Demographie, was sonst! (2/2)

In der DDR betrug 1970 das Alter der Mutter bei ihrer ersten Geburt 23 Jahre.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

1991 waren es knapp 25. So ähn­lich sah es auch in West­deutsch­land vor dem „Pil­len­knick“, also vor der Eta­blie­rung der hor­mo­nel­len Ver­hü­tung in den frü­hen Sech­zi­gern aus.

Zwi­schen West- und Ost­deutsch­land unter­schei­det sich das Alter der Mut­ter bei der Geburt ihres ers­ten Kin­des heu­te sta­tis­tisch nur um ein hal­bes Jahr: so zwi­schen drei­ßig und dreißigeinhalb.

(Am Ran­de: Im Tschad beträgt die­ses Durch­schnitts­al­ter 17,9, in Niger 18.1, in Ban­gla­desch 18,5 Jah­re. In Län­dern wie Indi­en, Elfen­bein­küs­te, Ango­la, Tan­sa­nia und den bei­den Kon­gos steht eine 19 vor dem Kom­ma. Die­se Leu­te haben nicht unbe­dingt vor, dort zu bleiben.)

Aus sub­jek­ti­ver Sicht wun­der­te mich die­se Zahl, die­ser sehr klei­ne Unter­schied zwi­schen West- und Mit­tel­deutsch­land, kolos­sal. Ich habe her­aus­ge­fun­den, wor­an die­se Irri­ta­ti­on liegt.

Mei­ne ers­ten bei­den Mäd­chen besuch­ten einen West­kin­der­gar­ten. Auf den Eltern­aben­den fühl­te mich (als Mitt­zwan­zi­ge­rin) damals wie eine Jugend­li­che unter deut­lich Älte­ren. Die ande­ren waren doch fast alle 35 +! Nach unse­rem Umzug gen Sach­sen-Anhalt fand ich mich plötz­lich als Mut­ter unter Gleich­alt­ri­gen. (Ich rede von mei­nen älte­ren Kin­dern). Die Dif­fe­renz kann doch unmög­lich nur ein hal­bes Jahr betragen?

Ich rei­me es mir (plau­si­bel) so zusam­men: Mei­ne Kin­der besuch­ten im Wes­ten eine rein­wei­ße, katho­li­sche Ein­rich­tung. Die im Wes­ten sonst weit ver­brei­te­ten migran­ti­schen Alters­brem­sen spiel­ten dort also kei­ne Rol­le. Rech­ne­te man die ein­ge­wan­der­ten Müt­ter bzw. die mit mus­li­mi­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund aus der Sta­tis­tik (Alter von Erst­ge­bä­ren­den) her­aus, käme man sicher­lich auf einen deut­lich höhe­ren Alters­durch­schnitt von Jung­müt­tern in West­deutsch­land. Heißt: Die Müt­ter in mei­nem pri­vi­le­gier­ten wei­ßen West-Vor­ort waren damals wirk­lich deut­lich älter als ich.

Ob man also unse­re Jugend zum frü­hen Kin­der­krie­gen ani­mie­ren soll­te? Unser Kame­ra­mann Simon Kau­pert (@dersimonkaupert) hat­te im ver­gan­ge­nen Hoch­som­mer fol­gen­den Tweet abgesetzt:

Erfreu­li­cher Trend im mei­nem unpo­li­ti­schen Umfeld: Jun­ge Frau­en um die 20 set­zen 1. Kind noch wäh­rend der Ausbildung/letzten Semes­ter an, WEIL sie kei­nen Bock auf Wirt­schafts­kri­se und Hamsterrad/Arbeitslosigkeit haben.

Die­ses „unpo­li­ti­sche Umfeld“ tei­le ich ganz unge­fähr mit (dem jün­ge­ren) Kau­pert. Kau­pert befin­det sich alters­mä­ßig zwi­schen uns und unse­ren Kin­dern. Und tat­säch­lich ist der Trend in die­sen zwar „unpo­li­ti­schen“, aber von außen doch als „rechts“ ver­or­te­ten (also „tra­di­tio­nel­len“) Krei­sen deut­lich: Frau gebärt früh und legt rasch nach. Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ist längst nicht so weit, sei­ne Nata­li­täts­zif­fern nach welt­an­schau­li­cher Prä­fe­renz zu sortieren.

Wäre die Gebur­ten­quo­te die­ser unpo­li­ti­schen, tra­di­tio­nel­len Krei­se amt­lich, dann ohweh! In die­sen Gefil­den ist es nicht sel­ten, das ers­te Kind mit 19 und das letz­te mit 44 Jah­ren zu bekommen.

Tja. Natür­lich ist es immer die berühm­te „per­sön­li­che Ent­schei­dung“, aber den­noch wird man als sie­ben­fa­che Mut­ter einen Rat los­wer­den dür­fen: Als ich neun­zehn­jäh­rig für unse­re Abi­zei­tung auf die Fra­ge „Was bringt die Zukunft?“ for­mu­lier­te, ich wol­le „Mut­ter von vier Kin­dern“ wer­den, waren die (abge­druck­ten) Reak­tio­nen der Mit­schü­le­rin­nen genervt: „Ellen: Haupt­sa­che Pro­vo­ka­ti­on“, und: „Wenn eine kin­der­los bleibt, dann Ellen“.

Naja, ich hab dann rasch das Gegen­teil bewie­sen. Außer mir wur­de im Jahr­gang nur eine kroa­ti­sche Mit­schü­le­rin mit unter 23 Jah­ren Mut­ter. Unse­re Leh­re­rin­nen, Ordens­schwes­tern, hat­ten uns bra­ven Mäd­chen drin­gend gera­ten, nicht zu früh „in die Fal­le“ zu gehen. Erst, wenn das Leben voll­stän­dig geord­net sei. Die aller­meis­ten folg­ten die­sem Rat. Vie­le haben ihr Leben nie „voll­stän­dig geord­net“, scha­de. Typisch für die Artigen.

Man soll­te nie einer Devi­se von außen fol­gen. Man soll­te aber auch nie rein aus Trotz zuwi­der­han­deln. Ohne Berufssab­schluß ein Kind in die Welt zu set­zen, ist ris­kant. Ich selbst hat­te mein Stu­di­um (Geschichte/Deutsch, Staats­examen) fast in Regel­zeit und ohne Ber­ur­lau­bung been­det. Es war, mit zwei klei­nen Kin­dern, aber wirk­lich ätzend und for­der­te mich auf´s Äußers­te. Genau genom­men wür­de ich die­sen Gang rück­bli­ckend aber wie­der­ho­len. Manch­mal muß man an die Gren­zen gehen!

Ich rate ab: vom kin­der­lo­sen Leben. Wer mit Frucht­bar­keit begabt ist, soll die­se Her­aus­for­de­rung anneh­men. Selbst­ge­wähl­te Kin­der­lo­sig­keit, erst recht als Frau (die­sen Sexis­mus ver­zei­he man mir), erscheint mir als schlimms­tes Los. Eine sol­che Potenz ver­geu­den! Es wäre, als lehn­te man den Haupt­ge­winn im Lot­to ab, weil man irgend­wel­chen Prin­zi­pi­en folgt.

Das “Schick­sal des deut­schen Vol­kes” steht bei die­sen Über­le­gun­gen für mich übri­gens unge­fähr an 71. Stel­le. Gewoll­te Kin­der­lo­sig­keit hat in mei­nen Augen aber Krank­heits­wert, außer man wäre Non­ne mit noch höhe­rem Ziel.

Ich rate eben­falls ab: vom bewußt­s­eins­lo­sen Kin­der­krie­gen. Vie­le „kon­tra­kul­tu­rel­le“ oder „völ­ki­sche“ Leu­te krie­gen heu­te Kin­der, um raus zu sein aus dem Spiel. Das ist ver­lo­ckend. Kein Hams­ter­rad mehr, kein Druck von außen, kei­ne Anfor­de­run­gen. Im Deutsch­land-von-heu­te, das die sozia­le Hän­ge­mat­te immer beque­mer macht, ist die­se Opti­on beson­ders ver­lo­ckend, erst recht, wenn man sich das durchrechnet.

BRD-Ver­äch­ter prei­sen das: dem ver­haß­ten Staat auf der Tasche lie­gen, „sein eige­nes Ding“ machen, wäh­rend der Staat neben Kin­der­geld auch Kin­der­zu­schlag, Wohn­geld, Kran­ken­ver­si­che­rung, Zahn­ersatz, Kin­der­gar­ten, Essens­geld etc. zahlt.

Nein, so geht es nicht. Nein, egal, ob unse­re neu­en Mit­bür­ger ali­as Migran­ten doch auch davon pro­fi­tie­ren. So sind wir nicht. Ein sol­ches Kon­zept geht vor allem gegen die Dis­zi­plin. Gegen das, was man frü­her „Man­nes­zucht“ nann­te. Die Frau­en dür­fen sich ein­ge­mein­det füh­len. „Ganz die Mama sein“ ist für etli­che Jah­re schön und sogar vor­teil­haft für die Nach­kom­men. Irgend­wann ist aber auch gut.

Wir sind längst nicht an dem Punkt, wo wir aus­ru­hen könn­ten. „Sich wapp­nen“ heißt, prä­sent zu sein. Die Repro­duk­ti­on ist wich­tig. Aber sie ist nur das eine. Wir brau­chen gut aus­ge­bil­de­te Leu­te. Das dür­fen auch Müt­ter sein.

Ja, das ist anstren­gend. Anstren­gen­der als in den ein­zig­ar­tig fet­ten Jah­ren zwi­schen 1960 und 2000, wo “Haus­frau” eine lebens­lan­ge Opti­on war. Heu­te müs­sen wir Frau­en unse­re Mus­keln anspan­nen. Ich garan­tie­re: Es geht.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (80)

tearjerker

11. September 2022 15:48

Da müsste man einmal schauen, wer überhaupt in die Statistik aufgenommen wurde. Grundsätzlich würde ich davon ausgehen, dass der Datensatz zur Alterserfassung der Mütter unvollständig und die Zahlen einfach falsch sind.

kikl

11. September 2022 15:55

Diesem Artikel ist unausgesprochen zu entnehmen - wenn ich es nicht falsch interpretiert habe - dass die Frauen fast allein entscheiden, ob sie Kinder kriegen oder nicht. Der Mann könnte höchstens sein Veto einlegen, "nicht von mir!"

Gut, so viel zur Gleichheit der Geschlechter und den Privilegien des weißen Mannes.

Was hat also die Frauen dazu bewogen, immer später und weniger Kinder in Deutschland zu bekommen? Ist es wirklich der Pillenknick?

