“Nie wieder Krieg!”

Nie wieder Krieg! –

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Die­se For­de­rung sug­ge­riert ein Selbst­ver­ständ­nis, das jedoch im Sin­ne uto­pi­schen For­de­rung ein Wunsch blei­ben wird. Man kann das bedau­ern, soll­te es aber wissen.

Lie­fen sich Argu­men­ta­tio­nen an der DDR-Schu­le fest, weil jemand plötz­lich oder hart­nä­ckig oppo­nier­te, frag­ten die bis­si­gen Auto­ri­tä­ten inqui­si­to­risch: Bist du etwa nicht für den Frie­den? – Wer denn woll­te dage­gen sein?

Wer denn hät­te je gesagt oder nur sagen wol­len: Nein, bin ich nicht. – Also han­delt es sich um eine rhe­to­ri­sche Fra­ge, die for­dert: Weil du ja ganz sicher für den Frie­den als höchs­tes Gut der Mensch­heit bist, mußt du für die­sen Staat sein, der doch die For­de­rung „Nie wie­der Krieg!“ gera­de­zu zu sei­nem Wap­pen­spruch erko­ren hat.

Wap­pen­spruch? Eben. Selbst der ver­meint­lich Fried­li­che kommt gerüs­tet daher – und ver­kün­det, er müß­te wehr­haft sein, weil die ande­ren ja eben nicht für den Frie­den wären. Wil­helm Buschs Vers-Fabel „Bewaff­ne­ter Frie­de“ konn­ten wir aus­wen­dig. Und klar, die DDR sah sich als wacke­rer Igel.

„Nie wie­der Krieg!“ ist eine nai­ve Losung, gegen die man nichts haben möch­te. Man könn­te jedoch gleich­sam for­dern: Nie wie­der Krank­heit und Ster­ben! From­me Wün­sche, einer­seits idea­lis­tisch, ande­rer­seits bil­lig. Den­noch wür­de man nur in beson­de­ren Situa­tio­nen for­dern: Krieg jetzt!

Aber selbst dafür gäbe es schon Grün­de, auch gute, die man u. a. his­to­risch auf­zu­ru­fen wüß­te. Selbst die einst pazi­fis­ti­schen Grü­nen ver­lan­gen der­zeit vehe­ment nach Krieg, etwa nach dem ver­meint­li­chen Befrei­ungs­krieg der Selenski-Ukraine.

Mög­lich, daß unser Leben nur im Zustand des Als-ob erträg­lich ist. Wir leben heu­te, als ob wir nicht schwer erkran­ken oder mor­gen umkom­men könn­ten, obwohl dies genau so gesche­hen kann und viel­fach natür­li­cher­wei­se geschieht.

Wir leben, als ob uns in aller­nächs­ter Zeit hier kein Kriegs­ge­sche­hen trä­fe. Sogar so, als wür­den wir selbst nie aggres­siv wer­den. Geschä­he es doch, wüß­ten wir die Affek­te prä­ven­tiv zu regeln – gewalt­frei, selbstverständlich.

Vie­les im All­tag und dar­über hin­aus geschieht im Als-ob:

Als ob es so wäre, daß man­ches nicht gesche­hen könn­te. Obwohl es durch­weg doch geschieht. Alles, was „Nie wie­der!“ ver­spricht, ist schwer zu hal­ten, im Fal­le des Bekennt­nis­ses „Nie wie­der Krieg!“ gar nicht. Über­haupt: Skep­sis ist nie so ange­zeigt wie gegen­über Bekennt­nis­sen und Schwü­ren. Gera­de weil Grund zum Zwei­fel ist, schwört man ja und bekennt sich.

Pro­ble­ma­tisch wird es jedoch, wenn das Als-ob zur unbe­streit­ba­ren Tat­sa­che erho­ben wird – etwa in der Wei­se: Nie und nim­mer wer­den dich Krank­heit, Krieg und Tod tref­fen; die apo­ka­lyp­ti­schen Rei­ter tra­ben ein­fach als böse Traum­ge­bil­de vor­bei. Oder phi­lo­so­phisch ver­schla­ge­ner: Ein mensch­li­ches Zusam­men­le­ben ohne Krieg ist möglich.

Man kann das gedank­lich erwei­tern. Ent­schei­den­des, was man zur links­grün-woken Mei­nungs­füh­rer­schaft der Repu­blik wis­sen muß, offe­riert ein kur­zes Video um den Slo­gan „Wir machen mit bei der Ret­tung der Erde! – Fahr­rad fah­ren, wenig Fleisch und – vor allem – Strom sparen!“

Die Dame Vor­sän­ge­rin-Vor­tän­ze­rin meint es wohl gut: 1.) Die Erde ist mit bestimm­ten Maß­nah­men zu ret­ten. 2.) Des­we­gen machen wir mit. – Genau das irri­tier­te an den Lin­ken im Wes­ten immer:

Man woll­te ihnen spon­tan schon gern recht geben, wenn man sie auf ihren Lat­sch­de­mos in der Zeit der Hoch­rüs­tungs­po­li­tik erleb­te und dem Han­nes-Wader-Sing­sang zuhör­te. Min­des­tens hat­te man den Ein­druck, sie mein­ten es gut. Nur trau­te man ihnen kaum die Red­lich­keit zu, erfor­der­li­che Kon­se­quen­zen für ihr eige­nes Han­deln abzu­lei­ten, weil sie als Maul­hel­den in Latz­ho­sen erschie­nen, denen schon der Mumm fehl­te, auch nur die Ver­ant­wor­tung für ihr eige­nes Leben wahrzunehmen.

Außer­dem dach­ten sie ihre so ober­fläch­li­chen wie poin­tier­ten Losun­gen nicht zu Ende. Was gut klingt, muß nicht gut sein, schon gar nicht rea­lis­tisch: „Stell dir vor es ist Krieg – und kei­ner geht hin.“ Das ist nicht cool, son­dern schlicht dumm.

Pure Bekennt­nis­kul­tur, heut­zu­ta­ge wie­der staats­bür­ger­kund­lich in der Schu­le ver­ord­net, so wie „Diver­si­tät“, „Tole­ranz“, „One­World“, „One­Love“ usw. usf., poli­ti­scher Kitsch wie frü­her in der DDR die „unver­brüch­li­che Freund­schaft mit dem Lan­de Lenins“, durch­weg gefähr­li­cher Unfug, aber eben zwangs­ver­ein­nah­mend, inso­fern hier­zu­lan­de gilt: Bekennt­nis ist wich­ti­ger als Erkenntnis.

Zu Ende Gedach­tes mün­det statt­des­sen häu­fig in eine Des­il­lu­sio­nie­rung ein, die, im Tie­fen­ver­ständ­nis, schwer erträg­lich, aber des­we­gen heil­sam ist. Man übe sich dar­in, den Blick nicht zu sen­ken und es offen­siv aus­zu­hal­ten, wenn wie­der Krieg ist oder wenn es sich erweist, daß die Erde eben nicht zu ret­ten ist, weil der Mensch aus Grün­den sei­ner Anthro­po­lo­gie wei­ter­hin furcht­ba­re Krie­ge gegen sei­nes­glei­chen füh­ren und sowie­so sei­ne natür­li­che Umwelt, die wun­der­vol­le Erde, min­des­tens in dem Bereich ver­nich­ten wird, wo er sei­ne Lebens­grund­la­gen schafft.

Die alten Mythen beschrei­ben das dra­ma­ti­sche Dilem­ma unse­rer Exis­tenz hin­rei­chend, u. a. der Erb­sün­de-Mythos im Buch Gene­sis. Dar­über hin­aus gibt es Hoff­nun­gen – per­sön­li­che, reli­giö­se, phi­lo­so­phi­sche und lite­ra­risch gestal­te­te. Gut, wer mit der Hoff­nung lebt: Nie wie­der Krieg. Wir wer­den die Erde retten.

