Netzfundstücke (152) – AfD, Kästner, Solidarität

Die Gründer packen aus.

»Zuneh­mend radi­kal«, »eine moder­ne rechts­extre­me Par­tei«, »ein Zom­bie, der immer wie­der auf­steht« oder »Ver­rot­ten von unten«, anläß­lich des 10jährigen Bestehens der erfolg­reichs­ten bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei­neu­grün­dung rechts der Mit­te wur­de viel geschrie­ben, vor allem viel Erwartbares.

Geschei­ter­te Par­tei­grö­ßen der Anfangs­jah­re wur­den aus dem Hut gezau­bert, die in ihrem gekränk­ten Ego ger­ne als Gewährs­män­ner für die unauf­halt­ba­re Ein­bräu­nung der Alter­na­ti­ve für Deutsch­land auf­tra­ten. »Rechts­extre­mis­mus­exper­te« spiel­ten ihre alte Lei­er ab: »gesi­chert rechts­extrem«, »völ­kisch« etc.

Und vom »Rechts­extre­mis­mus­for­scher« Gideon Botsch durf­ten wir erfah­ren, daß Götz Kubit­schek vom neu­rech­ten Insti­tut für Staats­po­li­tik bei der Bun­des­wehr gelernt habe, wie man Pro­pa­gan­da­pro­zes­se steue­re, womit er zum media­len Erfolg der AfD bei­tra­ge – so weit, so skur­ril, so vorhersehbar.

Zwi­schen all die­sem Rau­schen aus jour­na­lis­ti­scher Mit­tel­mä­ßig­keit ver­mag der­weil ein Bei­trag her­aus­zu­ste­chen: eine zwei­stün­di­ge Doku des Doku­men­tar­fil­mers Simon Brück­ner. Nicht, weil Brück­ner das Rad neu erfin­det, oder neue Erkennt­nis­se zur AfD zuta­ge för­dert, son­dern weil er sich im Stil des »Direct Cine­ma«, den Prot­ago­nis­ten sowie der Par­tei als Gesam­tes nähert.

»Aus der rei­nen Beob­ach­tung, ohne eine Kom­men­tie­rung aus dem Off, ent­wirft der Doku­men­tar­fil­mer ein ein­drück­li­ches Gesamt­bild,« beschreibt 3sat Brück­ners Film und sei­ne Ein­zig­ar­tig­keit gegen­über allen ande­ren Mach­wer­ken, die das BRD-Fern­se­hen zur AfD bis­her her­vor­ge­bracht hat.

Brück­ner wag­te, wovor es den meis­ten deut­schen Jour­na­lis­ten graut: kei­ne erzie­he­ri­sche Ein­ord­nung, kei­ne Deu­tung des Gezeig­ten, statt des­sen ste­hen die Par­tei und ihre Poli­ti­ker für sich selbst. Logi­scher­wei­se sind auch Brück­ners Bil­der einer Aus­wahl unter­zo­gen und die AfD-Poli­ti­ker sich der ein­ge­schal­te­ten Kame­ra bewußt, den­noch liegt mit Eine deut­sche Par­tei das sehens­wer­tes­te Stück Film des deut­schen Fern­se­hens zur Par­tei vor.

Hier ein­schal­ten:

EINE DEUTSCHE PARTEI


Am Mitt­woch, den 1. März, schlos­sen Sezes­si­on-Chef­re­dak­teur Götz Kubit­schek und IfS-Lei­ter Dr. Erik Leh­nert die Rei­he ihrer Lite­ra­tur­ge­sprä­che mit der Bespre­chung des Schrift­stel­lers Erhart Käst­ner für die­sen Win­ter ab.

Der heu­te unbe­kann­te­re der bei­den, nicht mit­ein­an­der ver­wand­ten Käst­ners ist vor allem für sei­ne Betrach­tun­gen Grie­chen­lands bekannt, die er als Wehr­macht­sol­dat wäh­rend sei­ner Sta­tio­nie­rung auf der ägäi­schen Halb­in­sel von 1941 bis 1944 verfaßte.

Ölber­ge, Wein­ber­ge: Ein Grie­chen­land-Buch sowie Kre­ta: Auf­zeich­nun­gen aus dem Jah­re 1943 sind in die­sem Zusam­men­hang zu nennen.

