AfD vs. Aktivismus? – 3 Prinzipien zur Kooperation

Mit Spannung erwarte ich Benedikt Kaisers neuen Kaplaken Die Partei und ihr Vorfeld. Es ist ein Thema, mit dem ich mich intensiv auseinandersetze.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Die Hal­tung rech­ter Par­tei­en zu rech­ten Bewe­gun­gen ist von ihrer – oft unbe­wußt befolg­ten – Stra­te­gie geprägt. Wie in mei­nem letz­ten Bei­trag beschrie­ben, folgt die AfD eben­so wie eini­ge Tei­le der FPÖ der­zeit noch dem „Par­la­ments­pa­trio­tis­mus“. Hier geht es um Stim­men­ma­xi­mie­rung um jeden Preis. Distan­zie­rung und Anbie­de­rung bestim­men die gän­gi­ge Praxis.

Auch die Hal­tung zum „Vor­feld“ ist davon geprägt und führt zu einem fal­schen Ein­satz der per­so­nel­len und finan­zi­el­len Res­sour­cen. Schon der Begriff des „Vor­felds“ ist viel­leicht Aus­druck des Par­la­ments­pa­trio­tis­mus, da er alle außer­par­la­men­ta­ri­schen Akteu­re des rech­ten Lagers als „Peri­phe­rie“ dar­stellt. 

Aus meta­po­li­ti­scher Sicht ist jedoch das Par­la­ment mit­nich­ten Zen­trum der poli­ti­schen Macht. Viel­mehr könn­te sogar die Par­tei als „Vor­feld“ der ent­schei­den­den meta­po­li­ti­schen Akteu­re gese­hen wer­den. Die LINKE und die Grü­nen wirk­ten in der Ver­gan­gen­heit oft nur als „par­la­men­ta­ri­scher Arm“ und Vor­feld eines gesell­schafts­po­li­ti­schen, links-pro­gres­si­ven Macht­zen­trums. Die­ses agier­te effek­tiv und plan­mä­ßig außer­halb des Par­la­ments. Ich bevor­zu­ge daher den Begriff „Umfeld“, da die­ser wert­neu­tral ist. Die Par­tei ist Teil des „Umfelds“ der Bewe­gung und umgekehrt.

Im rech­ten Lager kön­nen wir fünf Berei­che von­ein­an­der abgren­zen, die zusam­men Mosa­ik und Umfeld bil­den: Die Par­tei, die Gegen­öf­fent­lich­keit, die Theo­rie­bil­dung, die Gegen­kul­tur und die „Bewe­gung“ in Form einer Avant­gar­de und einer Mas­sen­be­we­gung. Die­ser Text soll sich auf das letzt­ge­nann­te Seg­ment des rech­ten Lagers fokus­sie­ren. Die rich­ti­ge Bezie­hung von Akti­ons­grup­pen sowie Bür­ger­be­we­gun­gen zu Rechts­par­tei­en ist die Grund­la­ge einer revo­lu­tio­nä­ren, rech­ten Meta­po­li­tik. Aus mei­ner per­sön­li­chen akti­vis­ti­schen Erfah­rung lei­te ich drei Prin­zi­pi­en ab, die in der Leit­stra­te­gie der „Recon­quis­ta“ das Ver­hält­nis prägen.

1. Die Bewe­gung ist kei­ne Bedro­hung, son­dern Partner.

Vie­le Par­tei­po­li­ti­ker sehen das Umfeld und ins­be­son­de­re Bür­ger­be­we­gun­gen und Akti­ons­grup­pen als laten­te Bedro­hung. Sie sei­en unkon­trol­lier­ba­re „freie Radi­ka­le“, die „von der Pres­se gegen die Par­tei instru­men­ta­li­siert“ wer­den. Am bes­ten hat man zu ihnen gar kei­nen Kon­takt. Wenn, dann oft nur, um sie instän­dig zu bit­ten, Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen „unbe­dingt fern zu blei­ben“ und „vor die­ser wich­ti­gen Wahl“ aus­nahms­wei­se „die Füße still zu hal­ten“. Die Bewe­gung wird als Hau­fen ner­vi­ger, naiv-idea­lis­ti­scher „Fun­dis“ betrach­te, die man irgend­wie abspei­sen und ruhig­stel­len muß, damit kei­ne Par­tei rechts der eige­nen Par­tei ent­steht. Abge­se­hen davon stö­ren sie aber nur bei der prag­ma­ti­schen Umgar­nung des sagen­um­wo­be­nen gemä­ßig­ten Wech­sel­wäh­lers der „Mit­te“.

Statt­des­sen gebie­tet eine Leit­stra­te­gie der Recon­quis­ta, die Bewe­gung als Part­ner in einem meta­po­li­ti­schen Kampf zu erken­nen und zu behan­deln. Ziel ist nicht nur der Ein­zug ins Par­la­ment, son­dern ein Umpflü­gen der gesam­ten poli­ti­schen Land­schaft. Der „Kli­ma­wan­del“ der öffent­li­chen Mei­nung macht den Auf­bau nach­hal­ti­ger und damit auch par­la­men­ta­ri­sche Macht erst mög­lich. Die Bewe­gung kämpft nicht um Sit­ze im Par­la­ment, son­dern um die Stra­ße und die Köp­fe. Ihre Auf­ga­be ist es – mit­un­ter als radi­ka­le, aber nie extre­me Flan­ke – rech­te Ideen und Kon­zep­te zu popu­la­ri­sie­ren und zu nor­ma­li­sie­ren. Sie rodet als meta­po­li­ti­scher Pio­nier das poli­ti­sche Brach­land jen­seits der Grenz­li­nie namens „Over­ton­fens­ter“. Erst durch die­se Vor­ar­beit kann sich die Par­tei spä­ter dort the­ma­tisch ansie­deln und poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen umsetzen.

2. Die Bewe­gung ist weder Per­so­nal­re­ser­voir noch Wahlkampfhilfstruppe.

Aus Punkt 1 folgt, daß die Bewe­gung kein Rekru­tie­rungs­be­cken für jun­ge, loya­le und krea­ti­ve par­la­men­ta­ri­sche Mit­ar­bei­ter ist. Eine Par­tei nutzt die Tat­sa­che aus, daß nur sie (im Unter­schied zu den ande­ren Berei­chen des rech­ten Lagers) eine gewis­sen Erwerbs­si­cher­heit bie­ten kann. Ohne böse Absicht grast sie scho­nungs­los jun­ge Talen­te aus den ande­ren Seg­men­ten des rech­ten Lagers ab. Vie­le sind dank­bar für die ver­meint­li­che Chan­ce, ihre poli­ti­sche Gesin­nung zum sta­bi­len Brot­be­ruf zu machen. In einer popu­lis­ti­schen Par­tei, die dem Par­la­ments­pa­trio­tis­mus frönt, wer­den sie jedoch aus dem meta­po­li­ti­schen Kampf aus­ge­schal­tet und ihre Talen­te oft vergeudet.

