Debattenbeitrag Ukraine (Teil 2)

von Karen A. Swassjan -- Historisch gab es drei Rußlands: Großrußland (das heutige Rußland) Weißrußland (Belarus) und Kleinrußland (die Ukraine).

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.

Der Name „Ukrai­ne“ ent­stand nach der Erobe­rung der süd­west­li­chen Rus (Ruß­lands alter Name) durch die Polen 1569 und hat­te ursprüng­lich die rein geo­gra­phi­sche Bedeu­tung von „Rand­ge­biet, Mili­tär­gren­ze“. Es han­del­te sich also um einen Teil Ruß­lands (Klein­ruß­land), der als Grenz­zo­ne zwi­schen Groß­ruß­land und Polen (eine Wei­le auch Öster­reich-Ungarn) geo­gra­phisch auch den Namen Ukrai­ne trug.

Die Geschich­te der Ukrai­ne, ins­be­son­de­re seit dem 18. Jahr­hun­dert und zuneh­mend bis zum Beginn des 20. Jahr­hun­derts, ist die Geschich­te der Ver­drän­gung des geo­gra­phi­schen Fak­tors durch den natio­na­len. Mit ande­ren Wor­ten: Es ist die Geschich­te der leib­li­chen Brü­der, von denen der jün­ge­re sich nicht nur sei­ner Ver­wandt­schaft nicht erin­nern will, son­dern auch nach ande­ren Ver­wandt­schaf­ten lechzt.

Erst die rus­si­sche Revo­lu­ti­on von 1917 zog einen Schluß­strich unter die Sache. Was ursprüng­lich ledig­lich ein Grenz­ge­biet, eine Mark war, ist schließ­lich zur Nati­on, dann zum Staat gewor­den. Es war dies ein wei­te­res Para­dox bol­sche­wis­tisch-mar­xis­ti­scher Ideo­lo­gie: Sie pre­dig­ten Inter­na­tio­na­lis­mus, brach­ten aber künst­li­che Natio­nen zur Welt.

Ein kur­zer Blick auf die Geschich­te faßt das tref­fend zusam­men. Seit Peter dem Gro­ßen besteht das Land aus Gou­ver­ne­ments. Es waren 50 unter Katha­ri­na II., und 78 vor der Revo­lu­ti­on 1917. Das Impe­ri­um, das nach der Revo­lu­ti­on zer­fiel, wur­de nach dem Bür­ger­krieg wie­der­her­ge­stellt, dies­mal aber nicht mehr zen­tra­lis­tisch, son­dern föde­ra­tiv. So ent­stand die UdSSR (Ende 1922), ein eigen­ar­ti­ger Ver­schnitt aus ehe­ma­li­gen Gou­ver­ne­ments, von denen die meis­ten hin­fort „Repu­bli­ken“ hießen.

Das erin­ner­te an eine Zau­ber­welt im Stil von «Tau­send und eine Nacht». Im Hand­um­dre­hen sind die vor­ma­li­gen Noma­den­stäm­me und die längst aus der Geschich­te her­aus­ge­fal­le­nen und ihrem zeit­los gegen­wär­ti­gen Fel­la­chen­tum auf Gedeih und Ver­lust aus­ge­lie­fer­ten Völ­ker Natio­nen und Staa­ten gewor­den – mit allen Attri­bu­ten von Staat­lich­keit und (nomi­nell aller­dings) Macht, inklu­si­ve Hym­ne, Wap­pen, Aus­wär­ti­gem Amt, Aka­de­mie, Uni­ver­si­tät, Opern­thea­ter, kurz­um, dem gan­zen Zube­hör eines hoch­zi­vi­li­sier­ten Landes.

Die bol­sche­wis­ti­schen Enthu­si­as­ten hät­ten sich nicht im Traum ein­fal­len las­sen, daß sich die­se aus dem Nichts her­ge­hol­ten Gespens­ter eines Tages als Zeit­bom­ben erwei­sen wür­den. Denn unter dem dicken Make­up von Brü­der­lich­keit und Inter­na­tio­na­lis­mus steck­te zügel­lo­ser Chau­vi­nis­mus, der gedul­dig auf sei­ne Stun­de wartete.

Die Stun­de schlug mit dem Zer­fall des Gan­zen, ja sogar ein klein wenig frü­her, nach­dem das Unge­heu­er Anzei­chen von Schwä­che und Alters­ver­fall zu zei­gen begann. Hie und da bra­chen Kri­sen­her­de, bewaff­ne­te Kon­flik­te und Zusam­men­stö­ße aus, die einen rie­si­gen Bür­ger­krieg zu ent­fes­seln drohten.

Putin, der 2005 den Zer­fall der UdSSR «die größ­te geo­po­li­ti­sche Kata­stro­phe des 20. Jahr­hun­derts» genannt hat, soll­te hin­zu­fü­gen, daß die Ursa­che der Kata­stro­phe kei­ne äuße­re, son­dern eine imma­nen­te war: von Chruscht­schow, der Sta­lins Ter­ror­staat zag­haft zu demon­tie­ren begann, bis zu Gor­bat­schow und Jel­zin, die ihn ein­fach abge­schafft haben.

Indes: Der Ter­ror­staat war der ein­zi­ge modus viven­di und exis­ten­di die­ses dekla­rier­ten Schla­raf­fen­lan­des, sodaß Putins Urteil unan­greif­bar (wenn auch logisch para­dox bis unmög­lich) wäre, hät­te er gleich­zei­tig gesagt, daß es auch eine wei­te­re geo­po­li­ti­sche Kata­stro­phe des 20. Jahr­hun­derts gewe­sen wäre, wenn die UdSSR fort­ge­dau­ert hätte.

Von die­sen bei­den Kata­stro­phen wähl­te der Zufall hei­ßen­de Gott die eine. Bezeich­nend, daß zur exis­ten­ti­el­len Trieb­kraft der «Para­de der Sou­ve­rä­ni­tä­ten» aller ehe­ma­li­ger Pro­vin­zen, die sich über Nacht in Repu­bli­ken ver­wan­delt hat­ten, Ruß­land­haß gewor­den ist. Nicht so sehr ein Sowjet­haß, son­dern eben ein urwüch­si­ger Rus­sen­haß, der sich auf­grund der sowje­ti­schen Erfah­rung ledig­lich ver­schärft hatte.

Es ist hier nicht der Ort, Ursa­chen und Grün­de die­ses Phä­no­mens zu eru­ie­ren. Sicher ist aber, daß unter allen Trümp­fen der west­li­chen Ost-Poli­tik die­ser (und nicht nur in der Ukrai­ne) wohl der wirk­sams­te ist. Es gemahn­te an mit­tel­al­ter­li­che Fla­gel­lan­ten­zü­ge oder Veits­tän­ze: Regel­mä­ßig häuf­ten sich – im Frei­en, auf den Plät­zen, und schon über­all, selbst in den U‑Bahn-Zügen – Men­schen­men­gen an, um – alt und jung, Männ­lein und Weib­lein – unter stän­di­gem Skan­die­ren der Losung: «Wer nicht hüpft, der ist ein Moskal» („Moskal“ ist die in der Ukrai­ne geläu­fi­ge abwer­ten­de Bezeich­nung der Rus­sen), stun­den­lang zu hüpfen.

