Sammelstelle für Gedrucktes (55): Neusortierung

Die Konvergenz der Krisen ist in der Bundesrepublik die Zeit der AfD, nicht (nur) jene der Exekutive.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Immer dann, wenn das poli­ti­sche Estab­lish­ment mit grö­ße­ren Pro­ble­men zu kämp­fen hat, kann die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land zulegen.

Das war 2015 so, als die Migra­ti­ons­kri­se das Land traf, und das ist jetzt so, im Zei­chen der Energie‑, Ver­sor­gungs- und Infla­ti­ons­kri­se. Tritt man einen Schritt zurück, kann man hier noch die Euro­kri­se ver­bu­chen – ohne die­se wäre bekann­ter­ma­ßen die Ursprungs­al­ter­na­ti­ve gar nicht gegrün­det und eta­bliert worden.

Nun ist die Kri­se da, und sie wird sich aller Vor­aus­sicht nach in den kom­men­den Win­ter­mo­na­ten zuspit­zen. Vor­bo­ten des »Wut­win­ters« sind Spa­zier­gän­ge und Demons­tra­tio­nen in Ost­deutsch­land, wobei Gera mit 10.000 und Chem­nitz mit 8.000 Teil­neh­mern in den letz­ten Tagen hervorstachen.

Zehn­tau­sen­de gehen bereits jetzt, Anfang Okto­ber, mon­tags auf die Stra­ße in Sach­sen und Thü­rin­gen, aber auch in ande­ren Bun­des­län­dern. Die FAZ (v. 8.10.2022) schreibt dazu:

Bei dut­zen­den Kund­ge­bun­gen in den ost­deut­schen Bun­des­län­dern waren es schät­zungs­wei­se ins­ge­samt mehr als 100 000 [Demons­tran­ten].

Der Fun­ken, den die­se ver­sprü­hen, kann jeder­zeit auf neue Regio­nen über­sprin­gen, wenn sich enga­gier­te Akteu­re auf­tun, die eine gere­gel­te Platt­form für legi­ti­mes und lega­les Auf­be­geh­ren schaffen.

Par­al­lel zum Auf­be­geh­ren auf der Stra­ße kann die AfD in Umfra­gen zule­gen: Ob Rhein­land-Pfalz, Hes­sen oder Nord­rhein-West­fa­len – selbst auf die­sen eher schwie­ri­gen Ter­rains sind der­zeit Zuge­win­ne zu pro­gnos­ti­zie­ren, ganz zu schwei­gen von Thü­rin­gen, wo die AfD kon­se­quent stärks­te Kraft ist, und neu­er­dings auch Bran­den­burg, wo man als Spit­zen­rei­ter nun bei 25 Pro­zent steht und die SPD in der eigent­lich »roten Mark« auf Abstand hält (22 Prozent).

Alles in But­ter also?

Mit­nich­ten. Es besteht kein Grund zur Eupho­rie, zumal der Eigen­an­teil an der pro­zen­tua­len Posi­tiv­ent­wick­lung, ob bei der Land­tags­wahl in Nie­der­sach­sen oder bei Umfra­gen in ande­ren Bun­des­län­dern, noch denk­bar gering ist.

In einer frü­he­ren »Sam­mel­stel­le« führ­te ich das »Drit­tel­prin­zip« aus und gebe es hier zur Erin­ne­rung gestrafft wieder:

Ein Drit­tel der Stim­mungs­la­ge hängt von objek­ti­ven Gege­ben­hei­ten ab, vom all­ge­mei­nen poli­ti­schen Zustand des Lan­des und der Wirt­schaft. Ein zwei­tes Drit­tel hängt von der »Per­for­mance«, der Leis­tungs­bi­lanz, der poli­ti­schen Geg­ner ab. Wel­che Skan­da­le lie­gen vor, was ging schief, wo liegt tota­les Ver­sa­gen vor. Und ein drit­tes Drit­tel hat man selbst in der Hand. Die AfD kann und muß die­ses selbst gestalten.

Ohne die nach­hal­ti­ge Auf­bau- und Struk­tur­ar­beit bei­spiels­hal­ber in Erfurt und Pots­dam zu schmä­lern: Aber es gibt gute Grün­de anzu­neh­men, daß die der­zei­ti­gen Zuwäch­se kri­sen­be­dingt sind; vie­le Wäh­ler ent­frem­den sich der herr­schen­den Par­tei­en und bekun­den Protestabsichten.

Das muß nicht so blei­ben, das kann aber so blei­ben – vor­aus­ge­setzt, die AfD erle­digt ihre Haus­auf­ga­ben als greif­ba­re, bür­ger­na­he und sozia­le Volks­par­tei, wie sie durch die AfD-Lan­des­chefin in Bran­den­burg erneut aus­ge­ru­fen wur­de. Eine sol­che Kraft bewahrt den Allein­ver­tre­tungs­an­spruch als Alter­na­ti­ve zum fal­schen Ganzen.

Und links der Mit­te, wo man stets auf sozia­le Kri­sen »hoff­te«, um nun gänz­lich leer aus­zu­ge­hen, was tut sich da?

Alles kreist sich, man kennt das Spiel, um Sah­ra Wagen­knecht. Ein Teil der Links­par­tei betreibt wei­ter ihren Aus­schluß, weil sie das Pro­blem dar­stel­le, ein ande­rer, klei­ne­rer Teil unter­stützt sie und ver­weist auf inner­lin­ken Pluralismus.

