Wann wird es wieder richtig Winter?

Entzündliche Lage:

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Wann je erleb­ten wir zuletzt ein Jahr, in dem wir von des­sen Mit­te aus kaum sicher abzu­se­hen ver­moch­ten, wie es endet. Gut, das weiß man nie, aber dies­mal dräut apo­ka­lyp­ti­sches Grol­len in der Luft.

Böse Ahnun­gen … – Immer noch bes­ser als trä­ger trü­ge­ri­scher Frie­den. Der Som­mer 1914 etwa war über­aus ange­nehm, wie wir unter ande­rem von Ste­fan Zweig wis­sen. Sel­ten hät­te er „einen erlebt, der üppi­ger, schö­ner, und fast möch­te ich sagen, som­mer­li­cher gewe­sen. Sei­den­blau der Him­mel durch Tage und Tage, weich und doch nicht schwül die Luft, duf­tig und warm die Wie­sen, dun­kel und fül­lig die Wäl­der mit ihrem jun­gen Grün; heu­te noch, wenn ich das Wort Som­mer aus­spre­che, muß ich unwill­kür­lich an jene strah­len­den Juli­ta­ge denken …“

Aber wer von den sport­li­chen Ker­len an der Donau oder am Wann­see oder sonst­wo in der Som­mer­fri­sche 1914 wird geahnt haben, wo ihn der Herbst des Jah­res lie­gen sehen wird?

So dra­ma­tisch soll­te es nicht kom­men; unaus­ge­spro­chen ent­schei­det sich jedoch gegen­wär­tig viel an der Fra­ge, wie man zu fol­gen­dem ein­fa­chen Aus­sa­ge­satz steht: Die Ukrai­ne war und ist Rußland. –

Nicht im direk­ten, aber im erwei­ter­ten Zusam­men­hang damit ringt die Ber­li­ner Repu­blik nun mit ihren jahr­zehn­te­lang gewach­se­nen Illusionen:

Wie soll­te man mit sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gerech­tig­keits­be­grif­fen und lin­ker Fun­da­men­tal­kri­tik an fos­si­len wie radio­ak­ti­ven Ener­gie­trä­gern kurz­fris­tig umsteu­ern in Rich­tung Ein­schrän­kung und Man­gel vor der begin­nen­den Win­ter­rei­se? Wer lan­ge nichts begriff, weil Wün­sche mehr gal­ten als Tat­sa­chen, wird Ent­schei­den­des mit Blick auf Gas- und Strom­rech­nun­gen sofort erken­nen. Die aprio­ri­sche Spra­che der Mathe­ma­tik ist nicht nur in Kri­sen­zei­ten die klarste.

Win­ter­käl­te, das erin­nert bei­na­he anhei­melnd an Pie­ter Brueg­hels „Rück­kehr der Jäger im Schnee“ und „Win­ter­land­schaft mit Eis­läu­fern und Vogel­fal­le“Droht neu­er­lich eine klei­ne Eis­zeit, weil der deut­sche Wohl­stand auf bil­li­gem rus­si­schen Gas und Öl basier­te, deren wei­te­rer Zustrom in Fra­ge steht? Wäh­rend auf dem Grund der Ost­see eine Röh­re liegt, die genutzt wer­den könn­te. Mag sein, sie wird noch genutzt – in der Wei­se, wie Anton Tsche­chow 1904 notierte:

Wenn Sie im ers­ten Akt eine Pis­to­le an die Wand gehängt haben, soll­te sie im fol­gen­den abge­feu­ert wer­den. Andern­falls legen Sie sie nicht dort ab.

Aber so, wie es schon lan­ge kei­ne rich­ti­gen Win­ter mehr gab, gibt es auch kei­ne „rich­ti­gen“ Sozi­al­de­mo­kra­ten, Grü­nen und Libe­ra­len mehr, fin­den sie alle sich doch in einer Par­tei neu­en Typs, einer Art Ein­heits­front für die mora­li­sche Umer­zie­hung einer nach Regie­rungs­maß­ga­be rück­ab­zu­wi­ckeln­den Nati­on versammelt.

Nur ein Bei­spiel: For­der­te heu­te einer öffent­lich den Abriß der Ber­li­ner Sie­ges­säu­le, errich­tet im Zuge der Krie­ge zur deut­schen Reichs­ei­ni­gung, weil er dar­in jetzt ein unzu­mut­ba­res Sym­bol des deut­schen Impe­ria­lis­mus und preu­ßi­schen Mili­ta­ris­mus erken­nen möch­te, wür­de er doch mor­gen alle Ein­heits­par­tei­ler hin­ter sich ver­sam­melt wis­sen – mit dem Effekt, daß die Säu­le noch die­ses Jahr umge­legt würde.

Es wür­de gesche­hen, weil der­zeit alles umge­legt oder umbe­nannt wird, was sich – vom Sarot­ti-Mohr bis bis zu his­to­ri­schen, aber plötz­lich unlieb­sa­men Stra­ßen­na­men – irgend­wie in einen Zusam­men­hang mit Impe­ria­lis­mus, Natio­na­lis­mus, Kolo­nia­lis­mus, Ras­sis­mus usw. usf. kon­stru­ie­ren läßt.

Mich wun­dert, daß von den Lin­ken, Grü­nen, Sozi­al­de­mo­kra­ten und Libe­ra­len der Ein­heits­front für Gerech­tig­keit, Geschichts­be­wäl­ti­gung und Can­cel-Cul­tu­re noch nie­mand dar­auf kam. Jetzt, da doch so gut wie alles aus­ge­räumt wird, was in irgend­ei­ner Ver­bin­dung mit „Schuld“ zu brin­gen ist, also mit jener Geschich­te, die neben aller Schmach nicht zuletzt Stär­ke und Reich­tum des Lan­des eben­so begrün­de­te wie das, was mal für Hoch­kul­tur gehal­ten wurde.

Genau dar­aus sind die gegen­wär­tig angeb­lich wich­ti­gen The­men gemacht: Geschichts­re­vi­si­on, Kul­tur­re­vo­lu­ti­on mit Bil­der­sturm und Umbe­nen­nun­gen, über­haupt Umde­kla­rie­ren des vor Jah­ren noch Natür­lichs­ten, des natür­li­chen Geschlechts beispielsweise.

Teil­wei­se läuft es unfrei­wil­lig komisch: Ohne ihren von den übli­chen Betrof­fen­heits­re­fle­xen beglei­te­ten  Anti­se­mi­tis­mus-Skan­dal, aus­ge­löst von einem Bild, das vor­her nie­man­den inter­es­sier­te, hät­te der „Docu­men­ta Fif­teen“ in Kas­sel über das Feuil­le­ton hin­aus gar kei­ne Auf­merk­sam­keit erregt.

Die Fehl­leis­tung einer Neu­ro­se, auch einer gesell­schaft­li­chen, besteht wesent­lich dar­in, daß man das eigent­lich Not­wen­di­ge nicht zu erle­di­gen ver­mag, weil man die Erfor­der­nis­se dazu selbst ver­drängt, dafür aber Ver­schie­bun­gen in Rich­tung bizar­rer Zwangs­hand­lun­gen vor­nimmt. Eigent­lich müß­te die Nati­on geschützt und geret­tet, min­des­tens sta­bi­li­siert wer­den, aber wäh­rend dies Vor­dring­li­che angst­be­setzt ver­mie­den wird, arbei­tet man mit um so gestei­ger­te­rem Enga­ge­ment und in ner­vö­ser Ver­zet­te­lung an irr­sin­ni­gen The­men. Die Phra­se ersetzt dabei die kla­re Rede, das Als-ob die Wirk­lich­keit, der Tick und die Marot­te das not­wen­di­ge und sinn­vol­le Handeln.

Viel­leicht wäre es also hilf­reich, wür­de es tat­säch­lich mal wie­der rich­tig Win­ter, und sei’s in Erman­ge­lung des neu­er­dings so bösen rus­si­schen Erd­ga­ses. Viel­leicht lehr­te uns das, wor­um es eigent­lich geht. Wür­de­los, wie unse­re Regie­rung Ruß­land einer­seits den „bru­ta­len Angriffs­krieg“ vor­wirft und sich täp­pisch als Kriegs­geg­ner auf­baut, ander­seits aber ängst­lich in die Röh­re horcht, ob Mos­kau hof­fent­lich, hof­fent­lich das Gas wie­der auf­dreht. Schwie­rig, den Nach­barn zwei Häu­ser wei­ter zu beschimp­fen, gleich­zei­tig aber dar­auf zu drän­gen, von ihm wei­ter ver­sorgt zu werden.

Zunächst dringt schon mal ent­ge­gen aller BRD-Selbst­ge­rech­tig­keit und BRD-Selbst­ge­fäl­lig­keit schmerz­lich die simp­le Erkennt­nis durch, daß nicht Deutsch­land Ruß­land – neu­er­dings stets per­so­ni­fi­ziert mit Putin – die Gren­zen des Kom­forts auf­zei­gen kann, son­dern Putin die­se Gren­zen das adi­pö­se und ver­zär­tel­te Deutsch­land erken­nen läßt.

O weh, nur noch 19 Grad Cel­si­us in den bis­lang sozia­lis­tisch über­heiz­ten Büros des auf­ge­bläh­ten öffent­li­chen Diens­tes! Das ist doch ein guter Anfang. – Wie lan­ge wird es dau­ern, bis grü­ner Was­ser­stoff die Büro­kra­ten wärmt? Und was kos­tet uns das? Abge­se­hen davon, daß 19 Grad im Win­ter luxu­ri­ös genug sind.

Weil am deut­schen Wesen immer noch die Welt gene­sen soll, neu­er­dings auf links­grün-mora­lis­ti­sche Wei­se, schien es der Ber­li­ner Eli­te über­haupt nicht vor­stell­bar, daß nicht allein sie den Gang der Ereig­nis­se bestimmt.

Dar­in, daß „der Rus­se“ so plump wie aggres­siv und blö­de wäre, irr­ten die deut­schen Natio­nal­so­zia­lis­ten eben­so wie die arro­gan­ten Expo­nen­ten der grünso­zi­al-libe­ra­len deut­schen Repu­blik, die neu­er­dings ein ras­sis­ti­sches Zerr­bild von Ruß­land und den Rus­sen ent­wer­fen, das in man­chem dem Ruß­land-Kli­schee einer Ära ähnelt, die man doch gründ­lich aufarbeitet.

„Der Rus­se“ jedoch nimmt nach mehr­fach wie­der­hol­ter War­nung sei­ne macht­po­li­ti­schen Inter­es­sen wahr, die im feind­se­li­gen Brüs­se­ler NATO-Haupt­quar­tier wie gleich­falls in Ber­lin all­zu lan­ge müde belä­chelt wur­den. Sei­ne mili­tä­risch hoch­wirk­sa­me Bei­stands­leis­tung für den Syri­en sta­bi­li­sie­ren­den Baschar al-Assad war dafür nur ein ers­tes Ach­tungs­zei­chen. Und eine ers­te Macht­pro­be. Über Kants „Zum ewi­gen Frie­den” soll­ten poli­ti­sche Grund­le­gun­gen von Machia­vel­li über Hob­bes bis Schmitt nicht ver­ges­sen werden.

Die mili­tä­ri­sche Aus­dau­er und Lei­dens­fä­hig­keit Ruß­lands mögen bes­ser nicht unter­schätzt wer­den, schon gar nicht von einer über­fluß­ver­wöhn­ten Gesell­schaft, die die Super-Markt-Rega­le am Abend eben­so bers­tend gefüllt sehen will wie am Mor­gen und für die neun­zehn Grad Raum­tem­pe­ra­tur bereits als kalt gelten.

Mag sein, man hat in Ber­lin noch zu ler­nen, daß aus dem Osten nicht nur der Gene­ral Win­ter kommt, son­dern daß sich über die Tra­di­ti­ons­li­nie Tau­rog­gen, Bis­marck, Rapal­lo dif­fe­ren­ziert und  modern nach­den­ken lie­ße. Durch­aus im Sin­ne einer Gene­ral­re­vi­si­on der deut­schen Rol­le in der Euro­päi­schen Union.

Selbst der neu­er­dings als Rus­sen­knecht geschmäh­te, weil betont prag­ma­tisch han­deln­de Ger­hard Schrö­der wirk­te in die­ser Wei­se, deut­sche Inter­es­sen sichernd, gegen die zwangs­ver­ord­ne­ten atlan­ti­sche Grundvereinbarungen.

Demo­kra­tie wird letzt­lich nir­gend­wo die Poli­tik eines dring­lich not­wen­di­gen Ver­zichts zuguns­ten von Natur und Mit­ge­schöp­fen durch­set­zen kön­nen, eben­so­we­nig wie Ver­nunft je demo­kra­tisch durch­setz­bar ist. Demo­kra­tie sichert ledig­lich ein ruhi­ges Mit­tel­maß bei aus­rei­chend gesi­cher­ter Ver­sor­gungs­la­ge: Schön­wet­ter-Demo­kra­tie. Wir jedoch tre­ten neu­er­lich in ein Zeit­al­ter der Extre­me ein. Genau dar­in mag die beschwo­re­ne „Zei­ten­wen­de“ bestehen.

Mitt­ler­wei­le lau­fen die phy­si­ka­li­schen Ver­än­de­run­gen in der Erd­at­mo­sphä­re mit der Geschwin­dig­keit expo­nen­ti­el­ler Ver­läu­fe ab. So sind sie end­lich für jeden augen­fäl­lig. Eine kon­ven­tio­nell lin­ke, also auf wei­te­ren Maxi­mal­ver­brauch ori­en­tier­te Poli­tik wird auf die ein­tre­ten­den Ver­än­de­run­gen kei­ne Ant­wor­ten fin­den, so inno­va­tiv sie sich auch gibt. Alles, was acht Mil­li­ar­den Men­schen für sich ver­stoff­wech­seln, hat Fol­gen, und selbst das Elek­tro­au­to ist für die Bio­sphä­re kein Segen.

Wirk­sa­mer Wider­stand ist allein dem Reak­tio­när mög­lich – und gera­de nicht dem grün­lin­ken Anpas­ser. Die Spie­ßer steht bereits seit gut zwan­zig Jah­ren links. Wenn Kri­tik über­haupt noch Sinn haben soll­te, kommt sie allein von rechts, so wie es his­to­risch und öko­no­misch bedingt lan­ge Jahr­zehn­te gab, in denen lin­kes Den­ken die Initia­ti­ve hat­te. Das Pen­del schlug längst zurück. Jetzt, da die Ver­un­si­che­run­gen, ja die Ängs­te ein apo­ka­lyp­ti­sches For­mat gewin­nen, beginnt viel­leicht ja Bewe­gung – in der Suche nach Sicherheiten:

Die lägen in der zu rekon­stru­ie­ren­den Kul­tur und deren Insti­tu­tio­nen, im phi­lo­so­phi­schen und theo­lo­gi­schen Nach­den­ken jen­seits der bloß tages­po­li­ti­schen Beweg­nis­se und in einer Radi­kal­kri­tik des neu­ro­ti­schen Irr­wuch­ses von Bil­der­sturm, Sprach­ver­hun­zung, Gen­der­wahn und her­zu­stel­len­der All­ge­rech­tig­keit und Gleich­schal­tung. Gegen Ideo­lo­gi­sie­rung, wie sie seit ca. fünf­zehn Jah­ren for­ciert durch den Par­tei­en­staat betrie­ben wird, braucht’s – lei­der – eine wirk­sa­me Gegen­ideo­lo­gie und so klu­ge wie schar­fe Polemik.

Eine heil­sa­me Fol­ge der dra­ma­ti­schen 2022er Kri­se mag dar­in lie­gen, daß die Poli­tik wie­der zu The­men fin­det, um die es tat­säch­lich geht: Schutz des Frie­dens und der Grund­be­dürf­nis­se, Bewah­ren eines Mini­mums an Hoff­nung und Zuver­sicht, Siche­rung des Zusam­men­halts derer, denen Deutsch­land noch kein Fremd­wort ist.

Rechts wird man immer allein auf sich gestellt blei­ben. Das kann man anneh­men – als Beob­ach­ter, als Impuls­ge­ber, als Sta­chel im fau­len Fleisch der offi­zi­el­len Politik.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (154)

Niekisch

19. Juli 2022 19:51

"braucht’s – leider – eine wirksame Gegenideologie und so kluge wie scharfe Polemik."

Warum "leider", werter Herr Bosselmann? Wenn wir sie haben, dann jubilieren wir doch.

Fangen wir endlich ganz konkret damit an. Übernehmen Sie bitte! Sie sind der wirklichkeitsnah-sachliche Mann, der das lenken kann. Nicht nur "Adler und Drache" beklagt hier den Mangel an gezielt substantiellem Diskurs um das Formulieren weltanschaulicher Faustschläge. 

Wir haben keine Zeit mehr.

eike

19. Juli 2022 20:30

Sprachlich, wie immer, brilliant - ein Germanist alter Schule. Auch das Hauptthema - Rückbesinnung auf Wesentliches, und "Sicherung des Zusammenhalts derer, denen Deutschland noch kein Fremdwort ist" kommt gut rüber.

Wenn da nur nicht die Ausrutscher wären, in Nebengefilde, wie die "exponentiellen Veränderungen in der Erdatmosphäre" und Stereotype wie die ach so leidensfähigen Russen, die die Nazis angeblich plump wie aggressiv und blöde fanden.

Für plump und blöde fehlen mir die Quellen, aber, auch wenn man in der DDR die 'friedliebende Sowjetunion' mit Hammer und Sichel eingebläut hat, agressiv waren die Russen damals schon, Herr Bosselmann ...

RMH

19. Juli 2022 21:02

H. Bosselmann bejaht also den menschengemachten Klimawandel - da bin ich aber mal gespannt, was hier im Debattenstrang kommt.

Allnichts

19. Juli 2022 21:17

Mit der Kritik an den Grünen und am Linksliberalismus samt der Folgen und Begleiterscheinungen wird Heino Bosselmann hier sicherlich offene Türen einrennen, in vielem auch bei mir. Es wurde und wird hier auch immer wieder thematisiert, daher bedarf es eigentlich keines weiteren Kommentares. Die mehr oder weniger offensichtliche Sympathie mit Russland ist man auf der SiN mittlerweile gewohnt, im Text geht es allerdings schon sehr in die Richtung eines triumphalen Abfeierns.

Was ich sehr gut nachvollziehen kann, ist der Eindruck eines trügerischen Friedens, einer trügerischen Ruhe. Ins Alltagsleben des normalen Bundesbürgers tröpfelt die Krise doch vergleichsweise langsam ein, teils auch durch die noch verschleiernden und verzögernden politischen Gegenmaßnahmen. Zwar gehe ich nicht von einem heissen Weltkrieg aus, aber auch nicht einfach von einer Krise, die wie viele der vergangenen Jahre am Ende doch nebenbei abgefrühstückt wird, ohne dass sie sich konkret gefährdend auf das System ausgewirkt hätte. "Die Zeitenwende" wird sich weltweit über Jahre hinziehen und alles durcheinanderwirbeln, die Menschen befinden sich geistig noch in einer Welt, die es eigentlich nicht mehr gibt.

Aktuell sehe ich nicht, wer in Deutschland den zu erwartenden Protest steuern könnte. Links ist man genauso rat- und orientierungslos wie rechts, es zeigen sich beiderseits kaum aussichtsreiche Debatten. CDU/CSU wäre als Widerstand auch wenig überzeugend. Bleibt das grosse Unbekannte.

Gelddrucker

19. Juli 2022 21:26

Der nächste Artikel im Trauerton nach der unsäglichen Ghettobeschreibung neulich.

Für alle die sich nicht im Jammertal befinden sei gesagt, dass die moralischen Umerzieher eine Minderheit im Land sind, die allerdings sämtliche wichtigen Positionen besetzt haben.