Den gesi­cher­ten Erwerb erkau­fen sie mit der Auf­ga­be des Akti­vis­mus, der gesell­schafts­po­li­ti­schen Strahl­kraft und oft genug durch einen Bruch mit dem alten Umfeld. Auf­grund ihrer Vita auf die Par­tei als Arbeit­ge­ber ange­wie­sen, sind die­se „abge­wor­be­nen“ Idea­lis­ten meist loya­le, „kon­trol­lier­ba­re“ Arbeits­kräf­te, die oft aus Idea­lis­mus mehr leis­ten als nötig. (Selbst­ver­ständ­lich enden Akti­vis­ten­kar­rie­ren oft in der Par­tei­po­li­tik. Die­se Kri­tik rich­tet sich gegen die Gefahr der „Par­la­men­ta­ri­sie­rung“ einer gan­zen jun­gen Generation.)

Oft setzt die Par­tei auch zu Wahl­kampf­zei­ten ger­ne auf das akti­vis­ti­sche Umfeld. Recht­zei­tig vor­her wer­den Kon­tak­te inten­si­viert, Ver­spre­chun­gen gemacht und Hoff­nun­gen geschürt. Ziel ist es, Akti­vis­ten als ver­läß­li­che Wahl­kampf­hel­fer ein­zu­span­nen. Nach der geschla­ge­nen Wahl endet das Ent­ge­gen­kom­men aber meist abrupt. Das Aus­blu­ten des Umfelds in Rich­tung Par­tei schwächt jedoch auch ande­re Berei­che des rech­ten Lagers. Das folgt der Stra­te­gie des Par­la­ments­pa­trio­tis­mus, die Theo­rie­bil­dung, Gegen­kul­tur und Bewe­gung kei­ne ech­te Bedeu­tung bei­mißt.  Die Kam­pa­gnen­ar­beit der Bewe­gung ist auch vor und nach Wahl­kampf­zei­ten ent­schei­dend, da es dabei nicht um eine punk­tu­el­le Stim­men­ma­xi­mie­rung, son­dern um eine lang­fris­ti­ge Beein­flus­sung des Mei­nungs­kli­mas geht. Ande­re Berei­che des rech­ten Lagers sind kei­ne infan­ti­len Spiel­wie­sen, aus denen man Talen­te abzie­hen muß, um sie in die ver­meint­lich „ech­te“ und ein­zi­ge poli­ti­sche Arbeit in der Par­tei ein­zu­bin­den. Statt­des­sen soll­te die Par­tei gezielt außer­par­la­men­ta­ri­sche Akteu­re för­dern und einen fes­ten Teil ihrer Res­sour­cen in die Unter­stüt­zung des Umfelds und ins­be­son­de­re die Hoch­schul­po­li­tik lenken.

3. Statt Igno­ranz und Distan­zie­rung braucht es Enga­ge­ment und infor­mel­le Vernetzung

Die klas­si­sche Hal­tung der Par­tei zur Bewe­gung besteht aus  Distan­zie­rung und Oppor­tu­nis­mus. Die bes­te Bewe­gung ist aus der Sicht der Par­tei gar kei­ne (oder, wie gesagt, eine klei­ne kon­trol­lier­ba­re Grup­pe, die bei Bedarf Wahl­kampf­hil­fe leis­tet und aus der man loya­le Idea­lis­ten rekru­tie­ren kann.) Eine Bewe­gung, die eigen­stän­dig meta­po­li­ti­sche Zie­le ver­folgt, und von Zeit zu Zeit auch die Par­tei kri­ti­siert, wird als Kon­troll­ver­lust und Bedro­hung wahr­ge­nom­men, und man reagiert mit öffent­li­cher Distan­zie­rung. Die­se löst eine Spi­ra­le der gegen­sei­ti­gen Kri­tik und Beschimp­fung aus, die Cha­os im neu­rech­ten Lager erzeugt.
Statt­des­sen gilt es über Schnitt­stel­len und Schlüs­sel­fi­gu­ren ein infor­mel­les Infor­ma­ti­ons­netz zwi­schen Par­tei und allen Tei­len der neu­rech­ten außer­par­la­men­ta­ri­schen Oppo­si­ti­on auf­zu­bau­en. Pro­ble­me sind so (rasch und ohne der lin­ken Pres­se eine „Show“ zu bie­ten) intern zu klä­ren. Das setzt natür­lich vor­aus, daß sich auch die rech­ten Bewe­gun­gen und die rech­te Gegen­öf­fent­lich­keit ver­nünf­tig ver­hal­ten, sprich einer Stra­te­gie der „Recon­quis­ta“ folgen.
Par­tei­en wie die AfD und die FPÖ müs­sen ver­ste­hen, daß sie – gera­de in ihrer Rol­le als ein­zi­ge, ech­te Oppo­si­ti­on – stets ein idea­lis­ti­sches und dyna­mi­sches „Vor­feld“ haben werden.
Das urei­ge­ne Inter­es­se der Par­tei, daß in eben die­sem Umfeld kei­ne gefähr­li­chen, extre­mis­ti­schen Bewe­gun­gen oder Kon­kur­renz­par­tei­en ent­ste­hen, kann nur über ein akti­ves und ent­ge­gen­kom­men­des Enga­ge­ment erreicht wer­den. Distan­zie­rung, Abgren­zung und Igno­ranz bewir­ken das Gegen­teil. Es wird immer rech­te Theo­rie­bil­dung, Gegen­kul­tur, Gegen­öf­fent­lich­keit und Bewe­gun­gen geben. Die Par­tei hat immer ein Umfeld. Sie kann die­ses pfle­gen, struk­tu­rie­ren und mit­or­ga­ni­sie­ren – oder es aus­beu­ten, igno­rie­ren und ver­wil­dern las­sen. Letz­te­res rächt sich aber frü­her oder spä­ter immer selbst.

Was kann die Par­tei kon­kret tun, um die­sen Prin­zi­pen zu fol­gen? Ich will zum Abschluß des Tex­tes zwei kon­kre­te Bei­spie­le lie­fern, wel­che die Theo­rie­bil­dung und die Bewe­gung betreffen.

1. Auf­bau rech­ter Hochschulpolitik

Im Par­la­ments­pa­trio­tis­mus wird Stu­den­ten­po­li­tik links lie­gen gelas­sen. Sie ver­spricht kei­ne unmit­tel­ba­re Stim­men­ma­xi­mie­rung und ver­geu­det damit – aus einer stra­te­gisch fal­schen Sicht!- nur Ressourcen.