Ich habe da so meine Zweifel. Denn die Entwicklung in der DDR verlief nicht parallel zu der in Westdeutschland trotz Pille auf beiden Seiten der Grenze.

"Ja, das ist anstrengend. Anstrengender als in den einzigartig fetten Jahren zwischen 1960 und 2000, wo “Hausfrau” eine lebenslange Option war. Heute müssen wir Frauen unsere Muskeln anspannen."

Liegt es vielleicht auch daran, dass die Frauen eine immer größere Last zu tragen haben? Wieso soll Hausfrau eigentlich keine Option sein?

Karl Otto

11. September 2022 16:37

Soweit ich das überblicke wollen die Frauen im Westen durchaus Kinder haben, aber sie wollen auch etwas von ihrem Leben haben (vorher). Eine Ausbildung oder ein Studium, ein paar interessante Fernreisen usw. Finde daran eigentlich nichts zu kritisieren.

Im übrigen gibt es weltweit gesehen nach wie vor viel zu viele Kinder, und wenn die Deutschen es vernünftig anstellen würden, müssten sie keine Angst haben, dass mit den Weißen auch ihre Kultur ausstürbe.

bb

11. September 2022 17:20

So sind wir nicht.

Die Macher unseres Systems sind Vollprofis. Dieses System wurde von erstklassigen Psychologen und Propagandisten perfekt auf den Westeuropäer eingestellt. Die einzige Möglichkeit, diesem System nicht zum Opfer zu fallen, ist ungeachtet der eigenen Instinkte die Reproduktionsstrategie an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Ist das widernatürlich? Ja. Ist das Nachhaltig? Nein. Wer sich allerdings heute nicht so aufstellt, dass er zum Nettoempfänger der zwangsvergesellschafteten Ressourcen wird, ja nebenbei obendrein vielleicht noch in Vollzeit politisch gegen dieses System arbeiten kann, der gehört eindeutig zu den Verlierern. Das schreibe ich aus der Sichtweise eines alleinstehenden Gutverdieners (Systemopfers).

Viel mehr Energie muss in diesem Lager darauf verwendet werden, die Leute darin zu schulen, dieses System maximal zu ihren Gunsten zu nutzen und Parallelstrukturen aufzubauen, in die wir unsere Ressourcen umleiten können. Ich spreche von Stiftungen, gemeinnützigen Vereinen, Genossenschaften, die uns steuerlichen Gestaltungsspielraum verschaffen und die Möglichkeit, Ressourcen umzuleiten.

Niekisch

11. September 2022 18:04

Klingt im Wind ein Wiegenlied,

Sonne warm herniedersieht,

Seine Ähren senkt das Korn,

Rote Beere schwillt am Dorn,

Schwer von Segen ist die Flur -

Junge Mutter, was sinnst Du nur?

( Theodor Storm, etwas abgewandelt )

Gelddrucker

11. September 2022 18:22

Ja, Deutsche sollten mehr Kinder kriegen. Wären Die Geburtenraten stabil, hätten wir jetzt keine Konzerne, die mit "Diversity"-Agenda um neue Arbeitskräfte werben. Um nichts anderes geht es da, die angeblichen Linken sind nur das ausführende Organ, das dem Ganzen einen humanen Anstrich geben soll.

Darf ich hier noch auf den Kommentar von "Venator" aus dem ersten Teil antworten?

Was erfinden Sie da für Dinge?

Weder habe ich von brandenburgischen Dörfern schwadroniert, noch irgendwelche Statistiken geleugnet noch habe ich behauptet, das sei "alles kein Problem". Sie attackieren hier mit wüsten Unterstellungen und frei erfundenem Unsinn. Wieso ist die Mehrheit gegen ein Oriental-Afro-Europa unwirklich? Stellen Sie sich mal in eine Fußgängerzone und machen Sie Ihre Privatumfrage. Ich mache mir permanent Gedanken um mögliche Strategien. Flüchten gehört nicht dazu, außer man wohnt zufällig gerade in Offenbach, dann kann man aufs Land fliehen, ist legitim. 

Und auch noch aus Teil 1, @Kositza: Ich wohne nicht weit von da wo "es schlimm ist". Und da wo es schlimm ist, will hier kaum einer mehr hin, und ich höre wie die Leute über diese Städte reden. Was mich guter Dinge macht, dass solche Zustände gesamtdeutsch rechtzeitig verhindert werden können (auch im Westen). Und nein, ich bin kein Fantast, der glaubt in 10 Jahren ist das Ruhrgebiet wieder fest in deutscher Hand.

dojon86

11. September 2022 18:50

Heute Kinder in die Welt zu setzen ähnelt ein wenig dem lutherschem Apfelbäumchen, das jener setzen wollte, wenn er wüsste, das die Welt morgen unterginge. Ich nehme an, Luther sprach diesen Satz, weil er den Untergangspropheten seiner Zeit nicht glauben wollte. Allen Pessimisten zum Trotz, ich habe in meinen gut 60 bewussten Lebensjahren Untergangsprophezeiungen kommen und gehen gesehen. Und nie wurde was draus. Also keine Panik. Auch in nicht so guten Zeiten kann man leben, sogar manchmal mit etwas Schläue durchaus nicht schlecht.

Gimli

11. September 2022 19:22

4 Kinder, 2 Mädchen, 2 Buben, ab 34 Jahren. Physiologisches Alter der Eltern ist mE nicht entscheidend, alles Kopfsache, ob man fürchten muss, mit den Heranwachsenden in immer schneller digitalisierenden VUCA Zeiten geistig nicht mehr Schritt halten zu können oder ob man noch nicht alles erlebt hat, wenn man jung ein Elter wird. sind katholisch getauft, ich trage das als Atheist mit, die Kinder gehen auch hier ihren Weg. Erstaunlich auch: Ist den Jungs unsere Bildungsbeflissenheit eher fremd, so sind es Details wie Tischkultur (Servietten zB)  nicht. Will sagen: Man gibt etwas weiter, aber auf das Was hab ich wenig Einfluss. Vllt wird das Authentische weiter gegeben. 
Ansonsten machen wir uns nichts vor: Überall auf der Welt sinken Kinderraten entsprechend zum Wohlstand und der meist einhergehenden Bildung (der Mütter). Tut unserer Erde gut. Und diejenigen, die zu viel Fremdes fürchten, dürfen auch entspannen. 
Wir haben die Kinder aus purer Lust.  In jeder Hinsicht. 

Laurenz

11. September 2022 21:32

@EK

ich glaube, das ist der Beste Artikel, den ich je von Ihnen gelesen habe.

Luisman

12. September 2022 04:56

(1)Zwischen 1500 und 1820 emigrierten 2-4 Millionen Europäer nach Nordamerika. Im Jahrhundert danach waren es über 50 Millionen Europäer, die in die USA/Kanada und Südamerika auswanderten. Also Europa fühlte sich lange Zeit überbevölkert an, obwohl die absoluten Bevölkerungs-Zahlen im Vergleich zu heute relativ gering waren. Wahrscheinlich leben in Nord- und Südamerika inzwischen mehr Deutschstämmige als in der BRD. Im Gegensatz zu Europa, gibt es dort immer noch riesige kaum besiedelte Gebiete.

Meiner Meinung ist die Seele des Europäers die des Eroberers, des Bezwingers der Natur unter Nutzung neuer Technologien. Mangels frei verfügbarer Landfläche und stagnierender Technologie verschwindet dieser Trieb. Man weiß nichts mehr mit sich anzufangen.

 

Luisman

12. September 2022 04:56

(2)

Ich lese Frau Kositza so, dass man die 'Gebärfreudigkeit' zwar rationalisieren kann, die Entscheidung aber rein gefühlsmäßig stattfindet. Und bei dieser Gefühlsentscheidung spielen sehr viele Dinge eine Rolle. Der Erhalt des deutschen Volkes ist nicht dabei. M.A. ist zentral, die Sinngebung des eigenen Lebens und die Zukunftsperspektive des Lebens mit Familie. Ich denke viele haben das Gefühl, dass man sich vielleicht 1 Kind 'leisten' kann, aber man sich damit schon in eine langfristige Staatsabhängigkeit begibt. Denn ohne gesetzliche Kranken-mit-Versicherung, günstige Kindergärten, 'kostenlose' Schulen und Unis, viele Beihilfen (vor allem für Beamte) aller Art, kann man sich, bei der Abgabenbelastung, kaum das eigene Leben leisten. Und relativ billige Lebensmittel spielen auch eine Rolle.

Was man aber kaum beeinflussen kann, sind stark steigende Lebenshaltungskosten für Wohnung und Energie, sowie die Kosten für zum die Lebensstandard gehörenden Luxusartikel, wie Auto, Urlaub, Handy, moderne Kleidung usw. Man will ja mit den 2-3 Kindern nicht in einer 60 qm Wohnung Arschbacke an Arschbacke hocken und mit dem Bollerwagen Kilometer weit zum Aldi latschen (genau das taten die Türken-Mamas). Nicht, weil man das nicht aushalten könnte, sondern weil man sich dann wie ein verarmter Sozialfall fühlt, der kaum einen Sinn im Leben sieht und auch keinen Ausweg aus dieser Misere hat.

AndreasausE

12. September 2022 06:16

Leider kam es bei mir anders, private sowie biologisch-technische Gründe, darum kinderlos.

Destomehr freue ich mich mit deutschen Müttern in der Nachbarschaft (die Mädels reiten tatsächlich noch Steckenpferde und daddeln nicht nur auf Smartphone) und natürlich über meinen Neffen, der leider entfernungsbedingt nur selten zu sehen ist.

RMH

12. September 2022 07:16

Man kann über den Nachwuchs viel reden und schreiben - Fakt ist, dass die berühmte Natur schon dafür sorgt, dass es immer zu Nachwuchs kommt. Wenn nicht bei uns, dann eben bei anderen. Die Kinder, die man nicht selber hat, haben dann andere. Und damit kann man die Kehre vom Universellen zum Individuellen ziehen. Jeder darf sich bewusst sein, dass jedes Lebewesen zuinnerst den Drang zur Fortpflanzung, zur Weitergabe seiner Gene hat. Unsere gesamte Kultur beruht darauf. Die bewusste Entscheidung dafür und/oder dagegen ist etwas Menschliches. Und bei allen Lebensentscheidungen sollte man nicht auf Moden und Meinungen hören, sondern zu aller erst auf sich selber. Wenn man dann noch das Glück hat, einen Partner zu finden, der den jeweiligen Weg mitträgt bzw. dies auch sein eigener ist, dann kann man zufrieden sein. Elternschaft bedeutet immer auch Risiko. Stirbt ein Kind, erfährt man als Eltern großes Leid. Stirbt man als Eltern früh, leiden die Kinder. Und so lassen sich noch dutzende Bsp finden, die es nachvollziehbar machen, dass Menschen sagen, Nein, dazu sind wir nicht (mehr) bereit. Beide Entscheidungen sind zu akzeptieren, denn egal, wie die Entscheidung dann ausfällt: Die Natur sorgt dafür, dass es Kinder geben wird und evtl. ist es eben Teil der Natur, wenn in manchen Völkern die Dynamik größer ist, als in anderen. Heutzutage ist aber das Bestreben groß, der Natur wo es nur geht, ins Handwerk zu pfuschen.

