Zur Lage in der Ukraine

Die ersten Bilder, die uns heute Morgen aus der Ukraine erreichten, erinnerten stark an Aufnahmen aus dem März 1999:

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Damals begann die NATO, Zie­le im dama­li­gen Jugo­sla­wi­en zu bom­bar­die­ren. Aus der Ukrai­ne wur­de Explo­sio­nen aus der Nähe gro­ßer Städ­te gemel­det, die Luft­an­grif­fe gal­ten offen­sicht­lich der Infra­struk­tur und mili­tä­ri­schen Einrichtungen.

Auch wenn die Lage in der Ukrai­ne noch unüber­sicht­lich ist, so scheint doch fest­zu­ste­hen, daß Ruß­land mitt­ler­wei­le auch mit Boden­trup­pen auf ukrai­ni­schem Ter­ri­to­ri­um ope­riert. Die Ukrai­ne hat den Kriegs­zu­stand aus­ge­ru­fen, selbst in Kiew füh­len sich vie­le Ukrai­ner nicht mehr sicher, son­dern ver­su­chen die Stadt Rich­tung Wes­ten zu verlassen.

Putin hat­te das Vor­ge­hen heu­te früh um kurz nach vier Uhr ange­kün­digt: “Ich habe die Ent­schei­dung für eine Mili­tär­ope­ra­ti­on getrof­fen.” Gleich­zei­tig for­der­te er das ukrai­ni­sche Mili­tär auf, “die Waf­fen nie­der­zu­le­gen”. Zur Begrün­dung gab er an, daß die sepe­ra­tis­ti­schen Volks­re­pu­bli­ken Luhansk und Donezk um Bei­stand gebe­ten hat­ten, um Angrif­fe durch die ukrai­ni­sche Armee abzuwehren.

Putin bezog sich in sei­ner Anspra­che aus­drück­lich auf das Vor­ge­hen der NATO in Jugo­sla­wi­en und der USA im Irak, an die er die Dro­hung rich­te­te: “Jeder, der ver­sucht, sich bei uns ein­zu­mi­schen, unser Land und unser Volk bedroht, muss mit einer sofor­ti­gen Reak­ti­on Russ­lands rechnen.“

Ins­be­son­de­re die­ser Satz ist für die Eska­la­ti­on der Situa­ti­on am heu­ti­gen Tag auf­schluß­reich, bringt er doch zum Aus­druck, wo Putin sei­ner­seits eine Grenz­über­schrei­tung des Wes­tens wahr­ge­nom­men hat. Ganz ähn­lich wie die USA betrach­tet sich Ruß­land als eine Hege­mo­ni­al­macht, die streng dar­auf ach­ten muß, daß sich in ihrem Ein­fluß­ge­biet kei­ne ande­re Groß­macht eta­blie­ren kann. Die Ame­ri­ka­ner hal­ten es seit dem 19. Jahr­hun­dert mit der Mon­roe-Dok­trin, nach der sich kei­ne frem­de Macht auf dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent enga­gie­ren darf. Die­ser Vor­be­halt wur­de fast immer respek­tiert, und als sich die Sowjets 1962 auf Kuba eine mili­tä­ri­sche Basis schaf­fen woll­ten, kam es des­halb fast zum Weltkrieg.

Die rus­si­schen Sicher­heits­in­ter­es­sen spie­len hin­ge­gen in den Über­le­gun­gen ame­ri­ka­ni­scher Geo­stra­te­gen kaum eine Rol­le. Im Gegen­teil: Durch die Unter­stüt­zung des „regime-chan­ges“ auf dem Euro­mai­dan hat man die Ukrai­ne offen ins west­li­che Lager zu lot­sen ver­sucht. Für die USA ist die­se Ent­wick­lung rela­tiv unge­fähr­lich, da sie nicht vor ihrer Haus­tür statt­fin­det und bis­lang nichts dafür spricht, daß sich die USA dort mili­tä­risch enga­gie­ren werden.

Die Ukrai­ner hin­ge­gen ste­hen in die­sem Moment ziem­lich allein­ge­las­sen einer mili­tä­ri­schen Super­macht gegen­über und sind die Leid­tra­gen­den eines Kon­flikts, der auf ihrem Rücken aus­ge­tra­gen wird.

Die Inter­es­sen­la­ge in der Ukrai­ne ist rela­tiv eindeutig.

  1. Das Land selbst muß auf sei­ner ter­ri­tor­i­ta­len Inte­gri­tät bestehen, vor allem nach­dem die Abtren­nung der Krim von ihren ver­meint­li­chen Ver­bün­de­ten mit einem Schul­ter­zu­cken beant­wor­tet wurde.
  2. Die Rus­sen in der Ost­ukrai­ne pochen auf das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker und füh­len sich von der ukrai­ni­schen Regie­rung wegen ihres Auto­no­mie­stre­bens mit andau­ern­dem Krieg über­zo­gen. Die­ses Auto­no­mie­stre­ben ist nur des­halb nicht völ­lig aus­sichts­los, weil die­se Gebie­te an Ruß­land grenzen.
  3. Ruß­land wie­der­um sieht sei­ne Sicher­heits­in­ter­es­sen miß­ach­tet, wenn die Ukrai­ne lang­fris­tig Mit­glied in EU oder NATO wer­den sollte.

Die Mög­lich­kei­ten, eine Inte­gra­ti­on der Ukrai­ne in west­li­che Bünd­nis­se zu ver­hin­dern, waren über­schau­bar, nach­dem in den letz­ten Jah­ren deut­lich gewor­den ist, daß der Wes­ten nicht bereit war, die Neu­tra­li­tät der Ukrai­ne zu för­dern. Es ist kon­se­quent von Putin, nicht abge­war­tet zu haben, bis die Ukrai­ne NATO-Mit­glied wur­de (wie die bal­ti­schen Staa­ten es bereits sind). Er hät­te dann nicht mehr ein ein­zel­nes Land, son­dern ein Bünd­nis ange­grif­fen. Nun aber fal­len kei­ne Bom­ben auf Ruß­land, allen­falls reg­net es Drohungen.

Im Inter­es­se der betrof­fe­nen Men­schen in den Kriegs­ge­bie­ten kann man nur hof­fen, daß es sich bei der jetzt lau­fen­den Ope­ra­ti­on nur um den rus­si­schen Ver­such han­delt, in eine bes­se­re Ver­hand­lungs­po­si­ti­on für eine dau­er­haf­te Frie­dens­ord­nung in Ost­eu­ro­pa zu gelan­gen. Ein dau­er­haf­ter Krieg wäre nicht nur für die Ukrai­ne und Ruß­land, son­dern auch für ganz Euro­pa ver­hee­rend und wür­de die Posi­ti­on der USA nach­hal­tig stärken.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (66)

Gustav

24. Februar 2022 13:57

"Im März 2021 hat die Ukraine eine neue Militärstrategie verabschiedet. Dieses Dokument ist fast ausschließlich der Konfrontation mit Russland gewidmet und zielt darauf ab, ausländische Staaten in einen Konflikt mit unserem Land zu ziehen. Die Strategie sieht vor, auf der Krim und im Donbass eine Art terroristischen Untergrund aufzubauen. Sie umreißt auch die Konturen des zu erwartenden Krieges, der nach Ansicht der heutigen Strategen in Kiew – ich zitiere ab hier – „mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft zu für die Ukraine günstigen Bedingungen“ enden soll. Und auch, wie sich Kiew heute ausdrückt, und ich zitiere auch hier, hören Sie bitte genauer hin „mit der militärischen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft in einer geopolitischen Konfrontation mit der Russischen Föderation.“ Im Grunde genommen ist das nichts anderes als die Vorbereitung einer militärischen Aktion gegen unser Land – gegen Russland.

