Netzfundstücke (125) – Schweigen, Erfurt, Spur

Während die einen sich stramm hinter der Coronapolitik der Regierung versammelten, begann bei anderen die Abwendung.

Die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin Ulri­ke Gué­rot ist so ein Fall: Einst fest im links­li­be­ra­len Estab­lish­ment ver­an­kert, hat sie sich auf­grund der über­grif­fi­gen Maß­nah­men von ihrem Milieu zuneh­mend entfremdet.

Gué­rots Aus­sche­ren aus der links­li­be­ra­len Bla­se wur­de mir zuerst gewahr, als sie dem kon­ser­va­ti­ven Nach­rich­ten­por­tal Die Tages­stim­me ein Kurz­in­ter­view bezüg­lich der Coro­na-Poli­tik gab und dort die Bedro­hung, die von die­ser für die von ihr prä­fe­rier­te, offe­ne Gesell­schaft aus­geht, erläu­ter­te (hier geht es zum Interview).

Nun hat sie die­se Kri­tik mit ihrer neus­ten Publi­ka­ti­on – einem Büch­lein mit dem Titel Wer schweigt, stimmt zu – bekräf­tigt und damit ein Gewicht ver­lie­hen, das die Abkehr von ihren alten links­li­be­ra­len Dunst­krei­sen mehr oder min­der besie­geln sollte.

Unge­ach­tet des­sen bleibt Gué­rot ihrem Kon­zept der »offe­nen Gesell­schaft« treu und stemmt sich gera­de auf­grund ihrer libe­ra­len Grund­über­zeu­gun­gen gegen die Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten durch die Corona-Politik.

Mit einer Rene­ga­tin hat man es im Fall Gué­rot – zumin­dest noch mit Stand heu­te – nicht zu tun. Ihr kon­se­quen­tes Gen­dern in Wer schweigt, stimmt zu gibt den sprach­li­chen Hin­weis dar­auf. Sie ist irri­tiert vom auto­ri­tä­ren Libe­ra­lis­mus, der in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie zur Kennt­lich­keit ent­stellt wur­de, den Libe­ra­lis­mus in sei­ner Gesamt­heit stellt Gué­rot jedoch nicht in Frage.

Ellen Kositza emp­fiehlt Gué­rots ers­ten publi­zis­ti­schen Schritt in ihre neue Rea­li­tät auf dem kanal schnellroda:

Wer schweigt, stimmt zu kön­nen Sie natür­lich direkt hier bei Antai­os, dem größ­ten kon­ser­va­ti­ven Ver­sand­buch­han­del, bestellen.


Wor­über in Deutsch­land außer­dem seit Jahr­zehn­ten geschwie­gen wird, ist links­ex­tre­me Gewalt. Das Phä­no­men wird geflis­sent­lich über­se­hen, ver­nied­licht und her­un­ter­ge­spielt. Das Klein­re­den bzw. die staat­li­che Unter­stüt­zung links­ex­tre­mer Netz­wer­ke hat mit Nan­cy Fae­ser an der Spit­ze des Innen­mi­nis­te­ri­ums die bis­her ein­deu­tigs­te Per­so­ni­fi­ka­ti­on gefunden.

Der­weil neh­men die links­ex­tre­men Gewalt­ta­ten wei­ter zu. Beson­ders Thü­rin­gen scheint in das Visier der Links­ex­tre­men gera­ten zu sein, was auch auf die lin­ken Umtrie­ben wohl­wol­lend geson­ne­ne rot-rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung zurück­zu­füh­ren ist. Ob das Rit­ter­gut in Guth­manns­hau­sen oder die Atten­ta­te der Ham­mer­ban­de um Lisa Engel in Eisen­ach, die links­ex­tre­me Sze­ne scheint Thü­rin­gen als einen rela­tiv siche­ren Ort für die Durch­füh­rung ihrer Atten­ta­te zu erachten.

Nun kam es in Erfurt erneut zu einem schwe­ren Über­griff Links­ex­tre­mer auf Anders­den­ken­de: Vier ver­mumm­te Täter über­fal­len den Laden des Modella­bels Thor Stei­nar in der Neu­werk­stra­ße, ver­sprü­hen Pfef­fer­spray und schla­gen mit einem Schlag­stock bewaff­net bru­tal auf die anwe­sen­de Ver­käu­fe­rin ein.

Dies­mal blei­ben die Angrif­fe jedoch nicht nur auf Thü­rin­gen begrenzt. Bei allen deut­schen Thor-Stei­nar-Läden (Dres­den, Mag­de­burg, Schwe­rin, Hal­le und Ber­lin) kommt es fast zeit­gleich zu Über­grif­fen oder min­des­tens ver­däch­ti­gen Vorkommen.

Die Jun­ge Frei­heit berich­te­te aus­führ­lich über den Über­fall in Erfurt und ver­link­te die Video­auf­nah­men der Sicher­heits­ka­me­ras im Laden:

VIDEO ZEIGT BRUTALEN ÜBERFALL VON LINKSEXTREMISTEN.

Mit ernst­zu­neh­men­den, ein­schnei­den­den Fol­gen wird die links­ex­tre­me Sze­ne in Deutsch­land aller­dings auch nach die­sen Angrif­fen nicht zu rech­nen haben.


Ab und an stol­pert man im Netz über Fund­stü­cke im genui­nen Wort­sin­ne: Auf der Suche nach frei nutz­ba­ren Bil­dern des Umwelt­his­to­ri­kers Rolf Peter Sie­fer­le bin ich auf einen Pod­cast zum The­ma »Zukunft der Stadt« gesto­ßen, in dem Sie­fer­le die Rele­vanz von Ener­gie­flüs­sen für urba­ne Bal­lungs­räu­men darlegt.

Ton- und Video­zeug­nis­se von Sie­fer­le-Vor­trä­gen sind spär­lich gesät bis gar nicht vor­han­den und so kam mir das Auf­stö­bern des Pod­casts von kombinat3 wie das Heben eines wert­vol­len Klein­ods vor.

Pas­sen­der­wei­se führt Sie­fer­le in dem auf­ge­nom­me­nen Gespräch über sozi­al­me­ta­bo­li­sche Vor­aus­set­zun­gen der Ver­mas­sung und Ver­städ­te­rung aus, die mei­nen Vor­trag auf der Früh­jahrs­aka­de­mie des Insti­tuts für Staats­po­li­tik zum The­ma »Mas­se Mensch« (hier anschau­en) um ener­ge­ti­sche Aspek­te ergänzen.