Nun kommt Bewe­gung in die Sache. Die Bild-Zei­tung (v. 6.10.2022) meldet:

Wäh­rend die Lin­ke in Umfra­gen und bei Wah­len eher schlecht abschnei­det, wür­den nach einer reprä­sen­ta­ti­ven INSA-Umfra­ge für BILD zehn Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten („sehr sicher“) eine „Wagenknecht“-Partei wählen.

30 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten könn­ten sich vor­stel­len, dies zu tun.

Das gin­ge zwei­fel­los nicht nur auf Kos­ten der Links­par­tei, son­dern auch auf Kos­ten der AfD.

Denn Umfra­gen zufol­ge ist sie in der AfD-Wäh­ler­schaft über­aus beliebt. Sie ver­tritt denn auch eini­ge Stand­punk­te, die her­vor­ra­gend zur AfD, min­des­tens im Osten, pas­sen. Es sind sou­ve­rä­nis­ti­sche, popu­lis­ti­sche und glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­sche Aspek­te, die ich in mei­nem kapla­ken-Band Blick nach links ana­ly­sie­re und Schritt für Schritt auf Kom­pa­ti­bi­li­tät mit dem Soli­da­ri­schen Patrio­tis­mus abklopfe.

Wagen­knecht öff­net somit einer­seits – zum Ärger anti­fa­schis­ti­scher Tür­ste­her – den Dis­kurs­raum für ent­spre­chen­de welt­an­schau­li­che Ansät­ze aus dem »rech­ten« Kon­text und speist zudem real­po­li­ti­sche Impul­se in die poli­ti­sche Öffent­lich­keit ein. Da kann man anset­zen; das hilft.

Ande­rer­seits führt sie mit volks­na­hen Argu­men­ten und kon­se­quent sozia­lem Kurs poten­zi­el­le Wäh­ler aus­ge­rech­net zu einer Par­tei, in der volks­ver­nei­nen­de, woke und links­glo­ba­lis­ti­sche Pro­gram­ma­tik wei­ter­hin domi­niert. Das ist eine Art Eti­ket­ten­schwin­del, den es als sol­chen zu benen­nen gilt.

Nun also schwirrt das Gerücht durch das poli­ti­sche Deutsch­land, wonach die Par­tei­grün­dung Wagen­knechts näher rücke.

Der Wes­ten (v. 12.10.2022) fragt ein wenig zugespitzt:

Sah­ra Wagen­knecht: Zer­stört sie AfD und Lin­ke jetzt mit eige­ner neu­er Partei?

Dafür benö­tigt sie frei­lich erst die pas­sen­den Start­vor­aus­set­zun­gen. Ins Blaue hin­ein wür­de ein Polit­pro­fi wie sie nichts (mehr) star­ten; das kraß geschei­ter­te Expe­ri­ment »Auf­ste­hen« dürf­te War­nung genug sein.

Der Wes­ten son­diert daher die Lage:

Die Chan­cen auf Erfolg mit der Grün­dung ihrer eige­nen Par­tei ste­hen nicht schlecht für Wagen­knecht. So stie­gen die Zustim­mungs­wer­te der Lin­ken-Abge­ord­ne­ten zuletzt kon­trär zu dem poli­ti­schen Abstieg der Lin­ken. Ende Sep­tem­ber kata­pul­tier­ten sie Teil­neh­mer einer INSA-Umfra­ge für die „Bild“ auf Platz vier im Spit­zen-Ran­king der belieb­tes­ten Politiker,

was dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt ist zum Stan­ding der Links­par­tei im Umfra­ge­kos­mos (bun­des­weit zwi­schen 3,5 und 5 Prozent).

Zunächst, und da hat Der Wes­ten recht, wür­de eine Lis­te Wagen­knecht folg­lich die Links­par­tei »zer­stö­ren«: 66 Pro­zent der Links-Wäh­ler wür­den eine Par­tei von Wagen­knecht begrü­ßen. Selbst wenn dann nicht jeder von die­sen Wäh­lern auch tat­säch­lich Wagen­knecht gegen­über der Links­par­tei bevor­zu­gen wür­de: Die Fünf­pro­zent­hür­de bun­des­weit wäre poten­ti­ell uner­reich­bar für eine Lin­ke mit Mar­tin Schir­de­wan und Jani­ne Wiss­ler, aber ohne Wagenknecht.

Das Pro­blem aus unse­rer Per­spek­ti­ve teilt Der Wes­ten indes eben­falls mit, denn

auch AfD-Wäh­ler zeig­ten sich bei der Umfra­ge begeis­tert von der Vor­stel­lung. 63 Pro­zent der befrag­ten AfD-Wäh­ler wür­den eine der­ar­ti­ge Par­tei-Neu­grün­dung eben­falls befürworten.

Nun kann »befür­wor­ten« vie­les hei­ßen: Man mag die Par­tei­grün­dung favo­ri­sie­ren, um die Links­par­tei end­gül­tig im Nir­va­na ver­senkt zu wis­sen, oder um die star­re Par­tei­en­land­schaft auf­zu­bre­chen, indem eine links­po­pu­lä­re Kraft das Feld erweitert.

Es kann aber auch hei­ßen, daß sich eine erkleck­li­che Zahl von Wäh­lern von der AfD abwen­det. Die Wahr­schein­lich­keit für ein ent­spre­chen­des Ver­hal­ten ist natur­ge­mäß bei jenen AfD-Wäh­lern am größ­ten, die die AfD aus­schließ­lich man­gels bes­se­rem wäh­len, um die Alt­par­tei­en »abzu­stra­fen«. Nie­der­sach­sen hat ganz aktu­ell gezeigt, daß dies für eine erheb­li­che Pro­zent­zahl, wohl mehr als die Hälf­te der Wäh­ler, aus­schlag­ge­bend war. Der Zulauf ist da, aber ob er nach­hal­tig ist, bleibt offen.