Wir wissen auch, dass es bereits Erklärungen gegeben hat, dass die Ukraine ihre eigenen Atomwaffen entwickeln wird, und das ist keine leere Angeberei. Die Ukraine verfügt über sowjetische Nukleartechnologie und die Mittel zum Einsatz solcher Waffen, darunter Flugzeuge und Tochka-U-Raketen, ebenfalls sowjetischer Bauart, mit einer Reichweite von mehr als 100 Kilometern. Aber die werden sie erhöhen, das ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt Know-how aus der Sowjetzeit."

https://www.anti-spiegel.ru/2022/praesident-putins-komplette-rede-an-die-nation-im-wortlaut/

Avalon

24. Februar 2022 14:43

Ich stelle immer wieder..mindestens alle 30 Jahre..kollektieven Gedächtnisverlust fest. Zunächst: Die US-Geschichte wäre eine andere, wenn die Ureinwohner die ersten Siedler nicht durchgefüttert sondern ins Meer zurück getrieben hätten. Für diesen Fehler zahlen sie bis heute den Preis. Seen von Blut, in denen USA ersaufen müsste. Rauchende Colts. Wir verteilen Demokratie, Chewing Gum und Coca Cola weltweit. Und wem das nicht passt, dem schlagen wir die Birne ein. Das ist deren DNA. Jetzt jammern sie herum. Greinen, barmen. Im Wk2 hat dieser naive Idiot Roosevelt mi dem blutrünstigen Bastard Stalin (Onkel Jo..wie süß) im Bett gelegen und zusammen mit Churchill (der Onkel Jo besser eingeschätzt hat, weil er den selben kriminellen Charakter hatte) eine heilige Waffenbrüderschaft geschmiedet, um Nazi-Deutschland endgültig zu erledigen. Und damit der Roten Armee sozusagen den Weg nach Mitteleuropa freigeschossen hat. Das, was Hitler mit Stalin ausgekungelt hat bzgl. der Balten, haben sie anschließend in Jalta abgesegnet. Sie haben Stalin den Arsch gerettet und ließen sich anschließend von ihm auf der Nase herumtanzen. Die Naziidioten hatten bis 1941 jede Chance. In der Ukraine wurden Sie mit Brot und Salz begrüßt. Mit hirnloser Randale haben sie alles verspielt. Wenn Herr Putin die Zeit zurückdrehen möchte..etwa in die Zarenzeit..einverstanden. Denn zu der Zeit gehörte Ostpreußen noch zu Deutschland. Bekommen wir das dann auch wieder zurück?

MARCEL

24. Februar 2022 14:51

Möglich, dass die USA (also die NATO) ihre Präsenz verstärken. 

Spannend ist aber die Frage, was macht China mit Taiwan und die Türkei mit Zypern?

Ich fürchte, Erdogan wird nicht hinter Putin zurückfallen wollen und könnte sich im Handstreich Zypern (Griechenland?) einverleiben. 

Rheinlaender

24. Februar 2022 14:58

Offenbar liegt hier das typische Sicherheitsdilemma vor: Die ukrainische Regierung will der NATO beitreten, weil sie den Staat durch Russland bedroht sieht, und Russland bedroht die Ukraine, weil sie der NATO beitreten will. Eine kluge Politik von westlicher Seite hätte diesen Konflikt entschärfen können, was aber nicht gewollt war, weil man davon ausging, dass Russland nicht eskalieren würde weil es zu schwach sei. Jetzt wird man aus der Sache nicht mehr so leicht rauskommen, denn wer in einem laufenden Konflikt zurückweicht, steht als Verlierer da, was keine Seite will.

Hajo Blaschke

24. Februar 2022 15:14

Gestern, am 23. Februar gegen 23 Uhr hat die ukrainische Armee begonnen, massiv die Volksrepubliken militärisch zu attackieren. Die Präsidenten beider Republiken haben um russische Hilfe gebeten. Ziel der russischen Militäraktion ist die Befreiung der gesamten Gebiete beider Republiken und die Entmilitarisierung der Restukraine durch punktgenaue Zerstörung militärischer Objekte auf dem gesamten Gebiet der Ukraine. Horrornachrichten über Bombardierungen ziviler Objekte sind Fake News.

Im Rahmen der Militäraktion ist keine Besetzung von ukrainischen Gebieten außerhalb der Republiken vorgesehen.

Es ist das geschehen, was vorherzusehen war: kein Widerstand ukrainischer Grenztruppen, teilweise kopflose Flucht ukrainischer Militäreinheiten, Zustimmungsaktionen aus Gebieten wie z.B. Odessa, Charkow, Saporoshje, Dnepropetrovsk zum russischen Vorgehen. Die Ukraine ist militärisch nicht mehr handlungsfähig.

RMH

24. Februar 2022 15:17

@Gustav,

schön geschrieben, dafür gibt es einen Fleißpunkt von Russland. 

Aktuell ist Krieg in Europa und der sollte so schnell wie möglich und mit so wenigen Toten, Verwundeten und Versehrten wie möglich enden. Die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine sollen schon in Deutschland sein (weiß ich aus erster Hand).

Waldgaenger aus Schwaben

24. Februar 2022 15:30

Ich hoffe diese Wutrede wird veröffentlicht!

 

1. Die gesamte deutsche Parteienlandschaft ausser den Transatlantikern in der CDU/CSU und FDP hat in der Prognose versagt.

1.1 Putin will nur ernst genommen werden und mit der NATO verhandeln, das sie die Ukrane nicht aufnimmt. die Ukraine wird er nicht angreifen

1.2 Ok, er setzt Truppen ein, aber Putin wird maximal die Separatisten unterstützen und wir an der Demarkationslinie halt machen

1.3 OK, er marschiert weiter. Putin will nur die Oblaste Donzek und Luganzk

1.4 OK die ganze Ukraine will er, aber NATO Grenzen wird er nicht überschreiten

Soll ich Leuten glauben, die seit Jahren die Bösartigkeit Putins unterschätzen?

 

Waldgaenger aus Schwaben

24. Februar 2022 15:48

2/2

Der Westen hat Fehler gemacht. Aber Putin beschwört ganz konkret eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen NATO und Russland herauf. Der Jugoslawien-Krieg mag ethisch genauso falsch gewesen sein, wie jetzt derAngriff auf die Ukraine.

Aber Jugoslawien hatte keine Grenze zu russischem Gebiet.

Die Ukraine aber grenzt an Polen. Was wenn die ukrainischen Truppen zum Beispiel unter Waffen auf polnisches Gebiet vordringen und von dort den Feind bekämpfen? Niemand auch Putin nicht kann den weiteren Kriegsverlauf vorher sehen. Was wenn die Ukraine sich stärker wehrt, als vorhergesehen. Wird der Westen wochenland dem tapferen Kämpfen und Sterben der Ukraine zusehen, oder wird er Waffen liefern, über polnisches Gebiet oder das schwarze Meer von Rumänien aus.

Fazit: Putin beschwört den 3. Weltkrieg herauf! Die deutsche Rechte hat seine Agressivität aus purem Antiamerikanismus unterschätzt anstatt jetzt den Fehler einzusehen, verteidigt sie ihn noch und beschäftigt sich mit sinnlosen Sandkastenspielen aus dem vorherigen Jahrhundert.