Sehr cha­rak­te­ris­tisch nahm sich dabei auch die sträf­li­che Pas­si­vi­tät und Träg­heit der Kreml­her­ren (ein­schließ­lich Putins) aus, die, ange­sichts die­ser Wut­an­fäl­le der Russo­pho­bie kei­nen Fin­ger krumm mach­ten, um ihnen etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Wäh­rend west­li­che För­der­pro­gram­me zusam­men mit diver­sen Open-Socie­ty-Foun­da­ti­ons Öl ins Feu­er gos­sen und den Bru­der­haß bis zum Geh­t­nicht­mehr poten­zier­ten, lie­fer­te Ruß­land der Ukrai­ne täg­lich Öl und Gas weit unter Marktpreis.

Nie­mand schien des dro­hen­den Gewit­ters gewahr zu wer­den, bis es dann plötz­lich in alle Rich­tun­gen knall­te. Was de fac­to eine vom Wes­ten orga­ni­sier­te und durch­ge­führ­te Macht­er­grei­fung war unter dem Namen Euro­mai­dan, wur­de spä­ter, im Duk­tus des Post­fak­ti­schen, «Revo­lu­ti­on der Wür­de» genannt. Unter «Wür­de» waren höchst­wahr­schein­lich die mit Stei­nen und bren­nen­den Decken bewor­fe­nen und mit Eisen­stä­ben wie auch Base­ball­schlä­gern geschla­ge­nen Poli­zis­ten zu ver­ste­hen, denen «von oben» streng ver­bo­ten war, von ihren Waf­fe Gebrauch zu machen.

Und so tor­kel­ten sie wie leben­de Fackeln umher, unter dem Gejoh­le des toben­den Mobs und zur Ehre der «Revo­lu­ti­on der Wür­de», wie auch jene rund 50 (oder mehr) Anti-Mai­dan-Akti­vis­ten, die am 2. Mai 2014 im Gewerk­schafts­haus in Odes­sa bei leben­di­gem Leib ver­brannt wurden.

Gleich nach dem pro­west­li­chen Umsturz in Kiew brach der pro­rus­si­sche Auf­stand im Don­bass (Ost­ukrai­ne) los. Es ergab sich eine typi­sche Patt­si­tua­ti­on: Wie jene da nicht mit den Rus­sen wol­len, wol­len die­se hier nicht mit jenen. Alles inner­halb eines Vol­kes, des­sen west­li­cher (gali­zi­scher) und öst­li­cher Teil nicht nur abso­lut inkom­pa­ti­bel, son­dern auch extrem aggres­siv und gehäs­sig gegen­ein­an­der. Dazu kam auch die «Krim-Affä­re»: die Wie­der­ver­ei­ni­gung durch Volks­ab­stim­mung (nach rus­si­scher Ver­si­on) oder die Anne­xi­on (in west­li­cher Fas­sung) der Halb­in­sel Krim mit Russ­land, die bis 1954 rus­sisch war und im glei­chen Jahr von Chruscht­schow an die Ukrai­ne «ver­schenkt» wurde.

Zusam­men­fas­send: Die USA samt ihren Euro­pa-Tra­ban­ten haben allen Grund, mit die­sem Pul­ver­faß zufrie­den zu sein, sind sie doch ihrem Wunsch­ziel, die Ukrai­ne von Ruß­land los­zu­lö­sen, so nah wie nie zuvor. Vor fast 25 Jah­ren hat Zbi­gniew Brze­ziń­ski, Sicher­heits­be­ra­ter von US-Prä­si­dent Jim­my Car­ter, fol­gen­de Zei­len geschrie­ben, die für­der­hin zum Kno­ten­punkt der gan­zen ame­ri­ka­ni­schen Russ­land-Poli­tik gewor­den sind:

Allein schon die Exis­tenz einer unab­hän­gi­gen Ukrai­ne hilft, Ruß­land zu ver­än­dern. Ohne die Ukrai­ne hört Ruß­land auf, ein eura­si­sches Impe­ri­um zu sein. Es kann zwar immer noch impe­ria­len Sta­tus bean­spru­chen, wür­de dann aber in Kon­flik­te mit den zen­tral­asia­ti­schen Staa­ten ver­wi­ckelt. Auch Chi­na wür­de sich erneu­ter rus­si­scher Domi­nanz in Zen­tral­asi­en ent­ge­gen­stel­len. Wenn Ruß­land aber die Kon­trol­le über die Ukrai­ne zurück­ge­winnt, wäre es wie­der eine Imperialmacht.

Nun end­lich ist der Moment gekom­men, wo sie alle Trümp­fe in der Hand zu haben schei­nen. Bes­ser als bei die­sem Zusam­men­tref­fen der Umstän­de hät­te es nicht lau­fen kön­nen. Es bleibt nur, ein Streich­holz anzuzünden.

Eigent­lich hät­te das schon zu Oba­mas Zeit los­ge­hen müs­sen. Das Tem­po der Eska­la­ti­on war schon recht hoch. Dann aber kam Trump und hat ­– zwar plump und zag­haft, dafür aber unmiß­ver­ständ­lich –, einer wei­te­ren Eska­la­ti­on einen Rie­gel vorgeschoben.

Die Rus­sen wie­der­um neh­men nach wie vor eine beklem­mend abwar­ten­de Hal­tung ein. Tau­sen­de Frei­wil­li­ge zie­hen in den Don­bass, wo die bei­den Rebel­len­städ­te (Donezk und Lug­ansk) von der regu­lä­ren ukrai­ni­schen Armee Tag und Nacht beschos­sen, ja selbst aus der Luft bom­bar­diert wer­den. Irgend­ei­ne Mili­tär­prä­senz regu­lä­rer rus­si­scher Trup­pen auf die­sem Ter­ri­to­ri­um war und bleibt eine Des­in­for­ma­ti­on (fake news). Inzwi­schen scheint Putins tief­sin­nig schei­nen­de Unent­schlos­sen­heit fatal. Es ist nun schon gute acht Jah­re her, seit der bud­dhis­ti­sche Kreml­herr kei­nen Fin­ger krumm macht, um hier etwas zu ändern. Die Situa­ti­on ist haar­ge­nau die­sel­be wie im Fall der Krim. Nur: Ein­mal wur­de alles getan, das ande­re Mal so gut wie nichts.

Jetzt scheint der „Slee­py Joe“ Biden oder, genau­er, sei­ne Draht­zie­her, unter deren Obhut er schläft, die ver­säum­te Zeit nach­zu­ho­len. Der Hahn ist gespannt. Nur abdrü­cken muß man noch.

(Ver­faßt am 16. Febru­ar 2022 – Fort­set­zung folgt in Wirklichkeit.)

 Gastbeitrag

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Kommentare (50)

Maiordomus

19. Februar 2022 17:18

Der zweite Teil überzeugt stärker als der erste Teil. Was die historischen Dimensionen Polen betreffend anbelangt, sind dieselben nicht etwa nur 300 Jahre, sondern weit über 450 Jahre zurückliegend, wie Herr Swassjan bedenkenswert ausführt. Dass sich indes Polen der Nato angeschlossen hat, steht vor einem ganz anderen Hintergrund als dies beim Wunsch der Ukraine der Fall ist. 

Rheinlaender

19. Februar 2022 17:37

Was genau hätte denn "schon zu Obamas Zeit losgehen müssen" bzw. was planen die Amerikaner "nachzuholen"?

