Faktenlage (21): Wahlanalyse Berlin 2023

Nach der Berliner Wahl sucht die AfD nach ihrer Rolle als rechtskonservative Großstadtpartei.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Nach­dem die AfD 2021 mit 8% ein ent­täu­schen­des Ergeb­nis bei der Abge­ord­ne­ten­haus­wahl ein­fuhr, hoff­te man bei der gest­ri­gen Wie­der­ho­lungs­wahl, min­des­tens im zwei­stel­li­gen Bereich wie­der zu den 14% aus dem Jahr 2016 aufzuschließen.

Grö­ße­re Über­ra­schun­gen wur­den nicht erwar­tet. Zu spe­zi­ell, zu man­nig­fal­tig und unkal­ku­lier­bar sind die Wah­len in einer Haupt­stadt, in der die poli­ti­schen und kul­tu­rel­len Lebens­wel­ten zwi­schen Zen­trum- und Stadt­pe­ri­phe­rie in den Außen­be­zir­ken bereits stark auseinandergehen.

Somit sind am Ende 9,1% gewiss nicht das Ergeb­nis womit die AfD zufrie­den sein konn­te und wel­ches sie sich selbst auch nicht als Ziel­mar­ke gesetzt hat­te. Bezo­gen auf die letz­te Wahl ist das zwar eine Ergeb­nis­stei­ge­rung von 1,1%. Doch die Par­tei hat­te nicht nur ande­re Zie­le (Zwei­stel­lig­keit), son­dern stand unter dem Erwar­tungs­druck , die 6% Ver­lus­te von 2021 wenigs­tens ansatz­wei­se zu neu­tra­li­sie­ren und mit einem deut­li­chen Plus auszugleichen.

Das Hoch im Bun­des­trend der Par­tei (17%) ein­schließ­lich einer für die AfD güns­ti­gen The­men­la­ge in Ber­lin (Sicher­heit, Kri­mi­na­li­tät, Ein­wan­de­rung) nach der Neu­köll­ner Sil­ves­ter­nacht, hät­ten zumin­dest die 10%+X ver­mu­ten las­sen. Selbst der leich­te pro­zen­tua­le Stim­men­zu­wachs wird durch eine um 10% gesun­ke­ne Wahl­be­tei­li­gung am Ende sogar zu einem Ver­lust an abso­lu­ten Stimmen.

Die AfD ver­lor bei den abso­lu­ten Stim­men (außer im nord­öst­li­chen Pan­kow) in allen Wahl­be­zir­ken jeweils 100 bis 1.200 Wäh­ler. Ins­ge­samt hol­te die AfD 2021 noch knapp 145.000 abso­lu­te Stim­men. Jetzt sind es nur noch 137.000.

Wenn die AfD-Spit­zen­kan­di­da­tin Dr. Kirs­tin Brin­ker also am Wahl­abend und in der Pres­se­kon­fe­renz von einer „Sta­bi­li­sie­rung des Wäh­ler­po­ten­ti­als“ spricht, dann ver­kürzt sie dies natür­lich auf einen Betrach­tungs­zeit­raum der letz­ten zwei Jah­re. Das Wäh­ler­po­ten­ti­al soll­te sich bei einer recht jun­gen Par­tei wie der AfD immer noch anhand ihrer frü­he­ren Wahl­er­fol­ge mes­sen las­sen. In die­sem Fal­le von 2016.

Immer­hin konn­ten zumin­dest die zwei Direkt­man­da­te in den bei­den Mar­zah­n­er Bezir­ken durch Jea­nette Auricht und Gun­nar Lin­de­mann gehal­ten wer­den, wobei es auch dort sowohl bei den Erst- und Zweit­stim­men zu leich­ten abso­lu­ten Ver­lus­ten kam.

Aber kom­men wir zum gro­ßen Bild des Wahl­abends: Ber­lin ist schwarz gewor­den. Das dyna­mi­sche Momen­tum für die CDU, wel­ches sich schon in den vor­he­ri­gen Umfra­gen abzeich­ne­te, bestä­tig­te sich auch am Wahl­abend. Mit 28,5% und einem deut­li­chen Plus von über 10% war die CDU ohne Fra­ge der gro­ße Wahl­ge­win­ner des Abends. Bemer­kens­wert ist dabei, dass die CDU dabei offen­sicht­lich von vie­len Wäh­lern als Pro­test­wahl­al­ter­na­ti­ve und Unzu­frie­den­heits­ve­hi­kel gegen­über dem Rot-Rot-Grü­nen (RRG) Senat gese­hen wurde.

Die FDP muss­te mit 4,6% die fünf­te Wahl­nie­der­la­ge in Fol­ge hin­neh­men und schei­ter­te damit auch zum drit­ten Mal an einem Land­tags­ein­zug inner­halb von zwei Jah­ren. Der FDP fehlt inzwi­schen jeg­li­che poli­ti­sche Nischen­struk­tur. Das links­li­be­ra­le Lager wird von SPD und Grü­nen kan­ni­ba­li­siert, in der Mit­te geht man lie­ber zur CDU, und Liber­tä­re zei­gen sich inzwi­schen auch gegen­über der AfD offen. Der größ­te Wahl­ver­lie­rer bleibt jedoch die SPD, die in den Außen­be­zir­ken voll­stän­dig von der CDU geschluckt wur­de und im Zen­trum mit einem ideo­lo­gisch gefes­tig­ten links­grü­nen Milieu kaum mehr kon­kur­renz­fä­hig ist.

 

Der Lei­dens­druck der Ber­li­ner war groß, abzu­le­sen an his­to­risch schlech­ten Zufrie­den­heits­wer­te wie seit 2001 nicht mehr für die Regie­rung und auch die Bür­ger­meis­te­rin. Ab der Neu­köll­ner Sil­ves­ter­nacht konn­te die CDU den Umfra­ge­tur­bo star­ten. Ab dem neu­en Jahr ging es steil berg­auf, wäh­rend die bei­den Platz­hir­sche SPD und Grü­ne des regie­ren­den Senats unter 20% fielen.

Die Wech­sel­stim­mung kün­dig­te sich an. Die AfD konn­te jedoch nur mar­gi­nal und sehr kurz­fris­tig pro­fi­tie­ren von den Neu­köll­ner Ereig­nis­sen pro­fi­tie­ren. Die Christ­de­mo­kra­ten domi­nier­ten das zen­tra­le Heim­spiel-The­ma der AfD (Migra­ti­on) vom Jah­res­wech­sel bis zum Wahl­ter­min mit par­la­men­ta­ri­schen Anfra­gen zu den Vor­na­men der Tat­ver­däch­ti­gen über die „Pascha“- Debat­te bis hin zur klas­si­schen Law-and-Order Inszenierung.

Damit zün­de­te die CDU erst­mals den oppo­si­tio­nel­len Test­bal­lon, vor dem sich die AfD seit dem Antritt von Merz als CDU-Par­tei­vor­sit­zen­der fürch­te­te: eine Uni­on, die zwar ihr links­li­be­ra­les Mer­kel-Erbe objek­tiv nicht abstreift, aber die sich zumin­dest als kon­ser­va­ti­ve Schein­kraft zu insze­nie­ren weiß und damit inner­halb der glei­chen Poten­ti­al­räu­me wie die der AfD operiert.