Laurenz

24. Februar 2022 15:56

Putins Angriff ist nur konsequent. Nach über 20 Jahren Verhandlungen hat er die Nase voll. Die Nato hat nichts entgegenzusetzen. Auch wenn Putin morgen Polen kassiert, wird nichts passieren. Mit was denn? Putin wird die gesamte Ukraine einkassieren. Nur dadurch sind die Amis draußen & Ruhe ist. Der Nato-Imperialismus ist unsäglich. Was hat die Bayern im südchinesischen Meer verloren? Wacht mal auf.

@Avalon

Historisch liegen Sie falsch. Die Ukrainer sind heute ein gescheiterter Staat und waren auch damals keine Hilfe.

Gustav

24. Februar 2022 15:57

Soll ich Leuten glauben, die seit Jahren die Bösartigkeit Putins unterschätzen?

Carlson stößt übel auf, dass Joe Biden eng verstrickt mit ukrainischen Oligarchen sei und deshalb alle Amerikaner seinen Hass auf Putin unterstützen sollten. Der Hass bei Biden und seiner Vize-Frau Kamala Harris sei so groß, dass sie dafür amerikanische Leben aufs Spiel setzen wollten. Für Carlson ist klar, dass das US-Establishment Putin als Sündenbock für eigenes Versagen manifestiert hat.

Carlson fragt: „Hat Putin mich je einen Rassisten genannt? Hat er gedroht mir meinen Job zu nehmen, weil ich nicht seiner Meinung bin? Hat er jeden Mittelklassejob in meiner Stadt nach Russland verlagert? Hat er eine Pandemie fabriziert, die mein Geschäft ruiniert und mich zwei Jahre lang einsperrte? Bringt er meinen Kindern in der Schule bei, Rassendiskriminierung gut zu finden? Produziert er Fentanyl? Will er das Christentum verdrängen? Isst er Hunde? Das sind faire Fragen und die Antwort ist in jedem Fall: Nein! Wladimir Putin tat nichts von alledem.“

https://www.spaet-nachrichten.de/2022/02/ruhe-vor-dem-sturm/

 

Laurenz

24. Februar 2022 16:03

https://youtu.be/ew5_0zJYC3w

Martin Heinrich

24. Februar 2022 16:15

Ich darf ohne Test und Maske nicht einmal den ÖPNV benutzen. Bei allen "großen" Entscheidungen der bundesdeutschen Vergangenheit, wie z.B. Abschaffung der DM, Maastricht, Atomausstieg, grenzenlose Flüchtlingsaufnahme seit 2015, wurde ich nie gefragt. Aber heute, zur Ukrainefrage da soll ich mich empören und das hohe Lied des Wertewestens von "Frieden", "Freiheit", "Demokratie" und "Menschenrechten" anstimmen und (ganz im militärischen Sinne) zum Konflikt Stellung beziehen? Nein! Etiam si omnes ego non.

wbs47

24. Februar 2022 16:21

@ Waldgaenger

1. Na dann klären Sie uns doch mal auf, was die Transatlantiker besser vorausgesagt haben.

2. Aber noch wichtiger, was haben die denn SINNVOLLES getan, um der Bösartigkeit etwas KONKRETES entgegenzusetzen?

3. Und wenn wir schon mal bei Prognosen sind, welche geben Sie denn für die nächsten drei Tage ab?

4. Abschließend wäre es noch hilfreich zu erfahren, was wir nun ebenfalls KONKRETES für die Zivilisten in der ganzen Ukraine tun könnten?

Laurenz

24. Februar 2022 16:23

https://youtu.be/v4_tq3ZfFzE

Hajo Blaschke

24. Februar 2022 16:24

@ Rheinländer

Russland hat die Ukraine nie bedroht. In der Ukraine wurde die russischsprachige Bevölkerung einem Völkermord seitens der ukrainischen Machthaber ausgesetzt. Fast 15.000 getötete Bürger im Donbass. Und Scholz macht sich über die Einordnung dieser Massaker als Völkermord lustig, ordnet das sozusagen als berechtigte Maßnahmen gegen russische Untermenschen ein.

Die Ukraine wurde von Anglosaxen gezielt gegen Russland in Stellung gebracht. Jetzt, nach dem 24. Februar haben die Bewohner der Ukraine endlich die Freiheit, sich von ihrer "Elite" zu verabschieden.

Ein Fremder aus Elea

24. Februar 2022 16:31

Ich find's ehrlich gesagt lächerlich, daß Belgien bis in alle Ewigkeit neutral bleiben wird, aber alle anderen Länder das Recht haben, sich ihre Bündnispartner frei zu wählen.

ALD

24. Februar 2022 16:46

Hallo Herr Waldgänger,

immer die Ruhe bewahren. Sowohl Einordnung von Herrn Dr. Lehnert als auch Ergänzungen von Blaschke in den Kommentaren geben ein sehr realistisches Bild der Lage wieder. Jetzt ausgerechnet transatlantischen Schreihälsen Props zu verteilen, erscheint absurd.

Und überhaupt, wie bösartig kann jemand sein, der 'Blueberry Hill' so emphatisch interpretiert:  https://www.youtube.com/watch?v=K01Jyh9Ob-c  ?

GoetzGeorg

24. Februar 2022 16:54

Seit heute werden Erbstreitigkeiten der alten Sowjetrepubliken offen ausgetragen. Ein wichtiger und auch fataler Aspekt ist der, daß auch heute noch, vorwiegend in der Ostukraine, ca. 3000 Rüstungskomponenten für ca. 200 russische Waffensysteme hergestellt werden. Darunter auch Schlüsselkomponenten und elektronische Cryptosysteme der russischen atomaren Interkontinentalraketen. Ein Natobeitritt oder auch nur die Verfügungsmacht ukrainischer Nationalisten über diesen Komplex wäre für Russland eine existenzielle Bedrohung, die von keiner Großmacht toleriert werden kann. Ob er KGB-Putin oder Kowalski heisst. Ein russischer Präsident kann nicht tatenlos zusehen wie die Integrität der atomaren Abschreckung in Frage gestellt wird, ob uns das gefällt oder nicht. Verantwortungslose ehemalige sowjetische Politik, die historischen Republikgrenzen verschoben, führt uns heute zu dieser ausweglosen Situation. Dazu Artikel bzw. Studien und ein Interview mit dem ehem. 92 jährigen US Botschafter in Moskau von 1987-92: http://recentr.com/2022/02/23/85-der-russischen-atomwaffen-codes-laut-berichten-kompromittiert-durch-ukrainische-industriebetriebe/ https://www.jois.eu/?376,en_russia%E2%80%99s-war-with-ukraine-is-to-acquire-military-industrial-capability-and-human-resources https://www.youtube.com/watch?v=e5F0JSy-HHY

GoetzGeorg

24. Februar 2022 16:55

Natürlich gibt es auch aktuelle Entwicklungen, wie das endgültige Inkrafttreten das „Sprachengesetzes“, daß die russische Sprache diskriminiert. Hier zeigt die ukrainische politische Klasse, daß sie nicht in der Lage ist, diesen grossen Vielvölkerstaat mit Augenmass zu regieren. Dann zerfällt so ein Reich. Davon können wir Deutschen mit unserer geschichte ein Lied singen… https://www.achgut.com/artikel/ukraine_die_diskussion__gerade_ruecken

Hartwig aus LG8

24. Februar 2022 16:56

@Hajo Blaschke

""Im Rahmen der Militäraktion ist keine Besetzung von ukrainischen Gebieten außerhalb der Republiken vorgesehen.""

Ich weiss nicht, wie weit die Russen gehen wollen, aber alles andere als die Einsetzung einer pro-russischen Marionettenregierung und deren militärische Absicherung wäre unverständlich.  Man kann nur hoffen, dass sich die Russen nicht überschätzen und ein langer blutiger und zermürbender Krieg bevorsteht.

