Ukraine vs. Rußland – zu wem hält der Ethnopluralist?

Der Ukrainekrieg bedeutet für Europa nicht nur eine wirtschaftliche und geopolitische Zäsur.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Auch für Euro­pas Rech­te ist der sla­wi­sche Bru­der­krieg im Osten ein ideo­lo­gi­scher „Streß­test“. Gewis­se unwirt­schaft­li­che Moral­al­lü­ren muß man sich leis­ten kön­nen. In Kriegs- und Kri­sen­zei­ten wer­den Luxus­pro­jek­te wie die Ener­gie­wen­de daher rasch ad acta gelegt.

Auch für welt­frem­de, abs­trak­te Ideen bedeu­tet ein Krieg die ent­schei­den­de Zer­reiß­pro­be. Die ideo­lo­gi­sche Uto­pie des „Inter­na­tio­na­len Pro­le­ta­ri­ats“ zer­brach im 1. Welt­krieg am geschichts­mäch­ti­gen Natio­na­lis­mus. Wie steht es im Ukrai­ne­krieg um den Ethnopluralismus?

Mar­tin Licht­mesz hat in sei­nem maß­stab­set­zen­den Buch mit dem gleich­na­mi­gen Titel, das in jede Samm­lung rech­ter Lite­ra­tur gehört, den Begriff erör­tert. Eine Maximalde­fi­ni­ti­on sieht im Eth­nop­lu­ra­lis­mus das „sym­me­trisch kon­stru­ier­te Selbst­be­stim­mungs­recht aller Völ­ker” gegen­über Über­grif­fen und Macht­an­sprü­chen von außen. Dies impli­ziert ein eth­no­kul­tu­rel­les „Nicht­ag­gres­si­ons­prin­zip”, „einen Libe­ra­lis­mus des »Leben-und-leben-las­sens«“.

Aus die­ser For­de­rung ergibt sich eine gene­rel­le Ableh­nung von Anne­xio­nen, Umsied­lun­gen und Assi­mi­la­ti­ons­po­li­tik, wäh­rend man für das Recht eines jeden Vol­kes auf einen eige­nen Lebens­raum und einen sou­ve­rä­nen Natio­nal­staat ein­zu­tre­ten hat. Bewußt oder unbe­wußt folgt aus die­sem Kon­zept des Eth­nop­lu­ra­lis­mus auch eine bestimm­te Form der Geopolitik.

Greg John­son wird von Mar­tin Licht­mesz fol­gen­der­ma­ßen zitiert: „Wir sind uni­ver­sel­le Natio­na­lis­ten. Wir glau­ben, daß Eth­no­na­tio­na­lis­mus gut für alle Völ­ker ist. Dar­um sind wir gegen den Impe­ria­lis­mus, wäh­rend die Regime der al­ten Rech­ten Impe­ria­lis­mus sowohl gegen ihre Mit­eu­ro­pä­er als auch gegen Nicht­weiße praktizierten.“

Eine Minimalde­fi­ni­ti­on in Form eines „epis­te­mo­lo­gi­schen Eth­nop­lu­ra­lis­mus“ beschränkt sich dar­auf, die Viel­falt der Völ­ker, Kul­tu­ren und Staats­for­men als poli­ti­sches Fak­tum anzu­er­ken­nen und zu befür­wor­ten. Die­se Form des Eth­nop­lu­ra­lis­mus erkennt die Tat­sa­che der Kul­tu­ra­li­tät der ver­schie­de­nen poli­ti­schen Räu­me und ihrer Metaer­zäh­lun­gen an und sieht sie als inkom­men­sura­ble Enti­tä­ten. Dar­aus ergibt sich aber nicht not­wen­di­ger­wei­se die For­de­rung nach einem Selbst­be­stim­mungs­recht in einer Welt sou­ve­rä­ner Nationalstaaten.

Der neu­rech­te Eth­nop­lu­ra­lis­mus, wie er in der west­eu­ro­päi­schen Rech­ten begrif­fen wird, läßt sich in etwa fol­gen­der­ma­ßen zusammenfassen:

Alle Völ­ker haben ein Selbst­be­stim­mungs- und Lebens­recht, eben­so wie wir Euro­pä­er. Impe­ria­lis­mus, gleich­gül­tig wel­cher Rich­tung, ist abzu­leh­nen. Der Kampf gegen den Bevöl­ke­rungs­aus­tausch ist ein Teil des Kamp­fes für Völ­ker­viel­falt, den wir natur­ge­mäß bei uns selbst beginnen.

Dabei wol­len wir aber rein defen­siv unser Land erhal­ten. Jede Form des Erobe­rungs­krie­ges oder gar euro­päi­sche Bru­der­krie­ge sind mora­lisch zu äch­ten und sol­len als “Feh­ler der Ver­gan­gen­heit” über­wun­den wer­den. Grenz- und Gebiets­fra­gen vom Elsaß über Ost­preu­ßen bis zu Süd­ti­rol sei­en pas­sé, da alle West­eu­ro­pä­er ohne­dies mit der glei­chen Pro­ble­ma­tik  Bevöl­ke­rungs­aus­tausch und Isla­mi­sie­rung – kon­fron­tiert wären. Bei Gebiets­kon­flik­ten mit Ost­eu­ro­pä­ern gin­ge man gar so weit, die ver­lo­re­nen Gebie­te beim sla­wi­schen Nach­barn als “bes­ser auf­ge­ho­ben” zu sehen, da sie dort von außer­eu­ro­päi­scher Zuwan­de­rung ver­schont blieben.

Die­se oder ähn­li­che Stand­punk­te domi­nier­ten die Frie­dens­zei­ten der letz­ten Deka­den, in denen Krieg in Euro­pa nur mit dem Prä­fix “Info-” vor­stell­bar war. In die­sen beschau­li­chen Gar­ten schö­ner Ideen fährt der Ukrai­ne­krieg nun mit der vol­len Wucht des Fak­ti­schen. Alte Res­sen­ti­ments kochen hoch, und natio­na­le Bruch­li­ni­en tre­ten wie­der her­vor. Kann der Eth­nop­lu­ra­lis­mus das überstehen?

Ana­ly­sie­ren wir den Ukrai­ne­kon­flikt fürs ers­te nach “eth­nop­lu­ra­lis­ti­schen Gesichtspunkten”:

1. Auf unters­ter Ebe­ne woll­ten und wol­len die eth­no­kul­tu­rell rus­si­schen Ein­woh­ner des Don­bass und der Krim eine eige­ne Staat­lich­keit bzw. einen Anschluss an die rus­si­sche Föde­ra­ti­on. Ihnen gegen­über tritt der ukrai­ni­sche Staat als impe­ria­lis­ti­scher, assi­mi­la­to­ri­scher Akteur auf. Kri­ti­ker wen­den ein, daß die Rus­sen in zaris­ti­scher und sowje­ti­scher Zeit gezielt ange­sie­delt wur­den, und daß die­ser Sepa­ra­tis­mus vom Kreml diri­giert wer­de. Allein, das ändert wenig an sei­nem Bestehen. Nicht zu ver­ges­sen ist, daß seit 2014 immer­hin Tau­sen­de bereit waren, für die­se iden­ti­tä­re For­de­rung zu kämp­fen und zu sterben.

2. Eine Ebe­ne höher sehen wir das ukrai­ni­sche Volk in einer noch nicht abge­schlos­se­nen Eth­no­ge­ne­se. Es will sei­ne staat­li­che Sou­ve­rä­ni­tät und wirt­schaft­li­che Lebens­fä­hig­keit erhal­ten. Dazu benö­tigt es den Don­bass und den Zugang zum Schwar­zen Meer. Ein signi­fi­kan­ter Teil der Ukrai­ner will nicht Mit­glied der rus­si­schen Föde­ra­ti­on wer­den, da man dort eine „Rus­si­fi­zie­rung“, oder gar einen Bevöl­ke­rungs­aus­tausch durch Kau­ka­si­er befürch­tet. Auch hier wen­den Kri­ti­ker ein, dass der ukrai­ni­sche Natio­na­lis­mus vom Wes­ten finan­ziert, und die „Los-von-Moskau“-Bewegung von Washing­ton diri­giert wer­de. Auch hier gilt aber: Sobald Tau­sen­de bereit sind, für die Idee die­ser Nati­on zu lei­den und zu ster­ben, wird sie zur geschicht­li­chen Rea­li­tät. Rech­te soll­ten dem Natio­na­lis­mus der Rus­sen im Don­bass oder der West­ukrai­ner nie­mals mit typisch lin­ker “Dekon­struk­ti­on” begegnen.

3. Auf der höchs­ten Ebe­ne haben wir die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on als mul­ti­eth­ni­sches Impe­ri­um, das jedoch einen “para­mo­der­nen” Son­der­weg ein­ge­schla­gen hat. Sei­ne Staats­ideo­lo­gie ist dem links­li­be­ra­len Uni­ver­sa­lis­mus und der „Globohomo“-Agenda dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt. Spä­tes­tens in sei­ner letz­ten gro­ßen Rede erklär­te Putin Ruß­land zu einer Bas­ti­on der mul­ti­po­la­ren Welt, und als letz­te Front­li­nie gegen das uni­po­la­re US-Welt­reich. Man kann zu Putin und der real­exis­tie­ren­den Rus­si­schen Föde­ra­ti­on ste­hen wie man mag. Zumin­dest ver­bal ent­spricht ihre geo­po­li­ti­sche Visi­on eher dem Eth­nop­lu­ra­lis­mus als die “One World” des Wes­tens. Will Ruß­land ein mili­tär- und wirt­schafts­po­li­tisch sou­ve­rä­ner Akteur der Geo­po­li­tik blei­ben, muß die Ukrai­ne auf­hö­ren, Instru­ment der ame­ri­ka­ni­schen „Containment“-Politik zu sein.

Wer ist in die­sem ver­schlun­ge­nen Kon­flikt “Impe­ria­list”, und wer ver­tritt ein eth­nop­lu­ra­lis­ti­sches Nona­gres­si­ons­prin­zip? Wer steht für Plu­ra­lis­mus und Völ­ker­viel­falt und wer für Unter­drü­ckung, Ver­ein­heit­li­chung und Gleich­ma­che­rei? Und wer ist “im Recht”?

Wir sehen am Bei­spiel des Ukrai­ne­kreigs den blin­den Fleck eines geo­po­li­tisch nai­ven Eth­nop­lu­ra­lis­mus.  Es gibt kein ein­klag­ba­res „Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker“, das schon Carl Schmitt als “indi­vi­dua­lis­ti­sches” Prin­zip kri­ti­sier­te. Selbst­be­stim­mung und Sou­ve­rä­ni­tät müs­sen letzt­lich mili­tä­risch garan­tiert werden.

Ist man selbst nicht dazu in der Lage, braucht es einen frem­den “Garan­ten”. Ein klei­nes Volk braucht daher in der Regel eine Schutz­macht. Die idea­le Welt eines nai­ven Eth­nop­lu­ra­lis­mus wäre ein “Völ­ker­zoo”, in dem alle Eth­ni­en in ihrem eige­nen Gehe­ge her­me­tisch von­ein­an­der getrennt, “sou­ve­rän” koexis­tie­ren. Die­se Uto­pie ähnelt den liber­tä­ren “Non­a­g­gres­si­ons-Uto­pien”, nur daß es hier statt um Indi­vi­du­en um gan­ze Völ­ker geht. 

Tat­säch­lich bräuch­te die­ser “Völ­ker-Strei­chel­zoo” auch einen Zoo­wär­ter, der die Ord­nung auf­recht­erhält, und die Akteu­re in ihre Gren­zen ver­weist. Para­do­xer­wei­se setzt die­se Visi­on einer “Welt sou­ve­rä­ner Natio­nal­staa­ten”, einen Welt­sou­ve­rän als “eth­nop­lu­ra­lis­ti­schen Schieds­rich­ter” voraus!

Solan­ge die USA die ein­zi­ge Macht sind, die dazu in der Lage und gewillt sind, die Welt­po­li­zei zu stel­len, wer­den auch sie ent­schei­den, wo ein „Selbst­be­stim­mungs­recht“ mili­tä­risch exe­ku­tiert wird. Das heißt: für Ukrai­ner und Tai­wa­ne­sen, nicht aber für Volks­grup­pen im Jemen, für Kur­den, Bas­ken, Arme­ni­er oder Kor­sen, etc. Als Diri­gent der Welt­öf­fent­lich­keit erklä­ren die USA zudem man­che Angriffs­krie­ge zum die Welt­ord­nung erschüt­tern­den Skan­dal (Ukrai­ne), oder als mora­lisch gebo­te­ne Inter­ven­ti­on (Syri­en, Irak, Afgha­ni­stan etc.). Wer die­se Dimen­si­on aus­blen­det und den nai­ven „Völkerzoo”-Ethnopluralismus ver­tritt, wird unbe­wußt zum Pro­pa­gan­da­werk­zeug der libe­ra­len „Tha­las­so­kra­tie“.

Der Ukrai­ne­krieg unter­zieht so abs­trak­te und welt­frem­de Ideen, die viel­leicht schön klin­gen und “mora­lisch” anmu­ten, einem bru­ta­len Streß­test. Der Eth­nop­lu­ra­lis­mus kann als rech­tes Kon­zept nur über­le­ben, wenn er geo­po­li­tisch “nach­rüs­tet” und roman­tisch-mora­li­sche Maxi­mal­po­si­tio­nen auf­gibt. Das bedeu­tet aber, kurz gefaßt, sich dem Kon­zept des Groß­raums und der Reichs­idee zu öffnen.

Das führt not­wen­dig zu einer schmerz­haf­te Kri­tik des auf­klä­re­ri­schen, libe­ra­len Natio­na­lis­mus und der “natio­na­len Sou­ve­rä­ni­tät”. Es ist eine Bewäh­rungs­pro­be für die neu­rech­te Theo­rie­bil­dung. In einem Moment, da alte Res­sen­ti­ments wie­der auf­kom­men und ver­dräng­te, offe­ne Rech­nun­gen ins Bewußt­sein tre­ten, gerät man rasch in den Ruch des Vater­lands­ver­rats und der Gefall­sucht beim Gegner.

Eine Flucht in blin­den Eth­no­zen­tris­mus, der die demo­gra­phi­schen und geo­po­li­ti­schen Rea­li­tä­ten aus­blen­det, wird unser Volk und Euro­pa jedoch nicht ret­ten. Doch selbst die­se Hal­tung ist nicht so unzeit­ge­mäß wie ein nai­ver, roman­ti­scher Eth­nop­lu­ra­lis­mus, des­sen mora­li­scher Ver­weis auf “Selbst­be­stim­mungs­rech­te” ange­sichts der Welt­la­ge nur mehr skur­ril wirkt.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (146)

Rheinlaender

14. November 2022 14:39

Nicht nur die USA, sondern auch jeder andere politische Akteur, der an ihrer Stelle ein Imperium verwaltete, würde Selbstbestimmungsrechte unterschiedlich vergeben, weil jeder rational handelnde Akteur u. a. zwischen Freund und Feind unterscheiden muss. Ukrainer und Taiwanesen erhalten dieses Recht nur deshalb, weil sie sich in der ersten Kategorie positioniert haben. Russland verhält sich genauso und unterstützt nur die Souveränitätsansprüche jener Akteure, die sich in sein Bündnis eingliedern. Putin ist gewiss alles andere als ein Ethnopluralist, wie man u. a. 1999 in Tschetschenien beobachten konnte. Den Ethnopluralismus halte ich daher für eine unbrauchbare Utopie. Eine echte rechte Alternative müsste statt dessen die Frage nach den nationalen Interessen Deutschlands, nach Wegen zur Erweiterung seiner Macht und nach den zur Verwirklichung seiner Interessen geeigneten Bündnissen stellen.

Der_Juergen

14. November 2022 15:04

Ausgezeichneter Beitrag.

Meine Stellung: Der Ethnopluralist darf durchaus dem beherzten Widerstand der Ukrainer seine Achtung zollen (das tue ich auch). Er darf prvat mit der ukrainischen Seite sympathisieren. Er muss, wenn er Verstand hat, aber erkennen, dass ein russischer Sieg für die Sache der freien europäischen Völker, die ihre ethnische und kulturelle Identität wahren wollen, nicht nur wünschenswert, sondern lebensnotwendig ist, weil eine russische Niederlage nicht nur ein gigantisches Debakel für das russische Volk, sondern parallel dazu ein riesiger Triumph des völkermordenden globalistischen Systems mit seinen Drahtziehern in Washington. New York und London wäre.

Mit dem Versager Putin und der korrupten, verräterischen Clique um diesen herum braucht er nicht zu sympathisieren. Das tue ich auch nicht. Aus den Stahlgewittern des bisher für Russland katastrophal velaufenden Krieges wird, so hoffe und glaube ich, ein neues, christlich-nationalistisch-sozialistisches Russland hervorgehen.

In den Nummern 10 und 11 von "Compact" gibt es hierzu prägnante Stellungnahmen von  Andre Poggenburg und Björn Höcke. Würde nur die ganze AFD so denken!

RMH

14. November 2022 16:13

Was ist am Ethnopluralismus plötzlich naiv romantisch?

Für was ist eine IB eigentlich auf die Straße gegangen, für was der Aktionismus?

Wer Interventionismus unter geopolitischer Großraumdeutung plötzlich zum Realismus erklärt, was man dann eben so hinnehmen muss, weil man sonst naiv romantisch sei, der braucht mit Migrationskritik im kleinen Raum Staat oder Festung Europa nicht mehr kommen oder er lebt eben in einem Widerspruch.

Was die Ethnopluralismus-Theoretiker noch nie so richtig erklären konnten oder theoretisch in den Griff bekommen haben, war der Umstand von Staaten mit mehreren Völkern (Schweiz, Belgien um einmal die Naheliegenden zu nennen). Die Ukraine wiederum war auch ein Staat mit mehreren Völkern und Ethnien. Daraus jetzt, wie unter Punkt 1 geschehen, einen ukrainischen Imperialismus zu konstruieren, ist schlicht absurd. Wäre die Schweiz ein Imperium, wenn sie bspw - fiktiv- gegen eine Abspaltung des Tessins vorgehen würde?

Laurenz

14. November 2022 16:15

Greg Johnson: „Wir sind universelle Nationalisten. Wir glauben, daß Ethnonationalismus gut für alle Völker ist. Darum sind wir gegen den Imperialismus, während die Regime der alten Rechten Imperialismus sowohl gegen ihre Miteuropäer als auch gegen Nichtweiße praktizierten.“

Das ist natürlich historisch falsch. Alle Ethnien praktizier(t)en Imperialismus, wenn sie konnten/können. Als der Franzose um 1865 in Indochina einfiel, vertrieb er die Chinesen, die dort auch nichts verloren hatten.

Der Ethnopluralismus kann als rechtes Konzept zur überleben, wenn er geopolitisch “nachrüstet” und romantisch-moralische Maximalpositionen aufgibt.

Wie kann etwas überleben, was gar nicht existiert? 