Auch wenn die AfD zwar kei­ne signi­fi­kan­ten Wäh­ler­mas­sen an die CDU abtre­ten muß­te (mit 5.000 Stim­men hol­te die CDU noch den gerings­ten zuwach­sen­den Block aus dem AfD-Lager), zei­gen doch die Zufrie­den­heits­wer­te, Kom­pe­tenz­pro­fi­le und The­men­la­ge, dass CDU und AfD durch­aus um die Wäh­ler­mas­sen der Ber­li­ner Außen­be­zir­ke kon­kur­rier­ten, denen die Lebens­kul­tur des Stadt­zen­trums zuneh­mend fremd gewor­den ist.

Für bei­de Anhän­ger­schaf­ten spiel­ten Sicher­heit und Ord­nung eine wahl­ent­schei­den­de Rol­le und bei­de Wäh­ler­schaf­ten zeig­ten sich in einer ent­schie­de­nen Ableh­nung gegen­über dem Rot-Rot-Grü­nen Senat. Die CDU leg­te ihre Wahl­kam­pa­gne in einer kla­ren Abgren­zung zum Senat an und setz­te durch­aus auch auf ver­ein­zel­te ideo­lo­gi­sche Kon­fron­ta­ti­ons­in­sze­nie­run­gen, sowohl in der Migra­ti­ons­po­li­tik als aber auch städ­ti­schen All­tags­fra­gen, wie der Verkehrspolitik.

Das traf die AfD emp­find­lich und offen­bart eine struk­tu­rel­le Schwä­che der Par­tei. Dort wo eine Par­tei mit rea­lis­ti­scher Macht­per­spek­ti­ve auf das inhalt­li­che Zen­trum der AfD – näm­lich die Migra­ti­ons­kri­tik – zugreift, gelingt es der AfD nur schwer­lich ein kla­res Kon­trast­bild nach­zu­zeich­nen und Exklu­si­vi­tät aus­zu­strah­len. Frü­he­re Zah­len und Stu­di­en zei­gen, daß die Pro­test­wäh­ler­mo­bi­li­sie­rung der AfD pri­mär ent­lang der Migra­ti­ons­fra­gen verlief.

Das Momen­tum der AfD leb­te von der inhalt­lich deut­li­chen Abgren­zung in der Migra­ti­ons­po­li­tik zu den ande­ren Par­tei­en. Nun mag man ein­wen­den, dass die Uni­on natür­lich kei­ne 180 Grad Wen­de in ihrer Migra­ti­ons­po­li­tik vor­ge­nom­men hat. Es geht aber um die Wahr­neh­mung des Durch­schnitts­wäh­lers und des­sen Wahl­ent­schei­dung ist von man­nig­fal­ti­gen Fak­to­ren wie welt­an­schau­li­chen Über­zeu­gun­gen, Milieu­zu­ge­hö­rig­kei­ten und eben auch tak­ti­schen Erwä­gun­gen geleitet.

Und vor allem das tak­ti­sche Kal­kül war auf das Ziel­sys­tem „Rot-Rot-Grün“ abzu­wäh­len aus­ge­rich­tet. Somit dürf­te ein ideo­lo­gisch eher unge­fes­tig­tes Pro­test­wäh­ler­mi­lieu, die CDU-Wahl als ein­fachs­tes Mit­tel zur Ziel­er­rei­chung betrach­tet haben.

Wie aber kann nun die AfD in einer urba­nen Metro­po­le wie Ber­lin pro­tes­t­ori­en­tier­te Wäh­ler­blö­cke gegen lin­ke Milieus mobi­li­sie­ren, ohne dabei von einer spon­ta­nen rhe­to­ri­schen Auf­rüs­tung und Zuspit­zung aus dem Uni­ons­la­ger aus­ge­sto­chen zu werden?

In der AfD gibt es bereits Dis­kus­sio­nen dar­über, ob die AfD im Wahl­kampf nicht zu hand­zahm und pas­siv auf­ge­tre­ten ist und sich somit die Deu­tungs­ho­heit über die eige­nen Schwer­punkt­the­men hat neh­men las­sen. Zwar ist die Par­tei mit Slo­gans wie „Hart aber gerecht“ auf den Pla­ka­ten auf­ge­tre­ten, aber konn­te dies mit einer eher poli­tisch-inhalt­lich zurück­hal­ten­den Spit­zen­kan­di­da­ten Dr. Kirs­tin Brin­ker kaum in ein kon­sis­ten­tes Gesamt­bild überführen.

Brin­ker scheint sich in der Rol­le als sach­ori­en­tier­te Fach­po­li­ti­ke­rin woh­ler zu füh­len und ist vom Gemüt auch weni­ger die gebo­re­ne Wahl­kämp­fe­rin, die weiß wel­che Tal­king-Points sie set­zen muss, um Nach­rich­ten­wer­te und Schlag­zei­len zu pro­du­zie­ren. Das ist die not­wen­di­ge Per­for­mance-Kri­tik, die sich der Ber­li­ner Lan­des­ver­band wird stel­len müssen.

Den­noch hal­te ich die The­se für gewagt, dass die AfD so schwach abschnitt, weil ihr Auf­tre­ten im Wahl­kampf – inner­halb ihrer Kern­the­men – zu defen­siv und mut­los gewe­sen wäre. Die CDU wird in ihrer Posi­tio­nie­rung kaum als die migra­ti­ons­kri­ti­sche­re Par­tei gegen­über der AfD wahr­ge­nom­men wer­den. Sehr wohl hat­te sie für die­ses The­ma aber das bes­se­re Auf­merk­sam­keits­ma­nage­ment betrieben.

Die Schwä­che lag also offen­sicht­lich in einer aus­blei­ben­den Remo­bi­li­sie­rung des 2016er Poten­ti­als, ein­schließ­lich der aus­ge­las­se­nen Chan­ce, die für sie eigent­lich güns­ti­ge Stim­mungs­la­ge wahl­kampf­tak­tisch rich­tig auszunutzen.

Die AfD ver­lor im Ver­gleich zu 2021 26.000 Leu­te an das Nicht­wäh­ler­la­ger. Nicht­wäh­ler­ver­lus­te deu­ten auf eine man­geln­de Mobi­li­sie­rungs­kraft hin. Aller­dings ist bei der Abge­ord­ne­ten­haus­wahl zu beden­ken, dass bei einer um 10% gesun­ke­nen Wahl­be­tei­li­gung alle Par­tei­en – ein­schließ­lich der CDU – an die Nicht­wäh­ler ver­lie­ren. Somit fällt es umso schwe­rer, beson­ders spe­zi­fi­sche Ursa­chen für die AfD-Ver­lus­te ans Nicht­wäh­ler­la­ger allein zu iden­ti­fi­zie­ren. Den­noch wird bereits heiß spe­ku­liert und natür­lich die The­se des zu defen­si­ven Wahl­kamp­fes bemüht.

