Putins Rede zur Annexion der Ostukraine (1/2)

Es ist geschehen: Die Oblaste Donezk, Lugansk, Cherson und Saporischschja sind nun Bestandteil der Russischen Föderation.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Jeder Angriff auf die­se Gebie­te wird nun von Russ­land als Angriff auf sein eige­nes Ter­ri­to­ri­um gewer­tet. Die Ukrai­ne ist geo­gra­phisch ampu­tiert und wird selbst im Fal­le eines “Sie­ges” oder einer Zurück­er­obe­rung der sepa­ra­tis­ti­schen Tei­le erheb­li­che Schwie­rig­kei­ten haben, die­se wie­der in den Nach­kriegs-Natio­nal­staat zu inte­grie­ren. Hier gibt es wohl nichts mehr zu kit­ten, die Grä­ben sind gezo­gen und mit Blut gefüllt.

Im Wes­ten wer­den die Abstim­mun­gen als “Schein­re­fe­ren­den” und blo­ßes Pro­pa­gan­da­thea­ter ent­wer­tet. Die außer­or­dent­lich hohen Zustim­mungs­ra­ten las­sen Zwei­fel auf­kom­men, ob die Ergeb­nis­se nicht etwas “auf­ge­motzt” wur­den, wie es bei sol­chen Vor­gän­gen his­to­risch durch­aus üblich ist. Aller­dings kann man mit Sicher­heit davon aus­ge­hen, daß der über­wie­gen­de Teil der Bevöl­ke­rung die­ser Gebie­te, für die der Krieg schon 2014 begon­nen hat, tat­säch­lich nicht mehr von Kiew aus regiert wer­den will.

Wla­di­mir Putin hat die Anne­xi­on der Ost­ukrai­ne zum Anlaß genom­men, eine bemer­kens­wer­te Rede zu hal­ten, die von der deut­schen Pres­se ver­höhnt oder in die übli­chen grel­len Rah­mun­gen ein­ge­packt wird. Am inbrüns­tigs­ten schäum­te die BILD-Zei­tung: “Putins Rede vol­ler Hass und Lügen”,  “Putin will den Wes­ten spal­ten: Die Hass­re­de des Rus­sen-Dik­ta­tors”, “Gähn-Vor­trag im Sti­le eines grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Geschichts­leh­rers”, “So viel Ver­zweif­lung steckt in Putins Rede”, “ein wir­rer Vor­trag mit Lügen, Unter­stel­lun­gen und Beschul­di­gun­gen” undsoweiter.

Bezeich­nend ist, wor­an das trans­at­lan­ti­sche Revol­ver­blatt beson­de­ren Anstoß nahm, etwa dies:

Teil­wei­se wur­de es abstrus: „Der Wes­ten lügt wie Goe­b­bels“, sag­te Putin an einer Stel­le. An ande­rer behaup­te­te er, Deutsch­land sei von den USA besetzt.

Wie kommt man auf sowas? Abstru­ser, absur­der und abar­ti­ger geht es wohl gar nicht mehr! Am meis­ten haben sich die Kom­men­ta­to­ren der BILD jedoch über fol­gen­de Stel­le der Rede empört:

Tief­punkt: Den Alli­ier­ten warf er „pure Grau­sam­keit“ bei der Bom­bar­die­rung Nazi-Deutsch­lands vor – ohne die Ver­ant­wor­tung für die Gräu­el des Zwei­ten Welt­kriegs zu erwähnen. (…)

Man darf anneh­men, daß ein rus­si­scher Prä­si­dent ein biß­chen eine Ahnung hat von “Gräu­eln des Zwei­ten Welt­kriegs” durch “Nazi-Deutsch­land”, ein The­ma, das er bei ande­ren Gele­gen­hei­ten auch reich­lich bespielt.

Hal­ten wird jeden­falls fest, daß es im Jahr 2022 immer noch deut­sche Mas­sen­blät­ter gibt, die im Brust­ton der Empö­rung Kriegs­ver­bre­chen am deut­schen Volk rechtfertigen.

Letz­te­res Zitat über den “Tief­punkt” stammt von Ukrai­ne-Kor­re­spon­dent Paul Ron­zhei­mer (Jahr­gang 1985). Die­ser schreibt auch:

Der gefähr­li­che Kern von Putins Rede aber war ein ande­rer: Der rus­si­sche Prä­si­dent erklär­te die vier ukrai­ni­schen Regio­nen „für immer“ für rus­sisch, for­der­te die ukrai­ni­sche Armee auf, die Kämp­fe ein­zu­stel­len und zeig­te sich gleich­zei­tig bereit, zu verhandeln.

Ich muß­te den Satz zwei­mal lesen, weil ich ihn kaum glau­ben konn­te. Der “gefähr­li­che Kern” von Putins Rede ist also nach Ron­zhei­mer, “daß er sich bereit zeig­te, zu ver­han­deln”. Und war­um ist das so “gefähr­lich”?  Die Ant­wort lautet:

Damit unter­nimmt Putin erneut den Ver­such, den Wes­ten maxi­mal zu spalten!

Offen­bar, indem er damit eini­ge Län­der des Wes­tens in Ver­su­chung führt, aus der abso­lu­ten Kriegs­front, wie sie Washing­ton wünscht, aus­zu­sche­ren. Hier ist die ori­gi­na­le Stel­le aus Putins Rede:

Wir for­dern das Kie­wer Regime auf, sofort alle Kampf­hand­lun­gen und Feind­se­lig­kei­ten ein­zu­stel­len, den Krieg, den es 2014 ent­fes­sel­te, zu been­den und an den Ver­hand­lungs­tisch zurück­zu­keh­ren. Dazu sind wir bereit, wie wir schon mehr als ein­mal gesagt haben. Aber die Ent­schei­dung der Men­schen in Donezk, Lug­ansk, Sapo­rischsch­ja und Cher­son steht nicht zur Debat­te. Die Ent­schei­dung ist gefal­len, und Russ­land wird sie nicht betrügen.

Was wäre die Alter­na­ti­ve zum “Ver­hand­lungs­tisch”? Tota­ler Krieg, bis hin zur nuklea­ren Eskalation?

Das ist momen­tan der Tenor der Medi­en, nicht nur der BILD-Zei­tung: Jeg­li­cher Gedan­ke, mit Ruß­land zu ver­han­deln oder des­sen Inter­es­sen in irgend­ei­ner Wei­se anzu­er­ken­nen, wird blind­lings und reflex­ar­tig als Defai­tis­mus, Wehr­kraft­zer­set­zung, “Spal­tungs­ver­such” und so wei­ter nie­der­ge­brüllt. Wie die­se Leu­te immer von “Spal­tung” reden, und anneh­men, jeder, der im Wes­ten lebt, wäre ihrer Mei­nung oder müß­te sich mit ihnen in eine Rei­he stellen!

Der Mul­ti­mil­li­ar­där Elon Musk, der die digi­ta­le Infra­struk­tur der Ukrai­ne mit sei­nem Star­link-Sat­eli­ten­sys­tem gestärkt hat, hat­te neu­lich die Stirn, via Twit­ter (das er nun doch kau­fen will) einen “Frie­dens­plan” vor­zu­schla­gen. Der sah so aus:

  • Wie­der­ho­lung der Wah­len in den annek­tier­ten Regio­nen unter Auf­sicht der UN. Russ­land ver­lässt die Regi­on, wenn dies der Wil­le des Vol­kes ist.
  • Die Krim bleibt for­mell bei Russ­land, so wie sie es seit 1783 (bis zu Chruscht­schows Feh­ler) war.
  • Die Was­ser­ver­sor­gung der Krim wird sichergestellt.
  • Die Ukrai­ne bleibt neutral.

Die­sem Vor­schlag füg­te er eine Umfra­ge bei; 59% der Twit­ter-User, die sich dar­an betei­lig­ten, stimm­ten für “Nein”. Auch Selen­skyj zeig­te sich nicht erfreut, ganz zu schwei­gen von Andrij Mel­nyk, dem unver­schäm­tes­ten Pöb­ler sei­nes Lan­des. Der Trend geht zur kom­plet­ten Rück­erobe­rung der Ukrai­ne, ein­schließ­lich der Krim, als ein­zig denk­ba­re und erlaub­te Option.

Musk ver­such­te es mit einer wei­te­ren Umfra­ge:  “Soll der Wil­le der Men­schen, die im Don­bass und auf der Krim leben, dar­über ent­schei­den, ob sie Teil Russ­lands oder der Ukrai­ne sind?” Dies­mal ant­wor­te­ten wider­sprüch­li­cher­wei­se 59% mit “Ja”. Immer­hin 40% schei­nen nicht mehr viel vom “Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker” zu halten.

Letz­te­res hat Putin expli­zit ins Feld geführt, um die Abspal­tung der Ost­ukrai­ne und ihre Auf­nah­me in die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on zu begrün­den. Dabei beton­te er aber, daß er die Legi­ti­ma­ti­on die­ser Idee weni­ger aus der UNO-Char­ta ablei­tet, son­dern aus der rus­si­schen Geschichte.

Es ist zwei­fel­los ihr Recht, ein ange­bo­re­nes Recht, das in Arti­kel 1 der Uno-Char­ta besie­gelt ist, in dem der Grund­satz der Gleich­be­rech­ti­gung und der Selbst­be­stim­mung der Völ­ker direkt fest­ge­schrie­ben ist.