In der FAZ (v. 8.10.2022) wird dazu For­sa-Chef Man­fred Güll­ner konsultiert:

Sein Insti­tut zeigt in einer aktu­el­len Ana­ly­se, woher der Zulauf kommt. Neben Wäh­lern vom rech­ten Rand der ande­ren Par­tei­en, die sich dort laut Güll­ner vor­über­ge­hend “ver­steckt” haben, sind es vor allem eins­ti­ge Nicht­wäh­ler. Das passt zu der Erkennt­nis aus zurück­lie­gen­den Wah­len, wonach die AfD zuletzt vor allem des­halb Stim­men ver­lo­ren hat, weil ihre Wäh­ler zu Nicht­wäh­lern wurden,

was erneut die Not­wen­dig­keit unter­streicht, die eige­nen Wäh­ler an sich zu bin­den, Milieu­bil­dung zu betrei­ben und aus Pro­test- und Wech­sel­wäh­lern Stamm­wäh­ler zu machen, bevor man in neue Gefil­de aus­grei­fen kann. Blei­ben die AfD-Sym­pa­thi­san­ten ober­fläch­lich »dabei«, droht jeder­zeit die Abwan­de­rung bei bes­se­rem Alter­na­tiv­an­ge­bot auf dem Markt der poli­ti­schen Mitbewerber.

Nicht nur Die Lin­ke, son­dern auch die AfD müß­te daher mit Ver­lus­ten rech­nen, wenn es Wagen­knecht gelin­gen soll­te, die mühlse­li­ge Arbeit eines Par­tei­auf­baus zu bewerk­stel­li­gen. Wie­vie­le Deut­sche wür­den dann Wagen­knecht tat­säch­lich wählen?

Der Wes­ten meint:

Die Ant­wort könn­te das gesam­te poli­ti­sche Sys­tem umkrem­peln. So gaben 30 Pro­zent der Befrag­ten an, eine Wagen­knecht-Par­tei mög­li­cher­wei­se zu wäh­len. Sie könn­ten sich das vor­stel­len. 10 Pro­zent sei­en sich dies­be­züg­lich sogar „sehr sicher“,

wobei man bedau­er­li­cher­wei­se nicht erfährt, auf wel­che Kos­ten die­se 10 Pro­zent zu ver­bu­chen wären. Die Wahr­schein­lich­keit, daß Links­par­tei und AfD getrof­fen wür­den, ist jedoch immens.

Schon allein aus die­sem Grund ist Geg­ner­be­ob­ach­tung ange­ra­ten; es gibt kei­ne Garan­tie für die AfD, ein Mono­pol auf Pro­test­wahl zu bewah­ren. Auch wenn eine Lis­te Wagen­knecht dabei kei­ne Erfolgs­ga­ran­tie für sich bean­spru­chen kann, dürf­te sie damit zur Bedro­hung für die AfD wer­den. Grund genug, das eige­ne »Drit­tel« (sie­he oben) best­mög­lich zu bearbeiten.

Die AfD ist hier auf einem guten Weg; sie soll­te sich aber auch dann nicht von ihm abbrin­gen las­sen, wenn die media­len, poli­ti­schen und womög­lich auch repres­si­ven Stör­feu­er grö­ßer wer­den. Und mit jedem Pro­zent­punkt, den die AfD zulegt, ob in einem bestimm­ten Bun­des­land oder im Bund, wer­den die­se grö­ßer. Vor allem in der Kon­ver­genz der Kri­sen bedarf es daher küh­ler Köp­fe, bren­nen­der Her­zen und eines lan­gen Atems.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (30)

Dieter Rose

13. Oktober 2022 08:48

. . und plötzlich wären die von der AfD abgesprungenen Wagenknechtpartei-Wähler keine Nazis mehr!!!

Ein Grund auf diesen Parteizug aufzuspringen???

Niekisch

13. Oktober 2022 09:23

"Denn Umfragen zufolge ist sie in der AfD-Wählerschaft überaus beliebt. Sie vertritt denn auch einige Standpunkte, die hervorragend zur AfD, mindestens im Osten, passen. Es sind souveränistische, populistische und globalisierungskritische Aspekte,.."

Vor allem die "Normal" bevölkerung betreffende Aspekte. Wagenknecht ist insoweit garantiert dem Volke näher als weite Teile der AfD. 

Nicht Wagenknecht paßt zur AfD, sondern die AfD muß werden wie Wagenknecht.

RMH

13. Oktober 2022 09:35

Sahra Wagenknecht hat sich einmal zu ihrem burnout geäußert:

Sahra Wagenknecht spricht über Burnout und möglichen Ausstieg (t-online.de)

Der Grund, trotz burnout weiterzumachen, war nach ihrer Aussage, "Doch wäre es das Eingeständnis, "dass ich die Hoffnung aufgegeben habe, selbst politisch noch etwas bewegen zu können""

Jetzt kann Sie ja offenbar etwas bewegen, da könnten die gesundheitlichen Bedenken evtl. auch verfliegen, insbesondere, wenn ANDERE ihr das Podium bereiten, die Kärrnerarbeit machen und sie nur das Gesicht sein darf.

PS: Wer diese "ANDEREN" sein könnten oder bereits sind, darüber kann man jetzt spekulieren - warum nicht auch einmal mit dem hier in diesen Debattenrunden so beliebten "Cui bono"-Spielchen, da wird man vermutlich schnell auf ganz "seriöse" Helfer schließen können.

