Kritik der Woche (24) : Jahrmarkt der Befindlichkeiten

Sind alle Weißen Rassisten?

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Gru­se­lig, wenn Pla­ton, Kant und Han­nah Arendt unter Ras­sis­mus­ver­dacht ste­hen, wenn Mozart und Beet­ho­ven aus dem Lehr­plan gestri­chen wer­den, weil sie aus der Zeit der Skla­ve­rei stammen.

Wo sind wir hin­ge­kom­men, wenn pro­jek­ti­ve Unter­stel­lun­gen der “Post­co­lo­ni­al”- und “Racial Stu­dies” sowie “Cri­ti­cal Whiteness” in den einst libe­ra­len USA für ein Kli­ma an den Uni­ver­si­tä­ten sor­gen, in dem wei­ße Pro­fes­so­ren vor Audi­to­ri­en ihre angeb­li­chen Pri­vi­le­gi­en beken­nen müssen?

Es erin­nert an Sze­nen wie in der mao­is­ti­schen Kul­tur­re­vo­lu­ti­on oder im Sta­li­nis­mus. In sei­nem über­aus erhel­len­den Buch „Jahr­markt der Befind­lich­kei­ten“ nimmt Bernd Ahr­beck die kom­ple­xen hyper­mo­ra­li­schen Zusam­men­hän­ge aus­ein­an­der und erläu­tert das Selbst­ver­ständ­nis der neu­en Befind­lich­keits­krie­ger: Die­je­ni­gen, die Tota­li­ta­ris­mus anpran­gern, betrei­ben ihn selbst, indem sie die Aus­gren­zung jener for­dern, die nach ihrer Auf­fas­sung schul­dig dar­an wur­den, daß Welt und Men­schen nicht so gut erschei­nen, wie sie sein könn­ten. Poli­tik ist ange­wand­te Anthro­po­lo­gie, wird also bestimmt von Dis­kus­sio­nen um Men­schen­bil­der. Wird eines, vor­zugs­wei­se das Rous­se­au­sche, zum sakro­sank­ten Mus­ter erho­ben, ist’s nicht mehr weit bis zur Gewalt.

Die­ser Trans­for­ma­ti­ons­pro­zeß ist weit vor­an­ge­schrit­ten, wenn etwa die einst bewähr­ten För­der­schu­len als Aus­druck der Apart­heid oder gar als natio­nal­so­zia­lis­tisch geprägt gel­ten und die radi­ka­le Inklu­si­ons­päd­ago­gik selbst um den Preis fort­ge­schrie­ben wer­den soll, daß sie zu einer „exklu­die­ren­den Inklu­si­on“ (Rudolf Stich­weh) zu wer­den droht.

Die Erwei­te­rung die­ses Inklu­si­ons­ge­dan­kens auf die gesam­te Päd­ago­gik, ja auf die Gesamt­ge­sell­schaft ist ver­häng­nis­voll, wo ver­glei­chen­de Leis­tungs­be­wer­tun­gen abge­schafft wer­den und sich Her­an­wach­sen­de nicht mehr über ihr Leis­tungs­stre­ben inte­grie­ren kön­nen, son­dern sich per se gleich­ge­stellt finden.

Die Schwä­chung des Leis­tungs­prin­zips wen­det sich gegen die sozi­al benach­tei­lig­ten Kin­der selbst,

wenn das Leis­tungs­ni­veau so lan­ge gesenkt wird, bis nie­mand mehr hin­ter den gestell­ten Anfor­de­run­gen zurückfällt.

Das Gere­de von der unge­rech­ten Schu­le ist Unfug:

Das nach PISA-Kri­te­ri­en gerech­tes­te Bil­dungs­sys­tem fin­det sich in Alge­ri­en, in einem Land, das auf der Leis­tungs­ska­la den vor­letz­ten Platz bekleidet.

Als Hin­ter­grund die­ser Umwer­tun­gen erkennt Ahr­beck, Pro­fes­sor für psy­cho­ana­ly­ti­sche Päd­ago­gik, einen ideo­lo­gi­schen Impe­ra­tiv: Tota­le Gerech­tig­keit! Her­zu­stel­len nicht in kri­ti­scher Revi­si­on sozi­al­öko­no­mi­scher Tat­sa­chen, son­dern über sprach­li­che Zuschrei­bun­gen mit­tels „lin­gu­is­tic turns“. Dies soll nicht nur in der Sexu­al­päd­ago­gik mit der Über­zeu­gung erfolgen,

dass die Wirk­lich­keit durch Spra­che erschaf­fen wird und das Geschlecht ein sprach­li­cher Dis­kurs­ef­fekt ist,

son­dern wird in allen Lebens­be­rei­chen poli­ti­sche Pra­xis. Gerech­tig­keit soll sich ver­kür­zend ein­fach als Gleich­heit verstehen.
Ganz im Gegen­satz zu Mar­tin Luther Kings Traum, Men­schen soll­ten nicht nach ihrer Haut­far­be, son­dern nach ihrem Cha­rak­ter beur­teilt wer­den, ist es doch wie­der die Haut­far­be, sind es an eth­ni­schen Gren­zen, sexu­el­len Vor­lie­ben und an Geschlech­ter­ver­hält­nis­sen fest­ge­mach­te Grup­pen­merk­ma­le, die heu­te hoch­ge­hal­ten werden.

Einer­seits hat ein kate­go­ri­sches Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot zu gel­ten, ande­rer­seits defi­nie­ren sich Grup­pen in sexu­el­ler und kul­tu­rel­ler Selbst­be­stim­mung der­art abge­grenzt, daß sie die gesam­te Außen­welt als geg­ne­risch aus­schlie­ßen und Kri­tik wie Zuwen­dung als Über­grif­fig­keit dif­fa­mie­ren. Sie ver­ste­hen sich als Opfer und tre­ten mit ande­ren Grup­pen in einen Opfer-Wettbewerb.

Die Anti­dis­kri­mi­nie­rungs- und Gerech­tig­keits­ideo­lo­gie wie­der­um folgt der uto­pis­ti­schen Illusion,

es kön­ne eine von his­to­ri­schen Belas­tun­gen, gesell­schaft­li­chen Ver­pflich­tun­gen und inne­ren Wider­sprü­chen berei­nig­te Ent­wick­lung geben.

Mit die­sem Anspruch sitzt die links­grü­ne Mei­nungs­füh­rer­schaft auf dem ganz hohen Roß. Sie legt sich die „nar­ziß­ti­sche Gra­ti­fi­ka­ti­on“ bei,

welt­of­fen auf der Sei­te des Fort­schritts zu stehen.

Je mehr Ega­li­tät her­ge­stellt scheint, umso lau­ter wird in jako­bi­ni­scher Wei­se der Ruf nach noch mehr Ega­li­tät. Kei­ne Gren­zen mehr, statt­des­sen umfas­sen­de Ent­gren­zun­gen, dar­in liegt die Gefahr, nicht nur päd­ago­gisch, son­dern poli­tisch, und zwar auf ambi­va­len­te Weise:

Einer­seits ver­steht sich die Gesell­schaft als beson­ders per­mis­siv, sie will frei­er und tole­ran­ter sein denn je zuvor. Tabus scheint es kaum noch zu geben. Auf der ande­ren Sei­te ist sie in einer Wei­se repres­siv gewor­den, die noch vor weni­gen Jah­ren kaum vor­stell­bar war.

Ahr­beck fragt nahe­lie­gend, ob eine voll­kom­men gerech­te Gesell­schaft über­haupt psy­cho­lo­gisch ver­kraft­bar wäre. Die von der frag­wür­di­gen Päd­ago­gik tota­ler Inklu­si­on gepäp­pel­ten Schü­ler wür­den jen­seits der „safe spaces“ eben doch erfahren:

Hier­ar­chien blei­ben erhal­ten, und auch das Kon­kur­renz­prin­zip ist nicht außer Kraft gesetzt.

Und genau das ist nicht nur gut so, son­dern for­dert die Ent­wick­lung der Per­sön­lich­keit her­aus. Ahr­beck zitiert Harald Martenstein:

Voll­kom­me­ne Gerech­tig­keit lie­ße sich nur errei­chen, indem man das Glück abschafft (…) Ich glau­be, wir alle wer­den das Glück ver­mis­sen, wenn es tat­säch­lich ver­bo­ten ist.

Gefähr­lich wer­den die ver­meint­li­chen Gerech­tig­keits­be­stre­bun­gen, wenn sie nach der Natur des Men­schen selbst grei­fen, wie es inner­halb der Sexu­al­päd­ago­gik und – damit im engen Zusam­men­hang – mit der Trans­gen­der-Agi­ta­ti­on geschieht. Nicht genug, daß „Zwangs­he­te­ro­se­xua­li­tät“ ver­teu­felt wird und unter Gene­ral­ver­dacht steht, Macht- und Herr­schafts­ver­hält­nis­se zu gene­rie­ren; es wird dar­über hin­aus der Ein­druck erweckt,

alles, was außer­halb des Hete­ro­se­xu­el­len liegt, befin­det sich in einer befrei­ten Zone.

Das Ziel: Trans­gen­der soll in all­ge­mei­nen Trans­hu­ma­nis­mus münden.

Der Autor, als Psy­cho­ana­ly­ti­ker, warnt:

Das binä­re Modell ist der Motor allen Wei­ter­le­bens, die Dif­fe­ren­zie­rung der Genera­tio­nen und Geschlech­ter der ent­schei­den­de Inhalt des Ödi­pus­kom­ple­xes. (…) Der ödi­pa­le Kom­plex trägt ent­schei­dend zu einer Gewis­sens­bil­dung bei. Jede Rela­ti­vie­rung und Aus­he­be­lung sym­bo­li­scher Ord­nun­gen führt zu schwe­ren Ver­lus­ten. Ord­nen­de Struk­tu­ren müs­sen des­halb auf­recht­erhal­ten, gestärkt und gegen Angrif­fe ver­tei­digt werden.

– – –

Bern­hard Ahr­beck: Jahr­markt der Befind­lich­kei­ten. Von der Zivil­ge­sell­schaft zur Opfer­ge­mein­schaft, 158 S., 16 € — hier bestel­len.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (77)

Maiordomus

3. Mai 2022 11:52

Transhumanismus könnte auch als Entmenschlichung bis hin zur Abschaffung des Menschen interpretiert werden. Dabei bevorzuge ich bei z.B. Beschreibungstexten oder Hinweisen auf Teilnehmer, auch Teilnehmerinnen den Begriff "Person". Der letztere Begriff gehört nicht zuletzt zur Entwicklung der Menschenrechte nun mal als Personenrechte. Der Begriff der Person wurde in der abendländischen Ethik stark von der Personen-Debatte um die Errungenschaft der Heiligen Dreifaltigkeit geführt. Wer findet, dies sei eine geschmäcklerische bis unbedeutende Angelegenheit, sei daran erinnert, dass im Prinzip die Person das Göttliche im Menschen ist, nicht als Vergottung, aber als Teilhabe, wie die Mystiker betonten bei jeglichem Bewusstsein eines unaufhebbaren Abstandes. Es hängt durchaus auch mit Kants Ethik zusammen, wonach es bei der Person nie um Verzwecklichung gehen könne, sondern um das ethische Wesen der Menschheit in der Person als "reinen Zweck", nicht Mittel zum Zweck. Dieser Gedanke wäre wohl ohne die vorangehende jahrhundertelange Debatte nicht entwickelbar gewesen; wobei freilich die Einwände Schopenhauers gegenüber dem Begriff "Menschenwürde" meines Erachtens nach wie vor zu bedenken bleiben. 