Franz Bettinger

12. September 2022 09:47

Spruch: "Die schönste Zeit im Leben einer Frau ist die zwischen Pubertät und Mutterschaft. Darum dehne man sie aus!" Klar, es ist eine Verallgemeinerung (und stimmt sicher nicht in jedem Fall), aber: Wie viele hier könnten das unterschreiben?

Monika

12. September 2022 10:46

Warum sollte Hausfrau/Hausmann keine lebenslange Option sein? Hausfrau und Mutter ( alternativ Hausmann und Vater) sollten m. E. anerkannte Berufe sein. Das würde die Familienarbeit aufwerten. Was nicht auch materiell anerkannt wird, wird nicht wertgeschätzt. Dann käme es auch weniger zum bewusstseinslosen Kinderkriegen. Es muss ja nicht das 60er Jahre Modell sein. Mit etwas Phantasie könnte man das Kinderkriegen und später die Altenarbeit aufwerten. Ich denke, wenn die Männer die Kinder kriegen müssten, wäre „Muttersein“ ein angesehener Beruf. 

Karl Otto

12. September 2022 11:46

Irgendeine Feministin meinte ja, dass die Idee der Vaterschaft überhaupt erst mit dem Patriarchat entstanden wäre, dass man vorher davon ausging, dass die Frauen schwanger wurden wie die Bäume Früchte tragen jedes Jahr (demnach wäre den Menschen der Zusammenhang zwischen Geschlechtsverkehr und Schwangerschaft nicht klar gewesen).

Vielleicht ist es in Teilen Afrikas heute noch so?

brueckenbauer

12. September 2022 12:01

"Wir brauchen gut ausgebildete Leute." Ist ja richtig. Aber da müssten wir mal gaanz lange debattieren, was "gut ausgebildet" eigentlich heißt. Ich würde sagen: dass man sich in seine eigenen Lebensnotwendigkeiten selbst versorgen kann. Ein Staatsexamen in Deutsch und Geschichte würde ich eher nicht als gute Ausbildung bezeichnen (es sei denn, man heiratet einen Verleger und hat so Gelegenheit, Literaturkritiken zu schreiben).

Kositza: Ok, Sie klingen wie einer, der grade mit seinem Manuskript bei uns gescheitert ist. Diese Absagen tragen ja leider immer meine Unterschrift, drum bin ich Boshaftigkeiten gewohnt.

Hartwig aus LG8

12. September 2022 12:16

"" Spruch: "Die schönste Zeit im Leben einer Frau ...""

@Bettinger

Dieser Spruch ist soo schlecht, dass ich ernsthaft an Ihnen zweifle. Und wenn sich hier nur ein halbes Dutzend findet, dass ihn "... unterschreiben könnte ...", nehme ich mir vor, nie wieder Kommentare auf SiN zu lesen.

deutscheridentitaerer

12. September 2022 12:35

Der Witz ist doch, dass es gerade bei den 1,4 Kindern heute erst recht zweckmäßig wäre, diese früh zu bekommen.

Klar wird das Studium etwas schwerer, aber das ist ja gegen die Alternative abzuwägen, die Kinder erst im Berufsleben zu bekommen. Und da ist es definitiv noch schwerer, bzw. die meisten Mütter setzen ihren Beruf erstmal direkt für ein bis drei Jahre aus. Da ist es doch viel besser, man kriegt die Kinder so, dass sie zum Berufseinstieg im Kindergartenalter sind.

Und die Zeit zwischen Pubertät und Elternschaft (gilt im Prinzip für beide Geschlechter) gewinnt gerade nicht dadurch, dass man sie möglichst weit ausdehnt. Es ist eine Übergangszeit der Partnersuche und Reifung, die sehr deutlich auf das Erreichen des nächsten Lebensabschnitt ausgerichtet ist. 

Venator

12. September 2022 12:47

@Gelddrucker,

wir leben offensichtlich auf zwei verschiedenen Planeten. Aber das macht ja nichts, hier gibt es ja auch genug, die schon seit Monaten glauben, der russische Endsieg ist nur noch ein paar Tage entfernt. Doch jeder darf glauben, was er will. Welcher von beiden Planeten eine Seifenblase ist, sehen wir dann in den nächsten 10 Jahren. Bis dahin, viel Glück.

Maiordomus

12. September 2022 13:26

Der Artikel von EK, die ich stets auf dem Niveau der besten hier publizierenden Männer gesehen habe, mit dem gelegentlichen Vorteil "besser geerdet", ist von analytischem Gehalt. Was da und dort Widerspruch und vor allem Weiterdenken bedeuten kann und muss. Zunächst aber liegt wie selten bei einem Artikel "Authentizität" vor, in Verbindung mit Beobachtung, wobei aber ohne die sich bei EK durchaus andeutende Distanz zu einem selber der angestrebte Erkenntnisgewinn nicht geschafft wird. Würde mich für Detailkritik an EK jedoch nicht kompetent fühlen. Als Historiker mit Blick auf die Zeitgeschichte 1960 - 2000 scheint mir der Schlussabschnitt über die dannzumaligen "fetten Jahre der Hausfrau", zumal für die Geschichte der Bundesrepublik und angrenzender westlicher Länder, reif für ein Lehrbuch der Kulturgeschichte, wiewohl es da selbstverständlich auch bei uns "magere" Ausnahmen gab. Mit den Gemeinten dieser "fetten Jahre der Hausfrau" hat wie keine zweite die Alternativ-Feministin Esther Vilar, eigentlich Margarita Katz, via den Bestseller "Der dressierte Mann" und nachfolgende Bücher radikal und meines Erachtens trotz Einseitigkeiten (wie bei allen Feministinnen) verdienstvoll abgerechnet. Kritik und Metakritik am Feminismus, einer in der Wurzel inhumanen, im Endeffekt zum Totalitarismus neigenden Ideologie, muss primär von Frauen artikuliert werden. 

Ein gebuertiger Hesse

12. September 2022 13:58

@ AndreasausE

"Leider kam es bei mir anders, private sowie biologisch-technische Gründe, darum kinderlos.

Destomehr freue ich mich mit deutschen Müttern in der Nachbarschaft (die Mädels reiten tatsächlich noch Steckenpferde und daddeln nicht nur auf Smartphone) und natürlich über meinen Neffen, der leider entfernungsbedingt nur selten zu sehen ist."

Soviel Selbstlosigkeit kann ich, der ich ebenfalls aus "biologisch-technischen Gründen" (ein letztlich guter Begriff) es zu keinen Kindern mehr bringen werde, mir nicht durchgehen lassen. Wenn Sie es können, mögen die Dinge für Sie umso leichter lebbar seien. Ich hingegen bin durchaus voller Eifersucht und Neid zumindest ob der hübschen (über das individuell Physiognomische ein positives Gemeinwohl in der Zukunft verheißenden) Kinder wie Sie sie schildern. Und dieses, jedenfalls im herkömmlichen Sinn, nicht "schöne" Gefühl wird mich wohl nie mehr verlassen. Wie sollte es das auch, es gräbt tief aus gutem Grund. Gleichwohl: Wir alle müssen schauen, was wir tun in Zeiten wie diesen, so auch die Kinderlosen.

RMH

12. September 2022 14:51

Vielleicht ist es in Teilen Afrikas heute noch so?

Sicher nicht, in "Teilen Afrikas" näht man nach der Prozedur, die verharmlosend Beschneidung genannt wird, oftmals die entscheidende Körperöffnung soweit zu, dass keiner rein kann und dann der spätere Ehmann sich ans Öffnen machen darf (weitere Beschreibungen erspare ich allen). Nein, die Menschheit weiß seit Jahrtausenden ziemlich genau, warum was passiert und über die Geschichte der Verhütung bzw. besser der Beseitigung der Folgen des Verkehrs (meistens wurde das Kind schlicht umgebracht - so viel "Ahnung" war früher dann doch nicht vorhanden) wurde hier im Forum auch schon häufiger geschrieben. Wir können uns alle ein Stück weit glücklich darüber schätzen, dass es heutzutage funktionierende Empfängnisverhütung gibt, wenn die Leute schon die biologisch möglichen (wozu natürlich die Enthaltsamkeit zählt) nicht kapieren oder anwenden wollen und das Schwangerschaften meistens mit der Geburt von gesundem Nachwuchs enden und das die früher übliche hohe Kindersterblichkeit auch gering ist. Eigentlich die besten Voraussetzungen für Nachwuchs seit Jahrhunderten - eine kollektive Gemütserkrankung sehe ich daher als Ursache für wenig Kinder als irgendwelche weiteren staatlichen oder beruflichen Rahmenbedingungen. Wer das Leben und die Menschheit nicht mag, wer depressiv ist, für den ist es eben konsequent, keine Kinder in die Welt zu setzen.

Laurenz

12. September 2022 14:55

@Ein gebürtiger Hesse @AndreasausE

Stimme Ihnen zu. Mir geht es auch so. In meinem Falle ist es mangelnde Kompatibilität. Es gab eine Frau, die das ertragen hätte, aber die liebte ich nicht. Einsteins ... "Wenn man nicht das bekommen kann, was man liebt, muß man das lieben, was man bekommt"... mag zwar stimmen, muß es aber nicht. Natürlich hat jeder jedes Schicksal anzunehmen, welches ihm die Nornen stricken. Man darf daher auch auf die schönen Töchter EKs & sonstiger glücklicher Eltern neidisch sein.

@EK

Ok, Sie klingen wie einer, der grade mit seinem Manuskript bei uns gescheitert ist. Diese Absagen tragen ja leider immer meine Unterschrift, drum bin ich Boshaftigkeiten gewohnt.