PPS: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer Wagenknecht wählt, wird nie Hilfe für Deutsche bekommen, sondern Solidarität für Alle, die jetzt nun schon mal da sind und Stabilisierung des Establishments, welches die Argumente von links sicher bereitwillig übernehmen wird, ganz im Gegensatz zu denen von rechts. Das bisschen Russophilie bei der aktuellen S.W. - das wird schon noch weg moderiert oder marginalisiert. Machbar!

Umlautkombinat

13. Oktober 2022 10:48

Schopenhauer sagt ja: "Der Mensch kann zwar tun was er will, aber er kann nicht wollen, was er will."

Uebersetzt heisst das fuer die AfD die Frage, inwieweit sie sich neu erfinden kann oder nicht. M.E. erscheint sie in ihrer Weltanschauung fuer Aussenstehende als relativ abgeschlossen, mit "abgeschlossen" in  dem Sinn gemeint, dass nicht viel Neues dazukommt. Dasjenige was aber da ist,genuegt  letztlich nicht um zu tragen. Weil es eben wie im Artikel mehrfach bemerkt eine Anti-Haltung ist, die das wesentliche definierende Element bildet.

Das ist bei den Gruenen anders - etwas, was ich als Kommentar zum Fiss-Artikel hervorheben wollte - und zwar unabhaengig davon, wie bizarr deren Vorstellungen auf Leute wie mich schon immer wirken oder auch wie "zur Kenntlichkeit entstellt" sie durch zunehmenden Realitaetseinbruch mittlerweile auch fuer Andere werden. Ein Entwurf bleibt selbst als diese kranke Fratze eines lebenswerten Zieles ein Entwurf. Da hat es jeder konservative Ansatz deswegen schwer, weil er seiner Natur entsprechend gern zurueck will. Dem steht gegenueber, dass selbst einfache Leute - die eben nicht nur dumme Michel sind - merken, dass hier objektiv Irreversibles passiert. Und letzteres Wort verbietet halt viele Formen von Rueckbindung.

Der naechste Gewinner ist der, der einen Weg oeffnet. Weniger darf man nicht wollen (sic!).

Allnichts

13. Oktober 2022 11:57

1/2

Ich bin skeptisch, was die Erfolgsaussichten einer Wagenknecht-Partei angeht. Grundsätzlich kann ich mir einige anfängliche Achtungserfolge vorstellen, es würde Staub aufgewirbelt, auch würde sicherlich die AfD geschwächt, nur würde es Stand jetzt sowohl an inhaltlicher als auch an personeller Substanz fehlen, um langfristig, vielleicht auch nur mittelfristig ein Faktor zu sein. Es stünde und fiele alles mit Wagenknecht, solche so stark an eine Person gebundenen Parteien ohne wirklichen Unterbau hatten in der BRD bisher eher nur kurzweiligen Erfolg, wenn überhaupt. Ein richtiger Skandal der Person Wagenknecht und alles liegt in Scherben. Lafontaine wäre theoretisch noch ein Zugpferd, der geht allerdings auch schon auf die 80 zu. Dahinter wird es dann schon sehr dünn. Davon abgesehen stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine eigene Wagenknecht-Partei braucht, denn es gibt ja bereits die DKP, die inhaltlich sehr nahe liegt und zu der Wagenknecht, Dagdelen usw. auch immer wieder einmal die Nähe suchen.

Die sehr oft anzutreffende rechte Begeisterung für Wagenknecht ist für mich ähnlich befremdlich wie die rechte Begeisterung für Zemmour, an die und an den sich heute niemand mehr so recht erinnern mag. Wer stärkere nationale und soziale Politik wünscht, der schaut weiter nach rechts und nicht nach links. Was Wagenknecht von der AfD hält, sollte klar sein, und das dürfte noch sehr viel mehr für die eigentliche Neue Rechte gelten, also auch nahezu jeden, der hier schreibt.

Allnichts

13. Oktober 2022 12:02

2/2

Kritisiert werden muss Benedikt Kaisers Umgang mit Daten und Aussagen, in dem Fall vor allem Umfrageergebnissen. "Bundesweit zwischen 3,5 und 5 Prozent" vermittelt einen falschen Eindruck, denn selbst wenn die 3,5 % - es gibt für dieses Jahr sogar noch eine Umfrage mit 3% - nicht falsch sind, sind sie doch eine Ausnahme, während die 5 % mehr oder weniger den Durchschnitt darstellen, nicht die Höchstgrenze, welche wiederum bei erst kürzlich erhobenen 7 % liegt, auch 6 % sind nicht unüblich. Überhaupt zeigt sich die Linkspartei in den Umfragen wieder etwas erstarkt, natürlich auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Ob das nun an Wagenknecht liegt und - falls ja - in positiver oder negativer Weise oder auch Die Linke einfach verstärkt Protest anzieht, ist dabei keinesfalls ausgemacht. In dem "Der Westen"-Artikel steht auch nicht, dass 66 % der Linken-Wähler eine Wagenknecht-Partei begrüssen würden, sondern dass sie Wagenknecht an der Spitze einer Partei gut fänden. Das ist in dem Zusammenhang ein Unterschied. Nicht zuletzt mag Wagenknecht selbst in einer Umfrage sehr gute Ergebnisse erzielen, in einer anderen nimmt ihr ohnehin niedriger Beliebtheitswert dagegen weiter deutlich ab.

Insgesamt vermittelt das den Eindruck, die Linkspartei solle hier hinunter- und Wagenknecht heraufgeschrieben werden. Das ist dann aber keine saubere Analyse, sondern bereits Politik, und führt zu falschen Schlüssen, die auch niemandem weiterhelfen.