Was die Amerikaner und ihre Verbündeten in der Ukraine planten, haben sie doch bereits 2014 erfolgreich umgesetzt. Seitdem verteidigen sie den neuen Status Quo, während Russland offenbar einen schwachen amerikanischen Präsidenten als Chance sieht, um diesen herauszufordern. Den Eindruck, dass sie dabei aktuell ungewöhnliche Passivität zeigen, würde vermutlich kein Beobachter der militärischen Lage teilen. Uneinig ist man sich aber, ob dadurch nur die russische Verhandlungsposition gestärkt werden soll, oder ob tatsächlich eine Invasion der Ukraine geplant ist. In den letzten Tagen nahmen aber die Anzeichen dafür zu, dass Letzteres wahrscheinlicher wird. Der Hahn ist also durchaus gespannt, aber anders als 2014 ist nun Russland am Zug, und auf deutscher Seite sollte man sich nun Gedanken darüber machen, was das für die eigenen Interessen bedeutet.

Niekisch

19. Februar 2022 18:49

"auf deutscher Seite sollte man sich nun Gedanken darüber machen, was das für die eigenen Interessen bedeutet".

@ Rheinlaender 17:37: Sind wir denn in einer Stellung, die uns eigene Interessen zuweist? Und wenn ja, wie sieht es psychologisch aus? Müssen wir nicht psychotisch werden, wenn wir sehen, daß unser "Verbündeter" USA dem früheren autokratischen Rußland ab 1941 zum Sieg über uns verholfen hat, jetzt aber von uns Mithilfe  verlangt, das heutige autokratische Rußland alsbald zu zerlegen, um noch rechtzeitig ungestört durch eben dieses Rußland die Garotte um den Hals Chinas zu legen?

 

.

Laurenz

19. Februar 2022 18:59

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/517569/Russland-zieht-zwei-Millionen-Reservisten-ein?src=XNASLSPREGG

Der Artikel ist mir im Grunde zu kurz. Wenn wir die Frage nach Klein-Rußland stellen, muß man auch die polnische Frage debattieren. Was sind denn Polen?

Der hier, https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/goergens-feder/putin-ukraine-westen/

sieht das etwas anders als Swassjan.

Folgt man der Sicht von Wehrschütz & halb Osteuropa macht im Westen die Drecksarbeit, so ist das doch im Grunde nicht anderes als eine importierte Invasion des Westens, da die militärische Invasion immer scheiterte, auch die der Polen.

Ich bin übrigens für die russische Invasion in die Ukraine. Warum? Weil dann so oder so die Gastransfer-Kosten wegfallen & sich die Kuhhirten gehackt legen können.

Kommentar Sommerfeld:
Was bedeutet der letzte Satz?

Kurativ

19. Februar 2022 19:33

Was die UDSSR zerlegt hat, das kann auch die EUDSSR oder den US-geführten und diktierten Westen zerlegen

Man darf sich von den US/GB-Wikingern nicht spalten lassen. Teile & Herrsche war schon immer deren Prinzip. Russland und Asien ist organische Teilhabe von Europa.

kikl

19. Februar 2022 20:09

Jetzt steht Putin vor dem gleichen Problem wie Hitler im Jahre 1939. Kommt er der russischen Minderheit in der Ukraine zur Hilfe wie Hitler seinerzeit den Deutschen in Polen und Danzig beistand um den möglichen Preis eines großen Krieges?

Der Krieg begann mit dem Beschuss des polnischen Militärstützpunktes auf der Westerplatte in der freien Stadt Danzig; das war ein symbolischer Akt. Er hatte für den Kriegsausgang keinerlei Bedeutung und stellte in erster Linie eine Botschaft dar. Der Krieg begann nämlich nicht mit einem Angriff auf Polen. Danzig war nicht Teil Polens.

Blufft der Westen nur? Diese Frage hat sich Hitler auch gestellt.

Biden ist natürlich nur eine Marionette, aber wer zieht die Fäden?

Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Der Russenhass wird zwar einerseits vom Westen geschürt, aber er hat natürlich seinen Ursprung in den Verbrechen des russischen Imperiums - UDSSR genannt - in der Ukraine. Diese Rechnung erhält Russland dafür jetzt.

Ein multiethnischer Staat kann sehr leicht zum Spielball fremder Mächte werden. So war es in Polen 1939 und so ist es in der Ukraine 2022 wieder. Hier haben wir ein Paradebeispiel dafür, weshalb der Nationalstaat stabiler und sicherer ist. Aber der Nationalstaat wird in Deutschland derzeit planmäßig unter ständigem Verfassungsbruch beseitigt.

kikl

19. Februar 2022 20:10

Der Russenhass in Osteuropa ist letztlich ein gravierendes Sicherheitsproblem für Russland.

Für Deutschland sollte es eine Lehre sein und das ständige Schüren von Deutschenhass sollte eine deutsche Regierung als Sicherheitsbedrohung erkennen und bekämpfen. Statt dessen verbreitet die Bundesregierung selber Deutschenhass und verkracht sich mit fast allen seinen Nachbarn.

Positiv allein ist in dieser Situation, dass die Bundeswehr keinerlei militärische Bedrohung darstellt, was der vollkommen inkompetenten und im Mark korrupten Bundesregierung unter Senilus Scholz sehr viele Handlungs- und Verhandlungsoptionen nimmt. Gott sei Dank! Denn alles, was sie anfasst, geht zu Bruch.

Franz Bettinger

19. Februar 2022 21:56

@Kikl schreibt (verfranzelt): 'Der Russen-Hass der Polen, Balten und Ukrainer wird zwar vom Westen geschürt, aber er hat seinen Ursprung in den Verbrechen der UDSSR. Jetzt erhält Russland die Rechnung dafür.' Man könnte fortfahren: Der Amerika-Hass der ganzen Welt wird zwar von der Lügenpresse unterdrückt, aber er hat seinen Unsprung in den Verbrechen der USA. Die Rechnung kriegen die Yankees noch präsentiert. Der Deutschen-Hass wird zwar von der Lügenpresse eifrig befeuert, aber er existiert in der Welt (außerhalb des linken Deutschlands) eigentlich nicht. Auch das hat seinen Grund; über den nicht gesprochen werden darf, da der Feind in unserer eigenen Burg sitzt. 

Rheinlaender

19. Februar 2022 22:10

@Niekisch

"Sind wir denn in einer Stellung, die uns eigene Interessen zuweist?"

Die Abhängigkeiten und wohl auch die Erpressbarkeiten in Richtung USA sind bei den Handelnden auf deutscher Seite zwar stark ausgeprägt, aber z. B. Gerhard Schröder gelang es trotzdem, Deutschland aus dem Irak-Krieg herauszuhalten. Auch der aktuelle Bundeskanzler verhält sich nicht so, wie manche in den USA sich das wünschen. Es wäre daher m. E. nicht aussichtslos, deutsche Interessen in dieser Frage durchsetzen zu wollen. Was diese Interessen sind, wäre zu diskutieren, aber dass ein vermeidbarer bewaffneter Konflikt vor der eigenen Haustüre angesichts der damit verbundenen Risiken nicht im deutschen Interesse ist, halte ich für offensichtlich. Ich kenne aber auch Zeitgenossen, die der Ansicht sind, dass es im deutschen Interesse ist, die relative Schwäche Russlands dazu auszunutzen, durch Regime Change in der Ukraine und in Belarus einige hundert Kilometer zusätzlichen Abstand zwischen uns und die größte Panzerstreitmacht der Welt zu bringen. 

Franz Bettinger

19. Februar 2022 22:12

@Karen A. Swassjan: Danke für diese zwei höchst interessanten und auch stilistisch gelungenen Beiträge. 