Deutschland ist den meisten Deutschen kein Fremdwort.

Dies wird bald durch eine durchzuführende Studie belegt werden und dann gibt es keine Ausreden mehr für jegliche Defätisten und Nichts-Tuer (letzteres trifft natürlich nicht auf Sezessionisten zu).

 

 
Kositza: Führen Sie die durch? Die besagte Studie? Ich bleib neugierig.

Eo

19. Juli 2022 23:05

 

Diesmal bin ich wieder ganz bei Ihnen, Herr Bosselmann. Wir gehen nun in Zeiten hinüber, wo die Not die Leute (wieder) wendig machen dürfte.

Insbesondere was diese Stelle anbelangt:

Wirksamer Widerstand ist allein dem Reaktionär möglich – und gerade nicht dem grünlinken Anpasser. Die Spießer steht bereits seit gut zwanzig Jahren links. Wenn Kritik überhaupt noch Sinn haben sollte, kommt sie allein von rechts, so wie es historisch und ökonomisch bedingt lange Jahrzehnte gab, in denen linkes Denken die Initiative hatte.

Genauso ist es.
Der Revolutionär von heute ist notgedrungen reaktionär ...

 

https://neue-spryche.blogspot.com/2017/04/notizen-auf-notsitzen.html

Carsten Lucke

19. Juli 2022 23:54

@ Gelddrucker

Sie haben wohl ein bißchen viel vom Zaubertrank genascht ?

Daß man ein System mit einer Studie zu Fall bringen will, ist aber immerhin ein famoser Ansatz.

Dann drucken Sie statt des Geldes doch schon mal die Formulare !

RMH

20. Juli 2022 06:56

"Die Ukraine war und ist Rußland."

Dann gehört die Krim aber auch zur Türkei.

Und im Übrigen besiegten "die Russen" Deutschland im WK <!-- Font Awesome fontawesome.com --> II unter der strengen Führung eines Georgiers unter maßgeblicher Beteiligung von Ukrainern, Weißrussen, Juden, Sibiriern etc. etc. - der Krieg wurde mit der UdSSR geführt (UNION), nicht mit Russland (neue Schreibweise). Maßgebliche Schauplätze befinden sich in der Ukraine und in Weißrussland.

RMH

20. Juli 2022 06:57

@Gelddruckers Kritik  hat schon etwas Wahres,

durch seine eigenen autobiographischen Skizzen hat sich Bosselmann als Autor ein gutes Stück weit angreifbar gemacht (aber: welcher ernsthafte Autor macht das nicht?). Stichworte: verlängerte midlife crisis, warum habe ich keinen job als Lehrer, wo mir doch alle bescheinigen, dass ich fachlich spitze bin, in der DDR war es dann doch besser (so wörtlich natürlich nie geschrieben) etc.

Seine bisherigen Beiträge haben einen hohen Wert, ohne Frage, aber sie vermitteln - entgegen allen Bemühens - gerade nicht den Eindruck, auf wirklich festem Grund zu stehen (was kein Problem wäre, wenn dies Teil des künstlerischen Ausdrucks wäre - es wird aber durchaus auch moralisch geurteilt und für Urteile und Beurteilungen bedarf es festen Grundes) und erfordern ein gewisses Wohlwollen des Lesers, welches hier (und auch bei mir) vorhanden ist, aber anderen Ortes sicher nicht.

Maiordomus

20. Juli 2022 07:41

Bosselmann scheint mir gewiss der begabteste Schreiber auf SiN, der nicht zufällig für die lesenswerte Viertel- oder Halbjahresbeilage (?) in Betracht fällt. Ein wunderschönes Bonmot ist der Vergleich "richtiger" bzw. "echter" Winter mit einschlägigen Sozialdemokraten, Grünen und zumal den besonders korrumpierten Liberalen, deren innere Verrottung mich persönlich am meisten schmerzt. Was Bosselmann schreibt, ist je nachdem effektiv oder potentiell Literatur. Es bedeutet aber auch, dass er auf dem Gebiet z.B. des recherchierenden und recherchierten Journalismus, übrigens auch bei der geschichtlichen Detailkenntnis, wohl anderen den Vortritt lassen muss. Auf dem Gebiet des Journalismus liegt die Spitzenqualität hier gewiss bei Martin Lichtmesz. Im Hinblick auf Kenntnis Russlands gibt es indes hier mindestens einen Mitblogger, ich habe ihn zwar schon einige Zeit nicht mehr zur Kenntnis nehmen dürfen, der über den "Russen" mehr kundig ist als er. Zu schweigen von den jahrzehntelangen Kenntnissen, welche für die Geschichte der russisch-westlichen Beziehungen aufzuarbeiten sind. Meine besten Gewährtspersonen in St. Petersburg geben sich indes in Mailkontakten in den letzten Monaten aus nachvollziehbaren Gründen diskret bis zugeknöpft. An ein Klischee betreffend den Russen ist nicht zu glauben. Nicht zu unterschätzen wäre es, wie Reinhold Schneider es zur Zeit des 2. Weltkrieges getan hat, sich mit dem Protopopen Awwakrum zu befassen. Davon nie gehört? Dann besser über Russland schweigen. 

Gotlandfahrer

20. Juli 2022 07:43

Für die hohe Qualität der Artikel auch von HB, die man hier kostenlos, aber nicht umsonst, geboten bekommt, erneut mein aufrichtiger Dank. Das, worin ich zustimme, lasse ich im Weiteren weg. Am Ende springt mir der Text zu kurz: Es ist doch kaum zu erwarten, dass ein bisschen Frieren dazu führt, dass "die Politik" "sich" wieder auf "Themen" konzentriert, "um die es wirklich geht".

Als "Reaktionär" habe ich eher das Gefühl, genauso unsouverän mit den immergleichen Förmchen und Schäufelchen im Sandkasten zu spielen, wie die, die damit umherschmeissen oder apathisch vor sich hinstarren. Den Streit - wenn es denn überhaupt wirklich einer ist - innerhalb der Kita-Leitung, erfasst nach meinem Dafürhalten hingegen keiner hier am Boden so richtig, ich schon gar nicht. Nur soviel: Die Förmchen sind Teil der Kita-Ausstattung.  Nur weil die Politik, das Choas im Sandkasten, das die Erzieher anrichten, für unsere schöne Sandburg zerstörerisch ist, heisst das nicht, dass das Chaos eines ist.  Auf die "zu rekonstruierende Kultur" darf hoffen, wer glaubt, morgen wieder in einen frisch geharkten Kasten gesetzt zu werden.  Mich würden eher qualifizierte Spekulationen darüber weiterbringen, was in der Kita tatsächlich vor sich geht. Sind wir beispielsweise alle in einem Freimaurerkindergarten, in dem jetzt die satanischen Ringelpietzspiele beginnen?

Franz Bettinger

20. Juli 2022 08:00

@RMH: Selbstverständlich: Ich bejahe eine Erwärmung des Klimas; ob Menschen-, Sonnen- oder Natur-gemacht, ist mir schnuppe. Soll doch mal einer erklären, wieso wir uns vor einer Klima-Verbesserung fürchten sollen! Denn eine Erwärmung war naturgeschichtlich immer eine Verbesserung in dem Sinn, dass mehr Leben auf unserem Planeten möglich war; zuerst: mehr pflanzliches Leben. Wer braucht die strack gefrorenen Wüsten der Arktis? Wenn Eisbären hier bloggen könnten, würden sie uns erzählen, wie sehr sie Erwärmung und eisfreie Gebiete schätzen. Die Eskimos sowieso. // Wieso werden nie die grundsätzlichen Fragen gestellt, ob es sich nun um Viren oder Klima handelt. Wieso bauen auch viele von uns ihre Häuser auf Wolken?

Nemo Obligatur

20. Juli 2022 08:07

Sätze wie Hammerschläge. Bravo, Bosselmann!

Vor allem dieser Abschnitt hier: "Die militärische Ausdauer und Leidensfähigkeit Rußlands mögen besser nicht unterschätzt werden, schon gar nicht von einer überflußverwöhnten Gesellschaft, die die Super-Markt-Regale am Abend ebenso berstend gefüllt sehen will wie am Morgen und für die neunzehn Grad Raumtemperatur bereits als kalt gelten."

Das sollte man eigentlich nächstens im Bundestag verlesen (vielleicht Herr Bystron?) und allen neunmalklugen Lehnstuhlstrategen ins Stammbuch schreiben, die glauben, der Fall ließe sich mit der Lieferung von einem halben Dutzend Panzerhaubitzen bequem erledigen.

Gewiss, wenn man schon einen Krieg führt, sollte man ihn auch gewinnen. Wer wüsste das besser als wir Deutschen? Nur sollte man das Ende bedenken, bevor man da einsteigt.

Und wer den Mund so voll nimmt, wie neuerdings der Pastor und Altbundespräsident Gauck, der Deutschland "mit der Waffe in der Hand" verteidigen will - Gelegenheit dazu hätte es seit 2015 reichlich gegeben. Damals kam nichts von den feinen Damen und Herren, jetzt soll man doch bitte nicht so tun, als gäbe es hier noch großartig etwas zu schützen.

So wie die Dinge liegen, will man in Berlin nun bis zum letzten Ukrainer kämpfen und dann der besseren Einsicht Raum geben, dass sich Kriege nicht lohnen. Vor allem nicht, wenn man die eigene Haut zu Markte tragen muss.

 

Nemo Obligatur

20. Juli 2022 08:11

@ Maiordomus

"...sich mit dem Protopopen Awwakrum zu befassen. Davon nie gehört? Dann besser über Russland schweigen."

Jetzt übertreiben Sie es aber mit dem Namedropping und dem Auskehren ihrer Stubengelehrsamkeit.

Maiordomus

20. Juli 2022 08:49

@Zu Verschreiber. Der Protopope, der für das Verständnis Russlands und nur schon des Begriffs "Raskolnikov" so wichtig ist wie Klaus von Flüe für das Verständnis der Schweiz und des Bistums Konstanz, heisst  Awwakum, am 14. April 1682 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet, der Märtyrer des russischen Kreuzzeichens: Wahrer Gott und Wahrer Mensch, mit zwei Fingern darzustellen, womit die bis heute mystisch bedeutendste Abgrenzung des heiligen Russland gegenüber dem Westen bezeugt wurde. Ein Konflikt, der im späteren Mischstaat Ukraine ebenfalls dramatisch war. Ich las die Geschichte Awwakums 1964 in Reinhold Schneiders Essayband "Macht und Gnade" (1940), Meisterwerk für "Zensur reinigt den Stil"- Habe den Band  1977 bei Suhrkamp neu herausgegeben. Überrascht bin ich von Wikipedia, die unter "Awwakum"  auf Reinhold Schneiders Essay "Altrussischer Glaube" aus Macht und Gnade verweist. 1943 veröffentlichte der Insel-Verlag Schneiders Novelle "Elisabeth Tarakanov" in hoher Auflage, was bestätigt, dass, trotz einer Untersuchung gegen ihn kurz vor Kriegsende, er nicht unter Schreibverbot zu leiden hatte. Das Problem war in der Regel, wie  bei  K.L. Guttenbergs Sezessionsschrift "Die Weissen Blätter", die Papierzuteilung. 

Mitleser2

20. Juli 2022 08:53

@RMH: Warum HB kritisieren? Es ist doch völlig unerheblich, ob Klimawandel menschengemacht ist, oder nicht. Klimawandel gibt es, seit die Erde sich dreht. Es geht doch nur darum, darauf intelligent zu reagieren, und nicht wie jetzt mit CO2-Psychosen.

RMH

20. Juli 2022 09:15

"Klimawandel gibt es, seit die Erde sich dreht. Es geht doch nur darum, darauf intelligent zu reagieren, und nicht wie jetzt mit CO2-Psychosen."

@Mitleser2 und @ F.B.

So sehe ich das auch, aber der Punkt "menschengemacht" ist der politisch entscheidende, weil man damit auf das Verhalten der Menschen abzielen kann, diesen Schuld einreden kann und sie steuern, kontrollieren und finanziell schröpfen kann. Ich persönlich kann als normal-kritischer Bürger nicht hundertprozentig nachvollziehen, warum der sog. Klimawandel a) wirklich maßgeblich (das ist entscheidend! Das 8 Mrd Menschen auf der Erde einen Einfluss haben werden, darin ist H.B. zuzustimmen, die Frage ist nur, wie viel Einfluss) vom Menschen verursacht wurde, denn Klimawandel gab es erdgeschichtlich schon immer. Und ob b) der Mensch überhaupt in der Lage ist, durch Änderungen seines Verhaltens noch entscheidenden Einfluss auf den Klimawandel haben kann. Hinzu kommt noch die berechtigte Frage von @F.B. dazu, ob Temperaturerhöhungen tatsächlich schädlich sind. Hier bin ich als Hobbygärtner (ca. 2500 qm sind zu beackern) aus der eigenen kleinen Erfahrung der Meinung, dass der Mangel an gleichmäßigem Regen spürbar ist und dass damit Dürre und Wassermangel ein Problem sind, welches sich auch noch verstärken kann. Ohne Wasser geht nichts. Im Kern geht es also um die Frage, welchen Beitrag hat der Mensch und kann der Mensch bei daraus resultierenden Problemen wie darauf mit Erfolgsaussicht (!) reagieren.

Hartwig aus LG8

20. Juli 2022 09:16

@ Bettinger, Bravo! Das ist auch mein Reden.

Wie ich schon letztens schrieb: Die gemäßigten Breiten, in denen wir leben, wären ohne die Fähigkeit des Menschen, dass Feuer (im weitesten Sinne) zu beherrschen, nicht bewohnbar; von nördlicheren Gefilden ganz abgesehen. Primaten sind (fast) allesamt Tropentiere. Des Komforts wegen heizen wir in acht von zwölf Monaten; mindestens vier Monate lang sind wir überlebensnotwendig zum Heizen verdammt. Selbst an einem Tag wie heute kann man schlußfolgern: es ist eher zu kalt als zu warm.

@ HB

Starker Aufsatz. Der Absatz "Die Fehlleistung einer Neurose ... " eignet sich zum täglichen Zitieren.

@ Gotlandfahrer

Was Sie in Ihrem Schlußsatz andeuten, ist einer vertieften Betrachtung wert.

Heino Bosselmann

20. Juli 2022 09:46

@RMH: Ohne ein Faß aufmachen zu wollen, das nicht in dieser Abteilung steht: Ich meine tatsächlich, daß sich die Rechte – ebenso wie die Linke auf ihre Weise anderswo – bestimmte eherne Glaubensbekenntnisse in den Weg stellt, die sie die Initiative dann an den Gegner verlieren lassen. Dazu gehört der bis in die AfD hinein wiederholte Schwur, es gäbe keine vom Menschen verursachte Veränderung des Klimas. Mich erstaunt das – wie bemerkt – auch deswegen, weil es namentlich ein deutscher Top-Meteorologe war, der die komplexen Vorgänge bereits 1941 (!) im Zuge seiner Habilitierung darstellte: Hermann Flohn (1912-1997): „Damit (mit der Emission von CO2 – H. Bo.) wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann.“ (1941) – Ich habe hier nichts zu beweisen, denn ich bin kein Atmosphärenphysiker; ich gebe allerdings mein stets ja fragwürdiges Zeitungswissen zu bedenken, so wie alle Diskutanten. Das tat ich ebenso gegenüber rigoroser Impfgegnerschaft, die gleichfalls ein fragwürdiger Schwur- und Glaubensgrundsatz auf unserer Seite ist. Gleich zwei „Alleinstellungsmerkmale“, ich weiß. Mehr von meiner Seite hier nicht dazu, weil's an dieser Stelle nur sehr bedingt paßte.

Allnichts

20. Juli 2022 10:23

Die sich abzeichnende Klimawandeldiskussion könnte unterhaltsam werden, die Gründe dafür, weshalb das Ganze nicht unproblematisch ist, werden doch andauernd vermittelt. Einige Stichwörter: Ansteigender Meeresspiegel, wodurch viele Siedlungs- und Anbaugebiete untergehen, Verwüstung von weiten Landstrichen, welche diese ebenfalls unbewohnbar und nur noch eingeschränkt bewirtschaftbar machen, was im Übrigen beides auch zu massiven Fluchtbewegungen führen wird und schon führt, Zunahme extremer Wetterphänomene mit entsprechenden Schäden, die Notwendigkeit der Staaten und Gesellschaften, sich in vielem ganz anders aufzustellen, usw. Das alles geschieht bereits, nicht immer 1 zu 1 übereinstimmend mit jeder konkreten Prognose, aber in der Tendenz eindeutig. Das Gute daran ist mir bisher entgangen.

Es lässt sich sicherlich darüber diskutieren, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche nicht, ob manches nicht politisch ausgeschlachtet wird usw., aber wenn ich sehe, welche Richtung das hier teilweise schon wieder nimmt - grauenhaft.

Laurenz

20. Juli 2022 10:57

@HB (1)

Wie immer eine explizit exakte Beschreibung des Ist-, und diesmal auch des Könnte-sein-Zustands. Historisch möchte ich, als 2er oder 3er, nochmal einhaken.

„der Russe“ so plump wie aggressiv und blöde wäre, irrten die deutschen Nationalsozialisten

Die Nationalsozialisten irrten nicht. Sie hatten keine Wahl. In Anbetracht dessen, daß spätestens seit der Großen Säuberung das gesamte Offizierskorps der Roten Armee, deren Marine & Luftwaffe, wie die meisten Russen, die Lesen & Schreiben konnten, im Lager oder tot waren, kann man schon von einer stalinistisch erzeugten Minderung intellektueller Leistung sprechen. Sie werden kaum eine Wochenschau finden, in der der Sowjetbürger als Untermensch bezeichnet wird. In nur wenigen Fällen spricht die Wochenschau vom bolschewistischen Untermenschen. Mal Hand auf's Herz, im Stalinismus wird jeder zum Untermenschen. Natürlich gab es auch einige dämliche Nazis, welche des rassischen Aspekt herbeidichten mußten, um für sich selbst eine Daseinsberechtigung zu erzeugen. Das ist diametral dieselbe Mechanik wie heute, wenn, um Sie zu zitieren... irgendwie in einen Zusammenhang mit Imperialismus, Nationalismus, Kolonialismus, Rassismus usw. zu konstruieren, ohne deren Konstruktion es keine eigene politische Daseinsberechtigung gäbe. Insofern könnte man bei der Nationalen Einheitsfront 2.0 von Diametral-Nazis sprechen.