All die Sanktionen wird Russland einkalkuliert haben. Und wenn die Russen Kiew genommen haben sollten und Transgas kontrollieren, dann verliert z.B. NS2, das deutsche "scharfe Schwert", seine geostrategische Bedeutung. NS2 wird dann nur noch eine Röhre sein, durch die Gas fließen könnte, "eine rein wirtschaftliche Unternehmung" - wie Merkel immer sagte.

Phil

24. Februar 2022 17:59

Denke, Putins Drohung “Jeder, der versucht, sich bei uns einzumischen, unser Land und unser Volk bedroht, muss mit einer sofortigen Reaktion Russlands rechnen", richtet sie nicht nur an die USA, sondern u.a. auch an Deutschland.

Denke ferner, dass Putin Biden für sehr schwach hält, was es ihm leichter machte, diese letzte Option zu ziehen.

Putin hat auch von "Säuberung" und "Entnazifizierung" gesprochen, was freilich gruselig klingt – keine Ahnung, wo das enden soll. Ukrainische Nationalisten dürften jedenfalls Freiwild sein für russische Truppen.

Kriegsgrund ist u.a. ein "Genozid", der vor acht Jahren stattgefunden haben soll – das ist noch lächerlicher als all die Lügen, mit denen Amerika seine eigenen Kriege begründet.

Russland handelt im Moment quasi "amerikanisch", will mit Gewalt in einem anderen Land einen regime change herbeiführen.

Damit dürfte auch die Zahl derer, die in Deutschland bisher Putin noch verteidigt haben, schwinden.

MARCEL

24. Februar 2022 18:05

@Waldgaenger aus Schwaben

 Putin wird vermutlich keine Besatzungsarmee zurücklassen, eher verbrannte Erde. (Vermeidung von Guerilla und Protesten in der Heimat) .

Er könnte ein Vasallenregime (wie in Tschetschenien oder ähnlich wie in Belarus) installieren.

Er wird ferner russifizieren und den griechisch-katholischen Westteil in gnädiger Autonomie (also ein "westliches Donezk") halten oder ganz abtreten. 

KlausD.

24. Februar 2022 18:11

Die Ankündigung der Ukraine, Atommacht werden zu wollen, brachte wohl das Faß zum Überlaufen. Für mich war es schon erstaunlich, mit welchem Langmut sich Rußland das irre Treiben vor seiner Haustür (auf dem Land und zu Wasser) seit 8 Jahren tagtäglich angesehen hat. Diese Passivität wurde von der Nato offensichtlich als Schwäche gedeutet und die Ukraine in ihrer irrationalen Rußlandfeindlichkeit und ihrem (Irr)Glauben auf Unterstützung zu immer gesteigerten Kriegsvorbereitungen angestachelt. Für die jetzigen Gegenmaßnahmen der Russen habe ich volles Verständnis. Nur leider haben damit die Angloamerikaner (wiedermal) ihr Ziel erreicht, auf dem Festland Europas einen militärischen Konflikt anzuzetteln.

Allnichts

24. Februar 2022 18:16

Eine verworrene Situation mit nachvollziehbaren Argumenten auf beiden Seiten. Dennoch sehe ich insgesamt Russland in der Schuld, da es Putin offensichtlich nicht allein um Schutz von ethnischen Russen in der Ukraine oder um eine Warnung an die ukrainischen Eliten wegen eines möglicherweise beabsichtigten NATO-Beitrittes, sondern um territoriale Zugewinne und allgemeines Wiedererstarken zur Grossmacht geht, ganz unabhängig vom Geschehen in der Ukraine, dieses aber gern ausnutzend. Die andauernde anti-nationalistische Rhetorik, die ausdrückliche Absicht von Putin, die Ukraine zu "entnazifizieren", sprechen eine deutliche Sprache. Auf der ukrainischen Seite sehe ich dagegen weltanschaulich verbundene Kräfte, die schlichtweg für das eigene Volk im eigenen Land kämpfen, was in der Form allerdings sicherlich nicht für alle ukrainischen Verantwortlichen gilt.

Vertrieben wurde letztlich von der Krim und aus den umstrittenen Gebieten, die Leidtragenden werden eher keine Russen sein.

Laurenz

24. Februar 2022 18:27

@Hartwig aus LG8 & Hajo Blaschke

Was man den Russen nicht unterstellen sollte, ist Blödheit. Nur der Besitz von Odessa, schneidet den Westen ab. Und auch von Weißrußland aus, wird man die Grenzübergänge nach Polen abschneiden. Die Ukraine wird in die Russische Föderation eingegliedert werden. Nur damit sind alle Debatten beendet. Oder hat jemand gehört, daß die USA die Staaten im Südwesten an Mexiko zurückgeben möchten?

Und wir sind den Gastransfer-Mist los. Unsere Hanswurst-Ampel kann vor Glück schon mal die Korken knallen lassen. Wie denen Putin den Arsch rettet. 

RMH

24. Februar 2022 18:28

"Russland handelt im Moment quasi "amerikanisch", will mit Gewalt in einem anderen Land einen regime change herbeiführen."

Eben - und weil ja die "Amis" das auch gemacht haben, hat Putin quasi jetzt auch mal einen gut. So die geradezu kindliche Argumentation von vielen hier. Wie schon anderen Ortes geschrieben, ich habe durchaus Verständnis für die russischen Einkreisungsbefürchtungen - aber das hat man am Verhandlungstisch zu lösen und nicht mit Panzern. Russland als größter Teil der Ex-UdSSR hat in den 90er Jahren Teile seines Imperiums rechtswirksam quasi verschenkt, ja war selber auf dem Weg in die Nato. Und jetzt - nachdem sich die ehem. Sowjetrepubliken unabhängig etabliert haben - es mit buchstäblich roher Gewalt zurück drehen zu wollen ist schon im eigenen Interesse als Deutscher und Europäer zu verurteilen. Es ist ein echter, vollständiger Krieg (keine bloßen Luftschläge) in Europa und nicht bei irgendwelchen Kesselflickern, wie sonst üblich. Es wird weißes, europäisches Blut sinnlos vergossen. Und hier wird das von Einigen mit einer gewissen Zufriedenheit goutiert - weil der böse Westen, die bösen Amerikaner ja selbiges vorexerziert haben und man das arme Russland ja so drangsaliert habe - ja, da kann man ja nicht anders, als das man mit der Faust nicht nur auf den Tisch haut sondern eben auch die Figuren vom Spielbrett fegt. Rechter Narrensaum eben - mit erheblichen Reiferückständen.

Hajo Blaschke

24. Februar 2022 18:56

Die russische Armee hat die Aufgabe, die territoriale Integrität der Volksrepubliken, wie sie anl. des Referendums über die Unabhängigkeit 2014 bestand, herzustellen. Seit 2014 wurden vom ukrainischen Regime etwa 15.000 Donbass-Bürger ermordet. Das war Krieg. Und dieser Krieg geht heute zu Ende.

Desweiteren sollen alle Militärstützpunkte in der Ukraine durch Punktschläge mit Raketen zerstört und die Ukraine somit demilitarisiert werden. Von Säuberungen, Russifizierungen und ähnlichen Spekulationen ist nirgends die Rede.

Fakt ist aber, dass es seit langem Bestrebungen in Gebieten Charkow, Odessa, Saporoshje, d.h. in den russsischsprachigen östlichen Gebieten gibt, die Ukraine zu verlassen. Wie Russland sich dazu stellt, wird man sehen.