Ein gebuertiger Hesse

3. Mai 2022 12:42

Wir sollten aufhören, von "Menschen" (von "Menschheit" sowieso) zu sprechen. Es gibt Einheiten, die weitaus besser charakterisieren, wer wir sind und was uns ausmacht.

 

Eo

3. Mai 2022 13:15

Für alle die bunten Aufgehetzten ganz sicher. Denn genau diese 'angeborene' Schuldkiste, die man den alten, weißen Männern aufbürdet, um sich als Daueropfer zu gerieren und mit Dauerforderungen reichlich Kohle zu generieren, ist ja das Ticket, auf dem die woken BLM-Neger wie auch die Islamausbreiter reisen und das sie glauben läßt, daß sie nun dran seien mit Herrschen, da sie historisch gesehen sozusagen noch einen gut hätten.

Und dieses Ticket wurde denen natürlich von linken, mit großem Haß auf das eigene Volk und die eigene Kultur erfüllten, progressiven Gesellschaftsveränderern und den üblichen Verdächtigen, global agierenden und ausgerichteten Paten ausgestellt und (als gesellschaftlicher Sprengsatz) in die Hand gedrückt ...

Daher ist ja dann auch die Werbung so inflationär und penetrant auf den schwarzen Mann gekommen, denn all die Clips und Anzeigen mit den Black Piepels sollen nicht nur zeigen, daß die jetzt dazu gehören, sondern subtil darauf hinweisen, daß die Weißen ein Auslaufmodell sind und die anderen gewaltig im Kommen. Also dem Selbstbewußtsein der Weißen ständig aufs neue einen Knacks versetzen.

Maiordomus

3. Mai 2022 13:42

@Hesse. Siehe obigen Vorschlag, von Personen zu sprechen, nach Descartes "Ding mit (reflexivem) Selbstbewusstsein". 

Laurenz

3. Mai 2022 14:15

Der Artikel ist zwar genau, aber ich weiß nicht, was der noch soll? Haben wir das in der Vergangenheit nicht bereits ausgiebig debattiert, sogar mit einem relativen Konsens? 

Historisch ist kein alter weißer Mann an irgendwas schuld. Die Weißen lebten mehrheitlich als Leibeigene im Feudalismus, das unterscheidet sie weder von afrikanischen, amerikanischen noch von asiatischen Feudal-Strukturen in der Menschheitsgeschichte. Feudal-Herren waren überall gleich. Das Sklaven-Business war vorwiegend in semitischer Hand. 

Was jetzt passiert, die Abkehr von der Leistungsgesellschaft, die HB beschreibt, ist die Einführung eines Neo-Feudalismus, in dem wieder Minderheiten privilegiert werden.

Die Schwarzen Amerikas wollen doch gar nicht ohne Weiße leben. Die ganze Nummer ist unehrlich. Weder tritt man für Separation oder Sezession ein, noch für die Rückkehr nach Afrika.

Gotlandfahrer

3. Mai 2022 14:40

1/2

Hochgeschätzter Herr Bosselmann,

das Leben als solches, näher betrachtet, ist gruselig.  Je höher der „IQ“, desto gruseliger erscheint es.  Es ist Ausweis des Scheiterns der „Intelligenz“ an einer Aufgabe, die sie sich – womöglich - selbst nur stellt.  Wobei wir im heutigen Deutschland differenzieren müssen.  Da ist, auf Ebene 1, der Verfall an sich, das Gruseln, bedingt durch das Wahnsinnigwerden jeder Kultur an sich selbst.  Spengler, sozusagen, im Groben.  Gäbe es nur diese Ebene, wäre der Gruselfaktor geringer als er heute ist, behaupte ich, da der natürliche Zyklus noch nicht danach sein müsste UND die deutsche Seelenspezifität ein einzigartiges Potenzial in alle Richtungen, auch eine rettende, in sich trägt.  Zumindest wäre wohl alles in der Wirkung zeitlich gestreckter, gäbe es nicht: Die Ebene 2, die mindestens beschleunigend wirkt auf Ebene 1, unsere, wenn diese zweite, fremde, Ebene nicht gar diese originären Selbstheilungspotenziale, die die Spenglerhypothese widerlegen könnten, gezielt vernichtet.  Ebene 2 ist der uns einbettende US-Imperialismus mit seinem eigenen inneren Verfall.  Dessen Kern, ohne Sinn für Platon, Kant oder Ahrendt, will oben sein, uns unten und andere draußen haben.  Recht simpel.  Hat der Hegemon selbst keine gedeihlichen Angebote mehr zu machen, wird er alles, was ihm Untertan ist, im Verfall vor sich hertreiben.  Den Gruselfaktor erhöhen.

Gotlandfahrer

3. Mai 2022 14:42

2/2

Aber was ich schreibe, ist nicht neu, wie aber auch Ihr Befund nicht neu ist.  Denn die Bilder, die nicht länger geeignet sind, zu maßregeln und zu befrieden, werden stets gestürmt.  Nimmt man meine o.g. Behauptung als wahr an, dass also „unsereins“ von allein noch nicht am Abgrund stehen müsste, bzw. wäre uns dies nicht vom, seinem eigenen Verfalle ausgesetzten, Herrchen gezielt antrainiert, folgt daraus doch allein die Frage, wie wir uns diesem feindlichen Herrchen entziehen können? Und nicht, wie sich all die herbeigeführten Dämlichkeiten um uns herum erklären oder einhegen lassen.  Befassen wir uns doch also weniger mit Feststellungen zur Beschissenheit der Lage – was soll da noch kommen? Der Griff nach der DNA UND dem Seelenheil ist längst in Ausführung befindlich - sondern: Mit welchen Moves helfen wir den Feinden unseres Parasiten, ihn zum Herausziehen seines Stachels aus unserem Fleische zu provozieren?

Gustav

3. Mai 2022 15:38

Wir sind auch Zeugen des Ausbildungsprogramms negativer Identität unter vielen jungen Weißen, die verschiedene außereuropäische Kulte nachahmen. Darüber hinaus führt die Umkehrung des Begriffs „metus hostilis“ in „amor hostilis“ durch die derzeitigen europäischen Herrscher zu einer Kultur der politischen Buße. Ein solcher national-masochistischer Wahn ist besonders sichtbar unter zeitgenössischen deutschen Politikern, die sich täglich auf neurotische Umarmungssitzungen mit afroasiatischen und muslimischen Staatsangehörigen einlassen, gegen die ihre Vorfahren vom 8. Jahrhundert in Westeuropa bis zum 18. Jahrhundert in Osteuropa grausame Überlebenskriege geführt hatten . Die gegenwärtige Besessenheit vom außereuropäischen Anderen, dessen Bild durch die zeitgenössischen Medien und das Kino ausgeschmückt wird, war bereits unter den dekadenten römischen Patriziern im ersten Jahrhundert nach Christus weit verbreitet, wie vom Satiriker Juvenal beschrieben. In seiner dritten Satire mit dem Titel Flucht aus Rom (Urbis incommoda) schildert Juvenal das multikulturelle und multirassische Rom, in dem es für einen zarten Geist wie den seinen nicht mehr möglich war, zu überleben. ff

Gustav

3. Mai 2022 15:50

"Zu sehen, wie der Abschaum Griechenlands hierher verpflanzt wird, wie Götter, ist das, was ich nicht ertrage. Nicht nur Griechen, sondern viele Syrer hier..."

Juvenal klagt in seinen Satiren auch über jüdische Migranten, was ihm von einigen zeitgenössischen Kritikern den Vorwurf des Antisemitismus einbrachte.

Man ist versucht, Juvenal den Louis Ferdinand Céline der Antike zu nennen. In seiner berühmten sechsten Satire über Frauen (Mulieres) beschreibt Juvenal die starke Zunahme orientalischer Betrüger, die von weit her nach Rom kamen und die Mode der Zoophilie und Pädophilie und andere Laster in die alten römischen Sitten einführten. Juvenals Sprache, die sexuelle Perversionen beschreibt, die von asiatischen und afrikanischen Newcomern nach Rom importiert wurden, wäre heute sogar für viele Hollywood-Filmemacher peinlich.

Scheinbar ein altes Leiden unserer Rasse...

 

Gustav

3. Mai 2022 16:47

Sind alle Weißen Rassisten?

https://va.media.tumblr.com/tumblr_qm86ndzOAE1w7zfne.mp4

Niekisch

3. Mai 2022 17:22

"Mit welchen Moves helfen wir den Feinden unseres Parasiten, ihn zum Herausziehen seines Stachels aus unserem Fleische zu provozieren?"

@ Gotlandfahrer 14:42: Indem wir jetzt sofort dazu aufrufen, die Feinde unseres Parasiten in EU und NATO aufzunehmen?

Imagine

3. Mai 2022 18:38

1/3

Wer glaubt, man könne in einer Gesellschaft im Exklusionsmodus, die durch antagonistische Klasseninteressen zerrissen und gespaltenen ist, diesem Prozess mit einer inklusiven Pädagogik entgegenwirken, bei dem manifestiert sich eine Wahrnehmungs- und Denkstörung, die offensichtlich in der pädagogischen Profession weitverbreitet ist..

Das ist genauso irre wie das Bemühen der Kommunisten in der DDR durch „sozialistische“ Erziehung einen „sozialistischen Menschen“ herauszubilden. Und dies in einer gesellschaftlichen Realität, wo eine Funktionärsklasse eine Diktatur ausübte, in der die Menschen mit Mauer und Todesstreifen als Arbeitssklaven gefangen gehalten wurden, wo sich ein gigantischer Schwarzmarkt ausgebildet hatte und die Menschen ihre eigenen – angeblich volkseigenen – Betriebe beklauten.

Noch irrer ist es allerdings, wenn man heute, wo die Wahrheit über dieses System bekannt ist, dieses weiterhin als Modell eines Sozialismus anzusehen, wobei es in Wirklichkeit das Gegenteil darstellte.

Imagine

3. Mai 2022 18:40

2/3

Eine Pädagogik, welche - wie bei uns - mit idealistischen Modellen von Demokratie und Markt die gesellschaftliche Realität völlig falsch darstellt, produziert ein falsches Bewusstsein und macht die Menschen zu Psychopathen. Denn die Menschen passen ihr Verhalten der gesellschaftlichen Wirklichkeit an, und überlagern bewusstseinsmäßig zugleich ihr Verhalten mit einem falschen Selbst- und Gesellschaftsbild.