Tat­säch­lich ent­schei­det sich im Kampf um die Uni und um die Köp­fe jeder Genera­ti­on die Hege­mo­nie über das wah­re Macht­zen­trum der Gesell­schaft. Hier bie­tet sich über das bestehen­de Netz­werk kon­ser­va­ti­ver Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen ein idea­les, sozio­kul­tu­rel­les Fun­da­ment, für eine rech­te Stu­den­ten­be­we­gung. Die­se wird (und muß) vor­erst kei­nen Ein­zug in Stu­den­ten­par­la­men­te schaf­fen. Aber allein ihre Prä­senz und ihr Aktio­nis­mus in Nähe der Hoch­schu­len wird zahl­rei­che Stu­den­ten posi­tiv beein­flus­sen und ins rech­te Lager holen. Die rech­te Par­tei kann durch die Aus­schrei­bung von Sti­pen­di­en und die Grün­dung von rech­ten Stif­tun­gen in Koope­ra­ti­on mit rech­ten Stu­den­ten­ver­bin­dung vie­le jun­ge Rech­te dazu moti­vie­ren, eine geis­tes­wis­sen­schaft­li­che, meta­po­li­tisch wert­vol­le Fächer­wahl zu tref­fen. Vor­bil­der sind hier Pro­jek­te wie der “Jun­g­eu­ro­pa Ver­lag”, oder die „Gegen­uni“ und das „IfS”.

2. Auf­bau eines Rechts­hil­fe­kol­lek­tivs und Bürgerbüros

Eine „blaue Hil­fe“, bestehend aus einem Büro und eini­gen rech­ten Anwäl­ten, wür­de den Bür­ger­be­we­gun­gen und Akti­ons­grup­pen unge­mein hel­fen. Die­ses Rechts­hil­fe­bü­ro muß nicht offi­zi­ell Teil der Par­tei sein. Es reicht, wenn die­se per­so­nel­le und finan­zi­el­le Res­sour­cen dafür bereit­stellt. Bei Anmel­dun­gen von Kund­ge­bun­gen, unge­recht­fer­tig­ten Polit­pro­zes­sen, bei der Grün­dung von rech­ten Unter­neh­men und Ver­ei­nen und vie­len ande­ren Gele­gen­hei­ten könn­te die­ses Büro kos­ten­frei bis kos­ten­güns­tig rech­te Akteue­re unterstützen.

Gezielt könn­te die Par­tei so auch das nöti­ge infor­mel­le Netz­werk auf­bau­en und gezielt ver­nünf­ti­gen, und pakt­fä­hi­ge Grup­pen im Umfeld för­den. Die­ses Büro dien­te auch als orga­ni­sa­to­ri­scher „Fen­der“, der zu enge Kon­tak­te oder Rei­bun­gen von Bewe­gun­gen und Ein­zel­per­so­nen mit der Par­tei ver­hin­dern kann.

Es wäre ein Instru­ment der Ver­trau­ens­bil­dung und hät­te auf die aktio­nis­ti­sche Rech­te eine sta­bi­li­sie­ren­de, struk­tu­rie­ren­de Wir­kung. Vor­aus­set­zung dafür ist die Bereit­schaft der Par­tei, dau­er­haft per­so­nel­le und finan­zi­el­le Res­sour­cen für ein Pro­jekt zu bin­den, das aus rein par­la­ments­pa­trio­ti­scher Sicht schein­bar sinn­los ist.

Neben die­sen Bei­spie­len gäbe es mit dem Auf­bau eines alter­na­ti­ven Markt­ing­bü­ros, einer Dru­cke­rei, Detek­tei oder eines Sicher­heits­un­ter­neh­mens, zahl­lo­se wei­ter Mög­lich­kei­ten für die Par­tei, sinn­voll in das Umfeld zu inves­tie­ren. Ziel ist es, durch eine bes­se­re Ver­tei­lung von Res­sour­cen das Umfeld im Rechts­kampf, bei der Orga­ni­sa­ti­on des Außen­auf­tritts, in der Pres­se­ar­beit und der Logis­tik zu unter­stüt­zen und so Ver­trau­en aufzubauen.

Nur so ver­liert auch das Umfeld sei­ne Scheu und legt die oft über­zo­ge­ne und res­sen­ti­ment­ge­la­de­ne Kri­tik am „fei­gen Par­tei­funk­tio­när“ Par­tei ab. Vie­le rech­te Poli­ti­ker (als gute Bei­spie­le sei­en hier Björn Höcke und Roger Beck­amp genannt) unter­stüt­zen bereits immer wie­der öffent­lich­keits­wirk­sam und krea­tiv gezielt das Umfeld. Sie wei­chen damit bereits vom Par­la­ments­pa­trio­tis­mus ab.

Wir müs­sen ins­be­son­de­re in der AfD durch eine kri­ti­sche Bewußt­wer­dung die­se zar­ten Geh­ver­su­che zum star­ken Trend machen.

Die Ver­fas­sungs­schutz­be­ob­ach­tung und die aus­ge­lös­te Flucht der Zag­haf­ten, nament­lich Chris­ti­an Klin­gen und Mar­kus Bay­er­bach in Bay­ern der gesam­ten AfD-Frak­ti­on im Land­kreis Bar­nim, könn­te ein Moment der Besin­nung und des Stra­te­gie­wech­sels wer­den. Resi­gna­ti­on und Radi­ka­li­sie­rung oder eine Neu­erfin­dung im Rah­men einer neu­en Stra­te­gie – es sind Jah­re der Ent­schei­dung in der AfD.

– – –

Lek­tü­re­emp­feh­lung:

Bene­dikt Kai­ser – Die Par­tei und ihr Vor­feld, rei­he kapla­ken bd 81 – 96 Sei­ten, 10 € – hier vor­be­stel­len.

Kai­sers Bänd­chen und die ande­ren bei­den neu­en Bänd­chen (Scheil: Der deut­sche Don­ner, Lichtmesz/Sellner: Bevöl­ke­rungs­aus­tausch und Gre­at Reset) für einen ermä­ßig­ten Paket­preis hier vor­be­stel­len.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (39)

Sixtus

30. März 2022 10:34

"Das setzt natürlich voraus, daß sich auch die rechten Bewegungen und die rechte Gegenöffentlichkeit vernünftig verhalten" - Und da liegt dann auch schon der Hund begraben. Natürlich braucht es für eine Partei, die in den Parlamenten sitzt und eine breitere Wählerschaft ansprechen will, gewissen Verhaltensregeln und auch "rote Linien" - sonst spielt man der Presse und dem Verfassungsschutz permanent in die Hände; das gilt dann umso mehr auch für das Umfeld, wenn dieses hilfreich und kein irrlichtender Störfaktor sein soll. Aber wichtig wäre es, in den größeren Medien mit schlagfertigem, sympathischen Personal Präsenz zu zeigen, damit man dort überhaupt erst Positionen und Argumente vorbringen kann - Ihre Auftritte, Hr. Sellner, bei Servus TV oder auch die Diskussion mit Gunnar Kaiser fand ich absolut bemerkenswert; Hr. Zemmour leistet das in Frankreich ja auch vorbildlich. Ich weiß nicht, ob die IB in Deutschland geeignete Figuren dafür hat, die AfD hätte ein paar, die aber leider auf Bundesebene bislang nich durchdringen.