Jeder, auch ein Müllkutscher, kann Verleger werden, wie auch Immobilienmakler. Kopp war Pozilist. Wenn GKs überraschende Frage nach Ihrem damaligen Lieblingsbuch vor Ihrer persönlichen Bindung gefragt hat, kann man wohl von einer gewissen Vision ausgehen, die nur gemeinsam umsetzbar ist, auch wenn sich das fast, wie ein 6er im Lotto anhört. Aber man darf Glück einfach nehmen, ohne ein schlechtes Gewissen (Hellinger) zu haben. Wenn ich ein Buch verkaufen wollte, würde auch ich Sie bitten, es zu präsentieren. Selbst ein Verriß ist besser, als keine PR.

Sandstein

12. September 2022 15:00

@Monika

“Ich denke, wenn die Männer die Kinder kriegen müssten, wäre „Muttersein“ ein angesehener Beruf.“

..ernsthaft jetzt? Das ist genau die Feminismus Leier, die sich junge Männer wie ich seit Jahren anhören müssen. Kennen Sie angesehene Müllmänner? Oder angesehene Fassadenputzer? 
Unglaublich, dabei Leben wir in einer Welt, in der Frau nun wirklich alles machen kann und dafür sekundiert wird.  
 

Zum Artikel: richtig gut! Danke. 

Monika

12. September 2022 15:35

@Sandstein 

Sie vergleichen Müllmänner oder Fassadenputzer mit Hausfrauen und Müttern ? Genau das ist die Crux. Ich denke, es gibt deshalb so wenige Kinder bei jungen Frauen, weil der Status junger Mütter mit mehreren Kindern ziemlich weit unten angesiedelt ist. Auf Hartzer Niveau. Und Kinder aufzuziehen, zumal in heutigen Zeiten, ist schon wirklich anspruchsvoll. Natürlich wollen die meisten Frauen „alles und zwar sofort“ ( Ein Schlager von Gitte Henning) , aber genau diese Schlagersängerin bedauert heute ihre Abtreibungen.Frauen können eben nicht alles machen , Männer allerdings auch nicht. Das ist die trügerische Verheißung unserer liberalen Zeit. 

Da wäre etwas Entlastung, und sei es nur durch Anerkennung, schon wichtig.

quer

12. September 2022 15:38

Mit den Kinderosen ist das so eine Sache. M.E. teilt sich das in zwei Bereiche, welche unterschiedlicher nicht sein können: 1) Bekanntlich gehören zu diesem Vorgang immer zwei. Was macht man als williger Mann, wenn man keine Frau dazu findet? Sind individuelle Mindestansprüche (jeder Seite) verwerflich? Für mich seinerzeit wichtig und in der Sackgasse mündend. Wer sollte meine gewünschten vier Kinder hervorbringen? Ich begegnete durchaus interessierten Mädels: Hübschen/gar schönen Lehrerinnen mit erschreckend wenig Hirn (unglaublich, wie viele Diktate/Klassenarbeiten ich korrigiert und Zeugnisse geschrieben habe...)  und alternativ Potthäßlichen mit außerordentlich viel Hirn und noch mehr Intellekt. Dann lieber nicht. 2) Als dann kurz vor den 40er endlich die Richtige vor mir stand, stellte sich die Frage nach der Verantwortung. Das war vor fast 50 Jahren etwas anderes, als etwa heute. Seinerzeit "fing man mit 40 nicht an", sondern war damit fertig; wie mein Schwager gleichen Alters mit seinen drei Kindern.

Also haben wir vor der Hochzeit unsere Träume begraben und sehend in die Zukunft gestartet. Es war uns bewußt, daß wir im Alter leiden werden. Wir leiden tatsächlich. Versuchen aber weiterzugeben an anderer Leute Kinder, welche das durch Erziehung wert sind. Wir nennen das Kompensation. Trägt irgendwie auch zum Erhalt des Ganzen bei.

 

Maiordomus

12. September 2022 15:41

@Luisman. Sie bezeichnen das Auto als "Luxusartikel". Das war mal der Fall und es ist dies, so in Sachen Ausstattung und PS usw., vielfach heute noch. Aber: bei heutigen Wohn- und Arbeitsbedingungen, auch bei mit Agrarzeiten nicht mehr vergleichbaren Verhältnissen Stadt - Land, kann das für viele so nicht zutreffen, siehe noch die saloppe Bemerkung eines Mitdebattieres über "diejenigen, die Arschback an Arschbacke" (die wie Türkenmamas) in einer kleinen Wohnung leben usw. Zumal kulturelle, sportliche, milizpolitische, religiöse Aktivität auf dem Lande ist vielfach auf PW-Mobilität angewiesen, wobei ich selber bei solchen Gelegenheiten "Grüngesinnte" schon oft nach Hause chauffieren musste nach langen Debatten. Dann volkskundliche Feldforschung, von einer befreundeten Spezialistin bis 97 mit Volkswagen betrieben; nicht vergessen das Aufsuchen von Wallfahrtskapellen und geheimnisvollen Orten, spezielle Steine, wo man die letzte halbe Stunde aber immer noch zu Fuss absolvieren kann und sollte; oder wenn man pro Bibliothek 80 Bücher ausgeliehen hat oder auch nur im Bauernhof seiner Wahl Einkäufe machen; dann als als politischer Dissident oder Impfgegner im öffentlichen Verkehr nicht angepöbelt sein wollen usw.,. Oder als Vogelfreund sich speziellen Beobachtungsstationen nähern usw., bzw. Freundschaften mit alten Menschen an abgelegenen Orten pflegen.

Monika

12. September 2022 16:22

Ich habe gerade überlegt. Innerhalb von 30 Jahren habe ich nur drei Familien kennengelernt, die jung viele Kinder hatten. Eine Baptistenfamilie mit 9 Kindern, eine katholische Arztfamilie mit 6 Kindern, eine Nachbarsfamilie mit 6 Kindern. Die Frauen blieben alle zuhause. Alle anderen Mütter aus dem Umfeld meiner Kinder hatten Ende zwanzig bis Ende dreißig 1-3 Kinder, gingen nach der Kleinkindzeit wieder arbeiten, zumeist halbtags. Alle Frauen hatten eine gute Ausbildung und wollten vor den Kindern noch was „vom Leben“ haben. Dies ist sicher lange das gängige Modell meiner Generation gewesen. Die Töchter dieser Mütter haben meist eine super Ausbildung und kriegen auf den letzten Drücker 1-2 Kinder mit riesigem logistischen Aufwand. Mal schauen, wie es weitergeht.

Franz Bettinger

12. September 2022 16:30

@Hartwig: Ach, man nennt sie auch, diese von mir schönste Zeit genannte Phase zwischen Pubertät und Mutterschaft: die Jugend. Und wer sie ausdehnen will, kann das nur in eine Richtung. Aber verlängert sich die Jugend wirklich dadurch, dass man's Kinderkriegen auf später verschiebt? Ich würde sagen Ja. Es hat natürlich auch Nachteile, unbestritten. Letzlich ist es eine Frage von Präferenzen.

RMH

12. September 2022 16:37

Kennen Sie angesehene Müllmänner? Oder angesehene Fassadenputzer? 

@Sandstein,

Bei mir genießen diese Berufe ein hohes Ansehen, aber Sie schlagen die richtige Richtung ein: Bei wirklich jedem harten job finden wir mehr Männer als Frauen. Und wir dürfen ihnen durchaus danken, dass sie den job machen.

Es macht sich heutzutage aber eine allgemeine Wehleidigkeit breit, die von den Eltern auf die Kinder übertragen wird und so haben wir es mit einer Bevölkerung zu tun, die den Eloi immer näher kommt, sehr zur Freude der Morlocks.

ede

12. September 2022 16:47

Kinder sind ohne jeden Zweifel der Sinn des Lebens. Es ist der Selbsterhaltungstrieb und Weg zur Unsterblichkeit.

Die Natur und die Kultur hat Trost für die "kinderlosen", seien es die Kinder von Geschwistern oder den Weg kreuzende Fremde, die man annehmen kann. Homosexuelle kümmern sich oft liebevoll um ihre Eltern.

Nicht zuletzt verdankt die ganze Menschheit großartige kulturelle, technische und wissenschaftliche Leistungen auch Kinderlosen - als deren Vermächtnis und Nachkommenschaft.

Gelddrucker

12. September 2022 20:50

@Venator:

Wieso gehen Sie so auf Konfrontation? Das ist hier nicht mein Ziel, Streiten um des Streitens Willen. Wieso auf zwei Planeten? Ich kenne Ihre "ganze" Meinung ja garnicht? Sie glauben, ganz Nicht-Osteuropa wird muslimisch? Finden Sie ihre Kommentare zielführend? Sie sind ja offensichtlich hier, um dieses Szenario zu verhindern, andernfalls könnten Sie ihre Zeit mit Ihren Freizeitaktivitäten verbringen oder mit irgendetwas, was mehr Spaß macht, als in Diskussionsforen herumzugeistern (nichts gegen dieses Forum im Speziellen, aber wer wäre schon hier und würde hier schreiben, wenn alles in Butter wäre). Also wäre es doch sinnvoller, Sie arbeiten weiter real und online an der Verhinderung des Szenarios, als denen, die es verhindern wollen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. 

 

Noch etwas zum Thema, es gibt hier diese Liste aller Länder mit entsprechenden Geburtenraten, die meiner Meinung nach recht gut zum Rotpillen geeignet ist, denn dort ist auf den ersten Blick ersichtlich, was von uns Weißen übrig bleibt, wenn die Grenzen dauerhaft offen bleiben:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Geburtenrate 

Franz Bettinger

12. September 2022 22:29

@Monika und @Sandstein: Bei mir stehen Frauen, die kein Geld nachhause bringen müssen, sondern zuhause bleiben, sich um die Ehe ! und den Haushalt kümmern und einen Sack Kinder großziehen, über allen anderen, erst recht über Karrierefrauen mit Doppelnahmen. Ich kenne eine Ärztin, die zwar 'nur 3' Kinder bekam, aber dennoch ihren Beruf aufgab und sich zuhause um alles kümmerte. Ich mag diese Frau sehr. 

pasquill

12. September 2022 22:51

Sehr gut! Meine Mutterlaufbahn war so, wie von Frau Kositza beschrieben: erst akademische Ausbildung mit Promotion; Entschluss zum Kinderbekommen Mitte 30, jahrelanges Warten auf Schwangerschaft, ein Kind mit 41. Immerhin: eine Tochter und die Ad-hoc-Vergluckung im Wochenbett und wenigstens einmal erlebt, was es bedeutet, ein Kind zu haben und Mutter zu sein. Mit das Beste und Schönste im Leben, wenn auch in Verbindung mit dem Beruf sehr anstrengend. Meiner Tochter, die gerade den woken Furor als linke Studentin und damit die Ablehnung des Kinderbekommens durchlebt,  liege ich bei jedem ihrer Besuche in den Ohren: Du kannst auch schon während der Ausbildung Kinder bekommen, warte bloß nicht so lange wie ich, nicht nur, weil der Körper einer Frau in den Zwanzigern das Schwangersein, Gebären, Stillen und die Fürsorge für kleine Kinder besser leistet, sondern auch, weil sie das Leben mit Kindern versäumt.

