Netzfundstücke (139) – Freiheit, Bauer, Mangel

»Wenn nationale Sozialisten sich grünen Sozialisten an den Hals werfen.«

Alt­links­neu­rechts hat wie­der zuge­schla­gen. Der Chef­re­dak­teur für Über­re­gio­na­les der in Olden­burg ansäs­si­gen Nord­west-Zei­tung, Alex­an­der Will, stieß auf die von Sezes­si­on-Chef­re­dak­teur Götz Kubit­schek mode­rier­te Dis­kus­si­ons­run­de zwi­schen Sezes­si­on-Autor Mar­tin Licht­mesz und mei­ner Wenig­keit, die wir anläß­lich des Som­mer­fes­tes in Schnell­ro­da zum The­ma »Öko­lo­gie und Mili­tanz« führ­ten, und sah sich zu vul­gär­li­be­ra­ler Abgren­zung verleitet:

Was stieß Will so sau­er auf, daß er sei­ne Affi­ni­tät zu Völ­le­rei und infan­ti­ler Imper­ti­nenz – auf nichts ande­res läuft sei­ne Beto­nung von Genuß und Unge­hor­sam hin­aus – auf Twit­ter der­art unter­strich? Oder aus ande­rer Per­spek­ti­ve betrach­tet: Was macht einen für Will zum »natio­na­len Sozialisten«?

Dafür muß man nicht viel tun. Es reicht schon, wie im Fall von Kubit­schek, von drei Nacken­steaks nicht zwei weg­wer­fen zu wollen:

Also die Fra­ge, mit wel­chem unglaub­li­chen Ener­gie­in­put wir über­haupt so leben kön­nen, wie wir leben. Daß für 1000 Kalo­rien, die Sie essen, unge­fähr 12.000 Kalo­rien Ener­gie gepumpt wer­den. […] Ich habe die gro­ße Befürch­tung, daß die­ser Begriff der Frei­heit, der Frei­heit von der Gän­ge­lung durch die grü­ne Poli­tik oder die Frei­heit von der Gän­ge­lung durch ande­re Ver­bo­te und For­mie­rungs­ver­su­che der Gesell­schaft […] auf unse­rer Sei­te dazu führt, daß man nicht begreift, wie undank­bar wir eigent­lich leben.

Und wie fern von dem, was eigent­lich so von rechts mit den Begrif­fen Aske­se, Demut, Dis­zi­plin, Pflicht­be­wußt­sein, Spar­sam­keit usw. umris­sen ist. Und die Fra­ge ist, ob das Idea­lis­ti­sche in unse­rem Milieu aus­reicht, um die mate­ri­el­le Mög­lich­keit trotz­dem zurück­zu­drän­gen. Und da sehe ich im Moment beim Blick auf unse­re Sze­ne eher düster.

[…] Und das ist des­we­gen etwas, was wir in nächs­ter Zeit auch stär­ker machen wer­den. Also die Fra­ge, ob wir uns sozu­sa­gen jeder popu­lis­ti­schen Bewe­gung an den Hals wer­fen müs­sen, die für die Frei­heit kämpft, drei Nacken­steaks zu essen und zwei davon wegzuwerfen.

Die­ser die Dis­kus­si­on zu »Öko­lo­gie und Mili­tanz« abbin­den­de Hin­weis an das Publi­kum lock­te, nach Wills Echauf­fie­ren ob der dar­in ent­hal­te­nen »Frei­heits­feind­lich­keit«, sogar poli­ti­sche Geis­ter her­vor, denen seit der jüngs­ten Land­tags­wahl in Nord­rhein-West­fa­len nicht ein­mal mehr die Gän­ge des Düs­sel­dor­fer Land­tags zum Spu­ken bleiben:

Das führ­te Will wie­der­um ein paar Ant­wor­ten spä­ter zu die­sem indi­vi­dua­lis­ti­schen Extrakt:

»Kein Gott, kein Staat, kein Kali­fat!«, wuß­te schon die Bre­mer Anti­fa. Den Aus­lö­ser die­ser »Debat­te« sehen Sie hier:


Damit die Nacken­steaks im Über­fluß ver­füg­bar sind und einem die »Frei­heit« gege­ben ist, von drei Stü­cken zwei weg­zu­wer­fen, muß die Pro­duk­ti­ons­sei­te – die Land­wirt­schaft – ent­spre­chend lie­fern. Das hat sozia­le und öko­lo­gi­sche Fol­gen. Wo einst Bau­ern das Land bewirt­schaf­te­ten, lei­ten heu­te Land­wir­te ratio­na­li­sier­te Betriebe.

Ein wesent­li­cher Akteur, der die­se Ent­wick­lung in Euro­pa seit dem Fall des Eiser­nen Vor­hangs vor­an­treibt, ist die Euro­päi­sche Uni­on. Um die euro­päi­schen Land­wir­te in den Welt­markt zu inte­grie­ren, hat­te man die Gemein­sa­me Agrar­po­li­tik (GAP) Anfang der 1990er libe­ra­li­siert und seit­dem immer wie­der dem­entspre­chend angepaßt.

Eine neue, für das Jahr 2023 ange­setz­te Reform, soll nun das Man­ko, daß die GAP kei­ne rele­van­ten Anrei­ze für eine öko­lo­gi­sche­re Bewirt­schaf­tung der Flä­che schafft, min­dern und die Sub­ven­ti­ons­me­cha­nis­men an der Nach­hal­tig­keits­för­de­rung orientieren.

Doch bereits die ein­lei­ten­de Selbst­ein­ord­nung der GAP-Reform macht deut­lich, daß man sich dies­be­züg­lich an der Qua­dra­tur des Krei­ses versucht:

Arti­kel 39 AEUV ent­hält die Zie­le der GAP, nämlich

  • die Pro­duk­ti­vi­tät der Land­wirt­schaft durch För­de­rung des tech­ni­schen Fort­schritts, Ratio­na­li­sie­rung der land­wirt­schaft­li­chen Erzeu­gung und den best­mög­li­chen Ein­satz der Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren, ins­be­son­de­re der Arbeits­kräf­te, zu steigern;

  • auf die­se Wei­se der land­wirt­schaft­li­chen Bevöl­ke­rung, ins­be­son­de­re durch Erhö­hung des Pro-Kopf-Ein­kom­mens der in der Land­wirt­schaft täti­gen Per­so­nen, eine ange­mes­se­ne Lebens­hal­tung zu gewährleisten;

  • die Märk­te zu stabilisieren;

  • die Ver­sor­gung sicherzustellen;

  • für die Belie­fe­rung der Ver­brau­cher zu ange­mes­se­nen Prei­sen Sor­ge zu tragen.

Die­se, der GAP vor­an­ge­stell­ten Zie­le haben die Land­wirt­schaft erst zu dem Moloch gemacht, der sie heu­te ist. Ein Moloch, in dem die zu Land­wir­ten trans­for­mier­ten Bau­ern im Hams­ter­rad der Ratio­na­li­sie­rung gefan­gen sind und die Kul­tur­land­schaft als öko­lo­gi­scher Bei­trag der Land­wirt­schaft abge­räumt wurde.

In Frank­reich führ­te die­se Poli­tik wie andern­orts zur sozia­len Zer­rüt­tung inner­halb der Bau­ern­schaft, aller­dings mit teils dras­ti­sche­ren Aus­wüch­sen: Bau­ern wird das Vieh weg­ge­nom­men. Wer sich nicht den büro­kra­ti­schen Vor­ga­ben der Behör­den beugt, muß mit Maxi­mal­maß­nah­men rechnen.

Die links­al­ter­na­ti­ve Bau­ern­ge­werk­schaft Con­fé­dé­ra­ti­on Paysan­ne (Kurz­por­trait in der Keh­re 5) stemmt sich gegen die­se Ent­wick­lung. Die Doku­men­ta­ti­on Tod eines Vieh­züch­ters beleuch­tet den Wider­stand, den die der Gewerk­schaft nahe­ste­hen­den Bau­ern leisten.

Ein Wider­stand mit töd­li­chen Folgen:


Wäh­rend­des­sen wird es immer enger. Zwar wird aller Vor­aus­sicht nach für die ers­ten Win­ter­mo­na­te genü­gend Gas ver­füg­bar sein, jedoch hat die poli­ti­sche Ver­knap­pung des Ener­gie­mark­tes zu Prei­sen geführt, die die deut­sche Wirt­schaft an die Belas­tungs­gren­ze bringen:

Die Strom­prei­se für 2023 sind aktu­ell auf mehr als 700 Euro pro Mega­watt­stun­de gestie­gen – mehr als das 15-Fache des Preis­ni­veaus der ver­gan­ge­nen Jah­re. Der Gas­preis hat um 1000 Pro­zent auf mehr als 300 Euro pro Mega­watt­stun­de zuge­legt. Die Lage ist für vie­le Unter­neh­men schon jetzt oder in Kür­ze toxisch, nicht nur wegen des Gas­man­gels, son­dern vor allem wegen der aber­wit­zi­gen Preissteigerungen,

kon­sta­tier­te der BDI-Prä­si­dent Sieg­fried Russ­wurm. Die­se Preis­stei­ge­run­gen belas­ten die Öko­no­mie so stark, daß die glo­ba­le Ölnach­fra­ge und damit ver­bun­den der Bar­rel­preis wie­der sin­ken. Unge­ach­tet des­sen zeigt die aktu­el­le Kri­se, daß die Ener­gie­märk­te sich beim Weg­fall eines gewich­ti­gen För­de­rers von fos­si­len Roh­stof­fen schwer damit tun, den Kapi­ta­lis­mus mit der für ihn essen­ti­el­len Res­sour­ce, bil­li­ge Ener­gie, zu füttern.

In die­ser Situa­ti­on tor­pe­dier­te die taz-Redak­teu­rin Ulri­ke Herr­mann im Vor­gang zur Ver­öf­fent­li­chung ihres Buches Das Ende des Kapi­ta­lis­mus, den Glau­bens­satz des eige­nen Lagers, die Abhän­gig­keit der Indus­trie- und Kon­sum­ge­sell­schaf­ten west­li­cher Pro­ve­ni­enz von fos­si­len Ener­gie­trä­gern mit erneu­er­ba­ren Ener­gien (EE) über­win­den zu können.

Ers­tens sei bei einer Umstel­lung auf 100 Pro­zent EE die gewon­ne­ne Ener­gie zu teu­er, um damit rei­bungs­los Wachs­tum zu erzeu­gen, wie wir es die letz­ten Jahr­hun­der­te gewohnt waren. Zwei­tens schös­sen die benö­tig­ten Ener­gie­men­gen bei einer voll­stän­di­gen »Dekar­bo­ni­sie­rung« der­art in die Höhe, daß der EE-Kapi­ta­lis­mus schon an der infra­struk­tu­rel­len Umset­zung schei­tern wür­de (sie­he Ver­bin­dung zu hohen Ener­gie­prei­sen aus EE).