MARCEL

30. März 2022 10:49

Zustimmung!

Man müsste zur Hydra werden

(und daneben "Organisationen" gründen, einzig um Antifa und VS zu beschäftigen)

...und leider auf die Verschlimmerung der Lage "hoffen"

Das Overton-Fenster würde ur-plötzlich zu einem Zeitfenster für einen Great Reset von rechts

 

Laurenz

30. März 2022 11:05

Daß es neben freiwilligen Aktivisten & Berufs-Parlamentariern in der Opposition nichts besseres zur Verfügung steht, kann man doch zufrieden sein. Ich erachte den Ansatz des Artikels als falsch.

Die Alt68er APO war doch gescheitert. Im Gegensatz zu Ihnen, MS, gingen die Alt68er, wie Adolf Hitler & die Nationalsozialisten (nach einem gescheiterten Putsch) durch die Instanzen, nur, daß die Alt68er zur Machtergreifung 3x solange brauchten, wie letztere. An beiden historischen Beispielen gemessen, könnten Sie Ihre Strategie überdenken. Jetzt an der Macht, finanziert die linksliberale Hegemonie die eigenen Söldner auf der Straße, egal, ob es sich um die Antifa handelt oder fuckups for future.

Sie sehen, umgekehrt wird ein Schuh draus. Erst für die parlamentarische Macht kämpfen, danach die Aktivisten finanzieren.

Niekisch

30. März 2022 11:37

"Aufgabe ist es – mitunter als radikale, aber nie extreme Flanke – rechte Ideen und Konzepte zu popularisieren und zu normalisieren".

Nie extrem, was soll denn das heißen? Außen am Rand, warum denn nicht? Jede Flanke ist am Rand und hat ihrerseits wieder einen Rand. Verfluchter Ausgrenzungswahn!

Kositza: Der Unterschied von radikal und extrem ist doch klar. IB/Sellner mag "radikal" sein (von radix, Wurzel), aber sie ist, sie sind nicht extrem. Daran ist gar nichts verflucht. Es ist halt so.

Niekisch

30. März 2022 12:56

"Kositza: Der Unterschied von radikal und extrem ist doch klar. IB/Sellner mag "radikal" sein (von radix, Wurzel), aber sie ist, sie sind nicht extrem. Daran ist gar nichts verflucht. Es ist halt so".

Verehrte Frau Kositza, akzeptiert, nur möchte ich noch darauf hinweisen, dass MS damit unnötigerweise hinter die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zurückfällt, die extreme Ansichten zuläßt, wenn sie sich nicht aggressiv gegen den Bestand des Staates an sich stellen. 

heinrichbrueck

30. März 2022 14:11

"Der Unterschied von radikal und extrem ist doch klar."
Die Gewalt. "Aus Sicht der Sicherheitsbehörden gibt es eine klare Definition: Der Radikalismus ist der Vorläufer des Extremismus und ist nicht per se strafbar. Die Sicherheitsbehörden ziehen beim kriminellen Verhalten die Grenze und sprechen von Extremismus, wenn Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung der eigenen politischen Interessen angesehen wird."
Umvolkung und Gewaltfreiheit. "Reconquista" und Gewaltfreiheit. 
1945 und Machtzentrum. Neues Machtzentrum ohne Gewaltpotential? Umvolkungsextremismus (Gewaltmonopol) trifft Reconquistaradikalität? Gewaltfrei und Machtwechsel in einem Satz. 

RMH

30. März 2022 14:45

Der Artikel vergisst 2 ganz wichtige Grundsätze:

Grundsatz 1: Eine Partei ist kein Dukatenesel, der wahllos in irgendwelche Vorfelder ... Gerade bei einer AfD, die penibelster Überwachung im Hinblick auf ihre Mittelherkunft unterliegt und bei der die staatlichen Zuschüsse für ihre parteinahe Stiftung noch lange nicht in trockenen Tüchern sind. Zudem: Diese Partei muss dann auch mindestens in die Parlamente gewählt werden.

Grundsatz 2, der unabhängig von Parteien gilt: Wer zahlt schafft an. Jeder, der Geld ausgibt, will genau wissen, an wen und für was und er will die Kontrolle über seine Zahlungsflüsse haben. Und bei einer Partei wie der AfD kommt hinzu, dass es ihr sicher nicht nachgelassen wird, wenn sie Mittel großzügig an Verbände, Vereine, Hausprojekte etc. verteilt, wie es bei anderen Parteien der Fall ist.

Fazit: Das berühmte Vorfeld sollte sich im Interesse BEIDER Seiten möglichst unabhängig finanzieren. Das schafft keine Abhängigkeiten und auch keine Quellen für vermeintlich "investigativen" Journalismus. Ist hart, aber besser so.

Gelddrucker

30. März 2022 18:42

Daueraufrufe zu Aktivität sollten zu jeglicher patriotischer Meinungsmache dazugehören.

Es wird sich nichts verbessern, wenn das patriotische Lager sich nicht endlich aufrafft zu realem Widerstand.

Die AfD ist weit vor allen anderen in den sozialen Medien, das Bild in der Realität? Kaum einer traut sich. Im Osten ist das sicher besser als im Westen, aber ich würde die Unterschiede da nicht als entscheidend ansehen. 

Es sollte passiven Rechten dabei klargemacht werden, dass jeder, der nichts weiter tut als Tim Kellner-Videos oder Sellners Telegramkanal passiv zu konsumieren, Teil des problems ist.

anatol broder

30. März 2022 21:30

@ gelddrucker 18:42

schon mal selbst «realen widerstand» geleistet? was war das?

ist eine geldspende an den verein für staatspolitik realer widerstand?

Gracchus

30. März 2022 22:11

"Nun ja" (Tillmann Bendikowski), die 3 Prinzipien scheinen den Nachteil zu haben, dass sie - wie ja auch Sellner konzediert -, mit dem Realitätsprinzip von Parteien kollidieren. Sellner wäre ein geeigneter Kandidat, um Partei und Umfeld zu verbinden - aber wohl eher in einer Partei.  

Wäre es ansonsten nicht ratsamer, grösseren Abstand zur Partei zu halten? Auch  für SiN? Um geistige Unabhängigkeit zu wahren. Die Partei kommt von allein (aber eben nur, wenn es ihr nützlich erscheint, das ist so, deshalb ist ihnen nicht zu trauen).

