Ambivalenz

Wir sind keine Politiker. Wir müssen nicht aus jedem halben Aufstand Stimmen klauben, müssen nicht Schüsselchen um jedes Faß stellen, das überläuft.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Was der Win­ter brin­gen wird, viel­leicht schon der Demons­tra­ti­ons­herbst, der dunk­ler ist als der Som­mer, wis­sen wir nicht. Wir ken­nen aber die Beweg­lich­keit und die Rück­sichts­lo­sig­keit der “Offe­nen Gesell­schaft” deut­schen Zuschnitts: Ihre Mischung aus Repres­si­on, Mas­sen­for­mie­rung und Ange­bot ist extrem erfolg­reich. Sie hat das Star­re durch Fle­xi­bi­li­tät ersetzt und kann noch immer Lebens­chan­cen bereit­stel­len, die in ande­ren Län­dern nicht denk­bar sind oder zu einem hohen Preis erkauft wer­den müssen.

Abpuf­fe­rung von Wider­stands­po­ten­tia­len durch poli­ti­sche Geschen­ke, den Druck vom Kes­sel neh­men, den man selbst aufs Feu­er gescho­ben hat – das ist das eine. Wir kön­nen es bekla­gen und für unge­recht befin­den, daß die­sel­ben Leu­te, die zunächst für die Schief­la­ge oder sogar Kata­stro­phe ver­ant­wort­lich sind, im zwei­ten Schritt abmil­dernd und kor­ri­gie­rend ein­grei­fen und so den Unmut über ihr Ver­sa­gen in Zustim­mung für ihre Groß­zü­gig­keit ver­wan­deln kön­nen. Sie kön­nen es, weil sie an der Macht sind.

Bes­ser wäre es, Macht­mit­tel zur Lin­de­rung oder Mil­de­rung von lan­ge ange­bahn­ten Kri­sen stün­den nicht mehr zur Ver­fü­gung: Erst Ver­schär­fun­gen von Lagen und Zustän­de von Aus­sichts­lo­sig­keit wer­den jene unver­söhn­li­chen Stim­mun­gen her­vor­ru­fen, die der Motor jeder ech­ten Wen­de sind.

Ande­rer­seits will man dem ein­fa­chen Mann sol­che Lagen gera­de nicht zumu­ten: Es ist unstatt­haft und zu leicht, von Ver­schär­fung zu spre­chen, wenn man selbst sol­che Ver­schär­fun­gen nicht zuerst, son­dern sehr, sehr spät zu spü­ren bekä­me. Aber: Viel­leicht unter­schät­zen wir die­sen “ein­fa­chen Mann” ein­fach immer. Viel­leicht ist er unan­fäl­li­ger als wir uns das den­ken kön­nen, viel­leicht zäher und von sehr viel weni­ger intel­lek­tu­el­ler Ambi­va­lenz geplagt.

Uns, dies muß ein­mal gesagt wer­den, pla­gen ambi­va­len­te Bli­cke auf die Din­ge, uns plagt das Unein­deu­ti­ge, die Fra­ge nach dem rich­ti­gen Leben im Fal­schen, und plagt die Not­wen­dig­keit, mit den rich­ti­gen Fra­gen immer tie­fer zu boh­ren und mit die­sem Fra­gen nicht aufzuhören.

Natür­lich ken­nen auch wir Publi­zis­ten und Maga­zi­ne, deren Geschäfts­mo­dell dar­in besteht, jede Unmuts­re­gung zu Ent­schei­dungs­schlach­ten um die Frei­heit hoch­zu­schrei­ben, zu Ent­schei­dungs­ta­gen und Epo­chen­brü­chen, und die Teil­neh­mer an einer Demons­tra­ti­on zum revo­lu­tio­nä­ren Subjekt.

Soll sein – bloß bleibt das an der Ober­flä­che und ermü­det die Hoff­nung. Ist es nicht ehr­li­cher, gründ­li­cher nach­zu­schau­en und in Wider­sprü­chen zu den­ken? Sol­len wir, der Dyna­mik wegen, jeden Wider­stands­lärm als den Büh­nen­auf­tritt Ver­bün­de­ter beklatschen?

Ein Bei­spiel, pul­ver­dampf­ver­ne­belt zunächst, bei genaue­rem Hin­se­hen aber min­des­tens ambivalent:

Die Nie­der­lan­de haben Geset­ze beschlos­sen, die einem Drit­tel ihrer Bau­ern das Wirt­schaf­ten unmög­lich machen könn­ten. Begrün­det wird die­se Ent­schei­dung mit einer für das Welt­kli­ma not­wen­di­gen Redu­zie­rung der Emis­sio­nen, die aus den dicht­ge­dräng­ten Vieh­be­stän­den der Fleisch-Export-Nati­on Hol­land aufsteigen.

Gase stei­gen aus Stäl­len auf, in denen mas­sen­haf­te Ver­nut­zung von Tier­le­ben für den Mas­sen­kon­sum so effek­tiv wie mög­lich orga­ni­siert ist. Tier­fa­brik, Mas­sen­trans­port, Groß­schlach­te­rei­en mit Kapa­zi­tä­ten von zehn‑, fünfzehn‑, zwan­zig­tau­send Stück Vieh am Tag: Wenn sechs unter Klar­sicht­fo­lie ver­pack­te Schnit­zel das Fünf­tel einer Hand­wer­ker­stun­de kos­ten, kann von Acht­sam­keit, Sorg­falt, Wür­di­gung, kurz: von Lebens­mit­tel nicht mehr die Rede sein.

Das anony­me Stück Vieh, die Weg­stre­cke quer durch Län­der, die Mas­sen­ab­fer­ti­gung im Schlacht­vor­gang, die Keu­lung gan­zer Bestän­de bei Befall, die Ver­pa­ckungs­in­dus­trie und die Dis­tri­bu­ti­on – das alles ist eben­so ein­ge­preist wie die wort­wört­lich mit Gewür­zen über­tünch­te Geschmack­lo­sig­keit des Flei­sches und die Tat­sa­che, daß von die­sen Pro­duk­ten über ein Vier­tel nicht ver­zehrt, son­dern als über­flüs­si­ger Kon­sum mit üppi­ger Ges­te ent­sorgt wird.

Wir soll­ten das Argu­ment, hier müs­se die CO2-Bilanz ver­bes­sert wer­den, als Teil eines gro­ßen Ver­blen­dungs­zu­sam­men­han­ges ver­wer­fen: Es gibt einen grü­nen Kapi­ta­lis­mus, ein grü­nes Kli­en­tel­in­vest­ment in nur ver­meint­lich »sau­be­re« Pro­zes­se, einen grü­nen Mas­sen­kon­sum, der nur auf­grund einer grü­nen Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne­rie schon beim Ein­kauf das gute Gefühl von Nach­hal­tig­keit, glo­ba­ler Ver­ant­wor­tung, Rei­fe, eben von Wokeness, von kri­ti­scher Auf­merk­sam­keit vermittelt.

Die grü­ne Mas­sen­pro­duk­ti­on benö­tigt den grü­nen Mas­sen­kon­sum, die Ver­schwen­dung, die Kurz­le­big­keit der Ware, die Not­wen­dig­keit des Ersat­zes, die Weg­werf­men­ta­li­tät, das Pein­ge­fühl beim Anblick in die Jah­re gekom­me­ner Güter. Dies alles soll ja so blei­ben, bloß wird es mit dem guten Gewis­sen auf­ge­la­den, daß es sich doch um etwas ganz ande­res han­de­le, um eine Form des Kon­sums näm­lich, die die dro­hen­de Kata­stro­phe im Blick hat.

Fleisch kau­fend die Pflan­zung eines Bäum­chens am Ufer des Ama­zo­nas för­dern – das soll es sein.

Weiß jemand, wie vie­le »Däni­sche Las­ten­fahr­rä­der« in Groß­stadt­kel­lern vor sich hin ros­ten, weil ihr Ein­satz als Auto­er­satz doch nicht das hielt, was er ver­sprach? Wie vie­le mit gigan­ti­schem Ener­gie­ein­satz zusam­men­ge­schraub­te E‑Autos rol­len, weil jemand die Kauf­prä­mie ein­strich und dafür sei­nen bloß ein paar Jah­re zuvor mit eben­so gigan­ti­schem Ener­gie­auf­wand her­ge­stell­ten Die­sel abstieß? Ist nicht jedes Auto, das zwei Jahr­zehn­te läuft, öko­lo­gi­scher als jeder grün ange­prie­se­ne Ersatz, jedes im Dorf gemäs­te­te, geschlach­te­te und in sei­ne Där­me gestopf­te Schwein ein Ener­gie­spen­der, jedes indus­tri­ell her­ge­stell­te, vega­ne Stück “Fleisch” eine Energiesenke?

Es gibt kaum etwas Ver­lo­ge­ne­res als die Umwelt­bi­lanz der grü­nen Indus­trie und wohl kaum etwas Pro­fes­sio­nel­le­res als die PR-Maschi­ne, die eine sol­ches Lügen­ge­bäu­de unsicht­bar zu machen versteht.