Libe­ral­kon­ser­va­ti­ven dient Herr­manns rea­lis­ti­sche Betrach­tung der Situa­ti­on als Argu­ment, an den fos­si­len Ener­gie­trä­gern fest­zu­hal­ten (u.a hier bei Tichys Ein­blick), wäh­rend sie selbst dar­aus die Not­wen­dig­keit zur Schrump­fung ableitet.

Auch wenn sich Herr­mann an der ein oder ande­ren Stel­le davor sträubt, ihre ein­ge­schla­ge­nen Gedan­ken­gän­ge strin­gent zu Ende zu den­ken (die von ihr favo­ri­sier­te sta­tio­nä­re Öko­no­mie wür­de mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit eine kon­ser­va­ti­ve­re Sozi­al­struk­tur anneh­men als ihr das vor­schwebt und lieb wäre), und man nicht von typisch links­li­be­ra­len Geschichts­my­then ver­schont bleibt – chao­ti­scher Abbruch des wirt­schaft­li­chen Wachs­tums führt zu 1933 und Hit­ler etc. – lohnt es sich, einem ihrer Vor­trä­ge zu folgen:

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Kommentare (72)

Adler und Drache

3. Oktober 2022 10:15

Wer bitte wirft von drei Steaks zwei weg? Ein Strohmann vielleicht ...  

Archimedes

3. Oktober 2022 11:48

Mein Kommentar bezieht sich auf den letzten Artikel von Lichtmesz und 9/11.

Jetzt denken viele "nicht schon wieder 9/11". Ich meine, dass mein Kommentar ein neues Argument enthält und deswegen veröffentlicht werden sollte.

Rudolf Steiner, den man durchaus rechts einsortieren könnte, legte meines Wissens viel Wert auf die Erfassung der Realität mit allen Sinnen und auf die Entwicklung des Vorstellungsvermögen.

Man solle sich angeblich mit den Hintergründen beschäftigen. Ich habe nichts gegen Hintergründe. Z.B. habe ich durch Recherche erfahren, dass Fischer '72 in der 1. Partie keinen dummen Anfängerfehler machte, dass der Film Bauernopfer unterhaltsam ist, aber mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat.

Bei 9/11 geht es nicht um Hintergründe sondern um Vordergründe. 

Ich finde es paradox, dass die ganze Welt beobachtete wie zwei Flugzeuge in Hochhäuser eindrangen und sich Millionen Menschen wundern, dass diese plötzlich einstürzten. 

Meiner Meinung nach liegt das am mangelnden Vorstellungsvermögen. In der virtuellen Welt, bei Computerspielen, bewegen die Objekte sich völlig unnatürlich. Viele Menschen haben in ihrer Kindheit versäumt aus Holz oder Metall etwas zu bauen und konnten somit niemals den sinnlichen Bezug zur Realität entwickeln.

ML: Warum schreiben Sie das nicht unter meinen Artikel? Sie haben kein neues Argument gebracht. Seit "9/11" kann sich jeder vorstellen, dass Stahlwolkenkratzer pulverisiert werden, wenn ein Flugzeug in sie hineinkracht, einfach deswegen, weil es jeder in den Filmaufnahmen von 9/11 gesehen hat. Vorher hat dergleichen niemand gesehen, und nachher auch nicht mehr. Wer von uns kann auf Anhieb sagen, dass so etwas möglich oder nicht? Wer hat das Wissen dazu? Das bekommt man nicht von Steiner-Lektüre oder vom Bauen mit Holz oder Metall. Beschäftigen Sie sich der Materie, und gerade mit den physikalischen Argumenten, die absolut schlagend sind. Die Art des Einsturzes ist unmöglich ohne Sprengung, das Gebäude, eines der mächtigsten und stabilsten der Welt, wäre ausgebrannt, aber nicht in Sekundenschnelle in sich zusammengeklappt. Das WTC 7 wurde von überhaupt keinem Flugzeug getroffen, und klappte auf dieselbe Weise zusammen, symmetrisch, in Sekundenschnelle und gerade nach unten, exakt nach Art einer kontrollierten Sprengung. Von dem angeblichen Flugzeug im Pentagon gibt es keinerlei Bildmaterial, nicht einmal von Flugzeugtrümmern. Usw, usf. Da gibt es vieles nachzuholen.

Kurativ

3. Oktober 2022 12:13

"Wo einst Bauern das Land bewirtschafteten, leiten heute Landwirte rationalisierte Betriebe"

Über den Fortschritt: Einspruch. Früher haben Bauern auch rational arbeiten müssen. Damals haben sie nach den damaligen Stand der Technik arbeiten müssen. Heute arbeiten sie nach den heutigen Stand der Technik. Ich habe nie in der Geschichte gesehen, dass man den Stand der Technik wieder zurückgedreht hat.

Weltweiter Handel mit Lebensmitteln: Hier stimme ich zu. Wenn eine Nation nicht in der Lage ist, sich selber dauerhaft mit eigenen Mitteln zu ernähren, dann müssen sie ihre Bevölkerung zurückfahren. Die Nation China hat das rational-planerisch mit der Ein-Kind-Politik gemacht. Das war ein weltgeschichtlicher Meilenstein!

Der weltweite Handel mit essentiellen Lebensmitteln birgt große Risiken, wie Martin Sellner in einen seiner Audioanalysen treffend ausgeführt hat. Wenn die Lieferketten unterbrochen werden, dann fangen die an zu wandern.

Kurativ

3. Oktober 2022 12:21

Ich schätze, in den USA sind die "Kriegs-Kassen" reichlich gefüllt, um hiesige Unternehmen, Länderrein, Patente und Märkte zu übernehmen. Das wird sich nicht auf das Frakinggas beschränken. Notfalls wird das dann mit überlegener militärischer Macht und der bisherigen (schon gewonnenen Abhängigkeit) weiter verstetigt

kikl

3. Oktober 2022 12:45

@Archimedes

Die staatliche Theorie vom Einsturz der Gebäude ist tatsächlich widerlegt.

Wenn ein Gebäude für 2,5 Sekunden symmetrisch im freien Fall zu Boden fällt, dann bedeutet das, dass im Bruchteil einer Sekunde alle tragenden Stützen des Gebäudes entfernt wurden. Denn freier Fall bedeutet, dass dem Fall keinerlei Widerstand entgegenwirkt. 

Das kann ein Bürofeuer nicht herbeiführen, aber eine kontrollierte Sprengung ist dazu geeignet. Deshalb ist die kontrollierte Sprengung die einzig vernünftige Erklärung für den Einsturz von WTC-7.

Machen Sie sich schlau, es ist nicht schwer zu verstehen:

https://www.ae911truth.org/evidence/free-fall-acceleration

Auch die staatliche Erklärung für den Einsturz von WTC-1 und WTC-2 ist unphysikalisch. Aber das ist ein wenig schwerer zu verstehen. Der Physiker David Chandler hat es aber mit Schulphysik zeigen können.

Volksdeutscher

3. Oktober 2022 12:49

@Archimedes - "Viele Menschen haben in ihrer Kindheit versäumt aus Holz oder Metall etwas zu bauen und konnten somit niemals den sinnlichen Bezug zur Realität entwickeln."

Jonas Schicks Beitrag ist hervorragend, das läßt sich nicht schmälern. Ihr Resümee demgegenüber ist vollkommen hahnebüchen. Ich hatte als Kind z.B. eine große Kiste mit Holzklötzen, ich versäumte also nicht, "den sinnlichen Bezug zur Realität zu entwickeln", wenn ich mich Ihrer niedlichen Phrase bedienen darf. Doch siehe da, die virtuelle Manipulation der Wirklichkeit konnte auch mich anfangs unabhängig davon in die Irre führen und mir glauben machen, daß die "Attentate" echt wären, bis ich anfing, selber zu denken und über die Argumente derer, die schon früh ihren Verdacht äußerten, nachzudenken. Ich kam zu der Erkenntnis, daß ihre Argumente betreffs 9/11 logisch, schlüssig und nachvollziehbar seien. Ich denke, gerade Ihnen muß man den Vorwurf machen, daß Sie sich noch nie wirkliche Sprengungen von Gebäuden aller Art angeschaut haben. Tun Sie das, geben Sie sich bitte die Chance, Ihren sinnlichen Bezug zur Realität zu entwickeln.

kikl

3. Oktober 2022 12:53

Ach ja, in diesem Beitrag erklärt David Chandler, weshalb die offizielle Erklärung für den Einsturz von WTC-1 und 2 falsch ist. Dazu muss man den Zusammenhang zwischen Kraft und Beschleunigung sowie das 3. Newtonsche Gesetz, actio = reactio verstanden haben. Daraus berechnet er die Kraft, die auf die einstürzende Gebäudespitze wirkt. Sie ist weit geringer als die Kräfte, die die Säulen des Gebäudes tragen können. 

https://www.ae911truth.org/evidence/near-free-fall-acceleration

 

Archimedes

3. Oktober 2022 13:17

@Lichtmesz

Ich schreibe nicht unter Ihrem Beitrag weil er für Kommentare geschlossen ist.

Mein neues Argument ist, dass Menschen durch intellektuelle Raffinesse das Offensichtliche, das direkt Sichtbare, durch Verdrehung der Tatsachen einfach leugnen.

ML: Ja, aber was an 9/11 geschehen ist, erschließt nicht einfach durch Bilder, die man im Fernsehen gesehen hat, die stets mit einer Anleitung geliefert werden, was man wahrnehmen und wie man es interpretieren soll. Das "direkt Sichtbare" genügt nicht immer, um die Ursachen dessen, was man da sieht oder vermeintlich sieht, zu erklären.

Hat es so was nicht schon immer gegeben? Insbesondere in linker politischer Ideologie?

heinrichbrueck

3. Oktober 2022 13:28

Das neue Argument:
"Ich finde es paradox, dass die ganze Welt beobachtete wie zwei Flugzeuge in Hochhäuser eindrangen und sich Millionen Menschen wundern, dass diese plötzlich einstürzten."
- "die ganze Welt" war in NY, "die ganze Welt" beobachtete das WTC (das neue Argument)
- Flugzeuge bringen Hochhäuser in Gefahr
- "Millionen Menschen wundern" sich (nicht Milliarden Menschen)
- "plötzlich einstürzten" (den Stahlträgern wurden die physikalischen Gesetze langweilig, das Wunder geschah)
Die meisten Menschen wissen immer noch, was sie an diesem berühmten 9/11 getan haben. Aber sie wissen nicht, was sie vor drei Wochen gemacht haben. Die Demokratie freut sich. 
Für interessierte Vielleser: https://nuada1111.home.blog/ 
"Meiner Meinung nach liegt das am mangelnden Vorstellungsvermögen."
Mangel. 