Volksdeutscher

13. Oktober 2022 12:29

"Denn Umfragen zufolge ist sie in der AfD-Wählerschaft überaus beliebt."

Kein Wunder, daran sind sowohl amtierende als auch ehemalige AfD-Leute (wie Petri) schuld, die von Wagenknecht sagten, sie sei in der "falschen Partei", womit sie wohl zu sagen gedachten, daß sie in Wirklichkeit in die AfD gehörte. Ich finde es nach wie vor falsch, jedem Linken Beifall zu klatschen, nur weil, er sich ein Jota weit vom vorgeschriebenen Kurs entfernt. Man muß solche Leute nicht schlecht machen, aber es ist unnötig, es kann sich verheerend auswirken, wenn man sie betrachtet, als wären sie schon beinahe Rechte. Der Gedanke, daß sie "eigentlich" Kryptorechte seien, nur trauen sie sich nicht, sich dazu zu bekennen, ist nicht mehr weit davon entfernt. Mit solchen Gleichsetzungen erzeugt man gewollt ungewollt eine "Linksstimmung" in der Partei, auf jeden Fall schiebt man sie nach links, wenn man sie zu oft wiederholt. Man sollte damit aufhören und klar die Grenzen ziehen, d.h. klarmachen, daß für bestimmte Aussagen und Handlungen sehr wohl unterschiedliche Gründe und Ziele vorhanden sind (oder sein können), selbst zwei das Gleiche sagen und tun.

Laurenz

13. Oktober 2022 13:33

@Dieter Rose

keine Nazis mehr!!!

Lesen Sie einfach wöchentlich die Rubrik Ausgestoßene(r) der Woche auf Achgut & sie werden feststellen, daß auch Linke aus dem idiologischen Fensterrahmen fallen, wenn sich die Meinung medienkritisch offenbart. Twittersperrungen etc., sind ein gutes Indiz.

Selbst der Pop-Titan, der sich niemals politisch äußert, hat die Grünen volle Kanne in die Pfanne gehauen. Das will was heißen. https://youtu.be/11crsYv4KqE

@Niekisch

Wagenknecht

Man kann weder Charisma noch Lichtgestalten aus dem Hut zaubern. Seit BK anfing über den Solidarischen Patriotismus zu veröffentlichen, haben wir zu diesem Thema unzählige Debatten mit unseren liberalen Weichspülern führen müssen. Die AfD hat sich mit Chrupalla und dem Abgang Meuthens hier tendenziell entsprechend positioniert, was auch an den liberal erzielten Wahlergebnissen lag. Jetzt wollen Sie, daß die AfD sich nicht solidarisch zeigt, sondern sozialistisch? Das wird sich schwierig gestalten.

@Allnichts

Hier muß ich Sie tatsächlich unterstützen. Eine Liste Wagenknecht wird schon deshalb nicht funktionieren, weil auch alle woken, links-liberalen Berufsparasiten dieser Partei beitreten werden, wenn sie in den Umfragen vor der Ex-PDS liegt.

Freichrist343

13. Oktober 2022 14:02

Bundesweit liegt die AfD bei ca. 15 %. Die SPD liegt bei ca. 19 %. Bitte googeln: Sonntagsfrage 

Die Linke wäre bei der letzten Wahl fast aus dem Bundestag geflogen. Wagenknecht als Chefin könnte die Linke retten. Dann wäre auch eine Querfront Linke/AfD möglich. Die Linke hat zumindest damit recht, dass Abrüstung nötig ist. Die AfD hat recht damit, dass Abtreibungen verhindert werden müssen. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana 

Hajo Blaschke

13. Oktober 2022 15:55

Freichrist343, mit Wagenknecht wird es nie eine Querfront Linke/AfD geben. Das ist naive Illusion. Wagenknecht hat schon sehr oft geäußert, dass es für sie nie eine Zusammenarbeit mit der AfD geben kann und wird. 

Laurenz

13. Oktober 2022 16:32

@Freichrist343 (1)

Die Linke wäre bei der letzten Wahl fast aus dem Bundestag geflogen.

Die Wahl muß laut Anordnung eines Gerichts wiederholt werden. Aber die Politik ziert sich. Denn, bei einer Nachwahl könnte Die Linke bei dem Verlust eines Direktmandats immer noch aus dem BuntenTag fliegen.

Wagenknecht als Chefin könnte die Linke retten.

Das ist völlig illusorisch. Frau Wagenknecht verfügt nur zischen einem drittel und einem viertel der Delegierten über Gefolgschaft, vor allem in NRW, wie man an Ihrem Listenpatz feststellen kann. Die Mehrheit Ihrer Bundestagsfraktion will Sie loswerden. Das ist übrigens ein vergleichbarer Grund, warum Oskar die Partei verlassen hat. Oskar konnte sich mit volksnaher Politik auch im Saarland nicht mehr durchsetzen, was die Saar-Linke 10% der Stimmen kostete & sie damit aus dem Landtag flog. 

Dann wäre auch eine Querfront Linke/AfD möglich.

Nur mit einer Minderheit wäre theoretisch Berührung möglich. Aber das Selbstverständnis eines Dieter Dehm & Co. wird dies zur Unmöglichkeit werden lassen. Ihre Wahrnehmung ist, sagen wir so, ungewöhnlich & realitätsfremd. Haben Sie darüber schon mal nachgedacht?

Laurenz

13. Oktober 2022 16:36

@Freichrist343 (2)

Die Linke hat zumindest damit recht, dass Abrüstung nötig ist.

