Wiedervorlage (16): Der 17. Juni 1953 ist ein wichtige Erinnerungstag.

Dieser Beitrag ist im 5. Band des Staatspolitischen Handbuchs, Deutsche Daten, erschienen, Verfaßt hat ihn André Richter. 

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Ein war­mer, son­nen­ver­wöhn­ter Mitt­woch. Ost-Ber­lin erwacht, schein­bar wie immer, und den­noch wird sich die­ser Tag in die Geschich­te ein­schrei­ben, denn, wenn auch nur für einen Augen­blick, es bricht der Wil­le natio­na­ler Selbst­be­haup­tung, nach Jah­ren einer durch Sie­ger­mäch­te bestimm­ten Poli­tik, in einem Teil des besetz­ten Deutsch­lands durch.

An sei­nem Beginn stand die »Ver­schär­fung des Klas­sen­kamp­fes« als Dok­trin der 2. SED-Par­tei­kon­fe­renz im Juli 1952, die, nach ers­ten Jah­ren der pseu­do­de­mo­kra­ti­schen Umman­te­lung, nun offen den radi­ka­len »Auf­bau des Sozia­lis­mus« unter der »Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats« und sei­ner füh­ren­den Par­tei, der SED, for­der­te. Im »Geis­te Sta­lins« soll­te durch Erhö­hun­gen der Arbeits­nor­men, der soge­nann­ten Stach­a­now-Bewe­gung fol­gend, ein ver­schärf­ter Kurs der Pro­duk­ti­ons­leis­tun­gen auf allen Gebie­ten erfolgen.

Wenn­gleich die SED-Füh­rung nach dem eini­ge Mona­te spä­ter ein­ge­tre­te­nen Tode Sta­lins »in der Ver­gan­gen­heit eine Rei­he von Feh­lern« ein­ge­stand, Preis­er­hö­hun­gen zurück­nahm, die Über­prü­fung von Urtei­len poli­tisch Inhaf­tier­ter in Aus­sicht stell­te und die Rück­ga­be von requi­rier­tem Eigen­tum an Bau­ern und Gewer­be­trei­ben­de ver­sprach, hielt sie den­noch an der »plan­mä­ßi­gen Errich­tung des Sozia­lis­mus« und den damit ver­bun­de­nen Arbeits­nor­men fest, wie das Polit­bü­ro der SED am 9. Juni 1953 ver­laut­bar­te. Unmut mach­te sich breit und das nicht nur in der selbst­er­nann­ten DDR-Hauptstadt.

Am Mor­gen des 16. Juni 1953 zeig­ten sich ers­te Fol­gen auf­ge­stau­ten Unmuts. Trotz der Bei­be­hal­tung erhöh­ter Arbeits­nor­men und bestehen­der Lohn­kür­zun­gen konn­ten die Arbei­ter des Kran­ken­haus­neu­baus in Ber­lin-Fried­richs­hain noch tags zuvor durch Gewerk­schafts­funk­tio­nä­re des staat­li­chen FDGB von einer Arbeits­nie­der­le­gung abge­hal­ten wer­den. An die­sem Tag jedoch soli­da­ri­sier­ten sich Arbei­ter der Nach­bar­bau­stel­len am Renom­mier­ob­jekt der Sta­lin­al­lee mit ihren Kollegen.

Von bei­den Bau­stel­len aus for­mier­te sich dar­auf­hin ein klei­ner Pro­test­zug, der sich auf dem Weg zum »Haus der Gewerk­schaf­ten« und wei­ter zum Regie­rungs­sitz in der Leip­zi­ger Stra­ße schnell auf ca. 10000 Demons­tran­ten ver­grö­ßer­te. Noch bestimm­ten Losun­gen zur Rück­nah­me von Norm­er­hö­hun­gen und Lohn­kür­zun­gen den Tenor, doch schon bald ent­stan­den For­de­run­gen nach frei­en Wah­len und dem Ende der SED-Herrschaft.