Imagine

24. Februar 2022 18:58

Deutschland braucht sich keine Sorgen zu machen.

Es hat einen erfahrenen Weltpolitiker als Kanzler an der Spitze, eine kluge, weitblickende und diplomatisch sensible Außenministerin und eine militärisch qualifizierte und höchst kompetente Verteidigungsministerin.

Überdies gibt es Frauenpower in der Regierung wie nie zuvor.

Was soll da schiefgehen?

 

Lumi

24. Februar 2022 19:51

Weißhausboss Biden hat immer noch nicht gesprochen. Was ist da los? Studiert er noch die Bedienungsanleitung für den Roten Knopf?

tearjerker

24. Februar 2022 19:56

Die nächsten 20 Jahre stehen im Zeichen des Rückbaus Westeuropas. Die Amerikaner haben im Pazifik genug um die Ohren und die Briten haben sich in Kenntnis der Pläne ihres Hauptverbündeten bereits ausgeklinkt, um sich möglich weit weg vom Fadenkreuz zu positionieren. In Deutschland sind eigentlich schon das proamerikanische Marionettenregime und die dazugehörigen Strukturen implementiert, die die Russen wohl für die Ukraine erst noch vorsehen. Das deutsche Selbstbild des ‚wir sind halt wer‘ ist in politisch interessierten Kreisen ungebrochen, weshalb es keine realistische Standortbestimmung gibt und man sich auch in dieser Sache wieder mal konsequent zwischen die Fronten manövriert. Russland sollte auch gleich noch Moldawien kassieren und alles inklusive Weissrussland in die Föderation aufnehmen. Nächster Halt: Taiwan.

Lumi

24. Februar 2022 19:57

@Laurenz, das ist doch etwas ärmlich, einfach nur eine URL zu posten. Kopieren Sie doch allerwenigstens den Titel des Videos dazu und schreiben Sie, warum Sie das Video sehenswert finden.

Kositza: Keine Sorge, besonders "ärmliche" Beiträge werden hier redaktionell gelöscht. Leute, Ihr regt Euch über Sachen auf... Geht´s Euch zu gut?

Glast

24. Februar 2022 20:07

Putin weiß, dass man den 'Westen' nicht mal nach der Uhrzeit fragen kann ohne angelogen zu werden. Er hat sich in Lybien von Franzosen, Briten und US-Amerikanern dreckig über den Tisch ziehen lassen. Schutz der lybischen Zivilbevölkerung wurde vereinbart - am Ende stand die totale Zerstörung eines Regimes und eines Staatswesens durch den "Wertewesten". Wenn Russland die Krim nicht angeschlossen hätte, wären dort in 10 Jahren Atomraketen der NATO. Wäre aus russischer  Sicht geisteskrank, das zuzulassen. 

Waldgaenger aus Schwaben

24. Februar 2022 20:28

@MARCEL und andere

 

Mein Punkt ist, dass Putin im Gegensatz zu den USA Operationen im Irak, Jugoslawien, Syrien, Afghanistan gefährlich nahe an der Grenze zu Staaten des gegnerischen Blocks operiert. Das ist grob fahrlässig. Vielleicht macht es die ukrainische Elite ja wie die irakische, Afghanische etc und flieht. Vielleicht ist es dem Volk egal, ob sie von einer korrupten Marionettenregierung der Russen oder einer der USA / EU ausgebeutet werden. Vielleicht aber wimmelt es dort von "Nazis", denen die eigene Identität soviel bedeutet, dass sie einen Guerillakrieg gegen die Besatzer führen, von den Nato-Ländern Polen und Rumänien aus. Und dann?

Das Argument, dass er die NATO nicht an seinen Grenzen haben will, ist sogar für Putin ausgesprochen blöd. Wo wird er sie den haben, wenn er die Ukraine erst mal gefressen hat?

 

 

Gelddrucker

24. Februar 2022 20:44

Ich will keine weiteren Flüchtlinge, auch keine zig tausend Ukrainer.

 

 

Nur mal so. Außer sie gehen wieder. Wie all die anderen auch. Dann ok.

Nordlicht

24. Februar 2022 20:59

" ... die Leidtragenden eines Konflikts, der auf ihrem Rücken ausgetragen wird ..."

Nun, die Bewohner der westlichen Ukraine haben ihre Überlegenheitsgefühle gegenüber den russischsprachigen Ukrainer im Osten heftigst ausgetobt. Immerhin gab es eine einigermassen seröise Wahl, in welcher der jetzig Präsident an der macht kam, der als Erstes die antirussischen Sprach- und Kulturgesetze von 2014 verschärfte. Dass er damit Benzin ins Feuer goß, hat er sicherlich gewusst. Oder geahnt. Und dann das blindwütige Geschützfeuer auf die "Separatisten"-Gebiete.

Man könnte fast meinen, dass diese dumme Regierung in Kiew von Putin installiert wurde, damit er endlich Anlässe zum Eingreifen hat.

eike

24. Februar 2022 21:29

Als angehende Geopolitiker sollten wir klaren Kopf bewahren und vor allem keine unangemessenen Vergleiche mit Jahreszahlen, die auf 9 enden, anstellen.

Als Hitler den unterdrückten Deutschen in Polen zu Hilfe kam, einem neuen Staat, dessen Grenzen ohne Rücksicht auf Sprache und Volkszugehörigkeit gezogen wurde, war das ganz klar ein Akt der Aggression gegen die bestehende internationale Ordnung.

Wenn Putin den unterdrückten Russen in der Ukraine zu Hilfe kommt, einem neuen Staat, dessen Grenzen ohne Rücksicht auf Sprache und Volkszugehörigkeit gezogen wurde, ist das ganz klar eine Friedensmission zum Erhalt der internationalen Ordnung.

 

Simplicius Teutsch

24. Februar 2022 21:29

Putin ist doch nicht bösartig. Jedenfalls ist er nicht bösartiger, als jeder Deutschlandabschaffer dem eigenen Volk gegenüber, nicht bösartiger als die kriegerischen Amis oder als der frontal antirussische Schauspieler in Kiew, der sich blutig verrechnet hat.

Selenskij hatte lange genug seine Chance gehabt, die Krim anzuerkennen, die Neutralität der Ukraine zu erklären und den Gebietsteilen im Donbass eine gewisse Autonomie zuzugestehen. Jetzt ist seine Zeit abgelaufen.

„Was eigentlich unverstellbar war, ist jetzt eingetreten“, klagt die Moderatorin auf ntv mit großer Betroffenheit in Stimme und Gesicht. Naja, bis vor zwei Tagen hat im dekadenten Westeuropa keiner den Putin ernst genommen. Waren doch alles nur „Drohgebärden“ eines Möchtegern-Machos. Jetzt haben sie sogar Angst vor einem Atomschlag. 

 

Gustav Grambauer

24. Februar 2022 21:32

Diogenes Lampe hat wieder zugeschlagen, ein paar Kleinigkeiten hätte ich zu bemängeln, aber gegenüber dieser Offenlegung der Grundzüge und Hintergründe der heutigen Operation nimmt sich alles, was  ich sonst am heutigen Tag gelesen habe, wie das Stochern mit der Stange im Nebel oder wie Nebelkerze aus. Hier die vorangegangenen fünf Teile.

- G. G.

Kurativ

24. Februar 2022 21:41

Die Sache ist so aufgestellt, dass jede Aktion Europas gegen Russland der USA einen Zuwachs am Macht und Kontrolle bringt und Europa schadet.