Ein­schal­ten:

ZUKUNFT DER STADT – ROLF PETER SIEFERLE

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Kommentare (48)

Laurenz

30. April 2022 17:26

Der JF-Artikel, welcher erweitert wurde, wie auch die EK-Buchbesprechung, sind gut.

Eines sollte allen klar sein, vor allem den den Gendersprachgebrauch nutzenden Protagonisten. Wer gendert, ist kein Demokrat. 

Die Mehrheit ist in diesem Land gegen das Gendern, mißt dem Thema aber nicht solch eine Evidenz bei, um es an der Wahlurne auch zu anderen Entscheidungsfindungen führen zu lassen.

Das Problem mit dem Demokratie-Verständnis betrifft auch unseren Kanzler-Darsteller Scholz. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/scholz-im-time-magazine-man-denkt-nie-das-volk-will-genau-das-was-es-fordert-li.224611

Daß das so einfach hingenommen wird, stellt in meinen Augen ein fundamentales Problem dar.

Hinzu kommt, daß Scholz, wie das viele vor ihm taten, seinen Amtseid verletzt. 

https://www.nachdenkseiten.de/?p=83425

https://www.handelsblatt.com/meinung/morningbriefing/morning-briefing-olaf-scholz-der-etwas-andere-volkstribun/28289312.html

kikl

30. April 2022 18:21

Mir ist Frau Guérot das erste mal richtig aufgefallen, als Sie Frau Preradovic ein Interview gegeben hat. Darin sprach sie tatsächlich von der intellektuellen Hegemonie der Rechten, sinngemäß, der Wortlaut ist mir entfallen.

Ich bin in vielen Punkten übrigens auch "liberal". Beispielsweise bin ich ein Anhänger größtmöglicher Meinungsfreiheit. Ich bin auch ein Anhänger von liberaler Marktwirtschaft, weil ich die Segnungen der Planwirtschaft in der untergehenden DDR noch miterleben durfte, als Besucher aus dem Westen. Ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass ca. 30 Jahre später das Gleiche wieder im Westen ausprobiert werden soll von den Links/Grünen. So kurz ist das Gedächtnis der Menschen.

Ach ja, hier ist das empfehlenswerte Interview mit Frau Guerot auf youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=ovplZbBplCU

Gracchus

30. April 2022 19:32

Guerot fand ich bis Corona auch eher nervig. Jetzt nicht mehr. Wie Schick schreibt, hat sie sich aber nicht gedreht, sondern ist eben konsequent linksliberal geblieben, das schließt bei ihr aber auch ein, mit Gegnern zu reden, was in diesen Zeiten anerkennungswürdig ist. Auf Rubikon habe ich Auszüge gelesen, das hatte durchaus Drive. 

Spannend zu sehen, wie angesichts des Ukraine-Kriegs die Allianzen wieder durcheinanderwirbeln. Die - grob gesagt - liberalkonservative Cliquen um Tichy oder Broder laufen wie die Hühner in die transatlantische Richtung (ich würde sagen: in die Sackgasse). Guerot ist gegen die Lieferung schwerer Waffen, das hat sie sogar im NATO-Presse-Headquarter - also BILD - geäußert. 

Laurenz

30. April 2022 21:35

@Gracchus

Als literarischer Hungerkünstler, der eh so gut, wie keine Steuern zahlt, kann man gut für freie Ortswahl des eigenen Lebensmittelpunkts eintreten. In Brasilien ist das möglich. Aber Brasilien zahlt 0 Cent Stütze. Wer diesen Standpunkt vertritt, ist nicht ganz sauber im Kopfe. Wie sollen 8 Milliarden Erdenbürger in Monaco wohnen? Für die Linksliberalen & Kirchenmitglieder brauchen wir dringend eine Solidaritäts-Steuer...., die sich gewaschen hat.

Gracchus

30. April 2022 23:46

@Laurenz 

Das dürfte zwar stimmen, nur sind weder Frau Guerot noch ich literarische Hungerkünstler. Mein Herz schlägt auch nicht unbedingt, wo(für) ich Steuern zahle. Auf die irgendwann vor kurzem ventilierte Schnapsidee, eine EU-Steuer einzuführen, um die Identifikation mit dem völkerfernen Gebilde zu erhöhen, muss man erst mal kommen.

Nochmals zu den Allianzen: Die linken Nachdenkseiten, die Laurenz oben verlinkt hat (zu einem Artikel von Oskar Lafontaine (!) in der rechtskonservativen Weltwoche (!), verlinken auch die Rede von Gauland zu den Waffenlieferungen, und zwar mit dem Kommentar: So was hätte man gern von der SPD gehört. Ein diabolisches Treiben (nicht negativ zu sehen).

Asenpriester

1. Mai 2022 01:25

In Dresden läuft seit September der Prozeß um die Antifa-Hammerbande um Lina Engel. Ich war am vorigen Donnerstag als Hauptzeuge dort geladen. Es fand in der JVA im Hochsicherheitstrakt statt, da Befreiungsaktionen seitens der Antifa sonst stattfinden könnten. Frau Engel saß 3 m hinter mir, grinsend-lächelnd, im Bewußtsein, daß niemand ihr etwas nachweisen kann. Es ging um einen brutalen Überfall in Wurzen, wo einige Kameraden schwer verletzt wurden. Obwohl viel linke Presse zugegen war, ist in den Medien überhaupt nichts zu finden.

Wenn ich das obige Video ansehe, zeigt es doch sehr deutlich auf, daß diese Gewaltexzesse nach Hammerbanden-Manier ungehindert weitergeführt werden können.

Übrigens soll der Branntanschlag auf das Rittergut Gutmannshausen auch auf das Konto der Antifa-Hammerbande stehen. Nirgendswo werden wirkliche Ermittlungen geführt.

Laurenz

1. Mai 2022 02:56

@Asenpriester

Es gab nicht umsonst eine Eskalation der Gewalt in der Weimarer Zeit. Seinerzeit wurden die jeweiligen Schlägertrupps noch nicht staatlich finanziert wie heute. Die geile, linksradikale Nancy Faeser (Zitat Tim Kellner) glaubt doch nicht allen Ernstes, daß zukünftig das Tun ihrer Schläger ohne Konsequenzen bleibt. 

