Achtung! Stillende Mütter könnten rechtsradikale Ideologinnen sein!

Haste Kinder, machste eh alles falsch. Vermutlich gilt das seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Wer als Mut­ter bewußt zu Hau­se beim Kind bleibt, ern­tet Spott von denen, die ihr Kind früh in die Krip­pe geben („Mutt­chen“, „Heim­chen am Herd“). Wer bei­zei­ten sein Klei­nes fremd­be­treu­en läßt, ern­tet Augen­rol­len und Stirn­run­zeln von den ande­ren („kar­rie­re­geil“.)

So geht das qua­si end­los wei­ter, min­des­tens bis ins Schul­al­ter: „Waas, eure Toch­ter schläft nicht bei euch? Okay, inter­es­sant.“ –„Echt, du läßt Dei­nen Sohn im Ste­hen pin­keln? Pff, naja…“  – „Du nimmst Stoff­win­deln? Huh. Mir per­sön­lich wär das ja zu unhy­gie­nisch.“ – „War­um darf L. nicht essen, wann er will? Sor­ry, ich frag ja nur.“

Ver­mut­lich gibt es kaum etwas Toxi­sche­res als jun­ge Müt­ter, die nun erst­mals einen eige­nen Plan haben – und ein Objekt, an dem sie sich aus­pro­bie­ren kön­nen. Neu ist nur, daß sie die­sen Plan oft anhand von Insta­gram-Posts (et al) gefaßt haben.

Es geht auf kei­ne Kuh­haut, wie sehr sich gera­de jun­ge Frau­en von selbst­be­wußt vor­ge­tra­ge­nen Bei­trä­gen in den Sozia­len Medi­en lei­ten las­sen. Mei­nungs­star­ke Jung­müt­ter schwär­men für den Kai­ser­schnitt, ande­ren ist die Haus­ge­burt ein Non­plus­ul­tra, ein Dazwi­schen gibt es selten.

Als frisch­ge­ba­cke­ne Mut­ter ist man natur­ge­mäß beson­ders ver­wund­bar. Wäh­rend man noch im Wochen­bett liegt, tref­fen die ers­ten Kom­men­ta­re ein: „Stamm­hal­ter!”; “kein Stamm­hal­ter, dann sicher beim nächs­ten Kind!“; „hat ja gar nichts vom Vater“; „ooh, die Kar­tof­fel­na­se von der Mül­lersei­te, wie süß!“

Halt, Zuspruch und Ori­en­tie­rung fin­den die fra­gi­len Frau­en gern auf den gras­sie­ren­den Mama­sei­ten in den Sozia­len Medien.

Man sagt „zwei Hand­wer­ker, drei Mei­nun­gen“ – unter Müt­tern ist das Kampf­ge­sche­hen viel dras­ti­scher und into­le­ran­ter. Mot­to: Wer von mei­nen Erzie­hungs­vor­stel­lun­gen (obwohl, nein, der Begriff ‚Erzie­hung´ ist eigent­lich out) auch nur im gerings­ten abweicht, tickt a) ver­kehrt, ist b) recht eigent­lich ein Unmensch und soll­te c) im Grun­de vor den Kadi.

Das bes­te Bei­spiel hier­für ist das Buch Jedes Kind kann schla­fen ler­nen. Irgend­wann in den Neun­zi­ger Jah­ren wur­de es erst­mals publi­ziert. Mitt­ler­wei­le ist es in der zehn­ten Auf­la­ge erhält­lich. Grob zusam­men­ge­faßt geht es hier dar­um, wie Eltern, die ein­fach nicht mehr kön­nen, ihr klei­nes Kind (nein, es geht nicht um Neu­ge­bo­re­ne) zu einem gesun­den Schlaf­rhyth­mus anlei­ten. Nichts dar­an ist bru­tal, es geht um einen sanf­ten, aber auto­ri­ta­ti­ven Prozeß.

Wer Lust hat, kann sich in den Sozia­len Medi­en anschau­en, wie die­ser Rat­ge­ber (hundert‑, tau­send­fach!) dämo­ni­siert wird. Frau­en, die Abtrei­bung befür­wor­ten und ihren Nach­wuchs gern dem Streß der Frühkrip­pe aus­set­zen, hal­ten die­ses fun­dier­te und ziem­lich harm­lo­se Buch für „Kin­des­miß­brauch.“

Seit ein paar Jah­ren gibt es nun – und hier wird die Schrau­be hys­te­ri­siert einen Zacken wei­ter­ge­dreht – die War­nung vor „rech­ten Eltern“.

Bereits vor fünf Jah­ren hat­te die ein­schlä­gi­ge, staats­fi­nan­zier­te „Ama­deu Anto­nio Stif­tung“ Alarm geschla­gen:

Hier soll­te man „völ­ki­sche Kin­der“ noch dar­an erken­nen, daß sie beson­ders streng erzo­gen wer­den. Die Beschrei­bung Aus­sät­zi­ger war 2018 noch so ver­zopft wie ste­reo­ty­pisch. (Das Geleit­wort zum Pam­phlet schreib übri­gens Fran­zis­ka Giffey.)

Das hat sich geän­dert. Auf­ge­deckt wur­de nun, daß auch „rech­te Eltern“ (sicher „pseu­do“-) lie­be­voll mit ihren Kin­dern umge­hen. Ein unver­schäm­ter Trick!

Die enorm erfolg­rei­che Influen­ce­rin, Jour­na­lis­tin und Buch­au­to­rin (u.a. Mein kom­pe­ten­tes Baby) Nora Imlau, stäm­mi­ge Vier­fach­mut­ter in Jeans, hat bereits 2020 vor „bin­dungs­ori­en­tier­ter Eltern­schaft als Ein­falls­tor für rech­te Ideo­lo­gien“ gewarnt.

Sie deck­te auf: „Nazis“ lieb­ten schon immer „Fami­li­en­the­men“, da

die­se im Gegen­satz zu Aus­län­der­haß und Demo­kra­tie­zer­set­zung unge­heu­er anschlußfähig

sei­en. Die­sen Rech­ten gehe es aber aus­schließ­lich um die „hete­ro­nor­ma­ti­ve wei­ße Ver­sor­ger­ehe“, die natür­lich pfui ist (auch wenn Imlau selbst zumin­dest weiß und hete­ro­se­xu­ell erscheint).