Luisman

31. März 2022 06:38

Ausser dem letzten Punkt 2 (Rechtshilfe usw.) empfinde ich die Vorstellungen als geradezu niedlich unmachiavellistisch. Ein Marsch durch die Institutionen analog zu den 68'ern wird der rechten Bewegung nicht gelingen. Jeder Ansatz dort hinein zu kommen, oder darin zu verbleiben wird mit der staatlich unbegrenzt finanzierten "Kampf gegen Rechts" Politik verhindert.

Selbst katastrophale Externalitaeten, wie COVID, der Ukrainekrieg, oder das sich in den naechsten 20 Jahren entwickelnde Rentendebakel scheinen bisher keine massive Auswirkung auf das Wahlverhalten zu haben. CDU oder SPD oder Nichtwaehler - der selbe Schuh in verschiedenen Farben. Auf welchen unumstoesslichen Fakten beruht denn die Hoffnung auf eine demokratische, parteipolitische Loesung der Konflikte mit einer Oligarchie, die unumschraenkt herrscht?

Ich weiss nicht wie viele 'pazifistische Kaempfer' sich noch finden lassen, wenn der juristische und finanzielle Rueckhalt praktisch NULL ist. So treibt man doch nur die besten eigenen Leute in den Ruin, bevor sie irgend etwas bewirken konnten. Deshalb stimme ich dem letzten Teil des Artikels zu. Es muss eine rechte Infrastruktur aufgebaut werden, mit der man sich zumindest verteidigen kann. Und mittelfristig - da trennt sich die Spreu vom Weizen - muss es rechte kapitalistische Organisationen geben, welche den Gecancelten Verdienstmoeglichkeiten anbieten, und eben nicht nur im Verlagswesen.

Laurenz

31. März 2022 09:01

@Luisman

"in den nächsten 20 Jahren entwickelnde Rentendebakel"

Es existiert weder ein demographisches Problem, noch ein zukünftiges Renten-Debakel. Das Rentenproblem ist längst gelöst, indem in 30 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge zum größten Teil tot/gestorben sind. Und da in den nächsten 30 Jahren diese geburtenstarken Rentner eine gewisse Mehrheit bilden werden, kommt kein Politiker an diesen vorbei, wenn er gewählt werden will. Ihre üblichen konservativen Kassandra-Rufe verbleiben daher, auch wie üblich, Unfug, zumindest solange dieses BRD-Regime als solches noch existiert.

"Es muss eine rechte Infrastruktur aufgebaut werden"

Wie stellen Sie Sich das vor? Haben Sie mit dem Aufbau bereits begonnen? Können wir bei Ihrem, "Bau auf, bau auf-Verein" Mitglied werden?

RMH

31. März 2022 09:09

"oder das sich in den naechsten 20 Jahren entwickelnde Rentendebakel scheinen bisher keine massive Auswirkung auf das Wahlverhalten zu haben."

Kein Wunder, die aktuelle Rentnergeneration betrifft es ja nicht mehr, die werden mit regelmäßigen, üppigen Rentenerhöhungen ruhig gestellt und jammern darüber, dass sie von den 300 Euro Energiegeld vermutlich nichts bekommen werden (ein Blick in die "Leserbriefe" von Regionalzeitungen - die werden ja hauptsächlich von Rentnern  gelesen - offenbart die gesamte, gierige Infamie der aktuellen Rentner, die mit den Boomern = aktuelle Jungrentner, sich noch steigert). Wer die Wahlanalysen auf SiN liest, weiß, dass die Rentner diejenigen mit der höchsten Wahlbeteiligung sind und die stärksten Stützen für die CDU und SPD sind. Die Rentner sind auch die, die in ihrem who wants to live forever Wahn am rigidesten für eine Impfpflicht sind, weil sie sich davon eine Verlängerung ihrer erbärmlichen Existenz erhoffen. Die Rentner sind diejenigen, die den Karren bei uns im Land in den Dreck gefahren haben und ob ihre demografischen Wählermacht von den Parteien gebauchpinselt werden. Rechte haben hier leider zu oft noch romantische Vorstellungen von der armen Kriegerwitwe, die im Vergleich zu Hartzlern zu wenig bekommt oder vom Malocher, der nicht in der Großindustrie arbeitete und jetzt ohne Betriebsrente arm da steht. Davon sollte man sich verabschieden - diese Kreise sind NICHT die Wählergruppen der AfD. Bitte nochmals bspw. die letzte Analyse von Herrn Fiß lesen.

Niekisch

31. März 2022 12:03

"diese Kreise sind NICHT die Wählergruppen der AfD"

@ RMH 9:09: und deswegen dürften sie in mehreren Punkten wahrheitsentstellend und geradezu menschenverachtend als Mitdeutsche in den Dreck getreten werden?

Laurenz

31. März 2022 13:02

@RMH

"Rentner"

Hier ein paar Statistiken. https://journalistico.com/wirtschaft/faktencheck-die-durchschnittsrente-liegt-im-westen-bei-gut-1375-euro-im-osten-bei-1300-euro/#:~:text=Die%20monatliche%20Durchschnittsrente%20in%20Deutschland,Pflegeversicherung%20der%20Rentnerinnen%20und%20Rentner.

oder hier https://www.mystipendium.de/geld/durchschnittsrente

In Deutschland haben wir 42% Wohneigentum. Besitzt ein Rentner ein Haus, muß dieses auch unterhalten werden. Rentner mit Mieteinnahmen sind natürlich privilegiert, wie die Beamten & der öffentliche Dienst. Betriebsrenten gibt es natürlich, aber nur Ansprüche aus der Vergangenheit. Heutzutage hat die Wirtschaft diese weitestgehend abgeschafft. Betriebsrenten müssen auch voll versteuert werden, sind Krankenkassen & pflegeversicherungspflichtig. Österreich & die Schweiz sehen da ganz anders aus, weil alle einzahlen müssen, ohne Beitragsbemessungsgrenze. Desweiteren übersehen Sie, daß die Rentenversichung für Fremdleistungen geplündert wurde, im Gegensatz zur Anwaltskasse, privaten Renten oder Nicht-Zahlern, wie Beamte.

RMH

31. März 2022 13:05

@Niekisch,

das war nur eine kleine Philippika. Ändert nichts an den klaren Fakten, die mit ihr angeschnitten wurden. Im Dreck ist deswegen noch keiner. 

anatol broder

31. März 2022 13:18

«aufbau eines alternativen marketingbüros, einer druckerei, detektei oder eines sicherheitsunternehmens.»

wäre ein herrenausstatter, bei dem jemand wie tino chrupalla oder thor von waldstein einkauft, auch eine überlegung wert?