Allnichts

14. November 2022 16:20

Martin Sellner beschreibt hier letztlich einen ethnopluralistischen Imperialismus und Russland soll wohl so etwas wie die Speerspitze davon sein. Es ist eine kaum verheimlichte Rechtfertigung des russischen Angriffskrieges und weitergedacht würde er, der Imperialismus, zu immer weiteren Kriegen führen, die natürlich nur die Befreiung unterdrückter Völker zum Zwecke hätten. Ein wirklich eigener Weg wird im Text nicht mal mehr angedacht, Selbstbestimmungsrecht gilt auch nur, wenn dabei das gewünschte Ergebnis herauskommt. Bündnispolitik durch Vorbild und Überzeugung? Fehlanzeige. Und seltsamerweise schaffen es sehr viele Völker und Nationen dieser Welt, trotz des Weltpolizisten USA Volk und Nation zu bleiben.

Der Text stellt für mich fast so etwas wie eine kleine Zäsur dar, obwohl er eigentlich nur bestimmte Entwicklungen innerhalb der Rechten zusammenfasst und ausdrückt. Mir fehlen da mittlerweile immer mehr die Worte.

Ein Fremder aus Elea

14. November 2022 16:25

Ein „symmetrisch konstruiertes Selbstbestimmungsrecht aller Völker” gegenüber Übergriffen und Machtansprüchen von außen kann doch nur darauf hinauslaufen, Völker in Völkerfamilien zu gruppieren und jede Familie ihre Rechtshändel selber entscheiden zu lassen,  denn ansonsten billigt man Völkern nicht ihren eigenen Rechtsbegriff zu und öffnet der äußeren Manipulation und dem normativen Imperialismus Tür und Tor.

Und wenn mir die betroffenen Völker am Allerwertesten vorbei gehen, neige ich auch dazu, sie genau so zu behandeln. Zuneigung ist ja immer auch anmaßend, nicht wahr? Für Europa kann ich mir etwas besseres vorstellen, ohne daß ich oder sonst jemand ein Patent auf eine Gesellschaftsordnung erheben könnte: Wem sie gefällt, der kann sie sich selbstverständlich zu eigen machen.

Nun ja, einstweilen handelt jede Nation das Beste für sich unter ihren eigenen Zukunftsannahmen aus, und je länger dies anhält, desto mehr ähnelt die Welt der in Platons Nomoi beschriebenen: gated communities, Wanderarbeiter, Zensur der Kunst, kontrollierte Berufsfelder, der ganze Kram, da hat sich Platon wirklich einen genialen bösen Scherz erlaubt: Greise aller Zeiten, schaut auf eure Utopie!

Adler und Drache

14. November 2022 16:47

Huch! 

Was für ein abrupter Abbruch ... Ich dachte, es geht gerade los, da war schon Schluss. Schade. Zur "Reichsidee" hätte ich doch gern mehr gelesen. 

Ein gebuertiger Hesse

14. November 2022 17:25

Der_Jürgen trifft einmal wieder ins Schwarze. Bravo + da capo für diesen Kommentator! Ob er wohl nicht selbst mal einen Beitrag für die hiesige Seite verfassen möchte?

Laurenz

14. November 2022 17:27

@Der_Jürgen

Ob dieser Krieg nun gut für die Russen läuft oder nicht, weiß doch keiner wirklich. Trotz teurer Waffenhilfe aus dem Westen sitzen die Russen im Osten Kleinrußlands. Das ist der Fakt, den alle Seiten als Wahrheit akzeptieren. Ein weiterer Fakt ist, daß es sich um einen seltenen symmetrischen Krieg handelt. Das haben wir im Prinzip schon mehr als 50 Jahre nicht mehr gesehen. Im Gegensatz zu deutschen, us amerikanischen Hanswursten in Afghanistan oder Mali, wollen die Russen da nicht mehr weg, ein frappanter Unterschied. Desweiteren halte ich mich, wenn, nur an Artikel, die vorsichtig formulieren, zB der hier https://www.zerohedge.com/geopolitical/surovikins-difficult-choice-kherson

Uwe Lay

14. November 2022 17:44

Kurze  Anmerkungen:

Der "romantische Ethnopluralismus" ist ein politisch-moralischer Appell, und so nicht einfach "naiv", der aber nicht hinreichend reflektiert, was denn die notwendigen politischen Voraussetzungen für die Realisierung sind: a) Ethnien, die ihre Identität bewahren wollen und b) Ethnien, die politisch-militärisch ihre Souveränität verteidigen können. Zudem existiert c) das Problem multiethnischer Staaten, in denen ethnische Minderheiten diskriminiert werden: Sollen solche Staaten aufgelöst werden? und d)das Problem, daß sich als einzig wahr verstehende Kulturen einen "Missionswillen" entwickeln, die ganze Welt mit ihrer zu beglücken. Napoleons Kriege waren eben auch der Versuch, die "Französische Revolution" europaweit durchzusetzen.

Uwe Lay

Gracchus

14. November 2022 19:08

Ich finde es sehr gut, wenn Sellner die eigenen Konzepte einer laufenden Revision unterzieht. 

Zu welchem Ergebnis er hier gelangt, verstehe ich nicht so richtig. Die Unterstellung, das ethnopluralistische Konzept zwecks Rechtfertigung der russischen Intervention zu opfern, vermag ich dem Text nicht zu entnehmen. 

Wenn ich mich recht entsinne, hat Lichtmesz geschrieben, dass es mehrere ethnopluralistische Konzepte gebe und dieses Konzept nicht geeignet sei, direkt Politik daraus abzuleiten. 

Offensichtlich kommt auch ein Ethnopluralismus nicht ohne universelle Norm aus, denn das Selbstbestimmungsrecht der Völker müsste universell gelten; Kulturen oder Völker, die derartiges nicht kennen müssten sich ja trotzdem dran halten. 

 

eike

14. November 2022 19:09

Seltsamer Artikel. Wenn er eine kohärente Argumentation hat, dann habe ich sie nicht verstanden.
Also: Ethnopluralismus ja, aber er darf weder blind noch romantisch sein und schon gar nicht auf Selbstbestimmung beharren, denn das wäre "skurril", sondern muß sich - nicht näher definierten - Chimären wie "Großraum" oder "Reichsidee" öffnen.

Und Greg Johnson und ich dachten immer, Ethnopluralismus und Selbstbestimmung ethnisch definierter Gruppen seien fast Synonyme.

Gracchus

14. November 2022 19:16

Rechtsnormen haben es an sich, kontrafaktisch Geltung zu beanspruchen. Mord und Totschlag passieren ja trotz StGB. Dennoch kommen nur wenige auf die Idee, das StGB "realistisch zu modifizieren".

Natürlich kommt beim Völkerrecht dazu, dass es keine Ordnungsmacht gibt, die dieses durchsetzt.

Die USA sind auch kein Weltpolizist. Faktisch jedenfalls nicht, auch wenn sie es gerne wären und es auch im Strafrecht ein Opportunitätsprinzip gibt. 

Der_Juergen

14. November 2022 20:45

@RMH

Zweifellos kennen Sie Carl Schmitts Schrift "Völkerrechtliche Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte". Da die USA und Grossbritannien für Russland raumfremde Mächte sind, ist seine Intervention gegen die amerikanisch-bitische Strategie, die Ukraine mittels eines willfährigen Marionettenregimes zum Aufmarschgebiet gegen Russland zu machen, im Sinne Schmitts, der hier ja sehr hoch im Kurs steht, gerechtfertigt.

Ihr Versuch, einen Zusammenhang zwischen der Einsicht in diesen Sachverhalt und der von uns Rechten betriebenen Kritik an Immigration und Umvolkung zu konstruieren, ist an den Haaren herbeigezogen. Niemand will die Ukrainer zwingen, Heerscharen von Einwanderern aus dem Nahen Osten und Afrika aufzunehmen. Anerkennung der Zugehörigkeit der Krim zu Russland, Verzicht auf den Donbass, dauerhafte Neutralität - zu diesen vernünftigen und akzeptablen Bedingungen hätte Kiew den Krieg vermeiden können. Da Russland, ungeachtet seiner bisherigen schweren Niederlagen, den Konflikt letztendlich für sich entscheiden wird, wird die Ukraine einen hohen Preis für die wahnsinnige Verblendung ihrer "Führer" zahlen müssen.

 

 

Silent Reader

14. November 2022 21:16

@Laurenz

Laut dem Junge-Freiheit-Militärexperten Ferdinand Vogel sind die Ukrainer nach dem russischen Rückzug aus Cherson einen Schritt näher dem Sieg über Russland gekommen.

Falls Russland den Krieg verliert, wird Wladimir Putin 2024 möglicherweise nicht wiedergewählt.

RMH

14. November 2022 22:05

@Der_Juergen,

da Sie meine Beiträge deutlich länger kennen, als viele hier und schon lange dabei sind, können Sie sich sicher erinnern, dass ich nie der große Befürworter der ethnopluralistischen Theorie war (die damals noch nicht so gut zusammengefasst präsentiert wurde, wie in dem verlinkten Buch von M.L.) und einer meiner Kerneinwände war, dass er für ein Land wie Deutschland (das ich damals noch kontrafaktisch oder ideal groß gedacht habe) zu kleinteilig ist, da Deutschland eigentlich immer auch Raumwirkung hatte (manche mögen es Reich nennen). Insofern bin ich kein Ethnopluralist im klassischen Sinne, etwa in dem von Benoist. Ich habe dafür im Forum Widerworte erhalten und M.S. war einer der Haupttrommler für den E.P. - mein obiger Beitrag ist daher maßgeblich von der Verwunderung geprägt, dass jetzt, wo man meint, sich in irgendeine große Linie einordnen zu müssen (nebenbei: dafür gibt es keinen Grund), es auf einmal legitim erscheint, wenn eben mal wieder über Nationen bei Bedarf hinweggebügelt wird oder diese als Hilfstruppe rekrutiert werden (je nach Blickwinkel). Das kann man als Nationalist und/oder Patriot (beides muss nicht zwingend zusammenfallen) aus prinzipieller Sicht betrachtet nicht gut heißen.

Kurativ

14. November 2022 22:05

Sehr gute Idee, den Ethnopluralismus an einer realen und aktuellen Begebenheit zu messen. Das gefällt mir gut, und das Ergebnis der Gedanken ist gut nachvollziehbar "Das jetzige Jetzt ist das schönste Jetzt das wir jemals hatten".

Was mir natürlich sofort in den Sinn kam war, dass vielleicht der Ethnopluralismus nicht das höchste Prinzip sein kann. Denn in Ländern wie der Schweiz leben auch verschiedene Ethnien in einer Nation. Das wäre auch in der Ukraine zwischen den russisch sprechenden und den ukrainisch sprechen den Menschen möglich gewesen, wenn die EU/US/NATO es nicht anders geplant hätte.

Das höchste Prinzip ist also die Souveränität, so wie Karl Albrecht Schachtschneider es in seinem compact-Vortrag genannt hat. Erstaunlich, dass es die Nachkommen der Aufklärung aus den USA nun anders sehen, und den fremden Ländern sagen, was sie zu tun und wo sie zu sterben haben

Gracchus

14. November 2022 22:11

Auf deutschem Gebiet leben ja noch die Sorben. Man kann noch so sehr abstrakte Prinzipien aufstellen, es wird immer Grenzfälle geben. Gegen die deutsche Migrationspolitik sprechen für mich weniger prinzipielle als pragmatische Gründe.  

Das Teufelchen Carl Schmitt hatte wohl den richtigen Riecher. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist dem individuellen Selbstbestimmungsrecht nachgebildet und somit nachrangig. 

"Grossraum, Völkerfamilien" - ist m. E. ein Unsinn und beißt sich in den Schwanz, wenn daraus ein Recht abgeleitet werden soll. Entweder ist eine Schutzmacht faktisch Schutzmacht, weil sie Schutz gewährleistet, oder eben nicht. 

Dann gibt es Völker, wie das deutsche, die überhaupt nicht selbstbestimmt sein wollen. Was ist mit denen? 

Laurenz

15. November 2022 04:58

@Silent Reader @L. (1)

Laut dem Junge-Freiheit-Militärexperten Ferdinand Vogel

Woher wissen Sie um die Qualität dieses Experten? Die JF neigt, wie Tichys dazu, transatlantisch zu veröffentlichen. Alles verlorene Träumer einer alten BRD, die nie mehr wiederkehrt.

sind die Ukrainer nach dem russischen Rückzug aus Cherson einen Schritt näher dem Sieg über Russland gekommen.

Hier handelt es sich gar nicht um einen militärischen Sieg. Die Ukrainer sind nur in die aufgegebenen Stellungen nachgerückt. Die einzige Beute, ein beschädigter T-90 Tank. Lesen Sie den Zerohedge-Artikel, den ich gepostet hatte. Der Winter steht vor der Tür. Aber die Russen wollten sich nicht darauf verlassen, den Nachschub über das Eis des Dnpr zu organisieren. Insofern war es taktisch richtig, sich zurückzuziehen.

Kurativ

15. November 2022 05:16

Ein inspirierender Artikel. Aus meiner Sicht ist diese Art von Denken richtig. Ich fürchte, er wird damit auf Widerstand stoßen.

Ethnizität und der Nationalstaat mit seiner notwendigen Souveränität stehen bekanntlich in einem Verhältnis zu einander. Mit allen Widersprüchen aber auch gegenseitiger Befruchtung.

Die Souveränität einer Nation steht an oberster Stelle. Ohne Souveränität gibt es keinen Grad an Ethnie, weil andere Länder, Organisationen (UN) oder Imperien bestimmen, wer in die eigenen Nation einwandern kann.

Wenn eine Nation Souveränität an Organisationen wie UN/EU/NATO/USA abgibt, dann entstehen vielleicht zunächst Vorteile (Export, Technologietransfer, Verteidigungsbündnis), aber das ist für ein Land wie Deutschland nicht notwendig. Meiner Ansicht nach können wir mit anderen kleineren Ländern zusammen arbeiten, ohne die Macht über die Migration abzugeben

RMH

15. November 2022 06:56

@Gracchus,

das Auseinanderfallen von Staat und Völkern hat Nietzsche mit seinem unvergleichbaren Instinkt klar gesehen und hat im Zarathustra entsprechendes an der allseits bekannten Stelle "Vom neuen Götzen" formuliert:

"Irgendwo giebt es noch Völker und Heerden, doch
nicht bei uns, meine Brüder: da giebt es Staaten.

Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt thut mir die
Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom
Tode der Völker.

Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer.
Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem
Munde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“"

Deutsches Textarchiv – Nietzsche, Friedrich: Also sprach Zarathustra. [Bd. 1]. Chemnitz, 1883.

RMH

15. November 2022 07:02

"Woher wissen Sie um die Qualität dieses Experten? "

@Laurenz,

und woher wissen Sie um die Qualität Ihrer Experten?

Wir stehen daneben und dürfen ein bisschen den Sandkastenexperten spielen, so wie im WK II angeblich mancher Nichtdienende auf der Karte im Schreibzimmer den angeblichen Frontverlauf abgesteckt haben soll und 45 überrascht war, dass weiße, statt rot-weiß-schwarze Fahnen wehten.

Von daher: Halten wir uns zurück. Im Hintergrund zeichnet sich aber immer mehr ab, dass das russische Abenteuer, des sich den Vorhof sauber Haltens auf beiden Seiten hunderttausende Opfer kostet. Beide Seiten haben die üblichen, weiß-europäischen Demografie Probleme. Das weiße Europa verheizt sich wieder einmal selber und Küchentisch-Machiavellis wie Sie ergötzen sich daran und ergreifen einseitig Partei. 

Wuwwerboezer

15. November 2022 10:19

"Die Selenskyis kommen und gehen, das ukrainische Volk, der ukrainische Staat bleibt." - Stalin, in Abwandlung

Die Dimitroff-Definition, die m. E. wenn auch unzureichend so doch treffend ist, scheint ja hier völlig unbekannt zu sein. Dokus über die Ukraine gibt`s genug, ist jedmandem dabei mal die bittere Armut und himmelschreiende Rückständigkeit, außer bei den Insassen dieser teuren und gepflegten Autos, kein einziger schrottreifer Zappelfrosch zu sehen anders als in den Dörfern, aufgefallen?

Dieses mit Wikingermotiven durchtätowierte, umformatierte Volk, das vampirmäßig so ausgesaugt wurde, dass es offenbar allerdings außerhalb der Städte nicht mal mehr Zahnärzte hat, glaubt ja mit der Inbrunst des Stolzes, was ihm die Oligarchenfernsehsender eingetrichtert haben: daß dessen Vorfahren mit eigenen Händen das Schwarze Meer ausgehoben hätten. Mit Folklore wird am preisgünstigsten Kanonenfutter gezüchtet.

- W.

Karl Otto

15. November 2022 10:30

Ich habe in anderem Zusammenhang schon auf die in den baltischen Ländern lebenden Russen hingewiesen. Die allermeisten von denen sind dort geblieben, nachdem die Länder der EU und der Nato beitraten (trotz Diskriminierung). In Lettland lebten 1989 34% Russen, 2020 26,7%, In Estland 30,3 bzw. 23,2%. Offenbar ist die ethnische Zugehörigkeit nicht entscheidend wenn es darum geht, wo die Menschen leben wollen.

Ich könnte mir vorstellen, dass ähnliches auch für "die ethnokulturell russischen Einwohner des Donbass und der Krim" gleten würde, wenn sie wählen könnten.

 

Gimli

15. November 2022 11:08

Was ist denn Ethnopluralismus? Gehts um Ausdifferenzierung an äußerlich unterscheidbaren Merkmalen von Homo sapiens oder um Kultur, Sprache und Religion? Wo deckt staatliche Verfassheit kongruent eine an obigen Merkmalen zu definierende GRuppe korrekt ab?

Kommentar Redaktion: Na, ein bißchen einlesen sollten Sie sich schon. https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/103196/ethnopluralismus?number=9783944422749

Falls es darum geht: Hmmh … Schon innerhalb Europas haben wir keine solchen GRenzen. Wenn überhaupt natürliche … Alpen, Rhein, Ärmelkanal .. und dann wieder nicht (Elsass, England, …) Innerhalb Deutschlands ist zwischen Ostfriesen und Bayern auch Spannung … 

Staaten sind künstliche Gebilde, historisch im Fluss und zum Glück seit WWII kommt da Ruhe rein. Wer will Krieg um Boden? Niemand! 

Auch Sprache, Kultur und Religion sind im Fluss. Atheismus nimmt aktuell zu, Sprache ist an Boden nicht gebunden und profitiert von Bildung, Kultur dito und auch von Technik.

Scheint doch, es bleibt ein Frage: Wie beweglich ist der/die Einzelne oder wie unsicher fühlen sich Menschen, weil sie Wurzeln schlagen müssen und darum ihre Umwelt auch stabil bleiben muss. 

Niekisch

15. November 2022 11:53

"zum wem hält der Ethnopluralist?"

