Abholen, wo sie sind?

von Jörg Seidel -- Sehr interessantes Gespräch zwischen Florian Müller von der Krautzone und der Jungen Freiheit.

Die „Kraut­zo­ne“ will ein jugend­li­ches, fri­sches, wit­zi­ges und bun­tes rech­tes Maga­zin sein, das vor allem jun­ge Leser anlockt. Sie hat sich mitt­ler­wei­le zu einer fes­ten Grö­ße im kon­ser­va­ti­ven Blät­ter­wald gemausert.

Mül­lers Argu­ment ist typisch und schein­bar über­zeu­gend, den­ken wir dar­über nach:

Wir leben nun mal in einer Zeit, in der alles schnell gehen muß, die Auf­merk­sam­keits­span­ne kür­zer wird, sowie in einer Art Infan­ti­li­sie­rung: Unbe­darft­heit und Kind­lich­keit zün­den. Die Grü­nen begeis­tern mit ihren ver­träum­ten Idea­len plötz­lich auch älte­re Leu­te, die eigent­lich eher fak­ten­ori­en­tiert sind.

Unser Lager ist dage­gen sehr ernst gewor­den, was man ihm auch kaum ver­übeln kann, haben sich die letz­ten Jahr­zehn­te doch nicht zu unse­ren Guns­ten ent­wi­ckelt. Doch es hilft nichts, jun­ge Leu­te muß man abho­len, wo sie sind. Und das soll­ten wir Kon­ser­va­ti­ven und Frei­heit­li­chen end­lich lernen. …

Man muß sich klar­ma­chen: Wer heu­te jung ist, hat ein nor­ma­les Deutsch­land, so wie Sie es wohl noch erlebt haben, gar nicht mehr ken­nen­ge­lernt. Statt­des­sen sind die Jun­gen hin­ein­ge­bo­ren in die­sen völ­lig ver­rück­ten Sta­tus quo: Schul­klas­sen bestehen zur Hälf­te aus Migran­ten, Mit­schü­ler pla­nen, ihr Geschlecht umope­rie­ren zu las­sen, und dau­ernd wird gepre­digt, der Welt­un­ter­gang sei nah. Was jun­ge Leu­te da brau­chen, ist kein Kla­gen über einen Ver­fall, den sie selbst ja gar nicht als sol­chen wahr­neh­men, weil sie es gar nicht anders ken­nen, son­dern ein Bild von einem Deutsch­land, das auch anders sein kann, und von Wer­ten, die nicht Moden unter­lie­gen, son­dern die über­zeit­lich, ewig gül­tig sind.

Wir haben es mit dem Argu­ment der not­wen­di­gen Niveau-Sen­kung zu tun, die davon aus­geht, daß kom­ple­xe bil­der­lo­se Tex­te und geho­be­nes Voka­bu­lar an den Bedürf­nis­sen und vor allem an den Fähig­kei­ten vie­ler Leser vor­bei­ge­hen. Wer Men­schen mit gerin­ger Auf­merk­sam­keits­span­ne errei­chen wol­le, der müs­se selbst schnel­ler sein.

Im Grun­de meint die Figur, daß man den zu bekla­gen­den Pro­zeß der Beschleu­ni­gung selbst beschleu­ni­gen müs­se, um über­haupt noch Zugriff auf ihn zu haben. Dem­entspre­chend kri­ti­siert Mül­ler auch die Jun­ge Frei­heit, die er als zu alt­mo­disch emp­fin­det, und die Jun­ge Frei­heit inves­tiert nun selbst mit gro­ßem Tra­ra viel Geld, um ihren Inter­net­auf­tritt auf­zu­pep­pen. Man will die Nase in den Wind hal­ten. Es ist ohne­hin bereits auf­ge­fal­len, daß die Tex­te immer kür­zer werden.