Luisman

31. März 2022 15:09

(1)Ach @Laurenz... Wie @RMH richtig sagt, werden die Wahlentscheidungen der Rentner die Politik der naechsten 20-30 Jahre dominieren, und warum sollten die gegen zusaetzlich Verschuldung, um die Renten zahlen zu koennen votieren, oder sich grosse Sorgen um die Zukunft des Landes machen, wenn sie auf Mallorca der sonstwo (wie ich) auf der Welt sitzen. Das Debakel ist nicht, dass es viele Armutsrentner geben wird, sondern, dass die nachfolgende Einzahlergeneration auf einem gigantischen Berg Schulden sitzen bleibt, egal wie rechts oder links sie sind, und kaum eigenes Vermoegen aufbauen kann. Das Problem ist also nicht geloest, sondern wird nur verschoben.

Mein Aussage war doch, dass weder externe noch selbstverschuldete Katastrophen das Wahlverhalten drastisch aendern werden. Deshalb sind m.A. parteipolitische Hoffnungen fehlgeleitet und Blindleistung. Mir kann's im Grunde egal sein, weil ich in 20-30 Jahren 6ft under bin.

Luisman

31. März 2022 15:09

(2) Offensichtlich ist die ueberwiegende Strategie der linken 'Jugend' sich einen staatsnahen Job zu suchen, in dem sie an der Leistung der produktiv Arbeitenden partizipieren koennen. Doch wie kann die Strategie der rechten, konservativen Jugend aussehen? Sollen sie weiter in Aufgabenfeldern arbeiten, in denen sie vom Staat mit willkuerlichen Steuern, Abgaben und Vorgaben maltraetiert werden, oder waere es nicht an der Zeit an einem persoenlichen Systemausstieg zu arbeiten, den man mit Gleichgesinnten umsetzen kann? Kurz gesagt: Wie kann man als 'Rechter' die naechsten 20-30 Jahre praktisch ueberleben, eine Familie mit Kindern haben, ohne als Bahnhofspenner zu enden.

Ich hatte diese Diskussion schon seit Jahrzehnten in der sog. Maennerrechtsbewegung, aber es fuehrte nie zu gemeinsamen Strategien/Loesungen. Es gibt immer individuelle Loesungen, aber sehr viele Leute scheitern und haben gar keinen Rueckhalt. Dieser alte weisse Mann hier will der Sellner-Generation raten, anstatt hochfliegende politische Traeume zu entwickeln, eine Parallelwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen, die attraktiv ist und weitgehendst unabhaengig von taeglicher Staatskontrolle. Wie das genau aussehen soll, das muessen heute 20-30 Jaehrige entscheiden, kein 60 Jaehriger.

Laurenz

31. März 2022 15:18

@Anatol Broder

Sie meinen, wie auch Schröder einst für Klamotten Werbung machte?

RMH

31. März 2022 15:37

@Laurenz,

ich übersehe da meiner Meinung nach nichts Wesentliches. Ich sehe ein System, dass stetig steigende Bundeszuschüsse benötigt, damit der Beitragssatz nicht zu Lasten der Lohnkosten in die Höhe schießt und gleichzeitig permanente Rentenerhöhungen bis Geschenken (Fremdleistungen etc. gehören dazu), damit der treue Wählerkreis der Rentner bei Laune gehalten wird. Gleichzeitig drückt man sich - damit Beamte und andere auch bei Laune bleiben - vor dem von Ihnen angesprochenen klaren Schritt hin zu einer allg. Versicherung, wie in den angesprochenen Ländern. Alles nicht nur zur Lasten der jüngeren Generationen sondern bereits schon für die, die in den nächsten Jahren Rentner werden. Zudem ist es ein Teil unseres Herrschaftssystems, unsere Beamten mit faktisch nur über Dauerverschuldung zu bezahlenden Pensionszusagen zum treuen und braven Durchwinken aller Schweinereien zu korrumpieren - jüngst hat eine pensionierte Lehrerin ihre Pensionsansprüche aberkannt bekommen, weil sie sich in Richtung "Reichsbürger" äußerte, was dann gerichtlich auch bestätigt wurde. Beamte verlassen die AfD, aus Furcht vor dem Verlust ihrer Ansprüche. Ich will das an dieser Stelle nicht vertiefen. Aber "remonstrieren" wird da kaum noch einer.

PS: Ich habe nichts gegen eine Überführung der Versorgungswerke in ein allg. Rentensystem, wenn es wirklich ein allgemeines einschl. Beamte wäre.

Laurenz

31. März 2022 17:08

@RMH @L.

Sie schreiben jetzt über völlig unterschiedliche Inhalte. Daß heutzutage Bundeszuschüsse zur Rentenkasse geleistet werden müssen, hat einzig damit zu tun, daß schon immer die Rentenkasse der gesetzlich Versicherten mit Fremdleistungen belastet wurde. Als Kanzler griff Willy Brandt  dann in Milliardenhöhe mit langen Fingern in die Rentenkasse, um seinen Kumpel Tito zu finanzieren & verriet wie immer, ganz sozialdemokratisch seine Wähler. Die Kassen der Anwälte, Ärzte & sonstige Freiberufler wurden nie belastet. Selbständige & Beamte zahlen in der Regel erst gar nicht ein, wurden somit auch nicht mit gesamtgesellschaftlichen Aufgaben konfrontiert. Im Grunde müßte alle diejenigen "Befreiten", die noch leben, die Fremdleistungen nachzahlen. Wenn Sie also die Pensionäre dieser privilegierten Gruppen meinen, haben Sie sicherlich Recht. Aber wie Sie der Wahlanalyse von DF entnehmen können, wähl(t)en unsere Rentner ihre eigene Besteuerung. Mein ungläubiger Herr Vater machte davon keine Ausnahme & zahlte für 10 Jahre 35k Euro nach.

Niekisch

31. März 2022 19:20

"Betriebsrenten müssen auch voll versteuert werden, sind Krankenkassen & pflegeversicherungspflichtig".

@ Laurenz 13:02: Völlig richtig und das gilt entgegen § 229 SGB V auch für Direktversicherungen zur Altersversorgung als Säule neben der gesetzlichen Rente, wo zumeist durch die Arbeitgeber Beitragsfreiheit hinsichtlich der Sozialversicherungsbeiträge schriftlich gesichert wurde. So zahlen viele Rentnerehepaare 5x Beiträge: 2x auf die Rente, 2x auf die betriebliche Altersversorgung, 1 weiteres mal  d o p pe l t, wenn Gehaltsverzichte aus bereits verbeitragtem Einkommen nach Auszahlung bei Renteintritt erneut 10 Jahre verbeitragt werden.  

