil erinnert. In protestantischen Kantonen war man gegenüber den Polen misstrauisch, wollte sie an die Katholen abschieben, wobei letztere sich wiederum beklagten, nicht genug Geld für den Unterhalt der Flüchtlinge zu haben. Es gab in der Schweiz im 2. Weltkrieg u. später in eine traditionelle Polen-Sympathie.

 

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