Nimmt man dann noch Zeit­schrif­ten wie die Sezes­si­on oder Tumult in den Blick, dann merkt man, wie weit weg die­se vom Schuß sind. Kein Wun­der, daß sie nicht viel mehr als 4000 Abon­nen­ten gewin­nen kön­nen, wäh­rend der Cice­ro mit sei­nem geho­be­nen „Stern“-Niveau das Zehn- oder Zwan­zig­fa­che an Reich­wei­te hat.

Das drückt sich auch optisch aus: Tumult immer­hin grell­bunt und durch ein paar Kunst­ab­dru­cke auf­ge­lo­ckert, ansons­ten aber Blei­wüs­te; wer nicht stu­diert ist, bes­ser: wer kein Stu­die­ren­der, Ler­nen­der ist, liest das nicht. Sezes­si­on seit der Grün­dung vor 20 Jah­ren optisch unver­än­dert schlicht und klar in rau­em Papier, mit schwarz-weiß-Pho­to­gra­phien ver­se­hen, mitt­ler­wei­le wie aus der Zeit gefal­len wir­kend, bie­der für man­che und die Tex­te erst: „Ver­steht kein Mensch!“

Es ist ein Dilem­ma. Sei­ne Lösung liegt aber nicht, wie Mül­ler meint, im all­ge­mei­nen Nach­he­cheln der Trends und des Zeit­geis­tes, son­dern in der Diver­si­fi­zie­rung, in der Viel­falt. Zuge­ständ­nis­se sind dabei unver­meid­lich und zu beja­hen. Reden wir vom Niveau, so müß­ten Sezes­si­on und Tumult jede Ver­kaufs­lis­te anfüh­ren, Tat­sa­che ist aber, daß im jet­zi­gen Deutsch­land nur weni­ge der Höhe der dort gefolg­ten Dis­kus­sio­nen fol­gen können.

Kri­te­ri­um kann hier nicht die Quan­ti­tät, es muß die Qua­li­tät sein. Die Fra­ge ist nicht, wie vie­le die­se Peri­odi­ka lesen, son­dern wer. Es ist nicht Auf­ga­be die­ser Zeit­schrif­ten, noch mehr Erre­gungs­ma­te­ri­al zu bie­ten, sie müs­sen statt­des­sen auf­klä­ren und ana­ly­sie­ren, und zwar tief im Mark der Gesell­schaft und nicht an der Ober­flä­che. Ihre Auf­ga­be ist die Kon­zen­tra­ti­on und alles, was dabei stört, hat zu unter­blei­ben. Damit decken sie ein schma­les aber emi­nent wich­ti­ges Seg­ment ab.

Meta­po­li­tik funk­tio­niert viel schlech­ter über die Mas­se als über die Eli­te: Gelän­ge es, in deren Köp­fe zu kom­men, dort Über­zeu­gungs­ar­beit zu leis­ten, das bes­se­re Argu­ment zu lie­fern, von den rele­van­ten Leu­ten gele­sen zu wer­den, dann besteht die Mög­lich­keit, daß die­ses Wis­sen über Medi­en, Schu­len, Uni­ver­si­tä­ten ins Sys­tem ein­träu­felt – das ist es, was der Begriff der „kul­tu­rel­len Hege­mo­nie“ meint. Am rela­ti­ven Erfolg die­ser Stra­te­gie darf man ihre Rich­tig­keit nicht aus­schließ­lich mes­sen, ein­ge­denk der Tat­sa­che, daß man gegen den Strom schwimmt.

Heft 113Hin­zu kommt, daß just das „Alt­ba­cke­ne“, das Unver­än­der­te, das Kon­ser­va­ti­ve im bes­ten Sin­ne des Wor­tes, ihr Mar­ken­zei­chen und ihre Attrak­ti­on ist. Daß es Leu­te und Medi­en gibt, die sagen: „Wir sind, wer wir sind“, „Wer wir sind, das las­sen wir uns von kei­ner Mode, auch nicht dem Markt dik­tie­ren“, daß man selbst­be­wußt Set­zun­gen vor­nimmt und nicht nach Bei­fall und Erfolg schielt, ist kon­sti­tu­ti­ver Teil der Anzie­hungs­kraft die­ser Medi­en und sie wür­den sofort an Wert ver­lie­ren, folg­ten sie Mül­lers Rat.