Gemein­sam mit dem anti­fa­schis­ti­schen Kin­der­arzt Her­bert Renz-Pols­ter hat­te Imlau 2016 ein „sanf­tes Ein­schlaf­buch“ ver­faßt. Der­sel­be Renz-Pols­ter hat­te 2019 (Erzie­hung prägt Gesin­nung. Wie der welt­wei­te Rechts­ruck ent­ste­hen konn­te) noch behaup­tet, eine „bin­dungs- und bedürf­nis­ori­en­tier­te Aus­rich­tung von Kind­hei­ten“ wer­de einer rech­ten Ent­wick­lung entgegenwirken.

Nun: anschei­nend nicht. Rech­te erkennt man nun nicht mehr an Glat­zen und Sprin­ger­stie­feln, und man erkennt sie auch nicht mehr dar­an, daß sie ihre Kin­der züch­ti­gen und schu­len. Rech­te – jetzt wird es wirk­lich ver­trackt – indok­tri­nie­ren die Kin­der, indem sie sie emo­tio­nal an sich binden.

Die „bin­dungs­ori­en­tier­te Eltern­sze­ne“ sei unter­wan­dert wor­den, hieß es in Imlaus Text von 2020:Und zwar von rechts. Mehr noch:

Die Bla­se hat ein ‘Nazi­pro­blem‘.

Die Bla­se? Sze­ne? Gemeint sind Tei­le des Milieus, das Imlau selbst bespielt: Müt­ter, die für selbst­be­stimm­te Geburt plä­die­ren, stil­len, „acht­sam“ mit den Klei­nen umge­hen. Frau Imlau klärt auf:

Wenn der Faschis­mus wie­der­kehrt, wird er nicht sagen: Ich bin der Faschismus.

Er wird sagen: Es ist doch ein­fach auch fürs Kind wich­tig, in einer rich­ti­gen Fami­lie mit Mama und Papa groß zu wer­den, Mut­ter­milch statt Pul­ver­papp zu bekom­men und nicht fremd­be­treut, zwangs­ge­impft und früh­sexua­li­siert zu werden.

Da müs­sen wir ein­ha­ken, jedes ein­zel­ne Mal. Nein sagen, stopp schreien.

Auch ein lan­ger WELT-Arti­kel “ent­larv­te” 2020, daß sich hin­ter „bin­dungs­ori­en­tier­ten“ Müt­tern oft “rech­te Ideo­lo­gin­nen” ver­ber­gen, die nicht mal vor Impf­kri­tik zurück­schreck­ten und bei­spiel­wei­se Müt­ter von „neu­ro­di­ver­sen“ Kin­dern ausgrenzten.

2022 warn­te Imlau in der Süd­deut­schen erneut vor reak­tio­nä­rem Gedan­ken­gut, das stil­len­de, acht­sa­me Müt­ter leicht ent­wi­ckeln könn­ten. (Der Text ist hin­ter einer Bezahl­schran­ke, Ankli­cken lohnt den­noch: Die Illus­tra­ti­on näm­lich ist über­aus beachtlich.)

Im Juni 2023 erschien nun auf zeit.de der Text einer Autorin namens Lisa Kreuz­mann, der ins glei­che Horn stieß:

Stil­len, Fami­li­en­bett, Kita­skep­sis: Bin­dungs­ori­en­tier­tes Erzie­hen gilt als sanft und acht­sam, ist aber auch west­lich und eli­tär. Das spricht zuneh­mend Rechts­extre­me an.

Die Autorin klagt:

Die Sze­ne ist ent­ge­gen ihrer lau­tes­ten Stim­men mehr­heit­lich weder libe­ral noch divers. Es sind vor allem wei­ße Frau­en aus der Mit­tel­schicht, die dort aus­han­deln, was Mut­ter­schaft bedeu­tet, wer Ver­ant­wor­tung für die Kin­der trägt und was dar­aus folgt. Dar­un­ter nur weni­ge Müt­ter, die sich als Femi­nis­tin­nen oder Anti­ras­sis­tin­nen verstehen…und schließ­lich Frau­en, denen es dar­um geht, die tra­di­tio­nel­le Mut­ter­rol­le zu ehren.

Die Rhe­to­rik von der siche­ren Bin­dung werde

dort gezielt her­an­ge­zo­gen, um kon­ser­va­ti­ve und oft­mals müt­ter­zen­trier­te Poli­tik zu machen, die in Tei­len von einem bio­lo­gis­ti­schen Fami­li­en­bild geprägt ist,

hat Frau Kreuz­mann ermit­telt. Es bleibt ver­trackt für jun­ge Müt­ter, oder?

Dabei ist kon­ser­va­ti­ve Erzie­hung, die von einem tra­di­tio­nel­len Fami­li­en­bild geprägt ist, eigent­lich gar kein Pro­blem. Übri­gens auch nicht für wei­ße Men­schen. Denn es bleibt so ein­fach: Right is right and left is wrong.

Müt­ter: Macht Euer Ding! Es gibt nichts Wichtigeres!

– – –

Bewähr­ter Lese­tip: Caro­li­ne Som­mer­felds Wir erzie­hen

 

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (45)

Schobbepetzer

30. Juni 2023 08:40

Das Einzige, was noch fehlt, ist die Definition, welche Stellung/Position beim "Kindermachen" eindeutig zu rechten Kindern führt. Da könnte man "Zufalls-Rechte" vermeiden! Bin gespannt, wann der erste Soziologie Professor dazu eine Forschungsarbeit erteilt.

Mauerbluemchen

30. Juni 2023 08:45

Das Dumme an der ganzen Sache ist nur, daß die einzigen, die tatsächlich staatstragende Meinungsorgane in Papierform lesen, kinderlose, alte Leerer*nnen sind.
Keine Frau im reproduktionasaktiven Alter konsumiert ernsthaft Altmedien, es sei denn, sie wird, wie zB diese marxistischen Haltungshennen oder Stabüleehrer*nnen, dafür bezahlt. Ansonsten sind sowohl die Sühtdoitsche als auch ße-wällt (und wie sie alle heißen), im wirklichen Alltagsleben junger Almanweibchen völlig tot. Sozialmedien haben da freilich ein anderes Gewicht, doch es bleibt auch da fraglich, ob die woke Idiotien abstoßend grotesker  Zeitgenoss*nnen gegen biologische Grundprogramme in nenneswertem Ausmaß ankommen.
Daher kann man dieses surreale Gegacker gemieteter Meinungsweibchen als surreales Gegacker gemieteter Meinungsweibchen getrost abtun.

Mauerbluemchen

30. Juni 2023 08:50

Kein Mensch, der bei Verstand ist, hört (oder eben liest) bei soviel geballtem Schwachsinn hin und diejenigen, die dermaßen zerrüttet sind, daß sie doch hinhören bzw. -lesen, kommen halt unter die Räder (Torheit ist ihre eigene Strafe) - es ist schon seit Adams Zeiten so gewesen und es bleibt so bis zum Jüngsten Tag, daß man, sagen wir höflich, Verblendete nicht vor sich selbst retten kann.