Zu allererst einmal zu seinem eigenen Land mit seiner Geschichte von Anfang an und all seinen Vorfahren, seiner ureigenen Kultur unverfälschter Mythen. Wenn es ins Verbrecherische gegangen ist, dann schweigt er dazu, wirft all seine Kraft auf Gegenwart und Zukunft hin zur Unabhängigkeit. Fremdes interessiert ihn nur,soweit es ihn im eigenen Land bedroht.

Gustav

15. November 2022 12:50

@ RMH

@ Laurenz "....und ergreifen einseitig Partei."

Sie spiegeln. Wer hat denn hier von Anfang an ganz klar nur die Verantwortung des "Russen" gesehen? Wer hat denn die Vorgeschichte zwischen den Jahren 2014 und 2022 nicht sehen wollen, bzw. alles im Sinne des "Westens" relativiert? Wer hatte hier ganz schnell "vergessen", als was die korrupte Ukraine und deren Chef vom hiesigen Medienmonopol noch vor einem Jahr benannt worden ist? Vom Saulus zum Paulus in zwei Minuten! Panama Papers? Nie gehört! Fuck the EU? Das hat sie sicher nicht so gemeint! Und was passiert gerade mit der EU? Aber Laurenz ist einseitig... Wie sagt der Wiener? Gehn`s scheißen...

Gimli

15. November 2022 13:19

@Redaktion 

Aus dem Kontext ahne ich schon, was unter EP gedacht wird. Ich finde es hier auf dieser Seite unglaublich spannend mitzulesen, weil mich immer wieder die Frage ungläubig umtreibt. wie man versucht sein kann, eine politische Haltung intellektuell begründen zu wollen. Ich halte das für Selbstbetrug im Kern geht es darum, dass das übergroß geworden eitle Gehirn des Affen in uns sich für seine archaischen Triebe rechtfertigen will. 
 

RMH

15. November 2022 14:34

"Die Dimitroff-Definition, die m. E. wenn auch unzureichend so doch treffend ist, scheint ja hier völlig unbekannt zu sein."

@W.,

nach dieser Definition handelt es sich beim Ukraine-Krieg recht eindeutig um den Kampf zweier faschistischer, finanzkapitalistischer Regime (beide getragen von Oligarchen) um die rohstoffreichsten Gebiete eines Landes. Ach so, ich vergaß ... es geht ja angeblich um sog. Geopolitik und um irgendeinen herbeigeredeten Gegensatz zwischen angeblich multipolaren, "guten" Kräften (hier greift die Aussage des oben zitierten Nietzsche von der kalten Lüge: "ich, der Staat, bin das Volk") und sog. "bösen" Globalisten (die auf die kalte Lüge schon einmal verzichten, was die Sache aber nicht besser macht).

RMH

15. November 2022 14:49

"Sie spiegeln."

@Gustav,

und Sie nehmen nur selektiv war, sonst wäre Ihnen schon länger aufgefallen, dass ich mich in den vorangegangen Debatten am konkreten Punkt des Angriffs aus eher juristischer Sicht festgebissen hatte, der durch irgendwelche Vorgeschichten erklärbar wird, aber eben deshalb noch lange nicht gerechtfertigt ist. Man beurteilt die eine Seite, dann die andere und vermengt nicht ständig alles wahllos miteinander, nur damit man nicht Gefahr läuft, dass Leute wie Sie einen nicht gleich als Parteigänger für irgendwen halten - nennt sich Abstraktionsvermögen. Aber wer die Weltverschwörung überall am Werke sieht, der hat die Universallösung für alles und braucht solche altmodischen Denkweisen nicht mehr. Im Übrigen braucht gerade ein @Laurenz Ihre Sekundanz sicher nicht. Gehen Sie also selber aufs Klo und erleichtern sich um ihr Aufgestautes, da scheint ein gewisser Druck vorhanden zu sein.

Gracchus

15. November 2022 15:18

@Gimli

Ihre Kommentare sind in der Tat affig.

Allnichts

15. November 2022 15:38

Etwas verwunderlich, dass der Text nicht stärker diskutiert wird, in welcher Weise auch immer.

Eine Verständnisfrage an Martin Sellner und diejenigen, die es ähnlich sehen wie er: Wie würden Sie bei einem Angriff Russlands auf Deutschland reagieren, bei ähnlicher russischer Begründung und Durchführung? Fiele dies auch unter "Befreiung" bzw. "Konzept Grossraum", "Reichsidee"? Würde das Vaterland verteidigt, wäre man neutral? Oder noch einmal etwas ganz anderes? Dazu habe ich nun schon eine ganze Reihe von Positionen gehört, vom Verteidigen bis zum "Putin, rette uns" ist alles dabei. Ich möchte gerade in Erinnerung daran, wie sich die Russen hier vor einigen Jahrzehnten bei der "Befreiung" aufgeführt haben, und mit Blick drauf, wie sie sich derzeit in der Ukraine verhalten, nur ganz sicher sein.

Derweil bombardiert Russland nach dem siegreichen Teil-Rückzug aus den kürzlich mehr oder weniger annektierten ukrainischen Gebieten mal wieder Wohnhäuser in ukrainischen Städten. Und bald beginnt die Weltmeisterschaft. Solche Grossereignisse, welche die weltweite Aufmerksamkeit auf sich lenken, werden gern dazu genutzt, ansonsten kaum Vermittelbares umzusetzen.

Nemo Obligatur

15. November 2022 16:09

Der Ethnopluralismus kann als rechtes Konzept nur überleben, wenn er geopolitisch “nachrüstet” und romantisch-moralische Maximalpositionen aufgibt. Das bedeutet aber, kurz gefaßt, sich dem Konzept des Großraums und der Reichsidee zu öffnen.

Ich würde sagen, das wäre eine gute Gelegenheit, dem "Ethnopluralismus" den Abschied zu geben. Der EP ist eine intellektuelle Sackgasse. Die Welt heute ist nach Staaten geordnet, nicht nach Ethnien. Eine ethnische Zuschreibung ist oftmals sinnlos. Der Fußballer Jamal Musiala hat einen deutschen Pass, seine Mutter kam aus Polen, sein Vater aus Nigeria, er hat als Kind viele Jahre in England gelebt. Der Begriff "Ethnie" ist für ihn inhaltsleer. Menschen mit diesen Biografien gibt es in großer und weiter wachsender Zahl, nicht alle sind bekannte Fußballer, aber alle haben das Recht auf ihren Platz in dieser Welt.

Man sollte sich wieder mehr der Frage zuwenden, wie der Staat verfasst sein muss und wie die Staaten untereinander in Beziehung treten sollten, also kein Großraum und keine "Reichsidee".

Ein militärischer Angriff auf einen Nachbarstaat ist die denkbar schlechteste Visitenkarte. Meine volle Sympathie gehört den Menschen in der Ukraine. Die weitere Unterstützung der Ukraine auch mit militärischem Gerät liegt daher auf der Hand. Aber auch die Russen sind letztlich großteils Opfer ihrer Führung. Wer wüsste so etwas besser als wir Deutschen?

Laurenz

15. November 2022 17:01

@Nemo Obligatur

Schon vor ein paar Jahren erzählte ich hier mal die Geschichte (über 20 Jahre her) aus meiner Zeit bei der NordLB. Dort traf ich einen tiefschwarzen, hochintelligenten Trainee, war BWLer, in Gießen studiert. Kenne nur Seinen Vornamen, Windsor. Der Mann war im Grunde verzweifelt. Er kam aus Texas, teilte mir mit, die Texaner würden keine Schwarzen mögen. Er war auch in Afrika, aber dort fand Er auch keine Verbindung, Er ging wohl davon aus, daß zu viel weißes Blut in Seinen Adern fließen würde, wobei man Ihm das nicht ansah. Am besten würde Er noch in Deutschland klarkommen, denn die Deutschen denken, sieht aus, wie ein Ami & nehmen Ihn als Ami an.

Bei Familienaufstellungen genießen Mischlinge den Vorteil, einen flacheren Tellerrand zu besitzen, aber sie leiden darunter, daß sie nicht wirklich wissen, wer sie sind.

Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo es hingeht. Sie sind unfair, genau, wie das bei einer Aufstellung eine Mutter bekannte, die als junge Frau bewußt Mischlinge gezeugt hatte & erst später verstanden hätte, was sie ihren beiden Söhnen angetan hätte. Denn Sie, Nemo Obligatur, wissen doch gar nicht, wie es ist, ein echter Mischling zu sein.

Silent Reader

15. November 2022 18:10

@Nemo Obligatur

Noch ein Beispiel: David Alaba, der in Österreich als Sohn eines nigerianischen Vaters und einer philippinischen Mutter geboren wurde, ist ein deutschsprachiger katholischer Staatsbürger Österreichs. Also weder Einwanderer, noch Muslim. Sein Sohn, dessen Mutter deutsch-philippinischer Herkunft ist, hat nach geltender Definition (im Inland geboren mit zwei auch im Inland geborenen Eltern) nicht einmal einen Migrationshintergrund.

Hajo Blaschke

15. November 2022 19:01

Es ist so gut wie sinnlos, in den Diskussionen bezgl. des Aufräumens in der Ukraine durch Russland immer wieder darauf hinzuweisen, dass hier ein seit 8 Jahren währender Krieg mit 14000 von der Kiewer Junta ermordeten Bewohnern des Donbass beendet wird. Dieser Konflikt kann auch nicht auf die Formel eines Bruderkrieges zweier slawischer Völker zurückgeführt werden. Ein ethnischer Nichtukrainer mit nicht mal ukrainischem Pass und seine Junta hat sich auf die Fahnen geschrieben, soviele wie möglich Russen abzuschlachten, Russen als Unter- bzw. Nichtmenschen einzuordnen und aus den gefallenen Russen Dünger zu produzieren. Und dann kommen hier Meinungen über einen Versager Putin hoch und bei jedem taktischen Rückzug der russischen Armee wird nach Kneipenmanier der Sieg der Ukraine herbeikrakeelt.

Ethnopluralismus, worunter ich das Zusammenleben verschiedener Ethnien in einem Staat verstehe, wird in Russland seit hunderten von Jahren praktiziert. In Russland leben etwa 150 verschiedene Ethnien zusammen und keine dieser Ethnien ist von Ausrottung bedroht.

In der Ukraine leben neben Ukrainern, die eigentlich Ruthenen sind, Polen, Ungarn, Rumänen, Slowaken auch mehrere Millionen Russen. Diese dort lebenden Russen leben auf Gebieten, die historisch Neurussland und Kleinrussland heißen und schon immer russisch besiedelt waren. Die Ukraine gibt es seit 1920 und in einem überschaubaren Zeitraum wird es sie nicht mehr geben.

Der_Juergen

15. November 2022 19:33

@Allnichts

Gestern hatte ich einen grässlichen Traum: Die Russen waren in Deutschland einmarschiert, worauf sie gleich die Grenzen für Millionen von Afrikanern und Muslimen öffneten. Sie organsierten Schwulenparaden, führten in Berlin schwul-lesbische Kindergärten ein, erklärten die Gendersprache an den Universitäten für obligrorisch und verkündeten, jeder Mensch könne ab dem 3. Altersjahr frei zwischen 73 Geschlechtern wählen. Dann erwachte ich schweissgebadet und merkte, dass es nur ein Albtraum gewesen war und ich, Gott sei gelobt, immer noch unter dem sicheren Schutz unserer freiheitlich-demokratischen amerikanischen und britischen Verbündeten lebte, die uns vor Machenschaften wie den von den Russen geplanten bewahren werden..

FraAimerich

15. November 2022 20:35

@unSilent Reader et al

Gegen Rääächts und Rassismus ist David Alaba als guter Katholik ja auch. - Wir sollten den Laden hier darum wohl einfach dicht machen! Gegen's Kali Yuga läßt sich eh nicht anstinken.

Vielleicht noch ein Wort zum Artikel: Ich fürchte ja insgeheim schon  länger, daß vieles, was die Neue Rechte "sympathisch" macht, im Zweifelsfall auf eher taktischen Auskunftstiteln beruht. Nur und ausgerechnet die Sache mit dem Nationalismus scheint man  weitgehend ernst zu nehmen. Dabei ginge Ethnopluralismus und Reichsgedanke doch trefflich zusammen.

Was nicht geht, ist das Flirten mit der westlich-kapitalistischen Einheitskultur. Wer das begriffen hat oder wenigstens empfinden kann (ob nun mit aufrichtigem Bedauern oder aber einer gewissen Genugtuung), ist über theoretische Wortkonstruktionen und Überbauakrobatik erhaben. Den Rest übernimmt das Kali Yuga - das auf juristische Spitzfindigkeiten übrigens ebenso wenig geben dürfte wie auf Fragen der Moral oder Abstammung.

Gracchus

15. November 2022 21:27

@RMH: Das Nietzsche-Zitat passt. Den Zarathustra will ich seit geraumer Zeit wiederlesen. 

Sandstein

15. November 2022 21:30

Ethnopluralismus, Reichsgedanke, Kali Yuga. 

..wenn man sowas zu lesen bekommt, hat man eine grobe Vorstellung, was die Menschen umtreibt: komplette Orientierungslosigkeit. Die Menschen sind reihenweise überfordert, die Realität mit ihrer persönlichen Wahrnehmung in Einklang zu bringen. Da werden dann eifrig Konstrukte ersonnen. 

Also weiß nicht, hatte leider nie die Gelegenheit meinen Urgroßvater zu fragen. Aber das Zeitalter des Verfalls hätte er sicher schon so um 1945 angesetzt. Naja was soll’s, irgendwie hat es meine Familie bis 2022 geschafft. Und dass es meine Familie noch 2045 geben wird ist meine Aufgabe. Wenig anderes interessiert mich mittlerweile noch. Danke an MS für den Text, ich werd aber nicht ganz schlau als all den Wendungen.

Gruß.  

Gracchus

15. November 2022 21:40

Niemand spricht ja der Ukraine das Recht ab, sich zu verteidigen. Aber daraus folgt ja nicht, dass man sie unterstützen muss. Minsk II stellte in meinen Augen einen guten Kompromiss dar. Warum ist er gescheitert? Hätten Frankreich und Deutschland nicht mehr Druck auf Selenski ausüben sollen, dass er Minsk II umsetzt? Ihm (und den USA) nicht signalisieren sollen, dass man ihn anderenfalls nicht unterstützt? 

Mir ist der ukrainische Nationalismus nicht geheuer. Andere wie @AllNichts finden so etwas geil. Suspekt ist die Anknüpfung an Bandera. Dann die Auftritte des Ex-Botschafters Melnyk. Vor allem aber: die anti-russischen Ressentiments. Daran zeigt sich auch die Borniertheit. Man tut gerade so, als wäre das Land Ukraine eine Schiff, das sich von Russland losmachen und davonsegeln kann. 

dojon86

15. November 2022 21:41

Wenn man die Menschen selbst entscheiden lässt, wo sie wohnen und mit wem sie zusammenarbeiten wollen, entstehen von selbst Blasen, in denen die Menschen dann nach Klasse und Ethnie getrennt leben. Es gibt Kontakte aus der Blase heraus, aber die sind so gut wie immer oberflächlicher Natur. Leutselige Konversation mit seiner Putzfrau und Besuch von exotischen Lokalen gehört genau in diese Kategorie. Höchstens beim Sex gibt's öfter Kontakte aus der Blase heraus. Wenn's um die Schule für die Kinder und um die Wohngegend geht, plädiert auch der Moralbürger zur Segregation, früher hat man es auch Apartheid genannt. Aber nachdem die Tugend Ehrlichkeit heute durch die Untugend Heuchelei verdrängt wurde, gibt das niemand zu. Jedenfalls führt dieses menschliche Verhalten zur Trennung der Ethnie, außer dort, wo die Eliten um ihres persönlichen Vorteils willen die Zusammenarbeit erzwingen. Ihr menschenverachtende Traum ist das menschliche Schaf ohne Bindung an Familie, Wohnviertel, Klasse, Nation, das man beliebig einer Herde zuführen, oder auch wegnehmen kann. Bei Pferden geht das schon nicht mehr. Würde man beliebige Pferde auf Koppeln zusammensperren ohne sich darum zu kümmern, ob sie sich vertragen, hätte man permanent Raufereien und hohe Tierarztrechnungen. Ethnopluralismus meint das Leben verschiedener Gruppen in einem Gemeinwesen. Das hat selten funktioniert und wenn dann eher schlecht. Und außerdem nie in einer Demokratie. (Man komme mir jetzt nicht mit der Schweiz, da sind die Verhältnisse sehr speziell, aber das zu erläutern fehlt der Platz)

Gracchus

15. November 2022 21:48

Der Witz ist ja auch, dass die EU einen Nationalismus unterstützt, den sie ansonsten sanktioniert. Derweil Rechte eigentlich jubeln müssten.

@Laurenz: Wieso wissen  nicht Mischlinge woher sie kommen und wer sie sind?

Abgesehen davon wäre das kein Einwand gegen @nemo Obligator.

dojon86

15. November 2022 22:15

Zusatz. Das Konzept des Ethnopluralismus kommt mir ein bisschen so vor, als ob die Ureinwohner einer Landschaft darum bitten, man möge ihnen doch Reservationen zugestehen. Aber zurück zur Grundfrage. Nach reiflichem Überlegen drücke ich Russland die Daumen. Nicht weil Russland für uns ein Modell ist, sondern gerade weil es das nicht ist. Für unsere Eliten und leider auch für weite Teile des Volkes (der Bevölkerung) sind die Angelsachsen (alle englischsprechenden Staaten) das Modell schlechthin und dieses Modell zerstört langfristig unsere Kultur. (Kultur im umfassenden Sinn gemeint). Und außerdem ist dieses Modell für ein in einem beschänkten Raum lebendes Volk nicht mal besonders tauglich. Da würde ich mich wenn schon denn schon, wenn einem die Wahl des Vorbilds frei stünde, eher an Japan orientieren.

@Der Juergen 19:33 Glänzende Gegenüberstellung

Franz Bettinger

15. November 2022 22:38

@Gimli meint „dass der eitle Affe in uns sich für seine archaischen Triebe rechtfertigen will.“ - Was soll denn daran falsch sein, mit seinem IQ herausfinden zu wollen, warum man dem netten Fremden, der deine Feuerstelle, Höhle & Frau okkupieren will, eine Keule um die Ohren schlägt? Das Hirn ist nun mal gewachsen und kann sich den Luxus des Erklären erlauben. So what.  // Und dann fragen Sie weiter oben "Wo deckt staatliche Verfasstheit eine an obigen Merkmalen zu definierende (ethnische) Gruppe kongruent korrekt ab?“ - Scharf jedenfalls nicht. Eine hohe Trennschärfe ist auch völlig irrelevant. So wie wir (trotzt aller Zwischenstufen) zwischen Schwarz(en) und Weiß(en) unterscheiden können, können wir zwischen Eskimos und Hottentotten unterscheiden, Buben und Mädchen, ja sogar die Bayern unter den Österreichern ausmachen. Versuchen Sie’s mal. Klappt meistens und heißt: die Kunst des Erkennens von (manchmal sehr kleinen) Unterschieden. Es macht sogar Spaß. Es passiert, dass ich in NZ am Straßenrand oder am Strand aufgrund irgendeines Details im Verhalten fremde Menschen anspreche und frage "Sind sie Deutsche?" Und sie bejahen, was mindestens einmal der Beginn einer sehr guten Freundschaft wurde.