Das Wider­stän­di­ge ist ein eige­ner Wert noch vor allem Inhalt­li­chen. Es schließt selb­stän­dig getrof­fe­ne Anpas­sun­gen, Refor­men, noch nicht mal Revo­lu­tio­nen aus – alles steht unter dem Vor­be­halt.

Und noch ein Pro­blem: Die­ses Abho­len-wo-man-steht hat gute Grün­de für, aber auch gegen sich. Es ist letzt­lich ein Bücken des­je­ni­gen, der Halt bie­ten könn­te und soll­te – und es ver­hin­dert das Stre­cken des­je­ni­gen, der Halt sucht. Die­se Bewe­gung ist an sich grund­falsch. Sie hat aber als päd­ago­gi­sches Mit­tel ihre Berech­ti­gung, aller­dings nur dann, wenn das päd­ago­gi­sche Ziel den­noch die Stre­ckung und Auf­rich­tung ist. Dafür gibt es spe­zia­li­sier­te Pädagogen.

Der Mensch – jetzt sind wir in der Anthro­po­lo­gie – ist ein Anstrengungs‑, ein Übungs­we­sen – soll­te es zumin­dest sein – und ist es selbst dann, wenn er nicht aktiv übt: dann übt er eben die Träg­heit, Dumpf­heit, Schlaff­heit ein. Alles ist Übung, Übung ist alles.

Das brei­te Publi­kum kann für ein Qua­li­täts­blatt nicht der Maß­stab sein: Gera­de, weil man über­all jeder Mode, jedem Trend, jedem neu­en Geschmack hin­ter­her­läuft, ent­steht die ent­kern­te, erschlaff­te, iden­ti­täts­lo­se Gesell­schaft. Der Preis dafür, dar­an nicht teil­zu­neh­men, kann die Mar­gi­na­li­sie­rung sein – damit muß man leben können.

Mül­lers Denk­feh­ler liegt nun dar­in, die­se Auf­ga­be – um beim päd­ago­gi­schen Bil­de zu blei­ben – vom Päd­ago­gik­pro­fes­sor zu for­dern statt vom Hilfs­leh­rer. Bei­de Rol­len sind wich­tig, bei­de haben ihre Berech­ti­gung, doch wäre es ein enor­mer Ener­gie­ver­lust, wenn man sie ver­tausch­te. Wir bräch­ten uns um die geis­ti­gen Früch­te des Gebil­de­ten, der zudem ver­mut­lich schlecht im Hin­un­ter­beu­gen und Auf­rich­ten ande­rer ist und bekä­men laue geis­ti­ge Kost vom zu Unrecht Beförderten.

Nein, die Lösung lau­tet mit Marx: Jedem nach sei­nen Bedürf­nis­sen, jeder nach sei­nen Fähig­kei­ten. Die­se Dia­lek­tik muß man ver­ste­hen, nach ihr muß jeder sei­ne Beru­fung suchen. Es ist die natür­li­che Auf­ga­be der Jun­gen, sich den Alters­ge­nos­sen zu nähern und zu ihnen in ihren Codes und mit ihren tech­ni­schen Mit­teln zu spre­chen. Das Ziel muß sein, die­se auf­zu­rich­ten und sie suk­zes­si­ve zu befä­hi­gen, auch die Alten und Wei­sen zu ver­ste­hen, selbst Teil die­ser höhe­ren Sphä­re zu werden.

Des­halb ist die Auf­ga­be, die die Kraut­zo­ne leis­tet, wert­voll und nütz­lich und lobens­wert auch aus höhe­rer War­te, falsch wäre es aber, von den ande­ren das glei­che zu ver­lan­gen. Bücken ist wich­tig; Stre­cken ist wichtiger.