Gimli

30. Juni 2023 09:13

Alles auch erlebt. Vom Cremen und Pudern des Babypopos (oder nicht) über  Schnullerautoklavierung (!) (oder nicht) und Ernährung (auch unabhängig von Kindern ein sehr vermintes Gebiet). Dahinter steckt mE aber auch immer die Kampf zwischen Tradition und Moderne, also dem, was angeblich doch schon immer gut war und dem was Moden, Märkte und Wissenschaft an Neuem dazu empfehlen. Die "aurea mediocritas" weist meist einen guten Weg. Sorry, Ihr ganz Rechten und ganz Linken, der Mainstream ist oft nicht so verkehrt. Und der neugierig-offene Blick über Tellerränder und Grenzen: Wo in Afrika ganze Dörfer angeblich ein Kind großziehen, kann Kindergarten hierzulande auch nicht ganz verkehrt sein. Wo früher die kräftigeren Männer das Jagd- und Verteidugungs"geschäft" betrieben haben eben auch keine Muttermilch anbieten konnte, spricht heute wenig gegen Elternzeit und Doppelverdiener bzw. Frau geht arbeiten und Mann bleibt zuhaus (und gibt Flasche). Eines ist aber wirklich super ärgerlich und da würde ich EK zustimmen: Das ideologische Gewitter donnert über Müttern wirklich laut.

RMH

30. Juni 2023 10:09

Es zeigt sich seit längerem, dass für Linke bereits eine konventionelle Familie, bestehend aus Mutter, Vater, Kindern als reaktionäre Keimzelle indentifiziert wird und entsprechend zu dekonstruieren ist. Mütter die der "Natur" folgend und "natürlich" sein wollen, sind Fortschrittsfeinde.
Mir tun die Kinder leid, für die es keinen politikfreien Schutzraum mehr gibt, alles ist politisch, selbst der erste Schiss in die Windeln. Aber evtl. erwächst daraus dann eine Generation, mit extra großen Mittelfingern, die sie ihren Eltern bald und entschieden entgegenstrecken. D

Der Gehenkte

30. Juni 2023 10:33

1. Anekdotische Evidenz: Traf eine Bekannte nach langen Jahren wieder. Sie trieb sich viele Jahre in der linken Szene, Punk, Antifa, Hausbesetzung etc. herum. Hatte dort vier Kinder abbekommen, meist "verhaltensauffällig", hyperaktiv, natürlich vaterlos aufgewachsen. Treffe sie nach vielen Jahren erneut: wieder dicker Bauch. Kinder sitzen aber brav am Tisch, mit dabei ein Mann, muskulös und optisch sehr rechts. Der erhebt sich und geht höflich, als wir uns über alte Zeiten unterhalten. Ich frage: Der ist doch rechts? 
„Weißt du“, sagte sie, „die Linken, die reden viel über Gleichberechtigung und gerechte Gesellschaft, über richtige und zwanglose Kindererziehung und all das, aber im Inneren sind sie kalt. Sie kämpfen auf der Straße und sehen die eigene Not nicht, sie faseln von der glorreichen Zukunft und sehen das Leid des Freundes nicht. Sie reden nur, aber sie leben selbst das Leben von Autorität und Unterdrückung, das sie zu bekämpfen vorgeben. Ich hatte mehrere Beziehungen, und alle endeten so: sobald sie Verantwortung übernehmen sollten, waren sie weg.“ ...
 

Der Gehenkte

30. Juni 2023 10:34

2. ... „Und jetzt ist es besser?“, fragte ich. „Dein Neuer ist doch ein Rechter, oder?“
„Bei den Rechten habe ich zum ersten Mal Wärme gefunden. Niemand schaute mich wegen meiner Kinder schief an, niemand wollte mich nur im Bett haben und der hier, von dem ich jetzt das Kind bekomme, hat sich der anderen vier liebevoll angenommen. Seit ich mit ihm zusammen bin, habe ich endlich eine Ausbildung abgeschlossen, eine Arbeit gefunden und kann zum ersten Mal ein normales Leben führen. Wir verdienen beide gutes Geld, haben eine Wohnung. Was er sonst denkt, ist mir egal – ich spüre, wie gut er ist, wie gut seine Freunde sind. Familie zählt hier noch und bald werden wir heiraten.“

quer

30. Juni 2023 11:05

Guter Text!! Automatisch tauchen familiäre Erinnerungen an die Frühzeit meiner eigenen (und der meiner Geschwister) Existenz auf: Die Windel. Mit der fängt tatsächlich Erziehung und gar indirekte Kommunikation an. Das tragende Element ist in der Tat die Stoffwindel. Wenn diese ihren Zweck erfüllt, wird es für das Kind unangenehm, weil fühlbar naß: Es meldet sich. In diesem Augenblick beginnt beim Kind die Erkenntnis und das Vermeiden dieses Zustands. Innerhalb kürzester Zeit wird es lernen, sich schon vor Eintritt des Unvermeidlichen zu melden, um bei erreichter Sitzfähigkeit auf das dafür vorgesehene Gerät plaziert zu werden. Der Erfolg sichert das Verlangen nach Wiederholung.
Um es kurz zu machen: Innerhalb von nur 9 Monaten waren alle Kinder der Familie "trocken". Was früher (leider) der Hausfrau oblag, übernehmen heute Dienstleister. Diese Kosten für diese kurze Zeit sind ein Nichts, gegenüber Jahren mit "modernen" Windeln.
Diese beschriebenen 9 Monate waren Jan./Feb. 1945 entscheidend für unser Überleben auf der Flucht bei -20°.  Alle anderen Kinder ohne diese "Schule" erfrohren jämmerlich. Was wäre wohl heute los?
Und  da lese ich dieser Tage in der Basler Zeitung, daß zunehmend des Tragen von Windeln von 11-jährigen (!!) Schülern zu beobachten ist. Da fehlen mir einfach die Worte....

Kositza: Das ist leider nur von anekdotischer Evidenz...Ich hab all meine Kinder ausschließlich stoffgewickelt, und alle waren ziemlich spät "trocken"; nie vor dem 2. Geburtstag.(Meine Kinder wickeln ihre Kinder auch mit Stoff - sehr unterschiedl. Resultate, aber nie vor anderthalb.)
Mir fiel allerdings auf, daß Ostkinder deutlich früher trocken sind als Westkinder; ich kenne ja als Mutter beide Welten. Früher hätte man das mit dem kollektiven auf´s Töpfchen gehen in der Krippe erklären können, aber das wird ja lang nicht mehr praktiziert.