Ich wie­der­ho­le, es ist ein ange­bo­re­nes Recht der Völ­ker. Es beruht auf unse­rer his­to­ri­schen Ver­bun­den­heit, und es ist die­ses Recht, das Genera­tio­nen unse­rer Vor­gän­ger, die Russ­land seit Jahr­hun­der­ten auf­ge­baut und ver­tei­digt haben, seit der Zeit der Alten Rus, zum Sieg geführt hat. (.…)

Aber es gibt nichts Stär­ke­res als die Ent­schlos­sen­heit von Mil­lio­nen von Men­schen, die sich auf­grund ihrer Kul­tur, Reli­gi­on, Tra­di­tio­nen und Spra­che als Teil Russ­lands betrach­ten und deren Vor­fah­ren jahr­hun­der­te­lang in einem ein­zi­gen Land gelebt haben. Es gibt nichts Stär­ke­res als ihre Ent­schlos­sen­heit, in ihre wah­re his­to­ri­sche Hei­mat zurückzukehren.

Das ist eine expli­zit natio­na­lis­ti­sche Argu­men­ta­ti­on, die sich kon­trär zum west­li­chen Mensch­heits­glo­ba­lis­mus stellt.

Hier nun also ein paar kom­men­tier­te Zita­te aus Putins Rede, wobei ich die Über­set­zung der Welt­wo­che nut­ze. Sie ist in der Tat alles ande­re als “wirr” oder langweilig.

Das Bemer­kens­wer­te dar­an ist, daß Putin einen gro­ßen welt­ge­schicht­li­chen Bogen zeich­net, in dem der Krieg in der Ukrai­ne eine epo­cha­le Zei­ten­wen­de mar­kiert. Sie ist eine zor­ni­ge Gene­ral­kri­tik des “Wes­tens”, womit er im Wesent­li­chen das anglo-ame­ri­ka­ni­sche Impe­ri­um und sei­ne Vasal­len meint.

Er beginnt mit einer Beschwö­rung der Zeit nach dem Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on und des War­schau­er Pak­tes, als Fran­cis Fuku­ya­ma das ver­meint­li­che “Ende der Geschich­te” durch den Sie­ges­zug der libe­ra­len Demo­kra­tie ver­kün­de­te – eine Peri­ode, die in Ruß­land in sehr schlech­ter Erin­ne­rung geblie­ben ist, da in ihr Kor­rup­ti­on, Ver­bre­chen und Armut vor­herrsch­ten, wäh­rend an der Spit­ze des Staa­tes ein schwa­cher, von den USA gesteu­er­ter Prä­si­dent stand.

Unse­re Lands­leu­te, unse­re Brü­der und Schwes­tern in der Ukrai­ne, die Teil unse­res geein­ten Vol­kes sind, haben mit eige­nen Augen gese­hen, was die herr­schen­de Klas­se des soge­nann­ten Wes­tens für die Mensch­heit als Gan­zes vor­be­rei­tet hat. (…)

Als die Sowjet­uni­on zusam­men­brach, beschloss der Wes­ten, dass die Welt und wir und alle sich dau­er­haft sei­nem Dik­tat unter­wer­fen soll­ten. 1991 dach­te der Wes­ten, Russ­land wür­de sich nach sol­chen Erschüt­te­run­gen nie wie­der erhe­ben und von selbst in sich zusam­men­fal­len. Das wäre auch fast pas­siert. Wir erin­nern uns an die furcht­ba­ren 1990er Jah­re, an Hun­ger, Käl­te und Hoff­nungs­lo­sig­keit. Aber Russ­land blieb auf­recht, wur­de leben­dig, wur­de stär­ker und nahm sei­nen recht­mäs­si­gen Platz in der Welt ein.

Ruß­land ist in der Defen­si­ve gegen die­ses über­grif­fi­ge Imperium:

Sie wer­den so lan­ge kei­ne Ruhe geben, wie sie wis­sen, dass es ein so gros­ses Land mit einem so rie­si­gen Ter­ri­to­ri­um in der Welt gibt, mit natür­li­chen Reich­tü­mern, Res­sour­cen und Men­schen, die sich nicht nach den Wün­schen ande­rer rich­ten kön­nen und wollen. (…)

Die­se Pas­sa­ge könn­te genau­so­gut von Noam Chom­sky oder ande­ren lin­ken und rech­ten Anti-Imps aus dem Wes­ten stammen:

Der Wes­ten ist bereit, jede Gren­ze zu über­schrei­ten, um das neo­ko­lo­nia­le Sys­tem auf­recht­zu­er­hal­ten, das es ihm erlaubt, von der Welt zu leben, sie dank der Vor­herr­schaft des Dol­lars und sei­ner Tech­no­lo­gie aus­zu­plün­dern, einen regel­rech­ten Tri­but von der Mensch­heit zu kas­sie­ren, ihre wich­tigs­te Quel­le unver­dien­ten Wohl­stands, die an den Hege­mon gezahl­te Mie­te, abzuschöpfen.

Die Auf­recht­erhal­tung die­ser Mie­te ist ihr wich­tigs­tes, wirk­li­ches und abso­lut eigen­nüt­zi­ges Motiv. Dies erklärt ihre Aggres­si­on gegen­über unab­hän­gi­gen Staa­ten, tra­di­tio­nel­len Wer­ten und authen­ti­schen Kul­tu­ren, ihre Ver­su­che, inter­na­tio­na­le und Inte­gra­ti­ons­pro­zes­se, neue glo­ba­le Wäh­run­gen und tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lungs­zen­tren, die sie nicht kon­trol­lie­ren kön­nen, zu unter­gra­ben. Für sie ist es von ent­schei­den­der Bedeu­tung, alle Län­der zu zwin­gen, ihre Sou­ve­rä­ni­tät an die Ver­ei­nig­ten Staa­ten abzutreten.

In eini­gen Län­dern erklä­ren sich die herr­schen­den Eli­ten frei­wil­lig dazu bereit, wer­den frei­wil­lig zu Vasal­len; ande­re wer­den besto­chen oder ein­ge­schüch­tert. Und wenn das nicht funk­tio­niert, zer­stö­ren sie gan­ze Staa­ten und hin­ter­las­sen huma­ni­tä­re Kata­stro­phen, Ver­wüs­tun­gen, Rui­nen, Mil­lio­nen von zer­stör­ten und ver­stüm­mel­ten Men­schen­le­ben, ter­ro­ris­ti­sche Enkla­ven, sozia­le Kata­stro­phen­ge­bie­te, Pro­tek­to­ra­te, Kolo­nien und Halb­ko­lo­nien. Das inter­es­siert sie nicht. Alles, was sie inter­es­siert, ist ihr eige­ner Vorteil.

(…) Und alles, was wir hören, ist, dass der Wes­ten auf einer auf Regeln basie­ren­den Ord­nung beharrt. Woher kommt das eigent­lich? Wer hat die­se Regeln jemals gese­hen? Wer hat sie ver­ein­bart oder gebil­ligt? Hört zu, das ist ein­fach nur ein Hau­fen Unsinn, völ­li­ger Betrug, Dop­pel­mo­ral oder gar Drei­fach­mo­ral! Die hal­ten uns wohl für dumm.

Putin benutz­te auch Schlag­wor­te aus dem lin­ken, “anti­fa­schis­ti­schen” Arse­nal, um den Wes­ten zu atta­ckie­ren, wie “Apart­heid” oder “Ras­sis­mus”.

Die west­li­chen Eli­ten leug­nen nicht nur die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät und das Völ­ker­recht. Ihre Hege­mo­nie trägt aus­ge­präg­te Züge von Tota­li­ta­ris­mus, Des­po­tis­mus und Apart­heid. Sie tei­len die Welt dreist in ihre Vasal­len – die soge­nann­ten zivi­li­sier­ten Län­der – und alle ande­ren ein, die nach den Vor­stel­lun­gen der heu­ti­gen west­li­chen Ras­sis­ten auf die Lis­te der Bar­ba­ren und Wil­den gesetzt wer­den sollten. (…)

Wir haben einem sol­chen poli­ti­schen Natio­na­lis­mus und Ras­sis­mus nie zuge­stimmt und wer­den ihm auch nie zustim­men. Wor­in, wenn nicht im Ras­sis­mus, besteht die Russo­pho­bie, die sich in der Welt ver­brei­tet? Wor­in, wenn nicht im Ras­sis­mus, besteht die dog­ma­ti­sche Über­zeu­gung des Wes­tens, dass sei­ne Zivi­li­sa­ti­on und neo­li­be­ra­le Kul­tur ein unum­stöss­li­ches Modell ist, dem die gan­ze Welt fol­gen sollte?

Aller­dings fin­det hier eine sub­ti­le Umdeu­tung des Begriffs “Ras­sis­mus” statt. Putin weiß mit Sicher­heit sehr wohl, daß der “Anti­ras­sis­mus” ein zen­tra­les Ideo­lo­gem ist, das sich der Wes­ten auf die mis­sio­na­ri­schen Fah­nen geschrie­ben hat. Er dreht den Spieß um, und erklärt den west­li­chen Uni­ver­sa­lis­mus zu einer Form des “Ras­sis­mus”, nicht anders, als es etwa Hen­ning Eich­berg oder Alain de Benoist in den sieb­zi­ger Jah­ren getan haben (sie­he dazu mein Buch Eth­nop­lu­ra­lis­mus).

Mehr im zwei­ten Teil.

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Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (66)

RMH

6. Oktober 2022 09:28

1.