Es käme dar­auf an, die Ergän­zun­gen zu suchen und nicht immer wie­der auf den Dif­fe­ren­zen her­um­zu­ha­cken. Begrei­fen wir das Anders­sein der Gleich­ge­sinn­ten als Berei­che­rung und nicht als Defi­zit. Statt mit dem Fin­ger auf die alter­na­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­se zu zei­gen, wäre es hilf­reich, ande­re Zugän­ge zu loben und zu prei­sen. Umge­kehrt soll­te jeder bei den eige­nen Stär­ken, sind sie ein­mal ent­deckt, bleiben.

– – –

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Kommentare (25)

FraAimerich

14. Mai 2023 22:54

Darf man es wagen darauf hinzuweisen, daß es metapolitisch beim Bücken wie beim Strecken jeweils entscheidend darauf ankommen sollte, wonach?

Laurenz

15. Mai 2023 05:31

Parteistiftzungen, wie die Friedrich-Ebert-Stiftung, erzeugen durch viele Stipendien Getreue, vor allem Frauen, die von Natur aus nur schlecht in der Lage sind, Gesellschaften zu organisieren. Ich bin selten der Überzeugung, daß man den Anfängen wehren muß. Es schadet gar nichts, wenn sich die Blöden unter den Jugendlichen einer Hormonbehandlung unterziehen, sich Geschlechtsteile umoperieren & Brüste wegmachen lassen. Nichts erzieht besser als Schmerz & Schicksal, auch wenn es sich um das Schicksal anderer handelt. Es ist wunderbar, wenn Frauen nach jahrzehntelanger Privilegierung & verschenktem Geld, wie gescheiterter männlicher pro-femistischer Liebesmüh' sich gegen sich als weiblich erklärende Männer im sportlichen Wettkampf messen müssen oder in Frauengefängnissen von diesen vergewaltigt werden. Auch die in den letzten 70 Jahren nicht existierenden Massenvergewaltigungen in unserem Land sind klasse. Der junge Bürger bekommt, was er wählt. Bessere Werbung für uns Konservative hat es nie gegeben. Gegen die Milliarden an Staats-Propaganda-Knete können wir eh nicht antreten.

RMH

15. Mai 2023 07:13

Ich konnte das Interview noch vor Veröffentlichung dieses Artikels lesen, als es noch nicht hinter der paywall der JF verschwunden war. Kleiner Seitenhieb auf die JF: Das erste, was man von der Online-Initiative als Normal-Klick-Leser bemerkt, ist das steigende Verschwinden von Artikeln hinter der paywall. Ob paywalsl sinnvoll sind oder nicht, darüber wurde in der Zunft genug gestritten, ich denke, sie sind es nicht. Hier ist die Sezession aus meiner Sicht besser, da sie einen Kern an Artikeln nur und ausschließlich gedruckt anbietet.
Aber genung abgeschweift: Ich habe den Eindruck, dass Herrn Seidel etwas ganz anderes an den Aussagen des Herrn Müller gestört hat, als das, an dem er sich jetzt mit dem Artikel abarbeitet, denn im Grunde kommt man nicht umhin festzustellen, dass ein Kuchen nur einmal verteilt werden kann und es allenfalls um den Zuschnitt der Stücke geht. Müllers Angebot sorgt aber dafür, dass Stücke von Kuchen nicht unverzehrt bleiben und im besten Fall, dass es noch andere Esser gibt und damit macht er es am Ende - so kann man auch Seidel verstehen - dann doch nicht so falsch. Das Thema, ob man Geist, Verstand und Intelligenz wie einen Muskel trainieren kann, ist hingegen ein ganz anderes und darüber liese sich trefflich diskutieren. Zumindest beim IQ scheint ab einem gewissen Alter Schluss zu sein (angeblich um 20 - und auch hier kann man nur Gegebenes entwickeln, aber nie verpacktes kann auch durch noch so viel "entwickeln" nie gefunden werden). Ich denke, auch Müllers Leser können daher nicht mehr "verblödet" werden, also geben wir ihm unser Wohlwollen.