Wir soll­ten einer­seits die­se Lügen Lügen nen­nen, ohne uns ande­rer­seits zu denen zu gesel­len, die von der men­schen­ge­mach­ten Zer­stö­rung orga­ni­scher Gleich­ge­wich­te und Balan­cen nichts wis­sen wol­len und die Ver­tei­di­gung ihrer Frei­heit am Grill, beim Buchen bil­li­ger Fern­rei­sen und im jähr­li­chen Aus­tausch ihrer Gar­de­ro­be für eine Wider­stands­leis­tung halten.

Die­se so oft so unbe­schei­de­nen Men­schen sind eben­so unacht­sam wie der gro­ße Kom­plex, der ihnen ermög­licht, was sie jahr­zehn­te­lang soll­ten und nun nicht mehr auf die­sel­be Wei­se sol­len, also doch wei­ter­hin, bloß anders.

Die Bau­ern auf den Stra­ßen Hol­lands: Wir haben sie wahr­ge­nom­men und ihren Antrieb, ihre Exis­tenz­angst, ihre Empö­rung ver­stan­den. Wir ver­wer­fen ihren wider­stän­di­gen Furor nicht, wenn sie Stra­ßen blo­ckie­ren und Eng­päs­se her­bei­füh­ren. Es kann jetzt nicht ein­fach so wei­ter­ge­hen, lau­tet die Botschaft.

Ihr Trei­ben ist uns näher als das radi­kal­öko­lo­gi­scher Akti­vis­ten, die ihre Hand­flä­chen auf Stra­ßen­kreu­zun­gen kle­ben und SUV-Rei­fen auf­ste­chen, um den Ver­kehr zum Still­stand zu brin­gen – das näm­lich ist abge­si­cher­ter Mut, pro­fi­tie­rend von den Trans­fer­leis­tun­gen der hart arbei­ten­den Mit­tel­schicht, die auch den Ver­sor­gungs­ap­pa­rat radi­ka­ler Tei­le der links­grü­nen Bla­se mit­zu­fi­nan­zie­ren hat.

Ambi­va­len­zen: die Land­wir­te ver­ste­hen, aber ihre Wirt­schafts­form ableh­nen, ihren Hil­fe­ruf ver­neh­men, aber ihre fun­da­men­ta­le Unfrei­heit als Teil­stück in Ver­nut­zungs­ket­ten wahr­neh­men, Lage­sym­pa­thie emp­fin­den, mehr nicht.

Es muß drit­te Wege geben, es muß.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (60)

Franz Bettinger

25. Juli 2022 10:13

Preis- und Steuer-Erhöhungen waren der Auslöser der Französischen Revolution. In Paris hungerten die Leute. Hinzu kamen Missverständnisse unter den Etablierten selbst, ja sogar unter den Befehlshabern der Bastille. Es endete mit Köpfen auf Spießen. Stimmt, es muss Einiges zusammenkommen, damit's knallt, aber das passiert; und es passiert heute mehr denn je. Insofern darf man hoffen. In der Tat scheint es eine elegante, gesichtswahrende und halbswegs schmerzlose und gewaltlose Lösung für den Sauhaufen Deutschland nicht mehr zu geben. On y va!

Umlautkombinat

25. Juli 2022 10:40

Ist was dran. Aber sehen Sie Herr Kubitschek, die Realitaet ist doch, Sie werden nicht einmal an den Katzentisch der Diskussion geladen, ob Sie dort abgewogen Stellung nehmen oder nicht. Wenn ueberhaupt nur bei Auftreten in letzterer Form, womit Sie sich sofort zwangslaeufig der Dominanz der Krakeelerei unterordenen und die ueberlegte unterscheidende Form aufgeben muessen. Es wird schon auf das hier hinauslaufen:

"Erst Verschärfungen von Lagen und Zustände von Aussichtslosigkeit werden jene unversöhnlichen Stimmungen hervorrufen, die der Motor jeder echten Wende sind."

Diese Verschaerfungen sind mittlerweile real zu sehen und durch keine Wirklichkeitsverzerrung unter der Decke zu halten. Ideologisch uminterpretierbar ja, mit allen moeglichen extra katastrophalen Folgen. Aber nicht verdeckbar. Dabei arbeiten oekonomische Dinge wie Geldentwertung und Eigenheiten der Produktionsweise wie im Artikel angerissen genauso wie - ich nenne es einmal spirituelle - Leere einander zu und streben zwingend einer Aufloesung der Zustaende und ihrer Widersprueche zu. Das ist kein Nihilismus meinerseits, sondern eine Einschaetzung einer Entwicklung auf die auch viel weiter verbreitete Denkgebaeude als die hier auf dieser Seite vertretenen immer weiter schwindenden Einfluss haben. Zivilisationsbruch halt. Das ist unvermeidbar und notwendig. Notwendig wie im Sinn eines marxistischen Entwicklungsbegriffes als "objektiv" verstanden.

Ulrike

25. Juli 2022 10:55

Die Landwirte verstehen, aber ihre Wirtschaftsform ablehnen…“

Egal auf welche Landwirte es gemünzt ist, deutsche oder holländische, es ist zu kurz gegriffen. Das Thema „Landwirtschaft“ kann nicht in ein paar Schlagworten abhandelt werden.

Zum vielschichtigen Thema der Bauernproteste hatte EinProzent interessante und kontroverse Beiträge veröffentlicht, von denen man vor allem auf den von Thore Stein (AfD M.-V.) hinweisen sollte:

https:/www.einprozent.de/blog/widerstand/landwirtschaft-zwischen-oekonomie-und-oekologie/2986

Die sich ständig verschärfenden Vorschriften für Landwirte, die, ähnlich wie in der Corona-Politik, sachlich immer weniger begründbar sind (Stichwort Nitratmeßstellen und Ausweisung sogenannter Roter Gebiete) werden die real exisitierenden Probleme im Natur- und Ressourcenschutz nicht lösen. Sie führen aber dazu, daß die regional verwurzelte Landwirtschaft (egal ob klein oder groß, ob konventionell oder bio) aufgibt und Platz macht für verwaltergeführte Agrarkonzerne. Einige Fakten sind zum Beispiel in dem folgenden Beitrag auf kla.tv enthalten:

https://www.kla.tv/index.php?a=showportal&keyword=allvids&id=22252&from=12.04.2022&to=19.04.2022

 

Niekisch

25. Juli 2022 11:05

"Vielleicht unterschätzen wir diesen “einfachen Mann” einfach immer. Vielleicht ist er unanfälliger als wir uns das denken können, vielleicht zäher und von sehr viel weniger intellektueller Ambivalenz geplagt."

@ GK: Ja, verehrter Herr Kubitschek, das tut der hiesige Kreis mit seinem Umfeld wohl leider immer noch überwiegend. Ein gutes Testfeld für den "einfachen, kleinen Mann und die Frau ist jeder Flohmarkt im normalen Bereich. Da sind die Leute, die mangels Berufsausbildung/Arbeit oder mit kleiner Rente oder Pension oder wegen Schicksalsschlägen aus der Bahn geworfen versuchen, ein kleines Nebeneinkommen zu erzielen, mit dem sie sich irgendwie über Wasser halten können. Da findet sich das Potential für den Herbst; weil sie mir vertrauen, habe ich ihre Adressen sammeln können für den Tag, an dem es losgeht. D i e  scheißen auf böse Vergangenheiten und das einschmiererische Geschwätz der Politiker, wählen schon lange nicht mehr, glauben an garnichts mehr. Und, Sie werden es kaum glauben, an den Ständen im Gespräch finden sich sehr schnell Leute hinzu, die plötzlich eine Idee und einen Weg herauslassen, die wir alle längst auf dem geschichtlichen Misthaufen vermodert sehen. 

Wie kommt so etwas? Behalten längst verblichene Politiker Recht in ihrer Prophetie?

kikl

25. Juli 2022 11:23

Es geht auch in Holland letztlich um die Reduktion der Ammoniak-Emissionen, die durch den Einsatz von stickstoffhaltigem Dünger entstehen. Das hat die EU so beschlossen. Nur ohne diese Düngemittel könnte die Lebensmittelproduktion die Bevölkerung nicht ernähren. Die Viehhaltung trägt nur deshalb besonders dazu bei, als dass Sie massenhaft auf Futter angewiesen wird, das es ohne den Dünger nicht gäbe.

Heute kann man diese Düngemittel industriell herstellen. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts war diese Technologie noch in den Kinderschuhen. Seit wir diese Düngemittel herstellen können, explodiert die Weltbevölkerung. Wenn wir nicht verhungern wollen, dann können wir darauf nicht verzichten.

Hier eine Erklärung dafür, wie das Problem der Düngemittel gelöst wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=EvknN89JoWo

Wer die Massentierhaltung humaner gestalten will, der muss die Tierhaltung nicht einfach für ca. ein Drittel der Bauern verbieten wie in den Niederlanden. Dafür gäbe es andere Lösungen.

https://www.diegruene.ch/artikel/politik-maerkte/niederlande-viehbestand-abbauen-400814

Übrigens geht es jetzt wegen dieser EU-Regeln uns in Deutschland bald das Brot aus:

https://twitter.com/rubberduck12103/status/1550163948779048960

Rheinlaender

25. Juli 2022 11:25

In größeren Unternehmen in Deutschland war die Stimmung in diesem Jahrtausend noch nie so schlecht wie heute. Zumindest in privaten Gesprächen äußert kaum noch jemand Vertrauen in die Fähigkeit des Staates, Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls zu treffen oder eine größere Krise abzuwenden. Wer einen plausiblen Plan vorlegen kann, wie er Wohlstand, Sicherheit und Freiheitsrechte für die Deutschen gewährleisten kann und mit seriösen Personen auftritt, deren Haltung und Biographie erwarten lassen, dass sie diesen Plan umsetzen können, würde bald über Machtoptionen verfügen. Zwar würde man so einem Akteur staatlicherseits mit allen verfügbaren Mitteln begegnen, aber die entsprechenden Vorbereitungen wirken kopflos und hysterisch. Wer in diesem Land etwas ändern will, muss bereit sein, bevor der Winter kommt. Wenn niemand bereit ist, wird dieser Staat wahrscheinlich zunächst nicht zusammenbrechen, sondern ggf. nach einigen kürzeren Verwerfungen vollends sozialistisch werden und noch einige Jahre auf immer niedrigerem Funktionsgrad weiterlaufen.

