Netzfundstücke (122) – Phonophor, Benoist, Immun

»Jetzt liegen die Dinge anders«,

bemerk­te der His­to­ri­ker und Redak­teur der Sezes­si­on-Lite­ra­tur­bei­la­ge Pho­no­phor, Dirk Alt, in der ers­ten Aus­ga­be eben­je­nes 47 Sei­ten zäh­len­den Hef­tes, das zwi­schen sei­nem Umschlag sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­te Kurz­pro­sa aus dem oppo­si­tio­nel­len Milieu versammelt.

Pho­no­phor, das ist ein Stück lite­ra­ri­sche Gegen­kul­tur. Im Juni soll nun die zwei­te Aus­ga­be des All­spre­chers erschei­nen. Daher an die­ser Stel­le die »Bekannt­ma­chung« der Sezes­si­on-Redak­ti­on:

Sezes­si­on-Abon­nen­ten ken­nen den Pho­no­phor, unse­re Lite­ra­tur-Bei­la­ge: Sie lag dem Dezem­ber-Heft bei und bot vier lite­ra­ri­sche Tex­te. Für die zwei­te Num­mer, die der Sezes­si­on 108 bei­lie­gen wird, suchen wir wie­der­um Tex­te, also unver­öf­fent­lich­te Kurz­pro­sa und Erzäh­lun­gen. Auch die­ses Mal erle­gen wir den Ein­sen­dern kei­ner­lei inhalt­li­che Beschrän­kun­gen auf. Krieg, Impf­zwang, Bie­der­mei­er – es gibt so vie­le lite­ra­risch frucht­ba­re Felder.

For­ma­les:

  • Es dür­fen meh­re­re Tex­te ein­ge­reicht wer­den, doch soll­te der Gesamt­um­fang eine Län­ge von 40.000 Zei­chen ein­schließ­lich Leer­zei­chen nicht über­schrei­ten. Ange­nom­men wer­den aus­schließ­lich digi­ta­le Zusen­dun­gen: Sen­den Sie Ihre Tex­te an [email protected].
  • Der Ein­sen­dung ist eine sepa­ra­te Vita bei­zu­fü­gen, die die aktu­el­le Post­adres­se des Ein­sen­ders beinhal­tet sowie ggf. wei­te­re Ver­öf­fent­li­chun­gen. Der Ein­sen­der ver­si­chert mit der Ein­sen­dung aus­drück­lich, das heißt: im Begleit­schrei­ben, daß er allei­ni­ger Rech­te­inha­ber der ein­ge­sand­ten Tex­te ist.
  • Die Tex­te sol­len bis­her unver­öf­fent­licht sein. Aus­nah­men hier­von bedür­fen der Abspra­che. Eine Ver­öf­fent­li­chung unter Pseud­onym ist auf Wunsch möglich.

 

Dank der Auf­re­gung um den Jun­g­eu­ro­pa-Die-Keh­re-Gemein­schafts­stand auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se im letz­ten Jahr wur­de das kurz nach der Mes­se vom Jun­g­eu­ro­pa Ver­lag ver­öf­fent­lich­te Gegen den Libe­ra­lis­mus aus der Feder des fran­zö­si­schen Phi­lo­so­phen und Vor­den­kers der Nou­vel­le Droi­te, Alain de Benoist, zum Verkaufserfolg.

Für ein Buch mit stol­zem Umfang, in dem sich tief­schür­fend mit poli­ti­scher Theo­rie beschäf­tigt wird, ist es kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, daß man auf­grund der Vor­be­stel­lun­gen schon vor Erschei­nen die zwei­te Auf­la­ge in Auf­trag geben muß.

Gehol­fen hat dabei sicher­lich auch der pro­vo­kan­te Titel: Gegen den Libe­ra­lis­mus. »Wer könn­te denn etwas gegen Libe­ra­le haben?«, wie Armin Moh­ler, Ahn­va­ter der Neu­en Rech­ten, in sei­ner Libe­ra­len­be­schimp­fung bereits süf­fi­sant anmerkte.

Alain de Benoist beant­wor­tet die­se Fra­ge und macht sogleich im Ein­gang sei­nes Inter­views mit dem Jun­g­eu­ro­pa Ver­lag respek­ti­ve Phil­ip Stein zu sei­nem Grund­la­gen­werk deut­lich, wor­in das Kern­pro­blem des Libe­ra­lis­mus besteht: in sei­ner Anthropologie.