Laurenz

20. Juli 2022 11:08

@HB (2)

Klimawandel 

Im Bereich der Makro-Klimata gab es schon immer menschlichen Einfluß auf das lokale Klima. Das finden wir zB beim Gilgamesch-Epos in Mesopotamien, wie auch bei der islamischen Eroberung in Nordafrika oder den Indigenen Nordamerikas vor der Ankunft des Weißen Mannes. Bis auf wenige Ausnahmen, will kein Mensch auf den modernen Lebensstil verzichten, eher umgekehrt, viele wollen ihn noch erlangen. Die feudalen Pseudo-Grünen meinen immer nur die anderen, wenn es um Einsparung der Ressourcen geht. Die Grünen haben die meisten Flugmeilen wie die größte Nutzung des Fahrdienstes des deutschen Bundestags. Insofern legen die Grünen den Fokus falsch. Der Fokus ist immer der Mensch & nicht sein Konsum. Nur, wenn man hier über die Reduktion der Erdbevölkerung spricht, erzeugt man schnell Pawlowsche Reflexe auf diesem Forum. 

https://www.bundestag.de/resource/blob/819218/a668b4852a5af0f8bd065ac999ee0d05/WD-8-083-20-pdf-data.pdf

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/umwelt/klima/windenergie-heizt-erderwaermung-an

Maiordomus

20. Juli 2022 11:09

@Bosselm. Hinweis auf Meteorologen von 1941 hat  mehr mit Ihrem substanziellen Artikel zu tun als der meinige über die Russland-Essays von R, Schneider zu Zeiten des 2. Weltkrieges, welche den Unterschied zwischen (vordergründiger) Geschichtsschreibung und langfristiger Geschichtsbewertung erörterten, auf einem nicht mehr erreichten Niveau. Dass die heute dominierenden Geschichtsbewertungen, vorgespurt durch den Sieg des Antifaschismus gegen den Antitotalitarismus an den Hochschulen, nichts mit historischer Vertiefung zu tun haben, liegt auf der Hand. Siehe Stellungnahme der Jusos zum heutigen Tag betr. den 20. Juli 1944, mit dessen Hintergründen ich mich seit dem 20. Juli 1964, damals 20. Jahrestag, befasse, so via eine Studie über Gördeler und dessen Umfeld. Dabei haben die Juso wohl recht, dass die Männer des 20. Juli dem Anspruch des Antifaschismus weder genügen wollten noch konnten und klar auf einen für Deutschland günstigeren Ausgang des Weltkrieges aus waren, was sich tragischerweise als eine Illusion hätte erweisen können.

Wer heute konkret denkt wie Stauffenberg vor 80 Jahren, ohne so zu heissen, hätte, @Bosselmann, wohl mit Berufsverbot vom Gymnasiallehrer bis zum amtlichen Fleischschauer zu rechnen. Die Leute vom 20. Juli sind aus meiner Einschätzung klar rechts von Ihnen einzuschätzen, Sie hätten schon sozial nicht zu denen gepasst!

 

 

 

 

Suedburgunder

20. Juli 2022 11:22

@ Hartwig aus LG8

Mit Ihrem Wunsch nach "vertiefter Betrachtung" werden Sie aber überall auf eisiges Schweigen stoßen. ÜBERALL! 

Laurenz

20. Juli 2022 11:26

@Allnichts

Die mehr oder weniger offensichtliche Sympathie mit Russland ist man auf der SiN mittlerweile gewohnt, im Text geht es allerdings schon sehr in die Richtung eines triumphalen Abfeierns.

Da täuschen Sie Sich. Einerseits sind uns die Russen einfach näher als die Amis & sie sind auch freundlicher zu uns als letztere. Das, was Sie meinen wahrzunehmen, ist dem historischen Fakt geschuldet, daß es die USA waren, die uns in 2 Weltkriegen unsere Souveränität nahmen, niemand sonst. Und Rußland befindet sich jetzt selbst in derselben Situation wie wir vor 2 Weltkriegen.

@RMH

Die Ukraine war & ist Rußland. Dann gehört die Krim aber auch zur Türkei.

Falsch, dann wäre die Krim byzantinisch orthodox. Die Türken hocken seit 1453 in Istanbul. Vorher herrschten die Orthodoxen über 1k Jahre über Byzanz, so auch über die Krim, wobei das nicht wirklich zuzuordnen ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Krim

@Eike

aggressiv waren die Russen damals schon, HB ...

Das hat mit der Geographie zu tun, Rußland ist grenzenlos, so auch die Charaktere. Unser Land ist klein, das Zusammenleben geregelt bis ins kleinste Detail, so auch unser Charakter. Die Russen sind daher nicht nur brutaler als wir, sie sind auch liebevoller als unsereins.

Franz Bettinger

20. Juli 2022 12:47

@Allnichts: (1) Der Meeresspiegel steigt vor meiner Tür (und sonstwo) seit Jahrmillionen um rund 5m, jeden Tag, und geht dann wieder zurück, jeden Tag. Man nennt das Ebbe und Flut. Was machen da ein paar Zentimeterchen aus? (2) Welches „Siedlung- und Anbaugebiet“ ist denn untergegangen? (3) Die „massiven Wetter-Phänomene“ haben im Vergleich zu früher in den sog. Al Gore-Lügen-Jahren ab 2001 abgenommen. (4) Dass Ihnen das Gute am minimal wärmeren Klima entgangen ist, liegt daran, dass Sie nicht in Grönland leben. 

Franz Bettinger

20. Juli 2022 12:56

@Allnichts: Halten Sie es eigentlich für Zufall, dass wir seit Angie Merkel nicht nur im besten aller Deutschlands, sondern angeblich auch im besten aller vorstellbaren und je gewesenen und zukünftigen Klimata leben? Ja, was soll es sonst sein als Zufall? Kommt Ihnen so ein Zufall neben all den anderen Zufällen, die es absolut notwenig machen, unsere Zivilsiation & Kultur von den Füßen auf den Kopf zu stellen, nicht seltsam vor? Könnte nicht sein, dass Sie einer gewaltigen Verarsche zum Opfer gefallen sind und sich weigern, dies zur Kenntnis zu nehmen? Ich mein ja nur.

heinrichbrueck

20. Juli 2022 13:13

@ Maiordomus
Ihr Awwakum war nicht ganz dicht, aber es ist wieder einmal typisch, etwas anzudeuten und dann schweigen, weil es ohnehin niemand versteht. Den Emanuel Geibel linksvergrünt zu haben, darüber schon Theodor Heuss stolperte ("Es ist kein Volk besser als das andere, es gibt in jedem solche und solche. Amerika ist nicht ‚God’s own country‘, und der harmlose Emanuel Geibel hat einigen subalternen Unfug verursacht mit dem Wort, daß am deutschen Wesen noch einmal die Welt genesen werde."), müßte geredet werden. Wenn Mäuse Katzen kritisieren, und Gott entscheiden soll. 
Geht das Insektensterben weiter, lernt die Menschheit den wahren "Klimawandel" kennen. 

MARCEL

20. Juli 2022 13:53

Aus Stefan George Der Krieg:

"...der fand den rat der stunde und rettete was die gebärdig lauten schliesslich zum abgrundsrand gebracht: das reich. Doch vor schlimmren feind kann er nicht retten."

Diese Kassandra-Tragik, die ebenso die unsrige ist, wird auch schon bei Schiller besungen.

Im Übrigen: Putin ist m. E. aktuell der intelligenteste (Macht-) Politiker.

Nemo Obligatur

20. Juli 2022 14:38

Weil die Diskussion hier grade so schön derailt wird:

HB hat auch hiermit recht: "Alles, was acht Milliarden Menschen für sich verstoffwechseln, hat Folgen, und selbst das Elektroauto ist für die Biosphäre kein Segen." Glaubt denn hier jemand, dass die ausgedehnte menschliche Tätigkeit auf allen Kontinenten folgenlos bliebe?

Für Deutschland sind zwei Grad wärmer vielleicht erträglich. Aber im Sommer ist das Problem neben der Hitze die Trockenheit. Das setzt den Wäldern massiv zu. Es wird zwei, drei Generationen dauern, bis sich die Natur da umstellt. Also fast hundert Jahre. Man kann natürlich auch mal einen Landwirt fragen. Ein heißer Sommer alle zehn Jahre, nun gut. Aber von drei Sommern zwei so heiß und trocken, das geht für die Bauern nicht gut aus. Und Autos kann man bekanntlich nicht essen.

Hartwig aus LG8

20. Juli 2022 14:47

@ Allnichts

Klimawandeldiskussion:  Ich kenne Ihre Argumentation. Und wahrscheinlich kommt man an dem einen oder anderem Argument auch nicht vorbei. Jedoch lohnt es sich, wenn man von Klimawandel spricht, mal einen erdgeschichtlichen Blick zu wagen.

Wir Menschen haben uns in der warmen Phase einer übergeordneten Eiszeit (Holozän) eingerichtet. Der zivilisierte Mensch kennt auch gar nichts anderes und scheint nicht in der Lage zu sein, nennenswerten Klimawandel als Normalität in Erwägung zu ziehen, geschweige denn zu akzeptieren.

Beispielsweise ist die Existenz von Gletschern, erdgeschichtlich betrachtet, ein äußerst seltenes Phänomen (manch einer bejammert die schwindenden Eismassen, als hätte er einen einklagbaren Anspruch darauf).  Und es gab mal so etwas wie die Kreidezeit ... und wird es höchstwahrscheinlich auch wieder geben; ein erdumspannendes Tropenhaus. Angesichts dessen sind die Debatten um das "1,5-Grad-Ziel" ein infantiler Zirkus, den man unbedingt so benennen muss.

Maiordomus

20. Juli 2022 15:11

@Marcel. Für Putin gilt wohl eher: Er w a r, zum Beispiel bei seiner Rede in Gegenwart von Frau Merkel auf der Westerplatte und bei anderen Gelegenheiten, wohl auch im Umgang mit Trump, der intelligenteste Machtpolitiker seiner Epoche. Ob er es heute noch ist, wo sich seine Umgebung vom Eindruck her ähnlich "anfühlt" wie seinerzeit die nie widersprechende Umgebung Stalins und er allzu viele Jasager um sich herum haben dürfte, da wird es bezüglich seiner geistigen Kompetenz sich nicht mehr gleich verhalten wie zu seinen besten, will sagen geschicktesten Zeiten. Kein Wunder, frass ihm der eigentlich seinerseits nicht dumme Kanzler Schröder, vorerst Volkswagen, später Gazprom, aus der Hand. 

Umlautkombinat

20. Juli 2022 15:22

"Der Meeresspiegel steigt vor meiner Tür (und sonstwo) seit Jahrmillionen um rund 5m, jeden Tag"

Das ist Unsinn:

https://en.wikipedia.org/wiki/File:M2_tidal_constituent.jpg

Ich war 35 Jahre in vielen Teilen der Welt tauchen. Natuerlich gibt es extreme Hoehen, in Europa z.B. in der Bretagne. Aber die meisten Teile der Weltmeere sind dahingehend eher unspektakulaer. An Korallenriffen sind es oft nur 10cm, bei hoeherem Tidenhub wuerden die Probleme bekommen.

Verbringen  Sie nicht in NZ Ihre Zeit - Hawke Bay, wenn ich das noch im Kopf habe? Tabelle dort.

Natuerlich wuerden durch Anstiege einige der komplett ueberbesiedelte Kuestenregionen Probleme bekommen. Nur was man daraus macht, ist halt heute verschieden von allen vergangenen Zeiten. Da haette man seine Lektion gelernt und haette sich etwas zurueckgezogen, heute meint man ein vermeintlich grosses Rad Drehen zu muessen. Hier 2% (Deutschlands Anteil) des eh nur 3% insgesamt menschenverursachten CO2's - also 0,0006% des Weltaustosses. Klar, die Ambitionen sind gross, man will das ja exportieren, also sich um die gesamten 3% kuemmern. Nur machen weitere wesentliche Mitspieler nicht mehr mit. Der dolle "Green Deal" von Biden wird z.B. wohl spaetestens mit den midterms auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

 

 

Umlautkombinat

20. Juli 2022 15:47

Oops, 0,06% (Mathematiker rechnet ungern mit Prozenten, man merkt es)

Laurenz

20. Juli 2022 16:04

@Umlautkombinat

Im III. Jahrhundert vor 0, latschte Hannibal in Sandalen über die Alpen. Ich besuchte mal auf Krk eine Siedlung römischer Veteranen, schön an der Adria gelegen, ein paar hundert Jahre jünger als Hannibal. Ich mußte allerdings 1,5 Meter tauchen, um mir die Siedlung anzuschauen. Interessant, nicht?

Wir kommen aus der kleinen Eiszeit zwischen 1500 & 1850. Dann schauen Sie Sich dochmal die Temperaturunterschiede an. Mit Verlaub, die sind lächerlich.

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Klima_der_letzten_1000_Jahre

Deutsche Bauern wissen einfach nicht mit Wasser zu haushalten. Das lernt man ganz gewiß auf einer israelischen FH.

Laurenz

20. Juli 2022 16:15

@Maiordomus @Marcel

Vorwürfe gegen Putin sehen in Wirklichkeit ganz anders aus, als man das in unserer Hofberichterstattung zu lesen bekommt. Putin wird vor allem Weichheit vorgeworfen, sein militärisches Eingreifen sei viel zu spät erfolgt. Als 2014 Nuland abgehört wurde, war klar, was in der Ukraine abgeht. Damals wäre der Zeitpunkt einzugreifen sicherlich günstiger als jetzt.

@Nemo Obligatur

Weil die Diskussion hier grade so schön derailt wird

Quatsch, Sie lesen nur keine Kommentare richtig. Von daher mutmaßen Sie falsch. 8 Milliarden Menschen entsprechen in etwa derselben Biomasse, wie vorhandene Ameisen auf unserem Planeten. Sie überschätzen uns. Die heißen Sommer können Sie Ihren Hasen geben. Die Temperaturentwicklung kommt ganz plausibel aus der letzten kleinen Eiszeit & ist ein einziges Glück für uns. Früher zogen deswegen die II. & III. Geborenen nach Italien. Das ist nun nicht mehr nötig.

https://wetterkanal.kachelmannwetter.com/temperaturentwicklung-in-deutschland-seit-1881/

Laurenz

20. Juli 2022 16:18

@HB

Da mein (1-) Beitrag anscheinend zu kopfschuß-lastig war, kann ich Ihnen nur empfehlen, das deutsch-sowjetische Verhältnis zwischen 1933-45 Selbst noch mal gründlich zu recherchieren.

Niekisch

20. Juli 2022 16:20

"Kommt Ihnen so ein Zufall neben all den anderen Zufällen, die es absolut notwenig machen, unsere Zivilsiation & Kultur von den Füßen auf den Kopf zu stellen, nicht seltsam vor? Könnte nicht sein, dass Sie einer gewaltigen Verarsche zum Opfer gefallen sind?"

@ Franz Bettinger 20.7. 12:56: Nein, keine Verarsche, sondern volle Absicht: "..So besteht denn die erste Aufgabe unserer Zeit in der  Z e r s t ö r u n g: alle sozialen Schichtungen und gesellschaftlichen Formungen, die das alte ( autokratische, niekisch ) System geschaffen hat, müssen vernichtet, die einzelnen Menschen müssen aus ihren angestammten Milieus herausgerissen werden; keine Tradition darf mehr als heilig gelten; das Alter gilt nur als Krankheit (weiß, niekisch); die Parole heißt: was war, muß weg" ( Nahum Goldmann, Der Geist des Militarismus, Berlin 1915, S. 37 f.)

"Sind wir beispielsweise alle in einem Freimaurerkindergarten, in dem jetzt die satanischen Ringelpietzspiele beginnen?"

@ Gotlandfahrer 20.7. 7:43: Nicht beispielsweise, sondern ganz konkret und im jetzigen System seit Gründung der  B u n d e s republik nicht nur für Kinder, sondern gerade auch als Erwachsenenkita.

Wer sehen kann, der sehe!

Gracchus

20. Juli 2022 16:32

Natürlich kann erhöhter Leidensdruck zur Einsicht führen. Nur: Die Oberneurotiker deichseln es ja so, dass sie davon verschont bleiben. Und die Leidensfähigkeit der Deutschen ist auch nicht zu unterschätzen.

Die reaktionäre Position ist m. E. komplett wirkungslos. Darüber sollte man sich keine Illusionen machen. Ein Reaktionär wie Davila tat das nicht. 

Laurenz

20. Juli 2022 17:06

Jaja, die dämlichen Russen

https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2022/nord-stream-2-putin-stellt-gaslieferungen-in-aussicht/

Maiordomus

20. Juli 2022 17:53

@Gracchus. Einverstanden. Reaktionäre sind erkenntnistheoretisch interessant, sehen vieles klarer als Revolutionäre, aber als politische Ratgeber schwerlich brauchbar. Reaktionäre Schriftsteller sind jedoch hochinteressant zu lesen, etwa Justus Möser, Bonald, de Maistre, Chateaubriand, Grillparzer zu schweigen vom nur religiös reaktionären, aber politisch nationalprogressiven  Görres, in Amerika Santayana und vielleicht Russel Kirk. Kollege @imagine könnte im Einzelfall bei Reaktionären Interessanteres und weit eher Überraschendes zur Kenntnis nehmen als bei "Scheissliberalen", wie ein Routineschimpfwort aus meiner 68er Studentenzeit lautete. Ich verwendete den wenig schmeichelhaften Begriff oft fast genau gleich wie die 68er, mit denen ich teils rivalisierte, teils und noch in grösserem Ausmass sie bekämpfte, was natürlich stets mit der "Faschismuskeule" beantwortet wurde. Was mir nichts ausmachte, bis es freilich in Polizeiprotokolle Eingang fand. 

Allnichts

20. Juli 2022 18:10

Franz Bettinger:

1. Was auch immer mit dem Meeresspiegel vor Ihrer Tür passiert: Rechnen Sie nicht ein paar Zentimeter, sondern ein paar Meter drauf. Das ist zwar aus mehreren Gründen eine zu einfache Rechnung, allerdings trotzdem sinnvoll und vor allem sinnvoller als das, was Sie da gemacht haben. Eisfreie Antarktis bedeutet 60 Meter Anstieg, so zumindest die übliche Berechnung, der man im Detail zwar vorsichtig begegnen sollte, die aber nicht so falsch sein kann, dass man am Ende bei Ihren "paar Zentimeterchen" herauskommt.

Hier kann jeder Meeresgott spielen und es der Niederlande für 1988 heimzahlen.

2. Untergang ist ein Prozess. Bei einem zwar stetigen, aber aus Menschensicht vor allem in den ersten Jahrzehnten relativ langsamen Anstieg geht ein Gebiet nicht einfach von heute auf morgen unter, was allerdings nichts an der bisherigen Entwicklung und den Aussichten ändert. Schon jetzt konkrete Probleme sind mir vor allem aus Teilen Asiens bekannt, Küstenregionen und Inseln.

Zu 3: Das wäre von Ihnen zu beweisen. Andererseits müsste auch erst einmal definiert werden, was alles zu diesen Phänomenen zählt. Sei's drum.

Allnichts

20. Juli 2022 18:39

Zu 4: Es ist natürlich so, dass der Wandel mancherorts isoliert betrachtet auch zu positiven Ergebnissen führen könnte und wohl auch wird. Das ändert aber wenig daran, dass die Entwicklung insgesamt als negativ zu bewerten ist, da sie weltweit zu schwerwiegenden Problemen führen wird.

Zu Ihrem zweiten Beitrag: Alles ist gesteuert und zwar auf perfekte Weise, wie bei Corona und überhaupt. Ich nehme an, etwas in diese Richtung möchten Sie hören. Dabei belasse ich es einmal, sonst artet das hier noch mehr aus.

Laurenz

20. Juli 2022 18:51

@Allnichts @Franz Bettinger

Meeresspiegel

Kurz nach der letzten Eiszeit war die Nordsee in etwa das verlängerte Weichselflußtal, die Doggerbank, wie Helgoland ein Berg. Bis vor 6k Jahren konnte man noch nach Britannien laufen. Seitdem, bis in die Wärmephase des Hochmittelalters soffen unsere Vorfahren an der Nordküste landunter immer weiter & für immer ab. Denken Sie an die Sintflut auf dem Sintfeld. Kann man in der Edda nachlesen.

Unsere Vorfahren waren aber auch selten dämlich. Hätten sie alles lieber roh gegessen, im Winter gefroren & weniger Methan gefurzt, wäre der Ärmelkanal nie entstanden & die Ostsee wäre noch ein Süßwassersee.

Carsten Lucke

20. Juli 2022 19:25

@ Allnichts

Ihre 60 Meter haben mich beeindruckt, weswegen ich dilettantisch stöberte : Im Kommunisten-Brockhaus fand ich immerhin dies : " Mittel- bis langzyklische Schwankungen des globalen mittleren Meeresspiegels in Größenordnungen von mehreren zehner bis wenigen hundert Metern sind erdgeschichtliche Normalität. "

Also: Alles normal, oder nicht ?!