Hajo Blaschke

19. Februar 2022 22:31

Ich nehme in meinem Beitrag Stellung zu beiden Teilen. Zuerst muss ich feststellen, dass beide Teile überhaupt keine Debatte zur Ukraine sind. Es ist auch keine historische Debatte, sondern beide Teile erwecken den Eindruck, auf pseudophilosophischer Grundlage nur das zu wiederholen, was man in der deutschen Systempresse zu lesen bekommt.

Der Verfasser ist Armenier. Ohne die Russen, egal in welchem politischen System, gäbe es heute nur noch Diaspora-Armenier. Und genauso wie Russen dazu beitrugen und beitragen, dass es noch ein Armenien gibt, ist im Gegensatz zu Anglosaxen kein einziges Volk auf russischem Gebiet ausgerottet worden. Die Völkermörder par Excellence sind die Anglosaxen.

Viele andere hier in den Kommentaren dargestellte Meinungen über die Situation Russland ./. Ukraine kommen von Personen, die bis auf Ausnahmen weder die russische Sprache beherrschen bzw. je in Russland oder der Ukraine waren. Damit meine ich keine Urlaubsausflügem

Hajo Blaschke

19. Februar 2022 22:57

Es ist übrigens langsam lächerlich, auch wenn Herr Swassjan das hier so darstellt, dass Chrustschow die Krim der Ukraine 1954 geschenkt hat.

Chrustschowhatte 1954 überhaupt keine Möglidhkeit, solche Gebietsveränderungen zu initiieren. Chrustschow war Parteichef.

Der damalige Vorsitzende des Ministerrates Malenkow hatte derartige Befugnisse. Und die Zuteilung der Krim zur Ukraine war keine Schenkung sondern ein administrativer Verwaltungsakt. Die Ukraine selbst war im Gegensatz zur Darstellung von Swassjan im Jahre 1922 gegründet worden.

Laurenz

19. Februar 2022 23:33

@CS

"Der letzte Satz"

Wir bezahlen für den Gastransfer durch die Ukraine Transfer-Gebühren. Wird die Ukraine russisch, fallen diese Gebühren natürlich weg.

https://www.dw.com/de/russische-gazprom-zahlt-ukraine-29-milliarden-dollar/a-51762934

Kuhhirten = Cowboys sind das Synonym für die US-Amerikaner & deren Nato-Imperialismus.

@Kikl

"wie Hitler seinerzeit den Deutschen in Polen und Danzig beistand um den möglichen Preis eines großen Krieges?"

Ihre Schilderung ist historisch (in meinen Augen) vollkommen falsch. Die Teilung Polens im Hitler-Stalin-Pakt beruhte auf einem Mangel an Ressourcen & Logistik. Es bestand innenpolitischer Druck. Hitler forderte von Polen viel weniger, als vor ihm Stresemann. Eine reine Eroberung der von Polen okkupierten deutschen Territorien hätte einen Stellungskrieg bedeutet, mit viel mehr Toten. Dazu hatte die Wehrmacht aber keine Munition. Im Fall Weiß standen der Wehrmacht für 6 Wochen Munition zur Verfügung, für manche Waffengattungen, wie zB Panzerhaubitzen, nur für 2 Wochen. Also mußten innerhalb dieses Zeitrahmens alle polnischen Streitkräfte gefangen oder vernichtet werden. Beim sogenannten Blitzkrieg handelte sich also um eine Art Mangelwirtschaft.

Laurenz

20. Februar 2022 09:52

@Hajo Blaschke (1)

"Chrustschowhatte 1954 überhaupt keine Möglichkeit, solche Gebietsveränderungen zu initiieren. Chrustschow war Parteichef."

Was schreiben Sie da für einen Unfug? Der Generalsekretär der KPDSU war immer der mächtigste Mann in der Sowjetunion. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Nikita_Sergejewitsch_Chruschtschow

Zitat- Mächtigster Politiker der Sowjetunion. -Zitatende

Chruschtschow war natürlich auch seit 1958 Vorsitzender des Ministerrats/des Politbüros.

Auch die Angliederung der Krim an die Ukrainische sozialistische Sowjetrepublik war natürlich völkerrechtswidrig. Chruschtschows Nachfolger, Breschnew, war wie Chruschtschow auch, Ukrainer.

Laurenz

20. Februar 2022 09:53

@Hajo Blaschke (2)

"Chrustschowhatte 1954 überhaupt keine Möglichkeit, solche Gebietsveränderungen zu initiieren. Chrustschow war Parteichef."

Wenn Sie schon in die Historie gehen, dann aber auch richtig. Erstmals Im Jahre 1648 befreite sich die linksufrige "Ukraine" in einem Volksaufstand unter Führung des Kosakenhetmans Bohdan Mychajlowytsch Chmelnyzkyj von der Herrschaft Polens und die Saporoger Kosaken begründeten einen unabhängigen Staat, der 1654 per Vertrag unter die Herrschaft Moskaus kam. Bei der Teilung Polens im 18. Jahrhundert fiel auch die rechtsufrige Ukraine an Rußland. Die Polen besetzten bereits 1919 so gut wie die gesamte Ukraine. Die Polen wurden dann im polnisch- sowjetischen Krieg von Trotzki aus der Ukraine rausgeschmissen.

Wie üblich sind Ihre Beiträge schlecht recherchiert.

Laurenz

20. Februar 2022 10:09

@Rheinländer @Niekisch

"aber z. B. Gerhard Schröder gelang es trotzdem, Deutschland aus dem Irak-Krieg herauszuhalten."

Schröder war dann auch nicht mehr lange Kanzler.

"Auch der aktuelle Bundeskanzler verhält sich nicht so, wie manche in den USA sich das wünschen."

Deutschland macht relativ viele Geschäfte mit Rußland. Irgendwo muß die Kohle für Senilus Scholzens buntes Kabinett ja auch herkommen.

7 Mio. Deutsche frieren sich bei den aktuellen Energiepreisen schon den Hintern ab. Das ist nicht gut für die Umfragen.

"Ich kenne aber auch Zeitgenossen, die der Ansicht sind, dass es im deutschen Interesse ist, die relative Schwäche Russlands dazu auszunutzen, durch Regime Change in der Ukraine und in Belarus einige hundert Kilometer zusätzlichen Abstand zwischen uns und die größte Panzerstreitmacht der Welt zu bringen."

Der Regime-Wechsel fand in der Ukraine bereits 2014 statt. Welche relative Schwäche Rußlands meinen Sie. Wenn die Nato irgendetwas an Kampfkraft den Russen entgegenzusetzen hätte, würde sie etwas entgegensetzen. Auch ist der politische Zweck der Europäer, gemäß Clausewitz, nicht groß genug, um Krieg zu führen.

Valjean72

20. Februar 2022 10:21

@kikl:

Es ist ohnehin eine interessante Frage in wie weit der Polenfeldzug als Beginn des 2. WK gezählt werden kann, zumal zu diesem Zeitpunkt in Fernost schon ein paar Jahre Krieg herrschte.

Der Russenhass und der Deutschenhass in Europa spielt jenen in die Hände, die schon seit langer Zeit eine Annäherung eben dieser beiden Nationen verhindern.

Dass die Ukrainer nicht gut auf die Bolschewiken zu sprechen sind, liegt wiederum auf der Hand ("Holodomor").

Putin hatte allerdings vor ein paar Jahren einen interessanten Ausspruch getätigt, dahingehend, dass im ersten ZK der SU nur die wenigsten Mitglieder Russen waren und die absolute Mehrheit einer anderen Gruppe angehörte.