Eben weil der Mensch aus ein­fachs­ter Erfah­rung bereits als Kind die zunächst nie­der­schmet­tern­de Erfah­rung zu machen hat, wie dra­ma­tisch böse er selbst und sei­ne Nächs­ten han­deln kön­nen, pro­ji­ziert er Uto­pien, die ver­hei­ßen mögen, der Mensch sei, mit Goe­the, edel hilf­reich und gut. Sei! Kon­junk­tiv und eben nicht Indikativ.

Bes­ser jedoch, äußer­lich kühl und abstän­dig, inner­lich aber warm­her­zig und den Men­schen wie der Natur zuge­wandt den Gedan­ken zu ertra­gen: Men­schen wer­den sich wei­ter bekrie­gen, in ihrem engs­ten Kreis eben­so wie in der Welt, und ver­mut­lich wer­den Men­schen ihre Umwelt, die Natur bzw. die Schöp­fung, wei­ter irrever­si­bel zer­stö­ren und sich wie ihre Mit­ge­schöp­fe vie­hisch quä­len. Endverbrauchsstadium.

Rich­tig und ehren­wert, wer sich trotz­dem dafür enga­giert, gegen das Unwei­ger­li­che, soweit das mög­lich ist, Nor­men zu set­zen und Regeln auf­zu­stel­len, über die – bis­her stets vor­über­ge­hend – soge­nann­te Grund­ver­ein­ba­run­gen geschlos­sen wer­den. Wie aber? Eben im Als-ob.

In sei­nem Auf­satz „Über Uto­pie und Gewalt“ for­der­te Karl Rai­mund Pop­per, eher für die Besei­ti­gung kon­kre­ter Miß­stän­de als für die Ver­wirk­lich abs­trak­ter Idea­le ein­zu­tre­ten. Jedes Elend, so Pop­per, sei kon­kret, die Uto­pien aber abs­trakt, und kei­ne Genera­ti­on dür­fe zuguns­ten zukünf­ti­ger geop­fert wer­den, im Namen eines Ide­als, das viel­leicht uner­reich­bar sei.

Es ist die Lin­ke und gegen­wär­tig die radi­ka­le woke Bewe­gung, die Uto­pien in einer Wei­se ver­an­schlagt, wie es auf ande­rer Wei­se der Faschis­mus und der Sta­li­nis­mus prak­ti­zier­ten. Je wei­ter man Uto­pien einem kri­tisch-des­il­lu­sio­nier­ten Den­ken vor­zieht, um so mehr ist man selbst in Gefahr.

Wer­den die­se Losun­gen aber Pro­gramm, droht das, was irgend­wie gut und segens­reich klingt, nicht nur die Gren­zen des kri­tisch Ver­nünf­ti­gen, son­dern über­haupt des mensch­lich Erträg­li­chen abzu­räu­men. Was Pol Pot in Kambodscha/Kampuchea woll­te, war – aus der Per­spek­ti­ve sei­ner extre­men Vor­stel­lun­gen – offen­bar gut. Aber es geriet für die Men­schen zum Hor­ror. Obwohl das, was auf den „Kil­ling Fiel­ds“ geschah, lei­der wie­der­um zum Spek­trum des Mensch­li­chen gehört. Immer wie­der angeb­lich unver­gleich­li­che Ver­bre­chen, die aller­dings nach Ver­glei­chen und Ana­ly­sen verlangen.

Kom­mu­nis­ti­sche Poli­tik grün­det auf escha­to­lo­gisch aus­ge­rich­te­ter mar­xis­ti­scher Geschichts­phi­lo­so­phie, die, Erbe des deut­schen Idea­lis­mus, von Hegel­scher Gene­tik bestimmt ist. Escha­to­lo­gie aber ruft Kräf­te auf, die an die Glau­bens­krie­ge der Neu­zeit den­ken lassen.

Die gegen­wär­ti­ge „Wokeness“ folgt einem ver­wand­ten Idea­lis­mus. Wo sie ent­schei­den­den Ein­fluß gewinnt, rech­ne man nicht nur mit bizar­ren Auf­füh­run­gen von unfrei­wil­li­ger Komik, son­dern mit dra­ma­ti­schen Fol­gen, zumal sich die Radi­ka­li­sie­rung gera­de eigen­dy­na­misch ver­stärkt. Bis­lang wer­den ihr vom Staat selbst Tür und Tor geöff­net. Das führt zu einer uner­war­te­ten Ideo­lo­gi­sie­rung und damit zu Ein­schrän­kun­gen des Den­kens und Spre­chens und zu einer enor­men Pola­ri­sie­rung in der Gesellschaft.

Phil­ip Eppe­l­s­heim kom­men­tier­te am 16. Novem­ber in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zeitung“:

„Eine radi­ka­le und laut­star­ke Min­der­heit ver­än­dert die Gesell­schaft und zieht ihre eige­nen Lini­en des Sag­ba­ren und poli­tisch Kor­rek­ten. Uni­ver­si­tä­ten sagen Vor­trä­ge ab, Stich­wort Can­cel Cul­tu­re. Das Gen­dern zieht ein in Medi­en und Insti­tu­tio­nen. Stra­ßen wer­den umbe­nannt, Kin­der­bü­cher gel­ten als ras­sis­tisch. (…) So ent­ste­hen Sprach­ver­bo­te, und die angeb­lich woken Akti­vis­ten machen genau das, was sie vie­len ande­ren vor­wer­fen: Into­le­ranz ausüben.“

Nur geschieht all das eben bereits von Staa­tes wegen. Die Akti­vis­ten durch­lie­fen die staat­li­che Schu­le und wur­den genau dort staats­bür­ger­kund­lich geprägt, inso­fern „Wokeness” in ganz ent­schei­den­den Grund­po­si­tio­nen hier­zu­lan­de längst Staats­dok­trin ist.

Es ist eher die poli­ti­sche Rech­te, die den Men­schen vor sich selbst und sei­ner per­sön­li­chen wie gesell­schaft­li­chen Ent­gren­zung warnt und die ihn, zur Macht gekom­men, davor bewah­ren woll­te – nie davor gefeit, eigen­dy­na­misch genau dabei selbst zu entgrenzen.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (54)

MARCEL

23. November 2022 09:41

Das (letzte) Ende von "Nie wieder..." kann man z.B. in Cormac Mc Carthy The Road nachlesen.

Die härteste Dystopie stammt ausgerechnet von einem US-Amerikaner.

Der zivilisierte Mensch (der Mensch überhaupt?) ist etwas Vorübergehendes.

Manch einer gedachte ihm noch eine vernichtend-erlösende Rolle zu, z.B. Eduard v. Hartmann oder Philipp Mainländer.

Wie dem auch sei: Klassisch konservative Intention war immer, den Menschen vor sich selbst zu schützen.

 

RMH

23. November 2022 09:48

Nie wieder Krieg ist natürlich auch eine missbrauchte Formel, insbesondere von den Heuchlern und Krokodilstränendrückern, die sie am lautstärksten vor sich her getragen haben (Grüne etc.). Im Kern ist "Nie wieder Krieg" aber eine absolut rationale Forderung und insbesondere hier könnten all die Linken und Marxisten einmal ihre Schulung im Denken in gesellschaftlichen Klassen ausspielen. Waren und sind es doch seit sehr langen Zeiten (einer der Ursprünge des Adels war es einmal, selber gut kämpfen zu können - ist aber sehr lange her) vor allem die arbeitenden und unteren Klassen, die den Preis für Kriege am vollständigsten bezahlten, sei es durch Tod, körperliche Versehrtheit, psychische Traumata, enorme materielle Schäden, Flucht und Vertreibung etc. Daher ist vom Klassenstandpunkt des normalen, arbeitenden und steuerzahlenden Bürgers Nie wieder Krieg keine naive Forderung sondern eine höchst rationale. Auf überindivdueller, staatlicher Ebene gilt hingegen si vis pacem para bellum. Die Abschreckung bescherte Europa Zeiten des Friedens (in anderen Gegenden wurde es ausgefochten, der Preis dafür aber immer höher, so dass man auf subtilere, im Ergebnis aber weiterhin blutige Methoden der Machtausübung umschwenkte - die Ukraine als Krieg auch von echten Streitkräften ist nach Jahren der low intensity conflicts eine Ausnahme).