RMH

30. Juni 2023 11:09

"kann Kindergarten hierzulande auch nicht ganz verkehrt sein."
Erwischt, Gimli! Sie verwenden einen Begriff, den ein Thüringer, der auch Kämpfer im Freikorps Lützow war, erfunden hat. Sind Sie ein Krypto-Rechter?
PS: Kindertagesstätte - heute so schön auf KiTa  verkürzt - ist übrigens ein Begriff aus dem NS bzw. von der NSV.

Umlautkombinat

30. Juni 2023 11:13

Nach den Fragen im zweiten Absatz dachte  ich mir zuerst: Wo treibt die Autorin sich herum (ich kenne die Klientel auch)? Dann fiel mir aber eine Erwiderung auf den Gehenkten in einem der letzten Beitraege ein, der an 75% der Kommentarmeinungen der Zeit verzweifelte. 
Wie @Mauerbluemchen schon anschnitt: Immer im Kopf haben, dass die Lautstaerke der Blase vielleicht nicht den Verbreitungsgrad abbildet. Trotz aller Grade an Einsickerung in "normale" Leute. Die Bespieler sind wenige, meinetwegen auch KI. Nur ihre Verfuegungsbreite ueber den Online-Schaum der oeffentlichen Meinung ist ueberdurchschnittlich. Und ueber das Gas, das diesen oben schwimmen laesst. Hilfreich zur Einschaetzung der Realitaet ist, seine eigene Onlineaktivitaet immer wieder zu reflektieren und zu sehen ob man sich nicht selbst zu sehr in diesem Schaum verfangen hat. Darunter ist dann das Meer.
 
 

MarkusMagnus

30. Juni 2023 11:33

@ Schobbepetzer
Mich wundert es das die Missionarsstellung noch nicht verboten wurde.
Wegen Kolonialzeit und so :)

Dietrichs Bern

30. Juni 2023 11:38

Nun, man muss kein Prophet sein (lustiges Wortspiel in dem Zusammenhang) um zu erkennen, dass linke Sichten auf Familie im Allgemeinen und die Rolle der Frau im Besonderen zumindest im Westen der Republik keine großen Rolle mehr spielen werden. Ich bin Mal gespannt, wie die Damen von Zeit und Antonio Amadeo den Spin hinbekommen werden, dass es toll ist, wenn sittame Frauen nur mit männlichen Verwandten vor die Tür dürfen. 

Uwe Lay

30. Juni 2023 11:43

Eine Untersuchung über die Qualität der zwischen 2010 und 2021 geweihten Priester, die linksliberalkatholische Internetseite "feinschwarz" berichtet über sie am 16.6.2023, kam zu einem sehr negativen Urteil: Als Gründe wurden genannt, daß viele der Geweihten aus kinderreichen Familien kämen ohne einen Migrationshintergrund! Viele Kinder sind eben nur bei Migranteneltern akzeptabel. Darüberhinaus kommen die Geweihten aus traditionellen Familien und dann noch mit conservativer Prägung! Kinder, die so aufwachsen, taugen einfach nichts für anspruchsvolle Berufe! Karrierefördernd ist also ein Lebenslauf mit den Einträgen: Einzelkind eines homosexuellen bzw lesbischen Elternpaares! 

Klaus Kunde

30. Juni 2023 11:52

Früher war alles besser. Zehn Jahre nach Endsieg stand meine Geburt an. Zu nächtlicher Stunde und klirrender Kälte nahm Mutter ihr Köfferchen und fuhr allein, mein Vater hatte als Angehöriger der Westberliner Schutzpolizei Nachtdienst, per Straßenbahn zur Endbindung ins Kinderkrankenhaus, gerade so geschafft. Kaum jemand meines Jahrgangs besuchte Kindergarten oder Kinderhort. Die Mütter waren Hausfrauen, die Väter Alleinverdiener. Soziale Kompetenz lernten Kinder nebenbei auf dem Spielplatz, behütet von fürsorglichen Omas. Seinerzeit war man genügsam, einen Fernseher bekam ich erst spät zu Gesicht, weswegen die Fertigkeit des Lesens als Mindeststandart für kurzweiliges Entertainment angesagt war. Hunger kannte man nicht, vollgestopft mit Schinkenstullen und Südfrüchten aller Art, ging es den Kindern gut. Die Wohnverhältnisse auf dem Schlachtfeld Berlin blieben dagegen lange Zeit dürftig, Hinterhof mit Außenklo die Norm, Klassenkammeraden hausten selbst noch in Kellerwohnungen. Vom Lehrkörper gab`s in der Grundschule Prügel, was alle als Normalität wahrnahmen. Erst in der 7. Klasse Gymnasium fand die Tortur ihr Ende. Der Schulentwicklungsplan wies für meinen Jahrgang im Arbeiterbezirk Wedding eine Abiturquote von etwa 6 % aus. Schöne Zeiten.

brueckenbauer

30. Juni 2023 12:24

Hat sich da nun eigentlich die rechte Szene geändert? Oder haben die linken Denunzianten, nachdem sie mit der ersten Reihe von eigentlichen Rechtsradikalen durch sind, eine zweite Reihe von "Gärtnerkonservativen" als neues Angriffsziel entdeckt?
Vor allem aber: Was macht das jetzt mit dem linken Charakter-Rassismus? Zur Ausstattung aller Linken gehört ja die klare Einteilung in "wir"  (die mit dem demokratischen Charakter) und "die" (die mit dem autoritären Charakter). Das ist ihnen weit wichtiger als jede andere Einteilung und reicht z.B. bis in die evangelische Sektenbekämpfung hinein. Aber der klassische autoritäre Charakter sollte ja aus der klassischen autoritären Erziehung hervorgehen; seine Definition ist an diese Erklärung gebunden. Ob Imlau und Co. sich im klaren sind. dass sie ungewollt eine hundert Jahre alte gefestigte Ideologie untergraben?

Karl Otto

30. Juni 2023 12:40

Max Horkheimer hat schon in den 30er Jahren darauf hingeweisen, dass die Kleinfamilie eine Einrichtung des Kapitalismus ist, um die Menschen gefügig zu machen und auf eine Malocher-Existenz vorzubereiten.
 