Hauptverantwortlich für den sog. Holodomor war wiederum ein gewisser Lasar Moissejewitsch Kaganowitsch.

Laurenz

20. Februar 2022 10:42

Übrigens, hier die aktuelle Stellungnahme Gaulands im Reichstag zur Ukraine-Frage:

https://youtu.be/fEtzLayvLts

Maiordomus

20. Februar 2022 11:31

@Valjaean. Vornamen von Tyrann Kaganowitsch mit Schuldzuweisung Homodor: Wieder mal "Cherchez le juif.".Natürlich gab es unter denselben nebst Internationalisten auch grossrussische Nationalisten, vgl. analog Deutschland im 1. Weltkrieg und noch später. Vgl. auch den entsprechenden Anteil am russischen Kulturleben. Dass Stalin wie auch Putin freilich einem solchen "Einfluss" Grenzen zu setzen suchten, ist deren tiefem Misstrauen in Machtfragen, womit sie persönlich gut gefahren sind, zuzuschreiben. Siehe Machiavelli. In der Klaviatur des Personals, dessen man sich bedient, keine wirkliche oder angebliche Gruppe zu mächtig werden lassen. Galt in Westeuropa vielfach nicht nur den Juden gegenüber, auch den jeweiligen Konfessionen, siehe noch Bismarcks Kulturkampf-Politik. So misstrauisch er gegen katholischen Einfluss war, so sinnvoll fand er dessen "Ausleben" z.B. in den Missionen von Deutsch-Ostafrika.  

 

 

Laurenz

20. Februar 2022 12:04

@Maiordomus @Valjaean

An sich alles richtig, was Sie schreiben, allerdings sprach Sich Bismarck gegen die Kolonien aus. Sie waren Ihm zu teuer.

kikl

20. Februar 2022 12:12

@Laurenz

Inwiefern steht das im Widerspruch zu dem von mir Gesagten?

@kikl: "Es ist ohnehin eine interessante Frage in wie weit der Polenfeldzug als Beginn des 2. WK gezählt werden kann."

Stimmt, zum Weltkrieg kam es erst zwei Jahre später, Pearl Harbor und Unternehmen Barbarossa. Über den genauen Zeitpunkt kann man streiten.

"Der Russenhass und der Deutschenhass in Europa spielt jenen in die Hände, die schon seit langer Zeit eine Annäherung eben dieser beiden Nationen verhindern."

Damit sind die USA gemeint. George Friedman spricht die Strategie der Spaltung hier gelassen aus:

https://www.youtube.com/watch?v=Wijd10BZS1w

Hier ist seine Biographie:

https://de.wikipedia.org/wiki/George_Friedman

Man muss sich von der Illusion verabschieden, es ginge hier um "Souveränität" und "Demokratie". Russland fürchtet, dass die Pufferstaaten zwischen Russland und der Nato beseitigt werden. Die USA wollen diese Pufferstaaten beseitigen. Friedman nennt es "Containment".

https://www.youtube.com/watch?v=6UcXiUYLgbo

Nordlicht

20. Februar 2022 12:26

Weder die sprachlich-historischen Anmerkungen noch die Emotionalisierung der Geschehnisse vom 2014 ("johlender Mob") sind hilfreich für die Frage, welche Zukunft die Ukraine hat bzw ihr zu wünschen ist.

Aus Kiew gab es mehrfache, auch aktuelle Maßnahmen zur Unterdrückung der sprachlichen und kulturellen Eigenheiten der Einwohner der Ost-Ukraine. Andererseits hat die nicht-russischsprechende bzw. katholische Bevölkerung keinerlei Neigung zu Russland. Westukrainische Städte wie Lemberg und Czernovitz haben mit Russland nie etwas zu tun gehabt, dieser Teil der Westukraine ist eindeutig mitteleuropäisch orientiert.

Empfehlung: Trennung.

Nordlicht

20. Februar 2022 13:01

Interessantes Modell zum Ukraine-Konflikt:

https://www.youtube.com/watch?v=gphoRPhipjE&t=756s

 

wbs47

20. Februar 2022 13:14

@ Nordlicht

"Empfehlung: Trennung." Genau, und das nicht nur hier! Die meisten Brandherde könnten mit dieser einfachen Lösung gelöscht werden. Und, daß man (fast alle Staaten) das nicht als Lösung akzeptieren will, zeigt doch ganz klar, daß man von den dadurch zementierten Problemen profitieren will.  

tearjerker

20. Februar 2022 13:31

Hat Scholz inzwischen Sicherheitsgarantien für die Krim-, Wolhynien- und Sumpfdeutschen ausgesprochen? Wurden die aufständischen ost-ukrainischen Republiken als separate Staaten von Russland anerkannt, oder werden die Gebiete direkt Teil der Russischen Föderation? Wieso spricht die deutsche Verteidigungsministerin von ‚Seiberraum‘? Ist Ischinger sowas wie Schwab, nur für Rüstung und Krieg?

Kommentar Sommerfeld: Ja, da können Sie rechthaben. Schauen Sie mal hier: https://www.maz-online.de/Nachrichten/Politik/Muenchner-Sicherheitskonferenz-Wolfgang-Ischinger-zeigt-sich-im-EU-Pulli

Wann wird Weissruthenien der Russischen Föderation beitreten? Schnappt sich Moldawien Transnistrien, wenn der Konflikt eskaliert? Schielt Polen auf die Ostgrenze von 1922?

Sandstein

20. Februar 2022 13:59

So stark und frisch wie der erste Teil daherkommt so schwach ist der zweite Teil. Da ist viel Wunschdenken dabei..

ich zitiere:

"Indes: Der Terrorstaat war der einzige modus vivendi und existendi dieses deklarierten Schlaraffenlandes, sodaß Putins Urteil unangreifbar (wenn auch logisch paradox bis unmöglich) wäre, hätte er gleichzeitig gesagt, daß es auch eine weitere geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen wäre, wenn die UdSSR fortgedauert hätte.

Von diesen beiden Katastrophen wählte der Zufall heißende Gott die eine."

Das führt sich doch selbst ad absurdum in Verbindung mit der richtigen Analyse des "totsaufens" des Imperiums. Das Ende der UdSSR war doch kein Zufall, sondern wie eigentlich richtig anaylisert wurde eine zwangsläufige Folge der Konstruktion.

Also ich für meinen Teil find diesen Text echt seltsam. 

Maiordomus

20. Februar 2022 14:22

@Bismarck. Dass die Kolonien nicht rentierten, ist eine historische Banalität, passt jedoch nicht ins marxistische Ausbeutungsschema mit Spätfolge zum derzeitigen einschlägigen Schuldkult. Portugal wurde "dank" seiner Kolonien vor 1975 zum ärmsten Land Westeuropas. Nun aber gab es die deutschen Kolonien zur Zeit Bismarcks nun mal, und bei den katholischen und auch anderen christlichen Missionen sah indes Bismarck aus deutscher Sicht ein aus deutscher Sicht gutes "Preis-Leistungs-Verhältnis". Das Missionskonzept von Pater Andreas Amrhein verband konsequent Mission mit Entwicklungshilfe in  Richtung handwerklicher, mit der Zeit auch technischer Ausbildung. Als verdienstvoll muss das Engagement der deutschen Benediktiner gesehen werden, natürlich auf der damaligen weltanschaulichen Grundlage dessen, was man den "Zivilisationsprozess" nannte. Demselben fühlte sich durchaus auch noch ein Albert Schweitzer verpflichtet, der zu dieser Thematik übrigens nach der Wiedereroberung des Elsass 1940 in einem deutschen Verlag publizierte. 