Bereits in den Abend­stun­den des 15. Juni hat­te die »Rund­funk­an­stalt im ame­ri­ka­ni­schen Sek­tor«, kurz RIAS, ers­te Hin­wei­se auf die sich zuspit­zen­de Situa­ti­on in Ost-Ber­lin erhal­ten und wei­ter­ge­ge­ben. Am Mor­gen des 16. Juni ver­brei­te­te der Sen­der, in Rück­spra­che mit der ame­ri­ka­ni­schen Mili­tär­ver­wal­tung, die Mel­dung von ers­ten Aus­stän­den auf Bau­stel­len Ost-Ber­lins, die von ande­ren west­deut­schen Nach­rich­ten­sen­dern über­nom­men wur­de und sich dadurch auch in allen Bezir­ken der DDR verbreitete.

Am Abend des 16. Juni ver­las der RIAS eine Reso­lu­ti­on einer »Dele­ga­ti­on der Bau­ar­bei­ter, von denen die Akti­on aus­ge­gan­gen war«, die die Rück­nah­me der Arbeits­nor­men, die Sen­kung der Lebens­hal­tungs­kos­ten und die For­de­rung nach frei­en und gehei­men Wah­len in der DDR zum Inhalt hat­te. Die­ser For­de­rungs­ka­ta­log wur­de in den Nach­rich­ten­sen­dun­gen des RIAS stünd­lich wiederholt.

»Der Rias war […] zum Kata­ly­sa­tor des Auf­stan­des gewor­den. Ohne den Rias hät­te es den Auf­stand so nicht gege­ben«, resü­mier­te Egon Bahr, sei­ner­zeit deut­scher Chef­re­dak­teur des Senders.

Am Mor­gen des 17. Juni 1953 sen­de­te der RIAS im Rah­men der Tages­nach­rich­ten den Auf­ruf, sich ab sie­ben Uhr an einer Groß­de­mons­tra­ti­on auf dem Strauß­ber­ger Platz zu betei­li­gen, und unter­mau­er­te ihn mit Soli­da­ri­täts­er­klä­run­gen aus West-Ber­lin und der Bun­des­re­pu­blik sowie Auf­ru­fen Ost­ber­li­ner Betriebs­grup­pen zur Betei­li­gung an der Protestkundgebung.

Zur sel­ben Zeit fan­den im Ber­li­ner Raum erhöh­te Trup­pen­be­we­gun­gen statt. Sowje­ti­sche Pan­zer roll­ten auf Ber­lin zu, ame­ri­ka­ni­sche und west­al­li­ier­te Streit­kräf­te stan­den in erhöh­ter Alarmbereitschaft.

Ab sechs Uhr, der Streik­auf­ruf hat­te sich längst her­um­ge­spro­chen, ver­sam­mel­ten sich Tau­sen­de Demons­tran­ten auf dem Strauß­ber­ger Platz. Eine Stun­de spä­ter waren es ca. 40000 Men­schen, dar­un­ter vie­le Bau­ar­bei­ter. Sperr­ket­ten der Ost­ber­li­ner Volks­po­li­zei spren­gend, wälz­te sich die­ser gewal­ti­ge Men­schen­zug zum Regie­rungs­sitz und Alex­an­der­platz. Sein Ruf: »Ber­li­ner, reiht euch ein, wir wol­len freie Men­schen sein!«

In den Außen­be­zir­ken Ost-Ber­lins for­mier­ten sich wei­te­re Demons­tra­tio­nen. Immer mehr Betrie­be leg­ten ihre Arbeit nie­der. Im Ber­li­ner Bezirk Mit­te von 4000 Beschäf­tig­ten 3300, im Fried­richs­hain 10000 Mit­ar­bei­ter in zehn Wer­ken, in 13 Köpe­ni­cker Betrie­ben 24000 Men­schen. Aus dem Stahl- und Walz­werk Hen­nigs­dorf tra­ten 12000 Werk­tä­ti­ge den Marsch durch West-Ber­lin in Rich­tung Zen­trum an.

