Frühjahrsakademie – hundert Stühle benötigt!

Jeder Stuhl sollte mit 50 € gefördert werden, bisher: 126 von 100 Stühlen im Saal (Neurechte Algebra)!

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Wir dür­fen wie­der tagen, also tagen wir. Das Insti­tut für Staats­po­li­tik hat für das kom­men­de Wochen­en­de zur Früh­jahrs­aka­de­mie ein­ge­la­den, The­ma ist “Der Mensch”.

Unser Insti­tut bit­tet Sie heu­te um die obli­ga­to­ri­sche finan­zi­el­le Unter­stüt­zung einer nach wie vor in die­ser Form ein­ma­li­gen Arbeit in Deutsch­land. “Hun­dert Stüh­le für Schnell­ro­da” nann­ten wir das in der Epo­che vor der Gro­ßen Krankheit.

Hun­dert Stüh­le für Schnell­ro­da also: Wir bit­ten um Über­wei­sung auf das Insti­tuts­kon­to – die Bank­da­ten fin­den Sie hier. Ein Stuhl steht dann im Saal, wenn er mit fünf­zig Euro ange­scho­ben wur­de. Sie sehen oben die Zahl der bereits zurecht­ge­stell­ten Stüh­le – wir hal­ten sie aktu­ell, dan­ken herz­lich im Vor­aus und bit­ten um kur­ze Nach­richt in der Kom­men­tar­spal­te, wenn Sie einen oder meh­re­re Hörer mit einer Sitz­ge­le­gen­heit ver­sor­gen, denn nur so kön­nen wir stünd­lich den Stand der Bestuh­lung vermelden.

– – –

Erwäh­nen wol­len wir noch, daß wir nach wie vor unse­re Gemein­nüt­zig­keit nicht zurück­er­hal­ten haben und daß es damit ver­mut­lich auch nichts mehr wird: Der Ver­fas­sungs­schutz hat unse­ren Auf­stieg ermög­licht, wir spie­len nun sozu­sa­gen in der 2. Bun­des­li­ga, und das ist ein Niveau, auf dem man natür­lich selbst zurecht­kom­men muß – ohne staat­li­che Unter­stüt­zung, und sei es nur in Form gering­fü­gi­ger steu­er­li­cher Anrei­ze für Förderer.

Wir kla­gen ja gera­de gegen das Land Sach­sen-Anhalt, aber bloß, um Akten­ein­sicht zu erhal­ten. Drei Ord­ner, 1200 Sei­ten, aus­schließ­lich öffent­lich zugäng­li­ches Mate­ri­al, näm­lich Kopien von Arti­keln aus der Sezes­si­on, Sei­ten aus Stu­di­en, aus­ge­druck­te Internetbeiträge.

Und jetzt kommt’s: jeder die­ser Arti­kel wur­de sorg­fäl­tig stu­diert von einem Schlapp­hut mit Line­al und Blei­stift. Wör­ter sind unter­stri­chen: “Volk”, “Par­tei­en­staat”, “Eth­no­plu­ra­lis­mus”, “rela­ti­ve Homo­ge­ni­tät”, “Nati­on”.

Manch­mal ist eine Rede­wen­dung gekenn­zeich­net, die vor allem als sol­che ent­deckt wur­de, weil sie in Anfüh­rungs­zei­chen steht, beispielsweise:

… aber so etwas fällt nur den­je­ni­gen auf, “die an Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung leiden”.

Oder:

… haben wir wie­der kei­ne Chan­ce. Denn sou­ve­rän ist, “wer über den Auf­nah­me­an­trag entscheidet”.

Sol­che Halb­sät­ze sind im VS-Dos­sier ange­stri­chen und am Rand mit einem Fra­ge­zei­chen ver­se­hen, und inso­fern ist es ein sehr ehr­li­ches Dos­sier, also: eine Offen­ba­rung, also: ein Doku­ment wie jenes, das man frü­her im Pro­se­mi­nar neben sich wahr­nahm, wenn eine über­for­der­te Stu­den­tin eif­rig fast JEDEN Satz im Text mit Mar­ker-Stif­ten ein­färb­te, bis alles ein­ge­färbt war – also eigent­lich schon wie­der nichts mehr.