Nebenbei : Ist der Kohlenstoff, den wir mit den "Fossilen" verbrennen, nicht schon mal in unserer Atmosphäre gewesen ?! ( Zurück zu den Ursprüngen, ha ! )

Entschuldigung, Herr Bosselmann, das geht freilich ziemlich am Thema vorbei. Entschuldigen Sie bitte !

 

Gelddrucker

20. Juli 2022 19:32

@Carsten Lucke

Steht irgendwo, dass die Studie das System zu Fall bringt? Die Studie sollte Defätisten und Leuten, die einfach nicht in die Gänge kommen, Feuer machen. Mehr erst einmal nicht. Ach, eines noch: Man kann sie immer anführen, wenn irgendein linker Irrer der Meinung ist, dass die Extrem-Umvolkung der Wille der Mehrheit ist.

@Kositza:

Dass ich der Durchführende bin, habe ich nicht gesagt. Allerdings auch nicht das Gegenteil.

Die Studie sollte analog zu dieser sein:

https://wewereneverasked.co.uk/survey

Wie oft soll ich das hier noch posten bevor es mal aufgegriffen wird?

Der Deutsche ist einfach lieber von Biergärten umgeben als von Dönerbuden. Kenne nur weniger Ausnahmen.

Umlautkombinat

20. Juli 2022 19:57

"Das ändert aber wenig daran, dass die Entwicklung insgesamt als negativ zu bewerten ist, da sie weltweit zu schwerwiegenden Problemen führen wird."

Das zeigt nur eine Negativitaet, naemlich die Unfaehigkeit sich anzupassen bzw. die Hybris sowohl in den geplanten Mitteln und schon vorher der komplett ideologisch vergifteten Erkenntnisgewinnung zum anzugehenden Problem.

Ich habe eine Zeitlang Wettermodellierung vom mathematischen Standpunkt als Steckenpferd betrieben - oder zumindest immer einmal hineingesehen - hochinteressant eigentlich, allerdings ist darueber seit mindestens 15 Jahren keinerlei Sachdiskussion mehr fuehrbar und mir ist das mittlerweile verleidet. 

Sie muessen uebrigens nicht wie von Laurenz empfohlen in die Edda sehen. Meine Schwiegereltern hatten lange ein altes Haus auf Sylt. Darin hing eine Karte mit den Landaenderungen der Nordseekueste v.a.D. im 14-ten und 17-ten Jahrhundert nach verschiedenen Sturmfluten (Grosse Mandraenke etc.). Damit muss man leben. Und im Umgang humility zeigen. Der Mensch hat immer daran gearbeitet, allerdings wohl nie mit einer derartigen Ueberbewertung seines Koennens umgekehrt proportional zu gleichwertigem Unwissen der Vorantreiber aus derzeitig gegen jeden Wortsinn als elitaer geltender Schichten.

Umlautkombinat

20. Juli 2022 20:00

"Wie oft soll ich das hier noch posten bevor es mal aufgegriffen wird?"

Wie die Frau Kositza schon erwaehnte - Passivkonstruktion.

 

Gotlandfahrer

20. Juli 2022 20:42

@Niekisch: Dann sind doch aber die meisten Diskussionen auch hier Makulatur. Dann haben wir Menschen ein ganz anderes Problem.

Gracchus

20. Juli 2022 20:46

@Maiordomus 

Das ist nicht zu bestreiten. Auf Ihren Hinweis hin habe ich Justus Möser gegoogelt. Ihr Hinweis scheint goldwert. Aufgrund dessen bin ich geneigt, mein Urteil zu revidieren. Möser - heißt es in einem Artikel - wurde von Goethe und Herder geschätzt; auch sonst wurde er rezipiert. Was sein politisches Programm angeht, wie es im Artikel angerissen wird, sehe ich darin nichts Extremes. Dazu hat er über den Harlekin - ein kleines Steckenpferd von mir - gearbeitet. 

Maiordomus

20. Juli 2022 21:34

Googeln bei Möser ist erbärmlich, es braucht dazu das Standardwerk über die Geschichte des Konservativismus in Deutschland, von ca. 1967, seinerzeit in Criticon besprochen und von mir damals gleich angeschafft. Es geht hier um den Antiaufklärer Möser, der aber durchaus seine Welt von Osnabrück, wie sie vor der Revolution war, nun mal verteidigte. Ausserdem sein berühmtes Diktum: "Ich würde nie ein Mädchen heiraten, das lesen und schreiben kann!"  Habe das Opus in meiner gegenwärtigen Zweitwohnung nicht greifbar, kann deshalb nicht mal mehr auf den Namen des Autors verweisen, der um die 900 Seiten starke Schmöker ist indes sehr dick und war für meine Prüfungen bei Prof. Lübbe über nur historisch erklärbare Verhältnisse recht informativ. Möser konnte auf seine Weise, wie Wilhelm Schapp, der Ostfriese, gut beschreibend erzählen und aus reaktionärer Sicht die Verhältnisse frühsoziologisch analysieren. Sein Denken hatte Einfluss auf die Familie der Droste-Hülshoff, was bei deren berühmtestem Mitglied im ständigen Clinch mit ihrer tyrannischen hochaltmodischen Mutter nicht nur seine guten Seiten hatte, wiewohl die Droste auf ihre Weise erst recht, aber klar tiefer reflektiert als ihre Mutter, christlich-konservativ und auf ihre Art frühpessimistisch mit einem Schuss christiansiertem Schopenhauer reflektiert war. Die Welt der Judenbuche, nur weniger kritisch dargestellt als bei Droste, war zum Teil auch die Welt Mösers, der im Vergleich aber zum 17. Jahrhundert auf seine Weise in vielem durchaus fortschrittlich dachte. 

Nemo Obligatur

20. Juli 2022 22:23

@ Laurenz

Ameisen fahren aber nicht mit dem Auto und bauen nicht mit Beton.

Im Übrigen sollten Sie mal irgendwas unternehmen, bevor das mit Ihrem Tourette-Syndrom schlimmer wird. Oder hatten Sie einfach keine Kinderstube?

Lesen Sie sich einmal ihre Postings durch. Sie schaffen kaum ein Posting, ohne jmd. persönlich zu beleidigen.

Franz Bettinger

21. Juli 2022 00:21

"Glaubt denn hier jemand, dass eure emsige Tätigkeit auf allen Kontinenten folgenlos bliebe?“ sprach die Heuschrecke anklagend zur Ameise. - Ein anderer Forist hat gut geantwortet: "Folgenlos ist nichts, aber irrelevant. Irrelevant ist vieles.“ Was der Wald für die Ameise, ist die Erde mit ihrer Atmosphäre, Meeren und Bodenschätzen für den Menschen: ein riesiger weicher Puffer, tolerant und ergiebig, ja unendlich im Vergleich zu der winzigen Spezies, die sich - trotz ihrer Hybris - vor allem und bei allem in die Hose macht. 

Laurenz

21. Juli 2022 00:30

@Gelddrucker @Carsten Lucke & EK

Der Deutsche ist einfach lieber von Biergärten umgeben als von Dönerbuden. Kenne nur wenige Ausnahmen.

Sie sind aber nicht repräsentativ, auch nicht Ihre Bekanntschaft. Wenn wir von einer Bundestagswahlbeteiligung von 67% ausgehen, noch 10% für die AfD abziehen, wählen immer noch mehr als 50% die Altparteien mit den jedem bekannten Konsequenzen. Nach wie vor ist jede Veränderung des sogenannten Sentiments überzeugender als jede politische Argumentation. Meine Frau Mutter hat dieses Jahre bereits ca. 8.500 Liter Heizöl gekauft & dafür mehr als 11k Euro ausgegeben. Was glauben Sie, wieviel % der Rentner sich das leisten können? Ich habe für mein 42 qm Junggesellen-Paradies die monatliche Umlage um 35,00 Euro erhöht. Das wird nicht reichen. Indien, China, Brasilien, Saudi-Arabien & Co. haben langfristige, für sie günstige Verträge mit Rußland abgeschlossen & verkaufen uns den Rotz einfach teurer weiter. Wie blöd kann man sein? Das, Gelddrucker, wird das Wahlverhalten nachhaltiger verändern als jede Studie.

Franz Bettinger

21. Juli 2022 08:15

Link @Meeresspiegel (gehen teils rauf, teils runter, ab 1:01), Antarktis (wird kälter, ab 1:11), manipulierte Mess-Stationen ab 57’: https://www.youtube.com/watch?v=jdQiSWY1GWo 

Franz Bettinger

21. Juli 2022 08:26

Tidenhub in NZ: "Maximum tidal ranges exceeding 3.5m occur at Onehunga, Port Taranaki, Nelson, Westport and Auckland. The smallest tidal ranges (2 metres or less) are experienced at Gisborne, Napier, Wellington and Picton." Wir leben in der Nähe von Nelson. (Gebe zu, meine 5m waren übertrieben.)

Imagine

21. Juli 2022 08:40

Der Anlass, SiN zu lesen und dort zu kommentieren, war soziologisches Interesse am Phänomen AfD-Milieu und „Neue Rechte“, weil ich darüber über keine persönliche Erfahrung verfügte. Inzwischen weiß ich besser über dieses Milieu Bescheid.

Viele geben sich als Konservative aus, sind jedoch Reaktionäre. Reaktionäre sind Fortschrittsverhinderer, echte Konservative sind Fortschrittsbewahrer.

Zum Beispiel war Klaus Mollenhauer – Buch: „Vergessene Zusammenhänge. Über Kultur und Erziehung“ – ein echter Linker und Fortschrittsbewahrer.

Die heutigen Linken sind reaktionäre Systemerhalter, was die Rechten schon immer waren und auch das Gros der Neu-Rechten ist.

RMH

21. Juli 2022 08:43

"Googeln bei Möser ist erbärmlich"

@MD, aber für einen kurzen ersten Eindruck durchaus opportun und damit nicht verwerflich. Bis zu einer Universitätsbibliothek  - die mittlerweile auch mehr und mehr "gesäubert" wurden - hat nicht jeder einen kurzen Weg und eine Privatbibliothek wie die Ihre, sicher auch nur die wenigsten. Von daher Gemach, ein bisschen vom Gaspedal gehen ...

 

Franz Bettinger

21. Juli 2022 09:00

Die Grundannahme, Energie-Quellen (Atom, Kohle, Öl, Gas, Wasserkraft…) würden irgendwann versiegen, ist so falsch wie etwa die Annahme, Ameisen würde es jemals an Tannennadeln zum Bau ihrer Burgen fehlen. Wenn der Kosmos und unsere Erde eine Sache in vergleichsweise unendlichem Maße hat, dann: Energie (E = mc2). Dabei haben wir eine der 2 offensichtlichsten Energiequellen noch kaum angetastet: Erdwärme. Wir sitzen auf einem glühenden Ball. Der andere glühende Ball, die andere große Energie-Quelle, ist die Sonne. Es werden ständig neue Energie-Reservoirs gefunden und erschlossen. Die Annahmen des Club of Rome waren alle falsch. Mit der der Atomfusions-Technik stände ohnehin unendlich viel Energie zur Verfügung. 

Franz Bettinger

21. Juli 2022 09:22

@Wetterextreme? 40°C war es am 8. August 1975 und der Klimawandel noch nicht erfunden. Ich erinnere mich noch an diesen Tag, weil ich gerade in Löwen (Belgien) war, um einen Sprachtest (zur Zulassung zur UCL) zu absolvieren. Ich lag die halbe Nacht in der mit kühlem Wasser halb vollen Badewanne eines Hotels, während meine Eltern, wie viele anderen, draußen an der Plazza saßen und Stella Artois oder sonst was tranken. An Schlaf war kaum zu denken. (Ja, ich bestand den Test und dann auch alle weiteren. Stolz? Na klar!) 

Adler und Drache

21. Juli 2022 10:06

Dass die Menschen irgendeinen Effekt auf Klimaprozesse bewirken, halte ich für wahrscheinlich - es bleibt ja nichts unberührt vom menschlichen Tun. Eine andere Frage ist, wie groß dieser Effekt ist und wie er zu bewerten ist. Wiederum eine andere Frage ist, welche Effekte klimatische Veränderungen im Menschen selbst bewirken. Diese Frage wird seltsamerweise nie gestellt. Sowohl Nietzsche als auch Jünger machten sich darüber Gedanken, welche physischen oder psychischen Folgen atmosphärische/meteorologische Veränderungen haben könnten. Ich stelle das an mir selbst fest und frage mich, ob es auch kollektive Phänomene gibt. Zu Beginn der kleinen Eiszeit kam der Hexenwahn auf - ob die derzeit grassierenden Ängste nicht auch als Folgen klimatischer Veränderungen aufgefasst werden können? Es gibt kein intimeres Material als Luft, in ihr "leben und weben und sind wir", um ein Wort des Apostels Paulus aufzugreifen, sie umgibt und und durchdringt uns. Man müsste doch nun annehmen, dass Veränderungen in diesem Äther auch Rückwirkungen auf unsere Verfassung haben.      

 

Ein Fremder aus Elea

21. Juli 2022 10:40

"Die Ukraine war und ist Rußland."

"Österreich war und ist Bayern."

Weitgehend egal, der Punkt. Jedes Mal verkneife ich mir, es zu sagen, seit Monaten, aber vielleicht sollte ich es endlich tun: Referenden sollten anerkannt werden, Bürger nicht in Staaten hineingezwungen werden, und das gilt für alle Staaten gleichermaßen.

Umlautkombinat

21. Juli 2022 10:53

"Die Grundannahme, Energie-Quellen (Atom, Kohle, Öl, Gas, Wasserkraft…) würden irgendwann versiegen, ist so falsch [...] Die Annahmen des Club of Rome waren alle falsch."

Ich weiss nicht, warum man das Kind mit dem Bad ausschuetten muss und dabei selbst in verabsolutierende Muster faellt, die so typisch fuer das geistig prekaere Gruenentum sind..

Es gibt hier schon Unterschiede. Oel und Gas und auch Kohle sind auf Dauer zu schade, um verbrannt zu werden. Die Erde hat nur eine begrenzte Geschichte und Menge an Biomasse, die in groessere Teile dieser Rohstoffe umgewandelt wurden. Auch mit Wasser kann man sorgsam umgehen. Atom ist voellig OK, Fusion erst recht. Auch ein paar Windraeder und Photokollektoren. Aber eben alles ehrlich gerechnet.

 

 

Laurenz

21. Juli 2022 11:10

@Nemo Obligatur @L.

Tourette-Syndrom

Ist doch bei Linken immer wieder schön, wenn man keine Ahnung hat & davon aber besonders viel. Oder gemäß Volker Pispers, Wenn der Feind bekannt ist, hat der Tag Struktur.

Das Tourette-Syndrom bezeichnet Tics, also ein Zucken. Mich belasten weder Tics, noch Zuckungserscheinungen.

Das, was Sie eigentlich meinten, nennt man Koprolalie. Allerdings ist das wesentliche Symptom der Koprolalie das zusammenhanglose Einstreuen fäkaler Begriffe, sexueller Kraftausdrücke oder gar Hasserfülltheit in die normale Rede.

Meine Beleidigungen gegenüber anderen sind aber nie zusammenhanglos. Insofern besteht auch kein krankhaftes Symptom. Im täglichen politischen Diskurs werden heutzutage Andersdenkende permanent stigmatisiert, also, wenn man so will, beleidigt. ZB Tim Kellner hatte das erkannt & nutzt es für Seine Kunst. Er mußte & gewann vor Gericht, weil Er Frau Chebli als Islamische Sprechpuppe bezeichnete. Der politische Diskurs ist kein Kindergeburtstag. Sie Selbst, Nemo Obligatur, nutzen doch dieses Instrumentarium der Beleidigung, das wahllose Unterstellen irgendeiner Störung, um mich zu diskreditieren, um damit nicht in die Sache gehen zu müssen. Vielleicht fällt Ihnen das nächste Mal auch was Inhaltliches ein. Auch die Redaktion, zB ML,  unterscheidet Beleidigungen & erachtet das Beleidigen unseres politischen Gegners durchaus als legitim, während man hier im Diskurs sensibler ist.

Laurenz

21. Juli 2022 11:33

@Adler und Drache

Hexenwahn

ist & war nichts Neues während der Vorläufer der Kleinen Eiszeit um 1300. Es wurde dazu nur mehr publiziert, die Verfolgung des Heidentums mehr organisiert. Es gab sogar lange vorher richtige Kreuzzüge ins Wendische, das Baltikum etc.

Der Hexenwahn ist alttestamentarisch, Exodus, Kapitel 22, Du sollst die Zauberinnen nicht leben lassen.

Anfangs, als ich hier das erste mal aufschlug, stellte ich die These in den Raum, die Arianer & andere Häretiker wären verfolgt & gemordet worden, konnte aber keine Quellen aufzeigen. Mittlerweile verfüge ich über Quellen.

Es ist richtig, daß ab 1300 (Karl IV, Haus Luxemburg) ganze Sommer ausblieben, das schwerste katastrophale Wetterphänomen seit über 1k Jahren Deutschland heimsuchte, gegen die das Ahrtal pillepalle ist, war das Magdalenenhochwasser 1342. Und natürlich suchte man dann nach Schuldigen, meist aber nur ein Vorwand für Leute, die man eh beseitigen wollte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenenhochwasser_1342

Die Spuren des Magdalenenhochwassers kann man teils heute noch in unseren Wäldern nachvollziehen.

Niekisch

21. Juli 2022 11:48

"@Niekisch: Dann sind doch aber die meisten Diskussionen auch hier Makulatur. Dann haben wir Menschen ein ganz anderes Problem."

@ Gotlandfahrer 20.7. 20:42: Optimistisch bin ich insofern,  als die naturwidrige Politik der uns Verwaltenden immer offensichtlicher wird. Viele, gerade sog. kleine Leute, bemerken und erkennen dies, auch die Absichtlichkeit. Von da bis zur Erkenntnis der Hintergründe ist es nicht mehr weit. Im 20 Jahrhundert war es ein großes Thema und das kollektive Gedächtnis reicht weit bis in die Jetztzeit. 

Sie tragen ja schon keine Masken mehr, agieren frank und frei und frech. Die Physiognomie ihrer Gesichter gleicht dem behauenen Stein, ihrem Ideal.  

Maiordomus

21. Juli 2022 12:00

@Wikipedia zu konsultieren ist nicht nur nicht verwerflich, sondern notwendig, wenn man nachsehen will, was heute so über Justus Möser, dort gar nicht so schlecht, oder leider auch über den Herausgeber von Sezession herumgeboten wird, meinetwegen auch über den mir noch persönlich bekannten Hans Filbinger oder sagen wir mal über die frühen Hebelpreisträger. War ja auch positiv überrascht über die Nennung von Reinhold Schneiders Meister-Essay über den Protopopen Awwakum aus "Macht und Gnade" im einschlägigen Wikipedia-Artikel. Im Einzelfall gibt es sehr viel mehr gute als noch vor 12 Jahren, als ich eine Vorlesung über Wikipedia hielt im Vergleich zu Zedens über 60bändigem Universallexikon aller Wissenschaften und Künste aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, dem gegenüber Wikipedia damals noch - proportional - in keiner Weise Schritt halten konnte, was ich mit Direktvergleichen, älteres Wissen betreffend, noch und noch belegen konnte. Als Beispiele präsentierte ich damals die mittelalterlichen und noch neuzeitlichen Ritterorden (Johanniter, Deutschritter usw.) sowie sogar Ortsbeschreibungen älterer Städte; selbst auch umstrittene Theologen und Denker verschiedener Richtungen und Konfessionen wurden so gut wie immer ohne gehässige Wertungen dargestellt. So etwas können Sie bei Wikipedia auch heute noch nicht erwarten. 