Franz Bettinger

15. Mai 2023 08:36

Lern-Strategie: „Komplexe bilderlose Texte“ sind tatsächlich weniger instruierend als Informationen, die möglichst viele Sinne (gleichzeitig oder nach einander) ansprechen. Diese Erkenntnis ist alt. Sie war eine der Grundlagen der UCL (Löwen, Louvain). Natürlich kann man es mit Bildern auch übertreiben. Ein Faust sollte & kann auch nicht, ohne seine Kraft zu verlieren, zum Comic degenerieren. Wenn aber Gelesenes und Geschautes im Hirn abgespeichert werden, ist das Gelernte viel länger akzessible (= ist nicht gleich disponibel) als wenn nur einer der Sinne von der Info geprägt wird. 

Dieter Rose

15. Mai 2023 09:19

@Laurenz
Ja, aber wir haben leider das entstehende und bereits vorhandeneUnheil mit auszubaden. War aber wohl immer so. Geschichte halt.

Le Chasseur

15. Mai 2023 09:42

@Laurenz
"Es schadet gar nichts, wenn sich die Blöden unter den Jugendlichen einer Hormonbehandlung unterziehen, sich Geschlechtsteile umoperieren & Brüste wegmachen lassen. Nichts erzieht besser als Schmerz & Schicksal, auch wenn es sich um das Schicksal anderer handelt. Es ist wunderbar, wenn Frauen nach jahrzehntelanger Privilegierung & verschenktem Geld, wie gescheiterter männlicher pro-femistischer Liebesmüh' sich gegen sich als weiblich erklärende Männer im sportlichen Wettkampf messen müssen oder in Frauengefängnissen von diesen vergewaltigt werden. Auch die in den letzten 70 Jahren nicht existierenden Massenvergewaltigungen in unserem Land sind klasse."
Sehr befremdliche Ansichten. Ich wünsche keiner Frau, dass sie vergewaltigt wird, noch nicht einmal den exponiertesten Vertreterinnen der "Refugee-Welcome"-Politik. Ich sehe es auch nicht positiv, wenn sich Jugendliche von Erwachsenen dazu verleiten lassen, ihre Körper irreparabel zu verstümmeln.
"Der junge Bürger bekommt, was er wählt." Die derzeitige Misere haben uns nicht die Jugendlichen eingebrockt. Die dürfen ja zum großen Teil auch noch gar nicht wählen.

MARCEL

15. Mai 2023 10:09

Das meint Mosaik-Rechte.
Klar, breite Front beinhaltet immer auch eine gewisse inhaltliche oder stilistische (meist generationengebundene) Vielfalt, ohne deshalb das gemeinsame Fundament sowie die gemeinsame Stoßrichtung aufzukündigen und übereinander herzufallen.
Ich finde Initiativen, wie Krautzone, Lukreta (früher mal Anbruch) etc. gut. Das Netz breit auswerfen. 
Mag sein, dass später einmal aus dieser breiten Front ein "Stoßkeil" werden muß.

Franz Bettinger

15. Mai 2023 10:20

"Liest kein Mensch“? - Was mich an SiN fasziniert und weshalb ich fast nichts mehr anderes lese, ist mein Eindruck, dass hier (wie nirgendwo sonst) um die Wahrheit gerungen wird. K+K und ihr Team, das sind ehrliche Leute. Ich weiß, die wollen so etwas nicht hören. Lobhudelei usw. na, dann weg damit! Aber die Wahrheit: ist ein verdammt seltenes Gut geworden. Übrigens: Seht mal nach, wie die linke Wikipedia (neo-) faschistisch definiert: gar nicht. Wer hätte das gedacht, Wiki rät davon ab, diesen unmöglich schwammigen Begriff noch zu benutzen:  https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismus#Definition