RMH

15. November 2022 22:40

@dojon86

"drücke ich Russland die Daumen."

und ich drücke hier niemandem die Daumen sondern sehe das Drama, dass offenbar noch weit entfernt vom letzten Akt zu sein scheint.

"sind die Angelsachsen (alle englischsprechenden Staaten) das Modell schlechthin"

Modell ist m.M.n. eine zu unscharfe Bezeichnung. Wie ich schon einmal geschrieben habe, haben wir echte Verstrickungen (zu Verstrickungen könnte ja @Laurenz aus seiner Aufsteller-Erfahrung evtl. etwas sagen) zur US-Kultur, insbesondere, da diese sehr von Deutschen Migranten geprägt ist, die aber sehr schnell keine Deutsche mehr sein wollten, sondern Amerikaner  - so wie Deutsche hier dann eben gerne Europäer sein wollen. Da sind tiefere Schichten berührt, die nicht nur aus der Katastrophe von 45 herrühren sondern viel früher begannen.

"Das Konzept des Ethnopluralismus kommt mir ein bisschen so vor, als ob die Ureinwohner einer Landschaft darum bitten, man möge ihnen doch Reservationen zugestehen."

Sinngemäß war das auch mein Kerneinwand bei lange vergangenen Diskussionen auf SiN. In der Realität betteln tatsächlich Rechte um Reservate, wenn sie Siedlungsprojekte bspw. in Mitteldeutschland starten, fordern und fördern.

Kritiker

15. November 2022 23:39

"Der Ethnopluralismus kann als rechtes Konzept nur überleben, wenn er geopolitisch “nachrüstet” und romantisch-moralische Maximalpositionen aufgibt. Das bedeutet aber, kurz gefaßt, sich dem Konzept des Großraums und der Reichsidee zu öffnen."

"In einem Moment, da alte Ressentiments wieder aufkommen und verdrängte, offene Rechnungen ins Bewußtsein treten, gerät man rasch in den Ruch des Vaterlandsverrats und der Gefallsucht beim Gegner.

nach deinen Wort scheint würde das bedeuten, gegen andere europäische Länder in den Krieg ziehen zu müssen um ein Reich entstehen zu schaffen. Waren das nicht die Fehler der "Alt-Rechten?" Ist es nicht möglich Europäischen Ethno-Nationalismus (nennen wir ihn "IB Nationalismus" in Europa zu verbreiten und dann die jetzige EU in Bündnis unabhängiger Staaten umzuwandeln? (jeder Staat hätte natürlich die absolute Kontrolle über die Grenzen)

Kannst du ein Video machen um deine Ideen genau zu erläutern?

ede

16. November 2022 01:40

Sellner versucht die "hier" auch nur scheinbar geläufigen Kategorien zu inspizieren und sozusagen zeitgenössisch zu bewerten. Dagegen gibt es doch nichts einzuwenden, auch wenn sich mir der praktische Nährwert nicht erschließt.

Das Ethnizität, und da insbesondere die Muttersprache, eine erhebliche Rolle beim funktionieren von Staaten spielt, kann nicht bestritten werden.

Mich würde es beispielsweise interessieren, warum die Tschechen und die Slowaken partout nicht mehr in einem Staat leben wollten, gleichwohl aber beide gern in der EU. Aber gut, daß ein Franke bayerischer MP werden konnte war auch nicht unbedenklich. Aus meiner Jugend kenne ich noch die Spannungen zwischen Flandern und Wallonen aus dem Fernsehen. Gibt's die noch, oder werden die nur totgeschwiegen?

Im Baltikum wird ein, zwar verständlicher, aber grenzwertiger Assimilierungsdruck auf die dort lebenden Russen ausgeübt. Es funktioniert wohl grad so, auch weil sich die EU Mittel früh auf relativ kleine Staaten konzentriert haben.

UKR ist eine andere Größenordnung. Die Entrussifizierung mit dem Holzhammer, ohne glaubwürdige Aussicht auf den goldenen Westen, verbunden mit der Ignoranz ggü. elementaren russischen Interessen - gesicherte Krim - hat das Fass überlaufen lassen.

 

ede

16. November 2022 02:00

[Laurenz]

"Alles verlorene Träumer einer alten BRD, die nie mehr wiederkehrt."

Schön gesagt. Ich kann mich nicht drüber freuen, aber leider wahr.

 

Ein Fremder aus Elea

16. November 2022 09:04

ede,

ich lebe ja in Estland und war vor 2014 auf der Krim und kann Ihnen nur sagen, daß, aus welchen Gründen auch immer, nicht der geringste Vergleich zwischen den Russen dort und hier gezogen werden kann. Damals stand nicht nur in jedem Dorf eine Leninbüste, sondern es lagen auch stets frische Blumen davor. In Estland gab und gibt es sowas nicht. Ich will nicht sagen, daß es ein anderer Menschenschlag ist, aber es heißt da irgendwo in einem Stück von Tschechow, das ich verfilmt gesehen habe und auf der Krim spielt: "Ich will zurück in den Norden, wo es Bäume gibt und die Menschen Gedanken haben." und das Leben, auch das der Russen, ist weniger hektisch hier als es auf der Krim war. Außerdem ist es natürlich so, daß eine spezielle Schicht in Sowjetzeiten Ferienhäuser auf der Krim erworben hat. Die Kellnerin im Lokal, in welchem wir einst aßen, war die Tochter eines Generals und die Museumsführerin konnte sogar estnisch, also alles Sowjetaristokratie. Aber gut, das muß man alles gesehen haben, um es zu glauben. Mir kam es damals alles surreal vor, wie eine Zeitblase, ein Paralleluniversum, in welchem die Sowjetunion fortbesteht.

dojon86

16. November 2022 09:12

@RMH 15.11.2022 22:40 Es ist mir klar, dass die Assimilierungsbeteitschaft der Deutschen in den angelsächsischen Ländern deswegen hoch ist, weil es sich um verwandte Kulturen handelt. Aber warum wollen sich Deutsche überhaupt assimilieren. Ich kann es ihnen sagen. Seit ca. 1990 konnte ich kein beliebiges Fernsehprogramm aufschlagen, in dem ich nicht jeden Tag eine Doku über die Untaten der Nazis las. Diese permanente Gehirnwäsche führte dazu, dass vor allem die jüngere Generation versuchte, sich von dieser Nation loszusagen, um im Großen Ganzen aufzugehen, was natürlich sinnlos, weil unmöglich ist. Ich bin nicht prinzipiell gegen eine Beschäftigung mit den Untaten der Nazis, mir gingen die alten Nazis in den 70ger Jahren, die den Italienern die Kulturfähigkeit absprachen und die Slawen für eine andere Rasse hielten, extrem auf die Nerven,  aber die Masse der Reeducationpropaganda machte die Gehirnwäsche. Jedenfalls hat dieser Wunsch vieler Deutscher dazu geführt, dass Deutschland handlungsunfähig geworden ist. Kein Mensch in der Welt glaubt, dass Nordstream 2 von den Russen gesprengt wurde, aber Deutschland kuscht. Deutsche Diplomaten sind in den USA Befehlsempfänger und im Rest der Welt eine Lachnummer, da jeder weiß, dass ihre Befehlsgeber in Washington sitzen. Ich frage @RMH also, wer der Verursacher dieser bedauerlicher Lage ist. Und zum Abschluss, ja ich weiß, unter den Amis ging's uns in der alten BRD gut, dazu empfehle ich ihnen den Begriff Truthahnillusion zu googeln.

 

Salzburger

16. November 2022 09:16

Nüchtern betrachtet: Die Russland-Romantik vieler Rechter hat nichts mit den realen Verhältnissen in Russland zu tun (Multi-ethnisches Imperium, wobei die Geburtenraten der russ.-islamischen Turkvölker gegenüber den europäischen Russen im krassen Mißverhältnis stehen, auch aufgrund gigantischer Abtreibungsraten junger Euro-Russinnen), während die Ukraine eigentlich der Sehnsuchtsort der Rechten sein müsste.

Ukraine ist eine ethnisch homogene, weithin konservative Gesellschaft und damit in dieser Hinsicht ein zweites Polen, welches ja NATO und EU Mitglied ist, aber gesellschaftlich sich nicht "umdrehen" lässt. Daher wäre gerade aus rechter Sicht der schnellstmögliche EU-Beitritt der Ukraine sogar wünschenswert, weil damit auf EU-Ebene Mehrheiten zugunsten konservativer Gesellschaftsideale kippen könnten. 

Die Selbstbehauptung der Ukraine samt frisch entstehendem Nationalmythos, der sogar von der linken Presse wohlwollend begleitet wird, hat großes metapolitisches Potential aber ich wurde in meiner (naiven) Erwartung grob enttäuscht, dass sich die Rechte dadurch -analog zur Polenschwärmerei im Vormärz- natürlicherweise auf die ukrainischer Seite stellt.

kikl

16. November 2022 10:01

"Der Ethnopluralismus kann als rechtes Konzept nur überleben, wenn er geopolitisch “nachrüstet” und romantisch-moralische Maximalpositionen aufgibt. Das bedeutet aber, kurz gefaßt, sich dem Konzept des Großraums und der Reichsidee zu öffnen."

Ich stimme insoweit zu, als dass auf internationalem Parkett keine Rechte geachtet werden; es herrscht das Faustrecht. Recht ist, was der Stärkere mit Gewalt durchsetzt. Moralische Appelle sind folgenlos.

Ich würde aber gerne verstehen, was unter den Konzepten "Großraum" und "Reichsidee" in diesem Kontext zu verstehen ist.

SolarisPost

16. November 2022 10:08

Liebe Leserin und lieber Leser, es lohnt sich immer genau hin zu schauen.

"Die Ukrainer sind die einzigen Nationalisten, die weder für ihr Volk noch für ihr Land kämpfen, sondern für eine einzige Idee: die Vernichtung der Juden und der Russen."

https://www.voltairenet.org/article218397.html 

Allnichts

16. November 2022 10:31

Der_Juergen:

Ihre Antwort ist eigentlich keine, was wiederum auch eine Antwort ist. Die deutschen Kommunisten haben auch der Ankunft der Sowjet-Truppen entgegengefiebert, aber die hatten grösstenteils keine wohlwollenden politischen Absichten, sondern vielmehr unsere Frauen und Mädchen im Blick.

dojon86:

Wann würden Sie Russland noch die Daumen drücken? Wer sollte sich noch über russische Befreiung freuen dürfen?

Kritiker:

Martin Sellner begründet mit Problemen der geopolitischen Verhältnisse und Machtperspektiven, mit Realpolitik, mit politischer Realität, doch gibt es für diese Probleme auch Lösungsansätze, welche nicht die Aufgabe grundlegender eigener Prinzipien erfordern. Sich auf Machtfragen zu beziehen, aber dann mehr oder weniger offen eine Orientierung an Russland nahezulegen, welches sich seit Monaten als vollkommen untauglich erweist, irgendeine Führungsrolle zu übernehmen, und sich stattdessen eher ins Abseits stellt, lässt mich zudem daran zweifeln, dass das alles bis zum Ende gedacht ist.

Ein Text wie der obige, aber überhaupt das Verhalten und die Äusserungen vieler Rechter während der letzten Monate, hinsichtlich der Ukraine eigentlich während der letzten Jahre, spielen jedem in die Karten, der meint, rechte Politik, Nationalismus, Ethnopluralismus, was auch immer führten letztendlich doch immer nur zur Unterdrückung, zum Krieg, zur Zerstörung.

Adler und Drache

16. November 2022 10:36

Etwas abseits des Themas (aber nicht völlig): 

@Laurenz

Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo es hingeht. Sie sind unfair, genau, wie das bei einer Aufstellung eine Mutter bekannte, die als junge Frau bewußt Mischlinge gezeugt hatte & erst später verstanden hätte, was sie ihren beiden Söhnen angetan hätte.

 

Harter Tobak.

Ich kenne das aus dem Kreis der eigenen Familie. Das Kind ist jetzt 19. Ich beobachte es und frage mich, ob die Anpassungsschwierigkeiten nicht nur kulturell, sondern genetisch bedingt sind.

Ahnungslos, wie ich als Geisteswissenschaftler in Naturwissenschaften nun mal bin, stelle ich mir vor, wie die Variante des Kaukasiers durch 50.000-jährigen Anpassungsdruck an eine neue, der afrikanischen Ursprungswelt nicht entsprechenden Umwelt, entstand, samt damit einhergehender natürlicher Auslese und genetischer Veränderung. 

Ahnungslos, wie ich bin, stelle ich mir vor, dass in so einem Mischlingskind zwei unterschiedliche genetische Erbschaften im Widerstreit liegen. Die Unterschiede mögen klein sein, vielleicht minimal, aber vielleicht genügt das ja schon für eine Gesamtverfassung, die psychische Stabilität unmöglich macht. 

Im schlechtesten Fall ... 

 

 

Th.R.

16. November 2022 11:15

Die Pläne des Westens, die Ukraine aus der Einflussphäre Russlands herauszulösen, sind alt.

Früher war es Österreich-Ungarn, das diese Absicht vorangetrieben hatte; heute sind es  vornehmlich die USA und das NATO-fizierte Europa.

Einen kurzen und guten geschichtlichen Überblick über das Verhältnis zwischen Ukrainern und Russen gibt die Schrift "Die Ukraine und ihre Bedeutung im gegenwärtigen Krieg mit Russland", Wien 1915, von Dr. Wladimir Kuschnir.

https://archive.org/details/dieukraineundihr00kushuoft/page/n1/mode/2up

Kuschnir war zweifelsohne ein ukrainischer Nationalist; seine Ansichten geben ebenso den Nationalismus der heutigen Ukraine wider.

Wer diesen Konflikt besser verstehen möchte, dem sei diese kleine Schrift als Überlick empfohlen.

 

Uwe Lay

16. November 2022 11:37

Zum Nietzsche Zitat zum Verhältnis von Volk und Staat

Der Philosoph schrieb seinen "Zarathustra" nach der Reichsgründung 1871, die nur die kleindeutsche Version realisierte; das deutsche Österreich war so ausgeschlossen. Von daher ergibt sich ein problematisches Verhältnis von diesem Staate zu dem deutschen Volke, wie Nietzsches es hier auf den Punkt bringt. Jeder ethnopluralistischer Ansatz muß aber darauf insistieren, daß nur ein staatlich organisiertes Volk ein eigenständiges Volksleben haben kann. Ohne den Staat verprivatisiert sich ein Volk und hört so auf, als ein Volk zu agieren, es ist dann nur noch als die Idee seines Volkstumes lebendig.

Uwe Lay

Ein gebuertiger Hesse

16. November 2022 12:33

Heftig der Dialog zwischen Adler und Drache und Laurenz. Aber da geht es um die wirklichen Dinge. Immer gut, wenn sie zur Sprache kommen.

RMH

16. November 2022 13:17

@dojon86, ich sehe es vielschichtiger. Zu Verstrickungen gehören immer 2. Sie sehen den einen und halten ihm vor, was jede Nation mit einer Mission macht, sich die Lage nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Ich betrachte hingegen den, dem ich angehöre. Und da sehe ich ein Land, welches über Jhderte in erster Linie Exportland war, gerade auch von Menschen. Deutsche waren überall, in Russland, in der Ukraine und in ganz großem Maße eben in  ganz Amerika (nicht nur in USA). Warum sind die Leute gegangen? Weil es hier schon immer eine Klasse Menschen gab, die um jeden froh war, der gegangen ist, der ins Gras gebissen hat, den man als Söldner verhökern oder als Kulturbauern weglocken konnte etc. Was macht das konkret mit den Familien und den Ahnenlinien? Wer noch vor 100 oder 120 Jahren in Bremen ein Schiff nach Südamerika verließ, der war schlicht weg - Briefe dauerten Monate. Wie auch immer, diese wahrlich späte Nation, die dann im kurzen Rausch alles auf einmal regeln wollte und gescheitert ist, mit traumatischen Folgen bis heute, braucht sich bei so wenig Selbstliebe der Menschen untereinander nicht zu wundern, wenn es von allen nur als Zahlmeister geschätzt und hinter dem Rücken verachtet wird. Da ist viel vermurkst. Und so sehnen sich die einen nach Russland als Erlöser, die anderen wissen genau, dass die Westbindung nur conditio sine qua non ist und nur die Dümmsten unter ihnen trommeln das mit echter Überzeugung. Es ist altbekannt, dass die reine Erkenntnis von Ursachen noch lange nichts ändert.

Laurenz

16. November 2022 13:32

@Salzburger

Nüchtern betrachtet: Die Russland-Romantik vieler Rechter hat nichts mit den realen Verhältnissen in Russland zu tun.

Bei über 140 Mio. weiß das doch keiner, selbst jemand nicht, der sich oft in Rußland aufhält. Ihre rechte Romantik ist doch auch nur bloße Unterstellung, Nicht mal @Hajo Blaschke ist Rußland-Romantiker, der hier russische Machorka-Werbe-Clips zum besten gibt.

Die Selbstbehauptung der Ukraine samt frisch entstehendem Nationalmythos, der sogar von der linken Presse wohlwollend begleitet wird, hat großes metapolitisches Potential 

Auch das wissen wir doch in keiner Weise. Woher wollen Sie wissen, daß uns unsere Medien nicht Endsieg-Phantasien verkaufen? Auch die Stimmung im Volke von über 40 Mio., welches in keiner Weise Ihre präsentierte Homogenität widerspiegelt, ist selbst für Kenner nur an der veröffentlichten Meinung abzulesen. Und die ist, wie überall, wenig glaubwürdig, vor allem in Anbetracht dessen, daß die Ukraine ohne fremde finanzielle Unterstützung nicht überlebensfähig ist. Daran ist nichts souveränes, geschweige  Grundlage für Metapolitik.

heinrichbrueck

16. November 2022 13:51

Der Ethnopluralist hat 1,53 Kindern pro Frau. Die höchste Fertilitätsrate (Republik Niger) kennt dieses Wort nicht. 
Mafiatreiben. Ein einfaches Beispiel, ist eine Stadt mit zwei rivalisierenden Verbrecherbanden. Wenn die eine Verbrecherbande maßlos über die andere Verbrecherbande herzieht und sie sogar bekämpft, dann heißt das nicht, daß die andere Verbrecherbande gut ist und das Wohl der Stadtbevölkerung im Sinn hat. Es ist durchaus möglich, daß die beiden Verbrecherbanden nur auf untergeordneten Ebenen rivalisieren und bei ihren Kämpfen nur Fußvolk verheizen, aber beide der gleichen Chefetage unterstehen, deren Ziel die absolute Herrschaft über die gesamte Stadt ist.
Nachkriegsordnung und Chefetage, beide falsch und verlogen, werden aufgegeben. "Generation Euromaidan – Sehnsucht nach Demokratie" (ZDF) - Die Wikingerfrau (Switlana Salischtschuk) im Lernprozeß; politisch absent.
Multipolare Welt der Chefetage: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/0/05/1984_fiktive_Weltkarte.png 

Hajo Blaschke

16. November 2022 14:03

Allnichts Wer sollte sich noch über russische Befreiung freuen dürfen?