@Gracchus

Klären Sie uns bitte auf. Wieviel bekommt denn ein Autor von solch einem Büchlein, welches EK für 16 Euro anbietet? Und wie groß sind die Auflagen, die tatsächlich über die Ladentheke gehen?

Laurenz

1. Mai 2022 07:18

@Gracchus @L.

Albrecht Müller war ein Berater Willy Brandts & ist somit Altlinker, ähnlich Sarrazin. Kanalarbeiter gibt es auch keine mehr. Im aktuellen Szenario wird eben deutlich, daß Müller die gescheiterte Ostpolitik Brandts & Bahrs heiligt. Wobei gescheitert hier ein relativer Begriff bleibt, da dies nur für einen bestimmten Blickwinkel gilt. Will man tatsächlich, daß Putin das Schicksal des Idioten Gorbatschow teilt & Tscho Biden als Ziehsohn Ronald Reagans in die Geschichte eingeht?

Falls Sie mich fragen, Gracchus, mag ich dieses Schicksal den Russen gerne erspart sehen. 70 Jahre Bolschewisten & 10 Jahre Jelzin reichen.

Warum ich Jens Berger als ewig gestrig adjektivierte, liegt in der altlinken Blase begründet. Daß die AfD mittlerweile große Bereiche des altlinken SPD-Raumes erobert hat, kann & darf damit im Bewußtsein Altlinker einfach nicht wahr sein.

Der_Juergen

1. Mai 2022 08:37

Ulrike Guerot kannte ich bisher nur als übergeschnappte Umvolkungs-Fanatikerin, die u. a. vorschlug, die "Flüchtlinge" sollten auf deutschem Boden ihre Heimatstädte nachbauen und ein Neu-Damaskus sowie ein Neu-Bagdad gründen. Dass es auch bei solchen Leuten noch Restbestände von Vernunft und Anstand geben kann, zeigt ihr Eintreten gegen den Corona-Terror und gegen Waffenlieferungen an das Kiewer Regime.

@Gracchus

"Die liberalkonservative Cliquen um Tichy oder Broder laufen wie die Hühner in die transatlantische Richtung..."

Von denen war auch nichts anderes zu erwarten. Nach dem Covid-Schwindel erweist sich der Krieg in der Ukraine nun abermals als Prüfstand, mittels dessen man erkennen kann, wem man trauen kann. Ebenso wie jene Rechten, die sich für Impfpflicht und andere Terrormassnahmen aussprechen, objektiv dem volksfeindlichen System dienen, walten jene, die in der Ukraine-Frage nicht zumindest einen wohlwollend neutralen Kurs gegen Russland befürworten, objektiv als Feind-Agenten; wenn ihrer Haltung nicht Böswilligkeit, sondern blosse Dummheit zugrunde liegt, ändert dies nichts daran, dass sie für einen ehrlichen und intelligenten Patrioten als Verbündete ausfallen. 

RMH

1. Mai 2022 09:15

Der Staat Bundesrepublik hat das Spiel verloren, seit er auch die letzten Reste des Grundsatzes der Neutralität des Staatshandelns von Bord gespült hat (Waffenlieferungen als Nichtkriegspartei an eine Kriegspartei sind nun wahrlich keine Überraschung mehr - wer im kleinsten,  kleinen und selbst Belanglosen nicht mehr neutral ist, wird es im Großen sicher nicht sein). Pfefferspray auf Kinder und Knüppel frei bei friedlichen Corona-Demonstranten, anderen Orts plärrt  der moslemische Mob ungestört seine Judenfeindlichkeit aus sich heraus. Irgendwelches "Chatgruppen"-Geschwätz löst massive SEK-Einsätze aus, über die dann zur Abschreckung breit berichtet wird - natürlich langt das dann auch dafür aus, dass eine "terroristische Gruppe" bereits gebildet wurde. Das Überfälle von linken Auxiliartruppen dieses zur Parteibeute gewordenen Staates allenfalls noch von Nischenblättern berichtet werden, rundet nur noch das Bild ab. Warten wir einmal ab, was im Fall "Lina E." am Ende heraus kommt.

Laurenz

1. Mai 2022 10:13

@Der_Jürgen

Ulrike Guérot

Hier wäre etwas mehr Differenzierung angebracht, als Sie es an den Tag legen. Daß die Konservativen & die Linke in der Rußkraine-Frage eklatante Berührungspunkte haben, ist nur für die Linke peinlich. Die SPD zerreißt es fast, ob dieser Frage. Was meinen Sie denn, warum der sonst nie schweigsame Kevin-allein-zuhaus' sein dummes Maul hält? Aber sonst haben diese ganzen linken Nichtsnutze nichts besseres zu tun, als das Land mit Methanfurzern zu fluten. Davon macht Guérot keine Ausnahme. Linker Wahn ist ein gefährlicher Virus.

Was Tichys & Achgut angeht, wäre auch mehr Detail angebracht. Vor allem Achgut hat sich die schlagkräftigste Expertise in der Fakedemie-Frage geleistet. In der Rußkraine-Frage steht Broder wohl auf Kriegsfuß mit dem neutralen Israel, auch Chaim Noll ist da extrem zurückhaltend & hat sich das letzte Mal zum Abgang von Kahane gemeldet. https://www.achgut.com/artikel/im_victoria_geht_in_rente

Tichys schreibt mit den beiden Gestalten Spahn & Gafron gegen die eigene Leserschaft an, kriegen bei jedem Artikel volles Brett. Warum machen die das? Wallasch ist da längst abgehauen.

wbs47

1. Mai 2022 11:03

@kikl

"Ich bin in vielen Punkten übrigens auch "liberal".

Und ich bin sogar libertär, fühle mich hier jedoch inzwischen wohler als auf dem "libertären Sturmgeschütz" namens "eigentümlich frei". Was auch eine Menge mit der Qualität der Kommentare zu tun hat!

Allerdings vermag ich ein Buch, in dem gegendert wird, nicht mal bei ansonsten "verdaulichem" Inhalt selbst zu lesen. Hier reichen mir dann Besprechungen.