Franz Bettinger

15. Mai 2023 10:33

Löschverdächtig. (Tut euch keinen Zwang an.) 
@Wahrheit: Neulich waren wir auf’m Berg unseres verehrten MvonP. Das gibt es hier noch, dass jemand einen ganzen Berg, 60 ha, sei Eigen nennt, auf dem er in einem kleinen schmucken Chalet haust. Es gab das alljährliche Sauerkraut-Gelage mit eben diesem, sowie Bratwürsten und Bratkartoffeln nebst Bier und Wein ad libido. 
Was ich sagen wollte: Da auf’m Berg fanden wir, eine Trüppchen Unverzagter, wieder mal ein kosmisches Gesetz; und das ging so: Wir fragten uns, warum um Himmelswillen manche Menschen vom teuflischen System abserviert, ja ermordet werden, und andere nicht. Unsere Erkenntnis, nein, es ist nur eine These: "Wer die Wahrheit spricht, muss leben bleiben.“ Ist das nicht fantastisch! Wenn wir sehen, wer schon alles ermordet wurde, poppt als erster J F Kennedy aus der Box. JFK wurde 1963 vom CIA hingerichtet. Widerspricht dieser Mord aber nicht meiner These? Keineswegs. JFK hat viel Richtiges gesagt (und angekündigt, weshalb er beseitigt wurde); aber er hat bestimmte Dinge eben auch verschwiegen. JFK hat gelogen, was Tonkin angeht, eine falsie flag, mit dem sich die US in den Vietnamkrieg einbrachten. Er hat über die Kuba-Krise und über die Atombomben gelogen und über das 'Raumfahrt‘-Programm; vor allem log er zu den Rheinwiesen und Ihr wisst schon Was. Zu viele Lügen, befand der Liebe Gott und gab JFK zum Abschuss frei. Der Teufel machte Gebrauch davon. ff
 

Franz Bettinger

15. Mai 2023 10:34

ff - Andere durften nicht umgenietet werden. Zum Beispiel Trump. Sein Fehler, manchmal unappetitlich ehrlich zu sein, ist zugleich seine Eintritts-Karte ins Paradies und, bevor er da oben landet, ein Freifahrt-Schein zum Überleben. Nun ja, bis heute jedenfalls stimmt meine These. Wie verdammt nochmal wäre sie zu falsifizieren? 

Umlautkombinat

15. Mai 2023 10:42

@Franz Bettinger
 
> Informationen, die möglichst viele Sinne [...] ansprechen.
 
Zum Einen sind viele Sinne nicht immer hilfreich. Ich koennte Mathematik z.B. nicht am Strand von Thailand betreiben. OK, man koennte einwenden, dass hier ueber die Sinne eben nicht die gebrauchte Information vermittelt wird, sondern Ablenkende. Trotzdem brauche ich keine Stoerung meines mentalen Bildes. Z.B. auch keine, die mir Mathematik "in Bildern" oder gar "in einfacher Sprache" vermitteln will. Es ist hochgradig empfindlich, was als zusaetzliche Anregung daempfend oder erweiternd wirkt, nicht schwarz-weiss und stark individuell bestimmt.
Ich kann einen vermeintlichen Haufen Buchhalter auf die Buehne stellen, aber das understatement arbeitet die Klasse erst richtig heraus.
 

Franz Bettinger

15. Mai 2023 11:32

@Umlautkombi: Um Ihnen mal ein Beispiel zu geben. Eine Examensfrage der UCL war 1977: „Dessinez un coup transversal à travers C7“. "Zeichnen Sie einen Schnitt durch den Hals in Höhe des 7. Halswirbels." - Wenn Sie das 1mal getan haben, können Sie’s heute noch, vielleicht nicht mit allen Raffinessen, zu 90% aber korrekt. Lassen Sie das mal einen Studenten in D vesuchen: da kommt nichts! Verwechseln Sie also (was mathematische Probleme angeht, wo die Sinne (zugegeben) weniger als reiner Hirnschmalz gefragt sind) nicht Ablenkung, die Sie durch eine hüpfende Zahl (Bikinis) auf PhiPhi Island erleiden, mit anderen, echt sinnvollen Eindrücken, die Ihnen beim Lösen eines Problems helfen können. 