Am besten wäre es "Nichts zu tun". Was haben wir mit der Ukraine zu tun? Welchen Nutzen haben wir? Das ist ein korrupter "Failed State" in dem immer mehr Geld aus den Taschen Deutschlands verschwindet und auf New Yorker Konten landet. Dort laufen die US-Ukrainer mit Hakenkreuz und SS-Zeichen rum und skandieren (ZITAT): "Tod den Deutschen. Tod den Juden. Tod den Russen".

Und die Ukraine ist kein NATO-Staat.

Die USA haben die Zustände zu verantworten. Jetzt sollen sie sich gefälligst selbst drum kümmern. Viel Spaß damit. Das war ein Angriffskrieg der USA und ihrer Transatlantiker und die Russen haben darauf geantwortet um die Russen im Osten zu schützen.

Sanktionen sind inakzeptabel und unbegründet. Europa und die USA haben hier unterschiedliche Interessen

Lumi

24. Februar 2022 21:45

@GoetzGeorg um 16:54

Die angesprochenen Waffensysteme existieren nur in der phantastischen Propaganda, die seit 1945 "die Welt in Atem hält".

Elektronische Kryptosysteme sind Digitaltechnik und somit leicht ersetzbar. Aber siehe oben.

Sie sind einer (wohl russischen) Ente aufgesessen. Aber der Westen läßt genau die gleichen Enten quaken.

Und Kowalski ist natürlich ein polnischer Name.

Flaneur

24. Februar 2022 21:48

Dieser Krieg ist letztendlich das Resultat westlicher Hybris, in deren Zentrum die messianistische Vorstellung vom angelsächsischen Zivilisationsmodell als universellem Endpunkt der zivilistorischen Entwicklung der Menschheit  steht. 

Lumi

24. Februar 2022 21:51

Das Pentagon hat angekündigt, weitere 7000 Soldaten in Deutschland zu stationieren. So geht das. Sie kündigen es einfach an. Scholz erfährt es aus der Presse. Uns braucht man ja sowieso nicht zu fragen.

Lumi

24. Februar 2022 22:02

@Ellen Kositza - Leute, Ihr regt Euch über Sachen auf... Geht´s Euch zu gut?

Eindeutig ja. Unsere lokale Anti-Corona Gruppe diskutierte heute abend über Sammelbestellungen von super Bio Öko Grünkorn in Großmengen und schokolatierten Himbeeren.

kikl

24. Februar 2022 22:17

Die Wahrheit ist bekanntlich das erste Opfer des Krieges. Wir werden derzeit mit Kriegspropaganda aus allen Richtungen bombardiert. Es ist noch viel zu früh, um beurteilen zu können, was derzeit geschieht:

„Der Krieg ist das Gebiet der Ungewißheit; drei Vierteile derjenigen Dinge, worauf das Handeln im Kriege gebaut wird, liegen im Nebel einer mehr oder weniger großen Ungewißheit. Hier ist es also zuerst, wo ein feiner, durchdringender Verstand in Anspruch genommen wird, um mit dem Takte seines Urteils die Wahrheit herauszufühlen.“– Carl von Clausewitz: Vom Kriege"

Phil

24. Februar 2022 22:23

@RMH Sie meinen nicht mich, oder? Es sollte aus meinem Kommentar ersichtlich sein, dass ich Russlands Angriff nicht gutheiße. Was das angeht, herrscht sogar ein selten gesehener Konsens im Land, über alle politischen Lager hinweg.

Ich habe nirgendwo geschrieben, Russland hätte einen gut.

JungspundF

25. Februar 2022 00:07

J1.

Es ist schon geradezu urtypisch für unser Gegenlager, sich immer und überall mit dem Gegner unseres Systems zu solidarisieren. Viele Ostdeutsche haben dabei einen Russlandbezug, wie Westdeutsche mit den USA. Besatzerliebe. Westdeutsche und politisch Unzufriedene sehen in Russland leider allzuoft einen Verbündeten gegen unser System. Faktisch ist das System-Putin kein Verbündeter, wird es nie sein, und wird uns erst recht nicht "befreien". 

Leider reiht sich nun Lehnert bei genau diesen Leuten ein. Ja, ich weiß noch genau wie die Lage 2014 war. "Russlandversteher" war DAS Schlag- und Schimpfwort. Es wurde damals geradezu gegen Russland gehetzt, versucht eine Kriegsstimmung aufzubauen, täglich von Medien "jetzt findet die russische Invasion aber wirklich statt"proklamiert.

Inzwischen hat sich die Lage geändert. Ich weiß von Transnistrien, Abchasien, Ossetien, und zuletzt die die beiden "Volksrepubliken" und Krim. Jetzt mal ernsthaft, wie kann man das noch verteidigen? Russisches Sicherheitsinteresse hin und her, niemand kann ernsthaft überall solche "seziessionistischen Aktionen" gutheißen, welche von russisch-angrenzenden Ländern immer mehr abschneiden. Ja, wie ironisch, dies gerade auf Sezession.de zu schreiben, nur denken wir doch hierbei an eine andere Art der Sezession, oder nicht? Würden wir uns unabhängig machen, um uns gleichzeitig völlig einseitig zu binden, um damit genau diese Unabhängigkeit wieder zu verlieren? Sicherlich nicht.

JungspundF

25. Februar 2022 00:08

J2

Ein schwacher ukrainischer Pufferstaat mit Schwarzmeerzugang, das hätte ich mir gewünscht, und war lange der Fall. Dies scheint nun vorbei zu sein. Putin war offensichtlich nicht in der Lage, eine eigene Farbenrevolution anzuzetteln. Auch die vor wenigen Tagen noch häufig kursierenden Aussagen von Boomern ala "Russland hat noch nie einen Angriffskrieg geeführt", waren schon zu dem Zeitpunkt falsch, und nun erst recht. Das Land ist nicht zufällig das Größte der Welt, und der 2. Weltkrieg ist noch nicht vergessen. Dieses plumpe und unselbstständige verbrüdern mit dem Feind meines Feindes muss aufhören. 

Geradezu charakteristisch für unsere Zeit, dass Putin den Komplettangriff auf die Ukraine mit "Entnazifizierung" rechtfertig. Bei Gott, er ist kein Verbündeter.

Laurenz

25. Februar 2022 02:13

@Waldgänger aus Schwaben @MARCEL & viele hier

Sie haben nicht begriffen.

Das Territorium der bisherigen Ukraine wird in die russische Föderation aufgenommen werden. Ich setze darauf 2 Fässer Bier für die nächste Schnellroda-Veranstaltung. Wer hält dagegen?

 

Thymotiker

25. Februar 2022 02:27

Die Bindung amerikanischer Kräfte in Europa (gegen Russland) schwächt die USA aber auch in ihrem längerfristig startegischen Interesse der Niederhaltung Chinas.

Laurenz

25. Februar 2022 02:37

Wer das hier gelesen hat, weiß wo der Hase für uns Rechte zukünftig hinläuft, nach Osten.... das war eigentlich schon immer klar. Wladimir I, der erste seines Namens, reichte uns Deutschen die Hand. Laßt sie uns ergreifen, besser spät als nie. Die Berliner Bagage ist bald weg vom Fenster.

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/517715/Russlands-neue-Aussenpolitik-Die-Putin-Doktrin

Imagine

25. Februar 2022 02:57

@Simplicius Teutsch  24. Februar 2022 21:29
„ ‚Was eigentlich unverstellbar war, ist jetzt eingetreten‘, klagt die Moderatorin auf ntv mit großer Betroffenheit in Stimme und Gesicht. Naja, bis vor zwei Tagen hat im dekadenten Westeuropa keiner den Putin ernst genommen. Waren doch alles nur „Drohgebärden“ eines Möchtegern-Machos. Jetzt haben sie sogar Angst vor einem Atomschlag.“

Bislang hat sich das herrschende westliche Establishment unter dem Schutzschild der siegreichen USA als unangreifbar angesehen. Und die in den USA lebenden Amerikaner sowieso, weil deren Staatsgebiet seit über 200 Jahren von keiner ausländischen Staatsmacht angegriffen wurde.