Maiordomus

21. Juli 2022 12:20

@Adler und Drache. Ich habe eine dreistellige Zahl von Hexenprozessen im Alpenraum aktenmässig durchgesehen und kann Ihnen das fast durchgehende Wettermachersyndrom, so bei den Hexen von Uri und im Wallis nur bestätigen, wobei ich indes im Vergleich zur heutigen Justiz mit bedauerlicher Ausnahme der Folter das Argumentationsniveau nicht unterschätzen würde, z.B. bei den Ermittlungen betr. Lebensmittelvergiftungen, in welchem Falle Nachkommen des Landesheiligen aus einer Landammannfamilie von den Untersuchungen nicht ausgeschlossen waren. Mein Lehrer Lübbe betonte, dass die Hexenprozesse, weil für das Verständnis des Teufels ein abgeschlossenes Theologiestudium notwendig war, dieselben zur Professionalisierung und Akademisierung der Justiz beitrugen, worüber  Dürrenmatt in Meisternovelle "Die Panne" sich höhnisch-realistisch betr. Kultivierung spielerischer Rachsucht ausgelassen hat. Errungenschaft der Hexenprozesse bleibt die erstmalige Sensibilisierung der Justiz für mögliche Verantwortung des Menschen gegenüber Wetter und Klima, ungeachtet Alter, ca. ab 6 Jahren, und Geschlecht, natürlich auch Männer. und Knaben.

Ein Fremder aus Elea

21. Juli 2022 12:37

Zur Erderwärmung.

Nur weil Systeme Rückkopplungen besitzen, heißt das nicht, daß diese Rückkopplungen verstärkend wirken, sie können auch genauso gut, und tun es übrigens, wenn man sich die Sache mal grundsätzlich überlegt, mildernd wirken, beispielsweise führt Meereseis nicht wirklich dazu, daß die Erde kälter wird, sondern dazu, daß die Ozeane wärmer bleiben und die Erde insgesamt auch, nur die Luft über den Ozeanen nicht. Nur als Beispiel. Die ganze Klimaforschung ist von einer erschreckenden Unseriösität.

RMH

21. Juli 2022 12:43

Warum gehen eigentlich so viele - spätestens seit Heinrich Himmler eigentlich fast alle - davon aus, dass es sich bei den verfolgten Hexen und Hexern um quasi kryptopaganische Überbleibsel der vormaligen Religionen Europas gehandelt haben soll?

In Wahrheit waren es wohl überwiegend einfache Denunziationsopfer, selber gläubige Christen ohne echte, eigene abweichende Glaubensvorstellungen und-riten (das, was wir landläufig unter der Hexenverfolgung verstehen, hatte bekanntermaßen seinen Höhepunkt in der frühen Neuzeit und nicht im Mittelalter. Weise Kräuterweiber gabs auch im christlichen Gewand (die bekannteste dürfte Hildegard von Bingen sein). Der Glaube an die Möglichkeit und Existenz von Schadenszauber hingegen hat klar vorchristliche Wurzeln - insofern könnten die Verfolger die wahren "Heiden" gewesen sein.

Ferner: Die Satanskulte, welche es damals und bis heute gibt, haben allesamt orientalische Ursprünge und ich kann da nur wenig aus dem bekannten indogermanischen Pantheon erkennen (die netten, kleinen Gehörnten mal ausgenommen).

Ein Fremder aus Elea

21. Juli 2022 13:19

Adler und Drache,

"Wiederum eine andere Frage ist, welche Effekte klimatische Veränderungen im Menschen selbst bewirken."

Sie meinen sowas wie, wenn's schwül wird, werden die Leute dösig, wenn's nebelig wird, depressiv, wenn's richtig kalt wird, kurz angebunden, und so weiter?

Maiordomus

21. Juli 2022 13:44

@RMH. Hexenverfolgung hing überschneidend mit Ketzerverfolgung zusammen. Sie unterschätzen womöglich Krankheiten, oft psychischer Natur sowie von Paracelsus 1531 beschriebene verschiedene Arten des Veitstanzes, bei denen nebst Drogengenuss religiöse Faktoren sowie massenpsychologische Wahnvorstellungen mitliefen. Man bedenke, dass und warum man Hostiendiebinnen oder Personen, die vorsätzlich Sakramente schändeten, ohne von sektiererisch-ideologischer Gruppe dazu angestachelt zu sein, nun mal als Verleitete des Teufels interpretierte. Kompliziert war das Hexenwesen auf dem von Paracelsus beschriebenen schwäbischen Heuberg, dort in die Fasnettradition eingegangen-. Es ging um die "Erklärung" von Missgeburten, sog. Monstra. Den wohl bestdokumentierten Fall, dessen ungekürzte Quellen aber lateinisch geschrieben sind, stellt die Mutter des Astronomen Kepler dar, der die Frau zwar zu retten verstand, sich aber über ihren psychisch schwierigen Zustand, der ihm und seiner Gattin Mühe bereitete, keine Illusionen machte, sich über seine Mutter intern alles andere als schmeichelhaft äusserte. Es war komplizierter als Sie denken!

Hartwig aus LG8

21. Juli 2022 13:49

@ Ein Fremder aus Elea

Kann mir nicht vorstellen, dass @Adler und Drache so etwas meinte (schwül-dösig, neblich-depressiv etc.). Hier verwechseln Sie Klima und Wetter.

Es steht wohl außer Frage, dass die Klimazone, und einhergehend auch die Vegetationszone die Natur (und Kultur) des dort lebenden Menschen prägt.

Diese Wirkungen kann man schon bei Europäern nördlich bzw. südlich der Alpen beobachten. Die heutige Technisierung der Lebensumwelt nivelliert diese Unterschiede, konnte sie aber bislang nicht völlig tilgen.

Laurenz

21. Juli 2022 13:55

@RMH

kryptopaganische Überbleibsel 

Da machen Sie aber ein Faß auf.

In den letzten 2k Jahren änderte sich sie religionspolitische Gefechtslage quasi von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Der größte Feind eines Christen war nur manchmal der Heide, meist war es aber ein Christ. Unter den ersten unterschiedlichen Schulen des frühen Christentums kam schnell der Begriff der Häresie auf. Das sind natürlich immer die anderen. Der hebräische Begriff des Satans bedeutet nur Gegner oder Widersacher. In diesem Sinne sind alle politischen Gegner, zB die Sozis, Anhänger eines Satanskultes. Als Theodosius den kaiserlichen Erlaß heraus gab, daß heidnische Tempel nicht mehr besucht werden dürften, geschweige denn Kulthandlungen, gingen viele Christen dazu über, Tempel, Kunst & Bibliotheken zu vernichten. Aber in einigen Regionen des Reichs waren die Christen in der Minderheit, da wurden schon mal 50 Christen beim Versuch der Tempelschändung von Heiden platt gemacht. Mit der Ausrottung von sogenannten Kräuterhexen unterband die Kirche zB Geburtenkontrolle. In der christlichen Frühzeit kam auch die Mode des Märtyrertums auf & mußte quasi verboten werden. Allen Aposteln wurden Märtyrertode angedichtet. Desweiteren verweise ich auf meinen Beitrag @Adler & Drache.

Ein Fremder aus Elea

21. Juli 2022 14:28

Hartwig, wenn Sie nur auf die Flora absehen, sind die Unterschiede, abgesehen vielleicht von Heilpflanzen und Drogen, doch auf die Schwierigkeit der Landwirtschaft beschränkt. Das macht natürlich Unterschiede. In Arabien, etwa, haben Sie hauptsächlich Händler von Alters her, also wertschöpfungsmäßig ins Gewicht fallend, heute wieder mit russischem Gas Dank... also wenn Deutschland zur Wüste würde, würden wir wahrscheinlich trotz Sanktionen mit russischem Gas handeln. Das scheint mir durchaus plausibel. Erinnert mich an Mad Max und Kin-Dza-Dza, wenn ich so darüber nachdenke.

Maiordomus

21. Juli 2022 14:31

PS. In der tausendjährigen Friedhofkirche St. Peter und Paul in Nusplingen am Heuberg finden Sie nicht nur die Motive @Adler und Drache, also den Apostel Johannes und denTeufel, sondern auch eine der ganz wenigen Darstellungen fliegender Hexen in einer deutschen Kirche, wobei die "Flugerfahrungen" natürlich in die Drogengeschichte gehören so weit sie, was selbstverständlich vorkam, nicht einfach via Folter herausgepresst waren. Zum Gesamtzusammenhang: Selbstverständlich sind auch bei den dokumentierten Hexenprozessen auf und um den Heuberg meteorologische Phänomene über die Produktion von Unwettern bis hin zu Steinschlag und Erdrutschen usw. Standard, was freilich bei den Hexenprozessen in der Nähe des St. Gotthard (Uri, Wallis) noch stärker dominiert. 

Pferdefuss

21. Juli 2022 15:50

@RMH

'...als Hobbygärtner...aus der... Erfahrung der Meinung, dass der Mangel an gleichmäßigem Regen spürbar ist und dass damit Dürre und Wassermangel ein Problem sind...

Kulturlandschaft hat sich immer aus Bodenbeschaffenheit, Klima-/Vegetationszone (!), Jahreszeiten, Schädlingen (s. Reblaus im sächsischen Elbtal) anpassen, also auch nachgeben müssen. 

Der zwanghafte Wunsch, auf jedem Stückchen eigener Erde die Fruchtbarkeit mit Wässern und tonnenweiser Muttererde, Blumenerde, Gartenerde aus dem Gartencenter zwingen zu wollen, ist m. E. kein Ausweg. Es entsteht eine 0-8-15-Agrokultur, die immer nur künstlich am Leben erhalten werden kann.

Geduld und Neugierde aufbringen, was unter extremen Bedingungen gedeiht?  So wie ein Spitzensportler nur in einer Disziplin gut sein kann, kann auch ein Garten nicht in allen Disziplinen Früchte liefern.

(Ich kann mich dunkel erinnern, dass Naturfreunde Anfang der 80er solche Studien in Bonner (Vor-)Gärten durchgeführt haben und sehr viele Pflanzen herausgefunden haben, die nur auf diesem und keinem anderen Standort optimal existieren konnten.   

Niekisch

21. Juli 2022 16:25

"Warum gehen eigentlich so viele - spätestens seit Heinrich Himmler eigentlich fast alle - davon aus, dass es sich bei den verfolgten Hexen und Hexern um quasi kryptopaganische Überbleibsel der vormaligen Religionen Europas gehandelt haben soll?...Der Glaube an die Möglichkeit und Existenz von Schadenszauber hingegen hat klar vorchristliche Wurzeln"

@ RMH 21.7. 12:43: Alles hat sein Ursach und die 2000-jährige christliche Vernebelung tat und tut immer noch ihr Übriges: Allerorten Fehlinformationen, Spekulation, Verdrängung, ja fast der Sexualscham vergleichbare Distanz zum vormals Eigenen.

Ausgangspunkt ist das vorchristliche Heilen durch weise Frauen, das nach der (oft gewaltsamen) Bekehrung durch das Christentum durch christliche, männliche, Priester abgelöst wurde. Eine wesentliche Änderung der Heilverfahren geschah nicht, das volkstümliche Heilverfahren lebte lange Zeit weiter. 

weiter II.

Niekisch

21. Juli 2022 16:26

II.

Die alten Heilungen waren  n i c h t  paganisch, allenfalls wirkten religiöse Gebräuche mit, Zauberei  spielte mit hinein und galt in der heidnischen Zeit als frevelhaftes Bemühen, über die menschlichen Schranken hinaus in den Kreis göttlichen Wirkens zu dringen. Es gab  n i  c h t   nur den Schadenzauber. Das eigentliche Ziel des Zaubers war der Mensch. Selbst wo auf die Natur eingewirkt wurde, geschah es nur, um bestimmten Leuten zu schaden oder zu  n ü t z e n. 

Das vorchristlich als  edel und rein angesehene Werk der "Walküren und Nornen", geachteter Frauen,  im Gebet, dem Segen, dem Opfer, der Weissagung, der Heilung und Zauberei wurde durch das Christentum in den Tod verwundet, zumindest kollektivpsychologisch bis in die Zeit der Hexerei hinein ( vgl. Weinhold, Karl, Altnordisches Leben, S. 271 ff.)

Niekisch

21. Juli 2022 16:45

"Es ging um die "Erklärung" von Missgeburten, sog. Monstra....Es war komplizierter als Sie denken!"

@ Maiordomus 21.7. 13:44: vor der Verchristung war es nicht kompliziert: Mißgeburten wurden sofort getötet, retten konnte nur sofortige Namensgebung durch den Vater und Benetzung des Neugeborenen mit Wasser (durch die Kirche als Taufe übernommen). Selbst noch nach der Verchristung wurden "Mißgeborene" getauft und sodann  i n  der Kirche dem Tode überlassen (vgl.Weinhold, Karl, Altnordisches Leben, S. 170)

Hartwig aus LG8

21. Juli 2022 17:14

Passend zum Thema zwei Filmtipps. Dokumentationen von Marijn Poels, verlinkt auf der Plattform Cashkurs von Dirk Müller ... Die jeweils ersten zwei drei Krawallminuten sollten nicht abschrecken. Das sind besinnliche Filme mit vielen, nicht auf die Schnelle beantworteten Fragen. Klima, Landwirtschaft, Globalisierung ... (weitgehend in deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=USYQ3B0RCUE

https://www.youtube.com/watch?v=p3D1Ggkrz9M

 

Waldgaenger aus Schwaben

21. Juli 2022 17:45

Zum Klimawandel:

Der ist IMHO menschengemacht und Massnahmen dagegen notwendig. er wird aber von Ideologen missbraucht, um ihre Ziele durchzusetzen. Sind diese an der Macht, wird dies dei Umweltzerstörung und den Klimawandel beschleunigen.

Ich sehe da eine Parallele zur sozialen Frage in der frühen Industrialisierung und dem Sozialismus. Er war und ist unsozialer als jede Form der Freien Marktwirtschaft.

Zerstörung der Umwelt und beschleunigten CO2-Ausstoss durch die grüne Ideologie können wir jetzt schon beobachten. Beides wird zunehmen.

Die Verbesserung der sozialen Lage war hauptsächlich dem Technischen Fortschritt in den Ländern der Freien Marktwirtschaft zu verdanken. Seit einigen Jahren stagniert diese Verbesserung, nicht zufällig mit dem Aufschwung des sozialistischen Denkens in Ländern des sog. Westens.

Die Folgen des Klimawandels und seine Beherrschung ist ebenfalls nur durch technichen Fortschritt möglich und der findet nur in einem freiheitlichen Umfeld statt.

Nemo Obligatur

21. Juli 2022 18:14

@ Laurenz

Wikipedia weiß unter dem Stichwort Tourette-Syndrom: "Komplexe vokale Tics sind das Nachsprechen von Wörtern oder das Herausschleudern obszöner und aggressiver Ausdrücke. "

Passt.

RMH

21. Juli 2022 18:41

@Pferdefuss,

in meinem Garten habe ich schon lange darauf reagiert und es so eingerichtet, wasserarm zurecht zu kommen und das ist ja auch nicht ernsthaft entscheidend (da ich den (noch?) nicht zur echten Selbstversorgung nutze). Aber was macht eine Landwirtschaft, die nicht nur die Funktion eines Öko-Gärtners oder "Biofuel"- Produzenten haben soll und schlicht die hiesige Bevölkerung ernähren soll? Konservativ, Rechts etc. würde man da immer auch ein Stück weit in Richtung "Autarkie" denken.

Da wären wir dann wieder bei der Winterkälte ...

wbs47

21. Juli 2022 18:46

@Fremder...

"Referenden sollten anerkannt werden, Bürger nicht in Staaten hineingezwungen werden, und das gilt für alle Staaten gleichermaßen." 

Volltreffer!!! Ist schon seltsam, daß diese Seite zwar den Begriff Sezession im Namen trägt, die segensreiche Wirkung von Sezessionen in den Diskussionen jedoch weit hinter der Chimäre von anderen "menschengemachten Katastrophen" zurücksteht. 

Inzwischen könnte fast jeder Staat befriedet werden, wenn es international verbindlich akzeptierte Sezessions-Grundregeln gäbe. 

frosch

21. Juli 2022 19:32

Ich suche Verbündete. Da gibt es verschiedene Sphären. Die politische Sichtweise ("Was ist zu tun?"), die wissenschaftliche ("Was ist der Sachverhalt?"), der Kampf um Rang und Anerkennung ("Haben Sie das überhaupt gelesen ..?!?"). Bei HB finde ich eine tiefe emotionale Verbindung. Die Ambivalenz, die ich doch in mir auch habe, darf da sein. Von da geht vieles aus. Danke!

Sandstein

21. Juli 2022 19:34

Interessanter Kommentarstrang. Natürlich wieder einige komplett am abdriften, aber das ist man ja gewohnt mittlerweile: auch das kann aber manchmal ein Gewinn sein. 
 

Die BILD titelte (sinngemäß) heute: „Bananenrepublik Brandenburg: warum dank (sic!) Klimawandel jetzt Bananen auch in Brandenburg angebaut werden können.“

..spart ne Menge Schweröl und den Kartellen fehlt eine Transportmöglichkeit für ihr Kokain, dachte ich so bei mir.  
Was die Grünen-Nasen wohl dazusagen? 
 

Ich musste jedenfalls herzhaft lachen. 
 

ps: @HB mal wieder schön zu lesen, bleiben Sie ruhig melancholisch. Wer in diesen Zeiten Optimist bleibt, ist entweder zynisch oder doof, oder sogar beides. Gruß 

Franz Bettinger

21. Juli 2022 22:53

@MD: So wie (bei aller berechtigten Kritik) der werte Bhakdi (wenigstens nach außen hin) an Viren glauben muss, glaubte Kepler (vor dem Gericht, in dem er seine Mutter erfolgreich gegen den Vorwurf verteidigte, sie sei eine Hexe) an die Existenz von Hexen. Er hätte, hätte er diesen Glaubens-Rahmen zu sprengen versucht, auch gar kein Gehör gefunden. Doch gibt es das alles nicht, weder Hexen, noch Viren noch ein bedrohlicher Klimawandel. Die meisten von uns sind in einem Lügennetz gefangen, und sie versuchen nicht einmal zu entkommen. Dabei ist es leicht. 

Laurenz

22. Juli 2022 01:07

@Waldgänger aus Schwaben

Zum Klimawandel, der ist IMHO menschengemacht und Maßnahmen dagegen notwendig.

Woher wollen Sie das wissen? Denn, kann sein, kann nicht sein. Es leben genügend Wissenschaftler, die meinen, wir könnten uns auf den Kopf stellen & keinen Einfluß auf die Klimaentwicklung nehmen, außer im makro-klimatischen Bereich. Das ist in etwa wie mit der Ewigen Verdammnis, kann sein, kann auch nicht sein. Blöd ist es nur, wenn derjenige, der kann nicht sein evident vertritt, auf dem Scheiterhaufen landet.

Laurenz

22. Juli 2022 07:28

@Niekisch @RMH

 

kryptopaganische Überbleibsel

Muß mich hier nochmals bei Ihnen explizit bedanken, Niekisch. Einerseits beleuchten Sie hervorragend den historischen Aspekt in unseren Gefilden, wobei dieses sich sicherlich weltweit auch in anderen Gefilden vergleichbar darstellt & andererseits fühle ich mich hier nicht ganz so alleine mit der historischen Ignoranz & dem epochalen undeutsch sein dieses Forums. Das diesbezügliche Bewußtsein sah vor 150 Jahren unter Konservativen noch wesentlich besser aus. Normalerweise kann ich Dispute, die hier stattfinden, ganz gut ab. Aber gerade in den entscheidenden Fragen, woher kommen wir? Wer sind wir? Und wohin gehen wir? .... befleißigt sich dieses Forum eines total gestörten Bewußtseins. Da könnt' ich kotzen. Das betrifft natürlich nicht alle Teilnehmer, aber einige. 