 

pasquill

12. September 2022 22:51

Ich habe viele gleichaltrige Freundinnen, von denen etliche gewollt oder wegen des langen Aufschubs ungewollt kinderlos geblieben sind, mit Einsetzen der Wechseljahre in veritable Lebenskrisen rutschen sehen: regretting non-motherhood. 

Ich denke, auch diese Frauen sollten die jüngeren warnen vor der Fixierung auf Beruf  (ich gehe in meinem auf!) und der späten oder ausgebliebenen Mutterschaft. Das war das soziale Experiment meiner Generation und viele haben einen hohen Preis bezahlt.  

Ich danke Ihnen, Frau Kositza, dass Sie sich dieser Aufklärungsarbeit annehmen. Und was Sie mit sieben Kindern, anwachsender Enkelschar und als Autorin leisten: Chapeau! 

Carsten Lucke

12. September 2022 23:24

@ Niekisch

Ach, diese wunderbaren Zeilen ... !

Nicht abwandeln - die Weiber verstehen es auch anders nicht !

 

 

Gracchus

12. September 2022 23:49

Kluge Ratschläge (sozusagen - nicht von schlechten Eltern). 

Die einen so, die anderen so. 

RMH: "kollektive Gemütserkrankung". 

Ist sicher was dran. Die bürgerliche Kleinfamilie, darf man nicht vergessen, ist ein Biotop, wo Neurosen gut gedeihen. Davon muss sich manch einer erstmal erholen.

Dasselbe: Schule. Wenn man vor Langeweile nicht gestorben ist, hat man danach einiges nachzuholen. 

M.a.W: Wenn man die ersten 18 Jahre etwas aufregender gestalten würde, sähe es vielleicht anders aus. 

  

Laurenz

13. September 2022 00:24

@Quer

Diesmal fand ich Ihren Beitrag einfühlsam & hart an der Realität orientiert. Ich hatte mir nie wirklich über Alternativen Gedanken gemacht. Nicht-europäische Frauen kamen für mich nicht in Frage. Ich habe zwar viele Frauen kennengelernt, aber das sind immer die schwierigen, wie ich als Mann auch, die übrig geblieben oder geschieden sind. Neulich kam ich, der jetzt für Kinder zu alt ist, auf eine Variante, die man zwar moralisch als verwerflich sehen könnte, die aber trotzdem meine Bewunderung erheischte. Der bekannte portugiesische quasi Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat vor seiner jetzigen Ehe, aus der ein gemeinsames Kind stammt, 4 Kinder mutmaßlich mit einer Leihmutter gezeugt. Er hat quasi mit Geld die Benachteiligung des Mannes, also den Spieß umgedreht. Man kann auch als Mann Kinder alleine mit Liebe groß kriegen. Nach etwas Recherche bin ich zur Überzeugung gekommen, daß Ronaldo ein guter Vater ist. Das hat sicher auch etwas mit seiner eigenen Erfahrung zu tun. Sein Vater starb früh als Alkoholiker. https://youtu.be/2o03GDvrm_k

https://de.wikipedia.org/wiki/Cristiano_Ronaldo

Kurativ

13. September 2022 00:30

Ellen Kositza ist eine Ausnahme. Ich wollte von Anfang mindestens fünf Kinder. Aber von den Bekanntschaften im zweistelligen Bereich wollte keine einzige auch nur ein einziges Kind. Jetzt ist es zu spät. Aber die nachträgliche Einsicht, dass es sich um eine systematische Ausrottung des deutsche Volkes handelt, ist zumindest geblieben und festgehalten. Keiner kann behaupten, dass die Menschen es so gewollt haben. Und man kennt seine Peiniger nun genau. Einer der britischen Rothschilds sagte mal, dass die Menschen mit Arbeit zu sehr beschäftigt sein müssen, um nicht über ihre Situation und die Verursacher nachzudenken. Das hätte er auch bekommen, wenn die Menschen sich um ihre Brut hätten kümmern müssen.

Ordoliberal

13. September 2022 01:04

Mir scheint, die einfachste Erklärung für das Ausbleiben des Nachwuchses in industrialisierten Gesellschaften ist die Antibabypille. Man hätte schon immer gern verhütet, wenn man gekonnt hätte, hatte aber nicht die Mittel. Als Folge dieser neuen Technik hat sich die Sexualmoral verändert. Folgenloser Sex entkoppelt sich von der Ehe und der Familie. Er wird zu Entspannung, Spaß und Pornografie. Männer mussten früher heiraten, um regelmäßigen Sex zu bekommen. Prostituierte waren teuer und übertrugen Geschlechtskrankheiten. Heute müssen sie es nicht mehr. Die Freundin macht es auch so. Die Tinder/Discobekanntschaft manchmal auch.

Bei den Muslimen sieht es anders aus. Das Jungfernhäutchen zählt. Und eine deutsche Nutte heiratet man nicht. Das ist das ganze Geheimnis der demografischen Katastrophe. Wenn es jemand ändern kann, dann die Frauen. Keine Ehe, kein Sex. Die meisten fühlen ohnehin von Natur aus so: Sex gegen Liebe, sagt ihr natürlicher Instinkt. Denn Liebe bedeutet Schutz für ihren Nachwuchs. Aber die Linken haben ihnen ausgetrieben, ihrer Natur zu folgen.

anatol broder

13. September 2022 02:00

@ quer 15:38

«willig […] individuell […] wichtig […] sackgasse […] gewünscht.»

zum vergleich empfehle ich die beschreibung des ehemannes der autorin (mutter von sieben kindern).

Imagine

13. September 2022 02:27

1/2

Eigene Kinder sind ein teures Hobby, vor allem wegen der Opportunitätskosten.

Kinder bedeuten heute für den „Normalo“: Beide Elternteile müssen Erwerbsarbeit leisten, sie müssen auf Einkommen und Konsum verzichten und sie halsen sich Mehrarbeit auf, die sie ohne Kinder nicht leisten müssen.

Das gilt nicht für zwei Bevölkerungsgruppen, nämlich
a) für Sozialhilfeempfänger, wo jedes weitere Kind die wirtschaftliche Situation der Familie verbessert und

b) für Spitzenverdiener, welche sich mit nur einem Erwerbseinkommen auch mit Kindern einen hohen Lebensstandard leisten können und die Pflege und Erziehung der Kinder sowie die Hausarbeit an bezahltes Personal delegieren können.

Eine Frau Jauch, eine Frau Kerner, eine Frau Kroos etc. muss keine Erwerbsarbeit leisten und kann sich Personal leisten.

In meiner Kindheit mussten nur Frauen aus der Unterschicht Erwerbsarbeit leisten. Selbst die Bauarbeiter sagten stolz: „Meine Frau muss nicht arbeiten gehen“.

Alte Filme z.B. mit Rühmann zeigen, wie es früher in einer Arztfamilie zuging. Wohnen in einer schönen Villa, es gab eine Haushälterin, eine Kinderfrau usf.

Imagine

13. September 2022 02:32

2/2

Heute reicht ein Alleinverdiener-Einkommen bei 90% der Lohnabhängigen nicht mehr für eine Familie mit Kindern aus.

Schon früher gab es Sozialhilfeempfängerfamilien mit 8 oder mehr Kindern, die gut leben konnten und wo keiner Erwerbsarbeit leisten musste.

Heute ist so ein Leben noch leichter geworden. Wohnung oder Haus werden von der Sozialhilfe bezahlt. Jedes weitere Kind ist ein ökonomischer Zugewinn. Denn bei den Tafeln gibt es billiges oder kostenloses Essen, Kleidung bekommt an billig im Sozialkaufhaus, es gibt ein Kultur- und ein Sozialticket für öffentliche Verkehrsmittel etc. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen fungieren als kostenloses Dienstpersonal.

Trotz wissenschaftlich-technischen Fortschritts und steigender Produktivität hat in den letzten 50 Jahren eine unglaubliche Entwertung der Lohnarbeit stattgefunden.

Hausarbeit und Erziehungsarbeit sind zwar notwendige gesellschaftliche Reproduktionsarbeit, aber der kapitalistische Staat zahlt nicht dafür.

Gut für die Kapitalisten, aber schlecht für die lohnarbeitenden Normalos.

Es ist die kapitalistische Marktwirtschaft, welche das tradierte Familienmodell abschafft.

Aber wer begreift diese ökonomischen Zusammenhänge?
 

dojon86

13. September 2022 06:48

@Monika12.09.22 16:22 Ihre Erfahrung machte ich in einem größeren Umfang auch. Ich habe die letzten 25 Jahre in einem frauendominierten Berufsumfeld (Sozialbereich) gearbeitet. Generell habe ich dort auch festgestellt, je besser die Ausbildung, desto weniger Kinder. Akademikerinnen bekamen ihr Erst- und Einzelkind oft mit Ende 30 Anfang 40. Gewöhnliche Bürokräfte oft schon mit Mitte bis Ende 20. Das Akademikerinnenkind war dann natürlich um so kostbarer und wurde aufwendig umsorgt. So gut wie jede Frau bezahlte übrigens ihren Kinderwunsch mit einem Karriereknick. Gut möglich ist natürlich auch, dass sich die Mädels für ein Kind entschieden, nachdem sie erkannten, dass es mit der großen Karriere nichts mehr wird. In diesem Zusammenhang interessant für mich ist, dass dieser wirklich einzige, aber bedeutende Nachteil, den Frauen in unserer Gesellschaft haben, von den Feministinnen absolut negiert wird. Im Gegenteil, Mütter die zu Hause bleiben, werden gerade von diesem Personenkreis mindestens belächelt.

Sandstein

13. September 2022 07:21

@Monika 

Sie argumentieren unlauter: nicht ich habe Mutterschaft und Müllmänner gleichgesetzt, sondern Sie haben behauptet, jede Tätigkeit, die ein Mann ausübt sei angesehen. Was Sie dann zu der der kuriosen Aussage verleitet, selbst das Kinderkriegen würde Männern besser angerechnet, als derzeit Frauen. 
Und das ist einfach Quatsch und bedient die alte Mär von der schwachen unterdrückten Frau in einer von Männern dominierten Welt. Wir leben aber im Jahr 2022. Und auch der Artikel von EK oben zielt doch genau darauf ab: weibliche Stärke zu mobilisieren, weil es die braucht und ihr Einsatz für eine Familie es wert ist.