Den USA wurde bei ihren Kriegen in Nahost und Afghanistan regelmäßig vorgeworfen, dass es um Rohstoffe ginge, "Kein Blut für Öl", war die gängige Parole. Dabei verfügen die USA - auch dank Fracking - nach wie vor über sehr große Öl- und Gasvorkommen (z.T. noch unerschlossen). Aber wenn es um Märkte geht, gibt man sich eben nicht mit den eigenem Auskommen zufrieden, sondern will Kontrolle auch über andere. Bei der Ukraine-Frage geht es massiv um Rohstoffe (das hat @Laurenz zuvor treffend festgestellt). So ist nicht nur der Donbass reich an Kohle und Erzen, nein, es geht vielmehr auch um unerschlossene, riesige Gasvorkommen, die sich insbesondere im Einflussgebiet der bereits annektierten Krim und den jetzt neu annektierten Oblasten befinden sollen. Aber auch bei Slowjansk bis hin zu Charkow befinden sich riesige Schiefergasvorkommen (lässt sich alles googlen). Die ganze, rechten schmeichelnde. nationale Tünche, die Putin verbreitet, überdeckt, dass mit einer nicht von Russland kontrollierten Ukraine ein großer Player mit hervorragender Gas-Infrastruktur (Speicher etc.) auf dem Gas- Markt drohte. Die passenden Gebiete hat man jetzt eben "annektiert". Dazu gleich Teil 2.

RMH

6. Oktober 2022 09:33

2. Die Referenden sind natürlich fragwürdig - alleine die z.T. selbst verbreiteten Bilder zeigen, dass sich offenbar eine große Anzahl von schlicht nicht ausgefüllten Abstimmungszetteln in den Wahlurnen befanden. Und wenn man bereits Fakten durch Krieg, der zur Flucht von Ukrainern führte, schaffte, dann sind solche Referenden auch nicht mehr repräsentativ.

"lassen Zweifel aufkommen, ob die Ergebnisse nicht etwas “aufgemotzt” wurden, wie es bei solchen Vorgängen historisch durchaus üblich ist."

Das "übliche" ist aber ein klarer, formaler Rechtsverstoß, den man nicht großzügig durchgehen lassen kann. Warum kämpft die gesamte Opposition in Deutschland eigentlich gegen die Wahl in Berlin an? Das bisschen "aufmotzen" ist doch üblich ... ehrlicher wäre gewesen, wenn man einfach annektiert hätte, ohne Theater-Referenden.

Niekisch

6. Oktober 2022 09:34

Die komplette Rede mit dem Vorbehalt der exakten Übersetzung ins Deutsche: 

„Nichts wird so sein wie früher“… | Metapolitika (wordpress.com)

RMH

6. Oktober 2022 09:43

3.

Gerade aktuell sind 2 Meldungen, die ich nicht verlinke (kann aber jeder schnell selber finden):

3.1. Der US-Geheimdienst geht von der Ukraine als Urheber des Mordes an Frau Dugina aus (das dürfte die damaligen Debatten damit abschließen und beantworten).

3.2. Gazprom bietet Lieferungen von Gas über Nordstream 2, zweite Röhre an, und hält die Reparatur der Pipelines für möglich. Damit ist das, was Prof. Dr. C. Rieck (auf ihn hat sogar B. Höcke in seinem Telegram Kanal verlinkt) in seinem auf Youtube veröffentlichen Video zum Strategem 34 vom 04.10.22 in Bezug auf  den Plausibilität von Russland als möglichen Verursacher gesagt hat, in einem neuen Licht, insbesondere, wenn man die von ihm noch nicht berücksichtigte Rep. mit ins Spiel bringt.

Ein Fremder aus Elea

6. Oktober 2022 10:10

Herr Lichtmesz,

niemand von uns, nicht wahr?, würde davon ausgehen, daß er in deutschen oder britischen Zeitungen aus den Zeiten zwischen 1914-1918 und 1939-1945 Erhellendes über die militärischen Vorgänge der Zeit erfahren würde, außer wo gerade die Front verlief.

Und was Putins Rede angeht: Die war sehr schwach. Die Russen haben sich aus Lyman zurückgezogen. Als ich letztes Mal hier kommentierte, habe ich mich gefragt, ob sie das wohl machen würden, oder ob sie solche Angst vor der Twitter-Meinung hätten, daß sie es nicht wagten. Dahin käme es noch, daß Generäle sich für Pläne entschieden, weil sie auf Twitter populär sind. Aber wirklich neu ist auch das nicht: Ernst Jünger beschreibt es schon in "In Stahlgewittern".

MARCEL

6. Oktober 2022 10:31

Vielen Dank!

Lesenswert auch die Analysen des Schweizer Oberst Jacques Baud (und natürlich die von Manfred Kleine-Hartlage).

Darin betont er u.a. die Rechtmäßigkeit, dass Russland auf Puffer zwischen sich und der NATO (sprich USA) pocht, schon allein wegen der Gefahr von technischen Fehlern oder der steten Möglichkeit von Mißverständnissen zwischen den Nuklearwaffen-Trägern. Ohne solch einen Puffer gibt es keine Zeit mehr für "Lastminute"-Korrekturen, wenn etwas in diesen Waffen-Systemen schiefgeht.

Im Kalten Krieg (welch rationale Epoche!) ist dies mindestens zweimal vorgekommen (z.B. Able Archer 1983).

Jacques Baud unterstreicht aus eigener Erfahrung, wie sehr strategisches (und nicht nur taktisches) Denken in den russischen Militärakademien gepflegt wird.

 

kikl

6. Oktober 2022 10:36

Die Bezeichnung "Scheinreferenden" halte ich für zutreffend und die danach erfolgende Annexion von Gebieten der Ukraine ist falsch. Ich kann Putin darin  nicht unterstützen. So erscheint Putins Krieg als klassischer Eroberungskrieg, um seine Russen Heim ins Reich zu holen. Putin spricht von der "wahre(n) historische(n) Heimat".

Den Vorschlag von Elon Musk halte ich für vernünftig. Echt Referenden unter Aufsicht der UNO sollte es geben.  Auch ist es bemerkenswert, dass Putin zu Verhandlungen bereit ist. 

Die Lösung für den Konflikt liegt eigentlich seit längerem auf der Hand. Ukrainische Neutralität und Referenden zur Lösung der Gebietsstreitigkeiten. Wie viele Menschen müssen jetzt noch sterben, bis die Kriegsparteien zur Vernunft gelangen?

Phil

6. Oktober 2022 10:38

Russland soll Probleme haben, die Ukraine im Vormarsch sein: verständlich, dass die Ukraine weiterkämpfen will (wirklich wissen tut man nichts, da alles Propaganda ist).

Die annektierten Gebiete könnten re-integrierbar sein, wenn man die pro-russischen Menschen vertreibt?

Musks Vorschlag enthält die Möglichkeit, dass die Annexionen wieder rückgängig gemacht werden. Das widerspräche Putins "für immer russisch" und auch dem russischen Gesetz, nach dem Russland niemals Staatsgebiet abgeben darf.

Die anti-russische Propaganda im Westen hat schon was von Russe = Untermensch.

MARCEL

6. Oktober 2022 10:52

P.S.

In der Video-Sektion der britischen Seite Unherd wird berichtet, wie ein australischer Straßenkünstler namens Peter Seaton für ein großes Anti-Kriegs-Wandbild (Titel Peace before Pieces) in Melbourne im Netz zur Jagd freigegeben wurde (beginnend mit dem dortigen ukrainischen Botschafter).

Die heutige Verabsolutierung des Feindes ist Folge von:

- eigener Feigheit

- Hysterisierung durch Medien

- Unfähigkeit, Nuancen zuzulassen bzw. überhaupt wahrzunehmen: Alles ist nur grell

Gimli

6. Oktober 2022 11:02

Man weiß ja von vornherein, wo der Autor politisch steht, aber jede Analyse, die sich als sachorientiert gibt und nicht Expressis Verbis als Meinung überschrieben ist, verliert an Gewicht, wenn Rhetorik also offensichtlich den Subtext bildet. 
Klar handelt der Text vorrangig von der Rede, die aber im Zusammenhang mit der Abstimmung steht. Diese Abstimmung beziehungsweise deren Legitimität in mitten eines Kriegsgeschehens im Ergebnis nur als etwas aufgehübscht zu bezeichnen und nicht deutlich zu missbilligen erzieht sowohl der Rede als auch die Analyse einfach im Boden.

ML: Das ist halt Ihre Meinung!

Waldgaenger aus Schwaben

6. Oktober 2022 11:31

Es ist geschehen: Die Oblaste Donezk, Lugansk, Cherson und Saporischschja sind nun Bestandteil der Russischen Föderation.

Es dürfte wohl ein historisch einmaliger Vorgang sein, dass ein Staat Gebiete annektiert, über die er keine Kontrolle hat. Diegenannten Oblaste waren seit dem Überfall auf die Ukraine nie vollständig unter russischer Kontrolle. Fragt sich nur, warum Putin so bescheiden war. Er hätte doch gleich die  ganze Ukraine "annektieren" können.

Bei dem sogenannte Referendum haben ja nur die nicht geflücheten Bewohner der russisch besetzten Gebiete abgestimmt. Warum nicht für die ganze Ukraine?

Die Referenden und deren 99% Ergebnisse waren eine intellektuelle Demütigung für die Bürger unter russischer Herrschaft. Sie müssen so tun, als glaubten sie dies. Dass Menschen außerhalb des russischer Herrschaftsbreiches sich dem auch unterwerfen, gibt dem Wort "Nationalmasochismus" eine ganz neue Bedeutung.

Ich kann nur empfehlen, de.rt(Punkt)com zu lesen. (geoblocking lässt sich leicht umgehen). Erstaunlich offen wird da über russische Niederlagen berichtet. Die Befreiung Chersons scheint eine Frage von Wochen zu sein, wenn nicht ein früher Wintereinbruch die Russen rettet.

Man erfährt dort auch Dinge, die man bei uns nicht lesen kann, z.B. dass Belarus die Annektionen (noch) nicht anerkannt hat. Ansonsten jede Menge dümmlicher Propaganda.