Kuonirat

25. Juli 2022 11:29

@Kubitschek

Manchmal wird mir beim Blick in die SiN-Kommentare ganz anders. Differenzierte Sichtweisen wie die Ihre lassen mich der Sezession aber weiterhin die Treue halten.

Haben Sie vielen Dank dafür, dass ich hier weiterhin mein geistiges Zuhause finden kann.

Der Sinnierer

25. Juli 2022 11:48

Ich sitze in Brasilien und bin kurz vor dem Kauf von 75 Hektar Land. Ich kehre zurück zu einem ökologischeren Leben, bin entrüstet wie mir dieser Lebenswandel abhanden kam und meine sieben bzw. acht Kinder Konsumfreßraupen wie wir alle wurden. Ein nachhaltiges Leben ist auch in Deutschland möglich, und meine Rückkehr gesetzt, aber zunächst müssen die Unruhen der Umstellung des Lebens auf Nachhaltigkeit vorüberziehen, dieser Vorgang ist schmerzhaft für das Gros der Bundesschländer, denn viel tiefer sitzt der Narzißmus in uns Menschen, vor allem in jenen Menschen, die sich als besonders wähnen wo sie sogar niedriger in ihren Fähigkeiten als vor 100 Jahren sind, jenen Menschen, die weder Talent noch Wissen in sich tragen. Wir sind eine armselige Gesellschaft geworden, vaterlands-, gott- und würdelos und diese Erkenntnis muß noch in uns reifen.

Nemo Obligatur

25. Juli 2022 11:48

GK greift ja nur selten zur Feder. Ich bin jetzt hin- und hergerissen zwischen "leider" und "zum Glück". Das "zum Glück" bezieht sich darauf, dass deshalb, weil er sich die Zeit nimmt, etwas Dauerhaftes entsteht.

Auf dem gewählten Beispiel will ich jetzt nicht herumreiten - das werden andere tun. Aber dieses Unbehagen an unserer Zeit, in der sich höchste technische Effizienz mit größter politischer Dummheit paart, in dem die Bestände sich erschöpfen und neue nicht mehr in Sicht- und Reichweite kommen, dieses dann aber gleichwohl keine Konsequenzen hat, das teile ich.

Nebenbei bemerkt: Man kommt als Bürger, beruflich in die Wertschöpfungs- und Konsumkreisläufe eingebunden, aus der Nummer ja gar nicht mehr raus. Wer heute noch eine löcherige Socke stopft und nicht fortwirft, darf sich zwar als Held wider den Konsum fühlen, aber rentieren (in Cent und Euro) tut sich das nicht. Und wenn uns nicht einmal Corona oder ein Gas-Embargo kurieren, welcher Arzt muss da kommen?

kikl

25. Juli 2022 11:59

Noch ein Kommentar dazu. In Sri Lanka hat die politische "Elite" das Land in den wirtschaftlichen Ruin geführt, unter anderem mit dem Ziel, eine düngerfreie Landwirtschaft einzuführen.

Was passiert, wenn das Volk hungert, hat man gesehen, als in Sri Lanka die korrupte und unfähige politische Elite mit Gewalt vertrieben wurde. Davor haben Frau Baerbock, Herr Habeck und Herr Scholz mächtig Angst, fürchten Sie doch Volksaufstände. Nur mit ihrer Politik steuern diese Taugenichtse geradewegs darauf zu.

" Eine Nation der düngerfreien Landwirtschaft. Eine „gute“, umweltbewusste Nation, die den grünen Eliten in den globalen Institutionen gefallen wird. Sri Lankas strenge Umweltpolitik hat verheerende Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion und die wichtigsten Exportindustrien des Landes und verschlimmert die Inflationskrise des Landes."

https://www.novo-argumente.com/artikel/sri_lanka_und_die_globale_revolte_gegen_die_laptop_eliten

RMH

25. Juli 2022 12:10

"Sie führen aber dazu, daß die regional verwurzelte Landwirtschaft (egal ob klein oder groß, ob konventionell oder bio) aufgibt und Platz macht für verwaltergeführte Agrarkonzerne." (Ulrike)

Eine Art neuzeitliches Bauernlegen also?

Dafür spricht viel, dass man in der gesamten EU den Selbständigen - und dazu gehören die klein- und mittelständigen Landwirte - an und für sich eigentlich eher als potentiellen Störenfried sieht, den man nicht so leicht gleichschalten kann, wie die berühmte "Großindustrie", auch wenn man ihn mit "Compliance-" Regeln förmlich zuschüttet. Strukturwandel wurden im Großen in der Vergangenheit zumeist mit richtig viel Geld bezahlt - man darf gespannt sein, wie viel dann wieder von "allen" und auf pump für das "you´ll never walk alone" (Kanzler Scholz in anderem Zusammenhang) und die Befriedung der Bauern aufgebracht werden. Wobei man natürlich auch folgendes (evtl. gilt das auch für die Niederlande) kritisch anmerken darf: Es gibt wohl kaum einen Stand in Deutschland, der bereits jetzt sich so von öffentlichen Subventionen abhängig und damit unselbständig gemacht hat, wie die Landwirte.

Werner42

25. Juli 2022 12:11

Die Vorfreude auf Revolutionen egal von welcher Seite ist bei mir nicht vorhanden, alle Beispiele aus der Geschichte zeigen, das eigentlich nie etwas gutes dabei herauskommt. Denn egal wer ans Ruder kommt, die Probleme werden sehr groß sein, es wird weniger zu verteilen sein und es werden kreative Lösungen benötigt werden. Da wäre revolutionäre Wirren absolut kontraproduktiv. Politik war immer schon das Bohren dicker Bretter, ohne Geduld  und Kompromisse geht das nicht.

Mitleser2

25. Juli 2022 12:42

@Niekisch: Ich glaube Ihnen das gerne mit den Flohmärkten. Nur, wie repräsentativ sind diese Leute, und wieviele? Ich wäre da eher skeptisch.

Zu den Lebensmitteln und Bauern: Das Problem ist halt, wie ernährt man die jetzige Erdbevölkerung ganz anders, ohne daß es zur Katastrophe kommt? Die Lösung sehe ich auch nicht. Aber was in Sri Lanka passiert ist, sollte zu denken geben, auch wenn es dort nicht alleine das Düngerverbot war.

Allnichts

25. Juli 2022 13:26

Ja, mir kommt ein solcher Weg in den Sinn. Der müsste nur einmal offen und ehrlich besprochen und kritisiert, vernünftig an die heutige Zeit und ihre Bedingungen angepasst und dann organisiert, vorgetragen und vorgelebt werden, selbstbewusst, zuversichtlich und volksnah.

Imagine

25. Juli 2022 13:45

Ambivalenz setzt voraus, dass es mindestens zwei Alternativen gibt, zwischen denen man hin- und herschwankt.

Ein „Dritter Weg“ stellt eine Alternative zu zwei vorhandenen Wegen dar.

Aber ich sehe nur eine Gesellschaft im Zustand selbstverschuldeter Alternativlosigkeit, die keine Wahl zwischen zwei Wegen, geschweige denn drei Wegen besitzt. Und dieser eine alternativlose Weg ist eine Abwärtsspirale.

Diese Alternativlosigkeit ist Folge einer geistigen Blockade und Fixierung, denn selbstverständlich gibt es Alternativen, sie werden nur nicht thematisiert und diskutiert.

Maiordomus

25. Juli 2022 14:14

Der Aufsatz von Kubitschek liest sich gesinnungsethisch, wiewohl er und seine Familie sich wohl weitgehend an die angesprochenen Grundsätze der Lebensweise halten dürften. Wobei für Leute von seinem und seiner Frau Bekanntheitsgrad sowie bei einer Verlegerexistenz Benützung des öffentlichen Verkehrs praktisch und grundsätzlich wohl kaum zu empfehlen wäre. Beim PKW nehme ich nicht an, dass alle 2 . 3 Jahre je neuestes Modell gekauft wird. 

Dass das Echo auf den Artikel, betr. die Konkretisierung der Probleme der Landwirtschaft, wie sie seit 70 Jahren dramatisch anwachsen, noch stärker von Erwägungen praktischer Vernunft durchsetzt ist, bezeugt eine "gesunde" Debatte. Zu meiner Gymnasialzeit war noch Übungsbeispiel für den dialektischen Besinnungsaufsatz :"Traktor oder Pferd?". Empfehle betr. Landwirtschaft in Deutschland die vor 20 - 30 Jahren erschienenen Werke v. Arnold Stadler "Mein Hund, meine Sau, mein Leben" usw. 