Dass das Konzept Familie grundlegend aufgewertet werden muss ist richtig, das geht aber nicht einseitig über die Mutter, da liegt, denke ich, der entscheidende Fehler.

Gruß. 

 

Sandstein

13. September 2022 07:29

@RMH

Ich habe trotz bzw. sogar wegen eines Studiums selber lange körperlich sehr hart gearbeitet. Schrott und Recycling ist ne harte Angelegenheit, insofern weiß ich was das bedeutet, wenn man (sich) richtig schindert.

Und ja: heute wird sehr viel geklagt und gejammert, ich kann es auch nicht mehr hören. Und das liegt für mein Empfinden auch an der Verweiberung der Gesellschaft: es ist heute legitim alle seine Sorgen an irgendwen zu adressieren.  

RMH

13. September 2022 09:23

Einer der vielen Gründe, warum es weniger deutsche Kinder gibt, wird gerade im aktuellen Artikel von H.B., der heute hier online gestellt wurde, genannt.

Laurenz

13. September 2022 10:24

@Ordoliberal

Bei den Muslimen sieht es anders aus.

Lassen Sie doch bitte Ihre katholischen Klischees von Anno Pocahontas weg. Auch heute will zwar kein normaler Mann eine Schlampe heiraten, wie auch umgekehrt keinen Hurenbock, aber die muslimische Welt ist wesentlich amoralischer als unsere, katholische Staaten kommen auf Platz 2 der Amoral. Das können Sie persönlich erfahren, wenn Sie in relativ liberale Staaten fahren, die an muslimische oder katholische Staaten angrenzen. Habe hier schon desöfteren aus den Niederlanden oder Thailand berichtet. Verbote erzeugen ungesundes Verhalten, erzwungene Moral erzeugt Amoral.

Monika

13. September 2022 10:28

@ Sandstein Da haben wir uns gründlich missverstanden. Ich habe nicht feministisch jammernd gemeint, dass jede Tätigkeit, die ein Mann ausübt, automatisch angesehen ist! Und die der „armen“ Frauen nicht. Fakt ist, das Gebären und Kinderaufzucht eine wesentlich andere Tätigkeit ist, als etwa Müllmann ( weniger angesehen)  oder Arzt ( mehr angesehen). Meines Wissens hat bis jetzt noch kein Mann ein Kind geboren. Und dieser biologische Unterschied hat m.E. Auswirkungen, die über die reine Biologie hinausreichen.  Die meisten heutigen Frauen beziehen aus ihrer  Fähigkeit, Leben zu schenken, keinerlei Selbstbewusstsein. Die als lästig empfundene Arbeit und Verantwortung, die man als Mutter hat, wird möglichst ausgelagert oder an den Staat delegiert. Die mit der Mutterschaft verbundene Kreativität, Lebendigkeit, Freude, ein Kind aufwachsen zu sehen, geht damit oft verloren. Könnten Männer gebären, wäre das nicht so. Meine unbeweisbare Behauptung. 😢Männer anerkennen das Urweibliche  der Frau mehr als die Frauen selbst . 

dojon86

13. September 2022 10:30

@Imagine 13.09.2021 02:32 Ihre Analyse ist völlig zutreffend. Und ich würde sagen, jeder Hartz 4 Sachbearbeiter, zumindest die Denkenderen, würden ihrer Analyse zustimmen. Unter Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, also eigentlich formal Gebildeteren sind es nicht so viele. Das liegt an ihrer psychologielastigen Ausbildung.

Franz Bettinger

13. September 2022 10:52

@Imagine: Ihre Schwarz-Weiß-Malerei tut weh. "Alte Filme z.B. mit Rühmann zeigen, wie es früher in einer Arztfamilie zuging,“ schreiben Sie und meinen's nicht lobend. - Nun, meine Mutter war "Landärztin". (Mein Vater war chirurgischer Oberarzt in einer Klinik.) Das Dorf liebte meine Mutter. Sie war eine großartige Frau, einfühlsame Ärztin und gute Mutter. Klar hatten wir 2 Jungs Kindermädchen; eins folgte aufs andere, und sie waren alle gut. Was beklagen Sie eigentlich, Imagine? 

Franz Bettinger

13. September 2022 11:03

@Imagine: Ein Hauptproblem ist nicht der von Ihnen gehasste Kapitalismus, sondern das heute propagierte „lobenswerte“ Schulden-Machen. Mein Vater war ein Autonarr, aber er kaufte sich den 1. Wagen (einen VW) erst, als er das Geld zusammenhatte. "Und dann reichte es nicht mehr zur 1. Tankfüllung," so geht ein Familienwitz. Dasselbe mit dem ersten und einzigen Haus. Er baute es, als er das Geld dafür gespart hatte. Nie machte jemand in unserer Familie Schulden. Und schon sind Sie aus dem Schneider! Meine Frau und ich wohnten ewig in Miete, bis wir in die freigewordene alte Elternwohnung ziehen konnten, ebenfalls zur Miete. Wie kann man nur auf die bekloppte Idee kommen, sich alles Mögliche anschaffen zu wollen, ohne das Geld dafür zu haben?! Es ist dieses Anspruchsdenken, das zu beklagen ist.

Franz Bettinger

13. September 2022 11:16

@Dojon 86: Karriereknick? Mit jedem vermeintlichen Karriereknick, und es gab viele, bin ich grosso modo die Stufen hochgefallen. Warum? Weil ich Karriere nicht mit meinem Beruf gleichsetzte, sondern mit meinem Leben. Weniger (Geld) ist oft mehr (Leben). 

dojon86

13. September 2022 11:44

@Franz Bettinger 10:52 Bitte keine Argumente ad hominem. Außerdem ist eine Datengrundlage von zwei Personen, nämlich ihren werten Eltern nicht gerade üppig.

Maiordomus

13. September 2022 12:00

@Monika. Nicht jeder Mann ist ein Goethe mit seiner Apotheose des Ewig-Weiblichen und gar dem unvergleichlichen Tagebuch Ottiliens in den Wahlverwandtschaften, dem möglicherweise, ich sage es aus männlicher Sicht, stärksten Einfühlungstext eines Mannes als Verfasser weiblicher Rollenprosa. 90%  der Autorinnen zumal von heute bringen das wohl kaum hin. Dem gegenüber traf Friedrich Dürrenmatt in seinem Spätwerk, bei dem er sich mit Goethe auseinandersetzte, u.a. als Analytiker der Witwenmacht, den neueren Zeitgeist mit den sarkastischen Versen der Chorführerin Rosagrande in "Die Frist":

"Was nicht mehr ist, war nur Ereignis.

Was nicht mehr wird, allein ein Gleichnis.

Das Weibliche, es hat zum Ziele

Die Ewigkeit und das Sterile"  

Hesperiolus

13. September 2022 13:24

I

@dojon86

Interessant, was die sog. Feministinnen absolut negieren, aber kaum überraschend, da die Feminismen im Hauptstrom gewollt grade auf die Defemination der Frau, damit Entwertung des mutterschaftlichen Daseins, ausgehen. Feminismus = Defemination! Je nach Zeitmaßstab mittel – oder langfristiges Projekt ist dabei wohl die Ektogenese für die globalen Mittelschichten, eben "Nutzmenschen". Dazu voraussichtig Huxley und gewisse Bemerkungen Heideggers.

@ Imagine

Genannte Zusammenhänge sollte jeder Denkende begreifen, wenn auch nicht in derart katechetisch reduktiv-materialistischer Schablone. Etwas mehr dürfte schon (emphatisch:) „dahinter“ sein. Ebenso die „Massenimmigration von Kulturfremden und Umvolkung“ als „effektive Mittel der Herrschaftssicherung“, treffender und sit venia verbo: der globalistischen Systemsicherung. Durchaus sehr richtig, so vorgebracht allerdings als „Stockwerksurteile“ im Jüngerschen Wortsinn.

 

 

Hesperiolus

13. September 2022 13:24

II

 

@ Maiordomus

Neuerdings, der Fanfarentitel „Der Geist als Widersacher der Seele“ ist von Klages; liegt mir hier in 5. Auflage (Bouvier Verlag) vor, dürfte aber wenig gelesen sein. Vermute vollständig außer Ihnen von keinem hier. - Beim Hayek („The road to serfdom“) gibt es ja schon Stellen, die einem vordergründig starken Sinn des Solidarischen Patriotismus ins Gesicht schlagen: It is neither necessary nor desirable that national boundaries should mark sharp differences in standards of living, that membership of a national group should entitle to a share in a cake altogether different from that in which members of other groups share. If the resources of different nations are treated as exclusive properties of these nations as wholes, if international economic relations, instead of being relations between individuals, become increasingly relations between whole na- tions organized as trading bodies, they inevitably become the source of friction and envy between whole nations. - Dies aber nur nebenbei.

 

Karl Otto

13. September 2022 13:28

@imagine: Haben sie mal solche Familien des "Sozialhilfe-Adels" aus der Nähe erlebt, in denen zwei oder mehr Generationen nicht arbeiten? Zufrieden mit ihrem Leben sind die jedenfalls nicht. Den ganzen Tag fernsehen und mittags Junkfood oder Aldi-Zeug, das ist nicht so toll. (Wobei die Frauen zumindest noch mit den Kindern zu tun haben)

Unter den Jungs wächst eine Generation von Halbidioten heran, die nichts machen als Computerspiele. Die Fähigkeit auf optische Signale zu reagieren ist perfektioniert, aber sie haben weder Bildung noch soziale Fähigkeiten.

FraAimerich

13. September 2022 14:31

"Es ist die kapitalistische Marktwirtschaft, welche das tradierte Familienmodell abschafft. Aber wer begreift diese ökonomischen Zusammenhänge?"

Einige "linke Primitivlinge von rechts" immerhin, @Imagine.

Nur hilft das alles nichts, zumal die "bunten" und "modernen" Lebensmodelle offenbar vielen "glücksverheißender" erscheinen als die alten. Dazu kommt, daß eine bestimmte Art von "Selbstverwirklichung" in "Freiheit" als höchster Wert gilt und der Mensch nurmehr als das Tier, das Profit macht, um sich etwas leisten zu können (oder eben nicht). Linker Materialismus hat diesbezüglich nicht wenig zur Gemengelage beigetragen.

