Weltverfassung ohne Macht – Alfred de Zayas im Gespräch

SEZESSION: Sehr geehrter Herr Professor de Zayas, die Ostsee ist ein militärisch hervorragend überwachtes Meer.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die­se Über­wa­chung ist, seit in der Ukrai­ne Krieg geführt wird, lücken­los. Hal­ten Sie es den­noch für mög­lich, daß man nicht auf­klä­ren kann, wer für die Spren­gung der Nord-Stream-Pipe­lines ver­ant­wort­lich ist?

DE ZAYAS: Natür­lich kann man das auf­klä­ren, und man hat es auf­ge­klärt. Ame­ri­ka­ner, Nor­we­ger, Schwe­den wis­sen wohl, wer ver­ant­wort­lich ist. Natür­lich waren es wir, die Ame­ri­ka­ner, die die­se inter­na­tio­na­le ter­ro­ris­ti­sche Akti­on durch­füh­ren konn­ten, und es sogar vor­her ange­kün­digt hat­ten. Das Mär­chen von der arm­se­li­gen pro-ukrai­ni­schen Grup­pe, die mit einer Segel­yacht von Deutsch­land aus in See stach, um Nord Stream zu spren­gen, ist so lächer­lich wie die Stra­te­gie von Vic­to­ria Nuland, jede Betei­li­gung der USA zu leug­nen – si fecis­ti nega!

Die Dar­stel­lung von Sey­mour Hersh ist kohä­rent und gibt Anlaß für eine inter­na­tio­na­le Unter­su­chung, die durch die UN orga­ni­siert wer­den soll­te. Zunächst soll­ten die UN (und Deutsch­land!) ver­lan­gen, daß Schwe­den sei­ne Infor­ma­tio­nen ver­öf­fent­licht, denn es geht nicht nur um Schwe­den oder um Nord Stream, son­dern um einen ter­ro­ris­ti­schen Akt gegen eine bedeu­ten­de zivi­le Infra­struk­tur. Es geht um einen Kriegs­akt gegen Deutsch­land und Ruß­land, um eine ver­bo­te­ne Anwen­dung von Gewalt im Sin­ne des Arti­kels 2 (4) der UN-Charta.

Hier wur­de gegen das 1988 ver­ab­schie­de­te Über­ein­kom­men zur Bekämp­fung wider­recht­li­cher Hand­lun­gen gegen die Sicher­heit der See­schif­fahrt ver­sto­ßen, auch gegen die 1997 ver­ab­schie­de­te „Inter­na­tio­nal Con­ven­ti­on for the Sup­pres­si­on of Ter­ro­rist Bom­bings“, die ter­ro­ris­tisch moti­vier­te Bom­ben­at­ten­ta­te zu kri­mi­nel­len Akten erklär­te. Die in Wien ansäs­si­ge Unter­ab­tei­lung zur Ver­hü­tung von Ter­ro­ris­mus soll­te eben­falls den Fall untersuchen.

Die­se Unter­ab­tei­lung gehört zum Büro der Ver­ein­ten Natio­nen für Dro­gen­kon­trol­le und Ver­bre­chens­ver­hü­tung (UNDCP). Es ist an der Zeit, daß der UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res eine Unter­su­chung im Sicher­heits­rat und in der Gene­ral­ver­samm­lung ver­langt, denn es geht um einen Bruch des Frie­dens im Sin­ne des Arti­kels 39 der UN-Charta.

SEZESSION: Sie gehen also davon aus, daß das, was der Jour­na­list Sey­mour Hersh recher­chier­te, zutrifft: daß näm­lich die USA ver­ant­wort­lich sei­en für die Zer­stö­rung der Pipe­lines. Sie gehen aber wei­ter und rei­hen die­se Akti­on ein in eine Ket­te von ver­tusch­ten Lügen, die Kon­flik­te ver­schärf­ten und zu Krie­gen führ­ten – Sad­dam Hus­s­eins ver­meint­li­che Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen und die Kata­stro­phen­be­rich­te über ser­bi­sche Greu­el­ta­ten im Koso­vo gehö­ren dazu. War­um funk­tio­niert so etwas immer wieder?

DE ZAYAS: Schon davor gab es Lügen, etwa die Reso­lu­ti­on „Gulf of Ton­kin“ vom 7. August 1964, die es Prä­si­dent Lyn­don B. John­son ermög­lich­te, den Krieg in Viet­nam aus­zu­deh­nen. Es gab Lügen vor dem Krieg gegen den Irak 1991, vor und wäh­rend des Krie­ges gegen Muammar al-Gad­da­fi und gegen Baschar al-Assad sowie auch vie­le ande­re Fal­se-Flag-Aktio­nen, vor allem gegen Regie­run­gen in Latein­ame­ri­ka und Afrika.

Lei­der ver­tu­schen unse­re Mas­sen­me­di­en die­se – oder sie ver­su­chen, unse­re Ver­bre­chen zu recht­fer­ti­gen. Schließ­lich sind wir Ame­ri­ka­ner per Defi­ni­tio­nen „die Guten“. Das könn­te dann auch eine Erklä­rung sein, war­um es immer wie­der funk­tio­niert: Wir sind sehr geschickt dar­in, unse­re Pro­pa­gan­da nicht als Pro­pa­gan­da erschei­nen zu las­sen, son­dern als die ver­ant­wor­tungs­be­wuß­te Aus­sa­ge einer ver­ant­wor­tungs­be­wuß­ten, „guten“ Macht.

SEZESSION: Gibt es Natio­nen, die ehr­li­cher agie­ren, und Epo­chen, in denen weni­ger gelo­gen wurde?

DE ZAYAS: Schwer zu sagen. Ich bin kein Nost­al­gi­ker und bewun­de­re nie­man­den. In Ame­ri­ka hat­ten wir eini­ge eini­ger­ma­ßen ehr­li­che Prä­si­den­ten, Jim­my Car­ter bei­spiels­wei­se, aber wir wis­sen, daß die Poli­tik kei­ne sehr sau­be­re Ange­le­gen­heit ist. Viel­leicht gab es eini­ge ruhi­ge Peri­oden unter Kai­ser Franz Joseph von Österreich …

SEZESSION: In einem jüngst ver­öf­fent­lich­ten Text stel­len Sie den Skan­dal um die „Pen­ta­gon Papers“ als Blau­pau­se vor. Es ging damals um die Fra­ge, ob die Ver­öf­fent­li­chung von 7000 Sei­ten gehei­mer Doku­men­te zum Viet­nam­krieg Lan­des­ver­rat sei – oder eine legi­ti­me Auf­de­ckung. In den Papie­ren ging es um die bewuß­te Täu­schung der Öffent­lich­keit, deren Zustim­mung zum Krieg mit­tels Pro­pa­gan­da her­bei­ge­führt wor­den war. Sie stel­len die Fra­ge, war­um man aus dem dama­li­gen Skan­dal und den Gerichts­ur­tei­len zur Pres­se­frei­heit nichts gelernt habe. Stel­len Sie sich die­se Fra­ge wirklich?

DE ZAYAS: Ja, das tue ich bewußt. Drin­gend brau­chen wir eine Char­ta der Rech­te der Whist­le­b­lower, damit wir erfah­ren, was unse­re Regie­run­gen in unse­rem Namen tun. Ich hal­te Juli­an Assan­ge und Edward Snow­den für Hel­den unse­rer Zeit. Sie ver­wirk­li­chen, was uns Arti­kel 19 des UN-Pakts über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te verspricht:

Jeder­mann hat das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung; die­ses Recht schließt die Frei­heit ein, ohne Rück­sicht auf Staats­gren­zen Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken­gut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunst­wer­ke oder ande­re Mit­tel eige­ner Wahl sich zu beschaf­fen, zu emp­fan­gen und weiterzugeben.

Man muß sich Infor­ma­tio­nen beschaf­fen, denn die Regie­run­gen lügen – und unse­re Lügen- und Lücken­pres­se, ein­schließ­lich der New York Times und der Washing­ton Post, erwies sich als Echo­kam­mer der Regie­rung. Die Geheim­hal­tung ist eben eine Vor­aus­set­zung für Ver­bre­chen und den skan­da­lö­sen Umstand, daß Ver­bre­chen auf Staats­ebe­ne unge­sühnt blei­ben. Dar­um müs­sen wir Trans­pa­renz und Rechen­schaft von unse­ren Regie­run­gen und Insti­tu­tio­nen verlangen.

Die Demo­kra­tie funk­tio­niert nur, wenn die Bür­ger frei­en Zugang zu Infor­ma­tio­nen haben. Also, wie Imma­nu­el Kant es ver­lang­te – sape­re aude! Wir müs­sen den Mut haben, uns unse­res eige­nen Urteils­ver­mö­gens zu bedienen.

SEZESSION: Ihr Men­schen­bild ist sehr opti­mis­tisch! Gegen die­sen Opti­mis­mus in Sachen gesun­der Men­schen­ver­stand lie­ßen sich die Erkennt­nis­se der Mas­sen­psy­cho­lo­gie ins Feld füh­ren: Mas­sen nei­gen zu Hys­te­rie und Leicht­gläu­big­keit, sind also mani­pu­lier­bar und zugleich Trei­ber erreg­ter spek­ta­ku­lä­rer Politik.

DE ZAYAS: Die Mas­sen sind wohl so. Schon Juli­us Cae­sar schrieb in sei­ner Abhand­lung Über den Bür­ger­krieg: “quae volu­mus, ea cre­di­mus liben­ter – wir glau­ben eben, was wir glau­ben wol­len.” Noch ärger bei Augus­ti­nus: “mun­dus vult deci­pi – die Welt will betro­gen werden.”

Gewiß. Aber da gibt es auch ande­re intel­lek­tu­el­le Instan­zen, etwa John Mears­hei­mer, Jef­frey Sachs, Ste­phen Kin­zer, Richard Falk, Dan Kova­lik und natür­lich Noam Chom­sky, die uns ande­re Per­spek­ti­ven ver­mit­teln. Das Pro­blem liegt woan­ders – bei den Lügen­me­di­en. Man muß sich end­lich davon befrei­en und sich ver­läß­li­che­re und voll­stän­di­ge­re Infor­ma­tio­nen besor­gen, bei Ihnen etwa in der Welt­wo­che, bei uns bei Gray­zo­ne, Demo­cra­cy Now, The Real News Net­work, Push-Back usw.

SEZESSION: Letzt­end­lich lau­fen Ihre For­de­run­gen bezüg­lich Trans­pa­renz dar­auf hin­aus, daß es ein inter­na­tio­na­les Regu­la­tiv zum Gewalt­mo­no­pol der Groß­mäch­te gebe. Aber: Wer Macht hat, ent­zieht sich die­sem Kon­sens ja gera­de. Sie haben lan­ge genug bei den Ver­ein­ten Natio­nen gear­bei­tet: Gibt es eine rea­lis­ti­sche Chan­ce, eine inter­na­tio­na­le Rechts­ord­nung auf­zu­bau­en, wenn schon bis­her bei­spiels­wei­se die USA wesent­li­che Erklä­run­gen und Ver­ein­ba­run­gen nicht rati­fi­ziert haben, son­dern sich ihre impe­ria­len Son­der­rech­te vorbehalten?

DE ZAYAS: Die UN-Char­ta ist und bleibt eine Art Welt­ver­fas­sung – aller­dings tat­säch­lich ohne Macht. Mein Land, die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, meint immer noch, es sei die Num­mer eins, und so ver­lan­gen wir Son­der­rech­te für uns. Anstel­le einer UN-Char­ta wol­len wir unse­re eige­ne regel­ba­sier­te Welt­ord­nung, wobei wir damit unse­re Regeln mei­nen, Regeln, die wir sel­ber auf­ge­stellt haben und der Welt aufzwingen.

Aller­dings befin­det sich Ame­ri­ka auf dem abstei­gen­den Ast. Täg­lich ver­lie­ren wir Freun­de auf der gan­zen Welt, in Asi­en, Afri­ka und Latein­ame­ri­ka. Unse­re „Alli­ier­ten“ sind eher Vasal­len, kei­ne ech­ten Freunde.

Ich fra­ge mich: Wann wer­den die Deut­schen end­lich begrei­fen, daß die Ver­ei­nig­ten Staa­ten kein Freund Deutsch­lands sind oder je waren? Wil­son war nicht ger­ma­no­phil, Har­ding, Coo­lidge, Hoo­ver, Roo­se­velt, Tru­man, Eisen­hower usw. auch nicht. Als wir Deutsch­land mit dem Mar­shall-Plan unter­stütz­ten, geschah es aus eige­nem Inter­es­se. Eigent­lich war die ame­ri­ka­ni­sche Hal­tung dem Mor­genthau-Plan näher, aber die reel­le Bedro­hung durch Sta­lin hat uns nolens volens zu Ver­tei­di­gern West­deutsch­lands gemacht.

Dies war Real­po­li­tik zu unse­ren Guns­ten. Zwar haben die Deut­schen zeit­wei­lig davon pro­fi­tiert, aber heu­te spren­gen wir deut­sche Pipe­lines und scha­den Deutsch­lands Wirt­schaft. Wir ver­kau­fen unser unöko­lo­gisch geschürf­tes Gas zu aben­teu­er­li­chen Prei­sen an die Deut­schen, und sie müs­sen es kau­fen. Wann wer­den die Deut­schen end­lich eine eige­ne Poli­tik ent­wi­ckeln? Wann wer­den sie eine eige­ne Sou­ve­rä­ni­tät auf­bau­en? Da bin ich nicht optimistisch.

Scholz und Baer­bock sind fei­ge, inkom­pe­ten­te, erbärm­li­che Figu­ren – Gestal­ten direkt aus Speng­lers Unter­gang des Abend­lan­des.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (102)

t.gygax

21. März 2023 15:16

Der letzte Satz ist großartig. 