Für die Wahl­for­schung sind Nicht­wäh­ler ein Mys­te­ri­um. Es fehlt häu­fig an grö­ße­ren empi­ri­schen Daten­grund­la­gen und Lang­zeit­trends. Eini­ge Grund­re­geln las­sen sich den­noch aufstellen.

  1. Nicht­wäh­ler sind das ganz all­ge­mei­ne Ergeb­nis von fle­xi­bel und dyna­misch gewor­de­ner Par­tei­sys­te­me, die nicht mehr ent­lang robus­ter und fest­ge­bun­de­ner ideo­lo­gi­scher Koor­di­na­ten verlaufen.Nur ca. 14% der Nicht­wäh­ler wer­den laut For­sa Insti­tut auch als „dau­er­haf­te Nicht­wäh­ler“ ange­se­hen. Das heißt jene, die sich aus allen demo­kra­ti­schen Abstim­mungs­pro­zes­sen raus­ge­nom­men haben. Fast die Hälf­te wer­den als „spo­ra­di­sche Nicht­wäh­ler“ ein­ge­stuft, die also bei vor­her­ge­hen­den Wah­len durch­aus wäh­len waren und sich unter bestimm­ten Bedin­gun­gen auch vor­stel­len kön­nen bei einer kom­men­den Wahl abzustimmen.
  2. Nicht­wäh­ler sind durch­aus poli­tisch unzu­frie­de­ner, jün­ger und befin­den sich in ten­den­zi­ell nied­ri­ge­ren sozio­öko­no­mi­schen Statuslagen.
  3. Eine Mehr­heit der Nicht­wäh­ler von 63% ver­or­tet sich in der poli­ti­schen Mit­te. Damit sehen sich Nicht­wäh­ler sogar häu­fi­ger in der poli­ti­schen Mit­te als die Grup­pe der „Wäh­ler“ (54%). Sie sind dabei zu deut­lich gerin­ge­ren Antei­len links der Mit­te und zu ähn­li­chen Antei­len wie die Wäh­ler rechts der Mit­te posi­tio­niert. Bei der Abfra­ge zu poten­ti­el­len Par­tei­nei­gun­gen unter­schei­den sich Nicht­wäh­ler nur unwe­sent­lich von den elek­to­ra­len Ver­tei­lun­gen gegen­über der Grup­pe der Wähler.

Was die Debat­te um die Nicht­wäh­ler prägt, ist die Unge­wiß­heit und ihr spe­ku­la­ti­ver Cha­rak­ter. Will die AfD ernst­haft die Grün­de für ihre eige­nen Nicht­wäh­ler­ab­wan­de­run­gen oder man­geln­den Mobi­li­sie­run­gen ver­ste­hen, muß sie zwangs­läu­fig in die empi­risch gestütz­te Indi­vi­du­al­da­ten­ana­ly­se gehen und dar­aus Mus­ter und Struk­tu­ren model­lie­ren. Dies kann erleuch­ten­de, aber auch bana­le Erkennt­nis­se hervorbringen.

Bei den sozio­öko­no­mi­schen Daten zei­gen sich für die AfD bei der Ber­lin-Wahl kei­ne grö­ße­ren neu­en Beson­der­hei­ten. Die AfD baut wei­ter­hin auf ihrer Kern­struk­tur der Män­ner, Arbei­ter, mit­tel- bis nied­rig Gebil­de­ten und jenen im mitt­le­ren Alter. Bei der Alters­struk­tur konn­te die AfD etwas stär­ker mit +3% bei den Ü60 Jäh­ri­gen zule­gen. Jene Grup­pe die auch maß­geb­lich der CDU den Wahl­sieg besorg­ten. Die ideo­lo­gi­sche Pola­ri­sie­rung in Ber­lin wird durch­aus über Ban­de einer Gene­ra­tio­nen­fra­ge gespielt.

In den hip­pen und jun­gen Life­style Vier­teln von Ber­lin-Mit­te konn­ten die Grü­nen nach 2021 ihren Vor­sprung noch­mals aus­bau­en, wäh­rend sie in den Außen­be­zir­ken teil­wei­se deut­lich ver­lo­ren. Wäh­rend­des­sen zeig­te sich in den Außen­be­zir­ken die Revan­che der im Schnitt älte­ren Ur-Ber­li­ner gegen die lin­ke Trans­for­ma­ti­ons­po­li­tik in ihrer Stadt.

„Dit is halt Ber­lin wa?!“ mögen eini­ge Ein­hei­mi­sche meist in ver­klä­ren­der Absicht zu den Dys­funk­tio­na­li­tä­ten die­ser Stadt sagen. Und ja, Ber­lin ist auch poli­tisch eine beson­de­re Stadt.

Weni­ge Tage vor der Wahl wur­de die AfD im Bun­des­trend bei 17% gemes­sen. Die Migra­ti­on ist zum wich­tigs­ten sozia­len und poli­ti­schen Pro­blem gewor­den und hat laut You­Gov Umfra­ge sogar Kli­ma und Ukrai­ne ver­drängt. Die Ber­li­ner Wäh­ler woll­ten einem lin­ken Senat eine Quit­tung ver­pas­sen. Rechts­kon­ser­va­ti­ve Kern­the­men wie Inne­re Sicher­heit, Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung und Migra­ti­on waren die wich­tigs­ten The­men, in denen die AfD zugleich die stärks­ten Kom­pe­tenz­wer­te hat.

Inter­ne Kon­flikt­li­ni­en inner­halb der AfD kön­nen der­zeit aus der Öffent­lich­keit weit­ge­hend her­aus­ge­hal­ten wer­den und haben kaum mehr ein so gro­ßes Eska­la­ti­ons­po­ten­ti­al wie frü­her. Eine Woche vor der Wahl stieg auf­grund des 10-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums noch­mals die media­le Reso­nanz der Partei.

Trotz die­ser Aus­gangs­be­din­gun­gen schaff­te die AfD kei­ne signi­fi­kan­te Ergeb­nis­stei­ge­rung. Wenigs­tens konn­te man drei neue Man­da­te hin­zu­ge­win­nen. Lang­fris­tig wird sich die AfD-Ber­lin aber Gedan­ken machen müs­sen, wie man als rechts­kon­ser­va­ti­ve Groß­stadt­par­tei grund­sätz­lich und mit wel­chem Iden­ti­täts­pro­fil auf­tre­ten möchte.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (47)

Laurenz

14. Februar 2023 09:04

Es macht halt keinen Sinn, Kandidaten nach Proporz zu suchen. Da jetzt Sicherheit im Wahlkampf angesagt war, hatte die CDU das beste Händchen, einen Mann auszuwählen, der auch als Landser oder us amerikanischer Kuhtreiber durchgehen würde. Da könnte nur eine echte Sirene, wie Meloni, dagegen halten. 
Berlin war in seiner Geschichte als elende Hauptstadt schon immer ein Schmarotzer, der seine Lebenskraft aus den Adern des Reichs oder den Deutschen Republiken saugte. Da sind Bonnie&Clyde-Gaunerpärchen, wie die Giffeys, normalerweise vorne, da man denen am ehesten zutraut, der Berliner Wähler-Saubande weiter das Schmarotzerleben zu Lasten aller Flächenländer zu garantieren. Eine Frau mit echtem Dr.-Titel ist da keine Identifikationsfigur. Die AfD wollte eben mit weiblicher Kompetenz (als ob es sowas geben würde) gegen Rot-Rot-Grün antreten, falsch kalkuliert. Man hätte bei dieser Wahl einen Ex-Polizisten, wie Tim Kellner oder ehemaligen Berufssoldaten gebraucht, der als Feldwebel Steiner alle im Grabenkampf stellt. Aber nachher sind wir alle schlauer.