Frage an die Redaktion: Ist das Buch Weinhold, Karl, Altnordisches Leben, verfügbar?

Imagine

22. Juli 2022 09:01

„Klima“ ist ein typisches Stammtischthema. Alle haben eine Meinung, aber niemand verfügt über ein fundiertes Wissen. Aber soviel verstehe ich von den naturwissenschaftlichen Zusammenhängen, um sicher zu sein, dass die Behauptung, dass das CO2 für die Klimaveränderung ein oder der kausale Faktor sei, falsch ist.

Die Klimadiskussion geht mir daher am A. vorbei, so wie auch den Reichen und Mächtigen, die nicht daran denken, ihr Alltagsverhalten daran zu orientieren. Nur die Massen sollen ihren Konsum und Wohlstand einschränken.

Der Vergeudungskapitalismus mit seiner Über- und Obsoleszenzproduktion geht weiter, ebenso die Kriege: Wenn es um Profit geht, sch… das Establishment und ihre  Politfiguren auf Natur und Klima.

H.B. machte den Moralapostel, ohne fundierte Kenntnisse, aber voll Mainstream. Wie bei Corona. Typisch Lehrer.

Franz Bettinger

22. Juli 2022 09:02

Zumindest was Metalle angeht, wird es keine Engpässe geben. Im Gegenteil, immer mehr Erze werden aus der Tiefe an die Erdoberfläche hochgebracht, von Menschen genutzt und dann zu 98% recycled. Das ist nachhaltig; es wird also fast nichts verbraucht. Es wird nur immer mehr gefördert! Dasselbe gilt mit gewissen Einschränkungen für lebende oder fossile Zellulose. Fotosynthese schafft Material im Überfluss heran. Sie verschafft der Erde etwa 90 mal (so glaube ich mich aus dem Studium zu erinnern) mehr Materie / Material pro Jahr als der Mensch pro Jahr zu Bau- und Energie-Zwecken braucht und verbraucht. Was nicht verbraucht wird, geht ganz natürlich den Gang der Dinge: es wird abgelagert und allmählich zu Kohle, Gas und Öl umgewandelt, was irgendwann vielleicht mal wieder an die Atmosphäre gebracht und neu gebraucht, d.h. in den ewigen Kreislauf eingespeist wird. Es sind alles Kreisläufe. Ich habe gar keine Befürchtungen, dass wir Ameisen im unendlichen Wald keine Nadeln mehr finden könnten. Dazu: @Klima: 

https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20222/die-hysterischen-katastrophenprognosen-bringen-uns-um/

RMH

22. Juli 2022 09:37

"befleißigt sich dieses Forum eines total gestörten Bewußtseins."@L, Sie könnten wenigstens so etwas wie Respekt vor dem Glauben anderer aufflackern lassen, so wie jeder Respekt vor seinen heidn. Ur-Ur-etc. Ahnen hat.

Kositza: mein Reden

Worauf ich mit der kleinen Formulierung Kryptopaganismus eigentlich anspielen wollte ist der mit nichts belegbare Glaube, dass es in Deutschland noch irgendwo Wotanisten etc., ähnlich wie Bigfoot noch in den Rocky Mountains unterwegs sein soll (Kryptozoologie), bis zumindest vor wenigen hundert Jahren gegeben haben soll und das insbesondere die verfolgten Hexen solche "Bigfoots" gewesen seien. Es spricht doch eher etwas für die alte These, dass das europ. Christentum, wie wir es seit Jhdten kennen, nichts anders ist als transformiertes, europ. Heidentum. Die Nachfahren der Heiden sind die europ. Christen, daher auch die deutlichen Unterschiede zu oriental. Christen, und bekämpften die Konkurrenz echter oriental. Herkunft, wie sämtliche gnostische Strömungen, zu denen man auch die Albigenser zählen kann. Diese Thesen sind nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen, aber von einer Vernebelung kann keine Rede sein. Im anderen Debattenstrang wies ich schon auf Chateaubriands "Genius des Christentums" hin, welches insbes. von Goethe rezipiert wurde. Goethe kann nun wahrlich nicht als Bilderbuchchrist gelten. Goethe soll sinngemäß einmal formuliert haben, in der Naturforschung sind wir Pantheisten, in der Poesie Polytheisten und in der Sittenlehre Monotheisten.

RMH

22. Juli 2022 10:01

... und heute stellt ein Artikel bei Tichys wichtige Fragen zum Ausbau der Windkraft:

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/das-abc-von-energiewende-und-gruensprech-105-terrestrial-stilling-windkraft/

 

Imagine

22. Juli 2022 10:14

Es gibt eine Korrelation zwischen Erderwärmung und CO2-Anstieg.
Je höher die Wassertemperatur, desto höher die Freisetzung von CO2.
Müsste jeder wissen, der einen Wassersprudler besitzt.
Aber CO2 ist NICHT die Ursache der Erderwärmung.

 

Imagine

22. Juli 2022 10:40

Dass es historisch Klimaveränderungen mit Warm- und Kaltzeiten gegeben hat, beweist doch nicht, dass menschliches Verhalten keinen Einfluss auf die Klimaentwicklung besitzt.

Es mangelt an logischem Denken.

 

Franz Bettinger

22. Juli 2022 12:29

@Imagine: Es stellt sich nicht die Frage des ob oder ob nicht. Der Furz jedes Schmetterlings hat Auswirkungen. Es geht doch allein um die Relevanz. Der Mensch ist so gut wie irrelevant, was das Klima angeht. Das ergibt sich schon aus der Betrachtung vergangener Klimata, die dem unseren sehr wohl vergleichbar sind, obwohl der Mensch vor 4000 oder 2000 oder 500 Jahren in 10 bis 100-facher Verdünnung (und ohne Industrieschlote) vorkam. Warum sollte er heute plötzlich einen Einfluss haben, wo doch das Klima so gar nicht anders ist als in früheren Warmzeiten. Die Puffersysteme der Meere und der Athmosphäre sind quasi unendlich. 

Laurenz

22. Juli 2022 12:29

@Imagine

Der Nobelpreisträger hier ist nicht logisch, meinen Sie?

https://youtu.be/eU0B-H6AoF4

Niekisch

22. Juli 2022 13:02

RMH & Ellen Kositza 22.7 9:37: Meine Antwort erfolgt deswegen, weil mit "Vernebelung" ich gemeint bin. Sie beide wissen, daß ich hier immer meinen Respekt insbesondere vor Jesus bezeugt habe. Ebenso vor christlich inspirierter Kulturleistung. Sind nicht die mittelalterlichen Dome gebündelt aus germanischer Gestaltungskraft und christlicher Inspiration  entstanden? Hätten Pygmäen sie errichten können? Ja wollen? 

"transformiertes, europ. Heidentum." Ja, RMH, das stimmt.

"Nachfahren der Heiden sind die europ. Christen, daher auch die deutlichen Unterschiede zu oriental. Christen, und bekämpften die Konkurrenz echter oriental. Herkunft" Das stimmt nur vordergründig, denn das aus dem Vorderen Orient zu uns gelangte  Christentum selber ist ja schon jüdisch-orientalischer Herkunft und somit unserer seelischen Konstitution hyprid, zumindest konträr.. 

weiter II.

 

 

 

Niekisch

22. Juli 2022 13:04

II.

.. Da bleibt nur, wie von mir immer vorgeschlagen, das Hereinnehmen "kompatibler" Elemente, wie es Horst Obleser so schön beschreibt. Das Wegsperren alter Seelenanteile durch das Christentum dürfte mehr Leid verursacht haben als angeblich mangelnder Respekt von Nichtchristen gegenüber Christen.

"in der Naturforschung sind wir Pantheisten, in der Poesie Polytheisten und in der Sittenlehre Monotheisten."  Falls Goethe sich dergestalt geäußert haben sollte, so zeigt es doch sehr schön auf, wie aus dem vorchristlichen holistischen, naturinwendigen Lebens- und Glaubenskreis eine naturwidrige Aufspaltung erzeugt, teils erzwungen wurde und bis zum heutigen Tage quälend auch in den Glaubensspaltungen weiterwirkt.

Das gute eigene Alte bewahren, das neue schlechte Fremde ausscheiden, mit freiem Herzschlag in die Zukunft blicken!
 

anatol broder

22. Juli 2022 15:08

@ niekisch 13:04

«das wegsperren alter seelenanteile durch das christentum.»

(1) welche seelenanteile sind es?

(2) warum sind sie alt?

(3) entfalten sich dabei andere seelenanteile?

Niekisch

22. Juli 2022 15:45

@ anatol broder 22.7. 15:08: Da muß ich zunächst eine Gegenfrage stellen: Worauf beziehen Sie das "dabei" unter (3)?

Gracchus

22. Juli 2022 17:06

@Religionsdebatte, die 112te:

RMH sagt es ganz richtig. Die Vorstellung, @Niekisch, in uns hockte, ein Germane - unser eigentliches Ich -, seit Jahrhunderten in Ketten gelegt -, ist doch Phantasterei, oder es mag für Sie gelten. Das Christentum hat sich ja nicht einfach so durchgesetzt, und nicht in Reinform, es brauchte ja Träger. Ohne Adaptionen geht das nicht. Barkhoff hat das gut beschrieben, dass in das deutsche Christentum noch anderes eingeflossen ist. Genauso gut könnten Sie ja gegen die griechisch-römische Antike zu Felde ziehen; gerade Sie als Jurist hätten Anlass dazu. 

 

 

 

Krinschmeister

22. Juli 2022 17:18

@Imagine: Klima ist kein Stammtischthema, sondern wird uns aufgebrummt. Hat auch finanzielle und kulturelle Folgen. Tip: Die Broschüre "60 Fragen" aus dem Kaleidoscriptum-Verlag.

Zu Christentum und Seelenanteilen: Da Gott Vater ja Schöpfer ist, ergibt das schon gar keinen Sinn. Wie Gómez Dávila schrieb: Der Gläubig weiß wie man zweifelt, der Ungläubige weiß nicht, wie man glaubt.

Es geht hier um viel mehr: Warum soll ich mich nicht töten -- was ich als Atheist mit Anfang zwanzig überlebte (hatte nur einen Filmriß) --, wenn die Hölle nicht auf mich darnach wartet? Christen, die dies verstanden, waren zumindest Reinhold Schneider (wenn die Kraft Christi schwindet, dann ist kein Halten mehr, ist der Selbstmord möglich [Verhüllter Tag]) und das Übergenie Kierkegaard.

Philosophisch ist es hier immer wieder recht dürftig. Spengler & Nietzsche haßten das Leben ja auch.

@HB: Impfung ist nun wirklich nicht zu verteidigen bei mehr Impf- als Coronatoten. Nein, da lasse ich mich lieber standrechtlich erschießen als unseren moralische verkommene, ehebrechenden "Eliten" zu gehorchen. Aber das ist für mich als geborenen Selbstmörder -- wie Schneider -- auch kein großes Problem, spucke ich doch auf meine Existenz.
 

Krinschmeister

22. Juli 2022 17:22

Das Problem bzgl. Glauben ist ohnehin komplexer, da der Atheist Moral nicht setzen kann. Wie Thomas E. Woods in "How the Catholic Church Built Western Civilization" schreibt, waren es die ersten christlichen Kaiser, die die Säuglingstötungen und das Schlachten in den Arenen verbaten. Roemer, Griechen, Germanen toeteten schwache Kinder usw. usf. Siehe auch den Blog-Eintrag "Letter to Common Sense Atheism I" (bis VI) Vox Days.

Allnichts

22. Juli 2022 17:52

Ein Prozent hat heute eine sehr interessante Lagebesprechung ins Netz gestellt. Sehr hörenswert, viele Aspekte ansprechend.

Was mir dabei fehlt, ist die Aussicht auf ein rechtes, genauer neurechtes Angebot an die Menschen, welches für diese zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise auch immer tatsächlich interessant wäre. Was ist das grosse Gegenprojekt, dem sich die Leute irgendwann doch anschliessen sollen? Insgesamt klingt das alles sehr verhalten und brav, nicht nach Aufbruch, nicht nach Angriff. Nur bei Benedikt Kaiser hört man teilweise "das Funkeln in den Augen" heraus.

Ebenso wird die Frage nicht behandelt, wie eine Bewegung oder auch eine Partei, welcher in der jetzigen Weltlage einem Land wie Russland nah ist oder auch nur so wahrgenommen wird, Menschen in grosser Zahl anziehen soll. Selbst wenn den Menschen die Ukraine immer unwichtiger wird, werden die meisten von ihnen Russland weiterhin ablehnen.

Im Übrigen bezeichnend, dass Zemmour absolut kein Thema mehr ist, während Le Pen nicht nur hier wieder gern genannt wird.

Maiordomus

22. Juli 2022 17:58

@Das mit den "alten Seelenanteilen" ist wohl esoterisch. Das Kleingedruckte  der Bibel, das grosse Weite offenbart, unterschätzt. Für antike "Seelenanteile" betr. Grausame vgl. Standardwerk v- W. Burkert "Homo necans". betr. Matriarchales Bachofens 2000seitiges Kolossalwerk "Mutterrecht", B-war  ein Weggefährte Burckhardts und Nietzsches an Uni Basel. Natürlich gibt's das nordgermanische Erbe, bei dem aber. verfassungsgeschichtlich bedeutend, die altisländische Graugans-Verfassung ein Menschheitsdokument der Solidarität wurde, nicht gerade das Gegenteil alt- u- neutestamentlicher Substanz, wiewohl betr. Solidarität weniger metaphorisch als die radikale Bergpredigt, dafür praktisch durchführbar. In diesem Punkt nicht  das Gegenteil altchinesischer praktischer Vernunft..Von Wegsperren von Seelenanteilen kann man auf Grundlage der Synthese vom. Antike und Christentum, siehe Ernst R. Curtius, wohl kaum sprechen. Davon kann eher beim Marxismus, Positivismus und anderen modernen Ideologien bzw. Sozialreligionen (Voegelin) die Rede sein. Wer es im Hinblick auf das Mittelalter nicht glaub, lese Dante, Chr. v. Troyes, Wolfram von Eschenbach und zumal Boccaccio, letzterer von Bergengruen im Gegensatz zu blossen Frömmlern ein im Sinne des Wortes "katholischer" Schriftsteller genannt. Lessing hat von ihm die Ringparabel entliehen, angeblich Gedankengut der Aufklärung- 

Niekisch

22. Juli 2022 19:33

"Zu Christentum und Seelenanteilen: Da Gott Vater ja Schöpfer ist, ergibt das schon gar keinen Sinn."

@ Krinschmeister 22.7. 17:18: Warum genau keinen Sinn? Unterstellen wir Schöpfung durch Gott, warum soll er dann nicht dem christlichen Teilen seiner Schöpfung erlaubt haben oder jedenfalls nicht verhindert haben, daß sie  nichtchristlichen Teilen der Menschheit durch geistige Induktion Seelenbestandteile nehmen, diese aufgrund zensurierender Machtausübung wegsperren oder überlagern? Ist Schöpfung statisch? Wenn Gott auch Flora und Fauna geschöpft hat, warum divergiert sie?

"Der Gläubig weiß wie man zweifelt, der Ungläubige weiß nicht, wie man glaubt."

Warum nur hat Gott dergestalt geschöpft? Hatte er Zweifel? 

 

 

Niekisch

22. Juli 2022 20:01

"der Atheist Moral nicht setzen kann."

@ krinschmeister 22.7. 17:22: Wen stört das, wenn er doch Sittlichkeit besitzen und dann auch setzen kann.

"die Säuglingstötungen" Dazu hatte ich bereits ausgeführt, daß christliche Priester es zuließen, daß nicht angenommene Säuglinge mit dem Segen der Kirche in den Kirchenräumen selber dem Tode entgegendämmern durften.

"Das mit den "alten Seelenanteilen" ist wohl esoterisch."

@ Maiordomus 22.7. 17:58: Das vermuten Sie wegen des "wohl". Haben Sie als Wissenschaftler auch eine substantiierte Begründung dafür, daß es keine unbewußt/bewußten Anteile aus der Zeit  v o r  dem Christentum bei uns gibt? "Grausamkeiten" allerdings gestehen Sie ein. Ist das kein Widerspruch? 

Ein alter Anteil seelischer Konstitution ist die Wahrheitsliebe. Wollen Sie, verehrter Meister, ernsthaft in Abrede stellen, daß besonders auch aus christlichen Institutionen nicht einer Gesetzgebung widersprochen wird, an der sie selber mitgewirkt hat und die  a l l e n  Bürgern gegen Androhung von 5 Jahren Freiheitsstrafe verbietet, ein bestimmtes historisches Thema zu erforschen?

"Das Kleingedruckte  der Bibel, das grosse Weite offenbart, unterschätzt." Die Weite ist aber nicht so groß, daß Gott einen bei Geburt sündlosen Menschen geschöpft haben könnte. Wird also nicht doch weggesperrt?

Franz Bettinger

22. Juli 2022 20:21

@Allnichts: Der verlangte Beweis für die „seltener und geringer werdenden Wetter-Extreme“ finden Sie bei 19:24 in der von @Laurenz verlinkten Rede des (ob der Lügerei ziemlich frustrierten) norwegischen Nobelpreisträgers Ivar Giaever: https://www.youtube.com/watch?v=eU0B-H6AoF4 Die Rede sollte sich jeder anhören. Mehr muss man eigentlich zum Thema „Klimawandel“ nicht wissen. 

Allnichts

22. Juli 2022 22:12

Franz Bettinger:

Ebenso wie beim Thema Corona zeigen Sie sich als unfähig, mit Statistiken und Daten umzugehen und diese einzuordnen. Sie picken sich immer wieder Einzelnes heraus, ohne das Gesamte zu darzustellen, was dann zu Perlen wie der Aussage führt, vor knapp 50 Jahren hätten Sie ja auch mal einen Tag mit über 40 Grad erlebt, oder aber wie in Ihrem letzten Beitrag zu einer Herangehensweise, die - ganz egal, ob die Statistik so korrekt ist oder nicht - komplett ignoriert, dass es sich dabei um ein bestimmtes Wetterphänomen in einem bestimmten Land handelt, was absolut nichts über andere Wetterphänomene in diesem Land und auch nichts über das Ausmaß des in der Statistik dargestellten Wetterphänomens oder überhaupt eines Wetterphänomens in anderen Ländern aussagt. Kohle, Öl und Gas versiegen ja auch nie usw. usf. Ein Klassiker nach dem anderen und selbstverständlich darf auch nicht fehlen, dass offiziellen Statistiken auf einmal blind geglaubt wird, wenn sie die eigene Meinung unterstützen.

Maiordomus

22. Juli 2022 22:42

@ Niekisch. Ach die "Erbsünde". Scheint mir ein verunglückter Ausdruck für eine anthropologische Gegebenheit zu sein. Augustinus. "Gelb vor Neid blickt der Säugling auf seinen Milchbruder." Freud kannte dies auch, nannte es aber nicht so. 

Franz Bettinger

22. Juli 2022 23:45

@Allnichts: Nobelpreisträgers Ivar Giaever hat in seiner 30 minütigen Rede in Lindau die Lüge vom man-made global warming anhand vieler Gesichtspunkte widerlegt und dies auch exemplarisch ! anhand der Zahl und Stärke der Hurrikans und Tornados in den USA seit 1851. Diese sind seltener & schwächer geworden. Man hätte aber auch Hitze- und Dürre-Extreme der letzten 100 oder 1000 Jahre nehmen können. Wo sind Ihre Statistiken, die angeblich das Gegenteil beweisen?