Bei uns gibt es gar nichts mehr groß abzurüsten. Auch hier sind Sie in keiner Weise informiert. Knapp 183.000 Soldaten & halbe Soldaten, also Frauen, bilden die Personalstärke der Bundeswehr. Davon sind locker mehr als 120.000 mit der Selbstverwaltung beschäftigt. Der Rest darf ab & an mal mit dem verbliebenen funktionstüchtigen Material spielen, spielt also keine militärische Relevanz.

Die AfD hat recht damit, dass Abtreibungen verhindert werden müssen.

Das kann man so sehen, muß man aber nicht.

kikl

13. Oktober 2022 16:43

Ich glaube, eine Liste Wagenknecht wäre für die Linke viel bedrohlicher als für die AFD. Das muss man sportlich nehmen.

Es hilft, dass mit Chrupalla und Weidel jetzt die Parteispitze funktioniert. Die parteiinterne Grabenkämpfe sind erloschen.

Adler und Drache

13. Oktober 2022 17:07

Mal eine etwas grundsätzlichere Frage: Wie will man denn je in der Lage sein, vom Volke "Blut, Schweiß und Tränen" zu verlangen (was zweifellos notwendig sein wird, um zu irgendeinem guten und richtigen Zustand zurückkehren zu können), wenn man gleichzeitig die SPD überholen will, ohne sie einzuholen? 

Über die Tücken des Sozialpopulismus hat Poensgen hier mal einen lehrreichen Beitrag veröffentlicht. Das "Soziale", das sich hierzulande immer im Fordern und Pampern äußert (und nichts wahrhaft Soziales an sich hat), verhindert eine Aufrichtung und Kräftigung, es ist eher ein geistiges Krebsgeschwür. Es muss überwunden, nicht übernommen werden. 

@ Freichrist 343:

Wenn ich "Manifest natura christiana" google, werden mir nur Seiten angezeigt, auf denen Sie ebenfalls dazu auffordern, selbiges zu googeln. Fügen Sie halt einen Link ein, wenn Sie wollen, dass da mal jemand reinschaut ... Aber Sie sollten jetzt nicht immer wieder dazu auffordern.

AfD + Linke ist jenseits des politisch Vorstellbaren.

   

Niekisch

13. Oktober 2022 18:14

"Jetzt wollen Sie, daß die AfD sich nicht solidarisch zeigt, sondern sozialistisch? Das wird sich schwierig gestalten."

@ Laurenz 13.10 13:33: Ja, schwierig, da stimme ich zu. Denn solidarisch sein ist zunächst einmal eine Sache des Verhaltenskodex in Partei oder Bewegung, dann auch außerhalb von der Persönlichkeit her als Übereinstimmung und Mithilfe gegenüber dem Nächsten oder Volksangehörigen, sodann aber als von der Persönlichkeit ausgehende und  bestimmte Weltanschauung, die natürlich auch in einen systemischen Sozialismus münden sollte, der das innere Wollen in Gesetze gießt, nicht in bloßem Pragmatismus endet. 

Natürlich ist das nicht leicht zu bewerkstelligen, aber ist ist notwendend und daher wichtig.

heinrichbrueck

13. Oktober 2022 18:56

Ich bin mir immer noch nicht sicher, wer sich das größere moralische Versagen erlaubt hatte, Wagenknecht oder Lafontaine; aber davon auszugehen, nur weil jemand Standpunkte vertritt, er könne sie auch jemals durchsetzen, muß wohl dem Linkenwähler überlassen bleiben. Wagenknecht war immer eine Spielfigur der Medien, eine Witznummer im Spielverlauf. Wer solche Figuren schmackhaft macht, straft den Wähler mit der größtmöglichen Verachtung. Sollte noch ein bißchen Selbstrespekt übriggeblieben sein, schon die Vorstellung ist ein Widerspruch in sich, von linker Selbstachtung ganz zu schweigen, könnte dieses linke Theater endlich begraben werden. 
Will der Linkenwähler, der Zukunft die Macht überlassen? Dafür wäre eine Wagenknechtrevolution durchaus anwendbar. Den Medien muß man keine Tipps geben, um Schaden anzurichten. 

Gracchus

13. Oktober 2022 19:05

Angsichts der Ergebnisse der L-Partei scheint der Etikettenschwindel aber nicht zu verfangen. So blöd sind die Protestwähler auch nicht. Im Übrigen hat W bei der BT-Wahl kein Direktmandat erlangt.

Eher unwahrscheinlich, dass W sich eine Parteigründung antun wird. Die Bild nennt ja nicht mal konkrete Pläne. Daher frage ich mich, warum BK das überhaupt aufgreift. 

Eher (aber auch unwahrscheinlich) könnte Die Linke der Mut der Verzweiflung erfassen, und sie könnte auf W-Kurs umschwenken. 

Letztlich hätte so etwas positiven Effekt. Es könnte zu einer Weitung des Diskurses beitragen. Ich vermute auch, es gibt mehr Potential als die AfD abschöpft; viele sind sich zu fein, AfD zu wählen.

Volksdeutscher

13. Oktober 2022 19:18

@Freichrist343 - "Die Linke hat zumindest damit recht, dass Abrüstung nötig ist. Die AfD hat recht damit, dass Abtreibungen verhindert werden müssen."