Fazit: Für mich ist es kein Kitsch zu sagen: Nein, meine Söhne geb ich nicht.

Laurenz

23. November 2022 10:25

@RMH

Kann Ihren Beitrag zu 100% nachvollziehen & unterstützen. Der Haken ist aber der Bürger, er wählt, völlig irrational, die Kriegstreiber.

Niekisch

23. November 2022 11:10

Ich jedenfalls bleibe dabei: "Nie mehr Krieg-Verteidigung nur durch non violation".

Unsere Eltern und Großeltern haben in aller Grausamkeit erlebt, was Krieg bedeutet und wohin er führt. Gerade die deutsche Intelligenz sollte darüber nachdenken, welche Alternativen es gibt, um nie mehr zu erleben, wie brennende Frauen wie Fackeln mit brennenden Säuglingen im Kinderwagen durch die Gluthölle hasten, um in einen Feuerlöschteich zu springen und darin rettend zu ertrinken.

Wer keine geistige Abwehrbereitschaft aus Eigenem besitzt, der kann sowieso keinen Krieg führen.

 

Uwe Lay

23. November 2022 12:15

Die Parole: "Nie wieder Krieg" stieß bei uns nach zwei verlorenen Kriegen auf breite Zustimmung, die Siegermächte nahmen diese Parole aber nie ernst, ihnen war der Krieg weiterhin ein Mittel der Politik, das sie auch einsetzten. Ein Grüner Außenminister machte dann auch in Deutschland Schluß mit dieser Parole, indem er deutsche Truppen aktiv an den Angriffskriegen gegen Afghanistan und Jugoslawien  beteiligte, natürlich nur mit dem Ziele, durch den Krieg den Frieden zu schaffen, was aber in Afghanistan mißlang. Der  Wirtschaftskrieg, den Deutschland nun gegen Rußland und in Bälde wohl auch gegen China und den Iran führt, ist auch eine Gestalt kriegerischer Politik, für die sich jetzt insbesondere die einstige "Friedenspartei" der "Grünen" begeistert!

Uwe Lay

Sandstein

23. November 2022 13:46

Bin einigermaßen schockiert. Nicht über den Text von HB, der ist wie fast immer gelungen und gefällt mir. Aber die ersten Kommentare zeigen ja schon, dass es mit dem Menschenbild nicht weit her ist. 

 

Vorweg: ich möchte nie in einen Krieg ziehen, das elendige Leiden und Sterben braucht ganz sicher keine Menschenseele. 
Aber: war nicht der Krieg Vater aller Dinge? Sind nicht alle großen Technologie Sprünge auf Kriege zurück zu führen? Selbst die Vorfahren der heutigen Europäer (Kurgan Kultur) gab es nur, weil sie kriegerischer waren und das Pferd dafür nutzten. 
Wenn der Krieg einmal endet, dann endet auch die Menschheit. Dann sind wir Zahlungsmittel generierende Einheiten in einer Matrix, und sonst nichts weiter. Mithin also unbeseelte Kreaturen in einer Welt, die uns nicht braucht. 
 

Es gilt gerade für Konservative (oder solche die sich dafür halten?) das anzuerkennen. Das Stadium, in dem wir in einer friedlichen, komplett durchregulierten Welt leben, wollen Sie alle nicht erleben. 

RMH

23. November 2022 14:15

@Sandstein,

es ist richtig, dass Sie diese Einwände bringen, denn gerade Rechte und Konservative sind keine Pazifisten. Aber unter den gegebenen Umständen gilt das, was Wilfred Owen schon im WK I gedichtet hat:

Dulce et decorum est pro patria mori - ist eine glatte Lüge!

Sollte dereinst einmal wieder Familie, Volk und Vaterland die ihnen jeweils gebührende Stellung unter den Nationen und insbesondere in Deutschland zukommen, dann sähe es im Falle eines Angriffs anders aus (davon sind wir aber weit entfernt). Aber auch dann wäre es eine Torheit, wenn gerade solche Nationen, die diesem Dreiklang wieder Ehre geben, dann auch noch Kriege untereinander führen würden (so wie es in Europa lange Zeit Brauch und üblich war - was dann andere Kräfte nach oben brachte. Kräfte, die bis heute alles an überkommenen Werten in den Dreck ziehen und missbrauchen).

heinrichbrueck

23. November 2022 15:09

Wem gehört der spirituelle Sieg?
Den Niedergang zu beschreiben, ihn zu kritisieren, ist immer noch Niedergang. Wo Erniedringung geschehen darf, wurde die Niederlage Gesetz. Dieses Gesetz erlaubt die Anwendung der spirituellen Niederlage. In Deutschland eine deutsche Schule zu gründen, nicht nur ein Verstoß gegen geltendes Gesetz, sondern eine Leugnung der spirituellen Niederlage. Es ist nie klar, was der Mensch will? Als ob der Mensch unsichtbar wäre, ist auch die Erbsünde ein schwaches Argument. Man läßt sich erwischen, verstetigt die Fremdsteuerung, und wundert sich, weil die Erbsünde so gut funktioniert. 
Macht euch die Erde untertan, aber laßt euch nicht erwischen. 

Loxismus

23. November 2022 15:49

Der Lack der Zivilisation ist dünn. Manch ein "Woker" wird auf schmerzhafte Art und Weise ein "Kluger" werden, wenn er am eigenen Leib erfahren wird, WIE dünn dieser Lack ist.

Zauberer von Oz

23. November 2022 17:00

Gab es jemals Frieden auf der Erde? Das ist unmöglich, aber erstrebenswert. Die Menschheit als Berg- und Talbahn; sie charakterisiert den Menschen im Großen wie im Kleinen. 

Sandstein

23. November 2022 17:13

@RMH 

ich verweise einfach mal auf die Beiträge von Loxismus und dem Zauberer. Die ich beide vollumfänglich teile. 
 

Ich weiß schon, worauf Sie hinaus wollen, nur ist die BRD bzw. Deutschland im jetzigen Zustand kein Beispiel, an dem man seinen Pazifismus festmachen sollte. Überhaupt sollte man an diesem Land nichts festmachen. 

Dieter Rose

23. November 2022 17:54

@Maiordomus -

die besten Wünsche! Sie fehlen hier!

Gracchus

23. November 2022 20:52

Das Video mit der Klima-Cheerleader-Oma übt auf mich eine ähnlich rätselhafte Faszination aus wie die Tanzvideos von Emilia "Milia" Fester - einerseits bin ich von der offen zur Schau gestellten Dummheit peinlich berührt, andererseits schwant mir, dass die Dummheit ungeahnte Wonnen bereithält. 

Peinlich berührt bin ich, Nancy Faeser mit einer Armbinde zu sehen. Sicher besteht eine Kausalität zwischen der heutigen Niederlage und dem Versuch, der Mannschaft ein wokes Image zu verpassen. "Inauthentizität" rächt sich. Ich glaube auch, dass sich die Fans hierdurch immer weniger mit der Manschaft identifizieren. 