 

Maiordomus

25. Juli 2022 15:08

Unter den kürzlichen Buchhinweisen glänzen neben Unset, Léon Bloy und natürlich Neil Postman bis hin zu "Wir amüsieren uns zu Tode", von @Bettinger zurecht gerühmt. Zu Postmans Darstellung der modernen Familie, zumal ihrer Väter, passte als noch frühere Filmfassung der französische Klassiker "Mon oncle" von und mit Jacques Tati: mit Gegenüberstellung des kurios gewordenen älteren Lebensstils des Hagestolz-Onkels im Vergleich zum hochautomatisierten "modernen" Lebens- und Wohnstil incl. des "modernen" Elternbildes. Siehe den obigen Verweis auf mutmasslichen Lebensstil der Kubitscheks und Hinweisen auf Veränderung der landwirtschaftlichen Kultur bei Romanen des Schwarzwälder Bauernsohnes und Hebelpreisträgers Arnold Stadler. Der Film als im Vergleich zu Büchern modernere Kulturform kann, als Meisterwerk, die Dinge aber noch anschaulicher machen, via komische Effekte  das Unterbewusstsein stärker treffen. Als zivilisationskritischer Filmer geht Tati wegen der intimen Darstellung des modernen Familienlebens mit der Kritik an den neuen, den technischen Möglichkeiten angepassten Lebenslügen, in die sogar die Hundehaltung einbezogen ist, weiter als das frühere Meisterwerk "Modern times" von Chaplin, welches bei der technisierten Arbeitswelt verbleibt, aber wie vieles an der Landwirtschaft v. heute an die Abschaffung des Menschen erinnert.

Sandstein

25. Juli 2022 15:18

„Es gibt wohl kaum einen Stand in Deutschland, der bereits jetzt sich so von öffentlichen Subventionen abhängig und damit unselbständig gemacht hat, wie die Landwirte.“

@RMH

Das klingt ja so als hätten die Landwirte das selbstverschuldet? 
Ich war neulich erst für ein paar Wochen auf einem Bauernhof in Norddeutschland, Nebenerwerbshof, Erhaltungszucht aussterbender alter Rinderrassen. Auch dieser Bauer erhält jährlich ca. 8000 Euro aus Brüssel. Glauben Sie mir: würde nur die Hälfte der Auflagen wegfallen, er würde auf das Geld liebend gerne verzichten.

Dass es Subventionen gibt hat in erster Linie mit dem Weltmarkt zu tun. Kennen Sie Rinderfarmen amerikanischer Machart? Oder die Mais- und Sojafelder dort? Da können Sie bei der Ernte einen Tag lang in nur eine Richtung fahren und erreichen das Ende des Feldes nicht. Das ist kein Witz. Der Amerikaner hat eben auch die Landwirtschaft pervertiert, wie so vieles. 

Der Gehenkte

25. Juli 2022 15:37

@ Kuonirat

"...wird mir beim Blick in die SiN-Kommentare ganz anders ... hier weiterhin mein geistiges Zuhause"

Geht mir genauso. Frage mich oft: was machst du hier eigentlich und muß mich dann daran erinnern: das ist nicht das Eigentliche, das ist nur der Schaum auf den Wellen.

Das Ambivalente ist dies: es gibt diese dritten Wege und sie sind auch nicht schwer zu erkennen und es ist nicht unmöglich, sie zu betreten. Aber es gibt auch die von Umlautkombinat angesprochenen (quasi-marxistisch beschrieben: welcome!) objektiv ablaufenden Prozesse und es gibt "den Mensch" als anthropologische Konstante, wenn auch relativ anpassungsfähig.

Der erste Schritt, den dritten Weg zu betreten - zumindest ein möglicher, es geht theoretisch auch vorreflexiv -, ist das analytische Verständnis der historischen und anthropologischen Notwendigkeiten zu erlangen. Dazu gehört harte denkerische Arbeit ... aber es stimmt auch, daß wir uns intellektuell, technisch, ideologisch in einer historischen Phase befinden, die objektiv dazu verleitet, die harte geistige Arbeit zu verunmöglichen ... und manch ein Kommentator leistet dazu sein Scherflein. Man erkennt sie an der Absolutheit ihrer Rede, an der Kompromißlosigkeit ihrer Argumente, an der verbalen Diffamierung der anderen Position.  

 

Imagine

25. Juli 2022 16:24

Das Problem bei den meisten Menschen ist, dass sie über das bestehende System nicht hinausdenken können. Bei den Rechten kaum jemand.

Die meisten Lohnabhängigen sehen daher die Technik als Feind an, weil sie Angst haben, dass ihnen durch Roboterisierung, Automatisierung und Digitalisierung Arbeitsplätze und damit Lohneinkommen genommen werden.

In einem sozialistischen System – so das Versprechen der Marxisten – ist hingegen die Technik potentiell ein Mittel der Befreiung vom Zwang zur fremdbestimmten Lohnarbeit.

Diese Befreiung hat jedoch im Sowjetkommunismus nicht stattgefunden.

Wir schauen daher nach China, ob in diesem sozialistischen System das Ziel, durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt eine Arbeitszeitreduktion bei zugleich wachsendem Wohlstand zu erreichen, realisiert werden wird.

Als Zeitperspektive hat die KPCh 2049 gesetzt, 100 Jahre nach Gründung der
Volksrepublik China.

Gotlandfahrer

25. Juli 2022 16:34

1/3

Danke. Meine Gedanken dazu in zwei Teilen: Erstens zur Bedeutung Lage des einfachen Mannes allgemein, zweitens zum gebotenen Grad der Sympathie mit den Industriebauern.

Zu 1.):

Sie können es, weil sie an der Macht sind.

Für die Lagebeurteilung (auch des einfachen Mannes) ist es wohl erheblich, hier zu differenzieren: Sie können es nicht, weil SIE an der Macht sind, sondern weil sie die Marionetten der wahren Machthaber sind, die wiederum genau wissen, wie die Masse psychologisch funktioniert. Erheblich für die Lagebeurteilung ist es, weil sich hieran zeigt, dass der öffentliche Schlagabtausch mit den Marionetten immer von ihren Strippenziehern bewältigt werden kann, da diese notfalls eine der Puppen opfern, ohne selbst jemals die Bühne betreten zu müssen.  Eine „versagende“ Marionette politisch entlarven oder einen „Wahlerfolg“ erringen ist – wenn es je gelingt – wie der Hydra einen Kopf abschlagen.  Politischer Diskurs, der ihre Bühne als Ort der Auseinandersetzung annimmt, ob via Mainstream („Party beenden“) oder alternativ, begibt sich auf das vollständig beherrschte Feld des Gegners.  Das Problem sind nicht Personen wie Lauterbach oder Baerbock, sondern dass man uns solche Figuren vorsetzen und länger als fünf Minuten im Amt halten kann. 

Gotlandfahrer

25. Juli 2022 16:36

2/3

Erst Verschärfungen von Lagen und Zustände von Aussichtslosigkeit werden jene unversöhnlichen Stimmungen hervorrufen, die der Motor jeder echten Wende sind.

Sri Lanka, das einen weiteren WEF-Zögling als Regierungschef ins Amt revoltiert hat, zeigt, dass soziale Unruhe ein, wenn nicht DER geplante Pfad sind.  Die militärisch hochgerüsteten Polizeien haben aus Sicht der Herrschenden ihren Charaktertest bestanden, um mittels brutaler Gewalt die dann als alternativlos vermittelte Neue Ordnung zur Befriedung des entstehenden Chaos unter Beifall und Aufatmen einzuführen.  Das heißt, dass die Lageverschärfung für den einfachen Mann noch lange nicht zu einem Aufräumen hinter der Bühne führt, sondern allenfalls zu einem neuen Bühnenstück, das dann im Stehen und Frieren zu verfolgen ist.  Für die Räumung der Hinterzimmer wäre es notwendig, sich mehr mit dem verborgenen Staat zu befassen.  Die Vorliebe Rechter für Erfahrung statt wilder Theorie sowie unser Selbstverständnis, sich als des eigenen Glückes Schmied zu empfinden, schreckt uns davon ab, sich mit dem Unausgeleuchteten zu befassen, gerade, wenn die Befunde unserer Idee von Selbstbestimmtheit Hohn sprechen würden.

Gotlandfahrer

25. Juli 2022 16:37

3/3

Zu 2.)

Die eingeschränkte Solidarität eines wohl fast Selbstversorgers mit wahrhaftigem Nachhaltigkeitsbewusstsein zu Landwirten, die Teil einer sich selbst längst entfremdeten Landwirtschaft sind, kann ich gut nachvollziehen.  Man könnte sagen, die landwirtschaftliche Revolution frisst nun ihre letzten Kinder, also die in Zeiten der Großflächenbewirtschaftung verbliebenen Anpassungsbauern, die in der nächsten Stufe nicht mehr mithalten können.  Auch wenn man wohl den mittlerweile eingetretenen Zustand der Nahrungsmittelproduktion heftig kritisieren muss (ich bin da ahnungsloser Laie und enthalte mich), so ist hier jedoch zweierlei zu bedenken: Zum einen ist das, was politisch angestrebt wird, um ein Vielfaches schlimmer und das auch noch bei bewusster Dezimierung des – immerhin noch irgendwie – erd- und heimatverbundenen Bauernstandes, so unfrei ihre Vernutzungslage auch ist.  Zum anderen ist, wenn, dann das Land der Raum, auf den die urbanen Schadherrscher am wenigsten zugreifen können. JEDER Schaffende vom Lande sollte uneingeschränkte Sympathie genießen, selbst wenn er sich im Gestell seiner Produktionsbedingungen verheddert hat.  Die kann man nur MIT ihnen auf gesundes Maß zurückführen, nicht ohne sie.