Die libe­ra­le Defi­ni­ti­on des Men­schen besagt, der Mensch sei ein gespal­te­nes Wesen, los­ge­löst von all sei­nen Zuge­hö­rig­kei­ten, eigen­stän­dig sei­ne Ent­schei­dun­gen tref­fend, ein ego­is­ti­sches Wesen, das grund­sätz­lich immer auf Stei­ge­rung und Maxi­mie­rung sei­ner mate­ri­el­len Inter­es­sen aus ist, auf ratio­na­lis­ti­sche Wei­se. Wir wis­sen sehr gut, daß das nicht der Fall ist. Weil der Mensch immer ein Erbe ist. Er ererbt eine Zuge­hö­rig­keit, ein Kul­tur­er­be, er ererbt etwas, das ihm selbst vor­aus­ge­gan­gen ist.

Hier geht es zum gesam­ten, sehens­wer­ten Interview:

Gegen den Libe­ra­lis­mus erhal­ten Sie wie immer direkt hier, bei Antai­os, dem größ­ten kon­ser­va­ti­ven Versandbuchhandel.


 

Nach dem ers­ten Auf­ruhr über den Angriff Ruß­lands auf die Ukrai­ne ist die media­le Domi­nanz der Kriegs­hand­lun­gen und ihrer Fol­gen etwas abge­flacht; berech­tig­ter­wei­se ist es zwar immer noch das bestim­men­de The­ma, aber Coro­na hat sich an der Schlag­zei­len­front wie­der etwas zurückgekämpft.

Die Abstim­mung zur all­ge­mei­nen Impf­pflicht steht im Bun­des­tag ins Haus; gewis­ser­ma­ßen der legis­la­ti­ve Kul­mi­na­ti­ons­punkt der Coro­na-Hys­te­rie, ins­be­son­de­re in Anbe­tracht des­sen, daß in vie­len euro­päi­schen Staa­ten längst der Fuß vom Gas­pe­dal bei den Coro­na-Maß­nah­men genom­men wurde.

Um die ent­schie­de­nen Strei­ter für eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht, Karl Lau­ter­bach und Janosch Dah­men, wird es zuneh­mend ein­sa­mer. Selbst die am Anfang der Pan­de­mie noch rela­tiv geschlos­sen auf­tre­ten­de Abtei­lung der »Wis­sen­schaft«, vom Epi­de­mio­lo­gen bis zum Infek­tio­lo­gen, ist löch­rig gewor­den: Vie­le sehen ange­sichts der Erfah­run­gen mit den Impf­stof­fen und einer mit jeder Muta­ti­on harm­lo­ser wer­den­den Erkran­kung die Not­wen­dig­keit für eine Impf­pflicht nicht mehr gegeben.

Die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit des Lau­ter­bach­schen Her­zens­pro­jekts wird ange­zwei­felt. Einer, der die Sinn­haf­tig­keit der Coro­na-Impf­pflicht in Fra­ge stellt, ist der Immu­no­lo­ge Andre­as Rad­bruch, den anläß­lich sei­ner Aus­spra­che gegen eine Impf­pflicht bei einer Anhö­rung im Bun­des­tag nun das Maga­zin Cice­ro interviewte:

»DAS RISIKO-NUTZEN-PROFIL VERSCHIEBT SICH IN EINE UNGÜNSTIGE RICHTUNG«

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Kommentare (24)

Skeptiker

2. April 2022 13:17

Es ist richtig, dass die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, obwohl sie z.B. vom Marburger Bund gefordert wird, momentan eher keine Mehrheit im Bundestag zu haben scheint. Auch ich halte eine hohe Impfqoute, die auf einer freiwilligen Entscheidung basiert, für sinnvoller. Sollten aufgrund dieser Entwicklung nicht einige ihre - auch hier getätigten Mutmaßungen -  relativieren. Denn vieles, was hier der Corona-Impfung angedichtet wurde, durfte sich somit als das herausstellen, was es immer war: Blanker Unfug, der für die Redlichkeit der Rechten nicht gerade hilfreich war. Wohlgemerkt: Deswegen gibt es dennoch gute, vor allem juristische Gründe, gegen eine Impfpflicht einzutreten!