Russland ist gegenwärtig das einzige Land auf der Welt, welches in der Lage ist, die USA erfolgreich anzugreifen und zu zerstören. Europa sowieso. Berlin, Paris, Brüssel, London etc. sind längst in die Zielkoordinaten russischer Raketen eingegeben und hätten heute gegen die modernen russischen Raketen keine Abwehrchance.

Auf einmal dreht sich die Perspektive. Aus den unangreifbaren westlichen Aggressoren und Tätern werden potentielle Opfer.

Die Kriege des US-NATO-Imperialismus richteten sich in der langen Reihe der Kriege nach dem WK II immer gegen militärtechnisch völlig unterlegene Gegner, wie im Korea-, Vietnam-, Jugoslawien-, Irak-, Jugoslawien-, Afghanistan-, Libyen-, Syrien-Krieg (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Milit%C3%A4roperationen_der_Vereinigten_Staaten).

 

Siegfried siegt

25. Februar 2022 03:37

Danke für die Zusammenfassung der Lage!
Allerdings streben die Regimes von Putin und von Xi Jinping (der nicht-Volksrepublik China) eine neue Weltordnung.
Die NATO, die USA oder die Ukraine bedrohen oder provozieren weder Russland noch China. Für ein Staat besteht auch die Freiheit der NATO oder der EU beizutreten und diese wieder zu verlassen. Tatsächlich hat Großbritannien die EU freiwillig verlassen; Frankreich ist der NATO zweimal beigetreten und einmal ausgetreten.
Die Regimes von Putin und Xi Jinping hingegen wollen sich expandieren, neue Gebiete auf Kosten anderer erobern und Völker bezwingen: die Chinesen im Tibet, im Xinjang (Unterdrückung der Uiguren) und zukünftig in Taiwan. Putin in der Ukraine und in Weißrussland, das jetzt ein Marionettenregime hat.
Es ist nicht Putins erster Angriffskrieg: 2008 hatte er bereits Teile Georgiens besetzt, 2014 dann die Krim und Teile des Donbass.
Unter seinem Regime werden politische Gegner ermordet oder inhaftiert; davon gibt es eine lange Liste. Bürger die jetzt gegen den Krieg in der Ukraine demonstrieren werden verhaftet.
Wer jetzt die „neue multipolare Weltordnung“ bejubelt irrt denn es wird eine unfreiheitliche Ordnung sein.
In der interstaatlichen Politik ist der Feind deines Feindes oft auch dein Feind.
Gruß an alle! Seid nicht schadenfroh und informiert euch immer bei verschiedenen Quellen.

Ein Fremder aus Elea

25. Februar 2022 05:11

Simplicius Teutsch,

„Was eigentlich unverstellbar war, ist jetzt eingetreten“

ist für mich auch das Zentrum des Problems. Es ist ja nicht so, daß Anmaßung, Verleumdung, Erpressung, Erniedrigung, Entrechtung den Umgang deren mit anderen bestimmen, welche sich nichts vorstellen können. Das ist uns völlig unbekannt. Nun ja, jetzt gibt es einen Druckpunkt mehr. Durchaus von der Art, welche ich vorhergesehen habe, nämlich daß Ordnungspolitiker den Mist nicht mehr mittragen können. Ist aber wohl nur der Anfang eines Risses.

Arkadier

25. Februar 2022 07:36

Solange wir die US-Amerikaner nicht aus Europa rausschmeissen, solange wird es hier kriegerische Konflikte geben. Sie werden keine Ruhe gehen, sie werden nicht erlauben, dass wir Europäer mit Russland friedlich zusammenleben und -arbeiten und dann womöglich noch China mit ins Boot holen. Schon ein echter Frieden mit Russland würde das Ende der USA als Weltmacht bedeuten, kommt China noch hinzu, dann gibt es die USA als Staat nicht mehr, zu viele unlösbare Probleme schleppt dieses Land im Gepäck. Und weil wir Europäer es nicht schaffen, die Amis nach Hause zu schicken, wird es in Europa immer so weiter gehen. 

Lumi

25. Februar 2022 07:53

@Imagine um 02:57

Berlin, Paris, Brüssel, London etc. sind längst in die Zielkoordinaten russischer Raketen eingegeben und hätten heute gegen die modernen russischen Raketen keine Abwehrchance.

Das ist doch alberner Raketenporno. Werden Sie mal realistisch. Weder gibt es solche Raketen noch solche völlig unsinnigen Ziele. Sie sehen doch im TV, daß sehr präzise zugeschlagen wird.

RMH

25. Februar 2022 08:23

@Phil,

Nein, ich habe Sie nicht gemeint, mit dem Zitat von Ihnen wollte ich Ihnen zustimmen und habe es als Aufhänger für meine Ausführungen genommen.

Der Whataboutism-Kult der Putinfreunde (nicht zu Verwechseln mit Russlandfreunden - zu letzteren würde ich mich auch zählen) feiert nur teilweise absurde Höhenflüge. Weil der andere ein paar Sandburgen zerschmissen hat, darf Putin das jetzt auch etc.- Der Begriff Völkermord wird bis zur Unkenntlichkeit breit gewalzt etc.

Interessanterweise haben viele Putinfreunde noch vor der Olympiade das russische Recht auf Manöver im eigenen Staatsgebiet vehement verteidigt und die Ankündigung von Biden, dass ein großer Krieg in der Ukraine bevorstehe, als Westpropaganda abgetan. Geben wir doch einfach einmal zu, dass die meisten über die Größe der Operation überrascht sind. Und auf die 2 Fässer Bier von Laurenz hin wette ich 2 Flaschen guten Bordeaux (in der Sommersaison dann mit Erdbeeren im Glas zu genießen), dass dies der Beginn eines neuen kalten Krieges war. Im Herbst wird in Deutschland dann die Wehrpflicht wieder eingeführt.

Der_Juergen

25. Februar 2022 09:00

Teil 1

«Im Interesse der betroffenen Menschen in den Kriegsgebieten kann man nur hoffen, daß es sich bei der jetzt laufenden Operation nur um den russischen Versuch handelt, in eine bessere Verhandlungsposition für eine dauerhafte Friedensordnung in Osteuropa zu gelangen. Ein dauerhafter Krieg wäre nicht nur für die Ukraine und Rußland, sondern auch für ganz Europa verheerend.»

Diese Fehleinschätzung wundert mich sehr. Es liegt doch auf der Hand, dass Russland diesen Gefahrenherd an seiner Westflanke dauerhaft beseitigen und sich nicht mit halben Massnahmen zufriedengeben wird. Als Zwischenstufe zwischen dem Status quo und der Rückkehr des künstlich als Anti-Russland geschaffenen ukrainischen Staates zu Russland (mit der möglichen Ausnahme der Oblast Lwow sowie Wolhyniens) wird Putin fast sicher einen «Regime change» in Kiew durchsetzen, d. h. ein prorussisches Regime in den Sattel heben. Dazu hat er nicht nur das Recht, sondern – im Interesse seines Landes – sogar die Pflicht.