Fragen Sie mal die Bewohner der Krim, die nie zur Ukraine gehören wollten. Oder die Leute im Donbass. Oder die Leute, die momentan in Cherson in Strafmassaker dafür bestraft werden, dass sie für einen Anschluss an Russland gestimmt haben.

 

Hajo Blaschke

16. November 2022 14:08

Allnichts, ich hatte das schon mal geschrieben: dieser Krieg hat mit einer Rechts- Links-Auseinandersetzung nichts zu tun. Er kann auch auf die Frage Ethnopopulismus oder Ethnozentrismus nicht reduziert werden. Bei diesem Krieg geht es um die Überlebensfrage für Russland.

Silent Reader

16. November 2022 15:41

@Salzburger

Die Tataren, Baschkiren, Tscherkessen und Dagestaner haben fast die gleiche gesamte Geburtenziffer wie die ethnischen Russen. Und die Zentralasiaten sind keine "russischen" Turkvölker weil die schon lange suveräne Staaten und kein Teil der Russischen Föderation sind. Übrigens hat die Ukraine auch eine sehr niedrige Geburtenrate und hohe Abtreibungsrate. Soviel zu Ihrer rechten Romantik.

Imagine

16. November 2022 16:52

1/2

Welcher Staat ist heute noch wirklich souverän?

Im Zustand globaler wirtschaftlicher Vernetzung sind alle Staaten von den Import- und Exportbedingungen abhängig.

Welcher Staat kann heute allen anderen Staaten seine Bedingungen aufzwingen?

Nicht einmal die USA können dies heute trotz ihrer militärischen Überlegenheit nicht mehr.

Deutschland ist in mehrfacher Hinsicht abhängig, in erster Linie von der Siegermacht USA.

Deutschland ist nicht nur „Vasall“, sondern „Bananenrepublik“, weil es sich unter neo-kolonialer Beherrschung und Unterdrückung befindet.

Bei den Bananenrepubliken gibt es zwei Grundtypen. Im ersten Fall wird durch Krieg oder Militärputsch ein Diktator vom Imperialherrn eingesetzt. Beispiele sind der Schah im Iran oder Pinochet in Chile. Das sind offenkundige Macht- und Herrschaftsstrukturen.

Völlig anders und komplizierter sieht es in jenen Bananenrepubliken aus, die eine Fassadendemokratie haben.

Da muss das Dienstpersonal des Imperialherrn – Politiker, Journalisten, Lehrer, Richter, Professoren usw. usf. – so tun, als gäbe es tatsächlich eine Demokratie.

Natürlich merkt das Volk früher oder später, dass eine Politik gegen das Volk gemacht wird. Dann kommt es zu Protesten und Demonstrationen, man wirft den Politikern vor, „Volksverräter“ zu sein.

 

Imagine

16. November 2022 16:54

2/2

Psychologisch geschieht etwas sehr Interessantes. Die Oberschicht und sonstigen Profiteure in den Bananenrepubliken identifizieren sich mit dem Imperialherrn und dessen System und gegen-identifizieren sich mit dem Volk, sehen dieses als minderwertig an und verachten es, während sie ihre eigene privilegierte Position als verdient ansehen. Sie sind loyal gegenüber der Imperialmacht, aber illoyal gegenüber dem eigenen Volk.

Genau dies ist der Zustand, den wir in Deutschland haben. Aber man begreift nicht die großen Zusammenhänge. Sondern personifiziert. Protest und Aggressionen haben sich gegen die Politik von Merkel gerichtet und nicht gegen die Imperialmacht, deren Marionette Merkel war.

Im Gegenteil, große Teile der Bevölkerung waren Anhänger der Führungsfiguren der Imperialmacht.

Bei J.F. Kennedy konnte man dies verstehen, weil er mit seiner Politik ein anderes Amerika und eine andere Welt wollte, Deshalb wurde er ermordet.

Aber wie kann man zu Anhängern von Führungsfiguren wie den Bushs, den Clintons, von Obama oder Trump oder Biden werden, die alle Imperialpolitik für die USA und gegen die Interessen des deutschen Volkes betrieben oder betreiben?

Hajo Blaschke

16. November 2022 18:51

@ Salzburger

Wenn man Ihren Beitrag liest, könnte man meinen, Sie wüssten über die Thematik Bescheid. Dem ist aber nicht so.

Die russländische Bevölkerung ist zwar langsam aber stetig gestiegen. U.a. aufgrund von Geburtenförderungsmaßnahmen. 

Sie meinen, die Ukraine ist eine ethnisch homogene und weithin konservative Gesellschaft. Woher haben Sie das? Die Ukraine ist ein in Stalinzeiten zusammengekehrtes Gebiet mit Minderheiten von Polen, Ungarn, Rumänen, Slowaken und eben 3 Millionen Russen. Der erschreckende soziale Unterschied zwischen Stadt und Land macht die Mehrheit der Bewohner konservativ, das stimmt. Aber warum ist das so? Die Dörfer haben das Niveau der 50-er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Das ist das Konservative, die Leute leben auf den Dörfer in einer Armut, aufgrund derer sie gar nicht anders können, als konservativ zu sein.

Ich will jetzt nicht weiter auf das von Ihnen erwähnte Polen eingehen. Wenn Sie sich mal damit beschäftigen sollten, werden Sie staunen, welche ethnische Vielfalt man dort erleben kann.

dojon86

16. November 2022 19:52

@Silent Reader 15:41 Echt jetzt ? Tataren Baschkiren Dagestaner Tscherkessen Tschetschenen haben die gleiche Geburtenrate wie die ethnischen Russen. Das glaube ich nicht da es Anhänger des Islams sind und diese immer eine höhere Geburtenrate als ihnen benachbarte, ähnliche aber  nichtislamische Völker haben. Das war zum Beispiel eine der wichtigsten Ursachen für den Jugoslawien Krieg. Aber wenn sie es sagen, können sie mir sicher auch eine belastbare Quellenangabe liefern. Ich lerne gerne dazu

Flaneur

16. November 2022 19:57

Das Problem, das Sellner hier aus einem eher philosophischen Blickwinkel anspricht, stellt sich auch aus völkerrechtlicher Perspektive. Hier steht das Prinzip der territorialen Integrität des Staates dem des Selbstbestimmungsrechtes der Völker in Staaten entgegen, deren Bevölkerung sich als multiethnisch versteht.

Dem internationalen Gerichtshof zufolge besteht völkerrechtlich ein Recht auf Sezession, wenn einem Teil der Bevölkerung in multiethnischen Staaten fundamentale Menschenrechte verwehrt werden. Damit wurde die Sezession des Kosovo legitimiert und legalisiert. 

Da ist schwammig und wirft viele Fragen auf. Letztlich ist die Einzelfallprüfung entscheidend, und die wird von geopolitischen Machtverhältnissen bestimmt. Da ist vieles in Bewegung.

Ich würde mir wünschen, hier zukünftig Beiträge vorfinden zu können, die die philosophische und die völkerrechtliche Betrachtung in ihrer Analyse zusammenzubringen versuchen. In welche Richtung das gehen könnte, wurde mit dem Hinweis auf Schmitt sowie auf die Stichworte Großraumordnung und Reichsidee angedeutet.

 

 

 

Silent Reader

16. November 2022 20:21

@dojon86

https://www.fedstat.ru/indicator/31517

Der Islam ist doch keine einheitliche ethnische Gruppe oder Kultur und viele "ethnische" Muslime sind alles andere als korangläubig. Ich dürfte Sie überraschen, aber mehrheitlich muslimische Länder wie die Türkei, der Iran und Aserbaidschan haben eine Geburtenrate, die deutlich unter dem Bestanderhaltungsniveau ist, also 2,1 Kinder pro Frau. In Russland haben gegenwärtig nur zwei Föderationssubjekte eine Geburtenziffer über 2,1 Kinder, das sind Tuwa (nichtmuslimisch) und Tschetschenien.

dojon86

16. November 2022 20:22

@RMH 13:17 Die deutsche Nation gab's in den Köpfen ansatzweise schon zur Zeit von Walter von der Vogelweide. Schon der spricht in einem Gedicht von den Menschen deutscher Zunge. Das Gedicht war gegen die Walschen gerichtet. Ich hab's jetzt nicht parat, aber ich glaube, im Zusammenhang mit dem Investiturstreit und dem Konflikt mit dem Papst. Gescheitert ist die Einigung am Religionsstreit am deutschen Adel mit dem schon die Ottonen ihre Probleme hatten. Und was die Auswanderung betrifft, diese haben die Engländer in ihrem Land wohl noch stärker befördert. Ich würde sogar sagen, weil es den englischen Unterschichten im 19 Jahrhundert dreckiger ging als z.b. den Franzosen (das habe ich aus Dem Tocqueville, Demokratie in Amerika) konnten sie weitaus mehr Menschen exportieren und war ihre Kolonialpolitik darum erfolgreicher.

Gracchus

16. November 2022 21:26

Es spricht ja im Übrigen nicht gegen eine Theorie, wenn Sie in konkreten Situationen zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Das erleben Juristen in Bezug auf Gesetze tagtäglich. 

Flaneur

16. November 2022 22:23

@ Imagine 16.11.22 16:52 und 16:54

Was Sie beschreiben, entspricht eins zu eins den Grundaussagen der altlinken Dependenztheorie. Senghaas, Cardoso, Amin et al lassen grüßen und zeigen, dass ihre Ideen aus den 1970ern nach wie vor einen beachtenswerten Erklärungswert haben.

 

Gnaeus

16. November 2022 22:26

@RMH Die Schweizer wären zumindest Chauvinisten und kein Nationalisten, wenn sie gegen das Tessin vorgehen würden, sofern dieses den Wunsch nach Unabhängigkeit hätte. In gewisser Weise haben sich die Urner einst auch wie kleine Imperialisten gegenüber den Tessinern aufgeführt. Genauso sieht es aus mit den ukrainischen Nationalisten: Sollte der Donbass mehrheitlich von Russen bewohnt sein und mehr Autonomie wollen, dann wäre jegliches ukrainisches Opponieren dagegen nicht mit einem ethnopluralistischen Ansatz vereinbar und eher chauvinistisches Dominanz denn Nationalismus.

„Und eines Tages, als ich in der Nähe von Schloss Chillon stand, fragte ich meine Freunde – wir waren eine Gruppe –, warum können wir nicht genau so leben?“ (Selenski)

Etwas heuchlerisch, diese Aussage. Hätte sich die Ukraine die Schweiz zum Vorbild genommen, hätte es mir grosser Wahrscheinlichkeit nie diesen Krieg gegeben.

Wer Imperialist ist, wessen Standpunkt mit einem ethnopluralistischen am ehesten in Einklang zu bringen wäre, das hängt sehr davon ab, wie in den Regionen die ethnischen Verhältnisse sind und was sich die dort ansässige Bevölkerung wünscht. Dieser Krieg hat viele Ebenen.

Gnaeus

16. November 2022 22:27

@Salzburger In der Ukraine hat es so viele Konservative, dass ein jüdischer Komiker in Stöckelschuhen zum Präsidenten gewählt wird.

Die Rechte sollte sich vor allem auf die Seite des Friedens stellen. Kein europäischer Nationalist kann es sich wünschen, dass europäische Länder zehntausende ihrer Söhne im Blut ersäufen.

Imagine

16. November 2022 22:29

@heinrichbrueck   16. November 2022 13:51

„Mafiatreiben. Ein einfaches Beispiel, ist eine Stadt mit zwei rivalisierenden Verbrecherbanden. Wenn die eine Verbrecherbande maßlos über die andere Verbrecherbande herzieht und sie sogar bekämpft, dann heißt das nicht, daß die andere Verbrecherbande gut ist und das Wohl der Stadtbevölkerung im Sinn hat. Es ist durchaus möglich, daß die beiden Verbrecherbanden nur auf untergeordneten Ebenen rivalisieren und bei ihren Kämpfen nur Fußvolk verheizen, aber beide der gleichen Chefetage unterstehen, deren Ziel die absolute Herrschaft über die gesamte Stadt ist.“

Systemtheoretisch wird dies als Kollusion bezeichnet. Man kennt das Rollenspiel „Guter Cop – böser Cop“.

Wahlen ändern nichts, weil beide Parteien in den USA nichts an der Klassenherrschaft und am System ändern wollen.

Coca Cola und Pepsi Cola sind Rivalen, aber keine wirkliche Alternative.

So wie Obama, Trump oder Biden. In deren Kabinetten sitzen die gleichen Leute von Goldman Sachs. von den großen Vermögensverwaltern, vom „tiefen Staat“ und vom MIK auf Ministerposten.

Trumps und Bidens Politik sind nur Varianten US-imperialistischer Politik.
 

Gracchus

16. November 2022 23:58

@RMH, dojon86:

Ich würde so sagen: Ein schneller Sieg - Befriedung von Donzek und Luhansk - hätte Putins SMO nachträglich Recht gegeben. 

Mich erstaunt aber, wieso man sich hier derart den Kopf über Russen und Ukrainer zerbricht.

Statt darüber, wie es mit D weitergeht. Oder hat man D schon aufgegeben?

@Imagine hat natürlich recht, dass es in einer global vernetzten Welt (erst recht) nur noch relative Souveränität gibt; und dass sich in D eine "Elite" herausgebildet hat, die im Namen der Demokratie auf den Demos scheisst. Das ist aber bekannt.

Weder die angelsächsische Ideologie noch die eurasische taugen was für D. Das Volk der Denker muss sich selber was einfallen lassen.

 

RMH

17. November 2022 08:38

"Das Volk der Denker muss sich selber was einfallen lassen."

Genau. Man beißt sich an der Analyse fest und unterliegt damit dem Fehler zu glauben, dass Erkenntnisse etwas bessern würden. Der alte Spruch "Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung" ist dahingehend falsch, dass mit der Erkenntnis eben kein Automatismus der Besserung einhergeht. Die Emanzipation der Deutschen muss beginnen und niemand darf darauf warten, dass dies von irgendetwas übergeordnetem wie Staat, Kirchen, Parteien oder anderen Institutionen gestartet wird und er dann nur bequem in einen fahrenden Zug einsteigen braucht. Und beim Thema Ukraine ist es eben so, dass dieser Zug bereits auf Gleise gesetzt wurde, die wir nicht mehr beeinflussen können. Lasst ihn fahren, lasst Deutschland Waffen liefern - komplett egal, wir verhindern es nicht mit irgendwelchen Demos. Jede Buchbesprechung hier ist letztlich wertvoller, als das Gezanke an den imaginären Sandkästen der Welt. Deutschlands Weg zur Einigung ging eine Blüte der Kultur voraus. Dass diese Kultur dann keinen gemeinsamen Raum bekam, sondern nur einen preußisch-protestantisch-kleindeutschen Rahmen, war eine der Ursachen, dass das zu kleine Gefäß bersten musste. Wir fokussieren uns in fast allen Diskussionen immer nur auf die Kräfte, die von außen die Steine auf das Gefäß warfen und werfen. Beginnen wir also wieder bei uns selber.

dojon86

17. November 2022 09:28

@Silent Reader 20:21 Ich habe auch nie behauptet, dass der Islam eine einheitliche Kultur darstellt. Ich habe gesagt, dass bei nahe verwandten Völkern von denen das eine mohammedanisch, das andere Nichtmohammedanisch ist, das erstere so gut wie immer eine höhere Reproduktionsrate hat. Zwischen 2,1 und 1,3 (beide Ziffern unter der Erhaltungsrate) ist nämlich viel Raum. Somit interessiert mich z.B. der Vergleich Armenien versus Aserbaidschan. Oder Zentralrussland versus Tatarstan, wobei das wieder schwierig ist, denn knapp die Hälfte der Einwohner Tatarstan sind Orthodoxe.

dojon86

17. November 2022 09:33

@Silent Reader Nachtrag , Na wer sagts denn, Armenien 11,1 Geburten pro 1000 Einwohner, Azerbeidschan 13,6 Geburten pro Tausend Einwohner. Quelle CIA Factbook

Allnichts

17. November 2022 09:43

Gnaeus:

Russland kann sich sofort aus dem angegriffenen und besetzten Land zurückziehen und schon sterben viel weniger Menschen. Sie werden den Ukrainern wohl kaum vorwerfen wollen, dass sie ihr Land verteidigen. Und auch wenn ich Ihnen persönlich dies nicht unterstellen will, so sehe ich das Gerede vieler, sicherlich nicht aller Rechter von "Frieden" und "Neutralität" oft als Heuchelei oder auch als Hinterhalt. Es ist nicht selten offensichtlich, wem entsprechende Aussagen und Vorschläge nutzen sollen. Inwieweit die Ukraine nun konservativ ist oder nicht, will ich nicht beurteilen. Es herrscht wie wohl im gesamten Osteuropa ein anderer Geist als im Westen, die Ukraine zeichnet zusätzlich aus, dass der dortige Nationalismus recht stark und auch gesellschaftlich verankert ist. Vielen hiesigen Neurechten dürfte dieser zu "altrechts" geprägt sein.

Irgendwann wird der Krieg vorbei sein. Ich hoffe doch sehr, dass sich Neurechte, Identitäre - wenigstens die, die es betrifft - in ein ergebnisoffenes Gespräch mit ukrainischen Nationalisten begeben und diesen mal genauer erklären werden, weshalb sie zu Russland gehalten haben, zu jenem Russland, das ihre Familienangehörigen, Freunde, Bekannten getötet hat, ihr Haus, ihr Dorf, ihre Stadt, ihr Land zerstören wollte, zerstört hat, ihr Volk unterdrücken wollte, ihm im Grunde das Dasein abgesprochen hat. Von europäischer Solidarität usw. sollten viele fortan lieber schweigen.

Sandstein

17. November 2022 10:08

„Weder die angelsächsische Ideologie noch die eurasische taugen was für D. Das Volk der Denker muss sich selber was einfallen lassen.“ 

@Gracchus

Haben Sie Rolf-Peter Sieferle gelesen? 
Selbst dem ist ja nichts mehr eingefallen außer vorzeitig zu scheiden. Also Defätismus hin oder her, es kann nur noch um die Bewahrung dessen gehen, was Deutschland hervorbrachte. Und das ist ja wahrlich genug. Da kommt nichts Substanzielles mehr nach. 

Laurenz

17. November 2022 10:18

@Gracchus @RMH @Dojon86

Ein schneller Sieg - Befriedung von Donzek und Luhansk - hätte Putins SMO nachträglich Recht gegeben.