RMH

20. Februar 2022 14:28

@Nordlicht,

danke für den link zu Prof. Dr. Christian Rieck.

Bitte dann auch unbedingt noch das zweite Video von ihm, mit der Taiwan Erweiterung, ansehen:

Ukraine + Taiwan: Spieltheorie (Reputationsspiel und Strategeme) - YouTube

Seine Analysen bringen aktuell meiner Meinung nach mehr, als die historischen Beckmessereien, die hier in der Debatte teilweise abgefahren werden. Spätestens seit Ludwig XIV sollte es doch bekannt sein, dass die Historie, alte Urkunden und Verträge (die man zur Not auch frisiert) gerne als Scheinargumente (insbesondere für die Täuschung oder Begeisterung des eigenen Volkes) für die Durchsetzung von eigentlichen, aktuellen Interessen verwendet werden.

Laurenz

20. Februar 2022 15:16

@Kikl @L

"II. Krieg ab Barbarossa?"

Wohl nicht. Stalin legte Hitler rein. Stalin war fest davon überzeugt oder wußte es, daß die beiden Westmächte Deutschland wegen des Polenfeldzugs den Krieg erklären würden. So würde sich Europa aufreiben, während er, Stalin, zuschaute. Außerdem war Stalin insoweit im Bilde, daß die Wehrmacht Europa von allen Armeen leerfegen würde. Bei einer Landung in Britannien wäre die Stunde der Roten Armee gekommen.

@Maiordomus

Ich glaube Ihnen die Details unbesehen. Die wichtigste Errungenschaft der deutschen Missionare war wohl die Entwicklung der einzigen schwarzen Schriftsprache, Kishuaheli.

In Xing Dao waren übrigens protestantische Missionare eingesetzt. Ich hatte mal einen Ritterkreuzträger kennenlernen dürfen, der in China geboren war & im Alter von 8 Jahren, 1922, von den Briten nach Deutschland deportiert wurde.

Hajo Blaschke

20. Februar 2022 15:24

Laurenz, Sie treten ja immer wieder mal als Besserwisser auf. Auch mit dem Schwachsinn, den Sie zur Krim loslassen.

Nochmals, die administrative Zuordnung der Krim zur Ukraine wurde von Malenkow veranlasst. Ihre Chrustschow-Märchen können Sie in der Bild- Zeitung verbreiten. Außerdem war dieser Akt nie völkerrechtswidrig. Die UdSSR könnte, wie jedes andere Land der Welt innerhalb ihrer Grenze administrative Regelungen treffen, ohne das Ausland dazu um Erlaubnis zu fragen. Zu Zeiten, als Russland die Krim von den Türken eroberte, gab es keine Ukraine.

Wenn Sie in dieser Frage nichts gesagt hätten, würde man Sie für einen Philosophen halten.

Niekisch

20. Februar 2022 15:30

"z. B. Gerhard Schröder gelang es trotzdem, Deutschland aus dem Irak-Krieg herauszuhalten"

@ Rheinlaender 19.2. 22:10: Laurenz hat schon auf die kurze politische Überlebenszeit Schröders verwiesen. Es beißt die Maus keinen Faden ab: Wir wollen, sollen und müssen Transatlantiker bleiben, nicht Atlanter. Das ist leider unser Schicksal.  

Lumi

20. Februar 2022 15:49

@RMH um 14:28

Meine Güte, was für ein sinnloses Dauergequassel dieses "Spieltheoretikers". Für diese Dreigroschenpsychologie gibt es bei uns Professuren? Es tun sich immer neue Abgründe auf.

Da wird ein nicht nur ungeeignetes, sondern völlig irreführendes Modell präsentiert, wo immer schön abwechselnd Züge gemacht werden.

Wozu historisches und militärisches Wissen? Weg mit dem Ballast! Das wesentliche lernt man in der Tagesschau. Den Rest einfach aus dem Bauch heraus vermuten.

Überhaupt: Wozu Geometrie und Integralrechnung? Gehen wir doch wieder in die erste Klasse und spielen mit bunten Steckwürfeln.

Also wirklich.

RMH

20. Februar 2022 16:13

"Es beißt die Maus keinen Faden ab: Wir wollen, sollen und müssen Transatlantiker bleiben, nicht Atlanter. Das ist leider unser Schicksal."

Richtig - und dank der von Schröder über Merkel bis jetzt RGG praktizierten "Energiewende" wird Deutschland den höchsten Preis von allen westeuropäischen Ländern zahlen. Für Fracking-Gas aus USA und Qatar. Zudem bricht Russland dann als Abnehmer von Exportwaren weg. 

RMH

20. Februar 2022 17:37

"Wozu historisches und militärisches Wissen? Weg mit dem Ballast!"

@Lumi,

in der aktuellen Situation - so schwer es den belesenen Intellektuellen in ihrem ewigen Mitteilungsbedürfnis auch fällt - braucht man das in der Tat eigentlich überhaupt nicht mehr, da Positionen sich klar zeigen. Es geht in der Prognose, wie wohl entschieden wurde oder nicht wird, nicht mehr darum, wer, wem, was, wann, zugesagt oder gar schriftlich gegeben hat oder ob jetzt die Ruthenen sich nicht so haben sollen und sich besser wieder bei den Russen einordnen etc, bla, bla, bla. Es ist eine Situation, bei der es nur noch darauf ankommt, was wird wohl noch passieren.

Und da kommt die seit Jahrzehnten etablierte Spieltheorie ins Feld (da gabs im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich sogar schon einen Nobelpreis dafür). Der werte Professor simplifiziert zum besseren Verständnis stark, labert aber nichts "psychologisches" sondern geht lediglich von rationalen Entscheidungsträgern aus. Ein Verlierer steht schon mal fest: Es ist, wie immer, Deutschland.

Hajo Blaschke

20. Februar 2022 17:52

@ RMHD

Die Spieltheorie von Herrn Rieck ist ein schöner Zeitvertreib für dunkle Winterabende. 

Die Realität bezgl. Taiwan sieht aber anders aus.

Taiwan ist eine Provinz Chinas. Das haben u.a. auch die USA anerkannt. Die Taiwanesen wissen das auch und der Umgang des chinesischen Festlandes und Taiwans miteinander ist völlig anders als man es in Europa von den Systemjournalisten verbreitet wird. Es gibt sehr gut funktionierende wirtschaftliche Beziehungen. Ein Vergleich der Situationen in der Ukraine mit Taiwan ist auf keinen Fall sinnvoll, weil man keine Rückschlüsse von einem Fall auf den anderen ziehen kann.

Zur Ukraine: laut Aussagen vieler Ukrainer sprechen etwa 80% der ukrainischen Soldaten als Muttersprache Russisch. Wer da glaubt, dass bei einem Zusammenstoß ukrainischer Armeetruppen mit russischen die ukrainischen bis zum letzten Blutstropfen für die korrupte Elite kämpft, glaubt auch an den Osterhasen. Noch dazu, wo ukrainische Armeetruppen aufgrund der infolge Korruption sehr mangelhaft ausgestattet sind und russischen Truppen haushoch unterlegen sind.

 

 

kikl

20. Februar 2022 18:20

@lumi

Ich finde, es ist eine hübsche Idee, einen Entscheidungsbaum aufzuzeichnen und zu bewerten, wer von den Entscheidungen am meisten profitiert. Allerdings sind diese Bewertungen sehr ungewiss und subjektiv. Ohne diese Ungewissheit zu berücksichtigen, erscheint mir das Ganze arg verkürzt zu sein. 