 

 

Der_Juergen

25. Februar 2022 09:01

2014 hätten die Volksmilizen den ganzen Donbass befreien können. Aus Feigheit zwang ihnen Putin die Minsker Verträge auf, die sie unter ukrainischer Herrschaft liessen, mit dem Ergebnis, dass die Bevölkerung sieben Jahre lang durch ständigen Artilleriebeschuss terrorisiert wurde. Die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, gewiss keine russische Agentur, hat ab dem 21. 2. eine dramatische Zunahme der Terrorbombardements festgehalten. Der Begriff «Völkermord», der ohnehin oft strapaziert wird, mag fehl am Platz sein, aber die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten geht in diesen sieben Jahren in die Tausende.

Dass die Lügenpolitiker und die Lügenmedien alles tun würden, um Deutsche und Russen aufeinanderzuhetzen, war zu erwarten, aber der bodenlose Unverstand, der hier in manchen Kommentaren zutage tritt, macht mich fassungslos, den von Leuten, die sich als Rechtsintellektuelle auffassen, würde man mehr Wissen und logisches Denken erwarten.

Der_Juergen

25. Februar 2022 09:04

@Waldgänger

"Mein Punkt ist, dass Putin im Gegensatz zu den USA Operationen im Irak, Jugoslawien, Syrien, Afghanistan gefährlich nahe an der Grenze zu Staaten des gegnerischen Blocks operiert. Das ist grob fahrlässig."

Ja, es war eine Unverschämtheit dieser dreisten Russen, ihren Staat so nahe an den Nato-Basen zu errichten.

Meinen Sie das ernst?

Nemo Obligatur

25. Februar 2022 09:43

Bin ich der Einzige, den diese Diskussion hier an eine Mischung aus "Leben des Brian" und diese Wirtshausszene aus "Im Westen nichts Neues", wo die älteren Herren dem Soldaten auf Heimaturlaub mal erklären, wo die nächste Offensive angesetzt werden muss, erinnert?

kire

25. Februar 2022 10:05

Liebe Leute, warum regen wir uns eigentlich so auf? Ist es die Angst vor den Auswirkungen eines Krieges der uns direkt erreichen könnte? Aber die bereiten wir doch auch ohne Krieg bereits sehenden Auges vor. Wir zerstören unsere Familien trotz Veralterung der Gesellschaft, lassen unkontrollierte  Einwanderung zu, ruinieren unser Bildungssystem, zerstören unsere Energiebasis und das Rückgrat unserer Ökonomie - den Mittelstand -, haben eine fehlkonstruierte „Gemeinschaftswährung“ über die wir hoffnungslos verschuldet sind, sind dabei das Rechtssytem zu schleifen auf dem jede Demokratie aufbaut, haben unsere Armee und damit unsere Verteidigungsfähigkeit nach außen mehr als vernachlässigt und sind dabei das Ansehen der Polizei als Garant für die innere Sicherheit zu ruinieren und haben uns dazu eine Regierung mit einer enormen Quantität ohne eigene Berufserfahrung (beruflichen Erfolg bewußt vermieden) und Studienabbrechern zugelegt. Soll ich weitermachen? Warum um alles in der Welt sollten wir uns aufregen? Für uns wäre ja schon der Satz- „Alles läuft schlecht, auch das Schlechte und das ist gut so.“ als Durchbruch zu werten. Ironie zu Ende.

Phil

25. Februar 2022 10:14

@RMH

Ich bin russophil* und habe auch Putins Politik in der Vergangenheit verteidigt, denn Heuchelei, Einseitigkeit und Doppelmoral des Westens sind unerträglich.

Aber wer verteidigt ihn jetzt noch oder ist gar Putinfreund? Putin ist verbittert, hasserfüllt, isoliert. Selbst Lafontaine, Wagenknecht, Schröder oder "bei uns" Maximilian Krah finden den Einmarsch falsch.

Es klingt absurd, aber man kann sagen, dass die langjährige Hetze gegen Putin jetzt rückblickend gerechtfertigt scheint, es aber ohne diese Hetze diesen Putin, diesen Angriff nicht gegeben hätte.

 

*Das bedeutet nicht anti-ukrainisch. Es ist bedauerlich, wie die Ukraine zum Spielball geworden ist, nicht (wie jeder hier weiß) ohne ominöse Verwicklungen Amerikas.

Gustav

25. Februar 2022 10:14

Es war kein Zufall, dass das Jahr 1992 als Startjahr für das Programm „Global Leaders of Tomorrow“ gewählt wurde. Es war das gleiche Jahr, in dem die Agenda 21 und die nachhaltige Entwicklung auf die Welt losgelassen wurden. Die neue Agenda für die Welt erforderte eine neue Art von Führungskräften, und Schwabs Programm war von zentraler Bedeutung.

Mit seinem Programm „Young Global Leaders“ hat das Weltwirtschaftsforum maßgeblich an der Gestaltung einer Weltordnung mitgewirkt, die alle demokratischen Grundsätze untergräbt. Mehrere Jahrzehnte lang hat dieses Programm willfährige Führungspersönlichkeiten hervorgebracht, die als WEF-Vertreter in Regierungen auf der ganzen Welt agieren. Die Folgen sind weitreichend und könnten sich als verheerend für die Menschheit erweisen.

„Ich muss sagen, dass ich dann Namen wie Frau Merkel, sogar Wladimir Putin und so weiter erwähne – sie alle waren Young Global Leaders des Weltwirtschaftsforums. Aber worauf wir jetzt wirklich stolz sind, ist, dass wir mit der jungen Generation wie Premierminister Trudeau, dem argentinischen Präsidenten und so weiter in die Kabinette vordringen… Das ist in Argentinien so und jetzt auch in Frankreich …“ – Klaus Schwab)

https://axelkra.us/die-young-global-leaders-des-weltwirtschaftsforums-pharos/

URN

25. Februar 2022 10:41

Nein, Nemo Obligatur, Sie sind nicht der Einzige.

adrianCH

25. Februar 2022 11:04

Ich kann jedem das Buch "Das Eurasische Schachbrett - Amerikas neuer Kalter Krieg gegen Rußland" von Bernhard Rode empfehlen. Es ist im Hohenrain-Verlag in Tübingen erschienen. Das Buch ist bereits 10 Jahre alt, hat aber inhaltlich nichts an aktualität verloren.

Simplicius Teutsch

25. Februar 2022 11:05

Ich bin ein Putin-Versteher,
auch ohne Kenntnis der russischen Sprache.

Der >Westen<, insbesondere auch die EU, hat nie versucht, Putin als vollwertigen Partner zu gewinnen oder anzuerkennen.

Der Westen hat ganz schlau blinzelnd auf das Machtspiel mit den stärkeren wirtschaftlichen Trümpfen gesetzt. Wenn Putin allzu aufmüpfig wird, war die arrogante Meinung, kann man ihm ja mit wirtschaftlichen Strafmaßnahmen „wehtun“; dann wird der Bär schon tanzen.

In diesem Spiel waren die Macht und die Würde Russlands, wie Putin es versteht, langfristig auf der schiefen, abrutschenden Ebene, spätestens seit dem gelungenen Regime-Change in Kiew 2014. Der Putsch gegen die damalige prorussische Regierung war ein Sieg des Westens, - trotz der Krim, wo Putin ein überraschender Nach-Stich gelungen ist.

Der Westen hat die Ukraine seit 2014 aufgerüstet, die US haben ständige Militärberater nach Kiew geschickt und der Schauspieler Selenskji hat innenpolitisch systematisch die Konfrontation gegen Russland provoziert und gefördert.

Jetzt hat Putin in dem weltpolitischen Machtspiel die militärische Karte knallhart ausgespielt.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.