Laurenz

22. Juli 2022 23:58

@Allnichts @Franz Bettinger

Zahlen & Statistiken

Die Zahlen, die Ivar Giaever nutzte sind öffentliche Zahlen aus dem Netz. Der Astrophysiker Piers Corbyn, vertritt dieselbe Sicht, wie Giaever, wird aber als Verschwörungstheoretiker beschimpft. Das ist die Debatte, die Sie meinen?

@Maiordomus @Niekisch.

Erbsünde

Das, was die Bibel mit Erbsünde meint, existiert, allerdings nicht so, wie es die Bibel beschreibt. Man kann das bei einer Familienaufstellung leibhaftig erleben, auch in der Schweiz. Die Frage stellt sich also nicht nach der Erbsünde, sondern danach, wie man mit ihr umgeht. Der Umgang durch einen Schuldkult ist gewiß keine Lösung. Auch die Beichte ist hier verfehlt, weil Sauereien als Wahrheit ans Licht müssen. Das betrifft im besonderen Maße Fehltritt-, abgetriebene Kinder oder totgeschwiegene Angehörige, die gesehen werden & dazu gehören wollen. Es war doch vordergründig die kirchliche Sündenbeschuldigung, welche die Menschen zum Schweigen über ihre Schwächen brachte. https://www.systemischefamilienaufstellung.de/#:~:text=Im%20Rahmen%20einer%20Familienaufstellung%20%C3%B6ffnet,aus%20unbewusster%20Verstrickung%20oder%20Symptomatik.

Imagine

23. Juli 2022 08:02

Aus der Tatsache. dass in den vorindustriellen Zeiten ein Klimawandel stattgefunden hat, bei dem menschliches Verhalten kein Einflussfaktor war, lässt doch nicht die Schlussfolgerung zu, dass es im Industriezeitalter mit exponentiell wachsender menschlicher Bevölkerung es keinen menschlichen Einfluss auf den heutigen Klimawandel gibt.

Menschlicher Einfluss auf das Klima lässt sich lokal und regional nachweisen, in den Städten, in der Industrieproduktion, in der industrialisierten Landwirtschaft, durch Land-, Schiffs- und Luftverkehr. Das weiß jeder, der in Frankfurt/Offenbach, in Hongkong oder in einer Megacity gelebt hat.

Wie kann man angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung kommen, es gäbe keinen menschlichen Einfluss auf den Klimawandel?

Natürlich wird in unserer Gesellschaft aus allem ein Geschäftsmodell gemacht und zudem die Wissenschaft vom Establishment zur Sicherung der Klassenherrschaft instrumentalisiert.

Es gibt in dieser Gesellschaft keine Institution mehr, die im Dienste von Wahrheit und Objektivität steht.

Die Medien stellen eine virtuelle Realität dar, die mit der wirklichen Realität nichts zu tun hat oder sogar das Gegenteil darstellt.

Die Wissenschaft steht im Dienste der Regierung und Staat, ist korrupt und käuflich.

Franz Bettinger

23. Juli 2022 08:37

@Imagine: „Stadtklima“ hat nichts mit „dem Klima“ zu tun. In der Stadt ist es (durch die Wärmespeicherung im Stein, die größer ist als die im grünen Blatt) stets wärmer als auf dem Land und in der Höhe, auch schon vor 2000 Jahren. Das „Klima“ ändert sich doch nicht, nur weil sie von Oberammergau nach München umgezogen sind, auch wenn’s in München wärmer ist. Im Übrigen geht es, wie bereits erwähnt, um Relevanz. Wenn Sie sich Laurenzs' Link zu Ivar Giaever angeschaut hätten, wüssten Sie das. 

Laurenz

23. Juli 2022 09:05

@Imagine

Aus der Tatsache. dass in den vorindustriellen Zeiten ein Klimawandel stattgefunden hat, bei dem menschliches Verhalten kein Einflussfaktor war, lässt doch nicht die Schlussfolgerung zu, dass es im Industriezeitalter mit exponentiell wachsender menschlicher Bevölkerung es keinen menschlichen Einfluss auf den heutigen Klimawandel gibt.

Menschlicher Einfluss auf das Klima lässt sich lokal und regional nachweisen.

Sie haben Sich einfach nicht informiert. Im antiken Rom herrschte täglich mehr Smog als heute. Sie behaupten, die Biomasse Mensch & die dazu gehörende Nahrungsgrundlage unterschieden sich zu anderen Zeiten mit weniger Säugetieren. Das ist eine reine Mutmaßung. Mehr Menschen auf der Erde sind aktuell auch nur deshalb möglich, weil die Vulkanaktivitäten an den jeweiligen Rändern der Kontinentalplatten wenig aktiv sind. Gegen einen aktiven Vulkan sind weltweit alle Autos ein Witz. Der Ausbruch eines Supervolcanos kann die Ernten für mehrere Jahre vernichten. Dieses Risiko ist enorm hoch, vor allem am Yellowstone, dessen übliche Ruheperiode von 600k Jahren wieder mal vorbei ist.

Laurenz

23. Juli 2022 09:14

@Gracchus @Religionsdebattanten

RMH sagt es ganz falsch.

Die Vorstellung, @Niekisch, in uns hockte, ein Germane - unser eigentliches Ich -, seit Jahrhunderten in Ketten gelegt -, ist doch Phantasterei, oder es mag für Sie gelten. Das Christentum hat sich ja nicht einfach so durchgesetzt,

Abrahamitische Religionen wurden mit Gewalt missioniert. Ohne militärische Gewalt wüßten wir alle weder etwas vom Islam noch vom Christentum.

Sie besuchen regelmäßig Tempel eines Gotts, verehren diesen, der Ihre Altvorderen geknechtet & gemordet hat. Dieses Verhalten soll gesund sein? Wir können auch Kontrollgruppen festmachen, welche ich schon öfters in die Debatte warf. Ihr Gedächtnis, Gracchus, ist kurz. Buddhistische Staaten, wie Thailand, unterscheiden sich in der Kriminalitätsrate & Gewaltbereitschaft der Bevölkerung frappant von katholischen Staaten, wie den Philippinen oder muslimischen Staaten, wie Indonesien. Sie trennen Lehre & Wirkung, wie Imagine. Das ist unlauter.

Umlautkombinat

23. Juli 2022 09:44

"Nobelpreisträger [...] hat in seiner 30 minütigen Rede in Lindau die Lüge vom man-made global warming anhand vieler Gesichtspunkte widerlegt"

Argument from authority, ehrlich? Solche Denkweisen koennen schnell auf die Fuesse fallen. Ironie aus seinem Wikipediaartikel kopiert:

Auch bei der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau 2015 trug Giaever bereits widerlegte und nicht damit in Verbindung stehende Thesen vor [...] Auf dieser Tagung unterzeichneten 36 Nobelpreisträger die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel,[8] 35 weitere kamen später hinzu.

71 Nobelpreistraeger, das muss besser sein... Genauso funktioniert eben Wissenschaft nicht. Wer sich auf diese Ebene statt die Inhaltliche bewegt, hat zumindest persoenlich in seiner Erkenntnisfaehigkeit verloren.

In einer Rede widerlegt man auch nicht einen komplexen Sachverhalt, dazu muss man schon seine 95% eigenen Schweiss in das Thema versenken. 

 

RMH

23. Juli 2022 10:30

@Niekisch,

Nachtrag zu meinem ohne Zugriff auf Lektüre geschriebenen Beitrag: In Goethes, "Maximen und Reflexionen" findet sich folgender Satz, kurz und knapp:

"Wir sind naturforschend Pantheisten, dichtend Polytheisten, sittlich Monotheisten"

Maiordomus

23. Juli 2022 11:07

@imagine. Einverstanden Sie haben aber Abbrennen u. Abholzen mediterraner Wälder zur Römerzeit vergessen mit wohl (beschränktem) Einfluss auf das Klima, siehe Verkarstung v. Mittelmeerlandschaften. Darum unterschied Paracelsus 3 Bodenbeschaffenheiten, die er "sal" nannte: "sal arabicum", worunter er  Landschaftsverhältnisse in Muhammads Heimat verstand, "sal graecum", die in Griechenland und im Balkan sich seit den Römern abzeichnenden Verhältnisse, dann "sal turgovium", Thurgauer Bodenverhältnisse, einer Landschaft, die wegen ihrer zwar nun verschwindenden Hochstammbäume mit Obstplantagen "Most-Indien" genannt wurde, grüne blühende Gefilde.  Es gab wohl schon länger einen menschlichen Einfluss aufs Klima, über Unterstellungen an Hexen hinaus. Es lohnt sich, trotz Veraltetem, meteorologische Schriften v. Aristoteles, Plinius, Albertus Magnus, Paracelsus, Fahrenheit, Réaumur, Celsius, Micheli du Crest (letzterer ein Kälteforscher des 18. Jahrhunderts) usw. zu lesen. Diese aus der Tradition des Marxismus bis hin zu Brechts  Aussage über Gedichte über Bäume  unterschätzten Gesichtspunkte sind als neuzeitlicher Rückschritt zu würdigen. Mein Erwecker diesbezüglich war der franz. Historiker F. Braudel.  

Maiordomus

23. Juli 2022 11:10

@RMH. Goethe, wiewohl kein exakter Wissenschaftler wie sein Zeitgenosse Réaumur, der letzte französische Universalgelehrte, bleibt als Formulierer intuitiver elementarer Befunde einfach unschlagbar. Auch über Farben verstand er viel mehr als ihm gemeinhin unterstellt wird. 

Allnichts

23. Juli 2022 11:52

Franz Bettinger:

Ich kann mich noch sehr gut an die Corona-Diskussionen mit Ihnen erinnern, sehe ja auch, wie Sie bei diesem Thema schon wieder argumentieren und erspare mir daher jede Recherche von Daten, die Sie letztlich doch nicht akzeptieren und vermutlich auch nicht verstehen würden. Lesen Sie die vielen themenspezifischen und allgemeinen Berichte der unterschiedlichen Organisationen und Institutionen, wenn Sie wirkliches Interesse haben und nicht nur von ein paar ausgewählten Statistiken und oberflächlichen Darstellungen ausgehen wollen, was ich allerdings stark bezweifle. Ich könnte im Übrigen gut damit leben, würden Sie dies als Anzeichen für mangelnde Argumente meinerseits deuten.

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht, auf einige der Punkte aus dem Vortrag einzugehen.

Imagine

23. Juli 2022 14:46

1/2

@Maiordomus    23. Juli 2022 11:07
„Einverstanden Sie haben aber Abbrennen u. Abholzen mediterraner Wälder zur Römerzeit vergessen mit wohl (beschränktem) Einfluss auf das Klima, siehe Verkarstung v. Mittelmeerlandschaften.“

Naturzerstörung und Raubbau gab es schon vor der Industrialisierung.

Das Problem ist nicht die Industrialisierung, sondern das Wirtschaftssystem, was eben jenen destruktiven Vergeudungskapitalismus mit seiner Kaufsucht und Wegwerfmentalität hervorgebracht hat.

Die kapitalistischen Kulturen verfügen nicht über Lebenskunst, nicht einmal Überlebenskunst.

Sie werden historisch scheitern. Ein wesentlicher Grund ist die Wissenschaftszerstörung.

Der Mensch ist im Vergleich zur Instinktsteuerung der Tiere defizitär, er braucht wahres und gesichertes Wissen zum Überleben. Seinen Vorteil gegenüber den Tieren, entwicklungsoffen und kreativ sein können, setzt voraus, dass er als Handlungsbasis über Wissenschaft, nämlich wahres, objektives und überprüftes Wissen verfügt und sein Bewusstsein nicht – wie heute – von realitätsfernen und interessengeleiteten Narrativen bestimmt wird.

Ich weiß nicht, ob und in welchem Umfang das Klima von menschlichem Verhalten beeinflusst wird. Woher auch?

Die Lehrer schwätzen nur das nach, was ihnen die Regierung und die Medien vorgeben. Bei den Professoren ist es nicht besser.

Imagine

23. Juli 2022 14:48

2/2

Die Informationen in den Medien werden von Interessengruppen bestimmt. Wissenschaft ist keine Gegenstruktur mehr.

Es gibt nicht mehr diese wissenschaftlichen Idealisten, die sich in den Dienst von Wahrheit, Objektivität und Gemeinwohl stellen und hier standhaft sind, auch wenn dies mit Verlust von Vorteilen wie Karriere, Einkommen und Sozialprestige verbunden ist.

Zudem ist die Erfolglosigkeit des eigenen Handels von kritischen Wissenschaftlern in dieser Gesellschaft absehbar.

Wer über das Geld verfügt, kann über das Handeln der Individuen bestimmen.

Korrupt zu sein wird nicht mehr als charakterlicher Mangel angesehen, sondern im Gegenteil als erfolgreiche Selbstvermarktung.

Ich gehe davon aus, dass es bei den Initiatoren des „Bund Freiheit der Wissenschaft“ nicht nur Reaktionäre gab, sondern auch Bewahrer, die ernsthaft – wie Richard Löwenthal - Wissenschaftlichkeit erhalten wollten, und zwar nicht nur gegen den neo-stalinistischen und maoistischen Linksextremismus, sondern auch gegen den grünen industriefeindlichen Irrationalismus und gegen extremliberalistische Ideologien.

 

Laurenz

23. Juli 2022 15:22

@Allnichts @Franz Bettinger

Corona-Debatte

Wo wohnen Sie denn? Mittlerweile wird ja selbst durch sogenannte deutsche Leitmedien offensichtlich, daß @Franz Bettinger in allen Punkten Recht hatte & Sie komplett falsch liegen.

@Imagine @Maiordomus

Naturzerstörung und Raubbau

Manche aus dem deutschen Adel veranlaßten seit dem Mittelalter Aufforstung, weil es keinen Wald mehr für die Jagd gab. Köhler ruinierten den Wald für Salinen & Schmiede. Hinzu kam der Holzhunger des Schiffbaus & die Energiewirtschaft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Waldes_in_Mitteleuropa

Die Lehrer schwätzen nur das nach, was ihnen die Regierung und die Medien vorgeben. Bei den Professoren ist es nicht besser.

Wann war das jemals anders? Vor allem Linke, dazu zähle ich die Kirchen, monopolisieren das Wissen. Am liebsten würden Ihresgleichen heute die Schulpflicht abschaffen. Da das nicht geht, ruiniert man die Qualität der Schulen & Unis, was HB wiederum veranlaßt, Artikel zu schreiben, ohne den wahren Kern des Hintergrunds zu benennen. Sie, Imagine, schreiben hier kleine Apokalypsen. Sie können Ihre christliche Sozialisierung nicht verleugnen.

Niekisch

23. Juli 2022 16:08

"die "Erbsünde". Scheint mir ein verunglückter Ausdruck für eine anthropologische Gegebenheit zu sein."

@ Maiordomus 22.7. 21:42: Mir scheint es nicht so. Lag nicht aus christlicher Sicht ein ganz konkreter Ungehorsam ( Röm. 5,19 ) der ersten Menschen vor und somit ein "Nein zur göttlichen Autorität"? Ist das mit den Mitteln der Anthropologie, einer Naturwissenschaft, jemals nachweisbar?

Maiordomus

23. Juli 2022 17:14

@Imagine. Wer nachschwatzt, um bleiben zu dürfen, was er in einem "System" geworden, das gilt für alle Fächer und Bereiche, verfehlt auf besagtem Niveau der aristotelischen Entelechie das Äusserste, was der Mensch sein kann, nämlich die Entfaltung des "animal rationale", wobei "ratio" im lateinischen Wortsinn im kreativen Sinn über bloss trocken berechnete "Rationlität" hinaus geht. Für die von uns angesprochene Antike können Sie freilich  Ihr Modell des Kapitalismus nur bedingt in Anspruch nehmen. Wahr ist freilich, dass Machtfragen gesellschaftlicher Natur immer mitgelaufen sind und mitlaufen. 

Maiordomus

23. Juli 2022 20:14

@Niekisch. Moral ist gewiss keine naturwissenschaftliche Kategorie, aber trotzdem und erst recht konstitutiver Bestandteil menschlicher Wesenheit, nun mal nicht rein biologisch "instinktgesteuert" .Wir reden da möglicherweise  aneinander vorbei. Ein Elektron kann nicht nein sagen, aber der Mensch sehr wohl bekennen: Non serviam - ich will und werde nicht dienen; es geht also um die Unterscheidung der drei Bewusstseinsebenen weniger nach Platon als nach Popper, die Steuerung durch Welt 3, die gesetzgebende Gewalt unserer Orientierung,  Produkte unseres Geistes wie die Zahl, das Mass, die Aristotelische bzw. die Fregesche Logik, die Keplerschen Gesetze, die geistige Struktur der Bachschen Musik, die Differential- und Integralrechnung, übrigens auch die 10 Gebote, die Welt nicht nur als Wille, sondern als Vorstellung (Schopenhauer), siehe auch die Kantschen transzendentalen Anschauungsformen und die Regeln der Digitalisierung, zu schweigen vom Ich, das selbst auch durch das Gehirn vielleicht bedingt, aber nicht erklärt werden kann usw., nicht zu vergessen unsere Wertsetzungen des Wahren, Schönen, Guten, Einen, Heiligen usw. 

Franz Bettinger

24. Juli 2022 00:27

@Allnichts: (1) Sie argumentieren ad personam (Giaever und mir gegenüber); weichen aus; bringen keine Fakten, schon gar keine zur Untermauerung ihrer These von der Zunahme von Wetterextremen. (2) Sie verweisen auf die Mehrheit, die Masse an Experten, die anders als ein paar Nobelpreisträger die These vom man-made Gl. Warming unterschreiben. Sie fragen dabei nicht cui bono = welche Voreile systemkonforme Wissenschaftler und Autoritäten, aber auch Künstler und Prominente, haben. Dabei ist die Antwort offensichtlich. (4) Sie empfehlen uns eine Studie zun lesen, die Giaever (angeblich) widerlegt. Sie zitieren nicht und bringen kein einziges Fakt aus der Studie. Weil Sie selbst diese Studie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben? Oder weil Sie gespürt haben, dass die Gegenargumente daraus entweder alle auf wackeligen Beinen stehen oder ad personam sind? (5) Expertentum? Sie meinen, man müsse den Hexenhammer studiert haben, ehe man mitreden und wissen könne, ob es Hexen gibt? - All das bringt uns hier nicht weiter. Butter bei die Fisch!

Allnichts

24. Juli 2022 10:46

Franz Bettinger:

Jedenfalls in der Hinsicht haben Sie Recht, dass ich Ihnen gegenüber kein ernsthaftes Diskussionsverhalten an den Tag lege, was in erster Linie daran liegt, dass ich eine ernsthafte Diskussion mit Ihnen gar nicht für möglich halte. Eigentlich war es schon zu viel, überhaupt argumentativ auf Sie eingegangen zu sein, und ich habe nicht ganz grundlos zwei Mal auf Ihr Diskussionsverhalten in Sachen Corona verwiesen. Auch den Punkt, dass dies gern mit meiner Absegnung als Mangel an Argumenten ausgelegt werden darf, habe ich bereits angesprochen, ebenso ist mir bewusst, dass ich zwar nicht übermäßig, aber stärker als für mich üblich über die Person und etwas weniger über die "Argumente" gesprochen habe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Irgendwann fällt jemand für mich als ernstzunehmender Gesprächspartner raus. Ich bin nicht dazu da, den ganzen Tag lang irgendwelche offensichtlich kruden Thesen richtigzustellen, die jemand ins Netz gepackt hat.