Gracchus

25. Juli 2022 16:38

Sich Ambivalenz zu leisten, ist natürlich heutzutage intellektueller Luxus - und verdächtig. Ich sehe es aber auch so, was Massentierhaltung angeht.

Skeptisch bin ich, was Veränderungen angeht. Auch bei Verschärfung der Lage, wenn die Verschärfung - und das beschreibt Kubitschek ja - in das Machtkalkül eingepreist ist. Man wird die Verschärfung immer so abmildern, dass nur einige - zu wenige - auf der Strecke bleiben, und diese werden als Nazis hingestellt; das verstärkt die Gehorsamsbereitschaft. Das soll nicht defätistisch klingen, die Sache ist offen, und es kann sein, dass man sich verspekuliert.

 

Suedburgunder

25. Juli 2022 16:47

@ Imagine

"... selbstverständlich gibt es Alternativen, sie werden nur nicht thematisiert und diskutiert."

Zwei bezeichnende Verben am Satzende, die die ganze Misere unserer Lage zum Ausdruck bringen. Auf dem Antaios-Kalenderblatt für den Monat Juli lese ich: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." - Tun wir es!

Gracchus

25. Juli 2022 16:48

@Maiordomus

Man müsste mal zählen, wie oft Sie schon Arnold Stadler - nicht zu Unrecht - empfohlen haben. "Mon Oncle" ist ein Meisterwerk, ohnehin mag ich alle Filme von Tati, am liebsten Die Ferien des Monsieur.

 

Mitleser2

25. Juli 2022 17:20

"... und die Verteidigung ihrer Freiheit am Grill, beim Buchen billiger Fernreisen und im jährlichen Austausch ihrer Garderobe für eine Widerstandsleistung halten."

Das scheint mir zu weit hergeholt. Niemand der das tut, sieht das als Widerstandsleistung.

Und warum Grillen und Fernreisen gleich mit der Zerstörung organischer Gleichgewichte in Verbindung bringen? Da gibt es schlimmere Besipiele, z.B. die genannte Umweltbilanz der angeblich grünen Industrie (mit Slogans wie "Nachhaltigkeit bei Coca-Cola").  Und ich kenne niemand, der den jährlichen Austausch der Garderobe praktiziert. Mit solchen Thesen stößt nur man potentielle zukunftige Unterstützer ab.

 

 

kikl

25. Juli 2022 17:27

Dem deutschlandhassenden Grünen Kretschmer aus dem Ländle geht der Allerwerteste jetzt so weit auf Grundeis, dass er den Patriotismus für sich entdeckt hat.  Die Linke verspürt den scharfen Wind der "Konterrevolution", um einmal deren Vokabular zu übernehmen. Jetzt werden sie plötzlich wieder "Patrioten".

"Deshalb werde es in den nächsten Monaten vor allem darum gehen, „dass wir uns in den wesentlichen Punkten nicht auseinanderdividieren lassen“. Kretschmann mahnte: „Dabei ist auch unser Patriotismus gefragt.“ Für Deutschland, die freiheitlich-demokratische Ordnung und Europa."

Erst spaltet er die Gesellschaft, indem er die Ungeimpften zu Rechtlosen erklärt und überhaupt alle Andersdenkende als böse Rechte ausgrenzt, aber jetzt meint er den Zusammenhalt beschwören zu können. Das wird schiefgehen.

https://www.rnd.de/politik/gaskrise-im-winter-steht-die-spaltung-deutschlands-bevor-ILU557WYN42Y243LKHBT5XD7TU.html

Wir gehen "interessanten Zeiten" entgegen. 

Laurenz

25. Juli 2022 17:28

@Sandstein & RMH

„Es gibt wohl kaum einen Stand in Deutschland, der bereits jetzt sich so von öffentlichen Subventionen abhängig und damit unselbständig gemacht hat, wie die Landwirte.“

Es ist richtig, daß der Bauernverband in vielen Jahrzehnten Privilegien angehäuft hat. Welcher Logistikunternehmer zahlt auf seinen Diesel keine Steuern? Reeder waren genauso schlau, wie die Bauern.

Schweinefleisch ist subventionsfrei, Weltmarkt. Die EU hatte das so gewollt. Um einen dritten Weg überhaupt in Erwägung zu ziehen, müßte man die Bauern aus dem Weltmarkt herausnehmen. Das geht nicht ohne Planwirtschaft, auch wenn man kleinteilig plant.

Man wird die Südamerikaner nicht dazu bringen können, kein  Fleisch zu essen. Europa hat ebenso riesige Weideflächen, wie Südamerika. Aber die befinden sind alle in Osteuropa. Dazu müßte man allerdings unsere komplette Außen- & EU-Politik ablösen.

Habe übrigens hiesige Bauern kennengelernt, die sich einen zusätzlichen Hof im Baltikum zugelegt haben.

Laurenz

25. Juli 2022 17:40

Sri Lanka & Co.

In Sri Lanka blieben wegen Covid die Touristen aus, was die Einnahmen zusammenbrechen ließ. Sri Lanka lebte aber weiterhin auf großem Fuß. Banken drehten daraufhin den Geldhahn ab. Die Währung schwächelte, was alle Importpreise nach oben trieb, wie zB Düngemittel & Treibstoff. Die Türkei & Argentinien sind aufgrund ähnlicher Umstände genauso pleite. Die Türkei hält sich aktuell nur mit strategischen Zuwendungen aus dem Ausland über Wasser. Auch die Kriegsaktivitäten der Türkei sind in diesem Zusammenhang zu sehen. Erdogan versucht an die Ölquellen in Kirkuk & Libyen, wie an die Gasquellen in Syrien & der Ägäis heranzukommen. Problematisch sind in allen Pleitestaaten die privaten & staatlichen Fremdwährungskredite, die aufgrund schwächelnder Währung nicht mehr bedient werden können. Der Vertreter-Stellvertreter-Krieg in der Ukraine wirkt hier, wie ein Brandbeschleuniger. Die zahlreichen anderen Kriege sind in der Berichterstattung nur noch unter ferner liefen zu finden.

RMH

25. Juli 2022 18:09

@Sandstein,

ich spreche nicht von Schuld (wer werfe, wenn es um Knete vom Staat geht, den ersten Stein?) - aber genau wie bei den Schlussabrechnungen der Corona-Hilfen mancher merkt, wie unfrei er durch Subventionen wurde, so dürfte es bei den meisten Landwirten schon länger ins Bewusstsein gekommen sein, dass sie an den Subventionen fast genauso hängen, wie Junkies an der Nadel. Das die halbe Welt die Landwirtschaft subventioniert zeigt, wie gerne wirklich jedes Land den Daumen auf seinen "Reichsnährstand" hält. Was Ihr Gastgeber an Subventionen bekommen hat, können Sie übrigens hier einmal nachforschen:

Zahlungen aus den EU-Fonds für Landwirtschaft und Fischerei - Suche EU-Agrarfonds (agrar-fischerei-zahlungen.de)

RMH

25. Juli 2022 18:20

"Entscheidungsschlachten um die Freiheit"

Goethe schrieb einmal:

"Wie man denn niemals mehr von Freiheit reden hört als wenn eine Partei die andere unterjochen will und es auf weiter nichts angesehen ist, als daß Gewalt, Einfluß und Vermögen aus einer Hand in die andere gehen sollen" (zitiert nach Safranski, "Goethe - Kunstwerk des Lebens", dort m. w. Nachweis).

Für mich ein Vorläufer, eine Variante von "Wer Menschheit sagt, will betrügen" (das will Schmitt aber von Proudhon entlehnt und abgeändert haben, wobei es keinen Quellennachweis für Proudhon geben soll).

Niekisch

25. Juli 2022 19:00

@Niekisch: Ich glaube Ihnen das gerne mit den Flohmärkten. Nur, wie repräsentativ sind diese Leute, und wieviele? Ich wäre da eher skeptisch.

@ Mitleser 2 25.7. 12:42: Ich sehe es bei Handwerkern, Friseuren, restdeutschen Taxifahrern, weniger bei bürrgerlich-konservativen Spießern, Pensionären, Yuppies, akademischen Helikoptermuttis. Schwer zu schätzen. Nach einer Umfrage ist der Anteil derer, die wachsende Kluft zwuschen Arm und Reich befürchtenvon 60 auf 87 % seit 2019 angestiegen, statt 46 % ist die Zahl derjenigen, die keinen bezahlbaren Wohnraum zu finden befürchten, inzwischen 83%.Da sehe ich eine gewisse Bestätigung. 

"Ja, mir kommt ein solcher Weg in den Sinn.....müsste nur einmal offen und ehrlich besprochen und kritisiert, vernünftig an die heutige Zeit und ihre Bedingungen angepasst und dann organisiert, vorgetragen und vorgelebt werden, selbstbewusst, zuversichtlich und volksnah."