Gracchus

23. November 2022 21:06

Fragt sich, was jemand überhaupt meint oder bezweckt, wenn er bzw. sie (Käthe Kollwitz) die Parole "Nie wieder Krieg" ausgibt. Kaum denkbar, dass jemand dies für ein realistisch (in seiner Lebenszeit) zu erreichendes Ziel ansieht. 

"Als ob" - na ja, wenn ich nicht immer mit dem schlimmsten rechne, rührt das doch weniger daher, dass ich in einer Phantasiewelt lebe, wo Krankheit und Tod nicht vorkommen, sondern aus dem Vertrauen in den "Weltenlauf". Dieses Vertrauen kann man natürlich als illusionär bezeichnen. Aber man kann auch staunen darüber, dass es das gibt, und sich fragen, woher es kommt. 

Simplicius Teutsch

23. November 2022 22:29

„Nie wieder Krieg!“, massenhaft und flehentlich hinausgetragen in die Welt, war schon überlebens-richtig zu einem Zeitpunkt, wo Europa (vor allem Deutschland) im Kriegsfalle mit Sicherheit zum katastrophalen Schlachtfeld geworden wäre. Das war eine aus der Not geborene Selbstschutzparole im Kalten Krieg, die in rituellen Psalmen nicht nur an den Feiertagen glorifiziert und in die Hirne eingehämmert wurde. "Soldaten sind Mörder!"

Aber kaum sehen sich jetzt die deutschen Linksgrünen und auch viele Rechte (Atlantiker) auf dem Ukraine-Schlachtfeld an der Seite der unbesiegbaren US-Nato-Bataillone gegen den alten Feind Rußland, schon fallen die Pazifismus-Masken in unglaublicher Geschwindigkeit. Und es wird kein Widerspruch geduldet, wenn es heißt: Frieden schaffen mit Panzerwaffen!

 

Simplicius Teutsch

23. November 2022 22:47

Sorry, ich muss mich korrigieren:

Zugunsten der deutschen „Rechten (Atlantiker)“ möchte ich nachtragen, dass diese eigentlich nie die „Pazifismus-Masken“ aufgesetzt hatten, sondern stets für militärische Wehrhaftigkeit eintraten. Die pazifistische Heuchelei und Verlogenheit ist also ganz überwiegend auf Seiten der Linken und Grünen zu verorten.

Eo

24. November 2022 00:57

1

 

"Eine radikale und lautstarke Minderheit verändert die Gesellschaft und zieht ihre eigenen Linien des Sagbaren und politisch Korrekten ..."

O-ha, die FAZ
entdeckt den Minderheitenterror ohne diesen explizit auch so zu nennen ... Aber trotzdem intressant, was der Herr Eppelsheimer aus Köttelwech, jetzt wo's langsam jedem auffallen muß, in Sachen Minderheiten und deren Offensivverhalten zum Ausdruck bringt.

Dazu paßt auch
recht gut eine Glosse aus der EnnAll-21 von Feb. 22:

 

Der ganz normale Wahnsinn 

Modernde Moderne

So wie derzeit 
die Dinge laufen, angefangen mit den klimaneutralen Klimakaspereien über die staatlich propagierte Barbarisierung mit ausbreitender Slumisierung bis zum allwaltenden Minderheitenterror wegen ständig wachgehaltenen Schuldkomplexen spricht so einiges dafür, daß die Moderne immer mehr aus Dekadenz und Feigheit in Wahnsinn verfällt bzw. diesem zunehmend anheim fällt.

Denn Wahnsinn
liegt bekanntlich dann vor, wenn der Blick auf die Dinge wie auf das Geschehen nur sehr rudimentär von Realitäten bestimmt wird und von Realitätssinn geprägt ist, aber dafür durch fixe Vorstellungen, wie die Dinge zu sein haben und wie alles Geschehen nach einer allgültigen, alleserklärenden Theorie oder auch Religion zu sehen und zu bewerten sei. 

 

Eo

24. November 2022 01:00

2

 

Wahnsinn also, 
als der Geisteszustand, bei dem ausgeprägte Wunsch- und Wahnvorstellungen vorherrschen,  die so stark sind, daß eine nüchterne Betrachtungsweise und fundierte Argumente nicht mehr durchdringen und erst recht nicht angenommen werden.

Genau diese Neigung
zum Wahnsinn verweist auf die eigentliche, die wirklich große Gefahr, die über dieser Zeit  so tückisch schwebt, daß der aus einer falschen Grundhaltung resultierende Wahnsinn schließlich den Endzustand jener auf permanenten Wandel und einer stetig erhöhten Geschwindigkeit gegründeten Fortschrittsepoche, also der Moderne, darstellen dürfte.

Denn mit dem irrwitzigen 
Streben nach Tempo und radikalen Veränderungen werden nach und nach alle Grundlagen der eigenen Kultur allzu bereitwillig abgebaut, die Identität des eigenen Volkes geopfert und somit die Voraussetzungen eines funktionierenden Gemeinwesens und eines friedlichen Zusammenlebens nachhaltig unterminiert.

Und so ist zu befürchten,
falls der Wahnsinn die Oberhand behält, daß die Moderne in nicht mehr beherrschbare Turbulenzen stürzt und für eine unbestimmte Zeit im großen Chaos versinkt, bis von dieser nicht viel mehr übrig bleibt als Staub und Schutt und eine trügerische Erinnerung.

EBERHARD VON KAHLENSTEIN

 

https://neue-spryche.blogspot.com/2022/04/und-weiter-ol-ins-feuer.html

 

 

Franz Bettinger

24. November 2022 01:55

Nie wieder Krieg? Klingt gut. Klingt, als ob der Löwe sagen würde oder könnte: Nie wieder Fleisch. Krieg ist Kampf, nichts weiter. Wer den Kampf unmöglich macht, macht Opposition (und andere Gedanken) unmöglich. Er hat nicht Frieden geschaffen (denn in den Seelen tobt der Kampf weiter, frisst einen auf und führt zu Krebs, by the way), sondern Friedhofs-Ruhe. In sofern hat @Sandstein recht. Dass Kriege zugunsten der Mächtigen missbraucht werden, steht auf einem anderen Blatt. So ist es aber mit Vielem: Wissenschaft, Fortschritt, sogar die Demokratie. Joachim Fernau hat’s mal ähnlich ausgedrückt. Vielleicht findet jemand das Zitat. Man kann das Kriegs-Verbot aka Kampfverbot ja noch weiterspinnen. Es führt zum Verbot von Konkurrenz, von Unterschieden; es führt zum Verbot des Besseren. Wenn man sich über keine bessere Leistung mehr freuen darf (und kann), wird auch keiner mehr eine erbringen wollen. Eine derart reduzierte Gesellschaft ist so fade, dass die Herrschenden sie gar nicht haben wollen können, es sei denn es sind Pseudo-Eliten, Elitioten. Die Menschheit steckt wahrlich schon tief drin in dieser Vereinheitlichungs- und Normierungs-Scheiße. Man möchte glatt religiös werden (wenn das so einfach wäre), an die vorhergesagte Apokalypse glauben,und Hoffnung daraus schöpfen. 

ede

24. November 2022 02:02

Mit dem Altern scheint Phantasie zu schwinden, dafür Vorstellungskraft zu wachsen.

Ich bin allerdings immer noch verblüfft, wie schnell bspw. die grüne Partei vom geradezu paradigmatischen, und sogar gesetzlich normierten, "keine Waffen in Kriegsgebiete", zum Gegenteil umgeschwenkt sind.

Eine Parole, "Soldaten sind Mörder", mit dem Zusatz "es sei denn sie führen einen gerechten Krieg", würde ob ihrer Absurdität noch vor kurzem nicht mal zur Kenntnis genommen worden sein.

Niemand will seine Söhne in einen Krieg schicken (Melnyk auch nicht). Mein guter Vater, der die besten 10 Jahre mit Krieg und Gefangenschaft verbrachte, äußerte sich abschließend: Alles, nur kein Krieg.