Ulrike

3. Oktober 2022 13:50

Landwirtschaft als Energiesenke“:

Gibt es zu der Aussage „12.000 kcal reinstecken um 1.000 kcal als Nahrung aufzunehmen“ eine Quelle, also eine Studie o. ä.? Ist hier z. B. der Energieverbrauch der nachgelagerten Bereiche (Lebensmittelverarbeitung und –vermarktung) mit erfaßt?

Dann sollte man eher über das Problem hochverarbeiteter „Bequemlichkeits-Nahrung“ (Stichwort Tiefkühlpizza) und auch tierischer Nahrungsmittel sprechen, aber nicht generell „die Landwirtschaft“ in ein negatives Licht rücken.

Bei der reinen Primärproduktion (= Landwirtschaft) auf dem Acker wird nach wie vor weniger Energie in Form von Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmitteln, Diesel und Pflanzenbautechnik reingesteckt, als an physikalischem Brennwert des abtransportierten Erntegutes herausgeholt wird, da die Pflanzen in der Lage sind, Sonnenenergie zu nutzen.

(Beispiel Winterraps: Es werden bis zu 20 GJ/ha Energie (ohne Sonnenenergie) reingesteckt und bis zu > 100 GJ/ha rausgeholt.*)

Es ist wichtig, bei so grundlegenden Dingen wie Landwirtschaft nicht auf das Niveau einer „rechten Greta“ abzusinken und Zahlen ohne weitere Interpretation nebeneinanderzustellen.

Wenn man Probleme lösen will, muß man sie so benennen, daß die Ursache des Problems erkennbar ist.

*Quelle: UFOP 2007; Nachhaltiger Winterrapsanbau, Seite 14 / Energie: Bilanzen und Vergleichsbewertung mit REPRO

JS: Ihr verlinktes Rapsprojekt unterstützt Kubitscheks Aussage vielmehr, als daß es sie widerlegen würde. Das Projekt orientiert sich an einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Feldes, wodurch es dem traditionellen Ackerbau, bei dem für gewöhnlich mehr Energie vom Feld geerntet wird, als man zuführt, ähnelt. »Die Schlussfolgerung, dass kleinbäuerlich-ökologischer Anbau energieeffizienter ist als industriemäßige
Produktion, ist allgemeingültig.« (Clausing, 2014) Auf ebenjene »industriemäßige« Landwirtschaft bezieht sich aber Kubitschek. Hier sehen die durchschnittlichen Zahlen gänzlich anders aus. Je nach Quelle fällt der Energieverlust mal größer, mal kleiner aus. Nach David Pimentel (1980) setzt die moderne Landwirtschaft 10 Kalorien ein, um 1 Kalorien zu gewinnen. Außerdem ist der Blick auf das Feld, und das davon gewonnene Produkt, zu enggesteckt. Moderne Transportwege, aufwendige Weiterverarbeitung der Ernte zu Lebensmittelluxusprodukten, Lagerung etc. All das muß bei der Energiebilanz der Landwirtschaft betrachtet werden (siehe Pimentel).

RMH

3. Oktober 2022 14:30

Zeit, sich einmal den Aussagen von @J.Schick zuzuwenden.

"Um die europäischen Landwirte in den Weltmarkt zu integrieren, hatte man die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) Anfang der 1990er liberalisiert und seitdem immer wieder dementsprechend angepaßt."

Das ist ja schon fast O-Ton Pressesprecher Landwirtschaftsministerium:

BMEL - Agrarmärkte

Was ist aber bitteschön an der nach wie vor zentralistischen, fast schon planwirtschaftlichen Steuerung der Agrarwirtschaft von Brüssel aus wirklich eine "Liberalisierung"? 

Das zentrale an "die Kette legen Instrument" der einst freien Bauernschaft waren die Subventionen, die wie eh und je die Landwirtschaft zentral steuern und beherrschen. Wirklich jeder sei hiermit einmal aufgefordert, beim Bauern seines Vertrauens oder seiner Bekanntschaft nachzusehen, was er an Subventionen bekommt, hier ist es teilweise öffentlich einsehbar:

Zahlungen aus den EU-Fonds für Landwirtschaft und Fischerei - Suche EU-Agrarfonds (agrar-fischerei-zahlungen.de)

Diese Verwirrung der Begriffe, bei einem nach wie vor durchregulierten Markt noch von Liberalisierung zu sprechen, ist sehr seltsam, liegt aber auf Regierungslinie, die ja auch davon spricht, dass man die Markteingriffe immer niedriger werden.

herbstlicht

3. Oktober 2022 14:52

Nach erstem Hören Kanal Schnellroda ein paar einfache Bemerkungen --- wir sind am Anfang:

1) Da GK das schwedische Wort "Malm" aufgreift, habe ich mein Verständnis dieses Wortes überprüft und etwas Unerwartetes gelernt:  Malm bedeutet nicht nur Erz (zur Verhüttung; siehe "Malmberget" bei Gällivare) sondern auch zer_mahlen_es Material; also Sand, Grus.
Vielleicht deshalb, weil Eisenerz zur Verhüttung zermahlen, zermalmt werden muß.

"Malmö" wird als Grus_hö_he gedeutet.

2) In Schweden scheint gegen Straßenblockierer durchgegriffen zu werden.  Leute der Organisation "Återställa våtmarker" hatten sich auf dem Asphalt festgeklebt und gegen sie wird nun verhandelt.  9 sind sogar in Haft.  Auf dem Website der Organisation liest man den "religious" Wahn, für den "Gang der Welt" zuständig zu sein.

3) Wo darf der Naturschutz miliant werden?  Taktisch gesehen dort, wo sich der "biedere Landmann" in's Fäustchen lacht: "Denen ham's es zeigt!"; zumindest darf ihm die Aktion nicht schaden.  Denke da besonders an die Zeiten der WAA: die Unentschiedenen stellten sich gegen diese, als "die da oben" rabiat wurden.

4) Daß die Energiebilanz der modernen Landwirtschaft bei Null oder negativ ist (im Sinne von Nährwert gegen Diesel, Nitratdünger o.ä.) habe ich, als Student der Physik, schon in den Siebzigern gelernt.  Auch: kein Kontinent ist so von Hunger bedroht, wie Europa.

 

kikl

3. Oktober 2022 15:52

"Mein neues Argument ist, dass Menschen durch intellektuelle Raffinesse das Offensichtliche, das direkt Sichtbare, durch Verdrehung der Tatsachen einfach leugnen."

Nur ist nicht sichtbar, dass die Flugzeuge ursächlich für den Einsturz der Gebäude ist. Das ist eine Interpretation des Gesehenen, die mit den Gesetzen der Physik unvereinbar ist.

Laurenz

3. Oktober 2022 17:56

@Archimedes @L.

ML antwortet Ihnen in meinen Augen viel zu rational. Ich selbst habe auf meinem Bloomberg TV (Bloomberg kostete damals ca. 900 US$ Miete im Monat) den 2ten Flieger leibhaftig einschlagen sehen. Aber ich war nicht vor Ort, sondern saß im Handelsraum eines deutschen Geldinstitutes. Das, was Sie als vordergründig erachten, ist & bleibt immer Illusion, wenn Sie nicht leibhaftig dabei sind. Nicht umsonst heißt Hollywood mit dem 2t-Namen Traumfabrik. Den einzigen Maßstab, den Sie an Infos aus 2ter oder dritter Hand anlegen können, ist die Plausibilität des Gesehenen, dazu hat Ihnen ML alles gesagt. Der Filmemacher Bart Sibrel, welcher sich explizit mit der Mondlandung beschäftigt hat, beschreibt hierin genau seinen Job, den Zuschauer zu manipulieren, der Job aller Filmemacher & Medien. Das kann man sogar auch auf Bücher beziehen, ob nun die 6 Bücher des Gaius Julius Caesar oder die Autobiographie Karls von Einhard.

Laurenz

3. Oktober 2022 18:15

@JS (1)

Hatte mir das Podiumsgespräch mit Ihnen, GK & ML bereits angeschaut, als die Sendung ins Netz gestellt wurde. Bei Frau Herrmann habe ich nur stichprobenartig reingehört, die Nummer ist mir zu lang. Das, was ich gehört hatte, ist auch nicht viel anders, als das, was Precht & Indset sagen, wenn es um die Grenzen des Wachstums geht. Kann mich damit nur ganz schlecht anfreunden. Aktuell wächst die Erdbevölkerung um 80 Mio. jedes Jahr, also 1x Deutschland, um ca. 1%. Wie will man das ohne Wachstum auffangen? Unsere selbst ernannten milliardenschweren Philanthropen wollen das Problem mit einem brutalen medizinischen Intelligenz-Test lösen. Da kommen aber gleich unsere Moralprediger, in dem Fall zB mein Freund @Franz Bettinger, angetänzelt & erzählen was vom Tiefen Staat. Die Chinesen nutzten staatlichen Zwang um über 35 Jahre die 1-Kind-Politik durchzusetzen, was über ein oder 2 Generationen ein Rentenproblem durch Überalterung schafft. Aber wenn die Alten tot sind, ist das Problem gelöst. Was hat denn bitte eine katholische Redaktion bei dieser Frage anzubieten, außer, daß Gott uns retten muß?

Laurenz

3. Oktober 2022 18:32

@JS (2)

Das Problem ist nicht der Kapitalismus, sondern die Regulierung des Kapitalismus, die diesen zwangsläufig zu einer sozialen Marktwirtschaft einschränken muß. Da sich bei der Erdbevölkerung, außer den hart kritisierten Tiefstaatlern keiner aus dem Fenster lehnt, so sehe ich zukünftig nur Kriege um Ressourcen. Mal Hand auf's Herz, der Ukraine-Krieg ist in Wahrheit nichts anderes, als ein Krieg um die Rohstoffe & riesigen Weiten Rußlands.