@ Allnichts 25.7. 13:26: Sehr gut. Ich bin dabei. Nur, wie machen wirs? Die Reda will es ja offenbar nicht.

Allnichts

25. Juli 2022 19:02

1/2

Über die Grünen lässt sich eigentlich nicht genug Schlechtes sagen, bei denen ist neben allerlei inakzeptablen, kranken Ideen auch viel Heuchelei dabei, aber im Text, teilweise in den Kommentaren, wirkt die Darstellung doch etwas zu einseitig negativ, was die eigentlichen Umweltthemen betrifft. Gerade bei dem Versuch, die Massentierhaltung einzuschränken und abzuschaffen, waren die Grünen doch immer ganz vorne dabei, ich erinnere auch bspw. an den "Veggie-Day" oder diese ganze Veganismus-Bewegung, die dann auch von rechter Seite eher bekämpft oder veralbert wurden und werden.

Auch halte ich es für wenig ratsam, vor allem auf die jungen Ökos mit ihrem oftmals sicherlich fehlgeleiteten Idealismus ständig draufzuhauen statt zu versuchen, sie auf die eigene Seite zu bekommen. Dazu auch die Fragen: Wem sind die Unverpackt-Läden, die Tauschringe, die Umsonstläden, die Biomärkte, die "Lebensmittel-Retter", wem ist überhaupt das Vorantreiben dieses ganzen Öko-Gedankens faktisch zuzurechnen, und warum sollte sich aus einer bisher meinetwegen auch nur scheinbar grüner werdenden Wirtschaft nicht irgendwann eine wirklich grüne Wirtschaft entwickeln? Mag sein, dass vieles, was heute unter Grün läuft, eigentlich einen rechten Ursprung hat, aber gelebt und umgesetzt wird es vor allem von anderen. Nein, die Kritik, da sei alles nur Lüge, Schein und falsch gerechnet, greift zu kurz.

anatol broder

25. Juli 2022 19:44

@ mitleser2 17:20

«ich kenne niemand, der den jährlichen austausch der garderobe praktiziert.»

ich kenne welche.

«niemand der das tut, sieht das als widerstandsleistung.»

woher die gewissheit?

Allnichts

25. Juli 2022 19:50

2/2

Was mir am Text Sorge bereitet, ist, dass hier zumindest unterschwellig eine gewisse Konzeptlosigkeit hinsichtlich des Umgangs mit den zu erwartenden Protesten sowie Passivität zum Ausdruck kommen, etwas, das derzeit eigentlich überall im rechten Lager zu beobachten ist. Die Pläne müssten schon entwickelt und die Strategien längst geklärt sein, und die Haltung, sich weiterhin stark mit Fragen zu beschäftigen, also in der Theorie zu bleiben, und gerade nicht eindeutige Antworten vorzugeben und umzusetzen, ist angesichts der Lage fatal.

Sollte es wirklich so kommen, wie es ungefähr erwartet wird, dann bietet sich hier eine historische Chance, die "jeder" herbeigesehnt hat und die auch so schnell nicht, für das deutsche Volk vielleicht überhaupt nicht mehr wiederkommen wird. Wenn da allgemein von rechter Seite, also von uns allen, nicht mehr kommt als noch einmal darüber nachzudenken, wie denn eigentlich der Weg sein soll, dann werden andere die Situation für sich zu nutzen wissen.

Diese Beobachtung bereit mir, noch einmal betont, Sorge, weil sich abzeichnet, dass irgendwann die Sache losgeht und man auf unserer Seite ratlos vor der Situation steht, als hätte sie sich unerwartet ergeben.

Gotlandfahrer

25. Juli 2022 21:50

@ Allnichts, Ihre Sorge ist berechtigt:

Deswegen gibt es ja keine Revolutionen von Rechts. Für eine Konterrevolution fehlt eine ausgebootete Altelite, die es nochmal wissen will. Wir alle haben uns irgendwie arrangiert, waren auch nie Elite, der eine mit mehr, der andere mit weniger mutigem Widerspruch, Aktivismus oder Passivismus, d.h. persönlichem Risiko. Es gibt hochgebildete, ehrenwerte und analytische Köpfe, aber am Ende sind alle zu eigenständig, sonst leisteten sie ja auch keinen Widerspruch, um unter Verzicht auf das Primat der eigenen Perspektive ein gemeinschaftliches Konzept zustande zu bringen. Der Germane siedelt in Haufendörfern, nicht Haus an Haus.  Während der Charakterlose ein Mitmachgeist ist und Kraft dessen Sammlungskraft besitzt, müssen beim Rechten schon besonders günstige Umstände oder Frieden vorliegen, um Wirkung zu entfalten. Die liegen nicht vor, deswegen wäre im ersten Schritt eine von Protagonisten der Szene gemeinsam festgestellte Lagebeschreibung vonnöten, an der es mangelt. Da auch dies nicht zu erwarten ist, bleibt die Hoffnung auf die List der Vernunft oder die Robustheit der Letzten.

Phil

25. Juli 2022 22:11

Wen meinen Sie mit "wir"? Wir hier sind wohl auch deshalb rechts, weil wir für Vereinfachungen wenig Nerv haben. Aber interessieren "den einfachen Mann" Differenzierungen?

Na, wir sollten uns treu bleiben. Differenzieren, unbedingt.

frdnkndr

25. Juli 2022 22:57

@Gotlandfahrer

Volle Zustimmung zu allem, was Sie hier zum Thema schreiben.

Die aktuell in vielen Bereichen zu erkennende freudige Erwartung eines nahenden Überpacens der Sprechpuppen verbunden mit der Hoffnung auf ein reinigendes Gewitter ist in meinen Augen unglaublich naiv und ich dachte bis dato eigentlich, dass sich derlei oberflächlicher Akzelerationismus gerade in hiesigen Kreisen keiner großen Beliebtheit erfreut, da vollkommen klar ist, dass das Darauffolgende vieles sein wird, keinesfalls aber etwas auch nur ansatzweise Wünschenswertes.

Deshalb noch einmal in aller Deutlichkeit: hinter praktisch allen aktuellen 'Entwicklungen' steht als mehr oder weniger einziges Ziel die sukzessive und bestmöglich kontrollierte Zerstörung (neudeutsch auch Rückbau) der bestehenden Ordnung, um aus dem dabei entstehenden, mutwillig herbeigeführten Chaos und der nicht vorstellbaren Verelendung breiter Gesellschaftsschichten heraus ohne nennenswerten Widerstand ein vollkommenes totalitäres System zu etablieren, in dem der Einzelne nichts gilt und jede auch nur ansatzweise als schädlich identifizierte Handlung in Echtzeit sanktioniert bzw. im weiteren Verlauf bereits der bloße Gedanke an Derartiges im Vorfeld physisch wie psychisch verunmöglicht wird.

Dass billige Lebensmittel aus fragwürdiger Landwirtschaft irgendwann einmal ein Problem dargestellt haben, wird dann vermutlich niemand mehr auch nur begreifen können.

Breckert

25. Juli 2022 23:27

Ihr kommt mir vor, wie die Jugendlichen, die um ein gerade gefälltes Unfallopfer herumstehen und, statt zu helfen, irgendetwas zu tun und sei es auch noch so unnütz, lieber den Sterbenden von allen Seiten mit der Handykamera ablichten und über seine polytraumatischen Verletzungen zu diskutieren.

Allerspätestens seit 2015 konnte man den vorsätzlichen Charakter der hier gebrachten morbiden Politik erkennen, welcher sich ganz gezielt gegen mein Land richtete.

Wer was anderes sagt, ist ein Idiot. Und nein; kein "sorry" oder ein Zwinkersmiley.

Jetzt ist Titanic-Deutschland so in Schräglage, daß das Wasser schon über die Reling in den Rumpf rauscht und im Inneren ein Licht nach dem anderen ausgeht. Soziale Systeme kollabieren, die Stromversorgung auch, wenn in ein paar Monaten kein Gas in genügender Menge nachkommt und anschließend die Nahrungsmittelversorgung und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.

Währenddessen redet Ihr hier noch unfassbarerweise von "Kurswechsel".

Den sage ich Euch voraus: Senkrecht nach unten mit steigender Geschwindigkeit, denn alle schon laufenden Prozesse sind selbstverstärkend.

Breckert

25. Juli 2022 23:29

Ich habe angefangen, meine mageren Vermögensverhältnisse zu ordnen, damit ich sie samt meiner Familie bei Nacht und Nebel aus Europa schaffen kann, denn nach Deutschland werden schlagartig auch die anderen Länder einbrechen. "Kaskadenbruch" nennt das der Wasserbauingenieur.

Wir werden dystopische Verhältnisse bekommen, von denen sogar unsere Regierung ausgeht, wenn man bei diversen Politikeraussagen der jüngsten Tage genauer hingehört hat.

Ich sammele auch keine Lebensmittel oder Notkochmöglichkeiten mehr, da sowieso niemand hier ist, der mir hilft, sie gegen die zu verteidigen, die zuerst Hunger bekommen werden.

Ich lese hier jetzt seit vielen Jahren mit, aber außer einigen guten Analysen war hier, bei den Konservativen, nichts, was ich für meine Zukunft hätte brauchen können. Und damit meine ich keine gegenseitige Schulterklopferei zur sozialen Synchronisation. Brauchte ich nie; ich bin meinungsmäßiger Freisteher.