Majestyk

21. März 2023 15:29

Der eigentliche Skandal ist doch nicht die Pipelinesprengung, sondern der Grund für deren Bau. Um den Deutschen den Ausstieg aus der Kernenergie und den Abschied von heimischer Kohle schmackhaft zu machen setzte man auf eine einzige Karte, Gas von einem nicht alliierten Staat. Man braucht kein Transatlantiker zu sein um nachvollziehen zu können, daß dies Unmut und Mißtrauen hervorruft. NS2 sollte ja keinen Energiemix ermöglichen, sondern Deutschland und mit ihm Teile Westeuropas von russischem Gas abhängig machen. Hätte ich aus amerikanischer Sicht auch nicht geduldet. Vor allem wüßte ich mal gerne inwieweit die Abhängigkeit bei der Energieversorgung Deutschlands Souveränität stärken soll, ist wohl so wie Industrieverlagerungen nach Fernost, die angeblich deutsche Arbeitsplätze sichern. Bei der Art und Weise wie im wiedervereinigten Deutschland Innen-, wie auch Außenpolitik betrieben werden ist es doch kein Wunder, wenn den Deutschen bald gar niemand mehr vertraut. Nicht mal die Deutschen vertrauen der deutschen Politik.
Auch wenn ich eine Minderheitsmeinung vertrete, das Zeitgeschehen erklärt sich aus dem inneren Zustand der USA, aber auch aus erneuten deutschen Sonderwegen. Im Übrigen reden nur Kommunisten von Menschen als Massen, statt Individuen. 

eike

21. März 2023 15:47

"...und natürlich Noam Chomsky, die uns andere Perspektiven vermitteln."
Chomsky natürlich nicht.
Abgesehen von gelegentlicher, lauwarmer Verteidigung der Palästinenser vermittelt Chomsky keinerlei andere Perspektiven als die mainstream Presse. Er liegt bei allen kontroversen Themen - insbesondere 9/11 - voll auf Regierungslinie, insbesondere auf der israelischen.
Im Übrigen fehlt in der Aufzählung mindestens Tucker Carlson.
 

MarkusMagnus

21. März 2023 15:50

Interessant ist die Aufzählung der US-Präsidenten. Ich bin auch der Meinung das der einzige US-Präsident der germanophil war von Deutschenhassern erschossen wurde. Die Nennung hört vorher auf. 

Majestyk

21. März 2023 15:52

"Weltverfassung ohne Macht"
Und das ist richtig so. Traue keinem Globalisten, gleich welcher Farbe und Herkunft. Nur weil die Amerikaner die Bösen sind, sind die anderen nicht die Guten. Das ist weder ein Märchen, noch ein Western. Es gibt keine Guten und Bösen, es gibt nur Interessen. Deutsche Interessen werden nicht von Amerikanern vertreten, dafür braucht es keine Theorien, das ist logisch. Deutsche Interessen werden aber auch nicht zwangsläufig durch Anti-Amerikaner vertreten, erst recht nicht die Interessen der arbeitenden deutschen Bevölkerung, die gerne ohne Bevormundung wirtschaftlich prosperieren möchte. 
War die Politik von Adenauer oder Strauß etwa falsch, nur weil diese tansatlantisch war? Wirklich gute Politik ist Realpolitik und die ist immer ideologiefrei. 
 

das kapital

21. März 2023 15:56

Ohne Lügen keine Kriege und keine Herrschaft.//Aber auch das zivile Leben läuft nicht ohne ab.//Wenn du deinen Kollegen und Freunden und Verwandten stets erklärts "Hey Alter du bis hässlich und stinkst aus dem Hals", dann setzt es gelegentlich ein paar harte Worte und ein paar Maulschellen.//Bei Macchiavelli heißt es, der Fürst müsse ein großer "simulatore et dissimulatore" sein, also ein großer Vortäuscher und Heuchler. //Er müsse sich darauf verstehen, Dinge als real erscheinen zu lassen, die nicht real sind ( "die Rente ist sicher" [aber ob Sie noch mehr als einen Laib Brot dafür bekommen, können Sie nicht wissen]).//Ebenso aber müsse er sich darauf verstehen Dinge als irreal erscheinen zu lassen, die real sind. "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten." "Die USA haben Nordstream nicht weggesprengt. Das war eine Segelyacht mit ukrainischer Besatzung."//US-Amerika betreibt unverschämten Machtmissbrauch zu Lasten Deutschlands und Europas. Amerika regiert, Deutschland krepiert.// Weil aber die Führungselite in der EU und in Deutschland ganz und gar transatlantisch arbeitet , werden die europäischen Völker ganz und gar von der Macht ferngehalten.

Le Chasseur

21. März 2023 16:04

"Mein Land, die Vereinigten Staaten, meint immer noch, es sei die Nummer eins, und so verlangen wir Sonderrechte für uns. Anstelle einer UN-Charta wollen wir unsere eigene regelbasierte Weltordnung, wobei wir damit unsere Regeln meinen, Regeln, die wir selber aufgestellt haben und der Welt aufzwingen."
Und zwar Regeln, an die sich die USA selber nicht halten müssen. Die Verlogenheit der Amis in drei Schlagzeilen:
Joe Biden begrüßt Haftbefehl gegen Putin
Amerika verhängt Sanktionen gegen Chefanklägerin des Haager Strafgerichtshofs
US-Kongress droht Niederlanden mit Invasion
Zumindest im Guardian stellt man die richtigen Fragen: Wieviele von denen, die Putins Verhaftung fordern, waren an dem illegalen Angriff auf den Irak beteiligt?

Gotlandfahrer

21. März 2023 16:13

Danke, gut, so ein Interview mir dieser präzisen Aussage zur "Freundschaft" hier zu lesen.  Der deutsch-amerikanische Kontext, den der stolze Patriot hierzulande gern nur als schädliche Nebenbedingung berücksichtigt, kann nicht überschätzt werden. Die erbärmlichen Figuren sind eben nicht Folge des Untergangs, sondern Folge der Beherrschung durch die USA und somit Sekundärursache des Untergangs. Angesichts dessen verdienten globale Vorgänge wie die BRICS-Dymanik aber auch anscheinsbasierte Spekulationen zu inneramerikanischen Frontstellungen in Militär und Agenturen noch mehr Beachtung, da dies alles nicht ohne Auswirkung auf die für Deutschland relevanten Machtstrukturen ist und sein wird. 

Mitleser2

21. März 2023 16:22

@Majestyk: Der Skandal bleibt die Sprengung, nicht ein vermeintlich deutscher Sonderweg. Die USA waren z.B. jahrzehntelang vom saudischen Öl abhängig. 

Le Chasseur

21. März 2023 16:28

@eike
"Im Übrigen fehlt in der Aufzählung mindestens Tucker Carlson."
Wobei der natürlich auch mal auf der anderen Seite stand. Kürzlich nannte Carlson seine Verteidigung des Irak-Krieges als seinen größten Fehler. Zum Thema Massenmedien sagte er: "Wir sollten sie mit der allergrößten Verachtung behandeln, denn sie haben es verdient"

Majestyk

21. März 2023 16:42

Als neutraler Beobachter könnte man auf die Idee kommen, die Deutschen hätten in den letzten Jahrzehnten versucht einen Fahnenwechsel vorzunehmen. Energie aus Rußland, Technologie aus China und im Innern ein ideologisches Bürokratiemonster wie in der DDR. Gäbe es Zeugnisse für politisch kluges Handeln, dann stünde das wiedervereinte Deutschland nach 33 Jahren ohne Schulabschluß da. Wie man so für Mündigkeit bzw. Souveränität werben will ist mir ein Rätsel, das ist wie am Straßenverkehr teilnehmen wollen, wenn man die Führerscheinprüfung nicht schafft. Ich halte nicht viel davon immer nur die Fehler bei anderen zu suchen, die deutsche Politik (die nicht deckungsgleich ist mit dem deutschen Volk) hat im Grunde weltweit alles an Vertrauen verspielt was westdeutsche Realpolitiker bis zur Wiedervereinigung aufgebaut haben und für den eigenen wirtschaftlichen wie auch kulturellen Niedergang können die Deutschen sich bei Deutschen sozialistischer Prägung bedanken. Und es ist kein Zufall, daß die sich mit dem ebenfalls sozialistisch geprägten Amerikanern wunderbar verstehen. 

Gotlandfahrer

21. März 2023 17:24

@Majestyk
1/2
In Ihren beiden oberen Beiträgen argumentieren Sie nicht nur nicht stimmig, sondern auch mit erheblichem ethischen Mangel. 
Sie verkleinern den Anschlag auf NS2 zu einem „Skandal“, also zu etwas, was lediglich Empörung aus moralischen Erwägungen auslöst. Den Bau könnte man als Fehler bezeichnen, ob eine Abhängigkeit durch ihn aber überhaupt eine „moralische“ Dimension hätte darf wiederum bezweifelt werden.  In jedem Falle aber stellt er zumindest kein Verbrechen dar. Hingegen ist eine Sprengung nicht nur moralisch zweifelsfrei sehr verwerflich.  Vielmehr ist die Sprengung Staatsterrorismus.  Staaten, die dies tun, wurden bislang als Schurkenstaaten bezeichnet. Man darf Russland nicht mögen, die USA lieben und sich für sie eine enge Gefolgschaft Deutschlands wünschen – und muss trotzdem zu diesem Schluss kommen.
Daneben übertreiben Sie die geschaffene Abhängigkeit von russischen Gas, allein schon, weil sich doch nun gezeigt hat, dass es notfalls auch anders geht. Das russische Gas war billig, das ist korrekt.  Und das war gut für Deutschland. Hätte Russland uns eines Tages erpressen wollen, hätte ein souveränes Deutschland darüber entscheiden können, ob es den Preis für irgendwelche russischen Forderungen oder den für alternative Energieträger zu zahlen bereit ist. 

Gotlandfahrer

21. März 2023 17:27

2/2Zu behaupten, NS2 hätte Abhängigkeit, also unumkehrbare Unterwerfung unter Russland geschaffen und unsere (nicht existente) Souveränität eingeschränkt, ist damit nicht nur falsch, sondern umgekehrt folgt aus der Sprengung Abhängigkeit von den USA, die nicht nur deutlich teurer ist, sondern auf absehbare Zeit unumkehrbar, weil die Infrastruktur vernichtet und uns eine Verständigung mit Russland nicht „erlaubt“ ist.  Weniger Souveränität geht nicht, was hatten Sie denn von Russland befürchtet, die Einführung von Russisch als erste Fremdsprache? Auch Ihre Andeutung, zuvor hätte Gas von einem „alliierten“ Staat bezogen werden können, ist ein Irrtum – wir haben keinen Alliierten. Wenn günstiger Einkauf bei einer dritten Partei „Unmut“ und „Misstrauen“ beim Alliierten hervorruft, ist dies kein Alliierter, sondern ein herrschsüchtiger Besitzer. Ein Alliierter hat nichts „zu dulden“, er ist keine Gouvernante.  Und wenn ein Ende der Geduld auch für Sie bedeutet, Staatsterrorismus zu verüben, dann ist dies erschreckend. „Es gibt keine Guten und Bösen, es gibt nur Interessen.“ – Ach ja? Warum dann so eine Panik vor russischem Gas? Was folgt aus einer „ideologiefreien“ Politik? Dass wir uns für Figuren wie Biden und Selenskyj ruinieren müssen?

Hajo Blaschke

21. März 2023 18:07

Ein sehr aufschlussreiches Interview. Danke dafür!
@ Majestyk: Die Gaspipelines sind Methoden, um Deutschland und Europa von Russland abhängig zu machen und Bau und Betrieb von Kermkraftwerken zu verhindern? Wenn Sie jetzt noch zu raushauen, dass Russland diejenige Kraft ist, die den Bau von Kernkraftwerken verhindert, haben Sie sich für einen Nobelpreis qualifiziert.
Wo soll denn Ihrer Meinung das Uran für den Betrieb von Kernkraftwerken herkommen? Deutschland hat kein Uran bzw. wenn es Uran hätte, wäre sein Abbau schon längst von deutschen Politikern verhindert worden. Übrigens kommt das Uran zum größten Teil aus Russland.
Deutschland hat keine Rohstoffe und muss deshalb die im Volk vorhandene Intelligenz und technische Kreativität vermarkten.

Blue Angel

21. März 2023 19:11

Danke für dieses Interview.

Laurenz

21. März 2023 19:26

De Zayas vertritt im Grunde die Haltung Gansers, wenn auch aus einem etwas realistischeren Blickwinkel. Die Frage nach den Machtoptionen war von der Redaktion durchaus berechtigt gestellt. Auch der von de Zayas genannte Niedergang der USA, der hier von unseren Transatlantikern unverantwortlich geleugnet wird, hat zur Folge, daß sich ein Vasall nach dem anderen abwendet & das muß man sich mal vorstellen, den BRICS-Staaten zuwendet. Selbst das autoritäre, im Grunde nationalsozialistische China verkauft sich als Partner besser als die Kuhtreiber, die alle nur unter militärischer Bedrohung knechten & keine win-win-Vereinbarungen interessieren. Gerade die vom Teilnehmer @Mayestik aufgestellten falschen Behauptungen, andere Weltmächte seien auch nicht besser, schaden gerade uns Konservativen, machen uns unglaubwürdig. Historisch begingen die Briten, gefolgt von den US Amerikaner die größten Verbrechen wider die Menschlichkeit in der Menschheitsgeschichte. Für die Weltmacht Nr. 1 ist, gemäß von Clausewitz, der politiische Zweck, Politik mit anderen Mitteln, also Krieg, fortzsetzen, immer kleiner als für jede andere Großmacht. Hier liegt der Hund begraben, der den Krieg zum Geschäftsmodel der USA kreierte.

RMH

21. März 2023 20:13

Die Weltverfassung setzt auf Selbstregulierung durch Machtallianzen und Machtbalancen und Block-Konfrontationen. Dass Russland Gegenfeuer in der Ukraine bekommt, ist der gleiche regulierende Effekt, den die USA zuvor bspw. in Vietnam auch erlebt haben (ohne Unterstützung aus der VR China und der UdSSR hätte Nordvietnam sich nicht durchgesetzt - kurze Zeit später durfte Vietnam sich dann gegen China zur Wehr setzen). Afghanistan: ohne Unterstützung von außen wären weder die UdSSR noch die USA aus dem Land geflogen.
Wo hat sich welche Großmacht dauerhaft nach dem WK II durchgesetzt? Ausnahmen wie Falkland bleiben außen vor, zudem war UK damals nur noch Atommacht, aber keine Großmacht. Ich meine keine Teilungen oder Status-Quo Lösungen oder instabile Länder. Selbst unter einem Gleichgewicht des Schreckens fanden diese Kriege, die keinen echten Gewinner kannten, statt.
Ach ja, de Zayay hat Trump vergessen. Angeblich der Präsident der USA, der die wenigsten (= nicht keine!) militärischen Aktionen seit langem befohlen hat.
PS: Im Übrigen überzeugt mich Hersh nach wie vor nicht - ich halte Deutschland für blöde genug, den job selber entweder bezahlt oder sogar selber duchgeführt zu haben. Denn der Profit der USA am Fracking ist doch nur kurzfristig - schon mittelfristig dient alles der urdeutschen rot-grünen Agenda. 

tearjerker

21. März 2023 20:48

Die Pipeline ist russisch, weshalb Berlin das Thema auch achselzuckend als Problem der Anderen abhaken kann. Die Möglichkeiten Russlands das Thema zu adressieren sind auch so gut wie nicht vorhanden. Die Amerikaner schwächen damit ohne grossen Aufwand ihre Konkurrenz in Brüssel, Berlin und Moskau und solange der nichts dazu einfällt, warum auch nicht.