Laurenz

2. April 2022 13:48

Was mich am Video in Paris begeistert, ist, daß alle 3 Protagonisten ein sehr gut verständliches Französisch sprechen, sich beim reden Zeit nehmen. Auch die inhaltliche Aussage ist weniger intellektuell als vielmehr klar, deutlich & verständlich, wie das Quellwasser eines Bergbachs.

Der einzige Punkt, an dem ich Zweifel hege, ist das französische Denken in europäischen Dimensionen. Damit hatten die geographisch isolierten Franzosen schon immer Probleme. Der deutsche Adel Frankreichs stellte nie einen Kaiser.

Daher bezweifle ich auch, daß Franzosen die rassistisch motivierte Ausnahme des Liberalismus in Deutschland verstehen können. Der deutsche Liberalismus vergißt sich selbst immer dann & wird degressiv national, wenn man die Solidarität des Deutschen Volkes (Migration, Flüchtlinge, EU, Euro, Ukraine) verlangt, obwohl die Deutschen gar nicht zu den wohlhabenden Europäern gehören, sondern nur mehr Steuern als die anderen zahlen müssen. Der "liberale" Rassismus wird dadurch deutlich, daß nie jemand Solidarität für die Deutschen einfordert. Die Europäer neigten schon immer dazu, diesen national gefärbten Rassismus aus Profitgier zu unterstützen.

Laurenz

2. April 2022 13:49

Corona hier alternativ:  https://www.achgut.com/artikel/impfschaeden_das_thema_erreicht_den_mainstream

und hier ÖRR:

https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/plusminus-maerz-impfschaeden-100.html

 

Niekisch

2. April 2022 14:32

"...ein egoistisches Wesen, das grundsätzlich immer auf Steigerung und Maximierung seiner materiellen Interessen aus ist, auf rationalistische Weise. Wir wissen sehr gut, daß das nicht der Fall ist. Weil der Mensch immer ein Erbe ist. Er ererbt eine Zugehörigkeit..",

....zu der wesensgemäß auch das Gute, die Solidarität als Gruppenwesen in Notsituationen gehört, wie sehr gut bei Bregmann, Rutger, "Im Grunde gut - Eine neue Geschichte der Menschheit", rowohlt, nachzulesen ist.

Gracchus

2. April 2022 17:26

Nein, Herr Skeptiker. Ich empfehle Ihnen das Interview von Andreas Radbruch auf Cicero, von Harald Matthes auf FOCUS und den Bericht über den Berliner Arzt Erich Freisleben in der Berliner Zeitung. Es sickert auch inzwischen in den Mainstream, dass eine eklatante Untererfassung von Impfnebenwirkungen vorliegt. Herr Mattvrs spricht von 70%. Der Arzt Freisleben berichtet, dass Patienten mit Impfnebenwirkungen ihm die Praxis eingerannt haben; von ihren Kollegen sind sie abgewimmelt worden: Das bilden Sie sich ein. Plusminus brachte einen Bericht über Impfnebenwirkungen, danach platzte die Kommentarspalte, bis man sie gelöscht hat. Wenn sich die Ärzteschaft noch irgendeine Form von Ethik verpflichtet sieht, sollte sie sich dringend um Aufklärung und Aufarbeitung bemühen. Dasselbe betrifft natürlich meine Zunft.

Mitleser2

2. April 2022 18:22

@Skeptiker: "Denn vieles, was hier der Corona-Impfung angedichtet wurde, durfte sich somit als das herausstellen, was es immer war: Blanker Unfug"

Was wollen Sie hier schönreden? Die Unwirksamkeit bzgl. Fremdschutz und die Nebenwirkungen werden doch immer offensichtlicher.

Nordlicht

2. April 2022 18:40

ZU: Corona - zum tausendsten mal

Jetzt sollen "nur noch" alle Menschen, die älter als 50 sind, zwangsweise gespritzt werden.  Angesichts des Facharbeitermangels wäre es jedoch zu empfehlen, die Impfpflicht erst auf  den Beginn der Rente zu verlegen.

Das ist - natürlich - sarkastisch gemeint. Jeden Behandlungszwang lehnte ich ab, ebenfalls Digitale Impfpässe als Einstieg in die totale Kontrolle.