Sei’s drum: Auch die­se Pos­se wird vor­über­ge­hen, nicht so rasch, nicht unter die­ser, auch nicht unter den nächs­ten drei Regie­run­gen, aber irgend­wann dann doch. Wich­tig für uns ist dar­an bloß, daß die­ses schar­ti­ge Schwert der Demo­kra­tie so recht eigent­lich nie­man­den mehr beein­druckt: unse­re Leser nicht und nicht unse­re Autoren oder Dozen­ten. Es ist zu oft und aus zu offen­sicht­lich nich­ti­gen Anläs­sen geho­ben wor­den, und wenn am Aka­de­mie-Frei­tag wie­der drei­ßig Mann vom hal­le­schen Kol­lek­tiv IfS-Dicht­ma­chen im Dorf her­um­ste­hen, “um uns das Hin­ter­land zu neh­men”, dann steht eine links­ra­di­ka­le Grup­pie­rung, mit der sich der VS beschäf­tigt, gegen eine rech­te, mit der sich der VS auch beschäf­tigt, und irgend­wo sit­zen die­je­ni­gen, die sich dar­über freu­en, daß wir uns mit­ein­an­der beschäf­ti­gen müssen.

– – –

Genug davon. Die Aka­de­mie wird gut, die Vor­be­rei­tun­gen sind abge­schlos­sen, “Der Mensch” ist ein groß­ar­ti­ges The­ma, unser Insti­tut hat 100 jun­ge Män­ner und Frau­en für drei Tage nach Schnell­ro­da ein­ge­la­den. Wir sind rap­pel­voll und wer­den mit acht Dozen­ten Fra­ge­stel­lun­gen, Schlüs­sel­wer­ke und Pro­ble­me rund um das The­ma bear­bei­ten und besprechen.

Seit gerau­mer Zeit geben wir die Namen der Refe­ren­ten nicht mehr öffent­lich bekannt. Eine Aus­nah­me bil­det der Sonn­tag, der tra­di­tio­nell intern besetzt und bestrit­ten wird: Dr. Erik Leh­nert wird über Speng­lers Bild vom Men­schen spre­chen, Dr. Thor v. Wald­stein über den ratio­na­li­sier­ten Men­schen, Mar­tin Sell­ner über den Transhumanismus.

Die Vor­trä­ge am Frei­tag und am Sams­tag wer­den fol­gen­de The­men haben: “Die gro­ße anthro­po­lo­gi­sche Kon­tro­ver­se”, “Mas­se Mensch”, “Bio­po­li­tik”, “Medi­en­theo­rie und mün­di­ger Mensch”, “Depres­si­ve Hedonie”.

Unser Insti­tut wird fünf Vor­trä­ge auf­zeich­nen und ver­öf­fent­li­chen. Dazu wird das Lite­ra­tur­ge­spräch zäh­len, das Dr. Leh­nert und ich am Sams­tag­abend  Rah­men der Aka­de­mie über Arnold Geh­len füh­ren wer­den. Zur Vor- und Nach­be­rei­tung und zum Selbst­stu­di­um für alle, die nicht teil­neh­men kön­nen, emp­feh­len wir fol­gen­de Bücher, die alle­samt hier in einem Antai­os-Bücher­schrank zusam­men­ge­faßt sind:

von Arnold Gehlen:

  • Der Mensch. Sei­ne Natur und sei­ne Stel­lung in der Welt.
  • Urmensch und Spät­kul­tur. Phi­lo­so­phi­sche Ergeb­nis­se und Aus­sa­gen.
  • Moral und Hyper­mo­ral. Eine plu­ra­lis­ti­sche Ethik.
  • Die See­le im tech­ni­schen Zeit­al­ter. Sozi­al­psy­cho­lo­gi­sche Pro­ble­me in der indus­tri­el­len Gesell­schaft.

von Hel­muth Plessner:

  • Gren­zen der Gemein­schaft. Eine Kri­tik des Sozia­len Radi­ka­lis­mus.

von Kon­rad Lorenz:

  • Die acht Tod­sün­den der zivi­li­sier­ten Mensch­heit.

von Rolf Peter Sieferle:

  • Die Kri­se der mensch­li­chen Natur/ Bevöl­ke­rungs­wachs­tum und Natur­haus­halt.
  • Fort­schritts­fein­de? (Mit einem Nach­wort von Erik Lehnert.)

Zeit­schrif­ten:

  • Sezes­si­on 96, The­ma: Ver­hal­tens­leh­ren, dar­in ent­hal­ten: Autoren­por­trät Geh­len sowie Auf­sät­ze zur Zivilisationskritik.
  • Die Keh­re 08, The­ma “Mas­sen­ge­sell­schaft”.
Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (34)

Tesseract

7. April 2022 10:50

Erster Stuhl.

Olsenbande

7. April 2022 11:19

Schönen guten Tag,

gute Aktion. 1 Stuhl gefördert.

VG.

faserland

7. April 2022 12:16

Habe zwei Stühle gefördert. Viel Erfolg! 