Statt darüber, wie es mit D weitergeht. Oder hat man D schon aufgegeben?

Nein. Ein schneller Sieg der Russen hätte nichts gebracht. Für einen schnellen symmetrischen Krieg hätte Rußland locker 2 Mio. Mann einziehen müssen. Außerdem hätte das die extrem teure Unterstützung des Westens beendet. 

https://www.zerohedge.com/political/biden-unveils-37bn-more-emergency-ukraine-aid-heels-polish-border-attack-incident

Damit Deutschland so richtig für seine Kriegspolitik bluten muß, ist eine Fortdauer des Krieges unumgänglich. Die Bürger Deutschlands brauchen die Hiebe. Sie wissen doch, wer nicht hören will, muß fühlen.

FraAimerich

17. November 2022 14:56

@Allnichts

Es ist in der Tat erschütternd, wie wir im Fall der Ukraine gerade mal wieder vorgeführt bekommen, daß (Alt-)Rechte offenbar kaum in der Lage sind zu erkennen, wann und wozu ein grotesk übersteigerter Nationalismus in Stellung gebracht wird und "unterstützt" werden darf, ja urplötzlich sogar "muß".

Dabei bilden sich nicht wenige noch so einiges auf ihre "Geschichtskenntnisse" ein.

Was für ein Schmierentheater für die Volksfront von Baerbock bis zum "III.Weg"...

heinrichbrueck

17. November 2022 15:33

@ Laurenz / "Sie wissen doch, wer nicht hören will, muß fühlen."
Auf wen "hören"? 
"In Frieden zu leben", wie es so schön heißt, ist unmenschlich, blendet man den Krieg komplett aus. Putin hat den Wohlstandsgenossen eine Lektion erteilt. Die natürliche Ordnung ist die beste Option. Die ethnische Zerstörung, durch die Verräter betrieben, bleibt nicht folgenlos. Die Natur beseitigt die Wahnvorstellungen. Der Mittelstand blutet, weil es sich langfristig nicht lohnen kann, auf Kosten der eigenen Identität, deren Wehrpotential aufgegeben wurde, zu wirtschaften. 

Gotlandfahrer

17. November 2022 16:27

Und zu wem soll ich jetzt halten? Ich weiß nur: Erstens, jeder, der bei einer Forderung für sich auf Moral pocht, ist Bittsteller. Und, zweitens:  In der Ukraine werden offen und provokativ Ideenformen genutzt, von deren heutigen und dortigen Trägern ich mir nur so weit ein Urteil erlauben möchte, dass sie Dinge tun, die mit ritterlichen Idealen nicht zu vereinbaren sind.  Ferner, drittens, was für meine Entscheidung, zu wem ich hier halte noch bedeutsamer ist, ist deren Tragenkönnen nicht Ergebnis eigener Kräftigung, sondern einer perfiden, miesen und unehrlichen Instrumentalisierung seitens Kräften, die damit offenbaren, wie wenig es ihnen jemals auf ihre vorgetragene moralische Dimension ankam.  Anders:  Wenn diejenigen, die mir mein Land mit der Begründung in Trümmer gelegt haben, dass seine Ideenform dies aus moralischer Sicht erforderte, diese Ideenform heute einsetzen, um genau das Gegenteil der Idee hinter der Form zu betreiben, weiß ich, dass ich es mit Kreisen zu tun habe, die noch viel weniger Ehre im Leib haben als die, gegen die sich die Ideenform ursprünglich richtete. Was mich an einen alten Erlebnisbericht erinnert:  Deutsche gefangene Landser wurden in Kolonne von einem Rotarmisten durch die Straßen einer russischen Stadt geführt.  Auf dem Gehweg kam ihnen ein Mitbürger der Sowjetunion entgegen.  Der Rotarmist stieß diesen mit dem Gewehrkolben vom Gehweg, dieser hatte, anders als die Gefangenen, auf der Straße zu gehen. 

Gracchus

17. November 2022 17:02

@Laurenz

Ihr Kommentar geht etwas an der Sache vorbei und siedelt auf einer anderen Ebene. Russland führt doch keinen Krieg gegen die Ukraine, um Deutschland für eine Kriegspolitik zu bestrafen, die es nur gibt, weil Russland Krieg führt. Russland hat in jedem Fall Verluste (an Soldaten) ebenso die Ukraine. Diese kommen in Ihrer - letztlich zynischen, ja faschistoiden - Rechnung nicht vor. 

Gracchus

17. November 2022 17:18

@Sandstein

Wenn Sieferle, dessen Gesamtwerk ich nicht kenne, nichts eingefallen ist, dann vermutlich deshalb, weil er letztlich ein materialistischer Denker war, und der Materialismus eben ins Nichts führt, das aber zugleich als Möglichkeit eines Neuanfangs angesehen werden kann; insoweit würde ich dem Materialismus eine gewisse Notwendigkeit zuerkennen, zumal ein reiner Idealismus in der Luft hängt. In der deutschen Geistesgeschichte liegt viel rum, woran angeknüpft werden kann, nur muss der Geist auch auf die Erde kommen.

 

links ist wo der daumen rechts ist

17. November 2022 20:43

Geschlossene Weltbilder, i.e. Ideologien, haben den Nachteil, daß durch Zusatzannahmen ständig nachgebessert werden muß, um ihre Kohärenz zu erhalten. Am Ende entsteht ein Flickwerk aus Lebenslügen. Das hat die Linke seit den 70ern vorgemacht, jetzt sind halt die Rechten dran.

Hat die Corona-Krise schon gezeigt, wie sich liebgewordene Fronten verschieben, bringt die Ukraine-Krise ein Konzept wie das der ethnischen Homogenität bzw. des Ethnopluralismus endgültig zum Platzen.

Der Spagat war auch so kaum noch zu schaffen:

Selbstbestimmungsrecht der Völker im Sinne ethnischer Homogenisierung hat seit Wilson v.a. die Zurückdrängung der Deutschen bedeutet, nach WK2 vollends Vertreibung, Vernichtung und Zerstörung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft.

Aber die betroffenen Visegrad-Staaten galten in Sachen ethnischer Reinheit unter Ausblendung historischen Unrechts ja immer als Vorbild der Rechten.

Jetzt wäre in dieser Reihenfolge die Ukraine dran, aber man schwenkt halt um auf eine vage Reichsidee und nennt Nationalismus „romantisch“.

Egal wie dieser slawische Bruderkrieg einerseits und Stellvertreterkrieg andererseits ausgehen mag (zu interessieren hat er uns so wenig wie die Konflikte im Libanon oder erst, wenn Putin die Ostpreußen-Frage stellt), steuern wir wieder auf ein bipolares Weltsystem zu:

US-amerikanischer Kolonialismus (militär. Stützpunkte) und chinesischer Imperialismus (Export von Kapital).

Imagine

17. November 2022 21:08

Der amerikanische Imperialismus der Hauptfeind aller Völker und der Hauptfeind des deutschen Volkes“ – so Elsässer [https://youtu.be/zvlojAUHp88]

Deshalb die Forderung „Ami go home!

Das impliziert eine Neudefinition von Patriotismus. Deutsche und europäische Patrioten müssen einen Befreiungskampf gegen den US-Imperialismus führen, ansonsten sind sie keine Patrioten.

 

links ist wo der daumen rechts ist

17. November 2022 21:32

PS:

Und welche Blüten ein Zusatzannahmen-Irrsinn treiben kann, hat der andere Martin gerade in seinem Impf-Artikel blendend formuliert: vom Game-Changer zum Lückenbüßer.

Zurück zu Europa.

Szenario:

Die vom Sowjetkommunismus gepeinigten Staaten werden weiterhin in ihrem nachgeholten Nationalismus ethnischer Reinheit huldigen und dabei die unterwürfigsten Diener des US-amerikanischen Kolonialismus sein, der Westen wird vor dem chinesischen Kapital in die Knie gehen (vgl. Hafen-Debatte).

Falls sich Europa mit dem schlafenden Deutschland in der Mitte nicht bald besinnt, welche Alternativen es 1914 gegeben hätte, ist der Ofen aus.

Nebenbei: das dänische sozialdemokratische Modell läßt gerade einige der rechten Lieblingsideologeme alt aussehen. Die Fronten werden dann angesichts des neuen bipolaren Weltsystems anders verlaufen.

ede

17. November 2022 22:29

 

@Allnichts

"Russland kann sich sofort aus dem angegriffenen und besetzten Land zurückziehen und schon sterben viel weniger Menschen."

Schon richtig. Aber der Konflikt hat nicht nur eine geopolitische Komponente: langfristig geplantes abschneiden Russlands von der Krim, sondern ins Auge springend auch eine ethnische. Im Donbas und der Krim leben nunmal überwiegend "russische" Ukrainer (in der Region Odessa wohl auch!). Und seit 2014 zunehmend wollen die offenbar lieber nur noch Russen sein. Die wollen ihre Heimat halt mitnehmen.

Deswegen gebe ich Gnaeus hundertprozentig Recht:

"Die Rechte sollte sich vor allem auf die Seite des Friedens stellen. Kein europäischer Nationalist kann es sich wünschen, dass europäische Länder zehntausende ihrer Söhne im Blut ersäufen."

Nath

18. November 2022 00:46

Wie kritisch man auch immer den Begriff des Ethnopluralismus seitens der neuen Rechten beurteilen mag, so ist er dennoch - wenn man ihn denn als Imperativ grundsätzlich beibehält - Indikator einer gewissen historischen Läuterung: Kein imperiales Säbelrasseln, kein anmaßendes Sendungsbewusstsein mehr, bei welchem e i g e n e nationale Größe immer auf Kosten anderer Völker ging. Man mache sich nichts vor, der Chauvinismus, der im 19.Jahrhundert fast ganz Europa befiel, war eine W a h n i d e e und verdient das Verdammungsurteil der später Geborenenen in vollem Umfang. Selbst, wenn es den Faschismus nie gegeben hätte, reichte das, was sich Engländer, Franzosen,Holländer, Deutsche und andere "leisteten", aus, die "Rechte", die ja immer gegen den Inter-Nationalismus wütete, ein für allemal zu kompromittieren, so es denn zur o.g. Läuterung nicht gekommen wäre. Auch Sellner, es darf hier nicht unerwähnt bleiben, äußerte in einem Vlog einmal, der Weltfriede sei für ihn "kein Ideal". Dies empfand ich als einigermaßen befremdlich. Also doch wieder zurück in die deutsche Kaiserzeit, der "ewige Friede nur ein Traum, und nicht mal ein schöner...."?

Da halte ich es doch eher mit Kants kleiner Schrift "Zum ewigen Frieden" - leider noch nicht erreicht, aber eben - l e i d e r - nicht Gottseidank.

Hajo Blaschke

18. November 2022 08:39

@ Allnichts Aus welchem Grunde wollen Sie europäische Solidarität ausschließlich für die Ukrainer? Sind für Sie die Russen, die im Donbass leben und von denen die ukrainischen Faschisten seit 2014 etwa 14000 umgebracht haben, keine europäische Solidarität wert.

Im übrigen sind auch die ungarische und die rumänische Minderheiten in der Ukraine, die durch ukrainische Gesetze genau wie die Russen als minderwertige Ethnien behandelt werden, wohl kaum ukrainische Nationalisten.

Laurenz

18. November 2022 10:06

@Gracchus @L.

& Seine Faschistoide Rechnung

Putin hatte seine Monroe-Doktrin 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz klar formuliert, 2008 den us amerikanischen Regime-Wechslern in Tiflis gezeigt, wo der Hammer hängt, 2015, nachdem von den USA in 2011 provozierten Arabischen Frühling in Syrien eingegriffen, mittlerweile auch verhalten in Libyen oder besser Nordafrika. 2014 holte Putin erfolgreich die Krim zurück, nachdem der von Deutschland & den USA provozierte Putsch in Kiew erfolgreich war & die Absetzbewegungen der Russen im Osten der Ukraine begannen, die zu einem militärischen Konflikt eskalierten, siehe Odessa-Verbrennung. 2014 griff der Westen mit einem Wirtschaftskrieg (Sanktionen) Rußland direkt an. Und Sie erwarten jetzt von Rußland, daß es diesen Wirtschaftskrieg nicht führt & damit die ökonomische Grundlage für den militärischen Konflikt in der Ukraine nicht beseitigen will? So viel imperialistischen Chauvinismus hätte ich Ihnen nicht zugetraut, Gracchus. Hier dazu ARTE-France in 2021 https://youtu.be/lwjzF_EO-i0

Laurenz

18. November 2022 10:24

@RMH

Wir fokussieren uns in fast allen Diskussionen immer nur auf die Kräfte, die von außen die Steine auf das Gefäß warfen und werfen. Beginnen wir also wieder bei uns selber.

Die Grenzen des Möglichen testet Orban, schon ein Zocker, erfolgreich aus. Deutschland ist ohnmächtiger als Ungarn. Es ist der Job der Russen, uns unsere Ostgebiete, die Stalin uns nahm, zurückzugeben. Die Russen sind in der Schuld.

@Allnichts @Gnaeus:

Russland kann sich sofort aus dem angegriffenen & besetzten Land zurückziehen, schon sterben viel weniger Menschen. Sie werden den Ukrainern wohl kaum vorwerfen wollen, dass sie ihr Land verteidigen.

Hören Sie doch auf. 1939 begann Deutschland den Polenfeldzug um seine Territorien zurückzugewinnen & die Rechte seiner Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu wahren, nachdem jahrelange Verhandlungen nichts brachten. Heute gilt dieser Befreiungskrieg gegen eine Militärjunta nachwievor als illegal. Nur die Russen sehen das anders.

@HeinrichBrück @L.

Auf wen "hören"?

Wieso fragen Sie mich das, wenn Sie das Prinzip verstanden haben? Die Wahlbürger Deutschlands wählen seit Jahrzehnten Deutschfeindliche Regierungen. Also hört der Bürger auf die falschen Propheten. Dafür wird er bestraft. Das ist nicht die Schuld der Deutschfeindlichen Regierungen, sondern die derjenigen, die sie wählen. Jetzt muß die Rechnung beglichen werden.

Franz Bettinger

18. November 2022 10:41

Off topic, aber eminent wichtig:

Einige Foristen kritisierten mich früher für die renitenten Hinweise auf organisierten  Wahlbetrug in D (zu Lasten der AfD, zuvor der Linken und noch früher zu Lasten der Grünen). Geradezu nervend & nicht gerechtfertigt fanden sie meine Einwände. Nach dem Eklat in Berlin wird man nun hoffentlich schlauer & begreift, um was es hier geht. Denn wieder mit 4 platt gestochenen Reifen ins Rennen zu gehen, macht fast keinen Spaß mehr. Bei ordentlichen Wahlen säße die AfD mit 25% in allen Parlamenten. In den USA sähe es auch anders aus. Ach, die ganze Welt sähe anders aus. In Israel wurden übrigens die Grünen bei der letzten Wahl aus der Knesset gewählt. Darauf einen Dujardin! https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/das-politische-berlin-verflucht-marcel-luthe-wegen-ihm-muss-die-wahl-wiederholt-werden-a4039306.html

Laurenz

18. November 2022 11:10

@Imagine

Ami go home & fuck your mother

Ich gebe Ihnen ja Recht. Aber nach Ihrer Definition sind Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht, Oskar Lafontaine & Dieter Dehm Deutsche Patrioten.

links ist wo der daumen rechts ist

18. November 2022 12:01

PS:

Und welche Blüten ein Zusatzannahmen-Irrsinn treiben kann, hat der andere Martin gerade in seinem Impf-Artikel blendend formuliert: vom Game-Changer zum Lückenbüßer. Geschichtsklitterung eben.

Zurück zu Europa.

Szenario:

Die vom Sowjetkommunismus gepeinigten Staaten werden weiterhin in ihrem nachgeholten Nationalismus ethnischer Reinheit huldigen und dabei die unterwürfigsten Diener des US-amerikanischen Kolonialismus sein, der Westen wird vor dem chinesischen Kapital in die Knie gehen (vgl. die Hafen-Debatte). Die USA beginnen an Oder und Moldau, China beginnt in Piräus und Rotterdam.

Falls sich Europa mit dem schlafenden Deutschland in der Mitte nicht bald besinnt, welche Alternativen es 1914 gegeben hätte, ist der Ofen endgültig aus.

Nebenbei: das dänische sozialdemokratische Migrationsmodell läßt gerade einige der rechten Vordenker auf der rechten Spur stehen.                                                            Die Fronten werden dann angesichts des neuen bipolaren Weltsystems allerdings ganz anders verlaufen. Mare nostrum…

Laurenz

18. November 2022 13:10

@Links ist, wo der Daumen rechts ist

Die vom Sowjetkommunismus gepeinigten Staaten werden weiterhin in ihrem nachgeholten Nationalismus ethnischer Reinheit huldigen und dabei die unterwürfigsten Diener des US-amerikanischen Kolonialismus sein

Jeder seit 30 Jahren befreite Staat Osteuropas kann an uns sehen, was 30 Jahre längerer Amerikanismus bewerkstelligt & so ihre eigene Zukunft vorhersehen.

Wie blöd kann man sein?

In 30 Jahren hat es sich mit dem nachgeholten Nationalismus der Osteuropäer ausgeschissen, wenn man jetzt nicht an die Ursachen geht.

Gracchus

18. November 2022 13:52

@Laurenz

Ihre Replik passt wiederum nicht zu meinem Beitrag. Was will Putin denn erreichen? Und dann: Wenn Sie Russe wären, würden Sie ihr Leben dafür opfern wollen? Wenn Sie darauf antworten, der Wille des einzelnen Bürgers oder Soldaten zählt nicht, er hat sich zu opfern, egal zu welchem Zweck - dann nenne ich das faschistoid. 

Allnichts

18. November 2022 13:56

Hajo Blaschke:

Durch welche Gesetze werden die ungarische bzw. die rumänische Minderheit als "minderwertige Ethnien" behandelt und durch welche die Russen? Durch irgendwelche Sprachgesetze, welche die ukrainische Sprache fördern?

Es gibt im Donbass, auf der Krim und in den anderen betroffenen Gebieten sicherlich auch Russen, welche den Krieg wie auch die Seperationsbestrebungen an sich ablehnen, welche im Grunde auch Opfer des russischen Eroberungsdrangs geworden sind und nur unter Zwang oder gar nicht kollaborieren. Diesen kann in dieser Hinsicht wenig vorgeworfen werden, sie leiden ebenfalls und haben ebenfalls Solidarität verdient, um noch einmal diesen Begriff zu verwenden, den ich an sich etwas verbraucht finde.

Die Frage ist allerdings, auf wie viele das zutrifft, es ändert auch nichts daran, dass Russland die Schuld an dem Elend hat, da es schon seit Jahren konsequent und offen wie verdeckt kriegerisch versucht, Staatsgebiet aus der Ukraine herauszubrechen und es Russland anzugliedern, erst recht nichts daran, dass in erster Linie Ukrainer die Leidtragenden sind. Seperatisten und deren überzeugte Unterstützer sind eben dementsprechend zu behandeln.