Volksdeutscher

31. März 2022 19:21

Der Beitrag ist hervorragend, die Frage ist nur, - und im Falle der AfD stellt sich immer wieder diese Frage - wie lange es dauern wird, bis eine breite Schicht in der Partei endlich die Notwendigkeit von all dem begreift und danach handelt, was im obigen Beitrag in aller Deutlichkeit beschrieben und ausgesprochen ist? Wie oft (noch) muß den AfD-lern in den Mund gekaut werden, worauf es in der Parteipolitik im Besonderen und in der Politik im Allgemeinen ankommt? Und wer in der Partei soll das tun?

Was ich im Beitrag vermisse: Wie könnten die angerissenen Prämissen auf die Politik der AfD Einfluß nehmen, wo sie doch vom Geist des Liberalismus dominiert wird, anders gefragt, wie könnte man solche Leute, die nichts mit Rechten, Konservatismus oder Nationalismus im Kopf haben und haben wollen, dazu bewegen, sich auf etwas einzulassen, was ihnen von ihrer Natur her widerstrebt?

anatol broder

31. März 2022 19:54

@ laurenz 15:18

richtig, ohne werbung läuft es nicht. die entsprechenden herren müssten die klamotten öffentlich tragen.

Volksdeutscher

31. März 2022 20:00

@Ellen Kositza / @Martin Sellner / @Niekisch

- "Aufgabe ist es – mitunter als radikale, aber nie extreme Flanke – rechte Ideen und Konzepte zu popularisieren und zu normalisieren".

- "Der Unterschied von radikal und extrem ist doch klar. IB/Sellner mag "radikal" sein (von radix, Wurzel), aber sie ist, sie sind nicht extrem. Daran ist gar nichts verflucht. Es ist halt so."

Als die alte Jobbik im Jahre 2010 ins ungarische Parlament einzog, definierte die Partei ihren Radikalismus ebenfalls im Sinne dessen, wie Sie es hier tun. Ich versuche, die Selbstbestimmung der Partei durch Gábor Vonas Worte aus der Erinnerung zu zitieren:

"Wir sind nicht als Radikale auf die Welt gekommen. Nicht wir haben uns radikalisiert, sondern wir fanden Probleme vor, die nur radikal, also durch in die Tiefe, bis an die Wurzeln gehende Veränderungen zu lösen sind und nicht durch auf der Oberfläche erfolgte Tünchen."

Und siehe, die Partei wurde vom politischen System nichts desto trotz sowohl in Ungarn, als auch im Ausland als rechtsradikal, rechtsextrem, ja faschistisch bezeichnet. Wer an der Macht ist, bestimmt, was als radikal oder extrem gilt. Und wenn es in seinen politischen Interessen steht, wird er beide Termini als Synonyme verwenden, so auch gegenwärtig. Darauf hat man als "Betroffener" keinen Einfluß.

Kositza: Das stimmt zweifellos. Das liegt nicht in unserem Einfluß. Und dennoch kann man für sich Extremismus ablehnen! Das ist, wie beim Essen gerade zu sitzen und maierlich zu speisen, auch wenn man allein ißt.

 

Volksdeutscher

31. März 2022 20:19

@anatol broder

So ein Herrenausstatter wäre hierzulande nicht lange Herrenausstatter: "Das führt zu Auschwitz" und "Wehret den Anfängen" und "Nie wieder Feschismus" und so weiter....  Deutschland ist nicht Frankreich, Italien oder England, das wissen Sie doch. Hier nimmt man alles so bitter bieder ernst. Die Linken haben keinen Humor. Der Gutmensch ist der spießigste Spießer.

Volksdeutscher

31. März 2022 22:02

@Kositza - "Und dennoch kann man für sich Extremismus ablehnen!"

Das ist einfacher gesagt als getan, denn es gibt dafür keine verbindlichen Sprech- und Verhaltensnormen - zumindest keine eigenen, die man als rechte bezeichnen könnte. Bis jetzt bestimmt darüber einzig und alleine der politische Feind. Wenn es dem aber so ist, dann wäre es an der Zeit, solche verbindlichen Bestimmungen vorzunehmen und zwar anhand von ausgewählten Beispielen: das ist radikal rechts - das ist extrem rechts. Das liefe jedoch auf einen gewissen Sprech- und Verhaltenskodex hinaus, auf soetwas wie ein "Knigge von rechts für Rechte". Was wäre aber das Motiv hinter dieser kruden Unterscheidung, wenn nicht die Anpassung an die vom System ausgeübten Druck? Die Linke kennt so etwas wie "Schmuddellinke" nicht. Daraus zieht sie einen enormen Vorteil für sich in der Theoriebildung und erst recht in der politischen Praxis. Nur die Rechte muß sich ständig dies und das verurteilen, sich von anderen Rechten abgrenzen und distanzieren. Und wie willig sie über die hingehaltenen Stöckchen springt! Beängstigend ist das.

Kositza: Daß auf der linken Seite die Grenzen - anders als bei uns - fließend sind: stimmt. Allerdings ist über die Differenz zwischen "Alter" und "Neuer" Rechter in den letzten 25 Jahren eine Menge publiziert worden. Die Räume sind eigentlich ziemlich klar abgesteckt. Ich selbst mag über überhaupt kein hingehaltenes Stöckchen springen. Allerdings stößt mich das auch nicht in Gewissenszweifel.

Volksdeutscher

31. März 2022 22:38

@Kositza

Wenn Sie das nicht betrifft, dann umso besser, das Geschriebene war ja auch nicht auf Sie bezogen, sondern ist von mir allgemein als ein Syndrom auf der rechten Seite wahrgenommen. In den 80-ern hörte ich sogar einen CDU-ler bei einer Bundestagsdebatte sagen: "Die CDU ist nicht eine rechte Partei, sondern eine konervative." Ich glaube, dieser phänomenale Blödsinn kam von Friedrich Merz.

Laurenz

1. April 2022 00:05

@Anatol Broder & Volksdeutscher 

"Werbung & Herrenausstatter"

Hier muß ich unserm Mitforisten @Anatal Broder beipflichten. Es muß ja kein deutscher Ausstatter sein. Sowas böte sich zB an 

https://modepalast.com/inside_israel/

oder hier 

https://www.zegna.com/de-de/

oder vielleicht könnte unser Mitforist auch Diesen, Seinen Volksgenossen überzeugen

https://koelble-brunotte.de/

Also Firmen, die hier noch keinen oder nur kleinen Fuß auf dem Boden haben & denen die politisch brisante Publizität nichts ausmacht, sondern eher Recht ist. Fast jedem Gewerbetriebenden ist die kostenlose Reichweite die liebste.

Ich erachte diese Idee als richtig.