Für alle, die das Gespräch ver­paßt haben. Hier nachsehen:

Alle im Buch­han­del erhält­li­chen Käst­ner-Wer­ke erhal­ten Sie natür­lich wie immer direkt hier, bei Antaios.


Jeder Fall, bei dem der Ein­Pro­zent-Soli­fonds tätig wer­den muß, ist einer zu viel: Der Scha­den, der durch Dif­fa­mie­rung oder Gewalt ent­stan­den ist, kann mit Geld meis­tens nicht voll­stän­dig wie­der­gut­ge­macht, aber immer­hin etwas abge­dämpft werden.

So bedau­er­lich jeder die­ser Vor­fall ist, bei dem der Soli­fonds ein­springt, zeigt es, das unser Milieu zuneh­mend dazu in der Lage ist, Angrif­fe von außen aus eige­ner Kraft abzu­fe­dern und den Betrof­fe­nen den benö­tig­ten Rück­halt zu bieten.

Ohne Fra­ge ist der Fonds eines der wich­tigs­ten Pro­jek­te, die das Bür­ger­netz­werk die letz­ten Jah­re auf den Weg gebracht hat. Der aktu­el­le Fall, bei dem der Fonds ein­springt, zeigt, daß es nicht immer lin­ke Gewalt oder Dif­fa­mie­rungs­kam­pa­gnen sein müs­sen, die patrio­ti­sche Akti­vis­ten oder Poli­ti­ker tref­fen, son­dern auch Migrantengewalt.

Den bru­ta­len Angriff auf der eige­nen Abitur­fei­er wird der jun­ge patrio­ti­sche Akti­vist wohl nie ver­ges­sen. Als der Zwan­zig­jäh­ri­ge in Dort­mund von einem Mit­schü­ler der Gesamt­schu­le beschimpft, bedroht, getre­ten und bewusst­los geschla­gen wur­de, gab es nur einen Grund für die­se Tat: das poli­ti­sche Enga­ge­ment des jun­gen Deut­schen für die AfD. Die­ser Ein­satz für sein Land reich­te dem aggres­si­ven Ara­ber aus, um einem Anders­den­ken­den zwei Zäh­ne auszuschlagen.

Der Paläs­ti­nen­ser, der als Gast eines Abitu­ri­en­ten vor Ort war, beläs­ti­ge sein spä­te­res Opfer zuerst auf der Fei­er, ver­fol­ge es dann auf den Park­platz und griff dann fron­tal mit Trit­ten und Schlä­gen an. Spä­ter flüch­te­te der ange­trun­ke­ne Migrant mit einem Auto von Tat­ort, um der anrü­cken­den Poli­zei zu ent­kom­men. Doch außer einer Straf­an­zei­ge und einer kur­zen Sus­pen­die­rung in der Schu­le hat sich bis­her wenig getan. Des­we­gen haben wir geholfen.

Kon­kret hat der Soli­fonds den Dort­mun­der Jung­po­li­ti­ker wie folgt unterstützt:

Der Soli­fonds hat den jun­gen Mann mit 724,78 Euro für die Wie­der­her­stel­lung sei­ner Zäh­ne unter­stützt. Zudem hel­fen wir dem Dort­mun­der zivil­recht­lich gegen den bru­ta­len Ara­ber vor­zu­ge­hen. Bis­her hat der Soli­fonds 1.877,09 Euro vor­ge­streckt, um einen Anwalt mit der Sache zu betrau­en. Der kri­mi­nel­le Migrant soll mer­ken, dass er sich in die­sem Land nicht alles unge­straft erlau­ben kann.

Hier geht es zum gesam­ten Bericht von Ein­Pro­zent zu die­sem bru­ta­len Angriff.

Sie sehen, der Soli­fonds greift und leis­tet das, wofür er ins Leben geru­fen wur­de. Damit er das auch wei­ter und in noch grö­ße­rem Umfang voll­brin­gen kann, ist er auf Ihre Unter­stüt­zung angewiesen:

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Kommentare (7)

Volksdeutscher

5. März 2023 16:25

Plakat: "Integration braucht Leitkultur." Das könnte auch von der FDP sein, ist es wahrscheinlich auch und zwar noch aus Westerwelles Zeit. Aber wozu braucht die AfD Integration von Ausländern, wenn sie deren Import samt dem Volksaustausch ablehnt und sogar Kampagne für deren Repatriierung betreibt? Da weiß die linke Hand wieder einmal nicht, was die rechte tut.