Ja, aber so einfach ist die Rechnung nicht. Die Schwerpunkte bei beiden Parteien liegen woanders und tiefer. Wie steht denn die Linke zur Modernisierung aller drei Waffengattungen und Wiederherstellung soldatischer Traditionen der Bundeswehr, was zweifellos mit hohen Ausgaben verbunden wäre? Was ist für die Linke wichtiger: 1. die vermeintliche "Befreiung der Frau" vom "Patriarchat" oder 2. der Schutz ungeborenen Lebens zum Wohle des deutschen Volkes, was auch den Versuch bedeuten müßte, zu verhindern, daß Nichtdeutsche unser Land vollgebären und wir die Kontrolle über es ethnisch, politisch und kulturell verlieren. 3. Wie steht die Linke zur Islamisierung Deutschlands und Europas, zur Beendigung der ungehinderten Einwanderung sowie zur Kolonnialisierung unseres Landes durch Nichtdeutsche aus allen Ländern? Wie steht sie zur Repatruierung aller illegal nach Deutschland eingereisten Ausländern? Wie steht sie zum Austritt aus der EU? Und nicht zuletzt, wie steht sie zur Übernahme der Kontrolle über Hochfinanz und Hochindustrie durch den Staat? Ich habe diese Gräber nicht gegraben, ich weise nur auf sie hin.

Jan

13. Oktober 2022 19:25

Eine Partei zu gründen und 16 Landesverbände aufzustellen ist ein Kraftakt und bedeutet Stress hoch zehn. Ob Wagenknecht sich das antun will? Bei all ihrer Popularität sind die Erfolgschancen ungewiss. Auch reichen gesellschaftliche Konfliktsituationen allein nicht aus, um eine erfolgreiche neue Partei zu etablieren. Die schwachen Ergebnisse der Basis-Partei zeigen es. Eine Wagenknecht-Partei würde versuchen, sich irgendwo zwischen RRG einzureihen, aber es ist schon sehr eng dort. Das musste auch die Piratenpartei erfahren, deren personelle Insolvenzmasse fast vollständig von RRG absorbiert wurde.

Der nachhaltige Erfolg der AfD ist eine politische Ausnahme und basiert auf einer historisch äußerst günstigen Situation, die sehr selten vorkommt. Merkel hatte die rechte Flanke frei gemacht, man jagte bürgerliche Migrationskritiker wie Sarrazin und Buschkowsky vom Hof und ließ das korrupte Griechenland im Euro. Dieses Gebräu aus politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen bzw. Konflikten zwischen 2006 und 2012 war letztendlich die Ursuppe, aus der die AfD 2013 aufsteigen konnte. Die bürgerlichen Gesichter der Anfangszeit waren äußerst hilfreich, um sich gleich als seriöse Kraft aus der etablierten Mitte zu präsentieren ("Professorenpartei"). Ich sehe nicht, dass eine Wagenknecht-Partei sowas auf der linken Seite wiederholen könnte, ohne dort sofort exkommuniziert und zur AfD ins Sumpfgebiet verbannt zu werden. Da will kein Wagenknecht-Jünger hin.    

Gracchus

13. Oktober 2022 21:46

Meine Sympathien hat Wagenknecht. Neulich habe ich sie mit Oskar im Restaurant gesehen. Ich habe auch ihren Telegram-Kanal abonniert und mir gerade ihr letztes Video zum Ukraine-Krieg angesehen, und da hat sie wieder sehr vernünftig argumentiert, wie übrigens auch in der Covid-Sache. In einem Streitgespräch sähe Baerbock alt aus, allein rhetorisch.

Natürlich ist sie nichts rechts. Das ist mir aber egal, weil ich die Unterscheidung, wie Fusaro für obsolet halte. M. E. muss man sich von Orientierungen lösen, die für die Nachkriegszeit gegolten haben. Das müssten vor allem CDU- und SPD-Wähler endlich mal merken. 

Freichrist343

13. Oktober 2022 22:00

@ Adler und Drache

Hahaha . . . . . . .

Hier ist der Link:

http://www.theosophie343.wordpress.com

Eine Querfront in Deutschland ist nicht unbedingt illusorisch. In Frankreich ist eine Querfront bei den Gelbwesten schon realisiert.

Gracchus

13. Oktober 2022 22:05

@Niekisch: Ich bezweifle, dass W so sozialistisch denkt. Sie hatte zuletzt einen starken ordoliberalen Einschlag. 

Laurenz

13. Oktober 2022 22:05

@HeinrichBrück

Ich bin mir immer noch nicht sicher, wer sich das größere moralische Versagen erlaubt hatte

Als Oskar noch Bundesvorsitzender war, sah das Programm, wie auch die verlautbarten politischen Inhalte noch ganz anders aus. Ich verweise auch Sie nochmals auf die letzte Wahl im Saarland. Der Austritt Oskars katapultierte die Linke von 12,5 auf 2,5%, wenn ich mich recht erinnere. Der Konflikt in der AfD ist mit den Meutheanern vergleichbar, wenn auch nicht ganz so extrem. Die Patrioten holten die Stimmen & die liberalen Waschlappen besetzten die Posten, was der Wähler entsprechend mit weniger Stimmen in der Folge honorierte.

Sonst sehe, ich das ähnlich, wie

@Jan & Gracchus

@Niekisch 

Im Teilnehmer @Volksdeutscher scheinen Sie ja einen Verbündeten gefunden zu haben. Ihre Sozialismus-Debatte ist mir aktuell zu ungenau. Um da in die Tiefe gehen zu können, müßte schon ein entsprechender Artikel lanciert werden.

Nordlicht

13. Oktober 2022 23:13

Nichts ist unmöglich - auch nicht, dass Frau Wagenknecht dem Kommunismus abschwört und national-völkisch wird. Ich halte das allerdings für unwahrscheinlich.