Andererseits kann und wird bedingungslose Unterwerfung unter allen Umständen, weder Frieden noch Glück, und auch nicht das Überleben ermöglichen.

Das grundlegende Paradoxon.

RMH

24. November 2022 06:30

"wie schnell bspw. die grüne Partei vom geradezu paradigmatischen, und sogar gesetzlich normierten, "keine Waffen in Kriegsgebiete", zum Gegenteil umgeschwenkt sind."

@ede

Dazu hat @Laurenz schon das Richtige gesagt, wobei die Schichten bzw. die Menge, die heute die Grünen wählen, größer sind/ist als das, was wir noch aus den sog. friedensbewegten Zeiten der späten 70er und kompletten 80er Jahre her kennen. Die Grünen sind damals mit aus diesen Kreisen mit hervorgegangen, ihre Wähler sind aber nicht mehr aus dem gleichen Holz. Insofern wundert es nicht, wenn es zu keinen Stimmenverlusten bei dieser Partei führt.

Realpolitisch bedeutet das, die Heuchelei offen zu legen. Wer für Waffen- und Munitionslieferungen ist, der muss die notwendige Industrie/Wirtschaft im Land fördern, denn irgendwo muss der Stahl, den es regnen soll, ja seinen Ursprung haben. Ein "Sondervermögen" BW alleine ohne Erhöhungen des Wehretats kann es dann auch nicht sein.

Mit dem Paradoxon haben sie recht.

RMH

24. November 2022 06:39

@F. Bettinger, 

mit Kampf im Sinne des Lebenskampfes haben moderne Kriege im Großen betrachtet nicht mehr viel zu tun (im kleinen natürlich nicht - jeder Soldat an der Front kämpft buchstäblich um sein Leben). Das erkannte meines Erachtens schon E. Jünger, und A. Hitler machte den Fehler, dass er dachte, den Kampf ums Leben auf einen Kampf der Völker um Lebensraum als Naturprinzip ansehen zu können und wenn dann ein Volk zum Letzten bereit ist, dann könne es auch gegen die Fakten andere schlagen. Am Ende blieb ihm dann nur ein trotziges Dann-soll-eben-alles-untergehen, da es sich nicht bewährt hat - womit er Deutschland zum x-ten und letzten Mal existenziell massiv geschadet hat. Der Mensch ist komplexer, und Krieg im industriell-technischen Großmaßstab ist für ihn nicht lebensnotwendig, wie beim Löwen das Fleisch.

Neander vom Thal

24. November 2022 07:43

Sehr geehrter RMH "Dulce et decorum.... ist eine glatte Lüge" schreiben Sie.

Das kommt auf das Vaterland an. Das es kaum noch westliche Vaterländer gibt, für die es ehrvoll ist zu kämpfen und zu sterben, schränkt den Spruch sicher ein, hebt ihn aber nicht auf.

Laurenz

24. November 2022 07:51

(1)

Die Debatte um Nie wieder Krieg wird hier auf unterschiedlichen Ebenen debattiert, ohne diese jeweils zu benennen. Wie @Gracchus zurecht bemerkt, sind Menschen Prädatoren, die, wie @RMH zurecht bemerkt, bereit sind, für die eigene Art, den eigenen Stamm, die eigene Familie etc.pp. zu sterben, zu fallen, aber eben mehr auch nicht. Nimmt man dem Menschen die Identität, ist das natürlich vorbei, es bleibt nur der dem Menschen eigene kaufmännische Aspekt, der den Tod in der Schlacht als schlechtes Geschäft ansieht. @Gracchus liegt falsch bei der imperialistischen  Cheerleader-Oma, Faeser und Fester. Gracchus ist eben kein Neuer Rechter. Das Denken über Deutschland hinaus, das Deutsche Wesen in die Welt zu tragen, diese daran genesen zu lassen, ist immer imperialistisch, kolonialistisch. Es geht grundsätzlich über die eigene Identität, diese damit verlierend, hinaus. Woke Anywheres legalisieren den Neo-Kolonialismus, bzw. -Imperialismus. So sieht auch die männliche Deutsche Internationalmannschaft aus, imperialistisch, kolonialistisch. Hierbei handelt es sich um den negativsten Zug unseres Volkscharakters. Hier sieht man den Nachteil des kaufmännischen Aspekts im Vergleich zum Kriegertum @RMHs.

Laurenz

24. November 2022 07:54

(2)

Was spielt schon Geld für eine Rolle, wenn die indigene japanische Nationalmannschaft für das Reich der Sonne antritt, um den dreckigen, barbarischen Gayjins & Farange mit aus dem Sklavenhandel des Westens importierten Sklaven-Sportlern eins auf die Fresse zu geben. @Sandstein liegt schon fast richtig, wenn Er politisch zu @RMH dagegen hält. Die Neue Rechte hat sich, dieser Erkenntnis entsprechend, doch im Vergleich zur historischen Rechten radikal verändert. Gegen die religiöse Mission, gegen den Imperialismus, will die Neue Rechte heute auch die kleinste Kultur, die kleinste Sprache aller Menschen als kulturellen Schatz erhalten. Das, @RMH & die anderen Herren, ist ein epochaler Unterschied. Die Neue Rechte will sich doch nur auf die eigene Identität konzentrieren & nicht, wie die woken Anywheres darüber hinaus marschieren. Eben weil wir uns nur auf Heimat & uns beschränken wollen, sind wir den Neo-Imperialisten ein Dorn im Auge. Die DDR HBs lag nur formal richtig. Nur eine wehrhafte Heimat bleibt auch Heimat. Insgeheim rüstete man natürlich doch für die imperialistische Weltrevolution.

deutscheridentitaerer

24. November 2022 08:22

Jaja, Krieg ist schrecklich, stimmt sicher, aber trotzdem hat Spengler Recht:

"Einen langen Krieg ertragen wenige, ohne seelisch zu verderben; einen langen Frieden erträgt niemand.“

Franz Bettinger

24. November 2022 08:43

@RMH: Ob Sie den Kampf, der momentan zwischen der Davoser Clique und der Menschheit tobt, nun Krieg oder Aufstand (Joachim Fernau) nennen, ist doch egal. Nous sommes en guerre, sagte der Ganove Macron zu Beginn des Corona-Verbrechens. Er meinte: im Krieg gegen die Menschen, die Völker, den gesunden Menschenverstand. Und wir? Wir haben diesen Kampf/Krieg aufgenommen, wir fighten zurück mit unseren Waffen. (Die Wahrheit ist eine scharfe Waffe. Daher soll sie ja mit der Zensur und neuen Wahrheitsgesetzen unterdrückt werden.) Macron (und ich geb ihm recht) scheute sich nicht von Krieg zu reden. Warum scheuen Sie sich? Es werden immerhin Existenzen und Seelen zerstört. Wenn dieser Krieg nicht ein totaler ist, was sonst?

RMH

24. November 2022 09:05

@F. Bettinger,

ein typisches linkes Phänomen ist es, alles immer zum "Kampf um ..." zu erklären. Gratismut-Bekundungen sind dann "Kampf um" xy (von den aktuellen Beliebigkeitswerten kann jetzt jeder etwas nach eigenem Gusto einsetzen). Aus irgendwelchen Flugblattverteilern werden "Aktivisten. Das Wort Aktivist kannte man früher nur aus der DDR (bspw. Aktivist der ersten Stunde - Adolf Hennecke).