Ich habe, wie Sie wissen, JS, gewiß nichts dagegen, wenn Publizisten, Verleger, Germanisten, Übersetzer, Philosophen, Historiker, Soziologen, Politologen etc.pp., einschließlich Frau Herrmann über Umweltprobleme, im Speziellen, was die Agrarwirtschaft angeht, schreiben. Aber einen hauptberuflichen Landwirt sehe ich hier nicht. Warum fragt keiner mal Anthony-Robert Lee oder einen Kollegen seines Kanals, ob er nicht zum diesbezüglichen Themen was schreiben würde. Man könnte auch Dozenten einer renommierten FH fragen. Hier ein aktuelles Interview mit dem Ex-KFZ-Mechaniker, Ex-Fallschirmjäger, Ex-Polizisten & Landwirt Anthony-Robert Lee.  https://youtu.be/l2PUcObDWYs

nom de guerre

3. Oktober 2022 20:44

@ Archimedes

„Meiner Meinung nach liegt das am mangelnden Vorstellungsvermögen. In der virtuellen Welt, bei Computerspielen, bewegen die Objekte sich völlig unnatürlich. Viele Menschen haben in ihrer Kindheit versäumt aus Holz oder Metall etwas zu bauen und konnten somit niemals den sinnlichen Bezug zur Realität entwickeln.“

Ohne jetzt weitere Ungereimtheiten über den 11. September anführen zu wollen, Herr Lichtmesz hat schließlich schon einiges angesprochen, möchte ich nur folgendes anmerken: Ich weiß nicht, wie alt Sie sind, aber bezogen auf ein Ereignis im Jahr 2001 ist Ihr Argument mit dem mangelnden Realitätsbezug infolge von zu viel Kontakt mit der virtuellen Welt untauglich. 2001 waren meine Eltern um die 40 und haben Computer ausschließlich für die Arbeit verwendet. Ein Computerspiel haben sie in ihrem ganzen Leben nicht gespielt. Vor über 20 Jahren dürfte die virtuelle Welt als (falscher) Referenzrahmen auch für die reale Welt eher die Ausnahme dargestellt haben, jedenfalls unter Erwachsenen.

Zweifel an der offiziellen Version wurden m.W. jedoch schon relativ kurz nach den Ereignissen geäußert und nicht erst, nachdem eine Generation herangewachsen war, bei der das von Ihnen angesprochene Problem überhaupt denkbar wäre.

Gracchus

3. Oktober 2022 22:03

Ich bin dankbar dafür, dass Jonas Schick das Thema "Ökologie" aufgreift. Und Kubitschek hat natürlich absolut recht, wenn er den völlig unverhältnismäßigen Energieverbrauch anprangert. Ich wäre für radikale natur- und tierschützende Maßnahmen, sprich: Verbote, zu haben - aber eben nicht fokussiert auf CO2 und Klima. Dies ist m. E. eine idiotische Verengung, die aus demselben falschen Denken resultiert, das zur ökologischen Krise geführt hat, und deshalb lehne ich die avisierte Klimadiktatur der Grünen ab. Sinnvoll wäre, wenn der westliche Mensch einen anderen Blick auf die Natur bekäme. Hierzu ist beispielsweise "Natur" von Ralph Waldo Emerson zu empfehlen; gerade sind auch Tagebuchauszüge von Emerson bei Matthes & Seitz erschienen, das wäre doch eine Besprechung auf SiN wert. Der Blickwinkel scheint sich ohnehin zu ändern; mehr und mehr Leute sagen mir, dass sie aufs Land ziehen wollen, um Natur um sich zu haben. Auch in der Corona-Krise waren Waldgänge für viele ein Labsal.

Im Übrigen: Ohne Askese kein Genuß. Das kann man bereits aus dem Sprichwort ableiten: "Hunger ist der beste Koch." Ohne Dankbarkeit kein Genuß. Es steigert den Genuß, wenn man eine Mahlzeit mit Dankbarkeit zu sich nimmt. Kann jeder üben. Ich fühle mich auch jedes Mal undankbar und schlecht, wenn ich Lebensmittel wegwerfen muss. Billigfleisch ist auch kein Genuß. Esoteriker sagen: Man isst das Leid der Tiere mit.

 

 

 

 

Franz Bettinger

4. Oktober 2022 00:27

@Jonas Schick: Ich halte viel von Askese, Demut, Selbst (!)-Disziplin, Pflicht-Bewusstsein und Sparsamkeit. Noch wichtiger ist mir die Freiheit, all das auch bleiben lassen zu dürfen. Wir sollten nicht Zuchtmeister anderer werden. Suum cuique. Möglicherweise ist es das, was Herr Will meinte. Die Davoser Clique will ja auch genau das: Uns disziplinieren, nudgen, vorschreiben, was wir zu tun und lassen haben.

Laurenz

4. Oktober 2022 02:36

@Gracchus

Gemessen daran, wie viele hier zum Thema, wie auch zu den Themen der Zeitung/dem Journal Die Kehre schreiben, möchte ich Ihnen, Gracchus, widersprechen, weniger inhaltlich, als vielmehr politisch gesellschaftlich. Askese ist unmenschlich, auch wenn ich Ihnen persönlich in der Demut Recht gebe. Aber das bringt erstmal nichts. Der Instinkt des Menschen basiert darauf, wenn vorhanden, soviel Fleisch & Honig, wie möglich in sich reinzuschlingen. Daß es jetzt dauernd was gibt, war zu Jäger- & Sammlerzeiten, in unserem Fall vor allem zu den Eiszeiten, von der Natur so nicht vorgesehen. Wegen der Natur erfand der Mensch die Agrarkultur, um besser planen zu können, außerdem starben mit dem Abschmelzen der letzten Eiszeit die großen Säugetiere, also die maßgebliche Jagdbeute, aus.

Esoteriker sagen: Man ißt das Leid der Tiere mit.

Das ist eine Vollpfosten-Erkenntnis, die auch auf PETA stehen könnte. Pflanzen leiden nicht weniger als Tiere, leben ebenso in Massenhaltung. Man sieht hier, die Andersartigkeit pflanzlicher Lebewesen ist nur unserer mangelnden Wahrnehmung geschuldet. Ohne industrielle Landwirtschaft sind 8 Milliarden Menschen nicht zu ernähren & die Mehrheit will Fleisch essen. Außerdem lebt der Mensch nicht besser als das Tier. Hier ein Menschen-Zoo: https://de.wikipedia.org/wiki/Singapur

Allnichts

4. Oktober 2022 02:55

Da ist sie wieder, die verschwörungstheoretische Seite des rechten Lagers. Es fällt immer wieder auf, dass gerade die Rechte und alles, was im weitesten Sinne dazugehört, sehr anfällig dafür ist, selbst den offensichtlichsten Unsinn zu glauben, teilweise schon am Rande des Wahnsinns oder gar mitten darin.

Kommt der 11. September zur Sprache, darf auch die Mondlandung nicht fehlen, schnell wären wir wieder beim Impfen, bei der Flachen Erde, bei Chemtrails, bei HAARP, bei der Neuen Germanischen Medizin, bei Reptiloiden, bei Neuschwabenland und all den anderen Klassikern, die in unseren Kreisen schon seit Jahrzehnten die Runde machen. Q käme noch hinzu, Corona natürlich, Adrenochrom und eine ganze Reihe weiterer neuer, oft aber auch nur neu aufgewärnter Ideen - den ständig verschobenen Welt- und Systemuntergängen liegen dagegen fast schon rationale Theorien zugrunde. Und immer hat man mehr durchschaut als andere, immer ist man den anderen voraus, ein Glaube, der auch dadurch nicht erschüttert werden kann, dass jene vom Fach deutlich und in Massen widersprechen. Die gehören ja eh zur Verschwörung oder sind Schlafschafe.

Ich will nicht falsch verstanden werden, selbstverständlich gibt es Verschwörungen, auch beim 11. September gibt bzw. gab es Ungereimtheiten. Das angesprochene Phänomen hat in dieser Form allerdings nichts mit rationaler Skepsis und faktenbasierter Forschung zu tun, sondern zeugt von einer paranoiden Geisteshaltung und oftmals auch schlichtweg von Realitätsverlust. Wem nützt das eigentlich?

ML: "Rationale Skepsis und faktenbasierte Forschung" führt unweigerlich dazu, dass von der offiziellen 9/11-Story nichts übrig bleibt. Sie selbst bringen niemals ein Argument (war auch schon beim Covid-Thema so), nur Tiraden, warum es verfehlt und dumm ist, einmal einen Blick durch das Fernrohr zu riskieren. Wovor haben Sie soviel Angst? Wem nützen diese Nebelkanonen, die Sie ständig reflexhaft anwerfen?

Volksdeutscher

4. Oktober 2022 07:22

@Laurenz - "Mal Hand auf's Herz, der Ukraine-Krieg ist in Wahrheit nichts anderes, als ein Krieg um die Rohstoffe & riesigen Weiten Rußlands."

Das ist richtig und dürfte als ein Gemeinplatz gelten. Dazu Panajotis Kondylis in Planetarische Politik nach dem Kalten Krieg:

"Nicht nur entstand Kultur durch die Überwindung des bloßen Menschseins und die allmähliche Erlangung geschichtlich bedingter Attribute, sondern auch die Auseinandersetzungen und die Kämpfe zwischen den Menschen gewannen dank der Anwesenheit und Wirkung eben dieser Attribute gefühlsmäßige und ideologisch Dimensionen, die weit über das bloße Tierische hinausreichten. Es ist daher nicht ausgeschlosseen, daß die Reduktion des Menschen auf sein bloßes Menschsein eine Epoche einleiten und begleiten wird, in der die Menschn gegeneinander werden um Güter kämpfen müssen, die für das nackte Überleben der Tierart "Mensch" absolut notwendig sind - im schlimmsten Fall um Luft und Wasser."

RMH

4. Oktober 2022 07:43

Es ist interessant, wie ausgerechnet G.K. den Begriff des billigen "Nackensteaks", der irgendwann von irgendeinem Politiker (war das nicht sogar der Habeck?) des Establishments einmal zu welchem Anlass auch immer in die Debatte eingeführt wurde, recht unreflektiert als "Wegwerfartikel" gebraucht. Das Nackensteak war noch nie ein teures Stück Fleisch und eher Teil der arme Leute-Küche (die doch sonst in politisch alternativen Kreisen so hoch gehalten wird), die eben wirklich fast alles am geschlachteten Tier verwendet hat (nachdem man die guten Stücke - je nach Möglichkeit - versilbert hat). Das in Thüringen so verbreitete "Rostbrätel" wird aus solchen Nackensteaks gemacht und die Erfindungsgabe des einfachen Volkes hat dazu geführt, dass man die Fleischstücke vorher erst einmal ordentlich mariniert, damit sie überhaupt halbwegs genießbar werden und das da groß was weggeworfen wird, wenn es überhaupt mal auf dem Grill gelandet ist, wage ich zu bezweifeln (der Wegwerfprozess entsteht doch eher durch Überangebot und Verfallsdatum). Nackensteaks waren schon immer Billigware und Resteverwertung. Daraus ein Politikum machen zu wollen, dient nur der Ablenkung von anderen Problemen beim Fleischverzehr. Aber auch das regelt sich aktuell bei hohen allgemeinen Preisen von alleine. Das Grillen heute zu einem Massenphänomen mit entsprechenden Statussymbolen (große Grillkommode auf der Terrasse etc.) wurde, wäre einmal eine gesonderte Betrachtung wert.

RMH

4. Oktober 2022 07:45

"ML antwortet Ihnen in meinen Augen viel zu rational."

Wie soll er denn sonst auf solche Themen antworten, wenn er als Publizist ernst genommen werden will? Bitte mal kurz rational nachdenken, bevor man tippt ...