Zur Person: Bin 75, nicht "geimpft", Selbstdenker, vermeide Infektionen durch vorsichtiges Verhalten und stärke mein Immunsystem auf natürlichem Wege. Wer sich den Genspritzen anvertrauen will, möge das tun. Der übergriffigen deutschen Obrigkeit bin ich durch Umzug ausgewichen.

 

Imagine

2. April 2022 19:09

Wurde mein Beitrag nicht veröffentlicht, weil ich jene, die an das massenmediale Corona-Narrativ glauben, für intellektuell limitiert halte und dies offen ausspreche?

Es gibt nun einmal die, welche glauben, es gehe bei der Corona-Impfung um Gesundheit und Infektionsschutz, und andere, die aufgrund der Empirie begreifen, dass es um etwas Anderes gehen muss.

Denn die Impfungen schützen nicht wirklich, Kinder und Jugendliche sind durch eine Infektion nicht gefährdet, das Risiko bei gesunden Menschen unter 60 – 70 Jahren ist gering. Warum will man angesichts dieser Tatsachen dann sogar Kinder und Jugendliche impfen und eine Zwangsimpfung gesetzlich einführen?
 

Dies muss doch logischerweise andere Gründe haben als den Infektionsschutz.

Inzwischen wurde investigativ recherchiert, es wurden Top-Wissenschaftler und Whistleblower interviewt. Und es kam immer mehr ans Licht.

Während sich die einen weiterhin wie impfen lassen, für Impfzwang sind und nach wie vor in einem Infektions- und Impfparadigma denken, erkennen andere, dass hinter der Corona-Angstmache und dem Impfzwang eine Mafia steht, die eine NWO mit transhumanistischer Zielsetzung schaffen will. Das oligarchische System soll mittels totalitärer Herrschaft erhalten werden. Hinter den Zwangsimpfungen steht das Ziel der Möglichkeit einer gentechnischen Modifikation des Genoms.

Skeptiker

3. April 2022 09:05

@Gracchus

Ja, es gibt diese bedauerlichen Impfnebenwirkungen in sehr geringer Anzahl. Ja, über diese wird berichtet. Es ist nicht verwunderlich, dass ein Arzt, der sich öffentlich dazu äußert, einen hohen Zulauf Betroffener hat. Auch wir führen wöchentlich eine Sprechstunde für Betroffene durch. Ja, es ist in höchstem Maße zu kritisieren, dass Betroffene nicht schneller umfänglich Entschädigungen und medizinische Hilfe in jeglicher Form erhalten. Daher wäre es umso wichtiger gewesen, dass politisch fundiert und energisch darauf reagiert worden wäre. Die AfD hat sich aber dafür entschieden sich aus politischen Kalkül mit allen möglichen bewusst verbreiteten Fehlinformationen gemein zu machen und diese zu verbreiten. Daher hat sie sich aus dem seriösen Diskurs verabschiedet und damit auch Betroffene alleine gelassen. Niemand in meinen Kreisen traut der AfD hier noch Sachverstand zu!

brueckenbauer

3. April 2022 10:58

Das Argument mit dem "Kulturerbe" verrät doch eine unangenehme Nähe zum amerikanischen Neokonservativismus ("proposition  nation"). Würden unsere Landsleute tatsächlich eher für eine "Kultur" kämpfen als für handfeste materielle Eigeninteressen?  Muss man sie nicht dazu erst überreden? Und sollte man das etwa?

Das ganze Gerede von einem "Menschenbild", das man als Voraussetzung der Politik brauche und für das man sich daher angeblich entscheiden müsse, ist mir sehr suspekt. Guckt euch die Menschen an und nehmt sie, wie sie sind!

Noch ein Hesse

3. April 2022 11:12

@Skeptiker: Na gut, spielen wir das lustige C-Spiel eben noch etwas weiter. Bitte nennen Sie drei Beispiele für von der AfD verbreitete Fehlinformationen bzgl. der sog. Impfung. Konkret. Wer hat was gesagt und inwiefern war es falsch? Butter bei die Fische!

Imagine

3. April 2022 12:01

Vor über einem halben Jahrhundert habe ich mein Medizinstudium begonnen und die damalige Generation war voller beruflichem Idealismus.

Heute ist der ärztliche Berufsstand ethisch, moralisch und intellektuell verkommen und insgesamt bei einer „Medizin ohne Menschlichkeit“ (Mitscherlich) angekommen.