Was das Stillen angeht, warum soll das für weiße Frauen besonders typisch sein? Die Amazonas-Indianer stillen ihre Kinder dre bis vier Jahre, um die Geburtenzahl niedrig zu halten. 

paterfamilias

30. Juni 2023 13:21

@RMH, @Gehenkter Nicht vergessen, warum gerade linksextreme Frauen so stutenbissig sind: Ihre eigenen Herkunftsfamilien und (meist kinderlosen) "progressiven" Partnerschaften sind häufig zerrüttet, der uneingestandene Neidfaktor ist also extrem. Außerdem arbeiten sie sich epigenetisch über Generationen hinweg an den Verstrickungen der eigenen Herkuftsfamilien in das NS-Regime ab. Dahein rotierte die berühmte Schweigespirale, und heute noch haben sie viele Leichen in den Kellern liegen. Gerade das macht Linke, die sich ohne wirkliche Erinnerungsarbeit anstrengungslos vom eigenen NS-Erbe lossprechen wollten, so radikal – und darin denen so ähnlich, deren Erbe sie zu entkommen hofften.

Ein gebuertiger Hesse

30. Juni 2023 13:37

@ Der Gehenkte
Tolle Geschichte. Gruß unbekannterweise an die Bekannte und ihren neuen Kerl.

Volksdeutscher

30. Juni 2023 18:26

Das Thema war schon in den 80-ern präsent, schon damals hetzten die Linken gegen das Stillen, Hauptsache, die Mutter-Kind-Beziehung soll gestört werden. "Begründet" wurde das oftmals mit dem Hinweis auf Umweltschädigungen und deren Auswirkung auf die Muttermilch, so als könnte die Frau keine Vorkehrungen durch Veränderung des Speiseplans treffen. (...) Erst neulich habe ich gelesen: Anwältin, 45, mit Kinderwunsch.

Volksdeutscher

30. Juni 2023 22:00

@Kositza - Warum konnte an der Stelle der Satz - (...) -  nicht stehen bleiben?

Kositza: Weil er ein echt häßliches Ressentiment enthielt. Unter unserem Niveau. Wir sind doch nicht die Beleidigten?

quer

30. Juni 2023 22:10

@Kositza
Das ist schon merkwürdig. Meine Mutter, betätigt durch Freundinnen, erzählte, dies sei im Weichselland normal gewesen. Die Ausnahmen erfroren auf der Flucht. Als 11-12 jähriger konnte ich dieses Geschehen direkt an meinem jüngsten Bruder (8/1952) beobachten. Der brauchte ab 5/6 53 keine Windel mehr, wehrte sich sogar gegen "Vorsorge". Wir scheinen insoweit abnormal. Oder?

Noch ein Hesse

30. Juni 2023 22:23

Das Lustigste ist ja, dass Johanna Haarer nun wirklich genau das Gegenteil gepredigt hat ... aber Sinn ist ja auch zu vernachlässigen, wenn es gegen räächtz und gegen die Familie geht. 

RMH

30. Juni 2023 22:25

"schon in den 80-ern präsent, schon damals hetzten die Linken gegen das Stillen,"
Das war deutlich früher, als kaum gestillt wurde und zwar in den 60er und 70er Jahren - da gibt es viele Theorien, warum. Man sagte den Frauen, dass Muttermilch zu viele Schadstoffe habe. Es gab damals auch noch oberirdische Atombombenversuche etc.

Volksdeutscher

1. Juli 2023 05:44

@RMH - Damit mögen Sie recht haben. Es ist zudem auffällig, daß nicht stillen und keine Kinder bekommen ständig den Angehörigen der weißen Rasse geprädigt wird und nicht den Afrikanern und auch nicht den Asiaten, die uns auch einzeln zahlenmäßig überlegen sind und auf die behauptete Überbevölkerung der Erde Jahr für Jahr noch weitere Hundertmillionen daraufsetzen, während dessen wir schrumpfen und ihnen auf unserem Kontinent auch noch Platz machen sollen. Es wäre an der Zeit, diese Erkenntnis strategisch in die politische Sprache zur Verteidigung unserer Existenz einzusetzen.
@Kositza - Ein häßliches Ressentiment, sagen Sie... Ich möchte nicht darüber streiten, weil man darüber streiten könnte. Aber selbst wenn es so wäre, wie Sie sagen, könnte es trotzdem wahr sein. Die Frage wäre dann nur noch die, was man höher stellen sollte: die Wahrheit oder die Betroffenheit (nicht Sie gemeint)?

Kositza: Die Höflichkeit. Wir sind die freundliche Rechte.

Laurenz

1. Juli 2023 08:02

@RMH ... Das war deutlich früher, als kaum gestillt wurde & zwar in den 60er & 70er Jahren - da gibt es viele Theorien, warum. Man sagte den Frauen, dass Muttermilch zu viele Schadstoffe habe. Es gab damals auch noch oberirdische Atombombenversuche etc. ... @Franz Bettinger würde antworten, es gibt gar keinen Nachweis für Atombomben. Aber Sie, RMH, haben Recht in der Historie. Es kann natürlich sein, daß HiPP & Co. ein Interesse daran hatten, mehr Kindernahrung zu verkaufen. Es gab mit dem Aufkommen der Grünen eine gegenläufige Bewegung. In den 80ern stillten auch Mütter in der Vorlesung an der Uni. Im Übrigen sind wir mit unserem Ableben Sondermüll, was vor allem für Krematorien Konsequenzen hat.

pasquill

1. Juli 2023 11:00

So wechseln die Deutungs-Vorzeichen. Dass der achtsamkeits- ud bindungsorientierte Erziehungsstil rechts sein soll, zeigt die historische Unbildung derjenigen, die so etwas behaupten. Keinen blassen Schimmer von Zeitgeschichte. Es waren Feministinnen (oft linksorentiert), die im Zuge der Neuen Frauenbewegung ab den frühen 70ern all dies forderten, förderten und praktizierten: Körperkontakt des Kindes mit der Mutter und Familienbett nach der Entbindung statt getrennte Unterbringung der Neugeborenen in den Babyzimmern der Klinik; Stillen statt Pulvermilch, möglichst lange, um die Mutter-Kind-Bindung zu stärken; Hausgeburten, Hebammenbetreuung, "natürliche" Geburten ohne vorschnellen Einsatz von Zange, Saugglocke oder Skalpell; an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichtete Erziehung statt Gefühlskälte und Gehorsam; liebevolle Zuwendung und viel Körperkontakt zu jeder Zeit.  Damit will ich nicht bestreiten, dass in diesem Milieu auch vieles gedieh, was den Kindern nicht gut  bekommt: Patchworkfamilien, Alleinerziehende, zuviel und zu frühe Krippen- und Kitaunterbringung.
Wie war das in der DDR? Gab es unter Frauen kritische Diskussionen um die staatliche Verpflichtung, Kinder möglichst früh in Krippen zu geben? Haben nicht auch viele DDR-Frauen gelitten unter der frühen Trennung von den Kindern? Das wird in der Debatte vernachlässigt: Eine intensive Bindung bekommt auch den Müttern; sie wollen ihre Kinder um sich haben, sie selbst versorgen. Die Gründe dafür sind anthropologische und nicht linke oder rechte. 