Majestyk

21. März 2023 21:13

@ Gotlandfahrer:
Politik und Strategie haben nichts mit Ethik zu tun. Das ist keine Wertung, sondern eine Tatsache und ich bin nur der Überbringer. 
Das Argument es würde nun ohne russisches Gas gehen verpufft. Es geht eben nicht ohne, man bezieht es jetzt nur über Dritte. 
Desweiteren besitzt Deutschland sehr wohl einen Energieträger, unter der Erde liegt noch Braunkohle für 200 und Steinkohle für mindestens 300 Jahre, die wollte nur eine gewisse Klientel nicht mehr fördern lassen. So ein paar Hundert Jahre wären aber genug Zeit um nach Alternativen zu forschen. Darüberhinaus nutzt Deutschland ja nicht einmal das vorhandene Potential an eigenem Erdgas.
Wenn man über Politik debattieren will, muß man auch mal andere Perspektiven einnehmen können. Darüberhinaus empfinde ich es als naiv zu glauben, die deutsche Regierung sei in die "Sprengung" nicht involviert gewesen. Ich kann mich auch nicht erinnern, Rußland eine Schuld zugewiesen zu haben, abgewrackt haben Deutschland aber Deutsche. Fragen Sie sich lieber mal, warum das gleichfalls nicht souveräne, alternde Japan deutlich besser dasteht als Deutschland. Dann landen Sie automatisch beim lila Elefanten und deutscher Hybris wie auch Realitätsverleugnung. 

Waldgaenger aus Schwaben

21. März 2023 21:21

Keiner kommt auf das Konstrukt, dass die Ukrainer auf der "Segeljacht" (jede Jacht hat einen Motor, wegen der Flauten und weil, Segeln den meisten Häfen verboten ist) von den USA eventuell über Strohmänner gelenkt wurden. Ich glaube nicht, dass es hinreichende Anhaltspunkte dafür gibt.. Aber die Idee wäre für Anti-Transatlantiker und Putin-Versteher naheliegend.
Aber niemand kommt auf die Idee. Das zeugt  vom Denken in Echokammern, denn Hersh kann keinem Irrtum unterliegen.

Majestyk

21. März 2023 21:25

@ Laurenz:
Dann widerlegen Sie doch bitte mal meine falschen Behauptungen oder soll es einfach nur ein rhetorisches Stilmittel sein, Menschen mit abweichenden Ansichten als Ketzer zu bezeichnen? 
Wie belegen Sie eigentlich diese größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte? Ich dachte eigentlich dieser Antikolonialismus sei ein linkes Thema. Glauben Sie Rußland wäre so groß auf die Welt gekommen oder China? 
Und selbst wenn es in der Vergangenheit jene ominösen Verbrechen gegeben hat, was sagt das über das jetzt aus? Wenn ich nichts mit vergangenen deutschen Verbrechen zu tun habe, was kann der Brite für das Empire? Dann wäre aber auch der Russe für Stalin verantwortlich und dann sollten die Russen sich vielleicht mal entstalinisieren, statt von anderen Entnazifizierung zu fordern.
Wie stellen Sie sich eigentlich eine (Junior) Partnerschaft mit China vor? Die wirtschaftlichen Beziehungen mit den USA waren auch wirklich sehr grausam. Es war nahezu unerträglich in Westdeutschland aufwachsen zu müssen, bei all der Bevormundung und der flächendeckenden Armut. Ein Glück, daß damals die DDR die Grenze geöffnet hat und man endlich rübermachen konnte.
 
 

dojon86

21. März 2023 21:44

@RMH der Rotgrüne Schwachsinn ist nicht urdeutsch sondern das direkte Endprodukt der US Reeducation. Jede Analyse des deutschen Wählerverhaltens spricht hier eine eindeutige Sprache. Deutschland ist in den ehemaligen DDR Gebieten noch am wenigsten kaputt und noch am ehesten als Deutschland erkennbar.  Wenn Grüne eine Wahlparty schmeissen, dann tanzen sie nicht  zu russische Volksweisen sondern zu Rap Rhythmen. Bloß weil die Amerikaner nach 45 Kaugummi verteilten, und die Russen einer brutalen, keineswegs irgendwelchen Rechtsgrundsätzen folgenden, aber vorsichtig gesagt nicht ganz grundlosen Rache fröhnten, habe ich mein Wahrnehmungsvermögen nicht ganz verloren. Trotzdem bin ich wie sie letztendlich Transatlantiker. Aber nicht aus Überzeugung sondern weil wir müssen. Einen Konflikt mit den übrigen Europäern, der jederzeit per Nazikeule von den Transatlantikern getriggert werden könnte, würde Deutschland nicht überleben. Der dritte karthagische Krieg war bekanntlich das Ende.

Gotlandfahrer

21. März 2023 21:44

@ Majestyk:
Dass Politik und Strategie faktisch nichts mit Ethik zu tun haben (es aber durchaus sollten), bestritt ich nicht, aber Ihnen als schreibendes Subjekt wollte ich diesen Maßstab nicht von vornherein als unbedeutsam zuschreiben - denn Sie formulierten mitnichten nicht als Überbringer sondern authentisch als Vertreter einer Ansicht. Nein, das Argument, sich nicht "abhängig", also nicht beliebig erpressbar also nicht unsouverän durch russiches Gas gemacht zu haben verpuft nicht, denn auch ganz ohne die Diskussion über den vorherigen Energiemix und eine generell unvermeidbare "Abhängigkeit" als Importeur von allen Exporteuren zu führen lässt sich feststellen, dass wir aktuell nicht nach Russlands Pfeife tanzen, wir also einen Zustand trotz Drittland Importen haben, der uns nicht zu Spielball  Putins macht bzw. gemacht hätte, wie Sie insinuieren. Zumal Sie mit keinem Wort darauf eingehen, welche konkreten Gefahren uns seitens Russland gedroht hätten, wäre es überhaupt dazu gekommen. Zu all Ihren anderen Punkten hatte ich mich gar nicht geäußert, und die Japanfrage wäre eine eigene Debatte wert. 

RMH

21. März 2023 21:45

@Mayestyk,
Deutschland hätte sogar Uran, denn die Vorkommen in Mitteldeutschland waren noch nicht komplett ausgebeutet und auch im Rest von Deutschland hat man Vorkommen, die man abbauen könnte, wenn der Wille da wäre (evtl. gab es 1990 auch geheime Zugeständnisse, da nicht ran zu gehen - auf jeden Fall wurden die Produktionsstätten in der DDR ruckzuck zugeschüttet und abgewickelt und zwar so, dass man da auch nicht mehr ohne weiteres ran kommt, zeitgleich die Mär verbreitet, es wäre alles ausgebeutet).
Zur Diskussion: Es gibt nicht mehr den einen Schurken, wir haben wieder ein echtes Konzert der Mächte und China schafft es, Zünglein an der Wage zu sein. Die multipolare Welt ist da. China könnte durch Waffen- und vor allem Munitionslieferungen den Konflikt in der Ukraine zugunsten Russlands sofort entscheiden. Das macht es aber nicht (oder zumindest noch nicht entschieden oder maßgeblich), da es selber auch Interessen in der Ukraine hat und der Krieg zudem dazu führt, dass auch das Lager USA/Resteuropa stetig militärische Kapazitäten und Ressourcen verliert. Ich würde daher nach wie vor den Friedensplan Chinas nicht unterschätzen.  De Zayas hängt mit der Betonung der Verbrechen der USA noch dem alten, vergangen Bild der USA als Weltmacht Nr. 1 nach. Das sind die USA aber schon länger nicht mehr. Wenn ein Republikaner die Präsidentenwahl gewinnt, werden die USA sich noch mehr auf sich selber konzentrieren und dann werden sich die EU-Europäer umschauen ...

Franz Bettinger

21. März 2023 21:56

@Majestik: Souverän ist, wer sein Gas und Öl kauft, wo er will. Das macht einen nicht abhängig, sondern vielfältig (und daher unabhängig). Gut, wenn viele Wege nach Rom führen. 

Gotlandfahrer

21. März 2023 22:06

@ dojon86:
Erklären Sie mir bitte, weshalb "wir" "Transatlantiker" "sein müssen"? Oder meinen Sie es in dem Sinne, wie man seine Steuererklärung abgeben "muss"? 
Und wieso würde es einen Krieg gegen getriggerte "übrige"Europäer geben können, den wir nicht überleben? Nicht, dass ich viel von der Wunderwehr erwarte, aber was trauen Sie Frankreich und Polen zu?  Die Zerschlagung der BRD? 

Franz Bettinger

21. März 2023 22:17

Mit Michael Ballweg hat "das beste Deutschland, das es je gab" nun seit fast 1 Jahr seinen eigenen Julian Assange. "Wir leben in einem Unrechtsstaat." Wer hat’s gesagt? H. Seehofer. Und "wenn’s drauf ankommt, muss man lügen." Jean-Claude Junker. Hin und wieder darf ein ins Weihwasser pinkelndes Teufelchen also auch mal die Wahrheit herausleiern. 

ede

21. März 2023 22:18

Danke für das Interview. Zwar nichts Neues, aber die Lage in aller Kürze zutreffend dargestellt. 
Zu den Abhängigkeiten durch Handel mit was auch immer: Die ist immer gegenseitig. Selbstverständlich wird Deutschland durch Gaslieferungen aus Russland abhängiger. Russland aber auch von Deutschland. Das ist elementare Logik, gut so und dient dem Frieden. 
Die größte Abhängigkeit ist in der grundlegenden Energiefrage, w.o. schon angeführt, selbst herbeigeführt: Ausstieg aus der Kernkraft und eigenen Fossilien. 
Beim Ausstieg aus der Kernkraftnutzung kann ohne Weiteres Nötigung von außen unterstellt werden. Wer Kernkraftwerke bauen und betreiben kann, kann auch Kernwaffen bauen. Mit jedem abgeschalteten Grundlast-Kraftwerk und neuerichteten Windrad steigt im Übrigen auch die Abhängigkeit von unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Zum Glück haben die uns alle lieb, oder? 
 
 

Majestyk

21. März 2023 22:30

@ Gotlandfahrer:
Ich habe doch gar nicht behauptet, daß wir nach Rußlands Pfeife tanzen müßten. Was ich geschrieben habe: 
Um den Deutschen den Ausstieg aus der Kernenergie und den Abschied von heimischer Kohle schmackhaft zu machen setzte man auf eine einzige Karte, Gas von einem nicht alliierten Staat. Man braucht kein Transatlantiker zu sein um nachvollziehen zu können, daß dies Unmut und Mißtrauen hervorruft
Die Deutschen, wissend um die fehlende volle Souveränität, haben eine Entscheidung getroffen, die Unmut hervorrufen mußte. Ob dies gerechtfertigt ist, das ist eine andere Sache. Aber so zu tun als hätten die Deutschen nichts zu ihrer Misere beigetragen ist falsch, bestenfalls naiv. Genauso könnte man auch argumentieren, was geht das Rußland an mit wem die Ukraine sich verbündet oder von wem die sich ausplündern läßt.
Es ist ja nun auch mitnichten so, daß nun wirklich jede Entscheidung über Deutschland oder Europa in Washington getroffen wird oder an diesem transatlantischen Gebilde nicht auch Europäer beteiligt wären.
Den Zustand in dem sich Deutschland befindet haben Deutsche zu verantworten, alles andere ist Opferdenken. Ungarn oder Tschechen sind in die gleiche internationale Ordnung eingebunden. Ich bemängele die fehlende Souveränität ebenfalls, daran alleine kann man aber nicht alles festmachen und glauben Sie ernsthaft morgen würde alles besser, wenn diese deutsche Bevölerung zum allein entscheidenden Souverän wird?

Le Chasseur

21. März 2023 22:39

@Majestyk
"NS2 sollte ja keinen Energiemix ermöglichen, sondern Deutschland und mit ihm Teile Westeuropas von russischem Gas abhängig machen. Hätte ich aus amerikanischer Sicht auch nicht geduldet."
??? Deutschland war doch auch schon vorher von russischem Gas "abhängig", nur liefen die Pipelines durch die Ukraine und Polen, und somit konnte das Gas durch "Transitgebühren" verteuert werden.
@RMH
"de Zayay hat Trump vergessen. Angeblich der Präsident der USA, der die wenigsten (= nicht keine!) militärischen Aktionen seit langem befohlen hat."
Ich erinnere an die Bekämpfung des IS im Irak: "Die neunmonatige Offensive [...] gilt als einer der verheerendsten urbanen Kämpfe in der modernen Geschichte.
Nach einer repräsentativen Studie [...], die in der renommierten Fachzeitschrift PLOS Medicine veröffentlicht wurde, könnten dabei rund 90.000 Menschen getötet worden sein, 33.000 davon Frauen und Mädchen, die meisten durch Luftangriffe. Da zu keinem Zeitpunkt Anstrengungen unternommen worden waren, einen derart apokalyptischen Endkampf zu vermeiden, handelt es sich bei dieser Offensive zweifelsohne [...] um ein schweres Kriegsverbrechen, um einen fürchterlichen Massenmord."  Link

Majestyk

21. März 2023 22:49

@ RMH:
Der Ausstieg aus der Kernergie ist ein deutscher Sonderweg und der hat viel mit Dekadenz in diesem Land zu tun, weniger mit Fremdbestimmung.
Ansonsten glaube ich gar nicht, daß die Welt je unipolar war. Nur verliert das größte Imperium eben gerade an Boden, ordnet sich auch neu, die anderen mucken auf und nutzen die Gunst der Stunde. Es ist ja auch nicht so, daß ich amerikanische Politik nicht kritisiere, nur bedeutet die Anwesenheit eines Bösewichts nicht, daß die anderen automatisch die Guten sind. Bildlich gesprochen prügeln sich ein paar Mafiaclans um ihre Reviere, da gibt es keine Moral, nur Interessen. Und keine Macht hat je ernsthaft die Interessen der eigenen Bevölkerung berücksichtigt, was zählt sind die Interessen der jeweiligen Eliten die den Staatskörper und damit die Machtzentren kontrollieren. 
Europa wird so oder so das Nachsehen haben. Die Entwicklung deutet jetzt schon auf überdimensioniertes Freilichtmuseum hin, ob die USA wirklich verlieren werden, da habe ich so meine Zweifel, sieht eher so aus als justieren die ihre Interessen neu. 

dojon86

22. März 2023 08:35

@Mayestik Oh Gott wäre dass schön. In einem überdimensionalen Freilichtmuseum würde ich gerne leben. Im übrigen auch große Teile der Bevölkerung. Siehe die horrenden Preise die man in europäischen Altstädten zahlt. Liebe(r) Mayestik, sie verwechseln europäische Altstädte mit der Lebensrealität. Diese ist für die überwiegende Mehrzahl der ethnisch durchmischten Plattenbau an der U-Bahn Endstelle. Nix mit Freilichtmuseum, failed States sind keine Freilichtmuseen.

dojon86

22. März 2023 08:42

@Mayestik Ich tippe eher darauf, dass Deutschland und mit ihm die von seinen Leistungen abhängigen Resteuropäer in ein paar Jahren wie Rumänien 1989 aussehen werden. Allerdings kommen als Sahnehäubchen massive ethnische Konflikte dazu. Die historische Erfahrung lehrt, dass multikulturelle Gemeinschaften auf demselben Territorium friedlich nebeneinander leben können, es aber, wenn der Brotkorb höher hängt, es schnell mit der Friedlichkeit aus sein kann.

dojon86

22. März 2023 08:54

@Gotlandfahrer Bei Aufhetzung der übrigen Europäer gegen Deutschland wegen einer angeblicher Sonderrolle braucht's keinen Krieg. Da genügt selbst ein Teilboykott. (1914 - 1917 und 1939 -1945 bewiesen das) Klar ginge das auch auf Kosten der übrigen Eurpäer, aber wann waren die Menschen schon vorausplanend. Gehen sie auf YouTube, schauen sie sich historische US Podcasts an. Da wird zum zigtausendsten Mal WWI und WWII und die historische Alleinschuld der Deutschen an Allem aufgekocht. Am meisten übrigens bei den Kommentaren. Diese Grundstimmung kann jederzeit aktiviert werden.