Gegen zehn Uhr hat­ten die Demons­tran­ten am Pots­da­mer Platz alle kom­mu­nis­ti­schen Insi­gni­en der Macht zer­stört, aber auch Kios­ke und Bara­cken in Brand gesetzt. Die Situa­ti­on eska­lier­te, als die Poli­zei­wa­che im teil­sa­nier­ten HO-Waren­haus »Colum­bus­haus« gestürmt wur­de und das Kauf­haus in Flam­men aufging.

Vom Sturm der Men­ge über­rascht, zogen es eini­ge Volks­po­li­zis­ten schließ­lich vor, sich durch Flucht in West­ber­li­ner Gewahr­sam vor der auf­ge­brach­ten Men­ge zu schüt­zen. Zugleich zeig­ten sich in der Leip­zi­ger Stra­ße und auf dem Strauß­ber­ger Platz eini­ge tau­send doch recht neu in Hand­wer­ker­kluft ein­ge­klei­de­te Demons­tran­ten aus West­ber­li­ner Stadt­be­zir­ken, deren Anwe­sen­heit spä­ter der SED-Regie­rung als Beleg für die »Tätig­keit aus­län­di­scher Agen­ten« galt.

Um elf Uhr wur­de, unter dem Jubel der Demons­tran­ten, die rote Fah­ne vom Bran­den­bur­ger Tor her­un­ter­ge­holt. Die kom­mu­nis­ti­sche Herr­schaft schien nun auch an der Sek­to­ren­gren­ze gebro­chen und damit die wei­ter­ge­hen­den For­de­run­gen nach »frei­en Wah­len«, »Abzug der Rus­sen« und dem Ende der SED-Regie­rung in greif­ba­rer Nähe. Zehn­tau­sen­de ver­sam­mel­ten sich inzwi­schen am Regie­rungs­vier­tel und for­der­ten nun das Ende kom­mu­nis­ti­scher Herrschaft.

Sowje­ti­sche Pan­zer und Trup­pen der Kaser­nier­ten Volks­po­li­zei (KVP) began­nen gegen Mit­tag mit bru­ta­ler Gewalt die Demons­tra­ti­ons­zü­ge auf­zu­lö­sen. Ein ers­ter Toter war zu bekla­gen, als ein rus­si­scher Pan­zer Unter den Lin­den absichts­voll unge­bremst in eine Men­schen­men­ge fuhr.

Unter dem Ein­satz von Schuß­waf­fen began­nen die bewaff­ne­ten Kräf­te die Umge­bung des Regie­rungs­sit­zes zu räu­men. Zahl­rei­che Men­schen wur­den dabei in die West­sek­to­ren abge­drängt. Um 13 Uhr wur­de durch den Befehl des sowje­ti­schen Mili­tär­kom­man­dan­ten der Aus­nah­me­zu­stand über Ost-Ber­lin verhängt.

Auch an wei­te­ren über 500 Orten in den Bezir­ken und Krei­sen der DDR kam es am 17. Juni zu Streiks und Kund­ge­bun­gen gegen die SED-Herr­schaft. Schwer­punk­te bil­de­ten hier­bei die indus­tri­el­len Bal­lungs­zen­tren Leip­zig, Bor­na, Chem­nitz, Dres­den, Rie­sa, Frankfurt/Oder, Des­sau, Jena, Wit­ten­berg und Mag­de­burg. Dabei kam es auch dort zu vie­ler­lei Gewalt­ak­ten und blu­ti­gen Zusammenstößen.

In Gör­litz ver­band sich hier­bei zugleich die Per­spek­tiv­lo­sig­keit vie­ler Ver­trie­be­ner aus den schle­si­schen Ost­ge­bie­ten, die, ihrer Hei­mat beraubt und noch unter den Erfah­run­gen der pan­pol­ni­schen Ver­trei­bungs­exzes­se ste­hend, all ihre Hoff­nung in eine Rück­nah­me der gewalt­sam durch die Sowjets gezo­ge­nen Gren­zen mit­ten durch deut­sches Gebiet setzten.