Die Rechte übernimmt die linken Begrifflichkeiten so wie ihre alten und neu entflammte Liebe zum Sozialismus (jetzt "Solidarität") gerne, so sind die Identitären natürlich auch Aktivisten, die um  - Ja, was eigentlich, wenn man die letzten Ausführungen von Mastermind Sellner liest? - "kämpfen", und jede Auseinandersetzung ist, da Kampf, gleich Krieg. Bleiben wir bei Clausewitz. Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und nicht Krieg ist alles, wo es konfrontativ zugeht. Das bei Corona auch mit Mitteln gearbeitet wurde, die auf die physische Existenz zielen, gibt natürlich Ihnen wieder ein Stück weit recht. Die heutige Zeit lässt scharfe begriffliche Abgrenzungen nicht immer zu.

Franz Bettinger

24. November 2022 11:49

@RMH: Wenn Sie glauben, man könne von Krieg nicht mehr reden, weil man uns die dazu nötigen "Mistgabeln" wegnahm & wir nur noch Worte ins Feld führen können, irren Sie sich. Manch einer wird ihn noch erleben, den Krieg im eigenen Körper. Wer mit anderen nicht eins ist, bekämpft sie. Wer mit sich selbst nicht eins ist, bekommt Krebs. 

Hartwig aus LG8

24. November 2022 12:52

"Frieden ist die Fortsetzung des Krieges unter Einschränkung der Mittel."

 

Niekisch

24. November 2022 15:07

"war nicht der Krieg Vater aller Dinge? Sind nicht alle großen Technologie Sprünge auf Kriege zurück zu führen?"

@ Sandstein 23.11. 13:46: Erzählen Sie das einmal dem Landser, der bei 30 Grad Kälte in seinem 1- Mannloch hockt und schon das Rasseln des Panzers hört, der ein paar Sekunden später über ihm seine Ketten dreht, um ihn zu zermahlen. 

"Wenn der Krieg einmal endet, dann endet auch die Menschheit. Dann sind wir Zahlungsmittel generierende Einheiten in einer Matrix, und sonst nichts weiter. Mithin also unbeseelte Kreaturen in einer Welt, die uns nicht braucht."

Wozu versteigen Sie sich eigentlich? Der waffenlos Kämpfende als unbeseelte Kreatur? Hatten die 68iger doch Recht in der Annahme, daß die Rechten kriegsgeil sind?

deutscheridentitaerer

24. November 2022 22:25

@Niekisch

Ich habe heute ein Video gesehen von einem Wagner-Kommandanten, der anscheinend schwer verwundet am Boden lag. Über ihm kreiste eine Drohne, die auch das Video aufnahm. Man konnte sein Gesicht in guter Auflösung sehen; er hat sich dann ohne erkennbare Rührung oder Furcht erschossen.

Ich bin der Erste, der zugibt, dass er einem Krieg nicht gewachsen wäre. Aber woher rührt dieses Bedürfnis, den Mensch an sich so kleinzureden, als hätte es nie jemanden gegeben, der der Gefahr und dem Tod aufrecht und mannhaft begegnet ist? 

Sandstein

25. November 2022 08:34

@Niekisch 

Ich kenne mich gut mit dem Leid, das Kriege schaffen, aus; dafür muss ich nur in meine Familiengeschichte schauen. Mein Urgroßvater war ein hochdekorierter Frontkämpfer (Eisernes Kreuz I+II Klasse) und hat im 1. Krieg seine zwei Brüder vor Verdun verloren und als einziger Sohn überlebt und ging im 2ten Krieg als Oberwehrmachtspfarrer der 6. Armee in Stalingrad in Gefangenschaft. Sein ältester Sohn, mein Großvater, war in der Napola und wurde in den Volksturm eingezogen und an der Ostfront verwundet. Er hat von seinen fünf Brüdern noch kurz vor Kriegsende einen im Kampf gegen die Amerikaner verloren. Unterschlagen Sie doch nicht meine Worte "vorweg". Was soll das? Das ist unredlich. Sie müssen mich ganz sicher nicht belehren, Niekisch. Schon gar nicht so pseudodramatisch mit „Rasseln im Schützenloch“ - Sie wissen gar nicht, wovon Sie da schreiben.

Sandstein

25. November 2022 08:36

II.) @Niekisch

..dennoch bleibe ich dabei, dass der Krieg/Kampf zum Menschen-Dasein dazugehört. Wenn Sie das nicht akzeptieren können, ist das zunächst Ihre Sache, ändert aber nichts an meiner Einstellung dazu. Vielleicht lesen Sie, ganz ohne Schaum vorm Mund, noch einmal, was ich schrieb. Da ist nämlich nicht die Rede von einem „waffenlos Kämpfenden“ (schon wieder unredlich, Niekisch!) sondern genau vom Gegenteiligen: Wer kämpft, hat Seele, wer diesen „menschlichen Makel“ negiert, reduziert das menschliche Dasein auf bloße Existenz. Genau das meinte ich mit „Zahlungsmittel generierende Einheit“. Und wenn Sie mal einen ganz genauen Blick auf die westliche Welt, die Verächtlichmachung des Kampfes etc. pp. werfen, dann sehen Sie eventuell, was ich meine. Da werden Konsumenten rangezüchtet, aber keine Menschen mehr im eigentlichen Sinne. 

Ist das so schwer zu verstehen? Und solange Sie Aussagen verdrehen und so billig argumentieren, werde ich Ihre Kommentare in Zukunft ignorieren. Das muss ich mir sicher nicht bieten lassen. 

Niekisch

25. November 2022 10:28

@ deutscheridentitaerer 24.11. 22:25: Sie wissen sehr genau, daß ich hier immer die überragende Wehrbereitschaft, Tapferkeit und Opferbereitschaft unserer Vorfahren gewürdigt habe, nach den Erfahrungen von einigen vernichtenden Kriegen gegen Deutsachland aber in der jetzigen und wohl auch zukünftigen Lage charakterliche Stärke, Liebe zum Eigenen und "nonviolente" Verteidigungsformen für unabdingbar halte.

"..aufrecht und mannhaft"? Ein Beispiel: Als mein Vater mit 21 Jahren als freiwilliger Fallschirmpionier in Trun am Nordrand des Kessels von Falaise am 13.8.1944 von Kanadiern mit seinen Kameraden an eine Ziegelsteinmauer zum Erschießen aufgereiht wurde, da riß er seine Feldbluse hoch zum Zeichen "nun macht schon" und seine Kumpels taten es auch. Also ich weiß schon....

links ist wo der daumen rechts ist

25. November 2022 10:43

’s ist leider Krieg – und ich begehre, nicht schuld daran zu sein!

 

 

Was die alt- und neurechten kriegsgeilen Kiebitze vergessen:

Krieg ist in erster Linie ein Geschäft – und das beste für diejenigen, die gleich beide Seiten bedienen.

Beispiele muß ich nicht aufzählen.

Ob man dann im Kriegsfall herausragende Charaktereigenschaften wie Kameradschaft oder Loyalität (alles andere Kriegsaffine rückt für mich in Kohlhaas-Nähe) schändet oder gleich den entwerteten Menschen verheizt (Blutsäufer Falkenhayns „Weißbluten“ vor Verdun etc.), ist zweitrangig.

Blinder Gehorsam oder Opfermut gehören nicht dazu. Da waren die Diskussionen bei der Gründung der Bundeswehr (Gehorsam/Tradition und Gewissen) epochemachend.

Krieg sollte immer (analog zum Beispiel der Todesstrafe bei Jünger) eine ausgesetzte Option sein, die Ultima ratio regis; so stand es ja auch auf den Kanonen des Alten Fritz.

„Gott mit uns“ habe ich immer als Seufzer verstanden.

Verfeinerte Kriegskunst ist übrigens Diplomatie, Taktik, Strategie, Rhetorik – manche üben ja hier im Forum fleißig.

Es ginge halt darum, endlich aus der „Totschlägerreihe der Geschichte“ herauszutreten.