Das blaue Quadrat

7. April 2022 14:42

1 Stuhl dazu, bitte. Viel Erkenntnisgewinn! 

Der Starost

7. April 2022 15:59

Zwei Stühle

Erhard

7. April 2022 16:21

1 Stuhl dazu. Viel Erfolg!

Drlabil

7. April 2022 16:55

2 Stühle bitte , wir möchten ja auch sitzen

Pickendorff

7. April 2022 18:20

1 Stuhl nach Schnellroda.

Kurativ

7. April 2022 18:33

1x Bitte

Simplicius Teutsch

7. April 2022 20:19

1 Stuhl für Schnellroda, gerade überwiesen.

Heinrich Loewe

7. April 2022 20:24

Am Spannendsten und Wichtigsten finde ich, daß Martin Sellner über Transhumanismus referiert. Das Thema ist derart unterbelichtet in der öffentlichen Wahrnehmung und wird voraussichtlich einen derartig großen Einfluß auf unser aller Leben haben - schockierend. Hier wäre Yuval Harari - Homo Deus als vorbereitende Lektüre zu nennen. Wer es erträgt. Im Amerikanischen kann man Joe Allen auf Gettr folgen für aktuelle weiterführende Informationen.

Vor diesem Hintergrund frage ich mich manchmal, bei allem Respekt für Ihre Arbeit und Ihr persönliches existenzielles Opfer, ob der Rückgriff auf die älteren konservativen Denker, wie z.B. Gehlen, noch genügend austrägt.

Niemand

7. April 2022 21:47

Zwei Stühle!

samanamag

8. April 2022 00:19

bitte, 1 Stuhl

Der Joseph

8. April 2022 06:36

Zwei Stühle. Tolles Programm!

Tacitus

8. April 2022 08:17

1 Stuhl gefördert.

Schobbepetzer

8. April 2022 08:43

Ein Stuhl.
Würde mich auch sehr über den Vortrag von Sellner freuen, wenn es den online gebe. :) Viel Erfolg und eine gute Zeit

Sibylle

8. April 2022 10:27

Ein Stuhl kommt dazu. Gutes Gelingen!

Ingmar Stahl

8. April 2022 10:28

Stuhlgang ist besser als Waldgang.

Ein Stühlchen aus dem oberbayerischen Exil.

Gelddrucker

8. April 2022 11:01

"nicht unter dieser, auch nicht unter den nächsten drei Regierungen" ?

Das hieße ja, dass bis mindestens 2033 alles weitergeht wie jetzt.

Wieso sollte man da für Stühle spenden, wäre dann nicht das Geld bei McDonalds auch gut angelegt? Man entschuldige mir die Posse.

Frank

8. April 2022 12:09

Ein Stuhl.

Gutes Gelingen!

Kevin Naumann

8. April 2022 14:52

Ein weiterer Stuhl kann platziert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Kevin Naumann

Emma

8. April 2022 14:59

Und noch ein Stuhl.

Liebe Grüße!

 

Henry

8. April 2022 15:12

1 weiterer Stuhl

Henry

8. April 2022 15:14

1 Stuhl mehr

Thorfinn

8. April 2022 16:02

2 Stühle - einen für den Saal, einen vor der Tür

Nachtmann

8. April 2022 16:31

Ein Stuhl.

reispe

8. April 2022 17:59

Noch einer. Hoffendlich reichts bald.

bastilessner

8. April 2022 18:00

"Nur wenn man sitzt, kann man denken und schreiben." (Gustave Flaubert)

Zwei zusätzliche Stühle stehen nunmehr bereit.

Gutes Gelingen!

Herzliche Grüße

Bastian Leßner

prinzeugen

9. April 2022 10:51

1 Stuhl

GerdNeuenfels

9. April 2022 11:00

Dann übernehme ich die restlichen, sodass wir bei 100 sind.
Und noch einen Besucherstuhl dazu, reserviert für Herrn Haldenwang.

Ingrid

9. April 2022 11:13

Noch ein Stuhl.

Gutes Gelingen!

Elblaender

9. April 2022 12:23

Noch ein Stuhl, bitteschön. Niemand soll stehen.

 

Vultus Animi

9. April 2022 12:48

Ein Stuhl für einen Spätberufenen. 
 

Per aspera ad astra.

Carsten Lucke

9. April 2022 17:27

GerdNeuenfels

Das, was Sie machen, finde ich ganz hervorragend und wunderbar !

Ich wünschte, es hätte auch in meiner (finanziellen) Macht gestanden.

So aber bleibt mir nur, ein dürftiges Sitzpolster zu spenden (20 Mücken).

(Könnte aber entscheidend sein, wenn`s lang wird ...)

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