Immerhin kommt sie aus einer ziemlich krypotkommunistischen Ecke, sie bejubelte noch nach dem Ende der DDR deren ersten Chef Ulbricht und hielt den eher populisischen Kurs Honeckers für ursächlich, dass die Wirtschaft zusammenbrach und die DDR sich schon früh, in den 70ern, vom Westen und dem westlichen Geld abhängig machte.

Ulbricht hätte, hat Wagenknecht in den 90ern in Artikeln postuliert, statt des weichlichen Konsum-Kurses Honeckers eine stringende Fokussierung auf die Entwicklung der Stahlindsutrie und der Chemie durchgezogen, die Werktätigen hätten das mitgemacht (- bzw mitmchen müssen, mit urlbrichtschen Unterdrückungsmethoden).

Vergleicht man das mit ihrem Erhardt-Elogen im TV vor rd. 8 Jahren und ihrem entsprechenden Buch, dann ist sie in den Mainstream gegangen, mit Marktwirtschaft und paffender Zigarre. Die CDU war vor 8 Jahren allerdings weiter, weiter links, von Merkel dorthin gelockt.

---

Wie auch immer: Wagenknecht sollte die Rechte als Gegnerin, nicht als Verbündete sehen.

Niekisch

14. Oktober 2022 11:33

"@Niekisch: Ich bezweifle, dass W so sozialistisch denkt. Sie hatte zuletzt einen starken ordoliberalen Einschlag."

@ Gracchus 13.10. 22:05: Bei all diesen Spitzenpolitikern ist das Bezweifeln normal, weil sie zumeist doppelter Loyalität unterliegen. Ihre Redeweise jedenfalls deutet mir an, daß die "Perserkatze" wirkliche Empathie für die systemisch Ausgegrenzten empfindet und zu grundsätzlichen Änderungen in der Finanz- und Wirtschaftsordnung bereit ist. Gründet sie allerdings ohne Vorliegen der Voraussetzungen eine Konkurrenzpartei zur AfD, dann kann das ein Anzeichen für Auftragsarbeit sein. Oder halt ganz einfach Dämlichkeit. 

Wer weiß das schon?

"@Niekisch 

Im Teilnehmer @Volksdeutscher scheinen Sie ja einen Verbündeten gefunden zu haben. Ihre Sozialismus-Debatte ist mir aktuell zu ungenau. Um da in die Tiefe gehen zu können, müßte schon ein entsprechender Artikel lanciert werden."

@ Laurenz 13.10. 22:05: Und ich dachte, mit Ihnen allein  verbündet zu sein....

Ja, es bedarf eines speziellen Artikels. Wir hatten solche zum "Solidarischen Patriotismus", die Redaktion wird auch zum "Sozialismus" tätig werden. Das ist unausweichlich. 

Laurenz

14. Oktober 2022 12:24

Auch die Argumentation der Woken in Die Linke, beschrieben in der JF, erinnert doch sehr an Meuthen, Steinis Liebling. Nur, daß dieser Fakt in der JF keinem auffällt.  https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2022/austritte-wegen-wagenknecht/

Gracchus

14. Oktober 2022 15:17

@Niekisch: Eine Perserkatze ist ein überzüchtetes Luxuswesen - wohl kaum zutreffend auf W. Mein "Fantum" geht auch nicht so weit, dass ich je ein Buch von W gelesen hätte. Ihre wirtschaftspolitischen Standpunkte sind mir nur oberflächlich bekannt.

Die Debatte über Sozialismus sollte geführt werden. Sozialismus ohne die Entwicklung christlicher Brüderlichkeit (Geschisterlichkeit) bleibt in meinen Augen hohl. 

Niekisch

14. Oktober 2022 17:46

"@Niekisch: Eine Perserkatze ist ein überzüchtetes Luxuswesen - wohl kaum zutreffend auf W. Sozialismus ohne die Entwicklung christlicher Brüderlichkeit (Geschisterlichkeit) bleibt in meinen Augen hohl."

@ Gracchus 15:17: Lebt Frau Wagenknecht nicht bei ihrem Oskar im Luxus?

In Ihrem Verbinden von Sozialismus und Christentum liegen Sie fast auf der Linie des frühen Adolf Hitler, wenn Otto Wagener in seinem Buch "Hitler aus nächste Nähe" zu trauen ist.

 

Laurenz

15. Oktober 2022 12:07

@Niekisch & Gracchus

Christliche Brüderlichkeit

Von welcher humanen Bewegung schreiben Sie Beide? Können Sie uns da mit einem staatstragenden historischen Beispiel erleuchten?

Der sogenannte Sozialismus eines @Niekisch läßt mich auf dieser schlecht debattierten & ungenauen Ebene Zweifel hegen. Der Sozialismus der Nationalsozialisten war auf der ökonomischen Ebene (der wichtigsten) keiner. Hier handelte es sich um das, was man später Soziale Marktwirtschaft nannte. Es wurde ja kein Privateigentum abgeschafft, sondern, wie später von China kopiert, hatte die Politik nur den regulatorischen Daumen auf der Wirtschaft, förderte volkswirtschaftlich. Das einzige, wo wir in der Debatte zwischen sozialistisch & sozialdemokratisch pendeln könnten, wäre die formale Abschaffung der Klassengesellschaft in der von den Nationalsozialisten formal kreierten Volksgemeinschaft. Sie argumentieren Beide in keiner Weise auch nur im Ansatz überzeugend.

anatol broder

15. Oktober 2022 14:41

@ freichrist343 22:00

die richtige internetadresse deines manifestes lautet https://theosophie343.wordpress.com, mit s und ohne www. bitte den rat von @ adler und drache zu herzen nehmen.

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