Wobei in Deutschland gegenwärtig der Anteil der Ärzte mit Berufsethik und der Widerstand gegen die „Medizin ohne Menschlichkeit“ noch relativ hoch ist, wie der Widerstand gegen die Corona-Politik zeigt. Meist – aber nicht nur - sind es „Oldies“, welche die Zerstörung ihrer beruflichen Existenz nicht mehr fürchten müssen. Aber zugleich gibt es erstaunlich viele humanistische Heldinnen und Helden, die Verantwortung und Gewissen über ihre berufliche Existenz stellen.

Aber die Mehrzahl der Mediziner handelt verbrecherisch, sowohl moralisch wie auch rechtlich. Sie vernachlässigen die Aufklärungspflicht, sie informieren nicht darüber, dass es sich um experimentelle Impfstoffe handelt, dass der Infektionsschutz gering ist und welche Nebenwirkungen zu befürchten sind. Niemand mit klarem Verstand würde bei sachgerechter Aufklärung sich dieses Genzeugs injizieren lassen.

Wird die Zwangsimpfung gesetzlich etabliert, so werden daran zuvor gesunde Menschen schwere Nebenwirkungen erleiden oder sterben, ohne dass daraus ein wirklicher bevölkerungsmedizinischer Nutzen gegeben ist.
Das ist verbrecherisch.

Rheinlaender

3. April 2022 12:16

In Barkhoffs Gedanken ist mir der erste konservative Versuch seit langem begegnet, über den Horizont von Volk und Nation hinauszudenken. Im Angesicht des sich abzeichnenden Scheiterns oder gar Verschwindens dieser Institutionen und der offenbaren Aussichtslosigkeit parteipolitischer Versuche dazu, dem entgegenzuwirken, erscheint mir dieser Versuch eminent wichtig zu sein. Im eigenen kleinen konservativen Kreis haben wir bislang kein neu erschienenes Werk so intensiv und fruchtbar diskutiert wie dieses.

herbstlicht

3. April 2022 13:14

Vom Website einer schwedischen Lokalzeitung/Anzeigenblatt:

»Beginnend mit Freitag, 1.April, wird Covid-19 nicht mehr als gemeingefährliche (allmänfarlig) und gesellschaftsgefährdende (samhällsfarlig) Krankheit klassifiziert, bleibt jedoch meldepflichtig, gemäß Regierungsbeschluß.

...

Tatsachen/Definitionen von Krankheiten gemäß Infektionsschutzgesetz

Mit gemeingefährlichen Krankheiten werden ansteckende Krankheiten bezeichnet, welche lebensbedrohend sein können, langwierige Krankheit oder schweres Leiden verursachen oder andere ernste Folgen mit sich führen und bei welchen es Möglickeiten gibt der Verbreitung vorzubeugen durch Abhilfen, welche gegen die Infizierten gerichtet sind.

Mit gesellschaftsgefährdenden Krankheiten werden gemeingefährliche Krankheiten bezeichnet, welche sich so in der Gesellschaft ausbreiten können, daß es zu einer ernsten Störung --- oder hohem Risiko einer ernsten Störung --- wichtiger Gesellschaftsfunktionen kommt und welche außergewöhnliche Infektionsschutzmaßnahmen verlangen.«

brueckenbauer

3. April 2022 13:31

Es hat der Menschheit nicht geschadet, dass man den Individuen mehr Freiheitsrechte eingeräumt, die Staatsgewalt begrenzt und damit auch mehr Markt zugelassen hat. Und nach 1945 hat auch die rechtsoppositionelle Minderheit daraus Vorteile gezogen - die Geburtsstunde des "Liberalkonservatismus". 

Wird das alles nicht mehr gebraucht, weil "wir" jetzt ja viel stärker geworden sind und den Kampf um die "ganze Macht" anstreben? (Wobei "wir" eine von Benoist herbeigeträumte mythische Einheit von Linken und Rechten sein sollen.)

Imagine

3. April 2022 14:11

Das Video mit Alain de Benoist ist interessant.

Worum geht es dabei?

Natürlich um die Frage von Kapitalismus vs. Sozialismus.

Mit dem Erfolg der russischen Revolution wurde die zuvor theoretische zu einer praktischen Frage, nämlich zu einer Auseinandersetzung zwischen realen Systemen und Staaten.