Kositza: Vlt. hab ich nicht deutlich genug gemacht, daß die linken Muttis wie Imlau sehr wohl für starke Bindung plädieren. Sie finden es nur unmöglich, daß das auch von nichtlinken oder rechten Müttern praktiziert/propagiert wird.

RMH

1. Juli 2023 12:25

"daß die linken Muttis wie Imlau sehr wohl für starke Bindung plädieren. Sie finden es nur unmöglich, daß das auch von nichtlinken oder rechten Müttern praktiziert/propagiert wird."
Das zeigt das Drama unserer heutigen Zeit und den eliminatorischen Antrieb der Linken. Es darf auf keinem Gebiet mehr auch nur einen Konsens geben. Alles muss aufgespalten und bekämpft werden. Und wenn der Feind einem einmal zustimmt oder das gleiche behauptet, hat er trotzdem nicht recht und gehört ausgelöscht, da er ja das böse ist. Es darf nichts gemeinsames mehr geben. Getreu der alten Regeln: 1. Wir haben immer Recht. 2. Haben wir einmal nicht recht, tritt Regel Nr. 1 in Kraft. Es sind wahrlich nicht die Rechten, die Gesellschaften spalten, es sind die zivilreligösen Linken und Linksgrünen, die ihr Himmelreich auf Erden mit allen Mitteln durchsetzen wollen und welche dazu in allen Belangen den drohenden Weltuntergang und die Apokalypse predigen. Konservative und Rechte, soweit sie keine Materialisten sind und gläubig sind, haben ihr Paradies hingegen noch nie auf der Erde gesucht.
Fazit: Freiheit und Toleranz gibt es heute nur noch auf der vermeintlich "bösen" Seite der Macht, bei den Konservativen- Freiheitlich- Rechten.

KlausD.

1. Juli 2023 17:06

@pasquill 1. Juli 2023 11:00
"... in der DDR ... staatliche Verpflichtung, Kinder möglichst früh in die Krippe ..."
Oha, hier spricht der BILD-Zeitungsleser! Doch sie werden es nicht glauben,  ich muss Sie enttäuschen, schlicht und einfach, es gab keine derartige Verpflichtung in der DDR. Und noch etwas, die Eltern in der DDR durften sogar die Namen ihrer Kinder selbst bestimmen - unglaublich ...

Blue Angel

1. Juli 2023 17:28

So so, Stillen ist also jetzt so "rechts" wie z. B. Handarbeit? Was kommt als Nächstes von den gemieteten Meinungsweibern (danke Mauerbluemchen)? Daß es "rechts" ist, im Normalfall über zwei Hände und zwei Füße zu verfügen? 
Das Gegacker bestätigt nur das, was täglich mehr Menschen inzwischen wissen: "Rechts" ist einfach ein neuer Begriff für normal/üblich, also das Richtige, Naturgegebene, Pragmatische.
Unsere vier Kinder sind in den Achtzigern und Neunzigern geboren, wo es (zumindest für uns) noch kein Internet, aber auch schon alle ca. zwei Jahre neue, jeweils "unumstößliche" und "wissenschaftlich belegte" "Experten"meinungen zu Kinderaufzucht-Themen gab, die sich jeweils diametral widersprachen. Die Aufforderung von Frau Kositza an alle Mütter, ihr eigenes Ding zu machen (also m. E. auf ihre naturgegebenen Instinkte zu hören), ist als Richtschnur also so wichtig wie richtig: Wer sein Leben (erst recht das seiner Kinder) auf "Experten"meinungen aufbaut, hat noch gar nicht versucht, es unter eigene Kontrolle zu bekommen.
 
 

Volksdeutscher

1. Juli 2023 19:50

@Kositza - "Die Höflichkeit. Wir sind die freundliche Rechte." Ich habe schon geahnt, daß wir denselben Idealen huldigen.

Gotlandfahrer

1. Juli 2023 22:00

Die Natur lässt sich nicht betrügen, auch nicht von linken Mutties wie Imlau.

Laurenz

2. Juli 2023 00:21

@RMH .... Das zeigt das Drama unserer heutigen Zeit und den eliminatorischen Antrieb der Linken. Es darf auf keinem Gebiet mehr auch nur einen Konsens geben. Alles muss aufgespalten und bekämpft werden. .... Die Linke hat sonst nichts, außer immer neue Feindbilder suchen & belanglose Minderheiten hypen. Die Linke ist völlig leer. Die paar Linken, die nicht leer sind, werden zu Rechten mutiert.

Volksdeutscher

2. Juli 2023 06:56

"Völkische Elternhäusern"
Wer soviel demagogischen Schwachsinn zusammenkritzelt, ist mental krank. Wenn ich auf meine Kindheit und die anderer Kinder zurückblicke (das ist übrigens die Generation, deren Wahlverhalten die Regierung Orban ihre Zweidrittel-Mehrheit verdankt), fällt mir auf, daß unsere Erziehung sämtlich in die obige Kategorie fällt. Da bleibt mir nach alledem nur noch übrig, einzugestehen: Ich wuchs im real existierenden Sozialismus in völkischen Verhältnissen auf, dessen Erziehungsideale u.a. Disziplin und traditionelle Geschlechterrollen waren. Im Einzelnen: Puppen, Zöpfe, häusliche Erziehung, Röcke für die Mädchen; Autos, kurze Haarschnitt, handwerklich technische Erziehung, Hosen für die Knaben. Es war übrigens in meiner Kindheit verpönt zu antworten, wenn man nicht gefragt wurde. Während ich diese Zeilen niederschreibe, geistert in mir die Frage herum: War Rousseau mit seiner Forderung Zurück zur Natur ein Reaktionärer? Was wäre, wenn man seine Maxime wörtlich nehemend gegen Genderwahn und LMBTQ-Schwachsinn in zugespitzter Weise in Stellung brächte? Demnach wäre die Forderung Zurück zur Normalität identisch mit der Forderung Zurück zur Natur, da in biologisch existenziellen Fragen die Natur die Norm stellt.
 