Gotlandfahrer

22. März 2023 11:47

@ Majestyk:
Die Deutschen … haben eine Entscheidung getroffen, die Unmut hervorrufen musste.
Man konnte also wissen, dass Amerika mit Terror gegen uns vorgeht?
Einerseits ja.  Was ein Indikator dafür ist, dass Merkel nicht aus Verbundenheit zum alten Komsomolzentum oder gar in unserem Interesse gehandelt hat. Sondern wie ein Falschspieler, der eine richtige Sache tut um es angesichts der Umstände in die Hose gehen zu lassen. Andererseits nein. Denn es waren nicht „die Deutschen“ die damit rechnen mussten, dass „Unmut“ ihrer „Freunde“ in Staatsterror mündet. Im Grunde ist der Anschlag damit ein Geschenk: Jeder, der sehen will, kann spätestens jetzt sehen, was Phase ist. 
Genauso könnte man auch argumentieren, was geht das Rußland an mit wem die Ukraine sich verbündet...
Falsch. Deutschland liegt nicht vor der US-Haustür. Die Ukraine aber vor der russischen, mal abgesehen von den historischen Zusammenhängen und der Tatsache, dass dort vor der Militäroperation Menschen aufgrund ihres Russischseins angegriffen wurden. Deutschland wurde ferner nicht durch NS2 gegen Amerika in Stellung gebracht. Sie scheinen den Besitzanspruch der USA an Deutschland für normal zu erachten.
Glauben Sie … morgen würde alles besser, wenn diese deutsche Bevölkerung zum … Souverän wird?
Was sonst? Dies zu verwerfen ist Opferdenken.

Majestyk

22. März 2023 12:20

@ dojon86:
Ein Freilichtmuseum ist nur durch Subvention möglich. Da entsteht nichts mehr, da wird nichts mehr entwickelt. Da kann man betrachten was einmal war, aber man kann dort nicht leben. 
@ Laurenz:
Sie leben eine Freund-Feind-Sicht, ich nicht. Das trennt uns. Kein Amerikaner, Brite oder Russe ist mein Feind. Zudem haben Sie eine seltsame Geschichtsbetrachtung aus dem Kontext heraus. Sie wollen Geschichte interpretieren um so Ihre Weltsicht begründen zu können. So funktioniert Geschichte nicht. Was Sie machen ist gegenüber anderen Nationen so zu argumentieren, wie es Linke gegenüber deutscher Geschichte tun und Ihre Quellen sind genauso dubios wie jene, die einfach Sterberegister nehmen und dann von 15000 toten Arbeitern in Katar reden. Die Europäer haben den Rest der Welt in die Moderne geholt, welch ein Verbrechen. Wenn man schon von kultureller Aneignung redet, dann müßte der Rest der Welt auf ewig Patentgebühren an Europa zahlen. 
Vor allem hakt Ihre Argumentation daran, daß Sie Briten oder anderen eine Schuld wegen deren Vorfahren andichten wollen. Das ist völlig abstrus und es sind eindeutig doppelte Maßstäbe.

Adler und Drache

22. März 2023 13:12

Wenn ich von der "amerikanischen Umerziehung" lese, denke ich mir: Es gehören immer zwei dazu, einer der umerziehen will, und einer, der sich umerziehen lässt. Das Bild vom armen deutschen Volk, das nichts dafür kann, weil es dauernd vom englischen Krämer und vom amerikanischen Kuhjungen betrogen wurde und wird, ist mir zu idealistisch. Von den Propheten des Alten Testaments könnte man lernen, trotz des Ansturms feindlicher Mächte dem Beschützerimpuls gegenüber dem eigenen Volk nicht nachzugeben, sondern es mit der notwendigen Härte darauf hinzuweisen, wodurch es sein Elend mitverschuldet (hat). 
Freue mich ansonsten über die Beiträge von Majestyk und RMH und stimme ihnen überwiegend zu.     

Majestyk

22. März 2023 13:41

@ Adler und Drache
Danke. Mir ist man als deutscher Mensch, der dies auch nie verborgen hat in den USA oder in Großbritannien immer nur mit großer Sympathie begegnet. Dies auch von russischer Seite, was ich als große Leistung anerkenne, denn gegen Rußland haben Deutsche sich einst schon versündigt, Ideologie hin oder her. Ich finde es großartig, mit welchem Großmut viele Russen den Deutschen vergeben haben. Im Grunde ist der deutsche Selbsthaß aber auch eine deutsche Erfindung. 
Ich weiß auch, daß deutsche Politik viele Zwänge hat. Aber kein Amerikaner hat je verlangt, daß wir denglisch reden. Warum tun Menschen das? Warum z.B. schickt man Deutsche mit englischen Liedtexten zu einem Schlagertreffen? Besiegt werden und sich einordnen ist eine Sache, Unterwerfung eine andere, die geht von demjenigen aus der sich unterwirft und das hat etwas mit Selbstwertgefühl zu tun. Ich muß mich nicht größer machen als ich bin, aber auch nicht kleiner. Wir Deutschen haben allen Grund unsere eigene Kultur mit stolz zu pflegen, wir müssen aber auch eigene Fehler hinterfragen. 
Und nein, ich finde die Pipelinesprengung auch nicht richtig. Aber zur Lage beigetragen hat eben auch irrationales Verhalten und das haben sich viele Menschen auch herbei demonstriert, sonst hätte eine kleine Sekte nie so viel Einfluß gewinnen können. 

Gotlandfahrer

22. März 2023 13:51

@ Adler  und Drache: Es gehören immer zwei dazu....
Ja, so wie zur Vergewaltigung auch immer zwei dazugehören. Ist das eine Delegation der Verantwortung weg von sich selbst? Müssten wir es, wie im Alten Testament gefordert, dem eigenen Volk nur deutlicher unter die Nase reiben? Wohl kaum. Wenn Sie es jemals versucht haben, wissen Sie, woran diese einfache Lösjng scheitert. Jedenfalls nicht an britischen Krämern oder amerikanischen Kuhjungen. Wenn Sie diesen Menschentypus als Machthaber in diesen Ländern vermuten, haben Sie noch einen langen Weg vor sich.

Majestyk

22. März 2023 13:51

@ Gotlandfahrer:
Dies zu verwerfen ist Opferdenken.
Nein, gegen genau dieses Opferdenken beziehe ich gerade Stellung. Wohingegen Sie nur Fremdeinflüße sehen wollen und nicht erkennen, daß Deutschland sich auch in seiner eigenen ideologischen Falle befindet. 
Was ich als normal empfinde können Sie anhand meiner wenigen Beiträge hier gar nicht bewerten. Ich verwehre mich aber entschieden dagegen, wenn das Prinzip Eigenverantwortung negiert wird. Gleichzeitig will man aber mündig sein. Die Fähigkeit eigene Fehler einzugestehen, dafür auch geradezustehen und eben Verantwortung zu übernehmen und die Schuld nicht immer bei anderen zu suchen ist aber die Grundvoraussetzung für Mündigkeit. Gilt für Menschen wie auch Nationen.
Der Ukrainekrieg ist zwar hier gerade nicht das eigentliche Thema. Sich bewußt sein, daß dort westliche Kräfte gezündelt haben bedeutet aber nicht, daß andere nicht auch ihr Unwesen getrieben haben oder ist die Aufrüstung von Separatisten in einem souveränen Land inzwischen legitim? Warum glaubt eigentlich jeder, daß es in einem Konflikt einen Bösen und einen Guten gibt, statt mal zu hinterfragen, ob nicht die Abwesenheit des Guten zum Konflikt geführt haben kann.

Leander

22. März 2023 16:42

UN-Charta, Weltverfassung ohne Macht. Wozu denn Macht? Das wäre ja gegen den Sinn der Organisation. Jeder weiß, dass das eine Bühne für globalpolitische Muskelspiele ist, auf der die (wirtschaftlich/militärisch) starken Nationen Lobbyarbeit für die eigenen Interessen machen und Handlungsspielräume austesten. Was erwartet Hr. De Zayas? Die politischen Mächte haben sich die Welt zu allen Zeiten zurechtgebogen und zurechtgelogen, angetriggert im Hintergund von einflussreichen Verbindungen, oder wahlweise von durchgeknallten Despoten. Damit das "Starterfeld" komplett ist und der große Schein der "Gemeinschaft" gewahrt ist, dürfen die globalen Hinterbänkler und Armenhäusler zu einem gewissen Maß mitreden und sogar abstimmen. Im Moment wird der Zirkus noch von den USA dominiert, mit dem aufstrebenden Konkurrenten China. Nebenbei ist die UNO auch eine sich selbst fütternde globale Jobmaschine für zehntausende von Menschen. Wer oder was sollte an der Situation also was ändern (wollen)?
 

dojon86

22. März 2023 17:00

@ Majestyk na bitte dann sind wir uns einig. Da Europa als Freilichtmuseum wohl niemand finanzieren wird, wird es kein Freilichtmuseum sein sondern ein failed State.

Leander

22. März 2023 17:02

De Zayas: "...Wann werden die Deutschen endlich eine eigene Politik entwickeln? Wann werden sie eine eigene Souveränität aufbauen? Da bin ich nicht optimistisch."
Da ist Hr. Zayas zurecht pessimistisch. Die Deutschen sind heute, aus zwangsneurotisch gepflegtem Schuldkomplex, die subalternen Zahlmeister Europas, die Versorger der armen und zwielichtigen Subjekte, die nach Europa strömen, und natürlich die Retter des Weltklimas (was immer das auch ist). Die Psyche des Deutschen ist heute sichtbar in verweiblichten, milchgesichtigen, stoppelbärtigen Männern, mit zu Duttfrisuren hochgeknoteten Haaren. Den Ton bezüglich dessen, was richtig und falsch ist, geben (heute noch) wohlstandsverwöhnte junge Frauen aus besten Häusern an. Dekadenz pur. Im Aktiengeschäft spricht man von Trendlinien und Bodenbildung. In der deutschen Gesellschaft ist nur ein Trend nach unten erkennbar. Kinder foltern und ermorden Kinder, Schulhofkriminalität. Daran kann man erahnen wie es in Deutschland in 30 Jahren zugehen wird. Hoffnung? Keine.

Gustav

22. März 2023 17:10

@ Adler und Drache
"Wenn ich von der "amerikanischen Umerziehung" lese, denke ich mir: Es gehören immer zwei dazu, einer der umerziehen will, und einer, der sich umerziehen lässt."
Sie machen es sich ein bißchen zu leicht. Die Umerziehung war ja kein Angebot, was man ablehnen konnte:
http://irwish.de/PDF/Dienste+Kriege/Schrenck-Notzing-Charakterwaesche.pdf

Adler und Drache

22. März 2023 18:02

@ Gotlandfahrer: Keineswegs, man muss gerade im Gegenteil immer bei sich selbst anfangen (und weitermachen). Dieses Räsonnieren, wer "dran schuld" ist, kommt mir oft sehr unfruchtbar vor. Was folgt daraus? Eigentlich nichts. 
Zur Wortwahl: Schon klar, habe ja nur aufgegriffen, was hier zuweilen im Schwange ist. 
@ Gustav: Ich sehe das durchaus. Mir kommt es häufig zu leicht vor, immer nur auf die anderen zu weisen. Die meisten machen mit, wir haben es doch bei C mehr als deutlich gesehen. Was lernen wir denn hier? Wie ist der Name dieser Netzpräsenz? 

Gotlandfahrer

22. März 2023 18:21

@ Majestyk
Nur noch so viel, denn auf Kommunizierende, die repetierende Projektion der inneren Axiome betreiben, habe ich keine Lust mehr:  Wohl kaum ein SiN-Leser ist so einfältig, wie das Häschen in der Grube auf Rettung vor dem Bösen durch das Gute zu warten, wie Sie es sich zumindest bei "eigentlich jedem" vorstellen. „Die Schuld nicht immer bei den anderen suchen“ vs. „eigene ideologische Falle“ – als nächstes kommt wohl, dass das alles bereits im protofaschistischen Deutschen per se angelegt war. Man wird noch den Gegner benennen und sein Vorgehen beschreiben können, ohne sich deswegen als Klageweib einordnen lassen zu müssen.  Tragen Sie gern im PW 1 Seminar vor und behaupten Sie FDP-Mitglied zu sein, dann dürfen Sie dort im Raum bleiben (das war jetzt witzig gemeint).