anatol broder

15. Mai 2023 12:25

die redaktion der krautzone setzt die latte so: «Unsere Unabhängigkeit ist uns am Wichtigsten.»

brueckenbauer

15. Mai 2023 13:33

Hinsichtlich der Herangehensweise: Da wird es immer verschiedene Formen nebeneinander geben.
Was anderes, was hier zu kurz kam, ist die Frage der Generationen bzw. generationsspezifischen Lebenserfahrungen. Natürlich wird die "Sezession" auch Lebenserfahrungen früherer Generationen an die Nachgeborenen übermitteln, aber in diesem Punkt gibt es keine Wahl: Man wird sich auf die generationellen Erfahrungen der jeweiligen Lesergeneration, zumindest als den Ausgangs- und Anknüpfungspunkt, einstellen müssen.

Umlautkombinat

15. Mai 2023 13:36

@Franz Bettinger
 
Ich verwechsle nichts. Was ich sage ist, dass ein Zugang ueber alle Sinne sinnvoll sein KANN, aber nicht fuer alle Fragen ist, sondern in dem Fall das Gegenteil bewirkt. Nicht nur Mathematik treibt man am Besten in einer eher kargen Umgebung. Das Beispiel was gewaehlt, weil bestimmte Dinge darin durch 'AnSCHAUung' behindert werden koennen (je nach Thema als auch nach Persoenlichkeit des Mathematikers).
 
Musik muss z.B. auch nicht mit Tanz verbunden sein. Manchmal verstaerkt er das Endergebnis, manchmal ist er hinderlich.  Abhaengig von mehreren Dingen.

Laurenz

15. Mai 2023 16:13

@Dieter Rose & Le Chasseur @L.Ja, aber wir haben leider das entstehende und bereits vorhandeneUnheil mit auszubaden......natürlich wünsche ich niemandem persönlich ein unglückliches Schicksal. Aber ich denke hier bei einem staatspolitischen Thema eben staatspolitisch, eine Fähigkeit die Politiker von Politiker-Darstellern, wie auch uns 3, Sie Beide auf der einen, ich auf der anderen Seite unterscheidet. Persönliche Schicksale haben keinen Einfluß auf Entscheidungen von Staatsmännern. Wenn einer Massen- oder Gefängnis-Vergewaltigungen (zB in Schottland) zu verantworten hat, ist das der Wähler, der die Protagonisten entweder unwissend oder wider besseren Wissens gewählt hat. Beide Attribute entschuldigen den mehrheitlichen Wähler nicht von seiner Verantwortung. Auch @Franz Bettingers Göttliche Gerechtigkeit bleibt natürlich nur eine menschliche Empfindung, eine hanebücherne Sicht der Dinge. Allende & Mossadegh waren vielleicht schlechte Politiker, aber sie waren gewählt & wurden von westlichen Geheimdiensten entmachtet. Was soll daran, wie Kinderkrebs, gerecht sein?

Kriemhild

15. Mai 2023 16:31

Adorno und Marcuse, Gilles Deuleuze und Judith Butler haben auch für die breite Masse unverständliches Zeug geschrieben ... Heute beherrschen ihre Ideen die Gehirne unserer Kinder. 

Niekisch

15. Mai 2023 17:04

Wenn die "Krautzone" mit diesem Artikel über Edgar Julius Jung inklusive den Herrenreiter Franz von Papen junge Leser "abholen will, wo sie sind", dann holt sie sie jedenfalls von der Wahrheit ein wenig weg und sollte sich in der Beurteilung anderer Medien zurückhalten.

anatol broder

15. Mai 2023 19:29

@ umlautkombinat 13:36
um weitere verwechselungen zu vermeiden, erinnere ich an den ersten satz der kritik der reinen vernunft (immanuel kant, 1781):
«auf welche art und durch welche mittel sich auch immer eine erkenntnis auf gegenstände beziehen mag, es ist doch diejenige, wodurch sie sich auf dieselbe unmittelbar bezieht, und worauf alles denken als mittel abzweckt, die anschauung.»
abholen, wo sie sind.