»Nie­der mit der Oder-Nei­ße-Gren­ze«, for­der­ten bis zu 4000 Demons­tran­ten in der Gör­lit­zer Innen­stadt. Am frü­hen Nach­mit­tag wur­de der Bür­ger­meis­ter abge­wählt, eine freie Bür­ger­wehr ins Leben geru­fen und ein Stadt­ko­mi­tee gebil­det. Die SED-Kreis­lei­tung und das Gebäu­de der Staats­si­cher­heit wur­den gestürmt. »Freie Wah­len in ganz Deutsch­land« war die poli­ti­sche For­de­rung des Tages. Dar­in zeig­te sich zugleich im ver­blie­be­nen rest­li­chen schle­si­schen Land, aber auch in wei­ten Tei­len der jun­gen DDR, daß noch kein Bewußt­sein für die »his­to­ri­sche Spal­tung« Deutsch­lands und die damit ver­bun­de­ne dau­er­haf­te pol­ni­sche und rus­si­sche Okku­pa­ti­on der Ost­ge­bie­te ent­stan­den war.

Das »Deutsch­land­lied« wur­de ange­stimmt und setz­te sich in den Gas­sen der Stadt fort bis an die schmerz­haft gezo­ge­ne Gren­ze der Nei­ße. Noch im Moment, da »die Rus­sen« kamen und Ein­hei­ten der KVP das Zen­trum räum­ten, hall­te es voll Inbrunst durch die Stadt. Doch blieb die Hoff­nung ohne Wider­hall, und die her­an­ge­zo­ge­nen sowje­ti­schen Pan­zer und kaser­nier­te Volks­po­li­zis­ten stopp­ten auch hier den Traum natio­na­ler Wiedergeburt.

Nicht nur in Ost-Ber­lin, aber beson­ders hier hat­te es vie­le Tote und Ver­wun­de­te gege­ben. Die genau­en Opfer­zah­len sind jedoch nicht sicher belegt. Doch gab es, nach offi­zi­el­len Anga­ben, wäh­rend der Erhe­bung min­des­tens 383 Tote, die Mehr­zahl davon Demonstranten.

Stand­recht­lich erschos­sen wur­den zudem 91 Per­so­nen und wei­te­re 14 Men­schen, die in den nach­fol­gen­den Pro­zes­sen zum Tode ver­ur­teilt und hin­ge­rich­tet wurden.

Ein beson­de­res Kapi­tel bil­de­ten dabei Sowjet­sol­da­ten, die sich wei­ger­ten, auf Deut­sche zu schie­ßen. Schon wäh­rend der Erhe­bung soll es zu Erschie­ßun­gen meist sehr jun­ger Rot­ar­mis­ten gekom­men sein. Spä­ter, am 28. Juni 1953, wur­den im Rah­men eines Som­mer­ma­nö­vers 18 sowje­ti­sche Sol­da­ten hin­ge­rich­tet, ein Fakt, der aller­dings noch immer nicht als veri­fi­ziert gilt. Dar­über hin­aus sol­len Hun­der­te Sowjet­sol­da­ten wegen Befehls­ver­wei­ge­rung im Rah­men des 17. Juni in Arbeits­la­ger ver­schleppt wor­den sein.

Ein Jahr spä­ter, am 17. Juni 1954, ent­stand für die­se »Opfer der Mensch­lich­keit« in Ber­lin-Zehlen­dorf ein schlich­tes Denk­mal, an des­sen Ein­wei­hung der letz­te in Ruß­land 1917 frei gewähl­te Minis­ter­prä­si­dent, Alex­an­der Ker­en­ski, teilnahm.