Kurativ

1. Mai 2022 12:15

Der Name Guérot war mir unbekannt da ich diesen Personalbereich seit Jahren nur noch durch ein umgedrehtes Fernglas von Weiten beobachte. Ab und zu dringen Namen wie Yascha Mounk oder Göring-Eckard mit ihren Spitzen durch. Ansonsten kann man dort den Refrain mitsingen, ohne das Lied zu kennen. Es sind die bekannten Wiederholungen nach Walter Lippmanns "Öffentliche Meinung" um den Quatsch in die Gehirne der Massen zu pressen.

Das Buch "Wer schweigt, stimmt zu" hat bei mir bekannten Linken mit Restbestand an Widerstand große Wirkung hinterlassen. Es muss sehr gut geschrieben sein. Bei der Autorin wirken Überzeugung und Wut als Motor, kombiniert mit der rationale Fähigkeiten der Qualifizierung durch eine Hochschulausbildung.

Kurativ

1. Mai 2022 12:16

Das Buch öffnet bei den Linken eine Diskursbereitschaft zu weiteren Fragen, welche auch im rechten Milieu zur Debatte stehen. So wird das Buch "Systemfrage" von Manfred Kleine-Hartlage zum Teil angenommen. Eine weitere Öffnung aus der links-liberalen Welt scheint aber schwierig zu sein. Da wirkten die Oben genannten Widerholungen zu stark nach. Oder es braucht mehr Zeit.

Aber die notwendige Zeit soll den Menschen nicht gegönnt werden. Mit einem neuen Thema ("Ukraine") werden Schlagzahl und Lautstärke abermals erhöht, und es werden die bisherigen Verfehlungen des westlichen Staatensystems geschickt überdeckt.

Einwirkungszeit und Timing spielen eben immer auch eine wichtige Rolle bei der Massenmanipulation. Wissenschaftler und Institute mit Systemauftrag beschäftigen sich intensiv damit

kikl

1. Mai 2022 13:03

@Laurenz

Wallasch publiziert auch nicht mehr auf Reitschuster, denn Reitschuster ist auch auf Kriegskurs. Aber auf seinem eigenen Blog kann man ihm noch folgen:

https://www.alexander-wallasch.de/

Was mich am meisten am Kriegsgeheul stört ist, dass es unehrlich ist. Es wird so getan, als ob Waffenlieferungen an die Ukraine keine Parteinahme im Krieg bedeute. Wir werden damit aus russischer Sicht zum Feind. Wenn die Waffenlieferer wenigsten sagen würden: Ja, wir gehen das Risiko eines Weltkrieges ein, weil wir "Gerechtigkeit" für die Ukraine wollen.... dann wären sie zwar ehrlich, aber kaum jemand würde ihnen noch folgen.

Was dabei vollkommen unter die Räder kommt, sind die Interessen Deutschlands. Wir haben kein Interesse an einem langen Krieg und an einer Verwicklung in den Krieg. Dieser Krieg schwächt nicht nur Russland und die Ukraine, er schadet auch Deutschland, wirtschaftlich und politisch, selbst wenn er auf die Ukraine begrenzt bleibt.

ClairvoyantCat

1. Mai 2022 13:27

Guerot ist eine transhumanistische neu liberale trojanische Pferdefresse, die weiterhin von ihrem totalitären autokraten transatlantischen Popper Kult gefüttert wird, während Ihr erklärtes Ziel laut eigener Aussage im Interview mit Preradovic, das entreißen des Freiheitsbegriffs von den "Rääächsten" sowie das Herausdrängen der "Rääächsten" aus jeder Form von Diskurs ist. 

Diese Frau hat kein Interesse an einem ehrlichen Diskurs, alles, was sie kümmert, ist den Gesamtkomplex des Narrativs um die neu liberale Diktatur und der Materialisierung dieser rund um das Grippe Rebranding wieder unter Kontrolle ihrer totalitären Meister zu bringen, mit Ihr als imaginierte Leitfigur der kontrollierten Kritiker. Ich empfinde es ehrlich als beschämend, dass man in einer Publikation wie der Sezession auch nur ansatzweise positive Worte für diese Frau und ihre Kakofonie eines Essays findet; alleine der Titel sollte die Arroganz und Selbstherrlichkeit dieser Frau aufzeigen, die 30 Jahre damit beschäftigt war, jeden rechts von Trotzki zum Schweigen zu bringen, während sie sich die Taschen vollgestopft hat.

Niemand sollte Guerot ernst nehmen, und diejenigen, an die sie sich anbiedert, sollten sie wieder zurück in die Schlangen Grube schmeißen aus der sie gekrochen ist.

Laurenz

1. Mai 2022 14:34

@ClairvoyantCat & Gracchus

Also Guérot, ehemals Hammelstein, lebt von ihrer Professur & nicht vom Bücher schreiben, also kein Hungerkünstler.

EK hat im Video auf die Vergangenheit Guérots hingewiesen, aber das Lesen des Buches mit einem volatilen Gedächtnis als Rechter trotzdem empfohlen. Wenn wir uns von der Linken unterscheiden - & unseren Feind kennen wollen, können wir keine Ignoranz leben & müssen auch der Linken zugestehen, daß auch ein Blindes Huhn ab & an ein Korn findet.

Um als Assistentin bei Lamers oder gar Delors einzusteigen, brauchte man nicht unbedingt den guten Abschluß an einer Uni. Die Granden der französischen Linken hatten schon immer einen Hang zum Personal. Die deutsche Linke, ging wohl davon aus, daß Hessen zu Frankreich gehört.

Die Idee Guérots, die nie im Leben etwas gearbeitet hat, Migranten hier Kolonien gründen zu lassen, kann nur einem kranken Anywhere-Hirn entsprungen sein. Aber das nachnationale Europa Guérots bekommt doch gerade eins voll in die Fresse, wenn man davon ausgehen muß, daß es gar kein ukrainisches Volk gibt. Oder doch? Oder wie jetzt? Da fällt man doch ganz leicht aus dem Meinungskorridor.

@Kurativ

Hochschulausbildung

ist nur für diejenigen wichtig, die dieses Prädikat als sozialen Status ansehen. Maschke zB war kein Akademiker, aber ein Intellektueller.

Laurenz

1. Mai 2022 14:47

@Kikl @L.

Wallasch

Hab seine Seite immer offen. Aber wie sollen die konservativen Leser alle diese Einzelkämpfer finanzieren? Es wäre gut für Wallasch irgendwo eingebunden zu sein. Auch talentiertes Schreiben braucht die Disziplin oder Reflektion eines Chef-Redakteurs. 