 

Niekisch

6. Oktober 2022 11:34

"Bei der Ukraine-Frage geht es massiv um Rohstoffe"

@ RMH 9:28: Es geht zusätzlichn beim einverleibten Bevölkerungsanteil um das Stärken des russischen Blocks gegenüber den "Fremdvölkischen", die innerhalb Rußlands immer mehr zunehmen. 

"Das "übliche" ist aber ein klarer, formaler Rechtsverstoß, den man nicht großzügig durchgehen lassen kann."

Völkerrechtlich gesehen darf durchaus in den Diskurs eingeführt werden, ob nicht seit 2014 eine Lage vorliegt, die sich unter die sog. abhelfende Sezession subsumieren läßt. Wenn Rußland das so sieht, dann ist das Eingliederungsvorgehen jedenfalls konsequent. Vergleiche Sie doch einmal mit der Annektion Polens gegenüber dem deutschen Stettin nach 1945.

"was Putins Rede angeht: Die war sehr schwach."

@ Ein Fremder aus Elea 10:10: Da interessiert, warum genau?

"wirklich neu ist auch das nicht: Ernst Jünger beschreibt es schon in "In Stahlgewittern"."

Darf ich fragen, in welcher Ausgabe/Auflage und in welchem Zusammenhang?

MARCEL

6. Oktober 2022 11:35

Jetzt aber, letztes P.S.

Putin wird das Schicksal der Krajina-Serben 1995 sowie das der dauer-drangsalierten Kosovo-Serben ab 1999 nicht vergessen haben.

Ein Fremder aus Elea

6. Oktober 2022 11:55

Phil,

"(wirklich wissen tut man nichts, da alles Propaganda ist)"

Die eine Sache, die man weiß, ist eben, wo die Front verläuft. Und die Ukraine ist im Vormarsch, und zwar östlich des Dnjepr, von Norden kommend. Ich halte einen weiteren Vorstoß dort für problematisch, weil rechts der Dnjepr liegt, links die Grenze zu Rußland und vorne die russischen Truppen in der Ukraine stehen. Das ist buchstäblich ein Sack, in welchen man vorrückt. Aber vielleicht ist Rußland nicht stark genug, ihn zuzuschnüren.

RMH,

Bevor Sie sich mit Motiven beschäftigen, sollten Sie die Möglichkeit ins Auge fassen. Motive hängen immer mit Hellsichtigkeit zusammen, nicht? Zu irgendetwas ist jede Sache gut. Und egal was passiert, man versucht immer das beste draus zu machen.

Außerdem mag es jemandem um etwas gehen, was gar nicht in Betracht gezogen wird, irgendeine Wirkung in einer Frage, welche nicht gestellt wird. Man kann eine Sache nicht spieltheoretisch betrachten, wenn man nicht weiß, wer die Spieler sind.

Rheinlaender

6. Oktober 2022 12:03

Die Rechte scheint ihre alte Stärke, nämlich das Denken in Kategorien wie Macht und Interesse, größtenteils verlernt zu haben. Statt dessen nimmt man das Geschehen (ähnlich wie die Linke) in moralistischen Kategorien wahr. 

Die russische Führung hat sich durch die moralische Aufladung des Konflikts ("Entnazifizierung") und die Annexion weiterer Teile der Ukraine Verhandlungsoptionen verbaut, die sie angesichts der jüngsten militärischen Rückschritte bald brauchen könnte. Hinter die selbst auferlegten Grenzen könnte man nur um den Preis eines gravierenden Glaubwürdigkeitsverlusts zurück. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man im Fall eines weiterhin ungünstigen Kriegsverlaufs zu extremen Mitteln greifen muss.

Ansonsten fällt die Inkonsistenz der russischen Kommunikation auf, was die eigenen Kriegsziele angeht. Das deutet darauf hin, dass es auf russischer Seite nicht über klar formulierte strategische Ziele verfügt, sondern nur noch versucht, die Fortsetzung des Krieges anlassbezogen zu begründen. 

Der Auftritt Putins stützt insgesamt die Hypothese, dass seine Entscheidung zur Invasion auf falschen Annahmen beruhte und er die militärische Stärke Russland über- und die Stärke seiner Gegner unterschätzt hat. Für die Zukunft eines Staates und seiner Nachbarn bedeutet das meist Unheil.

deutscheridentitaerer

6. Oktober 2022 12:35

@RMH

Warum kämpft die gesamte Opposition in Deutschland eigentlich gegen die Wahl in Berlin an? Das bisschen "aufmotzen" ist doch üblich ...

Seltsame Frage. Vermutlich aus dem gleichen Grund, aus dem die Ukrainer die Rechtmäßigkeit der Donbassreferenden angreifen, sich aber bisher - meines Wissens nach! - noch nicht über die Rechtmäßigkeit der Wahl in Berlin ausgelassen haben.

Das eine geht einen was an, das andere nicht.

RMH

6. Oktober 2022 13:09

"Seltsame Frage."

@deutscheridentitaerer, 

das haben rhetorische Fragen manchmal so an sich, dass sie auf manchen seltsam wirken. Ich wollte lediglich den großzügigen Maßstab, den M.L. angelegt hat, hinterfragen. 

RMH

6. Oktober 2022 13:12

@Niekisch,

wie Sie in diesem Konflikt eine Stärkung des "russischen Blocks" sehen können,  verwundert doch sehr, zumal die russische Föderation sich selbst gerade als Vielvölkerstaat sieht. Es ist mir einfach zu "zufällig", dass genau die Gebiete, unter denen was schlummert oder schlummern könnte, annektiert wurden. Natürlich - und auf diese Einwände warte ich gerade bzw. sind diese evtl. nur gerade noch nicht frei geschaltet - sind diese Rohstoffe auch Treiber der Auseinandersetzung auf der anderen Seite, denn die will man nicht hergeben bzw. Russland überlassen. Auch die USA haben hier ihre Interessen, da sie Fracking professional betreiben können und hier ein Geschäft sehen (oder was sonst hat H. Biden dort unten gut bezahlt gemacht?). Das eine hängt mit dem anderen zusammen, es sind die Seiten von ein und derselben Medaille, von daher verbietet sich ja auch der pauschale Fingerzeig auf den einen oder den anderen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese Vorgänge weder den Großangriff auf die Ukraine seit Februar 22 noch die jetzige Annexion rechtfertigen. Evtl. bin ich hier aber auch nicht großzügig genug und erkenne nicht das "Übliche".

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 13:21

Tolle Rede von Putin. Die harten Worte, die darin fallen, lässt mich an meiner Vermutung - Putin sei immer noch eine Marionette des WEF-Gauner-Clubs und sein Krieg diene hauptsächlich der Beförderung der NWO - etwas zweifeln. 

Franz Bettinger

6. Oktober 2022 13:23

"Putin erklärte 4 ukrainischen Regionen für immer für russisch.“ Ich will nicht mäkeln, aber: Ein Widerspruch liegt vor, wenn Putin einerseits das angeborene Selbst-Bestimmungs-Recht der Völker betont, andererseits aber ein russisches Gesetz, nach dem Russland nie russisches Land abtreten darf (auch wenn die dortige Bevölkerung unabhängig sein möchte). Es widersprechen sich auch in der UN-Charta obiges Gesetz und die "Unverletzlichkeit von Grenzen", immer schon; und jeder pickt sich heraus, was ihm gefällt. Um die Menschen geht's den Mächtigen stets nur, wenn’s grade in den Kram passt. Beim Kosovo passte es, bei der Krim und den anderen vier Regionen nicht. 

Hajo Blaschke

6. Oktober 2022 13:25

Ich möchte auf die Spekulationen der hier versammelten Russland-Experten ohne direkte Namensnennung antworten.

Es ist doch Unsinn, den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in das Schema rechts vs. links zu pressen. Es geht bei diesem Konflikt nicht darum.

Es geht darum, einen seit 8 Jahren von einer Kiewer Junta gegen die bis dato noch eigene Bevölkerung geführten Vernichtungskrieg, zu beenden. Melnyk als Skandalpöbler ist gegen andere ukrainische Offizielle doch harmlos. Der ukrainische Botschafter in Kasachstan hat in einem Interview mit einem kasachischen TV-Sender kürzlich geäußert, dass das Ziel der Kiewer Junta die Ermordung einer größtmöglichen Zahl von Russen ist.

Tendenziöse Russophobir kann man leider auch bei gewissen "Experten" hier im Forum wahrnehmen. Leute, die nie in diesen Gegenden waren, muten sich an, genauestens zu beurteilen, wie diese Refenden gegen internationales Recht verstoßen haben.

Ich habe hier noch nie eine Einstufung von US-Eliten als das, was sie sind gefunden. Nämlich Kriegsverbrecher.

Karl Otto

6. Oktober 2022 13:33

Diese Rede spiegelt das Weltbild eines Paranoikers, außerdem einen massiven Minderwertigkeitskomplex gegenüber der westlichen Kultur. Zusammengesetzte Teile aus rechter (Volk und Nation, "authentische Kulturen") und linker (Anti-Rassismus und Anti-Kolonialismus) Ideologie. 