Das ist das Grundproblem bei einem idealistischen Umgang mit der Realität, wo – wie im Mittelalter - die herrschende Ideologie und nicht die materielle Wirklichkeit konstitutiv für das Bewusstsein ist.

Zum Positivismusstreit in der Soziologie, der in den 60er Jahren zwischen den Anhängern Poppers und Adornos stattfand. muss man aus heutiger Perspektive klar feststellen, dass die ersteren mit ihrem Befund einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft falsch lagen, während die Kapitalismuskritiker mit ihrer Prognose, dass das kapitalistischen System eigenlogisch zu einer totalitären Gesellschaft, zu Verbrecherherrschaft und Selbstzerstörung tendiert, die gesellschaftliche Entwicklung zutreffend erfassten.

 

Imagine

3. Mai 2022 18:41

3/3

Wenn heute geglaubt wird, mit Cancel Culture den in der kapitalistischen Marktwirtschaft herrschenden und sich verschärfenden Konkurrenz- und Bandenkämpfen effektiv entgegenwirken zu können, unterliegt der falschen Annahme, dass diese Aggressionen und Kämpfe durch den Gebrauch von Sprache und nicht durch die Realität des Wirtschaftssystem hervorgerufen werden.

Doch dies ist Fetischdenken, also eine infantile Wahrnehmungs- und Denkstörung, welche eigentlich im Erwachsenalter mit der entwickelten Kompetenz zur Realitätsprüfung überwunden sein sollte.

Im marktwirtschaftlichen System ist heute der Warenfetischismus dominant. Es  braucht das fetischisierte und falsche Bewusstsein zum ökonomischen Funktionieren. Die Kritische Theorie, die dem mit Aufklärung entgegenwirken wollte, wurde unterdrückt und ist weitgehend aus der Gesellschaft eliminiert.

Die Gesellschaft befindet sich im Zustand allgemeiner Verblödung.

Maiordomus

3. Mai 2022 19:28

@Was @Imagine, ein für mich stets anregender Teilnehmer dieser Debatten, über die ökonomischen Hintergründe gesellschaftlicher Prozesse ausführt, trifft sogar für die Geschichte der mittelalterlichen Mystik zu, deren Armutsideal nur im Zusammenhang mit dem Frühkapitalismus positiv konnotiert werden konnte, was ich indes hier aus Platzgründen nicht weiter analytisch ausbreiten kann, zähle es aber nach jahrelangen Forschungen zum Thema zu den Schwerpunkten der religiösen Entwicklung, Franz von Assisi und Meister Eckhart inbegriffen, vermöchte es auch mit dem bedeutenden Text aus der Zeit des Konstanzer Konzils "Christus als Kaufmann" zu illustrieren. Trotzdem, @imagine, ist natürlich die bewusstseinsbildende und manipulative Kraft der Sprache nicht zu unterschätzen. Galt auch für die Epoche der Hexenverfolgung, der übrigens sogar auch Kinder und Männer unterworfen wurden, auf der Basis u.a. auch der Schuldzuweisung betr. meteorologischen Phänomenen sowohl zur Zeit der Klimaerwärmung als auch der Klimaabkühlung. 

Laurenz

4. Mai 2022 10:35

Hier was lustiges Unlustiges

https://www.nachdenkseiten.de/?p=83486

 

 

kikl

4. Mai 2022 10:40

"dass die Wirklichkeit durch Sprache erschaffen wird und das Geschlecht ein sprachlicher Diskurseffekt ist,"

Ist das der "linguistic turn"? Früher hieß es noch: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Heute heißt es: Das Sein gibt es nicht, es ist lediglich ein sprachliches Konstrukt. Also, versucht man den Menschen vorzuschreiben, was sie sagen dürfen, weil man damit glaubt das Denken bestimmten zu können. Hier ist der Ursprung der "political correctness" und des "Wokeseins".

Nun, wir werden sehen, ob das Geschlecht lediglich ein "sprachlicher Diskurseffekt" ist oder ob es einem "Sein" entspricht. Ich bin zuversichtlich, dass diese Ideologie an der Realität zerschellen wird. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Aber Corona hat mich gelehrt, dass Menschen bereit sind jeden Schmarrn zu glauben, wenn es nur häufig genug wiederholt wird.

ede

4. Mai 2022 13:09

@Laurenz, Ihr link zu den Nachdenkseiten: ja, das passt.

Laurenz

4. Mai 2022 15:19

@Kikl

Aber Corona hat mich gelehrt, dass Menschen bereit sind jeden Schmarrn zu glauben, wenn es nur häufig genug wiederholt wird.

Mach Sie Sich doch nichts vor. Hier kommt die germanische Leichtgläubigkeit, der Hang zum Exotischen, zum Tragen.

Uns hat man mehr als 1.500 Jahre linken Schmarrn erzählt & bis heute wird dieser Schmarrn in rechts-intellektuellen Kreisen geglaubt, was zu linken Auswüchsen führt, vor allem, es kann nicht sein, was nicht sein darf

Daß der moderne Schmarrn geringere Halbwertszeiten hat, gestehe ich Ihnen zu, Kikl. Aber wir brauchen uns über unsere Dämlichkeit nichts vorzumachen. Der Unterschied zur heutigen linken Dämlichkeit ist derselbe, wie zu den Orientalen, laut Volker Pispers nehmen diese ihren Schmarrn ernst.

Maiordomus

4. Mai 2022 15:31

"Das Sein gibt es nicht", eben das, was längst vor uns vorliegt und das wir natürlich sowohl über das Sagbare wie das Unsagbare einzufangen versuchen, das uns vorangehende, übersteigende "beherrschende Woher" (Heidgegger): dies zu leugnen, nennt der Philosoph "Seinsvergessenheit". Natürlich sind die sprachlich-logischen Probleme dessen, was wir zu objektivieren versuchen, komplizierter, als es hier dargetan werden kann. Und dass es Erkenntnisprobleme gibt, ändert nichts an dem, was auch ohne uns der Fall war und mutmasslich auch der Fall bleiben wird. 

Gustav

4. Mai 2022 16:24

@ Maiordomus

Hier und heute, ganz ohne Franz von Assisi und Meister Eckhart, dafür aber mit Nahum Goldmann:

Die Pandemie leitete die Zerstörung der Lieferketten ein, während der Ukrainekrieg zu Energieknappheit führen und so der alten Ökonomie den Rest geben wird.

https://www.rubikon.news/artikel/katalysator-der-globalen-umgestaltung

Imagine

4. Mai 2022 17:35

1/3

@Maiordomus 3. Mai 2022 19:28
„Trotzdem ist natürlich die bewusstseinsbildende und manipulative Kraft der Sprache nicht zu unterschätzen.“

Völlige Zustimmung. Auch zu Ihrem Satz:

„Natürlich sind die sprachlich-logischen Probleme dessen, was wir zu objektivieren versuchen, komplizierter, als es hier dargetan werden kann.“

Die Bedeutung des Erwerbs einer elaborierten und reflektierten Sprache für die Entwicklung des Denkvermögen ist in der Wissenschaft unstrittig. Im Gegensatz zur spontan erworbenen Alltagssprache, die „aus dem Bauch“ erfolgt.

Zygmund Baumann wies beim 13. Darmstädter Gespräch (2004) darauf hin, dass eine unreflektierte und begrifflose „Papageiensprache“ zur Normalität geworden ist.

Nicht nur meine Erfahrung ist es, dass die meisten der heutigen Studenten keine anspruchsvollen Texte mehr verstehen können.

Es gilt zudem zwischen Sprache und Kommunikation zu unterscheiden.

Mit den meisten Menschen – selbst aus der Verwandtschaft und dem Bekanntenkreis – ist heute eine gelingende Kommunikation nicht mehr möglich, weil der Diskurs beispielsweise über die Corona-Diktatur und den Impfzwang verweigert wird.

Imagine

4. Mai 2022 17:39

2/3

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass eine ganz wichtige und relativ neue Erkenntnis der Kommunikationswissenschaft ist, dass bestimmte Formen der Kommunikation geisteskrank machen können. Siehe die Doppelbindungstheorie (double bind theory) bei der Schizophrenie-Genese.

Dass die Menschen bewusstseinsgestört und geisteskrank – identitätsgestört, neurotisch, narzisstisch, psychotisch - werden, ist angesichts der widersprüchlichen Doppelbotschaften denen sie Tag für Tag ausgesetzt werden nicht verwunderlich.

Ist das Corona-Virus eine Bedrohung für unser Leben? Stehen wir vor der Alternative impfen lassen oder sterben? Schützen und die Impfungen vor eigener Infektion und der Ansteckung anderer? Sind die gentechnischen Injektionen risikolos?
Ist es wahr, was Regierung und Medien kommunizieren?

Gibt es wissenschaftlich fundierte, evidenzbasierte Begründungen für die Lockdowns, Ausgangssperren und Maskenpflicht für Kinder? Oder haben jene Wissenschaftler Recht, welche den Darstellungen der Politik und in den Medien von Anfang widersprochen haben?

Wie sieht es mit der Differenz zwischen der medialen (virtuellen) Darstellung der Realität und unseren eigenen sinnlichen Wahrnehmungen aus?

Werden die Widersprüche überhaupt noch wahrgenommen?

Imagine

4. Mai 2022 17:46

3/3

Wir kennen alle zweifach geimpfte und geboosterte Menschen, die trotzdem zum Teil schwer an Corona erkranken. Ist es wahr, dass die gentechnischen Injektionen unser Immunsystem schädigen (können)? Gibt es eine Übersterblichkeit bei jungen und zuvor gesunden Menschen nach den gentechnischen Injektionen?

Helfen die Waffenlieferungen der ukrainischen Bevölkerung? Oder eskalieren und verlängern sie den Krieg und damit das Ausmaß von Verstümmelung, Tod und Zerstörung? Wird in der Ukraine die Demokratie verteidigt? Gab es die dort überhaupt?
Die hohe Prävalenz von Tuberkulose ist sozialmedizinisch ein Indikator für Armut und Verelendung in einer Gesellschaft. Die Prävalenz der TBC war in der Ukraine bereits vor dem Krieg zehnmal höher als in Westeuropa.

Überall wird geframt, umgedeutet, mit Doppelbotschaften und Doppelstandards gearbeitet. Worauf kann man sich heute verlassen? Auf die Regierung, die Medien, die Wissenschaftler in den Medien und an den Hochschulen?

Die Gesellschaften sind zu Irrenhäusern geworden.