Reitschuster,

hingegen, langweilt mit seiner Phrasendrescherei. Es beweißt nur, daß Reitschuster Geo-Politik nicht verstanden hat. Der Focus sah das wohl ähnlich. Vielleicht hätte er doch lieber Friseur werden sollen.

RMH

1. Mai 2022 15:05

"Dieser Krieg schwächt nicht nur Russland und die Ukraine, er schadet auch Deutschland, wirtschaftlich und politisch, selbst wenn er auf die Ukraine begrenzt bleibt."

Eben - dennoch verlangen manche eine Parteinahme für denjenigen, der den Krieg ohne echte Not angefangen hat (bzw. groß gemacht hat. Er köchelte ja schon länger auf begrenztem Raum vor sich hin) und stilisieren es zu einer Art Lackmusstest für das patriotische Lager hoch. Ich schreibe es noch einmal: Putin bedient letztlich glasklar die Interessen der USA mit diesem Krieg und nicht die Interessen seines eigenen Landes (Volk schreibe ich nicht, ist ja bekanntermaßen ein Vielvölkerstaat).

Gustav

1. Mai 2022 17:44

In Deutschland muß man nicht mehr unbedingt gewählt sein, um regieren zu dürfen. Parlamente sind weitgehend zur demokratischen Folklore geworden, das Bundesverfassungsgericht hat als Präsidenten einen Vertrauten der offiziellen Altkanzlerin, der Verfassungsschutz müsste eigentlich vom Verfassungsschutz überwacht werden – und das, was man sich nach dem Grundgesetz als die Bundesrepublik Deutschland vorzustellen hätte, existiert praktisch nicht mehr. Klüger wäre es gewesen, die Altkanzlerin nicht mit einem Büro auszustatten, sondern sie mit einem politischen Wiederbetätigungsverbot bis an ihr Lebensende zu belegen. Ein inexistenter Experte für Marionetten jedweden Zeitalters erklärte, die Hampelkoalition sei die erste deutsche Nachkriegsregierung, die noch nicht einmal mehr zu verbergen brauche, daß sie lieber als Exekutor einer globalistischen Agenda fungiert, als die Interessen des deutschen Volks zu vertreten, und daß das insofern in Ordnung gehe, als daß der Wähler genau das auch vor der Bundestagswahl habe wissen können.

Es gelte die alte Weisheit, daß man sich zwar in den Sozialismus hineinwählen, nicht aber wieder herauswählen könne. Er rate allen, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, ihren Wohlstand, ihre Eigenverantwortung und die Suche nach Wahrheit als Maßstab in ihrem Leben hochhalten wollen zur Auswanderung. Das epochale Desaster, das nun seinen Lauf nehme, sehe man sich besser von außen an. (Max Erdinger, Absacker)

Eo

1. Mai 2022 18:16

ClairvoyantCat*

Hast völlig recht,
hab grad mal über Immitsches bei Guckle nachgeschaut. Deren Steiling und bevorzugtes Autfitt sind schon sehr aussagekräftig und das zeigt durchgängig, wie die sich feministisch verortet.

Nun, die scheint mir
akademisch verdorben und idiologisch fest verankert. Irgendwie fehlt doch so manches, was man als Mann bei einer Frau sich wünscht, also vor allem nämlich Liebreiz sowie ein gewisses Talent sich ansprechend zu inszenieren. Naja, die pflegt halt mehr das Kratzbürstige ...

* echt gut gesehen.

 

Kurativ

1. Mai 2022 18:25

@Laurenz

Es geht auch ohne Hochschulausbildung. Und mit einer Hochschulausbildung aus den heutigen "Anstalten der ritualisierten Verdummung" wird es nicht unbedingt besser. Aber jemand, der es normalerweise niemals schaffen würde, wird zu jemand der es vielleicht schaffen könnte. Notfalls kann man ja immer noch Außenminister werden.

Eo

1. Mai 2022 18:40

PS.

Wer gendert und so
unsere Sprache schändet und sich dem Emanzenschwulst unterwirft, gleichviel ob Männlein oder Weiblein, ist bei mir, wenn nicht grad unten durch, doch mit etlichen Minuspunkten behaftet.

Aber was mich am meisten
frappiert, ist, daß die angepaßten Neusprechler einfach nicht spüren, wie schief oder gräßlich die affige Verdoppelung klingt, vor allem bei Soldatinnenundsoldaten (höhö, die Soldatinnen müssen vorangehen) oder wenn sie bis hinab zu Steuerzahlerinnenundsteuerzahler, Französinnenundfranzosen oder Jüdinnenundjuden schändern. Als ob der obernervige Ärzte-Apotheker-Pflichtspruch 'Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte ... nicht lang schon Zumutung genug ist.

 

 

 

 

t.gygax

1. Mai 2022 19:02

@clairvoyantcat

Ich fürchte, Sie haben Recht. Mme.Guerot ist keine Verbündete.

Wahrheitssucher

1. Mai 2022 19:36

@ ClairvoyantCat

Auch ohne zu der besagten Dame eine unbedingte Meinung kundzutun, muss ich Ihnen sagen: Ich schätze ihre aussagekräftige Ausdrucksweise! Selig FJS hätte gesagt: „Anhänger des Vereins für deutliche Aussprache“…

(Clairvoyant = Nomen est Omen!?)

Der_Juergen

1. Mai 2022 19:44

@clairvoyant.cat @t.gygax

Selbstverständlich kann eine antiweisse Rassistin, welche die Europäer durch Orientalen und Afrikaner verdrängen will, nie und nimmer unsere Verbündete sein (es sei denn, sie hat, wie weiland Mahler und andere, ein wahrhaftiges Damaskus-Erlebnis), aber objektiv ist die Frau im Moment für uns nützlich, weil sie im feindlichen Lager Zwietracht sät, indem sie als eine von ganz wenigen Linksextremisten in zwei entscheidend wichtigen Punkten gegen den Maistream schwimmt und den einen oder anderen Linksgrünen zum Nachdenken veranlasst. Was @Kurativ schreibt, stimmt etwas hoffnungsvoll.

kikl

2. Mai 2022 05:08

Eilmeldung: Die Delegitimierung des Staates schreitet voran.