Jetzt warte ich nur noch bis zum großen Knall, nachdem wohl noch ein Zeitfenster von einigen Stunden bis zu maximal drei Tagen herrscht, in dem man nicht von tribalistischen Horden aus dem eigenen Auto geprügelt wird.

Dann packe ich meine Lieben und versuche, auf eigene Faust hier noch rauszukommen. Ist auch nichts Persönliches gegen irgendjemand. Und auch ein Dankeschön an Ellen, Götz, Martin und die vielen anderen Autoren für einige nachdenkliche Momente. Aber ich denke, allein komme ich weiter.

Franz Bettinger

26. Juli 2022 01:50

Bin kein Auto-Fan, aber ein Qualitäts-Fan. Die 2 Autos, von denn ich eins in D, das andere in NZ fahre, sind fast 30 Jahre alt und prima in Schuss! Sie sind identisch, also vom selben Typ, haben dieselbe Farbe, nur ist das eine links, das andere rechts gesteuert. Klar, es sind Japaner.  

Ausguck

26. Juli 2022 02:53

@ Franz Bettinger:

"In der Tat scheint es eine elegante, gesichtswahrende und halbwegs schmerzlose und gewaltlose Lösung für den Sauhaufen Deutschland nicht mehr zu geben."

Ja, so sehe ich die Lage auch. Habe gerade gelesen, daß Göhring-Eckardt inzwischen "offen sei für Streckbetrieb der AKW." Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Per verbaler Verrenkungen ("Streckbetrieb" sollen  jetzt offenbar  Laufzeitverlängerungen genannt werden) versuchen also komplette Nichtskönner und Ignoranten verzweifelt ihr schon kläglich zerzaustes Fell zu retten. Aber daraus wird nichts. Die Lösung wird für alle dramatisch werden.

RMH

26. Juli 2022 09:14

"Jetzt warte ich nur noch bis zum großen Knall,"

@Breckert,

wenn man mal Ü50 ist, hat man solche oder ähnliche Aussagen in seinem Leben einfach schon einige dutzend Mal gehört. Einer der Kernpunkte im Artikel von G.K. ist ja, ob das bisherige "durchwursteln" mit Prokrastination, Gießkannen-Geschenken und Schulden machen auf Teufel komm raus noch mal in die eine oder andere Verlängerung gehen kann oder - wie Sie meinen - nicht.

An mehreren Stellen spricht die Bibel davon, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht (bspw. 1. Tess. 5:2,3), warum sollte man außer einer Grundwachsamkeit mehr unternehmen? Das Ganze wird dieses mal auch wieder global ablaufen und Corona hat gezeigt, wie schnell auf einmal Grenzen dicht sind. Wer die Biege machen will, sollte es jetzt tun.

Ich persönlich denke, es wird mit dem Durchwursteln noch länger gehen, als viele meinen. Es ist noch mehr Speck auf den Rippen dieser Gesellschaft, als gemeinhin geredet wird, denn man zeigt den Speck natürlich nicht - aber genau an diesen Speck geht es eben jetzt.

Umlautkombinat

26. Juli 2022 09:16

"Allerspätestens seit 2015 konnte man den vorsätzlichen Charakter der hier gebrachten morbiden Politik erkennen, welcher sich ganz gezielt gegen mein Land richtete."

Das richtet sich a) gegen viele Laender und Dinge (willkuerliches Beispiel), auch die westliche Fuehrungsmacht ist voll von entsprechenden selbstzerstoererischen Handlungen. Ein Punkt, der Ihnen sicher nach Verlassen dieses Landes deutlich werden wird. b) ist es trotzdem sehr angebracht, die antreibenden objektiven Zerfallskraefte zu registrieren. Oder denken Sie, da haben sich aus Lust und Laune Cosmo-NGO, Deep World und megacorp zusammengesetzt, um jetzt mal richtig den Westen platzen zu lassen? Tut mir leid, da waren Dinge schon lange vorher angelegt, und zwar als definierendes Merkmal speziell westlicher Zivilisationen. Als ich aus der DDR in diese Gesellschaft fiel war mir etwas paradoxerweise, aber andererseits auf Grund der Frische und Neuigkeit unwiederholbar, einiges davon sogar noch deutlicher als in spaeteren Jahren.

Zu den verschiedentlich angebrachten Bemerkungen zur vorgeblichen Freude am Niedergang. Man kann die Qualitaet der Quantitaet sehen ganz ohne begeistert zu sein. Ich fuer meinen Teil kann die moegliche Zahl auf dem Preisschild gar nicht erfassen. Obwohl ich ja Mathematiker bin.

 

Suedburgunder

26. Juli 2022 09:19

@ Breckert

Wegen solcher Beiträge lese ich hier mit.  Auch Ihrem noblen Dankeschön kann man sich nur anschließen. Schade, wenn Sie wirklich gingen !

Franz Bettinger

26. Juli 2022 10:39

@frdn... schreibt (hier leicht verfranzelt): "Dass billige  Lebensmittel mal ein Problem gewesen sein sollen, wird sehr bald, wenn die Diktatur so richtig zugeschnappt hat, vermutlich niemand mehr begreifen können.“ Volltreffer! 

Franz Bettinger

26. Juli 2022 10:48

@Breckert: Ich verstehe Ihre Wut, Trauer, Verzweiflung und die Konsequenz, die Sie und ihre Familie in richtiger Erkenntnis der Lage gezogen haben. Sie sind nicht allein. Es geht so vielen Rechten Menschen ähnlich. Es ist doch aber auch klar, dass Sie kaum irgendwo - und sicher nicht auf SiN - eine Anleitung zum Bau von Handgranaten bekommen. Bei den Linken schon eher. Aber wozu? Machen Sie’s gut. Bis irgendwann, am Lagerfeuer! 

tearjerker

26. Juli 2022 11:32

„Es muß dritte Wege geben“ … auf denen wandeln ja schon die apolitischen Randgestalten, die alles nur beklagen und nie Position beziehen oder die Initiative ergreifen. Ist das die Richtung?

antwort: aber nein!

MARCEL

26. Juli 2022 11:40

Mit Wahlen und Demos kann das System umgehen (sie sind Teil seiner "Folklore").

Hinzu kommt: Eine überalterte, atomisierte Gesellschaft lässt sich alles gefallen - die Jugend ist überwiegend migrantisch und wird nicht ohne Hintergedanken bevorzugt (das Heer potentieller, abgerichteter Hartz-IV-Schläger?)

Zu langer Wohlstand korrumpiert zu tief, so dass alle die Katharsis fürchten, die es eigentlich bräuchte (ja, leider).

Es ist absolutes Neuland, keine Blaupause, kein "West-Fernsehen", keine Alliierten weit und breit...

Fazit: Gut vorbereitet sein auf das, was man kommen sieht, aber nicht kennt.

 

MARCEL

26. Juli 2022 11:49

@Breckert

Auch ich kann unterschreiben, was Sie angeführt haben, bis auf den letzten Satz.

Nein, allein kommen Sie nicht weiter.

Allnichts

26. Juli 2022 12:17

1/2

Niekisch:

Ich schätze, im Prinzip haben wir da recht ähnliche Ansätze, wenn wir mal auf der Ebene der persönlichen Vernetzung bleiben:

1. Formulierung einer einfachen und niedrigschwelligen, gleichzeitig aber weltanschaulich festen und unverrückbaren Grundlage; mein Vorschlag: Einsatz für den Fortbestand der Deutschen biologisch als Volk und politisch als Nation sowie Solidarität mit allen anderen europäischen Völkern, ohne dabei biologischen Reinheitslehren zu verfallen; darüber hinaus keine weltanschaulichen Ge- oder Verbote; bestimmte Vorstellungen von Kultur, Religion, politischen, wirtschaftlichen Systemen u.ä. sind ernstzunehmen, aber nachrangig und dürfen nicht am gemeinsamen Verfolgen des genannten Hauptzieles hindern,

2. Sammlung aller Menschen, die unter diesem Vorsatz den Kontakt zueinander suchen, sich konstruktiv austauschen und bestenfalls handeln wollen; Ausschluss einzig und allein in bestimmten und schwerwiegenden Einzelfällen, in erster Linie schwerer - echter - Kriminalität,

3. Ort wäre den Umständen entsprechend vermutlich eine Netzseite, eine vorhandene eigene oder eine fremde auf einem alternativen sozialen Netzwerk; mein Vorschlag wäre in dem Fall Gab, da unkompliziert zugänglich,

Niekisch

26. Juli 2022 12:19

"Wir hier sind wohl auch deshalb rechts, weil wir für Vereinfachungen wenig Nerv haben. Aber interessieren "den einfachen Mann" Differenzierungen?

Na, wir sollten uns treu bleiben. Differenzieren, unbedingt."

@ Phil 25.7. 22:11: Warum nicht differenzieren und anschließend in einfacher Rede losballern? 

"„Es muß dritte Wege geben“ … auf denen wandeln ja schon die apolitischen Randgestalten, die alles nur beklagen und nie Position beziehen oder die Initiative ergreifen. Ist das die Richtung?"

@ tearjerker 6.7. 11:32: Mit Verlaub, ist es nicht umgekehrt, daß die politgeographisch zwischen allen Stühlen Sitzenden des öfteren weltanschulich voranschreiten?