Für die immer noch kriegsgeilen Recken einen Lektüretipp:

Arkadi Babtschenko, Die Farbe des Krieges (Rowohlt).

Niekisch

25. November 2022 10:53

@ Sandstein I. und II.: Seltsam, wozu unsere Sezessionsblase" allmählich führt.

"Ich kenne mich gut mit dem Leid, das Kriege schaffen, aus." Bestreite ich das denn? Vielleicht sind sich Ihre Verwandten und mein Großvater, -Sanitäter vor Douaumont-, sogar begegnet, vielleicht hat er im Trichterfeld unter Granathagel sogar versucht, sie zu versorgen, bevor er selber wegen - wie es damals hieß - "nervöser Erschöpfung" zusammenbrach und noch jahrelang zu leiden hatte? 

"Unterschlagen Sie doch nicht meine Worte "vorweg"". Tue ich das? Ich reagierte nur auf Ihre nachfolgende Aussage "Aber: war nicht der Krieg Vater aller Dinge? Sind nicht alle großen Technologie Sprünge auf Kriege zurück zu führen?", indem ich schrieb: Erzählen Sie das einmal dem Landser,.." Was soll daran "pseudodramatisch" sein. Das ist sowohl in der Normandie als auch am Verteidigungsring um Stalingrad passiert. 

"..dennoch bleibe ich dabei, dass der Krieg/Kampf zum Menschen-Dasein dazugehört. Wenn Sie das nicht akzeptieren können," Ich akzeptiere nur nicht, daß zwischen Krieg und Kampf keine Differenz möglich sein soll. Ich vertrete eben in der  h e u t  i g e n Lage "Nonviolence" im Überlebenskampf von uns Deutschen. Damit entfällt auch der Rest Ihrer Vorwürfe.

Old Linkerhand

25. November 2022 12:06

"Nie wieder Krieg!" klingt für mich genauso bescheuert wie mein Plakat "Freiheit für die Negerin Angela Davis, die von angloamerikanischen Imperialisten in Ketten gehalten wird", das ich als Kind malen musste. Bekenntnisse verhindern Erkenntnisse, das unterschreibe ich sofort. Der Krieg braucht Krieger, die aber in unserer Welt immer weniger werden. Schon deshalb sind diese Mafia/Clan-Kriege, wie in Kleinrußland, widerwärtig. Ein Krieger hat 3 Gesichter. Das erste zeigt er der Öffentlichkeit, das zweite ist für seine Familie, aber sein wahres Gesicht versteckt er, so ein japanisches Sprichwort. Die Frage Krieger oder Krämer ist erledigt, es lebe der Konsument! 

 

Niekisch

25. November 2022 12:14

"Ultima ratio regis; so stand es ja auch auf den Kanonen des Alten Fritz."

@ links ist wo der daumen rechts ist 10:43: An diesen Leitspruch hat er sich schon im ersten schlesischen Krieg nicht gehalten.

Und der vielzitierte Clausewitz, so vermute ich ganz stark, würde heutzutage nicht den Krieg als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln für überlebenstiftend ansehen, sondern für das Abschaffen der Politik plädieren, stattdessen den verruchten Begriff der "Volksgemeinschaft" hervorkramen und diese mit den Charktereigenschaften und praktischen Fähigkeiten des Kriegers armieren für das revolvieren der Weltgesellschaft auf deutschem Boden.  

Laurenz

25. November 2022 12:37

@Niekisch @Sandstein

Jeder, der sich in unseren Kreisen mit dem Krieg beschäftigt, wird zwiegespalten sein. Erinnern Sie Sich nur an den Privilegierten HB, welcher per Artikel Seine Zeit bei den Grenztruppen der DDR beschrieb. Auch HB wird in der Retroperspektive einiges anders sehen, als seinerzeit.

Westliche Söldner in asymmetrischen Einsätzen kommen in der Regel gut durch. Aber in der Ukraine, im symmetrischen Konflikt, sieht das ganz anders aus. Die Front sieht zwar nicht aus, wie Verdun, aber über hunderte KM sind die Agrarflächen mit Artillerie-Einschlägen übersät. Artillerie & Drohnen sind die Hauptkampfmittel. Letztere sogar gegen einzelne Soldaten. Da es keine Fernmelder mehr gibt, zerstören die Russen einfach die Energieversorgung der Ukraine. Genügend Generatoren um die Handys der ukrainischen Offizieren zu laden, gibt es in ganz Europa nicht.

Wem tun diese Bilder nicht weh? Das ist kein Spaß, war es nie.

https://southfront.org/ukrainian-army-suffered-heavy-losses-in-battle-for-pavlovka-ugledar-region-videos-18/ oder

https://southfront.org/in-video-18-russian-forces-destroyed-ukrainian-stronghold/

dojon86

25. November 2022 21:08

Der Krieg ist wie der Tod unvermeidbar und gehört zur menschlichen wie auch tierischen Existenz. (Auch Schimpansen kennen ihn) Beide Phänomene werden mit allen Mitteln der menschlichen Intelligenz bekämpft und das ist auch richtig so. Man sollte aber nicht all zu überrascht sein, wenn dieser Kampf immer wieder trotz Teilerfolgen verloren wird und das Ereignis dann doch eintritt. 

Sandstein

26. November 2022 10:42

@Niekisch 

„Ich vertrete eben in der  h e u t  i g e n Lage "Nonviolence" im Überlebenskampf von uns Deutschen.“

Da kann ich nur zynisch antworten mit: viel Erfolg bei Ihrem „Plan“.

Unglaublich, Sie wollen es wirklich nicht begreifen. Okay. 

Niekisch

26. November 2022 10:55

"Der Krieg ist wie der Tod unvermeidbar"

@ dojon86: Daß der Krieg ebenso wie der aufgrund der Evolution biologisch eintretende Tod   u n v e r m e i  d b a r sein soll, ist eine bloße Behauptung, die Sie doch bitte belegen. 

Laurenz

26. November 2022 11:53

@Niekisch @Dojon86 

Daß der Krieg ebenso wie der aufgrund der Evolution biologisch eintretende Tod   u n v e r m e i  d b a r sein soll, ist eine bloße Behauptung, die Sie doch bitte belegen.

Werter Niekisch, die Russen hätten schon Ende der 90er aufgeben, das Land den us amerikanischen Konzernen & Oligarchen überlassen können, anstatt das Land den eigenen Oligarchen zu überlassen. Es ist derselbe Konflikt, dem sich Japan & Deutschland im II. Weltkrieg ausgesetzt sahen. Und wie Fürstin Gloria von T. & T. es ausdrückt, jetzt erwischt uns 70 Jahre nach dem Ende dieses Kriegs der Morgenthau-Plan mit unserer Deindustrialisierung. Die Russen haben aber nicht aufgegeben, die Chinesen schon gar nicht. Spielte sich doch der Chinesische Bürgerkrieg in einer Zeit ab, in dem der Westen logistisch nicht in der Lage war, in China einzugreifen. Die Russen zögerten den Krieg solange hinaus, wie es geopolitisch möglich. Aber der Krieg im Osten war unausweichlich & nicht deswegen, weil die Russen sich diesen gewünscht hätten, gewiß nicht. Die Russen haben sich aber genau überlegt, wie sie diesen Krieg in seinen jeweiligen Eskalationsstufen zu führen gedenken & sich vorbereitet.

https://www.zerohedge.com/geopolitical/escobar-electric-wars

Niekisch

26. November 2022 12:03

"Unglaublich, Sie wollen es wirklich nicht begreifen. Okay."

@ sandstein:  begreife schon, sehe es aber anders als Sie.

RMH

26. November 2022 12:26

@Sandstein,

warum reagieren Sie so verbissen? Krieg als Faktum bestreitet niemand. Aber politisches Engagement war doch noch nie das Abfinden mit den Fakten sondern immer das Bestreben nach Veränderungen oder zumindest das Gestalten der Lage. 