Ihre gern wiederholten "14000" wurden hier schon zig Male in den richtigen Rahmen gesetzt.

FraAimerich:

Was auch immer Sie am ukrainischen Nationalismus, der ohnehin kein einheitlicher Block ist, grotesk übersteigert finden.

Imagine

18. November 2022 15:43

Zur Stellung Deutschlands in der Welt:

Flächenmäßig nimmt Deutschland den Platz 62 ein. Mit Österreich vereint, wäre „Großdeutschland“ auf Rang 58.
Frankreich (49) und Spanien (51) haben ein größeres Territorium.

Bevölkerungsmäßig liegt D auf Rang 19, hat aber weniger als ein Zehntel der Bevölkerung von China und Indien und nur ein Viertel der Bevölkerung der USA.

Die KPCh hat mehr Mitglieder als Deutschland an Bevölkerung.

Nach monetarischem Ranking (BIP) liegt D auf Rang 4 oder 5.

Über die realwirtschaftliche Situation besagt dies wenig. Aber dazu findet sich kein Ranking.

Zudem stellt sich immer die Frage, wem die Unternehmen gehören und an wen die Gewinne abfließen?

Beim durchschnittlichen Vermögen liegt D auf Rang 17. Das Medianvermögen macht allerdings nur ca. 1/3 der Schweizer und 1/5 der Luxemburger und 1/2 der Italiener aus, auch die Österreicher liegen deutlich höher.

Hinsichtlich der Einkommen und Vermögen der Arbeitsbevölkerung ist D kein reiches Land, sondern liegt auf dem Niveau von Portugal, Slowenien und Griechenland.

Armes Deutschland.
 

wbs47

18. November 2022 16:42

Wie auch Franz B. (mit dem Thema Wahlfälschungen) habe ich den sich hier kesselflickermäßig Fetzenden nur EIN weiteres - immer wieder unter den Tisch fallen gelassenes - Argument hinzuzufügen. Eine Zeitschrift, die den Begriff Sezession verwendet, sollte erst mal diese Grundlage ausgiebig thematisieren und ihre Haltung zu der GRUND-Friedensfrage klären: Wie hältst du ´s mit dem Recht auf Sezession?

Der Flaneur hat etwas dazu gesagt, was aber genau das Problem verdeutlicht: "Letztlich ist die Einzelfallprüfung entscheidend, und die wird von geopolitischen Machtverhältnissen bestimmt."

Entscheidend für weniger kriegerische Akte wird sein, ob es der Menschheit gelingt, genau davon wegzukommen, daß ein geopolitsch Mächtiger bestimmt, welche Sezession "legitimiert und legalisiert" ist und welche nicht. Wenn die Korsen beispielsweise in einer Abstimmung (nur persönlich eingereichte Willensbekundungen zählen und das Ganze von einer neutralen Kraft organisiert) entscheiden, sie wollten einen eigenen Staat gründen, dann ist das einzig und allein deren Entscheidung. 

 

Hajo Blaschke

18. November 2022 16:49

@ Allnichts Ich gehe mal davon aus, dass Sie über die Realitäten der Ukraine nichts oder so gut wie nichts wissen. Sonst würden Sie die Gesetze kennen, denen zufolge die Bevölkerung der Ukraine in drei Kategorien eingeteilt wird. Und die letzte, so gut wie rechtlose Bevölkerungsgruppe sind die Russen. Fast 60% aller in der Ukraine lebenden Ungarn haben übrigens einen ungarischen Zweitpass.

Ich weiß nicht, wieso Sie darauf kommen, dass diesen Krieg irgendjemand will. Es ist wahrscheinlich sinnlos, auch Ihnen nochmal zu empfehlen, sich mit der Geschichte dieses Krieges zu befassen.

RMH

18. November 2022 17:26

@Flaneur,

1."Völkerrecht" - wird hier in diesem Forum regelmäßig als Witzveranstaltung gesehen, welches komplett unbeachtlich ist, da ja die USA "sich auch nicht daran halten" (selbe Argumentation wie, mein Nachbar hat bei mir was geklaut, also darf ich beim ihm auch was klauen). Insofern haben ich es aufgegeben, damit hier auch nur ansatzweise argumentieren zu wollen, da die Leute diesbezüglich komplett beratungsresistent sind. Rein völkerrechtlich ist die Sache klar, siehe nur UN-Charta Art. 2 Abs. 4, um nur einmal den Einstieg zu "triggern".

RMH

18. November 2022 17:32

2.  Und da es eben, wie Sellner richtig schreibt, keinen Oberpolizisten gibt, gibt es den Grundsatz, dass sich der Angegriffene Hilfe holen darf, wo er sie bekommt und Unterstützung von Angegriffenen ist - entgegen der russischen Auffassung - nicht automatisch Beteiligung am Krieg. Das gebietet die Logik des fehlenden "Weltpolizisten". Nur, wenn ein Angreifer damit rechnen muss, dass der vermeintlich Schwächere von anderen Seiten unterstützt wird, hat er einen Grund es sich zu überlegen, ob der Angriff sich wirklich lohnt. Wenn ein absolutes Nichteinmischungs- und Neutralitätsprinzip gälte, dann wäre Völkerrecht in der Tat zahnlos, so kann es selbstregulierend werden. Wenn also Russland meint, die Ukraine angreifen zu müssen, dann darf es sich nicht wundern, wenn das nicht automatisch ein Spaziergang wird und andere das zum Anlass nehmen, Russland dauerhaft schwächen zu wollen. Deswegen werden diese anderen noch lange nicht gleich "Kriegspartei".

Es wird sich ständig darüber beschwert, dass man als Deutscher der nackten Macht Dritter ausgeliefert ist und redet aber dem reinen, der Zweck heiligt die Mittel Machtdurchsetzung von Russland das Wort, weil es eben scheinbar gegen "Globo-Homo" und die USA ist. Da fällt einem - rein juristisch - nichts mehr ein und von daher schneide ich das Thema nicht mehr an. 

(...)

Laurenz

18. November 2022 18:14

@Allnichts @Hajo Blaschke

Hier schon 5x gepostet. 

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwiH-dLXm7j7AhXDg_0HHXa6BrEQFnoECBAQAQ&url=https%3A%2F%2Fwww.bpb.de%2Fthemen%2Feuropa%2Fukraine%2F318254%2Fanalyse-wie-die-ukrainisch-ungarischen-beziehungen-in-die-krise-gerieten-und-warum-sie-nicht-aus-der-sackgasse-kommen%2F&usg=AOvVaw3ki_WV3lY14P2O_cXnlyVf

@RMH @Flaneur

Völkerrecht

Nicht nur die USA halten sich nicht daran. Es ist leichter die Staaten zu zählen, die sich gezwungenermaßen daran halten müssen. Selbst Deutschland leistet sich politische Häftlinge & schickt Soldaten ohne UN-Mandat los.

@WBS47

Sezession

Was verstehen Sie denn darunter?

@Imagine

Aber nicht beim Pro-Kopf-Steueraufkommen.....

Laurenz

18. November 2022 18:18

@Gracchus @L.

Sie nehmen die Russen nicht ernst, schon gar nicht deren Mehrheit. Für Rußland geht es um das nackte Überleben als souveräner Staat. Schlagen Sie doch den Amis vor, bedingungslos zu kapitulieren. Ich frag mich wirklich, auf welchem Planeten Sie leben? Die Erde kann es nicht sein.

FraAimerich

18. November 2022 19:13

@RMH: "Jetzt kommt Hajo Blaschke sicher wieder damit, dass die Ukraine den Krieg begonnen hat ... (Facepalm)."

Zumindest hat die Ukraine unter US-Beratung auffallend wenig Interesse gezeigt, den Krieg zu verhindern. Ukrainische Meisterstrategen sahen ihn offensichtlich sogar als angemessenen Preis für die Aufnahme in EU und NATO. - Putin tat der Ukraine den "Gefallen" - und jetzt haben wir alle den Salat.

 

wbs47

18. November 2022 19:40

@Laurenz

Was ist daran (Sezession) nicht zu verstehen?

Ursache der meisten Kriege ist das unsinnige Festhalten an der sogenannten "territorialen Integrität". Nochzumal die meisten dieser territorialen Grenzen total willkürlich gezogen wurden. Stichwort Naher Osten. 

Aber auch das Kunstprodukt Ukraine zeigt das gerade in aller Dramatik.

 

Gnaeus

18. November 2022 20:53

@ All-Nichts

Mir scheint, sie zelebrieren hier mit Absicht eine völlig naive Sicht auf den Konflikt, damit die russische Seite als alleiniger Agressor erscheint. Die Russen können sich natürlich schon zurückziehen und die in der Ukraine lebenden Russen den Ukrainern zu Frass vorwerfen. Die Krim können Sie zum Nachtisch dem Westen auch noch in den Rachen schieben.

Auf welcher Seite steht der Ethnopluralist? Weil mMn keine der Hauptkonfliktparteien sich nach rein ethnopluralistischen Grundsätzen verhält, steht der Ethnopluralist auf keiner Seite. Aus der geopolitischen Perspektive muss man schon am Stockholm Syndrom leiden, um für Amerika Partei zu ergreifen. Was sich abspielt ist eine Tragödie, gerade auch für ukrainische Nationalisten. Selbst bei einem allfälligen Sieg bekämen sie nicht den Staat den sie wollten. Zumindest nicht langfristig, auch wenn sie die Hauptlast tragen.

Eine neutrale Position für die Ukraine zu fordern heisst nicht den Russen in die Hände zu spielen, sondern langfristig die Existenz der Ukraine zu sichern und sie nicht zum Spielball von Grossmächten zu machen.

Hajo Blaschke

18. November 2022 20:54

@ FraAimerich Jetzt kommt Hajo Blaschke sicher wieder damit ...

In der Ukraine wurde unter der Führung der USA ein von Victoria Nuland alias Nudelman gesteuerter Staatsputsch gegen einen rechtmäßig gewählten Präsidenten realisiert. Im Anschluss an diesen Staatsstreich wurde eine "Antiterroraktion" gegen den Teil der eigenen Bevölkerung in Aktion gesetzt, der diesen Staatsstreich nicht anerkannt hat. In deren Ergebnis wurde acht Jahre lang gegen diese Abtrünnigen ein Völkermord durchgeführt. Es kann sein, dass es Leute gibt, denen die Ermordung von hauptsächlich Russen egal ist, weil es eben nur Russen sind.

Mir tun übrigens die lt. OSINT bisher in diesem Krieg gefallenen etwa 400 000 ukrainischen Soldaten auch leid, vor allem deshalb, weil sie von einem Nichtukrainer als Kanonenfutter für die anglosächsischen Kriegstreiber geopfert wurden.

dojon86

18. November 2022 21:17

@RMH Europa hat nur eine Chance zu einer eigenständigen Politik, wenn es ein starkes Amerika und ein starkes Russland gibt. Und es wäre für die Ukraine die Russen und Europa wahrlich besser gewesen, wenn man die russischsprachlichen Oblaste hätte ziehen lassen und den Russen die immerwährende Neutralität nach österreichischem Vorbild garantiert hätte. Mit Ausnahme der Eliten wird ihnen jeder ÖSI versichern, dass die glücklichste Phase in der Geschichte dieser Republik jene war, in der ein sowjetisches Veto verhinderte, dass wir der NATO oder EU beitreten konnten.

Gracchus

18. November 2022 21:19

@Laurenz

Stellen Sie sich mal nicht so an, Sie Drama-Queen. 

War ja klar wie Klossbrühe, dass sie wieder mit den Amis kommen.

Sie gehen davon aus, der Krieg sei nützlich für Russland - ich derzeit, ohne es zu wissen, eher nicht. Ihre verhassten Amis machen Reibach und reiben sich die Hände. Und viele Russen haben keinen Bock auf die Front. 

Laurenz

18. November 2022 21:57

@FraAimerich & RMH (1)

Ihre Debatte ist hanebüchen.

Hier hatten wir uns eigentlich geeinigt, ab Ende Februar 22 vom Ukraine-Krieg zu sprechen & seit 2014 vom Ukraine-Konflikt.

In Odessa sprechen 93% der Einwohner russisch als Muttersprache. Hier der Wikipedia-Eintrag zum Massaker vom 02.05.2014.  https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Odessa_am_2._Mai_2014

Wenn das nur mit 2 US-Amerikanern passiert wäre, hätten wir das Auslaufen der 6. US-Flotte erleben dürfen & die Prostituierten Neapels wären, wie immer in einem solchen Fall, pleite gewesen.

Wie @Hajo Blaschke bereits schrieb, gab es Sprachverbote für die Minderheiten, von denen der Komödiant in Stöckelschuhen noch versprach, sie aufzuheben, wenn er dran kommt. Als Präsident brach er sein Versprechen. (1. Klasse-Völkerrechts-Experte)

Alle politischen, prowestlichen Vorgänge seit der Unabhängigkeit der Ukraine wurden vom Westen gesteuert, auch die Ermordung von 13.000 russisch sprechenden Zivilisten im Osten des Landes seit 2014.

Lausitzer

18. November 2022 23:17

"Mit dem Versager Putin und der korrupten, verräterischen Clique um diesen herum braucht er nicht zu sympathisieren."

Putin ein Versager? Er hat Russland erstmal wieder als Nation auferstehen lassen. Russland ist die einzige Macht, die dem Hegemon USA Grenzen aufzeigen konnte. Nur wegen Russland konnten die Amis ihre Pläne mit Syrien nicht umsetzen.

Jetzt schlägt das Imperium zurück und braucht dafür nicht einmal eigene Soldaten opfern. Das machen nun die Ukrainer, die ihre besten Männer für die USA in den Tod schicken.

Niekisch

19. November 2022 10:59

"Putin tat der Ukraine den "Gefallen" - und jetzt haben wir alle den Salat."

@ FraAimerich18.11. 19:13: H. tat den ihn Einkreisenden den Gefallen; dann hatten wir den Salat und haben ihn bis heute...

links ist wo der daumen rechts ist

19. November 2022 14:47

@ Laurenz

Sie haben ein derart eindimensionales Geschichtsverständnis.

Was kümmert mich der Nationalismus der Osteuropäer, solange die Vertreibungsverbrechen nicht als solche benannt und halbwegs aufgearbeitet sind.

Es war doch die angelsächsische Strategie (mit Frankreich oder Rußland als nützlichen Idioten) seit WK1, die europäischen Vielvölkerreiche zu zerschlagen (und damit auch die deutsche Dominanz zu brechen) und möglichst viele (antideutsche) „Nationen“ zu schaffen. Und dieses Flickwerk gilt Ihnen (und den meisten Rechten) als Vorbild und verteidigenswert? Pervers.

Klar, man trommelt und trötet als Hauptagenda halt nur die Remigration, und wenn der letzte Muslim „abgeschoben“ ist, ist „Europa“ mit seinen ethnisch (fast) reinen Nationen plötzlich heilig?

Das ist doch der eigentliche Nationalmasochismus.

Und die Befreiung im Westen (lesen Sie dazu, was z.B. Karl Heinz Bohrer als Vertreter seiner Generation dazu gesagt hat) war und ist etwas anderes als das Verhalten der Osteuropäer, die ihre Erfahrungen mit den Habsburgern, den Deutschen und den Russen hatten – und jetzt ohne Not und Zwang den Amis in den A….. kriechen.

ff

 

links ist wo der daumen rechts ist

19. November 2022 14:57

@ Laurenz

Eine Alternative wäre 1990 ein westdeutscher Staat mit enger Frankreich-Bindung (und Zurückdrängung der Amis) und ein eigenständiger mitteldeutscher Staat mit enger Bindung an die osteuropäischen Staaten gewesen (der ihnen die Angst vor einem „Vierten Reich“ genommen) und die Beziehungen zu Rußland normalisiert hätte.

Aber wer damals besoffen die „Wiedervereinigung“ gefeiert hat, jammert heute über die Zuwanderung. Wie gesagt, Lebenslügen…

Es wird in nächster Zeit zu einer migrationspolitischen Wende kommen (müssen), die dänischen Sozis gehen mit gutem Beispiel voran.

Übrigens war es auch ein Sozi (zudem aus großbürgerlich-jüdischem Haus), der den Südtirolern in Zeiten ärgster Bedrängnis beistand, die ganze Angelegenheit, als ein IRA-Schicksal drohte, vor die UNO brachte, und damit der kulturellen Auslöschung einer Volksgruppe entgegenwirkte.

Aber Ihresgleichen bejubelt bis heute indirekt die Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Südosteuropa.

Wie mir diese rechte Kaltschnäuzigkeit schon auf den Sack geht…

Nath

19. November 2022 17:43

 @RMH Völkerrecht

I.

Wenn ich Sie recht verstehe, votieren Sie für die uneingeschränkte Geltung des Völkerrechts. Macht man sich diese Sichtweise zueigen, kann daraus die Folgerung erwachsen, ohne Einschränkung j e d e n, der es aus welchen Gründen auch immer bricht, moralisch zu ächten und gegebenenfalls mit Sanktionen zu belegen. Das heißt dann aber auch, diejenigen machen sich unglaubwürdig, die zu allem, was sich die USA diesbezüglich seit 1945 zuschulden kommen ließen, entweder schwiegen oder sich sogar (Schweinebucht, Kuba-Krise, Vietnam, Irak, Afghanistan, Panama, Nicaragua usw.) unzweideutig auf ihre Seite stellten, in keinem Fall aber je auf die Idee gekommen wären, "USA-Sanktionen" zu verhängen. Ich weiß nicht, wie alt Sie sind, aber können Sie mit gutem Gewissen sagen, dass Sie mit derselben argumentativen Schärfe und emotionalen Entschiedenheit in den besagten Fällen ebenfalls die Supermacht Nr. 1 verurteilten? Falls ja, ist Ihr Standpunkt konsistent, falls nein, bestehen erhebliche Zweifel an Ihrer intellektuellen Redlichkeit.

 

Nath

19. November 2022 17:54

@ RMH

II.

Noch zum Thema Souveränität der osteuropäischen Staaten, was die Mitgliedschaft in der Nato angeht: Wieso wird der einen Weltmacht zugestanden, für ihren gesamten Kontinent (Nord- und Südamerika) ein Miltär-Bündnisverbot auszusprechen (Monroe-Doktrin), während genau dieses Recht einer anderen Weltmacht verweigert wird? Analog zur Monroe-Doktrin und unter Verweis auf Kennedys Androhung eines Atomschlages gegen die Sowjetunion (1962), falls Moskaus Atomraketen auf Kuba nicht umgehend entfernt würden, hätte Russland theoretisch schon im Falle von Polens Nato-Beitritt das tun können, was sie jetzt in der Ukraine machen, aber quod licet Jovi, non licet bovi. Wenn dies nicht "mit zweierlei Maß messen" bedeutet, weiß ich nicht, wo man die Redewendung sonst noch anwenden soll. Fakt ist, die westeuropäischen Regierungen heulen seit 77 Jahren mit den amerikanischen Wölfen und haben damit jedes Recht verwirkt, als unparteiische Richter akzeptiert zu werden.