Gotlandfahrer

4. Mai 2022 17:52

1/2

@imagine

Ihre obigen Ausführungen sind entweder zu hoch für mich, oder es mangelt ihnen an aussagenlogischer Integrität und einer für Beiträge stets förderlichen Benennung eines Ansatzpunktes für Verbesserungen.  DASS wir uns im Zustand allgemeiner Verblödung befinden ist ja klar, aber ist denn der Befund, die „Kapitalismuskritiker“ hätten die „Entwicklung zutreffend erfasst“ (überhaupt richtig und) weiterhin wegweisend?  Hätten wir noch mehr auf Adorno hören sollen und müsste man Habermas nur mal von rechts lesen? Ist denn – ich bin da nur Laie und lasse mich gern belehren – den kritischen Rationalisten und den kritischen Theoretikern nicht gemein, dass beide Anmaßungslehren, mithin materialistisches Denken, ausüben, also vom selben Fleische sind?

Wenn Sie das „Wirtschaftssystem“ als Grund für „Bandenkämpfe“ benennen ist dies doch recht ungenau.  Es entspringt wohl Ihrem spürbaren Faible für den traditionellen Klassenkampf mit der Feindmarkierung „Kapital“.  Es ist ungenau, da zum einen nichts gegen Kapital (= Saatgut, Vorrat, Vorsorge, Vorsicht, Kooperation, Tausch, Leihen / Seßhaftigkeit etc.) spricht, sondern nur etwas gegen dessen zu große Konzentration in ferner Hand (= ortsfremde Macht). 

Gotlandfahrer

4. Mai 2022 17:52

2/2

Zum anderen, weil selbst mit einer großkapitalistischen „Deutschland AG“, in der mich die Clans der Siemens, Krupps und Ottos vernutzten, nicht automatisch das einherginge, was die Blödheit hierzulande von außen und oben herab institutionalisiert.  Die „Aufklärung“ Ihrer favorisierten „Kritischen Theorie“ war doch wohl eines der wirkmächtigsten Vehikel derer, die die Warenfetisierung (= Ersatzidentität für dekonstruierte Individuen) herbeikommunizierten, wobei ich als „Deutscher Konsument“ noch wesentlich würdevoller hätte leben können, als es mir heutigem weiß-männlichen Weltverschmutzer jemals wieder zugestanden wird. Soll heißen: Selbst ein deutscher Großkapitalismus würde doch wohl nie so gezielt auf umfassende Grundlagenschädigung zielen, wie es die taten, die sich der Frankfurter Schule und dem sie umgebenden Gesocks bedienten. 

Wie sieht denn Ihr Wirtschaftssystem aus, in dem es, ja auch irgendwie systemklempnerisch, aber ohne Fetisch, „funktionieren“ soll? Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Fetischfreiheit nicht trotzdem daran scheitert, dass hierzulande Macht und Volksinteresse entgegengesetzt aufgestellt sind? Wie betten Sie die Araberclans ein, so dass die mit uns Schuhplattler tanzen?  Das hätte ich gern in Ihrem Beitrag erfahren.

Niekisch

4. Mai 2022 18:20

"im Prinzip die Person das Göttliche im Menschen"

@ Maiordomus 3.5.  11:52: Wobei wir immer vor Augen haben sollten, dass der Mensch selber aus eigener Machtvollkommenheit sowohl "das Göttliche" als auch den Begriff "Person" definiert und dabei vergißt, dass zeitlich lange vor jeder Gottesvorstellung ein Mensch "Person sein" konnte, weil er beisüpielsweise unter Aufopfern seines Lebens seine Nächsten beschützte.  

Imagine

5. Mai 2022 00:37

Was wird in den Schulen an gesellschaftlicher Realität vermittelt? Was erzählen die Lehrerinnen über Corona und übers Impfen? Was über Korruption; Lobbyismus und den tiefen Staat und die NATO-Kriege? Über Fassadendemokratie und Inflation? Über Massenimmigration und Umvolkung?

In den Schulen werden die gleichen Narrative wie in den Massenmedien vermittelt.

In meiner Verwandtschaft gibt es eine Schulrektorin. Letztes Jahr hat sie uns ständig genervt, dass wir uns endlich impfen lassen sollen. Sie mache sich solche Sorgen um uns.

Sie selbst ist seit letztem Sommer zweifach geimpft und inzwischen zudem geboostert. Eifrige Maskenträgerin, mindestens zweimal pro Woche hat sie sich selbst getestet. Jetzt im April hat sie eine schwere Corona-Grippe erwischt. 14 Tage richtig krank und es ging ihr sehr schlecht. Mal sehen, ob sie sich die vierte Gen-Injektion dennoch reinspritzen lässt.

Mit mir hat sie noch nie über Corona und die Impfungen gesprochen. So wie die ganze Verwandtschaft nicht. Alle sind ausnahmslos geimpft und geboostert.

Wir reden schon seit Jahren nicht mehr über Politik und Ökonomie, um Konflikte und Ärger zu vermeiden. Ein rationaler Diskurs mit sachlich fundierten Argumenten ist sowieso nicht möglich.

anatol broder

5. Mai 2022 22:03

@ gotlandfahrer 17:52

auch @ imagine glaubt, «es könne eine von gesellschaftlichen verpflichtungen bereinigte entwicklung geben» (ahrbeck). seine zukunftsvision basiert auf selbstlosen weil vollautomatischen erfüllungsgehilfen. ein wirtschaftssystem wäre nur eine phase auf dem weg in diese utopie (der richtige sozialismus).

Volksdeutscher

6. Mai 2022 09:23

@Eo - "Also dem Selbstbewußtsein der Weißen ständig aufs neue einen Knacks versetzen."

Ihre Beschreibung des Phänomens ist vollkommen richtig: Es gibt kaum mehr Werbung im virtuellen Raum des Internets oder in der Plakatwerbung im öffentlichen Raum ohne Schwarze, Mischlinge, Araber oder Arabermischlinge, die man dann auch noch so toll, smart und "cool" erscheinen läßt - ganz im Gegensatz zu deren Natur. Die Werbeunternehmen führen bekanntlich jeden Auftrag ihrer globalistischen Herren dankbar aus, was auch kein Wunder nimmt, da die Studiengänge Werbe- und Photodesign auf Hochschulen (aber auch andere Desigbereiche) von Linksliberalen dominiert wird, die marxistische Gesellschaftstheorie und Bauhaus-Ästhetik als Gestaltungsgrundlagen vermitteln. Mit Vorliebe werden diese ethnisch und kulturell Fremden in der Paarung mit weißen, europäischen Frauen in aufgelösten, lustigen, ja albernen Szenen dargestellt. Die weiße Frau ist ihnen dabei immer untergeordnet, ihnen zujubelnd: "2022 wird magisch, wenn wir zusammenstehen." Wir - also die weiße europäische Frau und der dunkelhäutige ethnisch Fremde. Das ist geballte Aggression gegen unsere weiße Zivilisation. Meinem Selbstbewußtsein jedoch versetzen solche Phänomene keinen Knacks, sondern Ekel und Wut. Das ist ein paar Stufen besser. Wer gleichgültig damit umgeht, hat schon verloren.

Franz Bettinger

6. Mai 2022 13:45

@Gustav hat darauf hingewiesen. Nochmal, weil’s so wichtig ist. Jeder sollte das lesen: die brillante Analyse im Rubikon über die grad stattfindende Transformation der Gesellschaft in eine NWO. Hier wird die Frage gestellt, die mich seit 2 Monaten beschäftigt: Ist der Ukraine-Krieg Teil des Großen Plans, d.h. nur der 2. Schritt (nach Corona) auf dem Weg in eine One World Diktatur? Ist Putin der Held, der gegen den Great Reset kämpft, oder beschleunigt er ihn? Ist er Mittel zum Zweck? Für letztere Annahme spricht, dass alle Regierungen, die den C-Klamauk mitgemacht haben, auch Verfechter der UN-Agenda 2030 sind. Wie eine im Februar 2022 (da wusste Putin längst, dass er in die Ukraine einmarschiert) von Russland und China unterzeichnete Vereinbarung (über eine New Era ...) zeigt, gehört Putin zum Satanischen Club. Das ist keine gute Nachricht. —>  https://www.rubikon.news/artikel/katalysator-der-globalen-umgestaltung

Imagine

6. Mai 2022 13:53

1/2

@anatol broder  5. Mai 2022 22:03
„auch @ imagine glaubt, «es könne eine von gesellschaftlichen verpflichtungen bereinigte entwicklung geben» (ahrbeck). seine zukunftsvision basiert auf selbstlosen weil vollautomatischen erfüllungsgehilfen. ein wirtschaftssystem wäre nur eine phase auf dem weg in diese utopie (der richtige sozialismus)“

Reine Projektion!

Denn das Gegenteil ist der Fall.

Allerdings  ist diese auf Glauben und Dogmatismus basierende Projektion heute nicht mehr diskursiv auflösbar, weil in dieser eindimensionalen Gesellschaft keine Fähigkeit zur Metakommunikation entwickelt wird, welche Voraussetzung für einen gelingenden Diskurs ist:

Man redet über Marx, die Kritische Theorie etc., ohne jemals diese Theorien richtig studiert und verstanden zu haben. Daher bleibt alles Projektion, verbunden mit einer Freund-Feind-Psychologie, welche zu Lagerbildungen führt und die Vertreter kontroverser Positionen als Feinde behandelt.

In dieser Hinsicht sind heutige Linke und Rechte sich viel ähnlicher, als sie es wahrnehmen wollen. Auch der maoistische KBW wollte einen „Sieg im Volkskrieg“.

In den 60er Jahren haben z.B. Adorno und Gehlen in wertschätzender Weise miteinander wissenschaftliche Streitgespräche geführt.

Adorno und Marcuse waren viel konservativer und bürgerlicher ausgerichtet, als sich dies heutige Rechte vorstellen können.

Imagine

6. Mai 2022 13:54

2/2

Woher sollten Rechte dies auch wissen? Für diese sind und waren kapitalismuskritische Theorien Feindliteratur. Das hat sich nicht geändert, auch wenn von vereinzelten Rechten vor 5 Jahren aufgefordert wurde, Marx et al. zu studieren.

Eine wissenschaftlich fundierte Kapitalismuskritik ist auf Seiten der Rechten nach wie vor nicht zu finden. Beim Gros der heutigen Linken auch nicht mehr.

Daher wissen sie auch nicht, dass eine zentrale Kritik am Kapitalismus ist, dass die Funktionslogik dieses Systems die Menschen zu „selbstlosen weil vollautomatischen erfüllungsgehilfen“ macht.

Pohrt thematisierte in seinem Hauptwerk, dass und warum die Menschen durch das Wirtschaftssystem immer mehr ihren Todfeinden, den Insekten, ähnlicher werden und die Individuen wie in einem Termitenstaat funktionieren. Sie verhalten sich als (hoch)spezialisierte Rädchen in der Megamaschine und sind unfähig, ein kritisches und reflektiertes Bewusstsein über die Funktionsweise des gesellschaftlichen Ganzen zu entwickeln. Bourdieu hat in „Das Elend der Welt“ die empirischen Belege dazu geliefert.