RMH

22. März 2023 20:58

@Gustav,
Sie machen es sich ein bisschen zu leicht. Die Umerziehung - die es übrigens in ALLEN Besatzungszonen gab  (das ist nichts Westexklusives - wurde offiziell von den sog. Siegermächte beschlossen und es war/ist auch nichts Geheimes) - lebte gerade davon, dass diejenigen, die schon immer ihre Fahne in den Wind gehängt haben, vorne weg marschiert sind und in ALLEN Besatzungszonen gab es willige Übererfüllung des Plansoll. Adler & Drache liegt völlig richtig. Es ist Zeichen der AKzeptanz der eigenen Unmündigkeit, wenn man alles immer nur mit anderen Ursachen erklärt, als mit denen, die bei einem selbst liegen - und ja, Deutschlands berühmte Sekundärtugenden (heutzutage würde man mit einem Vergleich à la Lafontaine vermutlich Post vom Staatsanwalt bekommen), ermöglichten es geradezu, dass diese Arbeit hervorragend gelungen ist. In West und Ost. Ein bisschen vor der eigenen Tür kehren schadet nie.

FraAimerich

22. März 2023 22:22

@Adler und Drache: "Was lernen wir denn hier? Wie ist der Name dieser Netzpräsenz?"
 
Zur Zeit leider vor allem, daß offenbar kaum noch jemand zur Lossagung von den Apologeten des Westens, ihrem Materialismus und Vernutzungsdenken bereit ist. Geschweige denn dazu, sich wenigstens geistig-seelisch gegen diese in Stellung zu bringen. Eher schielt man auf Umfrage- und Wahlergebnisse, grübelt darüber, wie man die AfD am besten als künftigen Koalitionspartner der Union in Stellung bringt ("anders wird es nicht gehen") - oder gruselt sich davor, daß die USA ihr "Interesse an uns" verlieren könnten. Man hatte mal gehofft, diese cleveren "Juniorpartnertypen" hätten ihre geistige Heimat längst am Hohenzollerndamm gefunden. 

Leander

22. März 2023 23:24

Ich lese hier ständig von Umerziehung und von Diktat durch eine Besatzungsmacht. Wer hat denn wen von was auf was umerzogen? Die Amis als Besatzungsmacht die Deutschen vom Nazitum zum American Way of Life? Oder haben sie die Kriegsüberbleiber unter die Knute des Kapitals gedrillt? Meine Großeltern waren keine Nazis, meine Eltern konnten keine mehr sein. Ich habe mit Ihnen diskutiert, ob sie sich "umerzogen" fanden. Blöder Quatsch war die Antwort. Sie waren froh, dass die Ruinen verschwanden, dass sie Schule und Jobs bekamen, dass bescheidener Wohlstand einkehrte, nach dem Motorrad der Opel Kadett kam, es kam der Fernseher, es wurde ein Haus gebaut. Den Rest kenne ich aus eigenem Erleben. Ich bin dankbar für meinen Lebensweg im "Westen", der mir ein recht privilegiertes Leben ermöglicht. Es wurde nichts umerzogen! Man hat sein Ding gemacht, oder auch nicht. Übrigens: der American Way of Life wurde in Berlin schon gelebt, bevor die Nazis die Deutschen umerzogen haben. 

Gracchus

23. März 2023 00:06

Die Pipeline-Sprengung ist ne Schweinerei, und Krieg gehört - wie @Laurenz sagt - zum US-Geschäftsmodell. Dennoch bin ich bei RMH, Majestyk, Adler und Drache.Für die Energie-, Flüchtlings- oder Genderpolitik sind die Deutschen selbst verantwortlich. Es macht auch einen Unterschied, ob man sich irgendeinem Schwachsinn fügt, weil man sich machtlos wähnt, oder ob man zu dem Schwachsinn noch Hurra schreit. Wer hat diejenigen denn gezwungen, "Impfung hurra" und "Ungeimpfte raus" zu schreien? Es ist schmerzhaft und enttäuschend, aber ändert nix daran, zu sehen, dass mit diesem Volk was nicht stimmt. Es fehlt so was wie ein naturwüchsiger Zusammenhalt. 

Majestyk

23. März 2023 01:35

@ Gotlandfahrer:
Nur um mir mitzuteilen, daß Ihnen die Argumente fehlen haben Sie ganz schön viele Worte gebraucht. 
Sie müssen sich nicht mir auseinandersetzen und Sie dürfen mich gerne als dumm empfinden, aber nirgendwo schrieb ich etwas über faschistoide Neigungen der Deutschen, was auch völlig albern wäre.
Aber schauen Sie sich die Menschen an, die Mehrheit wehrt sich nicht nur nicht gegen den Untergang, sie empfindet diesen nicht mal als solchen. Mobilisiert bekommen sie die Leute vielleicht noch aus Kriegsangst oder Angst vor sozialem Abstieg, nicht aber um postiv etwas zu gestalten. Und dabei geht es nicht nur um Nation oder Identität, allgemein fehlt auch der Leistungswille. Nicht nur in Deutschland, aber eben auch hier. Dazu muß man nicht hinter jedem Busch einen Gegner vermuten, ein Teil dessen was gerade geschieht hat auch etwas mit Wohlstandsverwahrlosung und Dekadenz zu tun. Das sind Dinge die werden sich erst dann ändern, wenn der Wohlstandskredit aufgebraucht ist und harte Zeiten wieder harte Menschen erfordern.
Eigenverantwortung ist etwas das mündig macht und dazu führt, daß man rationaler handelt. Eigenverantwortung können Menschen aber nur entwickeln, wenn sie auf eigenen Beinen stehen müssen und nicht zig Netze ihnen die Motivation nehmen ernsthaft was zu leisten. Die Antriebslosigkeit ist nicht das Ergebnis fehlender Souveränität, sondern Resultat von Alimentierung ohne Erwartungshaltung und einer völlig verkorksten Erziehung basierend auf einer konstruierten Weltsicht. 
 

Waldgaenger aus Schwaben

23. März 2023 08:24

@Leander @Gracchus @Majestyk
Die Umerziehung der Deutschen ist leider missglückt. Denn:
„Als General Osborne nach dem Sieg zu mir kam, fragte er, was denn meiner Meinung nach getan werden sollte, um die Deutschen umzuerziehen. Ich sagte, da gibt es nur eins und das ist ihnen Ungehorsam beizubringen, so lange sie gehorsam sind, so lange werden sie früher oder später von einem Schurken herumkommandiert und es wird Unheil geben. ... Gehorsame Völker gehen in den Krieg, ungehorsame Völker lieben Frieden, das ist der Grund, warum Italien keine gute Achse wurde, ... die Japaner und die Deutschen sind die einzigen wirklich gehorsamen Völker auf der Erde, und seht, was herauskommt, lehren Sie sie Ungehorsam, verwirren Sie ihre Köpfe, lehren Sie sie Ungehorsam und die Welt kann friedlich sein. General Osborne schüttelte traurig seinen Kopf, man wird das den Köpfen einer Armee niemals verständlich machen können.“ — Gertrude Stein
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/2034515-gertrude-stein-als-general-osborne-nach-dem-sieg-zu-mir-kam-frag/

Gustav

23. März 2023 09:27

@ Waldgänger aus Schwaben
"..die Japaner und die Deutschen sind die einzigen wirklich gehorsamen Völker auf der Erde, und seht, was herauskommt..."
Dann sind wir also auch für die ganzen Kriege der Briten und der USA verantwortlich? Wie konnten die ganzen "Ungehorsamen" zum Krieg überredet werden? Deutsche Magie?
Das sie so einen Unsinn glauben und weitergeben, das ist ein Zeichen für Umerziehung, welches sie nicht bemerken wollen...
@ RMH und Anhänger
Selbst Schuld! Zack! Da hätte der Herr Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing sich sein Buch ja sparen können. Diese Deutschen immer, tz, tz. 

Laurenz

23. März 2023 09:39

@GracchusFür die Energie-, Flüchtlings- oder Genderpolitik sind die Deutschen selbst verantwortlich......das stimmt nur sehr bedingt. Wenn Sie Sich US-TV anschauen, wird klar, das dort der Druck noch wesentlich höher im Kessel kocht. Sie haben nur mehr Möglichkeiten Kritik zu üben. Lesen Sie Über Jordan Peterson, lustig ist das aber nicht.
Wer hat diejenigen denn gezwungen, "Impfung hurra" und "Ungeimpfte raus" zu schreien?..... Auch hier ist der Druck in den Staaten enormer als bei uns. Allerdings sind die Möglichkeiten eines Gouverneurs vielfältiger. Wir sind zwar auch föderal, aber die Parteien-Oligarchie, also das Wahlrecht, macht dem Föderalismus einen Strich durch die Rechnung. Im Falle Kemmerich in Thüringen, drohte das Merkel Lindner einfach an, 3 bestehende Koalitionen auf Länderebene zu kündigen. Bei direkt gewählten Politikern wäre das erheblich schwieriger.

Waldgaenger aus Schwaben

23. März 2023 10:11

@Gustav
wieder stinklangweiliger Whatsaboutism.
Die Deutschen sind trotz zweier verlorener Weltkriege, trotz der DDR-Erfahrung immer noch zu gehorsam. Wenn die Obrigkeit sagt 2+2 = 5 dann glauben sie das und gehen auf jeden los, der anderes behauptet. 
Punkt. Aus. Ende. 

Valjean72

23. März 2023 10:51

@Gustav @Waldgänger:
"Das sie so einen Unsinn glauben und weitergeben, das ist ein Zeichen für Umerziehung"
---
Kann Ihnen in diesem Punkt nur beipflichten und ich finde es erschütternd wie sich als Patrioten begreifende, liberal-konservative Bundesdeutsche diese Umerziehung abstreiten und im gleichen Zug eine politische Sichtweise durchklingen lassen, welche die erflogreiche re-education offenbart.
Der obgrigkeitshörige, preussisch-deutsche Untertan, der nur ein Vergnügen kennt, nämlich im Gleichschritt zu marschieren, am besten in friedliche Nachbarländer hinein. Dieses angelsächsische Zerrbild des Deutschen wurde und wird von den gerlernten Bundesbürgern (d.h. von den umerzogenen Deutschen) geflissentlich übernommen.
 
Zitat von Lord Balfour (1907):
„We are probably fools not to find a reason for declaring war on Germany before she builds too many ships and takes away our trade.”
 

FraAimerich

23. März 2023 11:37

Umerziehungsleugner und -verharmloser gibt es jetzt also auch noch. Aber geschenkt, es ist ja in der Tat keineswegs nur das umerzogene - und  allerdings besondere Blüten des "Ethnomasochismus" austreibende - deutsche Volk, das seiner Auflösung entgegenstrebt.
In den Chor derer, die hier regelmäßig über die Dummheit, Bequemlichkeit und Dekadenz der Deutschen klagen (dabei aber originellerweise gleichzeitig das Hohelied des Westens, seiner Geschäftsideen und Produktionsweise singen) mag ich trotzdem nicht einstimmen.

RMH

23. März 2023 13:10

Umerziehung ist wieder so ein simplifizierender Welterklärungsdreh. Hier leugnet keiner, dass es so etwas gab - selbst wikiblödia schreibt dazu ganz offen. Das, was hier nur in Frage gestellt wird ist eben, dass man damit eine Art Erklärung für fast alles hätte, was einem an den lieben Zeitgenossen stört. Die eigentliche "Umerziehung" wurde im Zuge des kalten Krieges Recht schnell von einem die jeweiligen Blöcke insgesamt erfassen Propaganda-Mainstreaming abgelöst und man darf sich am Ende schon die Frage stellen, warum sich ausgerechnet die jeweiligen deutschen Staaten als die Oberstreber ihrer jeweiligen Blöcke benahmen. Diese Nachwirkungen sind in der Tat bis heute bemerkbar, nur eben nicht nur in der ehem. BähErDäh, sondern gerade auch in Mitteldeutschland, insbesondere, wenn man einmal einen Vergleich mit anderen ehem. Ostblockländern heranzieht. Nirgends ist noch soviel grundsätzliche Bejahung von Sozialismus und Druschba vorhanden wie dort, auch das Mantra vom umerzogen, Yankee-hörigen Wessi gehört zur Ostalgie dazu.

Majestyk

23. März 2023 13:44

@ Waldgaenger aus Schwaben:
Wenn Umerziehung auf Ungehorsam abzielt, dann ist entweder das Experiment an mir geglückt oder die ungehorsamen Gene haben sich bei mir durchgesetzt. Sollte sich Deutschsein tatsächlich in Gehorsam manifestieren, wie Sie behaupten bin ich lieber weniger deutsch. Ich lehne nämlich jede Form von starken Staat und Kollektivismus ab und wer nach den letzten drei Jahren staatlichen Gehorsam um jeden Preis immer noch positiv bewertet, muß sich für eine Allianz einen anderen suchen. Zum Glück ist Ihre Geschichte nicht stimmig, immerhin haben Deutsche oft genug bewiesen, daß sie fähig sind sich gegen eine Meute oder die Obrigkeit zu stellen. Zudem bin ich der lebende Beweis, daß man ziemlich deutsch sein kann, nicht sonderlich bürgerlich, dafür aber ausgesprochen renitent und widerspenstig. 
Ihre Geschichte hat aber noch einen Haken, nachweislich sind die Deutschen nicht sonderlich kriegerisch veranlagt. Gertrude Stein war entweder unwissend oder hat absichtlich gelogen. Vielleicht hat sie aber auch Gehorsam mit Anstand und Fleiß verwechselt. 

Leander

23. März 2023 13:46

@Gustav:
"@ RMH und AnhängerSelbst Schuld! Zack! Da hätte der Herr Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing sich sein Buch ja sparen können. Diese Deutschen immer, tz, tz.
Ich habe das Buch nach Ihrem Link grob überflogen. In der Tat, Schrenck-Notzing hätte sich die Abhandlung sparen können. Er hat wohl einige historische Fakten zusammengetragen, aber die Einwirkung auf das heutige Geschehen und besonders auf die Frage "wie geht es weiter?" ist gleich null.
Die Schrift ist eher was für Leute, die täglich Murmeltiertag erleben und in einer Dauerschleife Ende der letzten 40er Jahre festhängen. Deutschland wurde (völlig zurecht) in ein Vasallendasein gezwungen und ging den Weg gerne mit. Zwischenzeitlich war das Vasallentum eine Partnerschaft und dass diese Jahrzehnte für viele Menschen in Deutschland eine Erfolgsstory waren, verstehen einige hier nicht.
Dass sich allerdings der Hegemon nicht die Butter vom Brot klauen lässt ist klar. Darum die Zerstörung der Pipelines durch die USA. Nun ist Deutschland jetzt wieder Vasall und daran ändert sich nichts mehr.