"Paul Brandenburg hat Post bekommen, Post vom Staatsschutz. Er "delegitimiere den Staat und seine gewählten Vertreter und mache sie außerhalb der zulässigen Meinungsfreiheit verächtlich"

Scharfe Kritik am Staat und seinen Vertretern steht außerhalb der zulässigen Meinungsfreiheit. Diese These hätten AH und JS auch unterschrieben. Der Staatsschutz bricht die Verfassung und leitet uns mit ruhig festem Schritt in Richtung autoritärer Staat. 

Gunnar Kaiser spricht mit Paul Brandenburg:

https://www.youtube.com/watch?v=rE1y4dxPdLg

kikl

2. Mai 2022 09:31

"Guerot ist eine transhumanistische neu liberale trojanische Pferdefresse, die weiterhin von ihrem totalitären autokraten transatlantischen Popper Kult gefüttert wird"

Ich finde dieses Urteil in sich widersprüchlich und weit überzogen. Widersprüchlich, weil Popper als Anhänger der offenen Gesellschaft weder totalitär noch autokratisch ist. Weit Überzogen, weil ich "trojanische Pferdefresse" bereits als Angriff auf die Person verstehe. 

Es spricht für die Sezession, dass sie auch eine Person wie Frau Guérot zu Wort kommen lässt. Denn Guérot hat den Mut aufgebracht, sich gegen das korrupte System zu stellen, das seine eigenen Werte, Menschenrechte und Meinungsfreiheit, im Angesicht der Corona-Scheinpandemie systematisch mit Füßen tritt. Diesem System gehörte sie selber an.

Demnächst wird Guérot exkommuniziert. Danach dürfte der Staatsschutz auch an ihre Tür klopfen.

Ich muss Frau Guérots politische Ansichten nicht zu 100% teilen, um Respekt vor ihr zu empfinden.

Niekisch

2. Mai 2022 10:34

"Putin bedient letztlich glasklar die Interessen der USA mit diesem Krieg".

@ RMH 1.5. 15:05: ...die darin liegen, die Europäer, insbesondere Weltland, in einer neuen, jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Rußland zu halten, um eine Annäherung zwischen Europa und Rußland auf Kosten der USA zu verhindern. Dafür kriechen jetzt die "young leader"- Gezüchte wie Annalena Baerbock  aus ihren Agentenlöchern und stimmen Kriegsgeschrei an. "Weltkrieg droht auf deutschem Boden" warnte einst Ludendorff in einer kleinen Schrift von 1930 und seine Prophetie könnte sich verwirklichen. 

Ziviler Widerstand jetzt!

 

Laurenz

2. Mai 2022 15:23

Pferdefresse & der Krieg

Auch, wenn ich, als Freund kräftiger Sprache, obige Bezeichnung als gelungen empfand, stimmt das natürlich nicht. Es ist eher davon auszugehen, daß das Äußere von Guérot zur Karriere verhalf. Auch Schwarzer war zur Pariser Zeit mal recht hübsch. Auch Frau Wissler scheint zu weniger verbrauchten Zeiten davon regen Karriere-Gebrauch gemacht zu haben, was den sichtbaren Unterschied zu Wagenknecht ausmacht. Auch der Halbalphabet Bärbock wäre nicht da, wo er stünde, wenn er aussehen würde, wie der Pommestank (Z: Tim Kellner) Lang. In Zeiten, in denen Rechtsstaatlichkeit aufgrund von Haltungspolitik erodiert, letztere zur politischen Willkür gereicht, ja mutiert, tun sich landesweit neue extreme Spaltungen auf, einfach sich nochmals Tichys & Reitschuster vergegenwärtigen. Ob Fakedemie, Klima, Migranten oder Krieg, es führt zur beabsichtigten Schwächung Zentraleuropas oder Europas insgesamt. Das kann für die transatlantischen Initiatoren so oder so ausgehen. Es ist lange her, daß solch hohe politische Risiken in Kauf genommen wurden.

anatol broder

2. Mai 2022 15:45

noch bevor der leser in guerots buch die gendereien entdeckt, wird er aussen durch den vereinnahmenden titel («wer schweigt, stimmt zu») und ebensolchen untertitel («über den zustand unserer zeit und darüber, wie wir leben wollen») ausreichend gewarnt.

anatol broder

2. Mai 2022 16:47

@ kikl 9:31

respekt bedeutet rück-sicht. als fortschrittsgläubige hält guerot nichts davon, denn für sie geht es nur nach vorne. somit zählt sie für popper zu den feinden der offenen gesellschaft. seiner meinung nach verdienen solche menschen selbst keinen respekt.

übrigens ist das nicht gerade respektvoll, einen forumsteilnehmer ohne erwähnung seines namens (clairvoyant cat) zu zitieren. ganz besonders nicht, wenn man sich als «anhänger grösstmöglicher meinungsfreiheit» bezeichnet.

Gracchus

2. Mai 2022 20:19

War ja klar, dass die Buch-Empfehlung hier nicht so gut ankommt. 

Frau Guerot ist sicher nicht rechts (geworden). Sie kommt aus einem CDU-Haushalt. Ihre Idee einer europäischen Republik ist ein Luftschloss. Wenn ich mich recht entsinne, hat sie in einem Interview hiervon kürzlich Abstand genommen - weil einstweilen nicht durchführbar. Hierbei hat sie betont, dass sie sich ein Europa der Regionen vorstellt - mit unterschiedlichen Völkern -, keinen Einheitsbrei. (Soweit ich mich entsinne). 

kikl

2. Mai 2022 21:13

"respekt bedeutet rück-sicht. als fortschrittsgläubige hält guerot nichts davon, denn für sie geht es nur nach vorne, somit zählt sie für popper zu den feinden der offenen gesellschaft."

Hier werden zwei Bedeutungen des Wortes Rücksicht miteinander vermengt. Zum einen Rücksicht im Sinne von Respekt zeigen und Rücksicht im Sinne von in die Vergangenheit schauen. Insofern ist dieses "Argument" fehlerhaft. Popper ist kein Feind der offenen Gesellschaft. Das ist Unsinn.

Ich kann keine Respektlosigkeit darin erkennen, Clairvoyant nicht beim Namen genannt zu haben bei dem Zitat. Nach den Umständen ist klar, dass allein er angesprochen ist.