Franz Bettinger

4. Oktober 2022 09:25

"Dass die Energiebilanz der modernen Landwirtschaft negativ ist …“. Energie-Bilanzen sind grundsätzlich stets negativ. Andernfalls hätten wir ein Perpetuum Mobile. Es ist völlig absurd, den Energie-Verbrauch bilanzieren zu wollen. Denn Energie ist keine Mangelware. Energie gibt's im Überfluss. (Unser Erdinneres ist heißer als die Sonnen-Oberfläche.) Die UV strahlende Sonne erschafft via Photosynthese bedeutend mehr (ich glaube, es ist ein Faktor 10 - 100) organische Stoffe (jedes Jahr) als durch Landwirtschaft, Industrie oder Busch- und Waldbrände (pro Jahr) verbraucht werden. Was glauben Sie, wie viel Energie (des Bauers, der Magd, des Pferdes…) in eine einzige Ernte oder Schlachtung gesteckt wird? Und doch macht man's. Und es ist gut so. Grundsatz: Die Natur ist verschwenderisch ! Nett vom Schöpfer. Nicht, dass ich's täte, aber es ist wurscht, wenn man von 3 Nackensteaks 2 fortwirft oder an die Schweine verfüttert. Für wen wollen Sie die Steaks aufheben? Erfreut euch des Überflusses!

Franz Bettinger

4. Oktober 2022 09:40

„Iss den Teller leer! Wenn wir im Krieg …“ Die Tiraden meiner Eltern ließen mich kalt. Wenn ich satt war, hörte ich auf zu essen. Und das war gut. Erst viel später, als meine Mutter schon etwas übergewichtig war (während ich heute noch Idealgewicht habe, & zwar ohne mich je dafür anstrengen zu müssen, sorry), fiel mir die richtige Antwort ein: „Wieso wirfst du das Zeug auf dem Teller nicht in den Müll, Mama. Musst du’s zuerst durch dich durch schleusen, ihm alle für dich schädlichen Kalorien entziehen, um den verdauten Rest dann ins Klo zu spülen? Spülst gleich ins Klo!“ Das sah sie ein, 30 Jahre zu spät. Friedenszeiten sind keine Kriegszeiten!  

herbstlicht

4. Oktober 2022 10:10

@Ulrike, 3. Oktober 2022 13:50

»Landwirtschaft als Energiesenke«

1) Schulmeisterlich Semantik: "Senke" ist ein Begriff der (mathe/phys) Feldtheorie und zusammengesetzt mit "Energie" assoziere ich das Wort mit diesem, was aber unsinnig ist.  Niemand behauptet, daß in der Lanswirtschaft Energie gelagert wird.

2) Sie haben recht: man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen; solche Energiebilanzen sind diffizil und hier ist nicht der Ort darin einzutauchen.

3) Bei rascher Durchsicht erschien mir die von Ihnen verlinkte Unterlage reichlich "blauäugig".  Ich kenne halt Sachen wie z.B. Energiebilanz der Biogaserzeugung aus Gras- und Maissilage  (das jetzt auch nur Ernte einer schnellen Websuche).

4) Für die Debatte auf SiN scheint mir wichtig: die (evtl. noch bestehende) Möglichkeit, die Bevölkerung der BRD vom eigenen Grund und Boden zuernähren, setzt die reichliche Verfügbarkeit von Energie aus anderen Quellen als alktueller Sonneneinstrahlung oder Muskelkraft voraus.

 

Volksdeutscher

4. Oktober 2022 10:25

@Archimedes - "Ich finde es paradox, dass die ganze Welt beobachtete wie zwei Flugzeuge in Hochhäuser eindrangen und sich Millionen Menschen wundern, dass diese plötzlich einstürzten."

Ja, die Menschen wunderten sich, weil sie es vom Gesehenen her anders erwartet hatten, nämlich: daß die Hochhäuser von den Mückenstichen zweier Flugzeuge schon nicht einstürzen würden. Die Hochhäuser implodierten Etage für Etage, so wie man es von Sprengungen solcher Objekte kennt, wenn man vermeiden will, daß sie ihre Umgebung allzu sehr in Mitleidenschaft ziehen. Schauen Sie sich bitte diese Sprengung eines Hochhauses in Frankfurt an. Das Objekt ist kleiner, aber in Form und Beschaffenheit gleich:

https://www.youtube.com/watch?v=fRGEPVTrIMQ

Sie, der Sie in Ihrer Kindheit so viel aus Holz und Metall gebaut hatten und somit einen sinnlichen Bezug zur Realität entwickeln konnten, müssen doch ernstzunehmende Einwände haben, nachdem Sie sich diese Sprengung angeschaut haben.

Nordlicht

4. Oktober 2022 14:05

12.000 kcal reinstecken um 1.000 kcal als Nahrung aufzunehmen

Fühlt sich von den Diskutanten niemand herausgefordert, auf die Argumente von "Ulrike" und die Frage nach den Quellen und ggf. Detailannahmen für die obigen Zahlen einzugehen?

Ja wahrlich, einen rechten Gretismus braucht man nicht.

Carsten Lucke

4. Oktober 2022 17:25

@ Nordlicht

Nicht der "Ulrike" was unterstellen, was sie gar nicht ins Feld führte !

Gehört sich nicht !

Gustav

4. Oktober 2022 17:35

@ Ulrike @ Nordlicht

Die genauesten Daten zur Energieintensität der heutigen Landwirtschaft stammen aus den USA von den Forschergruppen um Charles Hall und David John Pimentel. Danach überschüttet die US-Landwirtschaft auf dem Umweg über ihre Nahrungsmittelproduktion jeden Bürger der USA mit 1500 Litern Öl jährlich (Düngemittel, Kraft- und Treibstoffe). Das führte bei den US-Amerikanern zu der Erkenntnis: »We are eating fuels«, was sie aber bei etwas feinerem Geschmacksempfinden auch ohne aufwendige Input-Output-Analysen hätten feststellen können. Ein Liter Öl hat einen Energiegehalt von 8800 kcal, 1500 Liter repräsentieren demnach 13 200 000 kcal. Das heißt: Mit der täglichen Einverleibung von 2000 bis 3000 kcal werden energetisch etwa 36000 kcal beansprucht, wobei der Energieaufwand für die »Veredelungsleistungen« der Lebensmittelindustrie und jene 30 bis 40 Prozent des Stromkonsums, die im Privathaushalt mittlerweile fürs Tiefkühlen, Auftauen und Garen von Lebensmitteln verausgabt werden, noch gar nicht eingerechnet sind. ff.

 

 

Gustav

4. Oktober 2022 17:35

ff.

In Deutschland mögen die Daten etwas weniger extrem sein; aber auch wir essen Öl. Und jede Ölknappheit wird das System dieser völlig ölabhängigen Nahrungsmittelproduktion sofort kollabieren lassen. Dies ist eine völlig neue Situation: Unter den katastrophischsten Umständen - nach Kriegen und extremen Klimaereignissen - hat die landwirtschaftliche Produktion, wenn auch mit Einschränkungen und Notbehelfen, wieder anspringen können. Das kann sie diesmal, nach unserem kurzzeitigen Ausflug ins Schlaraffenland, nicht mehr. Sie steht ebenso still wie alles andere.

Gustav

4. Oktober 2022 17:38

Der Weg in eine »Steady-State«-Ökonomie, eine Nachwachstums- oder eine Nachkohlenstoffgesellschaft ist zwar durch die kommende Energieverknappung definitiv vorgezeichnet, aber es gibt keine Idee, wie er ohne ein Stück »Freien Falls« aus der Schuldenfalle hinaus zu erreichen wäre. Das System ist also, um das Mindeste zu sagen, hoch gestreßt und balanciert äußerst mühsam und mit unsicheren Schritten auf dem Grat eines nach allen Seiten steil abfallenden Gipfels. Es wird nach unten gehen - sei es im Stürzen, im Rutschen oder doch, im besten Falle, mit einer heiklen, größte Umsicht erfordernden Kletterpartie. ---

Der Weltenlauf ist offenbar auch eine regulative Veranstaltung zur Behebung von Störungen. Wo ein Zuviel sich aufbaut, da kommt die Hemmung, und wo eine Ermüdung eingetreten ist, da wird befeuert. Die Amplituden schießen manchmal ein sehr weites Stück nach außen. (Und es ist hart, wenn der eigene Lebenskreis ausgerechnet auf diesem Kurvenstück verläuft.) Doch irgendwann, weit früher, als man's merkt und hört, öffnen sich die Ventile, damit die Rückstellkräfte wirksam werden. Und dann - nach welchen Wirren auch immer - kann man wieder aus dem leben, was immer gilt. Und dazu zählt, ganz einfach, daß Bäume niemals in den Himmel wachsen.“ (Ebd., Februar 2012).

http://www.hubert-brune.de/z_k_z_sezession_dtadn.html

RWDS

4. Oktober 2022 17:52

Manchmal, wenn ich mich auf Twitter verirre und solche nervigen Threads wie den von Herrn Will verfolge, dann steigt mir die Zornesröte ins Gesicht, bis ich mir in Erinnerung rufe, dass diese Menschen keinerlei Relevanz auf mein oder irgendjemandes Leben haben.

Es gibt wohl kaum etwas Überflüssigeres als den Twitter-Intellektuellen.

Ein gebuertiger Hesse

4. Oktober 2022 18:00

Die Kommentare von Franz Bettinger sind mal wieder das FORTSCHRITTLICHSTE, allemal in geistiger Hinsicht (bevor sie die alltagsphysische Umsetzung erfährt), die sich dieses hochgeschätzte überhaupt wünschen kann. Nochmal das Schärfste:

Die Natur ist verschwenderisch.

Energie ist keine Mangelware.

Ich würde mir zu diesen Klopper-Argumenten einen Dialog zwischen Jonas Schick und Bettinger wünschen, sehe ihn als essentiell an. 

herbstlicht

4. Oktober 2022 18:04

@Franz Bettinger, 4. Oktober 2022 09:25

»Energie-Bilanzen sind grundsätzlich stets negativ. Andernfalls hätten wir ein Perpetuum Mobile.«

Erstaunliche Aussagen; habe den Verdacht, Sie verstehen weder was hier "Energiebilanz" bedeutet, noch was ein Perpetuum Mobile ist.

»Energie ist keine Mangelware. Energie gibt's im Überfluss.«

Schon; die Frage ist nur, was es die Menschenwürmchen kostet, insbesondere energetisch, ihrer habhaft zu werden.  
(Bitte, blödeln Sie nun nicht auch noch mit "E=mc^2" herum; wie neulich einmal.)