Gotlandfahrer

23. März 2023 14:00

@ RMH:
Sie und andere kritisieren also eine es sich zu leicht machende Haltung, die als "die bösen Sieger sind an allem Schuld"-Entlastung zu verstehen ist, wobei Sie annehmen, wir Deutschen in Ost und West hätten zwar unsere jeweils eigene, im Prinzip aber ähnliche fortdauernde Untertanenmentalität, die uns hindert, einfach mal frei von der Leber heraus unsere Interessen selbst in die Hand zu nehmen.  Hierin unterschieden wir uns deutlich von anderen Völkerschaften, ein ungenantes Beispiel könnten die Polen sein, die trotz mehrfachen Verschwindens als Staat nie aufgehört hatten, an sich zu festzuhalten.
Es ist vermutlich richtig, dass der "deutsche Ordnungssinn" neben der gedeihlichen auch die unangenehme Eigenschaft in sich trägt, beflissen das Geforderte zu tun. Aber sind andere da wirklich besser? Sagen Ihnen die Killing Fields etwas? Ich frage mich bei Kommentaren wie dem Ihrigen immer: Was soll das heißen? Haben wir einfach nur selber Schuld? Wenn ja: Was sollen wir jetzt tun? Es einfach nur irgendwie anders machen? Warum fällt es offensichtlich auch "Rechten" so schwer anzunehmen, dass es auf staatlicher und nachgeordneter Ebene ("die Eltern") Kräfte gibt, die es gezielt schlecht mit uns (den "Kindern") meinen? Ist es nicht gerade Ausdruck von Eigenverantwortung, anzuerkennen, dass es nicht wir selbst sind, die die Misere verursachen? Denn erst dann muss ich tatsächlich den Mut zur Konfrontation aufbringen, sich nur selbst zu bezichtigen ist Feigheit vor dem Feind.

Majestyk

23. März 2023 14:47

Die ganze Umerziehungsdebatte hat einen entscheidenden Haken. Sie geht von einem homogenen Volkskörper aus, den es so nie gab. Wer wurde denn entnazifiziert, die Arbeiter im Bergbau oder in den Fabriken? 
In meinem Umfeld kann ich laut aussprechen "Deutschland den Deutschen war richtig, nur der Adressat war falsch". Dafür sieht mich keiner schief an, nicht einmal die Zugereisten. 
Entnazifizierung, Umerziehung war doch etwas für die Funktionselite und deren Jugend wetterte einst gegen den Muff unter den Talaren und warf dann Brandsätze auf die Autos unserer Väter. Die Debatte um die Deutungshoheit die führt doch nicht meinesgleichen. Und wenn ich mir anschaue, daß ich bei den einen der Corona- oder Klimaleugner, der Migrationsverweiger bin, hier der Umerziehungsleugner, mal der Putinist oder Trumpapologet, den einen zu transatlantisch, den anderen zu staatsfeindlich und verschwörungstheoretisch, dann frage ich mich, wo im Protest ist eigentlich Platz für meinesgleichen und warum sollte ich überhaupt aufbegehren, wo ich doch hüben wie drüben in der Gesindeecke Platz nehmen soll. Deutschland braucht doch gar keine äußeren Feinde, das schafft die bürgerliche Mitte schon ganz allein. 

RMH

23. März 2023 16:11

@Gotlandfahrer,
Mein Appell, auch vor der eigenen Tür zu kehren hat eben das Wort "auch" dabei. Andere Mächte haben deshalb keine Carte Blanche oder eine Freifahrtschein. Ich bin in dieser Debatte eben eher bei @Mayestyk und mahne Selbstkritik an, ohne zu vergessen, dass Deutschland in der Tat übel übelespielt wurde. Man darf aber auch nicht vergessen, dass bei der Farge der Schuld, die einer der Haupthebel der Umerziehung war, es bei uns Deutschen höchst unterschiedliche Empfindlichkeiten gibt. Da sind zum einen, die einfach ja und Amen dazu sagen, weil sie sich damit eigentlich gar nicht befassen wollen und sie damit den bequemeren Weg wählen und zum anderen die, die von den Schuldvorwürfen sich selber angegriffen fühlen und zwar nicht, weil sie aus einer Nazisippe stammen sondern vielmehr, weil sie selber Opfer oder Abkömmlinge von Opfern sind (bspw Vertriebene).

Gustav

23. März 2023 16:19

@ Leander
Mit Verlaub, mein Herr, sie sind ein ungebildeter Ignorant! Bücher "überfliegen" und dann beurteilen. So sehen ihre Kommentare dann auch aus. Ihre Hybris ist fast so groß wie ihre Unwissenheit.
 

Majestyk

23. März 2023 17:57

1. Vielleicht bin ich für manche Debatten einfach zu nüchtern oder leidenschaftslos. Die Welt war auch mal römisch und ein Teil des römischen Imperiums dürfte dies als Unterwerfung empfunden haben, dennoch hat Europa von Rom profitiert, genau wie später Napoleon positive Spuren hinterließ. Gleiches läßt sich auch über das Britische Empire sagen, das gute wie auch schlechte Dinge hinterlassen hat. Bei den Amerikanern ist das ähnlich und vielleicht werden morgen die Chinesen folgen. Vor denen haben auch viele Angst, vielleicht wäre deren Dominanz aber gar nicht so übel. 
Vielleicht stimmt es, daß in Mitteldeutschland eher Deutsche leben und im Westen kleine Amerikaner, zumindest ein Funken Wahrheit dürfte enthalten sein. Na und? So sehr ich meine mitteldeutschen Mitmenschen mag und mich dort wohl fühle, so wenig kann ich in deren Ostalgie einstimmen. In meiner Jugend wußte jeder, daß bei uns die Amerikaner zu sagen haben und Deutschland nicht frei ist, aber im historischen Vergleich dürfte das Leben in West Germany so schlecht nicht gewesen sein und so ein bißchen vom amerikanischen Pioniergeist, von deren Unternehmertum und deren Vorstellungen von Meinungsfreiheit haben uns nicht geschadet. 

Adler und Drache

23. März 2023 21:37

@ Gustav: Danke für den Link! 

Der_Juergen

24. März 2023 07:55

@Leander
"Es wurde nichts umerzogen."
Versuchen Sie sich hier als Blogsatiriker? Oder haben Sie Bücher wie "Transatlantische Seilschaften" von Stefan Scheil, "Charakterwäsche" von Caspar Schreck-Notzing und "Der Nasenring" von Armin Mohler nicht gelesen?
Wer das den Deutschen von den Siegermächten, den Westmächten noch mehr als den Sowjets, aufoktroyierte Bild der jüngsten Geschichte für objektiv und wahr hält, ist gründlich umerzogen, auch wenn er sich dessen in der Regel nicht bewusst ist.

Valjean72

24. März 2023 09:26

@Majestyk:
"so ein bißchen vom amerikanischen Pioniergeist ..."
---
Aber mit dem süssen Leben untern dem Rockzipfel des vermeintlich wohlmeinenden Hegemons ist es mittlerweile vorbei. Die sind gerade dabei ihre Industrie auf Kosten der deutschen zu sanieren und zwar eiskalt.
„Washington lockt deutsche Firmen mit billiger Energie und niedrigen Steuern.“
(handelsblatt.com, 29.09.2022)
 
„Mit Milliardensubventionen lockt US-Präsident Joe Biden auch europäische Firmen in die Vereinigten Staaten. Der Chef der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, fürchtet die Abwanderung ganzer Industrien.“
(SPIEGEL, 28.02.2023)
Im übrigen wurden viele der großen deutschen Firmen bereits vor dem 2. WK gegründet: z.B. Volkswagen (1937), die meisten sogar schon weit vor dem 1. WK: Siemens (1847), Bayer (1863), Hoechst (1863), BASF (1865), Daimler (1890). Allesamt ohne jegliche "US-Amerikanische Hilfe".
Und mit US-Amerikanischer Meinungsfreiheit verbinde ich political correctness und cancel culture. Habe die Ehre.

Leander

24. März 2023 09:40

@Gustav:
Gehen Sie doch in Offenheit davon aus, dass es Mnschen gibt, die in der Lage sind so einen Text zu überfliegen, dann auf Relevanz in ihrem Sinn zu bewerten und das als (zusätzliche/konträre) Meinung hier kundzutun. Alles ist Meinung hier! Sie dürfen mich ja gerne vom Gegenteil überzeugen und mir erklären, in welcher Form die Abhandlung von Schreck-Notzing eine Auswirkung auf das heutige Weltgeschehen haben könnte. Nehmen Sie doch 100 Bücher und bieten Sie diese in einer Fußgängerzone an. Sie werden niemanden interessieren.
Meine Meinung ist nach wie vor: Abhandlungen dieser Art enthalten sicherlich viele korrekte historische Fakten, aber sie dienen nur Leuten als Gebetbuch, die eine gewisse Filterblase nicht verlassen können.

Gotlandfahrer

24. März 2023 10:10

@ RMH:
Appelle auch vor der eigenen Tür zu kehren, Selbstkritik zu üben sind einem BRD-Bürger gegenüber nichts als Hohn bzw. Ausdruck eines vollendeten Stockholm-Syndroms.  Nicht, weil Selbstkritik nicht etwas für geistig anspruchsvolle Menschen Selbstverständliches, Gutes, Hilfreiches, Notwendiges wäre – sondern weil der BRD-Bürger mit „Selbstkritik“ wie eine Mastgans von frühesten Kita-Tagen an vollgepumpt wurde.  Den Dreck gilt es erstmal wieder auszukotzen und von den Rippen zu schwitzen, denn „Selbstkritik“ kommt von „Selbst“ und nicht von Richtern, die niemand, außer sie selbst sich, berufen hat.  Zu „Selbstkritik“ eines BRD-Bürgers sollte zu allererst einmal gehören, inwieweit er sich selbst tatsächlich ein eigenes Bild von der Welt gemacht hat.

Gotlandfahrer

24. März 2023 10:13

@Majestyk:
Sie erinnern mich an Das Leben des Brian, wo die judäische Volksfront die Errungenschaften durch die Römer benennt. Es geht doch nicht darum, ob das Britische Empire, oder welche Kolonialmacht auch immer, in Kolonien „auch gute Dinge hinterlassen“ hat.  Allein schon, dass Sie die USA, die uns doch „befreit“ haben und jetzt unsere „Alliierten“ sind, mit „Kolonisation hat auch sein Gutes“ in deren eigentlicher Ambition in mildes Licht tauchen zeigt, dass auch auf unserer Seite die meisten noch gar nicht begriffen haben, wo der eigentliche Gegner steht. Nennen Sie mir einen einzigen Aspekt, durch den Deutschland / Österreich seit 1918 von den USA „dennoch“ profitiert haben!  Das Leben in West-Germany war im Vergleich so schlecht nicht gewesen? Im Vergleich zu was? Zu Burkina Faso? Zu East-Germany, das unter kommunistischer Knute leben musste, weil man es in London und DC für angeraten hielt, in das Ringen Europas zu Ungunsten Deutschlands / Österreichs einzugreifen? Sie glauben tatsächlich, in West-Germany hätte man von amerikanischem “ Pioniergeist und Unternehmertum“ profitiert? Wo sind Sie ausgebildet worden? Bei McCloy? In welchen Ländern fanden nach der industriellen Revolution die meisten Erfindungen und Unternehmensgründungen statt? Wissen Sie, dass in den führenden US-Universitäten bis in die 20er Jahre großenteils deutschsprachige Lehrbücher genutzt wurden? Aus welchem Land wurden tonnenweise Patentschriften herausgeschleppt? Man, manchmal…

Leander

24. März 2023 10:14

@Der_Juergen:
Nennen Sie es gerne Satire oder sonstwie. Wenn in einem Diskussionsstrang zu einem Artikel "Weltverfassung (UN) ohne Macht (die bösen USA zu domestizieren)" nach wenigen Beiträgen die übliche Filterblasenhaltung "die Amerikaner sind die Bösen und an allem schuldig" auftaucht, kann man eigentlich nur mit Ironie reagieren.
Gehen Sie davon aus, dass es Menschen gibt, die extrem nationalkonservativ denken und trotzdem nichts gegen die USA haben. Diese Menschen sind heute politisch heimatlos und eine AfD, oder gar die scheinheilige Sahra Wagenknecht sind für die keine Wahl. Putin noch weniger.
Ja, es gab ein Vorhaben der Entnazifizierung, das Sie gerne als "Umerziehung" oder "Charakterwäsche" betiteln dürfen. Dieses Vorhaben war auch dringend nötig, um die reelle Umerziehung, die die Nazis den Deutschen angetan haben, zu tilgen. Das Programm schlug bekanntlich bei der Funktionselite fehl und beim Kleinen Mann war es unnötig. In meiner Umgebung, und ich lebe nicht auf einem anderen Stern, hat sich niemand gehirngewaschen gefühlt. Im Gegenteil: im ländlichen Raum haben über Jahrzehnte viele Gemeinden finanziell von der Partnerschaft mit den "Besatzern" profitiert.
 
 

Gotlandfahrer

24. März 2023 11:49

@ Leander:
Fortan will ich mich auch zurückhalten, da es sinnlos erscheint. Der noch: Niemand hat behauptet "Die Amerikaner sind die Bösen und an allem schuldig." Die Amerikaner schon mal gar nicht, aber in der Hierarchie der globalen Einflußmöglichkeiten spielen einige Amerikaner (und andere, die sich "Amerikas" bedienen) schon eine bedeutsame Rolle. Diese Thematik partout nicht diskutieren zu wollen ist intelektuell auf Antifa-Niveau, wie überhaupt die meisten, die man dazu sprechen hört, wie geistige Brandlast erscheinen: Im Weg stehen und vor sich hin kokeln ist alles, was gezeigt wird.
Um Ihnen die Angst vor Amerikakritik zu nehmen: Die Hälfte meiner Verwandschaft lebt da, habe einen US Uni-Abschluß und bin stets gerne dort - man muss nicht "etwas gegen die USA" haben um zu sehen, dass das, was unser größtes Problem ist im übrigen längst auch das größte Problem der Amerikaner ist. 