"Es ist absolutes Neuland"

@ Marcel 26.7.  11:49: Ist es nicht umgekehrt, daß die Wurzeln der antideutschen Giftpflanzen schon sehr früh gesetzt wurden?

Allnichts

26. Juli 2022 12:40

2/2

4. offene Diskussion über Themen der Theorie und Praxis, insbesondere auch unter dem Vorsatz, dabei bestimmte geschichtliche Zeiträume und politische Bewegungen angemessen miteinzubeziehen;  Vorschläge für Themen: allgemeine Sammlung von nationalen und rechten Kräften, Kritik an vergangenen und aktuellen Bewegungen, Parteien usw., Ansätze zur Professionalisierung des "rechten Lagers", Hinwendung zu systematischem Denken und Handeln, Möglichkeiten zur Enttabuisierung und Normalisierung der andeutungsweise genannten geschichtlichen Zeiträume und politischen Bewegungen, Strategien zur alltäglichen Umsetzung in der Gesellschaft, Schaffung von Räumen und Strukturen,

5. allgemeines Bewusstsein, dass bei aller Notwendigkeit von und Interesse an Theoriedebatten am Ende die Tat. die praktische Anwendung des Erarbeiteten stehen muss, soll eine reale Veränderung erfolgen,

6- die kommende Zeit betreffend: eine ehrliche Analyse der Lage, Ausblick auf mögliche Szenarien sowie Entwicklung jeweils passender Handlungsstrategien, überhaupt Begutachtung der jeweiligen Lage vor Ort, mögliche Kooperationspartner usw.

Das wird dem, was ich mir vorstelle, kaum gerecht, es kann nur einen ersten Eindruck vor allem vom sehr politischen Teil vermitteln. Wenigstens genauso wichtig ist es, den Menschen ein Lebensumfeld zu bieten, in dem sie, ja, einfach Deutsche unter Deutschen sein können.

Pferdefuss

26. Juli 2022 14:12

Ich möchte was mitten aus dem Leben erzählen, als der Landwirt als Bauer oder der Bauer als Land-Wirt schon degeneriert war:

Anfang 80er: Auf einem Bauernhof in Skåne Erwerb einer 'somerstuga' (ehem. Gesindehaus). Der Bauer tätigte die Feldarbeit nur auf seinem heißgeliebten Traktor. Schon nachmittags sah er fern. Die Hühner waren in der Scheune , in der der Kot immer höher stieg. 'Warum nie draußen, Platz ist genug auf dem Hof?' 'Wegen der Greifvögel.' Die Bäuerin fertigte aus Zeitvertreib Lampenschirme an. Der Sohn studierte Philosophie. Das Grün rund um's Haus/Gehöft weggespritzt (war schon verboten). Die Katzen verreckten. Bauerngarten mit Blumen? Fehlanzeige. In der guten Stube viele Urkunden für den Landwirt.  

Wann begann die Landwirtschaft ihre Unschuld zu verlieren?  

Imagine

26. Juli 2022 14:13

1/2

@RMH   26. Juli 2022 09:14
wenn man mal Ü50 ist, hat man solche oder ähnliche Aussagen in seinem Leben einfach schon einige dutzend Mal gehört. Einer der Kernpunkte im Artikel von G.K. ist ja, ob das bisherige "durchwursteln" […] noch mal in die eine oder andere Verlängerung gehen kann …“

Das kapitalistische System ist schon seit Zusammenbruch des Bretton Woods Systems vor einem halben Jahrhundert zusammenbruchsbedroht. Schon die Politik von Helmut Schmidt war Austeritätspolitik.

Das System wird in die Verlängerung gehen, und zwar aus denselben Gründen, die es bislang am Laufen hielten. Warum erkläre ich nicht, denn wer die Zusammenhänge begriffen hat, braucht die Erklärung nicht, und für diejenigen, die es trotz aller Aufklärung bislang nicht begriffen haben, ist es Zeitverschwendung.

Die Verlängerung wird noch einige Zeit geben, es kann m öglicherweise noch Jahrzehnte so gehen, aber nicht ewig.

Weil irgendwann bei denjenigen, die bislang das System am Funktionieren halten, nämlich die qualifizierten Spezialisten und Führungskräfte aus der „Mitte“, deren Systemloyalität kollabieren wird, wenn sie erkennen, dass es sich für Leute wie sie in China viel besser leben lässt.

Die wollen nicht unter mexikanischen oder brasilianischen Verhältnissen leben, oder von Slums und durchgeknallten Politikern und Amokläufern umgeben sein, wie in den USA.

Imagine

26. Juli 2022 14:14

2/2

Deutschland wird es schwer treffen, besonders die Menschen in der „Mitte“ und „unten“, aber in den meisten anderen Ländern werden die Arbeits- und Lebensverhältnisse noch (viel) schlechter sein. Man denke z.B. an Großbritannien.

Natürlich lässt es sich als Rentner anderswo billiger leben (z.B. in Osteuropa), aber in diesen Diktaturen sicher nicht freiheitlicher.

Neuseeland z.B. wäre politisch für mich „no go“, ebenso Australien und Kanada. Da herrscht noch eine extremere Diktatur und Idiotie.

Im US-Imperium und in der EU gibt es nur noch einige wenige Länder, wo es sich besser leben lässt als in Deutschland. Aber dort braucht man zum Leben viel mehr Geld und darüber verfügen deutsche Normalrentner nicht.

Viele Normalos, die aus D auswandern, kommen vom Regen in die Traufe und kehren früher oder später in den deutschen Sozialstaat zurück. Für diejenigen gibt es sogar eine spezielle Bezeichnung als „Bumerang-Deutsche“.

Niekisch

26. Juli 2022 14:34

@ Allnichts 26.7.  12:19 + 12:40: Besten Dank für Ihre Texte. Offensichtlich haben Sie sich schon weit in den Diskurs auf "Metapolitika" eingelesen. 

"Formulierung einer einfachen und niedrigschwelligen, gleichzeitig aber weltanschaulich festen und unverrückbaren Grundlage" Also, was wir dort "das große Ziel" nannten. Ich meine nach wie vor, daß mit Einverständnis der Reda  h i e r  gearbeitet werden sollte. Kann nicht ein Mitglied der Reda die Federführuing übernehmen und unter ziemlich strenger Beschränkung des Textumfangs für " das große Ziel" zunächst Textvorschläge quasi als Wettbewerb mit bis zu einem Satz oder wenig mehr entgegennehmen und moderieren? Wer am kürzesten, sprachlich einfach und klar formuliert, der darf sich als Sieger fühlen. Vielleicht spornt ihn ein Buchgeschenk an. 

S o geht es dann zu einem Kurzmanifest über, das in Strategien und Taktiken übergeleitet wird, wobei nicht alles öffentlich sein muß, damit der Feind und der Freund AfD nicht aufmerksam werden oder meutern.  

Brauchen wir das nicht für den heißen Herbst?  

Imagine

26. Juli 2022 15:25

Die Zeiten. in denen eine „Revolution von unten“ - wie bei der Französischen und Russischen Revolution - möglich war, sind definitiv Geschichte. In keinem entwickelten Land gab es jemals eine erfolgreiche (sozialistische) Revolution von unten.

Das haben kluge Theoretiker schon vor über einem halben Jahrhundert gewusst und mitgeteilt.

Es gab nie eine Machtergreifung der Nazis, sondern es erfolgte eine Machtübergabe an Hitler, nachdem er sich den Herrschenden als Exekutor von deren Interessen angeboten und die Ziele der nationalsozialistischen Revolution verraten hatte.

Aber viele setzen dennoch revolutionäre Hoffnungen auf „die Massen“.

„Bewaffneter Kampf“, politischer Terrorismus, Aufstände, Sabotage etc. stärken das Herrschaftssystem, denn sie geben dem Establishment die Legitimation zum Ausbau von Überwachung, Manipulation und Repression.

Geheimdienste haben damals in der BRD den Links-Guerillas Waffen beschafft und mittels Rechtsterrorismus Bombenattentate auf die Zivilbevölkerung ausgeübt.

Wenn die Opposition Gewalt ausüben sollte, wird sie in Re-education Camps und Gefängnissen landen.

Schobbepetzer

26. Juli 2022 15:28

Interessant finde ich, dass der Protest gegen "linksgrünwoke" aus so vielen unterschiedlichen Richtungen kommt. Das bietet schon die Möglichkeit, dass daraus bei einer Verschärfung der Lage, es erhebliche Probleme für das Establishment geben wird, die Lage unter Kontrolle zu halten.

Nach meiner persönlichen Meinung gibt es jedoch erst eine Chance, wenn es zu einem Umbruch beim Hegemon kommt. Dann könnte sich ein Fenster öffnen, denn seien wir doch mal realistisch. Im Sommer 2020 waren in Berlin zwischen 500Tsd und 1 Mio. Menschen auf der Strasse, trotzdem ist da nichts gekippt. Allerdings ist einiges in Bewegung gekommen. Die Veränderung wird nicht aus Deutschland kommen, wir können nur die Gunst der STunde nutzen. Dafür muss man Grundlage schaffen.
Allerdings halte ich die Chancem, dass beim Hegemon bald was in Bewegung kommt, für sehr wahrscheinlich.
Hoffentlich nutzen wir es dann in unsere Richtung, denn die USA bewegen sich nur in die Richtung ihrer Interessen. Diese können unterschiedliche sein.

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