@FB; Kindheitserinnerungen:  unsere unterschiedlichen Perspektiven scheinen mir auch durch die Unterschiede in der Herkunft  bedingt.
Ich wurzle in dem kargen Land, längs des bayrisch-böhmischen Grenzkamms.  Die Eltern, noch vor dem WK1 geboren, waren in ihrer Jugend unterernährt.  Nahrungsmittel waren in meinem Elternhaus fast etwas Heiliges.  Es kam selten mehr auf den Tisch, als aufgegessen wurde und die ausgezeichnet nach Oberpfälzer Sitte kochende Mutter verwertete die Reste.

Man lache jetzt über solche Rückständigkeit --- vernutlich bin ich Ihnen ein Stück voraus.  Zeit wird's lehren!

 

Mitleser2

4. Oktober 2022 18:04

@Nordlicht: ich verstehe auch nicht, warum die rechten Ökologen fast genauso argumentieren wie die Grünen. Laurenz schreibt doch richtig: "Ohne industrielle Landwirtschaft sind 8 Milliarden Menschen nicht zu ernähren"

Was will denn die rechte Ökologie? Will sie auch auf 500 Millionen zurück? Dann kann sie sich ja gleich in Davos anmelden, zum Reset.

RMH

4. Oktober 2022 19:59

"Was will denn die rechte Ökologie? Will sie auch auf 500 Millionen zurück? Dann kann sie sich ja gleich in Davos anmelden, zum Reset."

Ja, aber sie will uns zusätzlich noch dazu zwingen, kratzige Schafwollpullover zu tragen und als Genuss gibts, je nach dem, noch nen Schoppen Ziegenmilch, damit man man nicht gar so asketisch ist.

Ironie beiseite: Ich war mal so naiv und dachte, dass Ökologie als allerstes mal ein Gebiet der Biologie, also von Forschung und Wissenschaft ist. Ich träume immer noch, dass es tatsächlich irgendwo noch etwas Unpolitisches geben mag. Aber das haben die Linken wirklich am Gründlichsten geschafft: Alles ist politisch.

Kurativ

4. Oktober 2022 20:40

Zum Thema "Anschläge" würde passen, welche Rolle Herr Scholz gespielt hat. Damals war er Innensenator in Hamburg. Heute ist er Bundeskanzler.

Was genau hinter 9/11 steckt, wage ich nicht festzustellen. Bemerkenswert ist die Nähe der Attentäter und deren Treiben zu den Saudis, welche damals lange und sehr eng mit den USA zusammen gearbeitet haben. Das Einstürzen vom WTC7 sieht sehr nach einem herbeigeführten Zusammensturz aus. Im WTC7 lagerten auch CIA-Akten, welche irgendwann hätten veröffentlicht werden können.

Bemerkenswert ist auch, was dann alles ausgehend von den USA passiert ist.

Kurativ

4. Oktober 2022 20:50

Wichtig bleibt, dass man seine eigene Lebensweise nicht anderen aufzuzwängen versucht. Dann ist schon etwas schief gelaufen. Dann kann diese Lebensweise nicht gut sein. Das können keine Vorbilder sein. Man erkennt eine gute Lebensweise eines interessanten Menschen ohne die Lebensweise vorher zu wissen. Die Weltgeschichte ist gepflastert mit Leichen von Menschen, welche man eine Ideologie aufzwingen wollte.

Gracchus

4. Oktober 2022 21:17

@Laurenz: Der russisch-ukrainische Krieg ist ein Ressourcenkrieg - und ein Blick in die nahe Zukunft: it is murder. Mit Ihrem an mich gerichteten Kommentar kann ich wenig anfangen. Widerspruch um des Widerspruchs willen. Ich habe ja nur von mir gesprochen. Wenn ich sage, man isst das Leid der Tiere mit, schließt diese Aussage ja nicht aus, dass das für Pflanzen ebenso gilt. Ein Unterschied scheint mir dennoch zu bestehen (was ich jetzt aber nicht ausführe). 

Kubitschek hat ganz recht: in puncto Idealismus sieht's hier düster aus. Das ist seltsam, weil den Deutschen der Idealismus im Blut steckt; es wäre doch lohnend, wenn man den derzeit fehlgeleiteten Idealismus wieder in richtige Bahnen lenken könnte; also echte Ideale aufrichten würde.

Gracchus

4. Oktober 2022 21:22

@FB: Die Natur mag verschwenderisch sein, sie produziert aber kein in Folie verpacktes Fleisch, keine Legebatterien, keine Mastbetriebe etc. Das hat für mich auch nix mit Freiheit zu tun. 

Simplicius Teutsch

4. Oktober 2022 21:25

@ Die Natur ist verschwenderisch. Energie ist keine Mangelware.

Nee, es gibt einen begrenzenden Rahmen an Eckdaten innerhalb dessen wir Energie, Ressourcen (mit unseren heutigen Mitteln) für uns abschöpfen und für unsere Zwecke verwenden können.

Ich nehme Bezug auf die verständlich dargelegten Erkenntnisse von Rolf Peter Sieferle („Rückblick auf die Natur“).

Rolf Peter Sieferle unterscheidet im Rückblick 3 Stufen des irdischen Solarenergiesystems, das dem Menschen zur Verfügung steht.

  1. Die Jäger und Sammler haben (etliche 100.000 Jahre lang) das abgeschöpft, was die Sonne hat wachsen lassen bzw. was die Natur (Umwelt) an Nahrung und Material angeboten hat. - Mobilität.
  2. Vor etwa 10.000 Jahren erfolgte der Übergang zur Landwirtschaft, zu seßhaften Gesellschaften. Hier erfolgte der bewusste menschliche Eingriff auf die Gestaltung der Nahrungsgrundlage von Pflanzen und Tieren. – Der Arbeitsaufwand steigt.
  3. Vor ca. 200 Jahren dann der Übergang zur Industriegesellschaft mit Hilfe des fossilen Energiesystems, was aber immer noch ein Solarenergiesystem ist, weil es gespeicherte Sonnen-Energie ausbeutet: Kohl, Öl, Erdgas. Dadurch erfolgte ein sprunghafter Energie-Überfluss, der eine Dynamisierung aller Lebensprozesse antreibt. – Mobilität.

Energie ist alles. Wer mehr Energie einsetzen kann, gewinnt bzw. verdrängt diejenigen, die über weniger Energie verfügen.

Ulrike

4. Oktober 2022 22:09

1 von 2

@ Jonas Schick:

Nahrungsmittelindustrie ist nicht gleich Landwirtschaft.

In der von Ihnen zitierten Quelle (Clausing 2014) basiert ein Teil seiner Aussagen auf Lebenszyklus-Analysen, die auch die vor- und nachgelagerten Bereiche der Landwirtschaft mit einbeziehen. Clausing schreibt selber „In der amerikanischen Studie wurden nur 20 Prozent der Energie für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Die verbleibenden 80 Prozent verteilten sich auf Transport, Lagerung, Verarbeitung und Verpackung.“

(Einen Artikel von David Pimentel, auch zu den 1.500 Liter Diesel pro US-Bürger, die @Gustav erwähnt, finde ich auf die Schnelle nicht, vielleicht gibt es dazu einen Link o. ä.?)

Mir geht es nicht darum, die Landwirtschaft schönzureden, sondern in der Diskussion sauber nach den Ursachen des hohen Energieverbrauchs bei der Nahrungsmittelerzeugung zu trennen. Wenn Nestle riesige Industrieanlagen baut um buntverpackte Produkte zu erzeugen und um den halben Planeten zu verschicken, dann ist das nicht der Landwirtschaft anzulasten. Die Primärproduktion auf dem Acker ist heute unbestritten mit einem höheren Energieverbrauch verbunden als früher. Trotzdem wird beim Ackerbau in unserer Region prinzipiell mehr Energie erlöst, als an fossiler Energie hereingesteckt wurde.

Eo

4. Oktober 2022 23:22

Natürlich ist die Natur
verschwenderisch, da hat der Franz schon recht, denn das gehört zu ihrer auftrumpfenden Penetranz ...

Jedenfalls was die Produktion
von Nachwuchs anbelangt; und dies gleich in doppelter Hinsicht --gerade beim Vorlauf, also bei Spermien, Pollen, Sporen usw. gut zu sehen. Oder auch hier im heimischen Garten.

Wenn ma da 'ne Weile sitzt,
hört man jetzt immer, wie's plopp macht, wenn wieder eine Eichel von der Säuleneiche zu Boden fällt, zuweilen sind's etliche in der Minute. Bis dato mußte ich schon vier große (und schwere) Kübel weckschaffen. 

Aber die Natur ist natürlich 
nicht ohne; sie ist nicht bloß verschwenderlich, sondern hat es zum anderen ziemlich mit Flaschenhälsen. Denn der allergrößte Teil dieser Fruchtbarkeit, dient dann anderen (Arten) alsbald als Nahrung ...

 

dojon86

4. Oktober 2022 23:38

@Volksdeutscher 10:25 An sich wollte ich nicht über 9/11 diskutieren, aber mir kam so ein Gedanke. Ich halte das Auftreffen der beiden Flugzeuge in die Türme nicht für gestellt. Klar, das Zusammenfallen der Türme sieht nach einer kontrollierten Sprengung aus. Aber wäre es nicht möglich, dass die Rettungsmannschaften selbst die Gebäude gesprengt haben. Die WTC Türme waren Stahlkonstruktionen. Stahl verliert ab einer bestimmten Hitze schlagartig seine Festigkeit, das ist auch klar. Dass aber alle tragenden Teile gleichzeitig ihre Festigkeit verlieren, ist praktisch unmöglich. Wenn aber ein Gebäude wie WTC im dichtverbauten Gebiet zur Seite kippt, ist die Katastrophe noch größer. Also sprengt man. Nachdem zu diesem Zeitpunkt noch eine Menge von Personen in den oberen Stockwerken festsitzen, von denen viele schon erstickt sind (Kamin-Effekt bei Bränden), viele aber noch leben, natürlich unter größter Geheimhaltung, weil man ansonsten einen Rattenschwanz von Prozessen am Hals hätte. Nachdem dort oben wahrscheinlich auch Leute von Rang und Namen festsaßen, hâtte das unglaubliche Weiterungen bis hin zum Sturz mindestens der Lokalregierung wenn nicht der Bundesregierung gehabt. Wahrscheinlich wären die Prozesse heute noch am Laufen. Ist wie gesagt nur eine ad hoc These, die mir in den Sinn kam. 

 

Allnichts

4. Oktober 2022 23:45

Herr Lichtmesz, ich habe tatsächlich keinerlei Bedürfnis danach, jetzt noch einmal den 11. September neu aufzurollen, es gibt derzeit wirklich Wichtigeres. Ihren Vorwurf, ich würde nie Argumente bringen, weise ich als unbegründet zurück, Sie beziehen sich offensichtlich ausschliesslich auf einen kleinen Teil meiner Kommentare wie bspw. den obigen, der tatsächlich etwas polemisch ist, was ich mir wie anderen zugestehe und was nichts an meiner grundsätzlich sachlichen Herangehensweise ändert.