Gracchus

24. März 2023 11:53

@Gotlandfahrer
Sie übersehen, dass das, was Sie anführen, in dem "Vorwurf" enthalten ist, nämlich dass die Deutschen nicht erkennen, wie ihnen übel mitgespielt wurde und wird. Im Übrigen spielen sie sich und anderen selber übel mit. Da kann man mir sagen, was man will. Wenn ich verallgemeinere, dann beschreibe ich nur eine vorherrschende Tendenz. Die Deutschen sind extrem ideologieanfällig und etatistisch. Da kann man mir sagen, was man will. Erst der rechte Sozialismus, dann der DDR-Sozialismus - jetzt hat man sich einem ideologischen Mischmasch, einem technokratischen Sozialismus verschrieben. Es ist schmerzhaft, mit welcher Verbissenheit dieser verfolgt wird, wie einfache, offensichtliche Tatsachen ausgeblendet, ja geleugnet werden, weil man lieber an seinem ideologischen Wahn festhält. 
 

Umlautkombinat

24. März 2023 12:06

> Wissen Sie, dass in den führenden US-Universitäten bis in die 20er Jahre großenteils deutschsprachige Lehrbücher genutzt wurden?
 
Lassen Sie Ihre selbst genannte Jahreszahl auch einmal - speziell unter Beachtung des Wortes "bis" - wirken.  Ja, "Man, manchmal…"
 
Die USA und die Technologie und Wissenschaft darin sind nicht die USA, weil sie irgendwann einmal einen Wernher von Braun zu sich geholt haben. Ihnen fehlt sehr  offensichtlich jede Erfahrung, in den letzten Jahrzehnten - oder m.E. ueberhaupt einmal - international an diesbezueglichen Fragestellungen auf der Hoehe der Zeit gearbeitet zu haben. Auch wenn das jetzt Stacheln aufrichtet, ist das einfach eine Feststellung. Denn wenn dem so waere haette es die zwingende Konsequenz, keine derartige Verengung einer wie auch immer gearteten vorgeblichen deutschen Vormachtstellung geistiger Arbeit zu halluzinieren.
Die Organisation von Wissenschaft in den USA hat ueber viele Jahrzehnte eigene Leistungen hervorgebracht und, gleichzeitig wichtig, auch zugeordnete sehr eigene Charakteristika. Ein Deutscher z.B. haette ein elektronisches Bauteil nie "chip" genannt. Klingt nicht viel, aber dieser Pragmatismus findet sich auch in sehr hochstehenden kognitiven Leistungen und bringt diese in einer Form auf den Punkt, der eine eigenstaendige Kultur widerspiegelt und in seiner spezifischen Art und Weise der Zuspitzung auch ein Qualitaetsmerkmal. 
 

Majestyk

24. März 2023 12:22

Zweiter Versuch.
2. Deswegen muß man sich nicht am Halsband erfreuen, aber ich bleibe dabei, der Zeitgeist wird vom inneren Zustand des Hegemons bestimmt, nicht von dessen Namen. Und erst im Rückblick wird sich zeigen ob eine Weltordnung mit anderer oder gar keiner Führung so viel besser ist. Das mag manchen simpel erscheinen, was womöglich daran liegt, daß ich eher ein einfacher Mensch bin. Dafür sehe ich die Welt aber auch nicht schwarz oder weiß, sondern viele Grauabstufungen und mir ist lieber was in der Praxis gut funktioniert als Theorie die sich gut liest, die aber in der Praxis keiner erprobt hat. Weder steht die Welt vor dem Klimakollaps, noch das Abendland bereits verloren. Weder zu Euphorie, noch zum Fatalismus gibt es Anlaß. Es gab schon immer Barbaren vor den Toren, Diktatoren, Bilderstürmer und die Pest. Immer beklagten die Menschen den Untergang von irgendwas, immer drehte sich die Welt weiter und eigentlich wird die stetig ein besserer Ort, von gelegentlichen Rückschlägen abgesehen. Aus der jetzigen Krise kann ja auch eine Chance erwachsen, auch für Deutschland und vielleicht erlebt das Deutsche bald wieder eine Rennaissance, sicher abgewandelt, aber dennoch unverkennbar deutsch. Wenn die Deutschen die Pest, Napoleon und zwei Weltkriege überleben konnten, dann werden so ein paar Jahre Merkel und Habeck das Land auch nicht kaputt machen, erst recht kein ganzes Volk.

Le Chasseur

24. März 2023 12:36

@Leander
"Im Gegenteil: im ländlichen Raum haben über Jahrzehnte viele Gemeinden finanziell von der Partnerschaft mit den "Besatzern" profitiert."
Natürlich gibt es viele Kollaborateure, die von der amerikanischen Besatzung profitieren und die zu greinen anfangen, wenn ein Truppenabzug im Raum steht: https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/leben-in-bayern/detailansicht-leben-in-bayern/artikel/grafenwoehr-bangt-um-seine-amerikaner.html#topPosition
https://www.spdfraktion-rlp.de/presse/mitteilungen/schweitzer-zu-us-truppenabzug-trauriger-tag-fuer-die-deutsch-amerikanische-freundschaft
Unterm Strich profitiert Deutschland als ganzes aber nicht von der transatlantischen Partnerschaft. Wenn man nur bedenkt, welche Kosten allein die erzwungene Masseneinwanderung von muslimischen Analphabeten seit den 1960er Jahre verursacht hat...

Majestyk

24. März 2023 12:41

@ Leander:
In meiner Umgebung, (...) hat sich niemand gehirngewaschen gefühlt. 
Sag ich doch, ist wie beim beleidigt sein. Man fühlt sich beleidigt, man wird es nicht zwangsläufig. Ich kann alliierte Kriegsverbrechen und Machtpolitik auch wahrnehmen. Wenn man differenziert gehört dazu aber auch eigene Fehler zu sehen. Ich gehöre nicht zu denen die das Kaiserreich schlecht reden, aber niemals zuvor durften Menschen meiner Herkunft sich in Deutschland derart frei entfalten und prosperieren wie unter amerikanischer "Besatzung".  Und bei aller Vaterlandsliebe, ich nehme nicht den Platz ein, den man meinen Großvätern im Leben noch zugewiesen hat, nur weil die arm geboren wurden.
@ Gotlandfahrer:
Selbst Monty Python trifft manchmal einen wahren Kern, das ist auch der Grund warum diese Szenen zum lachen anregen. 
 

Leander

24. März 2023 12:49

@Gotlandfahrer:
von was träumen Sie? Ich habe Ihre Beiträge hier stets wertschätzend gelesen. Nach Ihrem Kommentar an @Majestk, 10:13 Uhr, kann ich Sie nun einschätzen. Sie trauern einem geschlachteten Rennpferd namens Germania nach, das aber nicht mehr auferstehen wird. Auf die Schlachtbank wurde das Rennpfed von den hohen Herren genau der edlen Firmen geführt, die @Valejan72, 09:26 Uhr, aufzählt, indem diese Hitler die Macht gewährten. Den Rest kennen wir. Deutschland muss sich nun als Almosenempfänger begnügen und die Almosen kommen für Europa künftig entweder weiterhin aus den USA, oder alternativ aus China. Zum Schein dürfen die Europäer gerne an eine gewisse Souveränität glauben.
Zu den Entscheidungen in DC über den Kriegseintritt stelle ich mir allerdings auch Fragen. Warum haben sie bloß nicht früher eingegriffen? Dann wäre der Eiserne Vorhang an der Oder, oder noch weiter östlich entstanden. Den Ostdeutschen und vielleicht auch Tschechen wäre viel erspart geblieben.

Le Chasseur

24. März 2023 15:15

"Zu den Entscheidungen in DC über den Kriegseintritt stelle ich mir allerdings auch Fragen. Warum haben sie bloß nicht früher eingegriffen?"
Tja, warum nur? Fragen über Fragen...

Gustav

24. März 2023 15:51

@ Leander
All ihre Schlußfolgerungen sind mangelhaft.
Die Welt klaffte, Robert Musil zufolge, 1914 „in deutsch und widerdeutsch”. Woran das „Widerdeutsche” Anstoß nahm, ist uns im Nachgang zu dem dreißigjährigen Krieg zwischen Deutschland und der Welt (1914–1945) ausführlichst erläutert worden: Es war der „Reaktionäre Modernismus” des Kaiserreichs, der Empörung weckte, der skeptische Antimodernismus mit den Unterabteilungen Antikapitalismus, Demokratiekritik und Irrationalismus. Das ist zwar nicht ganz rund, denn die Engländer waren auf die Deutschen ja nicht etwa wegen eines modernitätswidrigen Müßiggangs schlecht zu sprechen, sondern eher im Gegenteil, und man tut den Angelsachsen gewiß nicht Unrecht mit der Unterstellung, daß ein unter kaiserlichem Regiment weiterhin nur „reaktionär” dichtendes und denkendes Volk ihren Abscheu weit weniger erweckt hätte als eines, das gleichzeitig das Stahlkochen vervollkommnet, Elektromotoren baut und überhaupt die englische Industrie in nur wenigen Jahrzehnten peinlich deklassiert.
Der Konflikt, der sich da aufgebaut hatte, war also tatsächlich ein wirtschaftlicher, aber er reichte auf deutscher Seite wesentlich tiefer: 
https://sezession.de/1420/letzte-ausfahrt-weiter-hinten-der-deutsche-sonderweg?hilite=thomas+hoof

Wahrheitssucher

24. März 2023 16:11

"Es wurde nichts umerzogen."
„Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Eingang in die Geschichtsbücher der Besiegten gefunden hat und von nachfolgenden Generationen geglaubt wird, kann die Umerziehung wirklich als gelungen angesehen werden.“ 
Dieser Satz Walter Lippmanns mag in folgender Weise ergänzt werden:
Und wenn die Umerziehung dann von den Umzuerziehenden noch selbst übernommen und weiter betrieben wird, bis zu einem Maße, dass sie sich selbst dieser gar nicht mehr bewusst sind und werden...

Valjean72

24. März 2023 16:23

@Leander:
Im Gegenteil: im ländlichen Raum haben über Jahrzehnte viele Gemeinden finanziell von der Partnerschaft mit den "Besatzern" profitiert.
---
Auszug aus dem Grundgesetz Art. 120 (1)
>>Der Bund trägt die Aufwendungen für Besatzungskosten und die sonstigen inneren und äußeren Kriegsfolgelasten nach näherer Bestimmung von Bundesgesetzen<<
Und bez. ihrer Stellungnahme zur notwendigen Entnazifizierung will ich nur folgendes Zitat des Dresdner Kabarettisten Uwe Steimle anführen:
"Was als Kampf gegen Rechts geführt wird, ist in Wahrheit ein Kampf gegen das eigene Volk"
 

Valjean72

24. März 2023 16:25

@Majestik:
"Ich gehöre nicht zu denen die das Kaiserreich schlecht reden, aber niemals zuvor durften Menschen meiner Herkunft ..."
---
Welches ist denn Ihre Herkunft, wenn ich fragen darf?

Gotlandfahrer

24. März 2023 16:43

1/2Wäre ich Betreiber dieses Kommentarbereiches, müsste ich stapelweise Anti-Depressiva einwerfen angesichst des allgemeinen Präzisionsdrift im Ausdruck, der sich auch hier nicht heraushalten lässt. Da jetzt aus weiteren Nestern gefeuert wird:
@ Gracchus: Wo habe ich übersehen, dass Deutschen übel mitgespielt wurde? Ihre weiteren Ausführungen sind astrein, kann mich nicht entsinnen, je Gegensätzliches impliziert zu haben?
@ Umlautkombinat: Auch Sie haben in mich hineingelesen, was Sie glaubten verteidigen zu müssen, ohne dass ich es angegriffen hatte. Ich habe nie behauptet, dass die USA nur wegen deutscher Erfindungen das sind, was sie sind, obwohl es eine Überlegung wert wäre, wo die USA und Deutschland / Österreich auch technologisch stünden, hätte es die Weltkriege nicht gegeben. Ich habe behauptet, dass "West-Germany" nicht deswegen "vergleichsweise" so gut da stand, weil es sich erst durch die Befreiung an amerikanischem "Pioniergeist" und Unternehmertum orientieren durfte. Die amerikanischen Pioniere stammen allesamt aus Europa, dieses Talent wird sich nicht erst auf der Atlantik-Überfahrt in ihre Köpfe gesenkt haben. Und wenn Sie mal genauer hinschauen, entpuppen sich viele US-Innovationen als ihrer Machtstellung geschuldet - Microsoft Windows war damals nicht besser als das deutsche Star Office, sondern konnte sich aufgrund der Marktmacht durchsetzen, von den Pentagon Start-ups wie Facebook & Co mal ganz abgesehen. …

Gotlandfahrer

24. März 2023 16:44

2/2
Die Kriege gegen Deutschland wurde genau deswegen geführt: Wegen Handels-, Finanz- und Industriemacht, nicht um Polen Danzig zu schenken.
Im Übrigen ging es mir nicht darum, von einer hypothetischen deutschen Innovationssupermacht zu "halluzinieren", sondern die auf pawlow'sches Klingeln hin vorgetragene Märchenerzählung von unserem "guten Kolonialherren USA" zu entkräften, so als ob uns Zivilisation und Fortschritt erst durch kaugummifressende GIs gebracht wurde.
Und noch @ Leander, weil ich schon dabei bin: Zunächst Danke für die Blumen, aber sehen Sie nicht den Widerspruch in Ihrem Absatz: Wir sind also Almosenempfänger, die zum Schein an Souveränität glauben dürfen. Einerseits. Andererseits ist jemand, der zumindest letzteres (ersteres ist falsch, noch bekommen wir keine Almosen, noch werden wir gemolken, man schenkt uns kein Fracking-Gas, man zockt uns ab) genauso sieht wie Sie, jemand, der einem „geschlachteten Rennpferd“ hinterhertrauert? Kommen Sie mal in die Eigenverantwortung! Fangen wir uns halt ein neues, aber reiten wollen sollten wir schon, oder wollen Sie weiter Fußtritte der Yankee-Kavallerie ins Gesicht bekommen?

Leander

24. März 2023 16:45

@Gotlandfahrer, abschließend,
uns trennt nichts bezüglich der Theorie der hintergründigen Strippenzieher, zu deren Diskussion es leider überhaupt keine Faktenbasis gibt. Für mich zumindest nicht erreichbar. Schwab und sein WEF mit den "Young Global Leaders" ist zu kurz gesprungen, weil wahrscheinlich nur eine vorgespiegelte Illusion. Auch die UNO ist instrumentalisiert. Und auch ich vermisse die Exzellenz, die Deutschland einmal in Kultur und Wissenschaften hatte.