Das System wird zum Subjekt und die Menschen sind ohnmächtige und bewusstlose Objekte darin, unfähig das gesellschaftliche Ganze zu begreifen und bewusst zu gestalten.

Heinrich Loewe

6. Mai 2022 15:56

OT: Alice Schwarzer vs. Agnes Strack-Zimmermann. Frau Kositza, bitte übernehmen...

Laurenz

7. Mai 2022 00:31

@Imagine

Adorno und Gehlen

würden heute aus jeder Uni fliegen. 

@Anatol Border (wie auch indirekt @Volksdeutscher @Eo)

hatte das ganz richtig beurteilt. Sie glauben daran, daß Ratio als Grundlage von Politik dienen könnte, ja müßte. Auch Sie wollen, im marxistischen Sinne, den Menschen umerziehen, was selbst jetzt mit einem Aufwand von vielen Milliarden nur schlecht bis gar nicht funktioniert. Sie haben in Ihrer Antwort an @Anatol Broder nichts Überzeugendes für uns hinterlassen. Gerade diejenigen, die vordergründig Ihre Werte vertreten, zeigen sich seit Jahrtausenden für alles Eklige im Menschsein anfällig.

Maiordomus

7. Mai 2022 09:19

@Franz Bettinger. Obwohl ich keineswegs Anhänger von Hegel bin, ziehe sogar als Geschichtsphilosophen Schelling vor, der dem Primat des Erzählens huldigte, fallen Sie und andere hinter die wirklichen Errungenschaften Hegels betr. die "Vernunft in der Geschichte" bzw. die Frage nach Plan und Plänen zurück. Die Geschichte hat kein personales Subjekt, von dem sie wirklich gemacht würde, so wie Marx und Engels die Welt nur so weit verändert haben, als sie dieselbe interpretierten (würde vermutlich auch @imagine bestätigen). So scheint mir ihr Geschwätz von einem "Grossen Plan" wirklich Geschwätz zu sein. Es gab weder einen marxistischen noch jüdischen noch freimaurerischen noch sonstigen "Grossen Plan", zu schweigen vom Schwab in Davos, in dessen Hauptquartier ich auch schon gesprochen habe, aber glücklicherweise nicht als Gast des WEF. Eher schon ging es mir um Vermutungen betr. Steinkreise in Graubünden nach dem Motto. Was kann man im modernen Tourismus noch entdecken? Geschichte ist ein Prozess der System-Individualisierung, man erzählt immer wieder die Geschichte vom Grossvater, wie er vermeintlich "die Grossmutter nahm". Wer wen "nahm", steht historisch selten eindeutig fest.

RMH

7. Mai 2022 10:41

@Imagine,

na, ganz so einseitig ist es nicht, wie Sie die Rechte darstellen. Es gab und gibt genug, die sich bei der Linken bei ihren gesellschaftskritischen Analysen bedienen, was dann ja auch zu Hufeisentheorien und Ähnlichem geführt hat, also der These, dass sich Linke und Rechte "berühren" würden oder in ihren Extremen nahe liegen würden. Das mag bei Links- und Rechtshegelianern (wobei das, was heute unter "Rechtshegelianern" landläufig verstanden wird, mit den eigentlichen Rechts- oder besser Althegelianern oft wenig zu tun hat) und anderen Fortschrittlern ggf. der Fall sein, aber bei Konservativen, die bspw. in der Tradition der Reaktion auf 1789 stehen, werden die Gemeinsamkeiten schon klar geringer. Worauf nach meiner Interpretation a. broder anspielt, ist doch eher der Punkt der Kritik an dialektischen Gesellschaftsabläufen, so als ob Gesellschaft sich nach klaren Ursache-Wirkungs-Schemas, These, Antithese etc. entwickeln würde, bei denen man daher bereits heute einen Zustand der Zukunft sicher vorhersagen können würde (was bei Marx der Fall ist). Linke neigen aufgrund ihres Instrumentenkastens an gesellschaftskritischer Analyse leicht zu einer Art Hybris beim Blick in die gesellschaftliche "Glaskugel". Der Rechte ist bei Prognosen in die Zukunft deutlich vorsichtiger.

Gustav

7. Mai 2022 12:09

@ Imagine

"Eine wissenschaftlich fundierte Kapitalismuskritik ist auf Seiten der Rechten nach wie vor nicht zu finden."

Unbelesene können das wohl behaupten, es wird dadurch aber nicht wahr. (...)

Friederich List, Gustav von Schmoller, Werner Sombart? Schon mal gehört?

In Deutschland beherrschte seit der Reichsgründung 1871 die Historische Schule die Universitäten bis zur Niederlage im Ersten Weltkrieg und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie durch die Angloamerikaner völlig ausgelöscht. Die deutsche Historische Schule war der Ansicht, dass nicht der Modellbau und die Zirkelschlüsse aus den Annahmen über Gesetze der Ökonomie das ökonomische Denken bestimmen dürften, sondern die auf historische und gesellschaftliche Untersuchungen gestützte Beschreibung der tatsächlichen Vorgänge und Zusammenhänge.

Das scheint auf den ersten Blick ganz vernünftig, bringt aber auf jeden weiteren Blick zum Beispiel geldpolitisch verursachte Wirtschaftskrisen in den Mittelpunkt der interessierten Betrachtung und deren Ursachen und Hintergründe an die breite Öffentlichkeit.

Um das zu verhindern, tauchten dann ihre Säuligenheiligen auf, deren zerstörerische Wirkungen in der Frankfurter Schule kumulierten.

 

Niekisch

7. Mai 2022 18:35

"Die Geschichte hat kein personales Subjekt, von dem sie wirklich gemacht würde."

@ Maiordomus 7.5. 09:19: Aber handelten nicht einzelne Personen und Personengemeinschaften über längere Zeiträume zielgerichtet mit geschichtlicher Wirksamkeit als "Macher von Geschichte"?

"Wer wen "nahm", steht historisch selten eindeutig fest."

 ...Und wenn es ausnahmsweise wirklich feststeht, ist nicht des öfteren ungeklärt, warum und unter welchen Umständen genommen wurde?

Gracchus

7. Mai 2022 20:56

Da, @Maiordomus, machen Sie ja ein Fass auf. Ist nicht Gott das personale Subjekt der Geschichte? Und der werdende Mensch, soweit er seine personale Verantwortung wahrnimmt und seine schöpferischen Kräfte entfaltet? Oder ist Geschichte ein sinnloser Prozess? Falls das so wäre, ergibt das Erzählen von Geschichten keinen Sinn. Was man beispielsweise bei dem weltkriegsgeprägten Autor wie Claude Simon sehen kann, der sozusagen von der Unmögklichkeit erzählt, noch eine kohärente Geschichte erzählen zu können; Geschichte zersplittert im Großen wie im Kleinen. 

Franz Bettingers Frage bewegt mich nicht - es mag einen großen Plan geben, aber die Akteure ziehen längst nicht an einem Strang. Viele verhalten sich zudem idiotisch. Putin wird vom WEF geächtet. Alles Inszenierung? Für einen Hindu oder Buddhisten ist diese Vorstellung selbstverständlich.

Kurativ

7. Mai 2022 21:02

"Gerechtigkeit soll sich verkürzend einfach als Gleichheit verstehen"(!)

Gerechtigkeit ist ein subjektives Gefühl, welches die eigene körperhafte Gefügtheit im umgebenden Raum bewertet. Verteilungsgerechtigkeit ist dem gegenüber der Versuch einer objektiven mathematischen Bewertung.

Rasse, Geschlecht und biographische Entwicklung lassen sich (rückwirkend) nicht ändern. Eine Nivellierung könnte aus deren Sicht genauso gut als "Un-Gerecht" bewertet werden.

Die sexuelle Orientierung, bzw die Einstellung zum eigenen Körper kann man ändern. Das ist zumindest meine Meinung. Bei der "sexuelle Orientierung" geht es um das innere Gefühl der Geborgenheit. Gerechtigkeit ist zu kognitiv für die Phänomene in diesem Bereicht

Laurenz

7. Mai 2022 22:12

@Kurativ

Die sexuelle Orientierung, bzw die Einstellung zum eigenen Körper kann man ändern. Das ist zumindest meine Meinung. Bei der "sexuelle Orientierung" geht es um das innere Gefühl der Geborgenheit.

Ist das von der Natur so vorgesehen? Die Natur ist weder perfekt, noch barmherzig. Abnormität sexueller Fokussierung tut erst mal keinem weh, aber faktisch ist sie nichts anderes als das, was die Industrie als Produktionsfehler beschreibt. Fehlerhafte Motorblöcke werden einfach wieder eingeschmolzen. Wir dürfen menschlich bleiben, aber das Abnorme bringt uns auch nicht weiter. Die Natur kehrt sich einen feuchten Kehricht um das Individuum.

Imagine

8. Mai 2022 01:47

@Gustav   7. Mai 2022 12:09

Realistische Kapitalismuskritik, welche den aktuellen Zustand der Gesellschaft zutreffend erfasst, findet sich bei Robert Kurz  im „Schwarzbuch Kapitalismus“ :

„Die Ultima ratio von Vernichtung und Selbstvernichtung ist das erste und das letzte Wort des Kapitalismus. Eine »Apokalypse« ist das nur bedingt zu nennen. Denn in den religiösen und mythischen Vorstellungen vom Weltzusammenbruch war immer auch die Verheißung einer anderen, verjüngten Welt enthalten. In diesem Sinne sind aber die Prediger des ökonomischen Terrorsystems von »Marktwirtschaft und Demokratie« trotz der unbewältigbaren Weltkrise dieser Produktions- und Lebensweise noch nicht einmal mehr apokalyptisch. Der »biopolitische« Zeitgeist der verwilderten Hasskonkurrenz erscheint als Spengler redivivus; und die neoliberal vermittelte Ragnarök könnte gelingen als »molekulare« endemische Zerstörung der menschlichen Gesellschaft überhaupt. Das Credo des Kapitalismus, dieser zum totalen Weltsystem objektivierten größten Untergangssekte aller Zeiten, lautet: Nach dieser soll keine andere Welt mehr kommen.“

Maiordomus

8. Mai 2022 07:48

@Gott, das personale Subjekt der Geschichte? Eben dies war der pantheisierende Hegel, de dann am Ende, zur Empörung Nietzsches, siehe Zarathustra, den Staat vergottete. Auch die ganze Sache mit der "Sinnfrage" einer ontologisierenden Geschichtsphilosophie, hier der historische Materialismus inbegriffen, führt nicht nur ins Leere, sondern hat den logischen Charakter eines hölzernen Eisens, wobei freilich Holz selbstverständlich Eisenbestandteile enthalten kann. "Das Elend des Historizismus" von Popper ist trotz trefflicher Argumente für die Fragestelljungen nicht ausreichend. Für die Analytik und Pragmatik der Geschichte brachte eigentlich der ostfriesische Lokalhistoriker Wilhelm Schapp mehr und Genaueres, wie Lübbe in seinem wichtigsten Buch zum Thema, "Geschichtsbegriff und Geschichtsinteresse", 2. Auflage, Schwabe 2012, dargetan hat. Und noch zur angeblichen Sinnfrage, vgl. den in "Winter in Wien" zur Skepsis als wahrer Geschichtsphilosophie und Geschichtstheologie zurückfindende kierkegaardische Reinhold Schneider (1958): "Christus ist nicht der Ordner der Welt. Er ist unsere tödliche Freiheit."  Wobei etwa Mystiker wie Eckhart u. Klaus v. Flüe anstelle von "Christus" schlicht im Sinne der theologia negativa von "Gott" sprachen. Usw.  