 

Volksdeutscher

2. Juli 2023 07:43

@RMH - "Es darf auf keinem Gebiet mehr auch nur einen Konsens geben." 
Wenn auf keinem Gebiet, dann auch auf elementaren Gebieten wie dem der Natur und Biologie nicht. Denn denkt man den obigen Gedanken konsequent weiter, liefe es auf die Behauptung hinaus, daß Rechte und Linke zwei verschiedenen Naturen gehorchen (trotz der Tatsache einer einzigen unteilbaren Natur für alle Menschen). Wenn die Linke, demagogisch wie sie ist, für sich forderte, die wahre menschliche Natur zu verkörpern - welche Natur bliebe dann für die Rechte noch übrig, zu fordern? Negation des gemeinsamen natürlichen Ursprungs wäre die logische Schlußfolgerung dieser Gedankenkette, was dem Ausschluß aus der conditio humana gleichkäme: Rechte seien aufgrund ihrer andersartigen "Natur" keine Menschen. Wenn diese Aussage linkerseits noch nicht in dieser Deutlichkeit erfolgte, dann dürfte das an den für sie (noch) ungünstigen Machtverhältnissen liegen.

RMH

2. Juli 2023 10:02

@Klaus D.
zu Ihrer Erwiderung auf pasquill sei ergänzend ausgeführt, dass der "Asozialen-bzw. Arbeitsscheuen -Paragraph" der DDR (dortiger § 249 StGB) keine Ausrede für Nichtarbeiten wegen der Aufzucht der eigenen Kinder vorsah und zudem es einen deutlichen gesellschaftlichen Druck zu Aufnahme einer Arbeit gab - und wo sollten dann die Kinder untergebracht werden, wenn Mutti arbeitet? Immerhin hat hier der Staat ein kaum ablehnbares Angebot gemacht - im Gegensatz zu heute, wo ebenso die arbeitende Frau nicht nur gesellschaftlich gefordert wird sondern auch materiell-wirtschaftlich für Familien fast unabdingbar ist und nur schleppend entsprechende Betreuungsangebote gemacht werden (und je nach Bundesland kostet das auch noch Geld). Zur Klarstellung: Das sagt natürlich nichts über die Qualität dieser "Angebote" aus, die immer weniger ablehnen können.
Ich bin auch der Meingung, dass gerade die frühkindliche Kinderbetreuung durch Krippen etc. nicht gut ist und ich sehe die totale Mobilmachung des Faktors Arbeit ohne Rücksicht auf Familien - wie sicher viele hier - kritisch.

Gimli

2. Juli 2023 21:27

@Volksdeutscher: Ihr Naturbegriff ist falsch (mindestens zu eng) und demzufolge Ihre Normsetzung. Natur als Nomen bietet viel Raum für allerlei romantische oder auch ideologische Verklärungen. Natur ist weder gut noch schlecht. Ist sogar die Frage, ob sie ist, wenn nicht klar ist, was sie ist. Sexuelle Vielfalt oder ein Gehirn, das sich nicht mit dem biologischen Geschlecht identifiziert, ist auch "Natur". Die Evo vom Affen zum Homo ebenso. Die Zivilisierung von Homo zu einem Bürger, die Befähigung zum Homo Faber etc .. alles auch. Natur ist kein guter Maßstab. Man macht sich ehrlich, wenn man die eigene Haltung nicht versucht, immer irgendwo abzuleiten, sondern erkennt, was idios und logos bedeuten 

KlausD.

2. Juli 2023 21:56

@RMH  2. Juli 2023 10:02
"... DDR ... Paragraph 249 StGB ... deutlichen gesellschaftlichen Druck zur Aufnahme einer Arbeit ..."
Ihr theoretisches Wissen über die DDR in allen Ehren ... in der Praxis kenne ich  keine Fälle, in denen Frauen aus Familien zur Arbeit gezwungen wurden, dafür viele, die wegen der Kinder ganz selbstverständlich zu Hause blieben.

Laurenz

2. Juli 2023 22:40

@RMH, Klaus D. & Volksdeutscher
Habe nichts gegen Kindergärten, würde aber Waldkindergärten, die meist nur 3x die Woche im Angebot sind, vorziehen. Krippen der DDR waren Mist, weil die Frauen durch Arbeit entwertet & entmoralisiert wurden, sprich sie wurden zu Hilfsmännern gemacht. Auch für die Mutter-Kind-Bindung sind Krippen Mist. Auch das Beuteschema der Frau wurde hintertrieben, sozial nach oben zu heiraten, denn es gab kaum soziale Unterschiede bei den Männern in der DDR. Die relativ reiche Heimatgemeinde meiner Mutter gibt schon 4 von 5 Euros für Kinder aus, wie soll man da noch, RMH, das Angebot verbessern? Ein Kindergartenplatz kostet im Westen um die 1.300 Euro, ein Kitaplatz um die 700 bis 800 Euro. Wir hätten mehr Kinder, wenn die Kohle an die Eltern augezahlt würde, wenn sie ihre Kinder nicht in den Kindergarten oder die Kita schicken.

Volksdeutscher

2. Juli 2023 22:52

@RMH - "...und ich sehe die totale Mobilmachung des Faktors Arbeit ohne Rücksicht auf Familien...." 
Nachdem man den Kindern die Väter wegnahm, nahm man ihnen auch noch die Mütter weg und stellte die Frauen auf dem "Arbeitsmarkt" in Konkurrenz zu den Männern. Von wem stammt die Idee eigentlich, die Mütter in die Arbeitswelt zu integrieren? Wer setzte sie um? Wer verdient daran? Soweit ich weiß, wurde das qua "Gleichberechtigung" und "Befreiung vom Patriarchat" unters Volk gebracht. Der nächste Schritt war dann in logischer Konsequenz die Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit", um die Leistungsunterschiede zwischen Mann und Frau einzuebnen. Solange nur der Mann arbeitete, hatten die Kinder Betreuung und Zuwendung durch die Mutter, also wurden auch noch jene Frauen, die sich ausschließlich Heim und Kindererziehung widmeten, systematisch verächtlich gemacht. Ein Jahrtausende altes Familienmodell hatten sie im Interesse des Profits aufgelöst und damit den Zusammenhalt von Familie und Gesellschaft nachhaltig gestört. Mit den berufstätigen Müttern wurden noch mehr Probleme in die Welt gesetzt, die nach wie vor ungelöst sind. Die Reproduktion von Nachwuchs hört nicht mit Zeugung und Gebären auf. Der Nachwuchs bedarf auch seelischer und geistiger Zuwendung, damit seelische und geistige Qualität reproduziert werden kann, die von den Eltern Zeit, Kraft und Anwesenheit erfordert. Das kann nicht aus der Ferne mittels Apps bewerkstelligt werden.