Schon ganz früh in den 20-er Jahren gab es unter Sozialisten und Kommunisten eine Opposition gegen die sowjetkommunistische Diktatur und es stelle sich die Frage, ob es einen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sowjetkommunismus gibt?

Rätekommunismus und Anarchismus waren Antworten auf der linken Seite, der Nationalsozialismus jene auf der nationalkonservativen. Wobei es bei den Nazis den Konflikt zwischen den Sozialisten (Strasser-Leute) und den Systemerhaltern (Hitleristen) gab.

Nun kann man die Frage stellen, ob das NS-System einen Noch- oder einen Post-Kapitalismus i.S. eines Dritten Weges darstellt?

Im Westen skizzierte Richard Löwenthal einen Dritten Weg in „Jenseits des Kapitalismus“ (1947 und 1977).

Laurenz

3. April 2022 14:21

@Brückenbauer

"mehr Freiheitsrechte"

Sie schreiben von einem Planeten im Alpha-Centauri-System? Oder wie sollen wir Ihren letzten Beitrag verstehen?

Die nicht adligen Freimaurer ermöglichten & organisierten die us amerikanische -, wie die französische Revolution. Der Köder für die Massen war die sogenannte Freiheit, die Sie hier postulieren. Aber die Freimaurer hatten doch gar nicht die Absicht, den Menschen mehr Freiheit zu ermöglichen, sondern beabsichtigten vordergründig den Adel als Herrschaftsklasse zu beerben. Die Abschaffung der Sklaverei, bzw. der Leibeigenschaft, das sind doch alles reine Formalismen, die ökonomischen Abhängigkeiten blieben bestehen. Der früher übliche, direkte Zugriff der territorialen Gewalt durch Adel, später Gestapo oder Staatssicherheit war viel zu teuer. Dieser Zugriff auf uns wurde sukzessive quasi virtuell ersetzt, was viel kostengünstiger ist. Passend für Sie, Brückenbauer, hier ein ganz aktueller Artikel dazu  https://www.achgut.com/artikel/der_sonntagsfahrer_03_04_2022_mit_tretminen_ium_die_welt

 

Mitleser2

3. April 2022 14:46

Benoist im Interview: „Der tieferliegende Grund aber für all diese Verschmutzungen, für all die Schäden an den Ökosystemen, die die Erde allmählich in einen Müll-Planeten verwandeln, ist gerade der Kapitalismus.“

Das ist halt die alte Leier des bösen Kapitalismus. Dabei hat es aber nur der Kapitalismus ab den 1980er Jahren überhaupt geschafft, Umweltverschmutzung zu reduzieren, und entsprechende Techniken zu entwickeln. Wer die Hinterlassenschaften der DDR in Bitterfeld und Co. ignoriert, und beim Uranbergbau im Erzgebirge, dem ist nicht zu helfen.  Gilt natürlich auch für ander Länder. Und bitte keine Hinweise, dass das ja gar kein Kommunismus gewesen sei.

Natürlich muss und kann man Aspekte des Kapitalismus kritisieren. So wie es aber Benoist bzgl. Umweltverschmutzung darstellt, kann ich ihm nicht folgen. Jede industrielle Tätigkeit in jedem Gesellschaftssystem erzeugt Verschmutzungen, dies ist keine Eigenschaft des Kapitalismus. Wenn man das nicht will, muss man ohne Industriegesellschaft leben, mit allen Konsequenzen.

P.S. Vieles was er sonst sagt ist ja richtig

Laurenz

3. April 2022 15:56

@Mitleser2

"Benoist"

sprach hier in meinen Augen nicht national, sondern global. Sie verbleiben hier wieder im menschlich üblichen Tunnelblick mangelnder Wahrnehmung. Wir haben den Dreck nur verlagert, nach Indien, Bangladesch & Ghana. Vor 2 Wochen ist zum xten Mal mein Headset/Kopfbesteck durch programmierten Soll-Kabelbruch über die Wupper, nach ca. 3 jährigem Gebrauch. Das Ding muß jetzt am Bauhof entsorgt werden. Reparaturen sind nicht vorgesehen. Der Schrott geht jetzt nach Ghana, um auseinandergenommen zu werden. Das kann doch so nicht bleiben. Wir brauchen hier keine Imagine'sche Planwirtschaft, aber das ganze grüne Geschwätz, welches nur bestimmten Industriezweigen dient, ist reine Zeitverschwendung, wenn es um echte Regularien zur verantwortungsbewußten Rohstoffnutzung & Entsorgung geht.