RMH

8. Mai 2022 10:46

"es mag einen großen Plan geben, aber die Akteure ziehen längst nicht an einem Strang. Viele verhalten sich zudem idiotisch."

im Moment läuft vieles zu Gunsten der USA - aber auch die werden, wenn es so weiter läuft wie bisher, ihren Stellvertreterkrieg aufs Auge gedrückt bekommen und zwar mit dem Iran. Russland soll sich aktuell weitestgehend aus Syrien zurückziehen und seine dortigen Basen dem Iran übergeben. Damit ist die Konfrontation Israel-Iran greifbar geworden, wobei dann die USA sich nicht mehr im Hintergrund halten können. Der Iran wird ebenso wie die Ukraine nicht in einem schnellen Krieg besiegt werden können. Und wenn beide Großmächte gerade alle Hände voll zu tun haben, könnte China dann ggf. doch versuchen, sich Taiwan zu holen. Das wird noch stürmisch werden, in diesem Jahr. Vorteil China, aber die wissen eben, was List ist (auf bayerisch würde man das nicht als List, sondern als "hinterfotzig" und auf deutsch als "link" bezeichnen).

36 Strategeme – Wikipedia

Laurenz

8. Mai 2022 11:18

@RMH

Wieso sollten Sich die Russen aus Syrien zurückziehen? Bietet Syrien doch indirekte Kontrolle & Gleichgewicht über die lokalen Mächte Israel & Iran. Und Assad, der Teil des schiitischen Halbmonds darstellt, ist den Russen wesentlich lieber, als die Mullahs. Rußland war schon einige Male in Persien einmarschiert, das letzte Mal war es Stalin gemeinsam mit den Briten, 1941. Persien hat einen Südmeerzugang, unbezahlbar für Rußland. Für die USA läuft es zwar besser als für Europa, aber immer noch beschissen. Der Ukraine-Konflikt & die bescheuerten Reaktionen der USA stellen den Petro-$ grundsätzlich in Frage, auf dem die gesamte Macht der USA beruht. Dieser Vorgang ist so einschneidend, daß er quasi auch nicht mehr umkehrbar ist. Das ist der Anfang vom Ende des Westens, wie wir ihn kennen.

@Imagine @Gustav

"Kapitalismuskritik"

Von welchem Kapitalismus schreiben Sie? Es gibt zwar noch Märkte, aber die wichtigsten, wie zB der Zinsmarkt, wurden in Europa doch weitestgehend abgeschafft. Bei einer Staatsquote von über 50% ist Ihr Kapitalismus doch nur noch ein kleines Strohfeuer.

Niekisch

8. Mai 2022 12:04

"Ist nicht Gott das personale Subjekt der Geschichte?"

@ Gracchus 7.5. 20:56: Ach, wir Menschen mit unseren anthropotrophen Vorstellungen...Da hat Gott wunderbar fein abgestimmte kosmotische Systeme geschöpft mit Sonnen, die dem Zugriff des kosmosfeindlichsten Wesen im Kosmos, des Menschen, vollkommen entzogen sind. Soll er dann ein Wesen geschaffen haben, daß sich über eben diesen Schöpfergott erhebt, indem er ihm eine Stellung im Weltgeschehen zuweist? 

Wir Menschen waren, sind und bleiben die extremsten Wesen, besser der Erde verwiesen, damit sie ihre Ruhe findet...

Kurativ

8. Mai 2022 12:11

@ Laurenz  7. Mai 2022 22:12

"Ist das von der Natur so vorgesehen?"

Genealogisch-nietzscherianisch könnte man das so sehen. Man macht es sich aber etwas einfach. Denn diese Abweichungen können nicht im Konstruktionsplan des Menschen (DNA) codiert sein. In welchen Genabschnitten soll das auch codiert sein?

Aus meiner Sicht ist das Software (also Motorsteuergerät). Und die lässt sich umprogrammieren (Chip-Tuning). Was man ja gerade auch versucht. Nur leider in die falsche Richtung...

Volksdeutscher

8. Mai 2022 13:11

1. Von Herrn Bosselmann gestellte Frage, ob alle weißen Männer Rassisten sein, finde ich irgendwie falsch herum gestellt. Dies berührt natürlich nicht die von ihm beschriebene Phänomene an Schulen und in anderen öffentlichen Bereichen. Aber sie hört sich so an, als wäre sie für einen rechten, intellektuellen, weißen Mann von schickalsentscheidender Bedeutung, um deren Beantwortung er nicht herumkommen könne. Sie hat auch einen leicht zwanghaften Unterton, als müßte er unter Beweis stellen, daß er kein Rassist sei und auch nicht zu einem solchen Kreis gehöre, der (nach wessen Definition und Dafürhalten auch immer) Rassisten beherberge, ehe er sich mit Karriereabsichten in Bereichen Kultur oder Politik befasse.

Volksdeutscher

8. Mai 2022 13:14

2. Die Beschäftigung mit der Frage ist meines Erachtens eine Scheinnotwendigkeit. Man müßte zunächst mal definieren: 1. ob es tatsächlich Rassismus gibt, wenn ja, 2. woran er sich in Wort und Tat ausmacht. Und dann ist da noch eine weitere, nicht unwichtige Frage zu klären: Wer ist die zuverlässige, allgemein anerkannte Autorität in der Beantwortung der Frage, was Rassismus und wer Rassist ist? Aus meinem Mißtrauen gegenüber der Scheinproblematik entstand in mir die Frage: Warum soll das Phänomen (ob es dafür eine Entsprechung in der Wirklichkeit gibt oder nicht) für die intellektuelle Beschäftigung dermaßen wichtig sein?  Gelte ich als Rassist, wenn ich meinen weißen Nachbarn für häßlich, dumm, animalisch, gefährlich und primitiv halte? Oder nur dann, wenn meine Bezeichnung einem "Schwarzen" oder "Gelben" gilt? Ich hätte da aber auch eine andere Frage: Warum muß man denn Rassismus (oder "Rassismus") verurteilen? Und wenn man "muß": Wem und zu welchem Zweck will man damit gefallen, wenn man weiß, daß der Vorwurf des Rassismus eine vom linken Poseur vorgetragene Posse ist?

Volksdeutscher

8. Mai 2022 13:17

3. Seit ewigen Zeiten leben die menschlichen Rassen nebeneinander, ließen Beziehungen unterschiedlichster Natur zwischeneinander entstehen und sie wieder lösen, entwickelten Sympathie füreinander oder Antipathie gegeneinander. Aber es ist aus der geschriebenen Geschichte nicht bekannt, daß eine bestimmte Gruppe für die restliche Gruppe der Gesellschaft zur Vorschrift erhoben hätte, eine andere Rasse, als die eigene zu achten, zu lieben und anzubeten, und auch nicht, daß sie die Abneigung, Haß oder gar Verachtung gegen andere Rassen unter Strafe gestellt hätte. Dieses Phänomen kennen wir nur von unseren Linken in unserer weißen Zivilisation. Wir können auf jeden Fall sagen, daß dies bis in die Neuzeit auch bei uns nicht existierte. Vielleicht begann das Übel mit Russeau. Aber wer erfand den Begriff Rassismus? Wo wurde er eingesetzt? Und zu welchem Zweck? Meines Wissens war Lew Davidowitsch Bronstein der Erfinder des Begriffs Rassismus. Noch Fragen?

Volksdeutscher

8. Mai 2022 13:20

4. Wir sind gefangen in der linksliberalen, wenn nicht gar bolschewistischen Matrix, die sich sowohl auch auf den Wortgebrauch, als auch die Beschäftigung mit einschlägigen Themen erstreckt. So ein Thema ist das des "Rassismus" und die Frage danach, was er sei oder nicht sei. Fragen dieser Sorte sind wie übergeworfene Netze: je mehr wir uns daraus zu befreien versuchen, je mehr wir uns gegen Vorwürfe wehren, umso mehr verheddern wir uns darin. Das wird vom politischen Feind als Betroffenheit betrachtet und bewertet. In diesem Sinne: Nicht Begriffe wie "Rassismus", "Antisemitismus", "Antiziganismus" verursachen Probleme, sondern erst die Beschäftigung mit ihnen. Wer über den Hintergrund der Entstehung solcher Begriffe weiß, der weiß auch wozu sie entstanden und eingesetzt wurden/werden. Den Gordischen Knoten versucht man nicht zu lösen. Man schlägt ihn durch.

Imagine

8. Mai 2022 13:48

@RMH    8. Mai 2022 10:46
„Vorteil China, aber die wissen eben, was List ist (auf bayerisch würde man das nicht als List, sondern als "hinterfotzig" und auf deutsch als "link" bezeichnen).“

Wenn ein militärisch völlig unterlegenes Volk, das technologisch auf dem Stand eines rückständigen, von Krisen und Hungerkatastrophen gekennzeichnetem Entwicklungslands ist, gegen die imperialistische Übermacht einen Weg findet, eine in der Weltgeschichte einmalige gesellschaftliche Entwicklung zu einer Weltmacht zu machen, dann wird ein neutraler Beobachter die Intelligenz und patriotische Moral der Führung dieses Volkes bewundern.

Und gäbe es in Deutschland auch nur ansatzweise diese Intelligenz und patriotische Moral, dann wären die Einstellung und das Verhalten gegenüber China ganz anders.

 

Maiordomus

8. Mai 2022 14:17

@RMH. Zu den 36 Strategemen hat mein vielleicht klügster Studienkollege überhaupt, der Sinologe Harro von Senger, eine für die westliche Leserschaft eingängige Darstellung verfasst, siehe auch noch Sengers Buch in der Edition Suhrkamp "Die List", ebenfalls aus chinesischer Sicht, Traf den Gelehrten wieder bei einer Filmpremiere in Einsiedeln betr. ein bedeutendes Leinwand-Opus über alpine Landschaften. Sich mit ihm 10 Minuten über obige Thematik unterhalten bringt mehr als zehn Stunden im Netz herumsurfen.

@Korr zu MD oben; Ja, Hegel, d e r den Staat vergottete, und dessen Deutung der sog. Pläne Gottes im angeblich nicht hinterfragbaren Satz gipfelte, dass "es in der Weltgeschichte vernünftig zugegangen" sei, womit er aber nicht die Vernunft der Täter, sondern die eines transzendentalen Subjektes meinte. 