@niekisch dürfte es so ähnlich gehen, wie vielen anderen. Er hat noch genug Kriegsteilnehmer und deren Zustand nach dem Krieg erlebt und ihnen zugehört.

Und ich persönlich halte von allen inneren Bedürfnissen des Menschen, wie bspw. Hunger, Durst, Sex den nach tödlichem Kampf für den, den er am meisten steuern können sollte. Zumal man diese Metauslese der Evolution unter nach wie vor hauptsächlich Männern einmal deutlich einer Kritik auch unter mannesrechtlichen Aspekten unterziehen darf. Die Weiber keifen, sind aber nicht so blöde, sich selber zu dezimieren, schicken Männer vor, labern was von Friedfertigkeit usw., lieben aber dennoch den wehrhaften Mann und kommen im Zweifel - selbst wenn potthässlich - immer zu Kindern. Die Männer finden das System auch noch normal und damit gut. FCK Darwin! Dies nur mal als kleine Provokation zum Nachdenken. Das sind alles genug Punkte, wo ich schon immer gesagt habe, OK, aber nach Möglichkeit ohne mich.

Sandstein

26. November 2022 16:50

@ RMH 

ich reagiere allergisch auf Leute wie Niekisch. 

"Ich akzeptiere nur nicht, daß zwischen Krieg und Kampf keine Differenz möglich sein soll. Ich vertrete eben in der  h e u t  i g e n Lage "Nonviolence" im Überlebenskampf von uns Deutschen. Damit entfällt auch der Rest Ihrer Vorwürfe."

..und damit einfach übergeht, dass er Aussagen dreht und verändert, wie es Ihm passt. Da klappt mir das Messer in der Tasche auf und ich staune immer wieder über diese Art von Chuzpe. Da erwarte ich eine Richtigstellung, und nicht das verbohrte Drüber-hinweg-Diskutieren, als wäre nichts gewesen. 

Im Übrigen sind seine Aussagen einfach Quatsch, aber gut, das ist wohl auch einfach eine Standpunktfrage und ich unterstelle mal, dass Niekisch nicht mehr im Alter zum Kämpfen ist. Das ist in Ordnung, dann aber bitte die Kirche im Dorf lassen.

Gruß zum Wochenende.

Niekisch

26. November 2022 18:19

"jetzt erwischt uns 70 Jahre nach dem Ende dieses Kriegs der Morgenthau-Plan mit unserer Deindustrialisierung."

@ Laurenz 11:53: ...oder, wie mein Vater sagte:" 1946 war die Verurteilung, jetzt erfolgt die Hinrichtung. Wesentlicher aber als die Deindustrialisierung ist die Dehomogenisierung des Volkes.

"der Krieg im Osten war unausweichlich & nicht deswegen, weil die Russen sich diesen gewünscht hätten, gewiß nicht."

Werter Laurenz, denken Sie doch mal darüber nach und vergewissern sich, ob die Sowjetunion auch unter Stalin gegenüber Deutschland wirklich nur auf sich selbst bezogen war, ob man nicht abwartete, bis Deutschland sich im Krieg mit den Westmächten derart schwächt, daß es Rußland wie eine überreife Frucht zur Revolutionierung in die Hände fällt. Der Traum erfüllte sich durch die schnellen deutschen Siege nicht. Die Truppenkonzentration der Roten Armee an der Westgrenze und das Vorgreifen Rußlands im gesamten Ostraum vor dem 22.6.1941 bewogen Hitler, "den schwersten Entschluß seines Lebens" zu fassen und zu verwirklichen.

Laurenz

26. November 2022 18:28

@RMH @Niekisch

Was soll denn an Ihrem Beitrag provokant sein? Im BK-Artikel oben drüber kritisierten die Herren Niekisch & Nath Ihr & mein Frauenbild, ohne aber dagegen irgendwas auf den Tisch zu legen. Natürlich ist es so, wie Sie schreiben. Wenn hier jemand meine Beiträge liest, weiß derjenige auch rudimentär über die Kriegs-Traumata meiner Familie Bescheid, über die ich hier grundsätzlich offen berichtete. Trotzdem ist es auch für mich nicht möglich, den Krieg zu verneinen, zumindest nicht den vaterländischen Krieg. Mein wirklich liebenswerter Großonkel, der jüngste Bruder meiner Oma väterlicherseits, ein Kommunistenbürscherl, war auf Rhodos stationiert, wurde für ein Erschießungskommando für einen Landser eingeteilt, der Bauer von Beruf war & ohne Meldung 3 Tage zu spät aus dem Urlaub kam, weil sich zuhause die Geburt seines Kindes verzögert hatte. Mein Großonkel ging zu Seinem Hauptmann & gestand, daß Er die Erschießung nicht übers Herz brächte. Er hatte Glück, Sein Hauptmann schickte Ihn stehenden Fußes in den Urlaub, um dann zu erleben, wie die JU-52 von den Brownings britischer Jäger in ein Sieb verwandelt wurde, ein weiteres mal riesiges Schwein gehabt.

Sandstein

26. November 2022 19:12

@RMH 

„Die Weiber keifen, sind aber nicht so blöde, sich selber zu dezimieren, schicken Männer vor, labern was von Friedfertigkeit usw., lieben aber dennoch den wehrhaften Mann und kommen im Zweifel - selbst wenn potthässlich - immer zu Kindern. Die Männer finden das System auch noch normal und damit gut. FCK Darwin! Dies nur mal als kleine Provokation zum Nachdenken. Das sind alles genug Punkte, wo ich schon immer gesagt habe, OK, aber nach Möglichkeit ohne mich“ 

Damit haben Sie ganz sicher Recht, ähnliche Gedanken hatte ich auch schon. Aber das sind nunmal die von der Natur bestimmten Rollen. Es geht und ging nie um Fairness oder Gerechtigkeit. Im Übrigen möchte ich nicht monatlich bluten, keine Kraft für nen Kasten Bier haben und mich ständig um mein Aussehen sorgen müssen, das früher oder später eh verwelkt. 
Insofern gibt es da schon eine ausgleichende Gerechtigkeit, ab 30 wird das Leben für Mann schon deutlich besser. Meine beschränkte Wahrnehmung.

dojon86

26. November 2022 19:46

@Laurenz Da brauch ich nichts belegen. Der Mensch, wofern in seinen (auch subjektiven) Interessen bedroht, wird immer, sofern möglich, nach Verbündeten suchen und zur Gewalt greifen. Nur wo er das nicht kann, weil bereits versklavt, wird er das nicht tun. Ein Blick auf das Weltgeschehen beweist das täglich. Für ewigen Frieden ist totale Versklavung notwendig. Vielleicht wird das zur Vermeidung des Atomkriegs einmal ohnehin die einzige Option sein.

dojon86

26. November 2022 21:56

Nachtrag Das Problem ist, ohne Versklavung ist ewiger Frieden unmöglich. Mit ewiger Versklavung ist dauernder Frieden möglich, aber wird es sich dann noch um selbstbestimmte menschliche Individuen handeln. Deshalb habe ich Krieg und Tod als unvermeidlich gesehen, wenn auch als mit allen Kräften zu vermeiden. Denn wenn man beides wirklich für immer verhindern würde, könnte man nicht mehr von Menschen in unserem Sinne sprechen.

dojon86

26. November 2022 22:43

@Laurenz Pardon, mein Posting um 19:46 war eigentlich an @Niekisch gerichtet

@Niekisch 10:55 Beantwortet um 19:46

 

 

 

Eo

26. November 2022 23:35

dojon86    26. November 2022 21:56

Die ewige Versklavung
ist in etwa das, was Nomaden mit ihren Viechern, also ihren Herden machen ...