Und um das einmal zum Abschluss zu bringen: Lesen Sie noch einmal meinen vorletzten Beitrag und verstehen Sie, weshalb ich jetzt eben nicht die eine Grafik, die eine Statistik oder das eine Argument aus der einen Studie bringen könnte, selbst wenn ich wollte, sondern darauf verweise, dass es Studien gibt, die solche Themen umfangreich behandeln. Der Standard ist der Bericht vom IPCC, den Sie natürlich nicht lesen werden, was wiederum zeigt, warum es - wie in meinem letzten Beitrag angedeutet - vollkommen sinnlos ist, Ihnen irgendetwas herauszusuchen.

Imagine

24. Juli 2022 10:54

@Maiordomus   23. Juli 2022 17:14
„Für die von uns angesprochene Antike können Sie freilich Ihr Modell des Kapitalismus nur bedingt in Anspruch nehmen. Wahr ist freilich, dass Machtfragen gesellschaftlicher Natur immer mitgelaufen sind und mitlaufen.“

Die Frage von Macht und Herrschaft wird sich im menschlichen Zusammenleben immer stellen. Insofern war die anarchistische Vorstellung vieler „68er“, es könne „nach der Revolution“ eine herrschaftsfreie Gesellschaft geben, eine realitätsferne Utopie und intellektuelle Sackgasse.

Der Kapitalismus ist völlig neues Stadium der Menschheitsgeschichte. Aber dies wird nicht verstanden, heute weniger als vor einem halbem Jahrhundert. Im Gegensatz zu Zeiten der Subsistenzökonomie besteht heute eine extreme Abhängigkeit vom Funktionieren des sozialen Systems, von Technik und vor allem: Wissenschaft.

Der Trapper in Kanada ins seiner selbstgebauten Waldhütte kann Wissenschaft ignorieren. Aber wir brauchen eine wahrheitsgetreue und objektive Wissenschaft, andernfalls gibt es Katastrophen.

Imagine

24. Juli 2022 10:56

2/2

Es gibt kein historisches Zurück hinter dieses menschheitsgeschichtliche Entwicklungstadium.

Günther Anders ist aktueller denn je.

In meinen Vorlesungen habe ich immer betont, dass der Mensch zur größten Bedrohung der Menschheit geworden ist, weil er heute zur Selbstvernichtung der Menschheit mittels Technik in der Lage ist.

Das Bildungswesen müsste Eliten als Führungskräfte hervorbringen, die verantwortlich mit diesem Entwicklungsstand umgehen können. Aber genau dies geschieht in den westlichen Dekadenzgesellschaften anders als in China nicht.

Es fehlen die entsprechenden Institutionen (cf. Gehlen).

Ein intelligenter Konservativer müsste daher auf China setzen, hingegen sehen intellektuell limitierte Reaktionäre China als Feind an.

Franz Bettinger

24. Juli 2022 11:43

@Allnichts: Sie schwimmen von einer Ecke in die andere. Sie sind einem Elfmeter nicht gewachsen. Gehen Sie auf Giaever’s Argumente ein! Ich mache es Ihnen einfach und fasse Giaever zusammen - falls die Regie mich lässt, was ich bezweifele —>  

PS: Doch, ich habe die von Ihnen verlinkte Gegenrede gelesen und sogar die Links darin verfolgt. Deshalb hat meine Antwort auch etwas gedauert. Übrigens: Sie und ich schreiben nicht auf SiN, um einander zu überzeugen. Wir schreiben für alle anderen. 

Franz Bettinger

24. Juli 2022 11:56

Summary of Global Warming GW contrarian I. Giaever:  https://www.youtube.com/watch?v=eU0B-H6AoF4

- 3:00 GW started in 1975, but really only with Al Gore’s  faked hockey stick which was totally out of scale (1°C). From 1880 - 2015 the global temperature T has increased only by 0,8°C; this is amazingly stable. The T difference in places like Albany, NY can be 80°C in 1 year. This is 100 times more than the rise of the global T in more than 100 years. So, „GW" is rather irrelevant

- 5:00 Cool T-stations, which measured cool Ts, were cut-off (75%); warm stations in urban heat islands (also 8:10) were allowed to stay. The Antarctica, which is colder now and has more ice than for a long period, was neglected. 8 thermometers are located there, only.  --> ff

Franz Bettinger

24. Juli 2022 11:59

ff

- 6:20  What’s the Temperatur Optimum? And why? 

- 8:42 Since 1999 the T is stable on the land. This is also shown in satellite data available since 1979 (also 10:10) 

- 9:30  another NASA graph shows however: T goes up. Why? Because they now include land and oceans. Why? For the land data proved them wrong. And in what depth would they measure the T in the oceans? Probably on the surface. With what to compare? Old data: not available. 

- 11:00 CO2 has increased in the time of industrialization, but the increase isn't different from the last 300 years. So there is no unusual rise in CO2 due to industries.

- 15:32 Melting Greenland? —> Its 4 Harbors prove the contrary. The warmest year in Greenland was 1930.  

@Allnichts: Da wird doch irgend etwas dabei sein, das Sie widerlegen können.

Ruewald

24. Juli 2022 12:17

1 - 2

HB: wie stets, treffende und direkt zitierfähige Formulierungen.

Zur Klimadebatte:

auffällig ist, daß einige Foristen sich hier als "Kenner" wähnen und apodiktisch, aber unterschiedliche, Überzeugungen vertreten mit z.T. "offensichtlich" plausiblen oder sich auf Autoritäten stützenden oder Einzelphänomene verallgemeinernden etc. etc ... Argumenten.

Um eine fundierte Basis zu haben, sind  z. B. die politisch und institutionell unabhängigen Autoren F. Vahrenholt (Prof.) und S. Lüning (Dr. rer. nat. habil.) – mit letzterem habe ich Kontakt – zu empfehlen  mit den Büchern: "Unerwünschte Wahrheiten. Was Sie über den Klimawandel wissen sollten" bzw. "Unanfechtbar? Der Beschluß des BVG zum Klimaschutz im Faktencheck."  Außerdem das schon zitierte Heft "60 Fragen und Antworten zu Klimawandel und Energiewende" vom Kaleidoscriptum-Verlag.

Ruewald

24. Juli 2022 12:40

2 – 2

Vahrenholt & Lüning vertreten und begründen – entgegen dem offiziellen Paradigma –, daß  die Prognosen des IPCC um (mindestens) den Faktor 2 zu hoch sind und daß natürliche Faktoren (v.a. Sonnenaktivitätsschwankungen, ozeanische Zyklen) eine entscheidende Rolle spielen; sie rechnen aber auch mit einem anthropogenen Einfluß (ca. 50%).

Ich selber bin zwar kein "Kenner", habe aber einen naturwiss. Hintergrund  (Math., Physik) und wollte mir selber anhand einer Art Metastudie (ca. 500 Quellen) Klarheit verschaffen.

Wer sich näher dafür interessiert: "Das Klima-Paradigma. Kritik und Hintergründe", Tredition-Verlag.

Die sog. "Klimakrise", wie auch die "Coronapandemie", ist ein Konstrukt.

Über die politischen Hintergründe sind wir uns einig.   

Ruewald

24. Juli 2022 12:51

3

In dem Zusammenhang ist das C2C-Konzept interessant ("cradle-to-cradle") mit dem Ziel einer möglichst abfallfreien Wirtschaft, wo alles wieder zurückgeführt wird. Vorbild z.B. die Ameisen – deren Biomasse das Vierfache (!) der des Homo "sapiens" sein soll –, die in der Evolution eine völlig abfallfreie Recycling-Wirtschaft "erfunden" haben .     

Laurenz

24. Juli 2022 13:43

@Allnichts @Franz Bettinger

IPCC

Ist klar, Sie nehmen die IPCC, die heutige Komintern für voll. Dort werden alle gekickt, die nicht auf Linie sind, eine einzige Mafiabude.

https://clintel.org/clintel-listet-die-fehler-des-ipcc-fur-cop26-auf/

Gracchus

24. Juli 2022 14:31

@Laurenz

"Abrahamitische Religionen wurden mit Gewalt missioniert." Von wem? Was soll das heißen?

"Ohne militärische Gewalt wüßten wir alle weder etwas vom Islam noch vom Christentum." Ich übersetze: Militärische Gewalt sei kausal ursächlich dafür, dass wir etwas vom Christentum wissen. Nonsense-These. Samt und sonders. Mein Elternhaus befindet sich direkt neben einer Kirche ("Tempel"); vom Christentum weiß ich zuallererst vom Glockenläuten. Und falls Ihre These irgendwie Sinn hat, was soll daraus folgen?

anatol broder

24. Juli 2022 14:31

@ niekisch 15:45

das «dabei» bezieht sich auf die sperrung, die ich als einen vorgang begreife. vollständig lautet meine frage (3) so: entfalten sich andere seelenanteile, während das christentum alte seelenanteile wegsperrt?

Gracchus

24. Juli 2022 14:44

@Laurenz

"Sie besuchen regelmäßig Tempel eines Gotts" - sehr, sehr unregelmäßig. Wieso behaupten Sie Dinge, die Sie nicht wissen?

"verehren diesen, der Ihre Altvorderen geknechtet & gemordet hat." Ihre Thesen werden immer halsbrecherischer, Ihr Intellekt liegt schon auf der Intensivstation. Ein Gott, dessen Existenz Sie leugnen, knechtet und tötet - wie macht dieser Gott das? Ein ganz neuartiger Gottesbeweis! 

Ihre Opfer-Nummer ist einfach nur eins: jämmerlich und peinlich. 

 

Allnichts

24. Juli 2022 14:58

Franz Bettinger:

Es ist in dieser Angelegenheit von meiner Seite aus alles gesagt, ich habe auch mehrmals erklärt, warum.

Ruewald:

Ihre beiden angeblich unabhängigen Autoren haben enge Verbindungen zu Energiekonzernen. Das schliesst nicht aus, dass Argumente, die ich in dem Fall auch nicht kenne, sinnvoll sein können, aber Ihre Darstellung, es bestünden keine Abhängigkeiten, ist schlichtweg falsch. Überhaupt befinden wir uns sowohl bei Ihren Vorschlägen als auch bei dem norwegischen Nobelpreisträger schnell im Bereich von EIKE und Heartland, die ihrerseits wieder einschlägige Verbindungen personeller und finanzieller Art haben, was dann aber nur selten zur Sprache gebracht wird. Hier bestehen offensichtlich noch andere, wahrscheinlicherweise vor allem andere Interessen als bloss der Kampf um die wissenschaftliche Wahrheit.

Gracchus

24. Juli 2022 15:04

@Laurenz

"Dieses Verhalten soll gesund sein?" Mit Ihnen zu diskutieren, ist es jedenfalls nicht.

Mit Ihrem Geschwätz versuchen Sie irgendeinen Zusammenhang zwischen Christentum und Gewalt zu konstruieren. Der einzige Beleg, den Sie liefern, sind Sie selbst; offensichtlich weckt "Christ-" Aggressionen in Ihnen. 

In meiner Vorstellungswelt können irgendwelche -tümer keine Menschen physisch töten, es töten Menschen andere Menschen, oft im Namen irgendeiner (religiösen) Ideologie. Aber um in Ihrem Sprachspiel zu bleiben: Ersetzen Sie Christen- durch Deutschtum. Demnach hat Ihr "Deutschtum" Millionen Menschen ins KZ gesteckt und getötet - halten Sie's da für gesund, Deutscher zu sein?   

Niekisch

24. Juli 2022 16:15

@ anatol broder 22.7. 15:08 + 24.7. 14:31: Darf ich Sie um etwas zeitlichen Aufschub bitten? Da ich meine Aussagen zumindest dann, wenn es Spitz auf Knopf steht, ordentlich belege, muß ich ein paar Bände aus meiner auf verschiedene Schränke verteilten Bibliothek heraussuchen und die entsprechenden Stellen finden. Insbesondere weiß ich gerade nicht, wo Jean Jeaudry, Die Indoeuropäer, lagert. Notfalls melde ich mich off-topic in einem neuen Strang, denn hier ist sicher in Kürze Badeschluß.

Niekisch

24. Juli 2022 16:38

"@Niekisch. Moral ist gewiss keine naturwissenschaftliche Kategorie, aber trotzdem und erst recht konstitutiver Bestandteil menschlicher Wesenheit, nun mal nicht rein biologisch "instinktgesteuert" .Wir reden da möglicherweise  aneinander vorbei."

@ Maiordomus 23.7. 20:14: Ja, wir haben aneinander vorbeigeredet. Auslöser war der Begriff  "anthropologische Gegebenheit" in ihrem Kommentar v. 22.7. 22:42. Hätten Sie schöpfungsbedingt oder wissenschaftlich- anthropologisch bestätigt geschrieben, wäre höhere Deutlichkeit gegeben gewesen. Obige Definition unterschreibe ich mit dem Anhängsel: "...nicht rein biologisch "instinktgesteuert", sondern der aus dem menschlichen Bewusstsein  ermöglichten Bewußtheit, wählen zu können. Ob diesem "Vorgang freier Willensbetätigung" ein körperlich-nervlicher Anstoß vorausgeht, ist wissenschaftlich bisher nicht geklärt.

Umlautkombinat

24. Juli 2022 18:23

"Überhaupt befinden wir uns sowohl bei Ihren Vorschlägen als auch bei dem norwegischen Nobelpreisträger schnell im Bereich von EIKE und Heartland, die ihrerseits wieder einschlägige Verbindungen personeller und finanzieller Art haben, was dann aber nur selten zur Sprache gebracht wird. Hier bestehen offensichtlich noch andere, wahrscheinlicherweise vor allem andere Interessen als bloss der Kampf um die wissenschaftliche Wahrheit."

Etwas, was etwa beim Potsdam-Institut fuer Klimafolgeforschung nie zutreffen koennte...

Es ist wie mit Covid. Ohne Aneignung vom Primaerwissen wird man mit FUD ueber dunkle Verwicklungen hinter jede Fichte fuehrbar sein. Dieses gerade genannte Wissen ist wohlfeil zu bekommen, denn es besteht eine Asymmetrie. Man muss nur Fragen stellen koennen, dafuer reicht im Gegensatz zu den Antworten ein Minimum an fachlicher Vorbildung. Und etwas Stehvermoegen, diese Fagestellungen aufrechtzuerhalten und sich nicht abspeisen zu lassen. Die Art der Reaktion darauf durch diejenigen in Bringepflicht allein ist selbstenthuellend. Noch weit vor jeder inhaltlichen Diskussion.

 

 

 

Laurenz

24. Juli 2022 20:51

@EK 

Sie sind, gemäß Karl Marx, genauso mit dem jüdischen Virus infiziert, wie Gracchus & die ganzen anderen Katholen- & Evangelen-Hanswurste hier. Wenn ich nicht den wunden Punkt Ihrer Verantwortungslosigkeit Ihrem Eigenen Volk gegenüber treffen würde (...)

Kositza: Lieber Laurenz, jetzt bitte wieder mal ein paar Tage abkühlen, ja? Wenn man bei so temperamentvollen Leuten wie Ihnen einen "wunden Punkt" trifft, fangen sie oft an zu toben und (verbal) um sich zu schlagen. Das bringt doch nichts.

Ruewald

24. Juli 2022 21:00

@ "Allnichts" 24.7. 14:58

Schauen Sie sich bitte lieber die Vitae der Herren, die Sie mit "Kontaktschuld" diskreditieren wollen, genauer an, aus Primärquellen – und nicht aus zeit(un)geistkonformen oder regierungsnahen Sekundär- oder Tertiärquellen, wie Wikipedia, Psiram, etc.

Prof. Vahrenholt war zwar bei Energieunternehmen tätig, aber nur für Erneuerbare-Energie-Technologien, wo er Pionierarbeit geleistet hat. Er war in den 90er Jahren auch Umweltsenator (SPD) in Hamburg und galt lange Zeit als eine Art "Umwelt-Guru" (auch als Mitautor von "Seveso ist überall"). Seitdem er sich kritisch zur Umweltpolitik äußert, ist er medial in Ungnade gefallen.

Zu Sebastian Lüning informiere man sich am besten über seine Website. Hervorhebenswert: Sein "Personenprofil ersetzt den Eintrag auf Wikipedia, der leider von politisch motivierten Aktivisten grob verfälscht wurde. Rechtliche Schritte gegen die Rufschädigung sind eingeleitet. Die Vandalismus-Beschwerde liegt Wikimedia vor."

Seit 2020 arbeitet Lüning vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien, darunter CCUS, Stromspeicher-Technologien und kritische Metalle für die Energiewende.   

Imagine

24. Juli 2022 21:14

Ein echter Konservativer will die historischen Errungenschaften seiner Gesellschaft und der Menschheit bewahren.

Oberstes Ziel ist die Sicherung des Überlebens. Zudem will er das Gute, Wahre und Schöne gegen Zerstörung und zugleich Entwicklungsoffenheit bewahren.

Echte Konservative sind Fortschrittsbewahrer.

Sie verfügen daher über Überlebensrationalität und Entwicklungsrationalität. Wissenschaft, Bildung und Führung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Insbesondere die Qualität der Eliten.

Für beides ist China ein Beispiel, welches selbstverständlich nicht als Modell 1 zu 1 übernommen werden muss und soll.

Die westlichen Dekadenzgesellschaften befinden sich hingegen in einem Niedergangs- und Selbstzerstörungsprozess, weil sie von Reaktionären beherrscht werden, die aus egoistischen Motiven, intellektuellem Defizit und Inkompetenz am alten, historisch obsoleten System festhalten.

Die Menschen glauben an irrationale Narrative wie die Selbststeuerung der Märkte zum Wohle aller oder an einen göttlichen Weltenplan.

anatol broder

24. Juli 2022 21:42

@ niekisch 16:15

vielen dank für die mühe. ich bin gespannt auf die antworten.

Allnichts

24. Juli 2022 21:56

Umlautkombinat:

Natürlich gilt das auch für das von Ihnen genannte Institut, für viele weitere Institute, für das IPCC und überhaupt für allerlei politische, wirtschaftliche usw. Akteure. Nur wenn man schon die Unabhängigkeit von Menschen so betont, was ja dazu gedacht ist, ihre Glaubwürdigkeit und auch die Glaubwürdigkeit ihrer Argumente zu erhöhen, dann ist bei Vorhandensein entgegensprechender Tatsachen auch eine Gegendarstellung angebracht, zumal es hier sonst - und zwar völlig zu Recht - auch üblich ist, auf solche Hintergrundverbindungen zu achten und sie zu benennen. Ich habe nicht ohne Grund extra erwähnt, dass Argumente natürlich auch trotz gewisser Verflechtungen stichhaltig sein können.

Ruewald:

Ich habe mehrere Quellen betrachtet, auch solche, von denen ein gewisses Wohlwollen den Autoren gegenüber zu erwarten ist. Sie spielen das schon sehr herunter und empfehlen im Grunde nur die Eigendarstellungen. Es hätte wenigstens erwähnt werden können, ja müssen, weil ein Interessenkonflikt doch sehr wahrscheinlich ist. Sie haben stattdessen ein Bild gezeichnet, das freie und nur der Wissenschaft verpflichtete Personen suggerieren soll.

Die "fundierte Basis" wird gemeinhin komplett auseinandergenommen, was ihre Richtigkeit natürlich nur beweist.

Maiordomus

24. Juli 2022 23:16

[email protected] Soeben hörte ich von einem Kollegen, wie ungern man in meiner Heimat gelegentlich dem bedeutenden Sinologen Harro von Senger zugehört habe, der offenbar da ähnlich dachte wie Sie, sogar im Zusammenhang mit Bewahrung der Lebengrundlagen usw. Wenn ich jedoch die Wahl hätte, in Russland zu leben, etwa in St. Petersburg, oder in Shanghai oder Hongkong, würde mich entschieden für Russland disponiert sehen. 

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