Beim von mir noch gelobten Schelling verweise ich auf das eher späte Werk "Die Weltalter", welches man von der Substanz her mit der Popperschen Kritik am "Elend des Historizismus" nicht einfangen kann. Übrigens tragen @Bosselmanns Artikel häufig, nicht immer, zu einer gepflegten, mithin biertischtranszendenten kultivieren Debatte bei; Gesinnungspredigt steht, wie heute,  nicht im Vordergrund.

 

Gracchus

8. Mai 2022 14:29

@Maiordomus: Das ist ja nicht nur Hegel, sondern gehört, wenn auch anders, zum Glaubensgut von Juden, Christen und Muslimen. 

Worauf ich mit der Sinnfrage aber abzielte: Ich kenne nur Geschichten mit personalen Akteuren - auch wenn diese gegen die Widrigkeiten des Schicksals, der Götter oder der Gesellschaft oder ihrer eigenen Neurosen ankämpfen -, und das Erzählen von Geschichte(n) hat u. a. sinnstiftende Funktion (die im modernen Roman nicht mehr so einfach erfüllt wird).  (Die politische Propaganda macht aktuell sehr regen Gebrauch davon). Wenn Sie aber beides abstreiten - was ja sehr gut möglich ist -, wozu oder weshalb erzählt man sich Geschichte(n)? Welchen Sinn hat dann Ihr Geschichtsbegriff?

 

Pit

8. Mai 2022 14:35

Gleichheit... all diese Probleme sind mit einem social-credit-System lösbar, d.h. ein System universeller gegenseitiger Bewertung. Dann kann jeder sofort ablesen, wieviel er mit jemand zu tun hat / zu tun haben will; so können sich Gemeinschaften bilden.
Man beachte, daß wir verstehen müssen, daß ein social-credit-System keineswegs etwas Schlechtes ist. Es ist nichts anderes als der Leumund, der gute Name; die Bewertung bei ebay, der credit score. Nicht ein social-credit-System ist schlecht, sondern ein social-credit-System in der Hand der Diktatur ! Auf Freiwilligkeitsbasis ist es nicht etwas Schlechtes. Libertarismus siegt.
Und in diesem Sinne sage ich: wo ist denn Gender-Sch**** ein Problem? Keiner will ja so leben. Kein Junge will schwul sein. Jeder will maskulin sein. Mädchen wollen attraktiv sein, sie wollen Kindern haben, von maskulinen Männern. Wo ist da denn überhaupt ein Problem? Die Leute entscheiden frei, die Welt wird gut. Die Diktatoren versauen es. Aber das wird nicht verstanden, man schlägt den Sack und meint den Esel.

Da ich noch ein paar Zeichen frei habe, noch zum Thema "Schwarze" und weiße Frauen: gebt uns die freie Entscheidung, und es gibt kein Problem:
https://counter-currents.com/2022/03/free-speech-vs-the-great-replacement
wenn ich recht verstehe: 94% aller Amerikaner reagieren mit Ekel auf Bilder von gemischtrassigen Paaren.
Auch hier wieder: es möge Freiheit zur Selbstbestimmung walten. Libertarismus siegt.

Kurativ

8. Mai 2022 15:25

"Transhumanismus"

Ich glaube nicht, dass man Menschen mit einer Sonde im Gehirn steuern kann. Ein anderer Weg könnte über das Hormonsystem gehen (z.B. über regelmäßige Impfungen). Dieses beeinflusst den Menschen dann im Hintergrund über Stimmungen.

Gracchus

8. Mai 2022 15:48

@RMH: Ich hatte FB so verstanden, dass er meint, alles sei eine große Verschwörungssause, ausgeheckt vom WEF, und Putin handele bewusst im Sinne des Großen Plans, indem er die Ukraine angegriffen hat. Dafür habe ich keine Anhaltspunkte.

Es mag für die USA derzeit gut laufen. Aber wenn es Russland zusammen mit anderen Staaten gelingt, ein alternatives Zahlungssystem zum Petro-Dollar zu etablieren? Es mag auch für die USA strategisch sinnvoll sein, die Verbindungen Europas, insbesondere Deutschlands, zu Russland zu kappen. Aber ist es noch sinnvoll, seine Verbündeten derart zu schwächen. 

Mit Blick auf Migration, Afghanistan und das postfaktische "Pandemie"-Management habe ich Zweifel an den strategischen Fähigkeiten des Werte-Westens. 

Gustav

8. Mai 2022 17:31

@ imagine

Kapitalismus ist nur die sozio-ökonomische Wirklichkeit eines realistischen und wahrhaft „humanen” Menschengebildes – mit allen Stärken und Schwächen, welche die Menschen nun einmal haben. Er ist – wie ein kluger Kopf gesagt hat – die „schlechteste aller Ordnungen – mit Ausnahme aller anderen”. Kapitalismus als Nicht-Idee ist die den Menschen und ihrer Welt einzig angemessene Ordnung, weil alle aus Ideen geborenen Ordnungen Idealgebilde sind – und somit unmenschlich! Es ist eines der tiefen Geheimnisse des Sozialismus (und natürlich auch des Marxismus), daß er eine widernatürliche, unrealistische, den Menschen, wie er leibt und lebt, verachtende – oder schlicht: eine Idee ist. Nur um diese Idee gegen die Biologie der menschlichen Rasse und gegen die Natur aller Schöpfung durch zusetzen, braucht man die selbsternannten Vordenker der Menschheitsbeglückung. Darum die innige Hochzeit zwischen Sozialismus und Intellektuellen weltweit. Und weil dieses scheinheilige Heer der Lüge angetreten ist, ihre Thesen und Wahn-Ideale gegen alle wahre Humanität und gegen das Leben durchzusetzen: deshalb sind sie die Feinde des Lebens – und deshalb ist Sozialismus Tod. ff

 

 

 

Gustav

8. Mai 2022 17:32

@ imagine

Deshalb ist Sozialismus niemals ein Traumbild des Volkes oder der Massen gewesen, sondern immer und überall eine defäkatorische Kopfgeburt der Viertel-, Halb- und Dreiviertel-Intelligenzia.

Die größte Untergangssekte aller Zeiten ist nicht der Kapitalismus, sondern die ihn zerstörenden Finanzkapitalisten samt ihren nützlichen Idioten, bestehend aus Sozialisten, Maoisten und Kommunisten.

identitaer

8. Mai 2022 18:54

Sehr faszinierendes Artikel über ein interessantes Buch.

Ich frage mich echt wo das ganze noch hingeht mit diesem vulgären Sozialismus der immer Gleichheit krakeelt aber immer mehr Ungleichheit gerade für die gehassten alten weißen Männer schafft sowie unsere gesamte Vergangenheit der westlichen Kultur unter Anklage stellt.

identitaer

8. Mai 2022 19:01

Es ist wirklich eine Schande wie man sieht was aus der westlichen Kultur geworden ist, die ihre eigenen Grundlagen zu Schanden machen. Toller Artikel und interessantes Buch, das mal wieder aufklärt über diesen feindlichen Zerstörungswahn die die linke vulgär sozialistisch führt.

Allnichts

8. Mai 2022 20:32

Volksdeutscher:

Vollkommen richtig. Das Bemühen, auf keinen Fall als Rassist, Völkischer, Nationalsozialist, Menschenfeind, Antidemokrat, Sexist oder was auch immer zu gelten, wirkt oft traurig und mitunter würdelos. Manches davon mag zutreffen, manches mag nicht zutreffen, vielleicht auch nichts oder gar alles. Der entscheidende Punkt ist, dass es auf der politischen und oftmals auch auf der persönlichen Ebene keinen Grund dafür gibt, sich dahingehend zu rechtfertigen oder zu erklären, erst recht nicht gegenüber irgendwelchen volksfeindlichen Subjekten. Noch dazu ist es ein Kampf, der ohne nahezu komplette Übernahme der Gegenpositionen ohnehin nicht gewonnen werden kann, da nichts anderes als ausreichend akzeptiert wird.

Ein stärkeres Selbstbewusstsein und die Hinnahme der Tatsache, dass es immer Menschen mit absolut gegensätzlichen Ansichten geben wird und sich nicht jeder überzeugen lässt, wäre hier ratsamer als dieses ständige Unterwerfungsverhalten.

Imagine

8. Mai 2022 21:38

@Maiordomus   8. Mai 2022 14:17
Sich mit ihm [Harro von Senger] 10 Minuten über obige Thematik unterhalten bringt mehr als zehn Stunden im Netz herumsurfen.“

Kommt natürlich darauf an, womit man sich im Netz befasst. Von H.v.S. gibt es dort viele, außerordentlich interessante Texte über China, von denen die meisten, die hier ihre massenmedial geprägten Vorurteile und Projektionen äußern, nicht einen blassen Schimmer haben. Habe selbst von H.v.S. viel über China gelernt. So über das Rechtssystem in China und über die Besonderheiten des „Sinomarxismus“, ein Begriff, den H.v.S. prägte.

Überhaupt zeigt sich bei der wissenschaftlich seriösen Befassung – nicht nur bei H.v.S. - ein völlig anderes Bild von China und der Welt als in der massenmedialen Darstellung und den Diskussionen hier. Werde daher den Diskurs in einem anderen Kontext führen.

 

Volksdeutscher

8. Mai 2022 22:02

@Allnichts - "Ein stärkeres Selbstbewusstsein und die Hinnahme der Tatsache, dass es immer Menschen mit absolut gegensätzlichen Ansichten geben wird und sich nicht jeder überzeugen lässt, wäre hier ratsamer als dieses ständige Unterwerfungsverhalten."

Das ist ein Satz, der es in sich hat. Der politische Feind schmeißt permanent mit Keulen um sich herum: Rassisten-Keule, Antisemiten-Keule, Nazi-Keule, weil er bekanntlich weder Argumente hat noch an Argumenten interessiert ist. Wenn man dies aber weiß - und das wissen auch die Autoren auf SiN - könnte man seine Vorwürfe getrost ignorieren. Leider ist dieses Verhalten in Deutschland sehr stark ausgeprägt, vielleicht ist es eine Folge der alliierten und selbstauferlegten Umerziehung und die daraus resultierende Persönlichkeitsstörung. Wie frei ist jemand, der sich einen freien Geist nennt und der sich erst von einer Unterstellung befreien muß, um in den Augen seines Gegners als frei zu gelten und der, ehe er eine Behauptung aufstellt, zuerst einmal Pflichtrunden der Entschuldigung zur Aufwärmung laufen muß, um nur auf gar keinen Fall mißverstanden zu werden?