Wenn Sie nun meinen, ich hätte zu Corona nie ein Argument gebracht, gut, dann meinen Sie das und wir haben wohl wie des öfteren unterschiedliche Ansichten.

ML: Niemand außer Ihnen kann in Ihren Kommentaren eine "grundsätzlich sachliche Herangehensweise" erkennen. Es sind völlig argumentfreie Polemiken.

Amos

4. Oktober 2022 23:57

Zu 9/11 und sonstigen Theorien machen wir doch alle folgende Beobachtung: 1. es gibt im VS- theoretischen Raum von nahezu jeder Position aus Behauptungen, die dem eigenen Urteilsvermögen auf krasse Weise widersprechen, egal welche Erklärungen man selber noch gelten lässt. Vorläufige Endpunkte sind Flat Earth, Reptiloiden oder (wage ich kaum hier nochmals zu erwähnen) Chem- Trails.  Wir haben es also mit einem Kontinuum von Weltdeutungen zu tun, das sich kausaler Muster bedient, dessen Grenzen aber in Richtung Fantasy offen sind wie Scheunentore oder die Grenzen der BRD. 2. Gleichzeitig geben die meisten Vertreter resthaarsträubender Gruselgeschichten zu, dass der (berechtigte) Vertrauensverlust in Politik und Institutionen  dem inneren Hieronymus Bosch  als Leinwand dient. Beide Einsichten mahnen zur Vorsicht, Nüchternheit ist das Gebot der Stunde. Wer jetzt antritt, den irrationalen, aus allen montanen Energieträgern Aussteigenden, aber im moralischen Taumel die ganze Welt Einladenden die Grenzen der Physik, der Bodenerträge, die Realität der Jahreszeiten aufzuzeigen, der sollte nicht z.B. meinen, man könnte „positive Energie“ telekinetisch übertragen. —Dies wiederum ist seltsamerweise kein Aufruf, sondern ein Gebet, das ich schließen möchte mit: „Herr, schmeiß Hirn ra!“ (und vergiss mich dabei nicht, wie ich hinzufügen muss).

Ulrike

5. Oktober 2022 06:31

Zur Anregung von @Laurenz, zu dem Thema jemanden aus der Landwirtschaft zu Wort kommen zu lassen, folgender Vorschlag:

Vielleicht kann man Thore Stein (AfD M.-V., er schrieb kürzlich einen Beitrag auf EinProzent) oder einen seiner Mitarbeiter fragen, ob er das Thema (im weitesten Sinne) „Energieeinsatz in der deutschen Landwirtschaft / Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ einmal für SiN aufbereiten kann?

Als Grundlage bieten sich u. a. Untersuchungen von Prof. Hülsbergen (Lehrstuhl für ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme an der TU München) an. Er hat das Bilanzierungsmodell REPRO maßgeblich mitentwickelt, welches Energie- und Nährstoffströme in der Landwirtschaft bilanziert. Soweit ich weiß, werden Berechnungen seines Modells auch in politische Entscheidungen mit einbezogen.

Die Daten von Hülsbergen (u. a. hier) haben meiner Meinung nach eine solide Basis, u. a. den Vergleich zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben in verschiedenen Agrarregionen Deutschlands. Seine Daten sind also besser geeignet, um für die deutsche Landwirtschaft Schlußfolgerungen zu ziehen, als die Angaben von Clausing aus dem Südwest-Iran, Dänemark oder Amerika…

Mitleser2

5. Oktober 2022 13:51

"Man muss sich klarmachen, dass wir in einer hochtechnisierten Gesellschaft leben, die mehr denn je abhängig ist von Strom. Die Energie-, Lebensmittel- und Wasserversorgung, die Kommunikationstechnik, aber auch das Gesundheits- und Pflegewesen sind darauf angewiesen, dass es Strom gibt. Das gesellschaftliche Risikobewusstsein für einen längerfristigen Stromausfall ist aber nur in Ansätzen vorhanden."

Dieses Risikobewusstsein ist leider bei den rechten Ökologen auch nicht vorhanden. Billige Energie ist des Teufels, "weil sie dem Kapitalismus dient".

 

Kurativ

6. Oktober 2022 05:53

Einer der besten Gedanken, welcher in der Bibel genannt wird lautet: "Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht"

Das dadurch Deutschland oder Europa in den apokalyptischen Untergang hinabfährt, kann ich nicht sehen. Es ist eher umgekehrt der Fall. Zu wenig von "dem da Oben" scheint eines der Probleme zu sein.

Laurenz

6. Oktober 2022 06:15

Bei der Energie-Debatte von

@Ulrike

werden hier Apfel (früher) mit Birnen (jetzt) verglichen.

Nehmen wir Deutschland. Noch in den 30ern ernährte ein Landwirt durchschnittlich 4-5 Menschen, heute ernährt ein Landwirt 140 Menschen, natürlich ist letzteres energieintensiver. Der Energieverbrauchs-Vergleich Ulrikes ist daher Schwachsinn.

Auch bei

@Franz Bettinger

kann man einhaken. Energie ist nicht gleich Nahrung. Man kann weder Diesel, noch Strom essen. Energie muß daher in Nahrung umgewandelt werden. Eine Wasserstoff-Brennstoffzelle gibt immer weniger Energie ab, als man in sie hineinstecken muß, um den Wasserstoff zu erzeugen. Bei der Logik gehen alle wieder zu Fuß. Und wir wandern dann eine Woche zum Landwirt unserer Wahl.

Bei berechtigter Kapitalismus-Kritik müssen entsprechende Regulierungen sinnvoll vorgeschlagen werden. Lebendtransport von Vieh funktioniert wohl noch am besten auf Schiffen. Wie weit dürfen Joghurt-Becher & Inhalt durch Europa bei den Produktionsprozessen geschickt werden? Dezentralisierung ist zwar teurer, erschafft aber überall Nahrungsmittel-Infrastruktur. In ländlichen Räumen müssen etwas längere Wege in Kauf genommen werden, um sinnvoll zu bleiben.

Was da Essen wegschmeißen angeht, einfach weniger einkaufen, weniger kochen. Man verhungert nicht gleich, wenn das Essen nicht reicht. Es geht hier eher um Demut gegenüber der Kreatur, Pflanze oder Tier, die man verarbeitet zu sich nimmt.

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 09:21

Wenn Gott Energie sparen wollte, hätte er die Welt gar nicht erst erschaffen. Wer Energie sparen will, möge am besten gar nicht erst geboren werden. Die größte Sorge der Tierheit inklusive Menschheit war immer, genügend Energie aufzunehmen, vg: genug zum Fressen zu finden. Das größte Problem aller Lebewesen ist immer nur eins gewesen, der Hunger. Den haben wir auch in Indien und Afrika seit rund 50 Jahren überwunden. Mindestens seit dem Sieg über den Hunger ist das größte Problem der Menschheit: die Lüge, neben der Dummheit. Und beide sind gewollt. 

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 09:23

Energie-politisch sollte Deutschland endlich einmal (1) sich dessen erinnert, was es an eigenen Energie-Quellen besitzt: Kohle, Wald und Uran sowie (2) die Linksgrünen mit Bremer Abitur auf den Mond schießen. 

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 09:25

Der Winter nahte. Im letzten @Herbstlicht klagte die Neandertalerin: „Eine ganze Rückenladung Trockenholz (40.000 kcal) hast du jetzt verfeuert, nur um sechs Steaks (6000 kcal) zu braten. Was für eine Verschwendung!“ aka Negative Energiebilanz. „So? Dann futtert doch Holz!“ sagte der Mann mit der Grill-Idee. Dieser Mann hat sich durchgesetzt.

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 09:28

@Gracchus: Wenn Fleisch nicht in Folie verpackt und im Kühlschrank gelagert würde, wäre Fleisch noch negativer in der Energiebilanz, weil mehr Fleisch verderben würde, statt den sinnvollen Weg in unsere Mägen zu finden und uns innerlich zu wärmen und zu erfreuen. Mongolen, von einer Journalistin gefragt, was im Leben sie am meisten glücklich mache, antworteten: „Fleisch.“ Um Fleisch zu bekommen machen Mongolen lange Wege, sehr lange auf dem Rücken ihrer Ponys und mit abgerichteten Adlern auf den Schultern.

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 09:31

Da kann man mal sehen, wie sehr auch der geschätzte Herr @Sieferle irren kann. Das Wort „ausbeuten“, das er benutzt, ist ganz daneben. Der Mensch beute gespeicherte Sonnenenergie aus. Nein, der Mensch nutzt sie. Was soll daran falsch sein? Der Mensch nutzt auch Pferde, Esel... etc. Da wäre das Wort ausbeuten schon eher angebracht, aber auch hier stimmt es nicht. Er füttert auch die Pferde, Esel... Ausbeuten kann man nur Lebewesen; nicht Wind, Wasserkraft, Holz, Kohle, Öl oder Uran. Auch Sieferle’s Wort „Energie-Überfluss“ ist daneben. Wer definiert den Überfluss? Mehr als 99,9% der Sonnenenergie wird (aus menschlicher Sicht aber nur) völlig ohne Sinn & Zweck verpulvert, von all den anderen glühenden Sternen ganz zu schweigen. Ein winziger Rest Sonnenenergie landet als Wärme & UV-Strahlung auf der Erde. Man muss sich die Erde als eine glückliche vorstellen. Denn alles hat sie im Überfluss - außer: Weisheit.

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 09:34

@dojan meint: „Also sprengte man“ die WTC-Türme an 9/11. Ja, hätte man tun können. Nur nicht in der kurzen Zeit. Vor allem aber: Man hat nicht. Kein Offizieller hat je gesagt, die Gebäude seien gesprengt worden. Und basta. Oder? Aah, nein, jetzt verstehe ich Sie. Man wollte die Sprengung nicht zugeben wegen des Prozessrisikos. Hm. Okay. Bleibt das Argument, dass man ein Hochhaus (erst recht ein brennendes) nicht in wenigen Stunden zu einer kontrollierten Sprengung vorbereiten kann. Das dauert Wochen. Was sagen Sie nun?

Laurenz

6. Oktober 2022 13:23

@Ulrike

Als Grundlage bieten sich u. a. Untersuchungen von Prof. Hülsbergen (Lehrstuhl für ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme an der TU München) an. Er hat das Bilanzierungsmodell REPRO maßgeblich mitentwickelt, welches Energie- und Nährstoffströme in der Landwirtschaft bilanziert. Soweit ich weiß, werden Berechnungen seines Modells auch in politische Entscheidungen mit einbezogen.