Antiimperialismus ist unteilbar.

Leander

20. November 2022 12:04

„Für Rußland geht es um das nackte Überleben als souveräner Staat.“

Dieser Satz überschreitet, um in Ihrer, @Laurenz, Sprache zu bleiben, die Grenze zur Blödheit. Russlands Existenz als souveräner Staat stand nie und wird nie zur Debatte stehen.

Ansonsten sind die Ausführungen von M. Sellner zum Thema Ethnopluralismus recht stimmig und interessant, bis auf einen gigantischen Fehlschluss unter Punkt 3.

“Will Rußland ein militär- und wirtschaftspolitisch souveräner Akteur der Geopolitik bleiben, muß die Ukraine aufhören, Instrument der amerikanischen „Containment“-Politik zu sein.“

Das ist Quatsch, denn Russland kann in allen Belangen ein souveräner Akteur bleiben, selbst wenn die Ukraine Mitglied von EU und NATO ist. Dieser Satz enthält keine kausale Logik, sondern spiegelt nur die Ablehnung der USA wieder.

Bleibt schließlich noch die Frage von M. Sellner: auf welcher Seite steht man? Diese ist getrennt von Metaüberlegungen zum Ethnopluralismus zu beantworten, denn der Krieg ist nicht die Aktion verträumter Philosophen, sondern das Ergebnis der Interessen politisch handelnder Personen. Für mich ist die Antwort einfach: wer den von Putin, unter dem Deckmantel der „Befreiung“ einer ethnischen Minderheit, von der gar nicht alle unter russischer Hoheit leben wollen, veranstalteten Terror gegen ein unabhängiges Land nicht verurteilt und Partei für die ukrainische Nation ergreift, zeigt eine äußerst fragwürdige Gesinnung.

Allnichts

20. November 2022 18:26

Laurenz:

Es gibt keine Sprachverbote, es gibt bestimmte Sprachgebote, die vor allem besagen, dass Ukrainisch in den gesellschaftlich relevanten Bereichen verbindlich oder aber vorrangig ist. Niemandem wurde verboten, Russisch oder eine andere Sprache zu sprechen. Im Übrigen sind Russischsprachige auch nicht mit Russen gleichzusetzen, Selenskyjs Muttersprache bspw. ist auch Russisch. Der hätte sich dann sozusagen gleich selber diskriminiert, insgesamt sogar mehrfach. Auch das mit den 13000 oder wahlweise 14000 Zivilisten ist weiterhin falsch.

Leander:

Sollte sich irgendjemand im "rechten Lager" noch fragen, weshalb "Rechte" von der Allgemeinheit tendenziell als unangenehm und kaltherzig wahrgenommen werden, so dürfte ihm das Verhalten eben jenes rechten Lagers in der Ukraine-Frage mittlerweile genügend Erklärungsansätze bieten. Es wird derzeit schon das nächste Ass aus dem Ärmel gezogen, indem man sich an die Seite des Irans stellt. Es fehlt eigentlich nur noch Nordkorea.

In Kiew herrschen derzeit Minusgrade, es gibt Energie-Engpässe oder gleich vollständigen Ausfall, da Russland gezielt die Energie-Infrastruktur angegriffen hat, sicherlich auch, um Flüchtlingsströme zu erzeugen. Ich warte noch auf die ersten kritischen Kommentare dazu von AfD, Autoren der Sezession, Kommentatoren usw.

FraAimerich

20. November 2022 18:52

Freue mich über den aufmunternden Zuspruch zweier "alter Hasen" hier!

@Laurenz

Danke, daß Sie meine pointierte Aussage zur Mitverantwortung der Ukraine bestätigt haben.

@Niekisch

Danke auch Ihnen - der Vergleich hinkt zwar ein wenig, aber richtig: auch H. hat sich gehörig überschätzt - und dabei teilweise auch noch unnötig dumm angestellt.

 

RMH

20. November 2022 19:40

@Nath,

ich habe überhaupt nichts gegen eine Verurteilung der USA bei völkerrechtswidrigen Vorgängen. Worauf meine 2 Beiträge aber maßgeblich hinzuweisen versuchten, ist der Umstand, dass Völkerrecht, wie M.S. im Beitrag schrieb, keinen "Polizisten" hat und daher Selbstregulierungsmechanismen eben durch andere Nationen greifen. Und wie war es bei Vietnam? Da haben andere Nationen (China und die UdSSR) Nordvietnam entsprechend ausgerüstet, dass die USA am Ende verloren haben, Korea? die Intervention Chinas führte zum heutigen Ergebnis. Wer rüstete die Taliban mit Waffen aus? Wer sorgte für steten Druck auf die USA im Irak? Das waren alles keine autonom handelnden Widerstandsbewegungen, sondern alle von außen unterstützt. Insofern - und das ist der Hauptpunkt - darf sich Russland nicht beschweren, wenn die Ukraine sich mit allen Mitteln und Wegen Hilfe sucht (hier liegt natürlich eine Gefahr für Deutschland). Das war das Hauptargument.

 

RMH

20. November 2022 19:46

@Nath,

Zu II: Soweit mir bekannt ist, hat die Nato keine Atomwaffen jenseits der Elbe stationiert, wie den Russen in der Nato-Russland-Grundsatzakte anlässlich der sich abzeichnenden Nato-Osterweiterung bereits zugesichert wurde (daher ist der Kuba-Verglich leicht hinkend). Russland soll hingegen in Kaliningrad ganz selbstverständlich entsprechendes stationiert haben. Darüber hinaus kann Russland Bündnisse mit jedem schließen, nur steht da offenbar keiner Schlange.

PS: Ich stehe hier immer als Verteidiger der USA/Nato da. Das ergibt sich aber nicht aus meiner persönlichen Überzeugung, sondern aus dem Umstand, dass ich es für notwendig halte, dass in Debatten der advocatus diaboli anwesend ist und ich eine gewisse Unausgewogenheit stellenweise konstatieren muss. Insgesamt belebt das die Diskussion doch bislang gewaltig.

Allnichts

20. November 2022 19:56

Korrektur:

... die vor allem besagen, dass Ukrainisch in den gesellschaftlich relevanten Bereichen verbindlich oder vorrangig ist oder aber mit einem bestimmten Anteil vertreten sein muss.

Gracchus

20. November 2022 20:25

@Nath, Laurenz

Die USA haben erreicht, was sie wollten. Sie schneiden Europa, insbesondere Deutschland von Russland ab - zuletzt durch Sprengung der Pipelines -, stellen als Ersatz ihr teures Fracking-Gas zur Verfügung und werben europäische Firmen mit Energiesubventionen ab.

Angesichts dessen kann sich die Diskussion nur um die Frage drehen: Wie vertreibt man die Amis aus Europa.

Das wäre das vorrangige Projekt!

RMH

20. November 2022 21:02

"sicherlich auch, um Flüchtlingsströme zu erzeugen." (Allnichts)

Diesbezüglich könnte man auch einmal kritisch anlässlich der russischen Syrienintervention nachfragen, den Flüchtlingen, die man in Belarus auflaufen ließ etc.

"Angesichts dessen kann sich die Diskussion nur um die Frage drehen: Wie vertreibt man die Amis aus Europa.

Das wäre das vorrangige Projekt!"

@Gracchus,

Bestimmt nicht, in dem man sich den Russen an den Hals wirft und lediglich eine Politik des "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" betreibt. 

Die langfristigen "Absetzbewegungen" = Sezession, wurde bspw. mit der Kulturausrichtung auf diesen Seiten begonnen. Da kann man zu 100% weiter machen. Die Artikel in Bezug auf die Ukraine sind - leider - und so hart  das jetzt eher klingt, ein Rückschritt. Ein Rückschritt - das sieht @ Allnichts vollkommen richtig - der alle Konservativ-Rechten, Neurechten nur noch mehr von der allgemeinen Bevölkerung abhängt.

Karl Otto

21. November 2022 09:39

Die gemeinsamen Interessen von Deutschland und Russland wurden am effektivsten vertreten zwischen 1939 und 1941. Es ist bekannt vom wem. Dahin will ich nicht zurück

Der_Juergen

21. November 2022 09:41

Spät, aber vielleicht noch nicht zu spät:

Wer Spanisch kann, dem sei diese politische Analyse von Pedro Varela sehr empfohlen. 

PEDRO VARELA: ¿QUÉ QUIERE PUTIN? (VALLADOLID 12 11 2022) - YouTube

 

Hajo Blaschke

21. November 2022 10:29

@ Allnichts Ich hatte hier bereits meine Erkenntnis geäußert, dass sie nichts oder zumindest so gut wie nichts über die Zustände in der Ukraine wissen. Ihr erneuter Beitrag vom 20. November, 18:26 bestätigt das. In der Ukraine wurde per Gesetz, eingebracht unter Poroschenko und von Selenski trotz seiner anderweitigen Versprechen vor der Wahl bestätigt, festgelegt, dass alleinige Amtssprache Ukrainisch ist. Desweiteren wurde per Gesetz verordnet, dass alleinige autochthone Bevölkerung Ukrainer sind und die dort wohnenden Minderheiten in zwei Kategorien eingestuft werden. Die dort schon immer lebenden Russen fallen in Kategorie 3, d.h. sie sind völlig rechtlos. Ihre Schulen werden entweder komplett geschlossen oder auf Ukrainisch umgestellt. Russischunterricht ist vollständig verboten.

Was die Zahl der seit 2014 durch die ukrainischen "Antiterrortruppen" getöteten 14000 Bewohner des Donbass betrifft: diese Zahl ist die offizielle Meldung an die UNO.

Zur Muttersprache von Selenski: seine Muttersprache ist Jiddisch. Sein Schulunterricht und sein Studium hat er auf Russisch absolviert.

Zu Ihrem überbordenden Engagement für die Ukraine: dieser Konflikt geht Deutschland nichts an und Deutschland muss mit allen Mitteln verhindern, da hineingezogen zu werden.

RMH

21. November 2022 12:57

"getöteten 14000 Bewohner des Donbass betrifft: diese Zahl ist die offizielle Meldung an die UNO."

@H. Blaschke,

Zum x-ten mal: Die Zahl der UNO beinhaltet auch tote Kämpfer auf beiden Seiten, also Kombattanten und nicht nur Zivilisten. Sie beinhaltet auch getötete Soldaten der Ukrainer.

Also nennen Sie nicht immer die UNO als Quelle oder belegen Sie bitte Ihre Dauerschleife, danke.

Allnichts

21. November 2022 14:07

1/2

Hajo Blaschke:

1. Richtig, Ukrainisch ist die alleinige Amtssprache. Nun müssen Sie mir allerdings noch erklären, was daran verwerflich sein soll. Andere Sprachen dürfen weiterhin verwendet, gesprochen werden, sie werden in vielerlei Hinsicht allerdings nachrangig behandelt und es gibt bestimmte Regelungen, welche die ukrainische Sprache fördern sollen.

2. Es gibt bestimmte Gesetze, welche Abstammungsfragen an sich und die Rechte von Minderheiten im Besonderen betreffen. Sie haben bisher keinerlei Beweis dafür erbracht, dass diese zu einer inakzeptablen Behandlung einer Minderheit oder mehrerer Minderheiten führen. Die dort lebenden Russen sind nicht völlig rechtlos, das würde u.a. bedeuten, sie könnten einfach bestohlen, ausgeraubt, geschlagen, ermordet werden, was schlichtweg nicht der Fall ist. Soweit mir bekannt, ist Russischunterricht nicht allgemein verboten. Mit "Rechtlosigkeit" hätte das ohnehin nichts zu tun. Der russische Angriffskrieg trägt nun sicherlich dazu bei, dass die Verwendung der russischen Sprache in mancherlei Hinsicht noch einmal verstärkt zurückgedrängt wird bzw. werden soll.

Allnichts

21. November 2022 14:09

2/2

3. Was Selenskyjs Muttersprache angeht, wissen Sie wieder einmal mehr als alle anderen. Ich gehe davon aus, dass Sie eine Quelle für diese Behauptung nachreichen können. Seine Abstammung ist kein Geheimnis, das allein sagt allerdings nichts über seine Muttersprache aus.

4. Aus dem UN-Bericht: "OHCHR estimates the total number of conflict-related casualties in Ukraine from 14 April 2014 to 31 December 2021 to be 51,000–54,000: 14,200-14,400 killed (at least 3,404 civilians, estimated 4,400 Ukrainian forces and estimated 6,500 members of armed groups), and 37-39,000 injured (7,000–9,000 civilians, 13,800–14,200 Ukrainian forces and 15,800-16,200 members of armed groups).

5. Die Ukraine liegt zwei Grenzen weiter, der Krieg findet mitten in Europa statt, das flächenmässig grösste Land der Welt ist "beteiligt", ein grosser Teil der Flüchtlinge kommt auch nach Deutschland, die weltweite Ordnung und politische Situation werden durcheinandergewirbelt usw. usf. Aber Deutschland geht das nichts an, wir leben schliesslich auf einer isolierten Insel am anderen Ende der Welt. Ginge uns eigentlich ein weiterer Angriffskrieg der USA im Nahen Osten etwas an?

Adler und Drache

21. November 2022 18:26

Spannende Diskussion in einer spannenden Situation ... Man merkt, dass das Konzept "Ethnopluralismus" angesichts der Realität schwächelt und bröckelt. Ich bin geneigt, es für eine rechte Utopie zu halten, die wie jede Utopie ein fruchtbares Terrain in der Literatur hat, als Denkübung, aber vom wirklichen Leben letztendlich überholt wird. Wohl dem, der sich geistig nicht von Ideologemen abhängig macht, sondern mit dem Leben geht!

Hajo Blaschke

22. November 2022 10:21

Bezgl. der Aussage von @Laurenz, der auch ich mich anschließe, dass Russland um seine Existenz als Staat kämpft, weil die Anglosaxen es zerschlagen wollen:

Zbigniew Brzezinski: Die einzige Weltmacht

www.anderweltonline.com/klartext Artikel: mh17 das politische urteil

Gustav

22. November 2022 15:01

@ Allnichts

"Die dort lebenden Russen sind nicht völlig rechtlos, das würde u.a. bedeuten, sie könnten einfach bestohlen, ausgeraubt, geschlagen, ermordet werden, was schlichtweg nicht der Fall ist. Soweit mir bekannt, ist Russischunterricht nicht allgemein verboten."

Die Geschehnisse der Jahre 2014 bis 2022 sind an ihnen spurlos vorüber gegangen. Wie immer stellen sie einfach Behauptungen in den Raum, für die sie keine Nachweise  präsentieren. "So weit mir bekannt...". Das soll wohl kein Qualitätsmerkmal sein, oder?

Wenn ich so einen Blödsinn zur Belustigung lesen möchte, schaue ich beim Zentrum der Finsternis (ZDF) vorbei. Oder lese den Süddeutschen Beobachter. Hier erwarte ich schon etwas mit mehr Grundlagenwissen.

Laurenz

22. November 2022 15:47

Die ganzen Phantastereien hier über Völkerrecht, Völkerfreundschaft, Menschenrechte, Sezession sind völlig fehl am Platze. Nachwievor sind wir nur von Feindstaaten umgeben & das auch nicht zu Unrecht, gebärden wir uns desöfteren auch als solcher. Es zählt letztendlich nur die militärische Option. Wir verfügen auch nur noch bedingt über sogenannte politisch-diplomatische Soft-Skills, wie Geld.

Hier aktuell der Uraltkonflikt zwischen Frankreich & Italien, älter als Italien selbst.

https://www.zerohedge.com/geopolitical/italy-2-0-france-meloni-crushes-macron-amid-migrant-crisis

Dieser verbale Marschflugkörper aus italienischer Produktion wird im Elysee-Palast fett eingeschlagen sein.

Auch hier vertritt Orban nicht globale Diversität, sondern Groß-Ungarn.

https://www.n-tv.de/politik/Orbans-Grossungarn-Schal-erzuernt-die-Ukraine-article23734756.html

Das wird in Kiew heftiger eingeschlagen sein, als so manche russischen Rakete.

Den Tag, an dem sich Scholz in den Grenzen des Deutschen Reichs zeigt, werden wir vorerst nicht erleben. Diese deutsche Erbärmlichkeit zeigt sich auch öfters hier in der Debatte.

Hier nochmal die Zahlen der Opfer in der Ost-Ukraine außerhalb des Kampfgeschehens, was ein eigenartige Zählweise entblößt.  https://en.wikipedia.org/wiki/Casualties_of_the_Russo-Ukrainian_War

Wahrheitssucher

22. November 2022 15:51

Begrüßenswert, dass die Verantwortlichen diesen Blog so lange geöffnet lassen und keinen allzu vorzeitigen Badeschluss verkünden…

Niekisch

22. November 2022 18:16

"das Konzept "Ethnopluralismus" angesichts der Realität schwächelt und bröckelt."

@ Adler und Drache 21.11. 18:26: Das Konzept ist nicht widerlegt, insbesondere nicht hinsichtlich Deutschlands. Auf der Makroebene "Vielvölkergesellschaft" BRD wird es seine Notwendigkeit und Richtigkeit durchaus noch beweisen können. Nur wenn unser Blick ständig nur nach außen schweift anstatt sich dem vor Ort Wichtigen zuzuwenden, dann mag der Eindruck des Schwächelns und Bröckelns aufkommen. 

Der Kampf um die Ethnie ist angesichts der Lage unser Ein und Alles.

Laurenz

22. November 2022 19:36

Da der Video-Beitrag aus dem italienischen TV verloren gegangen ist, kann man sich ihn in diesen beiden Beiträgen in etwa zusammenbasteln. Leider ist er auch da nur immer geschnitten zu verkosten.

https://youtu.be/Bj3Vy728dso

https://youtu.be/q-C8ogD6E8c

Diese italienische Politikerin ist, in der Tat, ein Erlebnis, sehr unterhaltsam. Als Partner dieser intelligenten, selbstbewußten Frau, muß man sicher starke Nerven & ein dickes Fell haben. Dagegen können unsere Feministinnen & woken Grünschlampen einfach nur einpacken.

Interessant ist auch, daß dieses einschaltquotenträchtige Programm bei unserem ÖRR keine Erwähnung findet.

Wahrheitssucher

23. November 2022 16:27

@ Laurenz

Dank für Ihre Verlinkungen zu Meloni!

 

Hajo Blaschke

25. November 2022 08:45

Bezgl. der hier verlautbarten Verniedlichungen des Gesetzes zum Schutz der Staatssprache: der Bürgermeister von Charkow Igor Terechow ist verurteilt worden, weil eine nichtstaatliche Sprache bei Gesprächen mit Bürgern der Ukraine benutzt hat.

Charkow ist fast zu hundert Prozent von Russischsprachigen bewohnt. Terechow kann vermutlich überhaupt kein Ukrainisch und wenn, würden ihn in Charkow wohl nur Wenige verstehen.