Im übrigen sollte man nicht vergessen, wie sich die Russen in den baltischen Staaten verhalten haben, als diese sich dem Westen zuwandten. In Estland gab es 1989 30% Russen, 2021 gab es noch 23%. Also haben es etwas mehr als 20% der dort leben den Russen vorgezogen, in die Heimat zurückzukehren. In Lettland waren es 34 und Ähnlich dürfte es auch im Osten der Ukraine sein; 20-25% der Menschen würde gerne zu Russland gehören, der Rest zieht das Leben in der EU vor.

qvc1753

6. Oktober 2022 13:48

Das ganze Drumherum (Referenden, Annexion, Bewilligung durch die Staatsduma und Föderationsrat) verdeckt nur dürftig, das es sich schlicht um eine Landnahme durch einen Feldzug handelt. Wenn man nur in den Kategorien von Macht und Interesse denkt, dann mag dies ein nachvollziehbares Handeln sein.
Aber andere Mächte haben eben auch Interessen und wirken dem entgegen.
Inwieweit dies dann, auf mehreren zehntausend zerstörter Leben, irgendwohin geführt haben wird, das fechten die Russen und Ukrainer gerade aus. 

Was auch immer Putin redet, Russland ist eine restaurative Macht und bedroht damit die bestehende Ordnung. Die mag man für unsinnig halten oder auch nicht - diese mit Waffengewalt ändern zu wollen bringt aber das jahrhundertelang eingeübte Verhalten der europäischen Machte wieder hervor und es geht gegen den Herausforderer der Ordnung.

Ein Europa, selbst nur ein Osteuropa, unter russischer Führung ist offenkundig nicht im Interesse der anderen europäischen Mächte. Daher wird auch mutmaßlich dieser Versuch der Hegemonie ausgehen wie die vorherigen.

 

AndreasausE

6. Oktober 2022 13:59

Vermutlich lebe ich in einer Parallelwelt, jedenfalls nicht in der Welt der MSM.

Russisch kann ich (leider) nicht, darum mußte ich auf die Übersetzung bei Röper/Anti-Spiegel zurückgreifen.

Schon angespitzt von "triggernden" Warnhinweisen im Deutschlandfunk wagte ich mich von Wort zu Wort, stets fürchtend, mich vor ungeheuerlicher Aussage des Kremelherrschers unterm Schreibtisch verstecken zu müssen... aber kam irgendwie nichts. Etwas scharf formuliert vielleicht, aber es ist ja Krieg, da wirft man nicht mit Wattebäuschchen.

Was die transatlantischen Blätter, besonders die aus dem Hause Springer, wütend gemacht haben dürfte, werden Putins Ausführungen zu den Bombenangriffen in WK II sein. Da hat der böse Kremlzar doch tatsächlich ausgesprochen, was wir Schuldkultisten nichtmal zu denken wagen sollen.

 

Alles weitere, was Putin in der Rede ausführt, war soweit erwartbar - Dresden usw., das traf ins Mark.

Laurenz

6. Oktober 2022 14:07

@die ganzen russophoben Völkerrechtskundler nach Bärbock hier (1)

Weder die Amis, noch wir sind in der Lage, eine richtige Wahl sauber durchzuführen. Ich wüßte hier keinen, der sich auf der SiN dafür eingesetzt hätte, Wahlen in den USA oder Buntland durch die UNO beaufsichtigen zu lassen, was vielleicht sogar wünschenswert wäre. Die formalen Referenden wurden deshalb durchgeführt, um sich international nicht formalen Fehlern auszusetzen. Die Debatte um den begrenzten russischen Militär-Einsatz in der Ukraine hatten wir schon. Aber das Gedächtnis vieler läßt hier zu wünschen übrig. Um innenpolitisch Stabilität zu wahren, mußte sich Rußland um die Russen in der Ostukraine kümmern. Kein Präsident kann sich auf Dauer vorwerfen lassen, tausende von Zivilisten durch die Ukrainische Junta ermorden zu lassen, ohne sich um das Problem zu kümmern. Das erinnert natürlich an die Nachkriegszeit des I. Weltkriegs im Osten Deutschlands.

Laurenz

6. Oktober 2022 14:16

@die ganzen russophoben Völkerrechtskundler nach Bärbock hier (2)

Desweiteren muß Rußland dafür sorgen, daß die Amis wieder aus der Ukraine rausfliegen, einfach aufgrund der strategischen Bedrohungslage durch Marschflugkörper. Der Wirtschaftskrieg, der durch die begrenzte Invasion ausgelöst wurde, war doch jedem Teilnehmer an diesem Wirtschaftskrieg vorher klar.  Die weitere Existenz der Ukraine garantiert den Russen den teuren Einsatz des Westens. Ohne begrenzten Krieg kein Wirtschaftskrieg mit dem Westen. Die Amis, welche jeden Monat offiziell 1,3 Milliarden US$ in die Ukraine pumpen, forderten uns die Tage erst auf, mehr Geld zu schicken, weil der Ukraine zwischen 3 & 4 Milliarden pro Monat fehlen. Die fehlen aber auch ohne Krieg. Nur in Kriegszeiten findet man weniger Investoren. Oder kennt einer der SiN-Teilnehmer hier einen Großinvestoren, der Vertrauen in den ukrainischen Sieg hat & dort im Pleitestaat groß investiert? Freue mich auf Ihre Links.

heinrichbrueck

6. Oktober 2022 15:06

"Ich möchte mich an ihre Eltern, Ehefrauen und Kinder wenden, um ihnen zu sagen, wofür unser Volk kämpft, mit welcher Art von Feind wir es zu tun haben und wer die Welt in neue Kriege und Krisen stürzt und aus dieser Tragödie einen blutbefleckten Nutzen zieht." 
"Als die Sowjetunion zusammenbrach, beschloss der Westen, dass die Welt und wir und alle sich dauerhaft seinem Diktat unterwerfen sollten." Putin
Putin scheint Rußland als Gegengift zu sehen, der Oligarchenzeit der Neunzigerjahre gewachsen. Das Problem ist nur, die damalige Liberalismusspritze (made in Hollywood) wurde noch nicht neutralisiert. Die ethnischen Russen werden Teil des Westens, ist der "Westen" die "Art von Feind", hat Putin ein Problem. "Der Westen war es", damit kommt Putin nicht durch. Viele ethnische Russen sind "verwestlicht". Wie will Putin dieses Problem lösen? 
"Wir sind stolz darauf, dass unser Land im 20. Jahrhundert die antikoloniale Bewegung angeführt hat, die vielen Völkern in der Welt die Möglichkeit eröffnete, Fortschritte zu machen, Armut und Ungleichheit zu verringern und Hunger und Krankheiten zu besiegen." - Meint Putin die Republik Tschetschenien (Russen: 49,4 % - 1959 / 1,9 % - 2010)? 

Ein Fremder aus Elea

6. Oktober 2022 15:28

Niekisch,

in Sachen Transgender etc. als Staatschef Alex Jones zu zitieren ist kein Zeichen schöpferischen Genies.

Daher: sehr schwache Rede.

Und was "In Stahlgewittern" betrifft: Jünger beschwert sich über die Fernanalysten in der Heimat, welche den Krieg schon 20 Mal gewonnen hätten. Damals noch am Stammtisch, heute auf Twitter. Nichts Neues also.

Und wo ich gerade von Reden rede... Meloni hat wirklich eine sensationelle hingelegt, und zwar deshalb, weil sie uritalienisch war und an den kulturellen Stolz der Italiener appellierte. Wenn hier in Europa jemand Alex Jones imitiert, ist's immer Retorte.

dojon86

6. Oktober 2022 15:34

@heinrichbrueck Hierzu eine Fußnote, konservative Russen haben die Tschetschenen seit je her bewundert. Alexander Solschenizyn nannte sie die einzige unter den sowjetischen Nationen,   die sich im Gulag System nicht unterwarf und die die Bewacher fürchteten, die Dichter der Zarenzeit haben den Krieg im Kaukasus besun gutgen und dabei den Mut der Tschetschenen gewürdigt.

RMH

6. Oktober 2022 15:43

", der Vertrauen in den ukrainischen Sieg hat & dort im Pleitestaat groß investiert?"

@Laurenz,

bis zur großangelegten "Polizeiaktion" wurde in der Ukraine durchaus ordentlich investiert (googlen Sie es selber - ich will den Moderatoren nicht ständig links zum prüfen vorsetzen) und das nicht nur in der Landwirtschaft, erade auch in der Industrieproduktion. Ein großer Teil unseres Baustahls kam bspw. aus dem zerbombten Werk in Mariupol. Sie verdrehen mal wieder Ursache und Wirkung. Sobald eine Befriedung da ist, wird es wieder weitergehen mit den Investitionen, denn die Löhne dort werden erst einmal niedrig bleiben. Übrigens: Und dafür steht gerade aktuell die SPD, die CSU hinter vorgehaltener Hand, und andere auch: Jeder will nach einem Ende der Auseinandersetzung auch wieder mit Russland wirtschaftliche Beziehungen aufnehmen. Auch mit einem Putin. Da sieht Frau Weidel deutlich weiter als das einfache Parteimitglied @Laurenz.

RMH

6. Oktober 2022 15:48

"Ich habe hier noch nie eine Einstufung von US-Eliten als das, was sie sind gefunden. Nämlich Kriegsverbrecher."

@H.B.,

dann lesen Sie hier offenbar nicht richtig mit. Die US-Eliten als Kriegsverbrecher? Da rennen Sie hier doch mehr oder weniger Scheunentore ein, wir sind hier nicht beim focus-online Forum.

MartinHimstedt

6. Oktober 2022 16:08

Wenn Sie heute in Franken ein Referendum abhalten würden, ob man sich von Bayern abspalten wöllte, als eigenes Bundesland, mit eigenem Ministerpräsidenten und allem Pipapo: Selbstverständlich bekämen Sie eine Mehrheit. Dies ist der eigentliche Grund, weshalb in der Ukraine tatsächlich »Scheinreferenden« abgehalten wurden. 