RMH

14. Februar 2023 09:51

Vielen Dank für die wieder gute Analyse. Ich interpretiere das Ganze so, dass die AfD mit dem Berliner Ergebnis zufrieden sein kann. Glückwunsch an die Spitzenkandidatin. Seit dem guten Ergebnis 2016 unterliegt die AfD einer Art Dauerbeschuss und hat es, wenn man anderen Analysen trauen darf, dennoch zu einem recht treuen Wählerstamm geschafft, der Ergebnisse um 10% absichert.9,1 sind in diesem Rahmen. Nach den von Fiß präsentierten Daten sind die Nichtwähler jünger und offenbar wurde die Wahl einmal mehr von Wählern Ü50 entschieden. Dort war diesesmal nicht Fundamentalprotest angezeigt, man wollte ernsthaft jemand Anderen im Rathaus regieren sehen. Bei so einer Stimmung und demographischen Ausgangslage von Wählerschichten, die überwiegend keinen Frieden mit der AfD gemacht haben, ist das Einfahren der Stimmen des "treuen Kerns" schon eine Leistung und eine gute Bestätigung für die AfD.

tearjerker

14. Februar 2023 10:01

Schwarz darf diesmal also Opposition mit 28% spielen. Immerhin ging der noch vor 15 Jahren lila geführte Wahlkreis 2 in Mitte an die Union, grün könnte grau werden. Schwarz/lila/blaue Bündnisse lauern auf lokaler Ebene und darüber hinaus. Die Zweitstimmen sammelten 2016 noch grösseres Protestpotential ein, das zu 2%+ von Parteien wie Basis, FW, Tierschutz eingesammelt wird. Mit Kranzniederlegungen neben den falschen Leuten gewinnt man die Unionsbasis im alten Westen eher nicht. Ob dadurch in den Hochburgen mit Direktmandat bei einer unterdurchschnittlichen Wahlbeteiligung mehr Leute gezogen als im Westen verloren werden bleibt offen. Nicht das eigene Stimmenpotential gegen sich selbst polarisieren. Wieviele ehemalige blaue Wähler sind nach 2016 verstorben?

Karl Otto

14. Februar 2023 10:15

Könnte es evtl.sein, dass das realtiv schlechte Abschneiden der AfD mit ihrer Position zum Krieg in der Ukraine  und zu Putin zu tun hat?
Ich habe auch einge male AfD gewählt und werde das in Zukunft nicht mehr tun, weil ich keine Putin-Unterstützer wählen möchte.
 

Phil

14. Februar 2023 10:42

Möglicherweise sind es auch eher die älteren Wähler, die taktisch wählen?
Jedenfalls, wenn die CDU offensiv auftritt, und die AfD deshalb noch einen draufsetzt, besteht dann nicht die Gefahr, Wähler abzuschrecken? Wer Sicherheit und Ordnung will, will auch Seriosität und nicht Krawall? Die Lösung dieses Dilemmas geht vielleicht in die Richtung, dass man die CDU attackiert, stellt, entlarvt.

Daniel Fiß

14. Februar 2023 10:55

Wenn ein Wähler zwischen CDU und AfD abwägen müsste, glaube ich kaum, dass die CDU als die "härtere" Anti-Migrationspartei wahrgenommen wird. Die AfD wird auch in der Gesamtwählerschaft schon immer eng mit ihrem einwanderungskritischen Profil verknüpft. Diesen Markenkern wird ihr die Union auch nicht streitig machen können. Wenn sich aber der Wahlprotest mit echten Regierungswechselwillen verknüpft, reicht es bei der Union offenbar schon aus mit leichten Akzentuierungen die AfD zu neutralisieren oder klein zu halten.

Adler und Drache

14. Februar 2023 10:58

@Karl Otto:
Sie wollen also keine Putin-Unterstützer wählen. Okay. Das habe ich schon öfter gehört. Das verstehe ich nicht, könnten Sie mir das erklären?
Was mich sehr interessiert: Dafür sind Sie bereit, Ihr eigenes Land vor die Hunde gehen zu lassen? Sie werden auf einer Müllkippe stehen, aber fröhlichen Muts und guten Gewissens, weil sie keine Putin-Unterstützer gewählt haben? Hier werden Menschen abgeschlachtet, aber es ist erstmal wichtiger, die richtigen Duftmarken Richtung Russland zu setzen? 
Nur, damit wir uns recht verstehen: Auch ich ärgere mich über die Putin-Liebäugelei von Leuten wie Bystron, Tillschneider u.a. Aber sind Ihnen da die Prioritäten nicht doch ein bisschen sehr durcheinandergekommen? 

Uwe Lay

14. Februar 2023 11:05

Oppositionsparteien gleichen in einem Wahlkampf einer Fußballmannschaft, die das Hinspiel verloren hat und nun im Rückspiel angreifen muß, um noch siegen zu können. Gegen den Amtsbonus hilft nur ein Angriffswahlkampf, den die CDU auch erfolgreich führte, es sei an die Debatte um die verschwiegenen Vornamen erinnert, den aber die AfD nicht führte. "Wir sind brav, lieb und seriös", wählt uns!",das reicht nicht. Zudem schneidet die AfD wohl in allen westdeutschen Großstädten schlecht ab, weil sie keine Antwort auf das dringliche Problem des zu Wenig an Wohnungsraum und der Wuchermieten aufweist; hier wird die Partei ein Opfer ihres Wirtschaftsliberalismus, der in dieser Causa kläglichst versagt.

Franz Bettinger

14. Februar 2023 11:38

@Karl Otto: Wer von der AfD aus welchen Gründen auch immer zu einer anderen Partei wechselt, hebt den durchschnittlichen IQ beider Parteien. Ist also irgendwie in Ordnung. 

Mitleser2

14. Februar 2023 12:09

@Uwe Lay: Solange potentielle AfD-Wähler so kritisch mit den Positionen der Partei umgehen, wird das nichts. Den einen ist sie zu russophil, den anderen nicht russophob genug. Den einen zu wirtschaftliberal, den andern zu solidarpatriotisch. Wenn man überhaupt wählt, gibt es in D nun mal nur EINE Alternative. Die Wähler der Grünen haben offensichtlich überhaupt kein Problem damit, dass die Partei jetzt kriegsgeil ist. 