Gracchus

2. Mai 2022 22:23

PS: Wenn ich das richtig im Video gesehen habe, ist dem Buch ein Zitat von Simone Weil vorangestellt. Es würde sich lohnen, welche Spuren Weils mystisches Denken bei Nachkriegsintellektuellen gezogen hat. 

Valjean72

3. Mai 2022 13:18

Es ist mir schleierhaft wie man solch einer Figur eine wirkliche Läuterung abnehmen kann.

Sie appelliert, Flüchtlinge als Weltgäste zu betrachten – und sie ihre eigenen Städte im Gastland bauen zu lassen.

(Quelle: DLF, 25.02.2016)

 

Auszug aus Ihrem Lebenslauf/Werdegang:

Von 2004 bis 2007 arbeitete sie als Direktorin Foreign Policy & Senior Transatlantic Fellow beim German Marshall Fund. Von 2007 bis 2013 leitete Guérot das Berliner Büro des European Council on Foreign Relations (ECFR).

(Quelle: Wikipedia)

 

Für mich ist Frau Guérot ganz klar eine Figur der Gegenseite, der völkerzersetzenden Globalisten.

Dass nun im Bereich der C-Politik abweichende Texte vorgetragen werden, ändern daran nichts und ist für mich Teil der grösseren Inszenierung, in welcher Narrative angepasst und auch geändert werden.

anatol broder

5. Mai 2022 13:36

@ kikl 21:13

die zwei vermeintlichen bedeutungen fallen bei näherer betrachtung zusammen, denn man zeigt jemandem respekt, indem man seine vergangenheit anerkennt. ich behaupte, dass guerot keinen wert darauf legt, weil sie allein die zukunft als wichtig erachtet.

ich habe popper nirgends zum feind der offenen gesellschaft erklärt. es ist guerot, die aus poppers sicht zu diesen zählen würde, wenn ich ihn und sie richtig verstehe.

anatol broder

5. Mai 2022 13:46

(fortsetzung zu 15:45)

aus krieg und frieden von leo tolstoj:

«sie sprach von unserer zeit, wie alle beschränkten menschen, die annehmen, dass sie den eigentümlichen charakter ihrer zeit und deren wert erkannt haben, und dass sich die menschlichen eigenschaften mit der zeit verändern.»

kikl

5. Mai 2022 14:53

Frau Guérot ist ganz klar eine Figur des linken Establishments, die aber auf Abwege geraten ist. Sie hat den Mut bewiesen, Ihren eigenen Verstand zu verwenden. Das ist weitaus mehr als das Übliche.

Die Hetzjagd auf Frau Guérot setzt bereits ein. FDP-Scharfmacherin Strack-Zimmermann unterstellt Frau Guérot, sie wolle die Ukraine auslöschen und beklagt, dass Guérot einen Job an der Uni Bonn hat.

https://twitter.com/MAStrackZi/status/1522165822390681602

Mal schauen, wie lange Guérot ihre Professur behalten darf. Frau Guérot hat noch einen langen Weg vor sich, bevor Sie begriffen hat, in welchem Land sie wirklich lebst. Bei mir hat dieser Prozess vor ca. 20 Jahren eingesetzt und es dauert Jahre, um die Lügen zu verlernen, die man von Kindesbeinen an erlernt hat. Es ist wie ein Abfall vom Glauben.

Niekisch

5. Mai 2022 19:20

"Bei mir hat dieser Prozess vor ca. 20 Jahren eingesetzt und es dauert Jahre, um die Lügen zu verlernen, die man von Kindesbeinen an erlernt hat. Es ist wie ein Abfall vom Glauben."

@ kikl 14:53: Durch unverbogene Eltern und viel Literatur begann es bei mir mit 16 Jahren 1965. Damals schrieb ich meinen ersten, EWG-kritischen Leserbrief. 

Laurenz

5. Mai 2022 20:27

@Kikl

es dauert Jahre, um die Lügen zu verlernen, die man von Kindesbeinen an erlernt hat. Es ist wie ein Abfall vom Glauben.

Das hat einerseits mit dem persönlichen Charakter und/oder andererseits dem Volkscharakter zu tun. Wir neigen zur Gutgläubigkeit, welche aus unserer Arglosigkeit entspringt.

Mein Vater, hingegen, mit seiner kindlichen Kriegs- & jugendlichen Nachkriegserfahrung, war der mißtrauischste Mensch, der mir jemals über den Weg gelaufen ist. Er hatte jegliche Gewißheit in Zweifel gezogen. Allerdings fehlen einem solchen Menschen oft Lösungen oder konkludente Schlußfolgerungen.

Nach der Gehirnwäsche meiner religiösen Erziehung brauchte auch ich einige Jahre, um an die Informationen zu kommen, die einem von jeglichem Glauben abfallen lassen. Es zählt immer nur die eigene Wahrnehmung, die auch eine kollektive sein kann, aber nicht sein muß, ja selten ist.

Man darf die erlernte Gewißheit nicht so ernst nehmen, am besten man löst Gewißheiten oder besser gesagt Lebenswahrheiten, ganz von seinem Ego, so ganz ohne, daß man irgendetwas in Zweifel ziehen muß.

Im Gegensatz zu Ihnen, Kikl, mutmaße ich, daß Guérot nur kostengünstig die Reichweite erhöhen wollte. Aber Gewißheit darüber maße ich mir nicht an.

Volksdeutscher

6. Mai 2022 08:34

@kikl - "Ja, wir gehen das Risiko eines Weltkrieges ein, weil wir "Gerechtigkeit" für die Ukraine wollen."

Ob es Ihr eigener Gedanke ist oder einer, den Sie anderen in den Mund legen, weiß ich nicht, tut auch nicht viel zur Sache. Denn je mehr ich politische Analysen und Betrachtungen aus dem östlichen Europa lese, die im westlichen Europa nicht in den "offiziellen" Medien bekannt gemacht und besprochen werden, umso mehr neige ich zu der Auffassung, daß die einzige Gerechtigkeit, die dem Schurkenstaat Ukraine zustehe, die Aufteilung sei: Russland, Ungarn, Polen und Rumänien müßten die ihnen weggenommenen Landesteile zurückbekommen. Das müßte schon aus dem Grunde erfolgen (oder hätte längst erfolgen sollen), weil die Ukraine keine Rechtsnachfolgerin der Sowjetunion ist und auch nicht als solche betrachtet werden kann: Nicht sie hatte diese Gebiete für sich erobert und nach dem 2. Weltkrieg bekommen, sondern die Sowjetunion. Nach dem Zerfall der letzteren müßten diese Gebiete rechtlich gesehen aus eben diesem Grunde jenen Nationen zurückgegeben werden, denen sie weggenommen wurden. Diese Form der Gerechtigkeit ist für die minderen Geister im Westen jedoch vollkommen fremd, wenn nicht gar ketzerisch.