Es nützt auch nicht wirklich, sich dem Lauf der Dinge entgegenzustemmen zu wollen, weil gegen den Kapitalismus in seinem Lauf nun mal kein Kraut gewachsen scheint. Man muß ihn sich totfressen lassen. Diesbezüglich immerhin sind wir auf einem "guten Weg"...

 

anatol broder

13. September 2022 14:50

anbei eine kinderlose anzeige aus dem jüngsten zeitmagazin (rechtschreibung und zeichensetzung beibehalten).

Ich weiblich geboren zwischen Orient und Okzident mit Niveau Bildung und Herzensbildung

Wünsche mir einen Partner mit Klasse und Anspruch. Du solltest zwischen 50-70 Jahre alt sein nicht gewöhnlich sondern außergewöhnlich Leben und Wirken in deinem Umfeld. Mann mit Geschäftssinn wünsche ich mir der mit mir gemeinsam nicht nur seine Freizeit verbringt sondern auch sein Leben. Dich erwartet eine ansprechende Frau Ende 40 sportlich, schlank, mit allen positiven Attributen ausgestattet und die schönen Dinge des Lebens zu schätzen weiß. [email protected]

Maiordomus

13. September 2022 15:34

@Hesperiolus: Klages und Theodor Lessing, welch letzterer vom ersten, den er verehrte und um dessen Freundschaft er als Jugendlicher mehr oder weniger vergeblich buhlte,  stark beeinflusst war, sollte man in der Tat nicht miteinander verwechseln. Immerhin sind eine der frühesten Abhandlungen in der deutschen Kulturgeschichte gegen den Lärm, bei dem um 1900 bereits das 20. Jahrhundert als Epoche des elektronischen Lärms vorausgesagt wurde, von Lessing, desgleichen die beiden genialischen Titelsetzungen "Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen" sowie "Einmal und nie wieder." als sensationelle Autobiographie mit Schwerpunkt Gymnasium, siehe den neuen Roman von Hürlimann.  Dass bei unserem Austausch regelmässig auf wertvolle vielfach vergessene Aussenseiterliteratur verwiesen wird, z.B. bei Bosselmann zur Problematik des Tragischen, gehört zum Wertvollen des hier stattfindenden Gedankenaustauschs. Ich danke Ihnen für Ihren Hinweis, Klages betreffend, der mir selber trotz seiner politischen Umstrittenheit in der Schweiz zur Zeit meines Jugend einiges bedeutete, nicht nur die Graphologie betreffend. Weil ich mich für Klages interessierte , kam ich dann später auf Theodor Lessing, dessen genannte drei wichtigsten Titel mir bis heute viel bedeuten. 

brueckenbauer

13. September 2022 15:42

@Ellen Kositza    Sie hatten dafür geworben, Frauen sollten das machen, was man so "eine gute Ausbildung" nennt (also vermutlich einen "Abschluss"). Und Sie hatten aus freien Stücken sich selbst als einziges Beispiel angeführt; ich konnte also nur auf dieses Beispiel rekurrieren.  Und in Ihrem Fall war die "gute Ausbildung" eben in keiner Weise zielführend, sie haben sich umkehrt nachträglich eine Nische erst geschaffen, in der Sie Teile Ihrer Ausbildung verwerten konnten. Das ist sicherlich eine persönliche ingeniöse Leistung, aber eben kein Lebenskonzept, aus dem man Ratschläge für andere ableiten kann.

 

Maiordomus

13. September 2022 17:20

@anatol broder. Wer schliesst denn aus, dass diese Frau nicht doch aus einer früheren Verbindung Kinder haben könnte? Mit den Augen Vilars gelesen sucht die Frau einen reichen Mann, der sie unterhalten kann im älteren Sinn des Wortes und von dem sie leben kann. Potentiell also ein Ausbeutungsobjekt, der aber zusätzlich noch etwas Unterhaltungswert mitbringen sollte. Im Hinblick auf "die schönen Dinge des Lebens" sind ihre Ansprüche, durchaus in Richtung Luxus, klar artikuliert. Es geht sicher nicht um einen Typ in der Art von Bosselmann, dessen uns bekannte Qualitäten, ebenfalls die schönen Dinge des Lebens betreffend, hier garantiert nicht gesucht werden. 

Sandstein

13. September 2022 17:36

@Monika 

Ja jetzt verstehe ich besser, was Sie sagen wollten. Haben sich aber schon verdammt unpräzise ausgedrückt. 
Und für mich bleibt es dabei: bei Geburtenrate  und Analyse den Blick auf die Lage der Frau zu verengen hilft nicht groß weiter. 
Und ja, Männer schätzen Weiblichkeit höher, genauso wie Männer auch soziale untereinander agieren, als es das vermeintlich soziale Geschlecht tut. Es ist schon alles sehr paradox..

Ich selber habe in meinem Umfeld viele junge Frauen, die egal ob Mutter oder „Karriereweib“ tiefunglücklich mit ihrer jeweiligen Entscheidung sind. Hab dafür auch keine hinreichende Erklärung..

Maiordomus

13. September 2022 17:43

@brueckenbauer. Sie gehen  davon aus, dass Ausbildung, wie sie Kositza im Hinblick auf ihr Studium geschildert hat, mehr oder weniger automatisch in den öffentlichen Dienst, allenfalls in den Medienbetrieb zumal der grösseren, gut bezahlenden Medien führen müsse. Wie kommen Sie dazu, die Ausbildung von EK als in keiner Weise zielführend" zu bezeichnen? Gehört sie doch mithin zu den 12 wohl besten Buchrezensentinnen Deutschlands- Würde nicht ausschliessen, dass man sie bei mehr zeitgeistkonformer Anpassung bei jeder grossen Zeitung, im Rundfunk und wohl auch im Fernsehen hätte "gebrauchen" können; in diesem Sinn war die Ausbildung durchaus zielführend. Unterdessen ist EK nicht zufällig Teil eines Unternehmens, das unter mehr konform und konsequent geschäftlich angepassten Bedingungen zu erheblichem, wohl auch kommerziellem Erfolg hätte führen können. Selber kannte ich mehr als eine in Sachen Bücherkenntnis, Kommunikations- und Schreibfähigkeit tätige fähige Frauen in Grossverlagen, zumal eine, die vor 30 Jahren bei einem Grossverlag linken Autoren aus der ehem. DDR ebenso zum Erfolg verhalf wie den deutschen Übersetzungen von Gorbachov. Sie war, mit Ausnahme des etwas markanteren Körperumfangs, in Sachen Vielseitigkeit, Belesenheit und Kommunikationsfähigkeit plus minus etwa die Qualität von EK, freilich kinderlos, von der Mentalität übrigens weder links noch feministisch.  

Dieter Rose

13. September 2022 18:33

@brueckenbauer

Warum nicht? Eine gute Ausbildung - sich e i n Mal mit einer Sache intensiv beschäftigt haben, kann einem doch dazu verhelfen eine Nische zu finden*. Dann sich weiter bilden. Es heißt doch allenthalben, dass man lebenslang lernen soll.

*und man hat sich das Handwerkszeug angeeignet.

 

dojon86

13. September 2022 18:47

@brueckenbauer 15:42 Sie haben natürlich recht, ein Geschichte und Germanistik Studium ist keine besonders sichere Karte im großen Spiel, das man Leben nennt. Mindestens ebenso entscheidend ist eine intelligente Partnerwahl. Hier achtet man in unserer Kultur fast ausschließlich auf die emotionale Komponente einer Beziehung, sprich, auf die große Liebe. Ob das nicht ein Fehler ist ? Die große Liebe kann nicht von Dauer sein. Darum sterben die Liebespaare der Literatur meist früh. Wogegen, was man ganz unemotional gemeinsam aufbaut, bleibt. Abschließend, was ich gesagt habe, gilt natürlich für beide Geschlechter. Das man heute die große Liebe als einzigen Grund für das Eingehen einer tragfähigen Beziehung sieht, ist mit ein Grund für die Instabilität der Familien und implizit natürlich mit ein Grund für den Nachwuchsmangel. Wobei dieser natürlich kein so großes Problem wäre, wenn unsere Eliten nicht entschlossen wären, jegliche Nation in einer grenzenlosen Welt aufgehen zu lassen.

Hartwig aus LG8

13. September 2022 19:47

"biologisch - technisch" oder "nicht kompatibel"  ...

Ich weiss nicht Männer, ob das nicht "Ausreden" sind. Ich kann da mitreden, weil es bei mir auch bis in meine Enddreißiger dauerte ... und meine Erste war kein Wunschkind ...

Ich mag diese persönlichen Offenbarungen im öffentlich zugängigen Netz nicht all zu sehr, aber weil es in diesem Strang nun quasi usus geworden ist: Vaterschaft und Mutterschaft sind nicht das Salz in der Suppe, sondern die Suppe selbst ... auch wenn diese dann hin und wieder salzlos zu löffeln ist.   Wer wirklich sucht, wird den/die Partner/in finden ...  Aber auch das wird maßlos überschätzt!!!  Die Mutter meiner Erstgeborenen war nicht meine Traumfrau ... Und heute ist sie zwar nicht die Frau meines Lebens, aber einer der besten und von mir geliebtesten Menschen.

Die Goldwaage ist im Bereich Mann/Frau das aller falscheste Instrument.

Ja, so viel zum Persönlichen im öffentlichen Netz ...

Imagine

13. September 2022 20:40

1/2

Unsere Gesellschaft ist eine antagonistische Klassengesellschaft. Auf der einen Seite steht die Masse der Lohnabhängigen, auf der anderen Seite eine Minorität der Vermögenden, welche der Soziologe W. Streck als „gewinnabhängige Klasse“ bezeichnet.

Antagonistisch ist das Klassenverhältnis, weil der Realwertverlust der Lohnabhängigen den Gewinn derer garantiert und steigert, die menschliche Arbeitskraft und Dienstleistungen einkaufen.

Gewinne entstehen in der Marktwirtschaft in der Differenz zwischen niedrigem Einkauf und dem höheren Verkauf bzw. bei Investitionen zwischen Input und Output.

Je geringer der Realwert der Lohnarbeitenden, umso höher der Gewinn derer, die arbeiten lassen. Wer Gewinne in der Marktwirtschaft machen will, muss Waren einschließlich Arbeitskraft und Dienstleistungen „unter dem realen Wert“ einkaufen, aus der Differenz resultiert sein Gewinn. Kein Unternehmen stellt Arbeitskräfte ein, die mehr kosten als sie einbringen, sondern es ist umgekehrt.