RMH

14. Februar 2023 12:12

Am wie auch nimmer gearteten "Putinismus" (man beachte bitte die Anführungszeichen), den ich bekanntermaßen nicht teile, mache ich meine Wahlentscheidung für die AfD nicht fest, solange über dieses Ost-West Ding die Partei nicht zu sehr gespalten und am Ende gesprengt wird. Der "Putinismus" von Teilen der AfD ist doch Recht erkennbar zu einem guten Teil oppurtunistischen Gründen geschuldet. In den neuen Ländern ist die AfD stark genug, um auch in den Bereich des Verlassens der Opposition zu kommen. Da macht es Sinn, alles rein zu werfen und man umgarnt eben die Druschba- Sozialisierten entsprechend (versucht der Kretschmer von der CDU ja auch). Die Frage ist eben nur, wie die AfD hier den Spagat hinbekommt. Im Herbst sind in Bayern LT-Wahlen. Kann mir nicht vorstellen, dass im einstmals AfD- starken Niederbayern jemand irgendwas mit so einem Druschba- Ossi-Hautgout zu tun haben will.

Laurenz

14. Februar 2023 12:31

@Karl OttoKönnte es evtl.sein, dass das relativ schlechte Abschneiden der SPD, FDP & Grünen mit ihrer Position zum Krieg in der Ukraine  und zu Selenskyj, wie Biden zu tun hat?

Beobachter

14. Februar 2023 12:46

Zeigt sich hier nicht gerade exemplarisch das große Dilemma, in dem sich die AfD befindet?
Aufgrund des von den anderen Parteien beschlossenen Verbots der Zusammenarbeit hat defacto jede Stimme für die AfD das bestehende Linksbündnis gestärkt. Viele konservative Wähler, die eine tatsächliche Veränderung der Verhältnisse in Berlin wünschen, haben dies sicher bei ihrer Wahlentscheidung bedacht.
insofern ist das Wahlergebnis der AfD durchaus als respektabel zu bewerten.
(Mit einem ähnlichen Wahlergebnis für die AfD ist wohl auch bei der anstehenden Landtagswahl in Bayern zu rechnen; hier dürften allerdings die freien Wähler profitieren.)
 

MarkusMagnus

14. Februar 2023 12:49

@ Karl Otto  Ohne Hilfe von Aussen werden wir uns nicht befreien können. Im Moment finanziert Putin nur. Es gibt für Putin gute und böse Nazis. Der NPD Mann der 2015 nach Russland eingeladen wurde war auch ein Guter. 

Volksdeutscher

14. Februar 2023 13:15

Das Problem konservativer Parteien in Großstädten ist alt und allgemein bekannt. In solchen Orten leben entwurzelte Menschen, losgerissen von Kultur und Identität. Der Fremde ist für sie keine Störung, sie sind sogar als "Bereicherung" willkommen. Solche Leute mit konservativen Werten anzusprechen ist daher äußerst schwierig.
Ein Vergleich: Die aggressive ungarische linksliberale Partei, SZDSZ (Bündnis Freier Demokraten) konnte nur in Budapest Wahlerfolge erreichen, sie kamen dort sogar über die Fünf-Prozent-Hürde, was ausreichte, um an die Macht zu kommen und im Bündnis mit den "Sozialisten" eine verheerende volk- und staatzersetzende Politik zu betreiben. 
Die AfD hat es daher nicht einfach. Selbst über die Sicherheitspolitik sind Leute in Großstädten schwer zu erreichen. Es dürfte an ihrer schwachen nationalen Identität liegen, die im Wege steht, Wandel und Wende in ihrem Denken zu bewirken.

BasedGermany

14. Februar 2023 13:25

Seit der Wahl 2016 sind nun auch schon wieder 7 Jahre vergang. So dürften zum Einen einige AfD Wähler aus Berlin rausgezogen sein. Die Identifikation mit der Stadt betrug in einer Umfrage letztens nur 28% !, die nächst geringste Identifiakation wiesen die Unionswähler mit 60% aus.Gleichzeitig werden Wähler aus dem rechtskonservativen Milleu wohl deutlich seltener nach Berlin ziehen, als solche aus dem linksliberalen Spektrum. Zudem spielen auch Einbürgerungen eine massive Rolle, welche ebenfalls vor allem Parteien Links der Mitte wählen.
Somit hat sich die Wählerzusammensetzung in den letzten 7 Jahren massiv verändert.
Ein weiterer Faktor war, dass 2016 die Union sowohl im Bund als auch in Berlin regiert hat, 2023 findet sie sich hingegen beide Male in der Oppositionsrolle wieder. Zudem konnte die Union wahrscheinlich auch deswegen erfolgreich das Protestpotential für sich gewinnen konnte, da die Berliner Union neben dem irren R2G Senat für den einfachen Wähler einen starken Kontrast darstellt, der gleichzeitig im Ggs. zur AfD eine realistische Chance auf Regierungsbeteiligung hat. 

Laurenz

14. Februar 2023 13:55

@Beobachter
hat defacto jede Stimme für die AfD das bestehende Linksbündnis gestärkt.
Da steckt man nie drinne. Bei der vorletzten Landtagswahl im Saarland wurde AKK Ministerpräsident, weil die AfD mit 6% in den Landtag kam. Ohne daß, hätten die Sozialdemokraten den MP gestellt.

Mitleser2

14. Februar 2023 14:36

@RMH/Beobachter: Bayern ist für den Westen aber immer noch völlig untypisch. SPD 9-10% (außerhalb der Städte kaum mehr vorhanden). AfD bei 10% wie 2018. Freie Wähler 10%. CSU um die 40%. Nennenswerte Opposition nur Die Grünen mit 18%. Grüne/SPD/Linke gerade mal 30%. Insofern ist Bayern ja richtig "rechts".  Aber die AfD natürlich trotzdem chancenlos irgendwo mitzuwirken. Wenn überhaupt, wird das vorläufig nur im Osten gehen. Trotzdem meine ich, dass die AfD-Wähler weniger kritisch mit ihrer Partei umgehen sollten.

Sandstein

14. Februar 2023 14:40

"@Karl Otto: Wer von der AfD aus welchen Gründen auch immer zu einer anderen Partei wechselt, hebt den durchschnittlichen IQ beider Parteien. Ist also irgendwie in Ordnung."
Einfach stark - den merk ich mir hihi 🤭

Karl Otto

14. Februar 2023 16:22

Adler und Drache@ Ich frage mich halt, warum die AfD im Bezug auf die Ukraine die gleiche Position vertritt wie die Linke, und warum das Migrations- bzw. Sicheheitsthema (für das die AfD ja eigentlich steht) der CDU viel stärker zu gute gekommen ist?
 

MarkusMagnus

14. Februar 2023 16:56

Mich interessiert wieso ausgerechnet in Pankow die AFD so viele neue Stimmen bekommen hat, während in allen!! anderen Bezirken die AFD Stimmen verloren hat. Jemand eine Idee? Oder was ist da passiert? Das sollte man mal genauer analysieren.