Mitleser2

6. Oktober 2022 16:50

Zur Kritik, dies sei ein Meinungsartikel: Natürlich ist es einer. Ich habe die meisten SiN-Artikel immer als Meinungsartikel verstanden. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie die Wahlanalysen von Daniel Fiß, und ein paar andere. SiN ist ja kein Nachrichtenportal, was theoretisch(!) anders agieren sollte.

Niekisch

6. Oktober 2022 17:17

"@Niekisch,

wie Sie in diesem Konflikt eine Stärkung des "russischen Blocks" sehen können,  verwundert doch sehr,..."

@ RMH 13:12: Wieso ich? Sie bezogen sich auf russische Sicht, ich ebenfalls. Ich zitiere Sie ( 9:28 ): "wenn es um Märkte geht, gibt man sich eben nicht mit den eigenem Auskommen zufrieden, sondern will Kontrolle auch über andere. Bei der Ukraine-Frage geht es massiv um Rohstoffe" Ich darauf  ( 11:34 ): "Es geht zusätzlichn beim einverleibten Bevölkerungsanteil um das Stärken des russischen Blocks..."

Bitte nicht einfach irgendetwas behaupten. Danke!

Niekisch

6. Oktober 2022 17:25

"Die formalen Referenden wurden deshalb durchgeführt, um sich international nicht formalen Fehlern auszusetzen."

@ Laurenz 14:07: Wenn sie schon die Juristen hassen, dann sollten Sie sich wenigstens nicht selber auf deren Stuhl schwingen. Welche Fehler in welchem rechtlichen Zusammenhang meinen Sie? Wie ich weiter oben ( 11:34 ) ausführte, will Rußland das völkerrechtlich kompatible Institut der "abhelfenden Sezession" ordnungsgemäß durchführen. Eine Spezialfrage und etwas "off topic" ist der formelle Ablauf, der wohl anfechtbar ist. Die weitere Frage dann, ob Fehler nach langer Zeit wie möglicherweise bei der Krim als geheilt gelten können. Es ist ein sehr schwieriges Rechtsgebiet, nichts für Frau Baerbock, unsere Klassensprecherin.

Volksdeutscher

6. Oktober 2022 17:38

@Ein Fremder aus Elea - "Die Russen haben sich aus Lyman zurückgezogen."

Es wäre falsch, daraus den Ausgang dieses Krieges zu weissagen. Oleksij Kuleba, Statthalter von der Oblast Kiew bestätigte auf Twitter den Angriff russischer Kamikazee-Drohnen. Es gab sechs Explosionen, die Infrastruktur wurde an mehreren Stellen beschädigt. In und um Kiew gab es am Mittwochabend drei Stunden lang Luftalarm. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe flogen insgesamt zwölf Drohnen iranischer Bauart von Süden her auf Ziele zu, von denen sechs zerstört wurden. Nach ukrainischen Berichten setzt das russische Militär seit Wochen iranische Kampfdrohnen ein. Obwohl Teheran offiziell bestreitet, solche Ausrüstung an Russland zu liefern, hat die Ukraine dies als "unfreundlichen Schritt" bezeichnet, den iranischen Botschafter ausgewiesen und das Personal der iranischen Botschaft reduziert. Wie CNN berichtete, haben die russischen Streitkräfte auch einen Angriff auf Odessa mit Shahed-136-Kamikaze-Drohnen gestartet. Übrigens, die fast 300 tausend Mann russischerseits wurde nicht für Dekortionszwecke einberufen.

Laurenz

6. Oktober 2022 17:58

@HeinrichBrück

Meinen die Amis Afghanistan (0% Amis), Syrien (0% Amis), die Ukraine (0% Amis) oder Deutschland (0% Amis)?

Hajo Blaschke

6. Oktober 2022 19:15

Tut mir wirklich leid, eine derartige Diskussion über den guten Artikel bezgl. des Konfliktes zwischen der Ukraine, die ihre Bevölkerung als Kannonenfutter der Anglosaxen opfert, zu lesen. Leute kommen mit Statistiken, die wohl aus Wikipedia stammen, aber nie Selbsterlebtes widerspiegeln.

EviGeblumenkraft

6. Oktober 2022 20:07

Lichtmesz ist wie eine Biene in Putins Honigtopf hineingebrummt... Putins  Rede war an den Westen gerichtet... und vor allem an die deutsche konservative  Opposition.

ML: Wow, die ganze Rede extra für uns, wußte gar nicht, wie enorm wichtig wir sind!

Ein wenig Schmeichelei für die verletzte deutsche Seele, ein bißchen Streicheleinheiten für die Bombardierungen von Dresden und die US- " Besetzung". Schade dass es so leicht ist... Wir dürfen von niemanden erwarten daß er uns aufrichtet oder uns etwas zurückgibt was wir als Land und Volk verloren haben. Das müssen -oder besser gesagt müssten wir schon selber in die Hand nehmen. Von Rußland etwas anderes als einen neuen Herren statt der NATO Herrschaft zu erwarten ist naiv. Weitere Analysen des Grundkonflikts Rußland-Ukraine erspare ich mir und uns... Ich lese hier viel Scharfsinniges zwischendrin. Wenn mal die Vogelperspektive eingenommen wird. - Ist alles gesagt. 

Gnaeus

6. Oktober 2022 20:08

Putins Rede zeigt doch vor allem eins: er ist keiner von uns. Er stützt sich zwar da und dort auf Tradition ab, hält dem Westen den Spiegel vor, aber blendet dabei Russlands unrühmliche Taten im 2. Weltkrieg sauber aus und scheint mir auch eher ein Altermondialist zu sein, als ein Globalisierungsgegner. Völkerrecht hin oder her, Russlands Einmarsch in die Ukraine war aus Sicht einer Grossmacht und eines Globalplayer verständlich. Die USA würden solche Zustände an ihrer Grenze keine 5 Minuten dulden. Die Referenden sind aber zum jetzigen Zeitpunkt unnötig und wirken eskalierend. Referenden abzuhalten in Gebieten, die man nicht einmal zur Gänze kontrolliert und aus denen viele Bewohner geflohen sind, haben 0,0 Aussagekraft und sind daher nicht einmal propagandistisch wirklich ausschlachtbar. Musks Vorschlag ist gut, nur hätte man das 2014 tun müssen. Jetzt kann Putin nicht mehr zurück und hat weniger Verhandlungsspielraum. Auf der anderen Seite eskaliert der Kiewer Clown, der jeweils anschreiben muss, dass er Ukrainer ist, in dem er verbietet mit Putin zu verhandeln. Würde man glauben, dass der Krieg Teil des Great Resets ist, dann wären die letzten beiden Wochen wohl der Auftakt zum Grande Finale. Rechnet man die geostrategischen Interessen der USA raus, handelt es sich +- um Grenzstreitigkeiten zweier osteuropäischer Staaten. Kein Grund die eigene Wirtschaft an die Wand zu fahren.

Hesperiolus

6. Oktober 2022 20:15

Ob Verfasser, Putin oder zutragende Schreiber sonst, hier (mehr oder gering weniger richtige) Versatzstücke nur instrumentalisieren oder aufrichtig deklarieren, dahingestellt; die Wendung gegen die hegemoniale Elite des nicht (/wenn auch: zwangs-) kollektiv-westlichen, zweifellos jedoch angelsächsisch (et al.) geprägten Globalismus eines kultural-luziferisch gradezu extraterrestrischen oligarchisme éclairé trifft es mit voller Wucht an dem immerhin entscheidenden Punkt: reiner Satanismus!

 

Oderint

6. Oktober 2022 20:33

@ Marcel, Laurenz:

Im Geographieunterricht aufgepasst zu haben, ist kein Nachteil. Sowohl Lettland als auch Estland, beide NATO-Mitglieder, grenzen direkt an Russland und von der lettisch/russischen Grenze ist es gleich weit nach Moskau wie von der ukrainisch/russischen Grenze.

Das Argument vom notwendigen Puffer zwischen Russland und der NATO und warum die Ukraine deshalb unbedingt neutral sein müsse entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Gewäsch für Denkfaule.

Gracchus

6. Oktober 2022 20:42

Statt Schein- kann man auch Witzreferenden sagen. 

Der Vorschlag Musks ist erstaunlich vernünftig; an so was habe ich auch gedacht. Ich weiß es nicht, aber es gibt auch welche, die anders als Lichtmesz den Ausgang richtiger Referenden nicht als sicher prorussisch ansehen.

Die völlig verblödete BILD hat Musk vorgeworfen, auf russische Propanda reingefallen zu sein.

MoriMorrison

6. Oktober 2022 21:51

Fakt ist, dass Deutschland sich endgültig an die USA gebunden hat, ihre Schicksale hängen nun zusammen, ob es jetzt in den Untergang geht, oder nicht. Ob Deutschland mit einem starken Russland an der Seite eine Alternative gehabt hätte, die den deutschen Rechten teuer ist, werden wir nun nie erfahren. Russland springt jetzt alleine ins kalte Wasser, wagt etwas, verbrennt die Brücken. Es entschied sich für einen anderen Weg, für eine Alternative für Russland. Die Russen sind erstarrt vor Angst, viele fliehen. Diejenigen, die bleiben, die Mehrheit, werden wieder einmal eine schreckliche, revolutionäre Zeit erleben. Russland ist wieder ein Experimentierfeld der Geschichte geworden.  Während die Deutschen sich vor allem um ihren verbliebenen Wohlstand fürchten, haben sie wieder, wie schon zwei Mal, ihre Möglichkeit zur Revolution verpasst. Wie seltsam die Kommentare hier zu lesen, wie kommt das, dass hier nur so wenige begreifen, was wirklich passiert. Es ist eine traurige Zeit für Deutschland angebrochen. Alles, was hier noch gerettet werden kann, ist nicht von Dauer. 