Ein Fremder aus Elea

15. Mai 2023 20:25

Laurenz,

so geschmacklos Ihr Kommentar ist, ich hätt' ja geschwiegen, wenn Sie nicht vom Geld angefangen wären.

Glauben Sie im Ernst, daß Soros politisch links steht? Ohne ihn gäbe es den ganzen Kram nicht, und er weiß genau so gut wie Sie, wen er dadurch politisch stärkt.

Flaneur

15. Mai 2023 21:34

Wenn man im metapolitischen Feld etwa gewinnen will, sollte man sich auf eine Sowohl-Als-Auch-Strategie einlassen und nicht auf eine Entweder-Oder-Strategie. Insofern ist die mediale Pluralität in Gestalt von Sezession, Tumult, JF, Krautzone und was weiß ich noch...  doch sehr zu begrüßen.

Umlautkombinat

15. Mai 2023 22:31

@anatol broder
Kategorienfehler. Seidels Artikel behandelt ein Kulturprodukt, also eines menschlichen Denkens selbst. Wuerde das generell immer frontal "alle Sinne" ansprechen, haette es sich nie ausdifferenzieren koennen. In Kunst, Literatur, Wissenschaft, beliebige Formen der Weltanschauung generell - alle haben Staerken und Schwaechen.
Mit Breite gewinnt man dabei etwas, mit Spezialisierung auch, aber anderes. Dieses Verhaeltnis ist nicht binaer, sondern ein Kontinuum. Um das Optimum in dessen Auspraegung ging es in der ganzen Fragestellung. 
 
Es ist ja nicht so, dass ich @Bettinger nicht verstehen oder in einer gewissen Weise sogar zustimmen kann - ein kognitiver, weitgehend rationaler, "verkopfter" Zugang ist m.E. durchaus erfolglos - die Breite des "Mitnehmens" hat aber umgekehrt eine bestimmte Flachheit an sich, die nun wiederum in spezifischer Form ungenuegend ist. 
 

Laurenz

15. Mai 2023 23:32

@Ein Fremder aus Elea @L.
Glauben Sie im Ernst, daß Soros politisch links steht? .... Soros ist zwar reich, aber nicht so reich. Milliardäre, auch die reichsten, sind vergleichsweise arm. Richtig reich sind institutionelle Anleger, wie Blackrock. Außerdem hat sich diese Klasse von Reichen in 150 Jahren mental nicht verändert. Die Macht eines Schorsch Soros ist nicht absolut. Von daher ist das Verbot des Privateigentums immer das politische Ziel vor allem dieser Kaste. Es gibt immer einen Krupp, einen Rockefeller, einen Gates oder einen Musk, der in seiner Lebenszeit ein größeres Imperium erschafft. Nur das Verbot von Privateigentum verbrieft absolute Macht. Selbst China macht keine Ausnahme davon, siehe Reisefreiheit. Natürlich ist Schwab, als Vertreter dieser Kaste ein Marxist, das ist offensichtlich. Ihr werdet nichts besitzen & glücklich sein.

der michel

16. Mai 2023 21:47

analyse korrekt.
am besten: umstellen auf wild/modern gefilmte videos.
mit vielen schwarzen/braunen/diversen.
(schaut euch die werbung an. am besten auf youtube,
für die jüngeren auf tictoc).
s' ist vorbei, freunde. 
"wir" lesen noch. nach uns: nicht die sintflut sondern
die idiocracy.

Herold

17. Mai 2023 15:19

Getrennt marschieren, vereint schlagen.
Jeder in der rechten Szene hat seine Aufgabe und seine Zielgruppe. Die Leute von Heimat Defender / Kvltgames sind vielleicht nicht so intellektuell wie die vom IfS, aber sie erreichen Leute und verankern unsere Kultur.
Es gibt einen Weg von einem Internet-Meme mit einem lustigen Frosch zu einem Abo bei der Sezession zu einer Aktion.

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