Der_Juergen

14. Februar 2023 17:07

@Bettinger
Köstlich, wie Sie den unsäglichen "Karl Otto" abgekanzelt haben!
@Markus Magnus
"Es gibt für Putin gute und böse Nazis."
Stimmt; der Begründer der Gruppe Wagner (der heute beim jetzigen Chef der Gruppe, Prigoschin, als Chefkoch angestellt ist) ist überzeugter Nationalsozialist. Natürlich ist Putin nicht so blöd, Menschen, die nicht nur das Maul aufreissen, sondern wirklich für Russland kämpfen, aus ideologischen Gründen zurückzuweisen.  Das Moskauer Gejammer über den "Nazismus" in der Ukraine ist schlicht lächerlich, wenn man sich vor Augen führt, welche des Nazismus gänzlich unverdächtige ethnische Minderheit dort eine Unzahl von Schlüsselpositionen einnimmt, und zwar vor allem seit dem Putsch von 2014.
Auf seinen fremdsprachigen Portalen lobt Moskau die Gegner des Corona-Schwindels und des Impfterrors über den grünen Klee, doch im eigenen Lande hat es selbst Corona-Terror betrieben. Und während es Gegner der kulturfremden Masseneinwanderung im Westen mit Lob bedenkt und die "multikulturelle" Katastrophe in Westeuropa immer wieder ins Rampenlicht rückt, öffnet es seine eigenen Grenzen sperrangelweit und lässt Millionen muslimischer Zentralasiaten ins Land.

Laurenz

14. Februar 2023 17:43

@Karl Otto @Adler & Drache
Die Bundesregierung unterstützt Saudi-Arabien mit Waffen, welches, wie Putin in die Ukraine, illegal im Jemen einmarschiert ist. Können Sie uns diese Haltung erklären? https://www.ohne-ruestung-leben.de/nachrichten/article/bundesregierung-genehmigt-neue-ruestungsexporte-nach-saudi-arabien-527.html

Le Chasseur

14. Februar 2023 17:56

@Mitleser2
"Bayern ist für den Westen aber immer noch völlig untypisch. SPD 9-10% (außerhalb der Städte kaum mehr vorhanden). AfD bei 10% wie 2018. Freie Wähler 10%. CSU um die 40%. Nennenswerte Opposition nur Die Grünen mit 18%. Grüne/SPD/Linke gerade mal 30%. Insofern ist Bayern ja richtig "rechts"."
Die CSU ist doch nicht rechts.

Mitleser2

14. Februar 2023 18:23

@Le Chasseur: Deswegen hab ich's ja in Hochkommas geschrieben. 
Aber mal ernsthaft: Trotz aller berechtigten Kritik an der heutigen CSU würde Deutschland besser dastehen, wenn überall im Westen ähnlich gewählt werden würde. Ich wähle ja selber AfD, aber ich sehe auch die Unterschiede zu anderen Bundesländern. Die bayerische Verwaltung (außer Stadt München, klar warum) funktioniert immer noch fast reibungslos. Ich kann immer noch nicht verstehen, wie Baden-Württemberg so woke werden konnte.

Leander

14. Februar 2023 18:49

Die Berliner, die noch einen Rest von Bürgerlichkeit zeigen und denen die Zustände in Berlin über die Hutschnur gehen, haben in der Hoffnung auf einen Wandel (viele vielleicht auch einfach aus Protest) halt CDU gewählt. Die AfD ist für die meisten dieser Wähler sowieso ein No Go und dazu wissen sie, dass eine Stimme für die AfD eine verlorene ist, da die AfD so oder so oder so nicht in eine "Gestaltungsposition" kommen würde. Die AfD hängt an ihren Kernwählern um die 10% fest. Diese Lage ist für die AfD in Berlin nun für weitere fünf Jahre festgeschrieben. In Bayern wird es im Herbst nicht viel anders laufen.
 

MarkusMagnus

14. Februar 2023 18:51

@Der_Juegen So ganz schlau werde ich aus Putin auch nicht. Aber das liegt daran das er wahrscheinlich Sun Tzu gelesen hat. Täuschen und unberechenbar sein. Zu der Corona-Sache habe ich eine VT. Nichts abgedrehtes. Was wenn die nächste Pandemie echt ist bzw. es um echte tödliche Krankheiten geht?  Dann haben sie uns. 
 

Ordoliberal

14. Februar 2023 20:18

@Uwe Lay
Habe ich das richtig verstanden? Die Wohnungsnot in Berlin ist die Folge des Wirtschaftsliberalismus von RRG? Ich dachte immer, die machen Planwirtschaft. Oder glauben Sie, die staatliche Wohnraumbewirtschaftung funktioniert besser, wenn AfD-Politiker sie steuern?
@Laurenz
Einen authentischen Ex-Soldaten, Ex-Polizisten oder Großstadt-Cowboy wie Trump hätte ich auch gern mal als Spitzenkandidaten der AfD. Ich gebe zu, dass ich einen blauen Berliner Osten, der sich hinter einem anti-grünen Populisten versammelt, großartig fände. Aber ob es der Sache dienen würde? Irgendwann muss es ja doch zu einer Koalition mit der CDU kommen. Anders geht es nicht.
@RMH
Also ich kann beim besten Willen nicht sehen, dass die AfD mit dem Ergebnis zufrieden sein kann.
Und ja: Ich glaube, dass die pazifistische, um nicht zu sagen: libertäre Haltung der AfD zum Ukrainekrieg der Partei kurzfristig schadet. So wie ihre libertäre Einstellung zu Masken, Lockdowns und Impfungen ihr kurzfristig geschadet hat. Langfristig setzt sie in beiden Fällen jedoch auf das richtige Pferd. Wer nationale Souveränität will, kann sich nicht zum nützlichen Idioten des state departments, der CIA oder der WHO machen lassen.

Laurenz

14. Februar 2023 21:17

@Ordoliberal @Uwe LayOder glauben Sie, die staatliche Wohnraumbewirtschaftung funktioniert besser, wenn AfD-Politiker sie steuern? Ja, dann werden deutsche Familien mit Kindern bevorzugt, Illegale abgeschoben & die Halblegalen überprüft. Schon hat man genügend Wohnraum.
@L.Irgendwann muss es ja doch zu einer Koalition mit der CDU kommen. Anders geht es nicht. Woher wollen Sie das wissen? Man kann in jedem Bundesland den Schmerzpegel der Bürger sehen. Die CDU kommt, wenn, dann als Juniorpartner in Frage.
@RMHlibertäre Haltung der AfD zum Ukrainekrieg der Partei kurzfristig schadet. Es hat RGR vielmehr geschadet, gegen Putin zu sein.
@MarkusMagnus @Der_Jürgen
Was wenn die nächste Pandemie echt ist bzw. es um echte tödliche Krankheiten geht?  Dann haben sie uns. Sie haben uns schon immer mit der ewigen Pandemie der Blödheit, Amen.
@LeanderDie AfD ist für die meisten dieser Wähler sowieso ein No Go und dazu wissen sie, dass eine Stimme für die AfD eine verlorene ist. Ohne echte Opposition ist jeder Parlamentarismus verloren.