Gustav

24. März 2023 17:11

Die USA als Führungsmacht des Westens sind schon länger eine leere Hülle und stehen spätestens nach der letzten Präsidentschaftswahl nun vor aller Welt auch als eine solche dar. Sie sind ein Instrument der globalen Mafia geworden, aber als solches stark geschwächt. Es klappt ja auch nichts mehr: Venezuela, Weißrußland, Ukraine, Syrien, ein Mißlingen nach dem andern. Es gibt einen strategischen Grundfehler parasitärer Organismen, der darin besteht, den Wirt schon auf den Tod geschwächt, aber einen neuen noch nicht gefunden zu haben. Rußland ist für diese Rolle schon 1999 ausgefallen, obwohl die befreundeten Oligarchen in der Aneignung der russischen Ressourcen weit vorangekommen waren – ein schwerer, möglicherweise der entscheidende Rückschlag.
https://sezession.de/64852/in-zehn-oder-in-hundert-jahren?hilite=thomas+hoof

Le Chasseur

24. März 2023 17:41

"Schwab und sein WEF mit den "Young Global Leaders" ist zu kurz gesprungen, weil wahrscheinlich nur eine vorgespiegelte Illusion"
Das ist mittleres Management.
Ein kleiner Hinweis: https://www.handelszeitung.ch/panorama/emmanuel-macron-von-rothschild-zum-minister
 
 
 

Majestyk

24. März 2023 17:50

@ Gotlandfahrer:
Es gibt ja eigentlich auch noch einen Teil 2, der aber nicht veröffentlicht wird. Ich bin mir gar nicht sicher ob uns so wahnsinnig viel trennt, bzw. ob das wirklich entscheidend ist, aber zwei Fragen.
Wenn das amerikanische Westdeutschland 1949-90 so schlimm war, welches Deutschland war dann besser? Das verlotterte ebenfalls unfreie Weimar wohl kaum. Das Kaiserreich war ja wohl eher für jene schön, die oben waren und um das dritte Reich zu mögen mußte man deutsch sein und der Ideologie nicht im Weg. Welches Deutschland habe ich übersehen?
Noch eine Frage. Wenn Sie von anywheres und somewheres reden, vom benutzten Amerika, was ist dann der Unterschied zu meinem Einwurf, der Zeitgeist wird durch den inneren Zustand des Hegemons bestimmt?
Denn wenn deren Souveränität die Amerikaner schon nicht schützt und wenn die Konfliktlinien durch alle Völker und Nationen verlaufen, wie soll dann Souveränität dazu führen, daß sich die Lage bessert und wie will man einen globalen Konflikt, wenige gegen den Rest auf nationaler Ebene gewinnen, wenn Verbündete vielleicht eher ein Orban oder DeSantis sind und nicht die eigene politische Elite?
Ich hätte auch lieber ein souveränes, freies, prosperierendes Deutschland. Dazu müßten hier im Land aber andere die Deutungshoheit haben. Unsere Fettschicht ist aber eindeutig nich tso totalitär, weil sie amerikanisch umerzogen wurde, sondern weil es eine ideologische Clique ist, die sich gut mit der ideologischen Clique versteht die gerade im weißen Haus residiert.

Majestyk

24. März 2023 18:21

@ Valjean72:
„Washington lockt deutsche Firmen mit billiger Energie und niedrigen Steuern.“
Und warum ist das möglich? Doch nicht wegen der Umerziehung, sondern weil hier eine kommunistische Sekte an der Regierung ist, die gerade jedem Unternehmen und jedem anständigen Bürger die Luft zum atmen nimmt. Diesen grünen Wahn, den verantworten nicht andere, das sind welche aus unserem Volk.
Welches ist denn Ihre Herkunft, wenn ich fragen darf?
Mich darf man alles fragen. Die Herkunft ist eindeutig deutsch und arbeitend. Meine Großväter buddelten noch nach Kohle, hatten beide damit während des ersten Weltkriegs begonnen. Sozial ging es vermutlich nach 1933 aufwärts als beide zu Siedlungseigentum kamen. Nur hätte für Beide der Krieg nicht viel länger dauern dürfen, der eine hatte Zwangsarbeiter mit Essen versorgt, der andere zu laut gemeckert. 
Ich glaube auch nicht, daß man erst Städte bombardiert um Menschen zu befreien, aber mit den Besatzern kamen Menschen und mit denen konnte man auskommen, die änderten dann auch ihre Pläne. Das war kein Ideal, aber lebbar. Wenn die heutige Konstruktion, nicht nur hier, sondern auch in anderen Ländern für viele kaum noch lebbar ist, hat das für mich viel mit von Ideologie getränktem Zeitgeist zu tun. Die internationale Einbettung liegt an der unfreien Konstruktion, der innere Zustand der Gesellschaft wird durch die Mentalität unserer Mitmenschen bestimmt.
 
 

Umlautkombinat

24. März 2023 19:29

@Gotlandfahrer
 
> Da jetzt aus weiteren Nestern gefeuert wird
 
Jetzt holen Sie sich mal wieder ein, Sie sind hier nicht im Krieg. Natuerlich haben Sie die Dinge so gesagt wie ich sie aufgefasst habe, vielleicht hatten Sie aber auch nur eine Praezisionsdrift im Ausdruck.
 
Ich muss insofern auch nichts "glauben zu verteidigen" (wo holen Sie eigentlich diese Kuechenpsychologie her? Wenn ich etwas verteidigen will, dann mache ich das schon klar). Ich habe nur ein paar aktuelle Dinge klargestellt, die man belastbar wissen kann wenn man damit gelegentlich real zu tun hat. Dieses staendige aus 100 Jahre zurueckliegenden Konflikten der einzigartigen Deutschen mit Albion und seinen boesen Cousins die Welt erklaeren wollen, das erschoepft sich halt irgendwann und buesst v.a.D. schon aus dem Fakt seiner zeitlichen Herkunft allein in bestimmten Aspekten zwangslaeufig zunehmend an Deskriptionsfaehigkeit ein. In Bestimmten wie gesagt, nichts gegen Geschichte generell. Aber bitte immer einmal die Gueltigkeit der Anwendbarkeit auf aktuelle Dinge einem Realitaetscheck unterziehen. Besonders dann, wenn es speziell wird und hinter dem eigenen Erfahrungshorizont liegt.

Gotlandfahrer

25. März 2023 00:54

1/2
@ Majestyk:
Ich mag Sie, irgendwie. Da wir uns schon seit neulich an Profiling versuchten: 
Ich bin Ende der 60er als deutscher Junge geboren. Barfuß. Ich werde als deutscher Mann sterben. Barfuß, jedenfalls sobald ich in der Kiste liege. In der Zeit dazwischen werde ich immer nur das gewesen sein, was mir meine Eltern, meine Familie und mein geliebtes Volk, in Ausschöpfung meiner Potenziale, ermöglicht haben. Es hat mich bis heute, und das geht an @Umlautkombinat, der in mir offenbar den Hausmeister eines Burschenschaftsquartiers vermutet, durch verschiedene berufliche Stationen des internationalen Technologiemanagements getrieben, was nur insofern hier von Bedeutung sein soll, als dass ich nicht grundsätzlich amerikafeindlich bin oder es mir an einem von ihm diagnostizierten Zugang zur Postmoderne mangelt („Ihnen fehlt sehr  offensichtlich jede Erfahrung, in den letzten Jahrzehnten - oder m.E. ueberhaupt einmal - international an diesbezueglichen Fragestellungen auf der Hoehe der Zeit gearbeitet zu haben.“ - LoL).
Lieber Lautwandelhersteller, ich arbeite beruflich an den Einsatzmöglichkeiten z.B. von ChatGBT und anderen KI-Lösungen, bin den größeren Teil meines Berufslebens in anglo-amerikanischen Großkonzernen tätig gewesen und trotzdem deutschnational-liberalsolidarisch.

Gotlandfahrer

25. März 2023 00:55

2/2
Warum sage ich das? Weil es mich ankotzt, dass selbst in diesem Forum von vielen vergessen wird, dass wir alles, was uns überhaupt noch froh sein lässt, nicht Hollywood, Wall-Street, Herrn Zuckerberg oder dem Pentagon zu verdanken haben, sondern unseren Vorfahren, so fehlbar sie gewesen sein mögen.  Nichts, rein gar nichts haben wir Uncle Sam zu verdanken, ja, auch Stalin oder Putin haben wir nichts zu verdanken und – oho: Hitler ebenfalls nichts. Entweder wir sind hier Pro-deutsch, d.h. erfüllt von Dankbarkeit dafür, zu sein, wie wir sind, oder wir melden uns bei Dr. Fauci zum Wohle der Menschheit für das nächste große Experiment.

Umlautkombinat

25. März 2023 10:26

@Gotlandfahrer
 
Was fuer eine ueberraschend passende Karriere. Ein ChatGB[P]T-Erforscher, alle Achtung! Ich bediene mich einmal der ploetzlichen ebenfalls etwas ueberraschenden deutschnationalen Ausdrucksfaehigkeit (Stay in character!): LOL!
 
Aber das sei es von meiner Seite dazu.

Gotlandfahrer

25. März 2023 11:08

@ Umlaut:
Punkt für Sie, war spät, Feier vorher fröhlich, Tastatur mein Feind. Wenigstens hat's kein Bot geschrieben.

Le Chasseur

25. März 2023 13:59

Auf t-online.de ist jetzt ein Artikel erschienen, in dem nahegelegt wird, dass die Nord-Stream-Pipeline von den Russen gesprengt wurde: Link
Unterdessen wollen Dänemark und Russland gemeinsam ein zylindrisches Objekt bergen, das am Meeresboden in der Nähe der Pipeline geortet wurde: Link

Valjean72

25. März 2023 16:39

@Majestyk:
Der Aufstieg der Grünen wäre ohne die re-education und das dadurch geschaffene auto-aggressive Klima mE niemals möglich gewesen. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass die Grünen in ihrer Entstehungszeit auch und gerade von jenseits des Atlantiks mit angestoßen wurden und werden.
 
Die erfolgreich implementierte Umerziehung zeichnet sich zudem gerade dadurch aus, dass die Kernelemente nun von den Nachfolgegenerationen der Umerzogenen selbst propagiert und umgesetzt werden.
 
Sie hatten Ihre Herkunft selbst ins Spiel gebracht, um den Status der US-Besatzung das Wort zu reden welche Sie dem souveränen deutschen Kaiserreich vorziehen, da sich Menschen Ihrer Herkunft hierzulande niemals so entfalten und prosperieren hätten können wie unter US-Besatzung.
 
Hierzu folgenden Anmerkungen.
 
1) Sie vergleichen unterschiedliche Zeitepochen
 
2) Die Lebenssituation eines deutschen Arbeiters war um 1910 gewiss besser als jene eines englischen Arbeiters und ich meine gewiss nicht schlechter als die eines Arbeiters in den USA
 
3) Wer als Deutscher die unmündige Situation der BRD unter der US-Hegemonie dem souveränen und auf vielen Ebenen hoch prosperierenden Kaiserreich vorzieht, der mag alles sein aber gewiss kein deutscher Patriot.

Jungreaktionaer

25. März 2023 23:53

Es sollte jedem klar sein, dass eine solche Operation nicht von einer kleinen Amateurgruppe zu bewerkstelligen gewesen wäre. So etwas kann nur ein Staat leisten. Und das verschweigt man.

ede

26. März 2023 03:28

Trotz weniger unnötig verbissener Formulierungen, ist das nicht eine wunderbare Diskussion, Selbstverständigung auf höchsten Niveau? 
Passt da nicht der Werbespruch eines (sic!) amerikanischen Flugzeugherstellers aus den 70ern? 
 "Vor uns ist nichts mehr. Nur noch der Fortschritt. Und hinter uns steht die Nation. Wenn sie weiß, was gut für sie ist." 
So ähnlich habe ich das zum letzten FAZ Blog von Don Alphonso vor fast genau 5 Jahren kommentiert.
Er thematisierte die Vorteile von Blogs mit Kommentarfunktionen, aber auch die erhebliche redaktionelle Arbeit, und die Risiken die damit verbunden sind.
Deshalb an dieser Stelle mein Dank an die Redaktion und die Kommentatoren. 
https://blogs.faz.net/deus/2018/03/31/ein-internet-ohne-kommentare-ist-moeglich-sinnlos-4916/#comments

Le Chasseur

26. März 2023 11:31

@Valjean72
"Der Aufstieg der Grünen wäre ohne die re-education und das dadurch geschaffene auto-aggressive Klima mE niemals möglich gewesen. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass die Grünen in ihrer Entstehungszeit auch und gerade von jenseits des Atlantiks mit angestoßen wurden und werden."
Ich hatte auf Ihren Beitrag schon einmal geantwortet, die Moderatoren haben mein Posting leider nicht freigegeben.
Nur soviel: Annalena Baerbock, die praktisch auf jedem Politikfeld Positionen vertritt, die Deutschlands Schwächung zur Folge haben, ist eine von Amerikas Musterschülerinnen : https://www.welt.de/politik/ausland/article241322587/Time-sieht-Baerbock-und-Neubauer-als-aufstrebende-Stars.html
Auch diese Personalentscheidung der frischgebackenen Außenministerin Baerbock war bemerkenswert: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annalena-baerbock-macht-greenpeace-chefin-zur-staatssekretaerin-motive-sind-luxus-kolumne-a-0b5f0d23-776b-4623-b730-b9c5b6dd1934

Majestyk

26. März 2023 15:24

@ Gotlandfahrer:
Ich hatte eigentlich sehr ausführlich geantwortet, soll nicht sein. Im Grunde sind wir uns einig, nur denke ich, daß Befreiung vor allem etwas ist was von innen kommt. Wir leben hier aber in Strukturen, die Menschen per se als unmündig erklären und alimentieren um so Mündel zu erzeugen.
@ Valjean72:
Ich weiß das alles. Patriotismus muß man aber vor allem leben und nicht argumentativ belegen. Patriotismus hat aber mehr mit Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu tun als mit dem Aufbau eines Staatswesens.
Um die Re-Re-Education durchführen zu können auf die Sie abzielen brauchen Sie aber erst einmal eine Deutungshoheit und für die brauchen Sie eine Mehrheit. Und jene Mehrheit können Sie momentan eher erreichen, wenn Sie mit dem renitenten Teil der Unzufriedenen einen Weg zurück in marktwirtschaftliche und halbwegs rechtstaatliche Zeiten antreten. Das erfordert einen Schritt nach dem anderen. Irland mußte sich auch zunächst mit einem Freistaat begnügen ehe es Republik werden durfte. „Freiheit, um die Freiheit zu erreichen“

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