Deshalb hat er mich auch nicht überzeugt. Ich kann auch keine bahnbrechende Idee erkennen, die es rechtfertigt, seine Überlegungen als "Spieltheorie" zu bezeichnen.

Laurenz

20. Februar 2022 18:30

@Hajo Blaschke L.

"Nochmals, die administrative Zuordnung der Krim zur Ukraine wurde von Malenkow veranlasst."

Kein Problem, dann legen Sie uns doch bitte Ihre Quellen vor. 

https://www.welt.de/geschichte/article125628675/Und-ploetzlich-gehoerte-die-Krim-zur-Ukraine.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Sewastopols

Was die Legalität angeht, so ist die Übertragung ostdeutscher Provinzen an Polen genauso illegal, wie, wenn Senilus Scholz Bayern den Österreichern "schenkt".

RMH

20. Februar 2022 19:43

"laut Aussagen vieler Ukrainer sprechen etwa 80% der ukrainischen Soldaten als Muttersprache Russisch. Wer da glaubt, dass bei einem Zusammenstoß ukrainischer Armeetruppen mit russischen die ukrainischen bis zum letzten Blutstropfen für die korrupte Elite kämpft, glaubt auch an den Osterhasen."

@H.B.: Auch ohne jemals nur einen Schritt in diese Land getan zu haben, entspräche es bei dem offenkundigen, militärischen Kräfteverhältnis vollkommen rationalem Handeln, wenn man VOR einem Angriff sich erst einmal aufplustert und Kampfeswillen zeigt, in der Hoffnung, dass ein Angriff ausbleibt und bei einem Angriff sich dann doch lieber überrollen lässt bzw. die Waffen streckt, um größeres Blutvergießen zu verhindern. Von allem, was öffentlich irgendwie als Pläne bekannt wurde (die wahren Pläne kennt keiner - das Veröffentlichen von solchen durch die USA ist ja bereits ein Mittel der Auseinandersetzung), scheint Russland ja auch gar nicht vorzuhaben, den westlichen Teil, wo ernsthafter Partisanenwiderstand sich zeigen könnte (so wie nach dem WK II auch), zu besetzen, Es scheint eher eine Teilung beabsichtigt. Wie auch immer: Bei 150tsd russischen Soldaten werden aber auch nicht alles Spezialeinheiten sein, sondern auch eine Vielzahl solcher, die ihr Leben bei sich zeigendem Widerstand auch nicht opfern wollen. Für unsereinen ist und bleibt es Kaffeesatzleserei. Aktuell spricht nach wie vor viel dafür, dass es zu keinem Krieg kommt.

Hajo Blaschke

20. Februar 2022 20:09

Laurenz, Sie sind hinlänglich bekannt durch (....)

Kositza: Pardon, nein. Herr Blaschke, das dürften Sie doch wissen, daß dergleichen weder von mir noch von meinen Kollegen freigestellt wird.

Maiordomus

20. Februar 2022 20:55

"Unbesehen". @Laurenz, und das bei katholischer Mission in Afrika? Pater Andreas Amrhein, auch Künstler und Erfinder, gehört zu den bedeutendsten strategischen Denkern der deutschen Missionsgeschichte, nach Vorbild mittelalterlicher Klöster wie Fulda und St. Gallen strebte er, aber angepasst auf afrikanische Verhältnisse, wirtschaftlich autarke grosse natürlich auch religiöse Bildungszentren an auf der Basis der Errichtung vielfältiger Werkstätten. Seine Pionierarbeit, auch von Bismarck anerkannt, endete freilich, weil er im Rahmen der als Doppelkloster geführten Missionsarbeit nebenbei noch die (deutsche) Priorin der Frauenabteilung seines Projektes geschwängert hatte und dann bald darauf nach Deutschland zurückbeordert wurde, wo er in aller Stelle seine weiteren Jahre verbrachte. Ein hervorragender Missionsbischof war nach der Ablösung der deutschen Mission der genial sprachbegabte Schweizer Gallus Steiger, der schon mit 14 Jahren lateinische Aufsätze schrieb, in Daressallam eine Suaheli-Grammatik für die "Eingeborenen" veröffentlichte, beim Kirchenbau auf Kirchenuhren sehr Wert legte in Richtung Erziehung zur Pünktlichkeit. Ein linkskatholischer Kollege von mir schrieb freilich unterdessen ein Buch mit dem Titel "Mission am Ende". Das Thema darf diskutiert werden. 

Hajo Blaschke

20. Februar 2022 20:57

Frau Kositza, ich bin mittlerweile voll orientiert über Ihre Zensurgewohnheiten. Vielleicht glauben Sie, dass Sie mit der Veröffentlichung von Beiträgen von immer wieder derselben Leute etwas zur Meinungsfreiheit beitragen. Sie machen sich dadurch nur lächerlich. Machen Sie weiter so und irgendwann in gar nicht ferner Zeit wird sich dieser Blog als im eigenen Saft ersoffen, überflüssig machen.
Kositza: OK.

Lumi

20. Februar 2022 21:06

@RMH um 17:37

Ich bin ja gar nicht so belesen und gehöre hier sicher eher zur VT Fraktion als zu den Gebildeten.

Aber dieser "Spieltheoretiker" scheint sich hier einfach ein angesagtes Thema zu schnappen, um sein Buch zu promoten. Dabei reduziert er den Konflikt in der Tat und ganz genau auf Dreigroschenpsychologie. Das ist überdeutlich.

Wie kommt er überhaupt auf Taiwan? Als wäre das die naheliegende Option für die Ausweitung der Kampfzone. Hier sehe ich Syrien, das Mittelmeer und die Ostsee.

Die Anglo Fraktion hat Interesse an einem begrenzten Konflikt. Ob schon jetzt oder später wird man sehen. Ein paar Osteuropäer werden mitgesteuert. D/F sind leider nicht Herren im Haus. Der Russe wird eher zuschlagen als daß er zusieht, wie aus der Ukraine ein NATO Glacis wird. Das hat mit den realen (im Gegensatz zu den phantastischen) militärischen Gegebenheiten zu tun.

@kikl - Scholz, gescholzt, kapiert.

@Ukraine - Eine sehr schöne und einleuchtende Erläuterung zu den ukrainischen Landschaften habe ich vor ein paar Jahren von einem Oles Buzyna gelesen. War auf englisch. Leider wurde er von kriminellen Elementen ermordet, wohl weil er sich über den ukrainischen Nationalismus lustig gemacht hat.

Laurenz

20. Februar 2022 21:13

@Hajo Blaschke @RMHD

"Taiwan ist eine Provinz Chinas."

Das kann man so oder so sehen.

In der über 3k-jährigen Geschichte Chinas, ist die Zugehörigkeit Taiwans zu China doch arg kurz. Das erste mal kam Taiwan/Formosa 1684, bzw. 1705 zu China. Von 1895-1945 stand Taiwan unter japanischer Herrschaft. Von 1912-49 war ganz China national-chinesisch. Seit 1949 steht Taiwan auch nicht unter der Herrschaft Chinas. Also liegt nicht einmal eine 200jährige Zugehörigkeit Taiwans zu China vor. Es gäbe gar kein Problem, wenn ganz China wieder national-chinesisch würde.

Sie sind historisch zu wenig differenziert.