Franz Bettinger

14. Februar 2023 22:42

Neulich schrieb (hier?) einer an die Adresse von Anti-AfD-lern (verfranzelt):  
Welcher Programm-Punkt der AfD ist denn so schlimm?  Kriminelle Asylanten auszuweisen? Eine Grenze zu fordern, die D nicht zum Sozialamt der Welt macht? Volksabstimmungen? Abschaffung der GEZ? Kritik an der EU-Diktatur? Und an der Klimalüge? Verschlankung der Parlamente? Die Reduzierung der Parteien-Finanzierung?  Oder die Versöhnung mit Russland? Raus aus der Ukraine (wie vorher schon raus aus Syrien, aus Mali, aus Afghanistan)? Diese Programm-Punkte sind nur für Leute schwer zu ertragen, die ein Problem mit einer souveränen selbstbewussten Gesellschaft haben, und natürlich für linksgrüne Parasiten. 
Gegen die einzige Opposition im Land stemmt sich der gesamte Mainstream: alle etablierten Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Unis, Schulen, NGOs, Redaktionen, Künstler*innen und Bordelle. Das ist die Bagage, die dieses Regime stützt. Wenn das keine faschistoide Gleichschaltung ist, was dann?!
Aus Walddorf-Schulen und Vereinen schmeißt man die AfD-ler Kinder raus. Das ist die 'gute alte' Sippenhaft von Nazis und Roten! - Nein, ihr seid nicht links. Ihr seid politisch zu ungebildet, um überhaupt irgendwas zu sein. Ihr seid nur eins: feige Opportunisten! Von den meisten Kämpfern gegen Rechts würde man nicht die Nasenspitze sehen, wenn sie Nachteile davon hätten. ff

Franz Bettinger

14. Februar 2023 22:49

ff
Für die Linken und Grünen und meine Ex-Freunde, die's immer noch nicht kapiert haben: Faschismus ist kurz gesagt die Verehrung des starken Staates, F. ist Gleichschaltung und der Wille zur absoluten Kontrolle. Das ist nicht westlich und nicht östlich, das gab's und gibt's in RUS, in China wie in USA. Das Gegenteil von Faschismus heißt: Freiheit. Nein, nicht die antiautoritäre und nicht die liberale und nicht die libertäre Variante, sondern die wohl verstandene, die ihre Grenzen kennt. Der Begriff, den ich ins Zentrum Rechten Denkens stellen würde, ist seltsamerweise das Wort Freiheit. Ja. 
Was das etablierte System so wütend & intolerant macht? Die AfD! Dass sich diese Alternativen auf Dauer in den Parlamenten breit gemacht haben & Staatsknete abgreifen, die nach dem Verständnis der Berufs-Gauner doch nur ihnen zustehen, das ist der Nagel in deren Arsch! Das bringt sie zur Weißglut. Aber, liebe Freunde, habt keine Angst! Wir haben einen unschlagbaren Verbündeten, die Wirklichkeit, und von der gibt es in Zukunft immer mehr. Nomaské! 

Franz Bettinger

14. Februar 2023 23:07

@MarkusMagnus fragt sich, wieso in Pankow die AfD viele neue Stimmen bekommen hat, während sie in allen anderen Bezirken Stimmen verloren hat. Jemand eine Idee? - Ja, ich: In Pankow waren die Wahlfälscher schwächer. Was glauben Sie, wie die Wahlergebnisse (auch im restlichen D, Frankreich, den USA, überall eigentlich) ohne Wahlfälschung aussähen? Ha! Das wird von vielen anscheinend immer noch völlig ausgeblendet, obwohl es das zentrale Thema sein müsste. (Auch die Umfragen werden natürlich im Vorfeld schon gefälscht.) 

anatol broder

14. Februar 2023 23:40

@ franz bettinger 22:49 ¶ enthält die «wohl verstandene» freiheit, «die ihre grenzen kennt», auch eine aufhebung des hanfverbots? wenden wir die antwort auf die berliner wahl an.

heinrichbrueck

14. Februar 2023 23:56

@ Laurenz / "Ohne echte Opposition ist jeder Parlamentarismus verloren."Diese Demokratie zerstört das Volk, mit oder ohne "echte Opposition". Opposition als Alibi, Wahlen als unmoralische Angebote, damit die Regierung nicht richtig arbeiten muß. Es liegt schon in der Voraussetzung, Politiker als wertlose Centbeträge zu sehen. Leicht ersetzbar, in welcher Beziehung auch immer. Vertrauen in Centbeträge. Die Beträge wechseln sich ab, je nach Stimmung und Weltfunktion. 

Adler und Drache

15. Februar 2023 03:02

@Laurenz: Wieso soll ich die Haltung der Bundesregierung erklären? Kann ich nicht, will ich nicht. 

Franz Bettinger

15. Februar 2023 08:15

@Anatol: Ich bin für die komplette Freigabe von Hanf, THC..., ja sogar für die Freigabe von Opium. Opium senkt übrigens - anders als C2H6OH (aka Alkohol) und Nikotin - die Lebenserwartung nicht. Ich bin überhaupt für die Abschaffung der meisten Verbote, Gebote, Regularien, einschließlich vieler Verkehrszeichen. 

Sandstein

15. Februar 2023 09:51

Zum Thema Pankow:
Habe lange für die AfD gearbeitet und das ist schon nen Weilchen her aber der Bezirksverband Pankow war immer gut organisiert und aufgestellt, dazu sehr aktiv und örtlich sichtbar. Auch ist es so, dass Pankow wenig bis garnicht gentrifiziert ist. Das mag eine Erklärung sein..

Volksdeutscher

15. Februar 2023 10:24

Die ungarische Mi Hazánk Mozgalom (MHM) hat der Alternative für Deutschland zu ihrem Ergebnis bei den Berliner Nachwahlen am 12. Februar 2023 gratuliert. Gunnar Norbert Lindemann (AfD-Berlin) hat Ungarn auf Einladung von MHM bereits mehrfach besucht: Unter anderem nahm er an der Veranstaltung der Magyar Sziget / Internationaler Runder Tisch in Ásotthalm teil und war Redner auf dem Kongress der MHM im Jahr 2022. Im Februar 2022, in der Woche vor den Wahlen, schickte die MHM ein Wahlkampfteam in den Berliner Bezirk Marzahn, um den Wahlkampf der örtlichen Kandidaten zu unterstützen, wo am 12. Februar zwei Einzelsiege errungen wurden. Die MHM freut sich, daß ihre Mitglieder an der erfolgreichen Kampagne und den Einzelerfolgen der AfD teilhaben konnten. Ihre Zusammenarbeit werden sie unvermindert fortsetzen, da die AfD und die MHM ähnliche Grundsätze und politische Ansichten haben, die beiden politischen Kräfte seien daher natürliche Verbündete, heißt es in einer Erklärung der Partei.