Allerdings, so muß ich das hier klarstellen, weigert sich auch MS, wie Basti Kurz rumzulaufen, was ich als eklatanten Fehler erachte. Man braucht auch 1-2 Jahre bis man sich an diese "Uniform" gewöhnt hat. Aber nicht umsonst läuft auch Ganser so rum, wenn Er auch in der Regel keine Krawatte anzieht.

Volksdeutscher

1. April 2022 00:58

@Kositza - "Und dennoch kann man für sich Extremismus ablehnen! Das ist, wie beim Essen gerade zu sitzen und maierlich zu speisen, auch wenn man allein ißt."

Ohne zu wissen, was Sie damit im Einzelnen genau meinen, sage ich mal ja: Ja, man kann soetwas für sich bestimmen. Aber das wird die Machthabenden nicht beeindrucken. Das werden sie mit der Behauptung wegwischen, wie sie es schon des öfteren taten, daß das nur Lippenbekenntnisse seien, daß das alles nur Tarnung sei. Und man wird keine Beweise für seine Ablehnung erbringen können. Selbst wenn man sie erbringen könnte, würde das an der Haltung des politischen Feindes nichts ändern, weil die Wahrheit, bzw. das Eingeständnis des Irrtums seine Machtposition gefährdete und allen vor Augen führe, daß er Unrecht tat. Und mitunter deshalb bleibt die Beobachtung der AfD durch den VS aufrechterhalten.

Kositza: Ja. Wie gesagt: Es geht uns nicht darum, die Machthabenden zu beeindrucken.

Allnichts

1. April 2022 01:37

"Politischer Extremismus" wird hierzulande meines Wissens so definiert, dass ein Einzelner oder eine Gruppierung mit welchen Mitteln auch immer die Abschaffung der Verfassung und somit des Systems beabsichtigt. Das könnte möglicherweise auch auf den einen oder anderen Neurechten zutreffen, dafür auf manchen Altrechten nicht.

Valjean72

1. April 2022 09:11

@Volksdeutscher @anatol broder

So ein Herrenausstatter wäre hierzulande nicht lange Herrenausstatter: "Das führt zu Auschwitz" und "Wehret den Anfängen" und "Nie wieder Feschismus"

Danke für den Schmunzler am morgen ;)

anatol broder

1. April 2022 13:53

@ volksdeutscher 22:02

«knigge von rechts für rechte.»

kapitel 1. heirate eine kluge frau.

kapitel 2. höre ihr zu.

kapitel 3. siehe kapitel 2.

Volksdeutscher

1. April 2022 21:51

@Kositza

Ja, klar. Aber wenn die Abgrenzung zu anderen rechten Richtungen für die Selbstdefinition und die eigene politische Positionierung so wichtig erscheint, müßte nicht derjenige, der dies für wichtig hält, auch sagen können, wie das Rechte, das radikal Rechte und das extrem Rechte aussähe?

Könnten Sie es anhand eines Phänomens oder Gegenstandes in allen drei Formen erörtern, bzw. bestimmen? Denn zu sagen wir seien die wahren, guten und schönen Rechten ist zu subjektiv, zu unverbindlich und befriedigt eigentlich nur den eigenen Narzismus, habe ich den Eindruck.

Volksdeutscher

2. April 2022 03:31

@anatol broder

Danke, das erinnert mich an einen Spruch von Oscar Wilde, der sinngemäß lautet: "Wenn du dich mit einer Frau unterhältst, hör ihr nicht zu, schau sie dir nur an."

Laurenz

2. April 2022 03:34

@Anatol Broder @Volksdeutscher

Anatol Broder hat eben erkannt, wie Wahlen entschieden werden, und zwar durch Frauen, was ganz klar das Frauenwahlrecht ad absurdum führt. Klamotten, Erscheinungsbild, Männlichkeit (Habeck, unser Robert Redford für Arme) sind für das Frauen-Votum entscheidend, da wird auch nie gegendert. Und soweit ich unseren Mitforisten @Anatol Broder verstanden habe, hat Ihm genau das Seine (kluge) Frau deutlich gemacht. Auch unser Mitforist wird das anziehen, was Seiner Frau gefällt. Neulich hatte in einem Video mit EL, GK eine Art Jacke an, die EK überhaupt nicht gefällt, quasi eine männliche Palastrevolution in Schnellroda. Ab & an muß man als Mann auch mal auf den Tisch hauen, ab & an, wohlgemerkt.

Volksdeutscher

2. April 2022 03:55

Valjean72

Gern geschehen. Das war aber keine Verschreibung, sondern ein gewollter Wortwitz. Jenseits solcher Wortwitze können wir jedoch die Tatsache erkennen, wie stark ästhetische Ansprüche und das Bedürfnis nach Schönheit bei rechtsgesinnten Menschen ausgeprägt sind. Das ist sogar in den unteren Gesellschafts- und Bildungsschichten, so z.B. bei den rechtsextremen Jugendlichen (Skinheads) zu beobachten. Sie ziehen sich nach ihren Möglichkeiten ordentlich und sauber an, sie fröhnen auch dem Kult der Maskulinität. Schau ich jedoch linke Jugendliche an, sehe verweiblichte, verwahrloste, vergammelte Menschen, die genau so aussehen, wie die Umgebung, in der sie leben: keimig, dreckig, hruntergekommen. Die Linke der unteren Gesellschaftsschichten liebt das Leben nur in seinen negativen Aspekten wie Verrottung, Zerstörung, Hässlichkeit, Auflösung.  

Volksdeutscher

2. April 2022 13:14

@Laurenz - "Klamotten, Erscheinungsbild, Männlichkeit (Habeck, unser Robert Redford für Arme) sind für das Frauen-Votum entscheidend, da wird auch nie gegendert."

Ihrer Erkenntnis kann ich meine nur zugesellen. Eine Großtante von mir aus Oberschlesien, lebenslänglich SPD-Wählerin, war ganz angetan von Helmut Schmidt, der "so schön und ruhig rede", im Gegensatz zu Franz Josef Strauß, "der so aggressiv sei und herumbrülle". Im Falle Schmidts Beliebtheit bei einer bestimmten Sorte von Frauen und breiten Rentnerschichten dürfte auch sein Auftreten und seine betont kultivierte Selbstpresentation eine maßgebliche Rolle gespielt haben, auf die es Frauen der älteren Schule ankommt. Und wenn er sich (darin gleicht ihm Putin) ans Klavier setzte, um Nichtwähler für die Wahl seiner Partei zu gewinnen, schmelzten solche politisch naiven Frauenherzen wie meine Großtante es war, dahin. Das Spiel eines vierhändigen Stücks mit Horrowitz wird vielen von ihnen wie eine Reise in die Zeit vor 1933 vorgekommen sein, mit ultimativem Anspruch auf politische Unschuld und Erhabenheit über den berserkerischen Bazi aus Bayernland.

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