RMH

20. Februar 2022 21:27

"Wie kommt er überhaupt auf Taiwan?"

@Lumi,

sagt der Herr Prof. doch Eingangs selber. In den Kommentaren zu seinem ersten Video wurde danach gefragt und da hat er eben nachgelegt. Wenn ich mich nur mal an jüngste Gespräche im eigenen Bekanntenkreis erinnere, kam dort auch oft das Thema auf, ob bei einer Ukraine-Auseinandersetzung China nicht evtl. die Ablenkung der anderen Mächte ausnützen könnte, um hier ein lang gesetztes Ziel zu erreichen. Spekulationen eben ...

Laurenz

20. Februar 2022 21:58

@Lumi @RMH

Will gar nichts gegen Ihren Beitrag schreiben. Aber überdenkenswert ist, daß jede Großmacht eine Art Monroe-Doktrin für sich in Anspruch nehmen will, während die USA natürlich der Ansicht sind, daß nur ihnen eine solche Doktrin zusteht & sie die Interessenlagen anderer Großmächte einen feuchten Kehricht interessieren muß (siehe aktuelle Gauland-Rede). Um Druck auszuüben überdenkt Rußland schon seit einiger Zeit öffentlich, ob es einen Militär-Stützpunkt in Venezuela aufmachen soll. Bezüglich territorialer Einflußräume hat der "Spielleiter" so gesehen nicht ganz Unrecht. Rußland, wie China sind von us amerikanischen - oder NATO-Truppen umzingelt, wobei man bei Rußland & seiner Größe etwas ins Detail gehen muß. Da geht es vor allem um die Regionen Moskau & Petersburg.

Wenn man Tim Marshall liest, erfährt man, daß man ohne Erdkrümmung von Warschau bis Moskau schauen könnte, alles eine riesige Ebene, ideal für Invasionen, in jede Richtung.

Rheinlaender

20. Februar 2022 22:47

@Laurenz

"Welche relative Schwäche Rußlands meinen Sie."

Einige Beobachter halten die russischen Streitkräfte für deutlich schwächer als diese sich präsentieren. Modernes Gerät sei nur in geringen Stückzahlen vorhanden und der Bereitschaftsgrad des Geräts werde übertrieben dargestellt. Daran werde sich nichts ändern, weil es dem russischen Staat an Wirtschaftskraft mangele. Die Moral der Soldaten sei zudem gering. Russland sei nicht in der Lage, Westeuropa konventionell zu bedrohen, und der russische Staat verfüge auch nicht über die "Soft Power", um in seinem Sinne relevante Unterstützung in Mittel- und Osteuropa zu mobilisieren. Die Lage sei daher günstig, um die russische Einflusssphäre in der Region zu verkleinern. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln um darauf zu reagieren (Gaslieferungen, Cyberangriffe, Migrationswaffe etc.) isoliere und schwäche sich der russische Staat nur zusätzlich, falls er sie einsetze. Russland werde auch langfristig immer schwächer werden, da das Staatsvolk rasch schrumpfe, feindselige Minderheiten ebenso rasch wachsen und ein tragfähiges Wirtschaftsmodell nicht vorhanden sei.

Laurenz

21. Februar 2022 08:27

@Rheinlaender @L.

"Rußlands Wirtschaftkraft"

ist ungefähr so groß, wie die von Spanien. Aber da hört schon jeder Vergleich auf. In Rußland kann keiner einen Toaster bauen, aber gute Waffen ohne Ende.

Meinen Sie tatsächlich, die exorbitante Zuwanderung in den USA 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/19320/umfrage/gesamtbevoelkerung-der-usa/

hätte diese weiter gebracht? Eher nicht in meinen Augen.

Es geht hier in keiner Weise um Zahlen, sondern nur um Kampfwert. Im Syrien-Konflikt hat Rußland mit minimalen Aufwand ((gut 3 Milliarden US$, (zum Vergleich der letzte Irak-Krieg der USA, 1.500 Milliarden US$)) erfolgreich einen asymmetrischen Krieg geführt & damit den so gut wie immer militärisch erfolglosen Westen (siehe Trumps Aussage zu den Kriegen der USA) vorgeführt.

RMH

21. Februar 2022 09:12

@Rheinländer,

ihre Ausführungen sprechen eher für ein militärisches Vorgehen Russlands als dagegen, denn aktuell dürfte die Ukraine trotz kurzfristiger Waffenlieferungen noch nicht stark genug und entsprechend trainiert an modernerem Gerät sein - Zudem, warum sollte man als Durchschnittsukrainer (nicht Westukrainer) groß den Helden spielen? Man kennt doch die Russenherrschaft ...

Das, was Russland mit seinen Militärreformen - nach dem bisher bekannten - in den letzten Jahren geschafft hat, war bereits vorhandenes Material (davon war eben sehr viel da) wieder buchstäblich so "in Schuss" zu bringen und das Militär so zu organisieren, dass es alles unterhalb der Nato oder China oder anderen Atommächten mit sehr hoher Sicherheit schlagen kann. Solange man die Luftüberlegenheit hat, kann man bei gut organisierter und trainierter Artillerie, bei der nur die Feuerleitung upgedatet wurde, auch mit uralten Geschützen auf Lafetten oder den alten Raketenwerfern viel erreichen, da braucht man noch nicht einmal moderne Panzerhaubitzen dafür. Rein militärisch spricht daher sehr viel für einen Angriff jetzt. Aber das Militär alleine entscheidet so etwas ja nicht, da sind noch ganz andere Kosten und Nachteile einzukalkulieren.

Rheinlaender

21. Februar 2022 09:56

@Laurenz

Ich bezog mich beim Thema "Soft Power" nicht auf Zuwanderung, sondern auf die Fähigkeit, politische Massenbewegungen ins Leben zu rufen, welche im Sinne der eigenen Interessen agieren. Das ist den Amerikanern und ihren Verbündeten in Osteuropa gleich mehrfach gelungen, den Russen aber nicht.

Was die russischen Militäreinsätze angeht, so scheinen die Russen strategisch deutlich klüger als die USA agiert zu haben. Es ist eben aussichtsreicher, wie im Fall Syriens eine etablierte Regierung beim Kampf gegen Aufständische zu unterstützen als (wie im Irak und Afghanistan) aus dem Nichts heraus neue, im jeweiligen kulturellen Umfeld noch nie zuvor verwirklichte Ordnungen aufbauen zu wollen. Grundsätzlich militärisch erfolgreicher bzw. leistungsfähiger scheinen die Russen im Vergleich zu den Amerikanern aber nicht zu sein.

Gustav Grambauer

21. Februar 2022 09:57

Laurenz

"In Rußland kann keiner einen Toaster bauen, aber gute Waffen ohne Ende."

Witz (hab` ich irgendwann schon mal gebracht):

Väterchen Maxim Semjonowitsch arbeitet in der geheimen Nähmaschinenfabrik Nr. 45 des geheimen Rayon Nr. 25 des geheimen Oblast Nr. 26. Da ihm sein Lohn nicht reicht, schmuggelt er regelmäßig Nähmaschinenteile nach Hause in seine Kwartira in der der geheimen Siedlung Nr. 38 des geheimen Gorodok Nr. 58, die er dort zu Nähmaschinen zusammenbauen will, welche er auf dem Schwarzmarkt zu vertickern plant. Aber wie er die Teile auch zusammenbaut - es kommt zum Erstaunen der um den Küchentisch herum versammelten ganzen Familie immer eine Kala dabei heraus!

- G. G.

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