Hajo Blaschke

15. Februar 2023 10:33

@ Der_Juergen  Das Verbreiten von Systemlegenden über die Ukraine, Russland und Putin ist einfach lachhaft. Ich stelle mal ohne weiteren Kommentar einen Beitrag zum Nazismus in der Ukraine ein:
https://www.anti-spiegel.ru/2023/keine-nazis-selensky-benennt-ukrainische-brigade-nach-nazi-einheit/

heinrichbrueck

15. Februar 2023 13:11

@ Hajo Blaschke"Früher oder später wird der Wunsch zu kotzen übermächtig, und man fängt an, sich darüber lustig zu machen, dass mit so grenzenloser Güte und Geduld nicht einmal der liebe Gott mithalten kann." - https://nuada1111.home.blog/2023/02/13/gedanken-zum-ukraine-krieg-teil-5-wir-mussen-diesen-armen-menschen-helfen/  

tearjerker

15. Februar 2023 15:26

@Bettinger: Die vorsätzliche Wahlfälschung in Berlin 2021 lag nicht auf Wahllokal-Ebene. Bei über 42000 Wahlhelfern wäre das kaum zu organisieren, wenn man die ordnungsgemässe Wahl selbst schon nicht auf die Kette bekommt. Vor-Ort-Probleme 2021 traten in erster Linie durch Mängel in der Organisation der Wahl auf. Echte Fälschung fand dann auf Ebene der Wahlleitung statt, die die Ergebnisse dort wo Unregelmässigkeiten auftraten manuell anpasste. Daraus ergibt sich neben der Frage nach rechtlichen Konsequenzen für die Akteure die Frage inwieweit das bereits in der Vergangenheit der Fall war und wie man die Blackbox besonders im Hinblick auf den Umgang mit der Briefwahl sowie möglicher Kontrollverfahren öffnet um Betrügereien zu begrenzen.

tearjerker

15. Februar 2023 16:06

@MarkusMagnus: Die Alternative verliert bei den Zweitstimmen im Vergleich zu 2016 überall deutlich und gewinnt im Vergleich zu 2021 überall nur ein wenig hinzu. Sie ist im ehemaligen Ost-Berlin am Stärksten und gewinnt dort nahezu überall deutlicher als im alten Westen hinzu (ohne dass Pankow herausragt), wobei die Zugewinne in der Summe um die 1% liegen, in den Hochburgen etwas mehr und ansonsten darunter. Im Westen ragen die Hartz4-Hochburgen Spandau und Reinickendorf heraus. Es wird gut sichtbar, dass die Alternative von der Abgrenzung zu den im Westen vorherrschenden Bindungen und dem "Kleine-Leute"-Milieu lebt. Ob es eine Suche nach einer Rolle als rechtskonservative Partei überhaupt gibt, steht in Frage. Die Wachstumsperspektiven sind mit dem Berliner Ergebnis abgesteckt.

Der_Juergen

15. Februar 2023 20:01

@Hajo Blaschke
Ich bin, wie hier alle wissen, dezidiert prorussisch, aber prorussisch heisst nicht, die Propaganda der Moskauer Staatsmedien unkritisch nachzubeten.  Sie müssten doch kapieren, dass das Benennen von Strassen nach irgendwelchen Bandera-Leuten oder das Märchen von den "grossen Ukren" lediglich dazu dient, die ukrainischen Nationalisten für das Regime zu gewinnen.  Wenn die "Nazis" in der Ukraine so gefährlich wären, wie die Kremlpropaganda tut, würde der kriminelle Oligarch Benjamin Kolomoiski das Bataillon Azow schwerlich bewaffnen. Tun Sie doch nicht so, als wüssten Sie nicht, was auch jüdische Quellen nicht verhehlen, nämlich dass Poroschenko und Yazeniuk ebenso Juden sind wie Selenski, Groissmann, Julia Timoshenko oder der eben zurückgetretene Kiewer Verteidigungsminister. Die Liste liesse sich verlängern. Ich weise noch darauf hin, dass der "Neonazi" Jarosch vom "Rechten Sektor" sich Ende Februar 2014 mit dem israelischen Botschafter in Kiew traf , wobei die gemeinsame Einrichtung einer Hotline zur Meldung antisemitischer Zwischenfälle beschlossen wurde,

Hajo Blaschke

16. Februar 2023 09:40

Der_Juergen  Dem Artikel aus dem antispiegel ist nichts hinzuzufügen. Für Sie als dezidiert prorussischen Kremlgegner kann das Propaganda sein. Wer die Uklraine aus den letzten Jahren kennt, weiß, dass es die Wahrheit ist. Und allein aus diesem Grund ist der Krieg Russlands gegen die NATO, den die NATO durch Abschlachten eines großen Teils der Ukrainer führt, kein Krieg, mit dem Deutschland irgendetwas zu tun hat. Die Oligarchen, die sich die Ukraine als Ausbeutungsobjekt unter den Nagel gerissen haben, sind alle nicht nur korrupt sondern kriminell und nur Rinat Achmetow gehört nicht dieser Volksgruppe an. Und der Grund für die Situation in der Ukraine ist, dass die US-Westküstenmafia die Ukraine als Schlachtfeld gegen Russland beherrschen will. Mit Verwendung ethnischer Ukrainer als Staatslenker wäre es niemals soweit gekommen, wie es sich heute darstellt.
Karl Otto  Wenn man wie Chrupkalla Blumen am Gedenkmal für die Befreier Berlins zusammen mit dem russischen Botschafter niederlegt, tut man das nicht mit einem falschen Botschafter und Putin-Versteher. Nach dieser Lesart wäre Otto von Bismarck wohl auch ein Putin-Versteher.

anatol broder

16. Februar 2023 12:06

@ franz bettinger 8:15
ich kenne die wissenschaflichen befunde über das tetrahydrocannabinol (thc). sie stehen im widerspruch zu dessen einstufung im deutschen betäubungsmittelgesetz. nehmen wir an, die afd hätte vor der berliner wahl ein wissenschaftliches gutachten vorgelegt, das die schädlichkeit von thc richtigstellt, was die freigabe des hanfs nach sich ziehen müsste. welche auswirkung hätte die forderung der afd auf die wahlergebnisse?

anatol broder

16. Februar 2023 12:36

@ der_juergen 20:01 
«tun sie doch nicht so, als wüssten sie nicht, was auch jüdische quellen nicht verhehlen, nämlich dass poroschenko und yazeniuk ebenso juden sind.»
@ hajo blaschke 9:40
«wer die uklraine aus den letzten jahren kennt, weiß, dass es die wahrheit ist.»
der blinde und der taube streiten sich über theater. ich liege am boden.

Der_Juergen

16. Februar 2023 20:26

@Anatol Broder
Ausser "geistreichen Schwiemeleien" (Schopenhauer?) habe ich von Ihnen auf diesem Blog kaum je etwas gelesen.  Vielleicht am ehesten noch die mit Beispielen untermauerte Widerlegung von Hajo Blaschkes Behauptung, wer Russisch beherrsche, verstehe automatisch auch Ukrainisch. 

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