Hajo Blaschke

6. Oktober 2022 22:05

@ Gracchus, der Vorschlag von Musk ist für Russland indiskutabel und auch menschlich völliger Unsinn. Wer geht freiwillig zu seinem Henker zurück? Ich glaube, nicht mal Sie würden sowas tun.

Umlautkombinat

6. Oktober 2022 23:32

"Leute kommen mit Statistiken, die [...] aber nie Selbsterlebtes widerspiegeln."

Es ist der eigentliche Sinn von Statistiken, auch das genaue Gegenteil bewirken zu koennen. Das macht gerade einen Teil ihres grundlegenden Wertes aus. Weil man so Selbsterlebtes, welches oft genug Selbstgeglaubtes ist oder auch zwar Realitaet, aber nur ein Ausschnitt davon, ueberhaupt ueberpruefen kann.

Dass die Worte "Statistik" oder auch "Studie" heute im Prinzip unmittelbares Gaehnen erzeugen, ist zwar bei der durchgehenden Manipulation aller irgendwie politisch relevanten Themen unvermeidlich, d.h. aber nicht, dass sie sinnlos sind.

Ich arbeite mit diesen Dingen in meinem Beruf und ohne sie ernstzunehmen, waere ich schon oefter auf knueppeldicke Holzwege geraten. Ihre pure Existenz fuehrt auch oft genug ueberhaupt zu moeglichen Angriffspunkten, wie das Thema Corona z.B. schlagend beweist.

 

Simplicius Teutsch

6. Oktober 2022 23:45

@ Lichtmesz, danke für die Recherche, Darstellung und Einordnung von Putins Rede.

Wenn ich die unterschiedlichen moralischen, völkerrechtlichen Einlassungen, Kommentare, Meinungen, Spitzfindigkeiten hinsichtlich der Ukraine-Frage „Wer hat recht? Wer tut unrecht? Scheinreferenden oder echte, gültige Referenden?“ höre und lese, dann falle ich zurück auf meine alte, einfache Erkenntnis: „Der Sieger schreibt die Geschichte.“ Wer die Macht hat, bestimmt, was Sache ist.

Mit anderen Worten: Wenn die russische Armee, in dem von Putin auf breiter Front bis zum offenen, blutigen Krieg eskalierten Konflikt mit der Ukraine, verliert, dann kann Putin sich seine Rede, Argumente und Verhandlungsangebote sonst wohin stecken.

Wenn Putin aber militärisch siegt und Russland eine (relativ unbesiegbare) Bedrohung für den Westen (und speziell für die ukrainische Hauptstadt Kiew) darstellt, dann muss man Putin und seine Rede in gewisser Weise ernst nehmen, auch wenn man sich über den Inhalt ärgert und ihn für falsch hält. Und man muss (und wird) dann mit ihm zähneknirschend auch verhandeln.

Sugus

6. Oktober 2022 23:50

@ Oderint 20.33

Hinter den kleinen baltischen Staaten steht aber nur die Ostsee, so dass die NATO mehr Angst davor haben muss, dass die Russen zu ihrer Exklave Kaliningrad durchstoßen und dann das ganze Baltikum im Sack haben.

Die Ukraine dagegen ist der "weiche Bauch" Russlands und der größte Flächenstaat, der nur in Europa liegt. Mit der Krim entscheidet sich, wer das Schwarze Meer dominiert. Die russischen Annektionen sichern das Hinterland der Krim ab.

Jede Invasion Russlands in der jüngeren Vergangenheit ging immer auch durch die Ukraine: Deutschland WK I und WK II, Polen 1920, Unterstützung weißrussischer Truppen durch Westalliierte ebenfalls bis 1920

Gracchus

7. Oktober 2022 00:00

@Laurenz: Erstaunlich, wie viel Energie Sie verwenden, Putin zu verteidigen - nur um ihn als Geschäftspartner wiederzugewinnen. Das können Sie sich abschminken, solange beide Seiten eskalieren, und die Referenden tragen zur Eskalation bei. 

Was Sie über Juristen sagen, stimmt natürlich (abgesehen vom römischen Kirchenrecht). Die deutsche  Jurisprudenz hat das Recht zu einer elitären Sache gemacht - und das Volk quasi ausgeschlossen.

 

Gracchus

7. Oktober 2022 00:24

@Hajo Blaschke: Klar, jetzt, wo man diese Witzreferenden abgehalten, ist das für Russland indiskutabel. Es zeigt aber, dass Putins Gerede vom "Willen der Völker" Blabla ist. Was ist daran menschlich unsinnig, wenn echte Referenden abgehalten werden. Statt Parolen könnten Sie ausnahmsweise auch Argumente bringen. 

@Simplicius: Da haben Sie in gewisser Recht. Nur wird das eben noch lange dauern, bis ein Sieger feststeht. Und bis dahin ... Gerade gelesen: Sogar Jeffrey Sachs (!) rät den Europäern, schleunigst auf Friedensverhandlungen hinzuwirken. (Überdies verdächtigt er die USA der Pipeline-Zerstörung). 

 

Kurativ

7. Oktober 2022 02:55

Die Medien schreiben was sie wollen. Mit der Realität hat das Geschreibsel nichts mehr zu tun. Allein ihre Masse zählt und erzielt die entsprechende Wirkung in der Köpfen der Menschen. Vom Zeitungsständer über das Autoradio bis zu den TV-Sendern ist alles komplett eins. Es gibt keine "Vierte Gewalt". Was die Politiker sagen und was die Zeitungen schreiben unterscheidet sich nicht. Abweichungen werden bis zur Unkenntlichkeit verdreht und dienen nur dazu, ein den Feind zu markieren oder Abweichler nach öffentlicher Reue (Friedrich Merz) wieder einzuordnen.

Was in den alternativen Medien steht oder was die kleine Opposition (Teile der AfD und der Linke) sagt, scheint für die Masse und die Mehrheiten keine Rolle zu spielen.

ede

7. Oktober 2022 02:59

Die Ukraine kann militärisch nicht "gewinnen", wenn nicht westliche Bodentruppen eingesetzt werden.

Ohne die jetzt russifizierten Gebiete ist die Lage der Krim heikel.

Die Krim ist als Südzugang zum Meer und die Anrainerstaaten elementar. Andernfalls wird die für Russland unerfreuliche Partnerschaft mit China noch prekärer.

Die Ukraine als Feindstaat, ob mit oder ohne Natomitgliedschaft, ist aus russischer Sicht ohne die Industriegebiete des Donbas deutlich erträglicher. Gleiches gilt für die Kernkrafttechnologie.

Die Beendigung der Diskriminierung der "russischen" Ukrainer ist das innenpolitische Rückgrat des Krieges.

Selbstverständlich ist eine Grundsatzrede dieser Art nach innen UND nach außen gerichtet, insbesondere auch nach Deutschland.

EviGeblumenkraft

7. Oktober 2022 07:18

@Laurenz, ich rede davon die Vogelperspektive auf beide Seiten zu eröffnen. Daß es einen Interessenausgleich mit Rußland evtl. geben kann und daß Rußland seine eigenen Interessen hat, die es auch über die psychologischer Ebene durchetzen will, ist eine banale Tatsache. Es ging mir um die Beobachtung daß die emotionalen Elemente von Putins Rede bei Lichtmezs leicht verfangen haben.Was ich bedauerlich finde. Ums mal klarzustellen: ich bin für Handel und enge Beziehungen mit Rußland. Aber eine " Schutzmacht" durch die andere zu ersetzen oder die NATO zu verlassen etc...was durch viele " alternative" Medien geistert ist eine Luftnummer. Die EU mehr von den USA abzugrenzen und zu emanzipieren wäre der einzige Weg. Schritt für Schritt.. Ein Bewußtsein dafür zu schaffen daß  unser großer Bruder uns erdrücken will. Aber auch dafür gibt es nichts die kleinsten Anzeichen. Deutschland alleine kann garnichts mehr. Die Zeiten sind vorbei. Wir befinden uns zwischen 2 Mühlsteinen die immer enger justiert werden.Und man kann davon ausgehen daß dieser Krieg nicht enden wird. Jedenfalls nicht bevor Europa und vor allem Deutschland in eine industrielle Wüste verwandelt wurde, bzw der arbeitende Mittelstand ausgelöscht wurde. Da finden wir auch ein mögliches Kriegsziel: die Implementierung eines globalen Regimes des finanziellen Komplexes, der komplette Neuaufbau eines ausgeweideten Finanzssystems. And the Winner is: not you and not me.

Ulrike

7. Oktober 2022 08:25

…kurz als OT zu Nord Stream 1 und 2:

Ich weiß nicht, ob es hier schon aufgegriffen wurde und inwieweit das mit der Firmenzuständigkeit für die Reparatur der Pipelines zutreffend ist. Habe es nur als Link erhalten zusammen mit einem Screenshot von Facebook auf dem steht „Griesemann-Gruppe: Das ist das Unternehmen, das die Nord Stream 1 und 2 Pipelines repariert. Drei Wochen vor den Anschlägen auf die Pipelines kam der Chef dieses Unternehmens mit seiner Familie im Privatjet ums Leben.“

Sowie einen Link auf einen russischen Artikel, auf welchem die Flugroute des Unglücksflugzeugs von Deutschland bis kurz vor die Küste Lettlands gezeigt wird.

deutscheridentitaerer

7. Oktober 2022 08:38

Dass die Ukraine ein Recht auf Selbstverteidigung hat, ist jedem klar. Dementsprechend eindeutig sind die Sympathie verteilt.