Die Erhe­bung war Geschich­te. Doch etwas blieb haf­ten und über­dau­er­te als Gedan­ke, als Idee, als Fanal natio­na­ler Frei­heit – bis an das Ende der DDR. Noch in den letz­ten Tagen des SED-Regimes 1989 lief Erich Miel­ke, seit 1957 Minis­ter für Staats­si­cher­heit der DDR, durch die Räu­me sei­nes Minis­te­ri­ums und frag­te: »Ist wie­der 17. Juni?«

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Kommentare (6)

Kurativ

18. Juni 2023 18:16

»Ist wieder 17. Juni?«
Wenn man es beschwört, dann ist es schon vorbei
Positivkriterien:
1. Arbeitsnormen durch Steuern/Inflation

Finanzierung der US-Kriege (Iran, Irak, Afgh, Ukraine)
Verhinderung von Gas und Öl (Schuld am Klimawandel)
Weitere Geldabflüsse: "Impfstoffe" (Corona), Rettungsgelder EU-Staaten/Banken, E-Auto, Wärmepumpenzwang/US-Investoren (Vissemann etc), US-Rüstungsgüter

2. Enteignung Sozialsstaatsbeiträge

Plünderung der Krankenkassenbeiträge durch arbeitslose Migranten
Verschlechterung der Rentenformel (SPD)

Kurativ

18. Juni 2023 18:18

Negativkriterien:
1. Ethnische Fragmentierung

Fremdvölkern mit anderem Kulturhintergrund verhindert das Zusammenkommen der Menschen zu Protesten gegen die kolonialen Bestrebungen der USA. Zusätzlich werden die Kulturen von Medien und Politik gegenseitig aufeinander gehetzt.
Migranten werden gegen die ursprüngliche Bevölkerung eingesetzt
US-Militärbasen und deren Mitteln bei Aufständen
Überwachung/Auswertung aller Daten
Kontrolle der Massenmedien und Steuerung der Bevölkerung
Zunehmende Kontrolle der Zahlungsmittel (Bankenkündigungen, Fehlfunktionen, chinesischen Zustände)
Voreingenommene/falsch informierte Richter
Kontrolle der Inlandsgeheimdienste durch politische Beamte
Kontrolle der Schulen und Polizei (obere Ränge)

Die Lage sieht schlecht aus. Aber wenn sich diese Systeme in seiner totalitären Wirkung weiter ausrollen, drohen der Menschheit düstere Zeiten

Volksdeutscher

18. Juni 2023 18:36

Der deutsche Aufstand 1953, genauso wie der ungarische 1956, war von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Auf diplomatischem Wege hatten die Siegermächte das "Spiel" in beiden Fällen abgekartet. So wenig die russischen Besatzer unsere Brüder waren, sind die amerikanischen Besatzer unsere Freunde. "Русскиe, пошли домой!" und "Ami, go home!" sind zwei Seiten derselben Medaille.

Suedburgunder

18. Juni 2023 20:54

@Laurenz
Bei Betrachtung des von Ihnen verlinkten Fotos fallen mir spontan 2 Gemälde ein, die in ihrer Dynamik jenen trotzigen Optimismus ausstrahlen, der den "Arbeiterinnen und Arbeitern" (gleich zweimal untergebracht; mußte herzhaft lachen) von den Minen abzulesen ist. Es sind dies Eugène Delacroix' "La liberté guidant le peuple" sowie "Il Quarto Stato" des italienischen Malers Pellizza da Valpedo. 
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Eug%C3%A8ne_Delacroix_-_Le_28_Juillet._La_Libert%C3%A9_guidant_le_peuple.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/29/Quarto_Stato.jpg/260px-Quarto_Stato.jpg

Artabanus

19. Juni 2023 20:41

Hochinteressant ist die Rolle des RIAS bei der Entstehung und Koordinierung des Aufstandes. Ganz ohne die Amerikaner wäre der Aufstand wohl wahrscheinlich gar nicht geschehen. Ein Vergleich mit den späteren "Color Revolutions" ist nicht ganz von der Hand zu weisen. 

Maiordomus

20. Juni 2023 06:52

Der Aufstand war, wie derjenige in Ungarn, durchaus auch noch ein Bestandteil des Kalten Krieges, galt auch für Gärungserscheinungen in Polen und in der Tschechoslowakei. 

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