Volksdeutscher

3. Juli 2023 00:15

@Laurenz - "Krippen der DDR waren Mist, weil die Frauen durch Arbeit entwertet & entmoralisiert wurden, sprich sie wurden zu Hilfsmännern gemacht."
Aufgewachsen im real existierenden Sozialismus konnte ich den Kindergarten kennenlernen. Ich habe keine schlechte Erinnerungen daran, halte diese Einrichtung dennoch nicht für gut. Das Wort Kindergarten ist indes eine sehr schöne deutsche Erfindung. Ein kleiner Diskurs am Rande: Im Ungarischen heißt Kindergarten óvoda, kommt von dem Verb óvni mit der Bedeutung behüten. Und genau diesen Zweck sollte der Kindergarten erfüllen: die Kinder behüten. Der Druck der LMBTQ-Lobby und der Vefall des Staates bewirken jedoch, daß diese Funktion allmählich verloren zu gehen droht. Dadurch, daß die Kinder an einem fixen Ort namens Kindergarten in großer Zahl konzentriert sind, hat die LMBTQ-Lobby einen relativ leichten Zugriff auf sie, was nicht wäre, wüchsen die Kinder in der Obhut der Familie auf. Es ist auch wahr, daß die Frauen in vielen Arbeitsbereichen zu Hilfsmännern degradiert wurden. Als erschreckendes Beispiel hierzu können die maskulinen Fließbandarbeiterinnen in der Sowjetunion dienen. Von der Frauenarbeit profitierte das Kapital hüben wie darüben mehr als die betroffenen Frauen, Kinder, Familien oder die Gesellschaft. Die Beschäftigung der Frauen ermöglichte, sowohl die Männer auf Trab zu halten als auch den Frauen in von Männern dominierten und männliche Leistung erfordernden Berufen weniger Lohn zu zahlen.

Laurenz

3. Juli 2023 09:27

@Volksdeutscher @L.
Ja, das was Sie schreiben, weiß ich. Es wissen auch ein paar andere. Ich denke, EK, kann Sich sehr genau an meine Meinung über den Feminismus & Seine Ursachen erinnern. In Deutschland war es historisch der I. Weltkrieg, der noch im Gegensatz zum preußisch-französischen Krieg, die Frauen an die Fließbänder holte. Die Abschaffung weiblicher Lebensart & ihre Umwandlung in eine pseudo-männliche Lebensart, führte logischerweise dazu, daß auch wir Rechte (& eben nicht nur die Linke) quasi ein gesellschaftliches Leben von virtuellen Schwulen führen. Junge Männer wollen grundsätzlich unberührte, junge Frauen heiraten. Das haben Frauen heute nicht mehr zu bieten. Sie sind im Wert massiv gesunken. Da Frauen heute ein Scheiß-Geschäft für Männer sind, werden auch Bindungen nicht mehr wirklich stabil.
Und, es ist doch klar, welche Berufe Kinderschänder anziehen. Priester, Erzieher, Lehrer, Kinder-Ärzte etc. pp., eben alle Berufe, wo man mit Kindern in Berührung kommt. Deswegen muß man diese Berufe nicht abschaffen, aber eben strenge Maßstäbe anlegen. Was einfach gar nicht geht, daß Delikte von kirchlichen Würdenträgern keiner staatlichen Strafverfolgung ausgesetzt sind. All die woken Kämpfer gegen Rechts arbeiten hier Hand in Hand mit den historischen Nationalsozialisten.

RMH

3. Juli 2023 10:19

Nur fürs Protokoll:
In früheren Zeiten haben Frauen hart gearbeitet. Alleine Haushalt war harte Arbeit (bspw. ohne Waschmaschine etc.), vielfach dann auch noch Arbeit auf dem Feld (oft nicht einmal das eigene bzw. des Mannes, denn die waren vielfach Knechte, nur wenige hatten eigenes Land, mit Glück ein Stück Garten für die Selbstversorgung - und wer hat den bestellt?). Zusatzverdienst durch Heimarbeit (Nähen etc.) war auch gang und gäbe. Bei diesen Tätigkeiten konnten aber Kinder oft irgendwie dabei sein oder es gab ältere Geschwister, ledige Frauen/Tanten etc. die auch einmal aufpassten. In höheren Kreisen hat man die Kinder Ammen gegeben und später habe Gouvernanten und Hauslehrer die Erziehung mitgestaltet, während Madame ihre Teestunden etc. vorbereitete.
Die Masse der Frauen haben immer irgendwo, irgendwie mitgearbeitet bzw. hatten ihren Bereich, wo sie arbeiten mussten. Das Bild von der Frau, die sich nur um den Nachwuchs kümmern kann, ist auch eher ein Ideal. Aber kein schlechtes. Darum geht es. Das alles von den Linken mies gemacht wird und nur ihr "Fortschritt" die Menschheit voranbringen würde (wie das gerade endet, sehen wir alle).

quer

3. Juli 2023 10:36

@ meine Vorredner: So sehr Frauen und bes. Mütter sehr genau wissen und spüren was ihren Kindern dient oder schadet, so sehr verwundert, daß sich  besonders Frauen dem Staat an den Hals werfen und in seinem Sinne (freiwillig oder unfreiwillig) zu handeln bereit sind: Als Erzieher. Und zwar nach vom Staat vorgegebenen Richtlinien. Auf allen Ebenen mit dem finalen Ziel der Dekonstruktion von Familie und der Seelenzerstörung der ihnen übergebenen Erziehungsopfer. Beispiele dafür sind fast täglich (sogar in "Bild") zu lesen. Zuletzt bez. AWO. Frei nach Goethe "Faust": "Es ist die Kraft die Gutes will und stets Böses schafft." Im und nach dem Sozialismus: Straffreiheit fast garantiert.

Eo

3. Juli 2023 13:17

 
@ Volksdeutscher
Demnach wäre die Forderung Zurück zur Normalität identisch mit der Forderung Zurück zur Natur, da in biologisch existenziellen Fragen die Natur die Norm stellt.
 
.Wer versucht,die Natur zu korrigieren, wird von der Natur korrigiert werden..
 
https://neue-spryche.blogspot.com/2012/12/eine-antiautoritare-autoritat.html
 
 

Ein gebuertiger Hesse

3. Juli 2023 13:19

@ Kositza
"Die Höflichkeit. Wir sind die freundliche Rechte."
Genau, und so ist es richtig. Wer unterhalb dieses Niveaus segelt, verfällt bald in bloße Schnappatmung.
 

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