Gracchus

5. März 2023 19:41

Das Kästner-Gespräch: sehr anregend. Ich fand die Stundentrommel-Lektüre beeindruckend, und bzgl. Aufstand der Dinge muss ich Kubitschek bestätigen. Kästners Vorliebe für Klee teile ich. Am besten im Gespräch die Passage über Resignation und Kulturkritik.
Irritierend: Enzensbergers Anspielungen auf Kästners erotische Vorlieben ("Jünglinge") in "Überlebenskünstler". 
Mein Wunsch-Kandidat: Joseph Roth.
 
Kositza: Jaaa! Dazu müßte allerdings Lichtmesz ins Boot.

RMH

5. März 2023 21:31

Stellt bitte ne Büchse am Sommerfest auf, damit man halbwegs anonym in bar spenden kann, danke.

Nemo Obligatur

6. März 2023 08:23

Nochmal zu Kästner.
Das war ein sehr interessantes Gespräch. Gerade, weil Kästner weitgehend der Vergessenheit anheimgefallen ist. Wobei es andererseits bemerkenswert ist, wie viele seiner Bücher noch lieferbar sind. Vielleicht profitiert er da von der offenbar anhaltenden Verwechselung mit dem "anderen Kästner"?
Die Schnellrodaer Literaturgespräche sind eben dadurch wertvoll, auch solche Schriftsteller dritten Ranges mal zu beleuchten. Ich meine das keineswegs abwertend, sondern eher in dem Sinne, welche Schätze da noch zu heben sind. So wie es derzeit ist, etwa die Hälfte der Namen weithin bekannt, die andere nicht, ist es doch eigentlich ganz gut.

herbstlicht

6. März 2023 10:29

Auch Fundstück:  schwedische Medien schreiben seit ein paar Tagen, daß die Übersterblichkeit in Schweden 2020--2022 niedriger war als in jedem anderen europäischem Land; siehe etwa https://omni.se/anders-tegnell-om-svenska-pandemiutfallet-ganska-bra/a/2BjQBa  (Der Übersetzer deepl liefert eine gut brauchbare Übersetzung; SvD ist eine konservative Tageszeitung, SCB das schwedische Amt für Statistik)

Laurenz

6. März 2023 16:55

@RMHStellt bitte ne Büchse am Sommerfest auf, damit man halbwegs anonym in bar spenden kann, danke.
Das ist immer problematisch. Nachher hängen da dann 2 Büchsen. Drücken Sie das Geld doch einfach einer Person Ihres Vertrauens in die Hand. Bin, als Chaot, grundsätzlich mit meinen Sezessions-Abo-Zahlungen zu spät dran. Aber ich überweise dann einfach etwas mehr, eben das, was ich mir leisten kann. 
@Nemo ObligaturVielleicht profitiert er (Kästner) da von der offenbar anhaltenden Verwechselung mit dem "anderen Kästner"? ...... Mag sein. Aber entgegen der Verlautbarung sind die beiden Kästners natürlich miteinander verwandt, wahrscheinlich sogar näher. Wir Mitteleuropäer sind alle miteinander verwandt. Würden wir alle das so wahrnehmen, wären wir als Volk vielleicht schon etwas weiter gekommen. 
 

RMH

6. März 2023 22:57

@Laurenz,
Ja, so eine Art Hawala-System für Deutsche ist sicher nicht verkehrt.
@Film "Eine deutsche Partei"
Konnte den Film noch nicht sehen, aber Heft 112 der Sezession ist für geschichtliche Betrachtungen auf jeden Fall zu beachten. Fakt ist, dass es nie eine rein liberal-konservative AfD gab und sehr schnell "patriotische Kräfte" mitgespielt haben. Wie auch immer man das bewerten mag. Das Urteil im zweiten NPD Verbotsverfahren lieferte jedenfalls die Argumentationsschablone für eine rechtliche Verfolgung bis weithin ein in Kreise, die man früher noch eher bei der CSU eingeordnet hätte. Dieses Urteil wurde zum Fluch für die AfD. Man kann es nicht oft genug erwähnen.

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