Imagine

3. April 2022 16:41

Was den „Dritten Weg“ betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass sich ab  60-er Jahren sowohl links wie rechts stärker werdende Strömungen für einen Dritten Weg entwickelten. Links bildete sich in Deutschland eine anti-leninistische „Neue Linke“ (Dutschke et al.), die weitgehend untergegangen ist-

Mit Deng Xiaoping entstand ab 1978 in China „ein sozialistisches System des Dritten Wegs“, welches inzwischen zu einer Weltmacht aufstieg.

1989/91 kollabierte das System des Sowjetkommunismus. Dieses System ist seitdem Geschichte.. Die sozialliberalen (sozialdemokratischen) Parteien wurden neoliberal, die kommunistischen Parteien wurden politisch völlig irrelevant oder verschwanden.

brueckenbauer

3. April 2022 16:55

@Laurenz

Mit Maxeiner stimme ich überein, dass es mit der Meinungsfreiheit mal besser und mal schlechter steht, z.Z. gerade schlechter. Das merken wir aber gerade deshalb, weil es schon mal besser war; der Unterschied ist nicht unerheblich ...

Und ja, die englische Bourgeoisie hat es im Kampf gegen die landed gentry zuerst mit einer totalitären Diktatur - bzw. einer sog. "gelenkten Demokratie" - probiert (Cromwell). Erst als das in die Hose ging,  hat sie sich mit einer Lösung abgefunden, bei der der besiegte Landadel als "Oppositionspartei" weiter existieren und sogar evtl. wieder regieren durfte: eine politische Zeitenwende. Die Anerkennung eines Rechts auf Opposition ist nie die erste und beliebteste Lösung; aber gescheite Leute finden sich mit der zweitbesten Lösung ab! Sollten "wir" auch tun, oder?

Mitleser2

4. April 2022 08:36

@Imagine: Da Sie so gerne China loben: Ich empfehle Ihnen (und anderen) das Buch von Jung Chang "Wild Swans - Three daughters of China" (1991).

Da können Sie sehen, was für ein geschichtsloses, kulturloses, kujoniertes Volk Mao mit seinem Großen Sprung und seiner Kulturrevolution geschaffen hat. Kein Wunder, dass heute dort Massenüberwachung und Einheitsmeinung in dieser Krassheit möglich sind. Ob ich so leben wollte - nein.

Laurenz

4. April 2022 09:57

@Brückenbauer @L.

Britannien ist ein arg schlechtes Beispiel. Denn Britannien war bis 1942 mehr als eine regnerische Insel nordöstlich von Ouessant. Viel entscheidender als Cromwells Ära, war die Ernennung des Armeeoffiziers Blake in 1649 zum Quereinsteiger-Admiral (General at Sea) durch Cromwell. Blake legte den Grundstein für die spätere Dominanz der Royal Navy, welche das Britische Weltreich begründete, in dem Meinungsfreiheit kein Thema war. Und selbst dann, wenn wir auf der Insel verbleiben, ist die Mehrheit des Oberhauses immer noch normannisch, während sich der normal Brite als Angelsachse empfindet, immer noch ein Resultat aus dem Jahr 1066. Die koloniale Haltung der Britischen Aristokratie bezog sich nicht nur auf die Kolonien selbst, sondern auch auf die Britischen Inseln. Man behandelte den Britischen Mob gleichermaßen. Beibehaltung einiger Aspekte der Leibeigenschaft bis ca. 1850 & letztendliche Einführung der Schulpflicht in 1914. Hier liegt im Grunde auch unser Hund begraben. Es existiert kein Britisches Volk, sondern nur das ehemalige Weltreich.

Imagine

4. April 2022 12:39

@Mitleser2  4. April 2022 08:36
„Da können Sie sehen, was für ein geschichtsloses, kulturloses, kujoniertes Volk Mao mit seinem Großen Sprung und seiner Kulturrevolution geschaffen hat.“

Realitätsferne Propaganda.

Der Maoismus ist Geschichte.

Habe mit mein eigenes Bild durch wissenschaftliche Recherche sowie Besuche in China gemacht.

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