Aber auch Russland hat, als Imperium, ein Recht darauf eine abtrünnige Provinz in seine imperialen Einflusszone zu zwingen. Denn auch für Russland ist es eine Frage auf Leben oder Tod, oder zumindest Knechtschaft. Man mag vielleicht sagen, dass Russland dann eben als Nationalrumpfstaat zu existieren hat und alle unterworfenen Völker freizugeben hat. Erstens aber wäre das eben dennoch das Ende des Russischen Reiches, eines spezifischen staatlichen Körpers. Und zweitens wäre dieser Rumpfnationalstaat dann der imperialen Macht Amerikas so hilflos ausgeliefert wie beispielsweise wir.

Hajo Blaschke

7. Oktober 2022 08:50

Gracchus, Sie wollen von mir Argumente hören. Sie glauben, wenn Sie diese Referenden als Witzreferenden bezeichnen, beeindruckt das irgenjemanden. 

Argumente für die Rechtmäßigkeit der Referenden liefern die internationalen Wahlbeobachter und der Fakt, dass über 90% der Wahlberechtigten wegwollen von der Killerjunta in Kiew, die in acht Jahren über 14 000 zum größten Teil Zivilisten ermordet haben.

Niekisch

7. Oktober 2022 08:57

"Niekisch,

in Sachen Transgender etc. als Staatschef Alex Jones zu zitieren ist kein Zeichen schöpferischen Genies.

Daher: sehr schwache Rede."

@ Ein Fremder aus Elea 6.10 15:28: In dem mir bekannten Redetext zitiert Putin diesen seltsamen Herrn Jones nicht. Und wenn doch, warum soll der eine Punkt diese fast schon revisionistischen deutschen Reden am Vorabend des Zweiten Weltkrieges und im Weltkrieg ähnelnde Rede zu einer "sehr schwachen" machen? 

Niekisch

7. Oktober 2022 09:05

"Was Sie (Laurenz) über Juristen sagen, stimmt natürlich (abgesehen vom römischen Kirchenrecht). Die deutsche  Jurisprudenz hat das Recht zu einer elitären Sache gemacht - und das Volk quasi ausgeschlossen."

@ Gracchus 00:24: Das römische Recht ist uns als fremdes Recht übergestülpt worden, hat quasi gewaltsam das germanische Gemeinrecht mit seiner Allod-Verfassung abgelöst, ohne daß ein deutscher Jurist beteiligt war. Die elitären Verhältnisse sind hauptsächlich dadurch entstanden, daß sozusagen Juristendynastien bestimmend waren. Als Handwerrkersohn war ich im Studium sofort ein wenig isoliert und kämpfte mich als Werkstudent alleine durch, während Kollegen mit Papas Porsche zur Uni fuhrenund massiv auftrumpften. 

Es kommt immer auf den einzelnen Juristen an, ob er das "Volk ausschließt". Ich hatte glücklicherweise immer Tätigkeiten, wo ich helfen konnte.

wolfdieter

7. Oktober 2022 09:52

Der Vorschlag Musk der „Neutral überwachten Neu-Abstimmung“ geht von dem Missverständnis eines funktionierendes Rechtssystems aus. Das haben wir nicht.

Amerika wacht wie ein Schießhund über Staaten, die in sich die Saat der Souveränität aufweisen. Beispiele sind Libyen oder Irak. Putin hat – als Geheimdienstler – das wohl realisiert und ab 2000 darauf geachtet, bei Wiederherstellung des Staats unter dem Radar der Amis zu bleiben.

Ein Bänker in meinem familiären Umfeld hat das amerikanische Narrativ geäußert: dass die Persönlichkeit Putin Eroberungsfantasien anhängt. Amerika schlussfolgert von sich auf andere.

Russland als relativ dünn bevölkertem Flächenland Expansionsbedarf zu unterstellen ist weltfremd. Russland ist – eigentlich seit 1812 – permanent in der Defensive; Hauptverteidigungswaffe war stets der Winter.

Die Militäraktion der Russen hat strikt defensiven Charakter.

Franz Bettinger

7. Oktober 2022 10:40

@Karl Otto meint, Russland bedrohe die bestehende Ordnung. - Na, gefällt Ihnen denn diese Orndung?

Franz Bettinger

7. Oktober 2022 10:56

Putin hat ja viele Schandtaten des Westens aufgezählt, aber den Elefanten im Raum erwähnte er nicht. Warum? Wäre Putin wirklich Opponent des WEF und der NWO, wie er vorgibt, dann würde er seine Insider-Kenntnisse doch wohl nach außen kehren. Oder warum sollte er das nicht tun? Genauso würde er sein Wissen bzgl. 9/11 und vieler anderer Dinge (bis zurück in die KZ-Zeit) auf den Tisch legen. Er würde die russischen Chroniken öffnen. Warum tut er all dies nicht? Vielleicht hat @Gustav eine Theorie dazu?

Hajo Blaschke

7. Oktober 2022 11:06

Mal etwas Grundsätzliches zu "Annexion der Ostukraine" durch Russland.

Annexion ist die gewaltsame und widerrechtliche Aneignung fremden Gebiets. Die Installation der sog. Republik Kosovo ist nach dieser Definition eine Annexion. Diese Annexion wurde im Übrigen selbst von etlichen EU-Staaten nicht anerkannt.

Die nach den Referenden erfolgte Eingliederun der sog. Ostukraine ist nach der gültigen Definition keine Annexion.

Die immer mal hier auftauchende Angstmache, dass es für Deutschland schlimmer als bisher wäre, die "Schutzmacht" USA gegen eine Schutzmacht Russland auszutauschen ist entweder naiv oder Propaganda. Russland hat nie das Ziel verkündet, Schutzmacht für Deutschland zu sein. Das Ziel Russlands ist es, mit Deutschland als souveränem Staat zusammenzuarbeiten. Die momentanen Erkenntnisse Russlands sind, dass Deutschland sich in vasallenhafter Selbstauflösung befindet und dass man die Yankees fragen sollte, wenn man mit Deutschland zusammenarbeiten will. Bestes Beispiel dafür sind die idiotischen Sanktionen der EU gegen Russland, die erstens Russland überhaupt nicht schaden und an denen sich zweitens die Yankees größtenteils selbst gar nicht beteiligenm

 

Laurenz

7. Oktober 2022 12:46

@EviGeblumenkraft @L.

Schutzmacht

Weise Sie auf unsere Geschichte hin, als wir als Großmacht des II. Reichs, isoliert, nur die K&K-Deutschen Österreich-Ungarns als Verbündete nennen konnten. Österreich-Ungarn hatte aber dämlicherweise, ähnlich den Franzosen in Indochina, seine gesamte Investitionskraft in Bosnien versenkt & auch noch den sogenannten Schweinekrieg gegen Serbien verloren. Die Habsburger provozierten aber, genau wegen dieses relativ wertlosen Landstrichs einen Krieg mit Serbien & Rußland, ohne dafür in irgendeiner Art & Weise gerüstet gewesen zu sein. Hätte man weitsichtiger den Serben & damit Rußland einen Adriazugang gegönnt, wäre alles Konflikt-Potential von Zentral-Europa weg gewesen, verschoben worden. Sie sehen, wir sind ohne einen Bismarck viel zu klein, um alleine, ohne Weltmacht als Verbündeten, agieren zu zu können. Und dann stellt sich die Frage, mit welcher Weltmacht wir mehr Interessenausgleich schaffen können. Alles andere ist illusorisch.

ede

7. Oktober 2022 14:53

@Laurenz, Schutzmacht.

Stimme Ihnen zu.

"Und dann stellt sich die Frage, mit welcher Weltmacht wir mehr Interessenausgleich schaffen können. Alles andere ist illusorisch."

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob eine Mehrpoligkeit nicht auch im Interesse der USA, zumindest langfristig, sein sollte. Die Amerikaner können doch eigentlich kein Interesse an einem Vasallenstatus Russlands in Bezug zu China haben.

Einzige Erklärung: Größenwahn.

Laurenz

7. Oktober 2022 19:41

@Franz Bettinger

Putin würde die russischen Chroniken öffnen. Warum tut er all dies nicht?

Das hatten wir die letzten Jahre schon öfters debattiert. Wenn Du jetzt Präsident der Russischen Föderation werden würdest, gäbe es auch keine Veränderung Putin'scher Politik. Du würdest einen Teufel tun, irgendwelche Archive zu öffnen. Alle ehemaligen Völker der Sowjetunion blicken auf 70 Jahre gescheitert sein zurück. Bis auf etwas Sport, Juri Gagarin & den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg gibt es nichts, worauf man mit Stolz zurückblicken könnte. Nicht umsonst hat die Sowjetunion diese 3 Erfolge zu ihrer Identität hochstilisiert. Die Serben feiern noch heute den Verlierer König Lazar, weil Völker solche Superhelden brauchen, um wer zu sein, etwas was das Volk zum Überleben verbindet. Für die Russische Föderation hat sich das nicht geändert, man nahm die Orthodoxe Kirche dazu, um den Kit zu erschaffen, welcher das Gebilde zusammenhält. Würde Putin die Wahrheit zur sowjetischen Geschichte sagen, fiele sein Land mutmaßlich auseinander. Das mag in 30 Jahren anders sein, falls Rußland es zB schafft, der westlichen Aggression Einhalt zu gebieten. Da die Deutschen nichts außer Fußball haben, befinden wir uns quasi in völkischer Auflösung als Staat.

Niekisch

8. Oktober 2022 15:28

"befinden wir uns quasi in völkischer Auflösung als Staat."

@ Laurenz 19:41: Seltsame Formulierung, die in sich widersprüchlich ist. Bitte erst laden, dann zielen, dann schießen.

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