Noch ein Hesse

9. Mai 2022 09:13

@Pit: "wo ist denn Gender-Sch**** ein Problem? Keiner will ja so leben. Kein Junge will schwul sein. Jeder will maskulin sein. Mädchen wollen attraktiv sein, sie wollen Kindern haben, von maskulinen Männern." Schön wär`s, als Psychotherapeut muss ich Ihnen allerdings leider widersprechen. Junge Männer (ohne Migrationshintergrund ...) verstehen sich zu einem nicht geringen Teil als Feministen und reagieren auf den Vorschlag, sich mal mit dem Thema Männlichkeit zu beschäftigen, ähnlich wie auf ein "Sieg Heil!" zur Begrüßung. Und eine wahrscheinlich ähnlich große Gruppe junger Frauen will auch keineswegs attraktiv sein - gucken Sie sich mal die Mädels an, die sich an Bäume ketten oder an Autobahnen festkleben. Und wenn die eins nicht wollen, dann sind das Kinder.

Das ist alles nicht NUR ein Ergebnis ideologischer Indoktrination, die eigene Familienbiographie dürfte der prägendste Faktor bleiben, die Ideologie liefert dann aber die nötige Rechtfertigung für das Ausleben der eigenen Neurosen .... und zwar sehr, sehr effektiv.

Franz Bettinger

9. Mai 2022 09:35

Definitionsversuche: (1) Ein Rassist ist einer, der seine eigene Rasse bevorzugt. Dies tun fast alle Menschen aller Rassen (mit Ausnahme vielleicht von Boris Becker et altera). (2) Ein Rassist ist einer, der glaubt, dass Rassen-Zugehörigkeit im Leben nicht selten eine Rolle spielt, und dass das auch berechtigt ist (z.B. bei der Partnerwahl, vielleicht aber auch bei der Mieter-Wahl). Wer würde diesen banalen Auffassungen widersprechen wollen? 

Maiordomus

9. Mai 2022 11:18

@Imagine. Betrifft: Senger. Ihre begründete Begeisterung für diesen Autor lässt mich insofern schmunzeln, als ich ihn in den Jahren um 1968 in Zürich als Vordenker des damaligen Studentenrings auch in der Eigenschaft als wohl entschiedensten Gegner der linken Eiferer kennen lernte. Senger setzte auch via Urabstimmung den Ausschluss eines allgemeinpolitischen Mandates der verfassten Studentenschaft durch, in der damals Linke und Linksextreme dominierten, auch solche, die Vorlesungen einiger unserer besten Lehrer mit Zwangsboykotten zu belegen trachteten. Dabei fiel jedoch bei Senger auf, dass er die Texte bzw. Klassiker, auf welche die Eiferer sich beriefen, schon damals besser kannte als die selbe. Es gehörte mit zur Bekämpfung des damaligen Gegners, dessen ideologische Grundlagen besser zu kennen als die Schlagwortnachäffer . Und natürlich war er S. von der chinesischen Kulturrevolution begeistert; dafür realisierte er auch das Kleingedruckte nicht nur bei Mao; so wie ich damals z.B. die Abhandlung über die Autorität bei Engels las und mir 1970 Lenins in Zürich getätigte Studien über Heraklit im Winter 1916/17 vergegenwärtigte. Damals belegte ich auch erstmals eine Vorlesung über Klimageschichte, was bei den Linken kein Schwein interessierte.  

Gotlandfahrer

9. Mai 2022 15:06

@imagine

Man redet über Marx, die Kritische Theorie etc., ohne jemals diese Theorien richtig studiert und verstanden zu haben.

Deswegen bat ich um Erläuterung, was konkret an Ideen ungenutzt blieb.  Sie können nicht erwarten, dass man sich durch eine widerlegte Theorienmüllhalde arbeitet, um ihr hermeneutischen Respekt zu zollen, die den zivilisatorischen Errungenschaften der Vergangenheit viel eher gebührt hätte.   Was ich an marxistisch-phantomistischen Äußerungen wahrnehme, sind kursorisch durchstreifte Eiterherde der Welt, wie sie sich uns seit der französischen „Revolution“ zeigt.  Wenn es bei Zeitgenossen wie Ihnen konkret wird, dann in Form von Lobpreisungen der KPC, dessen Nutzviehhaltung sie von einer miesen Selbstoptimierung des roten Sklavenhaltersyndikats in weise patriotische Schachzüge umdeuten, ignorierend, dass das chinesische Volk das Drecksniveau, von dem aus es im großen Sprung nach vorn hüpft und hüpft (einige springen dabei vom Balkon), dem gleichen Verbrechertum verdankt, das ihm heute mit blinkendem Firlefanz Wohlstand vorgaukelt.  Sobald man aber ausspricht, wie mies und beschissen alles Bisherige ist, was Linke jemals zustande gebracht haben, wird sich beleidigt mit „pah, man will uns ja nicht verstehen“ und „Meta-Ebene“ zurückgezogen, nur, um bei nächster Gelegenheit wieder das gleiche Lied von Theorie und Wissenschaft zu pfeifen.  Gott gebe, dass das endlich mal ein Ende hat.

Dietrichs Bern

9. Mai 2022 16:50

@Gotlandfahrer: Danke. Ich spende stehenden Applaus.

Imagine

9. Mai 2022 18:04

@Maiordomus   9. Mai 2022 11:18
„Dabei fiel jedoch bei Senger auf, dass er die Texte bzw. Klassiker, auf welche die Eiferer sich beriefen, schon damals besser kannte als die.“

Häufig waren diese „Eiferer“ jung und aktivistisch, es fehlte ihnen an den erforderlichen theoretischen Grundlagen, so dass ihr Handeln „politisch pubertär“ war. Sehen wir ja auch bei vielen Identitären und ihren Führern.

Harro v. Senger ist gründlich, er recherchiert und analysiert, welche Theorien die Referenzbasis der chinesischen Eliten sind.

Für einen wissenschaftlich gebildeten Menschen ist es klar, dass die Führung eines Staats und die volkswirtschaftliche Rahmensteuerung geeignete Theorien benötigen, ohne die langfristig ein Scheitern von Staat und Ökonomie gewissermaßen vorprogrammiert ist. So wie es dann beim Sowjetkommunismus geschah. Aber auch die kapitalistischen Staaten werden aufgrund ihrer Systemfehler zu „failed States“ werden, weil es kein unendliches Wachstum in einer endlichen Welt geben kann. Das kapitalistische System enthält wie das sowjetkommunistische eine Art „Todestrieb“. Systembedingt kommt es zur Zusammenbruchstendenz und der Herrschaftserhalt ist nur noch auf totalitäre Weise möglich.

Obwohl in der kapitalistischen Welt diese Entwicklung zu „failed States“ inzwischen empirisch evident ist, wollen die meisten dies aber nicht wahrhaben und verhalten sich wie die drei Affen.

anatol broder

9. Mai 2022 18:42

@ imagine 13:53

«reine projektion.»

soll ich jetzt doppelspiegel rufen, um die projektion diskursiv aufzulösen? oder holen wir für eine gelingende metakommunikation lieber unsere ehefrauen?

Maiordomus

9. Mai 2022 19:10

Es ist wohl so, @imagine, dass man ohne gründliche Kenntnisse der Dummheiten im vermeintlich eigenen Lager weder als Konservativer (ich meine deren Repräsentanten in der Aufklärung und deren achtenswerten Traditionen) noch als informierter Linker etwas taugt. Falls ich es noch oben falsch bzw. verkehrt formuliert habe; Senger war natürlich kein Anhänger der Kulturrevolution, sondern generell ein guter Kenner der chinesischen Philosophie, ohne deswegen irgendeine Richtung in fundamentalistischer Absicht aufgreifen zu wollen; und im übrigen eben ein echt aufgeklärter Europäer, auch Kenner der demokratischen Traditionen.  Sein Vater schrieb übrigens als Kultur-Konservativer ein echt intelligentes Buch gegen Le Corbusier und überhaupt gegen die Hauptrichtungen der im ersten Jahrhundertdrittel zur Blüte gelangenden kunstgeschichtlichen Moderne; dass er diesen Kampf verlor, änderte nichts daran, dass die Modernen für der Rezeption über plumpe Reaktionäre hinaus doch auch intelligent argumentierende Gegner "gebrauchen" konnten, wenigstens im Sinn einer wirklich reflektierten kritischen Rezeption.  

Pit

10. Mai 2022 09:50

 an "Noch ein Hesse" 9. Mai 2022 09:13 :
Zunächst: maskulin ist eine Sache, homosexuell eine andere: wieviele Jungen wollen schwul sein? Sie bilden eben sehr wohl alle heterosexuelle Paare.

Aber es betrifft eine wichtige Frage: "rechts" steht ja für Biologie; Biologie sagt klar: Heterosexualität; und: männliche Dominanz wird von Frauen als attraktiv empfunden; und bestimmte weibliche optische Merkmale werden von Männern als attraktiv empfunden, weil sie Fruchtbarkeit anzeigen: warum also sollte "rechts" Ideologien fürchten? Die Natur setze sich doch immer durch

  -> hier lernte ich nun ein interessantes Argument in dem cc-Artikel im angegebenen link: es wird eben die eine biologische Veranlagung gegen die andere ausgespielt. Die andere starke Veranlagung ist der Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit ! Und um zur Gruppe gehören zu dürfen, wird dann ggf. die eigene Biologie verleugnet.

Keine Ahnung, was ich dazu sagen soll. Ich bleibe dabei: Frauen wollen attraktiv sein; siehe Erfahrung in Kibbuzen, wo Mädchen sich ab Pubertät absolut von Jungen separierten. Die Biologie war unschlagbar !
Wie weit man aber die Leute zur Selbstverleugnung treiben kann... das ist eben die offene Frage.

Volksdeutscher

10. Mai 2022 12:24

@Franz Bettinger

Auch ich versuche mal mein Glück mit einer "Definition" dessen, was "man" Rassismus nennt, aber diese Mal in einem leichteren Stil.

"China gehört den Chinesen, sagen die Chinesen. Afrika gehört den Negern, sagen die Neger. Europa gehört den Weißen, sagen die Rassisten."

Gotlandfahrer

10. Mai 2022 15:29

Herr Bosselmann möge mir verzeihen, da dies nur auf den zweiten Blick etwas mit seinem Artikel zu tun hat (hat es trotzdem schon), aber das hier darf nicht unerwähnt bleiben:

https://taz.de/Vom-Kult-des-Sieges-zum-Kult-des-Krieges/!5851531/

Auf Telegram bereits vermemet, sollte es Eingang in den echtzeitgenössischen Diskurs finden.

Noch ein Hesse

10. Mai 2022 17:41

@Pit (10. 05., 09:50h): Im Großen und Ganzen will ich das ja auch so sehen, allerdings ist es wohl eben doch so, dass der Mensch die eine Spezies ist, bei der sich Ideologie gegen Biologie durchsetzen KANN.

Man könnte zynisch ergänzen, dass das ja durchaus mit Evolution zu tun hat - die Betroffenene pflanzen sich dann eben nicht fort. Es ist nur schade, dass das Phänomen bisher hauptsächlich Weiße betrifft ....