Folglich gibt es eine systemimmanente Tendenz. menschliche Arbeitskraft zu entwerten. In meiner Jugend reichten 40 Stunden Arbeit pro Woche oberhalb der Unterschicht aus, um eine Familie zu reproduzieren. Mein Vater war Beamter im mittleren Dienst. Er konnte als Alleinverdiener  seine Familie mit Kindern ernähren und bei sparsamer Haushaltsführung sogar ein Eigenheim erwerben. Unsere Mutter war immer für uns Kinder da.

 

Imagine

13. September 2022 20:44

2/2

Der systemische (ökonomische) Zwang zur Erwerbstätigkeit der Mütter bedeutet für die Kinder Mutterentzug und in der Tendenz Verwahrlosung.

Heute braucht es 60 bis 80 Stunden Wochenarbeitszeit plus Wegezeiten, was bedeutet, dass beide Elternteile arbeiten müssen, um eine Familie mit Kindern zu reproduzieren. Die Mütter sind dabei im Vergleich zu früher zwei- bis dreifach belastet.

Familien mit Kindern, die sich über normal bezahlte Erwerbsarbeit  reproduzieren (müssen), sind die Verlierer.

Das Kapital braucht die Arbeitskraft von Frauen und Müttern.

Theoretisch könnte man die bislang unbezahlte häusliche Reproduktionsarbeit und die Pflege und Erziehung der Kinder durch den Staat bezahlen, aber der Staat müsste dieses Geld über höhere Steuereinnahmen der vermögenden und hohe Einkommen erzielende Schichten finanzieren, aber genau eine derartige Bevölkerungspolitik lehnen die Reichen und Mächtigen ab.

Man macht die Frauen mit feministischer Ideologie dumm und propagiert abhängige Erwerbsarbeit als Emanzipation. Man forciert den Verteilungskampf unter den Geschlechtern.

Die Verlierer sind die Familien und insbesondere die Kinder.

Aber die meisten begreifen diese soziologischen und ökonomischen Zusammenhänge nicht. Viele Rechte lehnen dies als angeblichen „Marxismus“ ab. Tatsächlich ist es eine realistische Analyse und Beschreibung der Funktionsweise des herrschenden Systems.
 

dojon86

13. September 2022 21:05

@Imagine 20:40 Ich stelle mal wieder fest, als Diagnostiker sind die alten Marxisten unübertroffen. Leider sind sie als Therapeuten nicht so gut. Im übrigen wurden die Marxisten in der Linken durch Psychologisierer und Vulgarfreudianer ersetzt. Achtung, leider erkenne ich auf SIN ähnliche Entwicklungen im rechten Spektrum.

RMH

13. September 2022 21:25

"Aber die meisten begreifen diese soziologischen und ökonomischen Zusammenhänge nicht. Viele Rechte lehnen dies als angeblichen „Marxismus“ ab."

So verbohrt ist - zumindest hier - doch keiner. Was am Marxismus oder der wissenschaftlichen Linken im Kern abgelehnt wird, sind doch nicht die ökonomischen Analysen, sondern dieser seltsame Schräg-Hegelianismus, der dialektischen "Gesetzmäßigkeiten" einfach mal postuliert, nach denen wir doch eigentlich schon längst die Herrschaft des Proletariats haben müssten. Die Linke war schon immer in der Analyse und der Kritik stark, aber alles was darüber hinaus geht, tja, dann kommt eben oft nur - zugespitzt formuliert - Wolkenkuckucksheim oder schlichte Zersetzung.

ede

13. September 2022 22:18

@imagine:

Wie schon o.a. und schön formuliert, "Kinder sind nicht das Salz in der Suppe, sie sind die Suppe".

Sie glauben gar nicht, mit wie wenig Geld UND Kindern man glücklich leben kann - wenn man darauf pfeift sich an üblichen materiellen Standards zu orientieren. Nur so wird man "reich".

ede

13. September 2022 22:30

Otto v. Bismarck:

"Eine Frau, die ihren Kinderwagen vor sich herschiebt, hat das Recht, zum Sieger von Sedan und zum Dichter des »Faust« zu sagen: Bitte, gehen Sie mir aus dem Wege!"

Imagine

14. September 2022 00:34

Familienpolitik ist Bevölkerungspolitik. So wie Immigrationspolitik Bevölkerungspolitik ist.

Selbstverständlich sind die Konsequenzen der jeweiligen Familienpolitik gewollt.

Nichts ist blöder als jene Position, die meint, die Politiker wüssten nicht, was sie mit ihrer Politik anrichten.

Wenn die Familienpolitik dazu führt, dass Akademikerinnen viel zu wenig und viel zu spät Kinder bekommen, dann ist dies gewollt. So wie die Boni der Unternehmen für „Social Freezing“.Wirtschaftlich macht beides Sinn.

Selbstverständlich weiß die Politik, dass durch die Berufstätigkeit der Mütter immer mehr Kinder Entwicklungsstörungen aufweisen und/oder verwahrlosen. Diese Kinder mit sozial unerwünschtem Verhalten bekommen dann Psychopharmaka.

Man importiert kulturfremde und –feindliche Analphabeten, auch wenn diese nicht in den Arbeitsprozess integriert werden können. Um Kinder zu machen, muss man nicht lesen und schreiben zu können. Zur Zeit hat man ein Arbeitskräftereservoir von Millionen von Arbeitslosen. Aber die Kinder der Immigranten kann man in der Zukunft gut als billige und willige Arbeitskräfte für niedrige Dienstleistungstätigkeiten gebrauchen.
Die Intelligentesten der Migrantenkinder lässt man in Politik und Medien aufsteigen. Man weiß, dass dieser Aufsteigertyp extrem opportunistisch und konformistisch ist und dass diese Leute zu Stützen des Systems werden.

 

Laurenz

14. September 2022 07:36

@Hartwig aus LG8

mag diese persönlichen Offenbarungen im öffentlich zugängigen Netz nicht

Sie offenbaren sich doch auch nicht weniger als andere. Wenn man glaubwürdig, wahrhaftig sein will, muß man auch etwas preisgeben. Und mal Hand auf's Herz, nicht kompatibel zu sein, ist nur ein zusammenfassender Begriff, der mit wenig Zeichen einen Sachverhalt schildert, den in diesem Falle ich, gar nicht weiter ausgeführt habe. Und wie soll das unter diesem EK-Artikel, der zwar einerseits sehr sachlich, aber andererseits sehr persönlich geschrieben ist, also persönliches preisgibt, denn aussehen? Habe nicht umsonst die Handlungsweise des Fußballers Ronaldo geschildert. Der hat einfach, wie das auch EK im Artikel für Frauen andeutet, sein Ding gemacht. Unter dieser Prämisse war dann auch eine Frau da, die ihm gefiel & bis jetzt bei ihm geblieben ist. Und wenn die Frau nicht bleiben sollte, hat er trotzdem Kinder, für die er zuständig ist.

Maiordomus

14. September 2022 07:47

PS. @EK. Habe mich über den vermuteten "geschäftlichen bzw. kommerziellen Erfolg" Ihres Verlags in keiner Weise abschätzig geäussert. Verlage Ihrer Grösse profitieren vielfach von Subventionen, bestückt von Autoren, besonders *Innen, deren Einnahmen aus Stipendien und öffentlicher Literaturförderung usw bestehen, keineswegs aus Profit verkaufter Exemplare. Diese Verlage, die an Buchmessen nicht schikaniert werden, können so mehr oder weniger leben, mit der Zeit freilich eher weniger als mehr, wie ich das bei einem meiner im Vergleich zu dem Ihrigen viel angeseheneren Verlag erlebt habe. Dass und wie Sie mit Ihrem Unternehmen "davonkommen", vermag mich bis zum Beweis des Gegenteils zu beeindrucken, siehe Ihre gedruckte Zeitschrift, mit deren Niveau im Literaturteil etwa die Weltwoche trotz einiger guter Mitarbeiter nur bedingt mithalten kann; auch gegenüber der Jungen Freiheit muss sich Ihre Produktion nicht verstecken. Gäbe es die Zeitschrift nicht mehr, wäre von einer Lücke im deutschen Geistesleben zu sprechen. Das Weltwoche-Schlagwort "Vielfalt" muss nicht nur artikuliert, auch praktiziert werden. 

Carl Sand

14. September 2022 08:52

Ein Beispiel:

Junges Paar, am Beginn der Karriere. Nachdem gemeinsam auf die Verhütung verzichtet wurde, ist ein Kind auf dem Weg.

Unvermittelt teilt Frau mit, das Kind sei "weg", da sie sich nicht "sicher" sei und "erst Karriere" machen wolle - eine Entscheidung, die bekanntlich alleine der Frau zusteht und natürlich zu respektieren ist.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen, die offensichtlich an heteronormativen Krypotraumata aus dem Elternhaus lagen (so der anschließend wegen depressivem Zusammenbruch konsultierte Psychologe) ist der Mann nicht so glücklich und die Beziehung endet.

Frau geht nach kurzer Überlegungsphase eine neue Beziehung ein (wir wollen besser nicht nachdenken, wann genau) und bekommt einige Jahre später ein Kind. Anschließend erneute Trennung, intensive Konsultation von Psychologen und alleinerziehend.

Maiordomus

14. September 2022 09:08

@Imagine. Was Sie, als Erzlinker hier, bei 2/2 formulieren, ist nicht weit von dem, was vor Jahrzehnten Christa Meves gepredigt hat, die indes ausserhalb ihrer "Blase" wegen ihrem erzkonservativen Auftritt kaum  ernst genommen wurde. Es kommt jedoch nicht auf die Personen an, die eine bestimmte Auffassung vertreten, sondern auf das Zutreffen oder Nichtzutreffen einer Strukturanalyse. Für Sie, aber auch für EK und noch andere, auch solche hier, denen man selten zustimmt, mag gelten: Wo er recht hat, hat er recht. Und Sie wissen, dass es im 19. Jhd. sowohl sogar bei Reaktionären wie erst recht bei Marx und Engels Analysen gab, die, nebst irrtümlichen Schlussfolgerungen, sich im Einzelfall oder sogar in einem relativ allgemeinen Fall als richtig erwiesen. Konservative wie  Linke waren vielfach schlechte, ja blamabel agierende Politiker; auf dem Gebiet der Analyse bekamen jedoch die Klügeren unter ihnen etwa mal recht - Beispiel: die reaktionären Gegner der staatlichen Altersrente sahen völlig zutreffend deren Nebenfolgen betr. den aber ohnehin im Gang befindlichen, aaber beschleunigten Zerfall der traditionellen Familie. Die Gegner der AHV sahen in der Schweiz aber richtig voraus, dass die 1947 geborenen Kinder ihr Ende vielfach in Heimen erleben würden usw.  

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