Es geht hier nicht um Energiebilanzen. Billige Energie sorgt für Frieden. Ist Energie zu teuer um entweder Nahrungsmittel zu importieren oder selbst herzustellen, braucht jede Nation mehr Land, wie sagte Hitler (?), mehr Lebensraum. Mit billiger Energie bleibt der politische Zweck zu klein um für Ressourcen & Land Krieg zu führen, Krieg mit denen zu führen, die beides besitzen, siehe die aktuelle Putin-Rede, besprochen im neuesten ML-Artikel. Die billige Energie hat auch eine kriegserzeugende Wirkung bei den US-Amerikanern. Die wollen über die billige Energie verfügen, um höhere Gewinne zu machen. Diese Haltung wird aus einem Gefühl absoluter eigener Sicherheit, also Unangreifbarkeit, erzeugt. Was nachhaltige Bio-Landwirtschaft angeht, meine Urgroßeltern hatten einen kleinen Hof nach Steiner. Dazu braucht man aber mehr Land als über das, was wir jetzt verfügen. Wir brauchen dann Land locker bis Minsk, die dort lebenden Polen & Weißrussen stören dann aber erheblich.

dojon86

6. Oktober 2022 16:52

@Franz Bettinger klingt vernünftig, war ja auch nur eine ad hoc Idee

Gracchus

6. Oktober 2022 21:25

@FB: Stellen Sie sich doch nicht dumm. Kühlschränke und Fleischfabriken kommen nicht aus der Natur. Ich esse selber gern Fleisch und spreche mich auch nicht gegen Fleischverzehr aus, sondern gegen Massentierhaltung. Das ist überhaupt nichts Natürliches, das ist pervers. 

herbstlicht

6. Oktober 2022 21:56

@Franz Bettinger, 6. Oktober 2022 09:25

»Im letzten @Herbstlicht klagte die Neandertalerin: ``Eine ganze Rückenladung Trockenholz (40.000 kcal) hast du jetzt verfeuert ...«

Unsinn!  Eine Frau, welche knapp 10 Kilogramm für eine ganze Rückenlast hält, taugt allenfalls als Marschverpflegung.

Ulrike

6. Oktober 2022 22:03

1 von 2

@Laurenz „Es geht hier nicht um Energiebilanzen.“

Wieso nicht? Im Artikel wird behauptet „…daß die Landwirtschaft bis vor 70 Jahren Energiegeber war und heute eine Energiesenke.“ Das kann man aus Sicht des deutschen Pflanzenbaus nicht so stehen lassen. Deshalb meine Argumentation mit dem Rapsbeispiel und dem Verweis auf die Zahlen von Hülsbergen.

Der deutsche Pflanzenbau erzeugt (als Hoftor-Bilanz betrachtet und wenn man die Sonnenenergie nicht berücksichtigt) mehr an Energie, als an (fossiler) Energie hineingesteckt wird, und dieser Fakt wird eben auch bei Hülsbergen beschrieben.

Ich finde das Thema wichtig, und mit konkreten Zahlen aus der eigenen Region kann man besser argumentieren als mit gefühltem „Früher war alles besser oder schlechter“-Wissen.

Simplicius Teutsch

6. Oktober 2022 22:03

@Franz Bettinger, @ Sieferle

Herr Bettinger, tun Sie Sieferle bitte nicht unrecht. Pfeifen Sie die Kavallerie zurück.

Ich habe aus ein paar früheren eigenen Notizen Sieferles historisch zurückschauende Analyse von Energiesystemen grob zu skizzieren versucht und in dem Kommentar das Wort „ausbeuten“ verwendet.

Ob Sieferle in seinem Buch den Begriff „ausbeuten“ (für den Abbau von Kohle, Öl, Erdgas) verwendet, finde ich jetzt auf Anhieb keinen Beleg in dem knapp 300 Seiten Buch („Rückblick auf die Natur“).

Aber so falsch kann der Begriff „ausbeuten“ in dem Zusammenhang gar nicht sein. Denn man spricht ja auch z.B. von „hoher Ausbeute“ bei der Gewinnung von Rohstoffen aus Minen oder von „modernen Ausbeutungstechniken“.

Wie dem auch sei, was ich in der „Einleitung“ seines Buches gefunden habe, ist, dass Sieferle, genau wie Sie @ Bettinger, das Wort „Nutzung“ verwendet. Also, Sie sind hier auf einer Linie mit Sieferle. Ich zitiere originalgetreu den ganzen Satz dazu:

„Die industrielle Transformation schließlich beruht auf der Nutzung fossiler Energieträger, welche die Entfesselung einer sensationellen, bislang unabgeschlossenen Dynamik ermöglicht hat.“

Ulrike

6. Oktober 2022 22:04

2 von 2

Wenn man Metapolitik macht und in Deutschland eine Diskussion zu „Landwirtschaft und Energie“ anfängt, dann schadet die Kenntnis der Daten von Hülsbergen zu den Energiebilanzen in ökologischen und konventionellen Bewirtschaftungssystemen nicht. Z. B. bezogen auf den Marktfruchtbau:

Vom Energie-Output-Input-Verhältnis sind beide Anbauformen ähnlich (öko: 12; konv.: 11).

Um z. B. 1.000 GJ Energiegewinn zu erzeugen, verbraucht der Ökolandbau aber mehr Fläche (öko: ca. 14 ha; konv. ca. 7 ha).

Man kann nun entweder den niedrigeren Energieverbrauch pro Flächeneinheit beim Ökolandbau und die damit verbundenen „geringen flächenbezogene CO2-Emissionen“ (S. 21) in den Vordergrund stellen, oder aber den höheren Energiegewinn pro Flächeneinheit beim konventionellen Marktfruchtbau

Bei limitierter Fläche und ausreichend Energie wäre der konventionelle Pflanzenbau im Vorteil.

Vielleicht kann man den konventionellen Pflanzenbau mit den grundlastfähigen Kraftwerken vergleichen, da beide die Versorgungssicherheit herstellen.

Laurenz

7. Oktober 2022 01:10

@Gracchus @FB

Kühlschränke und Fleischfabriken kommen nicht aus der Natur.

Warum denken Sie nur von Ihrem Bürostuhl aus bis zum Schreibtischende?

Natürlich hat @Franz Bettinger historisch Recht. Uns Weiße gibt es so, wie wir jetzt sind, etwa 40tsd Jahre. 3/4 unserer Existenz verbrachten wir in der Eiszeit. Wir sind quasi Kinder des Eises. In der Eiszeit nahm man am Tag, wenn vorhanden, ca. 4 KG Fleisch zu sich, also wesentlich mehr als heute. Man war natürlich auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt & so viel Gartenanbau war nicht möglich. Die Natur stellte also Kühlschränke & Fleischfabriken, einfach durch weniger Sonneneinstrahlung.

Franz Bettinger

7. Oktober 2022 07:30

@Gracchus: „Massen-Tierhaltung ist pervers.“ Das sehe ich auch so. Wie stehen Sie zur Massen-Menschhaltung von heute (Plattenbauten...)? Komisch finde ich zuweilen, dass Menschen sich oft mehr um ihre Haus- und Nutztiere sorgen als um ihre eigene Gattung. 

Gracchus

7. Oktober 2022 10:23

@Laurenz: Wir diskutieren aber doch jetzt nicht historisch. 

@FB: "Massen-Menschchaltung" sehe ich genauso kritisch. Ein Hauptgrund, weshalb ich gegen Massenmigration in ein so dicht besiedeltes Land wie Deutschland bin. Die Natur- und Tierliebe mancher Aktivisten ist mir suspekt, scheint sie doch mit regelrechtem Menschenhass zu korrespondieren.

Allnichts

7. Oktober 2022 18:04

Franz Bettinger, Gracchus:

Massentierhaltung bedeutet Zwang, komplette Unfreiheit, völliges Ausgeliefertsein, Leid ohne Aussicht auf Erlösung, vom Tod abgesehen, zu dem einzigen Zweck, möglichst effizient benutzt und oftmals wortwörtlich verwurstet zu werden. Letztlich ist es Sklaverei, jemand, der in einer Plattenbauwohnung lebt o.ä., ist kein Sklave, er kann seine Situation aus eigener Kraft heraus verbessern, er kann z.B. seine Umgebung einfach verlassen. Seltsame Diskussion, die Situation von Menschen vor allem in westlichen Ländern ist nicht einmal ansatzweise damit gleichzustellen.

Dennoch auf jeden Fall erfreulich, dass Sie sich beide gegen solche Haltungsbedingungen aussprechen.

Laurenz

7. Oktober 2022 19:51

@Allnichts @Franz Bettinger, Gracchus

Der Mensch kann seine Situation aus eigener Kraft heraus verbessern

Das ist immer weniger der Fall. Ist Ostasien hat man noch reinen Kapitalismus. Im Westen ist eindeutig die politische Tendenz zum betreuten Leben von Fürsorge-Abhängigen festzustellen, was natürlich die persönliche Entscheidungsfreiheit immer weiter einschränkt. Die einzige animalische Chance zu entkommen, bietet im Westen der Spanische Stierkampf. Diese Stiere werden besser gehalten als jedes andere Tier ihrer Art. Am Ende in der Arena hat der Stier zumindest die theoretische Chance den Matador zu besiegen & zu töten. Aber eine Mehrheit der Tierschützer will den Stieren dieses beste Leben aller Nutztiere zu nehmen. Im Kampf zu fallen ist immer besser als der sichere Tod im Schlachthof.

Archimedes

7. Oktober 2022 22:10

Sehr geehrter Schick, Ihr lesenswerter Artikel ist hier etwas untergegangen. 

Weil ich die Diskussion über 9/11 nochmals anzustoßen wollte- entschuldigen Sie bitte.

Ihr Artikel ist höchst interessant und unverzüglich habe eine Ausgabe Ihrer Zeitschrift Kehre bestellt. „Massengesellschaft“ mit PayPal (geht ja noch bei Ihnen).

Ich freue mich auf Ihre Zeitschrift!

Grobschlosser

9. Oktober 2022 09:00

re Herbstlicht : stimmt - eine Mißernte in Europa reicht aus um uns das Genick zu brechen - entsprechend sollten wir geopolitisch denken : woher kommt unser Phosphatdünger? wird dieser in 20 Jahren knapp und teuer ; gibt es alternative Quellen usw.usw. Entsprechend darf es keine Zuwanderung nach D oder Europa geben - eben weil das Futter im Zweifelsfall nicht ausreicht . Zur guten Bewaffnung gehört eben auch eine gute Informationspolitik - wir können den Raubbau in der 3. Welt nicht verhindern - aber : wir können uns und unsere Leute retten . Die Blabla-Ideologen à la Haarbeck versagen in der Krise , machen wir unsere Häuser winterfest und verteidigen wir unsere Heimat .Das Boot ist voll, wir brauchen keinen Bevölkerungsüberschuss aus der 3. Welt . WIR sind nicht für diese Leute zuständig .