Ansonsten möchte ich nur die "naive" Frage in die Runde werfen. Wenn ein Nicht-NATO-Staat einen Nicht-NATO-Staat angreift: Was sucht dort die NATO?

kikl

6. Mai 2022 11:35

"Im Gegensatz zu Ihnen, Kikl, mutmaße ich, daß Guérot nur kostengünstig die Reichweite erhöhen wollte. Aber Gewißheit darüber maße ich mir nicht an."

Das ist denkbar, aber es könnte Sie auch eine Menge kosten. An Ihrem Professorenstuhl wird ja bereits gesägt.

Wenn es nur um Eitelkeit ginge, dann ist es für mich unverständlich. Sie wird ja massiv beschossen - im Amerikanischen sagt man: "She is taking FLAK." Ihr droht jetzt die Exkommunikation aus der Gemeinschaft der Rechtgläubigen Linken und die gesellschaftliche Ächtung als "Rechte"...

Frau Guérot ist mit dem französischen Diplomaten Olivier Guérot verheiratet und hegt wohl den Mädchentraum vom vereinten demokratischen Europa, gleichsam als Spiegelbild ihrer Familie. Ich glaube deshalb, dass ihr Weg in die linke Opposition jenseits des Rot-Rot-Grün Establishments vorgezeichnet ist, auch wenn Sie es vermutlich noch nicht wahrhaben will. Mir ist das sympathischer als all die geistlosen Systemzombies von Links.

kikl

6. Mai 2022 11:54

"Ja, wir gehen das Risiko eines Weltkrieges ein, weil wir "Gerechtigkeit" für die Ukraine wollen."

Ob es Ihr eigener Gedanke ist oder einer, den Sie anderen in den Mund legen, weiß ich nicht, tut auch nicht viel zur Sache"

Ich habe damit den Kern des Argumentes für den Krieg gegen Russland wiedergeben wollen. Was jetzt wirklich "Gerechtigkeit" für die Ukraine ist, das ist jenseits dessen, was ich beurteilen kann. Auch ihre historischen Argumente könnte man anführen.

Es ist wie so häufig nicht so einfach zu sagen, was wirklich gerecht ist, auch wenn unsere Kriegstreiber von Links/Grün mal wieder glauben, im Besitze der unbestreitbaren Wahrheit zu sein.

Laurenz

6. Mai 2022 13:40

@Volksdeutscher @Kikl

Was sucht dort die NATO?

Sie wollen tatsächlich hier eine Debatte um die US-Strategie/Doktrin für Eurasien führen? Dazu gab es schon passendere Artikel auf der SiN. Solange hier keiner die aktuellen Kampftruppenstärken der NATO posten kann, ist diese Debatte völlig müßig. Auch die Atomkriegsdebatte ist, wenn, eher umgekehrt zu führen. Rußland braucht keinen Atomschlag führen. Der Westen schaufelt sich gerade weiter in die Grabesstille der Bedeutungslosigkeit.

Über den Sinn & Unsinn der aktuellen Propaganda hier ein netter Artikel zu Schrödingers Euros.  https://www.zerohedge.com/geopolitical/schrodinger-euros

Für eingefrorene Guthaben gibt es auch nur eingefrorenes Gas, Frau von der Leyer.

Volksdeutscher

6. Mai 2022 22:21

@Laurenz

Sie sind zu vorschnell, Sie haben die Begabung, einen zu mißverstehen. Meine Frage war eine rethorische: Nicht nach dem wahren Grund suchend, sondern den banalen Fakt, daß die NATO dort ist, hervorzuheben war meine Absicht.

kikl

7. Mai 2022 10:39

So hat es Herr Röttgen von der CDU auf den Punkt gebracht, ich lag also nicht ganz falsch:

"Was die Unterzeichner des offenen Briefes fordern, ist das Recht des Stärkeren. Aber das Recht des Stärkeren führt nicht zu Frieden. Es führt zu weniger Sicherheit und mehr Krieg. #illner #ukraine"

https://twitter.com/n_roettgen/status/1522549702218207233

Gemeint ist der von Frau Guérot unterzeichnete Brief, der sich gegen Waffenlieferungen ausspricht. Es geht also um "Recht", so als ob das in zwischenstaatlichen Beziehungen überhaupt gäbe. Das ist ein Wunschtraum, denn was "Recht" ist, das bestimmt de facto immer nur der Stärkere.

Ich muss da an die Kleist-Novelle Michael Kohlhaas denken, der im Streben nach Gerechtigkeit keine Grenzen kannte. Nach dem Motte:

"Fiat iustitia et pereat mundus "

Es herrsche das Recht und ginge die Welt zugrunde.

Laurenz

7. Mai 2022 21:28

@Kikl

Hier ein guter geo-strategischer Artikel auf dem altlinken Heise/Telepolis von Bernd Müller im Gespräch mit dem Journalisten Jörg Kronauer. Es macht überhaupt keinen Sinn an Kronauer vorbei zu politisieren.

https://www.heise.de/tp/features/Leider-muessen-wir-mit-einem-kriegerischen-Jahrhundert-rechnen-7076249.html

Auch der Artikel von Rüdiger Suchsland zeigt, daß der Westen sich isoliert.

https://www.heise.de/tp/features/Selenskyj-ist-fuer-den-Krieg-genauso-verantwortlich-Er-wollte-den-Krieg-7078603.html

Und Elke Dangeleit beschreibt indirekt, daß Propaganda, verstärkt seit den Napoleonischen Kriegen, nur noch bedingt funktioniert. Alle Pressemitteilungen der Ampel kann man nicht nur quasi den Hasen geben.

https://www.heise.de/tp/features/Kriegsschauplatz-Irak-Wo-wertebasierte-und-feministische-Aussenpolitik-aufhoert-7078022.html